Hummer 47. Petto», de» 20. R-»e«ber 1904. Aahrgans XV PettauerZeituilg. Erscheint jeden Sonnrag. frei# Ht fetten mit Zustellung ins ftaul: Monatlich 80 h, vierteljihril, K 8.40, halbjSdrig K 4.80. ganzjährig K 9.-. mit vostoeriendung im Anlande: Monatlich 86 k. »ierteljährig K 2.60, halb,ährig K 6.-. gonjjthrig K 9.60. — flhnjelne »ummmi 20 h. Handschriften »erben nicht »uraSgefiellt. ««»»digungkn billigst berechnet. - Veitrüg« sind erwünichl und wollen «ängsten» bi» Freitag jeder IBocht ei»gefai.dt werden. Twet Reden bt$ Mtntster-präfidenten. Der Reich»rat ist eröffnet und Ministerpräsident Dr. v. Körber hat berri!» zwei Rede» geholten. Die erste war eine Berlegenheitirede. in welcher Herr von Körber vom Kriege in Ost-asien sprach und auch die Kundgebung d.» Äoll-zng»au«schusfe« der deutschen Parteien streifte indem er sagte: „fyifs und Verfolgnug der an» deren Rationalitäten solle nicht die notwendige Grundbedingung der Stellung der Deutschen sein!" Wäre der Ministerpräsident wohlbestallter Häuptling irgend einer der Parteien, die fortwahrend über Zurücksetzung und Ungerechtigkeit klagn,, während sie mit nimmersatter Gier und unter Beihilfe der österreichischen Regierungen den Deutschen Stück für Stück von ihrem angestamni« ten Besitz« entreißen, sich mit deutschen Steuergel-der» ihre „Kultnrbkbürfuisse?" bezahlen lassen, er hätte »ich« ander» sprechen können alt so ein wutiger Slawenhäuptling. Herr v. Körber scheint ans alle Fälle bei schlechter Lauue gewesen zu sein. al» er diese Bemerkung machte; schlechter Laune über die Knndgebnng der deutschen Parteien, die «Merdin-i» eine« Ministerpräsidenten der sich langsam daran gewöhnt hat. mit de« § 14 zu regieren, die Deutsch«» an der Rase zu führen und ihre Ab-geordneten, wenn diese ans seine schönen Worte nicht« geben wolle», einfach anzuschuaiize» wie einen seiner snbalternen Beamten, einigermaßen ärgern kann. DsK Dettauer Sradtrecht. Die ununterbrochenen Streitigkeiten der Erz» bischöfe von Salzburg mit ihre» Ministerialen, den Herren von Pettau. die zumeist in den gegen die erzbischöflich,» Rechte n»d Untertanen, nicht zum wenigsten aber in den gegen die Stadt., und ihre Bürger geübten Gewalttätigkeiten und Über-griffe» nicht bloß der mächtigen Herren von Pettau sonder» mich ihrer Diener ihren Grund hatte,>, wttiden i. I. 1300 durch ein Schiedsgericht bei-gelegt. Die Urkunde darüber ist von den Schied«-leuteu de« Erzbnchose« Konrad III. nämlich: dem Bischof Heinrich von Gurk. Gerol. Vitztum zu Friesuch, Friedrich von Leibnitz und Ulrich von Walsee, Hauptmann und Truchseß von Stei-ermark, al« Schied«mann der beiden Herren von Pettau H e r t n e i d und Amelrich von Prtta«, gefertigt. Sie benrkundetcn damals (am 4. Oktober 1309) auch: „®« füllen auch die Pettower ir teglich gcsinde Herberge» auf die vorgenannten zwelf hosstrllt. Es sulle» auch die Pettower di mout in der stat, din ir pirchhnt ist. «einen al« von aller herchonien ist und schnlleu von de» purgern ze Petlow dehein mout nenien lc. ES schnllen auch die Pettower unfern Herrn von Salczpurich uut sei» leit bewareu und bescherinen in der stat nnd außerhalb mit ganzen trewn und ir purgfaß bewaren »c..—eine Reihe von Rechte» und Pflichten der Herren von Pellau, die auch in den ersten fünf Artikeln des hat er sich an die Tschechen heran-r eit indem er ihnen sagte: .daß die Re-gtrrung niemals eine Zurücksetzung de« hochent» wickelten tschechischen Volke« beabsichtigte und mit vollem Rachdruck die rege Beteiligung seiner legi-tivie» Vertreter an allen Werken der Gesetzgebung wünscht." — Herr Dr. Kramarsch ist zwar arg verstimmt, weil >r nicht tschechischer LandSma»»-minister wurde, aber sür die innere tschechische Amtssprache im dreieinigen Königreiche de« zwei-geschwänzten Löwen und ein paar neue tschechische Hochschulen wild er wohl zu haben sein. Die zweite Rede Dr. v. Körber«, al« Antwort ans die vernichtende Erklärung de« Abg. Erler inbetreff der Ju»«brucker Bluttaten, war entschieden nervö« nnd er wnrde durch die Zwischen» ruse der Alldeutschen immer nervöser. Er machte die .sensationelle" Enthüllung, daß man schon acht Tage vor der Mordnacht voin 3. ans den 4. wußte, daß die italienisch«» Studenten etwaige Angriffe mit Revolver» beantworten würde», daß die Jnn«br»cker Licherheit«wache nicht e»t-sprach, daß sür de» AnSbruch dcr Exzesse die Agitation mitverantwortlich sei, daß die Knnde von der Versammlung beim .weißen Kreuz" durch »gedungene Leute" weiter veibjeilet wurde, und. daß vor der Gastwirfichast zahlreich« Bewohner Jnn«brnck« versammelt ivaren. von denen „viele mit Stöcken bewaffnet" waren. — Diese „Enthüllungen" de« Ministerpräsidenten, wa« sage» sie? — Wenig, oder eigentlich genug, »in die Erklärung Dr. Erler« vollständig zu rechtfertigen! Hat der Statthalter von Tirol Stadtrechle« angesührt sind, — Der beste Beivei«. daß die Pettaner Rat«-mänuer bei der Aufzeichnung de« Stadtrechte« fiebenundsechzig Jahre später' (i. I. 1376) die Rechte nach den durch Gcneralionenvon Vater auf Sohn übergegangene» münvlichen Überlieferungen gewiesen haben. Die Artikel 13 bi« 17 beruhe» dagegen ans einen SchiedSsprnch de« Herdegen von Pettau. Marschall in Steiermark, den dieser im Austrage Herzog Albrecht« am 24. August 1342 gegen die „burger von Fenstritz" fällte, die den Pettaner« die Durchfuhr mit Wein und anderen Handelswaren nach Körnten durch W -faiftrifc vermehrten. Andere" rlrtikel de« Pettaner Stadtrecht« beruhe» anf dem „Schwabenspiegel". manch« stimmen sogar mit den entsprechende» Artikeln de« „Sachsenspiegel«" (Deutsche Rechtsbücher) überein. so daß Dr. Babnik der den Anlaß zur Ausfinduug de« Pettauer Stadtrechte« gab. i» welchem er Spure» slowenischc» Rechte» zu finde» hoffte, diese Hoffiinng nicht verwirklicht fand. ES ist ei» deutsches Recht, ans dem das Pettaner Stadtrecht basiert. Die erste» 5 Artikel handeln wie gesagt von de» Rechte» und Pflichten der Herren von Pettau gegenüber dem LandeSfürsle» nnd dem Herrn vo» Salzburg sowie der Bürger der Stadt, von denen sie „keine Mm,t annehme» sollen" und Stadt und Bürger beschirmen: .in der stat und auswendecleich mit gantzen lrnven." lIvrifetzmig folgt) volver» bewaffnet sind und schießen würden, wen» sie angegriffen »oerde», so wäre es al« Borgesedter de» Bürgermeister« vo» Innsbruck seine Pflicht gewesen, die ihn nicht genügend scheinende» Sicherheit«wache» exoffo durch Gen-darmerie zu verstärken oder diese sür alle Fälle in Bereitschaft zu halte»! Das tat er nichtI — Die Polizei stellt ferner in Abrede, daß vor dem Schieße» Tätlichkeiten stattfanden! — Welchen Grund hatte» die welsche» Feiglinge zum Schie-ße»? Etwa die bloßen Beschimpfungen. die sie al« Antwort auf ihre Beschimpfung der Deutschen zurückerhielten? Und wenn der Stalthalter wußte, daß die welsche» Feiglinge Revolver bei sich tragen, weshalb hat er nicht anf die welschen Prosessoren und Abgeoldneten, die bei der Er» Öffnung gegenwärtig waren, eingewirkt. die Stu» deuten zu beeinflnße», die Moedwaffe» daheim-zulassen? Wenn die Bube» schon Angst vor den Stöcken holten, konnten sie sich ja auch mit solchen bewaffnen für den Fall, al« e« zu einer Keilerei käme. Aber e« kam erst dazu nachdem sie geschossen hatte»! .Wer ist hier schuldig?" — frägt der Ministerpräsident ans die Agitation hinweisend. Run. wer war denn an allen blutige» Krawallen in Böhmen, an den Plünderungen, nnd Brandstislungen i» Prag, au dein Revolveratten» iate iu llilli, au den Revolverjchüsseu in« Kasino und an den Sturm auf dem Eisenbahnzuge und die schwere Verwundung eine« ganz unbeteiligten Kadetten in Laibach, wer war an den blutigen Vorgängen iu Schlesien, an den gemeinen Be-schimpsnnge» der Statthalter in Dalinatien nnd Krai» schuldig? — Etwa auch die deutsche Agi-tation? Die sensationelle» Enthüllungen de« »er-vösen Herr» v. Körber entlasten den Statthalter vo» Tirol nicht im geringsten, den» er al« LandeSches hatte die Verpflichtung nnd hat auch den Bürgermeistern autonomer Städte gegenüber die Macht, seinen Willen und seine strikte» Auf-träge durchzusetzen, wenn nach seiner Ansicht die Sicherheitsorgane der Stadt Innsbruck nicht an«reichten. Blutvergieß«'» zu verhindern! Er hätte ebensogut für de» Notsall Gendarmerie bereithalten können, al» er da»», anstatt der znr Riederhallung erregter VolkSmasfe» viel tauglichere» Gendarmerie, da« Militär ausrücke» ließ! Die deutsche Agitation trägt also die Haupt-schuld au dem Blutbad« in Innsbruck? — Ei freilich, eine welsche Agilatiou gab e« wohl nicht? Sie wurde schon monatelang? vor der Eröffnung der Recht«fakultät in In»»br»ck vo» der „Legn nationale" nicht nur in Österreich, sondern auch iu Italien betriebe» nnd nicht bloß platonisch, sonder» mit Geld »»d Waffensendun-gen, die als harmlose» Gut deklariert waren. Die vereinigten deutschen Parteien werde» die „seusationellen" Enthüllungen Sr. Exzellenz de» Herrn Ministeipräsidente» wohl nicht zu tragisch nehme» und ans Grund derselben einen Teil der Schnd an dem JnnSbrncker Blnlbade der alldeutschen Agitation, den andern der JnnS-brncker Polizei ausladen, damit sich die Italiener beruhigen und Herrn v. Körbcr» Navosilät sich legt! Von der Woche. Die welschen Mordbuben vo» JunSbruck werden bereits al« national, Märtyrer gefeiert und nicht bloß in Trieft, Fiume, Bozen. Trient, Görz. Rover,do. Zara und anderen Orten im Inland,, sonder» natürlich auch im verbündeten Italien werd,» Versainmlnnge» und Demoustra-tioiten gegen bi, D,ntschen abehalt,n und ver» austollet. 3» Landtag,» und Gem,ind,vertre» tungen wtrdt» „EiitrüstungSresolutionen' gefaßt gegen die deutsch,» Barbaren im allgkmtinen nnd die JnnSbrncker im besonderen. Die ivelschen und halbwelschen Magistrate schicke» zur Brlohuuiig d,r italiruiichen Feiglinge, die ein wohlgezieltr« Salvenfkurr »ach d,n deutsch,» Bürg,ru und Studenten Innsbruck» richt,ten, Hunderte u»d taus,nd, von Kronen au« öff,ntlichkii Geldern; ber Gemeint»,rat vo» Trieft 1500 li. d,r von Trient 800 X, der von Roveredo 400 K tc. au« Geldern, die de» Ge-ineindekasst» entnommen werde», zu deren Füllung i» Trieft z. B die Deutsch,» de» Großteil bei-getrag,». Im Landtage von Jstrien stillte der italienische Abg, Bartoli sogar den Dringlichkeit«» antrag, zur Unterstützung der inhaftierten welschen Meuchelmörder von Innsbruck 1000 K flüssig zu machen und der Antrag wnrde einstimmig angenommen. Abgeseh,» von d,r beispiellos,» Frrchheit der offiziöse» Reptilienpresse, welche sosort di, Schuld des Morde»« friedlicher Bürger in Jnuibruck — den Deutschen i» die Schuhe schob, windet und dreht sich die regierungsfreundliche Presse, um die welsche Schandtat bis znr Unkenntlichkeit zu ver» drehen und die Toten nnd Verwundeten al« Opfer eines „nnglücklicheu Zufall«' hinzustellen, trotzdem dies, Sorte der öffentliche» Meinung Sei an weiß, bog di, italienische» Studeiite» schon 'ay, vorher ganz, Sendungen von Revolvern erhielten und ihre Kumpane au« Wi,n und Graz sich Revolver .zur feierlichen Eröffnung der ita» liknischtn R,cht«sal»llät in Jn,i«bruck" vom Hanse mitbrachten! Der deutsche? Gemeinderat von Wien be-antwortete den Antrag eine« deulschnationalen Gemeinderate«, dem Gemeinderate von Innsbruck sein Bedauern und seine Entrüstung über bie welsche Schandtat «»«zusprechen, — mit lautem Hohngelächter! Und Herr Dr. L u e g e1 fertigte di,s,n Antrag mit d,r Bemerkung ab. daß solche« Bedauern nicht in die Kompetenz de« Gemeinde» rate« falle. Dersklb» Dr. Lu,ger ist der Häuptling der christlich-sozialeu Partei im Hostri,g«rate der „ralliierten deutschvölkischen Parteien!" Indessen wird die strasgerichlliche Unter» suchung ebenfalls dieser Tage beendet und die P. T. Massenmörder werden dann aus freien Fuß gesetzt. Die Untersuchung gegen mehr al« hundert in Hast genommener italienischer Stn» denteii. die in die dichtgedrängte Menge wehrloser deutscher Bürger nnd Studenten hnieinschossen und ci» Dutzend mehr oder weniger schwer verwundete». ist in zwei bi« drei Wochen beendet; >m Falle Hervay dauerte die Untersnchnngshast vier oder fünf Monate. Die welschen Feiglinge haben zum großen Teile die Mordwaffen vor der Verhaftung weg» geworfen und die ganze Bande verläßt sich ruhig darauf, daß keiner der Verwundet,» bestimmt angeben kann, »velcher von be» Rowbie« ihn verletzte. Seine Schandtat offen einzngestehen, wird kaum einer von ihnen den Man»e«mnt hoben. Die Slave» erkläre» sich mit de» Italienern einstweilen »och nicht solidarisch, aber ihre Blätter schiede» die ganze Schuld an der Mordnacht in Innsbruck auf die Deutschn, nnd sympathisieren mit den Mordbuben vo» Innsbruck ebenso warm, wie sie mit de» Belgrader KonigSmöider» sym» pathisi,rt,n, wie sie mit dem Roivdie» in Laibach und den Plünderern in Prag sympathisiert haben. Art läßt nicht von Art. Wir sind nicht einmal aus die „Aktion der Dentschvölkischen im Parlamente" neugierig; die „führenden?" deutsche» Börseblätter allerlibe» ralster Eouleur wiegeln ab und ihr Geseere« über „die Jilu«brucker AffSre!" — so nennen sie be» reit« die grauenhaste Mordnacht — ist eben bloß etwa« ein Bewei« sor ihr Daitschtum; — die Reptilien, die au« der Futterkrippe der Regierung genährt w,rdrn, warnen die D,ntsch,n vor all,u-scharf,» Vorgeh,» und die welsche und slawische Presse beschimpft die Deutsche» al« Herausforderer und rennt die Schandtat der Italiener — gerechte Notwehr!! — Die Stimmung gegen die Deutsch,,, ist also gemacht. Von den vier rallüerten deutschen Partkien predigen drei bereit« weise Besonnenheit und die Alldeutsche» beider Richtungen bereite» sich zum Kampse gege» Herrn v. Körber und die ivelsche Universität bannt vor. daß sie einst» eilen ans die deutsch, Bolkspartei lo«dr,ichen! Herr v. Körber braucht wirklich keine große Angst zu hab,» vor de» Vertretern de« deutsche» Volke« i» Osterreich »vege» der J»»«brucker »Affäre." Indessen könnte der sogenannte Zufall an irgend einer anderen Stelle wieder dentich,n Bo-den erschüttern und die deutsche Geduld in« Wanken bringe» und dann könnte e« doch zu einem Elementarereignis kommen, von dem sich auch die Führer der Deutsch,» nicht« träumen lassen ! Die bagatellmäjsige Behandlung der deutscheu Abgeordneten durch den Ministerpräsidenten in i der JnnSbrncker Sache, ba«: hier bin ich der HauSher!" — welche« er dem Abgeordnete» Erler zurief, hat im deutschen Volke da« Gefühl ausgelöst, al« ob es bereit» fo halb und halb vogelfrei sei in diesem Staate, der dem deutsche» Volke und nur diesem allein seine Existenz verdankt. Ein solche» Gefühl aber zwingt unwillkürlich zum Selbstschntze des Lebens und Eigentumes, der angeborenen Menschen» unb ber völkischen Rechte. Ist aber einmal ttfs Volk vo» neun Millionen aus diesem Standpunkt de« entweder—oder gewaltsam gedrängt worden, dann fürcht,t e«. wie die Geschichte lehrt, auch die Bajonnette nicht mehr Südmark. Vortrag des Wanderlehrer« $ercn Vlkror yeeger. Donnerstag abend» fand der angekündigte Vortrag des Wanderlehrers der Südmark Herrn H e e g e r statt; und e« muß sofort hervorgehoben werde», daß seine Ausführungen. odzwar reiu sachlich und ohne jede« Phrasenornauient und zum Teile reiu statistische Daten behandelnd, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer i» hohem Grade fesselten. Herr Wanderlehrer Heeger beherrscht seinen Sloff mit Gründlichkeit und weiß ihn so ge-wandt einzuteilen, daß sich die Hörer nicht nur rasch orientiere«, sondern auch dem das ganze reich» haltige Programm unsere» ebenso herrliche» als segensreich wirkenden Schutzvereine», klar er» örternden und mit vortrefflich gewählten Bei-spielen illustrierten Vortrag leicht folgen können. Der Obmann der Männerortsgruppe, Herr Dr. v. P l a ch k i, Pettau, begrüßte den zum Bortrage erschienenen Abgesandten der Haupt-leitung der .Südmark' mit herzliche», warmen Worten und ersnchte ih», de» Vortrag zu beginnen. Herr Heeger began» sosort damit, de» weitverbreiteten Irrtum unter den« deutschen Volke richtig zu stelle», al» hätten insbesondere die beiden großen national,» Sch»tzverei»e u. z. der „Deutsche Schulverei»' und die „Südmark" die gleichen Aufgaben und B,str,du»g,n und wider-lkgt, diese irrige Ansicht in de» weiteste» Kreise» de« deutsche» Volke«, iu d,n,u eben die irrige Meinung vorherrsche, daß e» unzweckmäßig s«, die Mittel zum Schutze de« DentschtumeS in de» bedrohten Gaue» zu zersplittern. Sei auch da« Gemeinziel beider Schutzvereiue dasselbe, da« au den Sprachgrenzen a« schwerste» gefährdete deutsche Bolk«tnm gegen Lerslawnng und Berwelschung zu schützen, so seien doch die Wege zu diesem Ziele gnindveischiedene. Der „Deutsche Schulverei»" habe sich die Aufgabe gestellt, die Jugend in den bedrohten Gauen zu Deutschen zu erziehen, ihr die geistigen Kräfte zu vermitteln, die sie befähigen, beim Eintritt» in« Leben ihrer E»t»ationalisieru»g vermöge ihrer deutsche» Bildung Widerstand zu leiste», künftige deutsch, Generationen zu schaffen, die den Au» griffe« aus ihr BolkSlum den kräftigsten Wider» stand zu leisten vermögen. Allein bei der heutigen Lage de« deutschen Volkiume« au den Grenze» und auf den mitten unter frenidnationaleu Mehrheiten isoliert stehenden deutschen Sprachinseln ist der Kampf der Dentschen gegen di, sremdnationale Überzahl ei» vorwiegend wirtschaftlicher und den isolierten Bolk»genosie» in diesem Kampfe beiziisteh,». ihnen z» helsen und ihre wirtschaftliche Existenz zusichern, soweit e« immer möglich ist, da« kann der „Deutsche Schulverei»" nicht, mich wen» er e« wollte, weil ih n seine Satzungen da« einfach unmöglich machenk Allgemein war den Jubel im deutschen Volke Osterreich« bei der Gründung de« „Deutsch,» SchulvereineS", ein Jnbrl vor brm alle Partei» unterschiede verschwände» und der Berein hat auch seit feiner Gründung Große« geleistet für sei» Volk. Ab,r mit der Zunahme der nationalen Kämpfe bi« zur Vernichtung, der wirtschaftlichen Vernichtung. der Z,rstörung der Leben«- und Existenzbedingung»» ver Deutsche» auf de» Sprach-inskln und au dtii Sprachgrenzen, wurde man balb gewahr, daß da der „Deutsche Schulverei»' nicht mehr genü.>e, die Volk«genosse» auf gefähr» detem Boden dem Deutschvolke zu erhalten. Waren die deutschen Eltern wirtschaftlich zugrunde gerichtet »nd in ihrer Existenz gefährdet, da»» nützte e« auch nicht mehr, baß ihnen der „Deutsche Schulverei»' deutsch, Schule» für ihre Kinder gab. Eltern und Kinder gingen ebe» uuter in der Maffe ihrer Gegner, die si, rücksicht«lo« niedertraten, wem, sie ihrem deutsch,» BolkStume treu blieb,», die ihnen dagegen alle möglichen Vorteile und eine sriedliche Existenz bo:e», wenn sie sich unterwarfen I Und auf diese Weise ginge» tausend« einst wackerer deutscher Volksgenosse» im »»gleichen Kampfe entweder wirtschaftlich völlig zu Grunde, oder sie wurden von dem Fremdvolke aufgesaugt. Dieser Gefahr ein,» Damm entgegenzusetzen wurden die wirtschaftlichen nationale» Schutzvereine gegründet. Die „Südmark'. die „Rordmark", der „Deutsche Böhmerwatddnnd". der „Bnnd der Deutschen in Böhmen" und andere solche wirt» schastlich, deutsche Schutzvereine in Mähre«, Schlesien und Galizien, in Niederöfterreich, i» Oberösterreich. Kärnten. Kram. Küstenland ,c. Redner schildert dann da« Kanipsfeld der Südmark", deffen Gebiet die Alpe», und Karst» ländrr umfasse, vo» Krem« im Norden bi» Pola im Süben und von Bregenz i« Weste» bi« H ä i n b u r g im Osten reiche und den Schutz der Deutsche» ebenso gegen Slave», al« gegen Welsche auf volkswirtschaftlichem Gebiete bezwecke. Und er schildert die Gefahren der von Süden »ach Norden fortschreitenden Berwelschung in Tirol und die dagegen ergriffenen Maßregel» der „Südmark" so eingehend, daß oft laute Tut» rüftung«» oder Beifallsrufe de» Redner unter-brachen. Hochinteressant gestalteten sich be» Rebner« Au»führunge» über die Art der Unterstützung beider Völkerschaften in Tirol in diesem wirtschaftlichen Kampfe auf Leben und Tod während die Welsche» die kräftigste Unter» stützung feiten« der „Lega nazionale" auch au« Italien erhalte» und, mit reiche» Geldmitteln versorgt, »och vor wenige» Jahre» ganz oder Überwiegend deutsche Gemeinden so verwelscht haben, daß dort kein deutsche» Wort mehr gehört wird und selbst in Gasthöfen nicht deutsch gesprochen wird, auch wenn die Bediensteten der deutsch™ Sprache mächtig sind, beeile» sich die Deutschen und iu»besol«dere die Reichsdeutschen, welch« die überwiege nde Mehrheit, fast Ren», zehntel de« ganzen Fremdenverkehre» nach Süd« tirol liefern, sogar noch wahrend der Bahnst, hrt, ein paar italienische Brocken au«weiidig zn büffeln, um mit de» Leuten in Welschtirol, auch wenn diese der deutschen Sprache mächtig sind, i t a 1 i e-nisch zn radebreche n! anstatt wie e« selbstbewußte andere Fremde tun, ibre Wünsche und Forderungen in ihrer Muttersprache au«-zudrücken und e« den Welsche», die doch vom Gelde der Fremden lebe», zu überlasse«, sie zu verstehen. Gegeu diese mtti»nale Geschlechtslosigkeit ver-sage jede« Mittel nnd daher gehe die .S&dnrori" lieber daran, die deutschsreundlichen Ladiner, welche sich gegen die Berwelschung mit HSnden und Füßen mehren, wirtschaftlich zu kräftigen nnd durch sie da» übergreifen der Italiener noch weiter nach Norde» zu hittder». Die bezüglichen näheren Detail», welche der Vortragende über die Taktik der .Südmark" aus diesem gefährdeten Boden gab, zu bringen, müssen wir un» au« Mangel an Raum leider versagen, so hochinteressant sie auch sind. Herr Wanderlehrer Heeger geht dann aus die Einteilung der Gaue über, die er in bedrohte und nicht bedrohte teilt. Und hier erregt sein vortraa da« größte Interesse dadurch, daß er die Opferwilligkeit iu den nicht bedroht?» Gaue» so drastisch charakterisiert, daß er die Hörer mehr ii!« einmal scharfe Zwischenbemerkungen üb,r die oft an völlig nationalen Stumpfsinn grenzende Gleichgültigkeit machen, die heute »och in den nichtbedrohten Gauen aber insbesondere in den Bezirken der Eteiermark herrscht, welche nördlich von Spielfeld, da« er al« Grenze zwischen bedrohten und nicht bedrohten Bezirken de« Lande« annimmt, herrscht. Sehr Übel kommt bei dieser Charakterisierung der Opferwilligkeit in den nicht bedrohten Bezirke» die La»de»banptstadt Graz weg. da» sich immer die dentscheste der deutschen Städte nennt und iu der e« trotz diese» onspruch«-vollen Titel» bi» heute noch nicht gelungen ist. in deutschen Gastwirtschaften .Südmarktische" zu gründen, an welchen fremde deutsche Südmärker bei eine« vorübergehenden Aufenthalte volkßge» noffenschaftliche Gesellschaft fänden. Bezüglich d.r Opscrwilligkeit sei e» im Oberland« wohl besser bestellt, aber dagegen inbezug auf freiwillige Mitarbeit die Bemerkung: .Ich gib gern mein Gulden, aber zum Einsammeln hab ich keine Zeit!" — stereotyp. Größere Orte, wie Juden-bürg oder Ausser u. s. w. haben seit zwei Jahren keinen Heller gegeben und andere überhaupt keine Ort»gruppen. Und bei dieser Schilderung kommt Redner auf da« alte Erbübel zn sprechen, welche« selbst die besten Absichten und da« segenreichste Wirke» nationaler Schutzocrcme empfindlich schädige, der Kastengeist der Deutschen. Wie viele wackere deut-sche Männer, die ihr Scherflein gerne und au» aufrichtiger Liebe zu ihrem volkSlume zur Kräftigung der nationalenSchntzvereine beitragen würden, werden durch diesen Kastengeist versch«ucht und abgestoßen 1 Richt wa< der Mann sei. der zu einer Ortsgruppe beitreten will, entscheide, sondern daß er ein Deutscher und ein ehrenhafter Mann ist! Der intellegente. ehrenhafte Arbeiter ist al« opferwilliger Bolk«genoffen ebensoviel wert, al» der Höchslsleht»de; da« gemeinsame Streben, die um ihre nationale Existenz ringenden Brüder in den bedrohten Bezirken in ihrer Existenz zu schü-tzeii, sie zu unterstütze», ist heilige Pflicht der Volksgenosse» in den nicht bedrohten Bezirken und vor dieser hehren völkischen Pflicht muß der Kasten-geist weichen. Wir behalten un« vor. die statistischen Da-teu, welche der vortragende Über die weitau»-greifende wirtschaftliche völkisch« Kleinarbeit der .Südmark" in reichlicher Meiige brachte, er-läuterte und begründete, ebenso eingehend in der — 3 — nächsten Nummer zn bespreche», al» die ebenso reichlichen Daten über die Leistungen der Ort»-gruppen und hebe» heute nur hervor, daß der Bortragende Über die Ortsgruppe» der Steiermark im Uiiterlande voll de» Lobe» war. Nur hervorheben wollen wir. daß Pettau, welcht» im Jahre 1903 inbezug auf die Leistungen der Ortsgruppen an 5 Stelle stand, im Jahre 1904 mit 1235 K 45 h an die erste Stelle trat und daß e« auch inbezug aus die 18 .Gründer" mit dem Betrage von ä 50 K, die höchste Zahl erreicht und davon sogar zwei u. z. einer unter der Eh'ffre .M. H." und Herr Jgnaz LeSkoschegg. dieser mit 140 K. da« doppelte und mehr al« Gründerbeitrag stifteten. Zum Schlüsse erklärt Herr Wanderlehrer Heeger, daß er über die nationale Rührigkeit in Pettau und deren Erfolge freudig erstaunt war und beglückwünschte dazu die Anwesenden herzlich, woraus der Obmann der MäiinerortSgrnppe Pettau dem Vortragenden herzlich«,« Dank für seine vortreffliche» AiiSsührunge» (ajte, dem die Anwesenden mit kräftigen: .Heil Südmark!" beipflichteten. Aus Sradt und Land. Evangelischer «otteodieuft. Heute Sonntag den 20. November findet um 10 Uhr vormittags im hiesigen MusikvereinSsaaleein öffentlicher evanqe-lischer Gottesdienst statt, zu dem jeder»ia»n Z»-tritt hat. Gedtchtui-z-Uesdieuß ffir »ellaud JUiferin Elisabeth. Gestern als am Namen«-tage der verewigten Kaiserin Elisabeth fanden die feierlichen GedächtniSgotteSdienste für die Schüler aller hiesigen Schulen, zuerst für das Obergymiiasium und später sür die städt. Volksschulen in der Stadtpsarr- nnd Propstei-kirche statt. Für die UmgebungSschule wurde der Gottesdienst in der Minoritenkirche abgehalten. Gefunden »urdeu von Stephan «ober eine schwarze Boa anS Straußenfedern und von Franz M a r i n z ein Spazierstock im Theater. Die Gegenstände erliegen bei der städt. Sicher-heitSwache, Die ue«e Pionier Ksserue Samstag den 12. November 1904 nachmittag» 4 Uhr fand auf dem Bauplatz der neuen Kaiser Franz Josef l. Pionierkaserue da» .Gleichenftst" statt. Zu demselben waren erschienen der Herr Bürgermeister Joses Ornig. mchrere Gemeinderäte und zwar die Herren Adolf Sellinschegg, Johann Stendte und Bürgerschnldirektor Anton Strunz. Herr EtadtamtS-Borstand Artur Eberharlinger. Herr Oberlehrer Johann Wolf u. s. w. Ein Maurer stieg auf da« Gerüst, brachte auf Se. Majestät den Kaiser ei» dreimalige« .Hoch" »»d sodann Toaste aus den Herrn Bürgermeister Ornig. den gesamten Gemeinderat. die Herren Baumeister und den Herrn Bauleiter Treo, sowie ans den Herrn Polier Samuda und die gesamte Arbeiter-schast au«. Zum Schlnffe leerte er ein Gla« W?in mit einem kurzen Spruche und schlenderte da«-selbe sodann in die Tiese. Hieraus wnrde die gesamte Arbeiterschaft mit Wein, Brot und Wurst bewirtet. Giue Verwahrung von den beiden In-oenieuren K r i s ch a » und Zwanziger uimmt der Letztere in einer in Broschürsorm gehaltenen Flugschrift dto. Liezen S. November 1904 (Selbstverlag de» Verfasser») energisch Stellung gegen die im Rechenschaftsberichte de» steierm. Lande»an»schusse» pro 1903, — Kapitel.Dran-regulierung" enthaltenen Urteile über die vo» den beiden Wasserbautechmkern erfundenen und durch da» österreichische Patent Nr. 68 geschützte,, .Buhnen für fließende Geschiebe führende Gewässer", deren eigentümliche Konstruktion die Schalenform de» Flußquerfchnitte» herbeiführen und die .Berlandung" de» durch de» Fluß zer-störten User» zwischen diesen Buhnen sichern soll. Da» durch diese Buhneukonstruktion beide Zwecke, der schalenförmige Querschnitt de» Flußbette« und die Berlandung der Ufer am ehesten erreicht werde», hat der hervorragende Fachmann, der französisch- Wafferbauiugenieur H. Girardo» ebenfall» bkslaiiget. Die beide» Erfinder der kurz gesagt: .Patentbuhnen" stellten seinerzeit ihre Erfindung der Regierung zur Erprobung bei der Dranregulierung zwischen Marburg und Polstrau zur Verfügung, bloß geg'N die Bedingung, daß diese Patentbuhnen nur »ach de» Projekten der Erfinder gebaut und angelegt werden. Bei Er-probung einer Erfindung anf ihren wirklichen Wert für die zu erreichenden Zwecke, ist diese Bedingung der beiden Ingenieure wohl selbstver-ständlich. — Nni, aber gibt Herr Jng. Zwanziger in der eben bezogenen Broschüre ei» Bild über dir wirkliche AnSsührung dieser Bnhnenbauten bei der Dranregulierung und weist nach, daß da» in dem Rechenschast»b«richte de« Lande«au«schusfe» pro 1903 abgegebene Urteil über den W-'N der „Patentbuhnen" umso iveniger stichhältig sei. al» e» auf einer ganzen Reihe von irrige» Annahmen basiert. Die Uustichhältigkeit diese» Urteile» über den Wert der Erfindung, über die .Patentbuhnen" wird eingehend nnd fachmännisch nachgewiesen und man kommt beim Lesen der Broschüre so ziemlich zur Überzeugung, daß da» alte: „nerno propheta in patria" auch hier wied.r zu Ehren kommt, wo e« sich «m die Erfindung einheimischer Techniker handelt, die so — kurzsichtig waren, ihre Erfindung, welche dem Gutachte» einer ersten Fachautorität über Buhiienbausormei, geschiebe-sührender Flüffe in idealer W'ise entspricht, der österreichischen Regierung zur Erprobung zur Verfügung zu stellen! Hätten die beiden ein-heimischen Ingenieure nicht bloß ihre Erfindung k o st e u l o » zur Verfügung gestellt, sondern auch die Koste» für den Bau der von ihnen erfundenen Patentbuhuen an« der e i g e n e n T a s ch e be-stritten oder die Drauregulierung zwischen Marburg und Polstrau überhaupt aus eigene Kosten ausgeführt, so iväre die Nörgelei vielleicht doch stumm geblieben, denn Erfindungen öster-reichischer Techniker «verden erst dann beachtet, wenn da« Au«land sie bereit« verwertet hat. Adschied-lied »ou Hau« «eimeschmled. Pettan, liebe Lent, daß ist eine Stavt, — Die gar viel Merkwürdige» an sich hati — Aus einer schiefen Ebene, sie nennen» Hauptplatz, da steht der Pranger — Und die Stadt geht mit Pikanterien gar oft schwanger! — Au» dem Hauptplatz schießt der Stadtturm hinan — Al« zeigte er die HiinmelSsehnsncht der Pettaner an. — Er ist ein dicker, petrifizierter Andachtsslrahl — Ein Meter geht aus ihn dreinndfünfzigmal. — Hochsäulig steht am Hauptplatz der Musen-tempel — Und trägt anf dem Giebel die Mehl po «ene al» Stempel, — Ja da« Mehl ist gar wichtig in unserer Stadt — Schon iveil sie einen Bäcker zum Bürgermeister hat. — Doch ist er ein Perikle«, ei» moderner — Mög' sie nur so gedeihen mich ferner! — In allen» herrscht die Zivtizahl im kleinen Neste: — So in der Sprache: Wo geht ihr hin? Kam pa grestc ? — Und o Malheur — Auch in der Eouleur! — Schwarz-rot-gold — Ist den Deutschen hold <— Weiß blau-rot — Ist bei den Windischen Mod! — Jin Narodni dom da schwelgt der Wende — Man sagt, daß er manche« prelcleti nach dem .Deutschen Heim" entsende. — In zwei Teile sind auch die Deutschen gespalten — Regieren tun jetzt die Jungen, — Pensioniert sind jetzt die Alten. — Hie Deutschnationale, hae Dentsch-liberale! — Doch sür« Deutschtum schwärmen sie alle! — Zwiefach ist die Kirche, zwiefach der Gotte»acker. — In nationalem Zwist ist man auch gar wacker! — Wer keinen Weingarten zu eigen hat, — Der gilt nicht viel in dieser Stadt! — Der Wein ist de» Städtchen« Symbol.— Drum sind wir mitunter de» Weine» voll — Und manche» sieht ma». dem die Ra» allein — Er- Slühen tut in rotem Schein — Al» wär sie ein karsnnkelstei»! — E« kam« auch gar nicht ander» sein! — Die meisten Städte sind langweilig eben — Doch unser Stapelplatz de« Safte» der Reben, — Der geht bergab, der geht berg- aus, — Drob wird man durstig und da»,, Heißt'S: Sans! — In den Kellern hat der Petto uer gar feinen Wein. — Doch ber Wein, der steigt ihm oft in« Gebein. — Und er nennet das da»» Zipperleiu! — A» Sonn- unb Feiertage». — Bevor wir »littag« iniS filslrn den Maiien, — Gehört den Bauern das Städtchen: — Da sieht ma» wiildilche Mädchen — Hochgeschürzt eilen über die Gasse — Und auS der Röcke unendlicher Masse — Raget der Wade» Fülle! — Da und dort hält eine stille — Und mit Daunieu und Zeigefinger — Drücken die Rase dann die Dinger — Und schleudern'« hinan« — Zu aller Leute Grau»! — Freilich die Städter, meine» sie» die stocke» den Nasenschleim — Samt den« Sackluche gar iu die Taiche hinein I — Und die Wei>denja»glinge i» hohen Stieseln — Siehst auf deu Plätzen an Zigarre» du kiesel» — Doch weit vo» ihnen mußt du rucken. — Den» sie pflege» aar weit von sich zu spucke»! — Um elfe da stürme» sie au« der Stadt! — Weh dem, der gegen den Strom zu schwimmen hat! — Mit Katzenköpicn sind gepflastert viele Straßen. — Wa» Hühnerauge» züchtet über alle Maßen! — Außer deu Katzenköpfe» und außer dem Weine — Habe» wir auch viele Römersteiue, — Und sind daraus unbändig stolz, — Doch die Stadtbrücke, die ist von Holz — und hat für Wagen und sür Mensche» und sü>« lieb« Bich — Nur eine Abteilung, — So wa« fand ich fast »och nie! — Doch geht'S vorwärts im Städtchen mit Riesen-schritten. — Denn ei» Stillsta»d wird vom Bürgermeister nicht gelitte»! — Gar «»inniglich endlich sind anzuschaueu — Pettau« schöne Mädchen. PeltanS schöne Fraueu. — So leb' den» wohl, du liebe Stadt. — Die fünfzehn Jahr mich beherbergt hat! — Meine Knittelverse siud nun zu End! — Nehmt mittag» die Gläser in die Hä»d, — Gefüllt mit dem Satt der Rebe», — Das lieb« Pettau, lassen wir'S leben! — Tschauet HanS, ein Reimeschmied. — Der hat verbrochen diese« Lied! Sicut erat in principio HanSReimeschmied, bleibt'« immerso, Denn wie die «ltea sungen So piepsen auch die Jungen. F. Unser Theater. Wir haben nunmehr einige Woche» Ge legtiiheit gehabt, das Spiel unserer Thealerge> sellschaft zu beobachten uud zu verfolge». Mit einem umsafseudeu Urteile wollten wir so lange zurückhalte», bis wir verschiedene Proben des künstlerischen Bestreben« der Darsteller gesehen uud gehört hätte», bi« e« »»« möglich gemacht würde, durch vergleichende Betrachtung die Fähig-leiten d«S Direktors und jede« Einzelnen in seinem Gefolge kennen zu lernen. Wir können im allgemeinen mit Befriedigung konstatieren, daß es ein rührige« Völkchen ist, da« sich da auf unserer Bühne tummelt, ein Bölkche», dessen Rührigkeit uud Lust u»S mitunter umso-mehr wuudert, al» die zeitweilig leere» Loge» uud Sitze wohl nicht geeignet scheine», die Laune de« Mimme» besonder« rosig zu stimmen. Wir sahen Proben de« Schauspiele«, de« Lustspiele», der Operette und des VolkSstückeS. Für die kurze Zeit seit Beginn der Spielsaiso» ist diese Abwechselung im Spielprograinrne überraschend und läßt darauf schließen, daß Direktor Waldmüller vou den beste» Absichten be-seelt ist, wie auch, daß er feiner Leistungsfähig-keit nicht wenig zumutet. Nachmittag Schauspiel-proben, am Abend vielleicht Aufführung einer Operette nnd am nächste» Zag Studium einer Posse oder Burleske, das sind Anforderungen, die tüchtige Arbeitskraft seitens des Direktors und guten Willen seitens der Darsteller voraus-jeden. Betrachten wir das darstellende Personal, dessen Leitung Herr Waldmüller übernommen hat! Die Jugend herrscht vor, daS gereistere Alter ist sporadisch vertrete». ES liegt i» der Natur der Sache, daß bei jugendliche» Darsteller» »och immer leicht ihre «igene Individualität iu die Erschein»»« tritt; die Rückwirkung auf die darzustellende Rolle ist dann die. daß dem uns vorzuführenden Charakter subjektive Züge de« Darsteller« anhafte». Eigenschaften. die leicht au« der zu spielenden Bühnenfigur eine Gestalt schaffen, die sich in da« Ganze deS Stücke« nicht -har manisch einfügen läßt. Wir wollen damit nicht sagen, daß die Mitglieder unserer Theatergesell schast ihren Ausgaben nicht gewachsen seien, sondern ,« war lediglich unsere Absicht. a„z» deute», daß e« für Direktor und Regifse«r nicht leicht ist. mit jugendliche» Darstellerpersonal «iu« vollkommen einheitliche, gerundete Darbietung ,» bringen Wir konstatieren bier mit Genug-tuuiig. daß die Mitglieder unserer Bühne sich insbesondere seit den letzten Vorstellungen zu sehend« einander akkomodierten uud anerkennen damit die Fähigkeit de« Direktor«, fremde Judi vidualitäten seinem leitenden Willen unter zuordnen, ohne daß wir dabei den guten Wille» übersehe», den manche» der Darsteller behuf« Überwindung feine« jugendliche» Ungestüme» wird an de» Tag legen müssen. E« hieße, de» S objekter Betrachtung verlassen, wenn wir da« bisher Gesehene »nd Gehörte i» seiner All.,« meinheit al« vollkommen hinstelle» wollte». Wir werden vielmehr Gelegenheit nehmen, bei Be sprechung der einzelnen Borstellunge» auch da« hervorzuheben, wa« nicht gebilligt werden kann und wir werden »n« freuen, wenn die Anregungen fruchtbaren Boden finden, letztere« nur im Iit< terefse einzelner Darsteller, die zum Teile »och zn lernen, vorwärts zu streben uud au der Hand ruhiger nnd objektiver Kritik sich auszubilden haben. Dem regen Strebe» wünschen wir besten Erfolg beim Publikum! Im klassische» Schauspiel bot v»S Direktor Waldmüller am Donnerstag voriger Woche .Die Karl«schüler." Wir ließe» u»S gerne in jene Zeiten de« Sturme« »nd Dranges zurückversetze», da mit den alten Überlieferungen gebrochen wurde und neues Sehnen und Strebe» die jugendlichen Ge-müter durchströmte. Herr Oikar Felix schuf in seinem RegimentSfeldscher Schiller einen schönen Charakter. EtwaS mehr Energie im Mienenspiel nnd Geberde hätte die Darstellung vielleicht noch gehoben. Im Vortrage des erste» Teiles der „Fürstengriift". diese« i« grauer Kerkerlnft ,nt-staiidene» Poem», wäre wohl der revolutionäre Charakter dieser Dichtung »och kräftiger zum Ausdrucke zu bringen gewesen. Die Szene, in der es zum Bruch mit dem Herzog kommt, gelang dem Künstler vortrefflich. Herrn Felix werden wir mit Interesse in seinen weiteren Leistungen verfolgen. Eine besonderes lobenswerte Darbietung brachte Herr Linde als Herzog. Herr Linde ist einer der Best n unserer Gesellschaft; seine Charaktere sind abgetönt, sein Spiel und seine Gesten sind ruhig und überlegt, wir sehen ihn gern« und sahen ih» besonder« gerne al« Herzog Karl. d«r bei aller herzoglichen Strenge sei» edle« Herz nicht verbergen kann. .Hervorgehoben zu weiden verdient auch Fräulein Lendway al« Laura. Die Darstellerin hat sich in dieser Rolle unsere Sympathie zu erwerben gewußt nnd wenn sie in der LiebeSszene mit dem jungen Poeten ei» wenig mehr Leidenschaft entwickelt hätte, so könnten wir nicht nur zu einer vortreffliche», sondern zu einer an«gezeichneten Leistung gratulieren. Frau Linde traf als Gräfin vo» Hohen-heim an richtiger Stelle die herzlichen Töne. Der Anfführuug muß im allgemeinen verdiente« Lob gespendet werd«»; die Inszenierung war entspre-chend. Wenn aber die Flöte de« neckischen Hunde-jungen Töne von sich gibt, ohne die Lippe» de« netten Knaben — Fräulein Reuee — zu berühre», so grenzt dieser wen» auch harmlose Zwi-scheufall doch hart au die aus dem Drama zu bannende Unwahrscheinlichkeit! Da« Volk«stück „Im Himmelhof" Sonntag abend, brachte un« schönen Zeitvertreib. Herr Kovacz uud Frau Linde täte» al« Ehepaar Steinlechuer ihr Beste«. Insbesondere möchte» wir die Leistung der Frau Linde hervorheben; di« Darstellerin ist ganz besonder« dort am Platze wo e« gilt, uu» schlichte« natürliche» Innenlebe» zu zeigen. Frl. W i tz a n i sang als F,ndl recht nett ihr Liedl und Frl. Mitzi Purkhardt hat sich al« Hanselpetri» gnt eingeführt. Wir könne» uicht umhin, auch hier der Leistung de« Herrn Lind« Erwähnung z» tu», der al« Lehn, hardt eine volkstümliche Gestalt schuf, die über die landläufigen Darst-lluugeu der Banerncharak-teure weit hinausragte, über die „scheidende Minna", Lina Saldern. lachten wir herzlich. Ganz anerkennenswerte Leistungen wurde» uns am Dienstag abcudS in deu „Landstreichern" geboten. Schade, daß die gelungene Aufführung sein ausverkaufte» Hau« erzielte. Herr Waldmüller. al« Schauspieler so tüchtig wie al« Direktor, gefiel un» al« Fürst Adolar nicht minder gut al« in seiner Eigenlcdast al« Kellner bei Hern, Tannhanier. Mimi, feine geliebte Tänzen», — Frl.W i tzani — begrüßte» wir gern«; die ju-geudliche Künstlerin hat Begabung. Lust und Liebe zum Spiel, anmutige Bewegungen und eine wohlklingende Stimme. E« macht uu« beinahe den Eindruck, al» ob sie der Liebling de« Pet-tauer Theaterpublikuin» werde» wollte. Wir wünsche» e« ihr gerne; aber ob de« Applauie» nur nicht vergesse», daß die Kunst ihre Bollen-duug im Weiterstreben zu suchen hat! — Herr Brauner und Frau Waldmüller hatte» sich i» die Rollen de« fiSeleu Lalidstreicherpire« recht gut eingelebt. Doch war Berta Fliedeibusch ihrem Gatten etwa« über. Herr Bräuner ist ohne Zweifel ein tüchtiger Schauspieler und wir glauben an eine schöne Zukunft für ihn. Nur möchte Herr Linde seinen Mentor spielen und Maß und Ziel in Geste «nd Mienenspiel ih» lehren. Herr Felix al« Lajo« »nd Herr Ebner al« Hotelier Leitgeb brachte» gelungen« Gestalte». Mit Freude» konnte» wir bei den „Landstreichern" konstatieren, daß Darsteller und Orchester schon in ante Fühlung getreten sind. Herr Kova c« brachte den reizende» Walzer „Lauschige Nacht" wirkungsvoll zum Bortrage. Die Dame» Linde. Nelidoff und W > tz a » i fangen ihr Terzett exakt und feuerig. Wen» Fräulein Nelidoff etwa» von dem schneidige» Preinierleut-»ant auch für die Zukunft beibehält, da»» kommt sie unseren Wünschen und wir glauben anch denen ihre» Direktor« gewiß entgegen. Frau Linde mag sich vielleicht al? Sekondeleutnant etwas unbehaglich gefühlt habe». Nur Mut, auch der Leutuaut war nicht übel! „Der Zapfenstreich- aai Donnerstag abend» erzielte einen durchschlagenden Erfolg. Die Dar-stellung war da» Beste des un» bisher Gebotenen. Vorgeschichte und Inhalt de« Stücke« sind hin-reichend bekannnt, al« daß wir de« Näheren daraus eingehe« müßten. ES sei hier nur erwähnt, daß Frl. Leudway al« Klärchen Ausgezeichnete« leistete, wa« bei der schwierige» Rolle, die ihr »»geteilt war. noch anerkeunen«werter ist, und daß Herr Felix al» Lauffen, sowie Herr Linde al« Wachtmeister Volkhaidt Darbietungen brachten, die nur al« vollendet bezeichnet werde» könne». E« würde uu« zu weit führen, jede» einzelne» Darsteller hier lobend zu nennen; sie alle haben gestern ihre Aufgabe voll und ganz erfüllt. Wir wünschen vo» Herze», daß die zlveite Aufführung de« Stücke« ei» auSverkanfteö Ha»S erzielte und überlasse» getrost jede» weitere Ur-teil dem Pnblikum. Wir sind überzeugt, daß jeder Zuschauer befriedigt da» Theater verlasse» wird mit dem Gedanke» : Da« waren Leistungen ; faktisch Tatsache" l A. K. Foulard-Seide £ von 60 Kreuz. fl. 370 ». Met, s. Blusen u.Rob«n.Fran-so und gohon verzollt in» Hau» geliefert. Reiche Mu-flerautwahl umgehend. 8eick«n-?adrikt. Henneberg, Zürich. . 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Srjühlung au» Louistana von Hermann Sträub. ink.> inige Minuten sah mich der kleine Arzt über seine Brillen-gläser hinweg prüfend an, dann erwiderte er kurz: »Mit dem letzten Borschlage mögen Sie recht haben, aber auf-gebe», John und Edith aufgeben, nein, nein! — Wenn wir den ganzen Brief hätte», sähe die Sache schon an-der» anS, aber so! Nein. Freundchen, ich bin einverstanden, wir übergeben de» ganzen Kram den Horchern, die ihnen Mr. Clark hier in» Hau» gesetzt hat und gehen jeder an unsere Arbeit zurück. Aber wen» die Spitzel deu guten Jungen gefaßt haben, soll er an uns beiden vor Gericht zwei warme Verteidiger finden, und wenn wir weiter nichts sagen können als: John ist's nicht gewesen, er ist zu gut dazu!' Seit der Ansfindung der beiden Brieffetzen brannte mir der Boden so wie so unter deu Füßen. Ich nahm daher de» Doktors Borschlag gerne an. Wir übergaben das Telegramm und die Bruchstücke des Briefes in Gegenwart von Mr. Simderlay und Mr. Bandville den beiden Detektiven, machten jeder eine höfliche Verbeugung, und drei Tage später saß ich wieder in Nenhork im Kontor der Firma Balten & Sons und addierte Zahlenkolumnen zusammen. 8. Nach Tage» voll großer A»sreg»ng ist es immer schwer, seine Gedanken so weit zu sammeln, daß man in der Lage ist. die geistigen Kräfte wieder voll und ganz auf berufliche Ausgaben zu konzeu-triereu. So erging es auch mir. Ich brauchte längere Zeit, nm mich in die einst so geläufige Materie hineinzuarbeiten. Immer und immer eilten meine Gedanken »ach ttingsrastle und seinen Bewohnern zurück, nnd zwischen den Zahlenkolnmnen, die ich niühsam in den Großsolianten eintrug. blickten mich oft ganz plötzlich die blassen verzerrten Gefichtszüge des schändlich Dahingemordeten an. Eben hatte ich mit Aufbietung meiner ganzen Willenskraft diese» furchtbare Bild ver-scheucht, da tauchte» einunddreißig schwarze Etiketts mit einuuddreißig weiße» Totciiköpfe», mit einuuddreißig verschiedenen Giftnanien ans. Entsetzt wandte ich den Blick vo» der Schrift ab. Aber schon wieder blickte eine andere Erscheinung über den Pultrand. ES war das eifig kalte, scharf ge-schnitte»? Profil Mr. Sunderlahs. da»» klirrte etwas leise zn meinen Füßen, und mochte es nur eine hern»terge-fallene Stahlfeder sein, sie gexiigte, nm mich an ein Schlüssclbnnd zn erinnern, da» vorm Parktore gesunden, znm Verräter seine» Herrn wurde. Zögernd nur wagte ich abends meine Lampe auszulöschen, den» wieder nnd immer wieder iah ich de» Schatte», der in jener Nacht da» Schlüsselloch in der Tür zn Mr. MeveS Kabinett verdunkelt hatte, nnd stundenlang lag ich dann mit weitansgerissenc» Augen nnd grübelte noch über diesen Schatten, diesen kurzen, kleinen Schatten. Wer war dieser späte Wanderer gewesen? John Jrving? Nnd dann wieder betete ich in meiner Verzweiflung: „Nicht John, nicht Ediths Geliebter!" Aber alles verwischt die Zeit, alle» geht vorüber. So auch diese Tage und mit ihnen mein entsetzlicher Zustand. Allmählich beruhigten sich in der anregenden, täglich mit neuen Verpachtungen nnd Ausgaben an den Menschen herantretenden Großstadtatmosphäre meine Gedanken, und schon glaubte ich da» schlimmste überwunden zu haben, als ein Besucher bei mir ein-traf, der mich aufs neue wieder iu die schlimmen Tage ans» King»-castle zurückversetzte. Es war an einem Sonntagabend, etwa drei Wochen nach meinem Eintreffen in Nenhork, al» mir in meiner Privatwohnung der Be-such eine» Öerrn gemeldet wurde, der, ohne seine Karte abzn-gebe», behauptet hatte, mich in einer wichtigen Angelegenheit spreche» zu müffe». Ich hatte ansang» die Abficht gehabt, mich frühzeitig schlafe» z» legen, nnd so kam mir dieser späte Gast wenig gelegen. Ich ließ also vorerst »ach beut Name» frage», aber al» er mir genannt wurde, war meine Müdigkeit schon verschwunden. „Mr. Elarb! Sie hier »nd zu so ungewöhnlicher Stunde? Bitte, sagen Sie schnell, was sührt Sie hierher? Und spannen Sie mich nicht erst auf die Folter. Sind sie gefunden?" .Einen Augenblick!" entgegnete Mr. Elark, „Sie werden gleich eine Mitteilung höre», die Sie vollauf befriedigen wird. Ja. sie find gefunden!" Förmlich ko»sterniert dnrch diese unerwartete Mitteilung snhr ich auf. „Wo? Wo? Bitte, erzähle» Sie doch, habe» sie gesta»de»?" „Aber Sie lasse» »>ich ja nicht reden," entgegnete derKommiffar, während er aus eine einladende Handbeweguug meinerseits eine» Stnhl nahm „Also merken Sie auf, ich gebrauche Sie notwendiger denn je. Vorgestern war ich noch in KingScastle und dachte nicht, daß eine Losung der Angelegenheit so nahe bevorstände. Abends erhielt ich ein Telegramm an» Nenyork, in dem mir mitgeteilt wnrde, daß man die Spuren der Flüchtlinge in Deutschland gesnnde» habe. Ich traf gester» nachmittag hier ein und erfuhr zu meinem großen Erstattn?!!, daß Mr. Jrviiig und Miß Edith noch diese Nacht mit dem Tampser .Fried-rich der Große' hier eintreffen werden. Ich bin überzeugt, daß wir von dieser Verhaftung die Lösung der ganzen ver-wickelten Angelegenheit erwarten diir-seii. Ich möchte aber am keine» Fall eine ausfällige Verhaftung der schon dnrch alle Zeitungen gezerrteu Per-soueu vornehmen. Denn wir haben kürzlich noch eine Entdeckung gemocht, die Jkre» Wunsch. John möchte »u-schuldig sein, nicht so unmöglich erschei-der Fall war. neu läßt, al» es anfänglich „Doch davon später. ..Innerhalb drei Stunden müssen wir den Weg nach Hoboken zurücklegen, darum beeile» Sie sich. Ziehe» Sie fich ein wasser-dichtes Kostüm an, gebe» Sie Ihrem Ches Nachricht von Ihrer Abreise und versehen Sie sich für vier Tage mit Geld, alles andere erfahren Sie im Wagen." Zitternd vor Anfregnng besolgte ich den Ratschlag des Kommissar», und schon nach ;ehn Minuten befanden wir nn» ans der Fahrt nach Hobvken. Es war zwei Uhr nachts, als wir anf dem »ai 1 Nü + ankamen. »alle Regenschauer rieielte» beständig vo» dem grauen H?rbsthi»»»?l N?nhvrk» hernieder. Unwillkürlich summte ich. während Mr. Clark an meiner Seite ans dem Kai aus und ab wandelte! die Melodie an» dem Tromvrter vo» Säcking?» vor mich hin: „;j»m Abschiednehmen inst das rechte Wetter.- Ja, es würde wohl einen Abschied bedeuten, eine» Abschied von der Welt, de» sich die beiden Millionärskiuder aus riflcnr Saust »nd durch einen Gewaltakt zn einer von ewiger Tonne beschienenen hotten mache» wollen. Es würde wohl ei»e» Abschied bedeuten, wenn Mr. Clark ihnen zur Begrüßung ans amerikanischem Boden die Hand reichte, ^ast wünschte ich. die» möchte nie geschehe». We»» ei» Uusall — we»u der Tampser nie da» Land erreichte?! ?a weckt? mich da» wiederholte Anschlagen der tiefen Damps-pfeife eines hereinkommende» Lzeandampsers ans meinen Träume». Anfangs sahen wir nicht» als drei nndeutlich durch die Nebel schimmernde generlinlen, die drei Reihe» erleuchteter Kajüte»-feilster de« Tampser». Oben darüber schwebte, wie ei» Stern, die an» Tovmast angebrachte Signal-laterne über de» grü» »nd rot lenchtende» Latente» der drei vor da» Mrerrsnugrheuer gespannten klein?» Schlepper. Endlos erschienen mir die Mi-nuten, während der Ri?s?ndampf?r langsam, vorsichtig an die Kai-nianern heraubngsiert wurde. Ich hätte jede» einzelne» Ma> tros?» aiispor«?» mögen, die da-mit beschäftigt waren, Tan? a»S-zuwerfen nnd an de» Kaiblöcken zu besestige», während andere end-lich die Lansstege an da» Festland hiniiberliebeu. Kaum sielen die erste» Planke» auf die Kaimauer, al» der Beamte vo» meiner Seite verschwand, »nd nach wenigen Angeüblicke» sah ich ih» mit dem Kapitän de» Schiffe» i» ei» Ge-sprach vertieft a»f und ab gehen. Da» Resultat dieser Unterredung war. daß anscheinend znm groben Entsetzen nnd Arger der Passagiere die drei übrigen Lansstege wieder eingezogen wurden «nd denen, die da» Schiff verlasse» wollten, nur eine zur Benutzung blieb. AI» Mr. Clark zn mir zurück-gekehrt war. erfahr ich, daß er diese Vorsichtsmaßregel getroffen hatte, »m ein etwaiges Ent-wische» der beide» Gesucht?» ganz-lich »»möglich zn machen. Waren wir beide ja doch die einzige», die Joh» uud Edith genau kannten. ich von meinem kurzen Besuch auf Kiugscastle, Mr. Clark durch ihm überlassene Photographien. ?as Znsammenlreff?» de» Kapitän» und seine laiige Untrr-Haltung mit dem Fremden war von den Passagieren natürlich be- * merkt worden. Mau erkannte dies bald a» einer Bewegung und einem Hin und Her der Stimme», das sich i» einzelne» Gruppe» zeigte. Al» der Kapitän da»» endlich die Erlaubnis zum Ber-lasse» des Schisse» erteilte, betraten die erste» »»r zögernd den Laufsteg. Mr. Elark war am oberen Ende desselben postiert, ich ivandelt? dagegen verabrednngsgemäß mit de» Miene» eine» »»-beteiligte» Beobachter» vor dem AnSgang der Lanfbrücke auf »»d ab. Tnrch da» langsame gntppenweise Verlasse» de» Schiffe» wiirde mir mein Amt bedente»d erleichtert, »nd nach wenigen Minnteii schon entdeckte ich ganz allein de» Steg herabkommend, die beiden so lange schmerzlich Vermißten. Aber wa» war da»? Edith sowohl wie John in tiefer Trauer? Sollte» Sie? aber «ein! sie konnte» »»möglich dir Heuchelei so weit treibe», »in den schändlich Dahingemordeten Traner onzit-lege» Mochte» sie fähig gewesen sein, ei» Verbreche» z» begehe», das sie vereinige» sollte, aber niemals waren st? fähig, anf lange Zeit, mit Überlegung die Rolle von Heuchlern zn spielen. Während mir diese Gedanken schnell nacheinander durch den Kops schössen, waren die beiden Flüchtlinge in meine Nähe ge-kommen, nnd plötzlich belehrte mich ein erstaunter Ansrns der jungen Dame, das; sie mich erkannt hatte. Die Zidethlayt (Viverr» Zibrtba). «Mit Zrgt.) ocl) mußte ja nach all?m Vorgefallene» wenigstens die Mög-iichkeit, daß ich Verbrecher vor mir hatte, zugeben, »nd dennoch wurde es mir schwer. Miß Edith nicht ein Wort znznflüstern, da» ihr dir Nähe de» Polizrikommissar» andeuten sollte. Aber ich hatte Mr. Clark mein Versprechen gegeben, ihm zn helfen, nnd war entschlossen, mich nicht vo» meinem Gefühl hinreißen zu lassen. Ich heuchelte also mit einer Virtuosität, die ich mir selber kaum zugetraut hätte, ebeusall» irendige Überraschung, al» Miß Edith mich anredete: .Welch glücklicher Zufall, daß uu» der Him-mel gleich beim Betreten de» heimatliche» Bode»» einen Bekannte» zuführt, ja gerade Sie zuführt. Mr. Sa»der». Wie schrecklich, schrecklich! Wir habe» ja alle» erst drüben i» Deutschland erfahren." In diesem Moment fiel mir ein? AnstandSpflicht ei», die ich. veranlaßt durch di? eigenartige» Umstände unsere» Zusammentreffen», vkrsäiimt hatte; ich holte dieselbe also schle»»igst nach nnd sprach Miß Edith mein ebenso herzliche» wie ansrichtige» Bedauern über den Tod ihr?» Vater» an». Daraus begrüßt?» auch Mr. Jrving nnd ich ?i»and?r uud lang? sah ich ihm dab?i in di? Auge», hoffend, doch »och wie-der i» meinem Verdacht wankend g?macht zu w?rd?n. Ich sonnte, ich wollte e» ja nicht glauben. Während wir so nn» gegenseitig musternd einander gegenüberstan-den, näherte sich plötzlich, wie ich über Ediths Schnlter bemerkte, Mr. Clark unserer Grnppe. trat nahe an mich heran »nd sprach den Wunsch au», deu Herrschaften vorgestellt z>t werden. So unmotiviert auch für die beiden Flüchtlinge dies Ersuchen erschein?« möcht?, ich konnt? unter bett obwaltenden Umständen nicht ander», al» s?i»? Bitte erfüllen, aber ich bemerkte anch die dn»kle Blntwelle, die da» Gesicht de» jung?» Mädchen» Überlies, al» ich instinktiv zögernd da» Wort Kri-minalkommiffar dem Namen de» Vorgestellten hinzusetzte. Auch Mr. Clark schien die Ber-legenheit, in der sich beide be-fanden, zn bemerken. Er verlor aber keinen Augenblick seine Ruhe. .Meine Herrschaften," begann er. .Sie werden erstaunt sein, mich zu Ihrer Begrüßung hier zn finden. Ich bitt? Si? aber, kein Aufheben» vo» der Sache z» machen, sonder» mir in aller Ruhe »nd Stille zu folgen.' Bei diesen Worte» gab er einem Unterbeamten, de» selbst ich nicht bemerkt hatte, eine» Wink, nnd weitige Mirntten später saßen wir vier in einem Wagen, der nn» dem Bahnhose zuführte. John sowohl wir Edith hatten bis dahin kein Wort gesprochen, sie schienen beide in einen Znstand dnmpser Resignation verfallen zu fein. Mr. Clark zeigte daher das Bestreben, den wahren Zweck seine» Hiersein» zn vertuschen. .Von der deutsche» Polizei,* begann er im W«.ze» das Ge-spräch, .wurden wir von Ihrer Ankunft benachrichtigt. An» Ihrer Trauerkleidiliig ersehe ich. daß auch Sie schon, wohl durch die Zeitung, von dem Ableben Ihre» Herrn Onkel« nnterrichtel sind. Nun denn, meine Herrschaften, ich muß leider meine aufrichtige Beileidskuudgebuug mit der Mitteilung verbinde», daß Ihr Herr Lttkel nicht, wie anfangs angenommen, Selbstmord verübt, sondern einem Verbrechen znm Opfer gefallen ist." Mit einem leisen Schrei fuhr Miß Edith empor. Diese schreckliche Nachricht schien sie vollständig überwältigt zn haben. Weinend > .»schlang si? John Jrving, »nd ind?m sie ihr Köpfchen an seiner Brust barg, schluchzte sie bestandig: ,C m?in Gott, m?in Vat?r, »teilt armer Vater:' Auch John 5chi.ii furchtbar vo» der soeben erhaltene» Mit-teiluug ergriffe» z» fein; aber im Gegensatze zn seiner junge» Frau beherrschte er sich vollständig und verlor keinen Augenblick seine Rnhe. Ei» schmerzliche», ich möchte sagen, ahnungsvolle» Stöhnen drang an» seiner Brust hervor, während er Edith vorsichtig in die Arme »al>>» »nd ihr mit leise». »„» »uverstlindliche» Worte» M«t eiuzuspreche» schien, .Hat ma» eine» bestimmte» Verdacht?' stieß er zögernd her-vor. J)mn< bitte. Herr Kommissar, spreche» Sie rückhaltlos! Es ist besser, das Schrecklichste z» wisse», als Schreckliches z» aluien.' lkleklromauuetifchc Hebung von Mafsel«. lMii ?r(l.) .Durch Ihre lange Abwesenheit," erwiderte der »ommissar mit einer bewuuderuugswiirdige» Ruhe. .Herr Jrving. wurde» unsere Recherche» beständig zurückgehalten. Da Sie beide, die einzige» Verwandte» des alte» Herr», verschw»»de» bliebe», war es für n»s ja leider »»möglich, bestimmte A»haltsp»»kte z» erfahren, in deren Richtung sich eine genaue llntersnchnng hätte bewegen können. Ja, ma» hat Verdacht! Aber nia» darf diese» nicht ansspreche». ehe Sie nicht genauere Mitteilungen gemacht haben. Es wird Ihnen begreiflich sein, da», jede Stnnde, um die Sie die Mit-teiluugeu verzögern, dem Verbrecher zugute kommt, beziehinigS-weise uuS feine Festnahme erschwert. Zu diesem Zwecke bin ich beauftragt, Sie zn bitte», sosort mit mir und Mr. Sanders, der uns, nebenbei bemerkt, bei »nser» Untersuchungen bisher i» hohem Grade nützlich gewesen ist, nach NenorleanS abzufahren. Sie werde» dort scho» morgen Gelegenheit haben, vor dem »orouer Ihre Attssagen genan zu Protokoll zu geben, und wir hosten, dnrch Ihre Mitteilungen i» der Lage zu sei», e»dlich energische Schritte znr Ergreifung des Verbrechers tu» z» können." Geleitet vo» dem Bestrebe», nähere Details, die i» der a»ge»-blickliche» Situation wohl kaum angebracht sein konnte», zu vermeiden, unterbrach Mr. Jrving ih» mit dc» Worten: „Ich danke Ihnen, Herr »ommjssar, es ist selbstverständlich, da» wir Ihnen folge»." Min Edith, die fo la»ge den Worte» des Veanite» gelauscht hatte, brach bei der nun eiiitreteudc« Pause abermals iu Tränen aus: »Mein Gott, wer konnte ein Interesse an dem Tode des beste» aller Väter habe»! Er war doch gegen alle gut und gerecht. Wer fand de» Mnt. diesen Man» z» töte»? Muhten gerade wir. die einzige», vo» denen er verlangen konnte, das, sie ihm in schweren Stunde» zur Seite stehe», mußten gerade wir ih» ver-lassen, als das Schlimmste, das Schrecklichste ih» traf. Joh», was habe» wir getan?!' .Beruhige» Sie stch, mein Fräalei», oder?" hierbei sah der Kommissar Mr. Irvmg sragciid an. .Ich glaube. Ihre G'danken zn erraten,* erwiderte dieser! „ja. Min Meves trägt meinen Rainen. Unsere Trannng wurde drei Tage »ach »»serer Abreite von »ingscastle in Nenhork vollzogen.' Zwar hatten Mr. Elark sowohl wie ich diese Mitteilung er-wartet und als selbstverständlich von vornherein angenommen, uud doch konnten wir beide eine innere Vewegnng nicht unterdrücken. Die beiden Steinbutten. iS&ler »ardi»al und Erzbischof vo» Lhon, Jose! Fesch, ei« Stief-W* bruder der Mutter Napoleon I., war ei» ebenso prachtlirben-der als gastfreundlicher Kirchenfiirst. Als großer Feinschmecker ditrfte» aus seiner Tafel nie die «»»erlesensten Gerichte fehlen, uud die Gastmähler, die er zu gebe« pflegte, waren die prunkvollsten in der ganze» Stadt. Einst, es war am Morgen eine» großen Festes, wurde» feinem Kücheuchef zwei riesige Steintmtten. wahre Prachtexemplare, zu solch horrendem Preise angeboten. daß der »och es für nötig hielt, Se. Eminenz zuerst zu fragen, ob er sie kaufen sollte. Eine gab der Fischer nicht her, entweder beide oder keine. Der Kardinal ließ sich die Fische zeigen nnd war geradezu begeistert von den herrlichen Seetieren. Er befahl, sie zu kaufe», aber sie auch abend» beide anf die Tafel zu bringen, damit sie von den Gästen bewundert würden. — Das war fiir den »och ein schwer auszuführender Befehl, denn wie sollte er zwei solche große Fische zubereite». Genügte doch einer schon vollauf, um eine größere Gesellschaft zn speisen, als am Abend erwartet wurde. Aber 2e. Eminenz duldete seinen Widerspruch nnd der »och zerbrach sich de» ganzen Tag deu »ops, wie er de» Befehl seines Herr» am besten ausführen könne. Nach langem Sinnen siel ihm endlich ein Ausweg ein, nnd nachdem er zwei gntgeschulte Diener in seine« Plau eingeweiht hatte, begab er sich a» die Arbeit, die Fische herznrichteu. Der Abend kam, die Gäste, eine auserlesene Gesellschaft, stellten sich ein und das Mahl begatt». Nach der Snppe wurden die Flügeltüren weil aufgerisse» und zwei Diener erschiene» zniamme», die eine große Platte hereintrugen, anf der eine prächtige Stein-bntte, herrlich garniert, angerichtet war. — Langsam schritten die Diener um den Tisch dem Platze des Zerleger» z». ei» bewnn-derndes Mnrmel» durchlief die Reihen der Gäste, stolz lächelte der »ardinal — da plötzlich rutschte einer der Diener ani dem glatten Parkett aus, er ließ die Platte los uud pardautz! lagen beide Diener mit der in tausend Stücke zerschellte» Platte und dem herrliche» Fisch am Boden. — Das Gesicht Seiner Eminenz wurde totenbleich, ein schmerzliches Stöhnen entrang sich der Gesellschaft, der beim Anblick des Fisches schon das Wasier im Mnnde znfam-»lengelaufen war. I» diesem Augenblicke erschien, ganz sch»eeweiß gekleidet, der berühmte »iichenchef des Kardinal» in der Tür. Mit einem Blick übersah er das angerichtete Unheil, dann einen Schritt vortretend, sagte er mit nniiachahmlicher Würde zn de» bestürzt da- ,$»« ihm!" CDcmalt von H. 6 # n bf r m a n n. (Hit fläcbidjt.) stehenden Dienern: «Bringe» Sie eine andcre Steinbntte herein!" — Die Die»er eilten hinaus uud erschiene» in der nächsten Minute wieder mit einer ebensolche» Platte, ans der ein womöglich noch schöneres Exemplar einer Steinbntte angerichtet war. Das hatte man nicht erwartet »nd die Begeisterung der Gäste kauute nun ->+ 188 <-■ f keine Grenzen mclir. Laut begliickivünschte ma» den Kardinal, der seinen Wunsch, das, die Gäste beide Fische bewunder» sollten, ans solch originelle Weise erfüllt sah. z» einem solchen Mnstcrcicemplar vo» einem Koch. — Dann wurde der herrliche Jisch zerlegt nnd verspeist >u>d Se. Eminenz versicherte später ost. daß ihm noch keine ctciiilmttc so vorzüglich geschmeckt habe, als die an diesem Abend. o>. SI. Magneieu »lS Krnhite. Windel man um einen 3iab oul weichem Eisen einen Tiatjt und leitet man durch diesen den elektrische» Strom, so wird da? Cifen zum Magneten. Der Maguetitmu« de« Siseu« wird um so stärker. je mehr Windungen der Draht k^^ 'l [—"—---1-MNP— >mt und je starker der durch > ■! ; J-, ,-.i .... ! , ihn hindurchgeleite!» Strom ist. Durch Vermehrung der Zahl derDrahtwindungen und durch Vergrößerung der Stärke de» elektrischen Strom» kau» man also beliebig stark» Mag« nete, sogenannte Slektromag. nete herstellen. Wie stark solche Magnete sein können, beweist der Umstand, daß man ste in der Technik beim Heben schwerer Siseumass«», wlez B, Panzerplatten u, dgl., ver-wendet. In unserer ersten Abbildung ist eine derartige Panzerplatte wiedergegeben, die durch drei Slektromagnete aufgehoben und weiiertran»» parliert werden soll. Wie man steht, hingen die drei Elektro-magnete in kleinen viereckige« Kaste» an einem gemeinsamen Querbalken, der selbst wieder-um ihifflffft starker Haken an einem Flascheuzuge hftngt. Zu jedem einzelnen der Eleklro-niagnele führen die Drähte, durch die der elektrisch« Strom zugeleitet wird. In dem Mo-mente, in dem dieser angelassen wird, wird die Pa»j«rplat!» sofort angezogen und festgehalten. So-bald der Strom wieder abgestellt wird, verschwindet der Magneti»mu» im Elektromagneten uud die Panzerplatte fallt wieder ab, Line ander« Art der Verwendung de« Elektromagneten zeigt unsere zweite Abbildung, Die> selbe ist in einem Hochokenwerk aufgenommen, In dem die im Hochofen er-schmolzen«» Roheisenmassen in Form sogenannter „Massel«', also in Stocken vo» Brotform, in Haufen daliegen. Um sie weiter zu traniporlteren, wird ein runder Elektromagnet aus ste herabgelassen, au dem ste beim Anlassen de» Strome» hingen bleibe» und emporgezogen werden. Schwenkt man nun den krahnbalken, an dem der Elektromagnet hingt, über den ganz recht» noch teilweise sichtbaren Eisenbahnwagen und stellt man den Strom wieder ab, so fallen die Masseln in diesen Wagen hinein, Dr. Rbgr, Die Zibethkahe (Vlveera Zibetli»), Zwei Arten Zibetbkatzen, eine au» Afrika (V. Civotu) und eine an« Asien (Vivcrr» Zibeth»), welch« unsere Abbildung zeigt, habe» sich einen gewisse» Rus erworben, indem ste einen wohl« riechenden Stoss liefern, den Zibeth, welcher im Orient noch heute geschützt ist und früher sehr viel in ber Arzueikunde beuiitzt wurde, geht ist der Ge-brauch diese» Riechstoffe» bei uu» aus die Parsümerie beschränkt, wo er in-dessen immer mehr vom Mosch»» ersetzt.wird, vor dem Visier, aber i» feiner nächsten Nahe, finde! sich bei diesen Tiere» eine länglich» Spalte, die in einen breite», durch eine Zwischenwand in zwei Haarige Tasche» geteilten Sack führt, worin eine große Zahl Drüsen sich vffneu, welch» eine Art von Ohrenschmalz absondern. Diese Taschen finde» sich bei beiden Geschlechtern, In gewisse» «legenden, in Afrika, sowie in Indien, hält man oft eine große Zahl dieser Tier« in Käfigen, um den Zibeth zu gewinnen, welchen man »och zu hohen Preisen verkauft. Jung gesungen lassen sich diese TI«r« noch zähmen, die «r-wachseueu Zibethkatzeu lasse» sich höchsten» dazu bringe», die Tasche zwischen den Stäbe» de» Käsig» zu präsentieren, so daß man de» kostbaren ^toff Mittel» eine» kleinen Lüffel» herau»nehmen, mit Ci zusammenkneten und iu kleine verlbtete Blechbüchse» einschließen kann. Man ernährt die Tiere mit frischem Fleische, hauptsächlich vo» vdgel«, da» st» jedem anderen Futter vorziehen. Je besser die Zibethkatze genährt wird, desto mehr Zibeth liefert sie. Der Ge-ruch verpestet di« Umgebung, Di« d«id«n Arl»u sind einander ziemlich äh». lich, Di« afrikanisch« Zib«thkatz« erreich! die Gräße eine» Fuchse«, die indische bleib! Neiner, Der Pelz is° grob aber dicht, ein» Ar! M>1hn». di» da» Tier sträuben kann, erstreckt sich über deu ganzen Rücke» bi« an den lange», buschi-gen Schwanz, Die indische Zibethe ha! eine» längeren, schiniichiigeren Leib; die Flecken stieben zu Streife» zusammen, die Grundfarbe de» Pelze» Ist bräunlich. Die beiden Arien schlafen während de»Tage»! nachtragen sie Vögel. Ma» sagt, sie seien »ach Eiern lüstern und im Aussuchen der Nester sehr geschicki. Die afrikanische Ar» si»det sich in ganz Zentralasrika, vo» Zauzibar bi« Guinea. Die i»di!che Art bewohn! nichi nur da« Festland, soudern auch die Inselif. und die Malaien haben ste fast überall, bi« aus die Inseln de« stille» Czeau« ei»geführt. (Ituia 102U. »9llio, lernn du rnli dem Ausräume» und Ab-Uiaschen frrtig bist, kannst du mich tat »alfei Hause abholen.- jßl schrieb BIvnbGrelcheu '.-h „Hon ihm!" Durch die Blume. .Mein» Li»bling»farbe ist himmelblau unb welche ist die Ihrige, mein Fräulein?" — .Myrtengrün.' Der Herr Verteidiger. „De»tfchla»d hat 06 Millionen Einwohner und uur ein»» einzige» hiervon hat mein Klient mit dem Motorrad angerempelt, da» beweist mehr al» zur Genüg», wie vorsichtig er g»fahr»n ist,' Zart» (kinpfiudung. Baron »der sich in einem Aipenwirl«hau« unier» hallen will, zum Wirt): „Sie gestalten doch, da» ich ein wenig Zither spiele?' — Wirt! „0 ja, aber sammeln darfst mir fein net geh'nl' Wie Katharina ll. reiste. Nach der Zusammenkunft zwischen Josef II. und Katharina II. zu llherfon im Jahr» 1787 r»ist» ersterer nach Wien, letz-tere nach Moikau zurück. Um »un auch bei Nacht »in» erleuchtete Straße vorzufinden, gab die Zarin den Befehl, daß die Sinwohner, die am Wege wohnten, wo sie vorbeifuhr, ihr« Häuser in Brand stecken sollten. Sie bezahlte al«dann großmütig den angerichteten Schaden, — Ein andermal fuhr sie von Peler»burg nach Molkau in einem großen Wagen, der ganz wie ein Zimmer eingerichtet war und Tische, Stühle, Betten u. s. ». enthielt. D. l< / \ ( I M M U 11 I ( . L U Rachtschweiße. Ein ganz vorzügliche» Mittel gegen den so schwächenden Nachtschweiß besitzen wir in ben Blättern der gemeinen Salbeipstauze, Sie werden getrocknet und al» The« lauwarm getrunken. Leicht» Diät ist dabei zu beobachten, Quitten i» Zucker einzumachen. Große gelbe Quitten werden geschält, aulgeschnitten und gevierteilt. Der Abfall wird mit Wasser bedeckt und eine Viertelstunde lang gekocht. Tan» gießt man die Brlihe durch ein Haarsteb, wiegt die Quitten und klärt zu I Kilo derselben l Kilo Zucker in der abge-gossenen QuilleubrShe und kocht aUdann in dieser die Quitten weich. In Gläser gelegt, übergießt man sie mit dem heißen Safte, der stark eingekocht sein muß (ungefähr »in« Stund« lang.) — Nach d«m Erkalten werden di» Gläser auf üblich« Art zug«bund«n. Pappe« wasserdicht zu imprägnieren. Die Pappen werden mit einer dünnen LeimlSsung. welcher pro Liier 10—20 Gramm doppellchromsaure» Kali beigegebeu wurde«, von beide» Seiten bestrichen. Die Arbeit, sowie da» nachfolgende Trocknen soll nicht im Tage»lichi geschehen: dagegen muß die Pappe nach dem Trocknen mbglichst sogar in» Sonnenlicht gebrach! werden. Leistenrötfel. A A A 1^ A A A A n °l K (i 0 I' l >. M >1 » M| N N N h 0 0 tt li s S| T T U Problem Nr. 83, Von 9). Valentin. Schwarz. Tle Buchstaben sind >o zu ord-nen, daß die waiierechlen und senk-rechte» »leibe» er.ieben: I) ttwe CTn-fei. 2) (Snie Sindt In Cberitalien. :i) iüjie Südfrüchte. yrli» «uggenberger. Scharade. Tu» erste Paar erquickt da» Land, Uud zieht auch hin zum Tanauslrand. Il« raal de» ander» stolzer «au, vinaus kiihn 1,1» zum «ulierblau. Wer deide nun m!l » verbunden. Hat eine deutsche Lladi gefunden, Juliu» yalck. tflillttsung fotflt lu nächster «ummer. t'jb t '• ' MxÄ t'V 1 1 1 W f W , j j k ' i sa :<-y-» ABCOBFOII »elfe. Ma!! in 1 Zügen SchachlAfnngen. Rr. II, ll » >-b «. X beliebig, r t s-r 11 «tc. Kr. M. l)Db o—e « st«.«» nm besten. »> T b I—h S f K e *-r. Man», tznbe. Leck, Mai, Pol, «lab, Crt, Weder, Achse, üin», Sei». 'tKiiie, Aster, tStfeL — Huflen ans! — «auf IN »auf! Ve» Bilderräisel«! Ounl trocken mehr al» »ad, füllt mit gutem Wein da» ssad- tltte Olechie »otlielitlleu. .. «erantworillche «edaNlon van »rnst PI«lff«r, aedrnckt nnd d«rau»>i«veben von Gretver äl Pseifser tn