wo. II. 1783. Laib ach er Donnerstag tM 12. März. Inländische Nachrichten. ' N)i-n, de« z. Mär^ Man erwartet l>ier täglich den in Böhmen koinman-direnden Hrn. O. F. Z. Michael Gr. v. Wallis , dem das Präsidium des Hofkriegsraths so lange ist anvertrauet worden, <üs der Hr. F, M. und Hofkncgsraths-präsident Graf v. Haddik das Kommando der Hauptarmee im Vanate fuhren wird. Das Kommando aber in Prag soll von Sr. Maj. dem Hr. G. F. M. v. 'Pellegrini übergeben worden seyn. ^ Se. Maj. haben aus höchst eigener Bewegung dem jungsthin ?um N. Q. Landwarschalls - und Regierungs - prasidenten-«Mts ^ Verweser ernannten Grafen August ^ Auersberg, in Rücksicht der von ihm Alrch 33. volle Jahre dem Durchlauchtig-»len Erchause in Militär und Civilchar-3" geleisteten vorzüglichen Dienste, die Zürde eines wirklichen Kaiserl. geheimen ^"hes ;u verleihen, «nd von demselben "n Eid der Treue aomnehmen geruhet. Se. Mas. haben den H?n. Fürst Reysi, Qb-rstlieutenant, ilnd ?. l" Gesandtem am Berliner Hof 'nm Obersten allerhöchst Ihren Namen führenden InfaMener^i«' ments «'Mannt, und unter ciliem den Hr. Grenader ^auptmann des löbl. Gr. Na-dasdeischen Infanterier^im-nts Johann Ne« poimck Frevh. v. Avfolter?r zum dritten Major beym nämlichen Regimentt befördert. - - Semlin, d?« 1^. Horn. Vox einigen Tagm sind hier 2. fran'.östsche tzurrie-re mit Depeschen angekommen, und dann alle beyde nach Belgrad abgegangen; ihr« Wagen liessen sie in dem hiesigen Post-haust yirüF, uud eine mente Depesche deponirten sie bey der Militarkaffe des Anton Est-rha'vschm Rsgiments. Wie'man sagt, sind die Geschäfte dieser Kurriere sehr wichtig; es sollen in der Absicht alle ben< de nach Belgrad gegangen seyn, damit die Geschäfte keine Ver^öaeruna laden Nenlt allenfalls einer krank würbe. — Am iZ. Horn. kam eine An ahl Türken auf Schissen über den Sausirom an unser Ufer, dort machten sich die Türken Feuer, vnd schmauchten so lange Tobak, bis sich Wurmser Husaren sehen liessen, alsdenn siegen fie wieder in ihre Schiffe, und fuhren ruhig nach Belgrad zurück. Jetzt hört man aus Belgrad nichts als das Allah Geschrei in jeder Nacht. ! Auf die Depesche von der ottomanischen Pforte, welche am 8. Horn. von Belgrad hieher gebracht, und von da nach Wien befördert wurde, ist vorgestern eine von Wien gekommene Depesche, die vermuthlich die Antwort enthalt, nach Belgrad zur wettern Beförderung nach Kon-siantinopel abgeschickt worden. Der Hr. Hauptmann Petropoliay, der die Depesche zu bestellen hatte, begab sich zur Mittagszeit mit einem Tambur, und einem berittenen Hußaren an die Sauspitze; der Tambur rührte dort die Trommel, und der Hußar ließ ein weißes Fähnlein wehen. Darauf erschien gleich eine Menge Türken auf den Wallen, welche ein großes Geschrei machten, alsdenn kamen einige auf Tschinakeln herüber, denen aber der Hr. Hauptmann die Depesche nicht übergab , sondern sie mit dem Auftrage zurückschickte: der Pascha sollte selbst seine Abgeordnete zur Uebenlehmullg der Depesche schicken. Bald darauf erschienen 4. Abgeordnete des Pascha, als sie angelan-dlt waren , rief der Hr. Hauptmann einen davon auf die Seite, und übergab ihm das Paket. i« H,emberg, den 14. Horn. Al bem ^ Berichte von dem am 20. Dez. bey Gan-gura und Salkucza von dem russischen Hee» re des Gen. Kaminskoy glücklich ausge- . führten Unternehmen verdient «och nachge- tragen zu werben, daß der Hr. General, als er erfahren hatte, daß unter den gebliebenen Feinden ein Sohn des Tatarchans sich befinde, desscn Leiche aufsuchen, und dem Chan zusenden ließ. Er begleitete die Sendung mit folgenden Schreiben: Durchlauchtigster Chan! „Nicht ein Russischer General schreibt „Ihnen diesen Brief, (d?nn dieser würde es „ohne ausdrücklicher Erlaubnil; seiner Mo-„narchm nicht wagen sich nnt Ihnen in eignen Briefwechsel einzulassen) sondern ein „Vater, geruhn über das Unglück eine< „andern Vaters." „Ich habe von dem Mursa Ascham „Mamvet, und dem Pjeriktor Vulüh Ge. „raü Temir Aliaae vernommen, Sie wäre» „bey dem unweit Gangura vorgefallenen Tref< z,fen in Gefangenschaft gerathen, weil Si« „den Sohn Euer Durchlaucht, Mahmed „Czeray vertheidigen wollten, den Sie absr „nun für todt hielten. Sein Leichnam „wurde hier im Schnee aufgesucht, und „nebst einem Theile seiner Kleidung gefun-„den, in welche ich ihn wieder einkleide» „liesi. So schicke ich Ihn Euer Durch, „laucht, obgleich nicht mit dem seiner ho/ „hen Geburt anständigen Gepränge, durch „den Geistlichen des Dorfes Ganaura, des» „sen Familie ich indessen gefangen zurück-„halte, damit derselbe desto gewisser über/ „bracht werde." „Schreiben Sie diesen Zufall allein de« „Willen dcs Höcbsten zu. Er ist es, der „das Schicksal ganzer Reiche, und einzel/ „ncr Personen bestimmet. Wir, als llntcr-,,thanen, können ihn bloß um Wiedcrher, ,,stellung dcs Fricdcns bitten, um ahnliche „Fälle zu verhindern. Wäre es ein Irr, „thum der Gefangenen, und wie ich auf-„richtig wünsche, der überichickte Leichnam „nicht ihr Sohn, lo bmuele ich doch die, t,ses mem Vcrfabreu nicht; benn ich erfäl« ' ^/e d:e Rcchte der Menschheit, wenn ich „einem Muselmanne eine Beerdigung nach sei „"cm Geseze verschösse, die er hier nicht tthätte erhalten können." Gangura, den 22. Dez. 1788. (Unterzeichnet) Der Ukrainischen Armee der dritten Divis. General en Chef: Mlchcmo Kaminstoy. ^ (Der Chan ertheilte folgende Antwort.) '"ttchrnngswürdiger / Erlauchter , Hoher General! ,/M ,,"en den thraueuvollen Dank für die mir ,,erwiesel,e Gnade." Rarlsiadt, den 26. Horn. Den 23. vleses sind m Bihatsch 2000, in Ostro-lacz ic^o Urnautcn angekommen. Nebst vem sind auch die angran^enden, der Otto« N^an schen Pforte gehörigen, Schlösser mit "euer Mannschaft, Artillerie, und Mu-w lon vn sehen worden. Ein klares Zei^ An, daß das Hriegscheater in unsern Agenden sich um so gewisser bald erössnm wud, als diese angekommenen Truppen schon gesskw ukb heute unsere Gegenbe» ^u rekognos iren anfiengen, und unwcitLadie-vac.im Sluiner Re^imcntu Numero mit unsern Scrajsänern gestern sich in Scharmü^el» ein,jela!sen haben, wobey unserseits nichts verloren worden ist.—Wir erwarten tag-llch den von uns so geliebten, als vo» den Türken gefürchteten G. F. M. London. Es heißt seine Armee soll eine Versiarkunz von 12OOO Mann erhalten haben, und von seinen Befehlen werden die Korps des Hr. F. M. ^. Gr. v. Mitrovsky, und des Oberstlieutenants Freyh. v. Vukasso-vitsch abhängen. Fimne, den 5. März. Wir smh heute in der Nacht in eine ganz ausser« ordentliche Furcht, und Schrecken versetzet worden ; denn 50. Montenegriner, — die sich ohne es uns ehe wissen ^u lassen entschlossen haben bey dem Vukassovitschi-schen Freykorps Dienste zu nehmen, — landeten in einem bewaffneten türkischtU Fahr cuge um 1/2 1 Uhr Nachts .m unserer Gran e; die Annäherung dieser l» türkische Tracht eingehülten Streiter wurde sogleich von den Wachehabenden P,-sten durch 3 Kanonenschüsse allenthalbe» bekannt qemachl, worauf alles in Allar« geriech; das hier befindliche Militär vee-jammelte sich sogleich zur Gegenwehr; dem Gulernio wurde von Seiten des Kom-man1)i?r?nden die An;eige darüber gemacht; allcs war nun besorgt dle nöthigen Vorkehrungen zu treffen, sich, und die Gelder wegzuschaffen us.f.; indessen suhr der Ka-pitain Simsson mit seinem Kuter den Feinden entgegen , und redete sie mittels eines Sprachrohres auf türkisch an ; sie antworteten ihm aber in s lcwonischer Sprache, und trössneten ihre ftrundschaftliche Absicht; wäre nicht zum Glücke ein Lieutcnant dabey gewesen , der ihre Sprache Verstanden hätte, so waren fie von dem Kuter aus mit einer vollen Ladung bedienet worden. Der Irrthum war nun aufgedeckt, und dvch hatte man die längste Zeit ;u thun unsere Leute von dieser Angst zurück zu sichren. Bey dieser Gelegenheit zeichnete sich , der Franziskaner Quardian, der eben hier Pfarrer ist , vorzüglich aus : dmn alle sei-Ne Geistlichen liefen davon, und ungeachtet er> ihnen mrief: „Seyd ihr Patrioten ? kehret mrück, Brüder, nehmt Gewehr , und Gabel in die Hände, wehret euch fürEuern Kaiser, und für das Vaterland gegen diese Ungläubigen," So vermochte er doch nicht sie mrürck'ubringen: sie sagten ihm: ,,unser Leben ist uns lie-ber, als die Ehre" — und verbargen sich -— weis der liebe Gott, wohin. ^- Ausländische Nachrichten. Pohlen. Warschau, denn. Horn. DerGraf Krasinsky , Landbothe von Podolien hat in der Sizung am s. d. auf und dcr Generallieutenant Samoiloff ha-' ben dasselbe Kreuz von der zw:r>tcn Klas-je erhalten. Wird alle Donnerstag auf dem MM ^. 135. in der von KleinmayerDen Buchhandlung aMegeden.