^MW^ Nr. 130. Prlinumclat« on « prei « : Im «lomptolr ganz». si, i', ha!l>j, fl, 5.50, !>i!l dic Zlisl^llung n,s H«u» halbj, 50 lr. Mi! bcr Pofi ganzi, ^ ">, h">l'!- st. ?'50. Freitag, 20. Mai. Insertlonsgebül: FUl llcinc Inllrate b!« zu < Zeilen ziü li,, nröllcie fcr .^eilc « ll : bci slle'.tn Wiederholungen per Heilc 5 t». 1882. Amtlicher Theil. Rtt^'s/' ""b t. Apostolische Majestät haben mit V>iw?U" Entschließung vom 15. Mai o. I. dem T)r ^'^^"n, städtischen Krankenhause in Trieft, llll^n""'.. ^' ebma li n, den Titel eines Professors ^"°d'gst zu verleihen geruht. Alltt^^' und k. Apostolische Majestät haben mit ^!lM" Entschließung von, 15. Mai d. I. dem dtt v", ""secretär Franz I u d in Graz anlässlich 3lil^" 'hm erbetenen Versehung in den dauernden 3iüG?"d be,, Titel eines kaiserlichen Rathes mit ^ Hl der Taxen allergnädigst zu verleihen geruht. H Erkenntnis. ^llaa?. / ^' ^»desgericht Wien als Pressacrichl hat aus !" ^ ^ / l. Stnatsanlualtschast erlannt, dass der Inl,nll der ^>„,l>" ^ ^" periudische» Druckschrift „Ocsterreichischcr Volls» 7"lrlei" '^^, Mai 1882 nu« den Ausschriften „Hmnanitäts-!>'^tt"',."., "^ klagende Israel" und „Die Juden als Per. At^,, ll)nllencn ArN'lcl dcm aanzcu Umfanqc nach das H>,m"" Nach 8 802 St. G, begründe, und hat nach 3 493 ^sploch verbot der Weiterverbrcitlma. dieser Druckschrist Nichtamtlicher Theil. risch^'Majestät der Kaiser haben, wie das unga. >»ei^ "'lzblalt meldet, für die römisch.katholische Ge-^acj^ ','.' Kochänocz 200 fl. nnd fiir die Gemeinde ^ H,?^ ^0 ft. zu spenden und dem Eigenthümer ^Ukr ^'ster ^reliuinstilulcs Jakob Frim für die "0 kaun nur beifügen, dafs die Regie- '"eil ft^'"' ^ksehentwurf auf das wärmste befürwortet, dass durch die Bestimmungen, welche in diesem Entwürfe enthalten sind, vielen und großen Uebelständeu in der entsprechenden Weise begegnet werden wird, und auch dl.'um, weil die Negierung erachtet, dass der Zweck, den dieser Gesetzentwurf hat, durch eine einfache Aenderung der Reichsraths-Wahl-ordnuug in seiner Gänze erreicht werden kann. In dem Commissionsberichle sind die hauptsäch-lichsten zwei Punkte hervorgehoben. Der eiste Punkt ist die Veränderung der Art und Weise der Wahl des Großgrundbesitzes in Böhmen und der zweite Punkt ist die Heranziehung der sogenannten Fünf-GuldeN'Männer zum Wahlrechte. Wenn ich mir erlaube, den ersten Punkt zu berühren, so glaube ich, helvorhebeu zu müssen, dass heute schon in dirsem hohen Hause, uuo nicht bloß heute, sondern auch früher schon bei vielfachen Gelegenheiten die Uebclstände hervorgehoben worden sind, welche d>e gegenwärtig gisrtzlich bestehende Wahlordnung rücksichlllch der Wcchl im böhmischen Großgrundbesitze nach sich zieht, uameullich den Uelielstand, dass vom Großgluudbesihe in Böhmen, der so ziemlich nach zwei politische» Richtungen hin sich theilt und wo jede dieser Richtungen fust gleich stark ist, so dass möglicherweise Eine Stimme den Aufschlag gibt, 23 Persönlichkeiten der einen politischen Gesinnung in den Reichsralh geschickt werden oder 23 Anhänger der andereu. Nun man spricht schon vou der Berechtigung auch bei Korporationen, welche nicht so start sind, wo ein Theil bedeutend schwächer ist, auch kleine Minoritäten zu schützen. Hier beim böhmischen Großgrundbesitze sehen wir aber, dass ciue ziemliche Gleichstellung vorhanden ist, dass daher die Uugerech^teit eine viel größere ist, wenn eine oder wenige Stimmen dafür den Ausschlag geben, dass nur Persönlichkeiten der einen politischen Gesinnung in den Rcichsralh kommen. Es hat dies alier auch eine andeie unangenehme Folge, welche auch schon hervorgehoben worden ist, nämlich die, dass, wenn eine der politischen Parteien glaubt, nicht die Majorität erhalten zu können, sie sich der Wahl gauz enthält, und diese Wahlenthaltuug ist eine der bedenklichsten Sachen in einem constitutionellen Staate. Ich glaube daher, dass es geradezu eine Pflicht und Aufgabe der Regierung ist, nach Thunlichkeit dahin zu wirken, dass ein solcher Uebelstand wenn auch nicht verschwinde, doch vermindert werde, und die Regierung hat daher geglaubt, dem Entwürfe, der hier vorliegt, nach dem Beschlusse des Abgeordnetenhauses beitrcten zu sollen. Es ist heute rrwähni wor« de», dass eine solche Vorlage nicht aus dem Schoße einer Partei hervorgehen, sondern von der Regierung eingebracht werden soll, und Weilers, dass eine solche Vorlage das Große und Ganze auffassen sollte. Es wurde namentlich im Minoritätbberichte, wenn ich richtig verstanden habe, gesagt, eine solche Wahlreform, welche sich bloß auf ein Land beschränke, sei kein staatsmäunischer Borgang. Nun ich gestehe zu, dass es wünschenswert und, ideell genommen, das Richtige wäre, die Uebelstände überall abzustellen, wo sie vorhanden sind; abcr das liegt eben nicht in der mensch, lichen Kraft. Man muss daher trachten, dort, wo der Uebclstand am ärgsten ist, am grellsten hervortritt, die Hand anzulegen. Es hat das uuch den weiteren Vortheil, dass, wenn man sich bei einer solchen Reform auf ein Land beschränkt, man eben Erfahrungen machen kann zum Wohle oder vielleicht auch zum Bösen. Denn es gibt gewisse Bestimmungen, bei denen es sich ja nicht mathematisch nachweisen lass, was für Resultate damit erzielt werden. Hat man kber in einem Lande Versuche gemacht und haben die Versuche sich bewährt, so kommen die anderen Länder eben auch an die Reihe. In Betreff der Bemerkungen, oafs eben die Regierung die Vorlage machen sollte, muss ich mir helvorzuheben erlauben, dass es ja nicht genügend ist, wenn die Negierung eine Vorlage macht. Die Regierung muss auch die Aussicht haben, eine solche Vorlage durchzuführen. Wenn nun eine solche Voilage aus dem Schoße eines Hauses hervorgeht, so ist dadurch schon eine gewisse Garantie geboten, dass dieser Entwurf auch zur Annahme gelangen wird. Ich möchte mir aber noch gegenüber der Bemerkung, dass der Vorschlag doch von der Regierung hätte gemacht werden sollen, mit Rücksicht auf die Bemerkung eines geehrten Herrn Vorredners, er sehe in dieser Vorlage alle diejenigen Principien niedergelegt, die seinerzeit in der Regierungsvorlage an den böhmischen Lundlaa enthalten waren, zu betonen erlauben, dass eben da» durch theilweisc der Beweis erbracht ist, dass ursprüng» lich doch die Initiative von Seite der Regierung aus» gegangen ist, wenn auch die Form eine andere ist, denn die Negierung hat darauf zu achten, dass die-jenigen Priimpirn, die si? für richtig hält, auch in der richtigen Art und Weise zu Ausdrucke bringt. Ich komme zu einem Weilern Punkte, zu der Frage der Füüf'Gulden-Männrr. Da möchte ich mir ellau-ben, die nanz kurze Bemerkung zu machen, dass unsere Zeit darauf hinweist, deu Kreis der Wahlberechtigten zu erweitern, wobei es sich nur um die Frage handeln kann, wie weit dieser Kreis gezogen werden soll. Wenn man nun eine Grenze gibt, so ist es am aller, besten, sie in das ganze System unserer Wahlgesetz, gebung einzufügen, indem man einen Census bestimmt. Und so hat man nach langen Erwägungen und Er« Feuilleton. Kunst und Her). "liginal-Roman von Harriet.Oriinewald. ^ (A Fortschung.) i^l'ri^., ^ bl'e Ehre, den Herrn Commerzienrath ?"'. Ul,^" ve-a.nihrn?" klang es Plötzlich dicht hinter '' hoch 6 er sich rasch umblickle. stand ein schlau. ,Al/Akschossener junger Mann vor ihm. 'ttl' Sie sind--------"' . ^t'fr'ed Neuhold!« ts ^l'dln ^k6le dem Iüugling. gegen ein Heer von !ei>, A" ankämpfend, die Hand entgegen, wäh« "Nie f'? ""gsUich über seme Züge glitt. I.. ..Ei' ?^t es um Ihre Mutter?" Etnoib "'^ ^"'' ">cht sterben!" war die ,, ^'u w'r rasch zu ihr." k> " t>az m """ä'"'rath und der junge Mann ver- uud schritten durch eine ki,, H^se ^"sse des Städtchens einem alleiustch'N' «tM ä"' dus ein kleiner Garten umschloss. Durch U" Hera,.«'" Erdgeschoß drang ein schwacher Llcht- 'hr i? '" dort kämpfte die arme Marie Neu- Ar,,'Moses Dasein aus. ß,' durch .""terbrach plötzlich das lautlose Schwei» "lllill^ d'e Frage: „Ist die Mutter bei Ve. "^jllHt " Commerzienrath!" ^l lemand bei ihr?" forschte er weiter. „Eine alte Fwu aus der Nachbarschaft!" „Gut, entfernen Sie für eine halbe Stunde die, felbe vo>, der Kranken, ich möchte gerne allein mit ihr sein !" Der Commerzienrath uud der junge Mann traten in die enge, nur matt belenchtete Flur des kleinen Hauses. Gotlfried eilte auf Arnaus Wunsch nach dem Krankcuzimincr, um die Stelbende auf die Anwesenheit desselben uorzubereiteu; der Commcrziemllth bli^b in der Vorhalle zurück. — Minute auf Miuute verflojs und der Iüngliug kehrte nicht wieder. Arnau wurde ungeduldig. Das lange Harren in der düstern, todt.n< stillen Flur halte etwas Beängstigendes auf sich, zumal heftige Windstöße um das einsame Haus fuh. ren und ein fellsam klagendes Geräusch verursachten. Arnau schritt auf die nnr halb geschlossene Thüre zu, hinter welcher der junge Mann vorhin verschwand; er öffnete sie bis zur Hälfte und blickte in das Innere des Gemaches, das ein kleines Vorzimmer war, durch welches mau in die Krankenstube gelaugte. Einige Mi« nuten verharrte der Commerzienralh in dem Vorzimmer, und als sich kein Laut aus dem anstoßenden Raume vernehmeu ließ, überschritt er die Schwelle — da bot sich ihm ein tiesergreifender Anblick. Gottfried war vor dem Bett der Mutter in die Knie gesunken; er presste die Stirn gegen das harte Holz, während sich seine Arme um d.u starren, regungslosen Körper schlangen. Die gutmüchige Nachbarn, staud au dem Fuh. eudc des Lagers, sie hielt einen Rosenkranz in den gefalteten Händen — es war ja alles vorüber — und nun galt es, ein Vaterunser für das Heil der armen Seele zu beten. Nrnau trat an den Jüngling heran und legte seine Hand auf dessen Arm; er zuckte leise auf bei der Berührung und hob den Kopf empor. „Die Mutter ist todt, sie starb in meiner Abwesenheit!" verhaltenes Schluchzen ließ die Stimme schmerzlich erbeben. Der Blick des Commerzienrathes heftete sich mit unsicherem Ausdruck auf das Antlitz der Todten. Eine Reihe vou Iahreu war dahingeflossen seit dem Tage, wo Marie Neuhold mit dem Bekenntnis vor ihn hin» trat, er habe ihr gegenüber rine uuabw-izbare Pflicht zu erfüllen — diese lange Zeit halte ihn viel Glück nnd Freude elleben lassen, während sie fiir die Verstorbene liur kargen Sonnenschein in sich schloss, doppelt karg durch das Bewusstsein, vor der Welt eine Geächtete zu sein. Arnau fuhr sich mit der Hand über die Augen. Was in dieser Minute sein Innerstes beweqte, ob es sich frei von Schuld der Todten gegenüber fühlte, wer konnte es sagen? Die Menscheuseele verschließt das oft scheu in sich. was die kühle Vernunft als Schwäche und Irrung bezeichnet — sie will den Schleier nicht heben, der ihr die eigenen Fehler in wohlthätiges Dunkel hüllt — wie viel weuiger wird sie da andern eiueu Blick iu ihr tiefstes Denken und Empfinden gewähren. „Gotlfried!" Der Jüngling fasste die Hand. die noch immer auf seiner Schulter lag uuo drückte sie an jeine Llppen: «O, Sie waren der edle Wohlthäter meiner Mutter lhr — mem emzlger Freund!" """li, Laibacher Zeitung Nr. 120 1N32 86. Mai M2. örterullgen einen Census von fünf Gulden angenom» men, und dadurch werden einer großen und wichtigen Klasse von Menschen politische Rechte, wichtige, gewiss sehr schätzbare Rechte, verliehen, und ich glaube, dass man das in diesem hohen Hause dieser Bevölkernngs« llasse nicht missgönnen wird. Aus dem von mir Vorausgeschickten möge das hohe Haus gütigst entnehmen, dass die Regierung den heißesten Wunsch hegt, dass der Entwurf in der Form, in der er eben vorliegt, nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses auch die Zustimmung des hohen Hauses erlangen möge. Es sei mir nun gestattet, mit wenigen Worten auf einige Bemerkungen, die im Laufe der Debatte gefallen sind, zurückzukommen. Es wurde auf den seinerzeit geschlossenen Compromiss mit dem Groß« grundbefihe und auf den Wunsch der Regierung hi»« gewiesen, einen vollständigen Reichsralh zusammenzubringen. Nun es ist allbekannt, dass das ein brennender Wunsch der Regierung war, der eben durch diesen Compromiss in Erfüllung gegangen ist. Wenn von einem Telegramme gesprochen wurde, so weiß ich nicht, in welcher Weise denn Telegramme maßgebend gewesen sein sollen, und glaube auch, dass der Com« Promiss, so viel ich mich zu erinnern weiß, zwischen den Führern des Großgrundbesitzes mündlich und nicht telegraphisch verhandelt worden ist. Ebenso muss ich mir die Bemerkung erlauben, dass, wenn hervor« gehoben wurde, dass man sehr erstaunt war über die Emanationen der Regierung in der damaligen Thronrede, ich nur darauf erwidern kann, dass es nicht thunlich und auch nicht gebräuchlich und nicht möglich ist, den Inhalt der Thronrede, bevor sie gehalten wurde, mitzutheilen. Wenn weiters von Executionen des Txecutivcomitis gesprochen wurde und die Aeuße-rung siel, dass die Regierung eigentlich die Executive für das Executivcomite habe — so habe ich das beiläufig aufgefasst — wenn ich es richtig aufgefasst habe — und dass schon in früherer Zeit ein Minister geleugnet hat, dass er das exequiere, was das Executiv-comitt wünscht, muss ich mir darauf zu erwidern erlauben, das« dieser Minister, der gemeint wurde, ich war, dass ick aber nicht geleugnet, sondern dass ich diese Insinuation zurückgewiesen habe und heute nochmals in der Lage bin, dies thun zu müssen. Ich leugne nicht, und das ist in jedem constitutionellen Staate nothwendig, dass ein Ministerium in Fühlung mit den Parteien bleibe, und namentlich in Fühlung mit der Majorität, denn das erleichtert das constitu-tionelle Regiment; ich möchte sagen: es ermöglicht dasselbe und ist, wie ich glaube, auch das Ei'tspre-chende und Richtige und gewiss richtiger, als wenn irgend ein Ministerium von dem einen oder andern Parteiführer sich insinuieren lässt. Wenn davon gesprochen wurde, dass die Regierung versucht, dass Schwergewicht nach Prag und Lemberg zu verlegen, so muss ich auch dem entgegen-treten; wenn von einem Schwergewichte gesprochen wird. so ist es die Aufgabe der Regierung, dieses Gewicht gleichmäßig auf die Monarchie zu vertheilen. (Bravo! Bravo! links.) Das wird auch im Bestreben der Regierung ge-legen sein. Und weil eben die Regierung von dem Wunsche beseelt ist, dass die politischen Parteien, die im Lande bestehen, innerhalb des Rahmens des Gesetzes ihren Wünschen und ihren Intentionen Ausdruck geben können, und weil durch die Bestimmung des vorliegenden Gesetzentwurfes dies auch der Minorität ermöglicht wird, wobei ich aber heute nicht sagen kann, wer bei den Großgrundbesitzer-Wahlen die Mi» «Der ich auch stets bleiben werde!" fiel der Com. merzienrath ein. Nach einer kleinen Pause fuhr er leise fort: „Ich kam felbst nach R., um Ihrer Mutler den Trost zu bringen, dass wir Ihnen in unserem Hause sür jetzt ein Asyl bieten wollen, leider kam ich zu spät, um ihr diese letzte Freude zu gewähren." Durch den thränenverschleierten Blick Gottfrieds leuchtete ein warmes, heißes Dankgesühl auf — dieser stumme Blick war beredter, als es die innigsten Worte imstande wären. Der junge Mann war aufgesprungen und presste die Hand Arnaus gegen seine Brust — dieser wandte den Kopf, wie zufällig, nach der betenden Nachbarin; es geschah nur, um das tiefe Roth zu verbergen, das bei der mächtigen, innern Bewegung des Jünglings in sein Antlitz gestiegen war. Dies Abwenden war ganz zwecklos, die düster brennende Nachtlampe in dem Sterbezimmer hüllte ohnedies die Gesichtszüge der darin weilenden Personen in völlige Dunkelheit. »Mein theuerster Wohlthäter!" flüsterte der junge Mann endlich, die Hand des Commerzienrathes noch immer festhaltend, «Gott lohne Ihnen Ihre unbe« schreibliche Güte an dem Vater- und mutterlosen Menschenlinde!" Draußen klagte der rauhe Herlistwind um die kahlen Mauern des einsamen Hauses, er trieb die welken Blätter im Wirbel vor sich her, so dass sie noch einmal vor ihrem Vergehen lustig hintanzten über den seuchllu Erdboden. (Fortsetzung folgt.) norität bilden wird — stelle ich das Ansuchen, die hohe Versammlung möge in die Specialdebatte geneigtest eingehen. (Beifall rechts.) Rede Sr. Excellenz des Herrn Handelsministers Freiherrn v. Pino. (Schluss.) Um das hohe Haus nicht länger durch solche Specialausführungen zu behelligen, möchte ich mir zum Schlüsse in Betreff der Begünstigungen der Südländer einige Bemerkungen erlauben: Es wurde gesagt, die Negierung hätte nicht ernsthaft genug verhandelt; wenn sie ernsthaft genug verhandelt hätte, so würde sie erreicht haben, was von dem geehrten Herrn Vorredner vorgeschlagen wurde. Da möchte ich mir die Bemerkung erlauben, dass ich nicht weiß, woher der Herr Vorredner sich die Ueberzeugung von dem Maße der Einsthaftigteit der Negierung gebildet hat. Ich kann ihm die Versicherunq geben, dass die Negierung solche Dinge immer ernst nimmt und mit der größten Nachhaltigkeit dafür eintritt. Wenn dieser Ernst und diese Nachhaltigkeit aber nicht immer die gewünschten Resultate haben, so liegt der Grund dafür darin, dass man dafür solche Concessionen geben müsste, die man nicht kann und will, weil sie viel einschneidender und schädlicher sein würden, als dass man darauf eingehen könnte. Nun will ich noch über die Begünstigung der südlichen Länder überhaupt reden. Die Regierung hat anfangs, als der Zolltarif vorgelegt wurde, gar keine Begünstigung ins Auge gefasst, weil bei der verschiedenen Lage der Länder sehr viele Theile hätten berücksichtigt werden müssen. Es gibt Gegenden an der böhmischen, mährischen und schlesischen Grenze und vielleicht auch noch anderswo, welche ihr Getreide viel schwieriger beschaffen müssen, welche daher hätten besonders begünstigt werden müssen. Die Verhältnisse im Reiche sind eben so mannigfaltig, dass man nicht sür einzelne Gegenden Berücksichtigung eintreten lassen kann. Dies hat die Regierung veranlasst, gar leine Berücksichtigung zu bewirken. Im Laufe der Verhandlungen ist allerdings der dalmatinische Zustand so sehr hervorgehoben worden, dass die Regierung selbst sich nicht verschließen konnte, dass Dalmazien unter allen Provinzen, Ländern und Landestheilen das exponierteste Land ist, für welches man etwas thun muss. Die Regierung hat dieser Meinung gegenüber der ungarischen Regierung Ausdruck gegeben und hier auch ein günstiges Resultat erzielt, später ist auch Südtirol um eine solche Begünstigung eingeschritten, ebenso auch Istrien, welche beide jedoch mit dem Hinterlande durch eine gute Schienenverbindung zusammenhängen, so dass die Regierung auf dieses Ansinnen nicht eingehen konnte. Erst später sind Vorarlberg und andere Theile der Monarchie aufgetreten, wie Adelsberg, Trieft und das Görzer Gebiet. So sehr nun die Regierung zugibt, dass der factifche Ertrag des Ackerbaues dieser Länder nicht hinreicht, sie für das ganze Jahr zu verproviantieren, fo kann sie doch nicht zugeben, dass diese Verproviantierung nicht aus den an Getreide überreichen Ländern Oesterreichs geschehen könnte. Die Regierung ist sich der Verpflichtung bewusst, der Verproviantierung, wo sie auf Schwierigkeiten stößt, nach Möglichkeit zuHilfe zu kommen. Dies geschieht durch tarifarische Bestimmungen bei den Eisenbahnen, welchen die ungarische Regierung schon im Principe ihre Zustimmung gegeben hat. Es ist ganz natürlich, dass Vorarlberg später ebenso leicht verproviantiert werden kann wie jetzt. Jetzt geschieht die Verproviantierung Vorarlbergs durch österreichisches Getreide, welches mit dem sehr niedrigen Begünstigungstarife für die schweizerischen Staftelorte nach Lindau und Romanshorn kommt. Später werden die Getreide-mengen als Transitogut mit denselben tarifarischen Begünstigungen nach Vorarlberg gehen. Sollte aber je eine Calamität eintreten, so dass die Transitierung dieses Getreides, sei es aus Uebelwollen des Nachbarstaates oder wegen anderer Verhältnisse, nicht stattfinden kann, dann tritt die Frage auf, wie Vorarlberg zu verproviantieren ist. Wenn dann diese Unmöglichkeit eintritt und die Theuerung so groß wird, dann wird der Staat nicht nur die Pflicht, sondern auch die Macht haben, Vorkehrungen zu treffen, und dann werden die Grenzen für eine kurze Zeit geöffnet werden, um diesen Bewohnern des Staates den Bezug des Getreides zu ermöglichen. Dasselbe gilt auch von anderen Ländern, und wenn irgendwo in einem Winkel von Tirol eine kleine Gemeinde existiert, wie ich deren manche kenne, die factisch so von der österreichischen Monarchie abgeschlossen ist, dass sie weder jetzt noch in aller Zukunft das Getreide wird aus dem Inlande beziehen können, so werden folche Orte auch durch die Regie« rung begünstigt werden, und sie werden ohne Zweifel mit Zustimmung der ungarischen Regierung auch fernerhin ihren ganzen unbedeutenden Gelreidebedarf aus dem Auslande beziehen könne», wie dies jetzt geschieht. Es fehlt also die Nothwendigkeit, so weit zu gehen wie die Anmerkung, welche das Abgeordnetenhaus angenommen hat. Diese Anmerkung ist übrigens nicht einmal in allen Theilen richtig. Denn s ^ da Länder und Landestheile einbezogen, M ^. ich glaube, nie fremdes Getreide eingeführt nmo wenn ja, nur zum Zwecke der Wiederausfuhr. Da ist das Görzer Gebiet, welches '"del merklma. als ein Gebiet dargestellt wird, welcyc» jährlich Hungersnoth leidet. Das ist nun "cht "^ « Das Görzer Gebiet filhrt mehr aus als eni, un°'" ich auch in Bezug auf die Ziffern, welche der ^ Berichterstatter in seinem Berichte angegcb.'N l)°' ^ geben will, dafs viel fremdes Getreide transmeri. der Ausfuhr aus Ungarn und Italien in d°s ^H Gebiet kommt, so ,st es auch ein Factum, va,e Einfuhr in das Görzer Gebiet so minim 'st. °u'"^ nicht ins Gewicht fällt. Wenn man bedenll, oa>" in Görz befindlichen großen Mühlen ihren ">"« bedarf größtentheils aus Italien beziehen. lo man sagen, dass diese Mehreinfuhr von 2000 ^ ^ centner Weizen über die Ausfuhr in dem Bedarf Mühlen vollkommen ihre Erklärung findet un° im Görzer Gebiete die Nothwendigkeit, dem °l Manne das Brot durch die freie Einfuhr zu aMyl nicht eintritt. . A' Nehmen wir Trieft. Dieses hat eine grM ,^, treide-Einfuhr, aber nicht für sich, sondern 1'"^ Handelsverkehr, und wenn wir beobachten, w ^ denn Trieft mehr einführt als ausführt, so 1^" ^ dass im Durchschnitte 76,257 Metercentner M ^ bleiben. Wohin kommen denn diese? Werden >l Trieft verzehrt? O nein, Trieft versorgt ancy^' ^, mit Getreide, und Istrien hat wieder einen ^ ^ schnittsbedarf von 90.000 Metercentncrn jäy"^ ^ ist also ein circulu« vitioiius, in dem man 1 ^ ^, wegt, indem man auf der einen Seite sehr v .^ weist oder beweisen will und schließlich g" beweist. . , «M< Ebenso verhält es sich mit dem Bezule <" ^ berg. Dieser Bezirk bezieht seine KörnerfrucP » ^ nur aus Ungarn, nie aus anderen Ländern; " ^jest war letzteres in früheren Zeiten der Fall, wo ^ der Stapelplatz für ausländisches Getreide war, ». hat aber jetzt aufgehört, und die natürliches ^ quelle für jene Bedürfnisse, welche durch oa» ^ nicht gedeckt werden, ist Ungarn. Nun blew ^, Tirol- Allerdings ist Südlirol mehr als "ge'^. anderes Land angewiesen auf den italienischen ^z Das will ich ja zugeben. Aber ich glaube a""^^, durch tarifarifche Bestimmungen der Mais ^ ^ie^ rischen Ebene ganz um denselben Preis nacy ^, und Noveredo gebracht werden kann, als er vo lien kommt. ^.^.llolf^ Die Vorliebe, welche das italienische Sn°w <^ den italienischen Mais hat. besteht darin, das» e" M Polenta wünscht, und wenn das Volk nw ^ Polenta nicht zufrieden ist, so muss ich ^Hel, Polenta schon als Luxus betrachten. Ich llla»^^^>' dass die Negierung bei außerordentlichen V"^ > ,„' und bei Eintritt von Calamitäten, mögen '"'^che» folge schlechter Ernte oder auch aus anderen "^ zü eintreten, immer die Macht haben wird, Ä^' „je treffen, und ich stehe nicht an, zu erklären, ^!. Negierung auch die Pflicht und Verantwortung ^. in solchen Fällen Abhilfe zu treffen, dass °' ^,chl rung die Ueberzeugung hat, das« auch die »"'^ ^ Regierung dann in der bereitwilligsten We',e ^ forderungen der diesseitigen Reichshälfte entspre^ ^,e Ich möchte mir daher erlauben, dem y^'' eh< zu empfehlen. nicht nur den Zolltarif anzu» ' ^ wie er vom Abgeordnetenhause herübergelom« ^ sondern auch die vom Ausschusse uoraMlal^^F stituierung der Anmerkung, wie sie in dew ^ß,) des Ausschusses entHallen »st, anzunehmen^r^^ Wien, 23. Mai. (Oria.-Corr.) ^ htl Vor dem Auseinandergehen hatte der ^ Vereinigten Linken noch das Bedürfnis 6""^,^ Art Manifest zu erlassen, nebstbei auch der "' M"' lich die Einigkeit der Partei feierlich z" y^ah'l, Der Obmann des Clubs erklärte, dafs "' ,„,er <, von vier Secessionist,:« die Partei noch "'' ^sel" zählig und intact sei, von einer Zerbröcklun« ^ ^M daher nicht die Rede sein könne. Dies lst w"^^,, > und niemand hat die äußerliche En"gle" ^,,Ml aber auf diese kommt es ja allein nicht ""- ,^ W dass die Partei über ein gemeinsames Vo,.^^y gramm nicht einig ist. dass die insbesondere der Antagonismus Msch" ,, he"' mischen und innerösterreichischen Abgeorv'" ^ ^,^ genug sich offenbaren, wird allerdings "'^ ^ Das Manifest enthält wieder die Ph"'s ^l be" drohten Stellung des Deutschthums, A ^.^ " das deutsche Volk von der Uuricht'gle" ^N >, hauptung überzeugt ist, es spricht aber "H'che" ^e' Objectivität des Clubs in Fragen der " die ^e» wirtschaftlichen Nothwendigkeit", weilng ".^ Ol»l' ^ auch in solchen Fragen sich von polM^.^l,!"^ leiten ließ. Vielleicht bezieht sich dies au ^ zl ^ und wäre gewiss eine solche ObjeetMn .^h"l „s-grüßen. Schließlich heißt es. dass der "^ Mrtei " fortgesetzt werden müsse", welcher der ^ ^chcr Zeitung Nr. 120 1033 26. Mai 1882. Ges2 "?^" sei. Nun darüber wird einst die >M Um ^'leN' welche es nicht übersehen wird, lwwn ^"" oftenbar vergaß, dass genug Entgegen, tem In. ^L^ w"rde und es wahrlich nur von kw^" Willen der Partei abhieng. dass statt des Eber n/'^ «liebliche Cooperation eingetreten wäre. dass man sich selbst den Kampf w r? l ^ Hal' ^ Wie wir es vorausgesagt haben, hu«,« Vkute der Zolltarif in der Fassung des Herren-^ .' o> h. mit Eliminierung des Hallwich'schen ^ uuement«. angenommen. Wider Erwarten entspann W^ N"e Debatte, in welcher die Abgeordneten ^au>. .""b Nitter v. Chlumccky die schon bekannten W^ neuerdings ins Feld führten, während der b^. te Greuter in einer mit stürmischem Beifall Wa?»^^ die Absichten der Linken bei Einbrin-ez," °^ Amendcments darlegte; nämlich, dass sie ih^s j,""! einen Systemwechsel abgesehen habe. und Me ' "en,, sie ans Ruder käme. nicht zögern ^ltt/lie 6°^"ch' so wie er ist. den Ungarn zu Kw5s ^lter noch gestaltete sich im Herrenhause der b'e U/s^ die Wahlreform, in welchen Graf Velcredi. Graf«'"" Carlos Auersperg und Schwarzenberg, !en.'.""Hun, Ritter v. Schmerling und Se. Excel-ziit^ Ministerpräsident eingriffen. Eines trat hicbei ^L,'n, ^ bemerkt zu werden verdient. Während l'e lw.c s Abgeordnetenhauses erklärt hatte, dass lei öl, '^ das Wahlrecht der Fünf-Guldeu-Männer send ." den anderen Theil der Wahlreform, betref-^lreni." ^^bgruudbcsih. perhorresciere, traten im ^llvei» '^ die liberalen Redner gerade gegen die ez der ?"9 des Wahlrechtes auf, und vor allem war ^chln^ «Hvlt der Freiheit" gefeierte Ritter von l'"e ?s ^' welcher in dieser Hinsicht den Liberale:«. UeMn. Enttäuschung bereitete. In einer aus-5nG?" Rede vertheidigte Se. Excellenz Graf ^den ^ ^"^age und wies nach, dass dieselbe nach kiH^'ch'ungen hin dem Gcbote der Gerechtigkeit ber «f,^, und die vorgebrachten Einwendungen vor h'l'k nicht bestünden. ^Mr Ä von Seite der conservative» Redner das ^»tdk^ der Fünf.Gnlden-Männer so warm vertreten dchl.'.b'ird gewiss guten Eindruck machen. Nicht lug ^ber namentlichen Abstimmung die Linke unter» I'M.' "u in der Art. wie sie ihre Sache verfocht, Vid^'e bedeutfame Niederlage der Partei, denn ihr ÄM ."d gegen die Reform der Großgrundbesitzer« ""b di/'m "r, auf Partei-Egoismus zurückzuführen, lechf^ ^"Weigerung einer Ausdehnung des Wahl. ^^^v^inWiderspruch gegen die Zeitströmung. Neichsrath. ^9. Sitzung des Abgeordnetenhauses. D Wien, 23. Mai. llUhr <>5? Präsident Dr. Smolka eröffnet um , Aus ^ ^'"'" die Sitzung, tt ^'/" Ministerbank befinden sich: Se. Excellenz ttti^z^ bimste»Präsident und Leiter des Minien «i, 3 ^"'"" Graf Taaffe, Ihre Excel, hiall's P"ren Minister: Dr. Freiherr von Zie->Co7r!>,'^^^°lkenhayn. Dr. Freiherr ^i'nh lick^'^ wird ermächtigt, über diese Beschlüsse "1 zu berichten.) ^N,^'.^cellenz Ministerpräsident Graf Taaffe Gossen t d" Interpellation des Abg. Zallinger und ""g h'' .Wir haben diese Interpellations-Veantwor-"t Nth >'ls gestern vollinhaltlich mitgetheilt. Anm. ^eil/ den Iustizausschuss wird gewählt: Abg. Dr. ^»ts/pwerden hierauf ohne Debatte in zweiter und °k>les e.^lmg angenommen: Die Regierungsvorlage, ^ 3ül c d'e Unterstützung hilfsbedürftiger Witwen ^ziei, '^ der anlässlich der Unruhen in Süddal->>fol^ ""d dem Occupationsgebiete gefallenen oder ^l>e>,^ ^.Verwundungen und Kriegsstraftazen ge< . Üe»d ^, '^itärpessunen; die Regierungsvorlage, be-l ^hen ^ ^ebürenfreiheit für zwei galizische Lande«. >. bH 1.100.000 und 1.9N'.400 fl.; die Vor. b, rüste. "k"d d'e dem Pensionbvereine für Landpost-„,,^lnl ^" gewährenden Begünstigungen; endlich. s° der ^ "der die Behandlung der aus Bosnien k"der,?^egowina nach Oesterreich gelangenden y, T)j, "'d Spielkarten. ^>l^^7^'t'on des Wiener Nürger-Handels' »nd ^" l^s"^^l)n Hernals. betreffend die Wiener Stadt-. tl,er ^""t Abg. Hiadik), wird. nachdem Abg. Dr. ^ssen N ^ Bedeutung der Stadtbahn für Wien sick ^ach ^>")"lte erörtert, der Regierung abgetreten. ü"-a l> ^lma. der Tagesordnung, auf welcher! nnde»' l."^ Zolltarif und die LcgalisirrungsnovcUe d^,^'g ^"Uagt sk über ^"^k""dl, dass die Regierung«. ^ me Donauregulierung auf die Tages. ordnung der morgigen Sitzung gestellt wird. Dieser Antrag, der vom Abg. Dr. Riege r bekämpft, von den Abgeordneten Dr. Herbst und Ed. Sueß unterstützt wird, gelangt bei namentlicher Abstimmmung mit 132 gegen 129 Stimmen zur Annahme. Aus Cetinje schreibt man der „Pol. Corr." unterm 15. d. M.: In einigen russischen Blättern weih man sich den Ernst, den Fürst Nikola während der letzten Insurrection in der Krivosije und Herzegowina in der Erfüllung seiner internationalen Pflichten an den Tag legte, und die Entschiedenheit, mit der er sein Volk von jeder Unterstützung oder Aufmunterung der Empörung ab» zuhalten suchte, nicht anders als mit der Annahme zu ei klären, Fürst Nikola Höfte auf einen Loh», seitens Oesterreich'Ungarns für seine loyale Haltung, bestehend in der Cession eines herzegowiuischen Gebiets» streifen« an Montenegro. Nichts kann falscher sein, als diese vollständig in das Gebiet der Erfindungen zu verweisende Supposition. Fürst Nikola hegte bei seinen Bemühungen nach Bewahrung einer correcten Haltung seitens des Fürstenthums und seiner Bevölkerung keine egoistische Hintergedanken und war aus-schließlich von dem Motive geleitet, Oesterreich.Ungarn die wohlwollende und freundliche Nachbarschaft, die es Montenegro gegenüber stets an den Tag legte, in gleicher Weise zu vergelten, seinem Lande die Seg. nuugen des Friedens und der Ordnung zu erhalten und darzuthun, dass das vergrößerte Montenegro kein Element der Unruhen in Europa bildet, sondern den Geboten des internationalen Rechtes sich zu unter-werfen bereit ist. Fürst Nikola hat erst vor kurzem einem durch eine specielle Veranlassung nach Cetinje geführten Staatsmanne gegenüber seine Politik, ihre Gründe und Ziele in der voranstehenden Weise definiert. „Die einzige Bürgschaft. — sagte der Fürst — die uns für die Zukunft geboten werden kann, liegt in uns selbst und in einer weisen Benützung der Gegenwart, in der Entwicklung des Wohlstandes der Montenegri» ner, in der Organisation ihres Staalswesens, in der Begründung ihrer Bildung, in der Anlage von Schulen und Straßen, mit einem Worte in fruchtbarer Thätig« keit auf allen Gebieten der Arbeit. Erst wenn durch lange Jahre unausgesetzter Bemühung der Fortschritt Montenegros ein normaler geworden sein wirb, erst dann darf es sich zu fragen beginnen, was für Pflich-ten ihm der Gang der Geschichte im Osten weiterhin auferlegen könnte." Gleichzeitig gab der Fürst seiner Bt'friedigung Ausdruck, dass seine Befehle, sich einrr strengen Neutralität gegenüber den Kämpfen in der Nachbarschaft zu befleißen, bei seinen Unterthanen Gehorsam gefunden haben. Auch der osficiöse „Glas Crnogorca" veröffent« lichte vor kurzem ein Communique, welches einem ähnlichen Gedanlengange Ausdruck gab. Dasselbe, dem hier Bedeutung beigelegt wird, hob hervor, dass sich die Autorität des Herrschers start genug erwiesen habe. um die hie und da aufgeregten Leidenschaften zu besänftigen und während der Dauer der Wirrnisse an der Grenze allenthalben Ruhe und Frieden uner« schüttelt zu erhalten. Das Volk respectlere die An-ordnuugen der Regierung und lasse nicht ab, sich voll und ganz den Arbeiten des Friedens zu widmen. Man werde sich allenthalben überzeugen — bemerkt das Blatt zum Schlüsse — dass in Montenegro so gut, wie in jedem geordneten Staatswesen, die Gesetze eine absolute Macht ausüben und auch ausreichend seien, um die Interessen des Friedens und der Ruhe lräf. ligst zu schützen._________________________ Hagesneuigkeiten. — (Personaln ach richt.) Se. Durchlaucht der Herr Präsident des k. l. Obersten Rechnungshofes Adolf Fürst zu AuerSperg ist vom Curgcbrauche aus Karlsbad nach Wien zurückgelehrt und hat die Amts-lcitung wieder übernommen. — (Von der Nordpol, Exp eb ition.) Aus Bergen (Norwegen) wird unterm 23. Mai gemeldet: Graf Hans Wilczel kam heute. 11 Uhr vormittags, mit seinen Begleitern auf dem Dampfer „Tordensljold" hier an. Der Commandant des österreichischen Expedi. tionsschiffes „Pola". Corvettencapitän Müller, und alle Osficiere des Schiffes, dann der Linienschiffs. Lieutenant v. Wohlgemuth mit den Osficieren der Expedition und der österreichische Consul Kron kamen auf vier Booten, von der Damftfbarcasse bugsiert, entgegen. Es war ein herzliches Begrüßen. Alle Schiffe im Hafen sind beflaggt, Abends groheS Diner bei dem Consul Kron. — (Grillparzers Manuscri Pte). welche sich bei dem Freiherr» v. N'zy befanden, wurden in daS Wiener städtische Archiv übertragen. Unter denselben befinden sich zahllose, seither gedruckte Gedichte und 600 lose Blätter mit Aphorismen und Epigrammen, von welchen übrigens ein großer Theil nach der Bestimmung Glillparzers versiegelt zu bleiben hat und erst 50 Jahre nach dessen Tode bekanntgegeben und in Druck gelegt werden darf. — (Arlberg-Tunnel,) Am 20. Mai mittags wurde auf der Westseite des Arlberg.Tunnels im Stollen das zweite Kilometer beendet, Auf der Oftseite war die Arbeit zu Ende April schon auf 2^/, Kilometer gediehen. Locales. Nns dem VanitötSberichte des Uatbacher Stadt-physikates für den Monat Jänner 1832. (Schluss) Den Krankheitscharakter im Eivilspitale im Monate Jänner 1882 betreffend, so war derselbe fol» gender: a) Medicinische Abtheilung: Außerordentliche An« zahl von Lungenentzündungen und pleuiitischen Exsu-dationen; ferner chronischen Katarrh?» und Rheumatis« men der Muskel und Gelenke. — Die Todesfälle betrafen viele an Pneumonic Erkrankte, dann tuberkulöse und marastische Individuen. — In der Beobachtung waren zwei Kranke, die im Verlaufe acuter Erkrankungen an äolirium treineriZ zu laborieren begannen, jedoch nach kurzei Nehandlungsdauer geheilt die Ab» theilung verliehen. d) Chirurgische Abtheilung: In diesem Monate kamen viele Operationen vor. Der Heiltrieb war ein günstiger. c) Abtheilung für Syphilis: In diesem Monate kamen bei Männern und Weibern hauptsächlich blenn-orrhagische Formen und Fälle von constilutioneller Syphi« lis zur Aufnahme, während einfache venerische Ve-schwüre in nur geringer Zahl vertreten waren. (i) Abtheilung für Hautkranke: Vlatternfälle kamen zwei zur Aufnahme und verblieben mit Ende d. M. in Behandlung. Unter den zugewachsenen bermatologischen Fällen wäre zu verzeichnen I^upuä vlilgki'iZ 4mal und ?go-rin,8i8 vui^llri« 3mal, Todesfall kam einer vor, und zwar starb ein mit Ekzem des Gesichtes behafteter Mann an tuberculöser Meningitis. o) Irrenabtheilung: In die Irrenanstalt zu Lai-bach wurden in diesem Monate 3 Kranke neu aufgenommen, und zwar ein maniukalisches Mädchen, ein melancholischer Mann und ein schon viele Jahre an Verrücktheit leidender Grundbesitzer. Entlassen wurde ein verrückter Mann nach zweijähriger Behandlung bebeu» tend gebessert. Gestorben sind zwei Weiber, beide blödsinnig, nach kurzem Aufenthalte in der Anstalt. In die Irreichausfilillle in Slubenc wurden drei weibliche Kranke neu aufgenommen, und zwar eine un Manie leidende Frau. ferner zwei melancholische Fmuen. Entlassen wurde ein an Schwachsinn leidender Schuh-macher im gebesserten Zustande. f) Gebärhaus und gynäkologische Abtheilung: Die Frequenz war eine auffällig starke; jedoch trotz Ueber-süllung der Anstalt der Gesundheitszustand im Wochen« bette vollkommen zufriedenstellend. V. Aus dem k. k. Garnisonsfpitale gieng für den Monat Jänner 1882 folgender Bericht ein: Mit Ende Dezember I86l sind in Behandlung verblieben......72 Kraule, im Monate Jänner 1382 sind zu« gewachsen........- - 107 „ Summe sammt Zuwach» . . 179 Kranke. Abfall: genesen ....... 90 Kranke, erholungsbedürftig .... 0 « zur Ueberprüfung beantragt . 4 „ vor Ablauf des Krankheits- processes entlassen . . . 3 „ gestorben . . . . . . 0 „ Summe des Abfalle« .... 97 Kranke, verblieben mit Ende Jänner 1882 . 82 Kranke. Vorwaltend waren Erkrankungen der Respirations« organe (acute Bronchialkatarrhe und Lungenentzündungen). Mittel des GrundwasserstandeS 1 36 Meter; wü> rend des Monates waren die Schwanlungen von 149 bis 1 26 Meter. __________ "- (In spicier ungen) Nm 22 d. Vl unterzog der Herr l l. Landesprüsident Winller die hiesige städtische Mädchenschule, am 23, d. M. die Mahr'sche Handels-Lehranstlllt und am 24. d. M. die Lehr- und Erziehungsanstalt von Alois Waldherr einer genauen Inspection. In allen drei Anstalten wohnte der Herr Landespräsident dem Unterrichte längere Zeit hindurch bei und überzeugte sich auch durch eigene Fragestellung von den Kenntnissen der Schüler. Der Herr Landespräsident äußerte sich schließlich sehr anerkennend über die an allen drei Anstalten erzielten Lehrresultate und belobte insbesondere die in den Instituten Mahr und Waldherr vorgefundene Ordnung, welche den guten Ruf dieser beiden Anstalten — von denen die erstere be, lanntlich schon 47, die letztere 27 Jahre besteht — in vollem Maße rechtfertige. Laibacher Zeitung Nr. 120 1N34 26. Mai 1M^ — (Vom lrainischen Fi sch er eiverein.) Im Monate Juni befinden sich nach dem Fischereigesetze nur Karpfen und Waller in der Schonzeit. Der Ver« fandt der Krebse, welcher bisher einen bedeutenden Handelsartikel gebildet hat. liegt aber heuer infolge der leider noch immer herrschenden Krebsseuche ganz durnieder, daher die Krakauer Fischer den Krebsfang ganz aufgeben mussten und die ihnen von den Unterkrainer Fischern zum Verkauf gebrachten Krebse nicht mehr ankaufen wollen, da solche in kurzer Ieit in den Behältern absterben. Möge dieses Uebel möglichst bald sein Ende erreichen und den Fischern von Krain die Erwerbsquelle mit dem Krebshandel wieder eröffnet werden. — (Schadenfeuer.) Aus Seise nberg wird uns mitgetheilt, dass am 14. d. M. in der Havpfe des Mühlenbesihers Josef Ierße in Marincendorf ein Feuer ausbrach, welches diese, dann die daneben gestandenen Wirtschaftsgebäude, als den Stall und die Dreschtenne sowie Bretter im Werte von 150 fl,, einäscherte und hiedurch im ganzen einen ungefähren Schaden von 1000 st verursachte; versichert war der Beschädigte nicht. Nei diesem Feuer, welches wieder durch die Unvorsichtig« keit eines mit Zündhölzchen spielenden Knaben, den 6 Jahre alten Sohn des IerZe, entstanden ist, ver» brannten auch zwei junge Ochsen im Werte von 50 fl — (Süd bahn.) Auf der Linie Wien - Trieft wird am 1. Juni d. I. eine neue Fahrordnung der Personenziige ins Leben treten, und werden von diesem Tage an die bisherigen Nachteilzüge mit bedeutend größerer Fahrgeschwindigkeit als Courierzüge mit allen drei Wagenllassen verkehren und eine dlrecte Verbindung über Cormons nach und von Venedig und in Mestre nach und von Rom und Mailand vermitteln. Die Nbfahtt von Wien erfolgt um 6 Uhr 45 Min. abends, die Ankunft in Trieft um 8 Uhr 10 Min. früh. in Venedig um 1 Uhr 30 Min. nachmittags; Rückfahrt von Venedig um 2 Uhr 18 Min. nachmittags, von Trieft um 8 Uhr abends. Ankunft in Wien um 9 Uhr 40 Min. vormittags. Die Fahtdauer bei diesen Ziigen wird demnach von Wien nach Trieft blos 13 Stunden 25 Min,, nach Venedig 18 Stunden 53 Min.; jene von Venedig nach Wien 19 Stunden 14 Min. und von Trieft 13 Stunden 40 Min. betragen. Diesen Courierzügen werden nengebaute. mit allem Comfort ausgestattete Schlafwagen beigegeben, welche bis Venedig verkehren. Die Modalitäten hinsichtlich der Benützung der Schlafstellen werden speciell Verlautbart werden. Die Fahrordnung der Wien-Triester Tageseilzüge bleibt nahezu unverändert, während jene der Postzüge mehrere Modifikationen erleidet, durch welche sich die Verbindungen Wien-Oraz. Wien.Trieft und Laibach-Trieft bedeutend günstiger gestalten. Der um 9 Uhr abends von Wien abgehende Postzug wird in Trieft schon um 6 Uhr 21 Minuten abends (circa 2'/, Stunden früher) eintreffen; der in Wien um 6 Uhr 32 Minuten früh ankommende Postzug wild dagegen von Trieft erst um 10 Uhr 5 Minuten vormittags (um 2'/, Stunden später) abgehen, daher beide Iüge um 2^/, Stunden rascher verkehren. In Nabresina Werben directe Anschlüsse nach und von Görz und ab Udine an die italienischen Eilzüge nach Rom und Mailand sowie umgekehrt hergestellt Der gegenwärtig um 11 Uhr 15 Minuten vormittag« von Wien abgehende Eilpostzug wird vom 1. Juni an erst um 1 Uhr 30 Minuten nachmittags abgehen, bis Mürzzuschlag als Eilpostzug verkehren und in Graz um » Uhr 45 Minuten abends, in Trieft um 10 Uhr 38 Minuten vormittags eintreffen. Diefer Zug wird in Neustadt an einen um 3 Uhr b Minuten nachmittags abgehenden Perfonenzug nach Kanifcha anschließen, welcher daselbst um 10 Uhr 20 Minuten abends eintrifft, daher dessen Fahrdauer von Wien bis Kanischa nur 8 Stunden 32 Minuten beträgt. Sehr günstig gestaltet sich auch die Verbindung WieN'Steinamanger. indem der um 7 Uhr früh von Wien abgehende Zug fchon um 11 Uhr 85 Min. vormittags in Steinamanger eintreffen und der von der letztgenannten Station um 4 Uhr 30 Min. nachmittags abgehende Zug in Wien schon um 9 Uhr 34 Min. abends ankommen wird. Der in Wien um 4 Uhr nachmittags eintreffende Postzug wird von Trieft um 6 Uhr abends, von Lai« dach um 12 Uhr 10 Min nachts und von Graz um 8 Uhr 20 Min. früh abgehen. Diese beiden Postzüge haben in Nabresina Anschlüsse nach, beziehungsweise von Gürz und Udine. Behufs Allfrechthallung der Zngsanschlüsse auf der Linie Neustadt-Kanischa, Mürzzuschlag-Neuberg. Präger-Hof-Budapest. Kanifcha-Barcs. Steinbrück'Sissek und Na-bresina.Cormons werden neue Fahrordnungen eingeführt, über welche das Nähere aus den veröffentlichten Fahrplänen zu entnehmen ist. Aus den Istrianer Staatsbahnen sowie auf der Linie St. Peter«Fiume wird die Fahrordnung ebenfalls «rändert und an Stelle der bisherigen neue, wesentlich ""?'U"e Verbindungen von Trieft sowie Von Wien nacy Polo. und nach Fimne hergestellt. Die Fahrplan-placate enthalten hierüber die näheren Daten. Die neue Fahrordnung wird um 12 Uhr nachts vom 31. Mai auf den 1. Juni activiert, und ist daher für den Abgang der Züge in jenen Stationen, welche dieselben erst nach Mitternacht passieren, schon die neue Fahrordnung maßgebend. Der am 31. Mai von Wien abgehende Nachteilzng Wird daher von Kindberg schon um 10 Uhr 31 Min. und von Brück schon um 10 Uhr 53 Minuten abends abgehen. — (Literatur.*) Die Colonisation Afrikas. L. Die Engländer in Südafrika. Vom Standpunkte der Erforschung und Civilisierung. I, Die Eingebornenfrage Südafrikas von Dr. Emil Holub. Wien 1882. Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitätsbuchhändler. In dieser hochinteressanten, am 12. d. M. publicierten Schrift beleuchtet Dr. Holub in allgemein verständlich gehaltener Weise das Wirten der Engländer in Südafrika, die Civilisierung der Farbigen betreffend, und legt überdies seinen persönlichen Standpunkt dar sowie sein Verhältnis zu einigen der wichtigeren, in das Bereich der Erforschung, Civilisation und Colonisation dieses Continentes einschlägigen Fragen. Diese populären Abhandlungen über die Stellung der Farbigen in Südafrika wird Fachleuten und Laien gewiss gleich willkommen sein. Erstere erhalten dadurch Anlass zu neuen gründlichen DiScussionen über diesen hochwichtigen Gegenstand, die letzteren werden in anregendster Weise über Dinge, welche schon vom allgemein menschlichen Standpunkte aus interessieren müssen, unterrichtet. Bemerkenswert ist, wie Dr. Holub, dieser genaue Kenner von Land und Leuten, es schildert, dass man die Farbigen ähnlich wie unsere Kinder behandeln und sich außerdem bei dem Verkehre mit ihnen vor allem von der Culturstnfe, aus der sie stehen und dem Charakter, den sie inne haben, leiten lassen müsse, wolle man nennenswerte Erfolge erzielen. Es werden freilich noch Jahre und Jahre vergehen, bis auch die Schwarzen jene Stellung einzunehmen berechtigt sein werden, nm sie mit allen Rechten eines civilisiertcn Staates belehnen zu können. Von der richtigen Behandlung der ihnen vom Geschick vorgesetzten Vormünder hängt, wo nicht alles, so doch vieles ab, und es kann in der That nicht bald eine edlere Aufgabe geben, als sie hier den Eng« ländern geboten ist. Mögen sie die ihnen über die Farbigen eingeräumte Gewalt stets zum Wohle derselben ge« brauchen. * AllcS in dieser Rubril Angezeigte ist zu beziehen durch die hiesige Buchhandlung Jg. v. Kleinmayr Hl Fed. lüambcr». Neueste Post. Wien, 25. Mai. Das Abgeordnetenhaus des Reichsralhes hat heute seine letzte Sitzung in diescm Sessionsabschnitle gehalten. Dieselbe wurde mit der Erledigung einer Reihe kleinerer Vorlagen ausgefüllt. Der Gesetzentwurf, betreffend die Bewilligung zur Auf» nähme eines Lutterie-Anlehens für die österreichische Gesellschaft vom rochen Kreuze, wurde als dringlich behandelt und sofort einstimmig in zweiter und dritter Lesung zum Beschlusse erhoben. Linz, 25. Mai. Aulässlich der Erhebung des Marktes Urfuhr zur Stadt wird eine Deputation nächstertage nach Wien reisen, um Sr. Majestät dem Kaiser den Dank auszusprechen. Prag, 24. Mai. Das durchlauchtigste Krön. prinzenpaar, höchstwelches sich in Lodenitz auf der Fischotterjagd befindet, besuchte, wie das ..Tagblatt" meldet, gestern in der beuachbarten Ortschaft Horelitz die Synagoge. Klagen fürt, 24. Mai. Die Ergänzungswahlen für den Gemeiüderath sind in allen drei Wahllürpern liberal ausgefallen. Mailand, 24. Mai. Der Festzug wurde hier von einer ungeheuren Volksmenge empfangen. Auf dem Bahnhofe, woselbst eine khrencompagnie auf« gestellt war, begrüßte Minister Mancini im Namen des Königs die Gäste, indem er betonte, die Golthard« bahn sei bestimmt, die Bande der Freundschaft zwi« schen den drei Völkern unauflöslich zu machen. In einer langen, von der Vüraerschaft beigestellten Reihe von Carrossen, von der Menge lebhaft acclamiert, fuhrcll die Gäste in die Stadt ein. Im Mumcipio bewi'Nommte der Bürgermeister Conte Velin.',aghi die Gäste. Plinz Amadeo, der die Honneurs des Hofes macht, traf gester.l in Mailand ein. Die Stadt ist von Fremden überfüllt. Auf allen Straßen herrscht ein festliches Treiben. Mailand, 25. Mai. Die gestrigen Festlichkeiten begannen mit einem Dejeuner, welches Prinz Amadeo im Pa^zo Reale gad. An dem von der Stadt Mailand veranstalteten Nan?elte im Giaromo Publico nahmen 780 Personen theil. Der schöne Saal war durchaus mit Vlnnun dccoriert und gewährte einen prächtigen Anblick. Zu beiden Seifen des Prinzen Amadeo saßen rechts der schweizerische Buu^pfäsident Vavier und links der deutsche Botschafter v. Keudell. Prinz Amadeo trank im Nomen des Kö.ligs m«f den dentschen Kaiser, den schwei erischen Blmde^präsi^euten und die dauernde Freundschaft der drei Nationen. Bavier toastete auf die brüderlichen und sympathischen Binde zwischen den drei Völkern, v. Keudell auf den König und die königliche Familie, Minister Bötticher in deutscher Sprache auf Italien. Um 9 Uhr abe fand Empfang im Palazzo Reale statt, dessen 6^ f.ir die Gäste zur Besichtigung der «^uGM Domes und Platzes reserviert waren. Ui^ich"^ lchön in nacheinander weißem, rothem "nd ?"u bengalischen Lichte erglänzten die MavmoliMM " Domes, während eine Gasfontaine auf dem Hl» sprühte, dessen säinmtliche Fronten illuminiert M ' 25,000 große und 27,000 kleine Flamme» beleucyu den Platz, auf welchem viele Tausende Menschen ° sammelt waren. Das von 150 Musikern Mi ^« Theater allsgeführte Concert nahm einen 9'"'.^'' ^ Verlauf. Heute morgens haben die von, der uv"", warmen Aufnahme hoch befriedigten Gäste m z Zügen die Rückfahrt über den Gotthard arlgetl" ' London. 24. Mai. Das Unterhaus vewü die Debatte übe.- die irische Zwangsbill nach suM" diger Discussion auf morgen. ^ London, 25. Mai. Die „Times" "fahren, " ernste Charakter, den die egyptische Krisis angeM men, beschäftigt die Aufmerksamkeit Englands ". Frankreichs im höchsten Grade, und darf unverzug'" eine wichtige Entscheidung erwartet werden^^^. 'Angekommene Fremde. Am 25. Mai. ^ Hotel Stadt Wien. Spirn. Plies. Hanoucr, Me,; I^",A ssabrilant; Fischer, Keßler und Vlach. Wien. ^ AH. Buttrio. - Varou Numerslirch, Purrcrsdorf, ^ I,"p'"l.l. Trieft. — Moöilnllar. Priester, Uutcrlrain. ^ 2«all, Gcrichtsbcamtcr. Oberlaibach. «M«, Hotel Elephant. Volauinil. Canomcus. Völkermartt,-^ ^>> Kaufm., Innsbruck. - ttempfe. Puzzuoli. — , >" M' uud Gramm, Apvcllalionsrath, München. — Hcllw'g, mann, Kassel. Mre^ Vairischer Hof. Oblat. Händler. Windisch'Graz. ^/^n^ Kaufm., Trieft. — Gebr. Nalb. Nannsbach. - E>uM^> Verstorbene. h, Den 24. Mai. Conrad Schubert. Bahnbeamte»«'" z< 10 Monate. Polanadamm Nr. 18 (Elisabcth-Kindcrsplta»), zehrung. Im üiv ilspitale: ^I,, Den 2^l. Mai. Margarclha <^ernii, Zuclerbäckerin, allgem. Wassersucht. Meteorologische Beobachtungen in ^?V^ Z 5s W HZ - 5« 5P "s ßß3 Z? 6 5l K- ^ U7M^"7/s2 25 -1 15-2"Ö7schwäch heiter^ ^gg 25. 2 „ N. 7!i4 12 ->-22 0 SW. mäfzig heiter 9 . Ab., 786 08 j ^-15 6 SW. mäßig heiler > ^, Tagsüber heiter, windig; sternenhelle ^acht, D" ,^ mittcl der Wärme ^- 17 «", um 18° über dem Norm" Verantwortlicher Redacteur: OttomarBaNlb^ ^ M Für die anlässlich des so unerwarteten A^ lcbcns meiner geliebten Frau mir und "^ ,, W Familie von allen Seiten zntheil newordene yc« M liche Anthcilnahmc. für die der theuren Verblich"' Muidmetcu Nrnuzsftcnden, danu sür die ^,? ^„ Betheiligung am Leichenbegängnisse und fur ^ erhebenden Grabgcsang spreche ich hicmit tm « M rührt allen Vctheiligten meinen innigsten Dani W Laibach am 25. Ma! 1882. > Carl Hinterlechne^ Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, .^ innigstgeliebten Gatten und Vater, bezichunav' Vrudcr, Ontcl uud Schwager, Herrn Iraiy Schusterschitz. Haus« und Nealitätcnbesiher, nach langen, schmerzvollen Leiden, versehen m ^.zh Tröstungen der heil. Religion, heute früh ."" "gb-:l Uhr im 74 Lebensjahre in die ewige H"'"" zubcrufen, Me" Das Leichenbegängnis findet Freitag, ocn ^ d. M,. nachmittags um halb 7 Uhr vom Hau,r im Vororte Hühnerdorf aus statt. . n,cbrer<^ Die heil. Seelenmessen werden in m v Kirchen gelesen werden. Er möge I,lt/ geb. ,l,lt,/, l. t. Arttlicrl'^.^r. uant. Sohn. - ^ntnn 8l!l,u»ter5ol>ll2, ^ri" - ^nÄron» ttallimtzer, Schwager. . ^<,l>ltt' k«1Im,zv«r, Schwägerin. .7">«l »el'"^!.ßellu»««'7. ^,^el äuton I»«l„<»u ^,,,ek, Neffen. - ^'^""!^,.ltl>^ geb. tttt/>, 'lulle «uuvun geb ^i.ll^" »ol>lt2, kertruÄ ttlllüllll geb ^ » »elllt/, Nichten. M V«ldin„na«ansl<,It be» Franz