Laibacker SeitunH. ^' »'I. —,— «»»»«, —--------- Dinstag am 3». Juli R85« Die „Lcnbachks Ie^n.i" 5.- «. . s ^ .. cR,»»^ „nl, ^icitaac täqllch, und fustct sammt dcn V^l^cn im Comptoir ganzjährig 10 st., halbjährig 5 si., mit Kreuzdand nn'lZH«"t. m.t Ausnahme er ^ '^ ,""' ^Nag^l^ ^ ^ ^^^ ,^^ ^^ .,^ ^5,,^^ 3U tr. mchr zn c.ttr.ch^. Mit dcr Post Porto- frct ganzjährig,^ Z""j>^ .L dr.ckt^ress Nst./halb jährig U st. 3U lr. - In s.rationsqcbuh r si.r e.m SMcnznlt odcr om Nau». dn,e!l'cn, surcm-walige E.uschaltm!g -" ^^^n ^ ^ >M d Ii. 5 .^C. M. Innate bis ,2 Zcile» 1 st. fnr 3 Mal einzuschalten. _______ _____^_____^ Memtlicher Theil 5«l,sn,i»isterillM in der Absicht, die Kosten, welche 5<>n einheimischen Industriellen durch die Beschickung der Ausstellung erwachsen, nach Thunlichkeit zu vermindern, und ihnen die Betheiligung in jeder möglichen Weise zu erleichtern, nunmehr auch die Verfügung getroffen, daß alle für die Londoner Ausstellung bestimmten inländischen Erzeugnisse sowohl bei der vorgeschriebenen Einsendlmg an die betreffenden Bcurtheilllngs - Commissionen, als bei dem weitem Transporte aus den k. k. Staats-Eisenbah-nen kostenfrei hefö'rdert werden. Eben so haben die Administration der ersten k. t. privil. Donau-Dampsschissfahrts-GeseUschast, so wie die Directionen der a. pr. Kaiser Ferdinands Nordbahn und der Wien-Gloggniyer Eisenbahn, auf Veranlassung des hohen Ministeriums und in Anbetracht des gemein-nühigcn Zweckes, in gleicher Weise den gebührenfreien Transport der genannten Gegenstände auf, den betreffenden Verkehrswegen. bereitwilligst zuge< sichert. Indem die gefertigte Commission die Herren Industriellen hiermit von diesec dantcnswcrthen Be-, günstigung mit dem Vorbehalte in Kenntniß setzt, die näheren Modalitäten, welche bei der Benützung dieser Gebührensreiheit zu beachten sind, jedem einzelnen Anmelder zur Londoner Industrie-Ausstellung, speciell bekannt zu geben, sieht sie sich zu der Erwartung berechtigt, daß diese Begünstigung eine er-^ ncuerte Aneifcrung bilden werde zu einer würdigen und zahlreichen, dem Standpunctc unserer vaterländischen Industrie entsprechenden, und der Ehre Oesterreichs angemessenen Beschickung der genannten Ausstellung. Wien, am 26. Juli 1850. Die östeir. Commission jü'r die Einsendungen M Londoner Industrie-Ausstellung. Am 29. Juli 1850 wird in der k. k. Hof- und Etaatsdruckcrei in Wien das I.II. Stück des all-gemeinen Reichsgesetz- und Rcgierungöblattes, wel° chcä am 3. Mai 1850 vorlausig bloß in der deutschen AUein-Ausgade erschienen war, in sämmtlichen neun DoppclAusgaben ausgegeben und versendet > werden. Dasselbe enthält unter Nr. l79. Die Additional Convention zu dem zwischen Oesterreich und den vereinigten Staaten von Nordamerika bestehenden Handels- und Schiff fakrts-Tractat vom 27. August 1829, welche unterm 8. Mai 1843 zu Washington unterzeichnet, und in den beiderseitigen Natisicirungs-Instrumen-ten ebendaselbst unterm 23. Februar 1850 ausgewechselt worden ist. Wien, am 27. Juli 1850. Vom k. k. Redactions-Bureau des allgemeinen Neichsgcsetz- und Regierungsblattes. Nichtamtlicher Theil. Korrespondenzen. Lack, am 27. Juli (—) Die Wahl dcs Vorstandes der neuen Gemeinde Lack ist bei sehr zahlreicher Theilnahme der Wahlberechtigten in luben5wcrther Ordnung vollzogen worden. — Gestern am 26. Juli in der Früh, vor Beginn der Wahlen, wurde in der hiesigen Stadtpfankirchc ein feierlicher Gottesdienst gehalten; hieraus haben unrer der umsichtigen Leitung des, von der k. t. Bezirkshauptmannschaft Krainburg abgeordneten Hrn. Bezirtscommissärs Johann Rech er die Wahlen begonnen. Gestern Vormittag und Nachmittag wurden die 12 Ausschußmänner und ti Ersatzmänner vom orit-ten und zweiten Wahltörper, und heute Früh die 6 Ausschußmänner und 3 Ersatzmänner vom ersten Wahlkörpcr gewählt. Der gewählte Ausschuß hat sodann heute Vormittag die Wahl des Gemeindevorstand es vorgenommen. AIs Bürgermeister ist Herr Franz Krenner, dürgl. Weißgärbermeister und Realitä'tenbesitzcr in der Stadt Lack, mit einer an die StimmeneinheUig-keit gränzenden Majorität erwählt worden. Als Ge-meindcräthe wurden gewählt: der Herr Handelsmann Joseph Kaiba, der Herr k. k. Bezirksrichter Georg Levi tschnigg und der Herr Ncalitätcnbesitzer und Gastwirlh Johann Schuschnig. Nachdem durch Pölwschüsse die Wahl verkündet worden ist, begaben sich der Hr. Bürgermeister an dcr Seite des Hrn. k. k. Wahlcommissärs, nebst den übrigen Gliedern der Wahlcommission, die Herren Ge-meinderäthe und die Herren Gemeindcausschüssc in zahl reicher Begleitung der Bürger unter Pöllersaluen nach der Etadtpfarrkirche, wo zuerst der neugewählte Herr Bürgermeister und dann die Herren Gemein-deräthc auf feierliche Weise den vorgeschriebenen Diensteid in die Hände des ehrwürdigen Herrn Ltadtpsarrcrs Walentin Thal meiner ablegten. Nach der Beeidigung wurde der Herr Bürgermeister in feierlichem Zuge nach seiner Wohnung begleitet uild von den Anwesenden begrüßt. Wien, 26. Juli. I),.. »'—.I». Die Idee der Einheit Italiens beherrschte seit lange in der Halbinsel alle Gemüther; außerhalb Italiens waren die Sympathien so man-„igfach, als die Interessen. Die englischen und französischen Staatsmänner, welche vor der europäischen Bewegung des Jahres 1848 an der Spitze der Geschäfte standen, führten zwar dieselbe Sprache, verfolgten aber entgegengesetzte Pläne. Das französische Cabinet war für die Entwicklung dtr constitutionellen Freiheit in den einzelnen Staaten Italiens, hielt aber fest an den Verträgen, welche die territorialen Verhältnisse bestimmten. 2>is englische Cabinet sprach sich für eine ähnliche Politic' in allen seinen offiziellen Staatsschriften aus, und als der Fürst Mettcrnich den Lord Pal-merston über seine Maximen m den Angelegenheiten Italiens befragte, antwortete dieser: er werde selbst die Verträge achten, und Oesterreich in seinen gerechten Ansprüchen unterstützen. Der geheime Gedanke des englischen Staatssecretärs war abcr ein ganz anderer. Er schickte Lord Minto nach Italien. Uel'crall, wo der englische Agent durchkam, brach die Revolution aus. Ucbcrall war derselbe leitende Gedanke, nicht nur Freiheit der Institutionen, sondern auch Einheit der Ländergebiete und der Nation. Die französische Regierung wurde gestürzt. Alles erwartete nun von der Republik eine sogleiche Veränderung des Systems; die trat indessen nicht ein. Frankreich mischte sich in die polnischen Angelegenheiten gar nicht, seine neuen Diplomaten fanden für cine Nichlintervention die schlagendsten Gründe. Anders aber war 'es in Italien. Die Nähe, die un-mittelbar daraus hervorgehenden Interessen der Suprematie oder gar des Ländcrgewinns, und zum Theil die öffentttche Meinung bestimmte die französische Regierung, den Gedanken bewaffneten Einschreitens in Verbindung mit England festzuhalten. Die Siege der österreichischen Waffen in Italien brachten auch auf die westlichen Cabinete ihre Wirkungen hervor. Man schlug als Grundlage der Unterhandlungen die früheren Zugeständnisse des Wiener Cabinets vor, nach welchen Oesterreich alles Land bis auf den Mincio ausgeben gewollt. Daß ein solcher Vorschlag nach dem Einzüge des Marschalls Radetzky in Maiiand nicht mehr annehmbar war, springt in die Augen. Nun drangen die westlichen Cabinetc wenigstens auf die Annahme der Vermittlung im Friedenswerkc mit Piemont, denn es war dieß die bequemste Weise, jeden möglichen Wcchsclfall zu Gunsten der ursprünglichen Po-litlk benutzen zu können. Am unbeugsamsten in seinen Ansprüchen war Lord Palmerston. — Der Lieblingsgedanke, aus den italienischen Staaten ein Land zu machen, bei seiner Geburt an der Wiege zu stehen und eß wo möglich in langer Minderjährigkeit zu halten, war ein Plan, der seinen abenteuerlichen Ehrgeiz allerdings reizen mochte. Spanien — Griechenland und — Italien, welch' ein ungeheurer Raum für englische Intriguen und Baumwollwaren. Oesterreich *Wien, 28^ Juli. Die Bildung der Geschwornen - Listen muß - einer Welsung des Herrn Iustizmimstcrs zu Folge -^ <" der Art im Krön. lande Böhmen beschleuniget werden, daß sowohl in der Hauptstadt als im ganzen Lande die ersten Schwurgerichtssitzungen im Anfange des Monats October zuverlässig abgehalten werden können. Die betreffende, 11 §5. umfassende, Instruction zur Bildung der Ge-schwornen. Listen ist bereits erschienen. 77A * Gestern sind Se. Durchlaucht Fcldmalschall Fürst Windischgrä'tz, in Begleitung Sr. Excellenz des FM3. Grafen Gam, mit dem Dampfboote »Maria Dorothea" von Linz hier angekommen. * Wir erfahren so eben, daß in der Nacht vom 22. auf den 23. o. M. in Ösen einige Falle der orientalischen Cholera, wovon zwei mit dem Tode endigten, vorgekommen, und für den Fall der wei-lern Ausbreitung dieses Ucbels, bereits die nöthigen Vorsichtsmaßregeln ergriffen worden sind. — Die Allfhebnng des hiesigen Belagerungszustandes, wie das ,>Ncnigkcilsbu>-eau'' berichtet, steht nunmehr wirklich in naher Aussicht. Einige dieser Maßregel vorangehende Verfügungen, als: ein Thea-tergeseh, mehrere durch die Erfahrung nothwendig ' gewordene Abänderungen im Preßgcsetze, eine Orga-nisirung des Bürgermilitärs, können in der nächsten Zeitperiode erwartet werden. Dcr zum großen Theile rechtliche und gesunde Sinn der Einwohner Wiens ließ das Ministerium nunmehr über alle Bedenklich-keilen hinweggehen, welche gegen die Aufhebung des Belagerungszustandes noch erhoben wcrdcn könnten. Die Verordnung, welche die Aushebung verfügt, wird ernste Worte für alle Jene, welche es wagen sollten, durch verfassungswidrige Umtriebe dcr Stadt neues Unheil zu bereiten, enthalten. Zugleich wird eine gewisse Periode festgesetzt werden, innerhalb welcher der erste Alarmschuß für die Publication des wieder eingeführten Bclagerungs, Zustandes gelten würde. Die Palissaden werden von den Basteien wieder abgetragen, die Vcrtheidigungsgeschütze weggeführt, die Kriegsgerichte ausgelöst, die schwebenden Verhandlungen von den Eiuilgcnchten übernommen werden. Prass, 24. Juli. Die »Pr. N.« berichten, daß sich zur Prüfung aus der böhmischen Sprache und Literatur zehn, zur Prüfung aus dcr deutschen Sprache und Literatur aber kein einziger Kandidat der Gym-nasial.Professur gemeldet habe. Krakau, 2l. Juli. Vorgestern begann, wie der ,)(Zzas« meldcr, die Vcrthrilung del von Sr. Majestät verliehenen Unterstützung für dic durch den Brand verunglückten Bewohner unserer Stadt. Auf die Aufforderung der k. k. Gubernial-Eommission ver^ faßte der Stadtrath eine Liste sämmtlicher zu Vethci-ligenden je nach Gemeinden und Hausnummern; der Stadtrath gab zugleich die Summe an, die für jedes Individuum bestimmt werden sollte. Die Vcrthcillmg geschah im Hofe des Lyceums Nowodworski, im Bei-seyn des Herrn Regicrungs Ehefs und des comman-dircnden General-Majors Herrn Hlawaczek, vieler Offiziere und Beamten, sowie anderer Bewohner in großer Zahl. Die Verthcilung geschah mitunter in Beträgen von 10 — 250 st. (5, M. Die Meisten erhielten l00—>50 ft E. M. Die Summe, welche für die Verunglückten der ersten Gemeinde bestimmt wurde, belauft sich auf 12,000 fl. (5. M. Noch an demselben Tage geschah die Betheilung der Verunglück-ten dcr zweiten und dritten Gemeinde. Das Ministerium des Handels hat den Ministcrrath Herrn Paul Sprenger mit einer Summe von 50,000 fl. C. M. hierhergesandt, die als unverzinsliches Darlehen zur Unterstützung der Abgebrannten bestimmt sind. Die Fürsorge von Seite der Regierung, vor allem aber die schleunige Hilfe, die sie den Unglücklichen angc deihen läßt, ist ein neuer Anlaß zum abermaligen Ausdrucke unseres tief innigsten Dankes und vcrcch tiat uns zur erfreulichen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. D e u t j ch l a n d Berlin, 24. Juli. D.;s „Eorrespondenz-Bureau" schreibt: Hannover habe sich in der dänischen Angelegenheit ebenfalls wie Baiern, Oesterreich und Württemberg erklärt: eine Ratification des Friedens Seitens des deutschen Bundes sc« nur durch das Plenum möglich- Hannover solle sogar die Berechtigung Preußens zu der festgesetzten Kriegführung bestrittcn und aus diesem Grunde die Honorirung der Liquidation dcr Verpflegung der Bundestruppcn, so weit es davon betroffen wird, verweigert haben. Gotha, 19. Juli. (Franks. I.) In der heutigen Sitzung des Landtags beantwortete dcr Minister von Sccbach die Interpellation in Betreff des dänischen Friedens. Die Staatsrcgierung nehme lebhaften Antheil an dem Schicksale der Herzogthümcr, habe aber noch keine bestimmte Entschließung in Bezug auf die Ratification des Friedensschlusses gefaßt, wodurch sich auch, wenigstens eventuell, dic Frage wegen einer directen oder indircctcn Unterstützung dcr Schlkswig-Holstemer erledige. Rendsburg, 25, Juli. Bis zehn Uhr Morgens war der Sieg auf Holsteins Seite, das Glück wandte sich aber plötzlich, und um halb drei Uhr Nachmittags ward das holsteinische (Zentrum durchbrochen. Die Holsteiner zogen sich nach Sehstcdt, eine Meile nördlich von der Eider, zurück. Um acht Uhr Abends hatten die Dänen bereits die Stadt Schleswig be-setzt. Die Besatzung von Eckernförde ist entwaffnet worden. Italien * Turin, 22. Juli. Die Journale »/Vvvliim-u« und >)t'ul','« sind wlgen socialistischer Artikel vor das Prcßgericht geladen worden. Turin, 2li. Juli. Die Erplosion einer Kapsel Fabrik hat Statt gehabt. Das Gebäude ist gänzlich zerstört. * Bei Alessandria soll ein militärisches Ucbungslagcr aufgeschlagen werden. l Dcr königliche Dampfer „Tripoli" ist auf der Fahrt nach Cagliari in Brand gerathen. Das Feuer ward jedoch rechtzeitig gelöscht. ' Die Regicilma, soll dem Insurgentenckef Garibaldi eine Pension von 3600 Francs jährlich bewilligt haben. * Die in den Prozeß Grignaschi verwickelten Priester haben gegen das in erstcr Instanz gegen sie gefällte Urtheil Recurs ergriffen. Da der Staats-anwalt das GIcichc tl^it, ist cine Schärfung der Strafe in zweiter Instanz ein mögliches Ereigniss geworden. F r n u k r c i ch. «Paris, 22. Juli. Das »Journal des Debats" bringt linen längeren Artikel über die schleswig holsteinische Fraqc, in welchem es sich für dic Einverleibung der beiden HerzogN)ümcr in das Königreich Dänemark ausspricht. Sie billign vollkommen das in ^udon abgeschlossene Protocol!, jcdoch nicht, weil Rußland demselben seine Zustimmung gegeben, sondern wcil durch die Pacification der Herzogthümcr, welche die letzten Repräsentanten dcr revolutionären Periode seyen, in welcher Deutschland sich seit zwci Jahren befände, ein großer Schritt zur Wiederherstellung dcr Ruhe in Europa gemacht würde. Die Unterstützung, die Preußen den insurgirten Provinzen Dänemarks geleistet, ist dem .Journal des Dcbats" zufolge cin schamloser Angriff gewesen. Die Stimmung nach Einheit, die damals in Deutschland vorherrschend gewesen sey, habe diese Macht dazu ver anlaßt. Zu diesem Wunsche nach Vereinigung hätte sich noch der gesellt, Deutschland zu vergrößern, und hätte damals die aus Professoren und der Univcrsi» täts-Partei bestehende National - Versammlung sich sogar für die Wiedereroberung des Elsasses ausgesprochen. Der Einfall Preußens in die Dänemark gehörigen Provinzen sey daher vor ganz Europa getadelt worden, und könnten sie (die „Debats«) der prov. Regierung nur ein Compliment machen, da sie damals die traditionelle Politik der Monarchie verfolgt hätte. Großbritannien und Irland. Die Untersuchung gegen Sefcloge ruht insofern jetzt, als die Acten nebst dem erstatteten Gutachten dcr Sachverständigen über den Gemüthszustand des Verhafteten aller Wahrscheinlichkeit nach dem Staatsanwalt vorliegen, um seine ferneren An-träge in der Sache zu formiren. Wenn, wie bereits verlautet hat, die Geh. Räthe Martini und Easper den Sescloge für unzurechnungsfähig erklärt haben, so wird von Erhebung einer Anklage nicht die Rede seyn können, Rußland. Aus Ka lisch, 2l. Juli, schreibt man dem »Const. Blatt«: Der Fürst von Warschau, welcher noch immer im südlichen Rußland weilt, wird »! wenigen Tagen nach Warschau zurückkehren. Dec Kriegs-Gouverneur, Fürst Gorcz^kow, hat in Ab. Wesenheit des Fürsten Paskiewicz ein strenges Sol' datcnregimcnt geführt, — Es werden in Polen, wo die Ernte so eben beginnt, fortwährend ilicserungc" für das Militär abgeschlossen, aus welchem U>n< stände man für das fernere Verbleiben der in Polen stehenden drei Infanterie - Eorps mit dcr zu de»' selben gehörenden zahlreichen leichten Cavallerie ui'd Artillerie mit Sicherheit schließen kann. — Wie Re>< sende aus dem Innern Nußlands versichern, herrscht gegenwärtig in den großen Gewchrfabriken cinc noch größere Thätigkeit als zuvor, was vielleicht in deM Umstände seinen Grund hat, daß dic Armee nach und nach mit besseren Gewehren neuerer Construction ver-sehen werden soll. Vsmanisches Ucich. * Man schreibt aus Eo nsta n tin op c l, 14. Juli: Die Nachrichten aus Bosnien und dcr Bulgarei ge-stalten sich täglich beruhigender. Ungeachtet der in unzähliger Menge in beiden Provinzen ausgestreute", anarchischen Schriften, vermochte doch die Insurrection keine erheblichen Fortschritte zu machen. Am l 5. IulN traf Omcr Pascha in Pristina ein; am 17. brach seine aus zwci Bataillons Infanterie, zwei Schw"-dronen Kavallerie u»d sechs Geschützen bestehende Vor-Hut auf, um gegen Bosna Serail zu marschiren-Die Richtung dieser Expedition nach dem Herzen voll Bosnien beweist augenfällig, d^ß die Ruhe in Äul' aarirn dercils hergestellt ist, und wenn Omer Pascha sich einstweilen mich Mssa bcg/ib, so geschah es nur, um die daselbst befindliche Garnison zu mustern. Vo" da begibt er sich unmittelbar nach Travnik, wo er vorsichtshalber l 5 Bataillons Infanterie, 12 Schw"' droncn Eavallene und 30 Geschütze an sich ziehen s^l-Vor seiner am l<). Juni erfolgten Abreise uon Pli< stina empfing er eine bosnische Deputation, an derl^ Spitze sich dcr alte Derwisch Bey befand. Dcr Pascl'tt sandte ihm schü'ftlich seine Unterwerfung ein. Die bosnischen Katholiken, römischer Confession, ließen ihm, als dem benlscnen Stellvertreter dcr Pforte, fönn^"> ihre Ergebenheit dczeigcn r...v "Nattc,, sich l>^' seinen iUeinl'ilmngcl, znr Wl'ctmhcrstellling der gcfttz' lichen Autorität sich wctt'thatig anzuschließen. Neues und Neuestes. ' Wien, 28. Juli. Der Eindruck, welcher die heute von dcr „Wiener Ztg.« verkündete, mit a. !)-Entschließung vom gestrigen Tage erfolgte Amnesty rung der meisten Wiener Octobcruerurtheilten in der Stadt macht, ist durchweg cin günstiger und herz' erhebender. Man versichert, der Wiener Gemeinde rath werde dießfalls eine feierliche Danksagung aN den Stufen des Thrones niederlegen. ' Von Seite des Ministeriums der Landcscultur und des Bergwesens sind in jüngster Zeit die nöthi-' gcn Verfügungen zn einer beabsichtigten I^ulln» sctzung des Karstes im Küftenlande eingeleitet worden. Telegraphische Depeschen. * Berlin, 27. Juli. H^ite ist die Abberufung der preußischen Bevollmächtigten von Frankfurt a. M. erfolgt. — A"s Schleswig nichts Neues. — Die Flotte, von der m einer der letzten telegraphischen Depcsclien Meldung geschah, M keine englische, son-ocin eine neue russische seyn. — Auf der' Börse beschränktes Geschäft, Wie„ 97,^ bezahlt. 5 London, 24. Juli. Die Regierung erklärt, sie werde die Verlängerung der Fremdcndill bci dein Parlamente nicht beantragen. * Frankfurt, 27. Juli. 4'/.,perc. Mctalliqucs 73'/»i 5perc. 83^. Uechselcurs ^«f Wien 10:;. 5 Aus Paris wird vom 24, d. brieflich ge-meldet, daß das Ministerconseil beschlossen habe, d,e (5invcrlclbling Neuschatels in die Schweiz über Anregung einer englische., Note als vollbrachte Th"t-sache anzusehen, und überhaupt in dieser Angelegenheit sicb im Einklänge mit England zu benehmen. Wir lassen die Richtigkeit dieser Angabe vorläufig dahin gestellt seyn; doch wäre es nützlich, wenn das preußische (Zaoinet Gelegenheit fände, sich über die Zuverlässigkeit und die Treue brittischcr Sympathien jetzt, wo cs besonderen Werth darauf zu legen scheint, eines Genaueren zu belehren. 77« Aus meinem Tagebuche. Von (5