^ Dienstags den 11. Jänner I83l. Nvelsberg. ^»m 25. December v. I. zog sich ein heftiges, von Donner und Blitz begleitetes Ungcwitter über dem Dorfe Radockendorf. Adelsberger Bezirkes, zu. sammen. Hier entlud cs sich, nachdem ein Wet° tcrsirahl ein Haus gezündet hatte. Gleiches Unglück traf cilf Tage später (5. Jänner) den Ort Adels-bcrg selbst. Ein plötzlich aufgebrochenes Feuer legte d.e Häuser Nr. 53 und 54 in Asche. Nur der Thätigkeit der Einwohner, vorzüglich aber dcm kräftigen Beistände dcs hier siationirten dritten Bataillons des löbl. k. k. Infanterie-Regiments Pri^^ Hohenlohe-Langenburg gelang es, der um sich grei« fcnden Flamme bald Einhalt zu thun. Mtien. ven 3. Wnnn'. Gestern, den 2. d. M. Mittags hatte der am hiesigen Allerhöchsten Hofe neu accreditMeBotscbaf-tcr Sr. Majestät des Königs der Franzosen, Mar. schall Marquis Maison, die Ehre, Sr. k. t. Majestät in cincr feierlichen Audienz das Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Unmittelbar darauf geruheten Ihre Majestät die Kcuscrinn, den Botschafter in Allerhöchsterem Appartement Zu empfangen. (s>st. ^.) schwel ^. Au3 Kolmar wird gemelhet, daß am 8. De< rembcr die Thore von Basel geschlossen und 37 Ka-"°nm zur Vertheidigung der Stadt gegen allenfall. stge Empörungen, des Landvolks aufgepflanzt wor-den-waren. Die neuesten Berichte melden indessen ulchts osn el,^' Ruhestörung in diesom Eanton. (Korvtsp. v. u. f. D.) V 0 l e „. Die Warschauer Zeitung vom 23. December meldet Fegendes über die außerordentliche Sitzung dcs Reichstages vom 20. December: «Die Amts« Niedcrlegung des Dictators, rvclcbe am 26.Abends erfolgte, veranlaßte die Volks. Repräsentanten, ohne den für die ordentliche Eröffnung des RciHs-i^s bestimmten Tcrmin abzurvarten, sich sogleich am 20. wieder in einer ausferordcntlicben Sitzung zu verfamnieln, um ldie Regierung nicht ohne alle obcve Leitung und das Heer nicht ohne Führer zu lassen. ?n der 3 and böte n - Kammer zc,gte der MarschaN an, daß der General Ehlopicki sick be« reit erklärt habe, unter gewissen unabänderlichen Bedingungen, über die man schon übereingekom«, wen sei, die Dictatur wieder anzunehmen. In Folge der wieder angenommenen Dictawt hat der General CHIopicki eine Proclamation an die polnische Nation erlassen, m wclcbcr er die Gründe darlegt, rrclche ihn dazu bewogen haben, die Ausübung dieser Gewalt aus dcn Händen des Reichstages nochmals zu übernehmen. Ferner seht derselbe durch eine vom 21. December datirte Ber« ordnung fesi, dasi an die Stelle der provisorischen Regierung, welcbe somit aufgelöst ist, ein Hoch« stcs National-Eonscil tritt, um unter der Leitung des Dictators die allgemeine Verwaltung des Landes zu führen. Mit Rücksicht auf c'menAvt'ckclde? Verordnung vom 7. December, welcher die sogenannten Kurpen (freiwillige Jäger) von der Verpflichtung zumD5en< ste in der beweglichen Nationalgarde entbindet, hat die provisorische Regierung unter Bestattung deK Dictators bestimmt, daß m allen Wojewodschaften, lo wo sich Abcheilungen Freiwilliger zu Fuß bilden, dieselben unter den Befehlen der ernannten Woje-wodschafts^Befehlshaber oder der betreffenden Wo-jewodschafts-Commissionen stehen sollen. In den Wojewodschaften Plock und Augustow sollen Bataillone von Kurpen oder Jägern gebildet werden, ivelche unter dem(Zommando der betreffenden Ober« Befehlshaber des Aufgebots bleiben. Jeder, der in den erwähnten beiden Wojewodschaften von dem Dienst in der Nationalgarde entbunden seyn will, muß in diese Jäger-Bataillone eintreten. Das Bataillon wird aus 6c>o Mann, in 4 Compagnien vertheilt, bestehen, so daß auf eine Compagnie i5o Mann kommen; ihre Bewaffnung haben sie aus eigenen Mitteln zu bestreiten; ihre Bekleidung soll aus Pelzwerk bestehen. Der Dictator hat eine ihm von der provifori» schen Regierung angebotene Pension von 200,00a st. abgelehnt und nur frcie Amtswohnung und Lieferung von Lcbensmitteln für ihn und seinen Stab auf Staatskosten angenommen. An den Befestigungä-Arbeiten der Stadt, ins' besondere der Vorstadt Praga, .wird fortdauernd schr eifrig gearbcitct. Es haben sich mehrere Officiere, welche in der Wojewodschaft Masowicn mit Bildung der beweg« lichen Nationalgarde, beauftragt, nicht gestellt. Der Befehlshaber der letzteren, Dobiecki, fur die-s.' Wojewodschaft, hat sich daher genöthigt gesehen, dieselben zur Pünctlichkeit zu ermähnen. In der Hauptstadt hatte sich ein Gerücht verbreitet, als würden die Barrieren derselben auf i gend haben hie Festigkeit dieser'Bürgergarde bewun« dernswürdig unterstützt. Alle haben sich zur Auf« rechthaltung der Ordnung und Erhaltung unserer Institutionen vereinigt. Das Gesetz hat die Oderhand behalten, und man hat dadurch ganz Europa das schönste Schauspiel gegeben. Aerger aber, den die Unruhestifter darüber empfinden, 0ah ihre G.it. würfe scheiterten, hat sie zu einer neuen Tactikver» anlaßt; sie behaupten nämlich, die Regiermrg scy mit ihnen einen Bertrag eingegangen, und habe ihnen neue Versprechungen gemacht. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß dieß falsch ist, uno daß die Regierung kein neues Versprechen irgeno einer Art gemacht hat.^ Paris, 24. December. Paris ist ruhig, aber die Regierung ist einer großen Krise entgangen. Es ist gewisser als je, daß es sich nicht blos von dem Tode der Exminister, sondern auch davon Handel» te, sich der Regierung zu bemächtigen, und ohne II die militärische Haltung der Nation algarde wäre das Project gelungen. Eö istconsiatirt: i.) daß Geld vertheilt wurde; 2.) daß einige Generale der. Armee Napoleons in der Bewegung gesehen wur« den: 5.) daß die Kanonicrc der National-Garde, cm Corps, das Hefters republikanisch gestimmt ist, entschlossen traren, sich dem Volke anzuschlic« W'. Eben so verhält es sich mit der Municipal» Wache; 4.) daß mehrereAgentcn der Regierung der Bewegung nichc ganz fremd waren. Die Ordnung hat gesiegt, und dcr Kon'-g der Franzosen hat an Macht und Popularität gewonnen. Allein die tha« lige und erhitzte Parchei hat von dieser Krise Anlaß genommen, dem Könige neue Bedingungen aufzulegen. Die ersie von allen ist eine neue (Hinrichtung der Pairskammer nach andern Grundlagen. Tie zweite ein sehr populäres Wahlgesetz. Letztere Bedingung ward bis jetzt allein angenommen. Eine neue Einnch ung der Pairskammer rrird vom Könige bis jetzt verweigert und als ein Staatssireich angesehen. Aus Lyon wird geschrieben, daß der General des Genicwesens, Fleury, daselbst angekommen sey, um die Befestigungen, die zur Deckung der Sta,dt errichtet werden sollen, zu leiten. Die Ar« beiten Zur Befestigung von Paris, die bereits begonnen haben, stehen unter Aufsicht des Generals Palazö. Eine königliche Ordonnanz vom 26. December ernennt den Gcne«aMeutcnant Grafen v. Lobau «umGeneral- Commandanten der Ratio» nal - Garde von Paris. Die meisten neuen Pariser Journale sprechen von der Wahrscheinlichkeit eines nahen Austritts eines Thcilö des Ministeriums. Namentlich soll Hr. Dupont du l' Eure sogleich nach Lafayette's Resig« natlon auch die seinige angeboten haben. Es hieß sogar, dieHH. Lafitte, Merilhou, ja selbstMon-Ulivct und Soult schienen Willens, ihm zu fol- ' ücn. , . Der Moniteur meldet, daß die von derRe. L'erung befohlenen Terrassenardeiten, um Paris , ^^enheidigungszustand zu sehen, am iS.Decem. , und^ l^" ^^lung von Saint Dems beginnen, l ' , ^ (Allg. Z.) l ^ . . ^ p H N i t tt» < ^slfi- n^.s/ December. Dcr neue franzö. ftsche Botschafter, H,. ,. ^^^^^ ^.^ ^.^ ^ ^ verzüglich erwartet. Man spricht von einem An« trage, den cr unserer Regierung machen röcrde, dcm zufolge ^000 spanische Soldaten die franzosische Armee in Afrika verstärken sollten. Die Kosten dcr Unterhaltung derselben solke Spanien tragen, und dafür von Bezahlung der Zinsen für die «o Millionen nach dem Vertrage vom December 1L28 verschont bleiben. Man würde in jedem Falle die vorherige Einwilligung Englands dazu erwarten. Die Be« fehle zur Suspension der Aushebung sind uun in das ganze Königreich ergangen, da man weiß, daß das neue englischeMmistcrium die Projecte Wel-lingtons ganz aufgegeben hat. Lctztern zufolge soll. ten io,0oo Mann Engländer nach Portugal gc< schickt werden, und dieses dafür 20,00a Portugiesen zu den Spaniern stoßen lassen, um diese bei dem Ginfalle in Frankreich zu unterstützen. Der Kriegs« minister behauptet indessen immer noch, wenn man ihm gefolgt wäre, so würde er heute mit der kö-nigllchen Garde in Paris stehn. — Aus Lissabon erfährt man unterm n. December, daß die Brigg Sebastao von der Blockade von Tcrceira zurück be< schädigt in den Hafen eingelaufen sei. Sie waw von der Brigg Gloria abgelöst. Man sprach von neuen Metzeleien zu Elvas. N u ß l a n V. Se. Majestät der Kaiser von Nußland, König von Polen, hat unterm 17. December v. I. nachstehenden Aufruf an die Polen erlassen: «Polen! xDas verhaßte Attentat, dessen Zeuge eure Hauptstadt gewesen ist, hat die Ruhe eures Landes gestört. Ich habe es mit gerechtem Unwillen vernommen. Ich empfinde einen tiefen Schmerz darüber." „Menschen, die den polnischen Namen entehren, haben sich gegen das Leben des Bruders eures Monarchen verschworen, einen Theil eurer Armee zur Vergessenheit ihrer Eide verleitet, und die Menge über die theuersten'Interessen eures Vattr« landes irre geführt." „Es ist noch Zeit, das Vergangene gut zu lya. chen. Es ist noch Zeit, unermeßlichem Unglück vorzubeugen. Ich werde Diejenigen, die einen äugen, ilicklichen Irrthum abschwören, von Denen, welche m Verbrecdcn beharren werden, zu unterscheiden Men. Polen! Hört die Rathschläge eines Vaters, zehorcht den Befehlen rures Königs." „Indem Wir euch Unsere Willensmeinung be« stimmt kund gehen wollen/ befehlen Mir: 12 ?) Alle Unsere russischen Unterthanen, die sich in Haft befinden, sollen auf dcr Stelle in Freiheit gesetzt werden. 2) Der Adminisirations-Rath wird in seiner ursprünglichen Zusammensetzung, und mit der Autorität, womit er durch Unser Decret vom 3i. Iutt (12. August) 1826 bekleidet ist, seine Functio-nen wieder antreten. 3) Sämmtliche tZivilbehörden der Hauptstadt und der Wojewodschaften werden den von dem solchergestalt consiituirtcn Administrations-Nathe in Unserem Namen erlassenen Decreten pünctlichen Gehorsam leisten, und keine gesetzwidrig eingesetzte Gewalt anerkennen. 4) Bei Empfang des Gegenwärtigen ist jeder Corps - Shef Unserer königlich-polnischen Armee gehalten, seine Truppen zu sammeln, und unverzüglich nach Plock aufzubrechen, welchen Ort Wir als Sammelpunct Unserer königlichen Armee be» silmmt haben. 5) Die Corps-Chefs sind verpflichtet. Uns sogleich die Stand-Listen ihrer Truppen vorzulegen. 6) Jede Bewaffnung, die in Folge der War« schauer Unruhen Statt gefunden hat, und deren Existenz Unserer Armee, wie sie durch die Stand-Listen festgesetzt worden, fremd ist, wird aufgelöst. „Dem zufolge werden die Local-Bchörden beauftragt, diejenigen die Waffen strecken zu lassen, welche sie gesetzwidrig ergriffen haben, und selbe den Veteranen und Gensd'armen des Ortes zur Aufbewahrung zu übergeben." «Soldaten der polnischen Armee!" „Jederzeit hattet ihr zum Wahlspruch: „E hre und Treue!" Das brave Regiment dcr be?itte< ncn Garde