M Kamstag den 6. Mär^ 1830. Sonette von Hugo von, Schwarithace. l. Bild der Geliebten. / (Nach Petrarca.) ^)n welchem Himmel sah, auf welchem Sterne, Von deyl Gesicht das Urbild die Natur, Durch das sie zeigen will der Erdenfiu», Was sie vermag in ihrer hohe» Ferne» Wo war die Göttinn, deren Saar so gerne, So lieblich aus des Knotens Fessel» fuhr? Wo eines also edlen Herzens Spur, In dein ich doch den Mörder kennen lerne? Dem war die höchste Schönheit zu erkennen Noch nie vergönnt, der ihre Augen nicht Gesehen, wie sie, mild sich regend, brennen. Nicht weiß er, wie die Liebe heilt und sticht, Der nie verstand, was ihre Seufzer nennen, ' Wie hold sie lächelt, und wie hold sie spricht, 2. Unterschied. D«r heil'ge Fischer büßt an schwerer Kette Fü« seinen Glauben in des Kerkers Nacht. ,^r denkt a„ seinen Meister stets, und wacht, U"d Vlthlt f„iend iv'»»i, Hängt mein Geist, und w»re nicht von di> lensl», Wenn des Lebens leyter Funke brennr. Wußt' ick mich in deinem AüiN'dl'nlcn, In Gefühle, die ci» Goti nur lennt, ,- , Atuüte d er Gedai'ic >mch vcrs>'»lls!!. Wer MrinF an ver Uliste von SHottlalw. Der Häring ist ein äußerst zärtlicher Fisch und stehtj beinahe in dem Augenblicke ab, wie er aus dem Wasser kommt oder in demselben den geringsten Schaden nimmt. Daher wird er auch, obwohl er die seich, ten Küsten vermeidet und die Tiefe sucht, hei einigermaßen heftigen Winden in ungeheuren Massen an den Strand geworfen; und oft har man nach einem Sturme die schottischen Küsten Meilen weit mit einer Lage von Häringen bedeckt gefunden, die mehrere Fuß tief war und so lange liegen blieb, bis die benachbarten Bauern Zeit hatten, sie als Dünger abzuführen. Vor wenigen Jahren erst trat. ein ähnlicher Fall in dem Hafen der Minen Stadt Crait ein, wo das Wasser plötzlich sich so voll von Häringen zeigte, daß man nur eincn Korb hinein zu tauchen brauchte, um ein halbes Dutzend herauszuziehen. Viele Menschen drängten sich an den Strand und fischten; und der öffentliche Ausrufer ging durch die Stadt, um bekannt zu machen, daß man »Callar Hernin«, d. i. Häring frisch aus der See, vierzig zu einem Penny haben könne. So wie das Wasser stieg, vermehrten sich die Fische, bis man in einem Augenblicke ganze Körbe füllen- konnte. C's wurde dem Ausrufer eine andere Instruction gegeben, und er erklärte, man könne einen Wagen voll Härin-gc für einen Schilling erhalcen. Ader jede neue Woge häufte die Masse der Fische und drängte sie näher an das ^and, was eine ueue Einladung zur Folge hatte: Jedermann möge kommen und sich umsonst so viele Hä-ringe holen, als er wolle. Die Fische fuhren fort sich zusammenzudrängen, so lange die Fluth dauerte, und als die See zu ebben begann, blieben sie auf dem Ufer zurück. Es war noch früh im Jahre, und man fürcht Lkte, daß die. Ausdünstung der verfaulten thierischen 'Substanzen bei warmem Wetter eine Epidemie zur Folge haben könnte; der Magistrat bot daher jetzt einem Icden, der einen Wagen voll Haringe hinweg führen würde, einen Schilling zur Belohnung, ungeachtet die Fische eben erst aus dem tiefen Wasser gekommen und daher noch auf das Beste erhalten waren. Alles Salz in der Stadt und in der Nachbarschaft wurde sogleich in Requisition gesetzt; aber es reichte nicht für den cau-scndsten Theil der Masse hin, die folglich beinahe ganz ungenützt umkommen mußte — in den Buchten oder Lochs auf der Westküste von Schottland, wo zahlreiche Häringsbanken sind, ereignen sich Fälle dieser Art sehr häusig, ohne daß man deßhalb je eine Verminderung , in der Menge der Fische wahrnähme. — Die Haringe kommen keineswegs, wie ftuher allgemein behauptet wurde, im Monat Januar in Myriaden von der Polarsee; weil dort nichts vorhanden ist, was ihre Ver-mMung begünstigte. Noch nirgend hat man gesehen, daß Laich belebt worden wäre, ausser indem er auf der Oberfläche schwamm, oder in seichtem Wasser, wo die Sonne darauf einwirken konnte. So lange adcr in der Polargegend eine solche Einwirkung möglich wäre, si,ht man keine Haringe in derselben; dagegen siudet man sie in dieser Zeit, und zwar Junge und Alte, an den schottischen und norwegischen Misten, und cs ist daher mehr als wahrscheinlich, daß sie hicr, wo sie in so unermeßlichen Massen gcfangen werden, auch entstehen. Avlerjagv in Zchottlanv. In den Theilen von Schottland, wo die Adler sehr zahlreich sind und groß.' Verheerung unter den Heerden anrichten, bedient man sich folgender Mittel, sie zu vermindere. Befindet sich das Nest in einer Fcl-senspalte, wohin man hinabsteigen kann, so wirft man eine Handvoll trockenes Heidekraut oder Nasen, worin heißer Kalk ist, hinein. In andern Fällen läßt sich Jemand an einem Seile, welches fünf bis sechs Männer halten, an das Nest herab, um die darin liegenden Eier zu zerbrechen oder die Jungen zu todten. Gewöhnlich ist er mit einem großen Knittel bewaffnet, um die alten Adler damit abzuwehren. Sel.ten aber nur kom^ men diese nahe; gewöhnlich halten sie sich in der gehörigen Entfernung; denn sie sind trotz ihrer Stärke muthlos , und in einem solchen Falle selbst furchtsamer als die Hühner, die Raben, die Meerschwalben' und tausend andere kleinere , schwächere Vögel. Kann man ohne Gefahr und Seil zu den Nestern gelangen, so siei-gen Viele zu ihnen hinab, um das Wild, die Lämmer u. s. w., welche die Adler ihren Jungen bringen, zu rauben. — Eine andere Art, Jagd aufdiese Thiere zumachen, besteht in Folgendem : «Man gräbt ein einige Fuß tiefes Loch, worin sich ein Mensch verbergen kann, in der Nähe dc^ Nestes oder eines Felsens, wo die Adler die Nacht zuzubringen pflegen, oder endlich auf dem Gipfel eines Berges, von wo sie gewöhnlich nach Beutc umher blicken. Dieses Loch wird mit Holzstäben oder Nasen, der aber nicht in der Nähe ausgestochen seyn darf, weil die Adler äusserst mißtrauisch sind, bedeckt. An der einen Seite des Loches läßt man eine .OefflNlng für eine Flinte, auf der andern eine zweite, die groß genug ist, um ein federloses Thier hineinziehen zu können, an welchem ein Büschel Heidekraut angebracht ist, das die Oessnung völlig schließt. In einer Entfernung von 12 bis 20 Toisen legt man ein todtes ^ Lamm, einen Hund, einen Fisch oder einen Vogel, und dcr im Loche sitzende Jäger wartet geduldig, bis sicheln Adler zeigt; sobald sich aber eincr aufdie Lockspeise.nie- . derläßt, gibt er Feuer. Auf diese Weise wird jährlich eine ungeheure Menge von Adlern in Schottland erlegt. Die Köpfe und Fänge werden von den Schäfern sorgfältig aufbewahrt, und zu Martini und Pfingsten vor-gezeigt, um dieIrämie von einer Halden Krone oder fünf ShiMngen damit zu verdienen. Knies Instrument, um RranlchcitsszMzito-Me vurch Vcn Ton ?u entwcken Der Dr. Piory in Paris hat vor Kurzem das bekannte Stethoskop verbessert, und nennt sein neues Instrument Pleosimeter. Es besteht aus einer Platte von Elfenbein, Holz, Metall oder irgend einem andern festen, dünnen, den Schall leitenden Stoffe, und wird auf den Theil, der untersucht werden soll, gelegt. Ist dieß geschehen, so schlägt Man leife mit dem Finger an das Instrument, und der darauf erfolgende Ton giöi den Zustand des Organs an. Dieser Pleosl'metcr soll, wie zahlreiche Versuche gelehrt haben, ein untrüglicher Nathgeber bei Brust, und Bauchwassersucht, in Krankheiten der Leber, der Milz, der Ge» därme, der Lungen, des Herzens und bei Anschwellungen im Untcrlcibe seyn. Der Erfinder^ welcher auch ^ine Schrift zur Erklärung herausgegeben hat, hat Von der königl. A'cademie eine Belohnung von 2000 Frcs. erhalten. Dumeril, der der Academie Bericht über diesen Gegenstand abstattete, versicherte, daß die Entdeckung in der That neu und wichtig sei und bal.d großen Nutzen gewähren werde, --------.—»,K,., ,--------- Ueber ven MannaharMum. Diese Bäume blühen vom November bis Mai. In diesen beiden und dcn dazwischen liegenden Monaten tropft bei trockenem heißen Wetter das Manna ab. Die Quantität ist bedingt von der Zahl der Blüthen, d"cn Kelche dcn Honig fast liefern. Die Blüthen, de« "n Kelche sich später zur Fruchlhülle ausbilden, stehen sehr dicht (in Dolden) an den Spitzen der Zweige. -Herden die Letzten ein wenig vom Winde bewegt, so fallt der süße Saft, von welchem die Kelche angefüllt sind, auf die Blätter herab, diese trocknen von der Sonnenhitze aus, und fallen als weiße Klumpen von verschiedener Gestalt und Große zu Boden, und zwar zuweilen in so reichem Maße, daß'unter mchrcrm Bäumen die Erde ganz .damit bedeckt ist. Die Ameisen Verzehren viel davon, und man trifft deren immer eine große Anzahl bei den Stämmen. Der Baum selbst ist, ausgewachsen und in gutem,Boden, ein sehr schöner, und gibt bei heißer Jahreszeit angenehmen Schatten. Er erreicht eine beträchtliche Größe, so daß der Stamm zuweilen 5 Fuß im Durchmesser hält, und eine verhältnißmäßige Höhe hat. Die äussere bläulich-weiße Rinde-fällt ab, und er schäl: sich das ganze Jahr hindurch. Die sehr dunkelgrünen, dicken Blätter hängen von den Spitzen der Zweige herab. Das Holz brennt schwer, dieß geschieht wahrscheinlich wegen der zuckerigen Beschaffenheit des Saftes; stirbt es ab, so wird ^s trocken. Oisspreng - Methove. In dem Canal der Fabrik des Hrn. v. Sauter zu Augsburg wurde bei dem kürzlich eingetretenen Thauwetter ein.Versuch gemacht, die große Gefahr drohenden Eismassen nach der Methode zu sprengen, ,welche von einem Hrn. Glück zu Mühlhausen schon vor mehreren Jahren mit dem günstigsten Erfolg in Ausübung gebracht worden isi< Dem Feuerwerker Hrn. Sizil, .welcher mii dem Sprengen des Eises in dem benannten Fabrikcanal beauftragt worden war, gelang es vollkommen, die erwähnte Methode in Anwendung zu bringen, und der Erfolg war ganz der Erwartung entsprechend. Nachrichten aus öffentlichen Blättern zu Folge waren auch diesen Winter wieder die Wasserwerke der zahlreichen Fabriken,zu Mühlhnusen durch das Eis der III, welche die Stadt in mehreren Armen durchströmt, se-hr bedroht i indessen gelang es auch dießmal Hrn. Glück,, mittelst,der Marronen, der allenthalben sich aufhäufenden ungeheuern Eisschemme! Meister zu werden, während man zu Paris dieses trefflich ausgedachte Mittel fruchtlos versucht hatte, weil man nicht die .gegebene Weisung befolgen wollte. Ungeheuer große und dicke Eisschemmel, die kein Hebel hätte bewegen können, brachen mittelst einer einzigen Marrone, und gestatteten andern Eismassen, die durch die Brückenpfeiler aufgehalten wurden, freien Lauf. Hr. Four-met, Oberdcpartements-Ingenieur, und Hr. Morin, Bezirks - Ingenieur, waren Zeugen der ungeheuern Wirkung der Marronen dcs Hrn. Glück, wenn sie richtig angewandt werden, das heißt, wenn man sie, statt sie in das Wasser zu ^crfcn, wie Hr. Rupien zu Paris gethan, an eine Stange befestigt, und unniil- telba? :mt?r den schwimmenden Eissche'mmel halt, den man sprengen will. O u r i o s a. Nachstehende Anecdöte wird in Laphaleque's Notizen über .P a ganin i erzählt: Als Paganini im Jahr 181? in Verona war, äusserte der Anführer des dasigen Orchesters, Valdabrini, ein sehr ausgezeichneter Violinist: Paganmi sei nut ein Charlatan: er könne wohl einige Sachen von seiner eigenett Komposition spielen, allein er (Valdabrini) habe ein Conzert componirt, das er wokl nicht zu exekutiren im Stande seyn würde. Pagattini erfuhr dieß, und ließ Valdabrini sagen, er sei bereit, seine Komposition zu spielen, und wolle dieß namentlich in seinem letzten Con-zert thun. Der Tag der Probe kam heran. Paganini spielte indeß etwas ganz anderes, als Valdabrini^s Conzert, so daßdieser, nach beendigter Probe, zu ihm kam und sagte: »das ist nicht mein Conzert, was Sie da gespielt haben; von allem Dem, was Sie da vortrugen, habe ich nichts geschrieben.« — »Seyn Sie ganz ruhig, mein Lieber," antwortete ihm Paganini, »im Conzert werden Sie Ihr Werk augenblicklich wieder erkennen, für jetzt bitte ich nur um etwas Nachsicht,« Am andern Tage fand das Conzert Statt. Paganini spielte zuerst Mehreres von seiner Composnion, und behielt sich das Conzert von Valdabrini zum Beschlusse auf. Alles war gespannt, und Jeder dachte sich den Ausgang anders. Endlich erschien Paganini. Er hielt einen Vinsenstab (?) in der Hand. Man sah sich an, und konnte sich nicht erklären, was er damit beginnen würde. Auf einmal ergriff er seine Violine, nahm den Binsenstab als Bogen, und spielte nun das Conzert Valdabrini'K von einem Ende zum andern, und noch dazu mit verschiednen eingemischten schweren Variationen. In London bei dem Restaurateur Covis ist ein musikalisches Billard ausgestellt. Es musicirt während jeder Parthie, welche darauf gespielt wird, zierliche Stückchen. Interessant ist die Vorrichtung, daß nämlich bei einem. Kix schnarrende Pfeifen einfallen, beim Verlaufen eines Balles ein Gelächter erschallt, und beim Gewinnen einer Parthie Trompeten und Pauken den Sieg verkünden. Man muß dreifach so viel bezahlen, als der gewöhnliche Preis beträgt, um auf diesem Villard zu spielen. Der Eigenthümer soll in ^ weniger als drei Wochen das viele Geld, welches ihm dieses ^Billard gekostet,^reichlich hereingebracht haben. Man hat berechnet, daß die Sängerinnen Son-tag, Mali dran und Pisaroni in Paris zusammen in einem Jahr 213,000 Frcs. an Gagen, ihre Beneflce-Vorstellungcn ungerechnet, bezogen haben, — eine Summe, die dem Gehalt von ungefähr sechzig Professoren an teutschen Universitäten gleichkommt. A n e c v o t e n. «Kuhren Sie nichts Steuerbares bei sich?« frag'te der Beamte am königlich preussischen Zollhause zu N"^ einen jungen Mann, der in eleganter Chaise vor den Schranken hielt. — »Nicht das Mindeste,« war die verdrießliche Antwort, — «es müßten denn 200 Stück VerlobungSk arten, welche für den Wohnort meiner Braut und dessen Umgedung bestimme sind, dem Zoll unterliegen." — »Allerdings,« belehrte der Zoll-aufsehct, »allerdings, mein Herr! das müssen wir verstehen. Diese Verlobungskarten werden als grobe kurze Waare versteuert. Abgemacht.« — »Abgemacht!« brummte öer Vräutlgam und zahlte — a'r-gerte sich aber mehr über den Kontrast der groben kur> zen Waare mit dem zarten »ewig grünend Bleiben« der Liebe, als übet den Zollbetrag. Als König Heinrich der IV. von Frankreich elnm Höfling zum Ritter schlug, und dieser, wie gebräuchlich, auf den Knien liegend, die Worte sagte: »Herr ich bin nicht werth — « unterbrach ihn der König mit den Worten: »»Ich weiß es wohl, aber es geschieht auf Empfehlung der Marquise von N., d'rum bedankt Euch bei der!«« N o g o g r p p h. ÜÜonn Hyniens B vav. Keinrich. Verleger: Mnaj Al. Oyler v. Uleinmayp.