EchrMeittmg: VtathauSgasse Nr. 5 «»rechst»»»«: lil«ltch rmti «»«»»tzaie »n E«»a»». Rti«-U|r) ««» ii—it Utzi »«tm. H-»»«chr»«»c» »litt i'omtnlolt öm-|ta»aat(a attt »crürr d Iijft f«t-tdUBtra »ediihrni riijtgm. — Bei wu»»r»»l»»>«» Vrkls-utli|. Dtr.X«»tjchr ©acht- nfchrist >«><» e«itntojsnM«ima!t|äing OkKtl>|trit . I . . K DC-BIIi« ■»«tan» atz»»«» stch »ti £:i)4fieti!il)reisiuntt< »H»ck» Snütataai •- *t» ü »t tu. krelesten Orten verantwortlich gemacht ist, dann wieder die Repräfeniation«dame, die jeden Besuch bei der Abteilung empfängt: — „Belieben weiter zu spazieren, die Herrschaften sind «»«gegangen, oder beim Speisen, sonst weiß ich nicht« Neue«"; dann wieder ist er der ernste v»s»hlsübermittler vom Tore ihr Schweigen nicht die bewußten Unwahrheiten de« Leitartikel« im Narod bekräftigen, denn sie halten damit die Arbeit de« ArtikelSschreibns im Narod unterstützt, die darauf abzielt, die Cillier Slovenen zu kräftiger gemeinsamer Gegenwehr zusammenzuschließen. Der „Narod" wollte den Dr. Sernec geschont gewissen; er will ihn in den pervakifchen Kawpsesieihen nicht missen, die Einig» keil soll nicht gestört werden, — darum die Beschönigungen und die Spaziergänge um die Wahr-heit. Unsere wahrheitsgetreue» Feststellungen kamen raiürlich d m Herrn Dr. Sernec sehr ungelegen und er glaubt sie durch eine § 19 B richtigung, die wir hier solgen lassen, au« der Welt schaffen zu können. Diese Berichtigung lautet: ,,E« ist unwahr, daß ich zur Zeit de« Ab« schlufse« de« Kaufvertrages mit H. Na«ko schon wußt', daß da« Grundstück zur Erbauung einer deutschen Schul» dringend benötigt wird und daß ich 5000 m2 Grund für diesen Zweck verkauft». Richrig ist e« vielmehr, daß Herr Viktor Na«ko durch einen der flovenischen Partei angehörigen Herrn unter der Angabe, daß er selbst bauen werde, um den fraglichen Grund anfragen ließ, daß der Ausfluß der .Dijaska kuhinja* zwei Mitglieder d»S Ausschusses, darunter mich bevollmächtigt», da« beiressende Stück jedoch nicht unter 5 fl. per Quadratkl^fier zu verkaufen, daß wir beide Be-vollmächtigten fohin den Grund «it Herrn Na«ko absteckten und in den Punkiationen vom 15. März 1906 an Herrn Viktor Nasko zu V fl. per Qua« dratklafter unter Empfangnahme eine« Angeldes von 2000 K namens der , Dijaska kuhinja* richt«» giltig v» kauften und daß ich zur Zeit diese« Ver-kaufabschschlufse« weder wußt» noch »ine Ahnung davon halt», daß dieser Platz sür eine deutsche Schule bestimmt sei. Richtig ist e« aber, daß ich einige Zeit nach dem 15. März 1906 von dieser d-r Kaserne, wohin ihn Trompetenrus befühlt, zu« Feldwebel, zum Rechnung«unterosfizier, zu den Oifizi»r»n und dem Kommandanten; sür diese ge» nannten höheren Herren ist er zugleich Ablagerung«-ori aller durch schlechte Laune und Nervosität her-vorgerufenen Flüche, Schtlt- und Schimpfwort« u. f. w. u. f. w. Und wenn dieser arme Bursche so den ganzen Tag hin und her, treppauf, treppab gejagt worden ist, dann darf er zu« Lohne nacht« nicht schlafen! Er darf nacht« nicht schlafen; allda« junge Blut, durch die Kasernordnung systematisch zum Schlafengehen um 9 Uhr erzogen, schnarcht in den Kompagniezimmern, und er darf al« Amt«», Wach- und Aufflcht«organ für seine Vertrauen«« Würdigkeit nicht fchlafenl Nach dieser kurzen Einführung will ich erzählen, wie e« mir ergangen ist und ich kann ruhig darüber erzählen; denn mehr al« 20 Jahre sind vergangen und noch diesem Zwischenraume wird mir keiner mehr vorwerfen, daß ich einseitig färbe oder zu dick auftrage oder irgend wem »ein« anhängen" will. Der Kompagniebesehl vom Tag vorher hatte meine werte Person in besonderer Ansehung meiner Vertrauen«würdigkeit rühmend erwähnt: „Den Tag hat morgen Korporal Müller, Jnspektionsgefreiter Sedlaczek"; e« war da« erstemal, daß ich dieser Ehre teilhaftig wurde. Der hehre Tag erwachte und brachte mir außer der mit Stolz gemischten Unruhe nicht vielleicht bestehenden Absicht Kenntnis erhielt, davon in der Au«fchußsitzung der .vijaSka kuhinja' Mitteilung machte, daß dieser Verein jedoch zu dieser Zeit nicht mehr von den giltigen Punkiationen zurück« treten konnt», sondtrn durch den Vorvertrag ge« zwungen, d»m Herrn Viktor Na«ko mit Kauf« vertrag von 7. Mai 1906 nicht 5000 m' um ungtfähr 12000 K sondern 2721m2 um den Kauf-fchilling von 9312 K durch mich und durch ein zweite« Au«schußmitglied verkaufte. Cilli, a« 10. September 1906. Dr. Sernec." Dem gegenüber halten wir daran fest, daß Dr. Sernec vor dem Vertragsabschlüsse, —> wir verstehen darunter selbstverständlich den endgil« tigen Vertragsabschluß — davon Kenntni« hatte, das. ver Grund der „DijaSka kuhinja* für die deutsche Schule gebraucht werde. Um dem Gedächt« nisfe de» Herrn Dr. Sernec etwa« nachzuhelfen führen wir an, daß zur Ersparung verschiedener Uebertragung«gebüren der Versuch unt»rnom««n wurde, Dr. Sernec dazu zu bewege», daß er den Grunv direkt an die Stadtgemeinde verkauf», wa« er aber mit der Begründung ablehnte, daß er die« nicht gut tun könne, ohne sich Angriffen au«zu-setzen. Auch fügte er damal« „lächelnd' hinzu, daß der Grund billiger zu haben sei, wenn an der neuen Schul« „doppelsprachig" unterrichtet werde. Herrn Dr. Sernec beliebt e« ferner in seiner Be« rechtigung nur von den 2791 m* zu sprechen, die zu Zwecken der deutschen Schult an Herrn Nasto verkauft wurden; daß auch noch ein Grundstück der .DijaSka kuhinja* zu dem nämlichen Zwecke an Herrn Westen verkauft wurde, scheint vorübergehend seinem Gedächtnisse ent-schwunden zu sein. Wie au« der Berichtigung des Herrn Dr. Sernec übrigen« hervorgehen soll, ist seine Hand-lungSweise durch einen Beschluß des Aus- Muße zur Vorbereitung, die, wenn auch nicht ge« rad» im Gebet», so doch im Ausruh»n oder F»rn< bleiben von der Vormittag«arbeit bestehen könnte; das gibt es nicht! nur schön mittun; also zuerst das gewohnte Frühstück, bestehend aus einer halbe» Schale schwarze« Kaffee, zum Zubeißen eine halbe Stunde Gelenksübungen mit Laufschritt und Knie« beugen im Kasernenhofe; hierauf Spaziergang auf die Schmelz; damit es besser ausschaut. „Habt acht!" auf dem harten Pflaster bi« zur „Linie*. Man sollte nicht glauben, wie rasch die Zeit ver« geht, in nicht ganz einer Stunde ist man schon auf der Schmelz, dem lieblichen Orte der Sehnsucht; und daß man sich dort nicht unter schattigen Bäu-men in anregendem Gespräche über die Tagesneuig» feiten oder in geistreichem Plaudern über die neueste Erscheinung in der Literatur verständigt, mag schon au« dem Beiworte sich ergeben, da« die Exerzier« Plätze aller Garnisonen führen:. „Schindanger", „Flegelwies«' u.s.w. Zum Schlüsse, weil noch «in wenig Zeit übrig, ein kteine« Gesechterl gegen den Schoitenwald und wenn all» genug haben, »ndlich der H»i«w»g unter dem Bellen und Knurren aller Mägen. E« winkt endlich der schönste Augenblick: das gemeinsame Souper und die darausfolgend« Ver« dauungsrast in dir „Horizontalen". Aber nicht so sür den Tag»«korporal! Rasch umkleiden, putz»n lassen oder am besten selber putzen und einige Brocken hinuntergewürgt! Dann Dienst« Seite 2 .Deutsche Wicht' Nummer 73 schufses der «Dijadka kuhinja* vollkommen gedeckt. Die Schuld wird damit aus die Schultern der Au«fchußmänner überwälzt, die in völliger Kenntnis der Sachlage der VertragSerrichtung zustimmten, ohne auch nur den Versuch unternommen zu haben, den Kauf rickgängig zu machen. Zur Steuer der Wahrheit und im Interesse der deutschen Sache mußten wir uns etwa» eingehender mit dieser Angelegenheit befassen; im Grunde genommen ist e« uns jedoch völlig gleich» giltig, ob nun der Obmann der .DijaSka kuhinja*, Dr. Sernec allein oder die gesamten Au»> schußmitglieder de« Vereines von der slovenischea Oeffentlichkeit für die werktätige Unterstützung, die sie dem deutschen SchulhauSbaue angedeihen ließen, verantwortlich gemacht werden — wir bleiben in jedem Falle der lachend» dritte Teil. Fon unserer Südmark. In diesen Tagen fand in Wiener-Neustadt die Hauptversammlung de« Bereine« Südmark statt, die einen erhebenden Verlaus nahm. Mi« großer Begeisterung ward jener Bericht engegengenommen, der die B esied lu n g s arbeit behandelt. Die Versammlung — es waren Vertreter au« allen Gauen Jnnerösterreichs erschienen, Männer, Frauen und Mädchen — ward von der Begeisterung derart ergriffen und fortgerissen, daß sie die ursprünglich bestimmte Summe von 25 000 Kronen, die alljährlich zur Ansiedlung deutscher Bauern im bedrohten Südmarkgebiete aufgewendet werden sollen, auf 30 000 Kronen erhöhte und einen Zusatz beschloß, daß jährlich m i n d e st e n s 30 000 Kronen für BtsiedlungSzwecke verwendet werden müssen. Noch in diesem Jahre werden 7 deutsche Bauern» familien, etwa 50 Köpfe start, in Uniersteiermark angesiedelt werden. Jede deutsche Ansiedlerfamilie verursacht ungefähr einen Kostenaufwand von 3000 Kronen; es werden also mindestens 10 Bauern» familien alljährlich im Südmartgedieie angesiedelt werden. Zuerst dachte man an die Hienzen im benachbarten Ungarn, die schwer unter der natio» nalen Bedrückung durch die Magyaren leiden, doch hat die ungarische Regierung frühzeitig Wind bekommen und die Werbung sür die Südmart ver» titelt. ES werden jedenfalls Männer herangezogen au« hartem Holz, die den nationalen Kamps kennen und al« treue Volk«genossen ihre völkische Pflicht erfüllen. Die Besiedlung«arbti« liegt in bewährt schaffen« freudiger Hand und wird von Umsicht beraten. Die Ansiedler werden «ich! versprengt, fodaß sie im slavischen Meere untergehen müssen, sie werden viel mehr nur dort angesiedelt, wo sie einen Rückhalt an einer deutschen Gemeinde haben. Zu Zwecken der Besiedluna wurden bisher zwei groß xt Güter Übernahme vom Vorgänger, Wachp-irade und nach Beendigung derselben verirauliche« Gespräch zwischen Jnspektion«ossizier und den Tagcharaen. bei dem natürlich nur der erstere da« Wort führt und da« da meist au«klingt: .Peinlichste Ordnung und Rein» lichkeit, Schweinereien dulde ich nicht, verstanden? und wenn ich einen in der Nacht schlafend er« wische — vergehen im Wachdienst. Sterne herunter vom Kragen! Drei Monate Festung! Ketten! Ber standen? Ab treten!" Na. da« wäre vorüber. Kaum im dritten Stockwerke und ein wenig nach dem Rechten ge« sehen — der Tage«»Korporal muß alle« sehen — ertönt von der Kasernenwaclie da« Signal; also hinab in den Hos: .Von jeder Kompagnie zwei Mann in« Magazin! Abtreten!" Rasch mit d,m geheimnisvollen Befehle zu« Feldwebel; der hält gerade Siesta; »Herr Feldwebel, ich melde gehör» famst, zwei Mann . . ." „Schaun«, daß zum Teufel kommen! Gehn« zum ZupSsührerl" „Tagcharge l" ruft der Herr RechnungSunterl ossizier auS d»r Kanzlei: „Geh'nS 20 Gulden wechseln, aber Sechserln und Kreuzer!" (Es war auch noch gerade Löhnungltag.) Also raich fort zum Greisler, zum Brannt meiner, zum Bäcker, zur Milchfrau, überall war schon ein Anderer wechseln gewesen; der Empsang bei der Rückkehr: „Warum kommen'« denn so spät, Sie Schlafhauben! Ich werde Ihnen nächsten« im steirischen Unterland« angekauft, die nun zu Bauerngütern zerstückelt werden. Ein schöner Ansang ist gemachl worden, e« wird und muß un« gelingen, )ie Besiedlung«arbeit noch in größerem Maß» itabe voinehmen zu können. Dazu ist aber nötig, daß wir olle unsere Kräfte anspannen unZ gern und freudig unsere nationale Sieuer rnirichten. Im Bericht«jahre 1905 hat die nationale Selbst» >esteuerung im Südmarkgebiete zu einem schönen Erträgnisse gesührt, doch soll e« unser Ziel sein, dasselbe zu verdoppeln, damit die Südmark noch größere Ausgaben erfüllen kann. Außerordentlich wichiig waren auch noch jene zur Besprechung g-siellien Anträge, die sich mit der Hebung der Wohlfahrt der arbeitenden Schichten unseres Volkes befaßten. Ueber Be» schluß wurden die Vorarbeiten zur Schaffung einer großen StellenvermittlungSanstalt in Wien einge» leitet, womit ein Arb eilS m a rkt. eine Arbeit«, börse sür die deutsche Arbeiterschaft geschaffen wer» den soll, wo sich Aibot und Nachfrage begegnen können. Wanderlehrer Heger, herzlich begrüßt, er» munterie zu großzügiger Wirtfchaftspolitik. Sein« Anregung galt der Schaffung einer großen völkischen Bank. Auch hier wird zu sofortiger Vorarbeit geschritten werden; der Arbeit««ann Heger ist eine Gewähr dufür, daß eS nicht bei dem bloßen Wünschen verbleiben wird. Zur Versamm» lung sprach auch noch der vom Vereine neu ge-wonnene Wanderlehrer Hoher. I« dem Manne ist eine seltene Willenskraft aufgespeichert. Er reißt mit sich fort und was er predigt, ist en kräftige« Wollen. Er ist so ganz ein Jünger des Welt-weisen FeuchterSleben, der das Evangelium von dem alle« besiegenden menschlichen Willen verkünde«. Von ihm gehen kräftige Ströme nalionaler Be» geikterung au«; er ist ein Wecker de« National« gefühl«. Wanderlehrer Heger dal »in Grundbuch angelegt, da« allen Ori«gruppen der Südmark al« Vorlage dienen wird. In dieiem Grundbuche wird über die nationalen Verhältnisse der einz Inen Orte genauest Buch geführt, jeder Grün»« und Gebäude-besitz genau verzeichnet, kurzum alle zweckdienlichen Angaben, feien sie scheinbar auch noch so gering-fügig. gemacht. Die Ori«gruppe Eilli ist die erste die sich mit der Verfassung eine« Grundbuche« zu beschäftigen haben wird. Für die vollständige Her» stellung desselben ist eine Frist von einem halben Jahre vorgesehen. Zu Ehren der Südmark gab Neustadt, die „allzeit Getreue", e>n T'achienfest, da« sehr schön und sinnig gehalten war. hinter de« romantischen Reckturme und dem altOrls-gruppe al« eine der eifrigsten. Da« Lob ist unverdient, der Rubm gebührt den wackeren Leob» nern. e« soll un« die« aber anspornen, diese An» erkennung au« Feinde«munde auch zu verdienen. Heil Südmark! Teutwart. Füß' machen! Um 3 Uhr mit zwei Mann Erd-äpfel und Mehl fassen, um 4 Uhr Löhnung«-auSzaHlung!" Dann wieder Trompetenruf zur lieblichen Ab» wech«lung! Wie oft ich an diesem Nachmittage die Treppe gelaufen! Um den Leib den lästigen Ueberschwung mit der Patrontasche, am Kops den schweren Nachttopf, genannt — Tschako! Aber alle« hat ein Ende: Besehlausgabe, Abendrapport. In den ZugSzimmern irird es end» lich ruhig, soweit nicht das frische Kommisbrot in seinen Folgen die Abendlüfte durchzlitert. Also schön munter bleiben, es kommt bald der Käsern» inipeklionsosfizier, der seinen Rundpang zeitig an-tritt, weil er auch müde ist und sein Schläfchen machen will; dazu hat er ja im Wachzimmer seinen Divan. Auch der ist bald abgefertigt. Und ich pendle hin und her und lehne an einem Pfeiler und gehe wieder, die lang zurückgehaltene Müdigkeit schleicht in die Glieder; wenigsten« setzen wirst du dich ein wenig. Also lauilo« mit einer Bank au« dem Zimmer in die finstere Nische und den Kotzen da» rauf. Ah! das Sitzen tut wohl! Wenn nur nicht da« Blei in den Füßen so ziehen würde, also die Füße herauf auf die Bank! Aber ja nicht schlafen! Da« wäre ein Unglück und ich philosophiere, ob-wohl da« beim Militär verboten ist, und denk» da-rüder nach, wozu ich wohl hier sitzen und wachen muß . . . politische Kundschau. Aationale Kämpfe im öaerreichischenKeere. Wie au« Ragusa gemeldet wird, kam e« zwischen tschechischen und magyarischen Soldaten, welche an» läßlich der Manöver dorthin eingerückt sind, infolge nationaler Streitigkeiten zu großen Ausschreitungen, in deren Verlauf die Hornisten, ohne Befehl er-halten zu haben, Alarm bliesen. Ein magyarischer Soldat ergriff sein Gewehr un) schoß im Lause der Streitigkeiten aus einen bosnischen Soldaten, der in einer Baracke lag und sich an den Aus-schreiiungen gar nicht beteiligt hatt». Als Ossi-ziere, durch den herrschenden Lärm und durch die Alarmsignale ausmerksam gemach», herbeieilten, ge-boten sie den Soldaten Ruhe. Doch gelang ihnen die Wiederherstellung der Ordnung nur «it schwere» Mühe. Mehrere der Teilnehmer an den Aus« schreitungen wurden durch Schüsse verl'tzt. Es wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet und den Soldaten verboten, bis aus weiteres die Werke zn verlassen. Da» Staiionskommando verfügte die Ausstellung von Doppelposten bei den Werken, um dem Verbote größeren Nachdruck zu verschaffen. — Man lieht, unaufhaltsam, mit Naturgewalt, zieh« der nationale G.danke auch endlich das Heer in seinen Bannkreis. Kie Südslave« und de» leaöfichtigte Kaiser-besuch i« de« Neichskauden. Die Nachricht von dem deabsichligten Besuche des Kaisers in Dalmatie» und Bosnien, welcher Plan angesichts der in den Südslavenländern auftretenden Erscheinungen aber bereit« in« Wasser gefallen ist, hat die Serben sehr erbittert. Die „Jugoslovensta Unia" (Sütslaoische Union), das Organ der irredentistischen Serben, welche« von einem boSnlsch-herzeaovinischea AuS« wandererausschusse geleitet wird, schreibt, daß der Ka serbesuch in Trebinje eine Ueberschreitung des Berliner Vertrage« sei. Da« Blatt sordert Italien auf, im Augenblicke wo der Kaiser von Oesterreich herzegovinischen Boden betritt, sein» Kri»g«flotte «ach Amivari zu »nistnd»», damit di» Bedeutung der österreichischen Manöoer in Dalmatien und Herzegovina abgeschwächt werde. Schließlich richtet da« allserbische Blatt an den Fürsten von Monte-negro die dringende Aufforderung, unter keiner Bedingung seine Absicht duichzusühren, seinen Sohn zur Begrüßung deS Kaisers nach Ragusa zu ent-senden. $i«< tschechische Pilgerfahrt nach de» s»d-slavischen Zkiemont. Die Tschechen pilgern heute Beim versperrien Tor steht ber Posten, vom Einbrechen ist also keine Rede! Diebe! Zum Weg« tragen außer Flöhe und Wanzen gibt eS nichts! Vielleicht als SittlichleiiSwächier, damit kein nacht-licher Damenbesuch ... na. dem Tages-Korporal ging» schlecht, der des Herrn Zugführers Liebste beanstände» wollte. Feuersgesahr! Höchsten« ein» Ga«explofion! Ja, im Kriege, vor dem F.inde. wenn eS um da« Leben der Brüder und da« eigene geht, da wird «an schon die Lugen offen halten; so draußen auf der Feldwache, der Gegner vor de« Winde, wenn sich wer anschleichen wollte, wie würde die V»d»tt», der Feldwachkommandant in die Nacht hineinlauschen und «it den Ohren sehen, wenn ein Schritt stapst oder da« Gewaffe verräterisch klirrt. Und so deutlich sehe ich «ich draußen i« Felde und höre wirlich Säbtlklirrtn und einen du«psen Tritt; laß ihn nur näher ko««en, ich hab' dich schon gehört! Aber da saßt mich eine Hand an der Schulter — ist da« Trau« oder Wirlichkeit — ganz gleich, ich kann mich nicht ausroffen. so muß eS Hypnoti-sierien gehen; die Hand rüttelt mich, ich öffne die Augen und sehe eine Gestalt vor «ir und ich kann noch immer nicht ausstehen. „Aber Korporal! in de« Teufel« Namen!" Da« Wort weckt wie Dolchstich meine Sinne; ich springe aus, will falu« tieren, der Tschako war mir vom Kopse gefallen und ich erk.nne den Haupimann von der Nachbar-kompagnie, der heute Regimentsinfpektion hält. Nummer 73 „Deutscks Macht Seite 3 nicht «ehr nach Moskau, wo ein „ungesunde« Klima* herrschen soll, sie gehen den Bomben au» de« Wege und veranstalten Wallfahrten nach dem neuesten Mittelpunkte ollslavischer Verschwörer. 300 tschechische Sokolisten find am 7. d. Ml», in Cetinje eingetroffen. Bereit» an der Grenze von einer Abordnung in Njegusch empfangen, wo sie festlich bewirte« worden waren, wurden die Gäste a« Stadttore vor Cetinje von einer zweiten Ab» ordnung erwartet, die sie unter Musikbegleitung in die beflaggt« Stadt geleitete, deren Bevölkerung ihnen einen stür«ischen E»psang bereitete. Der Zug bewegte si$ bi» zum sinnliden Palai», wo die Sokolisten dem Fürsten Nikolau«, der mit zwei Söhnen erschienen war. huldigte». j>ie südslavische Bewegung tritt immer mehr in die Erscheinung, sie dräng« sich der Beodach» tung geradezu auf. Im „Pesler Lloyd' verknüpft ein ehemaliger kroatischer, mit den Magyaren lieb» äugelnder Abgeordneter, ein sogenannter „Maiya-ront* seine Beobachtungen zu folgender Beirach« tung: „So unverantwortlich auch die Fiumaner Au»schre«ungen sind, «an brauchte sie nicht be« sonder» ernst zu nehmen, wenn sie vereinzelte, zu» sällige Erscheinungen wären. Doch ist in der letzten Zeit in der kroatischen Sphäre manche» vorgefallen, wa» auf einen logischen Zusammen-hang, auf eine gemeinsame Ursache verschiedener Ausschreitungen hinweist. E» war bei allen diesen Anläffen Politik im Spiele, und zwar von jener Art, die in Ungarn Kopsschüiteln erregen muß. Da hat einer von den kroatischen Abgeordneten auf dem Literatenkongresse in Sophia von den Segnungen der slavischen Solidarität gesprochen und in sehr wegwerfender Wa? von de« „Drang nach Osten' geredet, der angeblich Oesterreich-Ungarn erfüllt. Noch schlimmer äußerte sich dieser Kroate über die Gewaltherrschaft, welche Oester-reich'Uagarn in Bo»nien und der Herzegooina au»übt und über die unnennbaren Leiden, welche die dortig« Bevölkerung zu ertragen hat. Woher di« Solitarität zwischen Kroatien und Bulgarien kommen soll und wo hinaus sie will, da» verstehe, wer kann; doch die» mag noch hingehen. Wenn aber ein Kroate Jeremiaden über die Zu» stände in d«n okkupirrt«» Provinzen anstimmt, so zeugt die» nicht nur von politischer Taktlosigkeit, sondern auch von lügenhafter Information. Freilich ist dieser merkwürdig« Redner durch den emsti«« «igen Beschluß d«» Agramer Gemeinderote» de»-avouiert worden, denn dieser hat ohneweit«r» die Annexion Bo»nien» und der Herzegooina al» Herzenswunsch au»gefprochen und di« staat»r«cht-lich« Zug«hörigk«it dieser Provinzen zu Kroatien deklariert. Daß Fiume und Dalmaticn al» troa-tisch« Zukunsi»g«bi«t« anzusehen sind, darüber ist hier alle Welt — namentlich seit der Fiu«aner Resolution vom 3. Oktober v. I. — ebensall» vollständig im klaren. Wie alle diese Wünsche und Forderungen zu Tatsachen werden sollen, darüber zerbricht man sich hier nicht den Kopf. Die seit dieser Resolution besiegelte Verbrüderung mit den Ungarn wird daiiir schon zu sorge» wissen. Nun bist du verloren! Festung, Ketten, durchzuckt da» Gehirn; ich ordne rasch Rüstung und Kopf» bedeckung und melde mich. „Sie Korporal! So ein Roßschlas! und im Dienste I Schämen Sie sich nicht?' Mir schnürt» die Kehle zusa««en und mit erstickter Summe dringe ich herau»: „Herr Hauplmann! Mein erster Dienst al» Tagcharge, Vormittag di« U«bung, Nachmitiag Fassen und immer auf den Beinen, «ich hat der Körper übermannt!' .Hinein «it der Bank I Die Augen gewaschen! In einer Viertelstunde komme ich wieder. Wenn ich Sie wieder schlafend finde, tragen Sie die Folgen,- Und daß der Befehl vollzogen wurde! Zu» rückgekommen ist der Kapitän nicht, aber geschlafen hab« ich auch nicht m«hr. Al» ich ihn morgen» auf d«r Treppe mit pochendem Herzen grüßte, traf mich «in strrnpv«rwtif«nder Blick; mir aber quoll da» Herz vor Dankbarkeit. Wie aber, wenn mich ein sogenannter Scharf« macher betroffen hätte? Wa» dann, wenn nicht der einsichtige, reife Hauptmann, sondern der Herr Kadett inspiziert? oder wenn der Herr Oberleutenant vom Wirt»« hau»iische weg, in der Such« unbedingt etwa» aus« zustöbern den Ahnung»losen anschleicht? Dann ist eben da» Unglück fertig 1 Der arme Bursch« mit dem natürlichen, durch die militärische Erziehung künstlich gesteigerten Ehrg«sühl i« Leibe, > Wozu wäre sie sonst aus der Welt? Vor einigen Tagen wurde in Agram «ine landwirtschaftliche Ausstellung eröffnet und bald darauf erschienen dort Sokolisten au» Böhmen und Galizien, au« Krain, Serbien und Bulgarien. Reden und Toaste über die slavische Solidarität wollten da kein Ende nehmen. Persönlichkeiten, deren offizielle Stellung immerhin zu einiger Vorsicht ermähnen sollte, nahmen an dieser allgemeinen Begeisterung teil, ja e« wurde der politische Reisende Klosac auf die Schultern ge-hoben und wie ein Held herumgetragen. Nimmt man noch die Fiumaner Ausschreitungen der So« kolisten hinzu, so läßt sich e n inniger fortlaufender Zusammenhang aller dieser Erscheinungen, die sich innerhalb weniger Tage abgespielt habe«, nicht leugnen. Und da steh>n wir denn vor kontinuier« lichen Aeußerungen eine« chauvinistischen Paroxy«« n>uS, der schon deswegen zu denken gibt, weil er in den verschiedensten politischen Lagern und in allen Bevölkerungsschichten Kroatiens sich bemerk« bar macht.' Per italo-slavische Zt««d. In Rom hat man einen „Jtalo-slaoischen Bund' gebildet, der «S sich zur Ausgabe gemacht hat, die Zwistigkeiien unter den österreichischen Italienern und Südslaven beizulegen und sie vielmehr zu gtmeinsamem Handeln gegen Oesterreich und da« Deutschtum zu vti bänden. Das männliche Italien. Wenn in Oesterreich den Italienern auch nur im Geringsten Unrecht geschieh», so flammt die Entrüstung darob in der lombc^difchen Tiefebene und in den Abruzzen auf; al« dagegen Deutsche in den Badenitagen nieder« geknallt wurden, gaben die deutschen Reichsphilister die Losung au«: „Nur ja nicht einmengen in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs.' Auch in riefen Ta>,en zeigt Italien seine Strimmhei« und sein völkische« Selbstbewußtsein. Der italienische Konsul hat im Namen seiner Regierung gegen die kroatischen Gewalttaten in Fiume entschiedene Verwahrung eingelegt. Ans Stadt und Land. ZSeeidiguug des Bürgermeisters. Heute, Donner«iag, um II Uhr vormittag», finde« die eidliche Angelobung de» neugewählten Bürger« Meister», Herrn Dr. Heinr. v. I a b o r n e g g und d>« Bürgermeister-Stellvertreter», Herrn Dr. Gregor Jesenko, im Gemeinderat»saale statt. glittet Serschöucrungsverela. Dem Ver« schönerung»verein gingen in letztem Zeit folgende Spenden zu: Herr I. Terfchek 5 K, Herr Braune au« der Schweiz !0 K, Herr Jichzeinhaler auS Wien 10 X. Sammlung der Frau Hoffmann auS Wie» 16.20 K, Frau W. Walland 10 X, Herr Dr. Lud. Gubo aus Pettau 10 X. Allen Spendern fei hi'Mit der beste Dank auSgefprochen. Aom Finaujdienst. Der Aufseher der Finanz-wach« Alexiu« Seid! wurde von Marburg nach Cilli versetzt. sieht sich tatsächlich schon mit der Schande beladen, degradiert hinter Kerkermauern, denkt an den Schimpf, den er den armen Eltern angetan, an die verlorene Ehre, wenn er heimkehrt, und findet ge» rade noch Zeit zu einem Abschied«briese, den er in seiner Zerknirschung und Angst in der Nacht auf« Papier wirst: .Verzeiht! ich konnte nicht ander«!' Dann Ade! Die Patrone kostet nicht», und de« teuren Gewehr tut'« nicht weh. Hin und wieder, aber nur in den seltensten Fällen erscheint dann eine kurze Zeiiung»notiz; der Wortlaut ist im«er der gleiche: Schlafend i« Dienste angetroffen, Furcht vor Strafe, die Unter» suchung ist im Zuge. „Oben' wundert man sich, wenn solche Ereignisse regelmäßig wiederkehren, ohne sonderlich an Abhilfe zu denken. Aber zum Teufel l Gibt es denn für unsere Söhne in unserem Volk»heere keinen Schutz dagegen? Stellt nicht zu jedem Mist« Haufen einen Posten und wenn schon, so gebt dem jungen Menschenkind vorherGelegenheit sich autzuruhen. Wir haben ei» Recht mitzusprechen, denn da» Heer ist unser Heer, unser Geld, unser Fleisch und Blut! Einer, der nahe daran war. -S. Z." Kerr Direktor Aolisat. Der Direktor der städtischen Knaben-Volk«schule Herr Josef Bobifut weilt krankheitshalber im Bad Neuhau« und hat sich für da« erste Semester Urlaub genommen. Die Leitung der Schule übernahm Herr Lehrer Goriup. AatHausuhr. Dieser Tage wurde di« Rat» hau«uhr neuhergerichtet und mit einem durch« scheinenden Zifferblatt versehen, da« sich bei der Nacht ganz gu« auSnimmt. Widmung. Herr Johann Peperko bat anläß-lich eines Ehrenbeleidi^ungtprozesseS dem Veteranen» verein in Cilli, sowie der Feuerwehr daselbst den Betrag von je 20 X, welchen er dem Beleidiger alS Sühne auferlegte, gewidmet. Fieaestzkouzert »er Killier Wustkverei««-Kapelle. Da» am SamSiag den 3. d. im Hoiel Terschek statigesundene Benefizkonzer« erfreut« sich eine» außerordentlich guten Besuche». Die Zuhörer« schaft zollte den einzelnen Nu««ern der sorgfältig ausgewählten Vortrag»ordnung reichlichen wohl« verdienten Beifall. Da» Reinerträgni» war ein sehr gute» und ist den wackeren Musikern, di» durch ihre «reiflichen Leistungen un» manche schöne Stunde bereiteten, von Herzen zu gönnen. Ihre Erkennt» lichkeit und gut deutsche Gesinnung bewit» die wackere Musikerschar dadurch, daß sie sür die Bi»«arckwarte au» de« Reinerträgnisse einen Betrag vom 10 X widmete. Durchfahrt de, Khroniolgers. Erzherzog Franz Ferdinand ist am l 1. v. Mt». um '/,4 Uhr fiüh hier durchgefahren. Der Hofzug hielt in Cilli 35 Minut«n. während welcher Zeit ihn der Bäcker« Meister Achleitner mit frifchem Gebäck und der Speisenwirt Küster mit Ei» versorgte. Die Rück-fahrt dürfte am 17. d. Mi», erfolgen. A«glücksfall. Vergangenen Montag ereignet« sich in der hiesigen Zinkhütte ein Unglück»sall. Der Arbeiter Pillich wurde durch ein niederstürzende» schwere» Faß schwer verletzt. sodaß er in» Allge«. Krankenbau» überführt werden mußte. Aom steiermärkische« Aienenjuchtverelu. Am 3. d. M. fand unter dem Vorsitze de» Herr« Direktor Binder, ersten Vizepräsidenten de» steier« märkischen Bienenzuchtverein», eine Sitzung de» Ausschusses diese» Vereine» statt, in welcher der Vorsitzende die Mitteilung machte, daß der bi»« herige Präsident de» Verein«, Herr Dr. Kielhauser, mit Schreiben vom 16. August auf seine S«elle verzichtet hat. Der VereinSauSschuß hat diese Ver« zichtleistung zur Kennini» genommen, Herrn Diret« lor Binder ersuch«, die Geschäfte de« Verein» weiter zu führen und für den 4. Oktober l. I. »ine Haupt-Versammlung «Inzuberuf«», in welcher die fatzung»« gemäßen Neuwahlen durchgeführt werden fallen. Lokal und Stunde werden rechtzeitig bekannt ge« geben. Die Zweigoereine werden gebeten, die er« forderlichen Vertreierwahlen ehesten» einzuleiten. Kollege« Ausammeakaaft. An die ehemaligen Kollegen, welche am 1. Oktober 1881, also vor 25» Jahren zum 6. Fcldartillerie-Regiment (jetzt KorpS-artillerie-Regiment 3.) einrückten und anfangs Sep-tember 1884 als Unteroffiziere beurlaubt wurden, richten die Unterzeichneten die Einladung zu einem Stelldichein am 7. Oktober d. I. in Graz. Die Kollegen werden um recht zahlreiche Teilnahme ge-beten und zugleich ersucht ihre Adressen Herrn Albert Stengl, Graz, Murgasse 6 bis längstens 20. d.M. bekannt zu geben, um rcchtzestig die Einladung samt Programm zusenden zu können. Mit kollegialem Gruße Ludwig Weber, Kaufmann, Kapfenberg; Alois Rieger, Gemeindevorstand, St. Georgen b. Neustadt!; Albert Stangl, Handelsangeftellter, Josef Kompofch, Berg-werksverwalter, Horl Niederösterreich; Karl Schäfer, Genossenschaftsobmann, GleiSdorf. Keeresliklerungen. Vom k. u. k. Militär« VerpflegSmagazin in Marburg werden im Hand« lause bei Landwirten eingekauft, vom 1. September l. I. angesangen: 1000 Meterzentner Heu, 600 Meterzentner Stltustroh, 100 Meterzentner Bettenstroh; vom 1. Oktober l. I. angefangen: 2500 Meier» zen«ner Roggen und 6000 Meterzeniner Hafer. Die näh«r«n Bedingungen sind in der beim genannten Verpfleg«magazin aufliegenden Kund«achuag ent» hallen. Auskünfte im Gegenstande werden dort» amt» schriftlich und mündlich erteilt. „JUfieUnrwUTc" und die Aufgabe« der Gemeinde. Man schreibt un»: In der Sonntag» nummer vo« 8. d. M. hat der .Arbeiterwille' die Noliz über die.Ausgaben der Gemeinde Cilli" zum Gegenstand seiner einfälligen und gehässigen Ausfälle gemacht. Der bekannte Berichterstatter aus Cilli ha« in Form und Inhalt seiner Notiz den vollgiltigen Beweis erbracht, daß ihm jede Lebensart «angelt, daß er seinen pädagogischen Seite 4 Nummer 78 Beruf vollständig verfehlt und von einer kommu« nalen Politik feine blasse Ahnung hat. Die Ver« öffentlichung dieser Notiz im „Arbeiterwille' hin-gegen ist wieder nur ein neuerlicher Beweis, auf welch hohem Grade geistigen Tiefstände« die sozial« demokratische Presse sich befindet und wie groß ihre moralische Verkommenheit ist. Jeder anstän» dige Arbeiter, der sich im sozialdemokratischen Irrwahn noch ein bißchen Geschmack und Leben«« art bewahrt hat, muß, angewidert und angeekelt von so vielen plumpen Gemeinheiten und dumm« dreisten Behauptungen, »in derartige« liesstehende« Preßerzeugni« mit Entrüstung von sich weisen. Di» politisch» Erzithung de« kleine« Mann«« beginnt man nicht damit, daß man in ihm dir niedrigen tierischen Instinkte weck», daß man ihm die Freude an der Mitarbeit zum Gedeihen seine« Gemein« wesen« durch 1Vl)p»rz»niigen Schwindel, welcher nur im verworr»n»n Hirnkastel eine« Einzelnen feinen Spuk treibt, verleidet. J»d»« Gemeinwesen hat in nationaler, kultureller. oolk«nzieherischer und wirtschaftlicher Beziehung Aufgaben von un« aushallbarer Notwendigkeit zu erfüllen, welch» nicht alltin Opfer von dem Einzelnen, sondern auch von der Gesamtheit erford»rn; denn die Vorteile derselben kommen wieder nur der Allge« meinhcit, somit auch dem Arbeiter und kleinen Geschäftsmann zugute. Jede zielbewußte Gemeinde« Vertretung besitzt ein Wirt>chafl«programm; auch die Cillier Gemeindevertretung wird an die Au«-arbeitung eine« solchen denken und herantreten muffen. Keinem balbweg« im kommunalen Leben erfahrenen Politiker wird e« aber einfallen zu d»nk»n. da« gesamte WirtschafUprogramm muß über Nacht v»rwirklicht werden. Ein» Erhöhung d»r Umlagen auf 100 Perzen«. womit der „Arbetterwille" flunkert, ist sür vernünftige Menschen doch nur »in s«hr naive« Schreckmittel, welche« nicht einmal instand» ist. »ine Katze au« d»m Of»nwinkel hervorzulocken, viel weniger ge« eignet »rfch»ini. unsere politisch reisen Kleingewerd?« treibendtn auszulegen. Die sozialdemokratifchen Anbiederungen an dit Cillier Kleingewerbeirei-benden verfangen nicht und dit fozialdemokrati-fchen Utbtrtrtibungtn machen die Partei nur lächerlich. Jtdtr Kleingewerbetreibende weiß ganz g«nau, daß tr zu seinem Gefchäft«betri»b ein ge» wisse« B»>ri»b«kopiial braucht. und daß di»s»« im Vtrhältni« zur Vergrößerung sein?« Geschäfte« vergrößtrt werd«« muß. Wenn die Vergrößerung dt« Bttrieb«kapual« im gesunden Verhältni« zur Leistung«sähigkeit steht und der materiell» od»r national» und kulturrll» Erfolg oder Nutzen die Verzinsung de« Anlagekapital« in finanzieller oder idealer Hinsicht sichert, dann ist eine Erhöhung der Umlagen nichi nur ktrechifertigt und berrch« tigt, fondern ist auch gleichzeitig der Au«fluß einer richtigen Wirtschaftspolitik. Krämerseelen sind noch immer die schlechtesten Kommunalpolitiker geblieben. Ganz eigentümlich berührt eS aber, daß der „Arbeiterwille' sich in ganz auffallender Weife bemüht, die Kleingewerbetreibenden in Cilli aufzuhetzen und sich um die Interessen der Arbeiter weiter gar nicht bekümmert. Eine For« derung der nationalen bürgerlichen Partei, welche immer noch der ehrlichst» Arb»i«»rsr»un» war und ist, g»ht dahin, der nationalen Arbeiterschaft auch in drr Gemeindeverwaltung einen gewiss»n Einfluß zu sichern. Solang» ein» national» Arbeiterschaft nicht bestand, konnte an »in» Vertretung derselben in der G.meindeoertrttung nicht gedacht werden. Von der iniernationaltn sozialdemokraiische» Ar« beiierschaft kann natürlich nicht die Rede fein, weil diese, wie Graz da« schlagendste Beispiel bildet, für die kovmunale Verwaltung eine« deutschen Gemeinwesen« kein Verständni« hat, und wie der »Arbeiterwille* beweist, von den Ausgaben einer ausstrebenden Siadtgemeinde keine blasse Ahnung besitzt. Die Sozialdemokralie hat den Be« wei« ihrer Unreife vollauf erbracht, nur der voll-ständige Mangel an richliger Selbsterkenntnis, wie auch der größenwahnsinnige Eigendünkel treibt biese Partei zu unbescheidenen und ihnen nicht zu« stehenden Forderungen. Wenn dagegen die naiio« nale Gehilfen« und Arbeiterschaft Cilli« in Zukunft eine Vertretung im dritten Wahlkörper an-strebt, so ist eine solche gewiß gerechtfertigt und würde von den nationalen Kreisen CilliS al« ehr-liche Lrbeitersreund» mit vollem Verständnis behandelt werden. Ein alter Cillier. Kive zweite barmherzige Schwester gestorben. Am Montag starb im Allgemeinen Krankenhause zu Cilli die barmherzige Schwester Kolumba an akuter Tuberkulose, die im Anschlüsse an eine TyphuSerkrankung zu« Ausbruche kam. DieS ist ber zweit« TobeSfall unter bot barmherzigen Schwestern des hiesig»« Spitals seit de« Beginn der TyphuSerkrankungen. Wie wir verneh«en, befinden sich gegenwärtig nur mehr fünf an TyphuS erkrankte Schwestern im hiesigen Jfolierfpitale in Pflege, während die übrigen bereits geheilt sind. Seit 14 Tagen ist keine neue TyphuSerkrankung hinzugekommen, fodaß die dortige TyphuS-HauS-»pid»mi» als beendet zu betrachten ist. Knch ei» musterhafte? Seitlicher. Zu der Klaffe der mustergiltigen Geistlichen gehört jedenfalls auch der Pfarrer von St. Veit bei Pcttau, Andreas Bodnik. Infolge der vielen Anstünde, welche sich ergaben, führten vier Bewohner von St. Veit Beschwerde über ihn bei seinem vorgesetzten Dekanate, woselbst man sich auch nicht sehr schmeichelhaft über ihn ausgesprochen und Abhilfe zugesagt hatte. Kaum erfuhr dieS jedoch der Pfarrer, als er folgend Ankündigung an der Kirchentüre anbringen ließ: Offener Bri»f. Krain Johann, | Pernat Franz, Pernat Binzenz, > Kofel, Stesan. Aus ihre beim Techank vorgebrachten Beschwerden wird nächsten Sonntag beim Frllhgoltesdienste antworten der Psarrer von Et. Veit. Also dieser hochwürdige Herr kündigte an, daß er die Beschwerdeführer von der Kanzel herab ver-donnern werde, da sie eS wagten, feinem Treiben, daS für einen Gesalbten deS Herrn gerade nicht musterhaft ist und welches in der ganzen Pfarr-gemeinde Anstoß erregt, einen Damm entgegenzusetzen. Aber diese Menschen glauben, daß sie tun und lassen können waS sie wollen, und daß eS niemandem er-laubt fei, ein Wort über ihr Treiben fallen zu lassen, aber schon gar nicht, Beschwerden gegen sie vorzubringen. Hrweiternng der mittels?ollauftrages ein ziehvaren Aordernngen. Vom 15. September 1906 an wird die Beschränkung de« internen österreichischen Postauftragsverfahrens auf die Einziehung von Förde-rungen bis zum Höchstbetrage von 1000 K für jene Absender von Poftauftrigen, welche ein Scheck-Konto beim k. k. Postsparkasscnamte haben und die unmittel-bare Ueberweisung deS eingezogenen Betrages auf ihr Postsparkassenkonto mittels Empfang-ErlagfcheinS wünschen, aufgehoben. Für die Einziehung von Forderungen von mehr alS 1000 K wird außer dem Porto und der Rekommandationsgebühr sür den Post» auftragsbrief eine Gebühr eingehoben, welche mit 1 K 10 h für die ersten 1000 X und je SO l. sür jeden weiteren Betrag von 1000 X oder einen über-schießenden Teilbetrag der Forderung festgesetzt ist und von der einkassierten Summe in Abzug gebracht wird. Postaufträge, welche die Einziehung von Forderungen auf Beträge von mehr alS 1000 K zu« Gegenstände haben, dürfen stets nur eine Forderung enthalten. Die Nachsendung solcher Postaufträge ist nur innerhalb des österreichischen PostgebieteS zu-lässig. Forderungsdokumente auf Beträge von mehr alS 1000 X werden den Empfängern nicht zugestellt, sondern lediglich durch Zustellung des Aufgabescheins avisiert. Hat der Absender des PostauftragbriefeS mittels einer auf dem Verzeichnisse angebrachten Be» merkung verlangt, daß das Forderungsdokument im Falle der Nichteinlösung sofort ihm selbst zurück» gesendet oder einer zu diesem Behufe namentlich be-zeichneten Person auSgefolgt werde, so ist diesem Begehren Folge zu geben und zwar bei Verweigerung der Annahme des AvisoS sofort, sonst aber nach Ab» laus deS auf die Avisierung nachfolgenden TageS. Auf letzteren Umstand ist auch der Schuldner gelegent-lich der Avisierung durch den Boten der Post oder durch eine entsprechende Bemerkung auf der Rückseite deS Abgabescheins aufmerksam zu machen. Einem verlangen des Empfängers, das Forderungsdokumcnt zur späteren Einlösung beim Postamte aufzubewahren, wird in solchen Fällen nicht stattgegeben. Luftschiffahrten in Hraj. Steiermark au« der Vogelschau zu sehen, war di« nun nur wag» halsige» Luftschiffern vorbehalten. Zur Zeit der Graz er Herbstmesse wird jedoch diese seltene Gelegenheit auch den Mefsedesuchern geboten sein. Der Messe-Au«schuß hat den bekannt»» Lustschiffer Oswald Lische au« Dresden mit seine« Riesen-Fesselballon sür die ganz» Zeit der Herbst» «esse verpflichtet. Lische wird a« Festplatze täglich 40—45 Fessel-Ausstiege machen, an welch»» je zwei bi« 3 Personen teilnehmen können. Jeden zweiten Tag wird der Ballon gegen Abend abge« seilt und unter Mitnahme von zwei Personen »ine Freifahrt unternommen. Im ganzen werden 4 Freifahrten und ungefähr 320 Fesselaufstiege während ber Herbstmesse unternommen. Den Lust- fchiffahrten sieht man allg»«»in mit größter Spannung entg»g»n. Kiffer. (Personalnath richt.) Der Ober-postmeister Andrea« Pr»tn»r in Markt Tüffer warb» in den bleib»nd»n Ruhestand übernommen. Honobitz. (U n s e r e Eisenbahn.) Die Einführung de« Sonn- und FeiertagSzugeS auf der Strecke Pölifchach—Gonobitz wurde sowohl von der Bevölkerung deS Bezirkes Gonobitz alS auch von den übrigen Reisenden tatsächlich «it großer Freude begrüßt. Sie bewährt sich auch, denn gerade dieser Zug ist stet« bi« zum letzten Plätzchen besetzt. E« zeigt sich nun aber auch, wie sehr not-wendig die Einführung »ine« dritte« Zuge« — wenigsten» an Sonn- und Feiertagen — war. Die Bevölkerung unseres Bezirke« gibt sich daher, zumal roschen anvertraut werden, so «öchten wir diese« Ehrenmanne und ehemaligen Wirtschaft«-beamten am liebsten ,,Lo« von Kroatien' zurusen, wa) »r sehr unaern hören soll. Uebrigen« können wir einem gewissen Geldinstitut», da« d»n Bock zum Gärinir gemacht hat. zu diesem Manne nur gratulieren." . . . Vom Benjamin wissen wir. von Kroatien her, daß er keine zerrissenen Taschen hat und wir weid n seinerzeit aus diese« interessante Kapitel noch zu sprechen kommen." Herr Benjamin KuN'j hat d»«dalb gegen unseren Schriftleiter di« Anklage ob Vergeh n« gegen di« Sicherheit der Ehre »ing«dracht. Der gefertigte Sch»is«leiter wider-ruft hiemit den Inhalt de« obigen Artikel«, insoweit sich derselbe aus Herrn Benjamin Kunej bezieht und «rklärt, daß «r nicht d«n mindesten Anlaß hat, denselben irgend einer unehrenhaften Handlung zu beschuldigen. Der Sch«f,l»it»r: Daniel Walter. $«»«. (Ein» gute Weinlese.) Der Ranner Bezirk ist al« ein» W»ing»nend allgemein bekannt. Hrurr verspricht di» Weinkullur von Wisell, Sromlje und 1'ifchätz «inen vorzüglich»» Tropfen, denn diese W»ing»gend «st heuer vo« Hagel ver-schon« geblieben, auch von den üblichen Krankheiten der Rebe. Da« soeben herrschende schöne Wetter mit warmen Nächten wirk« vorzüglich aus die Wein« trauben. Nach Moft der zeiligen Weinsorien wird viel gefragt. Der Rest der vorjährigen F»t.sung wird gut verkauf». Hra^er Herbstmesse. Die Vorarbeiten zur .Grazer Herbstmesse' gehen mit Riesenschritten ihrer Vollendung »ntg»g»n. Sämtlich« verfügbaren Plätze der g«räu«igen Jndustriehalle sind bereit« belegt und eingeteilt und wird Mitte Septe«ber «it der Ausstellung der Objekt« sür di« War»nau«st»llung btgonnen, Die Stände werden, nach den den An-Meldungen beigegebenen Beschreibungen zu schließen, durchweg« gesch«ackvoll, zum Teile sehr kostspielig au«gesta»et sein, zumal einzelne Zelle, Pavillon« u. s. w. einen Anschaffung«wert von 4000 bi« 6000 K erfordern. Für die künstlerifche Lnord-nung werden tüchtige Fachleute forgin. während die „k. k. Gartendaugefellschaft Steiermark«' und der „Berein der Gärtner und Gan> »freunde' das AuS« stkllungSdild «it eine« herrlichen Blumenflor u«. geben werben. Der prachtvolle Jnvuftriehalle>Park wird in feiner Gänze de« M«sse>Prater dienen. Hier soll sich ein lebensfrohes Treiben entwickeln, wie e« Graz noch nicht gesehen hat. Eine Menge sorgfältig «»«gewählter Schaustellungen und Volk«« belustigungen wird in weiter Runbe den Park um« rahmen. Bi« jetzt sind bereit« verpflichtet: eine große Menagerie, «in Hippodrom (Rettschul») au« dem Wiener Prater, «in V«lobrom (Fahrradzirku«), ein für Oesterreich ganz neuartiger Liliputanerzirku« mit den kleinsten Künstlern der Welt^ ein große« kinematographischeS Theater, ein Affen-, Wolfs« und JllusionSiheaier, eine Rodelbahn (für Oester« reich und Deutschland neu!), eine Wiener Pony-Bahn, ein Museum, ein Panorama, Schaukeln und & citusstl« aller Art. Ochsenbraten u, s. w. Beson-bere Erwähnung verdient der für die Gcazer Herbst-messe verpflichtete bekannte Luft>chiff»r Liefche au« Dresden, der «it seine« 750 Kubikmeter GaS« inhalt fassenden Fesselballon lüglich 40 bis 50 Auf« stiege «achen wird, an welchen die Meffebefucher Kummet 73 S-stlcke W«cht- ®eite 5 3 Worte . .. „Altvater" Gessler Jägerndorf. teilnehmen können. Ein große» „Wiener Praier> Feuerwerk" de« bekannten Kunstfeuerwerker» Cuno, da« einen Kostenaufwand von 5000 X etforteti, wird ein seltene« Schauspiel bieten. Täglich werden Konzerte durch 22 Musikkapellen in allen Teilen de« Parke« abgehalten. Festvorstellungen tu den beiden Eiadttheotern und im Orpheum werden in«> besondere den au«wärtigen Besuchern Gelegenheit bieten, hervorragende Kunstkräste kennen zu lernen. Bon sportlichen Veranstaltungen wären Fußball-Wettspiele der besten alpenländischen Mannschaften, ein unter Leitung de« „Steiermärkischen Automobil« flubi* stehend « Motocycle-Rennen und ein Auto-mobil'Korso, sowie Prei«>Ringkämp'e de« Grazer Lthletenklud« .Herkulet" zu nennen. Einen weiteren AnziehunnSpunkt werden die zur Zeit der „Grazer Herbstmesse' veranstaltete Ga>ten- und Gemälde« Autstellung, der städtische Obflmarkt und ein Schreibmalchinen-Wetischreiben bilden. Al» ein für die Alpenländer neuartiger PreiSbewerb ist der Musikkapellen-Wettstreit zu bezeichnen, für den sich 22 Musikkapellen genannt haben. In Anbetracht de« starken Besuch««, der von auSwärtS zu gewär« tipm ist, haben sich tie Bahnverwaltungen bereit erklärt, Sonderzüge einzuleiten und besonder^ Fahr« Preisermäßigungen zu bewilligen. E> höhten Glanz verleiht der Veranstaltung der EbrenauSichuß, an dessen Epitze Se. Exzellenz d-r Eisenbahnminister Dr. Juliu» v. D rscha»a. ver k. k. Statthalter von Steiermark, Se. Exz llnz Manfred Graf Claiy und Aldiingen, Se. Exzellenz LandeShaupimann Evmund Gras Altem« uno Bürgermeister Dr. Franz Graf stehen. Unter dem Schuhe ein«» solchen Ehrenauijchusse» und bei der Arbeitskraft und ArbeiXsreude de« Ausschusses und der Sonder» autschüsse und dank der rcpen Anteilnahme, die sich nun in der ganzen Bevölkerung bekundet, wird da« Werk auch gelingen und die „Geschichte der Grazer Herbstmesse' wird sich rühmlich in die Ge« schichte der Stadt Graz entflechten; aber nicht al« eine Geschichte der Vergangenheit, sondern einer frohen, schönen Zukunstl Schwurgericht. $i» »anskavistischer Agitator wegen Zlnstttkich-keits»erbrechen verurteilt. Bei der am I I. d. M. unter dem Vo> sitze de« k. k. L.-G.-R. Dr. Schüfftliin durchgeführten Schwur« gerichtSoerbandlun; wurde der Echlcssenmister Valentin Graschina au« Schönstein, einer der ärgsten windisch-klertkalen Hetzer Schönstein», wegen an vier unmündigen Mädchen begangener Sittlich« keitSverbrechen zu einem Jahre schweren Kerker« verurteilt. Nanö. Vorsitzender de« Schwurgericht«hofe«: k. k. Krei«gericht«präsident Ritter o. Wuimser. Ankläger: Siaat«anwalt Dr. Bayer, Verteidiger: Dr. Heinr. o. Jaboraegg. Der 56jährige Peter Ovcar au» Reifnig, ein berüchtigter, höchst gemeingefährlicher Land« ftreicher, der bereit« 28 mal vorbestraft und viermal in der Zwan» »arbeitSanstalt angehalten worden ist, hatte sich abermal« und zwar diesmal wegen de« schweren Verbrechen« de« Raube« zu verantworten. Nach Verbüßung seiner letzten Strafe wurde er in seine Heimat«gemeinde Reifnig abgeschoben, die er nach wenigen Tagen am 9. April 1906 wieder verließ. Von Hau« zu Hau« bettelnd, kam er am 12. April zum Pfarrhause von Et. Peter am Kronen« berge (bei Unterdrauburg), bettelte dort und begab sich zum pensionierten Pfarrer Andrea« Keilner, der gelähmt ist, und den er ebenfall« anbettelte. Dieser zog zwei 20«Hellerstücke au« der Tasche und gab ein« davon dem Ovcar, welcher aber auch noch da« zweite Geldstück dem Pfarrer au« der Hand riß. Der Knecht Iamnik bemerkte die« und ver» anlaßte Ovcar, da« Geldstück zurückzugeben, aber Oocar verschwand plötzlich in dem sogenannt, n Pfarrwald, wo er sich hinter einer Kapelle ver-steckte. Al« um halb 8 Uhr abbe im Gesichte, die der Täter durch den Schlag mit dem Steine erhielt. Durch da» Beweisverfahlen wird festgesetzt, daß Oocar vor dem Raubansalle keine Narbe hatte, während nach demselben eine frische blutende Narbe von mehreren Z-uc.en bemerkt wurde. Die Täterschaft de« Oocar ist umso zweifelloser, a>« derselbe eine Person ist, von der man sich eine« Raubansalle« wohl ver« sehen kann. Von seinen 28 Abftrakungen betreffen 8 solche weg?« Verbrechen« oder Uebertreiung de« Diebstahl« und seine Berbrecherlausbahn begann er mit einer r>ie»jährigen Kerketstrafe wegen Brand» leg«, g zu der er sich au« Zorn wegen Verweigerung eine» Älmosen« hatte hinreißen laffen. Die Ge, schworen»» bejahten einstimmig die Schuldsrage weg.« Räude«, woraus Ocoh zu 41/, Jahren schwere» und veischäis en Kerker« verurteilt wird. verstorbene im Monate Äugust 1906. Rosa Kosowiz, 23 Jahre alt, Mechaniker«tochter, Lungeninberkulose. Anna Sapuschek, 86 Jahre alt. HilsSämterdirektorS-Witwe. Altersschwäche. Julie Küster, 70 Jahre alt, Private, Gehirn« lädmung. Frida Blatnik, 12 Tage alt, Näherinskind, Leben»« schwäche. Sebastian Perthold, 77 Jahre alt, k. k. Gericht»« Offizial i. P., Herzlähmung. Am allgemeinen Aranktnhanse: Jofefa Winkler, 77 Jahre al», Stadtarme, Herz-mu«kelentartung. Jofefa Tavornik, 40 Jahre alt. Taglöhnerin Bauch« typhu«. Franz Bertaönik. 71 Jahre alt, Inwohner, Blasen« kreb«. Johann Mumelj, 71 Jahre alt, Ort«armer Alter« schwäche. Krsula Robic, 70 Jahre alt, Einlegerin, Magen» kreb«. Walentin StraSek, 19 Jahre alt, Schneider, Lun» gentuberkulofe. Ursula MuSkatenc, 75 Jahre alt, Gemeindearme, HerzmuSkelentartum«. Antonia Blaustimer. 15 Jahre alt, Magd, Typhu«. Theresie Klemecic, 22 Jahre alt, Magd, Bauch» fellentzüngung. Johann Stanle, 4 Jahre al«, Taglöhnerifohn, Hund«wut. Helena KlenovSek. 36 Jahre alt, Magd. Magen» kreb«. Marie Obreza, 61 Jahre alt, Taglöhnerin, Herz» mu«kelentartung. Sriefkasten der Schriftleitung. Stovenische» nächst Hraz. Besten Dank für die Einsendung. Durch die Berichte der Tagblätter leider bereit« überholt. Wir sind übrigen« froh, daß die Mittelsteirer eine Kostprobe von be« Leben an der Sprachgrenze und den deutschen Sprach» inseln erhielten. Heilgruß! wrtesstrt den Geschmack von Suppen, Sautu usw. Zu haben In allen Dellkatess- a. Kolonialsarenhandlungen sowie 12054 Drogerien. Keil's Außbodenkack ist der vorzüglichste An» strich für weiche Fußböden. Der Anstrich ist außer» ordentlich dauerhaft und trocknet fofort, fo daß die Zimmer nach einigen Stunden wieder benützt werden können. Keil'« Fußbodenlack ist bei Gustav Stiger und bei Victor Wogg in Cilli erhältlich. Ausweis über die im städt. Schlachthause in der Woche vo« 27 August bi« 2. September 1906 vormn^mmenen Schlachiunnen. sowie die Menae und Gattung de« eingeführten Fleische«. Name Sch!chchlUN2t7» bn«. ftIrila in ganzen ena«» eingeführte« Fleisch in Kilogramm de» Fleischer» L 5 3 £ es « e B _s ja O K 1 1 « | n B 'S 0) *a ■e iß s ff «5 ■£ & e B E *3 O* c -Z «7 ö r{»tn,et. Oiuimt, Rlntnv, 'iTxaatfuit ». Vt., 4kal, GMrtiS, H-Nf-k, l'omburn, I»d,a»»^ali». San». »«»st«»Ii»»pci, Ätticcliasrrtj fetM. 8nt»q, Vi>f«l>os. Ll»«r,«l. Vo«C«it. Ct. L»r««d»rs, «ton, Madrid, Man- Ärftn. Hidtomsr, IWantrtoI, MSschc», Straoflle, R-w-Sttlasd, Ctt*SM, Wart«, O» P«»nS-diirz, Proridkncc, Wlo d« 3on«r», Äom SI»»Im «tzdsq, liiri«. tDa«|mgl°«, «!ltk»d»r, 3«i«li K. >tis Fabrkartei- soll ftactoeküt nach Amerika k'nigl. belgische Postdampfer der ,Red Star Linie' von Antwerpen diroet nach — New-York nnd — Boston—Philadelphia eoncess. von der höh. k. k. (Vterr. RegierunB Man wende sich wegen Frachten und Fahrkarten an die 10274 Hrd Star Linie in Wien, IV., Wiednergtrtel ÜIO, Julius Popner, SUdbahastraase S la Innsbruck, Frans Delene, Bahnhofitrasae 41 Ut Laibach. Verleger und Herausgeber Leremibuchdrudei .Eeleja" m EiUi. Ber«»t»ortlichet Schristleiter: Daniel Walter. Druck der BereinSbuchdruckerei „ttelejo"* m äiöi.