Schnstltitung: ««thanSsszssc »r. R. £tMMtt fcrrafll(ött?t M»k»»»I,ur«e» . Blanett *r tfertnitciu j«t« *«tra»va *4 »n WJtaft (eft- # Sltei •rt«6rEH •« Oi»6tTütlunjca 4tw«»-utltt. Sie „XjstM* cdecta: i »ei «ln«ech »»» ©asuHas dtMi tfirS Tfjfto-ÄC7!e £4.1)00. Verwaltung: SiathauSqaffe 5tr. 5. •Sr'tmtoB ttr. 21, Inlervrfo*. s "mmze» X)sn( die ttert belege« : »irtttünötifl ... I S 9C fcolbtätrig .... K C M «auMtttrtB. . . . K 12-8« *i« i 1111 «tt MhBM| tu* C»t8 ! Reaotii« . . . .I I .. H-Ibjüdei, ....««— «-»»jüHeiS . . . K ix — RitH motient erdShe» «a Ml •nns|}.jeMI«in' um Mrbültttn •irreleitete BbostwmetiN gelten feil i-it ÄtMellio, Nr. 2 Cilli, Freitag den 5. Jänner l917. 42. Jahrgang. Die deutschen Parteien nach ürnt Kriege. Bald nach AnSbruch des Weltkrieges war in ver-schiedeuen Schriften und ZeitungSaussätzen zu leftrti, daß eine gründliche Umgestaltung im Verhältnis der einzelnen politischen Parteien stattfinden we?de, da nun Angehörige aller zu den Fahnen bernisen sind und gemeinsam mit gleicher Pflicht« erfiüllung der nämliche äußere Feind bekämpft wird. Da> wurde in reichSdeutschkn Blättern auf die nxnckcrc Haltung südslawischer Regimenter verwiesen, deinen zu Danke ihren Heimatsländern die politische Auitonomie verliehen werden soll. An anderer Stelle wuirden jüdische Soldaten belobt und beigefügt, daH künstig der Antisemitismus eine abgetane Sache sei.. Ganz besonders fiel die plötzliche Wendung der klerikalen Presse aus, welche nationale Anschauun-gem vertrat, die srüher kaum mit solcher Entschieden-heilt in der eigenen Parieipresse zu finden waren. Es gab Leute und gibt noch solche, die erfreut festzustellen glaubten, es bestehe nun auch in Oester-reicch nur mehr eine geschlossene deutsche Partei fonvie Kaiser Wilhelm in jener denkwürdiaen Sitzung des! Deutschen Reichstages rief: «Ich kenne keine Pa-rteien mehr, ich kenne nur mehr Deutsche." Nun ist daS Streben, den Völkerstreit zu schlich ten,. gewiß ein ebenso löbliches, wie eine Einigung der Deutschen Oesterreichs auf nationaler Grund-lag,e höchst ersprießlich, ja für die Zukunft unbedingt notnvendig wäre. Vollständig falsch bleibt aber wie die „Freien Stimmen" treffend ausführen die Auf-fasfsung, daß die Pflichttreue und Tapferkeit einer Trmppe eine Belohnung in Gestalt galizifcher Zu-gesttändnisse erhalten soll. Die Soldaten erfüllen ja nur- ihre Pflicht, würde« sie sich anders vergalten, verffielen sie schweren Strafen, wer sich aber von ihneen besonders hervvrtnt, bekommt die üblichen Auszeichnungen. Ebenso wenig ist ein besonderes Lob,preisen nötig, wenn die Angehörigen eine deutschen poliitijchcn Partei sich auch ihrer völkischen Pflicht erinrnern und damit ein jahrelanges Versäumnis eadllich nachholen. ES bleibt ja noch abzuwarten, ob wiese Bestimmung eine kauernde sein wird oder nur unter dem Zwang der Ereignisse eintrat. Ge- Fom Zlrtauö. Bon Dr. Schulhof. Gerade während der Wagenfahrt zum Urlaub begann das feindliche Trommelfeuer. Ich ließ die Pfeirde rennen, was sie konnten und sah trotzdem schom im Geiste den Bahnhofkommandantcn verbind-lich. trauriß, bedauernd, lächelnd vor mir mit den Worten: Tut mir sehr leid, soeben wurden die Ur-laubie bis auf weiteres eingestellt. Ach, der Z«g fetzt sich in Bewegung. Von wei-tem rollt der Geschützdonner, immer leiser, immer leiser — schließlich bleibt nur mehr der wohltuende Taktt der Räder übrig. Ich strecke mich behaglich, züntve eine Zigarre an und sehe durch die Rauch« wolkken die vordeisausende Gegend an. Sch-- eudliich kein Schießen — endlich nichts vom Schießen — «endlich einige Tage keine Gefahr — ein weißeÄ Vettt-- Zwei elegante Herren a»S der Etappe kommen ins (Eoupe, mustern mich m meiner Felduniform miß-tramisch und lassen sich schweigend aus ihre Plätze niedeer. Das Schweigen wird ihnen uubequein, sie müsssen reden,--und reden vo» der begonnenen Offensive, vom Schießen und davon, wie sie eS dem Ftiiifoe zeigen werden. Und weil ich schweige, reden sie i immer aufdringlicher und beweise» immer mehr, wiß wird der Krieg viele rein menschliche Empfin düngen auslösen und Männer vor sonst ganz ver schikdenartigen Meinungen werden das Trennenden vergessen und sich in Not und Gefahr beistehen, abgesehenem,« allem äußeren Zwang, der die po-litischen Streitigkeiten zum Schweigen bringt. Anders ist aber doch das Verhältnis von Partei zu Partei aufzufassen, deren Leiter ja nicht brüderlich vereint im Felde stehen. Und da in manchen Kreisen wiederholt Betrachtungen über die Zukunft der deutschen Parteien angestellt wurden und werden, so soll anch hier einigen Gedenken darüber Raum gegeben sein. Wir müssen unS erinnern, daß die Bildung politischer Parteien nichts zufälliges ist, sondern die verschiedenen Interessen und Meinungen, wie daS Beste des Staates oder einzelner Bevölkerungsteile zu erreichen sei, zur Ursache haben. Die Angehöri gen einer Partei setzen sich dann au« recht verschie denen Leuten zusammen, Männer, welche aus Ueber-zeugung eine Richtung vertreten, Männer, die dabei bloß ihren Vorteil suchen, vielleicht ohne innere An-Hänger zu sein, und endlich solche, die ein Zusall, etwa Gesellschaften, in eine bestimmte Richtung drän-gen Parteien ändern sich oder gehen zugrunde, wenn die Grundlagen schwinden, auf denen sie errichtet wurden; oder wenn die Führer versagen und etwa im Streben nach äußerer Macht ihre ursprünglichen Grundsätze preisgeben; oder wenn die Massen von neuen Schlagworten besangen die Gefolgschaft versagen. Für alle solche Borkommnisse gibt die neuere Geschichte unsres Vaterlandes Beispiele. Sie lehrt aber auch, daß zuerst die Ueberzeugungsschwachen eine Partei verlassen und sich dort hinwenden, wo neues Leben winkt, das freilich oft nur ein Schein-leben ist. Viel hängt ja von den Führern ab, jene, die einem Kampf ausweichen, sich gern drehen und ducken oder vorher sorgfältig prüfen, ob für ihre jeweilige Meinung auch eine Mehrheit zu finden fei, werden kaum ihre Porlei aus einer gefährlichen Krise heraus retien. Tief geschädigt kann auch eine Partei werden, wenn sie zur Gewinnung augenblick-licher Vorteile Grundsätze preisgibt und mit Geg-nern paktiert, wie dies öfters, bei wirtschaftlichen Fragen unter den Deutschen voikam. Gehen wir aus die Zustände der Jetztzeit ein, daß sie den Unterschied zwischen einem Revolver und einem Dreißiger nicht kennen. Bis ich eS nicht mehr anhören kann, begebe ich mich in den Speisewagen, in dem ich den letzten Platz besetze. Die Unterhaltung dort ist lebhaft und alles spricht nur von — der heute morgens begonnenen Schießerei. Die elegantesten Herren sprechen am lau-testen davon und werfen mit Granaten und Zchrapp-nells und Blicken auf die einzige anwesende Dame nur so um sich. Die Dame verläßt den Speisewagen und da sie mich scheinbar wohlwollend angeblickt hat --ich hinter ihr. Sie setzt dem Versuch, ein Gespräch zu begin-nen, keinen nennenswerten Widerstand entgegen und ich nehme auS meinem Gedächtnis mühsam alle höf-l.chen und liebenswürdige,l Redensarten zusammen, um ihr etwas schönes zu sagen; daS aber muß ihr sehr öde scheinen, denn kurz beginnt sie: »Sie kommen von der Front?" ..Jawohl l* Jyre Blicke musterten mich von oben bis unten. .Gnädigste entschuldigen, — hatte noch keine Zeit"-- „Aber, aber, w>is fällt Ihnen ein. Diese Uni. sorm ist ja gerade das Schöne, da weiß man doch gleich, mit wem man eS zu tun hat.' Ich lachte verschäm», geschmeichelt. Sie beginnt, mich übers Schießen zu befragen, so wurden selbstverständlich zu Beginn des Krieges alle anderen Interessen zum Schweigen gebracht. Sobald aber einige Sammlung der Geister eintrat und die KriegSziele, wenn auch noch nebelhaft, sich«, bar wurden, so mußte selbstverständlich dazu Stel-lung gmommen werden, waS aber jeder Politiker nur vom Standpunkt seiner Partei tun konnte. Da-bei sollten nun — so wäre anzunehmen — alle kleinlichen Forderungen abgetan werZen und »ur große Ziele vorschweben. Der Krieg mit seinen Umwälzungen durch die militärischen Erfolge wird auch großen Einfluß auf die Politik der nichtdeutschen Völker Oesterreichs aui-üben, es braucht dabei nnr auf die Veränderungen in Galizien, Serbien und die Ausmerzung der Irre-dentisten verwiesen zu werden. Und die deutschen Parteien? Wie wird es mit deren Zukunft bestellt sein? Betrachten wir die maßgebendsten Gruppen! Daß die Sozialdcmokraien deutscher Zunge ihr Ziel aufgeben und sich den bürgerlichen Parteien anfchlie-ßen werden, nimmt wohl niemand an, auch wenn die andcrsvölkischen „Genossen" ein gewisse? Zusam-mengehen mit ihren Nationen sehr wohl durchsüh-ren. Von der altliberalen Partei blieben eigentlich wenige Reste übrig, die kaum von großem Einfluß sind. Somit spitzt sich die Frage dahin zu, wie daS künftige Verhältnis zwischen den Deutschnationalen und den Christlichsozial-Klerikalen sein wird. In die-ser Hinsicht wurde, wie eingangs erwähnt, schon manche Erwägung angestellt, eS fehlt aber nicht an recht naiven Ansichten, welche zeigen, daß sich Leute mit öffentlichen Fragen von großer Tragweite beschäftigen, die entweder die Geschichte ihres Volkes vergessen oder aus ihr nichts gelernt haben. Eine kurze Umschau ergibt, daß bei allen Völkern eine konservative oder rückschrittliche und eine fortschritt-liche Partei vorhanden ist. Die ehrlichen Anhänger beider Richtungen glauben mit ihrem System daS Beste des Volkes und des Staates anzustreben, eine ungeheure Kluft trennt aber heute bei den Kultur-Völkern die verschiedenen Weltanschauungen. Auch will die konservative Richtung das Selbstbeftim-mungSrecht des Einzelnen meist einschränken, die fortschrittliche Richtung aber erweitern bi« an jene Grenze, welche das gemeinsame Interesse zieht. Da hilft kein Verkleistern und Verkleben, die Gegensätze bleiben. ES ändert sich nur zeitweilig die Gefolg- ich weiche auS, sie merkt es. Sie spricht über die Entbehrungen und lächelt ausmunternd — ich gehe ausS Gespräch ein, werde andeutungSmuliz — sie weiß, daß die Herren an der Front sich viel er-sparen können, und für den Urlaub viel Geld haben --entschuldigen, ich empfehle mich. Na macht nichts. Einigermaßen enttäuscht komme ich in mein Wagenabteil, wo eiuige Herren mehr sich um die Furchtbarkeit der Granatexplosionen herum-stritten. Dagegen ist nun nichts zu machen, daS muß man auf der Fahrt scheinbar schon mitnehmen. Und so geht eS ohne Unterbrechung bis Wien. Am ersten Morgen kommt meine Mutter mit ?em F ückstück an mein Bett und fragt mich angst» lich besorgt, ob schon wieder so viel geschossen wird und ob -- „Liebe Mama, sei nicht böse, sprechen wir aber während der ganzen Urlaubszeit nicht ein einziges Mal vom Schießen. Ich will davon gar nichts wissen." Die Mutter sieht e» ein und ich suhle, wie gern ie etwas von dort wissen möchte und sie tut mir ehr leid — ich kann aber nichts machen. Ich mache meinen ersten Besuch bei „ihr"; sie chmiegt sich an wich, sieht mich mit einem himmli-chen Blick an und bittet mich, ihr waS zu erzählen, am liebsten vom — Schießen. Ich flehe enttäuscht Ztt.'e 2 Hetiisdie Wacht ummer 2 schast der Anzahl nach und auch der Qualität nach. Kommt aus irgendwelchen Ursachen eine Vereinigung zwischen Fortschrittlichen und Konservativen zustand«, so dauert der Landfriede nie lange. Mit den Ursachen des meist sehr lockeren Bündnisses geht auch dieses dahin und die alten Gegensätze zeigen sich von neuem. Verloren wird dabei nur die oft mit unsägliche» Mühen und Kosten geschaffene Partei-organifation, die wieder neu ausgebaut werden muß. Den Verlust trägt immer der Schlappere, der sich an den Stärkeren glaubte anbiedern zu müssen. DaS möge man im Auge behalten, wenn irgendwo von völliger Bereinigung zwischen der nationalsreiheitlichen und der klerikalkonservativen Richtung die Rede ist. Ganz etwas anderes ist die Notwendigkeit eines Zusammengehens von Fall zu Fall und in bestimm-ten Fragen. In diesem Sinne wurde doch daS Oster-Programm aufgestellt und bei seiner Ausarbeitung sorgfältig darauf Rücksicht genommen, daß eS von allen Deutschen, auch den Ehristlichsozialen, angenom-men werden könnte Wenn dies bisher öffentlich nicht geschehen ist, so liegt es wohl nicht im Inhalte des Programms, der, abgesehen von nebensächlichen, der» zeit kaum einer Abänderung bedarf. Die Ursache der bisher nicht erfolgten öffentlichen Zustimmung ist vielmehr auf persönliche Verhältnisse zurückzuführen, denn bekanntlich sind auch die Zustände im Deut-schen Naiionalverband nichts weniger als ideale. Man kann aber heute bereits erkennen, daß bezüglich der Hauptpunkte deS Osterprogramms, namentlich die Sonderstellung GalizienS und die Notwendigkeit der deutschen Staatssprache betreffend, Uebereinstimmung unter den bürgerlichen deutschen Parteien herrscht. Fassen wir nun daS hier Ausgeführte zufam-men, fo ergibt sich für die nächste Zukunft als wün-sehenswert, daß ei» Zusammenschluß der deutschen Parteieu im Parlament stattfindet, um die nationalen Forderungen der Teutschen mit Nachdruck zu vertre-ten, auch in wirtschaftlicher Beziehung können Ueber-einkommen zwischen diesen Parteien abgeschlossen wer« den. Die einzelnen Parteiverbände mögen aber be-stehen bleiben, und müssen auch bestehen bleiben, wie ja auch im Deutschen Reichstag die Parteien nicht verschwunden sind. Dies wäre unmöglich im parla-mentarischen, so reich gegliederten Leben. Nützlich wird es aber sein, wenn möglichst wenig Unterver-bände bestehen, denn alleS Kleinliche und zeitweise Trennende zwischen verwandten Parteien soll beseitigt werden. Ebenso wie die Parlamentsparteien lasse ma' auch die politischen Organisationen in der Provinz unberührt von allen fremden Beimischungen. Wir Deutschfreiheitlichen halten nach wie vor unsere Ideale hoch und sind nicht kampsmüde, denn auch unsere politischen Gegner bleibe» bei ihrer Ueberzeugung stehen, waS wir ihnen nicht verargen können. Fühlen sich einzelne leitende Persönlichkeiten müde, so mögen sie ihren Platz noch unverbrauchten Kräften abtreten. W-ri für die politischen Organisationen gesagt ist, gilt auch für die Schutzvereine, wo wir am gedeih« lichstcn arbeiten, wenn wir hübsch „unter unS' blei-beu. Ausnahmen gibt ei ja, sie dürfen aber nicht verallgemeinert werden. Eines soll der Krieg und das gemeinsam an- aus, sie ist gekränkt, weil ich ihr diese „kleine" Litte nicht erfüllen will; sie sieht e» durchaus nicht ein, daß ich doch um Gotteswillen vom Schießen endlich einmal nichts wissen will und erbittert und im Her-zen enttäuscht verlasse ich sie, die in Tränen schwimmt. Ich gehe zu meinem Freund, ihm mein Leid zu klagen. „Na hörst Du" — antwortete er, «da liest man immer vom Trommelfeuer, ^und so, und endlich hat man Jemanden, der einem einen Begriff davon beibringen könnte"-- Ich mache große Augen. „Ja, entschuldigt, davon kann man jemandem, der das nicht erlebt hat —" .Natürlich, Ihr von der Front feids viel zu stolz*-- .Entschuldige, vielleicht noch mit Unrecht?" „Ihr glaubt*, wir im Hinterland arbeiten rein gar nichts.' .Ha aber — —' .Nein, mein Lieber, ich sitze von früh bis abend i« Büro und schreibe mir meine Finger krumm und weil Du da vorn hie und da einmal ein bischen schießt" — „Entschuldige — entschuldige!' Ich gehe. Also so denkt man hier! Gut I — Ich beschließe, daS Leben, das Wien bietet, zu ge-nießen und mein« Bekannten Bekannte sein zu lasten. zustrebende, groß«, nationale Ziel aber bringen: Die Milderung der Kampf,orme« und die Achtung der ehrlichen Ueberzeugung deS Gegners. Der Weltkrieg. Gegen Rußland und Rumänien. Die Berichte deS österreichischen General st abeS. 3. Jänner. Amtlich wird verlautbarl: In der Dobrudjcho neuerliche Fortschritte. Südlich und west-lich von Focsani sind die österreichisch-ungarischen und deutschen Streitkräfte deS Generals v. Falkenhayn bis an den stark verschanzten Milcovabschnitt gelangt. Weiter nordwestlich warfen sie den Feind aus Miera zurück. Am Südflügel der Heeresfront deS General-obersten Erzherzog Josef drangen wir über Negri-leset hinaus. Südöstlich von Harja und auf dem Monte Faltncanu, westlich von Salta, werden starke Angriffe des Gegners unter schweren Verlusten ab» geschlagen. Im MestecaneSciabschnitt vereitelten unsere LicherungStruppen im Bajonett- und Handgranaten-kampj russische Vorstöße. Bei Manajow, östlich von Zloczow, brachte ein aus unseren und deutschen Kämp« fein zusammengesetzter Sturmtrupp in glücklicher Streifung drei russische Offiziere und 127 Mann ein. 4. Jänner. Die Dobrudscha ist mit Ausnahme der schmalen gegen Galad ziehenden Landzunge vom Feinde gesäubert. In der rumänischen Ebene außer erfolglosem Vorfühlen russischer Kavallerie keine be-sonderen Ereignisse. Westlich von OdobeSci haben wir den Milzov überschritten, weil Soveja und an der Oitozstraße feindliche Stellungen gestürmt. West« lich von Valeputna bemächtigte» sich die Russen eines unserer Gräben. Der Stellver.reter des Chefs deS GeneralstabeS: v. Höser, Feldmarschall Leutnant. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. 3. Jänner. Amtlich wird verlautbart: HeereS-front des Generalfeldmarfchalls Prinzen Leopold von Bayern. Südlich deS Driiswjaty-SeeS wurden russische StreiskommandoS vertrieben. Oestlich von Zloczow bei Manajow holten Stoßtrupps der Leib-hufaren-Brigade im Vereine mit österreichisch-ungari» scher Infanterie 3 Offiziere und 127 Mann auS den russischen Linien. Front dc« Generalobersten Erzherzog Josef. Starke feindliche Angriffe gegen Mt. Faltucanu fchei-terten verlustreich. Zwischen Susita- und Putnatal sind mehrere Höhen im Sturme genommen, Gegen-flöße der Russen und Rumänen abgeschlagen und Barfesci und TapeSci nach Kamps besetzt worden. Heeresgruppe deS GeneralseldmarschallS von Mackensen. Unsere Bewegungen vollziehen sich weiter plangemäß. In den Bergen zwischen Zabalatal und der Ebene drängten deutsche und österreichisch>un-garisch«: Truppen den Feind nach Nordosten zurück. Westlich und südlich von Focsani stehen Truppen der neunten Armee nun vor einer befestigten Stellung Ich finde ein Mädchen : „Gott, muß das schön sein, wenn so wild geschossen wird.' Ich widerspreche, wir streiten, wir gehen — eS wär' zu »schön ge» wesen, — auseinander.-- .Ah, da ist ja unser Held", begrüßt mich ein Bekannter, der mich erwischte. „Na Ihnen hat ja daS Trommelfeuer herrlich angeschlagen." „Mir wäre ein Bier, das eben angeschlagen wird, lieber.' „Kann gemacht werden. Kommen Sie nur mit mir. dort können Sie mir was vom Trommelfeuer erzählen. Interessiert mich wirklich sehr, wirklich!' „Aber mich nicht, wirklich! Habe übrigens eine Verabredung — entschuldigen." Ehe der andere Zeit zur Widerrede findet, bin ich davon und renne einem biederen Ehepaar in die Hände, das mich seit meiner Kindheit kennt. „Da sich her, Käthe. Da ist er ja und lebt also doch noch." „Kann wirklich nichts dafür." „Na. na, nur nicht so bescheiden sein. Hast Du auch fleißig lichtgebildet?" Nach einigem Nachdenken verstehe ich. ..Aber gewiß." „Und hast Du auch so Granatexplosioneu auf die Bilder erwischt?" Ich werd« stutzig: ,,Na ja, so hie und da." „Du, die mußt Du unS zeigen und erklären" --- der Russen. Pintecesti und Miera am Milcosul wurden gestürmt; 400 Gefangene wurden eingebracht. In der Dobrudscha ist der Russe trotz zäher Gegenwehr weiter auf Vacareni. Jisila und nach Macin hinein zurückgedrängt worden. 4. Jänner. Front deS Generalfeldmarfchalls Prinzen Leopold von Bayern. Nordwestlich von Dü-naburg drangen Kompanien des oldenburgischen Re-serveinfanteritregimenIS Nr. 259 über das DünaeiS und entrissen den Rossen eine Insel. Ueber 40 Gefangene und mehrere Maschinengewehre wurden zu-rückgebracht. Front deS Generalobersten Erzherzog Josef. In den Waldkarpathen geling es russischen Äbteil» ungen sich in der vorderen Stellung nördlich »on MestecaneSci festzusetzen. Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen nahmen nördlich der Oitozstraße und beiderseits von Soveja (im Susitatal) mehrere Höhen im Sturm und halten sie gegen starke An-grisse der Gegner. Heeresgruppe d:S Generalfeldmarfchalls von Mackensen. Oberhalb von Odobesti (nordwestlich von Focsani ist der Milzovuabschnitt überwunden. West-lich der Buzaul Mündung versuchte starke russische Kavallerie vorzudringen; sie wurde zurückgeschlagen. Schulter an Schulter haben deutsche und bulgarische Regimenter die hartnäckig verteidigten Orte Macin und Jijila gestürmt. Bisher sind etwa 1000 Ge-sangene und 10 Maschineng wehre eingebracht. Die Dobrudscha ist damit bis auf die schmale gegen Ga-latz verlausende Landzunge, auf der noch russische Nachhuten halten, vom feinde gesäubert. Gegen Frankreich und England. Die Berichte der deutschen Obersten Heeresleitung. 3. Jänner. Amtlich wird verlautbart: HeereS-gruppe des deutschen Kronprinzen. Mit zunehmender Sicht entwickelte sich nachmittags lebhafte Artillerie-täligkeit im MaaSgebiete. Im Priesterwalde drangen Patrouillen deS LandwehrinfanteriereglmentS Nr. 03 diS in den dritten französischen Graben vor und kehrten nach Zerstörung der Verteidigungsanlagen mit zwölf Gefangene» zurück. Der Krieg gegen Italien. 3. Jänner. Amtlich wird verlautbart: Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des EhefS de» SeneralstabeS: v. Höfer, Feldmarschall Leutnant. Am südlichen Balkan. Der Bericht des bulgarischen ♦ GeneralstabeS. 3. Jänner. Mazedonische Front. Ja einzelnen Abschnitten der Front lebhaftes Ärtilleriefeucr und für uns günstig verlaufene Patrouillengefechte nord-westlich von Bitolja, wobei wir Gefangene machten. Zwischen dem Vardar und dem Doiran-See lebhafte Tätigkeit der feindlichen Artillerie. Zwei Kriegs-schiffe beschossen ergebnislos unsere Siellungen bei Orfano. Während deS ganzen Urlaubes, wv ich geh und steh, im Theater und im Kaffeehause prasseln die Worte Front, Schießen, Granaten wie ein Trommel» feuer auf mich nieder und ich bin machtlos dagegen. Ich mutz mich ins Unvermeidliche fügen. Der eine leitet das Gespräch witzig, der aadere wohlwollend, ein dritter erstaunt, neugierig, ein vierter von vorn-herein ungläubig usw. eiu. Jeder aber glaubt, mir wahrscheinlich einen Gefallen damit zu erweisen, wenn er mch über diese» Temä zum Sprechen bringt. Ich schieße auf Urlaub mehr als je im Felde, — eS ist zum Schießen! Schließlich ist meine Verlobung ent-zwei, Freundschaften sind zerrissen, meine Mutter ist gekränkt — alle behaupten, mir wäre der Kamm geschwollen usw. Ich komme an die Front, wo augenblicklich hei-lige Ruhe herrscht und werde von den Kameraden mit schadenfrohem Jubel empfangen, bloß, weil mein Urlaub zu Ende ging. Ich schwöre, keinen Urlaub mehr zu nehmen — biS eben zum nächsten. des Cillirr Ztadtoerschöne-ruugsvereiuts bei Spielen! Wetten und Vermächtnissen, q Jlimtra: 2 Rumänische Front. In der Dobrudscha zog sich tder Gegner auf die mächtig befestigte Stellung längs tder Straße Macin—JijlUa—Vacareni zurück. Der Vormarsch gegen diese Stellung dauert fort. Wir be-ssetzten die Höhe 108 östlich von Jijila. Feindliche Monitore beschossen Tulcea. Der Krieg der Türkei. Die Berichte des türkischen Haupt-q u a r t i e r s. 2. Jänner. Tigriefront. Am ZI. Dezember 1916 gnsf der Feind einen Teil unserer Stellungen an, wurde ober unter schweren Berlusten zurückgeworfen, die auf 500 tiS 600 Mann geschätzt werden. Aus Stadt und Jand. Vom k k Staatsgymnasium. Um dem ZahreSderichte der Anstalt eine Ehrentafel einfügen zu können, in der die ehemaligen Schüler zu ver-zeichnen wären, die für ihre Leistungen im Kampfe fair Kaiser und Reich ausgezeichnet worden sind, s«rner jene, die im Kampfe den Heldentod erlitten h«abcn, bittet die Direktion, ihr diesbezügliche Mit-teilvngeu zukommen zu lassen. Evangelische Gottesdienste. Sonnlag d>en 7. d. findet in der evangelische Kirche der öffeiit-luche Gottesdienst abends um 6 Uhr statt. Herr Pfarrer May wird predigen über „Der Ernst der Gtunde". SamSlag den 6. d. finden Gottesdienste im Lichlenwald und Rann statt. gur Schmückung des Heldenfrled Hofes spendeten Haupiman» Piejchern 10 St, ein Fähnrich 2 K, Wachmann Schwarz 3 K, Meißner 11 K. Weitere Spenden werden beim Kaufmann Franz Karbeutz entgegengenommen. Spenden, Anstelle der sonst üblichen Neu-jtahrSkalendlr für die Kunden spendete der Kauf« man» Karl Loibner für den Ärmenfond 40 K — Wrau Josefine Kupka spendete für arme Kinder 100 Kronen und für unsere d7er 100 K. Neujahrsenthebungskarten haben ge> ltSsi: Herr Ferdinand Wolf 2 K, Herr CtadtamtS-v'vrstand Dr. Otto Ambrofchiifch 5 K. Die fünfte KriegSanleihe Bei dem Ab-scheiden deS alten Jahres ziemt es sich, Rückschau z,u halten auf dasjenige, was dieser kalendarische Zeitabschnitt sowohl im öffentlichen Leben a!» auch um Leben des Einzelnen hervorgebracht hat. Im Wahre 1916 sind zwei Kriegsanleihen aufgelegt wor-doen, von denen die vierte daS ansehnliche Ergebnis vson mehr als 4'/, Milliarden gebracht hat, wäh> rcend die fünfte, welche noch in der Zeichnung steh», «na gleiches Endziel erhoffen läßt. Im Vertrauen a»uf die Hilfsbereilscha't und vaterländische Ergeben-h»e>t der Bevölkerung Oesterreichs darf die Erwar-lmng ausgesprochen werden, daß den glänzenden «siegen unserer Truppeu ein Milliardensieg der Da-h,cimgebliebenen folgen werde. ES ist deS öfteren hervorgehoben worden, daß die KriegSanleihe als Weripapier nicht nur erträgniSreich, sondern auch uuibedingt sicher ist. Eine volle Gewähr für die Si-chherheit dieser Anlage liegt auch in den Worten, die den neue SchatzvnwalUr Oesterreichs Finanzministcr Wr. von Spitzmüller in seiner Antrittsrede ausge, fpproche» hat. Es ist selbstverständlich, sagte der Fi. naanzminister, daß der Staat seiner Verpflichtung foowohl zur Einlösung deS Kapitals der KriegSanleihe im tilgungsmäßiger Weise, als auch seiner Verpflichtung der Zinsenzahlung uneingeschränkt nachkommen woird. Daß in dieser Richtung keine Befürchtungen z,u hegen find, dessen ist die Bevölkerung in Oester-mich vollkommen bewußt. Die Betonung deS Um-sttandeS, daß die Zinsen der KriegSanleihe in neuen Einnahmequellen ihre volle Deckung finden müsfen, nvird zweifellos in allen VolkSkreifen befriedigende Alufnahme finden und die Beteiligung an der Krieg»-ainleihe erhöhen. Solche programmatische Erklärnn-g pntalien erweisen werden. Nur wenige Tage stehen ruoch zur Verfügung, damit jedermann, sosern es niicht geschehen sein iollle, seinen Entschluß fasse, sich al» der 5. KriegSanleihe seiner Vermögenslage ent-fflirecheiü» zu beteiligen. Selbst der kleinste Zeichner h«at heute, mehr denn je, die vaterländische Pflicht, inm Augenblicke, in welchem die KriegSereigni^e auf d»er einen oder der anderen Seite der Entscheidung Deutsche Wacht zueilen, dem Staate die Hand zu bieten ! Diejenigen aber, welche durch den Krieg zu Verdienst und Reich, tnm gelangt find, sollen es nicht übersehen, ihre Zeichnungen entsprechend den erzielten Erträgnissen anzustellen oder zu erhöhen. In ernster und schick-falsfchwerer Stunde muß heute der dringende Ruf an alle Oesterreich« ergehen: Zeichnet die fünfte KriegSanleihe! Für das Rote Kreuz Spital in Cilli spendeten : Bezirksgericht Cilli 20, Fran Ella Wvsch-nagg 20, Frau Dr. Dietz 10, Frau Dr. Roschanz 10, Frau Höoigmann 10» Frau Gärtner 4, Frau Paul 6, Fräulein Erika von Klimbacher 6, Frau Major Karlin 4, Fräulein Matnschka 5 K, Frau Dr. Hoffmann Kanditen. Herr Apotheker Rauscher SV Flaschen Bier. Frau Dr. Dietz Marmelade, Hl«, beerfoft und 1000 Zigaretten, Frau Costa-Kuhn Schweinfulze. Allen Spendern besten Dank. Städtische Lichtspielbühne. Die Spiel-folge für die nächsten Vorstellungen ist: SamStag den 6. uud Sonntag den 7. «erden die nordischen Film» „Überschwemmung in Schwede»*, herrliche Naturaufnahme» und da« Drama aus deu Erzberg-werken des nördlichen Schwede» „DaS steinerne Würfelspiel' gegeben. Den Schluß macht das Lust-spiel „Der Reinfall". — Montag de» 8. und DicnS-tag den 9. d. steht der große Sensationsfilm „Da? gekaufie Herz" auf der Spkelordi.uug, außerdem herrliche Naturaufnahmen „AuS unserer grünen Mark". — Wie bereitS berichtet, wird am 13. und 14. d. der berühmte Film „Ave Maria" gegeben, über den wir noch sprechen werden. Geldfund. Gefunden wurde eine Geldnöte, die vom Verlustträger gegen Nachweisung des Eigen-tumSrechttS beim Stadtamle behoben werden kann. Aergerniserregende Pietätlofigkeit. Mittwoch früh wurde bekanntlich auf ciner Wiese in Lava die Leiche eine« jugendlich«» Selbstmörders ausgesundkn. Den ganzen Tag umstanden Leute die Leiche — weil es die Gemeinde Ellli Umgebung erst gegen Abend der Mühe wert sand, den loten wegführen zu lasse». Diese Pietätlofigkeit erregte allge-meine» AergerniS und warf auf die bekannte Amis wirtschaft in der Umgebungsgemeinde ei» bezeichnen-des Licht. Der Geschäftsschluh und Beleuchtungs-einschränkung. Eine Handelsministeriumvcrord-nung vom 6. Dezember besagt: I» der Zeit bis 30. April 1917 sind bei Gewerben, deren Waren-Umsatz sich in für Kundenverkehr offenen GeschäftS-räumlichkeiten vollzieht, mit Ausnahme des LedenS-mitlelhandels. diese Räumlichkeiten samt den zu den-selben gehörigen Kontoren und Magazinen längster s um 7 Uhr abends zu schließen. In Geschähen, in d.'neu Lebensmitteln mit anderen Artikeln in gemein» famer Betriebsstälte ve> kauft werden, dllifen nach 7 Uhr abendS nur Lebensrnittel zur Abgabe gelan» ge». Diese Bestimmungen gelten auch sür den Waren-verkehr der Konsumvereine und anderer Erwerbs und WutschafiSgenoffenschasten, finde» aber, wenn die politische Behörde etwas anderes nicht verfügt, keine Anwendung: 1. auf Wochentage in der Zeit vom 15. bis einschließlich 2.?. Dezember,' 2. auf Arbeiten zur Vornahme der Inventur; 3. auf die Uebersiedlung und die Neuem ichtung des Betriebes und 4. auf Arbeite», die zur Verhütung des Ver-derbeuS der Waren oder in sonstigen Notfällen un-verzüglich vorgenommen werde» müssen. Soserne eine frühere Polizeistunde nicht besteht oder festgesetzt wird, dürfen bis aus weiteres Gast und Schanklokalitäten über l l Uhr abends und Kaffeehäuser über 12 Uhr nachts ulcht offen gehalten werden. Die Schaufenster beleuchtung, die aus mehr als einer Flamme besteht, ist bei Vorhandensein von zwei Flammen auf die Hälfte, bei Vorhandensein von mehreren Flammen aus ein Driitel ihreS bisherige» Ausmaßes einzuschränken, soserne die politische Bezirksbehirde in be-rücksichtigungSwürdigen Fälle» nicht Ausnahmen be-willigt. Diese Behörde bestimmt auch das Ausmaß der Beleuchtung der neuen Anlagen. Die Außeube-leuchiung von Theatern, VergnügungS- und Geschäfts-lokale», von Gast^ und Kaffeehäusern und dgl., die Beleuchtung von NamenS- und Firmenschildern, sowie jede andere Effekt-, Reklame-Beleuchtung ist ver-boten. Diese Bestimmungen finden aus elektrische Beleuchtungen dann keine Anwendung, wenn der hiezu verwendete elektrische Strom ausschließlich durch Wasserkraft erzeugt wird. Uebertreiungen dieser Ver-ordnung und der auf ihrer Grundlage erlassenen Verfügungen werden von der politischen Behörde mit einer Geldstrafe bis zu zweitausend Kronen oder mit Arrest bis zu drei Monaten, bei erschwerenden Um-ständen aber mit einer Geldstrafe bis zu fünftausend Kronen oder mit Arrest bis zu sechs Monaten be-straft. <.«ite 3 Während der Weihnachtsmette ein-gebrochen. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dc. zember v. I. wurde in da» Gasthaus des Lokoschezg in Store eingebrochen und daran« Schinken und Würste im Werte von 100 K gestohlen. «I« der Einbrecher eben mit der »asse, in welcher sich ungefähr MX) bi« 600 St Bargeld befanden, beschäftigt war, kam gerade die »ellnerrn Maria Ratej von der Mitternachtmesfe heim. Dadurch wurde d«r Einbrecher »erscheucht, wtlcher durch die Tür de« Gastlokale« in den Karten die Flucht ergriff und von dort in der Dunkelheit verschwand. Der Einbrecher wurde am nächsten Tage in einer Scheune, wo er nächtigte, verhaftet. Bei ihm wurden noch 2 Kz. Schinkenfleisch 141 «Bargeld, 4 Dietrich« und mehrere Einbrecherwerkzeuge gefunden. Auch hatte er mehrere Garnituren ganz neuer Wäsche und Kleider bei sich. Er hcißt Franz Stufox und ist angeblich au« «rain ge-kommen. Eine Mondesfinsternis wird sich am 8. Jänner ereigne». Verfinsterungen des Mondes er-folgen, wenn er zur Zeit des Vollmonde« einem Knoten feiner Bahn nahesteht. In diesem Falle muß er seinen Weg durch den von der Erde geworfenen Schatten nehmen und er erscheint dann ganz oder teilweise seiner Beleuchtung beraubt. Je nachdem der Mond ganz in den Kern schatten der Erde eintritt oder denselben nur mehr oder weniger streift, ent. steht eine totale oder eine partielle Mondesfinsternis. Eine totale wird es nun sein, die am 8. Jänner in Erscheinung treten wird. Sie beginnt um 6 Uhr 50 Minuten morgens und endet um >0 Uhr 39 Mi nuten vo-mittag«. Die totale Finsternis dauert von 8 Uhr bis 9 Uhr 29 Minuten. Die Sichtbarkeit dies» ersten MondeSfinsterniS dieses Jahres erstreckt sich auf das mittlere und westliche Europa, das nord-westliche Afrika, den Atlantischen Ozean, Amerika, einen großen Teil des Siillen Ozeans, das östliche Australien und daS nordöstliche Asien. In unseren Breiten wild nur ein inehr oder weniger großer Teil der eisten Hälfte der Finsternis gesehen werden, da der Mond vor ihrem E?.»e untergeht. Böhmische Union Bank. Stand der Eil», lagen gegen Kassascheine und EinlagSbücher am 30. De-zember 1916: K 114,005.170 41. Beschlagnahme der Türklinken Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Mimsterialver« ordnung, wonach die Bestände der Fabrikanten und Kaufleute an Türbeschlägen, soweit diese im ganzen rder zum überwiegenden Teile aus Knpser, Messing oder Bronze bestehen, zu Kriegszwecken in Anspruch genommen werden. Der UebernahmSpreiS wird spä-te? veröffentlicht werden. Die Bestände sind bis znm 31. d. bei der Metallzentrale anzumelden. Russenfang. Am 31. Dezember hat der Mar-burger Bremser Wilhelm Mosauer beim Zug «68 in Cilli einen flüchtigen Russen abgefangen; dieser ist wahrscheinlich in Salloch durchgegangen und von dort mit dem Zug in einem leeren Wagen mitge-fahren. Hier wurde er erwischt und beim Bahnhof-kommando abgeliefert. Aus Windischfeistritz. Herr Eduar Horiak, Beamter in Tüsfer, wurde zum Gemeindesekretär in Windischfeistritz ernannt. Ablieferung der Metallgeräte. Mit einer zur Verlautbarung gelangenden Verordnung deS Ministeriums sür Landesverteidigung, wird die Gültigkeitsdauer der im September 191 ö für KriegS-zwecke verfügten Inanspruchnahme von Metbllgerät, »umeist Kochgeschirren, Küchengeräten u. dgl., auS Kupfer, Messing und Nickel bis 30. Juni 1917 er-streckt. Die Besitzer solcher Gegenstände, einschließlich der Erzeuger und Händler, oürfen sie daher auch weiterhin nicht veräußern. Keineswegs kommt aber dieser Verordnung die BedeMung zu, daß hiedurch die Verpflichtung zur Ablieferung za dem behördlich kundgemachten Ablieferungstermin berührt würde. Es sind darnach bei sonstiger strenger Bestrafung die durch amtliche Verlautbarung zur Ablieferung be-stimmten Metallgeräte an den neuerlich hiefür fest-gefetzten Tagen bei den betreffenden Sammelstellen abzuliefern. Der privilegierte Vieheinkauf in Kroatien In der letzten Sitzung des Kroatischen Landtages befaßte sich «er Abgeordnete Pavanic auch mit dem Vieheinkauf für daS Heer in Kroatien und er führte hiezu, wie wir in Agramer Blättern lesen, folgendes auS: Im Juni diese« Jahre» kam Feld-marschalleutnant Jarzebecki nach Agram und erklärte der Regierung, sie möge irgend einer landwirtschast-liehen Organisation den Bieheinkaus für daS Heer zuteilen, da der Lieferant Hafner daran bereits 30 Millionen verdient habe. Doch die Regierung lehnte den Vorschlag ab und da wurde von Hafner, Brig-levic und Grafen DraSkovich ein Konsortium ge-gründet, daS den Vieheinkauf in Kroatien besorgt. fcfltc 4 ^eutßch- Aiacht Stummer l Diese Zentrale verdiente monatlich 600.000 Kronen. Die Einkaufspreise setzte daS KriegSministerium fest, aber da« Konsortium zahlt viel niedrigere Preise entgegen den Bestimmungen deS Vertrages. Daran verdiene das Konsortium viereinhalb Millionen monatlich. Dazu hat das Konsortium da» Privileg, daß eS als erstes aus den Biehmärktea ein-taufea darf Die Veterinäre gehen dazu Hasncr überall an die Hand. Und wieviel verdienen die ver» schiedenen Zwischenhändler! Die Regierung möge den Vertrag de» Konsortium» mit dem HeereSärar dem Landtag mitteilen und sosorl Schrille unternehmen, damit mit dem Vieheinkauf die Kroatische Landwirtschaftliche Gesellschaft betraut werde, wie mit dem Schweineeinkaus. Sie wollte sich die Ausstattung er-schwindeln. Die Antonio Renko war durch längere Zeit hindurch al» verrechnende Kellnerin in der Wcrksrestauration des Franz Dolnicar in Loke Tri-sail bedienst«». Während ihrer Dienstzeit nahm Renko Aenderungen in den Kassebüchern vor und betrog dadurch ihren Dienstgeber um Geldbeträge im Betrage von zusammen 2810 K. Kürzlich betrat der Rc staurateur Franz Dolnicar die Kellnerin, al» sie eben im Kassebuche über Küchenausgaben Aenderungen zu ihren Gunsten vornahm. Auf Grund dieser Wahr« nehmung nahm Dolnicar auch in seinem eigenen Kassabuche eine Überprüfung vor, wobei er sogleich darauskam, daß ihm rund 2610 K abgehen. Hier-über erstattete Dolnicar bei der Gendarmerie die Anzeige, welche die Renko verhaftete und dem KreiS-genchle Cilli einlieferte. Renko gestand auch sogleich ein. Aenderungen aber nur im Betrage vsu 900 K vorgenommen zu haben, will aber von weiteren Be-trägen nicht» wissen. Sie führte schon längere Zeit mit einem Feldwebel ein Liebesverhältnis, welche» nicht ohneFulgen blieb und hätte in absehbarer Zeit sich verehelichen sollen. - ^Ein Treibriemenmarder Gelegentlich einer kürzlich vom Bizewachlmeister Karl Pcrko beim Schuhmacher Franz Pobajac in Lokovin, Gemeinde Doberna, vorgenommenen Hausdurchsuchung wurden in dessen Wohnung eine große Anzahl Treibriemen-stücke von verschiedener Stärke vorgesunden. Hieb« wurde festgestellt, daß dieselben nicht allein von weh-reren Riemen verschiedener Stärke herausgeschnitten, sondern daß auch aus diesen Kalbssohlen, sowie auch ganze Sohlen sür neue Dchuhe zugeschnitten wurden. Pohajac hat zweifellos an den verschiedenen, in der letzteren Zeit verübten Riemendiebstähle teilgenommen und gestand auch teilweise einzelne Diebstähle ein. Ein Ehepaar als Taschendiebe. Das Ehepaar Anton und Elisabeth Dremel an» Bischof-dorf bei Cilli betrieb den Taschendiebstahl in Cilli und Umgebung schon seit längerer Zeit in geradezu schwungvoller Weife. Meist trieben sie sich am Bahn-Hofe in Cilli herum und plünderten die Reisenden. Kaum ans der Strashaft entlassen, machten sie sich sofort wieder an ihr sauberes Handwerk und in der kurzen Zeit ihrer Freiheit stahlen sie verschiedenen Personen Geldbeträge von zusammen mehr al» 2000 Kronen. Hiebe« benutzten sie auch da» „Anstellen" bei den verschiedenen Geschäften. So stahlen sie u. a. der Berta Schribar, Gastwiuin au» St Prler i. S-am Bahnhost in Cilli 600 K. der AgneS Groß au» Gaberje 32 K, der Marie Zeleznik au» St. Christos im Geschäfte des Kaufmannes Stiger in Cilli 174 Kronen, der Marie Buzzen im Petroleumgefchäfte Austria 150 K usw. Beide Dremel sind flüchtig und werden von der Gendarmerie eifrig verfolgt. Bei der Hausdurchsuchung wurden in ihrer Wohnung 1000 K Bargeld und viele Wertgegenstände au» Gold und Silber vorgefunden, welche alle von Diebstählen her-rühren. Im Schlafe bestohlen Kürzlich zechte der Besitzer Josef Kufar aus Paak, Bezirk Gonobitz. im Gasthaufe de» Johann Rupnik ebendort und schlief beim Tische infolge Trunkenheit ein. Neben ihm saß der Taglöhner Aloi» Levovnik, welcher, als er sich unbemerkt glaubte, dem schlafenden Kusar seine in der Westentasche verwahrten Geldtasche nahm, in welcher sich 1004 St befanden und damit verschwand. Al» Kufar erwachte, bemerkte er sofort den Abgang seiner Geldtasche samt dem Gelde und erstattete bei der Gendarmerie die Anzeige, welche den Täter noch am selben Tage festnahm und dem Bezirksgerichte Gonobitz einlieferte. Bei Loovnik wurde fast noch der ganze Betrag vorgefunden. Das Räuberunwesen im Unterlande. Zu den zahlreichen Untaten der Räuberbanden, die offenbar über die kroatische Grenze kommen, um die stei» rischen Grenzorte unsicher zu machen, werden nun ruu-ertich nächtliche Uebersälle gemeldet. Kürzlich suchten Räuber den Ort Ctoperzen an der BezirkSstrabe Maria-Neustist, sech» Kilometer von Rohitfch, heim und raub- ten daS Geschäft deS tkrämerS Drosoriig vollständig aus; einem Grundbesitzer stahlen sie Fleisch und Speck, einem Oberlehrer Bargeld. Man verscheuchte ste durch Schüsse, aber an eine Verfolgung der 12 bis l4 Räuber war nicht zu denken, da ste ihren Weg durch den Wald nahmen. Die Behörden sollten endlich einmal wirksame Maßnahmen treffen, um diesem Unwesen, da« die Be-»ölkerun« eine« großen Teile» des Unterlandes beun-ruhig!, ein Ende zu bereiten. Labestation Steinbrück. Anläßlich der Weihnachtszeit wurde eine Sammlung sür Zigaretten eingeleitet, welche das schöne Ergebnis von K 275-50 ergab. Größere Beträge spendeten: die Herren Beamten vom Verkehr und der Sektion K 60 50, Frau AnniePfletschinger von Brück a. M. 50, die Bedien-steten der Bahnhofrestauration 34, Herr und Frau Direktor Krisper aus Ratfchach bei Stein brück 20, Baronin und Baronesse Haan aus Ratfchach bei Steinbrück 15, Herr von Hornig, Schloß Scheuern 10. Herr Dr. Habianitsch l0, Frau Peterman», Bahnhoftrasikanlin 10 K. Allen gütigen Spendern, welche es ermöglichten, daß in den WeihnachtStagen, die hier ducchfahrenden Truppen mit Zigaretten be-dacht werden konnten, fei hiermit herzlichster Dank ausgesprochen. Karl Prölls „Reichsdeutsches Weih-nachtsbäumchen". 34. Jahresversammlung, fort-geführt von der MädchenortSgruppe Berlin de» Ver-eines sür das Deutscht m im Auslande. Auf da» UnierftützungSgebiet Südsteiermark entfielen diesmal 400 Mark (608 St). Davon erhielten die deutschen Kindergärten und Schulen in Bcunndors, Pobersch, Frieda» je 5'J K; Thesen, Roßwein, Rolhweia, Windisch.Feistritz, Windischgraz Wöllan je 40 K; Schönstein, Lichtenwald, Pragerhof, Pickcrndorf je 30 K; LeiterSberg und Kartfchowin den Rest. Eine Schuhmacherkolonie im Sann tal. Man berichtet der Tagespost: Im oberen Sann-4ale der grünen Steiermart hat sich eine aus gär-zischen Flüchtlingen sich rekrutierende Schuhmacher^ kolonie niedergelassen, die derzeit 1100 Mitglieder zählt. Ihren Mittelpunkt bildet die Schuhmacherge-nossenschast in Lerbovec. Die Genossenschaft versorgt die ganze Kolonie mit LebenSmitteln. In der letzten Zeil sind zahlreiche Arbeiter der Genossenschaft zur aktiven Militärdienstleistung eingerückt, da insölge-Ledermangels der Gewerbebetrieb nicht in vollem Um-sänge aufrechterhalten werden kann und die Kriegs-Verwaltung daher die Zahl der vom Militärdienst befreiten Arbeiter entsprechend eingeschränkt hat. Einen Hauptzweig der genossenschaftlichen Tätigkeit bildet die Erzeugung von Holzschuhen, die sich allmählich eines bedeutenden Absatzes erfreuen. Viele hundert Holzschuhe gelangen täglich zum Versand. Eine Be-sonderheit bilden Schuhe, die auS zahlreichen kleinen Lederstückchen hergestellt sind. Die Sohlen und die Absätze bestehen aus sieben Teilen, der Oberteil de» Schuhes in der Regel aus 32 kleinen Lederabschnit-ten. Da die Arbeit gut und solid ist, sind auch diese Kriegsschuhe ziemlich dauerhast. Die Schuhfabrikalion geht flott vonstalten, wohl aber stößt die Leben»-mittelversorgung der Schuhmachcrkolonie mitunter auf Hindernisse, die indessen bisher da» Gedeihen der Kolonie nicht wesentlich zu beeinträchtigen vermochten, chen mit den Tropfen. Am nahen Friedhofe liegt ein Hügel, ein weißes Krenzlein steht darauf, die alte Frau hats so gewollt. Sie ist bei ihrem Sohne ge-blieben und hütet das Fleckchen Erde, worunter ein armes Menschenkind aus dankbarer Liebe zu ihr den ewigen Schlummer schläft. — WurWanölung Mutz Nasch Rathaus «» , » Rathaus gasfe 1 . . WHllI . . nasse I Schrifttum. Wie Nutzgeflügelzucht gefördert wird! Ueber Anregung deS Statthalters Ära' Cla>y-Al-dringen hat der steiermärkische LandeSschulrat am 28. nnd 29. Dezember aus dem Gute St. Martin bei Graz in der dortigen Geflügelzuchtanstalt einen Nutzgeflügelzuchtkurs für Voiksschullehrer veranstal-tet, zu welchem an» 35 Schulbezirken ganz Steier-marks 56 Lehrer einberusen waren. Den KurSteil-nehmcrn wurde die Reise »ach St. Martin und zurück vergütet und ein Taggeld von 10 K zuer-konnt, da» am Schlüsse des Kurses in St. Martin ausbezahlt worden ist. Vortragender und Leiter de» Kurse» war der Konsulent G. Wieninger im k. k. Ackerbauministerium. Diese Kräfte sind sür ihren Schulbezirk al» zukünflige Wanderlehrer sür Geflügel- zucht auSersehen. — Möge dies«» Beispiel zeigen, wi« man in der Lage ist, Nutzgeflügelzucht rasch in» Volk zu bringen und Geflügelzüchter, ganz besonder» die Geflügelzüchter am Lande, aus den großen U»-fchwung in der Geflügelzucht, der i« Oesterreich be-vorsteht, vorzubereiten. — Wer für die Hebung, Verbesserung und Förderung seine? Geflügelzucht Interesse hat und erhöhten Nutzen erzielen will, sei aus „Mein SonntagSblatt", Wochenblatt für Hau», Hof und Garten, praktischer Ratgeber sür Jedermann, in Nentttschei», aufmerksam gemacht und lasse sich eine Probefolge kostenlos kommen. Eingesendet. Nach der Schlacht! Tief« Nacht liegt auf dem Schlachtenfelde, Schaurig hallt der Ruf de» Totenvogels durch die Luft«-Freut sich wohl der reichen Beute. Die rundum im mondbeglänzten Felde Schon bereit für ihn zum Fraße liegt. Tausend taps're Krieger, wack're Männer Hatten sich für'» Vaterland geopfert, Taufend, für die vielleicht daheim die Mütter, Väter, Söhne beten ohne Brot! Doch nicht alle hat der Todesengel angehaucht, Aechzend richtet sich noch einer mühsam auf; Und mit matter Stimme sängt er an zu beten: Vater, nimm mich auf in deine Hände und vergib mir . . . Nicht zu enden mehr vermochte der arme Krieger Grausam, kalt drückt ihn der Tod darnieder. Ein krampfhaft letzte« Zucken noch, ei« letzter star, rer Blick; Er denkt wohl nicht mehr an die Welt zurück. — So liegt auch er gleich seinen Kameraden tot, So warten all' die Tapferen, die Braven, Sie warten auf da» erste Morgenrot Und harren wohl umsonst, denn tot ist tot! — Co. Synek, Fähnrich. Cilli, 2l. Dezember 1916. -^.Vermischtes. Die Kartvsfelfchützengräben. Die merkwürdigsten aller Schützengräben in dieser so schützengradenreichen Zeit hat neuerdings der Pariser „Figaro" entdeckt. „Weiß man", so fragt daS Blatt, „daß gegenwärtig auch weit hinter der Frout, fa-zusagen im Herzen des friedlichen französischen Lan» deS, Schütze.rgräben hergestellt werden? Die» ist. so erstaunlich e» auch klingen mag, tatsächlich »er Fall, und daS französische Publikum hat ein gute» Anrecht darau«, einige» über die näheren Umstände diese» Arbeitseifers zu erfahren. Da sich unter den Bauern das Gerücht von der Möglichkeit einer Be-fchlagnuhme der Kartoffeln zwecks Festfetzung eine« Höchstpreises verbreitete, sind die Bauern in Mittel-ftankreich seit kurzem eifrigst damit beschäftigt, in ihren Feldern tiefe Gräben anzulegen, die mit Holz planken ausgelegt werden, um unendliche Mengen von Kartoffeln und anderem Gemüse auszunehmeu. In dieser Zeit, da Frankreich so viel kriegerischen Mut bewiesen hat, wollen auch die einfachen Bauern, die daheim blieben, nicht zurückstehen, uud auch sie rüsten sich zum Kamps — nur leider zum Kampf gegen ihre eigenen Mitbürger. Sehr bald werden alle Kartoffeln verschwunden sein, um dann vielfpä-ter zu Phantasiepreise» aufzutauchen. Darum erscheint es uns dringend notwendig, die Regierung aus diesen neuen Kriegsschauplatz aufmerksam zu machen, da die BesestigungSarbeiten des Feindes, wie gesagt, bereit» im vollen Gange sind." Woher der Tite l „Lor d* sta m m t. Ueber die Entstehungsgeschichte deS Wortes Lord, des Ti» tels, den heute in England sowohl eine Anzahl von Standespersonen wie auch manche höheren Beamte führen, gibt ein bayrischer Schriftsteller dc« vorigen Jahrhunderts, Freiherr v. Hallberg-Brvrch, eine ebenso drastische wie gute Erklärung. Er schreibt: „Das Wort Lord stammt aus den Zeiten 827, al» die Dänen in England landeten, um zu plündern. Die Engländer nannten damals einen müßigen Dä-neu, der sich reich gestohlen hatte, Lurdane oder Lorddane, wie man noch häufig im Norden einen müßigen Menschen Lord nennt, und dieser schimpft lich« Spottname wurde endlich der Ehrentitel sür ebensolche müßige Menschen.* — Die englischen Lords können sich demnach aus ihren Titel, wenn sie gelegentlich auf seine Entstehung zurückblicken, nicht allzuviel einbilden. i Stummer 2 Deutsche Wacht ©fit« 5 ptie Waötsprüche der haösvurgischen Herrscher. Eine interessante Zusammenstellung der Wahl-fpriüche der Habsburger finden wir im »Neuen Wiener Tazzblatf. Rudolf von Habsburg, der Stifter der Dy-nasstie, führt« vor feiner Erwähluvg zum deutschen Kaiiser im Wappen einen geharnischten Arm, der eine Kewle und einen Oelzweig trägt, al« Symbole von Krieg unto Frieden mit der Devise „Ultrum libet" (Wie Ihr wollt). Nach der Krönung (1273) nahm e» den Wahl-fpriuch an: „Meliu« bene imperare quam imverium amipliare" (Bester ein Reich gut zu regieren, al« c« zu mehren). Sein Sohn Albrecht I. erkor den Wahlspruch: »Fmgam Victoria ntfltü" (Der Sieg rennt leine Furcht), auch führte er den Spruch im Munde: „Quod opti-mu m idem jucundisfimum" (Da« Beste ist auch da« Antgenehmste). Dessen Sohn und Siachfolger Friedrich der Schöne wählte den Spruch: .Beata morte nihil btaitiu«" (Dt« größte Glück, ein seliger Tod). Leopold der Slorre'che führte eine Bleiwage mit der Umschrift: .A,equa diznoSei«' (DaS Richlige erkennend). Albrecht der Zweite, der Weife, ironisierte lein Gebrechen — er wir infolge einer Vergiftung gelähmt — durch einen Stelzfuß mit der Umschrift: „ttt hic verum agif (Auich dieser führt sich wie ein Mann). Otto der Fiöh-lich« führte einen geflügelten Greif mit der Devise: „UmguibuS t rostro ae alifarmatu« in hostem (Gegen dem Feind bewaffnet mU Krallen, Schnabel und Flügel,n). Rudolf der Stifter, der erste Eizherzog Oester-reiithS, hatte um einen Fuchs die Devise: „InsipienS fapiientiae" (welche« Fugger überlest: „Die arge List mit! Weisheit ist"). Albrecht IV., genannl da» Welt-wuinder, auch mit dem Beinamen der Geduldige, ge-brauchte da« einzige Wort: , Paulatim" (Allmählich) nntter dem Sinnbilde sine« in ein Brett gebohrten Na,gelbohrer«, welche Devise schon im Jahre 11 >0 Grraf Otio II. von Habsburg geführt hatte. Al-breecht V. führte den Wahlspruch: .Amicu« oplima vi° tae possessio" (Ein Freund, der größte Schatz dc« Lebern«). Kaiser Friedrich 111. (gestorben 1493) ha»« al« Derrise die fünf Buchstaben a, e, i, o, u, di« er selbst In einer Handschrift erklärt, und zwar deutsch: „Alle« Ertdreich ist Oesterreich unlertin", lateinisch: „Austriae «st imperare orbi universo'. Al» Kaiser wählte er als Sirnnbild eintn Dreifuß, auf welchem «in offen?« Buch liegzt, auf da« eine schweribcwaffaele Hand den Schwert« kophf ansetzt mit der Devise: .Hic regit, ille tuetur' (DcaS Bmb. die Weisheit, regiert, da« Schwert beschützt od«rr wie Fugger sagt: Verstand und Hand schirmen ba«t Land). Maximilian I., „der letzter Ritter", führte anfänglich ein außen herum mit Schwertern und Etitreitkolben besteckte« Rad. über welchem ein Reich«-apstfel schwebt mit der Bandschrift: „Per tot diScri Minna' (Durch alle« Ungemach); später bildete sein Waahlspru» die Worte: „Tene meniuram et reSpIcc fineem" (Halte Maß und bedenke da« Ende). Ferdi-dinaand I. wählte den bekannten Spruch: Fiat justitia. »errcat mundu«". Maximilian II hatte al« Sinnbild einien Adler, der eine Weltkugel in den Klauen hält, miit der Devise: „Prcvidebit dominuö" (Gott wiid vorsehen", Mosi« I.), Rudolf II. «ahm de» Spruch an: Fulget caefari« astrum" (E« strahlt da« Gestirn de» Kaiier»). Sein Bruder und Nachfolger Mathias II. wählte eine mit dem Kreuz geschmückte Weltkugel, von Sonne und Mond bestrahlt, mit dem Spruche: „Con-cordi lumine major" (Im vereinten Lichte größer). Ferdinand II.: „Legitime certantihu«" (Den rechtmäßig Streitenden), Ferdinand III.: „Pietata et justitia" (Mit Frömmigkeit und Gerechtigkeit). Kaiser Leopold I.: „Consilia et industria" (Durch Rat und Fleiß), ver» sinnbildet durch eine gekrönte Erdkugel, links und recht» zwei aus Wolken hervorragende Hände, die eine mit einem Szepter, die andere mit einem Schwert, darüber wacht da» Ange Gölte». Jolef l. Wahlspruch war: „Amore et timore" (Durch Liebe und Furcht), sein Bruder Karl VI. nahm daS Motto: »Constantia et fortitudine" (Mit Standhaftigkeit und Stärke). Kai-serin Maria Theresia gebraucht« da» letzte Sinnbild: Um den böhmischen Löwen, der mit der linken Tatze sich auf Oesterreich« Wappen lehnt, in der anderen da« ungarische Doppelkreuz hält, die Worte: „Justitia et elementia" (Mit Gerechtigkeit und Milde). Ihr Ge« mahl Franz I. Stephan wählt« al« deutscher Kaiser den Wahlspruch: „Pro des et imperio * (Für Gott und Reich). Josef ll. Wahlspruch war: Virtute et exem-plo' (Mit Tugend und Beispiel), Leopold II: »Ope« regum corda subditorum" (Die Schätz« der Könige sind die Herzen der Untertanen). Franz II., der letzt« rö-misch deutsche Kaiser, hatte zum Wahlfpruch: „Lege et side" (Mit Gesetz und Treue). Später nahm er die Devise de« dänischen Elefanlenorden« an al« Wahl-spruch: „Justitia regnorum funvamentum". (Die Ge-rcchtigkeit ist die Grundlage der Staaten). Ferdinand I. wählte au« Ovid den Wahlspruch; „Rccta tueri (Da« Recht schützen), Kaiser Franz Josef 1.: „Biribu» uni» ti«" (Mit vereinten Kräften),' da« auch die Devise de« Franz Josef-Orden« und dc« Zivilvcrdiensttreuzc« ist. Da8 Erscheinen des heimischen Verlagsunternehmens ♦ ♦ PHILIPPS BUCHEREI wurde vom Publikum auis herzlichste begrflsst und die ersten Bande nahem ausverkauft. Bisher sind 12 Bände erschienen- ml % •i i i K I 1 I I Bücherverzeichnis gratis. Diese 12 Bände enthalt® 6 Romane, 81 Novellen und Humoresken und eignen sich besonders zur Äü „t" HAUS BÜC HEREI ,?!«3.rtEE Jeden Monat erscheint abwechselnd ein weiterer Roman- oder Novellen-Band. Durch jede bessere Buchhandlung oder gegen Voreinsendung des Betrages vom Verlag PHILIPPS-BÜCHEBEI, Wien, VI., Barnabitcngasse Nr. 7, zu beziehen. Postsparkasse Nr. 36.900 oo Fernruf Nr. 21 oo AmillsßmMllFmi «m Herstellung von Druckarbeiten wie: werke, Zeitschristen, Broschüren, Rechnungen, Briefpapiere, Auverts, ^Tabellen, öpeifentarife, Geschäfts-und Besuchskarten, Etiketten, tobn-lltftcti, Programme, Diplome, Plakate Inseratenannuhmeftelle für die Detitfche Wacht Vermählungsanzeigen, öiegelmarkei» Bolletten, Trauerparten, Preisliften, Ourchschreibbtlcher, Drucksachen für Aemter, Aerzte, Handel, Industrie, Gewerbe, tandwirtschaft u. private in bester und solider Ausführung. :: Cilli, Rathausgafft Rr. s "irarncr 2 Kundmachung. Laut Beschluss des Gemeindeausschusses der Stadt Cilli vom 20. März 1914 beginnt das neue Hundeversteuerungsjahr mit 1. Jänner 1917. Es ist demnach für jeden über 4 Monate alten im Stadtgebiete gehaltenen Hund eine jährliche Gebühr von 15 K zu entrichten. Für an Ketten gehaltene Wachhunde und für im Gewerbebetriebe gehaltene Hunde ist eine Jahresgebsihr von 10 K zu erlegen. Für Hunde durchreisender Fremden werden Fremdenmarken mit der Gültigkeit von drei Monaten gegen Erlag von 4 K ausgegeben. Die Hundemarken werden vom 15. Jänner bis 15. Februar 1917 in der Stadtkasse gegen die betreifende Gebühr und eine Ausfertigungsgebühr von weiteren 20 Hellern verabfolgt. Sämtliche im Stadtgebiete gehaltenen Hunde sind bis 15. Februar d. J. bei der Sioherheitswaehe anzumelden und es muss auch die Tötung, der Verkauf oder Verlust eines Hundes daselbst bekannt gegeben werden. Jede Uebertretung dieser Vorschriften, sofern sie nicht eine durch das Strafgesetz zu bestrafende Handlung darstellt, wird im Sinne des § 47 des Gemeindestatutes für die Stadt Cilli mit einer Geldstrafe von 2 bis 20 Kronen zugunsten des Gemeindearmenfondes, im Kichtein-bringungsfalle mit den entsprechenden Arreststrafen bestraft. Stadtamt Cilli, im Jänner 1917. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jaborncgg. Vollkommenste der Gegenwart! Bogenschiff B (ScfcwInflschlflT toi--g-v- u. tflc'»würi» ti Ii.m <1) Kayser Ringschiff Kayser Central Babbln Kunststickerei sehr gwipL Singer Näliniascliiueu schon von 80 K aufwärts. Grosses Lager bei Anton Neger CSilli Gross« Repm atur-\Verk*tfttte lär ull« Sy » rne. fachniltiuüch gul und kil.iz. 8initliche BcstauJtclli», Nadelu. 0.1, Schiffeben et«, *i>wi« uiicn «»uitlieli« Falirradhwtaiid teile. Elektrische Taschenlampen und Batterien. VI eilxS WcSir«BllSIl, ^lusikinstrumentenmavher Kaiser Wilhelmstrasse Nr. 14 ■ Cilli ■ Kaiser Wilhelmstrasse Nr. 14 Reich bulliges Lager in Violinen, Gitarren, Zithern, Mandolinen, Mund- und Ziehharmonikas, Violinkäslen und dergleichen Goldklang-Lauten Bestandteile fflr sämtliche Musikinstrument®. Beste Violin- und Zithersaiten. Kimdmachtins;. Anforderung von Schweinefett. In teilweiser Abänderung der zufolge Statthaltereierlasses vom 25. Dezember 191(5, ZI. 4-4086/1 W.-M. 16, veröffentlichten Kundmachung über die Anforderung von Schweinefett hat die k. k. Statthalterei in Graz mit dem Erlasse vom 25. Dezember 1916. ZI. 4-4086/3, angeordnet, dass Viehh<er, welche nicht dem Bauernstände angehören und ausser einem einzigen Schweine keinen anderen Viehstand besitzen, von der Abgabe der angeforderten Fettmengen befreit sind. Gleichzeitig werden die politischen Unterbehörden ermächtigt, Vieh-hälter, welche Industriearbeiter oder Eisenbahnangestellte sind und keinen anderen Viehstand als Schweine besitzen, über ihr Ansuchen von der Lieferung der angeforderten Fettmengen gänzlich zu befreien, wenn sie eine Bestätigung der Gemeindevorstehung beibringen, dass sie keine Fettkarten beziehen und die gewonnenen Fettmengen ausschliesslich zur Erhaltung der eigenen Familie verwenden. Weiters hat die k. k. Statthalterei mit dem Erlasse vom 25. Dezember 1916, ZI. 4-4426/8 W.-M., angeordnet, dass, falls geschlachtet« Schweine in ganzen Stücken verkauft werden, die Verpflichtung zur Ablieferung der angeforderten Mengen an rohem Schweinefett und Schweinespeck auf denjenigen Übergeht, der die geschlachteten Schweine zum Zwecke der weiteren häuslichen oder gewerblichen Verarbeitung übernimmt. Stadtamt Cilli, am 30. Dezember 1916. Der Bürgermeister: Dr. T. Jabo niese. Aufforderung der Militärtaxpflichtigen zur Meldung. Auf Grund des Gesetzes vom 10. Februar 1907, R.-G.-B1. Nr. 30, haben sich alle Militärtsipflicbtigen bis zum Erlöjcben ihrer Militärtaxpflicht alljährlich im Monat Jänuer bei jener Gemeinde zu melden, in welcher sie am 1. Jänner dieses Jahres ihren Wohnsitz haben. Die wegen eines 1600 K nicht übersteigenden Einkommens oder am ander« n Gründen zu g« wäitigende oder im Voriabre eingetretene Befreiung von der Personaleinlcommensteuer oder von der Dienste'satztaxe enthobt nicht von der Verpflichtung zur Meldung. Die Meldung lymn entweder schriftlich oder mündlich geschehen. Schriftliche Meldungen haben durch Einsendung zweier in allen Rubriken mit leserlicher Schri't vollständig und wahrheitsgetreu aufgefüllter Melileformnlaie au die Gemeinde zu erfolgen. Meldeformulare sind bei der k. k. Bezirkshauptmaunscbatt und bei der Gemeindevorstehung unentgeltlich erhältlich. Die Einsendung der Meldungen geniesst in den im Beiihsrate vertretenen Königreichen und Ländern die Portofreiheit. Die Meldeformulare sind derart eingerichtet, dass sie, zusammengefaltet und adressiert, ohne Verwendung eines besonderen -Umschlages der Post tibergeben werden können. Müddliche Meldungen werden von der Gemeinde in beide Meldeformulare eingetragen. Meldungen, welche durch eine Mittelsperson erstattet werden, entheben den Meldepflichtigen nicht von der Verantwortung für die Erfüllung der ihm obliegenden Verpflichtung. Meldepflichtige, welche die vorgeschriebene Meldung nicht rechtzeitig oder in wesentlichen Punkten unvollständig erstatten, können mit Geldstrafe bis 50 K belegt werden. Militärtaxpflichtige, welche sich in ihieu Meldungen wissentlich Verschweigungeu oder unwahrer Angaben schuldig machen, verfallen — insofern die Handlung nicht den Tatbestand einer nach dem allgemeinen Strafgesetze zu ahndenden strafbaren Handlung begründet — in Geldstrafen bis 500 K, bei Voihandensein besonders erschwerender Umstände bis 1000 K. Die verhängten Geldstrafen werden im Falle ihrer Uneinbringlichkeit in Arreststrafen verwandelt. Ueberdies steht es im Falle nicht rechtzeitig oder unvollständig erstatteter Meldung der politischen Behörde frei, auf Grund der bekannten oder von Amt« wegen zu erhebenden Daten die Veranlagung der Militär-tslxe ohneweiters vorzunehmen. Stadtamt Cilli, am 9. Dezember 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Heinrich JaboAngg. .»XXX J = JE XXX • •- X x x X «I» «,» Die behördlich konzessionierte Vermittlung für ßealitätenverkehr der Stadtgemeinde Cilli besorgt alle Vermittlungen von Realitäten sowie Tauschgeschäften zu den günstigsten Bedingungen. Hei derselben sind gegenwärtig mehrere Stadthäuser, Landwirtschaften und Realitäten aller Art und in allen Preislagen vorgemerkt und es werden Anmeldungen und Aufträge auf Ankäufe und Verkäufe entgegengenommen. Auskünfte werden im Stadtamte (Sekretär Hans Blechingcr) erteilt. f f f f f ^ f f f f f Wie -OOmM. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. -»»»atastsveUa»» der ^0-atsche« tw Äiffi. | Ist®" -öü&aotr erschem, ,«den ötmnraij ai« uu-nt^«»!i»« Beilage die t-eteri. • r*. — 1 [| * -3StuH<>»n „XU feabwatf nidii | 1917 Verirrt nnd doch gesunden. Griginal-Roman von Konstantin L)arro. Auch Herrn Jobst Hartenau schien nicht all. zuviel an einem guten Einvernehmen zwischen Fred und der Stiefmutter zu liegen. Er hielt den ältesten Lohn dem Familienkreis- ebenso fern, wie den ge» brechlichen Jüngsten. Nur daß er sür Fred fiel* eine offene Hand besaß, während er bei Antons Er« Ziehung für seine Verhältnisse »echi sparsam versuhr. Anton wurde im Hause von einem alten wun-derlichen Privatlehrer unterrichtet, der in den jungen Jahren durch die bald« Welt gekommen zu sein schien. Es blieb aber fraglich, ob er sich aus seinen allein durch seine geistigen Fähigkeiten dc» Unter-halt verdient hatte. Man war, wenn man ihn einer näheren Beobachtung unterzvg. zuweilen versucht zu glauben, Herr Dr. Alvis Hübel kknne ebenso gut tkammerdienerdienste versehen wie Aufsätze korrigieren und französische Verben konjugieren lassen. Aber ge-rade diese «nstelligkeit und dieses gesSllige Wesen machten dem reizbaren Knaben, der viel im Bette liegen mußte, den alten Lehrer zu einer uruntbehr-lichen Persönlichkeit. Auch gab eS noch einen tieferen Giund festem Zusammenhalten zwischen Lehrer und Zögling: beide begegneten sich in der Autipalhie welche ihnen Frau A»lta Harienau einflößte. Za, Anton mußte zugeben, daß seine Abneigung gegen die Stiefmutter gering zu nennen war gegen die offenkundige Verachtung, welche der kleine, zusam-mengeschrumpste Dokior Hübel sür die reizend« Herrin im Hause Harienau an den Tag legte. Hetr Zobst und Fred hielten den Alten sür einen unschädlichen Narren, den man aus Mitleid gewähren lassen müsse, nnd Frau Anita nahm die Gegnerschaft von Antoi s Erzieher, die ihr nicht verborgen bleiben konnte, mit einem Schwermuls-lächeln hin. E» pasiieite ihr ja auch so sehr selten, daß Männer abfällig über sie urteilten. Wie hätte sie die mit Furcht gemischte Scheu eines so unter« geordneten Menschen, wie eS AloiS Hübel in ihren Augen war, verlitzen können? Sie ging ihren Weg auf den Höhen de» Lebens unbeirrt weiter. Si» blieb eine vorzügliche Gattin und eine zärtl'ch» Mut» ter. Sie suchte den ältesten Stiefsohn dem elterlichen Hause zu erhalten, obgleich dieses Bemühen nicht ganz den Mün chen ihres Mannes zu entsprechen schien. Zm Uebrigea war ihre Zeit von der Gestl-ligkeit vollständig in Anspruch genommen. Sie be« faß alle Talente, welche sie zum belebenden Mittel-punkte der Gesellschaft machen mußten, und ihrer persönlichen Liebenswürdigkeit war eS in ganz kurzer Zeit gelungen, die tonangebenden «reise ver» gessen zu lassen, daß sie einst eine dienende Stelle im Hause Hartenau innegehabt hatte. Da Fred Hartenau glaubte, für seine Liebe zu Hilda von Versen in der Stiefmutter eine Bundes-geaoffin gewinnen zu können, machte er sich mit leichtem, sorglosem Herzen aus den Weg zur „Villa Hartenau". Es war stets sein Wunsch gewesen, Hilda vor ihrer Abreise in die Heimat den Eltern wenigstens flüchtig zu präsentieren, aber die über-stürzte Zurückbernfung deS jungen Mädchens vereitelte diesen Plan. Doch sollte e« an einer enthusi»» stiichen Schilderung der Borzüge der Geliebten nicht sehlen. Die Leidenschaft sür das holde Mädchen war über ihn gekommen wie »in Dieb in der Nach». Er hatte oft und in t«llst«r Weise sich sür reizende Frauen begeistert. Sein hübsches Aeußere und sein froher Sinn, verbunden mit Uebumut und ein« guten Dosis männlichen Selbstbewußtseins, hatt«n ihm ,'tets zu guten Erfolgen verhelfen. Ja, er war mit der Zeit fchöaen Frauen gegenüber etwas blft-siert geworden. Und al» Sohn »ine» reichen Vat»»t hatte er so oft kouragierten Müttern und Töchtern als Spekulati»nsobj«kt gedient, daß kr »ur mit einem gewissen Mißtrauen einer neuen Damcnbekanntfchast entgegensehen konnte. Er hatte Hilda von Versen in einer kleinen Tanzgesellschaft kennen u>d lieben gelernt. Ihre große Unbefangenheit ihm gegenüber hatte ihn ge-reizt. Sie behandelte ihn durchaus nicht al» Löwen der .Gesellschaft", wie es die anderen taten. Sie zeigte sich sogar ein wenig schroff zu ihm. Von ihren AlterSgenossinnen stach sie vorteilhaft ab. Ihre äußerst einfache Toilette bekundete dennoch peinliche Aknratesse und vermied bis ins Kleinste hinein den bäuerischen Geschmack, .der ihm zuwider war. Sie hätte in der vornehmen Besonderheit ihrer Erschei. nung und idres Wesens jedem Salon einer Welt-stadt zur Zierde gereicht, und gerade die unbewußte Sicherheit ihres Auftretens mußte erkennen lassen, daß ein Grundzug ihre» schlichten und offenen Eha« rakterS Bescheidenheit war Sie tanzte gern und mit Anmut; eS war etwas Schwebendes in ihren Bewegungen, nichts RascheS, Unvermitteltes, Eckiges, sondern eine lässige Grazie, die ihn entzückte. Wenn er nicht mit ihr tanzte, schaute er ihr zu und verglich sie mit ande« ren Damen. Er erkannte sehr bald in ihr die Bc» deutendste von ihnen. Und bis zur Liebe war (8 nun nur noch ein Schritt. Hilda mied, als ste ihn wiedersah, seinen Blick. Er unterhielt sich angelegentlich mit einem jungen, als kokett bekannten Mädchen, und er konnte zu seinem Leidwesen einen geärgerten Zug in Hilda'S offenen Zügen nicht herauslesen. Viel eher lag ein bischen Hochmut, gemischt mit Gleichgiltigkeit in ihren großen, traumhast stillen Augen. Da war e« um ihn geschehen. Er mußte jetzt dieses Mädchen gewinnen, sie mußte seine Macht über Frauenherzeu spüren, und beugte sie sich dieser Macht, so wollte er eS ihr danken durch unbegrenzte Liebe. Er ver-ließ seine Partnerin, die sehr enttäuscht dreinschaute, und sür den Rest des Abends gab er sich völlig dem Zauber hin, den Hilda nun einmal aus ihn auL< übte. Sie — der Verstellung uicht fähig — konnte auch ihm nicht lange verbergen, daß schon beim er-sten Sehen ihr Herz ihm zugeflogen sei. Nur die ihr angeborene und anerzogene Zurückhaltung, der sich eine bei ihrer Jugend verwunderliche Selbst-erziehung und Selbstbeherrschung zugesellte, hatte sie bestimmt, ihm mit keinem Blick, keinem Wort zu verraten, daß sie sich von ihm gefesselt fühlte. Sie sahen sich von nun an nicht allzu oft. Er machte Besuch bei ihren Verwandten und man lud ihn später zum Tee. Er lernte in Ulrich von Versen einen bedeutenden Schriftsteller kennen, der einsam seine« Wegei ging, vermutlich, weil er einen großen Schmerz, der ihn jäh getroffen, nicht überwinden konnte. Man nahm bei Verfen'S den jungen Mann freundlich auf, aber es bot sich für ihn wenig An-laß, in der Famil'e zu verkehren, ja, eS schien ihm sogar, als herrsche bei Versen'» ein Vorurteil gegen die Geldaristokratie im Allgemeinen nnd gegen die Familie.Hartenau im Besonderen. Frau von Versen zeigte sich auch der Geselligkeit abhold, und nur seinen Bitten war es später gelungen, Hilda mit den Verwandten in dem Zirkel wiederzusehen, wo er sie zuerst kennen gelernt. Auf einer Landpartie endlich glückte es dem licbeStolle» jungen Mann ein gutes Stück in seinem Eroberungszuge vorwärts zu tun. Hitda gab sich an diesem Tage wie eine von langer Qual Erlöste. Sie hatte ihre» sonnigsten Blick für ihn, sie)lachte ihr reizendstes Lachen, sie tanzte fast nur mit ihm. Sie behandelte die anderen Herren so schlecht, daß eS aussiel. Und er ? Er ließ seine Augen reden! Schöne, große, dunkelblaue, sprechende Auge», die einst die hübsche Spanierin zu dem drolligen AuS-ruse veranlaßt hatten: .Schade, daß man Augen nicht stehlen kann I Ich ginge mit den Ihren aus und davon!" Vielleicht dachte Hilda AehnlicheS, wenigstens lag an diesem köstlichen Sommertage, der sie an Fred'S Seite weit hinaus in den WaldeSschatten führte, ein unnennbarer Schimmer des Glücke» auf ihrem frühlingsgleichen Angesicht. Wie ein Gedicht erschien die Geliebte ihm Fred Hartenau. Rein und Kusch, eine sich erschließende Knosp- edler Weiblich-keit, geistvoll, schelmisch und warmherzig, brachte dieses reizvolle Geschöpf ihm ein lebhaftes Gefallen entgegen, voller Unschuld die tief geborgene Liebe endlich verratend. Da spielte auch er nicht mehr länger den Vorsichtigen. Der heiße Atem seiner Leidenschaft wehte über sie hin, und da» Ansflam-men der Augen, das Bcben feiner Hand, jedes heimliche Wo:t, daß er ihr zuflüsterte, sagten ihr, daß sie wiedergeliebt werde . . . „Warum nun diese schnelle Abreise?" fragte sich Fred Harienau, während er in der Villa seines VaterS den wohlbekannten Korridor überschritt, durch welchen man zu den Zimmern deS kranken BruderS gelangte. Er hatte Anton lange nicht gesehen. Volle fünf Wochen — beinahe so lange, wie Hilda von Versen'S Besuch gewährt hatte — war Fred nicht bei den Seinen erschienen. Jetzt machte er sich Vor« würfe über die Vernachlässigung, die er Anton zu Teil werden ließ. Ader e» war auch in früheren Zeiten vorgekommen, daß Fred wochenlang dem elter- 3 lichen Hause fern blieb. Sein Vater, der mit wich-tigen Unternehmungen jeder Art überbürdete Geschäftsmann vermißte ihn nicht. Die Stiefmutter, die stets einen Troß von Menschen um sich versam-melte, mochte nun auch ihn nicht entbehrt habe». Und Anto«? Der war jederzeit zufrieden mit den Brosamen, welche die brüderlich« Lieb« ihm reichte, und der mm« Junge glaubte auch aus da» Wort die oft sehr durchsichtigen Entschuldigungen, mit welchen Fred Hartenau sein Ausbleiben zu rechtfertigen suchte. Heute aber wollte «r dem Bruder die Wahr-heit bekennen. Er wollte Anton sagen, daß e» die zukünftige H«,rin de« Hause» Hartenau gewesen, welche ihn behindert hatte, nach dem kranken Bru-der zu fragen, und Fred war überzeugt, ein solches Bekenntnis wiud« von Anton mit Jubel aufgenom-men werden. Daß di« Erwählte Fred's auch Anton'S Wohlgefallen erringen würde, nahm der ältere Har-tenau für gewiß an. Al» er nun endlich vor dem Kranken stand, der heul« wieder ganz besonders über Schmerzen klagte und bleich und übernächtig in den Kissen deS Lehnstuhles lag, kam'S wie ein Ahnen kommenden Unheil'S über Fred. Er schaute mit schmerzbewegten Zügen Anton in das feine, geistig belebte, schier durchsichtige Antlitz, er fragte sich zum erstenmale im Leben, wie er selbst dazu käme, von der Natur so sehr vor dem Bruder bevorzugt zu sein. Di« Glücks-zuversicht, welche noch eben ihn wie ein ruhig und majestätisch dahinfließender Strom durchflutet hotte, ging unter in dem Zagen vor einer Zukunft, die eines Sterblichen Auge nicht durchdringen kann. Wa« stand ihm bevor, um di« weite Kluft zu füllen, di« fei« >o glänzend gestaltete» Dasein von der jämmerlichen Ex stenz dieses krüppelhaften jungen Men« schcn trennte, d«r zum Glück ebenso berechtigt erschien wie er selbst. Ein Zittern der Angst durch-schauert« plötzlich sein liebeerfülltes Herz und Ikfj ihn bänglich fragen: „WaS kommt nun? Sollt« da» Schicksal nicht schon ausholen zu dem Schlage, der dich dem benachteiligten Bruder gleich macht: freude-arm wie «r dich werden läßt?" „Meinst du?- fragte Anton sinnend. .Merk-würdig: du mit deinem kaufmännischen Scharfblick läßt dich in diesem Falle von einem schönen Lärv-chcn täuschen. Ich, der unpraktisch« Träumer, der ich Schönheit über alle» liebe, ich weiß Bescheid i» der Seele dieser Frau, die ich verabscheue!" „Anton I" rief Fred in Heller Empörung. „Jetzt bist du ungerecht und in einem häßlichen Vorurteil besangen! Anita hat nichts getan, wa» dein Miß-trauen rechtfertigt. Sie ist der Großmutter eine un- entbehrliche Stütze und eine ausopftrnde Pflegerin gewesen und sie hat d«n Vater, der nicht nur ein r«ich?r, sondern auch ein schöner Mann ist, aus' Liebe geheiratet. Machst du ihr da» zum Vorwurf? E» ist nicht immer Spekulation zu nennen, wenn ein arme» Mädchen einem vermögenden Manne di« Hand reicht." Fred dacht« bei diesen Worten an seine eigen« Liebe. Er war zu dem Bruder, um ihm — der Hilda von Versen nie gesehen — von dem Mädchen zu erzählen, welches sune Zukunft sei» sollte. Und wieder stieg ein leuchtende», sarbenprächtigeS Bild vor seiner Seele auf: eine traute Häuslichkeit zu dreien l Der kranke Bruder, der sein Elend in dem ihm fremd gewordenen Baterhause doppelt fühlt«, sollte in Hilda eine hilssb:r«ii« Schwester finden, in ihm selbst aber den starken Schutz, den der Ge« sunde, ArbeitSsreudige, dem Siechen und Schwachen schulsig ist." Wie Frost durchschüttelte eS ihn einen Augen» blick, ein körperliche» Unbchagen ergriff ihn in der heißen Luft des Krankenzimmer», und fast mit Zag-haftiqkeit, die etwaS von Abbitte eines Unrechtes an sich hatt«, nahm er Anton'S schmale, abgezehrt« Hände in die seinen und fragt« sanft: „Fühlst du dich denn gar so schlecht heute, Anton? Und warum hast du nicht schon längst nach mir geschickt? Ich wäre gern gekommen." Ein stilles Leuchten der Freude zog über die welken Züge des kaum siebzehnjährigen Anton. „Ich habe viel an dich gedacht!" a»twortet« er. »Du weißt, ich unterhalte mich stundenlang mit dir, auch wenn ich dich nicht bei mir habe. Wie hätt« ich auch sonst deine jahrelang« Abwesenheit ertragen können? Und wenn du nun start beschäs-tigt bist und ich dich wieder entbehren muß. so stelle ich d?in Bild vor mich hin — siehe, da ist e» noch — und erzähle dir und lasse dir von mir berichten, waS eS indesse-i Wichtiges in deinem Leben gab. Ganze Geschichten sinne ich mir auS, deren Held du bist. Das ist oft so köstlich, daß ich fast fürchte, du könntest kommen und alltägliches Zeug reden oder mir von verdrießlichen Gcfchäftssachen sprechen, di« ich doch so unsagbar hasse." In ihm ri«s eine mahnende Stimme: „Sprich sofort mit deinem Vater! Lass« Hilda nicht in die Ferne zi«l)«i', ohn« sie dir gesichert zu haben. Halt« daS Glück mit starken Händen, damit e» dir nicht hohnlachend entschlüpft." „Lieber, lieber Anton!" antwortet« Fred b«-wegt. «Wie viel besser bist du als ich! Ich muß mich einen Egoisten schelten, der stets nur an das eigene Begehre» denkt.' „O nicht doch!" sprach A»ton freundlich. .Ich - " ,;s' nyU eksorten Verein-Wchdruckerei t«i«rt »u müßigen Preii-v »VirElE]« 0/4 Die bei den Musterungen bis zu dem unten festgesetzten Einrückungs-termin zum Landsturmdienste mit der Waffe geeignet befundenen österreichischen Landsturmpfliclitlgen der Geburtsjahrgänge 1879, 1878, 1877,1876,1875,1874,1873 und 1872 haben, sofern sie nicht schon zum Dienste mit der Waffe herangezogen oder von diesem Dienste aus Rücksichten des öffentlichen Dienstes oder Interesses auf bestimmte oder unbestimmte Dauer enthoben worden sind, einzurücken und sich bei dem in ihrem Landsturmlegitimationsblatte bezeichneten k. und k. Ergänzungsbezirkskommando, beziehungsweise k. k. Landw€ht-(Landesscbützen-)Ergänzuugsbezirkskomaiando am 10. Jänner 1917 einzufinden. Die b"! Nachmusterungen nach diesem Einrückungstermin geeignet Befundenen der ot/bezeichncten Geburtsjahrgänge haben binnen 48 Stunden nach ihrer Musterung einzurücken. Für jene, die wegen vorübergehender Erkrankung erst zu einem sjäteren als dem nach den obigen Bestimmungen für sie geltenden Termin einzurücken haben, gilt der hiefür bestimmte, aus dem Landsturmlegitimationsblatt zu entnehmende Termin. Die im Wege des freiwilligen Eintrittes in das gemeinsame Heer, die Kriegsmarine oder in die Landwehr auf Grund des Wehrgesetzes Assentierten der obgeuannten Geburtsjahrgänge haben ebenfalls am 10. Jänner 1917 einzurücken. Die Einrückungspflichtigen haben sich an dem für sie bestimmten Einrückungstige im allgemeinen bis spätestens 11 Uhr vormittag einzu-finden. Etwaige kleinere Ueberscbreitungen dieser Stunde sind nur dann zulässig, wenn sie durch die Verkehrsverbältnisse begründet werden können. Falls das im Landaturmlegitimationsblatte bezeichnete k. u. k. Er-gfinzungsbezirkskommando, beziehungsweise k. k. Landwehr-(Landesschützen)-Ergänzungsbezirkskommando inzwischen seinen Standort gewechselt haben sollte, können die an dieses gewiesenen Landsturmpflichtigen auch zu dem ihrem Aufenthaltsorte nächstgelegenen k. u. k. Ergäuzungsbezirkskommando, beziehungsweise k. k. Landwehr(Landesschützen-)Ergänzungsbezirkskom-mando einrücken. Es liegt im Interesse eines jeden einrückenden Landsturmpflichtigen, ein Paar fester feldbrauchbarer Schuhe, Wollwäsche, nach Tunlichkeit schafwollene Fusslappen, mindestens zwei brauchbare Wäschegarnituren (bestehend aus je einem Hemd, einer Unterhose, einem Paar Fusslappen oder Socken, einem Handtuch und einem Taschentuch), dann ein Esszeug und ein Essgeläss, sowie Putzzeug mitzubringen. Die mitgebrachten Schuhe, dann die Wische werden — falls diese Sorten für die militärischen Zwecke als geeignet befunden werden — nach den ortsüblichen Preisen vergütet. Die von der Militärverwaltung gegen Entgelt übernommenen Sorten gehen in das Eigentum des Aerars über. Auch empfiehlt es sich, Nahrungsmittel für den Tag des Eintreffens mitzubringen, wofür eine festgesetzte Vergütung geleistet wird. Das Landsturmlegitimationsblatt berechtigt bei der Einrückung zur freien Eisenbahnfahrt — Schnellzüge ausgenommen — und ist vor Antritt dieser Fahrt bei der Personenkassa der Ausgangsstation abstempeln zu lassen. Die Nichtbefolgung dieses Einberufungsbefehles wird nach den bestehenden Gesetzen strenge bestraft. Stadtamt Cilli, am 27. Dezember 1916. Der Bürgermeistei : Dr. v. Jabornegg. ooooocoooooooooooooooooooo ° JOSEF MARTINZ, Marburg (gegründet 1860) liefert: o o o o o o o O zu den billigsten Tagespreisen. ö Aufträge und Anfragen werden prompt erledigt. = OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO Galanterie-, Spiel-, Kurz- » Wirkwaren Seite 8 DeuiZHe Zvau^t Nummer ZI. 17236/1916. Kundmachung. Inanspruchnahme und Ablieferung der Kupferzylinder der Badeöfen. Unter Bezugnahme auf die Min.-Verordnung vom 6. Dezember 1916 R.-G.-Bl. Nr. 465», betreffend die Inanspruchnahme und Ablieierung der Kupferzylinder der Badeöfen hat das k. k. Ministerium für Landesverteidigung mit dem Erlasse vom 11. Dezember 1916 Abt. XVII a Nr. 3397 zufolge Statthalterei - Erlasses vom 18. Dezember 1916, ZI. 9/366/1 Met. Nachstehendes eröffnet: Die Verordnung bezieht sich bloss auf die Kupferzylinder (Blasen) der für Kohlen- oder Holzfouerung eingerichteten Badeöfen, Gasbadeöfen kommen demnach hier nicht in Betracht. Zunächst haben alle Besitzer oder Verwahrer der in Rede stehenden Oefen, einschliesslich der Erzeuger und Händler, an die für jede Gemeinde von der Gemeindevorstehung zu bestimmende Meldestelle bis längstens 15. Jänner 1917 eine Anzeige zu erstatten, in der Namen und Adresse des Besitzers, ferner der Ort (Gemeinde, Strasse, Hausnummer), wo sich die Oefen befinden und die Zahl der Oefen anzugeben sind und in der weiters der Ofenbesitzer die rechtsverbindliche Erklärung abzugeben hat, ob er selbst für einen allfälligen Ersatz Vorsorgen will oder ob er um die Beistellung des Ersatzes (Zylinder aus verzinktem Eisenblech) ansucht. Badeofenbesitzer, die nicht um die Beistellung des Ersatzes angesucht haben, haben die Kupferzylinder entweder bis längstens 25. Februar 1917 an die Metallzentrale A G. in Wien oder an deren hiezu bevollmächtigte und als solche besonders gekennzeichnete Einkaufsstellen freihändig zu veräussern oder unter Beobachtung der Bestimmungen der §§ 4 und 5 der eingangs bezogenen Verordnung an die nach der Mi-nisterialverordnung vom 19. März 1915, R.-G.-Bl. Nr. 66, zuständige k. k. Uebcmahmskommission für Metalle uad Legierungen abzusenden. Im Falle der Ablieferung der Kupferzylinder an die betreffende k. k. Uebernahmskommission für Metalle und Legierungen beträgt die Vergütung 5 K für 1 kg des reinen Kupfergewichtes. Die entsprechend nachgewiesenen Transportkosten werden dem Einsender besonders vergütet. Jeder Badeofenbesitzer, der um die Beistellung des Ersatzes angesucht hat, erhält von der vom Handelsministerium mit der Durchführung des Austausches betrauten Unternehmung einen Vordruck zugesendet, der genau ausgefüllt an diese Unternehmung ehestens zurückzusenden ist. Die Unternehmung wird sodann den entsprechenden Ersatz beistellen und bei dessen Montierung den Kupferzylinder einziehen. Als Meldestelle wird für das Stadtgebiet von Cilli das Stadtamt bestimmt. Hie hei wird auf die Strafbestimmungen der bezogenen Ministerial-verordnung besonders hingewiesen. Hervorgehoben wird noch, dass nach § 5 der Verordnung jene Badeofenbesitzer, welche selbst für den Ersatz der Kupferzylinder Vorsorgen wollen und letzterer an eine der Einkaufsstellen der Metallzentrale A.-G. freihändig veräussern, vom erfolgten Verkaufe der k. k. Zentralrequisitionskommission in Wien ebenso Mitteilung zu machen haben, wie jene Besitzer von Badeöfen, welche die Kupferzylinder an die k. k. Uebernahmskommission für Metalle und Legierungen in Graz einsenden. Zu dieser Mitteilung geeignete Drucksorten können von der Statthalterei unentgeltlich bezogen werden. Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, dass nicht die ganzen Badeöfen, sondern lediglich die Kupferzylinder derselben ablieferungspflichtig sind, weshalb auch nur letztere zum Austausche gelangen bezw. zur Ablieferung zu bringen sind. Stadtamt CHR. am 28. Dezember 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Jahornegg. All meinen geehrten Kunden von Cilli und Umgebung wünsche iel Glück im neuen Jahre! Gleichzeitig bitfe ich, mir das bisher geschenkte Vertrauen auch fernerhin entgegenbringen zu wollen, da ich stets bemüht sein werde, alle mir freundlichst erteilten Aufträge zur vollsten Zufriedenheit auszuführen. Hochachtend Hnfon Baumgnrtncr Tapezierer, Dekorateur und IHäbelhandlung. Herrengasse Nr. 25. aufgenommen. Anzufragen in der Verwaltung d. Bl. Kontoristin 1 mit mehrjähr. Praxis, der deutschen und slowenischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, Stenographie» und maschinschfeibkundig, sucht Posten. Anträge an die Verwltg d. Bi. Ziegen und Kaninchen sowohl für Zucht als aach für Schlachtzweeke weiden preis weit abgegeben. Anzufragen bi im S ad tarnt. Aelterer gewissenhafter Mann, in Ka*sa, Buchhaltung uud Rechnung bewandert, sucht Vertrauensposten. Anfragen und Zuschriften an die Verwaltung d. Bl. unter Nr. 22428. Die Verzehrungssteuer- Einhebestelle befindet sich nunmehr in der Giselastrasse Nr. 12 (vor dem Allgero. Krankenhause). II »I II II« II K WIEP^BU Vertreten durch: Rudolf ßlum & Sohn OicliElicInijß- l Uhrhurn Speogler-Beschilt MlllUUitj Ecke Carnerle- v. Hllarinsstrass«. Aufträge nimmt entgegen: Peter Majdiö .Merkur* in CiHi. Zimmer mit Kabinett, I.Stock, unmöbliert, ist ab 1. Februar zu vermieten. —j Haup platz Nr. 10. 21* Klafter Holz zweimal geschnitten, wegen Abreise! sofort zu verkaufen. — Sa-1 vodna 73, Tür Nr. 20, Podgorscheg. bis 120 cm Breite werden gelegt in der Plissieranstalt C. Büdefeldt, Marburg, Herrengasse 6. Auswärtige Aufträge schnellstens. Imitation*- Imperial-Wolle Imitations- Hindenborg-Wolle Vigogne Imperial bester Ersatz für Schafwolle, rentabler Artikel für Wiederverkäufer. Verkaufsfreie Ware liefert billigst um Tagespreise Garnversandhaus Adolf Konirsch Tetschen a. d. Elbe, Beiisnergasse 73. Verlanget Preisliste und Muster. Tagsüber sucht eine FRAU leichte Beschäftigung. Gebt auch I ins Haus nähen. Anzufragen in der Verwaltung d. Bl. I Maschinschreibunterricht. Lehrbefähigter Maschir.achreiblehrer erteilt Unterricht im Maschinschreiben und Stenographie zu sehr massigen Preisen. Anfragen sind zu richten an Stadtamtssekretär Hans Blechinger.« Mehrere . Druckerei-Hilfsarbeiterinnen gute Einlegerinnen an der Schnell-und Tiegeldruckpresse werden aufgenommen in der V e r e i n s b u c h-druckerei Celeja. Schriftleitllng, Verwaltung. Druck und Verlag: Vereinsbuchdruck.rei »Celeja- in Cilli. — Verantwortlicher Leiter: Guido schidlo.