Nr. 203. Pl»numelation«plel«: Im Tomptoli ganzj. ff. il, halbj. fi. 5 5«. Für die Zustellung in« H«n« halbj. 5» Ir. Mi» der Post zanzl- st. ib, hnlbj. fl. 7 bu. Mittwoch, 5. September. Instltlonsgebül: yllr llelne Ins«ate bi» ,u 4 Zeilen «!> li., größeie per gelle 6 li., bei «ltllcn lllitdcrholungen p«r Ziil« » ll. 1883. Amtlicher Theil. Alleren' ü?b k. Apostolische Majestät haben mit ""Master Entschließung vom 20. August d. I. aller, ^'f 'list zu gestatten geruht, dass Allerhöchstihr Oberst« MMarschaU Iohm.n Graf La v i sch - Muennich den "'-oltomanischen Osmanie«Orden erster Classe an-"Mlm und tra^n dürfe. ^,,. Se. i. und k. Apostolische Majestät haben mit meryochst unterzeichnetem Diplome dem Major des "luyeiiaiches Franz Wulclliö den Adelstand mit ^ln Prädicate „ Nab e n bruek" allergtiädigst zu verleihen geruht. »n, ^^' "^ k. Apostolische Majestät haben mit "uerhochster Entschließung vom 25. August d. I. dem dp c?! ^'^l und Charakter eines Hofrathes bellei-"5" "bt>lfinai>z,alhe und Director des Cnülal.T^' von ^ ^^lvemchnngs-Amtes ^ W^„ O^^ Ritter N ,Hl'u mermann eine Oberfinanzrathsstelle im lln^ ^ ^r Finanz. Landesdirectwn in Wien aller-uuadlgst zu verlechcn geruht. Dunajewski ni. p. Erkenntnis. Antraa 3 ^'/'^andcsgericht Wien als Pressqericht hat auf des in d// ^ !' Staatsanwaltschaft erkannt, dass der Inhalt ,.TeI>vlw„" !n ""bapcst crfchcincnden periodischen Druckschrift Eonnwn ?« «/^' Wochenblatt snr das nesammtc Voll. ddto. schrift Pas ii "lMll I88ci. cntlialtcnen Artilcls mit dcr Änf-Attentate" in s '^ ^^' deutschen Socialdemokratie über die ^"selben ?,, s, l.'""" »anzen Umfange und der Inhalt des in schau" m /« . "cn Artikels mit der Aufschrift „Sociale Rnnd-Nchen ,,^5^ Absähe überschrieben „Prcssbnrg" das Vcr> Et. V Q x ^ ^ °2^ ^ begründe, und hat nach 8 498 ausars^ ^ Verbot dcr Weiterverbreitung, dieser Druckschrift u^>4>roHen. Nichtamtlicher Theils w ^.Majestät der Kaiser haben der Feuerwehr ^' vllnidorf im politischen Bezirke St. Polten in "'eoerusterreich eine Unterstützung von 80 fl. aus uerhochstihren Privatmitteln allergnädigst zn beWilli' urn geruht. Wien, 2. September. sckr-3" .,Sonn» und Montags-Zeitung" mn/ «Das Donnern der Kanonen brachte heute d°l« ^ b-n Bewohnern der Residenz die frohe Kunde. "!« das Ereignis, welchem man im kaiserlichen Hause wie in allen Schichten des Volkes mit der innigsten Theilnahme entgegensah, eingetreten ist. Die Krön« Prinzessin Stephanie ist heute früh um 7 Uhr 15 Minuten glücklich von einer Prinzessin entbunden worden. Die Freude, welche im Hause Habsburg eingekehrt ist, wird herzlich mitgefühlt in allen Gauen des weiten Reiches. Die Völker Oesterreichs, welche jede Gelegenheit wahrnehmen, um lhre Anhänglichkeit an die glorreiche Dynastie zu manifestieren, vereinigen ihre besten Segenswünsche anf das Kind aus kaiserlichem Stamme, welches heute das Tageslicht erblickte. Als eine neue Bürgschaft des Glückes im Hause unseres edlen Kronprinzen tritt es ins Leben, umgeben von der Liebe von Millionen. Möge das Schicksal ihm hold sein auf allen Wegen. . . Das österreichische Kaisergeschlecht hat der Welt eine lange Reihe Herr« licher und rührender Frauengestalten gegeben, welche als Muster edler Weiblichkeit in der Geschichte des menschlichen Geschlechtes leuchten. Möge es der neugebornen Prinzessin beschieden sein, unter diesen erhabenen Vorbildern eine erste Stelle einzunehmen zur Freude des kaiserlichen Hauses, zum Segen der öster. reichischen Völker, die heute Gebete der Dankbarkeit zum Throne Gottes emporsenden. dass die bange Stunde im Leben der Gemahlin des Thronerben so milde vorübergegangen ist und sich in Glück gelöst hat. Ein Bild des schönsten Familienglückes bietet heute das kaiserliche Schloss Laxenburg. Der Kaiser blickt auf der Höhe männlicher Kraft an der Seite Seiner erhabenen Gemahlin auf den edlen Sohn, dem die ersten Vaterfreuden zutheil geworden, auf die anmuthige Schwiegertochter, welche im ersten Multer-glücke strahlt, auf die zarte Enkelin, die wie eine rosige Bürgschaft schöner zukünftiger Tage ins Leben getreten. Und wie ein köstlicher Nahmen um dieses herzerhebende Bild erscheint die treue Liebe der Völker Oesterreichs, die sich allenthalben kundgibt in frommen Segenswünschen, in Werken der Barmherzigkeil und Wohlthätigkeit." Die „Montags. Revue" knüpft an die Mel-dung von der glücklichen Entbindung der erlauchten Kronprinzessin folgende Bemerkung: ..Die Bevölkerung der Residenz vernahm die frohe Kunde bewegten Her« zens, und die Völker der Monarchie, ohne Unterschied der Sprache, werden die gleiche Freude empfinden. Wenn heute der erlauchte Vater des jüngsten Sftröss-lings der Habsburger von stillem Glücke erfüllt ist, wenn das Herz des kaiserlichen Großvaters höher schlägt, wenn die jugendliche Mutter der neugebornen Prinzessin ihr Kind herzt und küsst, und die im Glänze kaiserlicher und weiblicher Majestät erstrahlende Herrin von Oesterreich dankbar das Auge zum Herrn erhebt — die innige Theilnahme der Höchsten wie der Nieder« sten im ganzen Reiche, sie sind eine Mitgabe für das Leben der neugebornen Prinzessin, deren Wert das Haus der Habsburger seit sechshundert Jahren er« kennt, ein Capital, das seither auf Zinseszinsen ange« legt wurde und so zu jenem unermesslichen Reichthume an Liebe anwuchs, der des Kaiserhauses größter Haus-schatz ist. Diese Anhänglichkeit tritt in dieser frohen Stunde wieder zutage. Der Artikel schließt mit den Worten: „Glück und Freude dem Kinde auf seinen Wegen. Glück und Freude dem ErzHause — das walte Gott!" Die „Vorstadt-Zeitung" betont, dass das glückliche Ereignis im Allerhöchsten Kaiserhause „in allen Schichten der Bevölkerung die freudigste Erregung hervorrufen wird." Der „Sonn- und Feiertags-Courier" sagt: „Die Freudenbotschaft, welche der Telegraph sofott durch die ganze Monarchie getragen hat, ist von der Bevölkerung des Reiches gewiss überall mit jubelnder Begeisterung aufgenommen worden. In Wien tonnte man die aufrichtige Herzensfreude über das glückliche Ereignis auf allen Gesichlern lesen. Es zeigt sich auch hier wieder deutlich, wie lebendig und tief die Theilnahme aller Schichten der Bevölkerung an den Schicksalen der kaiserlichen Familie und des kaiserlichen Hauses ist. Es ist ein so inniges und wahrhaft rührendes Verhältnis, welches zwischen dem allver-chrtcn Herrschcrhanse und der Bevölkerung des weiten Reiches besteht, dass weder politische noch nationale Gegensatze den schönen Bund auch nur im geringsten zu stören vermögen. In der Verehrung und Liebe für den gütigen, hochherzigen Monarchen und Seine erlauchte Familie begegnen sich alle Völker, und bei dem frohen Ereignisse von heute wird das Gefühl der freudigen Theilnahme noch erhöht durch die herzliche Zuneigung, welche sich Se. k. und k. Hoheit Kronprinz Rudolph und feine erlauchte jugendliche Gemahlin in allen Kreisen der Bevölkerung erworben haben. Möge die neugeborne Erzherzogin als ein Sonntagskind die reichsten Gaben des Glückes in sich vereinigen! Mögen die inbrünstigen Gebete und Segenswünsche, welche heute aus Millionen treuer Herzen zum Himmel steigen, in reichstem Maße in Erfüllung gehen!" Die „Publicistischen Blätter" begrüßen das freudige Ereignis mit folgenden Worten: „Nahezu vierzig Millionen Menschen vereinigen sich in einem Dutzend verschiedener Sprachen zu einem und demselben Segenswunsche: Möge die jüngste Tochter des Kaiserhauses herrlich emporblühen und gedeihen; möge der Himmel ihr das reichste, ungetrübteste Glück des Lebens bescheren; möge sie in Wirklichkeit den from« Feuilleton. Das Alpengejchmeid. vrlglnal.Erzählung aus der Nlpenw«lt. Von Harrict-Grünewald. (20. Fortsetzung.) m, Plötzlich lieh sich ein Mannstntt vernehmen und «uz der Kirche trat - Burghart. Marie riss das ^3^°" iwn, Haupte, sie warf es auf den Boden mir I'« und den Jäger. „Kommt mir nicht nahe, "el l" mit leidenschaftlicher l° ^°' dass sie un- bei ^"beweglich wie ein Steinbild stand Vurghart bl kte!" ^""9 der Kirche. Im ersten Moment Etr°kl? ^ dDer auf. dann erlosch der heiße wild/5 «^ ^ie die eine Hand vor das Gesicht; »ödtt ^ N'^ungen mussten durch seine Seele wogen, Iek , -Nartern das Herz des Mannes durchzucken, vi lam es ,n schneidender Bitterkeit über die Lippen : "einen ^b' '?. "^ betrogen, als ich in Euch wer l5 ?"^'st erblicken wollt'! Nie wird ein vorber ki m'? """ Menschenseel' verdammen, ohne Ihr b.^ ^ dieser armen Seel' zu vernehmen, h z dami?" Achtbare Worte geschrieben, habt mir's "He am" ","? ^er Brust reißen wollen. O, die Lieb', habt <^r n,'i. ^ ""e Schand'. eine Unehr' war, welches ie^ii^) «"»"/risse,,, aber nicht das Herz. ^ letzt mchts mehr für Euch fühlt als Hass. Hass bis in alle Ewigkeit. Ich will nicht forfchen, wer Euch mein fchweres Unglück erzählt hat, ich weiß nur, dass Ihr kein rechtes Weib seid, mich nie geliebt habt. Wenn Ihr das rolhe Tuch da zwischen mich und Euch geworfen habt, damit ich nicht in Euere Nähe gehen foll, fo war es ein schlechter Spaß von Euch, denn wenn ich Euch jetzt in die Arme nehmen wollt', so wird der rothe Lappen mich nicht daran hindern, Euch vor einer wirklichen Unehr' nicht schützen, aber Ihr seid mir gerade so viel wert. als der kalte Stein, auf dem mein Fuß jetzt steht. Nie, nie wieder sollt Ihr mich im Leben sehen. Aber Ihr sollt auch die Wahrheit über mein Unglück hören, wie sie außer der Frau Fürstin keine Menschenseele weiß noch ahnt." Marie saß starr wie eine Bildsäule auf dem Grabstein, ihre weitgeöffneten Augen unverwandt auf Vurghart geheftet, der nicht wie ein schlechter, elender Mensch vor ihr stand, sondern wie ein zürnender Rachegeist Hass und Verachtung ihr entgegenschleuderte, ihr, die, wie sie meinte, ihm solche Gefühle für die getäuschte Liebe mit vollem Rechte nachtragen konnte. „Ich hatte einen Bruder", begann Vurghart mit düsterer Stimme, „er war ein leichter Mensch, der dm Eltern, so lange ich denken kann, viel Aerger und Verdruss bereitete. Als sie starben — er hat immer Glück im Leben gehabt — erhielt er die schöne Stell' als Kammerdiener bei dem Herrn Fürsten H,, wo ich später Leibjäger wurde. So gut und schön die Frau Fürstin war, so ungut war der Herr Fürst, der seine Fran schlecht behandelte, aber dieser Engel ertrug alles mit himmlischer Gül'. Eines Tags ließ sie mich zu sich rufen, sie hatte viel Vertrauen zu mir, nnd machte mir die Mittheilung, dass in ihrer Geld-casse schon se,t einigen Wochen große Summen fehlen, also ein Dieb im Hause sein müsse. In der nächsten Nacht sollt' ich im Vorzimmer Wache halten. Ich saß in tiefer Finsternis, hörte keinen Laut. Da kam doch plötzlich etwas zu der Thüre, ohne Lärm wie ein Geist. Dann hört' ich's bei dem Geldfchrank knacken. Jetzt sprang ich auf, rang im Dunklen mit dem Dieb. Er hatt' ein Messer in der Hand. mit dem er nach mir stach. Zw^i Wunden in die Hand versetzte er mir; da, als er mir nach dem Leben trachtete, entriss ich ihm doch die Waffe und — das Unglück wollt's ^7 er stieß sich bei dem Ringen das Messer in die Brust." Burghart hielt einen Moment inne. „Ich ^lt meinen Bruder erstochen, ohne es zu wollen, ohne es zu wissen. Damit hab' ich Euch die schwerste Schuld meines Lebens bekannt." , . ^. Marie hatte sich von dem Stein erhoben, »^t das wahr - und die hervor, den brennenden Blick auf deS Jägers Antlitz ^^M,-,« snll die 5?raa'?" gab er düster zurück. Das^le b°? dc hotM Frau hatte großes Mitleid M m in m U'Mck. Die Sach' wurde, so gut es a na "rluscht. Sie wollt' nicht, dass es unter die Leul''kl)ll,!,,el, sollt', dass mein Bruder ein Dieb war.« „O, und hatt' Euch und sich mehr durch das Geheimhalten geschadet", klang es von Mariens Lippen. „Wie meint Ihr das?" ^ „Ich kann'K nicht sagen." Laibachcr Zeitung Nr. 203 1750 5. September 1883. men Glauben des Volles bestätigen, dass ein Sonntagskind unter dem besonderen Schntze des Himmels steht. ... An einem solchen Tage wie der heutige erweist es sich, wie innig Oesterreichs Herrscherhaus mit der Bevölkerung verbunden ist und welch ein magisches Herzensband Palast und Hütte, Fürst und Volk umschließt. Wenn ein Fest wie das heutige an» bricht, wird es allen, allen ohne Ausnahme, klar, dass sie die Söhne Eines Hauses, die Kinder Einer großen Familie find. Mögen sie dieses Gefühl der Liebe und Zusammengehöngkeit festhalten, nicht nur während der leuchtenden Freudentage, sondern auch während der mbeits' und mühevollen Werktage, damit in Oesterreich für alle Zeit Friede und Eintracht harsche, und dieses große Reich gleich seinem erhabenen Herrscherhause der Welt ein Bild der ungetrübten Harmonie darbiete." _______ Wien, 3. September. Heute um 11 Uhr vormittags fand in dem festlich geschmückten Gemeinderathssaale ein? außerordentliche Sitzung des Wiener Gemeinderathes statt, in welcher der Bürgermeister Hcrr Ednard Uhl das freudige Ereignis der Entbindung Ihrer k. und k. Hoheit der dmch-lauchtigsten Frau Kronprinzessin Erzherzogin Stephanie dem Gemeinderathe in folgender feierlicher Ansprache bekannt gab: „Mit freudebewegtem Herzen haben wir die Kunde von dem beglückenden Ereignisse in der Familie Seiner k. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen vernommen. Lebhafter als je fühlen wir die tiefe Wahrheit des kaiserlichen Wortes, dass Volk und Dynastie nur Eine Familie bilden. Von dem gemeinsamen Bande der Liebe umschlungen, theilen wir das Glück des kaiserlichen Hauses, das auch für unser Geschick stets das wärmste Mitgefühl bethätigt hat. Indem wir der Vorsehung für dieses neue Zeichen der Gnade danken, begrüßen wir das jüngste Kind aus Habsburgs Stamme mit den heißesten Segenswünschen. Von der Liebe und Treue des Volkes durch das Leben begleitet, möge das erlauchte Kind gedeihen, zur Freude der Eltern, zum Heile des Vaterlandes. Gott schütze und erhalte Se. Majestät unsern allerqnädigsten Kaiser, unsern erlauchten Kronprinzen, dessen erlauchte Gemahlin und das ganze Kaiserhaus!" Die Versammlung, welche die vorstehende An« sprach« stehend zur Kenntnis genommen, brach in ein dreimaliges begeistertes Hoch aus. Der Bürgermeister machte der Versammlung ferner folgende Mittheilung: Der Gemeinderath hat in seiner Plenarsitzung vom 13. Juli d. I. mich ermächtigt, alle nöthigen Schritte einzuleiten, um dem Gemeinderathe Gelegenheit zu geben, nach Eintritt des zu erwartenden Familienereignisses, Ihrer k. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Kronprinzessin Erzherzogin Stephanie die Verehrung uud Anhänglichkeit in geeigneter Weise zu bezeigen. Infolge dieses Auftrages habe ich eine künstlerisch ausgestattete Adresse vorbereiten lassen, welche durch eine Deputation des Gemeinderathes an einem von Sr. k. und k. Hoheit dem durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzog Rudolph zu bestimmenden Tage überreicht werden wird. Ich habe ferner für Ihre k. und k. Hoheit die durchlauchtigste Kronprinzessin Erzherzogin Stephanie ein kleines Andenken an dieses freudige Ereignis vorbereitet. (Bravo»Rufe.) Zur feierlichen Taufe am Mittwoch werde ich infolge Einladung mit meinen beide» Herren Stellvertretern mich nach Laxenburg brgcben, um dem feierlichen Acte beizuwohnen. Für Mittwoch, den Tag der Taufe, habe ich die Vorbereitung getroffen, dass die städtischen Häuser abends beleuchtet werden. Diese Mittheilung wurde unter lebhaften Bravo« rufen zur Kenntnis genommen. Die Gemeinderäthe Aigner und Genossen brachten hierauf folgenden Dringlichleitsantrag ein: „Die frohe Votschaft, welche gestern du'ch alle Gan? unseres Vaterlandes gegangen und die Herzen mit freudigen Gefühl»« erfüllte, hat auch im Schoße der Wiener Gemeindevertretung freudigen Widerhall gefunden. Die Unterzeichneten beantragen, dass am Tage der Taufe des kronprinzlichen Kindes sämmtliche in den städtischen Waisenhäusern befindlichen Zöglinge festlich bewirtet werden. Der Herr Bürgermeister wird erfucht, die diesbezüglichen Vorkehrungen einzuleiten." Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. (Den hieranf folgenden Dnnglichkeitsantraa. des Gemeinderathes Ferd. Mayer und Genossen, betreffend die Gründung eines Asylhausbaufondes lc., haben wir bereits gestern unter der Rnbrik „Neueste Post" mitgetheilt. Anm. d. Red.) Anlässlich der glücklichen Entbindung Ihrer k. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Kronprinzessin E»z> Herzogin Stephanie fand gestern in der ariechisch -orientalischen Kirche zur heil. Dreifaltigkeit, Ge» meinde k. k. österreichischer Unterthanen (Stadt, Fleischmarkt), eine feierliche Doxologie (Tedeum) statt, welcher die Vorsteher der Gemeinde, der Lehrkörper der griechischen Nationalschnle nnd die Schüler derselben sowie eine große Anzahl von Glaubensgenossen anwohnten. Mit der Absingung der Volkshymne schloss die solenne kirchliche Feier. Auch in den Kirchen und Tempeln aller übrigen in Wien vertretenen Confessionen haben ans Anlass des beglückenden Ereignisses feierliche Dankgottesdienste stattgefunden. Sämmtliche Blätter widmen auch heute wieder ihrr Betrachtungen in erster Linie der glücklichen Niederkunft der erlauchten Kronprinzessin uud geben in erhebenden Worten der Freude der Bevölkerung über dieses frohe Ereignis Ausdruck. „Das Ereignis in der kaiserlichen Familie — so schreibt die „Neue freie Presse" — wird nicht verfehlen, im ganzen Reiche die freudigste Antheilnahme aller Oesterreicher zu erwecken, und schon liegt uns eine ganze Reihe von Kundgebungen dieser Theilnahme vor, die neuerdings beweisen, wie enge Bande die österreichischen Völker mit ihrer Dynastie verknüpfen. Es ist ein reines, durch keinerlei politische Erwägung in das Getriebe des Staatslebens hineingezogenes Familienfest, das in Laxenburg gefeiert wird; umso höher ist die Universalität dieses Festes zu schätzen, Welches mit der gleichen Aufrichtigkeit hier wie in dem entferntesten Winkel der Monarchie mitbegangen wird." Das „Fremdenblatt" sagt: „Die Bevölkerung steht unter dem freudigen Eindrucke des frohen Ereignisses im Schoße der kaiserlichen Familie. Die Kunde von der glücklichen Entbindung der Kronprin- zessin, gepaart mit der Nachricht von dem guten Ae-finden der erlauchten Wöchnerin, durcheilte die Residenz und weckte überall lebhafte Theilnahme und innige N' wequug." Die „Deutsche Zeitung" bemerkt: ..Da« freudige Ereignis in der kaiserlichen Familie, die G^ burt einer Erzherzogin, durch welche die Ehe des Kro"' Prinzenpaares gesegnet wurde, steht im Vordergründe des allgemeinsten Interesses." ! Die „Presse" schreibt: „An dem Freudentage unserer Dynastie schweigt die Politik; der Streit der Nationen und Parteien verstummt, und die Böller des Reiches sind geeint in den erhebenden Gefühlen des Patriotisms und der Ergebenheit für den Kaiser und Sein Haus." Das „Neue Wiener Tagblatt" schließ! einen längeren Festartikel mit folgenden Worten: «Dn" Kronprinzen ist eine Tochter geboren worden, und das Ereignis tritt noch aus dem allgemein menschliche» Rahmen heraus, es betrifft ja die Familie von Oesw'' reich. Alle Schönheit, alle edlen Eigenschaften des Herzens und alle die hohen Gaben, welche die Frauen des alten und erlauchten Herrscherhauses ausgezeichlw haben, sie mögen in diesem Töchterchen wieder lebe^ dig werden. Es wachse heran, der Augapfel seiner Großeltern, die Freude feines Vaters, das Her^ blatt feiner Mutter. Es wird der Liebling des Volk^ sein." Das mit einer Huldigungs-Illustration erschienene „Extrablatt" bemerkt: „Die Freude, welche hcutc im Schlosse von Laxenburg, in der Hofburg von 5M" und im fernen Königsschloffe von Brüssel herrsch'' wird in Millionen Seelen verklärend nachzittern. FW^ sich ja die Völker in Freud' und Leid Eins mit der Familie ihres erhabenen Herrschers." Die „Wiener allgemeine Zeitung" s^. „Das freudige Ereignis in der Familie unseres Ka''' fers ist von allen Völkern unseres ausgedehnten llN" vielsprachigen Reiches mit inniger Theilnahme ^ wartet, mit inniger Theilnahme aufgenommen worde^ Von allen Seiten wird uns gemeldet, dass wohlthat'^ Stiftungen von den Gemeinden beschlossen worden oder geplant sind, welche die Bestimmung haben, das A"' denken des Tages mit einem alljährlich sich erneucr^ den hilfreichen Acte zu verknüpfen, und ein AusdrU^ jenes lebhaften dynastischen Gefühles zu sein, das w unfercr Bevölkerung von jeher zu Hause war." . Die „Vorstadt-Zeltung" äußert sich f^ gendermaßen: „Die menschliche Frende an dem EreA nisse in der kaiserlichen Familie wird durch die dynal'' schen Gefühle erhöht. Alle Völker und Parteien d^ Reiches, so heftig und hartnäckig sie einander aU^ infolge unglückseliger Verlenmmg ihrer eigenen I>^ essen und der Lebensbedingungen des Reiches bekämpf mögen, sind doch einig in der Erkenntnis, dass de Bestand Oesterreichs mit dem der Dynastie der Ha^ burger unlöslich verknüpft sei. Alle Völker und P" teien wollen aber, dass dieses alte und doch in vol^ Lebenskraft strotzende Reich erhalten werde bis W ^ spätesten Zeiten. Deshalb ist auch die Anhänglich^' an die Dynastie eine allgemeine, eine allgemeine aM die Freude über das neue Familienglück, welches de Herrscherhause beschieden wurde." ... Die „M o r g e n p o st" schreibt: „In mannigfa^' und erhebenden Beweisen treuer Anhänglichkeit an „Ihr müsst's sagen, ich will's und lass Euch nicht eher von hier fort. Habt Ihr den Willen gehabt, mir so Böses zu schreiben, so müsst Ihr wohl den Muth haben, mir das zu sagen, was Ihr meinen und der Fürstin Schaden nennt." Cine schwere Pause folgte dem trotzigen Ausrufe des Jägers. Marie kämpfte einen harten Kampf, endlich kamen die Anklagen des Vetters, der im Namen der Welt sein Urtheil sprach, übcr ihre Lippen, leise, abgebrochen, sichtlich widerstrebend. „Und da hätt' mein Herz nicht brechen sollen vor Schmerz und Leid?" setzte sie leise hinzu. „Weil Ihr nicht den Glauben an mich gehabt! O, Wrnn ich von Euch das Schlimmste gehört, meint Ihr, ich würd' Euch verdammt haben, ohne aus Euerem Nug' die Wahrheit zu lesen? Das ist der Seel' ihr Spiegel, darin steht alles Gute und jede Sund' verzeichnet. Ihr habt der Welt geglaubt, die ich hasse veracht?, damit mir den Beweis gegeben, däss, was Ihr für mich gefühlt, mcht Lieb' war!« Tief grollend strömten ,hm d,e Worte von den ^^Ia, aus ist's zwischen unS bis in alle Ewig-keit. denn nie kann ich vergessen, was Ihr m:r angethan. Wie Ihr Euch nicht entschließen könnt des Brudermörders W^it, zu werden, so konnt ich Euch nicht mehr ans He.z drücken, nimmermehr Euere Lippen küssen. Ein Gifthanch hat auch nm den höchsten Lcbcnsschatz in der Brust zu Ascke gebrannt. Verkohlt ist die Lieb', der Glaube an die Treu. Nlchts w der W?lt kann mir das zurückgeben, was ich verloren in Euch und durch Euch!" Er schwieg. (Fortsetzung folgt.) Der Brand in der Noßau. Wien. 3. September. Bis heute früh dauerte die Feuersbrunst, die gestern nachmittags auf den Holzlagerstätten der Noßan am DonaU'Canale aufgebrochen war. Alle Anstrengungen, derselben Herr zu werden, waren bis Mitternacht vergeblich gewesen, und gerade um diese Zeit fachte der Sturmwind mit erneuerter Heftigkeit das Feuer an, so dass der Himmel die ganze N^cht hin> durch mit röthlichfahlem Feuerscheine überzogen war. Bis von der Ferdinands.Vrücke aus konnte man in dle von überreichem Material genährten, immer höher nnd starker aufflackernden Flammen sehen. Dieselben wurden gegen die Noßauer-Lände und die gegenüberliegend? Angtttenau getrieben, wo der heiße, von Funken und Asche erfüllte Luftstrom Schrecken und Verwirrung unter der am Ufer angesammelten Volks, menge und m den in der Windrichtung geleqenen Hausern verbreitete. Die Gefahr nahm zu, Löschmannschaft. M.litär nnd Polizei erschöpften sich in ^ Wngul'ssen; im, 2Uhr nachts wurden in den Ka> mack u? V^' "°" Hilfsmannschaft mobil ge. macht und rückten nach dem Vrandplatze ab; um 2..U' "^ endlich em Gewitterregen den Löscharbeiten Mlts( Der Brand nahm mehr und mehr ab konnte emgedammt werden und verzehr sich allmählich w Um halb 6 Uhr morgens rückte das Militär das von zwe, zu zwei Stunden abgelöst worden war, von dem Brandplatze ab, ebenso der größte Theil der Feuerwehr. Es blieben „ur 1(i0 Mann Infaulerie unter dem Commando eines Majors sowie die beiden Dampsspritzen und einige andere Spritzen zurück Schon früh am Morgen begann der Zuzug von Zu« schauern nach dem Vrandplatze und verstärkte sich ^ Stunde zu Stunde. Die ungeheure Feuerstätte tv ein Bild der Zerstörung und Verwüstung: ""H geschwärzte und theilweise eingestürzte Giebel l ^ Mauern, angebrannte Dachsparren und Balken, l ^ emporragende Kamine, auf der Straße Kothl^ .^ Schichten von herabgestürzten Dachplatten, verkril»l ^ und verglühte Kupferplatten nnd Dachluken, ein tn»^ Durcheinander von Hausrath auf dem Pstaster, ,^ Wagen und theilweise auch auf Flößen und ^^1^ des nahen Donau.Canales; in den Holzhöfen, " ^, Umfriedung großentheils zerstört war, in siH ö"> „ mengesunlene Holzstöße, aus deren Glut die 3^ ,^ch noch hell und hoch emporloderten, an allen Ecken Lösch-, Militär- und Polizeimannschaft mit Sp.'^ Wasserwagen, Schläuchen, Hydranten in Thau« ^ um den Brand vollends zu löschen und OrdlN'i'U dem Gewirre zu erhalten. . ,ioch Um 11 Uhr vormittags dauerte der Vl"f An fort, wenngleich er in rapidem Niedergänge deg^ war. Tausende von Menschen umstanden noch .^e den Vrandplatz. Der durch den Brand ange/H^ Schaden beziffert sich auf mehr als eine MlUl0'' ,^ den, doch waren alle Holzvorrälhe ass^""^!» i g,„, gieng es auch nicht ohne Unglücksfälle ab. N" „det fanteristen wurden bei den Löscharbeiten uen^. und mussten in das Garnisonsspital gebracht " ^ Der eine erlitt eine Quetschung an der V"''"' ^r zweite eine Brandwunde. Der Feuerwehrm«" ^^Z Simmeringer Feuerwehr Kauderla erlitt Mo»» ^^ Sturzes einen Bruch des linken Unterschenkels. ^^ lieutenant Schuler vom 31. Infantertereglmel' ^fe von einem glühenden herabfallenden Ballen a" getroffen, glücklicherweife nnr leicht verletzt, ^^g Der Bürgermeister wird in der morg'ge" kalbnchcr Zeitung Nr. 203 1751 5. September 1883. und den Thron der Habsburger n>"o die Theilnahme dkr Völker der gesummten Mon« «^ a" den, freudigen Ereignisse in dem Hause des „?."punzen, in welchen der Staat so große l'nd be-aew ^Wartungen seht, zum leuchtenden Ausdrucke k,n, AeWverständlich schließt sich die Provinzpresse "m ««eigen der Residenzjournale an. Die in einer ^eparatausgabe erschienene „Salzburger Zei-kr. ^ bleibt: „Ein tausendstimmiger Jubel durch« "rau«t mcht nur das Alpenlanb an der Salzach, son. I-nn <Ü K'oi'ländes von der Adria bis zur Weichsel, ^m Arl h,z ^,„„ Bucsrcs. Mit den Tönen der Volk«, ^mnr milcht sich heute der aus froher, aus freudiger AÄ ^"U""'de 3iuf: Gott der Hc>r hat unser Kai-und f ^ ,«^"' ^°" "^ es. dass es blühe fort Die gleichfalls in besonderer Ausgabe erschienene an,V,!"- oeit" veröffentlicht einen längeren Fest-s, ""' 'N welchem es heißt: «Ein Gedanke durchwogt «.", „ weite Reich. Ein Wunsch macht heute die das« ü """ Oesterreicher höher schlagen, nämlich der, s,'" "as neue Neis an Habsburgs erlauchtem Kaiser, vfan^ ^" Oesterreichs Völker ein weiteres Unter« ^'"no des österreichischen Patriotismus und des innigen <>uiamlnenhanges zwischen der erlauchten Dynastie und I^^evotterung werden möge. Von den Landtagen. beul ^"senfurt. 3. September. Der Landtag wurde ,!, d "^ ^ ^^ vormittags nach einem Gottesdienste Stpn^ H"ligen-Geist Kirche vom L^ndeshauptmann-Lan^ « " ^ltter v. Iessernigg eröffnet und vom T)" V^s'denten namens der Regierung begrüßt. ljH "^sitzende gedachte vor allem des in der kaiser« br^ l>anulie eingetretenen freudigen Ereignisses und liH^e. auf Se. Majestät den Kaiser und die kaiser-V?ss """"ue ein dreifaches Hoch aus, in welches die Inn« ? "U begeistert einstimmte. Auf die Mitthei-Hei.. >> "nndesfträsidenten, dass um 11 Uhr zur hei t^ >. glücklichen Entbindung Ihrer k. und k. Ho-eine fj ^?"^^auch,igsten Kronprinzessin Stephanie Wol ,, ^ Fei?r stattfinde, wurde die Sitzung ge-die ^n »- begaben sich sämmtliche Abgeordnete in Xablr^ ^' wo vom Fürstbischof Funder unler Landesvräsi^^"^kr Assistenz in Anwesenheit des Mililärbe^ c '"'^ ^" ^" ^r Civil- und blicums ^« c - ^^le eines unqemein zahlreichen Pu> der kircklVl. ^^ Tedeum abgehalten wurde. Nach denten ? n" ^"^ erschienen beim Landetzpräsi-^and^ « ^ «andeKhc,upt»mnn..."^^ Agl°"'' Auf Grundlage der Aeuße-s'a n ^! .^ objectiven Wahrnehmungen einer hie-'^n richterlichen Perfönlichknt, welche in der Aus- ,es Gemeinderathes einen amtlichen Bericht über das statt^kl.. 6 N/trigen Tages und der hmtia/n Nacht ^gehabte große Vrandunglück erstatten. Geleqenllich c>e,en ^ '^'" ^'" Präsidium der k, k. Polizei emqezo-w Ä""^Ü" "'"'de constatiert. dass glückl.'cher-el e auch „,cht E.n Menschenleben zu beklagen ist; "Nd m^^ ?^" .""' ""'s P"l°"en ve.lcht wo.den 3tatul ^ Verletzungen sind von nicht gefäh,licher Nr.,,?« p°lizeiliche>, Erhebungen über die Ursache d«>s ^raiides dauern fort und sind noch nicht abge chwsfen ^."'l kann aber schon jetzt versichert werden ds l H,! V^^^'n Falle nicht um einen böswill g ^ ten Brand handelt Die mannigfachen Combina-Vr2 ^^ °"c^°^ Zusammentreffen mehrerer großer t^de geknüpft wurden, scheinen somit nicht berech-Z sam^"!.'' 5' i" beider nur dem verhängnisvollen ^ B a" !""' l^" ^"^"be zuzuschreiben, dass "en b.t m."^^^"l'che Dimensionen angenom-lenne^w'.^^^^ h^ und nicht genug aner-Hc> tu?? "" bel dieser Sachlage die ?nuthige ""f'^^^"^khr. der städtischen sowohl wie "haben .'^'^- °^ d" Umgebung, über alles Lob e>n si,n>.^ d'e Thätigkeit der Soldaten. Es war Hunnen ."^ Verzweifeltes Ringen, reich an Auf-l'ch ab r üü Strapazen. Bald da, bald dort, schließverein?.., » ?^ waren Feuerwehr und Soldaten mit ^lem § V? ^'l«"/'" NuliM des entfesselten Einhalt z^' thm, A"swugung ^ ^^^^ ^.^^ ^e ^s!!5il^" ^"brannten Objecten befinden sich auch ^r Schl.,«s4^'l' ^ vor dem neuen RlNhhause bei 6s wur^ ' ^^?^'« hätten aufgerichtet werden sollen. Wig"," zl ^ss ^"' ^lmnigst neue Tribünen an- übung der gerichtsamtlichen Thätigkeit nach Zagorien entsendet wurde, und über die Ursachen und den Ve» lauf der Unruhen protokollarisch eine beglaubigte Aufnahme anordnete, verlautet ganz positiv: Der ganzen Bauernbewegung. ebenso auch den Unruhen wird jedweder politische Charakter entschieden abgesprochen und jeder gegentheiligen Behauptung absolut widersprochen. Die Mittheilungen über Emissäre, verkleidete Agenten, fremde Aufwiegler, militärische Organisation der Bauern, selbst deren auf Viele taufende auaegebene Anzahl und so weiter sind durchaus unwahr. Die alleinige Ursache der Bewegung bilden ohne Ausnahme die Missbräuche der localen Verwaltung in der Anordnung von theils die Bauein bedrückenden, theils widersinnig», theils grundlos grgen das Interesse der Bauern gerichteten Maßregeln. Parallel mit diesen Missbräuchen laufen die Verletzungen jedes Rechtsgefühles seitens der Steuer« Executionsorgane, Willlürlichkeiten seitens der Ge-meindebeamlen. Die Politik hat mit diesen Unruhen gar nichts zu thun. Weder die Wappenfrage, noch die nationalen Differenzen haben dabei die Hand im Spiele; diefe sind dazu künstlich oder absichtlich herangezogen, oder es ist die Sachlage durch übertriebene und willkürlich ausgelegte Darstellungen entstellt worden. Geradezu widersinnig ist die Beschuldigung, die Bauern in Zagorien tragen sich mit commnnistischen oder socialistlschen Ideen. Die Bauern Zagoriens, ja ganz Kroatiens, haben Respect vor fremdem Eigen« lhume und vergreifen sich daran nur durch unver. schuldete Verfolgung oder durch die infolge jahrelang erdulteter Verletzungen des Rechtsgefühles hervor« gebrachte Verzweiflung. Vorläufig glaubt man hier an die Ernennung des königlichen Commissars und wird man sich auch selbst bei Anbringung der Wappenschilder zu Excessen kaum hinreißen lassen, sondern ruhig und würdevoll, wie es heißt, die Politik des passiven Widerstandes ohne Krawall und ohne Blutvergießen inaugurieren. Die „Ungarische Post" meldet unterm 3. d. M. aus Szigetvür: Gestern sammelte sich eine namhafte Volksmenge in der Stadt in Aufsehen erregender Weise an. Nachts 11 Uhr brachen sodann ernste Un» ruhen aus, wobei die Tumultanten furchtbare Verwüstungen anrichteten. Aus Sitlos kam Militär. Einer der Ruhestörer wurde getödtet, vier wurden schwer verwundet. Heute wird militärische Verstärkung erwartet. Tagesnemgkeiten. Das Leichenbegängnis Sr. Kon. Hoheit des Grafen von Ehambord. Wien, 3. September. Die Leiche Sr. königl. Hoheit des Grafen von Chambord befindet sich zur Stunde bereits in der Gruft des Franciscaner - Klosters Castagnavizza bei Görz, welche einst von seinem Großvater, dem Könige Karl X., zur letzten Ruhestätte erwählt wurde und auch die sterblichen Ueberreste der nächsten Verwandten des Grafen umschließt. Gestern wurde die fürstliche Leiche in einfacher, prunlloser Weise aus dem Schlosse zu Frohsdorf nach der Station Klein-Wolkersdorf gebracht, um zur Ruhestätte nach Görz überführt zu werden. Kurz vor Beginn der Feierlichkeit hatte die Prinzessin zu einem letzten Lebewohl an dem Sarge des verblichenen Gemahls sich eingefunden. Die eine Hand am Sarge, kniete die vom Schmerz übermannte erlauchte Frau vor demselben nieder und bewegte die Lippen zu einem leisen Gebete. Nur schwer war die Prinzessin zum Verlassen des Trauergemaches zu bewegen. Sie blieb mit ihrem Neffen, Sr. lön. Hoheit dem Grafen von Bardi, welcher ebenfalls ergreifenden Abschied von der Leiche feines Oheims nahm, im Schlosse zurück. Um 2 Uhr wurde der Sarg gehoben und in den Leichenwagen gebracht, und der Leichenzug setzte sich in Bewegung. Denselben eröffnete die Schuljugend, dann folgte die Geistlichkeit, eine Abtheilung der Wiener-Neustädter bürgerlichen Grenadiere und die Leibjäger des Verstorbenen. Nun kam der von zwei Schimmeln gezogene Leichenwagen. Zu beiden Seiten desselben schritten Laiblakairn des Grafen, Schützen und Feuer« wehrmäuner. Unmittelbar hinter dem Fourgon gieugen Se. t. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Ferdinand, Großherzog von Toscana, und Se. k. und k. Hoheit der Herzog oon Par m a. Diesen schlössen sich die Freunde und getreuen Anhänger des Verstorbenen und die Vertreter der Gemeinden aus der Umgegend an, zuletzt ein Wagen mit Kränzen. Um 3 Uhr langte der Conduct auf dem Bahnhöfe an. Leiblakaien hoben den Sarg aus dem Fourgon anf die Bahre, Abbe Cure nahm nochmals eine Einsegnung vor, worauf der Sarg in den schwarz austapezierten Salonwagen gebracht wurde. Die Cavaliere un!) die Dienerschaft nahmen in den Waggons Platz, und gegen 3-^ Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. 20 Minuten nach 4 Uhr traf der Zug im Bahnhöfe zu Wiener«Neustadt ein, wo ihn die Gemeindevertretung, der Bürgermeister an der Spitze, der Probst von Wiener'Neustadt mit der Geistlichkeit, die Kapelle dcr Vürgergarde, welche beim Herannahen des Zuges nnen ' Trauermarsch intonierte, und ein zahlreiches Publicum erwarteten. Der Aufenthalt währte nur kurze Zeit. Der Propst von Wiener-Neustadt segnete die Leiche nochmals ein. Die beiden Vürgercolps bildeten zu beiden Seilen des Zuges Spalier. Görz rüstete sich emsig zu der Trauerfeier. Der gestrige Courierzug aus Wien und der Zug aus Italien brachten zahlreiche Trauergäste, Herren und Damen. Die Ordnung des Leich^nzuges wurde folgendermaßen festgesetzt: I.) Das Kreuz; 2.) die Musikbande der Veteranen; 3.) eine Abtheilung Veteranen; 4.) 24 Arme in Trauertleidern; 5.) Pfründner; 6.) barmherzige Schwestern; 7.) Waifei'kinder von Contavalle und dem Iosephs-Asyl?; 8.) Findelkinder; 9.) Taub« stllmme; 10.) Viudeischaften; 11.) die Militärkapelle; 12.) die Volksschulen; 13,) katholische Gescll>nverei»e; 14.) die städtische Musikkapelle; 15.) barmherzige Arüder; 10.) Franciscaner; 17.) Kapuziner; 18.) Jesuiten; 10.) der Clerus; 20.) Professoren des Seminars; 21.) das Metropolitan-Capitel; 22.) der Fürst.E,z-bischof Zorn; 23.) der Leichenwagen, mit sechs weißen Schimmeln bespannt; 24.) Se. Durchlaucht der Herr Oberst-Stallmeister G. d. C. Prinz Emerich zu Thurn und Taxis als Vertreter Sr. Majestät des Kaisers; 25.) die fürstlichen Personen und Vertreter auswärtiger Mächte; 26.) Mitglieder der Familien Chambmd und Orleans; 27.) der Statthalter Frei-Herr von Pletis; 28.) Geheimräthe und Kämmerer; 2^.) Spitzen der Militärbehörden; 30.) LaMags-Abgeordnete; 31.) der Bürgermeister und der Gemeinderath; 32.) der Vezirlshauptmaim; 33.) das Landesgericht und die Staatsanwaltschaft; 34.) das Bezirks« gericht; 35.) die Finanzbehörden; 3ll.) Schuloirectionen; 37.) Post- und Telegraphen.Veamte; 38.) Forstbchör-den; 39.) die Handelskammern; 40.) die Aovocaten-kammer; 41.) die Bürgerschaft; 42.) ein Militär-Detachement. Die Leiche des Grafen von Chambord langte mittelst Separatzuges um 7'/, Uhr morgens in Gölz ein. Der Sarg wurde von 12 Leibjägern auf einer Bahre in den schwarz drapierten Bahnsalon getragen, wo >hn eine große Anzahl Leidtragender erwartete. Gleichzeitig langten der Großherzog von Toscana und der Herzog von Parma an. Mit dem Courierzuge um 9'/4 Uhr traf Fürst zu Thurn und Taxis als Vertreter S>. Majestät des Kaisers ein, der vom Statthalter Baron Pretis und dem Mllitärcommandanten GM. Baron Kober empfangen und in den Salon geleitet wuroe. Sosort fetzte sich der Leichenzug in der pro« grammähig festgesetzten Ordnung in Bewegung. Zahl« reiche Bürgerdeputalionen aller Departements und fast all.r größeren Städte Frankreichs mit Fahnen und prachtvollen Kränzen waren im Zuge; ein großer, mit Kränzen ,'iberfülller Wagen folgte; den Schluss bildete eine Abtheilung Veteranen. Der lange Weg durch die Straßen bis zum Dome, vor welchem der Zug um 1(^/2 Uhr ankam, war du>ch ein Spalier von Militär und Veteranen besetzt, hinter wrlchem die Einwohnerschaft Kopf an Kopf gedrängt stand. Im Dome, der einen höchst feierlichen Eindruck macht, wurde der Sarg auf den Katafalk gestellt, und Fürst.Erzbischof Zorn celebrierte unter großer Assistenz ein feierliches Traueramt. Kirche und Vmplatz sind bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. __________ — (Hofnachrichten.) AuS Wien, 3. d. M , wird berichtet: Se. Majestät der Kaiser haben heute vormittags Audienzen zu ertheilen geruht; es hatten die Ehre empfangen zu werden: die geheimen Räthe Statt« Halter FML. Freiherr von Iovanovii und Sectionschef Freiherr von Kubin; Gesandter Freiherr von Schäffer, Gutsbesitzer Freiherr von Dräsche. Kammersänger Nignio, der Präsident und der Vicefträsident der Pharmaceut!» schen Ausstellung von Waldheim und Dr, Hellmann. — Se. Majestät der Kaiser geruhten heute um 6'/, Uhr morgens den Brandplatz in der Noßau za besichtig?!!. Etwas früher war Se. l. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Albrecht daselbst erschienen. Seine Majestät fuhren im Wagen um die Brandstätte und informierten Sich eingehcndst um die Details des Brandes. Nach längerem Aufenthalte verliehen Se. Majestät und der durchlauchtigste Herr Erzherzog Albrecht gemeinschaftlich die Brandstätte. — (Personalnachricht.) Se, Excellenz der Herr Ministerpräsident Graf Taaffe ist am 3. d, M. morgens aus Ellischau in Wien eingetroffen und begab sich fofort vom Bahnhöfe auf den Brandplatz in der Roßau und von dort ins Polizeipräsidium. — (Orkan) Die wüthende Windsbraut, luelche in der letzten Schleckensnacht so ausdanc-nid über ^icn hinliranste und die Hauptschuld trug, dass die entseelten Flammen so ri.sig um sich greife» konnten, hat auch anderwärts gewüthet nnd großen Schaden ""ursacht. So wird unterm 2. d. M <"'» .^/''^ 5'"^^',"^" halb 10 Uhr abends, während bc. sch""st"", sternhellem Himmel etwa zch.tausend bis fnn zehntau end Personen auf dem VolksfesiPlcche promenierten, entstand plötzlich ein fürchterlicher Otknn. welcher viele Hütten und Ge. bände zerstörte; die Fahnenstücke wurden umgerissen. d>e Hänser abgedeckt. Tausende Fensterscheiben in der Stadt wurden zerstört, die Straßen waren vollständig nut Ziegel-trüinmeln vom Domdache bedeckt, die Schornsteine wur« den abgerissen. Alles flüchtete erschreckt nach Hause." — «.libachev Zeltung Nr. 203 1752 5. September 1883. NuS Paris wird von, 2. d M. berichtet: «Ein Sturm» wind, welcher seit morgens wüthet, hat das Armensest im Tuilerien»Garten zum glühten Theile vereitelt. Die Baracken sind vom Winde abgetragen und zerstört. Di.,' symbolischen Figuren, ein Zuave und ein Bersagliere, verschwanden völlig, das Eden-Theater ist gänzlich ruiniert, Fetzen von Decorationen, Vorhänge, gefärbte Stoffe und Blätter werden vom Wirbelwind in die Lust ge» tragen. Das Ganze lmtet einen trostlosen Anblick," — Ein anderer schicklicher Orkan wüthete diesertage bei Neufundland. Auf der Höhe von Great Banks wurden viele Fischerboote umgeworfen und über achtzig Fischer haben ihr Leben verloren. Locales. — (Aus AnlasS der glücklichen Entbindung Ihrer laiserl. Hoheit der durchlauchtigsten Kronprinzessin) erschienen auch gestern wieder beim Herrn Landesprnsidenten eine Neihe Deputationen, um die ehrfurchtsvollsten Glückwünsche darzubringen, und zwar: der Handels»Kränkenderem, das Handelskammer-Gremium, die Svarcasse-Direction, drr Rohrschützenverein und der Veteranenverein; die k, l. LandwirtschaftSgesellschaft in Krain brachte ihre Glückwünsche in einer Adresse an das Landespräsidium zum Ausdruck, in welcher auch um Vermittlung derselben an Allerhöchster Stelle gebeten wird. Auch der hochw. Herr Pfarrer I. Rozman von St. Jakob befand sich unter den Gratulanten. Das beglückende Ereignis im Haufe des durchlauchtigsten Kronprinzenpaares hat selbstverständlich auch auf dem Lande den lebhaftesten Widerhall gefunden, und allerorts beeilt man sich, dutch loyale Kundgebungen diese patriotischen Gesinnungen zum Ausdrucke zu bringen. Es liegen uns bereits eine Neihe Berichte aus den verschiedenen Landestheilen KrainS vor, welche einstimmig bezeigen, dass die Nachricht von dem Familien-glücke Ihrer k. und k. Hoheiten des durchlauchtigsten Kronprinzenpaares überall die freudigste Stimmung hervorgerufen hat. In Adelsberg fügte es ein herrlicher Zufall, dass, wie bekannt, an eben dem Tage des freudigen Ereignisses, am 2. d. M,, ein Volksfest zur Feier der 600jährigen Vereinigung Krains mit der Dynastie abgehalten wurde. Lautester Jubel erscholl, alS die frohe Kunde sich verbreitete, und durch Volksbeschluss und unter unendlicher Begeisterung ward allsogleich «in Glückwunsch- und Ergebenheitstelegramm an Seine Excellenz den Herrn Grafen Bombelles abgesendet. — Das herrlichste Wetter begünstigte das in allen seinen Theilen gelungene patriotische Fest, das ungefähr 2000 Menschen vereinigte, und das in schönster, ungetrübtester Stimmung verlief. Ein von der Feuerwehr veranstalteter imposanter Fackelzug durchzog den prächtig decorierten und glänzend beleuchteten Markt und beschloss zugleich die Feier. Vom Sovicberge erstrahlten bengalische Feuersäulen, und wechselnde Farben-und Lichteffecte erhellten die Gegend. Beim Herrn l. l. Nezirkshaupimann erschienen die Vertreter der Gemeinde Adelsberg, der Clerus, die Beamten der verschiedenen Dicasterien und der Bahnstation, endlich die Vertreter der Feuerwehren von Adelsberg und Grußotok, und baten, im geeigneten Wege die innigsten Glückwünsche Allerhöchsten Orts zur Kenntnis bringen zu wollen. Auch in Krainburg herrschte sofort nach dem Eintreffen der Freudenbotschaft die gehobenste Stimmung. Püllerschüsse verkündeten der Bevölkerung das Ereignis und überraschend schnell wiesen fast alle Gebäude Flag-genschmuck. Am 3, d. M. um 0 Uhr abends fand in der Stadtpfarrlirche ein feierliches Tedeum statt, an welchem sich die Beamten nller k. t, Aemter, die Gemeindevertretung, die Lehrkörper des l. k, Staats-Untergymua-siums und der Volksschule, die freiwillige Feuerwehr und ein zahlreiches Publicum betheiligten. Nach dem Gottesdienste begaben sich der Bürgermeister von Krain-bura, Herr Karl «Vavnit, mit zwei Gemeinderäthen zum Herrn k. k. Beznkshauptmann, um ebenfalls die ehrfurchtsvollste Gratulation darzubringen, sowie der erneuten Versicherung unerschütterlicher Treue und Ergebenheit Ausdruck zu verleihen. ., ,. ^ ... Die l k Bezirkshauptmannschaft von Unter-loitsH bat den Herrn Landespräsidenten, die Glück-wünsche der dazu berufenen Vertretungen und Person-lichletten von Ober- und Unterloitsch entgegennehmen und zur Allerhöchsten Kenntnis bnngen 2" wollen, desgleichen jene der k. k. Beamten drr Bergd.rection und des Clerus in Idrla. ^ . ^ .,«„ »:».«. Aus Radmannsdorf wird ebenfalls von em m feierlichen Gottesdienste berichtet, der unter regster Theilnahme der Bevölkerung stattfand. Nach demselben erschienen die k. k. Beamten der Oezirkshaufttmamischast, dr» Bezirksgerichtes und des Steueramtes sowie der Gemeindevorsteher von Nadmcmnsdorf beim Herrn k k. Beziikshauptmann zur Darbringung der ehrfurchts« vollsten Gratulation. ^. _____ — (Se. Excellenz FZM, Freiherr v.Kuhn) ist gestern abends mit dem Wiener Eilzuge zur Truppen-inspicierung hier ang'kommen und hat im „Hotel Elefant" Absteigequartier genommen. — (Horizotale Wölbungen.) Bei dem Neubaue deS Wohnhauses in der Knaffel-Straße werden die Decken des ersten Stockwerkes stach eingewölbt, und zwar nach einem System, welches die krainische Ballgesellschaft behufs Anwendung in Krain von dem Patentinhaber erworben hat. — (Feuer.) Am Montag morgens ^4 Uhr signalisierte der Feuerwächter vom Schlossberge mit zwei Kanonenschüssen einen Brand in der Tirnauvorstadt. Es brannte das dem Herrn Kaspar und der Frau Helena Kalan in der Austraße Nr. 12 gelegene, einzeln stehende Haus, welches sammt den Einrichtungsstücken, zahlreichen Bottichen und Kleidern total abgebrannt ist, Die freiwillige Feuerwehr, unter Führung des Zugs-commandanten Herrn Albin Nchtschin. erschien sofort in genügender Stärke am Brandplatze, die Thätigkeit der Feuerwehr konnte sich jedoch auf die Dämpfung der in vollen Flammen stehenden, bereits verkohlten Holz» objecte beschränken. Der Schade beträgt über l500 fl, Das Haus war bei der Grazer wechselseitigen Ver» sicherungSgesellschaft um den Betrag von 800 fl, assecu-riert, die Holzbottiche waren besonders versichert. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. -x- Neueste Post. Se. k. u. k. Apostolische Majlstä't haben nach-stehendes Allerhöchstes Handschreiben zu erlassen ge-ruht: Lieber Freiherr von Prazäkl Aus Anlass des glücklichen Ereignisses, dass der Ehebund Mines Sohnes, des Kronprinzen, durch die Geburt einer Tochter ssesegnet wurde, finde Ich Mich bestimmt, Sie zu beauftrage,,, Mir mit Berücksichtigung der in Meinem Handschreiben vom 25. Februar 1879 angedeuteten Grundsätze und Bedingungen, Vegna-digungsanträge für lücksichtswilrdige Sträflinge mit möglichster Beschleunigung zu unterbreiten. Wien, den 2. September 1833. Franz Joseph m. p. Wien, 3. September. Seine Majestät der Kaiser haben aus Anlass der glücklichen Entbindung Ihrer k. >md k. Hlchrit der durchlauchtigsten Kronprinzessin Erzherzogin Stephanie der Gemeinde Laxen» bürg den Betrag von zweitausend Gulden ans Aller» höchsten Privatmitteln mit der ausdrücklichen Widmung allergnädigst zu spenden geruht, dass dieser Betrag zur Vermehrung des daselbst bestehenden Armenfonds bestimmt ist. ________ Wien, 4. September. 3. Bulletin. Das erfreuliche Befinden Ihrer t. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Kronprinzessin Erzherzogin Ste -vhanie und der neugebornen Erzherzogin dauert ohne lkde Störung an. Laxenburg am 4. September 1883 um 9 Uhr vormittags. Dr. Wioerhofer m. p., Dl. C. Braun l. l. Leibarzt. Ritter v. Fer nw a l d m. p., __________l.l. Hofrath. Aus Laxenburg, 4. September, gelangte am gestrigen Tage von Sr. Excellenz, Contre» Admiral Grafen Bombelles, dem Obersthofmeister Sr. l. und l. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen Herrn Erz. Herzogs Nudolph, folgendes Telegramm an das Landkspräsidium: ..Euer Hochwohlgeboren wollen den in dem gestrigen Telegramme mir genannten Körper-schaften und Persönlichkeiten für deren loyale Glückwünsche namens Ihrer k. und k. Hoheiten des durchlauchtigsten Krol'prinzenpaares danken." Original.Telegramme der „Laib. Zeitung' Wien, 4. September. Biatiano besuchte Se. Exc. den Mmister Grafen Kälnoly. Verlin, 4. September. Die «Norddeutsche allg. Zeitung" bemerkt gegenüber den Meldungen des «Iour-nals des Debats", die vorübergehenden Trübungen seien nur zu suchen in der Neigung, den Frankfurter Vertrag als Provisorium hinzustellen; ob Frankreich den gegenwärtigen Nechtsbestano allein oder mit einem halben Dutzend Verbündeten zu verändern unternimmt, kommt für Deutschland niemals in Betracht, nnter allen Umständen gilt dann nur das Gebot: Festhalten b,L zum letzten Mann. Gruz, 4. September. Anlässlich des freudigen Erelgmsses im Allerhöchsten H?rrscherhause hat Leopold Nltter v. Lilicnthal dem Statthalter 10000 fl. für die den Barmherzigen Brüdern gehörige Anstalt zur Aufnahme armer unheilbarer Kranken in Kainbach bei Graz übergeben. Gastein, 4. September. Feldmarschall Freiherr v. Manteuffel »st zu dreiwöchentlichem Curgcbrauche hier angekommen. Budapest, 3. September, nachts. Die „U"' garische Post" meldet aus Szigeloar: Gestern nach" fanden anti-semitische Tumulte statt. Viele Fenster jüdischer Einwohner wnrden zertrümmert und mehrere Geschäfte erbrochen. In dem Porzellan« und Glaslager des Wilhelm Ehrenfeld wurde eine arge Verwüstung angerichtet. Die Ruhestörer waren zumeist Handels-gehilfen, von welchen die ausgerückte Polizei euie" erfchoss und zwei schwer ve>wundtte; ein Schweiver-wundeter ist bereits gestorben. Auf telegraphisches El« suchen des Stuhlrichters kam um 2 Uhr nachmittags von Siklos eine Escadron Husaren an. Von diesn" Zeitpunkte an wnrde die Nuhe nicht gestört. Mit de» Verhaftungen wurde begonnen. Handel imd volkswirtschaftliches. Verlosungen. (1864er Staatslose.) Nel der am 1. d. M. stattgehabte" Verlosung des Stllatslottcri^Anlehens vom Jahre 1864 winde« nachstehende 14 Serien grzogcu, und zwar: Serie 118 824 33° 431 1338 2008 2075 2160 226? 2472 2655 3338 3586 U"° 3687. Aus diesen vorangeführten Serien fiel der Haupttrrsl^ mit 200 000 fi. auf Serie 1338 Nr. 60, der zweite TrM mit 20 000 fl. auf Senc 2655 Nr, 61, der dritte Treffer m>> 15 000 st. auf Serie 1338 Nr. 17; ferner gewann 10 090 fi^ Serie 431 Nr. 1; je 5000 ft, gewannen Serie 336 Nr. 4 um> Serie 3586 Nr. 45; je 2000 fl, gewannen Serie 118 Nr/' Serie 2160 Nr. 64 und Serie 3687 Nr. 37; je 1000 fl,: Se" 118 Nr. 87. Serie 2008 Nr. 97, Serie 2075 Nr. 90, Zeltt 2267 Nr. 1. Serie 2472 Nr. 59 uud Serie 3333 Nr. 70. ^, (Oestcrreichische Nöthe Kreuz-Lose.) Vci der am 1. d.M mittags vorgenommenen dritten Verlosunq der Rothen-Kr^ Lose fiel der Haupttreffer mit 100 000 fi. auf Serie U^ Nr. 7, der zweite Treffer mit 1000 ft. auf Serie 11230 Nr. 2l Rudolfswert, 3. September. Die Durchschnlits-Prclsc stellte" sich auf dem heutigen Markte wie folgt: ------------HH-------------^ Weizen pr. Hektoliter 7 32 Eier pr. Stück . . - ? Korn „ 5 40 Milch pr. Liter . . - ? Gerste « - - Rindfleisch pr. Kilo . ^ A Hafer ., 2 28, Kalbfleisch ,. - A yalbfrucht „ 5 40 i Schweinefleisch „ ^ <« Heiden „ — - Schöpsenfleisch „ - A Hirse „ 5 40 Hähndel Pr. Stuck . — A Kukuruz „ 5 41 Tauben ,, . ^- ^ Erdapfel pr.Metcr-Ztr. 2 — Heu pr. 100 Kilo . -- ^ Linsen pr. Hektoliter — — Stroh 100 „ . — ^ Erbsen „ — — Holz, hartes, pr.Cubil- „ Fisolen „---------Meter .... 2 ^ Rindsschmalz pr. Kilo — 88 — weiches, „ — "" Schweineschmalz „ — 96 Wein, roth., pr.Heltolit 16 "" Speck, frisch, „ . 60 — Weiher, „ 1l> ^ Speck, geräuchert, ., — 80 Verstorbene. Den 3. Scptember. Theresia Podgorsek. Arbeitet!"' 20 I, Polanastraße Nr. 53, Lungentuberculose. c. Den 4. September. Johann Mauser, Privat, 49 ^' Burgstallgasfe Nr. 9, Lungen» und Darmtubcrculose, Meteorologische Beobachtungen in Laiba^. . ff ZZ-Z Z? r« HZ A n2 6i3»> 3 «. « !3 8 ^?> "" 7U.Mg. 736.22 -s-12.0 windstill Nebel „^ 4. 2 „ N. 734,15 4-24.4 SW. schwach heiter "'" 9 „ Ab. 733,98 4-17.0 SW. schwach heiter Morgens Nebel, tagsüber ziemlich heiter, etwas >uiN . Das Tageömittel der Warme 4- 17,8«, um 1.5« unter Normale.___________________^-—-"^ Verantwortlicher Redacteur: P. v. Depot der k. k. Generalstabs-KarteD- Maßstab 1: 75,000. Preis per Vlatt 50 lr.. in Tasche"!" auf Leinwand gespannt 80 kr. Jg. u. Klemmayr K Fell. Kamliergs KuManlllwl8 in Acnbach. Schmerzcrfüllt gebe ich allen Verwandten "nd Bekannten die traurige Nachricht von dem h»a> betrübenden Hinscheiden meines innigstgeliebtell, vcrgesslichcn Gatten, des Herrn Johann Mauser. welcher am 4. b. M,, versehen mit den heil. A"^ sacramenten, nm 5 Uhr früh nach langer "" t, hcit in seinem 49. Lebensjahre selig im Herrn ^ schlafen ist. Nickel"« Das Leichenbegängnis deS theueren Verbtt«" findet Mittwoch den 5. September um 6 Uyr ,' mittags vom Hause Nr. 9 Burgstallgasse aus ' „ Die heiligen Seelenmessen werden m mey^ Kirchen gelesen werden. svoinmen Der theuere Verblichene wird dem '^. ^^„, Andenken aller Verwandten und Freunde empl^ Laivach am 4. September 18W- Pauline Mauser, Gattin. — Anna Ma^"' ^" ^ Leopoldine Mauser, Nichte. <> ^! 1753 Course an der Wiener sorse vom 4. September 1883 (Nach dem officiellen Coursblatte.) Sta«ts.«nlehe«. l°^N......."'«-> "" ^ftm"»?«?"'""'' "«Uerfrei . »»45 95 ea °"«l. «otenlinte. fteuerfte! . «» ,(, z.« 35 "°« «°ld«n». «v. . . . .„.._,„.„ - Pavs^^°, - - . . b7«5 b7<0 : »N°Xn^ostb.) ^!_° ^^ » «,« 4 /, l«o fi. . . 110-— 110 41, ^/«g°l>,,schl ' '.....loesc» —'— l°/«mählisch, '......9»'50 9» — ^'« niedcioN^.i^.!^ - . . 104 25 105 lk ö>-b«F"Me, . . , 104 75 105, 75 °°/. ^beulZ'^ slavonisch« . ». - ,0ll - «tld Ware 5°/, Teme«var«Vanatrr . . »s^ »v 50 b°/, ungalisch«..... »S— »»b0 Andere üssentl. llnlehen. T>°nau««cq.-Lose 5»/° 'W st. ll4 50 iic «nlehen b. Stabtgemcmdr wie, lui 75 wl! 5» Anlehen b. Vtadtgemeinb« Wier, (SUber ober «sold) ... .---------------- Plämitn.«nl.b.Gl«btgem.Wi»i' l«» 55 l« 75 Pfandbriefe (für IM» ss.) Vodencr. allg. öftttl. 4'/,°/» Volt 111! 3« 118 75 dto. in 50 , , 4>/, "/„ »5 Lli ».<; 5l, bto. in 50 , , 4^/, . »1^0 »l »o bto. Prämien-Schulbverschr,3'/« »?'«0 98 — Oeft, Hhpotbelenbanl i«j. 5>/,°/<, ioc 7k ic>i «k Oeft.»nng. Vanl vnl. «»/<, . , 101 — l0l 15 dto. , <'/,-/<>. »?4b »? 70 bto. . <"/, . . »13a 8150 Nng. allg.Vlldencreblt'Nctlenges. in Pest in 3»I. vnl. z'/,"/« - l0l «b 10» bll Priorität«. Obligationen (für 100 «.>. «llisabeth'Weftbahn 1. ? «c 107 eo sselbinaiid^.Norbbahn in Vilb. 104 ?i 1<»5 2?> Fran,'Iose<'Vahn.....103 — 103 »0 'Äaü'isch« itail«Lubtvin«Vahn /,«/^ . , 98'LO »8'7......l»? 5n i»8 — « 5 5«/,......»1» bc lill — Nng.'«a«z. Nay» . . . , 94« »4 70 Diverse Lose (per Stuck). Lredltlose ion fl...... l«8 ^» i«i 50 Llary «udol<»sol« w ft...... «025 la-75 Saln,'i.'ose 40 fi...... 5l-— s>i 50 St.'Genol««i.'ose 40 st..... 48 .» «y.zb WalbftöiN'Lose »N fl..... 2?- «7-^ Winbi?chgräd»^'ole »0 st. . . , 4, — ^g.^O Vanl - Nctien (per Etil5). «lnglll«Oesterr. Vanl 12a fi. . . lOL — l05 55 Vanl.Vesellschaft, Wiener »«a fi. —'-------- «anlvereiu, Wiener, 100 ff. . . ,03 75 ,04 »l, «bncr.'«nft., Oeft.l!00ff.S.40»/« «!co«ptt'G>s.^ slicberöft. 50afi. see-— »55 — Hypothelrllb., ost. «!X> ft. 25°/» H. s,„— «, — Länberbanl öft. »00 ft. V. 50°/,«. 10S' -!I0» 50 Oesterr..Ung. Nan!.....»z»'— 8»8 — Nnionbanl 100 fi......11» —II»ll5 «eilehrsbaul M». I4l> ss, . 14L ^«5 1 — — «N»Sll>»Fium<«l,«ahn»oafi.Gilb, IN? ^ 167 50 »usst!,..T«pl.!eilenb.«!,o ff. «Vt---------— Vohm. Nolbbahn 150 « — Gra,»»öf!achtr H, i). 2»aN.«.W. »64 —»85 --jtabl«nbrrg'itisc,>h, 200 fl. . . — — — — «,,!chau»Obeid. «iisenb, »anfl. S, 145 75 144 <5 ^e«btrg«lizrnow.»Iassv «Hiseu» bahn'Gesell. »no ft. V. W. . . I6» 50 167 — Noyd, iist.'Ung.. Tri^fl 500N. ff. Silber . l«6 50 1«« 75. Gitbenbürger «tisenb. 200 fl. s, i«l ?5 i«l 25, Staatseilenbab:' »00 ,l. ö, w. . zzl'. » 3l!l 5U Gllbbahn l Nnss,»ga!i,. «iseub. ,00 ff. «» ,,0 «4 — Prater Eisen-Ind.«Ges. »00 ff. «« 50 »1-— Lalgo»Tari. Eisenrass. 100 ss. . 1«4 — I»4'b0 Wasfenf..«., Oefl. in W. il» fi, - - — — Lrlsaile« «odlenw.Vts. 100 ff, . — — — — Devlfen. benl^sch« Platz«......5« 45 »8 55 London.........119 »5 lA0 — Pari«.........4? ,2. 47 37» Pet««bu«g.......—— — — Valuten. lDucatill........ »66 5 6» !<0