Schriftleitnnq: Rathausgan« Rr. ii 2«ltvd»i> «r. »>. »nl!i»«djn> »iSl dcrtiSfllültzl. » » l !i» d i > n n g « a sünmt dl« t£N» nid »Hi ?««»!»> ade«d». Pof>W»?!asie^-«o>>I- Z0.SS0. Wr. 55. Hillt. Samstag, 10 Juki 1909. Verwaltung: Ra»t>au«ftasse Nr. 5 ldr*>ljon J(r. ti, intmtbta. BezustSbedla^unste» Durch dir Post d/zsqe« : BitrMläSirii} . . . K 3 20 Äoltliwif . . . . K « <« «»aij hiiz . ... K. IH M firilT Still mit A»ft«Zuil« iKt $au* t M»»alli» . . . . E 1-1» «HRtriiUtl« ...«»-®albjii6ri(i . , . K «•— BamiSüiil . . . K 1».-RUn »--«!<>!>» tttüwn stch die S*r,n*«ii«tiHttil »mllt l)öl)'ttu »erfeetuijt'Uk&aUKR. ülngtUitttf SU»« -me»» leiten bil im ÄAcfitflunj. 34. Jahrgang. Dir Strurrvorlagrn und dir drulschrn Parteirn. Bom ReichsratSabgeordneten Dr. E. Weidenhoffer. In letzter Zeit wurde von der christlich' sozialen Partei wiederholt die Behauptuug auf-gestellt, daß die Ergänzung und Berbefserung deS Bilinskifchen FinanzplaneS, der sich bekannt-lich zuerst mir auf den Borschlag einer Er' höhung der Branntwein- und Bicrstcner be-schränkte, ihr Verdienst sei. Das wurde nicht nur in verschiedenen Bersammlnngcn, so jüngst aus der Landstraße in Wien selbst von Abgeordneten der christlichsozialen Partei, gesagt, sondern man liest dieselbe Behauptung anch in der Paneipresse, beispielsweise in oeu niederöster-leichischeii Provinzblättern. Es wird da behauptet, die christlichsoziale Partei hätte den Finanz-minister gezn nngen, ihre Ideen in steuerpoli-nscher Beziehung auszunehmen und seinen Finanz-plan dementsprechend abzuändern und zu er-gänzeu. Es müßte eben anch daS Steuersystem den durch das allgemeine Wahlrecht geänderten politischen Verhältnissen und der gegenwärtigen .'Kräfteverteilung im Reiche angepaßt werden. Dies.» Behauptungen und AnSstrennnge» gegenüber lohnt eS sich wohl, tie Wahrheit in fach-l'.cher nnd chronologischer Richtung festzustellen. Tatsache ist, daß über die Frage der neuen ©teuern am 4. Mai und am 12., 14. und 15. Juni l. I. im Parlament verhandelt wurde, nnd daß in diesen vier Sitzungen im Ganzen . 4 Redner zu Worte kamen; darunter befanden sich acht Redner der dentschbürgerlichen Parteien unter diesen aber waren bloß zwei Christlich-soziale, nämlich der mährische Abgeordnete Budik und Abgeordneter Dr. Geßmann. Ohne nun diesen beiden Abgeordneten irgendwie nahe treten zu wollen muß doch daraus hingewiesen werden, daß der Abgeordnete Budik sich hauptsächlich mit den mährischen LandeSfinanzen, Exzellenz Dr. Geßmann abcr als Generalredner pio vor-nehmlich mit der gesamten politischen Lage und nnr in ganz allgemein gehaltenen und wenigen Sätzen sich mit der Stenervorlage selbst besaßie. Daß hiebei die in jedem Parteiprogramm immer wieder vorkommenden Sätze von der Entlastung der wirtschaftlich Schwachen und der Belastung der wirtschaftlich Starke», von der stärkeren Heranziehung der direkten Stenern, von einer stärkeren Progression in den höheren Einkommen-stufen vorgebracht wl.rden, ist selbstverständlich und wohl nicht als eine hervorragende oder originelle Leistung einzuschätzen. Eiugehend aber, und die ganze Materie von allen Selten be-leuchtend, befaßten sich die Abgeordneten Doktor Steinwender, und zw.ir dieser gleich als zweiter Redner schon am 4. Mai, Prof. Dr. Redlich Mtzgesayr <£» gibt in der Tagespreise gewisse Dinge, die stets zur selbe» Zeit des Jahre? wiederkehren; das sind nicht bloß die Festartikel und die Kriseugerüchte, sondern auch die Aussähe über Gewilterfurcht. Fast immer wird darin gesagt, daß es mit der Blitzgesahr nicht so arg sei, denn während ans der Eisenbahn alljährlich mehr als 50V Personen getötet wurden, fielen dem Blitz nur 2 0 zum Opfer. Diese Be-ruhigungSstatistik ist aber, wie Professor Äaßner im .Berliner Tageblatt" darlegt, falsch, da ihr ganz verschiedene Einheiten zugrunde liegen. Denn bei der Eisenbahn muß man fragen! Wieviel Personen und im Jahre unterwegs, also der Gefahr anSge-setzt? Und beim Blitze: Wieviel Personen leben in dem betreffenden Lande? Im Durchschnitt der Jahre 1891 bis 1900 wurden in Deutschland von je einer Million Reisender auf der Eisenbahn nnr 011, das >mßt, also 11 aus je 100 Millionen tödlich verletzt, ungefähr in denselben fahren durch Blitz aber sechs auf je eine Million Einwohner getötet. Erst bei dieser Betrachtungsweise gewinnt man den richtigen Maßstab nnd findet dann, daß die Gefahr, durch den Blitz cder die Eisenbahn getötet zu werden, im Berbältnis 6 zuO'll steht, also beim Blitz 55 Mal größer ist als bei der Eisenbahn. Wie kann sich nun der Mensch vor dem Blitze schützen? Es kann naturgemäß nicht Gegenstand dieser Zeilen sein, die verschiedenen Systeme nnd Formen der Blitzableiter für Gebäude zu erörtern — erwähnt sei nur, daß ein mangelhafter Blitzab-leiser schlimmer ist als gar keiner —; aber es soll wenigstens kurz angedeutet werden, was der Mensch im Freien zu beachten hat, um die Blitzgesahr mög-lichst herabzumindern. Die Blitzgefahr wächst, je mehr der Mensch selbst oder ein Gegenstand, den er trägt, der höchste Punkt seiner Umgebung ist, also wenn er sich zum Beispiel aus freiem Felde befindet und wohl gar noch einen aufgespannten Schirm über sich hält oder wenn ein Soldat eine Lanze trägt usw. In solchen Fällen sollte man sich einfach aufs Feld niederlegen, damit man über seine Umgebung nicht hervorragt; man wird so allerdings gründlich naß und wohl auch schmutzig, abcr die Gefahr ist dann auch ganz wesentlich geringer. Die alljährlich wiederkehrenden zahlreichen Fälle, in denen Menschen oder Bieh aus freiem Felde getötet wurden, sind der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Beobachtung. Der Ansenthalt aus sreiem Felde kann bei Gewittern auch ohne direkten Blitz gesähr lich sein, nämlich durch den sogenannten Rückschlag. Schweben zwei Wolken übereinander und entladet sich die obere zur unteren, so kann die elektrische Spannung zwischen dieser und der Erde plötzlich so stark werden, daß ein Ausgleich stattfindet. Da eine im Freien stehende Person hierfür besonders günstige Bedingungen bietet, so wird er dnrch sie ersolgen, und bisweilen so hestig, daß die Person tot zu Boden sinkt. Wohl am meisten ist bisher die Frage erörtert worden, ob man sich beim Gewitter unter Bäume stellen darf oder nicht nnd welche Banmarten mehr gefährdet sind als andere. Wohl hat man festgestellt, daß Pappeln und dann Eichen öfter vom Blitz getroffen wurden als Nadelhölzer, Ulmen und vor allem Buchen nnd Birnbäume, und deshalb hat man ein Lerslein zum Merken geschmiedet: Bon den Eichen mußt du weiche», Bon den Fichten sollst du fluchten, Doch die Buchen darfst du suchen. Warum aber die eine Baumart mehr dem Blitzschaden ausgesetzt ist als andere, weiß man noch nicht, denn selbst die Meinung, daß hiersür der Oel-gehalt des Holzes maßgebend sei, hat sich zwar Ansehen erworben, wird aber neuerdings wieder stark bezweifelt. Bor allem sollte man bei solche» Untersuchungen feststellen, ob der vom Blitz getros- am 12. Juni und Dr. Urban am 14. In« mit dem Gegenstande. Da war es nun gerade Abgeordneter Dr. Steinwender, der die Re gierungsvorluge, welche am 4. Mai sich noch blos ans den Borschlag einer „amhasten Er-höhung der Bier- und Branntweinsteuer be« schränkte, schärf kritisierte nnd eine ganze Reihe sehr interessanter und zum Teile auch origineller Vorschläge machte, wie man, um dem Beoarfe des Staates zu genügen, auch den Besitz und dl-.s futtd erte Einkommen durch den Ausbau der vorhandenen und Einführung neuer direkter Steuern stärker heranziehen könnte. Abgeord-ucter Dr. Steinwender war es, der damals schon die Tautiemensteuer, die Erhöhung der DividendenstlNer, die Erbschaftssteuer, die AnS-gestaltüng der Persoiialeinkonimensteucr, die so« genannte Iunggefellenftener, die Wertzuwachs-steuer und eine Ausdehnung der Rentensteuer, ferner auch eine Zündhölzchensteuer in Anregung brachte. Er besprach auch die Art und Weise, wie die Regierung deu Ertrag der neue» Steuern aus die Länder auszuteilen gedenkt, er legte die Schwächen und Schäden dieses Boischlage» in drastischer Weise blos und machte zu jedem ein-zelnen Punkt seinen Gegenvorschlag. Die An«-sührungen Steinwenders waren auch von dnrch-schlagendem Erfolge begleitet, denn alle nachher vom Finanzminister eingebrachte», sein Finanz-Programm ergänzenden Stenervorlage» — Erd« sene Baum einzeln stand oder im Berein mit an-deren, und ob er im letzteren Falle höher war als seine Umgebung, endlich auch, ob der Untergrund trocken oder seucht war. Für einen einzelnen Baum ist die Blitzgefahr größer als fiir einen Baum im Walde, ebenso fiir den höheren größer als sür den kleineren und für einen seucht stehenden etwas größer als sür einen, der ans trockenem Boden wächst. Hieraus ergibt sich auch, wie sich der Meusch verhalten soll, wenn er sich schon unter einen Baum flüchtet, was, wie gesagt, am besten vermieden wird. Man stelle sich niemals im Walde unter eine» be-sonders hohen, sondern eher in eine Gruppe kleinerer Bäume, in deren Nähe höhere stehen. Anßerdem bleibe man wenigstens ein bis zwei Nieter vom nassen Stamme entfernt, denn dieser ist ein guter Blitzableiter und darum gefährlich für seine Nach-barschast. Wiederholt kommt es ja vor, daß der Blitz vom Stamme anf nahe Gegenstände über-springt. Ans ähnlichem Grunde vermeide man e«, sich unter einen Baum zu stellen, an dem ein Lei-tnngSdraht vom Telephon oder Telegraphen dicht vorübergeht, weil der Blitz gern in die Stangen einschlägt, oft kilometerweit dem Drahte folgt nnd von diesem an geeigneter Stelle abspringen kann. Weder auf dem Rade noch aus dem Automobil, weder im Wagen »och in der Eisenbahn ist mau vor dem Blitze sicher. Steigt man bei Gewitter im Freien oder im Walde vom Rade oder ans dem Antomobil, so sollte man sich »ichl in ihrer Nähe aushalten, da ja Metall vom Blitze bevorzugt wird. Wird man im Ruder- oder Segelboot vom Gewitter überrascht, so fahre man nicht bloß, um dem Regen oder Sturme zu entgehen, rasch aus Ufer, und zwar möglichst in die Nähe vom Walde, sonder» auch d«S Blitzes wegen; denn aus dem Wasser bilden der Ruderer und der Segelmast den höchsten, also ge-sährlichsten Punkt der Gegend. Aus gleichem Grunde vermeide man beim Gewitter den Ausenthalt auf Deutsche Macht itur r.-i 55 schastssteuer. Dividendensteuer, Tantiemensteuer, Progressiv» der Einkommensteuer und Jung-gesellcnsttuer — decken sich vollständig mit den Steinwcnderschkn Ideen I». Dr. Steinwender ging sogar weiter, nnd brachte einen mit reichem Zifsemmaterial ausgestatteten, selbst au«gear-betteten Initiativantrag im Hanse ein, in wel-chcm er alle seine Steuervorschläge nochmals zusammenfaßte. Abgeordneter Dr. Urberi sprach als Erster den Gedanken au», daß die durch das allgemeine Wahlrecht geäuderten politischen Machtverhaltmsse sich natnrnolwendig auch in einer geänderten Steuerpolitik ausdrücken müssen« ES gehört also grobe UilkenntniS dazu oder e« muß die bewußte Absicht, die T tsachen zu entstellen, vermutet werden, wem» von einer Partei, welche die Sachlage kennen muß, oder wenigstens kennen soll, im strikten Gegensatze zur Wahrheit die eingangs erwähnte Behauptung aufgestellt wird. Der Bellständigkeit halber und um ja nicht in den Verdacht zu komnien, einen Einzelnen hervorheben zu wollen, sondern in der Absicht, die Oeffentlichkeit nicht irreführen zu laffen, seien noch die übrigen deutschbürgerlichen Redner zum Finanzplane aufgezählt, welche sämt-lich der freiheitlichen Partei ngruppe angehören; eö waren die« die Abgeordneten Seidel, Pro sesfor Redlich. Krans und von Stransky, die sich alle in eingehender gründlicher und von hervorragender Sachkenntnis ziugendeu Art und Weist mit dem Probleme beschäftigten. Der Nationatoerband der deutfchsreiheitlichen Parteien hält aber hiemit die Frage der Steuerreform, die für die weitere Gestaltung unserer wirt-schaftlichtn Verhältnisse von entscheidender Be-deutung sein wird, auch vor seinem inneren Forum noch lange nicht für abgeschlossen. 5^hue für Zweck.' deS Wählerfonges in der O.ffent-lichkeit eine unfruchtbare und meist das Urteil nur verwirrende Agitation zu entfalten, werden im Schoße der genannten Parteien ununter-drochen Beratungen über bitfen Gegenstand abgehalten und man ist bemüht, in Wahrung des Aussichtstürmen und auf Bergen, da in Berggipfeln der Blitz sehr häufig einschlägt. Ist eine größere (Gesellschaft bei dem Ausbruch eines Gewitters im Freien oder im Walde vereint, so dränge sie sich nicht zusammen, sondern verstreue sich möglichst, da dann die Gefahr für den einzelnen wesentlich herab-gemindert wird. ES kann nur noch die Frage aufgeworfen ivtrden, vb die Zahl der Todesfälle dnrch Blitz sich gesteigert hat. Diese Frage ist durchaus zu verneinen nnd auch die angebliche Zunahme der Blitzschäden an Gebäuden wird jetzt stark angezweifelt. ES hat sich bisher teilt BeweiSmaterial dafür gefunden, daß jetzt mehr Personen vom Blitze getrosten oder getötet werden als früher. Die Zahl schwankt ganz bedtutend, und zwar zum Teil mit Rücksicht aus die wechselnd« Häufigkeit und Htstigkeit der Gtwitter. zum Teil aber auch mit Rücksicht ans die Eintritts-zeit der Gewitter innerhalb des Jahres. Denn je nachdem die Gewitter häufiger vor, bei oder nach der Ernte eintreten, sind mehr oder weniger Men-scheu aus dem Felde und können getroffen werden. Ju beschränkterem Maße kommen anch die Sommer-serien in Betracht, wo mehr Menschen als sonst sich rm Freien aushalten. _ pie Prophezeiung. Bon Max Brann schweig. Ganz gegen seine Gewohnheit erhob sich der Künstler sehr srüh, vor Tagesanbruch noch, von seinem Lager. Eine unruhige Nacht hatte er hinter sich. Er begann Toilette zu machen. Er verhehlte sich nicht, daß er ein wenig unruhig war und mit-unter zitterte. Er trat vor den Spiegel und erschrak. Ein entfärbtes Gtficht mit unsteten Augen blickte ihn an, wie er zusammengefallen dastand. Und das entsetzliche Gefühl, das ihm die verlorene Nachtruhe gebracht hatte, um am Morgrn^noch lebhafter zu werden, nahm immer mehr zu. wohlverstandenen Interesses der Bevölkerung unter Beüntzung aller zu Gebote steheudeu An-reguuqes aus dem Anslaude eine solche Lösung der Finanzreform zu finden, daß entsprechend den, Parteiprogramme eine möglichst gerechte und vor allem die Tragsähigen treffende Be-listung stattfinde, und daß die in viele» Be-langen unerträglich gewordene Last der weniger steuerkräftigen BolkSelemente gemildert werde. Die Ergebnisse dieser Beratungen und Stndien werden auch bei der parlamentarischen Behand-lung der Finanzreform im Herbste deutlich zu Tage treten. _ Uruiitisrhf Zustände. Der einstige Schreiber der Geschichte deS DeutschnmS im Süden unserer Monarchie wird ge-zwungen sein, die Aera des semitischen Landesprä-sidenten Schwarz besonders schwarz anzustreichen. Seit Jahr und Tag wird maßgebende» orts mit ver-schränkten Armen zugesehen, wie das loyale öfter-reichischgesinnte Deutschtum, dem die Sloveneu alle knltnrellen Errungenschaften verdanken, von den Gegnern bedrängt nnd vernichtet wird. Das Deutschtum, die einzig verläßliche Stütze des Staates zwischen Dran »nd Adria, schreibt die „Ostdeutsche Rundschau") überläßt man nahezu schutzlos der Wnt der sloveuischeu Parteien, die sich, um ihre Popularität auszufrischen, gegenseitig durch Gewalt-taten gegen die Deutschen zu übertrumpfe» suchen. Während die slovenischliberale Partei heute »och mit Befriedigung aus die „Erfolge" der September-tage hinweist, bemüht sich die slovenischklerikale Partei, seit sie die Mehrheit im Landtage hat, die Septembertate» dnrch weitere Dranqsalierungen der Deutschen z» übertreffen. Hierzu zählt die Eutschei-dung in Sachen der doppelsprachtgeu Straßeutaseln zn nnguuste» der Deutschen, Einführung der slove-nischen Anttiernng in alleu Landesämtern, Vermin-dernng der deutschen Vorstellungen im Landestheater nsw. Die neueste Schöpfung der Liberalen, die sloveuischnationale Arbeiterorganisation, an deren Spitze bekannte Hetzer aus dem Gemeinderate stehen, hetzt gegen dentsches kapital nnd deutsche Unternehmungen. Der „Sloveuski Narod" setzt nnbeirrt durch Beschlagnahmen, die allerdings stets zu spät kommen, seine maßlos ausreizende Sprache gegen die Deutschen, gegen das Militär, hauptsächlich aber Der Künstler wollte sich gewaltsam zur Ruhe zwingen. Er versuchte zu pfeifen. Er redete sich Gleichgiltigkeit ein «nd begann laut zn sprechen. „Also heute? Ausgerechnet heute! Der 4. März — Blödsinn! Bin ich ein altes Weib, daß ich an solchen Wahnsinn glaube? Suggestion, nichts weiter als dumme Einbildnng! Dummheit, daran zn denken!" „Die verdammten Nerven," brnmmte er. „Woher nnr? Mir gehts ja gut! — Wenn mir nur nicht dieser hysterische Amerikaner über den Weg gelaufen wäre--" Und der ganze Hergang sällt ihm in allen Einzelheiten ein. Sie waren in fideler Abendgesellschaft ; man trank und lachte, sprach von Kunst nnd tausend anderen Dingeit, bis das Gespräch von ungefähr auf Wahrsagen nnd Prophezeiungen ge-kommen war. Dieser Stoff hielt die leicht erregbaren Gemüter fest. Man stritt dasür und noch mehr da-gegen. Er hörte wieder seine eigenen, knrz hinge-worfenm Worte, die er damals, vor Jahren, als Endurteil in die Unterhaltung Hineinries: „Ich halte jede Prophetenknnst für Wortspielerei mit belanglosen Zusälligkeiten: aus der einen Seite ist Bermeffenheit, ans der anderen Dummheit." „Nun, ich könnte Sie — wie sage ich nnr? ich könnte Sie bekehren. Ich sehe in die Znkunst. Leider!" eutgegnete der Amerikaner. „Leider?" riefen einige. „Ja, leider!" bestätigte der Amerikaner. „Ich habe die Gnade, den Todestag vorauszusagen." „Unmöglich!" rief eS durcheinander. Aber der Künstler war schon auf den Amerikaner zugetreten und fragte, übermütig lachend: .Beim Wort genommen! Wann verlasse ich diese schönste aller Welten?" Eine Pause entstand. Der Amerikaner sah ihn ernst an, richtete den Blick dann ins Leere und ant-wartete tonlos: „Am 4. März 190V." Der Künstler hatte damals ausgelacht, obwohl ihm in jener Sekunde gar nicht lächerlich zu Mute gegen die Krainische Sparkasse sort. Diese Sparkasse, seit 1820 bestehend, ist das größte und stärkste Geldinstitut im Land«, für dessen wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung sie sich dnrch^ freigebigste Förderung der Landwirtschaft und des Schulwesens» um Wissenschaft und Kunst unvergängliche Berdienste erworben hat. Daß sie sich bei Verteilung der Spenden zur Unterstütznng slovenischer Hetzvereine nicht verstehen wollte, konnten ihr die An» Hänger HribarS nicht verzeihen. Obwohl die Krai-nische Sparkasse eine der bestfundierten ist — sie befaß einem Einlegerstande von *55 Millionen Kronen einen Reservefonds von nahezu 9 Millionen — wurde unter Benützung des Umstarides, daß die im Reservefonds erliegenden Papiere wegen der im vor-jährigen allgemeinen Kursrückgänge in der letzten Bilanz um einige hunderttausend Kronen niedriger ausgewiesen waren, arrsgestreut, daß der Reservefonds fortwährend sinke und dab niemand für Verluste hafte, während die vom Bürgermeister Hribar ge gründete slovenische Sparkasse felsenfest dastehe, va doch die Stenerkrait der Stadt Laibach die denkbar beste Bürgschaft biete. Daß die Stadt selbst der Krainischen Sparkasse mehrere Millionen schuldet, nnd daß die Städtische Sparkasse nur über eine Reserve vou kam» einer Million veriügt, wurde verschwiegen, hingegen nicht versäumt, die verlogen ftcit Behauptungen über die Krainische Sparkasse in unzähligen Zeitnngsanssätzcn, Flugschriften und Brandreden in Bersammluugeu zu verbreiten. ^Die allenfalls beschlagnahmte» Schmähaussätze des „Slo veuSki Narod" immunisierte Herr Hribar im Par lamente nnd ließ sie sodann als Broschüre in taufenden Abdrücken verbreiten, obwohl er knrz vor her sehr häufig die reichlichen Geldmittel der >trai-nischen Sparkasse mit Erfolg beansprucht hatte. Slovenische Agenten und Dienstmänner arbeiteten in den Amtsräumen und in den zur Sparkasse führen-den Gasse», um den ansgestörten Einlegern, die vom Lande herbeiströmten auszulauern und sie der slo-venischen Sparkasse zuzutreiben. Diesem beispiellose» Treiben IM die Landes regierung wochenlang tatenlos zugesehen! Auch aus das flache Land wurden Agenten ge-schickt, die unter Vorweisung der beunruhigenden Preßlügen ans Büchel der Krainischen Sparkasse Jagd machten. Die Folge dieser beispiellosen Agi tation war. daß im Lause von etwa nenn Monaten über zwanzig Millionen Kronen behoben wnrden. Davon fiel etwa die Hälste der slovenische» Spar kasse als Beute zu. während die übrigen Millionen in verschiedenen anderen slovenischen Geldinstituten hiuterlgt wurden. Die Krainische Sparkasse ist allen war. Er wollte nur die drückende Stimmung, die plötzlich alle gepackt hatte, fortscheuchen; und außer dem, ein Feigling war er nicht ... Die Jahre ginge» «nd kamen und gingen. Ei hatte sich als Künstler durchgesetzt und Ruhm und Reichtum gesttndeu. In der Tat, er würde vollends glücklich gewesen sein, wenn nicht mitunter dieses unangenehme Ereignis ihm in den Sinn gekommen wäre. Um fern dem ausreibenden Getriebe der Groß stadt zu leben, hatte er sich draußen im Gebirgs wald ein Heim erbaut, wo er seinen künstlerische,! Arbeiten ungestört nachgehen und den Vorschriften seines Arztes ungestört nachleben konnte; der hatte ihn sür den gesündesten Menschen der Welt erklärt. Seiner zeitweise anstretenden Unruhe schämte er sich wohl als aufgeklärter Mann und spöttelte ihrer allein die prophezeienden Worte hatten ihn nnd losgelassen, so sehr sein gesunder Verstand sie zurückwies. Und das letzte Jahr brach an. Der Künstler wurde menschenscheu, ein Sonderling, der nnr an sich dachte. Das lästige Angstgefühl stahl ihm zuerst laugsam, dann schneller die Ruhe, die Ueberleguug, die Kraft. Er zählte die Tage, die ihm von dem 4. März trennten. Der Februar kam. und nur noch -ine Woche schied ihn von dem Termin. Nichts ge-schah, waS ihn dem Tode näher gebracht hätte. Aber wie er diese sieben Tage verlebt hatte, ivnßte er selbst nicht. Als dann der 4. März heraufzog, den er schlaflos erwartete, ohne daß etwas Unglück-liches einbrach, schalt er sich wieder einen Narren. Die Uhr schlug neu«. Das Frühstück stand noch unberührt. Er fürchtete sich plötzlich zu essen, trotz seines Appetites. Ein Bissen könnte ihn ersticken. Er ging in sein Atelier; eS litt ihn nicht dort. Er versuchte zu lesen, langte drei, fünf Bücher herunter, las aber nicht. Die Wohnräume wurden ihm zu enge, die Zimmerlust erdrückte ihn. Er beschloß, seinen üblichen Spaziergang zu machen. Denselben Weg wie immer wählte er und brauchte dieselbe uSmsrli. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. K«»»tagsAeilage der „Deutsche« Wacht" i» Kill«. Die Südinart" erschein! jeden Sonnlaq «IS unenlqeltliche Beilaqe sür die Leser 1 1 Q AU .Deutschen Wach.- SWMi ist .Die Südmart- »ich. tt«M- \ 1e>Ue> Vr 28 Diplomatenränke. Roman von Max Pemberton. <27. Fortsetzung.) Dann kniete sie vor dem Feuer nieder und wärmte ihre erstarrte» Finger, einen Augenblick lang in dieser Atmosphäre von Dunst nnd schlechten Gerüchen er-schaudernd. Die Tatsache, daß die Tür eines Gesäng-nisses sich endlich hinter ihr geschlossen hatte, beunruhigte sie weniger als die gemeine Intrigue, welche sie als Beherrscherin ihres angeblich charakterschwachen Gatten hinstellen wollte. Obgleich sie auf Drohungen und dringende Besehle vorbereitet war, so hatte ein ge-wisse» Vertrauen aus deu schließlichen Triumph der Gerechtigkeit sie bis zu diesem Augenblick anstecht cr-halten. Aber hier, in dieser Zelle, verließ sie die Hoff-nung. Ihr so kurzer Liebestraum war jetzt endgiltig erledigt. Sie sah sich selbst aus der Welt ausgestoßen, um ewig dem Manne nachzutrauern, ohne den das Leben sür sie keine Bedeutung mehr hatte. Als sie end-lich ausstand, lag die Blässe des Todes aus ihrem Ge-sicht, nnd ihre Augen waren so geblendet, daß sie kaum das Papier finden konnte. Schwer sank sie in den Stuhl. Wa« sollte sie schreiben? Was sollte ihre Antwort sein sür den, der vor erst sieben Monaten sie in London aus dem Elend herausgezogen hatte, nnr um sie sür diesen Kummer auszubewahren? Hätte doch damals das Ende sie erreicht'. Besser die Erniedrigung nnd die Armut als diese Visionen des Glückes und nachher diese überwältigenden Stunden des Schmerzes! Wie leicht hätte das Schicksal ihr das alles ersparen können, statt jetzt sie sür ihr kurzes Glück den Becher des Un-glücks bis zur Neige leeren zu lassen! Wenn sie nur wenigstens zusammen vor den Richtern hätten stehen »nd ihr Urteil vernehmen können! Aber sie wußte, der Wunsch war vergebens. Berzweiselnd rang sie die Hände. Und als auch noch der furchtbare Gedanke in ihr anfsticg, daß vielleicht ein Lebewohl auf ewig zwischen ihnen gesprochen worden war, da verlor sie ganz ihre Fassung und brach, das Herz zerknirscht von tiesem Weh, in lautes Schluchzen aus. Die Minuten schlichen langsam dahin, ohne daß der Lärm von der Stadt her oder sonst irgend ein Laut in das Gefängnis drang. Esther konnte ihr eige-ueS Herz schlagen hören, als sie endlich die Feder aus-nahm. Wie sollte sie Lavier antworten? Sollte sie ihm erklären, daß ihr Gatte auf den Gerechtigkeitssinn seiner LandSleute rechne? Sollte sie ihn verteidigen, oder war der kühne Trotz, Drohung gegen Drohung die tapferere Lösung? Der geschickte Kniff, durch den sie jetzt zur Antwort gezwungen wurde, durfte durchaus »icht un-terfchätzt werden. Sie sah voraus, daß dieses Papier gegen den Mau» gebraucht werden sollte, den man vernichten wollte. Hätte sie nur einen Freund in Eadi gehabt, dann hätte man Nachricht nach Paris und an die französische Regierung senden können! Aber sie wußte, sie hatte keinen hier — niemals war sie so allein gewesen! Die Feder zitterte in ihren Fingern, aber sie schrieb nicht, sie war entschlossen, nicht zu anworten. So fand sie Colonel Varez vor, als er zur festgesetzten Zeit hereinkam. Er hatte das nicht erwartet, denn wie viele in der Stadt glaubte auch er, daß sie eiueAben« teureriu wäre «nd sich für Geld verlausen würde. „Ich furchte, Sie verstehen mich nicht, Diadame," sagte er. „der Graf wartet auf die Antwort." Sie stand aus, und all ihren Mut znsammen-nehmend, deutete sie auf das Papier. „Dort ist sie, Herr Oberst." Er machte ihr keinen Vorwurs. Vollständige Ueber-raschung hatte ihn ergriffen. Er faltete das Papier nachdenklich und genau zusammen. „Madame," sagte er endlich, „sind Sie sich be-wußt, was das bedeutet?" „Allerdings, Herr Oberst." s „Wissen Sie, daß ich Ihre» Gatten Todesurteil in der Hand halte?" Sie zuckte nicht. „Ich weiß es." sagte sie. Er trat einen Schritt vorwärts nnd brachte die Hand salutierend an die Mütze: „Meine Hochachtung der tapscren Frau!" Ihre Lippen zuckten, aber sie entgegnete nichts, sondern blickte ernst nnd sest ihm in die Angen. Indes kaum hatte er das Zimmer verlassen, da war eS mit ihrer Fassung vorbei: sie sank zusammen «nd brach in einen Strom von Träne« aus. 20. Kapitel. Colonel Varez brachte Esthers Botschaft «m sieben Uhr in das Ministerium, und um acht Uhr betrat ein Soldat mit Kaffee und Brot ihre Zelle. Sie war dankbar sür die Nahrung, die man ihr bot. Der Kum-mer hatte sie schwach und stumpf gemacht, uud als der erste leidenschaftliche Schmerz vorüber war/ saß sie eine volle Stunde da, ohne an ihre Umgebung zu denken und an das, was diese bedeutete. „Der Kaffee ist gut, Madame, aber das Brot ist schlecht." sagte der Mann, „ich will mit dem Koch sprechen nnd dafür sorgen, daß Sie morgen besseres erhalten. Mutter GuanareS wird bald heraufkomme«, und dann wird sie für Ihre Bequemlichkeit sorgen. Ihr Schlafzimmer ist hier hinter dieser kleinen Treppe; wenn Sie wissen wollen, was im Rathause vorgeht, brauchen Sie bloß aus Ihrem Fenster hinansznsehe«. Man sagt, der Prinz wird dorthin gebracht werden — Gott verhüte es." Es war ein munterer Bursche, der, obwohl er den Umstand kannte, daß die Engländerin Gesangene in demIBartisantnrme geworden war, doch Unwissenheit heuchelte und schwatzte, als wenn heute ein Festtag wäre, an dessen Freuden er teilnehmen könnte. „Das erste, was ich tue." sagte er, „wenn ich in ein Haus komme, ist, aus dem Fenster hiuauszublicken, man kann nicht wissen, was passiert. Wenn Sie, bitte, sich dorthin stellen, sehen Sie alles so gut wie die, die dabei sind. Wir werden Unruhen haben, und jemand wird getötet werden. Man sagt, eS seien ^000 Garden aus dem Platze. Ich weiß nicht ob das stimmt — ick habe sie nicht gezählt — aber Sie können alles sehen, wenn Sie dasür Interesse haben." Esther trat sogleich an das Fenster und hatte in der Tat von hier aus einen freien Blick auf den Platz vor dem Rathause und aus die Menge, die sich bereits dort versammelte, und sie wundert sich, daß die Neu-gierde sie nicht schon vorher donhin getrieben hatte. Obgleich die Szene weit entfernt war, so entging ihr doch nicht das geringste Detail. Jede« Fenster, jedes Dach, jeder Baum, jede Mau« uud jeder Brunnen trug seinen Teil zn diesem Bilde bei, das malerisch uud fremdartig erschien. DaS Farbenspiel, >aS sich dem Auge bot, entsprach vollkommen dem Ge-fühl eines südländischen Volkes. Flaggen, Banner und bunte Teppiche schmückten die weißen Fassaden der luftigen Bauten. Die Stufen des Rathauses waren grün angestrichen, wozn das Dnnkelrot der Kleidung der Richter und die weißen Uniformen der Garde einen schönen Kontrast bildeten. Die Menge selbst bewegte sich hin nnd her wie ein schimmerndes Feld reisen Getreides, und plötzlich entstehender, abcr sich schnell wieder legender Tumult zeigte die verborgene Leiden-schast der Parteien. Die Gendarmen waren überall, bald beschwichtigend, bald wieder drohend und das Volk mit den Scheiden ihrer Säbel zurückdrängend. Alles schien zu warte» aus eine Gestalt, die notwendig war sür die Aufführung des Schauspiels, uud Esther wußte, daß das nur ihr Gatte sein konnte. Sie brauchte nicht besonderen Perstand, nm einzusehen, daß sie hier gerade in dieses Zimmer gebracht worden war, damit sie Zu-schauerin von Arthurs Demütigung sein konnte. Dieser gemeine Akt erregte ihren gerechten Zorn, und sie beschloß, iu nichts nachzugeben, nnd sich vom Fenster zurückziehend, nahm sie Platz am Tisch, trank ihren Kaffe, aß dazu das schlechte Brot und verschloß ihre Ohren vor den verhängnisschweren Rufen. Die Glocken der Kathedrale, die dumpf an den Wällen widerhallten, verkündeten die elfte Stunde, be-vor EstherS kurze Ruhe zu Ende war. Wenn sie über-Haupt irgend einen Trost empfinden konnte, so war es der, daß die Prüfung schnell vorbei sein werde. Sie vernivchte klar alles im Geiste zu sehen — den trübe erleuchteten Hos, die schimmernden Uniformen, die roten Roben, die ernsten Gestalten — und gegen diese ganze Nation ein einzelner Mann — Arthur gauz allein. Sie stellte sich des Gatten Anftreten vor. Sie war sicher, daß er tapfer sich zeigen, daß er zornig ans die Lügen antworten und die schlauen Berschwör»ngSkü»ste mit Gleichgiltigkeit strafen würde. Als plötzlich eine BeisallSsalve des Applauses von dem Platze her irgend ein großes Ereignis ankündete, vergaß sie ihren Ent-schlnß und lies ans Fenster in dem Glauben, daß das Ende gekommen sei. Aber die Szene war unverändert und die Volksmenge wen« möglich noch dichter, wäh-rend das Beisallrnsen ebenso plötzlich aushörte, wie es entstanden war. Esther kehrte zum Kamin zurück und zog, in die brennenden Holzscheite starrend, den Stuhl näher heran. Jahre schienen ihr vergangen, bevor der lustige Soldat zurückkehrte, voll von den Ereignissen des Morgens. Sie befragte ihn eifrig und vergaß in dem Wunsch«, s alles zu erfahren, ganz ihr würdevolles Auftreten. Er erwiderte bereitwillig, denn er war stolz aus sein Wissen. Der Fürst, erzählte er, hätte sich prächtig gehalten, sein Erscheinen in den Straßen gefiel dem Volk. Die Priester waren ans seiner Seite, die Bonrgeosie aber gegen ihn. Seine Richter empfingen ihre Befehle vom Grafen Montalvan, und daher wäre ihnen nicht zu trauen. DeS Prinzen Antwort hätte sie außerordentlich in Verlegenheit! gesetzt. Man beschuldigte ihn, Geld von der französischen Regierung empfangen und Intri-gnen mit den Karlisten getrieben zu haben. Besonders hätten sie auch Gewicht gelegt aus die Anklage des Verrates: er hätte Cadi an Frankreich gegen ein Kommando in der französischen Armee und gegen die Sicherstellung eines fürstlichen Einkommens verkauft. Von den ganz persönlichen Borwürsen wagte dieser brave Bursche in seinem natürlichen Menschenverstand nichts zu sagen. Er erzählte Esther nicht, daß ihr eigener Name die Menge zu einem WutauSbruch veranlaßt und man von ihr gesprochen hätte, als stände sie im Solde der französischen Regierung, und daß man sie als eine weltbekannte Abenteuerin hingestellt hatte, durch deren Intriguen der Fürst für England gewonnen werden sollte. Warum sollte er sie auch be-trüben? Er glaubte, sie würde schon Kummer genug zu erdulden haben. „Mutter Guanares ist in der Küche," bemerkte er zum Schluß, .„ich verspreche Ihnen etwas Gutes zum Frühstück. Der Wein im Keller hier ist alt. Wir wollen aus des Fürsten Gesundheit trinken. Er wird sie schon alle schlagen — ganz sicher! Er hat die Zunge am rechten Fleck und wird sie gebrauchen!" Esther dankte ihm sür seine Ergebenheit, obgleich sie sein Vertrauen nicht teilen konnte. Als er ihr ein ausgezeichnetes Frühstück gebracht hatte, versuchte sie zu essen, abcr eS ging doch nicht; die unerträgliche Spannung hatte sie zu nervös gemacht. Der Gerichtshof sprach sein Urteil um fünf Uhr nachmittags aus. und fünf Minuten später meldete donnerartiges Stimmengetöse auf dem großen Platze der einsamen Gefangenen, daß die Entscheidung gefallen war. Zuerst glaubte Esther, daß diese Triumphrufe der Freude über die Freisprechung deS Fürsten galten, und mit klopsendem Herzen aufstehend, ging sie an das Fenster und blickte noch einmal auf die stürmische Szene hinunter. Es war dunkel und auf dem Platze brannten Lichter. Mächtige Bogenlampen warfen ihre bleichen Strahlen auf die hin- und herwogende Men-fchenmenge, und aus dem Rathause selbst eilte ununter-Krochen ein Strom von Soldaten und Bürgern heraus. An jeder Ecke, an allen Torwegen, selbst an den Fen-stern der Häuser sprachen die Männer miteinander und berieten die wichtige Nachricht. Indessen drängten die Soldaten ihre Pjerde dnrch die dichten Reihen nnd be-gannen das Volk nach Hause zu treiben. Leidenschaft belebte die Szene, aber niemand sprach das Wort, welches der einsamen Gestalt am Schloßfenster das Geschenk des Lebens oder Todes bringen mußte. Ob-gleich sie ihre brennenden Augen dicht an die schmutzigen Scheiben drückte und aufmerksam auf dieses Stimmen-gewirr hörte, so wurde doch die furchtbare Qual des Zweifels nicht zerstreut. War Arthur schuldig oder un-schuldig — ein freier Mann oder ein Gefangener? Verurteilt oder mit Beifall ausgenommen? Vergebliche Hoffnung! Aus jedes Hundert von Stimmen, das seinen Namen laut tönend rief, jauchzte» fünfhundert dem Grafen von Montalvan zu und forderten ihn aus, sich zu zeigen. Wagen nach Wagen suhr im Galopp durch die dichten Reihen hindurch. Aber m keiner derselben war irgend ein Antlitz, das den AnSfall der Verhandlung erzählte, und so kam allmählich in Esther die Be-sürchtung auf: „Er ist verdammt und verurteilt!" Und von diesem Moment an blickte sie nicht mehr aus die bewegten Szenen aus dem Rathansplatz, sondern fiel aus die Knie und betete um deS Geliebten Leben. Stunden vergingen und noch immer lag sie nnbe-weglich da. Die ausgeregte Einbildung sührte ihr von neuem die furchtbare Geschichte des TageS vor und ergänzte das traurige Bild. Sie erblickte den von Men-schen dichtgesüllten Hos, sie sah die ernsten Gesichter der Richter nnd die geliebte Gestalt aus der Richter-bauk. Sie hörte die Musik seiner Stimme und dann die einförmige Rede des Richters nnd schließlich das Urteil: „Schuldig!" Und von neuem begann sie zu beten. Aber sie vermochte nicht ruhig beim Gebete zu verharren, sondern oft unterbrach sie die stammen Bitten an den Herrn der Welten und rief schluchzend aus: „Torheit! Torheit! Es ist nicht wahr! Er ist stei!" (Fortsetzung folgt.) 4 Bekehrendes, praktisches, Keiteres etc. Erheiterung durch Tränen. Die Wolken zieh'n herüber. So dicht gtdrängt und grau. Und trüber, immer trüber Wird rings des Himmel» Blau. Und du, wie ist entflogen Dir alle Heiterkeit, Die Seele überzogen Bon unnennbarem Leid? Die Wolken strömen nieder. Wie blau der Himmel scheint! Wie heiter bist du wieder! Hast du vielleicht geweint? Karl Joh. PH. Spitta. Beim schönsten Hoffen das Kreuz wird quer, Da hinken sie schwer und da jammern sie sehr. Ja, das Wetter hat seine Tücken, Müßt zur Unzeit Euch nimmer bücken! Karl Pröll. - Moldkörnrr. Ganz sachte schleicht hin die Welle Dort zwischen Schils und Rohr; Allmählich versumpfet die Stelle. Die Froschvolk zum Laichen erkor. Und bald die Frösche quaken Ein herrlich Verföhnungs-Konzert — Den Wand'rer stechen die Schnaken, Und Beulen sind ihm beschert. Die Weide mit gutem Mute Ausharret und wartet aus Lohn. Bon ihr bricht ein Knabe die Rute Der sanstdeutschen Opposition. Karl Pröll. O Sie hatten gesundes Mark Und waren auch muskelstark, Besaßen gerade Glieder. Da bückten sie sich nieder, AIS schelmisch der Ausgleich vorüber-ging, Bersöhnungswind sich zu drehen anfing. Nun spürten sie plötzlich zu ihrem Verdruß Den schmerzenden, lähmenden Hexen. schuß. Wann wird Milch sauer? Diese wegen der Bedeutung der Milch als menschliches Nahrungsmittel prak-tisch sehr wichtige Frage ist eingehend geprüst «vordeu, und man gelangte dabei zu dem sicher interessanten Resultat, daß die Milch immer sauer ist. Auch in der normalen, srisch gemolkenen Milch ist stets ein bestimmter Betrag von Säure vor-Handen, und wenn diese normale Säure fehlt, dann ist die Milch nicht richtig nahrhast und bekömmlich. Was man im gcivöhnlichen Leben unter sauer gewordener Milch ver. steht, ist sreilich etwas ganz anderes, als die normale saure Milch. Bei der sauer geivordenei» Milch ist nämlich ein Teil des in ihr enthaltene» Zuckers, der gerade sür ihre Nahr-hastigkeit von der «vefentlichste» Be-deutuug ist, in Milchsäure »mge-wandelt; es liegt aus der .Hand, daß eine Milch, die ihres «vertvollsten Nährbestandteils zum große» Teil beraubt ist, viel weniger nütze«« und nähren kann, als diejenige, die wir als süße Milch zn bezeichnen pflegen; natürlich ist sie umso weniger wert, je mehr Milchz««cker durch GärungS-Vorgänge in Milchsäure übergesührt ist. Dagegen ist der Zuckergehalt der Milch von der normalen Säure, die in der guten, frischen Milch vor-kommen muß. völlig unabhängig. Die Welt von he««te. „Warum hat denn Ella ihre Verlobung mit Herrn von Launitz gelöst?" —w»ie ist gewissenhast! Sie sürchtet. sie könnte ihren Mann nicht standeSge-mäß erhalten!" Ironie. „Wer ist denn der Herr da im zweiten Stock, der immer mit seiner Frau streitet und einen solchen Mordsskandal im Hause macht?!" — „Das ist der Präsident des Antilärmvereines!" Der schlaue Wirt. „Warum borgen Sie denn dem Herrn Pro-sessor immer nur zerrissene Schirme, Herr Wirt?" — „Sehr einsach — am andern Tag hat der Professor gewöhnlich vergessen, daß der Schirm nur geborgt ist und läßt ihn reparieren ; wenn dies geschehen ist, ver-lange ich meine» Schirm zurück!" Eins uach dem ander««. Wirt (zum neuen Kellner): „Immer srcundlich »nd liebenswürdig sein. Bedienen Sie fli««k, antworten Sie knrz, betrage«, Sie sich wie ein Gentleman», — «lud nehmen Sie den Daumen aus der Suppe." Sehr gefährlich. Sie:„Aber, bester Fred, wie kan««st du nur in solch schäbigem Anzug kommen, wenn du Papa ««m meine Hand bitte» willst?" — Er: „Ach. Schatz, mir ist schon einmal ein neuer Anzug dabei ruiniert worden." Ein interessanter Fall. Frau: „Denke dir. Fritz, drüben in das Pensionat ist eben ein Kinderwagen gebracht worden!" — Mann: „Ich weiß: die Vorsteherin hat ihn in der Lotterie gewonnen!" — Frau (enttäuscht) : .Ach so ? .. . ich wollte schon ein Kaffeekränzchen einberusen!" Nummer 5b an sie gestellten Anforderungen pünktlich nachge-kommen; der Einlagenstand beträgt heute etwa 45 Millionen mit 9 Millionen Reserven, was einer zwanzigprozentigen Deckung entspricht. Der Ansturm der beutcgierigen Gegner ivnrde glänzend abge-schlagen. Fester als je steht heute die Krainische Sparkasse da, so sest, daß in der vor zwei Wochen stattgehabten Hauptversammlung der Beschluß ge-saßt wurde, fiir die bis 1. $»li l. I. verbliebenen Einlagen den ZinSsuß um ein Viertel vom Hundert, somit ans 4>L5 Prozent zu erhöhen. Wie wirhören, soll die windische Städtische Sparkasse nunmehr den gleichen Beschluß gefaßt haben, abcr mit einer sehr einschneidenden Beschränkung. Den Ausschlag von einem Viertel sollen nämlich nicht alle Einleger ohne Ausnahme bekomme», sondern mir jene, die es aus-drücklich verlangen? Wir sind begierig, wie sich die Staatsbehörde zu dieser sonderbaren Maßnahme stellt. Sehr bezeichnend ist der Umstand, daß die amtliche „Laibacher-Zeitung" bei Veröffentlichung des Beschlusses der slovenische» Sparkasse die vorerwähute Beschräu-kungsklansel verschwiegen hat. In dem geschilderten Kampfe hat sich die Ge» meinheit und Niedertracht der Slaven im grellsten Lichte gezeigt. Wir haben aber ebenso gesehen, wie die staatliche Behörde, anstatt revolutionäre Bewe-gnnge» rechtzeitig durch energisches Eingreifen im Keime zu ersticken, die Anschläge der Slovenen dnrch Untätigkeit gefördert hat! Bei der jüngsten schweren Krise hat sich die staatSerhaltende Stellung deS Deutschtums im Süden unserer Monarchie neuerlich erwiesen. Dessenungeachtet ist alles beim Alten ge« blieben. Die Herren Hribar und Schustersitz welteisern nach wie vor in gegen die Deutschen gerich-teten Anschlägen und der mutige Laudesches erfreut sich hierbei der besten Gesundheit! Man spricht immer von den wichtigen Borposten, den die Deut-schen in Krain aus der Straße «ach der Adria innehaben. Gut! Aber ein Vorposten kann sich auf die Dauer nicht halten, wenn er von seiner Haupt-mippe im Stiche gelassen wird. Daran wollen wir unsere Stammesgenossen »nd nicht in letzter Linie unsere Volksvertreter am Schlüsse unserer Aussüh-ruugen nachdrücklichst erinnern. Politischesiundschau. Abgeordnetenhaus. In der Sitzung vom 7. Juli wurde die Ver-Handlung über den Dringlichkeilantrag Metelka be-■ treffend die tschechischen MinorilälSschulen fortgesetzt. Zeit wie sonst daz». Die Luft tat ihm wohl; die Sonnenstrahlen, unter denen der Schnee an den Bergabhängen schmolz, belebte ihn: das Selbstver-tränen und die Lebenssreudigkeit wuchsen, so daß er über sich selbst mitleidig lächeln mußte. Er nannte sich in seinem wiedergewonnenen Krastgesühl einen alten Esel. Vergnügt, wie lange nicht, kam er nach Hause und befahl ein ausgiebiges Mittagessen. Er war hungrig »nd sah das bei seinem Seelenzustand na-türlich für ein willkommenes Zeiche» vo» Besserung an. Die Speisen »„»ideten ihm vorzüglich. Jene beschauliche Stimmung, die uns nach guter Mahl-zeit bei einer gnten Zigarre anwandelt nnd die uns in einen Zustand von Wnnschlosigkeit und Träumerei versetz«, ließ trübe Gedauken in ihm gar nicht auf-kommen; er dachte nnr an die Köstlichkeit der Gegen-wart. Er betrachtete kann, de» helle» Ton der HauS-glocke, die eben schellte. Ein Bettelweib bat um Almosen. Ein Diener gab ihr ein Geldstück. Bald darans läutete es abermals, es war der Briefträger. Ihn störte nichts in seiner satten Ruhe. Selbst sür den Brief, den er erhielt, fand er kein Interesse. Er bestellte den schwarzen Kaffee, indeni er eine neue Zigarre anzündete. Nachlässig erbrach er den Brief. Der war sehr knrz und machte ihn plötz-lich «blaffen. .Mein Herr, verzeihen Sie eine Tor-heit Ihrem ergebenen John Whrit." Das war alles, genug, ihn ans der Fassung zu bringen. Maßloser Haß und ohnmächtige Wut gegen den Absender packten ihn, der sich bis znr Stunde nicht um den Amerikaner sonderlich weiter gekümmert hatte. „Ehrloser Wicht! Dünkelhafter Prahler!" schrie der Künstler auf. „Ich sterbe»? A» der Prophezeiung? Narr! — Du Narr!" Er wendete sich nnvermittelt der Standuhr zu; unbewußt, instinktiv wollte er aus die Uhr schauen. ES ging aus drei Uhr. „Noch neuen Stunden!" murmelt er wie ab- Deutsche Wacht Abgeordneter Korosee beginnt seine Rede in slovenischer Sprache. Deutsch fort fahr end, be-spricht Redner die Schulveihältnisse in Steiermark und dem Küstenlande. Zu Untersteiermark wird in Gemeinden, wo die Slovenen sehr starke Minoritäten, ja selbst die Majorität haben, die Errichtung slove-nischer Volksschule» verweigert. Eine halbe Million Sloven» hat keine Mi'llelschule, keine Lehrerbildungs-anstalt. Abgeordneter Waftian: Ueber die Marburger Lehrerbildungsanstalt zu klagen haben sie gewiß keine Ursache! Auch über das Marburger Gymnasium nicht! Sie dienen ja nur Ihren Zwecken l An der ganzen Lehrerbildungsanstalt in Marburg ist nur ein einziger deutscher Professor! Abgeordneter Dr. Koiosec: An der Lchreibil-dungsanstalt sind ja deutsche Kräfte nicht verwend-bar. Nach dem Organisalionsstatule solle» an Lehrer-dildungSanstalle», an welchen Lehrer sür zwei Lan-deSsprachcn heiangebildet weiden, anch die Professoren beider Landessprachen mächtig sein. (Rufe bei den Slovenen: Hört! Hört! Das ist nicht zu widerlegen !) Abgeordneter Wastian: Es ist schon zu widerlegen ! Aber dazu bedarf eS einer Rede! Das läßt sich nicht in Zwischenrufen abtun! Abgeordneter Dr. Korosee: Sie können ja einen längeren Zwischenruf machen! (Heiterkeit.) Abgeordneter Wastian: Ich werde doch nicht Ihre Obstruktion unterstützen ! (Neuerliche Heiterkeit.) Abgeordneter Dr. Koro'ec vertritt die Förde-rung der Schaffung einer slovenischen LehrerbildungS-anstalt zur Heranbildung der Lehrkräfte für die slovenischen Volksschule« in Untersteiermark. Abgeordneter Gostinöar: Für uns existiere» die Rechte nicht! Wir haben längst den Glauben an die Rechte, an die Regierung, an das HauS verloren! Vizepräsident Dr. Ritter von Starzynski er-sucht, de» Redner nicht zu unterbreche». (Fortgesetzte lebhaste Zwischenruse seitens des Abg. Gostincar.) Abgeordneter Biankini: Aber der Friede ist ja schon geschlossen! Abgeordneter Dr. Benkovit: Wir glauben auch an deu Friede» nicht! Das wird ein sauberer Frie-den sein? Abgeordneter Dr. KoroZec bespricht sodann die Verhältnisse an der Uebnngs- uud LehrerbildungS-anstalt in Görz. Die Slovenen finden in Oesterreich kein Recht. Wenn diesem Zustande nicht Einhalt getan wird, dann werden die slovenischen Abgeord-nelen ihre scharfe Opposition gegen die Regierung weiterführe». (Lebhafter Beifall bei den Sloven.) Abgeordneter Velich beginnt seine Rede in tsche- wesend. „Noch neun Stunden und zwanzig Minuten! Elend kriecht die Zeit, elend langsam. — Nicht langsamer als gestern! — Ich bin nur auf-geregt. — Diese waschlappige» Nerven! Und wo-her? Woher? Weil irgend ein Mensch mir . . .? Kinderei! Unsinn! Verrücktheit!* Er stürzte deu Kaffee hinunter und schien etwas ruhiger geworden zu sei». Unwillkürlich ordnete er hier nnd dort etwas. Die kleinste Zerstreuung glättete seine Sinne. Er gewann wieder die Herr-schast über sich. Beinahe übergangslos geschah das. Und dabei rückte der Zeiger immer weiter vor. Es dämmerte bereits. Für ein paar Minuten ließ er sich im Sessel nieder. Erinnerung und Hoffnung erfüllten ihn. Etwas, was es war, wußte er nicht, legte sich bleiern auf feine Brust, anfänglich zögernd, danu schwerer uud maisiger. Das nahm ihm den Atem und lähmte ihn. Jetzt hatte ihn Todesfurcht wirklich überfallen. Er wartete aus die erste« Schauer des Sterbens. Und dann faltete er die Hände ganz »»will-kürlich, um zu beten. Er hatte lange, lange nicht so heiß gebetet. Das verlieh ihm Trost, die läh-mende Furcht wich. Die iueinandergepreßten Finger verursachlen ihm einen kleinen Schmerz, der ihn mit belebendem Zauber erfüllte. Die Kraft feines Körpers empfand er an sich selbst wie einen Beweis seiner Lebenszuversicht. In nichts unterschied sich dieser vermaledeite 4. März von anderen Tagen. „JuS Bockshorn hab« ich mich jagen lassen," sprach er zu sich. „Nur Ruhe, Willenskraft muß man haben!" Ja, ja, Willenskraft, Energie! . . . ES schlägt?! — Eins — zwei — fünf — neun — zehn — elf, Gott sei Dank! . . . Na, die eine letzte Stunde wird auch vorübergehen!" Halb zwöls .... Die Hoffnung zum Leben gönnte dem Furcht-gedanken ans Sterben kaum mehr Platz. Der Künstler Seite 8 chischer Sprache und deutsch fortfahrend, tritt Red-ner für die Errichtung tschechischer Schule» in Wien und Niederösterreich ein. Während die Regierung mit alle» Mittel« die deutsche» Volksschule» unter» stütze, weigere sie sich, der aus Nationalspeudeii er-baute» KomenSknschiile das OeffentlichkeitSrecht zu erteilen. Der Komcnski)>Verein hat im Borjahre in der rein tschechischen Gemeinde Unterthemenall in Niederösterreich eine Volksschule errichtet, und trotz-dem diese Schnle in einem völlig entsprechenden Gebäude untergebracht würde, hat der LandeSschul-rat die Schließung der Schnle aus hygienischen Gründen angeordnet. (Hört! Hört!) Abgeordneier Josef Slama : Das ist eine Frech-heit sondergleichen! Eine Gemeinheit! Abgeordneter Dr. Velich: In ähnlicher Weise wird dieser Verein mit der im 3. Bezilke in Wien bestehenden Volksschule schikaniert. Hand in Hand mit dem Landesschulrat geht der Wiener Gemeinde-rat. der sich weigert, für den Schnlbau ini 3. Be-zirke die Baulinie zu bestimmen. Für deu nieder« österreichischen Landlag hat Dr. Geßmann ein Forlbil-dungsschnlgesetz ausgearbeitet, in dem die deutsche Sprache als Unterrichls'prache festgelegt wuide Zum erstenmal hat es die Regierung gewagt, ein derarli-grs Gesetz der Sanktion ;u unterbreiten. Abgeordneter Gostincar beginnt feine Aussüh» rungen in slovenischer Sprache. Deutsch sortfahrend wendete er sich gegen die Bemerkung des Abgeord-neten Seliger, daß die Industrie und die Arbeiter» schaft durch die Obstrnklionsparteie» geschädigt würden. Ueber Antiag des Abgeordneten Nem.c wird die Debatle geschlossen. Zu Go eralrednern werde,» gewählt pro Kunicti, kontra Hyrs Die Verhandlung wurde abgebrochen. Slovenen und Italiener. Nach Schluß der vorgestrige» Sitzung des Ab-geordueteuhauses fand im Klublokale der italienische» Abgeordnete« eine gemeinsame Beratung der ita-lieuischen Abgeordneten und der Slovenen aus Trieft, Görz uud Iftrieu statt. Die Verhandlungssprache war italienisch. ES handelte sich hauptsächlich um die Schulsrageu in Triest, aus welchem Gebiete die Sloveueu gewisse Konzessioucn verlange». Die italienischen Abgeordneten werde» sich nunmehr mit ihren Kounationalen in Trieft ins Eiuvernchmeu setze», um diesen deu meritorischeu Inhalt der meri-torischen Aussprache bekanntzugeben. Ueber die Be-ratnngen wurde ein Eommuuique ausgegeben, in dem erklärt wird, die Beratung vorläufig als streng vertraulich und unverbindlich zu betrachten. verlor sich in der Trunkenheit des Siegers, der selbst de» Tod znrückznschlagen vermochte. Dreiviertel zwölf . . . Ah, das wilde Verlange» »ach Licht, Luft, Leben! Noch fünfzehn Min»ten — dann fetzt für ihn ein neues Lebe» ein. Dieser Gedanke, der von unzähligen Vorsätzen zu großartigen Werken be-gleitet ist. wird aus der sieghaften Glückseligkeit ge-boren, die ihn durchrast. Er vermag nicht mehr zu hoffen; er hat ja die Sicherheit, daß er auch deu morgige» und den nächsten Tag und die folgenden Tage, daß er Jahre leben werd«. Das verteuselt schöne Leben mit seinen nichtigen Köstlichkeiten . . . Zehn Minuten fehlen noch . . . No. Ad Schi einer: „Von Gluk bis R. Wagncr," Potpourri: a) Gluk: Ouverture zu „Armidc b) Hayd»: „Symphonie." e) Mozart: „Don Juan." d) Bcelbovcn: „Symphonie." e) Weber: „Freischütz." t) Mendelssohn: ..HochzeilSinarsch " x) Schudelt: „Ständchnr." t>)R. Wagner: „Rieiizi." 7. F>.suppe: Ouverture zu „CanncbaS". 8. O. «lrauß: „Tiralala, Walzer nach Moiiveu der Operette ..Der lapfere Soldat". 9. u) E. Humperdink: „Oft sinn ich hin und wieder." Lied. >>) Buchwald: „Alt Heidelberg/' Sensation«-marsch. 10 ») K. »omzak: ..Fürs Herz und Ge-müt," Potpourri, i») I. B. Sansa: ^Dic Post von Wahsington." amerikanischer Marsch. Bürgerliche Schützengesellschaft Cilli. Anläßlich des Sonntag den II. Juli stattfindenden EröffnungSschießen deS Hrastnigger Schützen-vereinest findet auf der bürgerlichen Sch'cßstätte kein Schießen stall. Die Herren Milglieder werde» ersucht, sich am Schieße» in Hrastnigg recht zahlreich zu be-teiligen Abfahrt von Cilli halb 1 Uhr mittags, Rückkunft halb 10 Uhr abends. gum Sängerfeste ist nachzulragen. daß ,ich unter den Damen die sich auf der Festwiese verdient machte-, auch Fräulein Elsa ® k l (ftortanboltbube) und Miji Pelle befanden und hervorragend milwirkten. Weiler» tragen wir nach, daß d?r Gesangverem in Pota dem Jube>vereine ,wei prachtvolle. in Silber ausgeführte Reliefiilder. »wei Barken mit vollen Segeln darstellend spendete, und unler den „alten Herren auch Steueroberverwaller Herr Friedrich Schmidt begrüßt wurde Wir können nicht umhin ncchmal« an dieser Stelle unseren wackeren deutschen Frauen und Mädchen, deren opferfreudigen Bemühungen da« schöne Gelingen de» Feste« ,u danken ist, den wärmsten Dank im Namen de« Iubelvrreine« und der deutschen Bevölke-rung Cilli« auSzuiprechen. In Kürze wird «ine Stach' frier »u Ehren derselben stattfinden. wozu die Sin-ladungen demnächst ergehen werden. SchulschlutzfeierlichKeiten. *m Donnerstag fand der Schulschluß an de» städtischen Schulen in Cilli i» festlicher uud erhebender Weife statt. Die Schüler und Schülerinnen v.'rfammelten sich um 8 Uhr in der deutschen Kirche, wo ein DankgolteS-dienst abgehalten wurde. Hieraus begaben sich die Schüler und Schülerinnen in ihre Schulräumlichkeiten zurück. Die Schüler der KnabenvolkSfchule mar-schirrten dann unter Borantritt der MusikvereinSkapelle über drii Kaiser Josef-Platz in die Grabengaffe, woselbst vor dem Mädchenschulgebäude die Mädchen-volkSfchnle. die Mädchenbürgerschule, die Mädchen-Handelsschule und die Hausfrauenschule sich an-schloss?» und unter klingendem Spiel zog dann die Schuljugend in daS Deutsch- HauS. woselbst dann im sestlich geschmückten großen Saale die eigentliche Feier stattfand. Dort hatten sich bereits der Bür-germeister Herr Dr. v. Iabornegg, Frau Leo-poldine R a kusch und der Lehrkörper nebst vielen Eltern der Schüler eingefunden. Nachdem ei» Musikstück zum Vortrage gelangt war. nahm Lehrer Ferdinai'd Po,sche im Name» deS Lehrkörpers der KnabenvolkSschule das Won und erstattete einen übersichtliche» Bericht über die Schulverhällnifse im Jahre 1908/09. Aus dem Berichte wurde enttiomme», daß in diesem Schuljahre der besuch nicht srhr er-frrulich war weil durch Kraukhrite». die aus der Gemeinde Umgebung Cilli eingeschleppt wurden, viele Kinder an dem Schulbesuche verhindert wäre». Trotzdem seien die Lernerfolge befriedigende zu nenne». Diesem Berichte schloß sich auch der Direkior der Mädchen-Volksschule Joses Weib im wesentlichen an. Hierauf ergriff der Direktor der Mädchenbürgerschule Olmar PrafchakdaS Wort und hob hervor, da« dem heutigen fest« lichrn Schulschlusse eine besondere Bedeulung zukomme, uiid zwar deshalb, weil die in diesem Schuljahre errichtete Handelsschule und Hausfrauenschule de» ersten Schuljchluß feiern. Diese für die heranwach-sende Jngend sehr wichtigen Lehranstalten seien zu-stände gekommen durch daS Wohlwollen und die Mühewaltung des Bürgermeisters der Stadt kill! Herrn Dr. v. Jabornegg. des SänilätSrateS Doktor Gregor Jefenko, der Stadtgemeindevertretung und Deutsche Wacht insbesondere auch deS ReichsralSabgeordneten Richard Marckhl, welchen Faktoren der wärmste Dank gebühre und ihnen glrichzeilig zum Ausdruck gebracht wird. Ganz besonders aber gebühre der innigste Dank der Gattin des AltbürgermeisteiS Julius Rakusch, Frau Seopoldine Rakusch. welche sich opferwillig an die Spitze des duich ihre Bemühungen ins Leben gerufenen .s>auS'rauenschulvereineS stellte und in bereilwilligster und uneigennützigster Weise diese Schule förderte. Hierauf ergriff Bürgermeister Dr Heinrich von Jabornegg daS Woit und dankle Herrn Direk-ior Praichak für seine Worte, erklärte aber, daß nicht ihui allein daS Verdienst der Errichtung dieser Anstalt zugute komme, sondern daß ganz besonders, wie bereits crwähnl Reichs» atsabgeordiieler Richard Marckhl sich darum Verdienste erworben halte, da er keine Mühe und k.ine Wege scheute, um bei der hohen Regierung die erforderlichen Genehmigungen und Mittel zu erlangen. Der Bürgermeister erklärte abcr gleichzeitig, daß er auch fernerhin dem Schul-wesen. so weit cS in seinen Kräften lieg,, beistehen werde' und eS sei bereits hucte ein weiterer Erfolg in der AuSgestaliung der Handelsschule dahin zu verzeichne», daß die Erweiterung derselben >ür Gnaden in Anregung gebracht und wahrscheinlich auch demnächst durchgeführt werden wird Da»» ver-lies, der Bürgermeister aus dem Ehrenbuche die in dasselbe eingetragenen Schüler und Schülerinnen. Sämtliche Ehrenschüler und Ehrenschülerinnen wurden vorgernsen und von dem Bürgermeister herzlichst be-grüßt. Der Bürgermeister teilte da»» mit. daß zum Zwecke der Aneifeiung der Schülerinnen der Mäd chriihandelSschule deS Zon^erkurseS und der Haus-frauenschule Anerkennnugspreise bestimmt wurden. ES wurde zu diesem Zwecke mit den Schülerinnen des zweiten Jahrganges der Handelsschule und dcS SouderkurseS eiu Wettichrciden in Stenographie und Maschinenschreiben am 19. Juni d. I. in Anwesen-heil des Bürgermeisters veranstaltet. Hiebei erhielten Preise in Stenographie: Benesch H-rmiil« de» ersten, Rojnik Marie den zweilen und TopolovschrkAdelheid de» drille» Preis , im Masch neuichreibei,: Wusier Walpurga den ersten, Rojnik Marie den zweiten uud Benesch Hermine den drillen Preis. AuS dem Son-dcrkurse: Stolle Johanna den ersten, Hasenbüchl .Hildegard den zweiten. HigerSperger Wilhe'.min« den dritten Preis. Bei der Beurteilung der Hand- und Weißnäharbeite» erhielten Anerkenn,ingspreise: Für Haiidarbeilr» i» der ersten Klasse der Bürgerschule : Üresfl Stephanie, Mirnik Karoline, Prtricek Eli-sabeth, Treo Emma; in der zweilen Klasse: Preaz FranziSka, Gajschek Aloisia. Lechncr Hilda; in der drittel» Klaffe: Smolnikar Amalia, Gradischnik Her-mine, Supanek Helene. Bayer Barbara. Leiller Erna Für Weißnähen im ersten Jahrgang der Handels schule: Vichl Elise, Polnik Kaiharina, Skubitz Josefine. Confidenti Emma; im zweiten Jahrgang: Topolovschek Adelheid. Sucher Elisabeth. Benesch Hermine; im Sonderkurs! Praschal Gilda; in der .s>auSsraue»schule: Pischely Rosa. Moßmann Elsa. Braun Frieda. Tabor Marie. Die Schülerin des zweiten Jahrganges Eichberger Walpurga wurde aus „Zierarbeiten" besonder« belobt. Nachdem die Prei«-Verleitung durch den Bürgermeister stallgesunde» hatte, ergriss die Schülerin des Souderkurses Hildegard Hasenbüchl das Wort zu einer Danksprache. Die sormvollendele, ausgezeichnete Rede wurde vo» der strebsame» Schülerin mit edlem PathoS vorgetragen und kam namentlich durch daS wohlklingende Organ zum wirksamen Ausdrucke. Die Schülerin deS Son»-derkurieS Guda Prafchak überreichte der Ob-männin deö HauSfrauenschulvereines Frau Leopoldine Rakusch im Namen der Schülerinnen zum Dante sür ihr zugewendetes Wohlwollen einen prächtigen Blumenstrauß Zum Schluße wu»de die Volkshymne mil Musilbegleilung von sämtlichen anwes.nden Schülern und Schülerinnen abgesungen und domi, die erhebende Feier geschlossen. Die Schüler begaben sich dann in geschlossene» Reihe» i» ihre Schule» zurück. Rohstoffverein der Schuhmacher. «», < sich die Demütigungen gefallen. Endlich — knapp vor der loten Saifon — raffte man sich auf und unier Führung der Fanaiiker Ribnikar und Trelenjak wurden beim letzten Piomenadekonzerl die slovenischen Gymnasiasten in» Feld gei'chtckt. um an den vermutlichen Uebeltälern Rache »u nehme,'. Durch sehr disharmonische« Pfeifen und Schreien wurde dem Mißfallen der polilischen slovenischen Schuljugend Ausdruck gegeben, woraus die deuifchen Musiker die Flucht ergriffen, während die übrig geblieb ne Rumpf-kapelle da« „H?j Slovan«" anstimmte Tie armea deutschen Mustker aber werden nun , icht mchr lairge in der Lage verbleiben, slrv«ni>cheS «rot »u essen. Vom Handelsgerichte. Eingetragen wurde in daS E liier Register sür Einzelsirme»: Sitz der Firma: Rann. Firmaworilaul: Leonard del C o 11. Belriebsgegenstand bisher: Gemischiwaren-handel. Nunmehr »och dazu: Wassenhandel und Pulververschleiß. Tag der Eintragung: >9 Juni 1909. — Eingelragen wurde i» daS Eillier Register. Ad-teilung K: Sitz der Firma: Schön ste in Firma- Nummer 54 Wortlaut: Hauke und Stroinigg. Betriebs-geaenstaud: Dampfiäqewerk und Faßfabrik. Gesell-schasissorm: Offene Handelsgesell'chaft seit l Jänner 190V. Persönlich haftende Gesellschafter: Bitlor Hauke und AtUon Stioiuigg. Tag der Eintragung: 19. Juni 1909. — Eingetragen wurde in das Cillier Register. Abteilung'^: Zitz der Firma: Schönste! ». Firmawonlaut: Zlnion Kocuvan. Beti iebSgegcustand: Gemischtwarenhandlung. Inhaber: Anton Kocuvau Tag der Eintragung: ^6. Juni 1909. — Gelöscht wurde im CiUier Register für Einzel-firmen bei dcr Fi> ma: Sitz der Firma : St. P e t e r am KöuigSberg. Firmawortlaut: Martin Zug Be-triedSgegenstanv : Gemischtwarenhandlung. Die Zweig-Niederlassung in Windisch-Landsberg infolge Gewerbe-rücklcgung. Tag der Eintragung! 2<^. Juni 1909. — Gelöscht wurde im Eillier Register lür Einzel-firmen . Sitz der Firma: Rann. Firmawortlant: Erste steierma,tische Stocksadrik i» Rann Arlur Spitzer. Infolge Betriebseinsiellung. Tag der Ein-tragung: 24. Juni 1909. Wach- und Schliehanstalt. Wochenbericht: Im Laufe dieser Woche wurde» von den Wächtern offen gefunden und gesperrt oder die Sperrung ver-anlaßt: 21 Haustore, 15 Einfahrtstore, 7 Garten-türe», 2 Zeugkammeru, 3 Geschästsfenftcr, 2 Rollbalken Badeni tot. Der gewesene österreichische Ministerpräsident Graf Kasimir Badeni ist am 9. d». nachmittag um 4 Uhr plötzlich gestorben. Graf Badeni, der sich auf der Rückreise von K ar lS-bad befand wurde im Eisenbahnwagen in der Nähe der Station KraSne von einem Unwohlsein be-fallktt und verfiel bald daraus in Bewußtlosigkeit. Er war vom Schlage getroffen worden. In der Station Krasne langte er bereits als Leiche an. Wir halten stets an dem Grundsätze „dc mortnis uil ins, >,«-»«?- fest, allein mit dem Namen Badeni ist soviel bittend für das deutsche Lolk in Oesterreich und für die Deuilcheu CilliS selbst verbunden, daß wir nnä es nicht versage» können, nur kurz zu be-melken, daß mit diesem Manne einer der brutal steit Bergew altiger de S Deu t sch tums da-hingegangen ist. Selbstmord eines Lehramts zögling. Aus Marburg wird berichtet: Der 19jährige, hienge LchramtSzügliiig Friedrich Sonne hat sich Sonntag in li»em hiesigen Gasthofe durch einen Revolverschuß enllkibt. Da» Projektil drang dem LebenSüberdrüssigen in das Herz Der Tod trat sofort ei». Die Leiche wurde über Anordnung des Kommunalarzles Herrn Urbaczek in die Leichenhalle des städtischen Friedhoses über'ührt. Die Ursache des Selbstmordes dürften schlcchie Fortgangs klaffen gewesen sein. — Bon anderer Seite erfahren wir folgendes : Sonne war in zwei Gegenständen, Naturgeschichte und Mathematik, schwach befunden worden und hatte bereits einmal repetiert. In den letzten Tagen beklagte er sich da-rüber, daß ihn Professor Koprivmk, nachdem er sich vorbereitet hatte, nicht piüsen wollte, samStag abends nahm er ein Zimmer in einem Gasthoie der inneren Stadt, nächtigte dort und sandte Sonntag vormittag Briefe aus. Dann war er wieder unficht-bar. Mittags hörte man eine leichte Detonation im Hause, die man aber aus eine gleichgiltige Ursache zurückführte. Als es 7 Uhr abends wurde und Sonne nicht znm Vorschein kam, vrrständigte daS Siudeiunädchen hievo» einen Schankburschen. Dieser fand ihn bewegungslos im B»tte lügen. Es wurde nun der Hotelier geholt, welcher de» Tod des junge» Mannes feststellen konnte, worauf die nötigen Ver» ständigungen erfolgten Das Schicksal des jungen ManneS verdient allseitige Teilnahme. Todessprung aus dem Zuge. AuS Marburg wird uns berichtet: Am 2. dS. nm 3 Uhr früh fand die ZeitungsauSträgerin Dobay aus aus Brunndolf. als sie die Brunndorier Bah»über-fetzung beim Grünen Baum überschritt, »eben der Uevers-^ing seitwärts vom Geleise der Kärntnerbahn eineir Ingen toten Mann'Mgkt». Sie verständigte hievon einen Weichenwärter, der die Brunndorser Gendarmerie von d>m Funde benachrichtigt«. Die vordere Schädelseite bei Toten war zerschmettert, aus Nase und Mund rann noch immer Blut; auch die linke Lende wicS eine Verletzung aus. Geld sand man bei dem Toten nicht. Ein EntlassüngSzeugniS der BolkSichule in St. Loreuze» in Kärnten und eiu Notizbuch ließe» erkennen, daß der Tote 1891 in Franzeilsseste gebore» wurde und August Plattner hieß. Aus mehreren Angaben in seinem Notizbuche, ans dessen letzten Blättern die Worte standen: «Letz-ter Gruß — Gustl." kann man schließen, daß sich Plattner in der letzten Zeit in Unterdrauburg auf-hielt. Eine Fahrkarte wurde bei ihm nicht gefunden; eS wird daher v« mutet, daß er sich in einem Lastend Keulsche Kracht zuge versteckte und bei Brunndorf auS dem Waggon sprang, wobei er mit dem Kopse wuchtig an eitlen Kanalsteil! neben den Geleise geschleudert wurde. Ob ein Selbstmord oder Unglückssall vorliegt, konnte nicht festgestellt werden. Vorarbeiten für die windische Uni-versität. Während die Minister mit allen mög-lichen pathetischen Erklärungen von der Errichtung einer wi,»bischen Universität scheinbar nichts wissen wollen, wird eifrig an der Heranziehung des er-sorderlichen PrvfesforenmaterialeS gearbeitet. So wurde. kürzlich dem slovenischen Richter in Pettan Dr. Sagadin ein Itaatsstipendiiim von 3000 Kr. bewilligt, zu dem Behufe, damit er in die Lage versetzt iverde, sich an einer reichsdeutschctt Universität auf dem Gebiete der Vermalt,»ngSlehre entsprechend auszubilden. Es ist bekannt, daß dieser Dr. Sagadin zwar ein überaus fleißiger, dabei aber in gar keiner Weise besonders begabter Mensch ist nnd man kann sich schon heute ein Bild vou der wissenschaftlichen Höhe der künftigen windischen Universität machen. Wir werden die bisherigen Borarbeiten, die aus diesem Gebiete bereits geleistet worden sind, dem-nächst einer eingehenden Würdigung unterziehe», damit unsere Abgeordneten rechtzeitig der Regternng ins Gesicht leuchten tonnen. Schleinitz. (Bom HauShahn das Ange anSgschlage») Die dreijährige Angela Tansek in St. Urban, Gemeinde Schleinitz, wurde vo» einem Haushahn angesallen. wobei dem Kinde das linke Auge dnrch einen Tchnabelhieb verletzt wurde DaS so beschädigte Kind wurde gestern in daS Allgemeine Krankenaaus in Eilli gebracht. Ponigl. (Gerädert.) Bor einigen Tagen ging der 72 Jahre alte Sluszügler Michael slatinsek aus der Kirche »ach Hause Als er zur Bahnüber-setzung kam, war der Bahnschranken bereits hei ad-gelassen. Slatinsek schlüpfte durch und wollte daS Geleite überschreiten, als eben «in Zug herbeisauste. Er wurde von der Lokomotive erlaßt und ungesähr 2' 0Met weit geschleift und förmlich zerfleischt. Der Tod mußte fosort eingetreten fein. Ein fremdes Verschulden ist ausgeschlossen. Slatinsek ist schwerhörig. Er hinterläßt eine Witwe. Lichtenwald. Morgen, Sonntag findet um halb 5 Uhr nachmittags in der Wohnung des Herrn Dr. Wienerroither ein evangelischer Gottesdienst natt. G^ste willkommen. cherichtsiuat Der unverfälschte deutsche Wahlausschu'g vor Gericht. Heute fand vor dem Einzelrichter. BezirkSrichter Otto Bidic, die Fortsetzung der Verhandlung in der Ehrenbeleidigungssache Rndolf B a i e r gegen Herrn Karl M ö x 11 statt. Karl Mörtl hatte, wie bekannt, dem Baier am 23. Mai vorgeworfen, daß er zu den Herren Robert Zangger »nd Fritz Hummer die Aeußerung getan habe, der Abgeordnete Wastmn habe erklärt, mit HauS Wofchnagg nicht ut einem Klube zufammeufitzen zu wollen. Herr Mörtl fügte diefer Bemerkung die Mitteilung hinzu, daß Baier gelogen habe, denn Wastian wisse nicht» von einer derartigen Aeußerung. Bei der ersten Verhandlung hat Herr Baier erklärt, daß er den Herrn Zangger und Hummer gegenüber es nur als seine persönliche Ansicht bezeichnet habe, daß ein Wastian nicht neben einem Woschnagg werde sitzen wollen, den» er habe weder von Wastian noch von einer anderen Person crsahren. daß Wastian mit Woschnagg nichts zu tun haben will. Die Verhandlung drehte sich demgemäß »m die Frage, ob Baier tatsächlich nur eine per. sönliche Meinung ausgesprochen, oder ob er als eine feststehende Tatsache hingestellt habe, daß Wastian nicht in einem Klube mit Woschnagg znfammenset» werde. Bei der Verhaudlung wurde zunächst dte Aussage des Abg. Wastian verlesen, welche dahin ging, daß Wastian niemals eine derartige Aeußerung getan habe. Der Zeuge Robert Zangger erklärt, daß Baier sich am 22. Mai zu ihm geäußert habe wie solgt: „Ich kaun Jhueu erklären, daß ich es bestimmt weiß, daß ©astion mit Woschnagg nicht in einem Klube zusammeusitzen werde." Als Herr Manager daran zweiselte, erwiderte Baier einige-male: ..Ich weiß eS bestimmt." Der Zeuge beton,, den bestimmten Eindrnck davongetragen zu haben, daß Wastian sich selbst in diesem Sinne geäußert halv: deshalb habe auch er (Zeuge) zwei Stunden später Herrn Mörtl, der eben zu einer Sitzung de» BolksrateS nach Marburg fuhr, ersucht, Herrn Wastian zu beiragen, ob er wirklich etwaS solches geäußert habe. Der Zeuge Fritz Hummer gibt au, daß Baier sich ihm gegenüber geäußert habe, Wastian ß; gesagt, d.,ß er »ich! mit A oschnagg tn einem Seite 5 Klube sitzen will. Auch Herr Hummer hat Herrn Mörtl von dieser Aeußerung Mitteilung gemacht. Bei dem Auftritte im Caf6 „Union" am 23. Mai l. I. wlirde, wie eine Reihe von Zeuge» bestätigt, Baier ge-sragt, woher er wisse, daß Wastian etwas solches gesagt habe. Baier antivortete daraus: »Ich habe es von einer vertrauenswürdigen, oder wie der Zeuge Pehine aussagt, höheren Persönlichkeit. Auf die Aufforderung Namen zu nennen, hat Bairr geantwortet: „Die iverde ich Ihnen jetzt gerade nennen." Auf die Be-merkung des Herr» August de Toma, daß man Un-Wahrheiten auch nicht weiterverbreiten dürfe, hat Baier erklärt: „Ich bin halt falsch berichtet.* Dennoch bleibt Baier merkwürdigerweise als Zeuge einvernommen, bei der Behauptung, er habe nur seiner nnd seines Vertrauensmannes Aistrich per-sönliche» Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß Wastian nicht mit Woschnagg sitzen werde. Dr. Fritz Zangger erklärte in seiner Schlußrede, daß der W a h r h e i t s-beweis in glänzender Weise erbracht sei. Der Stand des Vertreters des Baier Dr. Lodermann war sichtlich ein schwieriger, denn was Dr. Kodermann sprach, hatte weder Hand noch Fuß. Dennoch verurteilte der Eiuzelrichter zur Ueber-raschung aller im Gerichtssaale befindlichen Personen mit Ausschluß des Privatanklägers, seines Vertreters und feines Vertrauensmannes Aistrich den Angeklagten zn einer Geldstrafe von 70 Kronen. Aus der Begründung des Urteiles ergibt sich, daß der Richter über alle beeideten Aussaget, der Zeugen hinwegging und der nichtbeeideteu Angabe deS Privat-anklägers Glauben beimaß. Der Berte,diger deS Herrn Mörtl meldete gegen Schuld und Strafe die Berufung an. _ Schwurgericht. Für den Vater. «m 30. Jänner war der Grundbesitzer «nton Bodep auS Jelze mit «einem 19 jährigen Sehne Michael Vodep bei seinem Bruder Johann Bodep zu Gaste. Um ihrer dnrch reichlichen Weingenuß gehobenen Stimmung Ausdruck zu verleihen, traten Johann und Michael Bodep, -l« eS schon finster war, vor daS Hau« und Johann Vodep feuerte emen Pistolenichuh ab, während gerade Franz Z-lie und Johann Freee auf dem neben dem Hause vorüber-führenden Hohlwege daherkamen. Zelie und Freie, die ^ch durch da« «chieß-n in der Dunkelheit bedroht ühlien, stellten den Johann Bodep zur Rede, worauf dieser eine« zweiten Schuß abgab. Zelie und Freee darüber ausgebrach, traten vom Hohlwege auf den Platz vor dem Hause und nun entspann sich ein Wortstreit, der dann in Tätlichkeiten ausartete. Auf den Ruf des Michael Vodep kam dessen Vater mit einem Prügel bewaffnet daher. Nun begannen Freee und Johann Vodep einerseits und Franz Zelle, Michael Bodep und A>.ton Vodcp mit Prügeln auf einander loszuschlagen. Hiebet erhielt Franz Zelle vom Michael oder Anton Vodep einen so wuchtigen Schlag über die linke GesichtShälfl«, daß er sofort zu Boden stürz,«. AIS Z-lie bereit» am Boden lag. versetzte ihm Michaet Vodep von rückwärts mit einem Prügel drei Schläge «uf das Hinterhaupt, welche den Schädel dt« Zelie zertrümmerten und in weniger als einer Stund« den Tod desselben herb«iführt«n. Vor dem Schwurgericht« unter dim Vorsitze de» k. k. HofrateS R. von Wurmier hallen sich nun Michael und Anton V:d«p wegen de» Berbiechen« du einer interessanten juristischen Auseinander setzung zwisiten dem Verteidiger Herrn Dr. Zangger und dein SiaalSanw.Ute Herrn Dr. Roic ES wurde den Gellbirorenen diesmal nur eine auf Todschlag lautend« Frage gcstcllt. In seinem Schlußwoite führte der Verteidiger au», dab der Angeklagte, indem er für seinen Biter eintrat, au« einem edleren Motive gehandelt h^be. Daß Vodep dem bereit» am Boden liegenden Zellc noch drei Hiebe gab, erklärt sich nur daraus, daß Vodep auS Angst und Schrecken n-cht mehr gewußt hat, was er tue. Zum Scblub b^t der Vetteidi.er die Geschworenen den ft-U mit klaren Blicken und warmem Herzen zu beur-cilen Die Schuldige winde mit acht gegen vier Stimmen bejaht Die Geschworenen (Obmann Ornig. Rann) fügten der Ver'twng ihre« Wahrspruchc« die Bitte hinzu, ma» möge den Angeklagten milde bestrafen Vodep wuide zur geringsten, gesetzlich zulässigen Strafe zu einem Jahre schweren K-rker« verurteilt Die Schwiegermutter ermordet. Am 23. De,emb.'r v. I. fand der Grundbesitzer Michael Jvauöiä al» er von der Arbeit heimkehrte feine Mutter Maria Jvanöiö am Boden tot liegend vor. Alle Anzeichen spiachen dafür, daß der Ermordung ein heftig, r Kampf vorhergegangen sei. Am gleichen Tage meldete sich die Gattin de» Michael Ivan, iö die LI jährige Amalie Jvaniie beim Bezirksgerichte Schönstem mil der Selbstanzeige, daß sie ihre Schwieger-multer ermoidet habe. Sie wäre am kritischen Tage gleich beim Betreten diese» Hause» mit ihrer Schwieger-mutter in Streit geraten, babe im Zorn ter alter»-schwachen Frau einige Faustschläge auf den Kopf veisetz', so daß diesc zu Boden stürzte. Sie habe die rann auf Boden Liegende bei den Haaren erfaßt, sie hin und her gezerrt und mit ihren, mit Nägeln beschlagenen Schuhen so lange auf den K^pf geschlagen, bis sie verstümmle. Amalia Ivan« i? wurde aus Grund der Selbstanzeige in Haft genommen und hatte sich nun vor den Ge-schlvorenen unter dem Vorsitze des k. t. Landesgerichts» rate» Dr. Kotzian wegen de» Veibrechen» des Morde» zu verai^worlen. Der Fall entwirft ein düstere» Bild zerrütteten Familienleben», in dem die vielgeschmähle Schwiegermutter die Hauptrolle spielt und da» durch die Katastiopde vom 23 Dezember seinen düsteren Abschluß fand. Der Anklage entnehmen wir folgende«: Michael Jvauric sührle nach der Trauung vom 9. November 191)7 seine Ehegattin Amalia Ivan^iü in den gemeinschaftlichen Haushalt mit seinen Eltern Josef und Maria Jvan«'iö in Soanberg ein. Josef Jvanei»: betiieb anch eine Nagelschmied:, während Michael und «malia Jdan(t>! teil« de» Eltern halfen, teil» al« Badediener im Bade Topolichitz Verdienst fanden. Hierin tiat auch dann eine Aenderung nicht ein, al» Michael und Amalia Jvanciö die elteilichen Liegenschaften übernahmen. Amalia Ivaw'iü soll wenig Lust zu den landwirischafilichen Arbeiten gezeigt habe». Unter solchen Umständen kam es bald zu Zwiftigkeiten, die sich vom Frühjahr 190# an immer mehr steigerten und ihren Höhepunkt erreichten al» Amalia Jvanöiö sich dem Trunke ergab, ein ausschweifende» Leben führte, da» gemeinschaftliche Heim mied und nur hie und da heimkehrte. Amalia Jvamic artete im Rausche immer aus, beschimpfte und beleidigte, ihre Angehörigen, besonder« ihre Schwiegermutter Maria Jvanci^ in der gröblichsten Weise, bedrohte sie mit Mord und Brand-legung. Um sich der Betrunkenen zu erwehren, mußte die Familie zur Gewalt greifen und Amalia Jvan^iö selbst züchtigen oder die Hilfe de» Richter» anrufen. Selbst die Erhebungen ^eS Bezirksgerichte« Schönstein zum Zwccke der Entmündung der Trunksüchtigen wegen Verschwendung machten auf Amalia Jvanüiö keinen Eindruck; sie sührte ihren ausschweifenden Lebenswandel weiter. Nach längerer Abwesenheit kam sie am 21. Dezember 19U8 abend« wieder einmal heim, begann in ihrem Rausch« wieder Streit mit den Haucleuten und verließ am Morgen de« 22. Dezember da« Hau« um beim Nachbar Medved in Gesellschaft mit Männern zu zechen. Angeheitert kam sie am Abend zu Antonia Vrecko um Nachtlager bitten, da« ihr auch gewährt wurde. Unter der Angabe sie gehe ihre Kleider hoUn, um sich dann zu ihrem Schwager, Aloi« Kova<', in Pak zu begeben, verließ sie am 23. Dezember morgen» etwa um halb 7 Uhr da« Hau« der Vrelko. Darüber, was jetzt im Hause de» Jvanei.'; vorging, fehlen unmittelbare Beweis«, denn die !m Hause allein zurück' geblieben« Maria Jvani'iö wurde nach etwa dreiviertel Stunden von ihrem Sohn« al» Leiche ausg«sund«n. Die gerichtliche Leichenbeschau «rgab, daß Maria Jvanciü infolge Gehirnlähmung starb, welche dmch zahllose schwere Schläge gtgen den Kopf verursacht wurde. Der Körp«r zeigt« über 39 Verlctzurgen. Di« Blu>spur«n in den Wohnräum«n, «in neben der Leiche »orgefundene» Haarbüschel beweisen, daß die Beschuldigte ihr Opfer, wie si« «» in der Selbstaazeige beschrieb, erbarmung»- lo» herumzerrte i »d zu Tode marterte. Vor den Geschworenen will Amalia Jvanöie von der Ermordung ihrer Schwi«g«rmu!ter nicht« wissen. Der Fall beschäf-tigte da« Schwurgericht schon im Jänner, di« Ver-Handlung wurde aber damal», behufs Untersuchung d«» Geisteszustandes der Beschuldigten und Vernehmung neuer Zeugen »«rtagt. Die im April stattg«habte Ver-Handlung förderte nichts Neues zu Tag«. Der Ver-leidiger Dr. Karlo.^ek lebn:e damal» alle deutschen Geschworenen ab. Die Geschworenen verneinten die auf Mord gestellte Frage, bejahten die Frage wegen Tod-schlage« zugleich abcr auch die Zusatzfrage, ab sich die Angeklagte zur Zeit d«r V«>übung der Tat im Zustano« der GeisteSverwiirung befand. Der Gerichtshof mußte daher ein freisprechende« Urteil fällen. Die Jvain ie war wählend der Untersuchungshaft mit einer Kinde«-Mörderin untergebracht. Dieser erzählte sie den Vorgang der Tat ga»z genau bis in die kleinsten Einzclhtiten. Die KindtSmöidtrin, erbittert übcr hr« Verurteilung, berichtete darüber dem Gerichte nnd die Staatsanwalt-fchafl stellte die Jvan,'i>'' abermal« unter Anklage. Bei der n.'uerlichen SchwurgerichiSveihandluug unter dem Vor fitze de« k. k. LandeSgerichtSrale« Kohlen, die drei Tage währt« und in dtien Verlaufe 79 Zeugen ver-nommen wurden, bejahten die Geschworenen die aus Todschlag gestellte Schuldfrage Amalia Jvam'ic wurde aus Grund diese« Wahrspruche« zu schwerem Kerker in der Dauer von drei Jahren verurteilt. 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Trockenlegung feuchter Hauern. 4 Nummer 55 Deutsche Wach? <2t\ti 9 Deutsche Volksgenossen! fördert das Deutsche Haus durch Spenden. Mitgliedschaft und regen Besuch. Das Lokal-Museum. Zlnler an Hrmnerunge« an die Aömer»eit so Kverreiches Museum ist a« Donnerstage» «ad fonutagen von T—1 Alhr geöffnet, au andere« age« der Woche von 10—12 Rhr. Pi« Hin trittsgebüHr beträgt 20 Keller Vermischtes. (Todesarten der Lebensalter. Ebenso wie gewisse Krankheiten aus daS Kindesalter, manche sogar aus die allerersten Jahre beschränkt sind, so kommen andere im höherem Alter vor, und eS hat wohl jeder Anlaß, sich fiir die Verteilung der Ge» sundheils- nnd Lebensgefahr aus die verschiedenen Altersstufen zn interessieren. Wenn man von den bekannten eigentlichen Kinderkrankheiten absieht, so erreichen Lungenentzündung nnd die während der letzten Jahre wieder gefährlich gewordene Genick-starre daS Höchstmaß ihrer Verbreitung bei den Kindern von 1—5 Jahren. Alle anderen Krank-heiten wieder mit Ausnahme der eigentlichen Kinder-krankheiten, treten häufiger im erwachsenen Alter aus. Nach einer Anordnung, die Dr. van den Beiden in der „Münchener medizinischen Wochenschrift" gibt, ist die Lungenschwindsucht mit 44'/, Prozent die häufigste aller Krankheiten, nnd an zweiter Stelle folgt alsbald eine andere Lungenkrankheit, nämlich die Lnngenentzündnng mit 17 Prozent. An dritter Stelle steht mit sast 10 Prozent der TyphuS nnd erst dann kommt die Krebskrankheit mit 7 Prozent, deren angebliche Zunahme so großen Schrecken unter der Menschheit verbreitet. Es ist nun eine fesselnde Ausgabt, die Berteilung der Sterblichkeit an diesen einzelnen Krankheiten aus die verschiedenen Lebensalter zu verfolge». Die Lungenschwindsucht sordert die meisten Opfer in der Altersstufe vou 21 und 26 Jahren, erreicht ein zweites Maximnm bei den Personen zwischen 51 und 55 Jahren, scheint dann ziemlich regelmäßig abzutuhmen. wahrscheinlich aber nur deshalb, weil wenige Schwindsüchtige das Alter von 55 Jahren überdauern. Todesfälle an Schwind-sucht vor dem zehnten Lebensjahre sind große Seltenheiten. Man kann daraus de» allgemeinen Schluß ziehen, daß Schwindsüchtige die bis zum dreißigsten Jahre am Leben sind, eine Verhältnis-mäßig große Aussicht haben, wenigstens ein Alter von 50 Jahren zu erreichen. Die Lungentzündnng verhält sich wesentlich anders. Ihr erliegen, wie schon gesagt, die meisten Menschen in den ersten Lebensjahren ; dann tritt sie zuni 16. Jahr wieder mit seltenen Todesfällen auf nnd erreicht eine zweit-höchste Stufe zwischen 50 nnd 65 Jahren, um dann wieder zurückzugehen. Der Typhus zeigt eine wesentlich andere Kurve der Sterblichkeit, indem die meisten Todesfälle an dieser Krankheit in die spätere Jngend, also in die Zeit zwischen dem lö. und 25. Jahre, sallen. Die Berlnstziffern bleiben aller' dings bis zum 65. Jahr »och verhältnismäßig hoch. Der Krebs hat insofern eine Besserung ersahreu, als vor dem 30. Jahre der Mensch vor dieser Geißel so gut wie sicher ist oder doch wenigsten« bis zn diesem Alter nicht daran stirbt. Die größte Gefahr liegt in dem Alter zwischen 51 und 55 Jahren, also in derselben Zeit, in der auch die SchwiudsuchtSsterblichkeit ihre zweithöchste Stufe er« reicht. Nach Ueberwindung dieses Alters nimmt die Todesgefahr an Strebs rasch und regelmäßig ab. Dr. van den Beiden gibt aber hier wie sür die anderen Krankheiten nicht die Ziffern, die sich aus der einfachen Zählnng der Todesfälle an den ver-schiede» Leide» ergeben, soitdern auch die Zahlen der Todesfälle im BerhältniS znr Gesamtzahl der lebenden und schließlich auch das BerhältniS der Todesfälle zu dem an der betreffenden Krankheit leidenden, ihr aber noch nicht erlegenen Personen. Wenn diese Art der Berechnung anf den Krebs an-gewandt wird, so zeigt ev sich, daß die Sterblichkeit im BerhältniS zu der Gesamtzahl der lebenden Per-treter der betreffenden Altersstufe von 46 Jahren an ziemlich auf gleicher Höhe bleibt, so daß man von einer Krebsgesahr mit dem Alter wohl nicht sprechen kann. Schlagslüsse sind bis znm 35. Jahr selten, nehmen dann bis znm 60. Jahr ständig zu und bleiben dann auf gleicher Höhe. Die gleichfalls sehr häufige Nierenentzündung kommt in alle» Le-bensalter» vor, weist aber eine sehr bedeutende Stei-gerung vom 40. Jahr anjangend aus. Die Genickstarre ist im Alter vou mehr als 20 Jahren als eine Seltenheit zu bezeichnen, während umgekehrt die Brustfellentzündung erst nach dem 60. Jahr einen gesährlicheu Umfang annimmt. ^ zü machen, ermöglichen Kurze Küche ? maggi ° Heller, (fertige Rindsuppe) denn, nur mit kochet dem Wasser übergössen, ergibt jeder Würfel sofort I Teller ('/« Liter) al'erfelaste Rindsuppe. Man achte genau auf dei War. en MAGGI und die Schutzmarke Kreuzstern. Andero Würfel sind nicht von MAGGI I Uebersiedlungs-ftnzeige. Hiemit erlaube mir nieinen sehr vereinten Olsten znr geil. Kenntnis zu bringen, dass ich mit meiner Kaffeeschank vorn Kirehplalz Nr. 4 in die BrUlWengaSSe Nr. 6 (früher Lottokollektur) abersiedelt bin. Ich bitte meine verehrten Gäste mich auch am neuen Platze mit gütigem zahln ichen Besuch z.i beehren mit dei Versicherung der aufmerksamsten Bedienung. Hochachtungsvoll Kamilla Preutz. <3- escIb-sLfts-Er ö£fnung:. Ueelne mich den hochverehrten P. T. 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