PrikmrmerationS-Preise *• Fitr Laibach: Eanzjiihrig ... 8 fl. 40 ft. Haibjiihrig ... 4 „ 20 „ Airrteljiihrig . . 2 „ 10 „ Mruatlich . . . — „ 70 „ Laibachcr Mit bet Post: B«mztShrig... 11 fl. — ft. HsKjiihrig ... 5 „ 50 „ Wrerteljiihrig 2 „ 75 „ Mr Znstellring in« HauS aim t:Whrig 25 ft., monad. 9 ft. tJinjdne 'Jlumtncm 6 It. lieOoditfii: vahnhosgaffe Nt. 132. Vxpeditio«- & Jnser«tea-Bureau: Vongretzplatz Nt. 81 (8ucS» bonblung eon Jgn. a. Kleia, matjr & Fed. Bamberg. Jnsertionspreise: Filr die einsvattige Petitzeil, » 4 tr., bei ,weimaliger Ein, lchaltinig a 7 ft., breimalig-r k 10 tr. Jiisettionsstempel jebeSmat 30 ft *5ci grdtzeten Jnsera: » unfc dfterer Einschaltung cheiidkt Rada t. Auonywe Mittheilungi-n to.-rfccu nichl berltcksichtigl; I'lanufcripre aicht zuriickqesendet. 9b. 237. Mittwoch, 15. Oktober 1873. — Morgcn: GalluS. 6. Jahrgang. Neine Haude. ii. Am 30. Mai 1865 rourbe Dr. Costa in bcrn bauerlichen Wahlbezirke AtelSberg-Planina mit 62 unter 105 Stimmcii alS Abgeordneter in ten Landtag KrainS gewahlt, somit mit einer Majorilat von ganzen neun Stimmen, cine Ziffer, bescheiden gcnug, um eincit grellen Gegcnsatz zu bilden zu bcrn unbe-scheibenen Larin, ben biefer angebliche Auserwahlte des .gesaimnten slovenischen Bolkes", — biefc neu-aufflammenbe Centralsonne bev „slovenischen ©ache" svfort anf eine ben Anstanb unb bie Schicklichkeit oft so arg verletzenbe Weise im Lanbtage geschla-gen hat. Aber bie Diaten der krainischen Lanbtagsabge-vrdneten finb nnr sparlich bemessen. Auch mnhte deni „Liebli,,ge der Nation" fitr die verlorene Stelle des Biirgermeisters ein Ersatz geschasfen und bem kostbaren Schwiegersohne cines anbertn Londes-boten von ber Farbe CostaS bie Subsistenzmittel zur stanbesmatzigen Etablierung seines hauslichen Her-des aus LanbeSkosten geboten roerben, und somit war die Ausgabe gegeben, diese beiden Herrn im Lanbes-ausschusse zu placiercn. Die Welt weih eg, in welcher Art bice Ziel erreicht rourbe, unb fie roeih es schon jetzt, welches Gluck bem Lande daraus erbluht ist. Riickschritt unb Versall — Stillstanb unb Stagnation iiberall. Was noch Gntes im Lande ist, ist die Fnicht und Folge der nachhaltigen, lange nicht genuq gewiirdigten Miihewaltung des Landesaus-schusscs ber ersten Wahlperiobe. Der nach seiner Majoritat so genannte Lanbesansschuh ber spatern Zeit hat nur ein greifbares Resultat auszuweisen: bie um volle 25 Procent ersolgte Erhohnng ber Lanbesumlagen. Es rourbe nns zu roeit abfuhrcn, wollten roir hier in alle Details naher eingehen, und so roollen roir nur der einen Thatsache noch erwahnen, die in ausfallender Art in ben Rahmen nnserer Betrach-lnng sallt. In der 25. Sitzung des Landtages des Jahres 1866 hatten roir den Dr. Costa mit bem Ausbrude vollster innerer Ilcberzengung bas Recht ber Stadtgemeinde Laibachs aus Herabminderung der Spitalskosten fur ihie Angehorigen uertheibigeu qchort. Dieser Anspruch — so bemerkte bamals Dr. Costa — sei so im „Rechte" begriinbet, „so richtig", „so evident", bah er es „nicht begreisen tonne", roie jemand dagegen anzukampsen verinochte, der iiberhaupt das »Gesiihl fiir Recht unb Anerken-nmig bes Rechtes" besitze. Unb kurze Zeit daraus sehen roir den Advocaten unb Landesausschuh Dr. Costa vor betn ReichSgerichte in Wien ben* selben Anspruch ber Stabtgemeinbe Laibach, alS unbegriinbet, ungerecht, unb haltlos mit allem Nach-brude bcstrciten. Wir gestetjen unumrounben, datz roir nicht roissen, was in diesem Falle mehr zu be= rounbern sei: ob ber Muth bes Lanbesausschusies, ber bie Veriretung bes Lanbessonbes einem Manne nbergab, welcher im Angesichte bes ganzen Lanbes seine Ueberzeugung von ber Rechtsbestanbigkeit ber gegnerifchen Forbernng bereits ansgesprochen hatte, — ober ben Muth beS Dr. Costa, ber gegen diese seine Ueberzeugung die Versechtung bes GegenthcilcS davon ubernommen hatte. Aber es roar eben ein mit seltener Munisicenz bemessenes Expensar zn oer--dienen, und so rourbe ber Aboocat Dr. Costa vffent- lich znm Wgner an bem Slbgeorbneten Dr. Costa. Modus acquirendi multiplex ! Dr. Costa rourbe auch zum Prastbenten ber krainischen Lanbwirthschaftsgesellschaft gewahlt. E' ist uns unb so Dieten anbern noch zur Stunde tin unergriindliches Geheimnis, roelchen okonomischen Kenntnissen und DiSciplinen „Johann ohne Land" diese Anszeichnung zu oerbanten Habe, aber tints konnten roir nicht itbersehen, bah sosort eine eigene Stelle fiir den landwirihschastlichen Versuch»hof gt« schaffen ober reactiviert unb mit ber Person bes Schwagers des Herrn LanbroirthfchaftSprasibenten besetzt rourbe. Auch bie „Matica" sollte von bent Gliicke ge-niegen, unter bie Prasibentschast des' Dr. Costa ge« stellt zn roerbtn. Soroie KSnig Mibas alles, was er beriihrte, sich in Gold verroandeln sah, so muhte auch dieser Berein, bcrn bie ©tatuten lebiglich bie Pflege ber nationafen Literatur mit AuSfchluh otter Politik zuweisen, es gar balb ersahren, bah unter ber Hanb bes Dr. Costa alles, zwar nicht in Galb, aber zum politischen Klub unb zu Parteizroecken sich umgestalte. Mit Dr. Costa zogen Zroietracht und Unsriebe auch in biesen bis bahin gebeihlich roirfcnbtn Serein. Die bestcn geistigen Kraste, von benen dec Priisident zu besorgtn hatte, in Schatten gestellt zu roerben, rourben herausintriguicrt unb durch Mitttl-mdhigtciten unb roillige Wcrkzeuge in ber Hanb des Prtifibenten ersetzt. Ein Theil bes Stammkapitalts bieses Vereines rourbe — nicht ohne Wibcrspruch — zu ber etwas problematischen Speculation bes Ankaufes eines Stadthauses aufgeroenbet, unb alS biefes in guten Stand hergerichtct rourbe, ba bezog basfelbe — ber Prdfibent ber „Matica" mit seinem IeuilleLon. Eine ucrborgenc Wunde oder Schatten des Glanzes. ErzLhlung von Anton L e i P n i k. I. (Fortsetznng.) Etwa tiier Tage barnach erfchicn er roieber, mit der ihm zur Geroohnheit gcroorbcnen UntMha-nigkeit. „©ndbiger Herr" fprach er, „ich entferne mich auf einen Moment." „Hol Sie ber Henker!" „®ndbiger Herr! ich bin tin Gluckskinb; ich habe einen Terno gemacht!" „Ei, ei! Wie viel haben Sie denn gewonnen?" „Einhundert und fi'mfjig Gulden. Den frag« lichen Ring habe ich schon angefauft, ben Rest des Gtldts roill ich auf bit Retfe Dtrrotnbtn." Htrr Balthasar war htutt in guttr Launt, und gtwahrtt seinem Diurnisttn ben erbetenen Ur-loub. Danitl rtistt an bemselben Tagt ab. Htrr Balthasar obtr ging unmuthig stintn Be-schastigungtn nach, nachbem er feinen Hvssnungen unb schvnen Trauinereien zu entsagen gezwungen roar. Eines Tages begcgnetc er seinem alten Freunbe Reiner aus ber Gasse unb richtett, in Ermangelung einer bessern, biefc groge an ihn: «Wann roitb benn bas Hochzeitssest Jhrer lieben Tochter geseiert?" »Unvorhergtsehener Falle totgtn muhtt basfelbe ocrfchoben roerben. Willmer benothigt nemlich zur Trauungsceremonie feinen Tauffchein, den er sich zu verfchaffen nicht imftanbe ist. Er rourbe im Waifen-haufe erzogen und kann sich nur bunkel an seine ersten Kinberjahre erinnern. Er ist arm unb hat alles, was er besitzt nur seinem eigenen Fleihe zu verbanken. Im Waisenhause zogen wir auch schon Ertunbigungcn tin ; btr Prdftct wtih obtr nur fo viel, bah Willmer iiber bie Bitte bes willmers-borfer Schnllehrers hier oufgtnommtn rourbt." „Unm6glich! Ist btnn tin Tauffchein noth-roenbig, um zu berotiftn, bah man roirklich gtbortn wurbe, was boch keinesroegS abgestritten roerben kann. Ich hoffe, bah bieS kein HinberniS fein wirb." „Gebe es Gott!" fprach Reiner unb entfernte sich griihenb. Herr Balthasar gab sich aber ganz feinen Ge-danken hin. „Wcr weih, ob ich biesen Umstanb nicht zu meinen Gunsten ausbeuten kann? Vielleicht hat Daniel boch recht? vielleicht ist bas ihm anvertroutc Kinb von hoher Abkunft, vielleicht ber Erbe eines vornehmen NamenS? Wenn bie Eltern, des nun* mehr zum Jiinglinge herongewachsenen Knoben reich unb vomehm finb, wirb er bie einfache Blanche leicht vergefsen lcrnen. Mit einer geringen Anstrengnng rourbe bie Er* innerung an bie Erzahlung Daniels in ihm rege; unb je tiefcr er nachbachte, besto eher ftanb bie MSg-lichfeit vor ihm, boh Daniel nicht ohne alien Grund bie Spur bes Knaben verfolge. Herr Balthasar root beilaufig Lberzeugt, bas Willmer ibtntifch mit btm vtrlorntn Knaben sei. Die fchroitrigstt Aufgabt harrte nun seiner, bie Eltern bes Kindes zu entdtcken; auf diese Ent-beckung baute er seine neuen Hoffnungen und PlSne. Anhange. Man wird uns nun zugebcn, batz eS zur Zeit dec Wohnuugsnoth und Zinssteigerung, von welchen auch unsere Landeshauptstadt nicht verschont blieb, immerhin ein ganz annehmbarer Vortheil fei, mit feinern Hausherrn auf einem so vertraulichen und freundlichen Futze zu stehen, rote dies zwischen bent Prasidenten dec „Matica" Dr. Costa und sei-nem Miethsmanne — Dr. Costa der Fall ist, und so diirste es schwerlich vvrkommen, datz ersterer dent letztern jene billigen Wunsche versagen roerdc, welche andere brnmmige HauSherrn gewohnlich mit der Wohnungsknndigung zu beantworten so unartig sind. Datz Dr. Costa unter dent Emflnsse seiner politischen Siellung sich auch um Eisenbahnconces-fionen beroarb, roobei selbstverstanblich immer der gewlinschte Einklang zwischen dem Consortia!- und bem Lanbesinteresse nachgeroiesen werden konnte; — datz er endlich auch bei Grundungen nationaler Gelbinstitnte auf die ben Grundern nnb Verwal-rungsrathen schuldige klingende Dankbarkeit nicht vergatz, wen kann dies round era ? Warum sollte dem Dr. Costa das nicht auch gelingen, was andern Biebermctnnera in ahnlichen Lagen oft in so uber-raschenb ausgiebiger Weise gelungen ist? Wir haben hier aus der Fiille von Daten nur jene Thatsachen heroorgehoben, welche, weil fie sich unter den Augen der Zeitgenossen offentlich zntra-gcn, von niemanben ignoriert oder geleugnet werden konnen. Diese Thatsachen berechtigen unbezweifelt zu bem Schlusse, datz Dr. Costa keine Phase seines politischen Lebens und Wirkens unbenutzt lietz, ohne baraus sich und den Seinen irgend einen materiellen Vortheil — mitunter in sehr nndelicater Weise — zuzuwenben. Man mag bem Herrn Dr. Costa jene rabuli-stische Rede- und Schlagsertigkeit nicht absprechen, wclche Neulingen gegenuber frappiert und hie und da auch Crfolg: erzielt, aber ben Anspruch auf das Zeugnis ber Uneigenniitzigkeit und Selbstlosigkeit hat er unb haben alle „Pervaken" vor dem Richterstuhle ihrer Zeitgenossen vollstandig verwirkt. Nur durch Sclbstlosigkeit vermag ein Abgeordneter sich zur silllichen HSHe eines wahren Volksvertreters — eines Fuhrers seiner Nation — empor zu schwingen; ohne solche erniedriget er sich einsach zuin Specu-tmiicn in Landtags- und Reichsrathsmandaten. Diese Selbstlosigkeit, btcfc „reinen Handc" begehren wir und mit vollem Rechte alS unerlatzliche Bcdingung allcr politischen Tugenb von jebem Abgeordneten, und deshalb drangt sich uns die Frage auf, mit wclchcm Gewissen das Wahlcomit6 der „Altslovenen" gerade Dr. Costa der Burgerschast der Stable unb Diaikte Oberkrains als Reichsrathscandidaten an-empfehlen konnte, einer Burgerschast, die demt doch vffene Augen hat zum fehcn und Selbstandigkeit des Urlheils und Einsicht genug besitzt, um sich nicht als blindes Werkzeug ciner Kameraderie misbran-chen zu lassen, berett gauze politische Moral sich in „Jch mutz bem alten Daniel zuvorkommen", bachle er, „sonst konnte er mir meine schonsten Plane burchkreuzen. Um aber genaues zu erfahren, begab er sich in die Arinenverpflegsanstalt unb erkundigte sich nach bem alten Tropfner, bei dem er beilaustg eine Stunbe weilte. „Sitter Mann" — so verabschiedete er sich von Tropfner, „Sie bttrfen bem Daniel tein Wort von beat erroahnen, was wir hier befprachen. Hier sinb 50 Gulden; ebenfoviet betommen Sie, wenn ich mich von Jhrem Stillschweigen uberzeugt Habe." Am nachsten Tage war tit dem Jnseratentheile der Tagesblatter folgende Annonce zu lesen : „Iene junge Dame, welche im Jahre 1847 in Willmersdorf im _ blauen Seidenkleide erfchien, bort in den Garten ging, — ein Heines Kind lieb-koSte unb bentsetben einen Ring ubergab, roirb — wenn sie noch am Leben ist, gebetcn, unter ber Chiffre L. S. poste restante, dringenber Angele-genheiten halber ein Lebenszeichen von sich zu geben." (Fortsetzung folgt.) bent Streben abspiegett, batz eine Hanb bie andere wasche, beibe aber immer nur nach bent eigenent personlichem Vortheile suchen und zugreisen. Politische Rundschau. Laibach, 15. Oktober. Julaud. Die Reichsrathswahlen sol-gen sich nun in ununterbrochener Rcihe bis zum MonalSschlussc. An jedem Tage des MonatS Oktober, bie Sonntage nicht ausgenommen, werden Wahlett stattfinden; am spatesten, nemlich am 30. Oktober, geben bie Grohgrunbbesitzer von Krain ihre Stimmen ab. Vorgestern schritten bie Lanb-gemnnbenkreise von Bohmen unb Karaten unb ber zweite Wahlkorper ber Stadt Triest zur Urne. Gestern wahlten die Landgemeinden zroeier rein-deutschen Prooinzen, nemlich von Nicberofterreich unb Obcrbsterreich. In Bohmen Hubert bie Deutschen liberal!, too sie Candidaten ausgestellt, gesiegt. Bon ben 30 Reichsrathsabgeorbneten, welche auf bie Curie ber bohmischen Landgemeinden entfallen, durften mindestens 13 der Versassungspartei ange-horen. Auch itt Karnten, roo ansanglich das Zlinglein zngunsten ber Klericalen zu schwanken schien, sinb sammlliche Candibaten ber Versassnngs-partei bnrchgebrungen. Es rourden geroahlt: Karl Stockert, Josef Holzer, Mathias Petritsch unb Oswald Nischelwitzer. Von einem wiener Correspondenten ber „Bres-laucr Zeitmig" roirb die Nachricht des „Vaterlanb", batz bie F e u d a l e n in Bohmen sich ber Wahl im Grohgrundbesitze enthatten werden, als eine plumpe List bezeichiret, baraus berechnet, bie Ver-fassungspartet in Sicherheit zu lullen. Die Feu-dalen hatten keineswegs den Kampf aufgegeben, sondern hatten umgekehrt eine vollstandige Hetzjagd auf Vollmachten veranstaltet. Ungtaubroiirbig kltngt diese Nachricht eben nicht, unb ber versassungstreue Grotzgrundbesitz roirb jebenfalls gut thun, zahlreich an der Urne zu erfcheinen. Die ..MontagSrevue" bekfagt in einem an-fcheinenb officiosen Artikel bie Schroffheit bes Ver° fahrens ber Turkei, welche bie von ihr unb Oester-reich-Ungarn gefiihrte Untersuchung der bo snischen V o r g a n g e abgebrochen Habe, um sich mit einer einseitigen Darstellung an bie europiiischen Machte zu wendeu. Wenngleich bieses Memoire in sorm-losester Weise mitgetheilt wurde und keine Unter-fchrift tragl, ist doch nicht anzunehmen, datz dasselbe ohne Intervention der tiirkischen Regierung zustande tarn, was zu schwer ernsten Crroagungen Anlatz geben mutz. Nachdem die „Montagsrevue" bie rntberotesenen Bejchulbiguugen gegen bie osterreichi-schen Consuln als gruublos erklart unb ganz ent-schieben zuruckgeroiesen, sowie barauf hingedeutet hat, datz auch die Anwesenheit des Serbenfnrsten Milan in Wien ttirkischerseiks zu einer Demonstration benutzt wurde, welche eine ziemlich energische Znrechtroeisung seitens OesterreichS unb ziemlich kleinlaute Cntschuldigungen scilenS ber Tiirkci zur Folge hatte, schlietzt der Artikel, die Turkei musse endlich doch roisfen, datz Oesterreich-Ungarn zwar keinerlei Jnteresse hat, den Zersetznngsprozetz der Turkei zu beschleunigen, dasur aber geroisse Riick-sichten unb bie bankbare Sympathie bes Sultans unb der tiirkischen Regierung zu sorbent berechtigt ist. Das wiener Cabinet roirb jebenfalls ber un-klarett Situation ein Enbe machen unb ausgiebige ©enugthuung beansprucheu. Ausland. Der Besuch des beutschen Kaisers in Wien roirb, rote man ber ..Schlesi-schen Zcitung" aus Berlin schreibt, einen iiberaus vertraulichen unb freunbschastticheu Charakter tragen, wie schon baraus hervorgcht, batz ber Kaiser unb bas Gefolge innerhalb ber Ausftellnngsraume sich in Civilkleibung beroegett roerben. Die Zahl der officiellen Diners ic., auf die das Tragen der Uniform beschrankt bleibt, ist, dem intimen Charakter ber Zusammenkunft entfprechenb, auf bas kleinste Mettz rebuciert. „Der R ei ch s ka nzler", heitzt es in biescnt Briefe writer, „bekanntlich seit Jahren antzer auf bem Lanbe unb auf Jagben bes TragenS von Civilkleibern ganzlich entwohnt unb infolge beffen nicht tnehr im Besitz eines festlichen Gewan-bes, hat anlatzlich der wiener Reise von Varzin aus ben bringenben Wunsch zur Beschaffung eines sol-chen crgehen lassen." Es ist begreiflich, batz, wie officiose bertiner Blatter feinerzeit zu inelben wutz-ten, ber Reichskanzler sich nur schwer eutschliesjen konnte, ben Kaiser nach Wien zu begleiten, ba er sich hierzn erst einen Frack anfchaffen mutz. Kleine Dinge haben oft grotze Wirkungen. Wenn bie officiose preutzischeJournalistik wieder eintnal von Ver--stiinmungen des bertiner Hofes gegen Wien, oder von preutzischen Ministerkrisen zu berichten hat, so weitz man nun boch, batz ber Leibschneiber bes FSr-sten Bismarck ihre Pylhia ist. In Dane mark bereitct sich eine Regierung«* krtse vor. Die Linke des Folkethmg stellt die Wahl zwischen Budgetverweigerung oder Rlicktritt bes Ministeriunts. Diese Erklarung ist von 53 Mit-gliedern jener Kammer uuterzeichnet worben, also von ber Majoritat, indem dieselbe 101 Mitglieder zahlt. Die angmblickliche Lage in Frankreich tatzt sich in folgenben Nachrichten zusammenfaffen: Der Gras von C h a m b o r b befindet sich feit gestern in Salzburg unb crmartet dort eine Deputation der Fusionisten. Andererseits sollen der „Times" zusolge, und wird bies auch vom „Jour-nal des Debats" bestatigt, bie Mitglieder ber Rech-ten und des rechten Centrums sich bereits uber die Bedingungen geeinigt haben, unter welchen bie Re-stauration ber Monarchic erfotgen soll. Diese Be-bingungen sinb nach der „Times": Respectierung der modernen Rechte der Nation und Attttahme bet tricolorert Fahne in ihrer gcgcnioartigen Form. Dies scheint somit bas Ultimatum zu sein, bas vort ben Fusionisten vercinbart wurbe unb von ber Deputation nach Salzburg uberbracht toerben soll. Es latzt sich nicht leugnen, batz ein solches Ultimatum nicht ohne Einflutz auf bie Entschltisse bes Grafen von Charnborb sein roirb, unb batz er inoglicher-roeise angesichts einer berartigen einmuthigen Manifestation ber Monarchisten seiner besseren Ueber-zeugung Gewalt anthun, vor bent OrleanistnuS capiiulieren unb anftatt „Eoy bon Frohsdorf" zu ble.ben, „Komg ber Revolution" toerben roirb. Montag begann im Process6 B a za i ne bas Verhor des Angetlagten. Nach der Rechtserti-gnngsschrist, deren Verlesung der Marschall jener des Anklageactes solgen lietz, scheint es, als wenn die Vertheidignug nur wenig Material zur Ver-'iigung hatte. Auf die eigentlichcn Anklagepunkte hat Bazaine gar nicht geantwortet. Beziiglich der Re ft duration in Frank-r eich tatzt sich die „Times" in einem eingehenden Leitartikel vernehmen, ber zu bem Ergebnis fuhrt, datz, soweit sich in einem Lanbe wie Frankreich die offentliche Meinung bcurtheilen lasse, das Urtheit, welches sich wahrend ber letzten zwei Monate ge-bilbet Habe, gegen ben Vorschlag aussalle, bie Bour-bonen in ber Person bes Grafen von Chamborb roieber auf ben Thron zu bringen. Unter folchen Umstanbcn — heitzt es weiierhin — konnen wir uus nicht wunbern, batz bie Opposition ber liberalen Partei von Tag zu Tag furchtbarer roirb unb den Monarchisten mehr und mehr Sorge macht. Seit der Brief des Exprasidenten Thiers vervffentlicht wurbe, haben sich die verschiebenen Abtheilungen ber Opposition cinanber genahert unb thatsachlich seine Filhmng angenommen. Die Folge roirb sein, batz die Monarchisten nicht mehreren uncinigen unb auf cinanber eiferfuchtigeit Fractionen, sonbern einer organisierten Partei bie Spitze zu bieten haben, welche fur Frankreichs Freiheilen einfleht unb gegen bie Reftauration als eine nothwenbige Gesahrbnng biefcr Freiheiten ftimmen wirb. SDiatt barf es als gewitz annehmett, batz bie Monarchisten, wenn sie es ernsttich wollen, mit einer kteinen Mehrheit ben Grafen von Chamborb auf ben Thron fetzen konnen; allein die Berhaltniffe, welche bie Abstimmung um- geben, werden ihr den Charakter eines moralischen Triumphes benehmen, welchen die Partei wohl am Vorabende der Fusion erwartet hatte.___________________ Zur Tagesgeschichte. — Kaufer in Verlegenheit. SonntagS durchschritten zwei Besucher der WeltauSstellung, ein Ssterreichischer Osfizier in Uniform und eine junge Dame, die sranzostsche Galerie. Set den Bronce-Arbeiten machlen sie Halt und betrachleten die Droird-schen Slatuetten, unter welchen aUe moglichen gejchicht-lichen Persoalichkeilen, populiire und — berlihmte, gegenwartige und verflossene, kunterbunt ausgestapelt sich vorfinden. Das promenierende Paar wiinschte einige historische Broncegestallen an sich zu bringen; der Verkiiuser unterstlitzt solches Borhaben in liebens-wiirdigster Weise, allein — „Wir haben ja schon all unser Geld ausgegeben!" bemerkl die Dame mil einem leichten Seufzer. — „DaS thut gar nichts", erwiderte galant der Franzose; „wollen Sie mir nur Jhre Adresse hier lafsen, ich werde Jhnen die Slatuetten fenden." Die junge Dame sucht ihren Bleistift. ..Wahrhastig, in dieser AuSstellung verliert man auch alleS, jetzt Habe ich auch meine Notizblatter nicht mehr." Es wird Slift und Blalt zur Slelle geschafft und die Dame zeichnet mit raschen Ziigen Namen und Avresie ein. Der Franzose verbeugt sich, angenehm Uberrascht; er liest: „01ga, Eeine des Hčlenes, Athenes.11 Der ijflerreichtjdje Osfizier, welcher die KLnigin be-gleitet hatte, war der Kronprinz von Hannover. Die junge Konigin hatte so zahlreiche EinMuse in der WeltauSstellung gemacht, datz sie die Galerien bud), stiiblich ohne einen Heller mit sich zu fiihren verlietz. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. — (t Gras GustavChorinSky), gewe-sener Statthalrer in Laibach und spater in Wien, Schwiegervater unseres Herrn Landesprasidenten, ist laut eingelangtem Telegramm in Wien an der Lun-genentzUndung gestorben. — (B r a n d le g u n g.) Am 11. b. M. abends loot in Rodico, Bezirk Stein, Feuer auS und Sscherte die auS Holz gebaute Keusche befl Barth. Šimonič bis auf den Grnnd ein. Den darauf solgenden Tag fam der Beschiidigte, welcher bei der Afsecuranz „Vic-toria" um 600 fl. versichert war, zum Vertreter dieser Anstalt in Laibach und zeigte den Schaden an, woraus bcnseite der obgenannten Affecuranz an Ort und ©telle Erhebungen gepflogen wurden. Dieselben ergaben, gestiitzt auf AuSsagen der Ortsbewohner, datz HLchst wahrscheinlich Barth. Simonič seine Keusche am 11. d. M. um 8 Uhr abends selbst angeziindet Habe, nachdem derselbe zuvor alles Werthvollere entsernt hatte. Jm selben Hause besand sich noch eine arme Jnwohnerin mit einigen Kindern, welche sicherlich im Feuer umgekommen ware, roenn das Feuer zu spaterer Stunde gelegt warden wiire. Šimonič wurde der Be« hLrde zur weitercn Amtshandlung iibergeben. — (Der Claviervirtuose Herr Ludwig Breitner) hat dern allgerneinen Verlangen glltigst entsprochen und wird Donnerstag, den 16. Oktober, abends 7 Uhr im landschafllichen Redoutensaale ein zweites Concert geben. Wit hossen, datz die zahl-reichen Freunde klasstscher Musik in Laibach diesmal nicht versiinmen werden, sich an cittern rnusikalischen Genusse zu betheiligen, wie er dern gebildeten Publicum LaibachS in diesem Umsange und in dieser Voll-endung wohl selten geboten werden bUrftc. ES wird dabei unter gefLlliger Mitwirkung bet Herren Gerstner, Levitschnigg, Razinger, Schulz, Till und Zijhrer folgendes Prozrarnm zur Aussllhrung gelangen: 1. R. Schumann. Concert in A-moll mit Beglei-lvng eines zweiten Claviers, vorgetragen vom Concert-geber und Herrn Zshrer. 2. I. Field, Nocturne in A-dur, und I. S. Bach, Priiludium und Fuge in A-moll flit die Drget, Ubertragen flit das Pianoforte von Liszt, vorgetragen vom Concertgeber. 2. L. v. Beethoven. Romanze stir die Violine in ■E'-dur, vorgetragen von Herrn Gerstner. 4. Fr. Chopin. a) Marche funebre. (Auf allseitiges Verlangen.) I. Raff, b) Suite in E-moll, Pralude, Menuek, Toccata, Romanze und Fuge, vorgetragen vom Con. certgeber. 5. Gesangsquartett, vorgetragen von den Herren Razinger, Levilschnigg, Schulz unb Till. 6. (Auf allgemeines Verlangen.) Fr. Liszt. Concert in Es-dur fUr zwei Pianoforte, vorgetragen von dern Concertgeber und Herrn Zohrer. — (Ueber den Bau einer Sa veb rllcke bei Ratschach), von welchem wir nnliingstberichtet, schreibt man der „®r. Tgp." aus Steinbriick: Bor zwei Jahren schon hat sich in Sleinbrllck ein Comity beffett Dbmann Herr v. Gutmannsthal-Benvenutti, der Besitzer deS bei Ratschach gelegenen GuteS Weichselstein, ist, Die Ansgabe gestellt, die nbihigen Schritte einzu-Uttett, datz die Save bei Ratschach tiberbrilcft werde. Sett nemlich die von Leopold dem Glorreichen erbaute ..Sleinabruck" — daher ber Name deS Dries — zu Anfang deS 16. Jahrhunderts in Fehden zerstLrt wor. den roar, slihrte iiber die Save keine Brllcke mehr. Eine svlche ist abet urnso uolhwendiger, als bei Hochwllssern die Save so bebeutenb anzuschwellen pflegt, datz dec Berkehr aus den dermal bestehenden „Uedersuhrten-, die aus zwei Kahnen ruhen und mit einem tiber die Save ge-fpannten Seile befeftigt find, ost sehr gesLhrlich, zeit-weise sogar unmozlich wtrd. Hindernisse, wobei die Opposition des Besitzers der Uebersuhr nicht das ge-ringste war, hemmten bisher eine etsolgreiche Thatig-feit des Corniiss. Dutch Subscription wurde jedoch ein Fond gegrUndet, der die technischen Vorarbeiten ermoglichle. DaS Mintsterium hat nunmeht die Con-cession zum Baue einer Holzbriicke, beren Kosten auf 36.000 fl. veranschlagt roorben sinb, ertheilt und eine neucrltche Versammlnng des Somites ben Beschlntz ge« satzt, zunachst die beiden LandeSausfchUffe von ©teter« mark und SEratn zu einer entfprechenben BeitragSlei-ftung zu bewegen. Ist nut ein bejlimmter Fond vor-handen, dann bUrfte ber Bau teinen grotzen Schwietig« fetten unterliegcn, da bie Kosten fpatethin dutch eine Mauth leicht eingebtacht, refp. das aufgeroendete Kapital teicht vetzinst wetden konnte. Datz dutch den etleich-terten Letkeht beibe Nachbarlattder gewinnen wiirden, liegt auf der Hand. — (Statistische Nachweisungen llber dieStrasanstalten inSteiermark, Kiirn-ten und Krain) ergaben, datz im Botjahte in Steietmatk die Zahl bet Betpslegstage siit miinnliche Straflinge 200.040, sllt weibliche 31.231 bettug, datz dahet im JahreSdurchschnitt 546 Manner unb 85 Weiber verpflegt wurden. Die Strasdauer anbelangend erscheint nur ein Mann als zur lebenslimglichen Hast verurtheilt; llber 10 bis zu 20 Jahren Veturtheilte find 11, llber 5 bis zu 10 Jahren 17, tiber drci bis zu stins Jahren 30, von ein bis drei Jahren 243 Personen in Haft. Gtotz ist bie Zaht deter, welchen Atreststtasen von ein bis zu acht Tagen zuetkannt wut-ben; wir findett in dieser Rubrik 4831 Manner unb 861 Frauen angestihrt. KLrnten hatte bei einem Durchschnittsstanbe von 196 mLnnlichen und 32 weib-lichen Striiflingen im Ganzen 83,466 VerpflegStage. Krain weist unter denselben Rubriken die Zahlen 284, 16 unb 109,505 nach. Steietmatk vet-zeichnet bie Einnahmen mit 7893 fl., bie gesammten AuSlagen mit 119,371 fl., mithin ben Abgang von 111,478 fl. In KLtnten stellen sich die votet-wahnten Posten in detfelben Reihenfolge mit 5858, 41,633 unb 35,775 fl., in Krain abet mit 8094, 58,176 unb 50,082 fl. Die JnqusitionSarreste hatten in Steiermarl 172.365, in Katnten 45,745 unb in Krain 48.003 VerpflegStage, stir welche nach Abzug ber Einnahmen Don 5767, 3211 unb 2758 fl. ein Abgang vetblieb von 83,039, 19,575 und 22,741 fl. Ftit ben GetichtSbezitk biefer brei Kroulander mutzten fohin zufammen ftit bie SBerpflegung der StrSflinge 197,335 fl., ftit die Jnquisiten 125,355 fl. aus dem Herat bezahlt werden. — (Jnhalt der „N e u e n illnstriet-ten Zeitung" Nr. 41.) Jllusttationen: Friedrich Schmidt. — DaS tteue RathhauS in Wien. — Wiener WeltauSstellung: Der ungarifche Saal in bet Kunsthalle. Wiener WeltauSstellung (Kunsthalle): Die pilzesuchende Zigeunerin. — Der tlltkische Batbiet. — Mirani. — Texte: Wiener WeltauSstellung: Aus. stellungSbildet. — Ungatn in ber Kunsthalle. — Ftiebtich Schmidt. — Det tlltkische Batbier. — Mirant. — Gescheitert. (Originaltoman von B. M. Kapti.) (Fortsetzung.) — Herbst, von Ida Christen. — Geschichte bet Wettrennen. — Verschwunben und Wiedergesunden. (ffrimittalgefchichte von F. G—th.) (Fortsetzung.) — Aus vergangcncn Tagen. Eine Ge» schichte von F. Gtotz. (Fortsetzung.) — Pester Briefe von Dr. Adolf Silberstein. — Kleine Chronik. — Schach. _______________________________________ ®tngefcneet. Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medizin und ohne Kosten. Revalesciere du Barry oon Conbon. Seine Krankheit cermag bet belicaten Keraleeciiia da Barry >, roil ersteh en, unb befeitigt biefelbe ohne Mebiziu unb ohne Soften all« Diajen«, Nerven-, Bruit«, 8unger=, Leber-, Driisen-, Echleimhaut-, Rt6em=, Blasen- nnb Siiecenteiben, lubetcutofe, Echwinbluchl, Asthma, pusten, Nnverbaulichleit, Berstopsung, Diarrhiien, Schlaflosiakeit, Schwache, feamorchoiben, Waflersncht, Fieber, Echwindel, Blutausstet-zen, Dhrenbroufen, Uedetkeil unb Erbrechen selbst aahcerb bet Schwau-zerschast, Diabetes, Melancholic, Hbmngerung, Rheumatismus ®icht, Sleichlncht. — Hu«jiige au« 75.000 Ceriikicaten tiber Benesnngen, bit illet JKebijin widerstanben, toerben auf iBertangen franco eingefenbet. Nahrhaster ale Fleisch erfpart bie Revaleeci&re bei Lrwachsenei anb ftinbem fiinfjigmot ihren PreiS in firjneien. 3n Blechbiichsen eon ein Halb Plunb fl. 1-50, 1 Pfb. fl. S-50 I Psb. fl. 4 SO, 5 SPfb. 10 fl., 12 Psd. 20 fl., 24 Psd. 36 fl. — Ite-Talesci6re-Biscuiten in Biichfen ii fl. 2 50 unb fl. 4‘50. — Bevaleaoiire Chocolatee in Pulver unb in Tabletten ftit 12 Taffen fl. 1'SO, 24 Zaflee a. 2-50, 4- Jtaflen fl. 4-50, in Pulvet ftit 120 Stiffen fl. 10, flit 888 taffen fl. 20, fur 576 Staffer fl. 86. — Zu beziehen butch Batty be Sarrh 6 Comp, ill Wien, Watlfleohgasee Mr. 8, inLatbaoh bei E. Mahr, fowie in alien ©tabten bei guten Apolheki.cn unb 6pe» lereihanblern ; auch berfenbet ba» wiener pair« Nach altei •egtnben gegen iPoftanmiifuug ober Nachnahme. Witternng. Laibach, 15. Oktober. Dichter Morgennebel, spater diinn bewolkt, windstill. ®5tme: Morgens 6 Uhr 4- 100", nachmitmgs 2 Uhr + 19 3° (£. (1872 + 16 3", 1871 7 6".) Barome- ter 733 60 Millimeter. Das gestrige Tagesmtttel der SBfirme + 15 5" um 3 7° iiber dem Normale. Angekommene Fremde. Am 14. Oktober. Hotel Stailt Wien. Hollub, t. k. Hauptmann, Hermanstadt. — Psander, Kfm., Miinchen. — Dr. Zosf und Nagy, Bahnbeamte, Graz. — Blau, Kfm., Triest. — Louise Stiller, Private, Untersleier. — Moritsch, Fa-briksbesitzer, sammt Sohn, Billach. — Levttschnig, Landes-gerichtsrath, Cilli. — Krautz und Diem, it site., Wien. — PlauZak, Wirlhin, sammt Tochter, Trisail. Hotel Elel'ant. Possidente und Anna Fornani, G8rz. — Geriol, Cooperator, Billichgraz. — Josestne Zimerman sammt Sobn, Rosegg. — Parth, Sangerberg. — Gollob, Realitatenbesitzer, St. Georgen. — Debeutz, Buchhalter, Graz. — Kozuh, Dechant, Altlack. — Frau Jelonschegg, Planina. — fling, Dechant, St. Marein. Balpleclier Hof. Frudental und Zarini, Udine. (itepnwBPte. Maria Zomšič, Sitttch. Idolirrn. Stare, Krainburg. — Stibor, Bohmen. — Richini, Beamte, Fiume. Telegramme. Tricst, 14. Oktober. Die Wahl des zweiten Wahlkorpers blieb unentschieden. Sandrinelli und Buzzi gelangen in die engere Wahl. Berlin, 14. Oktober. Ein Schreiben deS Papstes vom 7. August an den deutschen Kaiser beklagt die harten Regiernngsmahregeln gegen den Katholi-cismus, welche den Kaiserthron zu untergraben ge-eignet wSren, und bittet dm Kaiser — der, wie der Papst vernommen Habe, mit dem Vorgehen der Re» gierung nicht einverstanden set, — die erforderlichen Matznahmen zu tressen. Die Antwort des Kaisers vom 3. September hebt hervor, datz der Papst irr-thumlich berichtet sei, da a tic Negierunsmatzregeln der Zustimmung des Kaisers bedursen. Nach Kenn-zeichnung der staatsseindlichen Umtriebe der Geist-lichen und nach Erklarung, Er werde das Ansehen deS Gesetzes gegen jede Ansechtung wahren, spricht der Kaiser die Hosfnung aus, der nunmehr besser unterrichiete Papst werde krast seiner Autoritat jener Agitation ein Ende machen, die mit der Religion nichts zu thun Habe. Paris, 14. Oktober. Nach glaubwkrdigem GerLchte lehnte Graf Chambord vor seiner Anerken-nung alS Konig jede Verpflichtung und jede ErklS" rung ab. Gedenttasel fiber bit am 17. Oktober 1873 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Wilfan'sche Real., Oberseickiting, BG. Krain-burg. — 3. gcilb. Biecelj'sche Neal., Langenseld, SB®. Wip-Pach. -«- 3. Feilb., ©rjaDc'scfe 9ica(., Mitterkanomla, S3®. Ldria. — 2. Feilb., Nii'sche Real, Wippach, BG. Wippach. — 1. Feilb., Wartbiichlerlche Neal., Adelsberg, BG. Adels-berg. — 1. Feilb., Ma^lo'sche Real., Seniza, BG. Adels-Berg. — 2. Feilb., Krulc'sche Real., Miinkendors, BG. Eurkseld. Eriissllllng dec pitrljalle (auf dcr Klagensurtcr Rrichsstratze) der BrauereiGcbr. Koslcr Donnerstag den 16. Oktober 1873. Mit abgelagerteni MLrzenbier, flutcm We in itud bester Kiiche, sowie billigsteii Preisen »nd aufmeilfamfler Bediennng rmpfieblt sich Lem geneigten Besuche hcchachtnngsDoll Bartl Jančigaj, Restaurant. Gasdeg's Dierhalle Donnerstag den 16. Oktober drittcs nnd letztes des in Deutschland, FrankreiL, Ungarn nnd Siebenbiirgen beliebten Concert-, Alpen- imb Coupletsiingers J. Pleitner, lyrischer Tenor ans Mitnchen. Infang Ijnllr 8 Kljr. (538) Zahnarzt A. Paichel beehrt fich hiennt anzuzeigen, datz er seine Praxis in Graz ganzlich ansgegeben nnd seinen bleibendcn Wohnsitz in Laibach genommen hat. Sein Atelier befindet sich seit 15. Oktober 1873 in der bioher voni Herrn Tr. Kovatsch inne-gehabten Wohnung Theatergasse Nr. 20, 1. Stock. OrdinativnSstunden von 9 bis 12 Uhr und 2 bis 5 Uhr nachmittags. (533—1) Englischkll Untmicht ertheilt ein geborener Englander. Auch ware derselbe geneigt, einen LehrcurS in seiner Wobnnng zn errichten. Adresse: Polana, im Fabiani'schen Hanse. (539—1) Madame Charlotte isi heute sriih beim „Ele-santen" Nr. 34,1. Stock, abgestiegen n»d empfichlt sich sowohl mit modernen billigm Tamcn- roic auch mit Kinderhiiten auss aiigelcgeutlichste, und bittet lint baldigen Besnch, da fie wegen Geschastsange-legeuheiten nur drei Tage Ijicr verweilen kann. Mit Hochachtuug O b i g e. Laibach, 13. Oktober 1873. (530—3) ypQ-'PGtf 3coOc oOcO Jc oUo owe ouo owe owe o’ Unentgeltlicher Sulilutiitniidjt. Der Gcsertigte zcigt hirmit an, datz er am 20. d. M. einen _ iicnen unierac sowohl sllv Gesang ols siir Streich- und Klavierinstrnmente ttiiffnen wird, uud label zn zahlreicher Betheili-gung tin. Anmeldungcn znr Theilnahme an dem einen oder dcm andrrcn Unterrichte roerben Doit fjciitc mi bis uodjftcn Snmstatt ttigrlieli zwl-eclien J mill * abend# ini Probezimmcr der hiesigcn Čitalnica, I. Stock rechtk, entgegkngenommen. Der iintmidjt itn Gesaiige wild on Hrr-rett unb Tamkii abgrfonbm erlhcilt. CJeoi«’ Schantl, Thormeister der Ciialnica imb Kapcllmeister bee (537) Dramatično društvo. Bettflaumen & Federn stets vorrathig bei (499—3) Albert Triniter in der Sternallee. Herlist- & Wintersaison empsiehlt sein »rich fuvticrtcS Lager nenester Jacken, Mantills, Paletots, Regenmantel, Be-duinen, Wintertiicher, Longs-Shawls, Woll- und Seidensan mt (schwarz uud far big), Nobless, Faile, Kleiderstoffe in Wolle nnd Haibwvlle. Schniirl-linb Piquet-Barchent, Vorhang- nnd Mobelstoffe, Decken, feineKotzen, Fenster-Rouletten, ftimmt-liche Futter- uud viele andere diverse Ware mit der Zusicherung dcr reellsten nnd billigstcn Be-dienung ergebenster A. Popovič, (508—3) Laibach, Hauptplatz. J 93on brm Einflnsse bes J Anatherin-Mundwassers 4 »on Dr. J. G. Popp, k. f. Hoszahnarzt in Wien, ^ ± Etnbt, Bogiicrnasse Nr. 2, * T ans bit organifchen Gcbilbe Der Miindhohle. J 1. Gigrntbilmlid) ist bic Wiikniig bee Nnathc- 4 riii-MiinVwasserS sowohl auf eine beginnenbe ais J fd)cn eutstonbrne obnovme Ablageruiig von ciner mis- J X sarbigcu, uerbicften unb ueifjovtrtcn Maleric mil ben A 4 Zahn, wrlchc inilcr brm Qiameii W c i n st e i n bctamit * * ist, inbeni es im erfitn Falle auf djemifchem Wegc dcr J X begiuneubcn Erharlniig cnlgegeiiarbeitet und im letzle- Ž -4- veil Falle bafl eigentlidje Binbcmitttl btS WcinsteinS, 4 J die SSure, allniiilig locker mocht, unb ziilctzt den Zahn ^ J Doit biefer Schmarotzer-Rinbe befteif. X f Ebenso besttzt ba6 Anatherin MundwafferT tine zcrschcnbe Einwirkinig auf alle Sdjladvn, wclchc^ fid) auf bie Zahiie abzulcgern beginnen. T T 2. Einen bcsonberS wohltbucnbcn Eiuflutz antzert $ ❖ da« Analheriu-Mundwasser auf die Sd)leimhaut ber^ J Munb- unb Rad>kiihbhle, bereu afcnoinie, burch eiiietiŽ '4, ttblen (Seruch sich zn |etfcnnen gebtnbe Absonbe->$< 4« rung cs ncutraliflert, belt effort, letzlcre eeibilnnt unb * "f von ber abgefonbertrn Anomalie befreit. j & 3. Einen fpecififchen Eiiifiutz iiu§ert bae Ana- A 4= therin-Mundwasscr mis bie Zahnuerven, tnScni^ J c6 die irtitiertcn Nervcii, ti'cl die Itrfodie $ 1 drr oft wntheiidstcn Zaknsdinicrzen fin6,$ brfriiiftigtntib dndiircli dciiZahnscr'nicrz hcbt. 4. Duich btffen tonisch-balsamische Bestanbtheile^ 4 wirkt es auf bie Bliilgcsahe des ZahukieseiS znsamnien- ^ ^ zieheub unb frSftigenb, fltirtt bie fdiloff gcivorbcnen ^ T ZshnacsLtze unb berm Faseni, ejibt ihnen bie natiirs 4 T liche Elastizitiit zurilck unb bcwirkt, botz fie bic rcthe -4 Flilssigkeit in ifjrnt Kauiilcn sest haltcn, welche zur 4 EruLhning ber ZLHue unb des Zahnsleisches noth-^ toeubig ist. 5. Durch bie touifdjen (Sigenfdjaften bes Anathe-f rin-MuiidwasserS krciftigt eS and) daS Zahn- flcifd), rieht eS fester um den Zahn znfam-men und bcwirkt so das Festerfitzcn der oft-j-fdjon wackcliiden Zahne. (4- 3) | Zu baton in Laibach Bei Petričič & Pirker, >§< Josef Karinger, Ant. Krisper, Ed. Mahr, F. M. Schmitt, 4 E. Birschitz, Apotheker; K r a i n b u r g bei F. Krisper X nnd Seb. Schaunig, Apotheker; Ble i burg bei Herbst, Apotheker; Warasdin bei Halter, Apotheker ; Rndolfswerth bei v, Rizzoli und J. Berg-mann, Apotheker, und Josef Bergmann; G u r k f eld 4 Bei Friedrich Bomches, Apotbeker; S t e in Bei Jahn, 4 Apotheker; Wippach Bei Anton Deperis, Apotheker; ^ ® 6 r z bei Ponton!, Apotheker, und J. Keller ; War -t e n b e r g bei F. Gadler; A d els b e rgbei J. Kupfer-schmidt, Apotheker; B i sd> o slack bei C. Fabiani, Apotheker; Gottschee bei J. Braune, Apotheker: 4 J d ria in der k. k. Werksapotheke; Littai bet 4 K. Miihlwenzel, Apotheker; Radrnannsdors in J der Apotheke Don Sallochers Witwe. zu gunsten von Unterrichts- und Spitalszwecken in Wien und Pest, durchgefilhrt von Furstin Wilhelmine Auersperg, geb. Grafin Colloredo-Mannsfeld, Grafln Melanie Zicliy, geb. Fiirstin Metternich. Ziehung schon am 25. Oktober 1873. TrefTer 1. Spende Sr. k. und k. apostolischen Majestat: Prachtvolles Speiseservice an* reichvergoldetem Porzellan ftir 12 Per-sonen. TrefTer S. Hniigittrell'ep: fine |firflts«ns(lflttnng, besteliend aus Cassette mit Silberzeug; ferner Speise-, Dessert-, Kaffee- und Thee-Service aui reichvergoldetem Porzellau, dann Glas-Service, Sammtlich ftir 6 Personen. Trefler 3. Prachtvolles Fortepiano (Salon-Fltigel). TrefTer 4. Junges ungarisches Gestiits-Pferd im Werthe von 200 fit. o. W. (aus dem graf-lich Carl Zichy’schen Gestute Toborzsok). TreflTer 5. Goldene Damenuhr, emaillicrt, mit Diamanten, sammt Goldkette. Trefler fi. Eine Webe feinster Leinwand, ferner 1 Tischtuch und 6 Servietten aua Leinen-Damast. TrefTer 9. Werthvolles antikes Bett, reichver-goldet und in den Feldern mit Gemalden verziert. TrefTer 8. Collier und Kreuz mit Smaragden und Diamanten. TrefTer 9. Moderner Divan aus grtinem Seiden-stoff mit eingesetzter hunter Seiden-Bordure. TrefTer'1«. Nabmaschine in eleg. Ausstattung. etc. etc. (453—7) Im ganzen Gewinnsfe, und zwar Schmuckgegenstande, Taschenuhren etc. in Gold und Silber, feine Original--Weine, Zucker, Kaffee etc. und andere Gegenstftnde von praktischem Werthe. o. W. 5 © kr., Los-Pffiis O. w. 5 O kr. Lose in den gewohnlichen Verschleissorten. Die Lotterie-Kanzlei im Palais Auersperg, VIII., Auerspergstrasse I, Wien, eftectuiert Be-stellungen auf derlei Lose gegen Postanweisnng. Wiener Borse vom 14. Oktober. StnutsiVinds. kperc. Rente, Lst.Pav. bto. bto. oft. in Eitb. Lose von 1854 .... Sole von 18(10, gauze kose von 1860, glinft Pramiensch. v. 1864 Grundcntl. - Obi. eteicrmarl ju 6 pTt. ftatnten. Stain, u. Jtttftenlanb 5 „ Ungarn ju. . 5 „ Kroat.n.SIav.b „ Kiebeul'iirg. ju 5 „ Acticn. Nationalbant ... Union - Bank .... 6ret itanjtalt . ■ . J). o. EScompte-Ges Hnglo.-oftcn.8anI . Deft. Bodencred.-A.. Deft. Hvpoth.-Ban!. Eteier. Escompt.-Bk. Franco - Austria . . Saif. Ferd.-Siordb. . 8tidbahu- Gefcllfch. . Saif. Slifabtth-Bahn. ikarl-kudwig-Bah« - -Siebenb. »If-udahn . etaatebafrn . . . . flaif. Stanj«3ofeH6.. R»nfT.-8atcfct S..8. atfSlb-ftiura. 8a(m Geld Ware 68.70 68.15 715.40 72.70 93.50? 91. 100.- i 101. 106 50 107. 134 50:135.- 89.50 89.50 75 — 74.-73.- 90.50 90.50 75.75 74 50 73.fO 953.-1956,. 121.50 !i2v._ 21-.—|2i5.50 910.- 920. 148.50 149. Pfandbriefe. ftotion. S.W. verlosb. Ung. ©ob.»6tcbitanfL Allg. Sst. Bod.-Lredit. bto. in 88 3. rSckz. . 18.- 28. : 010 158.5«» 213.— 211.— 325.'— 207.- 144.'- 386.- 208.- 9C.50 83.— laO.— 87. 22. 20.— 2015 159— 2 4— 212.— Deft. Hypoth.-Bank. Prioritilts-Obl. -zn 60« Sr. bto. 8onS 6 V<$t. Norbwb.tioo fl. CM.) 6ic6.=8.(i(iofl. o W.) Staatsbahn Pr. ©ttld 6taate6. pr. St. 1867 Rudotfb. fSOOst.o.iZB.) Fran,-Jos. (ZOO st.S.- Lose. Stebit 100 ft. o. SB. . Don.-Dampsfch.-Sef. zn 100 ft. CM.. . Triester 100 ft. EM. bto. 60 fl. 6.88. . Dfcnet . 40. ft. ii.W, Balm St. (8cnoiG„ 145— 40 , 40 , 40 , 40 , 20 SO , 10 , 10 . ©rib 90.50 110,— 10L75 13S.25 131 -111— 93.75 103.— Walbst-in Keglcvich . Rubols«stist. Weehsel (32Ron.) *ng«6.ioofl. ftibb.ro. Pari« loo »tatic« Mllnzen. Half. Mtini-Ducate«. —— so-5tanc«ftfltf . . . 100.50 Preutz. Jtasfenfcheine. 87.25 Sllbet . . . . . 165.-- 92.50 56!- 23.50 34.— 23. 31.50 23.50 22.50 24 50 14.— 95.50 95.50 112.90 44.50 8.53-9.07 169 — 107.85 iuure 91.— 110.50 102 25 131.76 131.50 111 50 93.25 103.26 166.— 93.— 5?I— 24.— 35.— 23.5V 32 — 24.— 23.50 25.-16.— 95.80 95.6» 113.10 45.6© 5.64 9.08— 170.— 108.— Telegraphischer Curtzbericht am 15. Oktober. Papier-Renle 68, Silber-Rente 72,20. — 1860cr StaatS-Anleben 100,—. — SBonfartien 954. — Credit 218,— — Loudon 112,90. — Silber 107,60. — «. k. Miinz-Diicat« 20-Francs-Stitcke 909. Drack bon Qgn. v. SIclnmnpt * Krd. Lamberg in Laibach. iBerlegtr und fiir bit Redaction verantwortlich: Ottomar Bamberg.