PrS«i>mcr>»ic>»s Prrisk: Für Laiboch: Ganzjährig . . . 8 fl. « kr. Halbjährig . . . 1 „ SV, Birrtetjährig. . . L „ Iv » MimalUch . . . — . 7V, Mil der Post: BanzjShrig . . . 11 fl. — -r. Hülbjähri^ . . . ü . LN . Bierkeljäbrig. . . ir . 75, , Kür Zustellung in» Hau» jührig rs !r.. „onoiua s kr. Ln-e^ne Nummern « kr. Laidache Anvnime Miichsilungen rrerden nickt berücksichtig«: Manuskripte nicht zurückgcsendet. K r d a il I i o »: «,,hnb»lLasie Nr. Lkveditian »nd Inscratkv-Surrnii: KongrkWIay Nr. KI (B'.nvl'27^*ik7 g os» I. v.Klcinmayr L F. Zuscriionsviril/ Für die einixatlige PciiV bei zweimaliger EinschaU>! dreimal S, 7 kr. Znkrrttonikemvel jedesma! Bei grötzereu Inseräle^. und ö?:crer Bkschaltung entsprechender R-batt. Nr. 8. Donnerstag, 11. Männer 1872. — Morgen: Ernestus. 5. Zabrgang. Der Adreßentwnrf. Mußten wir schon der Thronrede nachrühmen, daß sie das Werk einer aufrichtigen, für die Verfassung entschlossen einstehenden, sich ihres Zieles wohl bewußten Regierung sei, daß sie mit einer in Oesterreich bisher nicht gewohnten Bestimmtheit mit der Vergangenheit brach und eine Politik inaugurirte, die nur geeignet ist, den Wirren und dcr Zersetzung des Reiches ein Ziel zu setzen, so sind wir nun so glücklich, feftstellen zu können, daß der Adreßemwurf Herbst's eine offene und würdige Antwort auf den Appell der Krone genannt zn werden verdient. Denn nicht etwa in glänzender, äußerlich bestechender Form liegt das Hauptverdienst desselben, sondern — was weit wichtiger — im ernsten Gehalt, in der klaren und unumwundenen Sprache ohne Zweideutigkeiten und Hinterhalte, so voll von überzeugender Wahrheit, daß jeder Vaterlandsfreuiid sich damit einverstanden erklären kann. Demnach ist es mehr als bloße HöflichkeitS-frase, wenn die Adresse gleich im Eingänge mit einer Dankesäußerung an den Monarchen beginnt und in freudiger Erregung der huldreichen Worte gedenkt, welche Sc. Majestät an den Neichsrath bei der Wiederaufnahme feiner verfassungsmäßige« Wirksamkeit gerichtet hat. Eine solche Wärme des Tones berührt um so inniger, als sie leider in dem Schriftwechsel zwischen Thron und Volksvertretern eine Zeit lang unglücklicher Weise vermißt wurde. Drei Ministerien mußten fallen, bis cs der Volksvertretung wieder gegönnt war, die vollen und reinen Vertrauensakkordc anzuschlagen, wie sie wiederholt in diesem Entwürfe wiederklingen uud gewiß weithin in der Bevölkerung ihr Echo finden werden. Die Wahl der Räthe dcr Krone aus der Mitte der Reichsvertretung, uud die oberste Aufgabe, mit der die Krone sie betrant, — so verkündet die Adresse — den verfassungsmäßigen RechtSznstaud zu befestigen und dein Gesetze auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens unbedingten Gehorsam zu sichern, sind endlich geeignet, jene Besorgnisse zu heben uud jener Verwirrung in den Rechtsbegrisfen zu steuern, welche das Borgehen des früheren verantwortlichen Ministeriums wohl im Gefolge haben mochte. Die verunglückten Experimente des Ministeriums Hohenwart werden dann in wenigen Zeilen, deren diplomatische Gewandtheit nicht zu verkennen, einer zwar strengem, als es in der Thronrede geschehen, aber immerhin noch schonungsvollen Kritik unterzogen. Nicht gegen dir Persönlichkeiten des abgetretenen Ministeriums, vielmehr gegen das Frevelhafte des letzten abenteuerlichen Experiments, gegen die Politik des böhmischen Staatsrechtes, als einer Politik der Unmöglichkeit wird herbe Kritik geübt und über Pläne uns Ansprüche der Stab gebrochen, die außerhalb der Verfassung zur Geltung zu kommen suchen. Mit ihnen gebe es keinen Ausgleich, keine Vereinbarung, da sie eben nur die einfache Verneinung des bestehenden Berfaffungsrechtes find. Der Nachdruck, womit hier bei Erwähnung des früheren Ministeriums das Wort „verantwortlich" hervorgehobeu wird, will die Krone betreffs der Maßnahmen ihrer Räthe ebenso aus dem Spiel gelassen wissen, als er andeutet, daß die früheren Minister die Last der Verantwortung noch zu tragen haben werden. In nüchternem, klarem, jedem Doppelsinn un-zugäuglicheni Tone werden sodann die beiden Angelpunkte der politischen Aufgabe dieses Parlaments in de» Vordergrund gestellt, die galizische Frage und die Wahlreform. ES wird da endlich scharf uud kantig ausgesprochen, daß die Reichsvertretung in selbständiger, von dem Belieben der Landtage unabhängiger Weise gebildet werden muß, daß das Recht der Be-völkcrniig eines jeden Landes, in dem ReichSrath vertreten zu sein, nicht ferner durch Mißbrauch des verfassungsmäßigen Wahlmandatcö vereitelt werden darf. „Es wird von der Bevölkerung schwer empfunden, heißt es, daß Jahr für Jahr m landtäglichen Versammlungen die Frage dcr Beschickung des Rcichs-ratheS einen Gegenstand des Streites bildet nnd damit unaufhörlich ueue Krisen und Erschütterungen über das Reich heranfbeschworeu werden . . . Nur wenn der Reichsrath vou deu Landtagen gelöst und damit den Parteien die Möglichkeit und Hoffnung genommen wird, von den Landtagen ans immer und immer wieder Reichsrath und Berfaffuug iu Friwc stellen zu können, kann erwartet werden, daß d ' unfruchtbare staatsrechtliche Hader iu deuLandta ,> verstummen und daß sich die Bewohner eines n id desselben Landes im Landtage zu gemeinsamer friedlicher Arbeit vereinigen und dadurch das gerechte Verlangen der Bevölkerung nach fruchtbringender Thätigkeit der Landtage befriedigen werde." Der Nachdruck, womit diese Frage in der Adresse, die darin weit über die in dcr Thronrede verheißene Wahlreform hinausgeht, behandelt wird, ist uns eine Bürgschaft, daß diesen entwürdigenden Verhältnissen, dieser wahrhaft demüthigenden Lage des Parlaments eines Großstaates im Interesse des Staates wie des coustitutiouellen Prinzips endlich ein Ende gemacht werde. Die Lösung dieser staatsrechtlichen Frage, führt sodann dcr Entwurf aus, werde auch die Verständigung iu der galizischen Frage wesentlich erleichtern und cs möglich machen, diese Angelegenheit „zugleich mit der Wahlreform" zum Abschlüsse zu bringen. Damit ist den polnischen Abgeordneten im Reichsrathe ein deutlicher Wink gegeben, daß das Schicksal der galizischen Resolution von ihrer Zustimmung zur Wahlreform bedingt ist. Gegenüber diesen beiden Fragen, der Wahlreform und der künftigen Stellung Galiziens zum Feuilleton. Czechische Gänge. Richard Andrer, ein deutscher Gclchrlcr und Ethnograf, ließ es sich nicht verdrießen, czcchisch zu studiren und Böhmen zu durchwandern, nin das Volk der heiligen Wenzelskrone, daS hentzutage so einen Heidenlärm schlägt, in Hütte und HauS anf-suchen zu können. Er dringt in die mit Dreschflegeln und Hussi-trnstvckrn geschriebene Literatur des Volkes ciu, wägt und prüft alle Erscheinungen dieser Literatur nach ihren, wahre» Gehalt uud sucht dem Stamme gereckt zu werden, dcssc» „erster Geschichtschreiber" den deutschen Namen gehöhnt nnd' das ganzc Volk rin „Räubervolk" genannt hat. Nachdem der fleißige Verfasser schon vor ein paar Jahren in einer kleineren Schrift über die Sprachgrenzen in Böhmen berichtet, saßt cr die Gesainmtergebnissc seiner Forschungen nunmehr in einem größeren Werke »Mer dem Titel „r^chische Gänge" zusammen. So viel des Nohen, Gemeinen und Widerwärtigen, dem der Verfasser unter den Ezrchen begegnet, besonders in ihrer Haltung de» deutschen Landes-genossen gegenüber, das Buch auch zu schildern hat, es ist mit hoher Unparteilichkeit, mit Liebe uud Sorgfalt für den Gegenstand, mit sicherem Urtheil über die unerguickliche» Verhältnisse geschrieben uud wird gewiß beitrage"/ dc» Kulturkampf und das Ringe» der Deutschen in Oesterreich nm die höchsten Güter des Daseins ins gehörige Licht zu setze». Wir geben in dem folgenden eine Probe aus dem Kapitel: „Slavifche Annektirungen." „Das Knltnrleben der flavifchen Völker," sagt dcr Verfasser, „ist noch sehr jung, und Ausschreitungen sind nicht streng zu benrtheilen. Das Streben, es dem Besser en, Höheren gleich zu thuu, ist immer anerkennenSwerth, mir dürfen die Mittel hiezu keine verwerflichen fein, man muß aus dem Eigcncn heraus schaffe» »ud nicht zum geistigen Diebstahl. greise». Die Eingriffe der Ezechen in fremdes Eigcn-thum find nicht erst von heute; dieses Bestreben ist schon ei» altes; nicht nur wir Deutschen wurden gcplündcrt, nein, man staune, anch die altc» griechische» Dichter wurden zu Slaven gestempelt. Weiland Kaiser Rudols'S.11. Kanzler Johann Jakob Eurtius war rin gewaltiger Slave, und im patrio- tischen Uebcreifer vindizirte cr alles Große und Herr» liche seiner Nationalität. Nach ihm war Anakreon nicht zu Teos in Jonien, sondern in der Umgebung von Leitomischl geboren, u»d das berühmte Buch des Thomas a Kcmpis „Von der Nachfolge Christi" rührt von einem Slaven her. Lurtius' Nachfolger» der Slovake Johann Kolarz, erfand endlich den Pan-flavismus, d. H. jene Kunst, alle Welt zum Besten der Czeche» zu bestehlen. I» seiner 1841 erschienenen „Reisebeschrcibung über eine Reise nach Ober-Italien rc." bewrist er, daß schon vor den Römern in ganz Ober-Italien Slaven gelebt haben, „nnd daß der Baum des italienischen Lebens seine Wurzeln im slavischen Boden hat," und so stammt Ere-mona vou Xrewsn, Feuerstein; Ancona von .lakiu, und so fort des Unsinn- mehr. In Deutschland entdeckt Kolarz, daß der Hausabund nach Wort und That nrslavisch sei und die ganze Dampfschiffahrt von den Slave» erfnndc» worden ist. In Bamberg entdeckte cr vor dcm Eingänge der Domkirchc zwei steinerne Figuren. „Kaum erblickte ich die Denkmäler, so hüpfte mir das Hcrz vor Freude, denn ich schloß schon aus dcr äußcren Grstalt, daß dieses ein slavischrs Wrrk sri." Er entdeckt nun, daß die Reiche, ist nun endlich der allein richtige Standpunkt gewonnen, der Reformgedanke, den die einsichtsvolle Publizistik seit Jahren vertreten, und zu dem wir endlich Regierung wie Volksvertretung mit Genugthuung bekehrt sehen. Aber die Befriedigung, die uns deshalb erfüllt, ist angesichts der Schwierigkeiten, die ob der langen Versäumnisse thurmhoch herangewachsen, leider keine ganz ungetrübte. Es handelt sich dabei noch um allerhand heikle Fragen, wie Beibehaltung oder Fahrenlassen der Interessenvertretung, Zweidrittelmajorität, Ge winnung der polnischen Abgeordneten für dieselbe u. s. w. Doch sind die Schwierigkeiten bei festem Willen und einmüthigem Zusammenwirken von Re gierung und Reichsvertretung keine unüberwindlichen. Nur mit Genugthuung muß es uns erfüllen, wenn die Adresse auch in ihrem zweiten Theil, wo sie Schritt für Schritt der Thronrede folgt, sich nicht damit zufrieden gibt, ein bloßes Echo der Reform gedanken zu sein, wie sie die Regierung angekündigt, sondern gleich den Standpunkt bezeichnet, den die Volksvertreter zu den verheißenen Resormarbeiten einnehmen werden. So die Mahnung, welche an die Regierung bezüglich der Durchführung der Volksschulgesetze gerichtet wird, den Aufhetzungen von Seite des Klerus mit Ernst und Strenge entgegen zu treten; so die Erwartung, welche ausgesprochen wird, daß die Vorlagen behufs Regelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche Bestimmungen enthalten werden, geeignet, die Rechte der Staatsbürger gegenüber der Kirche zu schirmen und Mißbrauchen des kirchlichen Einflusses zu steuern; ferner das Bedauern, daß die Steuerreform noch immer der Vollendung entgegenharrt, daß in der Finanz-vorivaltung noch immer ein unleidliches Provisorium besteht, die Mahnung, daß der Staatskredit nur für außerordentliche Bedürfnisse in Anspruch genom men werden dürfe, daß das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben endlich hergestellt werden müsse. Nachdem wir noch die Bereitwilligkeit erwähnt, womit die Adresse die Mitwirkung des ReichsratheS zur Hebung und Stärkung der Wehrkraft, zur Aufbesserung der gedrückten Lage der Staatsbeamten und des nieder» Klerus und zur Hebung des volks-wirthschaftlichen Aufschwunges auf allen Gebieten des Verkehr« und der Produktion verspricht, bleibt uns nur ein Wunsch, es mögen recht bald den schönen Worten die Thaten folgen, dann „wird sich das Vertrauen neu beleben und ans den Wirren der letzten Vergangenheit der österreichische Staatsgedanke gekräftigt hervorgehen. Der österreichische StaatS-gedanke, der — wie die Adresse schließt — keine Erfindung der jüngsten Zeit, sondern das Ergebniß einer langen Entwicklung ist, der nicht in Lockerung eines längst bestehenden Verbandes, sondern in der friedlichen Einigung der Völker seinen Ausdruck findet!" Politische Rundschau. Laibach, 11. Jänner. Inland. Die Adreßdebatte, welche Samstag den 13. d. M. beginnt, verspricht ziemlich lebhaft zu werden, obschon sic in keiner Weise jene Erregtheit offenbaren dürfte, welche die vorjährige unter dem Ministerium Potocki gekennzeichnet hat. Eine streng oppositionelle Sprache werden nnr die tiroler Föderalisten führen, da die Polen gesonnen sein sollen, den Standpunkt entgegenkommender Mäßigung einzunehmen, den sie schon in den Ausschus>berathun-gen bekundeten. Es scheint also in der That sich eine Verständigung zwischen der polnischen Delegation und der Verfassungspartei anzubahnen. Um den Absatz des Adreßentwurses, der sich auf die Wahl-reform und die Zugeständnisse an die Polen bezieht, wird sich demnach das große Wortgefecht drehen; die klerikalen Elemente dürften sich znmeist gegen den Passus über die Schulgesetze und die Forderung in Betreff der Heranbildung des Klerus ereifern, auf die der Staat nach der Adresse Einfluß nehmen soll. Der „Volksfreund," der dem Staate jedes Recht der Einflußnahme abspricht, läßt schon ahnen, welche Argnmeute ins Gefecht geführt werden dürften. Die czechifchen Blätter berichten mit verbissener Wuth über die Verhandlungen der Kroaten mit Lonyay, die keineswegs abgebrochen sind, sondern in Pest fortgesetzt werden. Die „füdslavischen Brüder" waren so boshaft, auf die dringende Mahnung ihrer Prager Freunde, doch auch endlich einmal mit einer kroatischen Deklaration hervorzutreten, mit der Frage zu antworten, was denn die Herren Czechcn mit ihrer Deklaration schon ausgerichtet hatten. Seit nun vollends die „slovenischen Brüder" reichsräth-liche Anwandlungen bekommen haben, gibt es im ganzen weiten Oesterreich keine fühlende Brust mehr, welche für die czechischen Schmerzen Sinn und Verständniß hätte. In den Reihen der czechischen Deklaranten ist tiefe Entmuthigung eingerissen. Die Herren stürmen nicht mehr de» Himmel, sie stürzen den Grafen Andrassy nicht mehr zu jeder ihnen beliebigen Stunde aus stolzer Höhe herab. Sie gehen ihm vielmehr um den Bart und versichern ihn in den zahmsten Worten, ihn stützen zu wollen, wenn er so einsichtsvoll sein wollte, sich durch sie kapazi-tireu zu lassen und ihren Anleitungen gemäß „in den richtigen Weg zur Rettung Oesterreichs einzulenken." — Der letzte „an Böhmen" datirle Leader des „Vaterland" ist aber nicht allein dnrch das Geständniß merkwürdig, daß die Deklaranten die Stellung des Grafen Andrassy nicht zu erschüttern vermögen, daß sie daher die Trauben sauer finden müssen. Er konstatirt gleichzeitig, und zwar in den sanftesten Worten die vollständige Deroute jener Liga, welche mittelst der Fundamental-Artikel die Monarchie aus den Angeln heben zn können vermeinte. „Wir, die Deklaranten allein, vermögen nichts, und die katholische Rechtspartei in den übrigen Landern will nicht länger mitthun" — so klagt der Jeremias aus Böhmen und hierin, in der Kon-statirung des Umstandes: daß eine unnatürliche Allianz im entscheidenden Moment in die Bcsich: gegangen ist, liegt der Kern des Artikels. Ausland. Ueber das Verhältniß Oesterreich-Ungarns zu Deutschland und die wahre Aufgabe der Deutsch-Oesterreicher lassen sich die „Grenzboten," eine-der hervorragendsten Organe der national-liberalen Partei, folgendermaßen vernehmen: „Das Interesse an dem Wohle unseres deutschen Staates fordert ganz unbedingt, daß Oesterreich in keinem Falle von uns ausgenommen werde. Die Deutschen in Oesterreich sind i» der Lage, mit den anderen Nationalitäten, mit denen sie verbunden sind, auf eiu ferneres Zusammenleben sich einrichten zu müssen, ja sic sollen wissen, daß selbst der Zerfall Oesterreichs ihnen nicht die Thore öffnet zum Eintritte in das deutsche Reich. Wir können um unserer selbst willen sie nicht als Glieder unseres Staates brauchen. Wir meinen, es sei nicht richtig, die Deutschen in Oesterreich zuerst zu einem Kompromiß mit ihren StaatS-genossen zu ermuntern und ihnen dabei doch für den Fall des Unterganges des heutigen Oesterreich eine Aussicht auf den Anschluß an Deutschland zu belassen. Wir urtheileu: ein Produkt jahrhundertelanger Geschichte ist, daß die Deutsch-Oesterreicher heute draußen stehen. Müßten wir sie aufnehmen, so wäre das ein ungeheures Unglück für Deutschland; nicht einmal mit der entfernten Möglichkeit eines solchen Geschickes möchten wir uns in Gedanken befreunden oder beschäftigen. Nein, eine Notwendigkeit für Europa, in erster Linie aber auch eine Nothwendigkeit für das heutige Deutschland, ist der Bestand und die Fortdauer des öster-reichisch-ungarischen Reiches. Eine Nothwendigkeit für die Deutschen in Oesterreich ist, in dem Verbände der heutigen Monarchie auszuharreu. Wohl ihnen, wenn sic die Selbstüberwindung besitzen, ihrerseits ein staatsrechtliches Programm zu finden und dnrchz»führen, bei welchem die Ueberlegenheit deutscher Bildung den Deutsche» deu gebührende» Einfluß aus das Ganze sichert! Unsere Sympathien sind mit jedem ernsthaften Versuche, Oesterreichs Fuudamente und SiaatSordnniigcn neu und dauerhaft zu befestige» !" Die pessimistischen Ansichten über dic Reform, von welchen die Wiedergeburt Frankreichs abhängt, die Figuren zwei steinerne Götzen in Löwengestalt vorstellen, daß sie somit das Bild des slavischen Gottes Czernebog sein müssen, ja daß sie mit Runen bedeckt seien, welche den Namen de« Gottes ausdrückten. Zu diesem Unsinn schrieb Schasarzik 1837 eine znstimmende gelehrte Abhandlung und erhob beide Runen auf dem Bamberger Götzen z» dein einzig wahren Muster slavischer Schrift. Der gelehrte Pole Dr. W. CybulSki erklärte 1851 die Kolarz'schm Götzen: „Schamröthe trat in meine Wangen, als ich diese Götzen, ein Gebilde rohester und gröbster Art fand." Mit diesen Ausrufen beginnt er die steinernen Löwe» als aus demselben Materiale zu beschreiben, aus dem die Kirche gebaut ist, und erklärt die Runenschrift Kolarz' als zufällige Scharten und unregelmäßige Risse. Es war kein Wnnder, daß der Fluch der Lächerlichkeit dieser slavischen Gelehrsamkeit folgte und CurtiuS und Ko larz vernichtete. Aber es hat alles nichts genützt! Die Czechcn habe» keinen Komponisten, keinen Maler, keinen Bildhauer, der bahnbrechend ausgetreten wäre. Uni dem Mangel abzuhelse» und die fühlbare Lücke aus-zufüUen, begann man sinnreiche Raubzüge in die Korysäeuwelt der Nachbarvölker anzustelle». Und so streitet man der Oberpfalz ihren Gluck ab und macht ihn, wie C. M. Weber, zum Czechcn; jenen, weil er einmal Prag besucht hat, diese», weil vor 600 Jahre» in Eutiu, Webers Geburtsort, noch slaoisch gesprochen wurde. Die österreichische Volks-Hymne ist einem slavischen Liede entlehnt, und da der Krönnngsniarsch i» Meyerbeer's „Proset" das selbe Motiv enthält, ist auch dieser der slavischen Muse gestohlen. Daß die musikalischen Studien W. Tappert's »achgewiesen haben, daß das gleiche Motiv i» »och 27 «»deren Tonweisen vorkomme und einem Prozessionale des 14. Jahrhunderts entlehnt ist, kümmert die Herren Ezechen wenig. Und so machen sie Lessing zu einem Urczechtn, den» sei» Name stammt von 1>412 ä kuttondor^;, invenlvur cle I'imprimvrie " kn 1450." In solcher Weise wird Amerika von den Eze> A» entdeckt, die Reformation und Luthcr'S ganze Gedankenfülle ist dem czech.sche» Geistesschatz entrungen. Ist es gleich Wahnsinn, hat es doch Methode. rcnd der abtretende zlSleithanische Pceßleiter Schmidt-Zabierow unter dem letzten Kabinet noch hohenwar-tischer war als Graf Hohenwart selbst, gilt der neu-ernannte Preßleiter, der bereits unter dem Ministerium Hasner in gleicher Eigenschaft sungirte, Hofrath Erb, ein Beamter der Schmerling'schen Schule, als entschiedener Parteigänger der Versassungspartei. Er findet übrigens ein günstigeres Terrain als irgendeiner seiner Vorgänger, denn die gesammte anständige deutsche Publizistik steht ohnehin auf der Seite der neuen Regierung und braucht nicht, um letztere zu stützen, erst beeinflußt zu werden. Der alte Satz, daß jeder guten Regieruug auch eine gute Presse zur Seite steht, er-wahrt sich eben wieder, und die Nothwendigkeit eigentlicher offiziöser Organe behufs Vertheidigung des Ministeriums entfällt vorläufig. Auch eine Doppelströmung, wie sie zur Zeit des ersten Bürgerministeriums bestand und letzlerm zur Veranlassung diente, neben der Reichspreßleitung noch eine zisleithanische ins Leben zu rufen, fällt jetzt weg. Die Preßleiter können sich also kaum eine für sie günstigere Lage wünschen. Nur thäte die Regierung Unrecht, in den augenblicklich allerdings idyllisch ruhigen Stromspiegel der Tagespresse allzu großes Vertrauen zu setzen und aus dem Extrem der von der frühem Preßleitung an den Tag gelegten aggressiven Geschäftigkeit in die Passivität eines vollständigen -Ibissen Imrs zu verfallen, und für ganz besonders bedenklich müßten wir ein solches System in dem Fall erklären, wenn demselben, wie es den Anschein hat, der von maßgebenden Personen gehegte Gedanke zu Grunde läge: „Je weniger von den Tagesblättern über die Regierung geschrieben wird, desto besser!" Es würde dies ein vollständiges Verkennen des Preßwesens bekunden. Der Presse muß eben Stoff zur Verarbeitung zugeführt werden, damit sie in dem Sinne, wie es die öffentlichen, nunmehr mit jenen der Regierung zusammenfallenden Interessen erheischen, wirken könne, und das scheint uns die eigentliche Aufgabe der sogenannten „Preßleitung" zu sein, ein Vademekum, das wir auch der neuen zisleithanischen mit auf den Weg geben möchten. Wind und Strömung sind ihr günstig. — Ludwig Koffuth schildert in einem Schreiben, das in der „Magyar Ujsag" abgedruckt ist, die merkwürdige Höhle von Monsnmmano und deren wunderbare Heilwirkung. Die Höhle liegt im ToScanischen, im Lucca-Pisanerthale, unweit von Pi-stoja, und sie heilt mit absoluter Sicherheit die Gicht. Vor etwa 30 Jahren wurde sie beim Steinbrechen entdeckt, seither haben Tausende und aber Tausende Gichtkranke sie besucht, und eS ist kein einziger Fall bekannt, daß jemand sie ungeheilt verlassen hätte. Eine längere als achttägige Kur braucht selten, eine längere als fünfzehntägige nie ein Patient. Auch Kos-suth litt schrecklich an der Kopfgicht und suchte auf den Rath der Aerzte die Grotte auf. Acht Tage laug saß er je eine Stunde angenehm und bequem in der wunderschönen Grotte, und sein Leiden war wie weg-gezaubert. Die Heilprozedur ist nicht mit der geringsten Unannehmlichkeit verbunden. Man zieht anstandshalber ein langes Frauenhemd und ein Paar Pantoffel an und geht in die mit Stearinkerzen erhellte Höhle, dort setzt man sich nieder und plaudert gemüthlich, wenn man Gesellschaft hat, oder bewundert die herrlichen, fantastisch geformten Stalaktite und Stalagmite der Höhle, wenn man allein ist. Nach etwa zehn Minuten beginnt man ungeheuer zu schwitzen; dies ist jedoch nicht unangenehm, da eS weder mit Hitzegefühl noch mit Blutandrang verbunden ist. Im Gegentheil, man fühlt sich so wohl, daß man stundenlang bleiben möchte. Der Doktor duldet eS jedoch nicht, sondern jagt einen heraus, da allzu lange Einwirkung der Grotte schwächen würde. Dann wird man mit Leintüchern frol-tirt uud i» eine Flanelldecke gehüllt, damit man sich beim HinauSgehen nicht erkälte; man kann eine (nicht sehr kalte) Donche nehmen, darauf kleidet man sich a» und frühstückt im nahen Kurhause. Was das Heil-mediuni in der Höhle sei. ist unerklärt. Die Lust hat in den wärmsten Partien der Grotte blos 32 bis 34 Grad CelsiuS und ist oft kühler als die Lnft im Freien; das Wasser, was sich in der Grotte befindet, ist noch kälter und wird von der Luft gewärmt. Chemische Be-standtheile sind in der Lust nicht vorhanden, mit Ausnahme derjenigen, die in der atmossärischen Luft überhaupt Vorkommen; höchstens läßt sich etwas mehr Azot nachweisen. Kossuth ist geneigt, die Heilwirkung elek. tromagnetischen Faktoren zuzuschreiben. — Der Direktor der Mireschauer Steinkohlen-Gesellschaft in Rokytzan, Herr Fitz, hat einen sehr schön gearbeiteten Steinhammer, dann Theile eines menschlichen Skelets der k. k. geologischen Reichsanstalt zur Untersuchung eingesendet und nimmt darunter daS Fragment eines Schädels mit dem Stirnbein und dem oberen Theil der Augenhöhlen, dessen außerordentlich flache und niedere Stirn, wie Hosrath Rokitansky beim ersten Anblick erkannte, ganz und gar an den berühmten Neanderthalschädel (Rest eines der ältesten fossilen Menschen) erinnert, daS höchste Interesse in Anspruch. Die Fundstelle der gedachten Gegenstände befindet sich bei Brüx in Böhmen, drei Fuß über der Braunkohle. Beim Schachtabteufen in der Nähe des sogenannten heiligen Geist-Spitals bei Brüx wurde eine Sandschicht durchfahren, und da man später Bausand benöthigte, wurde diese Schichte in einiger Entfernung vom Schachte aufgesucht, vorgefunden und so der Sand gewonnen. Die Ackerkrume beträgt daselbst zwei Fuß, dann kommt der Saud, und auf einen halben Fuß Tiefe wurde in diesem Sande (nach der geologischen Karte zu urthei-leu, Diluvialsand) die prächtig bearbeitete Steinaxt und zwei Fuß darunter das Gerippe gefunden, welche» mit dem Kops in der angegebenen Tiefe, mit den Füßen noch tiefer lag. , — AuS Rom, 31. Dezember, wird der „Tr. Ztg." geschrieben : „Die kirchlichen Feierlichkeiten haben in den letzten Tagen alles andere in den Hintergrund gedrängt und man sprach von nicht« als von Messen, Segensertheilnngen, Erleuchtung von Kirchen, Novelle« u. s. w. Die Kirchen von Rom wimmelten in diesen Tagen von Besuchern, allen vor S. Maria Maggiore und Ara Coeli. In letztgenannter Kirche bewundert mau das berühmte Christkind, das auf Wunsch die Augeu schließen und össuen und, wenn es sein muß, auch vor aller Augen weinen kann, was nebenbei gesagt, bei einem Kinde nicht eben eine besonder« überraschende Erscheinung ist. Bei verzweifelten Krankheitsfällen wird die« wnnderthätige Christkind gegen die Erlegung von zwei Paoli in einer Kutsche zu dem Kranken tranSportirt, der zu ihm um seine Genesung fleht und aus seinem Munde den entscheidenden Ausspruch über Leben und Tod erwartet. Ich weiß nicht genau, welche Mittel man anwendet, um seine Gesten zu verstehen, da es nicht spricht, allein e» ist Thatsache, daß man da« Christkind alles errathen läßt, * wobei man ihm wahrscheinlich doppelsinnige Aeußerungen in den Mund legt, gerade wie es die schlauen Priester iw Alterthum thaten, wenn sie dem Volke AuSsprüche der heidnischen Gottheiten mittheilten. Ein hiesige« Jour, nal theilt in Bezug auf das famose Christkind eine nur wenig bekannte Anekdote mit. Die republikanische Regierung von 1848 hatte den Klosterbrüdern, in deren Obbut es steht, eine päpstliche Hofkutsche geschenkt, damit da» Christkind beim AuSfahre« mehr imponire, allein der Papst verlangte nach seiner Rückkehr ohne weiters seine prächtige Karosse wieder uud zeigte damit, daß der Sohn Gotte«, der im Stalle geboren wurde, füglich auch mit einem einfacheren Transportmittel zufrieden sein könne, während er, «l» Papst, zu sehr an den Luxus des Lebens gewöhnt set und seine schöne und bequeme Kutsche nothwendiger brauche. Ich theile diese Gebräuche und Vornrtheile de« römischen Kleru« und des römischen Volke- nicht mit, um die wahre Religion zu verspotten, sondern um darauf hinzuweiseu, welche Alfanzereien im Namen der Religion begangen werden, die, wenn sic weniger mit derartigen Vornrtheilen versetzt wäre, gewiß weit mehr echte Liebe und Verehrung genießen würde." — Man schreibt der „A. A. Z." von der montenegrinischen Grenze: Der Plan des Fürsten ven Montenegro, sich eine neue — auch in strategisch-r Beziehung günstigere — Residenz zn bauen, geht nun seiner Verwirklichung entgegen. Die Wahl des Platzes fiel auf ein winziges Dorf, Oria Luka, welches im khalc Hlciopawloivtts lieg! und sich leicht zu einer starken Festung umgestalten läßt. Festung und Palais sollen gleichzeitig in Angriff genommen werden; zum Bau erwartet man Ingenieure aus Sl. Petersburg. Ob die Pforte diesem Unternehmen gleichgiltig zuschauen wird ist freilich eine andere Frage. We»igstens liegen Anzeichen vor, daß die türkische Regierung nicht abge» neigt ist, Reibungen zu begünstigen, welche leicht den besagten Plan durchkreuzen könnten. So thut der Vali in Albanien nichts, um dem kleinen, aus Blutrache zwischen den Podgoritzer Türken und den Montenegrinern auSgebrochenen Grenzkriege ein Ende zu machen. Die Streitmacht auf beiden Seiten beträgt bei 1100 Mann und der Gefallenen werden schon 18 gezählt. — Massarti, der Löwenzähmer (sein eigentlicher Name ist John Mc. Carly, ein 33jähriger Irländer aus Cork) gab mit seinen süns männlichen Löwen am vergangenen Donnerstag Vormittags eine Vorstellung in der Menagerie in Bolton, als eine der Bestien ihn mit ihrer Tatze schlug, worauf er auf die Knie fiel. Blitzschnell wendete er sich um und versetzte dem Thier einen Streich mit seinem Säbel als ein anderer Löwe ihn an den Beinen packle, am Bode» niederhielt und das Panthersell von der Brust riß. Obwohl ihm dann die anderen vier Löwen zu Leibe gingen, behauptete Massarti seine Kaltblütigkeit uno schlug nicht allein mit seinem Säbel um sich, sondern seuerie auch seinen mit Kugeln geladenen Revolver dreimal auf die Bestienab. Während dieser Schreckensszene herrschte unter den Zuschauern die größte Auf-»zung, welche die Nettungsanstalten des Menagerie-Personals in hohem Grade beeinträchtigte. Erst mit Hilfe glühendheißer Eisenstangen gelang es, den Unglücklichen aus dem Löwenkäfig zu befreien, aber in welchem Zustande! Der Hinterkopf war ihm förmlich abgerissen und aus den Hüften hatten die Bestien große Stücke Fleisch herausgebisfen. Der Zerfleischte hob seinen Kops in die Höhe, um zu zeigen, daß er noch lebe, aber kaum im Hospitale angelangt, gab er feinen Geist auf. Vor neun Jahren hatte er einen ähnlichen Strauß mit zwei Löwen zu bestehen, kam aber mit dem Verluste eines Armes davon. — Ueber die bereits gemeldete Zerstörung von Oran in Südamerika am 2. Oktober, trafen nun in London einige Details ein. Der stellvertretende Gouverneur berichtet an die Regierung von Salta folgen, dermaßen über diese Katastrose: Die Stadt Oran ist verschwunden, und nichts bleibt übrig, als ihre Trümmer. Die Erschütterungen begannen am 22. um 11 Uhr Abend- und dauerten bis 8 Uhr nächsten Morgens. Im Ganzen wurden 38 bis 40 Stöße gefühlt, und uian fürchtet, daß noch mehr folgen werden. . . . Die Berluste an Menschenleben und die Berletzungen sind noch nicht genau festgestellt, aber e« geschieht alle», um herauSzusinden, ob irgend welche Personen von den fallenden Häusern zerschmettert worden sind oder unter denselben begraben liegen. — In einem Posiskriptum heißt eS dann, daß nur eine Person getödtet und der Rest der Einwohner wie durch ein Wunder errettet wurde. — Bor etwa zwei Jahren beschloß der HerouS-geber deS „New-Uork Herald," aus eigene Rechnung eine Expedition zur Entdeckung deS Verbleibs von Dr. Livingstone auSzuscnden und, wenn möglich, Rachrichten von dem berühmten Asrikareisenden heim, tusenden. Bon der Person, unter deren Führung die FirschungSexpcdition steht, ist nun endlich ein längerer Brief cingelaufeii. Der darin enthaltenen In-formativn zufolge ist jeder Grund zu dem Glauben vorhanden, daß Dr. Livingstone noch am Leben ist. Das Werk der Expedition ist indeß noch nicht voll» bracht, die Reise noch nicht beendet. Der „Herold" ei fährt aus derselben Ouelle, daß Tir Samuel Bäcker, der vor einem Jahre oder länger an der Spitze einer prächtig equipirten Ärmee auSzog, um im Namen des BlzelöoigS von Ezyp.e» das gesammte Ritihal ein» sclueßlich dessen Leen zu ouuckiireu, während einer Mcmerei seiner Truppe» am oberen R»l erschossen wurde. Das Blatt hält die Rachricht indeß slir eine Erfindung der Araber. Lola!- und Provinzial-Augelegenheiten. Lokal-Chrouik. — (Ernennungen.) Das k. k. Oberlandeö-gericht in Graz hat den k. k. Auskultanten Franz Tomsic zum Gerichlsadjunkten bei dem k. k. Landes-gerichte in Laibach ernannt und die bei dem k. k. Bezirksgerichte in Laos in Krain erledigte Kanzlisten-stelle dem disponiblen Bezirksamtskanzlisten Anton We klitsch, derzeit in Dienstleistung bei dem k. k. Bezirksgerichte in Pettau, verliehen. — (Bericht über die Wirksamkeit der Landesanstalten.) Die Thätigkeit, welche die administrativen und fakultativen Organe im Verlaufe des Jahres 1871 in dem Landes-KrankenJr-ren-, Gebär- und Findelhause entwickelt haben, war keine geringe. Nach dem Grundsätze: „Ziffern sprechen," wollen wir die Wirksamkeit dieser humanen Landesanstalten im Jahre 1871 summarisch beleuchten, wie folgt: Im Krankenhaus e wurden 2227 Individuen verpflegt; von diesen 1235 geheilt, 316 gebessert und 106 ungeh-ilt entlassen, 87 in andere Anstalten transferirt; 246 sind gestorben und 237 mit Ende 1871 in weiterer Behandlung belassen worden, sohin 10 Perzent mit Tod abgegangen. In die Irrenanstalt wurden 146 Individuen ausgenommen, hievon 19 geheilt, 34 gebessert, 1 Imgeheilt entlassen, 9 in andere Anstalten transferirt, 18 sind gestorben, daher 65 mit Ende 1871 in weiterer Behandlung verblieben. In die G eb är - An st a lt wurden 274 Weiber ausgenommen; von diesen wurden 238 entbunden, 27 in andere Anstalten transferirt, 4 sind gestorben, so daß 5 mit Ende 1871 in weiterer Pflege verblieben; ferner wurden 217 Kinder ausgenommen; hievon wurden 47 den Ellern, 99 in die LandeSpflege und 1 in eine auvere Anstalt übergeben,' 61 sind gestorben, 6 wurde» todt geboren und 3 Ende 1871 in weiterer Verpflegung belassen. Die Findelanstalt zählte 1095 Köpfe; hievon wurden 9b Kranke ge-heilt, 39 den Ellern übergeben, 55 sind gestorben und 916 in weiterer Berpflegung. — Im Am du-latorium der chirurgischen Abtheilung wurden 282 Männerund 279 Weiber, zusammen 561 Individuen behandelt. — (Ä rbe it e rb ild u n g s ve rei n.) Sonntag den 14. d. M., Nachmittag 2 Uhr, hält der hiesige ArbeiterbildungSverein in seinem Verein-lokale, Gasthaus „zur Sternwarte" St. JakobSplatz, eine ordent. liche Monatsversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen außer den Geschäftsberichten des Ausschusses noch die Neuwahl eines AuSschußmitgliedeS und Besprechung Uber Gesangsangelegenheiten. Die Mitglieder werden zu zahlreichem Erscheinen freundlichst eingeladen. — (Für die freiwillige Feuerwehr) hat Herr Josef Mayer, Essigsieder, den Betrag von 5 fl. gespendet. — (Erfroren.) Am 3. d. wurde auf dem Wege von Babuapolica bis Zavod nächst Babenfeld, Bezirk Planina, eine sichere Maria Weber, Eheweib des Josef Weber aus Babenfeld Haus Nr. 9, erfroren als Leiche ausgesunden. — (Au» dem AmtSblatte der „Laib. Ztg.) Festsetzung desPostrittgeldeS in Krain und im Küstenlande für das erste Halbjahr 1872. — KonturS-ausfchreibuug zur Besetzung der AmtSdienetstelle am Laibacher Zivilspital. — Im Steuerbezirke LaaS, in der Oblaker Gegend mit dem Sitze iu Neudorf. ist der zweite BezirkSwundarzt-Posten sogleich zu besetzen. — (Theater.) Wieder eine Noviläl IM» abermals — ein leeres Haus! Und zwar in einer Weise schwach be sucht, wie wir eS der im Giuude ganz nuieu und vor allem amüsante» Berla scheu Posse ,.«»s einem Bulkau, »ter: Weder Schwiegersohn noch Kompagnon" nicht gewünscht Hallen. Auch die Darstellung derselbe» war eine sehr ,«»» lere und ließ nichts zu wünschen übrig JiiSbesonderS machlt-n sich die Herren Nadler »iid Schlesinger, wie Fr. Paul mann dnrch ihre« Humor und die Herien Traut und Puls durch ihr tvrretleS nnd beflissene» -spiet hiebei verdient. NE" Der heuligen Nummer liegt sür d,e Lladt-abonnenic» eine Anzeige dr», über Lrinrnivaarcn verkauf im „Hoiel Elesani". Wir empfehlen selbe der Beachtung unfrrer Leser. Witterung. Laibach, II. Jänner. Nach Mitternachl sternenhell. Herrlicher, fast wollen loser Tag, schwacher Westwind. Temperatur: Morgens 6 Uhr — 1.6". Nachm. L U.r -f- 1 4 6. (1871 t).!>°; 1870 -I- 2.5°). Barometer im Lreigen 734.54 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme — 0.4°, um 2.2°. über dem Normale.________________ Ängelommcue Fremde. Am 10 Jänner. Br. Torresani, k. k. Oberlieutenant, und Biermann, Wien. — Bassi, Italien. Waizensko und Schlesinger. Kaufleute, Wien. — Barlic, Kommis, Karlstadl. — Tschinkl, Kfm Äraljevica — Ludwig, Lehrer, Sagor. — Fabiaui, Kfm.. Wien. — Pfersmann, k. k. Major, Stein. _________ Verstorbene. Den 1 0. I ä n n e r. Paul Roter, Inwohner, alt 59 Jahre, im Zivilspital an Marasmus — Dem Herrn Johann Kopac, Fleischhauer und Gastgeber, seine Frau Maria, alt 23 Jahre, im Hühnerdorse Nr. I I am Puerperalfieber. — Blasius Pohleoeu, Knecht, alt 26 Jahre, im Zivilspital am Zehrfieber. Gedenktafel über die am 1 5. Jänner 1872 stattfindcnden Lizitationen. 3. Feild , Lenstet'sche Real., Soberschitz, UG. Reifnij. — 3. Feilb., Tomc'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — 3. Feilb., Gasperlin'sche Real., PoZenik, BG. Krainburg. — Reliz. Fabiau'scher Real. a«I Hopfenbach, BG. Rudolfs-werth. ________________________________ Theater. Heute: Zum Vorlheile des Schauspielers Albert Puls: LlZilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Roinpliiir ^.Idört Iruiksr befindet sich i» der 1. Stock neben dem Theater. A LM" Aufträge auf Bettflaumen und Federn A ^ werden angenommen. - (613—6) Wiener Börse vom 10. Jänner. Weid «».«> 73.,;» »L. 5 tU.50 ',7.Ü0 t,-rc.RenIe. ök-^av. »I«. kl». Httd. j>se ve» 18L4 . . . >>4.5» von »all,« >05.40 !sle >>i!ü I»«». geult. I»l.jl5 brämirntch. v. XKX . 7L Lleicrmart »arn:e», »rain ». «uile-lund L . Ingoin. . « o. Hta». > > ktkbkvi'ürg. . 5 . «»ttsvsNmiik . . . lato». B»i>k . . . irtdttankoll . . . st. ö. E«com»lr.GeI. I!v«I->-öKer,. Bank . 2en. Bc>»rvcrrd.-«. 0-« Hv»°ld.-««»' Dreier, »acompr.-vr. Hraako - Auftria . . La»1. S-rd^tordb. . Südba-v-Gesellfch. . »ais. Sliladetb-Bayu. »arl.9vdwia-«ahu Sledrnb. SHeuvahi» . tzta»t-bahu. . . . »aij. Arani-Iosek-b.. fünft.. Barcjer «.»V. »ttSld yium. «ah» Ware 63.80 73.;o 25 105.00 121.7'» 145» 25 90.- 91.- 86.- 81.— 81.- 78. »36. 293.50 313 70 1000 340.-rs».— w.-i 25«. 141.--21.0. >215.-247 25 >260.75 ! 180.50 >209.2» !l81. > 185.50 838 — 294.— 343-SO 1010 343-90 *89. 262- 141.20 2175 215.50 247.50 L6I.— 181. 400 — 209.75 181.50 1*6.- Hattos, ü.tv. verls-d. r»o io lug. ^od. ^redttaust «8.50 «llg.öst.Vod. «Lredtt. 105.25, »t». I» 87.501 OeV. Hvvold.'^auk 95 — Südb..'»el.»sSOO ^113.75 vlo. Oon«8pÄ1 »24 - -tsrdb. lU»u fl. «0. -! 3/.-, 33-^ 4«—j 4» — > 27.50 «S — ! 37.50 38.SO 31.50 32.- 21.50 22.50 22.--I 23 — 14.— 18.^ 14.50 15 — 96.«0 V7.— 97 — 97.20 114.55 114 65 44 35 44 4b i>0.80 Vküvi Du.ater. d9 - r»0.^anc-ftu«k . . . 105.7514errnr»thale, . . «8.00s 5 3,1 2.3k« 9.09^ r'.lO 1. I I 1.72» 113 75'114. - Telegrafischer Wechselkur» vom I l. Jänner. 5perz, Reiue Üslcrr. Papier <>3.25 — .'ipkr, «eure ifterr. Silber 73 -0. — Staal-auleden Bankaktien .^-1». jirediirktien 313..D — Louvon >14 <»-— Silber 113 35 - L. k. Münz-Dukaten b 41. — -t»» ^»levnöd'vr V.10. »ru« »«, gg». d. »rleiu««h» » F,.d. t« «atdach. «rrle^r m»d für dt» «,tz»kti»n veramworMch: Ott««,» «am»er».