Vereinigte Lals ach et Zeitung. Gedrückt mit Edlen von Kleinmaycr'schen Schriften. -— " " ---------------"---------------«^-----------'-77 Dienstag den 18. Iuly 181 5. ^/, O e st e r r e i ch i s ch e Staaten. Wien. ^-)e. Majestät der Kaiser ftaben Allerhöchst Ihren Hofratb bey der vereinten Hostanzel-ley und Beyscher der Zentral-Organisirungs-Hoftomvussion, dann infulirten Probsien zu Ärdaa.ger, Augustin Gruber, zum Bischof w Valbach ernannt. Kriegsschauplatz. Die Stadt Sodan , nach einer Vcschies-lung von wenigen Stunden, ist am 26. Iuny durch Kapitnlazion an die Hessischen Truppen, unter den Befehlen des Generals Engclkardt, uoergcgangcn, und ist von ihnen am 27. besetzt worden. Die Besatzung hat sich in das vderc imd das untere Schloß gezogen, und 1;ch vcromdllch gemacht, nicht auf die Stadt zn feuern. Die Hessischen Truppen sind bier-ans gcgen Mezleres vorgerückt. (W. Z.) ^..^^" Icones in Krieasgefangenschast s!', ^^'V^"" M""" Linlentruppcn wcr-^ s.l ü. Z^'">' " strengen Arrest nach A>eM, dte Gemetnen nach Cölln aeschickt. um an den Festungswerken zu arbeitet Alle wcrdm mtt gehöriger Strenge behandelt, ^vie Natwualgarden wurden entwaffnet und entlassen. Durch dte Sprengung des ^MverZ magazins zu Aoesncs sind an 3ou Einwohner um's Leben gekommen. (G. Z. ?luf dcnl Schlachtfelde, wo der ruhmvolle Sieg vom 18. d. erfochten wurde standen noch 124 Französ. Kanonen; man hat sie mit Bändern und Blumen geschmückt und so nach Brüssel eingebracht. Man fand auf demselben Schlachtfcldc auch ein tragbares Observatorium, welches Bonaparte wahrend der blutigen Schlacht bestiegen hatte, dnrch welche sein (Schicksal auf ewig entschieden wurde. Unter den Haufen von Todten, die man dort erblickt, bosindet sich eine ungeheure Menge Französischer Cürassiers, wclcne an diesem schrecklichen Tage fielen. Das ganze Schlachtfeld ist mit Pferden, Cürassenund Waffen übersäet. Man ist dcrmablen mit dem Begraben der Todten beschäftigt, und errichtet Scheiterhaufen, um diejenigen LciclMahme zu verbrenne«, deren Ausdünstung die Lunft verpesten könnte. Es werden übcrbaupt mit der größten Anstrengung und Vorsicht alle Arten von Gesundheitsmaßregeln angewendet. (G. Z.) Frankreich. Nachdem die vrov. Regierungskommission: den Marschall Massena zum Oberbefehlshaber dcr Nazwnal - Garde zu Paris ernannt ^ hatte, bat sie folgenden Aufruf an die Frau-^ zosen erlassen: ^ ,,Franzosen! In dem kurzen Zeitraume l von einigen Tagen ist unser Schicksal neuerdings durch ruhmvolle Siege und einen schreck-° lichen Unfall erschüttert worden. Zum Frie-l. den für euch und zum Weltfrieden schien es k eines grossen Ovfcrs zu bedürfen. Napoleon °' hat die kaiserlicye Gewalt abgelegt; mit die-^ scr Abdankung ist seine politische Laufbahn > zu Ende; sein Sohn ist zum Kaisers ausgeru-^ fen. Eure neue Staatsvcrfassung, die bis-^ her nur aus einigen guten Grundlagen bc-^ stand, wird uulnuehr ausführiich entwickelt, und tbre Grundsätze sollen gcrciniget und noch mehr ausgedehnt werden. Gegenwärtig, gibt es iu Frankreich keine öffentliche Gewalt mehr, welche auf eine andere eifersüchtig wäre; der aufgeklärte Patriotismus eurer Representanten hat einen freyen Spielraum, und die Mitglieder der Pairs-Kammer denken und fühlen gerade so, wie eure Bevollmächtigten. Nach fünf und zwanzigjährigen politischen Stürmen ist endlich der Augenblick gekommen, wo alles dasjenige, was man Weises und Erhabenes in Beziehung auf die bürgerliche Verfassung kenut, auch zur Vervollkommnung der eurigen be-' nutzt werden kann. Vernunft und Talent sollen sich vernehmen lassen: man wird auf ihre Stimme achten , wo sie auch herkommen wag. Es sind schon Bevollmächtigte unter Wegs, die im Nahmen der Nazion mit den Europäischen Machten über einen Frieden unterhandeln sollen, den letztere unter einer Bedingung zugesagt haben, welche gegenwärtig erfüllt ist. Die ganze Welt sieht so wie ihr mit gespannter Erwartung ihrer Antwort entgegen; diese Antwort wnd dar-thuu, ob Gerechtigkeit und Versprechungen in Europa uoch etwas gelten." ,,Franzosen! seyd einig; tretet in diesen wichtigen Zcitläufen zu einem festen Bunde zusammen. In dem jetzigen Augenblicke, wo über das wichngste Wohl der Völker verhandelt wird, müssen bürgerliche Zwieträchten und selbst Privat-Uneinigkeiten schweigen. Seyd einig ihr z Franzosen von den Nord - Grenzen bis zu den Pyrenäen, von der Vendcc bis nach Marseille. Welcher auf Französis. Boden gcborne Mann^ zu welcher Parthey er auch gehören, und wie seine politische Denkart auch beschaffen seyn mag, wird jetzt Anstand nehmen, sich zur Verthei-dignng der Unabhängigkeit des Vaterlandes unter die Nazional-Fahne zu begeben! Man kann eine Armee theilweise zerstören; allein die Erfahrung aller Zeiten und aller Völker beweiset, eine unerschütterliche Nazion, die für Gerechtigkeit und ihre Freyheit kamvft, kann man weder zernichte,: noch unterjocyen. Napoleon hat sich durch seine Abdankung als Schlachtopfer dargestellt. Die Mitglieder der Rcgierungs - Kommission opfern sich ebenfalls, indem sie von euren Repräsentanten die Zü-ael der Staats-Regierung übernommen haben." Der Herzog von Otranto, President. Die Regierungs-Kommission hat in Beziehung auf den Beschluß der beyden Kammern, wodurch alle Franzosen zur Vertheidigung des Vaterlandes aufgefordert sind, beschlossen, wie folgt: i) Alle jungen Leute vom ^ahre i8i5, 160,000 an der Zahl, deren Aushebung an: 9. Oktober i8i3 vcroro-uet worden ist, sollen unverzüglich in Thätigkeit gesetzt werden; 2) diejenigen jungen Leute vom Fahre i8i5, welche sich vor der Bekanntmachung dtescs Dekrets verheirathet haben, sind von diesem Aufrufe dispmsirt; 3) diejenigen Personen, welche zu den Na-zionalgarden, zu den mobilen Grenadieren odcr Cass:urs gehören, und in die Klassen eingetheilt sind, welche im Jahre i8i5 oder vorher zum Dienste ausgchoben wurden, müs-scu sich zur Verfüguug der Rcgieruug bereit halten, um bey den Linien-Regimentern verwendet zu werden; ^) die in dem vorstehenden Artikel erwäbntcn Personen, welche vcrbci-rathet sind, bleiben bey den Garnisons-Bataillonen; 5) die Bataillone der Nazional-Gardcn, welche Mannschaft an die Armee abgegeben haben, sollen aus den Departe-mcnten, zu denen sie gehören, ergänzet werden; 6) diejenigen Behörden, welche mit dieser Ergänzung beauftragt sind, sollen vor der Hand nur die Unvcrheiratbeten und diejenigen Witwer ausheben, welche keine Kinder haben; 7) der Kriegs-Minister ist mit der Vollziehung dieses Dekretes beauftragt, welches in das Gesetz-Bulletin eingetragen werden so'l. Der Saal, in welchem sich die Konföde-rirtcn der Vorstädte zu versammeln pflegen, ist aufobrigkcitlichcn Befehl geschlossen worden. In der Nacht vom 24. zum 26. droh- ten arosse Vosss-Bewegungen; die Anfruh-' rcr haltenden Vorsatz, die Nazwnal-Garde m entwaffnen; es wurden viele derselben verhaftet, und zahlreiche Patrouillen durchzo-qen alle Strassen. In den kleinen Wirthshäusern hat man viel Gesindcl, unter dem sich auch mehrere Weiber befanden, aufgefangen, und der Kaffeh-Saal Montansicr in dem Palais -,Royal ist ganz geschlossen worden. Bonaparte hat seit seiner Abdankung fast täglich sich öffentlich in. Paris gezeigt, auch öfter sich nach Malmai,on begeben, wo er zuletzt seinen Aufenthalt nahm. Schon in der Sitzung der Ncpresentantcn-Kammer am 23. Iun hatte Duchesne den Antrag gemacht, man möchte ihn zn bewegen suchen, die Haupt-stadt zu verlassen, damtt die fremden Machte von der Freyhüt der Berathschlagungen der Kammer sich überzeugen möchten. Aus demselben oder andern Bewegungs-gründen hat anch die Regieruugs - Kommission in Napoleon gedrungen, sich von Paris und aus Frankreich zu entfernen. Er gab dazu am 25. Iun. seine Zustimmung, und verlangte zu einer nach den vereinigten Staaten von Amerika vorzunehmenden Reise zwey Fregatten und die nöthige Bedeckung. Der See - Minister erhielt den Auftrag, für ihn zwey Fregatten im Hafen von Rochefort in Vereitschaft setzen zu lassen, und der General Beckers, alles, was die Ncise nach dem Hafen betrifft, zu besorgen. Zugleich schrieb die Regierungs - Kommission an den Herzog von Wellington, um den Antrag eines Waffenstillstandes zu erneuern, und für Napoleon sich ein sicheres Geleite zu erbitten; derHer-zog von Wellington antwortete unter dem 28. Iun., er sey von seiner Regierung nicht berechtiget, ein sicheres Geleite zu bewilligen. Da indessen die verbündeten Heere sich der Hauptstadt immer mehr näherten, und die Gä^rung unter dem Volke zunahm, so beschloß die Regierungs-Kommission am 29. Napoleons Abreise neuerdings zu betreiben, und zu dem Endeden See-Minister mit dem grasen Bcmlay nach Malmaison abzusenden. Hier soll, nach öffentlichen Berichten, Vonaparte viele Unentschloss<U^ ^lüance msammen trafen, und sicb umarmten, sagte Ersterer zu diesem: „Ich werde diese Nackt in Bonapartes gestrigen Nachtquartier zubringen." „Und ich," versetzte Blücher „werde iftn diese Nacht aus seinem heutigen vertreiben." (G. Z.) Neueste Nachrichten. Laut Nachrichten vom 3 Iuly standen die Preussischen Vorposten vor Paris. General Müffling war in dieser Stadt gewesen, um zu unterhandeln, man ist aber nicht einig geworden. Wechsel-Cours inWien am 12. Julius i8i5. Eonventionsmünze von Hundert 328 is6 fl. DDM Herrschaft Drachenburg sammt den dazu gehörigen Gülten PeiseMeitl/ Gallenhoffen und St. Antoni welche am 31. August 1315 von dem k. k. Landrechte zu Gratz berUzitiret werden. Biese Herrschaft und Gülten liegen im Markte Dlachcnburg in der Steyermark im Zll. lierkreise, 6 Stunden von t»er Kreisstadt Zi^y Z Stunden vom Saustrome, uno 2 Slun. den von oer Kroatischen Grenze, in einem angenehmen Tpale am Zclstrißbache, wo eine reine und gesanoe Lnst herrscht. Dle Nahe des Saustromes, auf welchem Wein, Getreid und Holz nach Kroatien und Krain verführet wird, eignet dle Herrschaft zu beträchtlichen SveculalloNln, besonders 0a ^ gro^e Weillkeller vorhanden, und d»e Weme im Herbste nach der Kcchsung um leichtele : 'Preise zu kaufen sind. i D,c eigentlichen Bestandtheile dieser Herrschaft und Güllen sind folgende ; ^ ^. Gebäude. l Dirse bestehen -. K ^. »n dem herrschaftlichen Wohngebaude mit den nothwendigen Zimmern und Behältnissen, r und einem schönen Garten nnl Lusthans u«t> Kegelocchnc j R 2. in dem Amlsdause; l Z. jn dem Gctllldkasten und Keller; 5 4. in den Wirlhschastsgebauden, als Dreschtenne, Scheuern, ViehstaNung, Holzlegcn und 5 Wagrnremise; ^ 5. aus eis'er gemauerten Gelreidharfe von 40 Kesstcrn; A' 6. auö einem Obst-> und Flachsdlrroscn; I 7. aus emer neu erbauten Bretter. Sage am Fcistritzbache; k 8. aus dem Herrnhause m,t den nothwendigen Zimmern, Behältnissen, und einem Keller l aus Zoo Slarlin m großen Fässern, eiucr Vs2. Obst. und Küchengarler. 2. Der Kopreilisier Mayerhof I. bty 4 Joch Äeaer, i>. » H > Wicftn.. c.-9 « Weingarten, wo ein Wein von vorzüglicher Qualität wächst, und eln großer schöner Keller befindlich ist. Z. Waldungen bty 2014 Joch, und Hulwciden bcy 90 Joch, welche lctzlere konlraktmässig den Bürgern zu Drachenburg gegen Zahlung von Zo t». >ür das Hlück iülep zur Hlnu, yung überlassen werden müssen. (^. Jagdbarkeit. Diese besteht in der hohen und niedern I^o, uno erstrecks sich bey 2a Stunde im Ultt» ss kreise. ^ l ^). Fischerey. ff Im Feistlitz » Bache und in dem sogen^n"!« Farsfubachl, wo Forellen sind. L. Dominical - Nuiungen der Unterthanen. Die Unterthanen sind in meheere Aemter eingel^itt, und wohnen theils in geschlossenen Dörfern, theils in Gebirgen zerbeul. Ihre Besitzungen kommen bep t>«,'r H^rschasl mit 2^0 Rustical. Usbars,45/ Berg- nn> ^^W FFI Bomillical » Nummern vor. ^^W " Die Rust-calbeansagung dcr Herrschast Dracbenburg, Peilenstein und Gült Gallenhoffen ^^> in die löbl. Landschaft in Slepermatt i,i 1^4 Ps,, 2 ßl., ^7 Zs4 dl. uni> der besonders inc3w8tiiiten Gült St. Anloni l Ps. Z ßl., ,0 is2 dl. Die Rustilal«und Dominica!» Unttrchanen hadrn jährlich an Doniinical , Gaben zu enl« richten. 2. An unsteigerlichen Gelddienst laul U.rdar....... . 66l st. , 1/2 kl. ^^D 2. An Dominical« Steuern von den vmauflen Mapergründen und . Waldungen . . . 636 - ?2 is2 - Z. Aa, auf ewige Zeiten reluirtem Robolhgelde......Hioc, . « , ^^D 4. An Rololhen in Natura. ^^D a, 7^3 ls2 Tag zweyspänniae FuHren. ^^> K.Z8ZF " Hanbroboth. ^W ' c. Der Markt gibt loeo Redoch koalractmässlg 6a Pfund Rindschmalz. - An Yinsaetreid, reduclei ln Wiener < Mchen, gehen jährlich c,n ^H^^^^ M 5 Z6» is2 Metzen Waihen. ^^^^W W t,'. 506 « Hades. W^^W ^ « Nn Kleinrechten in Nalura. ^W ' g 78 Pfund Rindschmalz, M M z,. 675 Glück große Solla Krebsen, /M « ^.' 1« Ziegen«Kihe, M ^ 2 Kastraun, ode, Schöpse, M "' Z« gemästete, und 4« unflenMete Kapauner, W / 456 Hühner, oder große Hendl, W ^'. 12.H Eyer, und i,6 Pf. Flachs, oder Re.stclr. M ' k. Bergrechte. «n dieser Gabe gehen jährlich im Gelde em 9'^ ss^^kr.^ ^ ^.^^ ^ ^ ^^^,^ ^^7^e^N^^7^ara«n nnd 2 .. UnMtt. 0. Laudemien, Mortuarien und Faxen. M ^ ^..- . ««« z-n qlnliical. Dominica!. und Bergrechts . Gründen Durchschnitte jährlich »660 fl. F» kr. « ^. z^ ^ Pfarrkirche zu Drachenburg,