Bezugspreise jiir Gsterreich-Ungarn ganzjährig K4-halbjährig K 2- £iir Amerika: ganzjährig D. 1-25 £iir das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrift ^ werdemnich tllerückstchtig t, Manuskripte nicht zurück, gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Vandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt bte Verwaltung des Hottscheer ZSoten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Hottscheer Boten in Gottschee. Anzeigen (Injcrate) werden nach Tarif berechnet und von der Ver-waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. Postsparkaffen-Konto Nr. 842.285. Mr. 21. Kottschee, am 4. Movemöer 1912. Jahrgang IX. Jur Charakteristik der Radikalen. Der liebe Gott hat verschiedene Kostgänger auf der Welt. Eine besondere Gattung sind die Radikalen. Sie sind meist jung und unausgereift, greifbar in der Sturm- und Drangperiode. Eö gibt aber auch radikale Grauköpfe, die die Wildejungen-Manieren noch nicht ganz abgelegt haben. In den Adern der Radikalen rollt kein Fischblut, ihr Temperament schäumt leicht über, besonders wenn der Haß gegen das christliche Wesen ihren Zorn schwellt. Sie sprechen wie Schillers Schweizer Held: War’ ich besonnen, hieß ich nicht der Stell I Daß die Radikalen aller Riten und Nationen sich mit kühler Verachtung über die Anforderungen des guten Tones hinwegsetzen, hat man oft genug im ReichSrat und auch außerhalb desselben gesehen. Wenn ihr Temperament mobil gemacht ist, kommen sie krakeelend, schimpfend und lästernd in die Kamps-linieit geritten und nicht selten wird dann in Roheit und Gemeinheit en gros gemacht. Mangel an Lebensart deklassiert ja im hohen Hause bekanntlich schon längst nicht mehr. In ihren Zeitungen werfen die Radikalen mit Kot uud Jauche herum und erfreuen sich dabei ihrer Tarnkappe. Je weniger sie selbst zusammenbringen, desto eifriger begeifern sie jene, die etwas leisten. Meist leiden die Radikalen stark an Größenwahn und Unfehlbarkeitsdünkel. Das staatsmännische bißchen Verstand, das sie besitzen, hält krampfhaft fest am Justament: Was wir wollen, das ist unfehlbar richtig und hat zu geschehen! Daß man in der Politik sich vernünftigerweise nach den Umständen richten muß und manchmal nur durch kluges Nachgeben und aus scheinbaren Umwegen sein Ziel erreichen kann, dieses ABC politischer Einsicht ist den Radikalen ziemlich unbekannt. Wie unreife Jungen verlangen ste, daß sich die ganze Welt nach ihren Einbildungen richten solle. Sie merken gar nicht, wie oft hiebei ihre Vernunft im Talon liegen bleibt! In nationaler Beziehung halten sie sich bekanntlich an die beliebte Steigerung: deutsch, deutscher, am deutschesten! Für sich nehmen sie selbstverständlich den Superlativ, die höchste Steigerungsstufe, in Anspruch. Neben ihnen muß jedes andere Deutschtum verblassen, wie die Sterne vor der Sonne. Den Millionen katholisch gesinnter Deutscher möchten sie das Deutschtum am liebsten ganz nbsprechen. Deutsch sein heißt bei ihnen lutherisch sein. Ein richtiger Deutscher muß nach ihnen romfrei sein, muß mindestens innerlich mit dem katholischen Glauben gebrochen haben. Sonderbar! Der "ebe Herrgott will doch nicht, daß den Deutschen die Himmelstür vor der Nase zugeschlagen werde, das wollen nur die radikalen ^os von Rom-Stürmer! Vor lauter Deutschtümelei werden die Radikalen nicht selten sogar die ärgsten Schädiger des Deutschtums. CU Gottschee z. B. ist das Gymnasium eines der stärksten Bollwerke unseres deutschen Volkstums. Was tun unsere Radikalen? Sie haben am Gymnasium gewissermaßen eine Warnungstafel angebracht, auf welcher geschrieben steht: Gut katholisch gesinnten Schülern ist der Eintritt von uns aus verboten! Sie dürfen keine Unterstützungen und keine Stipendien bekommen! Alles das zur größeren Ehre des Deutschtums und einer Freiheit, die jede andere Anschauung und Überzeugung knuten und knechten will. Wenn dann so notwendigerweise der Besuch der Anstalt immer mehr zurückgeht und nach wenigen Jahren vielleicht der Fortbestand der Oberklassen in Frage gestellt erscheint, dann kann sich Gottschee bei jenen Herren schönstens bedanken, die ihm diese Suppe eingebrockt haben. Aber so etwas nennen unsere Herren Radikalen dennoch eine „deutsche" Tat. Im Namen des Deutschtums wird das Deutschtum erschlagen! Sowie es ein papierenes Deutsch gibt, so kann man auch von einer papierenen Politik sprechen, das heißt, von einer Politik, die nur auf dem Papiere bleibt. Kinder erlustigen sich gerne daran, schöne Seifenblasen zu machen, die in allen möglichen Farben schillern und dann zerplatzen. Auch die Radikalen ergötzen sich gern an solchem anmutigen Seifenblasenspiel. Wir haben es in Gottschee vor ein paar Jahren erlebt, daß radikalerseits Arbeits- und Tätigkeitsprogramme wie Seifenblasen beim Fenster hinausflatlerten, zu deren Durchführung mindestens ein halbes Dutzend Unterausschüsse gewählt wurden. Und die Wirklichkeit? Der Erfolg? Nichts als zerplatzte Seifenblasen! Ein Hauptkennzeichen der Radikalen ist überhaupt der Umstand, daß ihre Worte ebenso groß sind, als ihre Taten klein. Sie kritisieren alles, verschimpsen alles, Hofmeistern alles, drängen sich überall vor und schieben erprobte, treue Arbeiter in Vereinen und bergt, zurück. Wenn sie dann stolz und mit jugendlicher Gewichtigkeit auf den kurulischen Vereins- und sonstigen Stühlen sitzen, dann erwartet natürlich jedermann den Eintritt einer neuen arbeits- und segensreichen Ära. In Wirklichkeit gibt's aber nichts als schwere Enttäuschungen. So wortreich nämlich die radikalen Herren sind, so arbeitsscheu sind sie meist hinterher. Am allerwenigsten mögen die Radikalen die katholische Kirche leiden; sie liegt ihnen als Antichristen furchtbar im Magen. Deshalb suchen sie der katholischen Sache als deren haßerfüllte Widersacher zu schaden, wo sie nur können: der Wolf im Schafpelze oder auch ohne den Schafpelz! Als im Jänner 1907 der christliche Gottscheer Bauernbund gegründet wurde, da riefen die Radikalen wutentbrannt: Heil Frankreich, nämlich Heil dem katholiken- und religionsfeindlichen Frankreich! Das war der Wolf ohne Schafpelz. Später hängte man sich vorsichtigerweise wieder den Schafpelz um, um einige naive Gemüter des eigenen Anhanges nicht zu sehr zu erschrecken. Da hieß es dann immer und immer wieder: Nieder mit dem Klerikalismus! Nieder mit den Klerikalen! Unter Klerikalismus verstehen die Radikalen aber nichts anderes als die katholische Kirche und unter Klerikalen deren treue Anhänger. Der erhebende, großartige Eucharistische Weltkongreß in Wien war in ihren Äugen nichts anders als eine klerikale, politische (!) Demonstration, und wenn einer als Katholik seine Sonntagspflicht erfüllt, ist er natürlich auch ein „Klerikaler". Manchmal bekam die Sache sogar einen urkomischen, erheiternden Anstrich. Als vor ein paar Jahren der Gvttschecr Thespiskarren von einem Hotel in ein anderes übertragen wurde, hieß es im radikalen Blatte, er sei schwarz (klerikal) ange- strichen worden! Abg. Malik nannte seine nntersteirischen Krähwinkler einst Quargelbürger. Obiger Vorfall beweist, daß auch Gottschee seine herzlich einfältigen radikalen Quargelleute besitzt, auf welche stolz zu sein es keine Ursache hat. Und die Zukunft der Radikalen? Abg. K. H. Wolf ist einst fast wie die strahlende Morgenröte aufgegangen, man erblickte in ihm den Anbruch des nationalen Frühlings. Wolf alsJung-Siegfried, dem deutsche Jungfrauen Kränze flochten! Und später? Wie schmählich wurden nicht diese Kränze zerzaust und zerrissen! Auch für unsere Radikalen wird es Abend werden oder ist es eigentlich schon Abend geworden; je mehr das Volk das radikale Gaukelspiel durchschaut, desto gründlicher wendet es sich vom Radikalismus ab, desto weniger rechnet es sich zur Ehre an, daß es einmal eine Zeit gegeben hat, wo es sich, zeitweilig wenigstens, von den Radikalen gängeln ließ. Gesetzte Männer, die sich vor ein paar Jahren unbegreiflicherweise den jugendlichen Radikalen mit Haut und Haar verschrieben hatten, wünschen heute lebhaft, an ihre radikalen Eseleien ja nicht mehr erinnert zu werden. Sic transit gloria mundi! Die Schiilenahl am k. k. Staats-Gymnastum in Gottschee. ii. Nachdem wir eine ganze Reihe positiver Tatsachen als Ursachen des Rückganges der Schülerzahl angeführt haben, welche jeder rechtlich Denkende zugeben wird, wollen wir auch der viel erörterten Frage nahetreten, ob und inwieweit die Marianische Studentenkongregation daran schuldtragend sei. Zuvor eine Bemerkung. Wir schreiben diese Zeilen vor allem für unsere Gesinnungsgenossen, dann erst für unsere Gegner, aber nur für diejenigen, die.selbständig und ehrlich denken können und wollen; in den Reihen dieser treffen wir nämlich auch auf Individuen, welche aus Haß, Voreingenommenheit, Verbohrtheit, Verblendung, Starrsinn und Unaufrichtigkeit zusammengesetzt sind, so daß sie Gold für Kot erklären würden und Trinkwasser für Jauche, wenn es in unserem Besitz ist und wir es ihnen schenken wollen. Mit solchen Exemplaren, die in einemfort nur eine garstige Melodie brüllen und auf eine Saite schlagen, geben wir uns nicht ab. Ehrlich denkenden Gegnern, die wir ehren und deren es eine überwiegend größere Zahl gibt als der Krakeeler, diesen gilt es. Tatsache ist es vor allem, daß unser Gottscheer Volk zum größten Zeile religiös ist. Jeder, der das Gegenteil behauptet, tut unserem Volke eine bittere Schande an! Auch einige ausgesprochen gottlose und sittlich herabgekommene Landeskinder ändern daran nichts: das Schlechte macht sich eben aufdringlicher bemerkbar und hat, weil es in seinen Mitteln nicht wählerisch, ja unehrlich ist, wenigstens mehr augenblicklichen Erfolg und scheinbar einen größeren Anhang. Daran ändert auch der Umstand nicht viel, daß in der Stadt selbst die Freisinnigen und „Los von Rom"-Gegangenen samt Anhang lauer, abgestandener Katholiken sich sehr bemerkbar machen. Auch hier sind es nur vereinzelte Erscheinungen, daß ein Vater seinem Sohne sagt: „Glaub' dem Katecheten nicht, es gibt keinen Gott!" Oder daß ein großer (?) Stürmer eine Sammlerin mit den Worten abfertigt: „Es gibt ja keinen Gotl", anstatt ihr ein Almosen zu geben. Manche sogenannte „Rote" sind nur politisch rot, wollen aber ihre Kinder christlich erziehen und beteiligen sich am kirchlichen Leben, wenn auch oft nur im Geheimen, aus Furcht vor dem rücksichtslosen Terrorismus einer bekannten Clique. Tatsache ist es ferner, daß diese Religiosität unserer Bevölkerung zu wenig respektiert wurde und noch wird, ja geradezu, besonders bei der Jugend, erdrückt werden soll. Diese Tatsache und Behauptung soll näher beleuchtet und bewiesen werden. Der Schluß, wer am Rückgänge der Schüler- zahl Schuld trägt, ergibt sich dann von selbst. — Wir sehen uns jetzt gezwungen, zu wiederholtenmalen über Ereignisse zu sprechen, die wir schon seinerzeit in unserem Blatte genug beleuchtet haben und die ja jedermann hierzulande zur Genüge bekannt sind und wir daher nur zusammenfassend ihrer erwähnen. Die freisinnigen Kreise haben unter den Gymnastalschülern die „Trutzburg" ins Leben gerufen, eine Verbindung, deren Zweck es war, das Gymnasium zu einer Zuchtstätte des Freisinns zu machen. An die Schüler wurden Unmengen von Alkohol verabreicht, in diesem Zustande wurden sie dann von bekannten Prima-Hetzern in Brandreden bearbeitet und auch gewonnen. Wie uns der Religionsprofessor versicherte, waren die „Trutzburger" religiös die schlechtesten Schüler, mit denen er am meisten Anstände hatte. Daß solche Schüler vernichtend und verheerend auch auf Mitschüler und ihr religiöses Leben wirkten, liegt auf der Hand; also abgesehen von den leiblichen und geistigen Folgen übermäßigen Alkohvlgenusses in der Jugend ein großer Schaden. Der Bestand der „Trutzburg" ist eine bekannte Tatsache; als wir voriges Jahr darüber weitgehendste Mitteilungen machten, hat sich niemand, nicht einmal die „Gottscheer Nachr." getraut, das Gegenteil zu behaupten! Ja, die „Trutzburger" fühlten sich so sicher, daß sie auch im verflossenen Schuljahr ihr Unwesen trieben und sich bei der Schulschlußkneipe ein „Trutzburger" mit Band und Kappe rühmte: „Es stand ja in der Zeitung und doch ist uns nichts geschehen!" — Woher diese Sicherheit? Oder ist es wirklich wahr, was wir hörten, daß einzelne Gymnasialprofessoren zum Eintritt in die „Trutzburg" aufforderten? Es ist das so ungeheuerlich, daß wir es trotz Versicherung nicht glauben können und es als bloßes Gerede hier annehmen. Sollte es aber dennoch wahr sein, nun dann —! In richtiger Erkenntnis dieser Sachlage stellte nun der Herr Religionsprofessor der „Trutzburg" die Kongregation entgegen, um deren verderblichen Einfluß wenigstens teilweise hintanzuhalten und die gutgesinnten Schüler zur Vertiefung des religiösen Lebens anzuleiten. Denn das und sonst nichts ist Zweck der Marianischen Kongregationen: durch öfteren Empfang der heil. Sakramente, besondere Verehrung der Gottesmutter Maria und standesgemäße Belehrung die Schüler gut zu erhalten und vor den allgemeinen Gefahren der Jugendzeit zu bewahren. Mögen unsere Gegner das zugeben oder nicht, das und nichts anderes will die Kongregation. Ob sie es immer und in jedem Falle erreicht, ist eine andere Frage, und ist das Nichtgelingen dieser Bestrebung in einzelnen Fällen noch kein Beweis für die Schlechtigkeit der Kongregation. — Daß diese mutige Tat richtig getroffen hat, beweist die wirklich nicht mehr, schöne und menschliche Hetze dagegen. Es ist ja alles dies nur zu lebendig in Erinnerung aller Beteiligten, sowohl der Freunde als auch der Feinde, als daß wir nötig hätten, es noch einmal zu wiederholen. Was hat man nicht alles gegen die Kongregation heraufbeschworen und angezettelt! — Doch eines möge hier dennoch festgenagelt werden. In jener stürmischen Zeit ließen sich einzelne Professoren dazu verleiten, abfällige, lächerlich machende Worte über das Gebet zu gebrauchen und das Schulgebet mit geringschätzenden Gesten, Mienen und Bewegungen zu begleiten. Es ist diesem Unfug zwar sofort und energisch von höherer Schulbehörde gesteuert worden, aber geschehen ist geschehen; die Schüler haben es gehört, gesehen, zu Hause erzählt und so ist die religiöse Überzeugung der christlichen Kreise tief und mannigfach beleidigt worden. Unserer Überzeugung nach ist nichts gefährlicher, als in einer solchen Art das religiöse Gefühl zu beleidigen, und sei es auch das eines Schülers: auch der hat ein Recht darauf, daß sein Glaube auch vom Lehrer respektiert werde! Das ist Takt, den man auch einem Kinde gegenüber haben muß, will man ein gebildeter Mann und gar ein Pädagoge sein. Die christlich gesinnten Eltern wurden ob dieser unwürdigen Hetze begreiflicherweise stutzig; teilweise glaubten sie auch den mannigfachen, nichtkontrollierbaren Lügen, teilweise fürchteten sie für das Glaubensleben ihrer Kinder, verloren das Vertrauen zum Gyw- ita gr> Lü Di gef mu (nc Be uni Wl Ha roe na) Ju roe uni nick sie fest' Hc Un liek daß den der hak Gb den gef' 10 ai stets Es beti als alle sie alle bei Bei sie Ehr das den Sch min Jok IN i hat übei hat Me Eig Sta Kr, Lehi Elek iiasium und schickten ihre Kinder nicht mehr dahin. Es bedurfte großer Mühe der Seelsorger, ihnen klar zu machen, daß es nur Lügen sind, mit denen man die Kongregation zu erschlagen gedenke. Die Ellern sahen, daß ihre Kinder am Gymnasium Gefahren ausgesetzt sind, die durch die „Trutzburg" noch wesentlich vergrößert wuroen, sie sahen ferner, daß ihnen die Erfüllung religiöser Pflichten (nach eigenem Bedarf und Wunsch) erschwert wurde durch Spott, Verfolgung, Zurücksetzung, wenn sie in die Kongregation eintraten, und zogen die Konsequenzen: wir lassen unsere Kinder nicht studieren! Was hat der Mensch besseres, als sein Glaube istl Der gibt ihm Halt im Kampfe, Trost im Leiden. Was würde aus der Jugend, wenn sie irreligiös erzogen wird? — Man sage nicht, am Gymnasium ist ja ohnehin genug gesorgt für das religiöse Leben der Jugend. Angenommen, daß es wahr wäre, auch das wird ja wesentlich erschwert durch Mitschüler, die des Geistes der „Trutzburg" und ihrer Hintermänner voll sind. Und warum sollte es den Schülern nicht erlaubt sein, im religiösen Leben Höheres zu erstreben, wenn sie doch auch zu Leibesübungen und gesundem Sport mit Recht so sehr angeeifert werden? Aller Haß gegen die Kongregation ist nur Haß gegen Religion und praktisches Christentum. Und dieses wohl fühlend, haben manche christliche Eltern ihre Söhne lieber zu Hause behalten. Es kann ihnen doch nicht zugemutet werden, daß sie gegen ihre Überzeugung handeln sollen, daß sie ihre Kinder, denen sie außer Armut nichts zu hinterlassen haben, obendrein noch der Gefahr anssetzen sollen, das Kostbarste zu verlieren, was sie haben: ihren Glauben und das ungehinderte Leben nach dem Glauben. Nun, sollen wir jetzt jene Personen namentlich anführen, die den wilden Kampf gegen die Kongregation angestiftet, gutgeheißen, gefördert oder nicht hintangehalten haben, obwohl es ihre Pflicht war, sollen wir alle diejenigen nennen, die, ihr Amt — mag es heißen wie immer — mißbrauchend, gegen die Kongregation hetzten? Es hätte keinen Sinn und wir kennen sie ja alle! Und zudem betreibt unser Blatt keine persönliche Hetze, wie sie unsere Gegner als Lebensbedingung ihrer Partei erachten. Aber das sieht fest, alle diejenigen, welchen Standes und Ranges und Berufes immer sie sein mögen, welche gegen die Marianische Kongregation hetzten, alle diejenigen sind schuld daran, daß das Gottscheer Gymnasium bei christlichen Eltern viel an Vertrauen verloren hat, dasjenige Vertrauen vor allem, welches Eltern in den Erzieher setzen, wenn sie ihm seine .Kinder übergeben, damit er aus ihnen mache güte Christen, tüchtige Männer, tapfere und uneigennützige Arbeiter für das Wohl des Volkes.. Fr. Chrysostomus. Aus Stabt und Land. Gottschee. (Vom Justizdienste.) Der Justizminister hat den Auskultanten Herrn Gottfried Ja klitsch zum Richter für Schönstein (Steiermark) ernannt. — (Beförderung im Schuldienste.) Der Unterrichtsminister hat die Übungsschullehrer Herren Othmar Herbst und Johann Kren, beide an der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Marburg, tn die neunte Rangsklasse befördert. — (Sanktionierter Gesetzentwurf.) Der Kaiser hat dem vom krainischen Landtage beschlossenen Gesetzentwürfe über die Schulaufsicht die allerhöchste Sanktion erteilt. —■. (K. k. Fachschule.) Der Minister für öffentliche Arbeiten hat den Professor der achten Rangsklasse an der Fachschule für Metallindustrie in Nixdorf Herrn Wilhelm Michel in gleicher Eigenschaft an die k. k. Fachschule für Tstchlerei in Gottschee versetzt. — (K. k. S t a a t s g y m n a s i u m.) Die wirklichen Lehrer am Staatsgymnasium in Gottschee Herren Dr. Josef E t t lund Dr. Andreas Kraul and wurden unter Zuerkennung des Titels „Professor" im Sehramte bestätigt. — (Elektrizitätswerk.) Beim hiesigen Wasser- und Elektrizitätswerke betrug der Aufwand für Kohle (samt Zufuhr) bisher jährlich rund 13.000 K, also eine verhältnismäßig ganz enorme Summe, wodurch die Betriebskosten jedes Jahr eine solche Höhe erreichten, daß das Werk durch viele Jahre passiv war und der alljährliche Abgang nur durch eine Subvention der städtischen Sparkasse (6000 K) gedeckt werden konnte. Nun hat man mittlerweile bei anderen ähnlichen Werken die Erfahrung gemacht, daß man bei Verwendung von Dieselmotoren mit Rohölheizung viel billiger daraus kommt. Für unser Werk, das in diesem Falle statt 13.000 K nur 4000 bis 4500 K für Heizmaterial auszugeben hätte, würde das ein Ersparnis von etwa 8000 K ergeben. Infolgedessen war die Anschaffung eines entsprechenden Dieselmotors schon seit längerer Zeit in Aussicht genommen worden und es wurde in der Sitzung der Stadtgemeindevertretung am 30. v. M. beschlossen, diese Neuanlage anzuschaffen. Die Gesamtkosten für den Dieselmotor, für die Herstellung der eisernen Zisterne, den Zustreiswagen, die Pumpe usw. belaufen sich auf rund 42.000 K, also auf einen Betrag, der durch das zu gewärtigende jährliche Ersparnis von 8000 K in spätestens sechs Jahren wird hereingebracht werden können. Mit der Lieferung des Dieselmotors ist die Grazer Maschinen- und Waggonbau-Aktiengesellschaft (vormals Waitzer) betraut worden und wird die Aufstellung der neuen Anlage schon demnächst bewerkstelligt werden. Ein gut erhaltener Dampfkessel des Werkes sowie auch ein Schnelläufer sind nun verkäuflich. — (Marianische Studentenkongregation.) Wir kämpfen mit anständigen Waffen, mit ernsten, sachlichen Gründen und vermeiden es, ohne zwingenden Grund persönlich zu werden. Ganz anders die „Nachrichten". Je weniger man dort ernste, ruhige Sachlichkeit kennt, desto mehr beschmutzt man sich mit Ausfällen persönlicher Gehässigkeit und Ranküne. Eine Probe solcher schäbiger Gesinnung finden wir neuestens wieder in Nummer 43 der „Nachrichten", wo die Mitglieder der hiesigen marianischen Studentenkongregation (wenn auch unvollständig) mit Namen angeführt werden. Es ist vor Gotr und in den Augen aller guten Katholiken gewiß eine Ehre und ein Vorzug, der Kongregation anzugehören. Deswegen machen sich die Kongreganisten gewiß auch nichts daraus, wenn ihre Namen, allerdings in böser, niedriger Absicht, der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden. Es verrät aber eine sehr schäbige, boshafte Gesinnung, armen, braven Studenten aus reiner Gehässigkeit schaden zu wollen, indem man sie gewissermaßen der Verachtung und Boykottierung gewisser Kreise preisgibt. Durch eine solche niedrige Handlungsweise stellt ein Blatt nicht so sehr die Kongreganisten, sondern sich selbst an den Pranger. Unrichtig ist auch die Behauptung, daß die Zahl der „Mariannen", wie sich die „Nachrichten" geschmackvoll ausdrücken, stark zurückgegangen sei, die Verhältniszahl ist im Gegenteil dieselbe geblieben, nämlich nahezu ein Viertel der Gesamtzahl der Schüler. Die übrigen Lügen werden an anderer Stelle unseres Blattes als solche gebührend gebrandmarkt. — (Katholisch-deutsche Studentenverbindung „Austria".) Bei der jüngst stattgehabten Chargenwahl der kath.-deutschen Studentenverbindung „Austria" wurde Herr jur. Josef Kresse zum Fuchsmajor gewählt. — (Ertrunken.) Die 32jährige Schuhmacherswitwe Frau Josefa Darowitsch geb. Hoge (aus Ältlag), welche an Fallsucht litt, wusch am 23. v. M. in der Nähe ihres Hauses (Nr. 188) in der Berggasse an einer mit Wasser gefüllten Grube ihre Wäsche, bekam hiebei einen epileptischen Anfall, stürzte ins Wasser und ertrank. Man hörte in der Nachbarschaft zwar einen Schrei, glaubte aber, es sei nur Kinderlärm. Als nun die Verunglückte vermißt wurde, machte sich der in der Nähe wohnende Herr Obergeometer Ritter v. Fürer mit seinem Offizianten Herrn I. Jaklitsch daran, die Lehmgrube mit Feuerhaken zu durchsuchen, und sie zogen alsbald die Leiche heraus. Die Verunglückte hinterläßt zwei Kinder im Alter von drei und vier Jahren. — (Inkrafttreten des Gesetzes, betreffend die Verbesserung der Hutweiden.) Am 22. v. M. ist das am 7. v. M. im 30. Stücke des Landesgesetzblattes verlautbarte Gesetz vom 4. September 1912, L. G. Bl. Nr. 63, über die Verbesserung von Hulweiden in Kraft getreten. Nach dem Inhalte dieses Gesetzes können zur Förderung von Unternehmungen, die die Verbesserung von Hutweiden und die Erleichterung ihrer Benützung bezwecken, Unterstützungen aus öffentlichen (Staats- und Landes-) Mitteln gewährt werden. — (Z ur Abwehr.) Die „Gottscheer Nachrichten" vom 27. Oktober l. I. befassen sich wieder einmal mit meiner Person und diesmal kann ich nicht umhin, eine entsprechende Antwort zu geben. Vor allem sei festgestellt, daß nur ich als Leiter der Kongregation gemeint sein kann, obwohl der Artikler von mir als „Frater Chrysostoinus" spricht. Man möchte auf diese Weise wohl gern erfahren, wer der Schreiber jener Artikel im „Gottscheer Bolen" ist. In besagter Nummer der „Nachr." wird gesagt, daß „die jungen und selbstverständlich noch unerfahrenen Schüler den unablässigen und süßen Einflüsterungen des Frater Chrysostoinus viel leichter zugänglich sind". Diese Behauptung ist eine Lüge; ich habe keinem einzigen der neuen Schüler zugeredet, in die Kongregation einzu-treten. Weiter heißt es, „daß die Kongregation mit wahrer Frömmigkeit und religiöser Vertiefung absolut nichts gemein hat!" Das ist eine zweite, ganz niederträchtige Lüge. Die Kongregation ist eine rein kirchliche Einrichtung, deren Zweck nur ein religiöser ist. Zuletzt kommt noch folgende Behauptung: „Frater Chrysostoinus organisiert also hier seine Konnalionalen und wer weiß, ob hier nicht auch ein bißchen Slawisierungspolitik getrieben wird." Auch das ist eine durchaus gemeine Lüge. Ich brauche mich diesbezüglich nicht im geringsten zu rechtfertigen. Deshalb nenne ich den Schreiber zitierter Zeilen einen gemeinen Lügner, und das bleibt er, solange er nicht ehrlich widerruft. Fühlt er sich seiner Sache sicher und durch das Wort „Lügner" beleidigt, soll er klagen; klagt er nicht, ist eben das ein Beweis, daß er ein öoshafter Lügner ist. Und wenn der Redakteur der „Nachrichten" diese oder ähnliche Lügen trotzdem noch einmal veröffentlicht oder sich überhaupt mit den Ausführungen jenes Artikelschreibers identifiziert, werfe ich auch ihm das Won „Lügner“ ins Gesicht. Iir. Sat. Wahl, k. k. Gymn.-Rel.-Prof. — (Wieder eine neue Grotte bei Gottschee.) Es wird berichtet: Am 20. v. M. wurde auf dem Plateau des Friedrichstein bei Gottschee nächst dem ungefähr eine halbe Stunde von der bekannten Eisgrolte befindlichen Hirisbrunn wieder eine neue Grotte entdeckt und durchforscht. Durch einen etwa 18 Meter tiefen, ziemlich weiten Schacht gelangt man (nur mittelst Strickleitern) in einen großen Dom. Von hier geht es in der einen Richtung über verfüttertem Boden ansteigend in eine Tropfsteinkammer, deren Gebilde, obwohl weder durch Größe, noch durch Schönheit hervorragend, besonderes Interesse verdienen; sie sind nämlich teils durch Frost-eiuslüsse, teils durch Korrosion sehr stark deformiert, so daß die älteren Teile ausnahmslos statt der typischen runden Tropfsteinformen ausgesprochen scharfkantige Konturen aufweisen, die so unregelmäßig verlaufen, daß manche Stücke förmlich schraubenförmigen Charakter tragen. An diesen altern Teilen finden sich häufig jüngere Tropfsteinansätze von normaler Gestaltung. In der anoeren Richtung gelangt man aus dem am Grunde des Schachtes befindlichen Dom Über Trümmer und Geröll steil bergab in eine langgestreckte, ebenfalls sehr hohe Halle mit fast gänzlich oersinterten Wänden, die gleichfalls starke Frosteinwirkungen aufweisen. Diese Halle endet mit einem sehr großen Tropfwasserbecken, dessen Wasser eine Temperatur von nur 4 Grad Celsius hatte. Die Höhlenfauna stimmt mit jener der anderen Gottscheer Grotten überein. Diese neue Grotte wurde von ihren Entdeckern nach dein bekannten Triester Karstforscher und Geographen Oberleutnant Franz Mühlhofer auf den Namen „Mühlhofergrotte" getauft. Am 27. v. M. wurden dort oben neuerdings zwei neue Grotten entdeckt. — (Teuerung in verschiedenen Ländern.) Nach den statistischen Angaben des französischen Volkswirtschaftlers Albert Dauzat sind die teuersten Länder der Welt Transwaal, Amerika und Ägypten. Im Transwaal hat der Überfluß an Gold (Goldgewinnung) eine furchtbare Steigerung der Lebensmittelpreise hervorgerufen; sie sind dort etwa dreimal so hoch wie bei uns, in Aegypten mehr als doppelt so hoch wie bei uns. Im Osten'der Vereinigten Staaten, besonders in New-Aork ist es teurer als im Westen. Die Manufakturwaren (Schuhe, Kleider) find außerordentlich billig, aber sehr weuig haltbar. Wer im Osten der Vereinigten Staaten für 120 K den Monat einen Dienstboten bekommt, kann von Glück reden, denn es gibt so wenige, daß eine große Nachfrage besteht. Die Mietzinse in New-Aork betragen etwa das Dreifache von dem, was inan bei uns hiefüc zahlt. Nahrungsmittel find teuer, mit Ausnahme von Rindfleisch und Fleischkonserven. Im Westen der Vereinigten Staaten viel niedriger. In der Nahe von San Frančiško kann man ein ganzes Haus mit Veranda und kleinem Garten schon für 1500 K mieten, aber die Dienstboten zu bekommen, die einem auch das Leben in dem Hause behaglich gestalten, ist sehr kostspielig. Der Lohn eines Dieners beträgt wenigstens 150 K pro Monat. In Europa gehören zu den teuren Ländern England, Holland, Deutschland, Österreich und Skandinavien. Die romanischen Länder, selbst Frankreich, sind billiger. Eine starke Teuerung setzte in Österreich, besonders in Wien, in den Jahren 1904 und 1905 ein; Mieten, Manufakturwaren, Nahrungsmittel fliegen um 15 bis 20 Prozent. Man hat berechnet, daß Bürger mit einem Einkommen von 8000 Kronen gezwungen waren, auf die Ferienreise zu verzichten, um ihre täglichen Mehrausgaben zu decken. Eine neue Teuerungswelle setzte dann 1910, 1911 ein. Besonders die Wohnungsnot ist anss höchste gestiegen. Frankreich erhält sich demgegenüber in einem mittleren Stadium, ebenso die Schweiz. Belgien, Italien und Spanien sind die billigsten Länder Europas. —• (Schatzgräber aus dem Friedrichs!ein.) Ein vor Jahren nach Amerika ausgewauderter Gmfenfelder schrieb einem Freunde in Grafenfeld, er solle im Friedrichsteiner Walde an einer genau bezeichnelen Stelle uachsorschen, er .werde dorr einen ..mit-drei Kreuzen versehenen Stein und unter diesem einen reichen Schatz aus der Franzosenzeit finden. Er (Der Briefschreiber) selber denke, da er schon zu alt sei, nicht mehr au die Heimkehr und teile deshalb das Geheimnis mit, damit wenigstens feine Landsleute und Dorf-genoffen etwas davon hätten. Man hätte sich nun leicht denken können, daß, wenn an der Sache wirklich etwas wäre, der Amerikaner schon vor Jahren, als er noch in Grafenfeld weilte, selbst den Schatz gehoben hätte. Aber die Schatzgräbereien bei der Ruine Friedlichstem scheinen nun einmal schon seit Jahrhunderten üblich zu sein und so machte sich denn am 22. v. M. ein Trupp Grafenfelder Insassen auf, um die Stelle zu finden und den Schatz zu heben. Man kam zur bezeichnten Stelle, durchwühlte eifrigst ringsum den Boden, fand aber selbstverständlich nichts, rein nichts und kehrte im strömenden Regen in verdrossenster Stimmung nach Hanse zurück. Wegen des herausgehobenen Grenzsteines — denn um einen solchen handelte es sich — kann man vielleicht noch Unannehmlichkeiten zu gewärtigen haben. — In feinen „Malerischen Skizzen von Gottschee" erzählt schon Postl von dem alten Volksglauben, daß in der Ruine Friedlichstem grvße Schätze verborgen seien. Im Jahre 1862 hätten „unter allen Vorkehrungen mit Werkzeugen und Wunschruten" mehrere Bewohner von Gottschee die Ruine bestiegen uud nach Schätzen gegraben. Im Jahre 1826 habe inan in einem Keller der Ruine ein Faß Wein gefunden, dessen Holz schon morsch war. Der Weinstein sei fünf Zoll dick gewesen (!). Der durch diese Kruste angebohrte Wein soll köstlich gewesen sein. „Im Jahre 1826 existierte in Gottschee ein Wagner, der einst auf dem Friedrichsteili schlief. Als er seiner beschworenen Aussage nach wach geworden, ersah er eine riesige Schlange, die ihm winkte. Ein mutvoller Mann, wie er war, hackte er im Gehen Ästchen ab, um den Rückweg zu finden. Das Untier führte ihn seitwärts der Ruine in eine offene Höhle, worin sich eine Ampel in einer Mauernische befand, welche, aus Edelstein geformt, strahlend leuchtete. Rundum sah er alte Gold-, Kupfer- und Silberstucke, alle viereckig. Der Wagner bekam Angst, rannte hinaus, um seine Kameraden zu holen, die der gehackten Scheinspur zur Höhle folgten. Diese Zeichen befanden sich nur fchr seht sich v. I den M! Sa In Bel meE Dai jede tenä Töl Wis utac Ale; seiin histi uerr Lebl und erstr wir rätst zu 1 Sud Mai hat. 4 Bra sich hat, bekei er ! in si der Hoh Nuß Totc Spi, Hall liehe: Läch Erke prah (Mil leistr Zu Kur gesch dienf anhe und Dab Der Pho nität Gott tatsä Lage mehr Betr die s lpreise rs, in m der ls im mtlich nigten kann Nach-Drei-‘I sind Im e von einem nmen, n, ist 50 K lianb, mani-erung i und tt um einem erien» ecken, nbers t sich nveiz. opaž. i vor einem einer t-brei ) aus da chalb Dorf« enfett meri» selbst inine iblich afen« tz zu ftum ehrte : zu-einen ilich-izzen tben, Im und legen inem orsch diese .826 «stein eben, ann, g zu ffene Iche, alte :fatn ge» sich nun hoch auf den Bäumen und jede Spur der Höhle war verschwunden. Der Eindruck dieser Szene war lief und der Wagner schwur, nicht geträumt zu haben. Er wurde tiefsinnig und jagte sich eine Kugel durch den Kopf." — Die Schatzgräber vom 22. u. M. können sich damit trösten, daß schon früher andere Leute auf dem Friedrichstein gründlich angesessen sind. Wahrscheinlich ist die jüngste Schatzgräberei noch immer nicht die letzte gewesen. Ähnliche Sagen finden sich mich in anderen Gegenden. -- (Kann die Wissenschaft die Religion ersetzen?) In der radikalliberalen und roten Presse liest man nicht selten die Behauptung, daß die Religion, von der die Herren Freidenker nichts mehr wissen wollen, durch die Wissenschaft ersetzt werden könne. Daß das eine durch und durch unwahre Behauptung ist, sagt einem jeden schon die innere Stimme des Gewissens. Es ist aber bemerkenswert, daß selbst Leute, die von den Freidenkern in den höchsten Tönen und stärksten Superlativen als „Fürsten im Reiche der Wissenschaft" gepriesen werden, die Probe aufs Exempel zwar gemacht, aber dabei elendiglich Schiffbruch gelitten haben. So klagt Alexander v. Humboldt in seinen Briefen über die „Verwirrnisse seines öden Lebens" und jammert über sein Leben in „der buddhistischen kalten Hölle" in Potsdam. Seinen vollen inneren Bankrott verraten die Worte, die er am Abend seines Lebens schrieb: „Das Leben ist der größte Unsinn. Und wenn man achtzig Jahre strebt und forscht, so muß man sich doch endlich gestehen, daß man nichts erstrebt und erforscht hat. Wüßten wir nur wenigstens, warum wir auf dieser Welt sind 1 Aber alles ist und bleibt dem Denker rätselhaft und das größte Glück ist noch, als Flachkopf geboren zu sein." — Dazu schreibt der Berner Professor Stein in seinem Buch „Der Sinn des Lebens": „Das. ist das letzte Wort eines Mannes, der sich aller Illusionen endgültig und gründlich entfchlagen hat. So spricht nur ein Desillusionne, dessen Schifflein an der Brandung des Lebens zerschellt ist. Der kühne Welteroberer, der sich nach und nach alle Provinzen des Wissens untertan gemacht hat, schließt die Rechnung mit trostlosen Minusziffern ab und bekennt an seinem Lebensabend mit geradezu faustischem Ungestüm, er kenne jetzt alles und wisse gar nichts. Die Lebensenergie ist in solchen Naturen völlig erloschen, der Wille zur Macht erstorben, der Trieb zur Erkenntnis verdorrt — der Krater ist ausgebrannt. Hohl ist ihnen der Sinn der Welt, das Dasein — eine taube Nuß. Und jo tönt uns denn mit unheimlichem Echoklang das Totenglöcklein des Menschengeschlechtes gerade von seinen höchsten Spitzen entgegen.“ — Wie einfältig stehen demgegenüber jene Halbwisser da — ihre Zahl ist Legion —, die, auf ihr vermeintliches Wissen pochend, für Religion und Glaube nur ein mitleidiges Lächeln haben und gar nicht merken, wie weit sie von der wahren Erkenntnis entfernt find. Sie gleichen Leuten, die mit Glasflitter prahlen im einfältigen Glauben, es seien Diamanten. — (Auszeichnung.) Der Bahnrichter der Station Gottschee (Mitterdorf), Herr J. J a ut n i k, wurde für seine 40 jähr. treue Dienstleistung am 27. v. M. durch Verleihung der Ehrenmedaille ausgezeichnet. Zu diesem Zwecke war der Bahnerhaltungsinspektor, Herr Georg Kurschel. von Laibach erschienen, der dem Jubilanten im festlich geschmückten Wartesaal zweiter Klasse in Gegenwart der Bahnbe-dieusteten nach einer warmen, herzlichen Ansprache das Ehrenzeichen attheftete. 40 Jahre ununterbrochen auf der Strecke, allen Wettern und Gefahren ausgesetzt, ist ein Fall, der selten Vorkommen dürfte. Dabei erfreut sich der 60jährige Mann noch voller Rüstigkeit. Der Feier wohnten zahlreiche Zuschauer bei und es wurde vom Photographen Herrn R. Verderber ein Gruppenbild ausgenommen. — (Zur Friedh of ssrage.) Kürzlich hat sich Herr Sa-nitätsinspektor Dr. Friedrich See man bei seiner Anwesenheit in Gottschee überzeugt, daß wegen Platzmangels die Leichen manchmal tatsächlich in das mit Grundwasser gefüllte Erdreich der niederen Sagen des hiesigen Friedhofes gebettet werden. Wegen der Vermehrung der Bevölkerung reicht der Friedhofsraum nicht mehr. In Betracht kommt nun entweder die Ausscheidung der Gemeinde Seele, t>ie schwer erreichbar ist, oder eine neue Anlage im Schachen, wo Fürst Auersperg ein genügend großes Grundstück sehr billig überlassen würde. — (Neues Hausier Handelsgesetz.) In der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 29. Oktober wurde eine Regierungsvorlage, betreffend den Hausierhandel, eingebracht. Der Gesetzentwurf weicht in einigen Bestimmungen von den in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 10. Februar 1911 gefaßten Beschlüssen ab. Dem Gesetzentwurf liegt die Absicht zu Grunde, eine Neuregelung und Einjchränkung des Hausierhandels herbeizuführen, jedoch ohne gänzliche Unterbindung dieser Handelsform, welche insbesonders mit Rücksicht auf die Hausindustrie und bezüglich mancher Waren der auf die Mitwirkung des Haufierens angewiesenen Gewerbe von Belang ist. Die Bezeichnung jener Gegenden, deren Bewohnern gemäß § 16 bezüglich des Hausierhandels Begünstigungen eingeräumt werden sollen (Goltschee usw.), wird dein Verordnungswege (!) überlassen, was entschieden eine Verschlechterung des Gesetzes Bedeutet. — (Blitzschlag.) Während des am 26. v. M. abends nieder» gegangenen Gewitters schlug der Blitz um Va 7 Uhr abends in die Dachrinne der Sakristei der Stadtpfarrkirche ein, ohne einen Schaden zu verursachen. Die elektrischen Glühlampen dortselbst sowie die an die nämliche Leitung angeschlvssenen Glühlampen in der Stadt erloschen plötzlich. — (Erleichterungen bei der H a u s k l a s s e n st e u e r.) Der im Reichsrate eingebrachte Gesetzentwurf, betreffend Erleichterungen zurHausklaffensteuer, entspricht einem wiederholt vorgebrachten Wunsch der beteiligten Kreise. Mit Rücksicht auf die großen Schwierigkeiten einer allgemeinen Gebäudesteuerreform hat sich nunmehr die Regierung entschlossen, bei dieser Reform stufenweise vvrzugehen. So wurde im letzten Sessionsabschnitte ein Gesetz, betreffend Steuerbegünstigungen für Neubauten und betreffend die Behandlung von Zuschlagserhöhungen als Abzugspost bei der Hauszinssteuerveranlagung, eingebracht und erledigt. Nunmehr kommt die Hausklaffen-steuer an die Reihe. Die völlige Aufhebung der Hausklassensteuer der zwei niedrigsten Tarifklassen erscheint unzweckmäßig, weshalb beabsichtigt ist, diese Begünstigung von gewissen Voraussetzungen abhängig zu machen. Die Steuerbegünstigung wird in volle Steuerbefreiung und in die Ermäßigung auf den halben Steuersatz abgestuft. — (Statistik der Wohngebäude und Wohnparteien.) Die Anzahl der im gesamten österr. Staatsgebiete bei der letzten Volkszählung ermittelten Wohngebäude beträgt 3,878.748 (im Jahre 1900 3,584.263), also ein Zuwachsprozent von 8'22. Krain hatte 90.970 (87.366) Wohngebäude, um 4'13% mehr als im Jahre 1900. Nur ein Land, Dalmatien, zeigt eine Abnahme der Wohngebäude um — 1'83 %. Krain jedoch hat unter allen übrigen Ländern den geringsten Zuwachs zu verzeichnen; ihm zunächst stehen Steiermark mit -f-4'44%, Kärnten mit -j- 7'21 %, Görz und Gradiška mit -j- 8'52 %, Istrien mit + 1211% und Triest gar mit -f-20'42%. In Krain gab es 5466 (4011) unbewohnte Häuser, also 6'01%, was dem Durchschnitte von 5'23% in der Reichshälfte ziemlich nahe kommt. Auf ein Wohngebäude entfallen im Reiche durchschnittlich 1 57 (1*55) Wohnparteien, bezw. 7 37 (7*24) Einwohner. In Krain 1*18 (1*20) Wohnparteien, bezw. 5'78 (6'85) Einwohner. Die stärkste Frequenz weisen Niederöfterreich mit 3 25, bezw. 1418 (Wien I) und Triest mit 4 03, bezw. 1919 auf. Im Gerichlsbezlrke G o 11schee kommen auf ein Haus Einwohner: Stadtgemeinde Gottschee 9'42, Gemeinde Suchen 5'33, Ossiunitz 515, Obergras 4 96, Fara 4'90, Unterlag 4'52, Ban-jaloka 4 32, Lienseld 4 30, Mosel 4'24, Ebental 4'22, Unter« deutschau 4'22v Seele 419, Altlag 416, Schwarzenbach 409, Malgern 3'93, Mitterdorf 3'86, Rieg 3 72, Tiefenbach 3'72, Göttenitz 3'69, Nesseltal 3'59, Hinterberg 3 35, Graflinden 314, Morobitz 314, Katschen 305. — In Krain gab es 107.497 (105 304) Wohnparteien; im letzten Jahrzehnt hat also die Zahl um 2'08 Prozent zngenominen. Dies bedeutet die geringste Zunahme im Vergleiche zu den Übrigen Ländern; zunächst folgen Oberösterreich mit -f- 3'58% und Mähren mit -f- 6'79 %. Außer Niederösterreich mit -j— 19*33 % und Triest mit % 28'51 % haben die stärkste Zunahme Bukowina mit -f- 12% und Salzburg mit -j™ 12'36°/o zu verzeichnen. — (Vornamen der Gottscheer in älterer Zeit.) Im „Verhörbuch" der Herrschaft Gotkschee aus den Jahren 1597 —1601 finden wir meist folgende Vor- ober Taufnamen: Ambros (Mros, Mrofche), Augustin (Stine), Andre, von Bartholomäus die Formen: Bartlme, Partl, Bärtl, Börtl, May und Maye (z. B. May Eppich, Maye Gedrer, Maye Stampfl und bergL), Blaß (Blasius), ©lernen (Clemens), Christan (davon dann der Familienname Christanitsch, Stanitsch, Stonitsch), Georg (Geörgl, Gergl, Giergel, Georgi, Jörgl, Jury), Gregor (Gore), Hans (Hansel, Hänsel), Jakob (Jäkl, davon der Familienname Jaklitsch, Jäklitsch), Kaspar, Lorenz (Lenz, Laure), Lukas, Linhart (Leonhard), Marx, Marxl (Markus), Mathe (Matthias), Martin (Mert, Mort), Michel, Niki (Nikolaus), Ostermann (z. B. Ostermann Trempufch), Oswald, Pangraz (Pangräz—Pankratius), Philipp (selten), Peter, Paul, Sebastian (Wastl, Wästl), Simon (Schimon), Stefan (Stefl), Thomas (Thoman, Temel), Ulrich, Urban, Veitl (Vitus), Walthe. Weibliche Vornamen: Elsa, Barbara, Gera, Helena, Katharina, Magdalena, Margareta, Maria (Marina), Monika, Nescha, Regina, Rosina, Thia, Ursula (Urscha). — (G e l d s eu d u n g e n v o n A u s w a n d e r e r n.) Durch das ungarische Soziologische Museum ist erhoben worden, daß die Summe der von ungarischen Auswanderern heimgesendeten Geldbeträge im Durchschnitte pro Kopf 250 Dollars jährlich, also beiläufig 1300 K beträgt. Die im Westen der Vereinigten Staaten beschäftigten Ungarn senden sogar jährlich pro Kopf 400 Dollars, also 2000 K nach ihrer Heimat. Aus New Iork kommt verhältnismäßig bas wenigste Gelb nach Ungarn, bie relativ größten Summen kommen ans Pittsburg nnb aus Cleveland. —• Die Anzahl der nach Amerika hinübergewanderten Gottscheer und Gotlscheerinnen beläuft sich dermalen auf 6000. Wenn nun jede ausgewanderte Person, so würde vielleicht mancher denken, alljährlich nur 500 K in die Heimat sendete, würde das jährlich die stattliche Summe von 8,000.000 K ausmachen. Dem ist aber bekanntlich nicht so. Würde überhaupt ein auffallend großer Zufluß amerikanischer Gelder nach Gottschee erfolgen, so müßten dies in erster Linie unsere heimischen Geldinstitute (Sparkasse, Raiffeisenkassen) stärker spüren. Gewiß ist auch manches in Amerika verdiente Geld unter den Spareinlagen, aber nicht so viel, als man nach der Anzahl unserer Auswanderer erwarten möchte. Es erklärt sich dies vor allem daraus, daß der größere Teil der ansgewanderten Gottscheer in Amerika überhaupt schon dauernd ansässig geworden ist und solche Leute keinen Anlaß mehr haben, Geld in bie alte Heimat zu schicken. Anbere wieder — unb ihre Anzahl ist gewiß auch nicht klein — legen ihre Gelder in amerikanischen Banken an unb beheben sie allenfalls erst dann, wenn sie wieder nach Europa zurückkehren. Da werden dann in der Heimat mit dem erworbenen (Selbe ©chulben bezahlt, Häuser unb Wirtschastsgebäube in besseren Stand gesetzt usw., so baß sür Spareinlagen schließlich nicht immer sehr viel übrig bleibt. — (Eine „He - > atscibrede" aus dem Jahre 1587.) Im Lacknerscheu Haulc zu Lichtenbach fand man vor Jahren eine Pergamenturkunde, die sich gegenwärtig im Besitze der Frau Pro« fessorswitive Satter befindet. Die Urkunde, an welche das gräfl. Lamberg-Blagaysche Siegel aus rotem Wachs angehängt ist, stammt aus dem Jahre 1587 und beinhaltet eine „Heiratsabrede". Sie hat folgenden Wortlaut: „Ich Mathe Rani zu Tanzpichl in der Herrschaft Gottschee Bekhen (bekenne) hiemit sür mich und all meine erben, offettbtlich in bijem Brief, wo der fürkhombt oder* gelöfen wirbt, das ich durch schickhung Gott des Allmechtigen Auch Meiner Nexten srenndt Rath, Meine ehleibliche Tächter Namens Marina, aus ansuechen Vnd werben Paul Wux am Preltbl, in gedachter Herrschafft Gottfchee Nach Cristlicher Orbnnng Vnd aussaznng eh-lichen hingegeben, Verpflicht Vnnd Verheyrat, Vnnd ist die Heijmb abred Zwischen mir hernachvolgender Mainung Abgehandlt unb beschlossen worden. Also: Nachdem ich vor etlichen Jaren am Neulandt, ober gereut sambt ändern nt er Nachpern zu lichten Pach (Sichtenbach) ausgenommen, Vnd noch zu disem Neulandt Hab ich Von Meinen Brnedern Jörgel Ramb auch sein Neulandt ober gereitth, baselbst anstoßent zu lichten Pach gelegen, Vmb fünf Vnd Zwamzig gülden Vngrisch geben Per Sechzig Chreuzer, an mich erkhaufft Vnnd bezahlt Hab. Dasselb Neulandt, so ich mit meinen Nachpern ausgennmmen Vnd das welches ich von Meinen Brueder Jergel Ramb erkhaufft, Gib ich meinen lieben Aiden (Schwiegersohn) Vnd Tochter für srey aigen Vnd seyn guet Über. Entgegen soll mir mein lieber Aiden Paul wux Zwamzig gulden Vngansch geben Per achzig Khrenzer Zuraiten (zu rechnen) herauß geben Vnd raichen. Hieraus Hab ich mergemelte Nenlmtbt auß mein unb meiner erben Ruz Vnb gewär in sein meines lieben Aibeit Vnd Tochter Vnd Jter beibett erben Nitz Vtib frommen Vellig emgenntwovtt Vnd Von ber Herrschafft zu Gottfchee mit Treuer nngelobter handt auf Vnd Übergeben. Hinfitro müzen Inen Haben, Nüzen, genueffen, Ver-khauffeu, bamit handeln Vnb wanbeln als mit Iren engen guet. Doch ber Herrschaft zu Gottfchee an Ihren gerechtigkheiten Vnvor-gegriffen Vitb an schaben. Ich gelob es Inen Vnb Iren erben Treulich zn schüzen zu schärmen zu sreyen unb in allen rechten Zn Vertretten Vor aller Clag Vnd anspruch, als offt es die Notturft erforbert, bey Verpinbung bes gemciitiett lanbtleuffigen fchabenpuntes In Fürstenthumb Craiu Vnb ber winbifchen march, als van ber lautier Vnb Clar hierin gefchriben stnnbe. Alles Treulich Vitge-verlich bes zu warem Vrkhuudt gib ich Im meinen lieben Aiden Vnb feinen erben bifen brif, ber Vmb meines Fleifigen gebetes willen mit ber wollgebomen Frauen Frauen Magdalena Graniti Zn Blagey wittib Pfanbt Inhabern ber Herrschaft Gotfchee als grundt-obrigkeit aigen anhängunbeu (auhängenben) Jnstgel verserttigt worden ist. Doch ber Frauen Gs. Jnstgel an (ohne) alles Nachtl (Nachteil) Vnd schaben. Beschehen Zu Gottfchee den acht Vnd Zwainzigisten Tag Julj Anno Im aintausent fünfhundert Vnd darnach im Siben Vnb achzigisten." — (Staub der Milchwirtschaft und des Weibebe-trieb es tu Ära in.) Nach I. Legvart nimmt in Jnnerkcain bie Milchwirtschaft bie erste Stelle im landwirtschaftlichen Betriebe ein. In anberen Laubesteileu tritt sie weit mehr zurück, mit Ausnahme des Wocheinertales, wo die Käserei vorherrscht. Die durchschnittliche Zahl der Melkkühe bei dein größten Teil der bäuerlichen Betriebe kann mit nur zwei Stück angenommen werden unb die durchschnittliche Milchleistung pro Kuh mit 1200 bis 1500 Liter Milch jährlich. Die Stallungen sind im allgemeinen noch schlecht, doch werben bessere balb vorwiegen. Das Vieh wirb nur (?) dort, wo Alpen vorhanden sind, im Sommer geweidet und bauert die Alpweibezeit vier Monate. (Auch auf vielen Hutweibepchen Gottfchees findet Sommerweibe statt. A. d. Schriftl.) Allgemein wirb bas Vieh im Herbst auf bie abgemähten Wiesen zur Weibe gebracht. Die Herbstweibe bauert zwei Monate. Die Reinlichkeit bei der Milchgewtnnung ist dort befrtebigenb, wo Molkereigenossenschaften bestehen. Die Milchqualität ist gut, Fettgehalt burchschnittlich 3'8%. Der größte Teil der Milch wird zum Verbrauch im eigenen Haushalt sowie sür bie Aufzucht ber Kälber und Schweine verwendet; etwa Vi» wird durch Genofsenschaftsmolkereien verwertet. Der genossenschaftlich organisierte Absatz geht in bie Küstenstädte der Adria. Die Milch' Verwertung beträgt im allgemeinen 14 h pro Liter. Leider fraßet in den bäuerlichen Kreisen bie Milchwirtschaft noch keine genügende Wertschätzung. Zur Ausbilbuug von Molkereipersonal besteht bte Landesmolkereischule in Oberlaibach. Witterdorf. (Übermut tut selten gut.) Vorige Woche suchte der zwölfjährige Franz Krasovee aus Kernborf gelabene Patronen auf neuartige Weise zum Losgehen zu bringen. Er hielt einen Nagel über bie Patrone und schlug nun mit einem Steine auf Nagel und Patrone so lange ein — bis sie losging. Dabei hat sie ihm bie eine Hanbflache recht arg zerrissen und einem zweiten Knaben drei Finger verletzt. — (Eheschließung.) Am 22. Oktober würbe Anbreas Pogorelz aus Kostern 38 mit ber in Koflern 22 bebienfteten Paula Jaklitsch getraut. ab ich : oder lf Vnd t mich meinen 'cuebei' nsohn) en soll heben aichen. erben b Jrer on der f Vnd , Ver-■ guet. 3nuor= erben :en Zn otturft puntes in der Bnge-Sliben lebeteS tin Zu rmidt-3orbett ichteil) .igisten Siben bebe« .in die le ein. nähme ittliche etriebe chnitt-yrlich. oerben Alpen idezeit findet .eh im )erbst-nnung . Die größte sowie n Vi» östlich findet igenbe st bte Woche labene Steine Dabei Veiten ibreas ifteten — (Todesfall.) Am 23. Oktober l. I. starb der gewesene Straßeneinräumer Johann Fitz in Kostern 11. Worabitz. (Ernte.) Mit der Felbernte sind wir ganz zu-stiebett. Alles ist gut geraten, bis auf den Kukuruz, der nicht ganz ansgereift ist. Die Obsternte war wider Erwarten ausgezeichnet. Mehrere hundert Merling Tafelobst wurden von fremden und heimischen Zwischenhändlern nach Fiume und Triest verschickt. Der Merling Tafelobst wurde zu K 1 60 und Zwetschken, deren es viele gab, zu K 1 30 verkauft. Bessere Bauern haben gegen 2000 Liter Obstmost im Keller. Wer zu billigen Preisen guten, starken Obstmost und echten, heimischen Zwetschkenbranntwein trinken oder ausschenken will, wende sich nur nach Morobitz. Wösek. (Spenden für die Orgel). Es spendeten: Josef Kresse, Olmlltz, 20 K; Franz Maichett, Wien, 5 K; Anton Samide, Wien, 5 K; Maria Sterbenz, St. Florian, 10 K; Johann Tomez, Wien, 2 K; Heinrich Meditz, Steyer, 5 X; Maria Pieter, Graz, 10 K; Josef Kollmann, Baden, 20 X; Johann Schleimer, Rottenmann, 20 K; Johann Rom, Ischl, 10 X; Johann Weber, Triest, 10 K; Johann Springer, Wien, 5 X; , Eduard Josef Richter, Retz, 10 X; kaiserl. Rat Roger, Laibach, 2 K; Paul Seemann, Laibach, 5 X; Johann Virant, Kanonikus, Rudolfswert, 4 X; Familie Jerantschitsch. Triest, 20 X; Wilhelmine Schuster, Triest, 5 X; Margaretha Schuster, Triest, 5 X; Genovefa Erker, Triest. 10 X; Peter Lackner, Böhm.-Leipa, 5 X; Theresia Küpper, Wien, 10 X. — Allen Spendern sei hiemit der schönste Dank ausgesprochen. Um gütige Zuwendung weiterer Spenden bittet das Pfarramt Mosel. — (Zwei Freundinnen im Tode vereint). Magdalena Köstner Nr. 18, vulgo Jansch, 71 Jahre alt und Magdalena Schleimer Nr. 73, vulgo Jagersch, 70 Jahre alt, hielten einander treue Freundschaft und besuchten einander sehr gerne. Und nun fügte es Gott, daß beide am 29. Oktober abends starben und zusammen ln ein Grab mit einem Leichenbegängnis unter Teilnahme fast aller Ortsinsassen begraben wurden. Mögen beibe auch im Himmel vereint fein! Aktlag. (Feuerwehr.) Die Kraiuische Sparkasse hat ber hiesigen Feuerwehr für Anschaffung von Löschrequisiten den Betrag von 150 X gespendet, die Spar- und Darlehenskasse hat für 1913 eine Unterstützung von 100 X zugesagt. — (Zur Frage der Kollekturablösung.) Schon vor Jahren war davon die Rede, daß die Getreide-Kollektur zur Ablösung komme. Im Jahre 1904 und 1905 wurde sie behördlich eingeschätzt und es sollte hienach jeden Besitzer ein Betrag von 60 X treffen, falls nämlich diese Summe gleich erlegt würde, im gegenteiligen Falle 120 X, abzahlbar in einem entsprechend langen Zeitraum (4 X 20 h jährlich). Hiemit waren die meisten Besitzer vollkommen einverstanden und bedauern es, daß die Sache mittlerweile wieder eingeschlafen ist. Man wäre der löbl. k. k. Bezirkshauptmannschaft sehr dankbar, wenn die Sache doch einmal zur Durchführung gebracht würde. Wir wissen, daß die Kollektur auch für den hochw. Herrn Pfarrer eine lästige Unbequemlichkeit ist und daß auch er für die Ablösung derselben ist. Unsere Nachkommen werden uns gewiß auch dankbar sein, wenn wir ihnen diese Last abnehmen und sie dieselbe nicht mehr zu tragen brauchen werden. Nochmals also sprechen wir den dringenden Wunsch aus, es möge mit der Ablösung der Kollektur Ernst gemacht werden. Die Ortschaft Altlag hat noch einen weiteren Wunsch, nämlich, daß auch die Holz-kollektur abgelöst, bezw. ein entsprechender Betrag zur Steuer geschlagen werden möchte. Ztnterdeutschau. (Verschiedenes.) Am dritten Wallfahrtssonntage. Heuer am 27. Oktober, besuchten unsere Wallfahrtskirche Maria Trost nur wenige Leute. Sowohl bei der Frühmesse um 9 Uhr mit slowenischer Predigt als auch bei der Messe um 10 Uhr mit deutscher Predigt war die Anzahl der Anwesenden eine geringe. — Im Monate September 1912 starben in der Pfarre Unter-deutschau: am 5. Gertrud Göstl, AuszüglerSgattin zu Prerigl 18, 70 Jahre alt; am 21. Margaretha Springer, Hüblersgattin zu Prerigl 12, 49 Jahre alt. Wöü'andk. (Von der Zirkularsäge erfaßt.) Der 16 Jahre alte Arbeiter Franz Mikec aus Töplitz war im Sägewerke des Fürsten Auersperg in Ainödt beschäftigt. Trotz strengen Verbotes begab er sich in den Transmissionsraum der Zirkularsäge, wo er infolge seiner eigenen Unvorsichtigkeit von der Spindel ergriffen und durch wiederholte Umdrehung an Ort und Stelle getötet wurde. Hbergras. (Schul e.) Der k. k. Landesschulrat hat die Kom-binierung des Knaben- und Mädchenunterrichtes an der Volksschule in Obergras im Schuljahre 1912/13 genehmigt. Woosrvakd. (In Mooswald vor mehr als 800 Jahren.) Aus dem „Berhörbuch" der Herrschaft Gottschee 1596 bis 1601: Moßwald-Gottschee: Math. Fuchs (später heißen diese Fuchs meist Wüchse) verkauft eine Viertel-Urbarshube (halbe Hube) dem Mathe Peer, Rathsburger zu Gottschee, um 120 ungarische Gulden und 1 Kreuzer, den Gulden zu 20 Patzen ober 80 Kreuzer gerechnet. — 1599: Mooswald-Gottschee: Lukas Schleimer verkauft seine Achtel-Urbarshube (Viertelhube) in Mooswald, allein das „GeHenß" (Haus) oder dasselb Gehilz ausgenommen, dem Jergl Schletterer um 63 ungarische Gulden, jeden per 80 Kreuzer. —• 1600: Moschwaldt: Peter Verderber hat eine Viertelhube dem Georg Crainer, „Burger der Stadt Gottschee", um 215 Dukaten Ungrisch (per je 80 Kreuzer) und eine Elle gemeine Trigler (Leinwand) verkauft, Behausung und Stadl ausgenommen. Im Beisein: Hanß Verderber, Mett Frölich, Thomas Plefchee, Michel Sollet und Miel (Niet?) Herrandt. Geschehen den 13. Map 1600. — 1601: Moschwald: Hanns Haberli zu Moschwaldt hat sich wiederum nach Schickung Gottes und seiner „freundt" Rat „Zu Vr-schula, weiland Caspar Romb hinderlaßene Wittib ehelich verpflicht und verheyratt und haben die Heirats-Abred um das Zeitlich vol-gunb beschlossen." (Folgt der Ehevertrag.) — 1601: Moschwaldt: Paul Schober contra Lenz Dragslar (Streit wegen einer Erbschaft) — 1601: Paul Wietrich samt seinem Schwager contra „Lucas des Michels Sun" wegen enrs Heiratsgutes. — 1601: Mosch-waldt-Gottschee: Gütlicher Vertrag zwischen Hans und Nikl (Nikolaus) Khropf. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Xieindruckzeile oder eren Raum JO Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes 3aht wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine Zwanzigprozentige E äßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten (Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Tässer im guten Zustande, große und kleine, alte und neue, sind zu verkaufen bei Johann Guggenig Jatzbindermeister in Laibach, Rudolfsbahnstraße Nr. 5. (24-5) Reparaturen werden billigst berechnet. Lehrling aus besserem isause und mit guter Schulbildung wird sofort ausgenommen in der Spezerei-, Delikatessen-, Wein- und Südfrüchtenhandlung des Joh. Kutter in Wien, VIII. Karl Ludwigstraße Nr. 17. Abonnieret und leset den Gottscheer Boten! Verein der Deutschen a-Komchee == in Wim. H; — Zitz: I., Himmelpfortgasse Nt. 3 wohin alle Zuschriften zu richten find und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. AnsavrmenKnnft: Jeden Donnerstag im Wereinslokale „Anm roten Igel", I., Albrechtsplatz Ar. 2. Nr. \-> in Grafenfeld mit Garten, 5 Äckern, 2 Wiesen, Schachenanteilen samt den Rechten einer halben Hube ist preiswürdig zu verkaufen. Anfragen sind in Alindorf Nr. 9 zu stellen. (6—3) ßomclwr ftaMeisenirassen. Zinsfuß für Spareinlagen 4V4°/o. „ „ Hypothekardarlehen 5 %. „ „ Personal (Bürgschafts)-Darlehen 5 72/%. Änzeige I Dem P. T. Publikum wird hiemit höflichst bekannt gemacht, daß im neuen Hause des Herrn A. Kajfež, nächst der Bahnstation Gottschee, ein neues Geschäft eröffnet wurde, woselbst alle Waren zu den billigsten Preisen verkauft werden. Im Herbste werden hier auch Landesprodukte, als: Fisolen, Kartoffeln usw., eingekauft. Den P. T. Stadtkunden wird die Ware auf Verlangen ins Haus gestellt. Um zahlreichen Besuch bittet das Geschäftshaus (12-9) „Zur Dampfsäge“ F. Škerlj. Weichhaktiges Lager der besten und bMgllen Iahrräder und Mähmaschinen für Aamikie und Gewerbe Schreibmaschinen Langjährige Garantie. Johann lax H Sohn * Caibacb mienerstrasse ilr. 17. 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