Schriftldtung, Venvaltuns: und Buchdruckerei iTelephon 25-67, 25-68, 25-69 M a r b u r g a. d. Drau, Badgasse Nr. 6 • Anzeigen und Abonnements-Annahme in der Verwaltung • Bei Anfragen Rückporto beilegen Ml nfllvarfrav#»prals: wocI^eiHags fO Ruf Samsfag-Sofinfag Y5 Rpi Frsclieint wöchentlich sechsmal als Morgenzeituiig (mit Ausnahme der FeiertaRe). — Bezugspreis: Abholen monatlich RM 2.—, hei Zustellung Ufk\ 2.10. — Unverlangte Zuschriften werden nicht zurückgesandt ytr. 131 intarburg a. 2)rau ISMOO brt i 3)ientflag, lO. iSuni i04i 81. ;3aT)rgang mglands Reparaturwerften kommen nicht mit — Steigende britisclie Beunruliigung Uber die riesigen Verluste an l^andeistonnage Erfolge in der Atiantlkschlacht Berlin, 9. Juni. in den ersten Tagen des Monats Juni haben die Verluste der feindlichen Han-rlsschiffahrt durch deutsche See- und Luftstreitkräfte 158.050 brt versenkter Ton-üge erreicht. Die Stetigkeit der Versenkungen in den vergangenen Monaten isi liilaß steigender Beunruhigung in britischen Kreisen. Maßgebliche Londoner Stcl-m erklärten dazu folgendes: »In der Schlacht im Atlantik werden unsere Schiffe einem Tempo zerstört, mit dem unsere Reparaturwerften nicht mitkom-nien.« Luftangriff auf Alexandria U-BOOT UND KAMPFFLUGZEUGE VERNICHTEN WIEDER 38.500 BRT. Gegen Englands Lebensadern Alexandrias Bedeutung ais t lottcnstützpunki Zum zwL'ilonnial ist Alexandria in der ^{cütrißcn Nacht von deutschen K.iinpf j llici;crverbänden erfolgreich Berlin, 9. Juni. Das überkoniiiKuido der Wehrniacht l)t bekannt: Unterseeboote versenkten feindliche i ndelsschlffe mit zusammen 31.500 brt. Verbände der deutschen Luftwaffe fiihr-II in der Nacht zum 8, Juni einen weinen, besonders erfolgreichen Angriff aul Cii britischen Flottenstützpunkt Alexan. ria durch. Mehrere schwere Bomben-tffer wurden trotz starker Abwehr In afenanlagen und Marinecfepots erzielt. 1 kriegswichtigen Anlagen entstanden ( hrere Großfeuer. In den britischen Gewässern versenkten ampfflugzeuge während der letztci^ acht zwei Handelsschiffe mit zusammen DOO brt. und bombardierten Hafenan. Igen an der Süd- und Siidostküste Eng-nds. Bei Tage belegte ein Kampfflug. ^g ein Rohstofflager in Südengland er. ligreich mit mehreren Bomben. In Nordafrika wurden wieder britische atterlestellungen vor Tobruk mit Artil. riefeuer bekämpft und durch deutsche id italienische Kampffliegerverfoände ^festigungsanlagen und Flakstellungen i T<&ruk mit sehr guter Wirkung an-eerlflM. Der Feind griff in der letzten Nacht mit hwachen Kräften Westdeutschland an. nter der Zivilbevölkerung gab es einige ote und mehrere Verletzte. Militärische ier wehrwirtschaftliche Schäden ent-anden nicht. Brände in mehreren Wohn, iusem konnten schnell gelöscht werden. In der Zeit vom 4. bis 8. Juni verloj- der cind zehn Flugzeuge. Davon wurden cht In Luftkämpfen, zwei durch Vor. jjfjstenboote abgeschossen. Während der eichen Zeit gingen neun eigene Flug, uge verloren. Kapitänleutnant Heinrich Liebe und serleutnant z. S. Endraß haben als vier-und fünfter Unterseebootkommandant le Versenkungsziffer von je 200.000 brt. »erschrltten, in den Kämpfen um Kreta zeichneten ch die unter Führung von Major Koch, auptmann Altmann und Oberleutnant tnz stehenden Fallschirmverbände durch hnheit und Heldenmut besonders aus. ie unter Führung von Generalmajor ii'indl, Oberst Heiderich, Oberst Bräuer, erst Ramke und Oberst Sturm stehen-n Fallschirmverbände schufen In hari^n mpfen die entscheidenden Vorausset-igen für die Eroberung von Kreta. Schauer von Botnben uter meldet; »Tod und Zerstörung In Alexandria« (lüiif. 9. Juni. Während di« britischen Truppen in f^rien einmarschierten, so meldet Reu- ter, hat die deutscli© Luftwaffe wieder einen gewaltigen Luftangriff auf Alexandria unternommen und die Stadt geradezu »Blitzen« ausgesetzt, die die ganze Nacht ununterbrochen herniederglngcn. Die deutschen Geschwader seien »bis zu einer fast selbstmörderischen Höhe« herabgestoBen und hätten Schauer von Spreng- und Brandboniben fallen lassen, die in den verschiedensten Teilen der Stadt Tod tmd Zerstörung anrichteten. Man befürchtet, meldet Reuter, dalt Hunderte getötet und verletzt seien. Der Hauptangrilf habe sich im Hafen-geblet entwickelt, wo eine groUe Anzahl von Flugzeugen das Abwehrfeuer durchstielt und Alexandria dem schwersten und längsten bisherigen Bombardement aussetzte. bombardiert i wurden. Der Wehrniaehtsbcrieht meldet mehrere Großieiicr und schwere 'Creffer in ilcn ilafenanlagen und Marinejeputs. Schon vor drei Nächten hatte ein deutscher Luftangriff, der wie ein I3Iitz von der Wettcrccke Kreta her auf diese britisciie Bastion in Ägypten niederduckte, grüßte Uestürzung hervorgerufen und zu einer beschleunigten Evakuierung der cnglisehcn Kolonie Anlaß gegeben. Übrigens ist Alexandria bereits im vergangenen Herbst von der italienischen Luftwaffe angegriffen worden, als Italiens IJbyen-Arniee bis nach Westägypten vorgedrungen war. Jedoch wurde die Gefahr wenige Monate spüler wieder gebannt; denn die Offcfn'Sive der britischen Nil-Artnec y.wang die italienischen Streitkräfte zum Rüclizug über Bengasi hinaus bis nach Tripolis. Seitdem aber die deuk^'h-ilalienischen 'l'ruppcn im Gegenangriff die libysch-ägyptische Grenze wieder übcrsciiritten •und die Holiengelände bei Sollum fc^t in der Hand haben und seitdem auf dem Balkankriogsschauplatz das britische Expeditionskorps seine Katastrophe erlebte und kurz darauf au^h Kreta von den Der Angriff auf Syriens SOdgrenze HARTNÄCKIGE FRANZÖSISCHE VERTEIDIGUNG _ DREI HURRICANE ABGESCHOSSEN - BRITISCHER ZERSTÖRER SCHWER BESCHÄDIGT (i e n f. 9. Juni. Das französische Kriegsministerium hat am Montag abend, wie aus Vichy gemeldet wird, über die militärischen Operationen in Syrien u. a. niitgeteMt, dalJ die britischen und GauHistischen Trappen, die Sonntag die syrische Grenze überschritten haben, Ihren Angriff am Nachmittag des 8. und am Vormittag des Juni verstärkt haben. In der Gegend zwischen dem Sehe bei Drus und den Ausläufern des Her-nion-Gebirges seien diese Angriffe von bedeutenden Streitkräften aller Waffen geführt worden, darunter einer starken Anzahl von Panzerwagen. Die französischen Truppen hätten, unterstützt von Artillerie und Luftwaffe, das Gelände hartnäckig verteidigt und dem Gegner ernste Verluste beigebracht. Eine beträchtliche Anzahl vo«i Panzerfahrzeugen sei zerstört worden, in der Küstengegend des südlichen Libanon seien Kavallerie- und Panzerstreitkräfte über den Litanl-Fhiß zurückgeschlagen worden. Vereinzelne britische Flugzeuge hätten erneut die Flugplätze von Aleppo, Rayak und Damaskus sowie die Stützpunkte von Merdjaydun bombardiert. Die französischen Jagdflugzeuge hätten drei Hurrlcane abgeschossen. Ferner sei in der Nähe der Übanenslschen Küste im Verlaufe eines Seegefechtes ein britischer Zerstörer schwer beschädigt worden. Schärfster Protest Vichy. 9. Juni. Der französische Botschafter in Madrid Pietri hat im Auftrage seiner Regierung am Sonntag abend bei dem englischen Botschafter schärfsten Protest gegen den engUschen Angriff auf Syrien und den Libanon erhoben. Der Libanon steht zu Frankreich Eine Verlautbarung der übanenslschen Regierung I) a m a s k u s. 9. Juni. Die Regierung des Libanon wendet sich in einer Verlautbarung gegen die tendenziöse britische I^resse und Rundtunkkampagne über Syrien und Libanon und weist dabei l>csondcrs die Behauptung zurück, dali die libanensische öffentliche Meinung nichts gegen eine britisch^^ Intervention in Libanon einzuwenden habe. I3ie iibaiiensische Regierung erklärt, daß der Libanon über seine Ge-sdiicke selbst bestimme und Frankreich volles Vertrauen für die Erhaltung des Friedens und der Siclierlieit schenke, Sie lehnen dcslialb jede Abenteiicri>olitik ab, die das Land in einen Konflikt hiiiein-zlelieii und es in ein Schlachtfeld verwandeln kömite. Regierung und Bevölkerung seien sich darin einig, daU es ihre Pflicht sei. eine solche t^ventuabtät auszusclilieUen. Deutschen erobert wurde — seit dieser Zeit ist Alexanilria neuertliiigs in die Kriegszono geraten. Diesmal freilieli in v/eit gefährlicherem Maße. Denn beute ist Alexandria gleich von /.wei Seiten bedroht: im Norden von Kreta und im Westen von Sollum. In einer l:nt-fernung von nur 550 Kilometern liegt Kreta und von Sollum sind 'es noch um hundert Kilometer weniger. Viclleiclt^ denken die Engländer jetzt daran, daß die deutsche l.uftwaffe im Winter 1939/40 gegen die britisehen Mottenverbände in Scapa Flow so gewaltige Erfolge erzielte, daß die Londoner Seekriegsleitung diesen wichtigsten Stützpunkt an Englands Nord-küste räumen mußte. Und dieser Erfolg wurde von den deutsehen Fliegern damals auf einer Anflugstrecke von 000 Kilometern und trotz schwierigster Wetter-verhältiii'sse erzielt. England mag sich darnach ausreclinen, daß Angriffsflüge von Kreta und von Sollum für die deutschen imd italienischen Bonibcngesciuvadcr kein Problem liarstellen. Schon die nächste Zukunft wird'zeigen, wie sich diese bcid:n Ausgangsstellungen für planmäßige An-griffc gegen die Lebenszentren Ägyptens und damit gegen die Lebensadern des britischen Weltreichs auswirken werden. Einen Vorgeschmack haben die Nächte vom 5. und 8. Juni ja einigermaßen schon gegeben. I^urch die doppelte Bedrohung Alexan-drias ist zunächst für die britische Mittelmeerflotte eine äußerst kritische I,age entstanden. l-ngland verfügt im Mitteliieer iibcr drei bedeutende maritime Stützpunkte: Alexandria, Malta und Giliraitiir. Alle tlrei liegen im Bereich der deutscri-italienisclicn Luftwaffe. Besonders Malta, die wichtigste Flottcnbasi?, die im Kriegi-hafen La Valetta Doekatilagen besitzt, auf denen^ auch iiiodcne Schlachlseiiific von 35.000 Tonnen aufgenommen worden können --- oder vielmehr konnten ~ in zalilreichcn Angriffen schwer getroffen worden. Uie Docks von (übrallar sind nur für Kriegsschiffe von höchstens 32.000 Fonnen geeignet; hier können also ger;i'.le noch Flugzeugträger in Reparatur gehen, jedoch keine Schlachtschiffe. Wenn man lediglich die Dockeinricn-tungen in Betracht zieht, ist Alexandra freilich nur ein Flottenstützpunkt zweiten f^anges. Denn hier haben die Poc'ks i.ur ein Fassimigsvermügen für Kriegsschiffe bis zu IS.Oi^") Tonnen. Es können daher nur Kreuzer und kleinere Kriegsschiffe ausgebessert werden. Auch die Kran-Fiinrichtungen in Alexandria haben ziemlich beschrän'kte Ausmaße. Der Kriegshafen verfügt nur über zwei 5 Tonnen-iind sechs 2.5 Tonnen-Krane. Dagegen ist .Alexandria als Hafen der bedeutendste Stützpunkt der hriti^^chen Flotte im östlichen Alittelnieer, auch größere Schlachtschiffe hallen die Möglichkeit, hier zu ankern. Nicht minder groß ist Alexandria als Ölversorgungshafen. Bereit^ vor dem Kriege hatten die Tankanlagen ein Fassungsvermögen von vielen zehntausend I onnen öl. Unterdessen sind sie noch erheblich ausgel)aut worden. (jerr Tobruk. Feindliche Kraftfahrzeuge wurden durch Treffer unserer Flugzeuge zerstört. Der Feind unternahm Einflüge auf Bengasi, Derua und Tripolis. In Ostafrika dauern die erbitterten Kämpfe im Gebiete von Galla imd Si-damo an. Im Gebiete von (jondar leb-iuifte Tätigkeit der feindlichen Batterie, die von der unseren wirksa-ni bekänroft wird. Großfeuer in USA Pieranlajiren im Hafen von Jacksonville zerstört N e w y o r k, 0. Juni. Im Halen von Jacksonville in Florida entstand ein Brand, der die Pieranlaigen der Clyde-Mallny-Dampferlinie zerstörte und erheblichen Sachschadcn verursachte. Zwei Speicher, in denen hauptsächlich Kühlmaschinen lagerten, sind vollständig ausgebrannt. Das Feuer vernichtete weiter mehrere belade-ne Schuten und griff auch auf einen am Kai li{>gendcn Fahrgast-daimpfer über. Bei den Löscharbeitcn wurden neun Feuerwehrleute schwer verletzt. Die Brandur^che ist noch nicht ermittelt. Die Beisetzung Wilhelms II. D o o r n, 9. Juni. Am Montag mittag wurde unter Tell-nahnie einer großen Trauergemeinde und der Bevölkerung von Doorn der ehemalige Kaiser Wilhelm II. Im Park des Schlosses Doorn mit militärischen Ehren beigesetzt. Als Vertreter des Führers nahm der Reichskommissar für die Niederlande, Reichsminister Dr. Seyß-Inquart, an der Beisetzung teil, der auch den Kranz des Führers niederlegte. Die militärischen Ehren erwies ein aus den drei Wehrmachtsteilen zusammengesetztes EhrenbataiHoti. * Auf dem fast völlig von Buchen und Eichen umgebenen Schloß weht die Standarte des Hohenzollern-Hauses auf Halbmast. Der Park ist ein einziges leuchtendes Blüteumccr von Rhododendron und Flieder aller Farben. Seit den frülien Morgenstunden treffen die Trauergäste ein, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen wollen. Die Bevölkerung von Doorn säumt die Straßen des kleinen Ortes ein; deutsche Polizei regelt den ungewöhnlichen Verkehr dieses Tages. Um in.4vT Uhr marschiert das Ehrenbataillon der deutschen Wehrmacht unter dem Kommando des Obersten von Gersdorff vor Schloß Doorn auf. Wenig später trifft als Vertreter des Führers der Reichskomniissar für die Niederlande, Reichsminister Dr. Scyß-Inquart, ein. Kurz voT dem Beginn der für 11 Uhr anberaumten Trauerfeier in Schloß Doom werden die Angehörigen an ihre Plätze geleitet, während die übrigen Traucrgäste bereits in dem für die Trauerfeierlichkeiteu bestimmten Raum versammelt sind. Mau sieht unter ihnen zahlreiche Generäle des Weltkrieges, den greisen Generalfeldniarschall von Mackensen, weiter den Führer des Reichskriegerbundes General der Infanterie Reinliard sowie zahlreiche höhere ausländische Militärs. Nach der kurzen, durch den Hofprediger D. Döhring aibge- haltenen Trauerandacht wird der mit der alten Kaiserstandarte bedeckte Sar.i-herausgetragen. Als er am Mittelportal des ^blosses erscheint, präsentiert unter diumpfem Trommelwirbel das Ehrenbatai'llon. Dem Trauerzug werden die Kränze des Führers, der Gemahlin des Kaisers und des Kronprinzen, der übrigen An-ge-hörigen und Verwandten, der Oberbe-fehlsiiaber der drei Wehrmachtsteile und des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht, der Abordnungen und des Hauspersonals voramgetrageTi. General Graf von der GoHz trägt den Feldmarschallsstab Wilhelm IL. der Adjutant des Kaisers, Graf Moltke, auf großen Kissen gebettet die Orden des Verstorbenen. An der ^pitze des Trauergefol^es schreiten hinter dem Hofprediger D. Döhring die Witwe des Kaisers mit dem Kronprinzen und hinter ihnen die engeren Familienangehörigen. An Reichs-miinister Dr. Seyß-Inquart, der von den deutschen Gesandten Dr. Bene und Generalleutnant Rauter begleitet wird, schließen sich GeneralfeldmarschaH von Mackensen und hinter ihm die Vertreter der Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile an, und zwar General der Flieger Christiansen für den Reichsmarschall und Oberbefehlshalber der Luftwaffe, Admiral Densch für den Oberbefehlshaber der Kriegsmari'rie, Generaloberst Haase für den Oberbefehlshaber des Heeres und Admiral Canaris für den Chef d^s Oberkommandos der Wehrmacht, denen die Vertreter des alten Heeres nnd der alten Marine sowie die übrigen Trauergäste folgen. inzwischen ist das Ehrenbataillon der deutschen Wehnnacht vor der Gruftkapelle im Park des Schlosses aufmarschiert, um dem Toten die letzten Ehren zu erweisen. Unter Trommelwirbel und der Retraite wird darauf der Sarg in der Gruft beigesetzt. Dann dröhnen die Ehrensalven auf und unter den Klängen des York'schen Marsches verläßt das Ehrenba taill'On die Trau erstatte. „Ein englischer Wahnsinnsakt" DIE FRANZÖSISCHE PRESSE VOLL EIVlPöRUNG ÜBER DEN ANGRIFF AUF SYRIEN G 'e n f, 9. Juni. Aus Vichy wird berichtet: Der britische Angriff auf Syrien wird von der französischen Presse der unbesetzten Zone in gioßer Aufmachung gemeldet und in riesigen Oberschriften als Ungerechtigkeit und als ein neues Attentat Englands auf Frankreich bezeichnet. Sämtliche Zeitungen geben den offiziösen Kommentar, der am Sonntag als erste Reaktion der hiesigen französischen Kreise ausgegit>en wurde, wieder, in dem die Vorwände der Briten für ihren Gewaltakt aufgedeckt und zurückgewiesen werden. Femer hetjen die Zeitungen die Botschaft hervor, die Staatschef Petain an die Franzosen der Levantearmee gerichtet hat und in der insbesondere betont wird, daß sie für eine gerechte Sache kämpfe. Schließlich wird in den Überschriften festgestellt, daß Frankreich »Syrien und den Libanon bis zur äußersi'M Grenze seiner Kräfte verteidigen werde. Widerstand bis aufs äußerste! Frankreich will kein britisches Dominion werden Genf, 9. Juni. Unter der Überschritt »Ein Wahnsinns-akt« brandmarkt die in Clermont-Ferrand erscheinende bedeutende Provinzzeitung der unbesetzten Zone »L'Aveiiir« den britischen Angriff auf Syrien und Libanon. Das Blatt stellt einleitend fest, daß man England einen neuen Kriegsschaupiatz zu verdanken habe. So erklärte sich die Lügenkam-ipagne, die jenseits des Kanals mit der Absicht geführt wurde, die Welt davon zu überzeugen, daß die angebliche Landung von Deutschen in Syrien eine britische Intervention rechtfertige. Durch die Botschaft des iMarschalls Petain seien jedoch sämtliche in London erfundenen Legenden verstört worden. Das Blatt stellt fest, daß England Frankreich in diesem Kriege nur dazu gebraucht habe, um die französischen Soldaten zu töten, Frankreichs Städte zu zerstören und seine Bevölkerung auszuhungern. Churchill, so fährt das Blatt fort, habe offenbar zur Belebung der Kricgsstimnuing in England einen Sieg sehr notwendig. Da ihm aber anscheinend der (Haube an einen Sieg über das deutsche Heer fehle, bilde er sich ein, das kriegsgeschwächte Frankreich schlagen zu können. In ähnlicher Weise urleilt die Zeitung »Efiort«. Sie schreibt: »Groübrltannien will selbst um den Preis des Blutes seiner Soldaten die Interessen seiner Kapitalisten wahren und sein von den Achsenmächten bedrohtes ImDerium retten. Mit allen Mitteln versucht es zu verhindern, daß die Zanjee, die um das Imi>erium gelegt wird, sich schließt.« Der Angriff auf Syrien, meint das Blatt weiter, sei der Versuch, die unvermeidliche Katastrophe hinauszuschieben. England habe aber vergessen, daran zu denken, daß die französischen Truppen bis zur äußersten Grenze ihrer Kräfte Widerstand leisten werden. Im »iPetit Journal« betont Oberst De la Roque, daß jeder Franzose angesichts des neuen englischen Gewaltaktes den Befehlen des Marschalls Petain geliOTchen müsse. Frankreich lasse sich nicht unterjochen und wolle nnter keinen Umständen zu einem englischen Dominion werden. Fast sämtliche französischen Blätter kommen zu dem Schluß, daß Frankreichs wiedererstehende Kraft mmmehr die erste Gelegenheit hat, sie unter Beweis zu stellen und zu siegen. Sonderausgaben in Paris »Das perftde AIömmkc Paris, 9. Juni. Obwohl die Pariser Zeitungen sonst am Montag früh nicht erscheinen, sind heute die Blätter im Umfang von einem Textblatt herausgekommen, um die Bevölke rung von dem englischen Angriff auf Syrien und von den dortigen Verteidi gungskänipfen in Kenrntnis zu setzeni. Die Blätter geißeln in ihren Überschriften die feindselige Haltung Englands und der de Ga-uIle-Verräter, »Cri du peuple« ecklärt, das perßde UMhjkm, d«" jahrhundertkan^e Feind Frankreichs, setzt die Reihe seiner Verbrechen gegen unser Vaterland fort. »Petit Parisien« überschreibt seine Würdigung »Blutflecken auf dem Pfund Sterling«. »Matin« äußert sich noch schärfer uird schreibt: »Gehässiges und Schrecklichem passierte zugleich: man dringt in ein Uind, über dem die französische Flagge weht, man tötet französische Soldaten, und dais alles nur, um die englische öffentliche Meinung zu beschwichtigen, die infolge einer ununterbrochenen Reihe von englischen Mißerfolgen bestürzt ist«. »Das französische Blut«, so schließt das Blatt, »scheint das einzijife Gegen- mittel zu sein, um die Stimmung ck Briten wieder aufzuputschen. Es gibt Ii diefie Operation der Engländer keinen Ve gleich^ selbst nicht in der kläglichsten Ze der G^chlchte. Jetzt weiß man über En] lands Auffassung von Recht und Zivilis tlon Bescheid. England hat sich* in d Acht der Völker begeben und verdient ni noch, von der Landkarte ausgelöscht werden.« Englische Ehrbegriffe General .Wavell fordecte zur kämpf Preisgabe Syriens auf Berlin, 9. Jini. Bei dem räuberischem Einfall der En länder in das frajizösische Mandatsgebii Syrien richtete General Wavell eine Bo Schaft an die französischen Truppen Syrien, in der er sie aufforderte, Syrk und den Libanon den Engländern kam los auszuliefern. Dieses unehrenhafte V'erlangen zc» schon zur Genüge, was der Engländer u ter Ehre versteht. Wavell bemüht also vergeblich, wenn er sagt: »Wir hahi im Nahkampf gelernt, was Ehre für d englischen SoWaten bedetrten soMte.« Englische yerschweigelaktil Die Zerstörer »Codirhigion« und »Encounter« San Sebastian, 9. Jtinl Der britische Zerstörer und Flottüle führer »Codfingtoa« Ist nach Aussäe von Seeleuten während eines deutsc Luftaitgriffee hn September 1940 Im fen von Dover versenkt word©ii. »Codrlngton« hatte eine Wasserverdrä fning von 1540 Tonnen und eine Best zung von 183 Mann. Die im Seiptember v. J. erfolgte ^ Senkung des britischen Zerstörers »0 drington« im Hafen von Dover ist eben wie der kürzlich gemeWete Unte gang des Zerstörers »Encounter« ' Kreta nur zufällig bekannt geworden Diese beiden Fälle beweisen wieder daß die britische Admiralität nur dicj nigen Schiffsverluste bekanntgibt, die unter keinen Umstanden mehr verhc liehen kann. Allein aus diesen beidf Vorgängen, die sich innerhalb ein Woche zutrugen, läßt sich ermessen, wieviel höher die tatsächlichen Verlu? der britischen Kriegs- nnd Handelsflot im Vergleich zu den von der britisc' Admiralität bestätigten Verlusten lic:. Neue Eingeständnisse Verlust des Flak-Kreuz-ers »Calcutti und von zwei weiteren Zerstörer zugegeben S tockhoi m , 9. Jun;. Getreu seiner Methode, schwere luste der britischen Kriegsmarine imiii nur tropfenweise in längeren Zeitabsta den bekanntzugeben, hat Churchill jct einige neue Versenkungen von der Kri Katastrophe eingestanden. Die Admiralität teilte am Montag Iü Reuter mit, daß der Flak-Kteuzer »CJ cirtta« und die Zerstörer »Hereward« »Imperial« während des Rückzuges ai Kreta verlorengingen. Der Flak-Kreuzer »Calcutta« li.it eine Wasserverdrängung von 4i00 'In nen und eine Flugabwehrbestück^ng v( 8 bis 10.2 cm und vier 4 cm-Geschütz( sowie vier MaschinengeweliTen. Sc Besatzung betrug 400 Mann. — Der 'I störer »Hereward« hatte 1340 Toni! vnd eine Besatzung von 145 Mann, w. rend die »Imperial« bei gleicher zungsstärke 1370 Tonnen verdrängte. Zwei Vorpostenschiffe weniger S t o c k h o I m, 0. Jum Die britische Admiralität gibt die Vi: Senkung der Vorpostenschiffe »Tuisll und »Evesham« bekannt. Dieser von der britischen Adniiralit gemeldete Untergang von zwei Vori> stent>ooten kennzeichnet die außerordei lieh schweren Verluste der britisch Vorpostenstreitkräfte in den letzten ^V chen. Nachdem die Admiralität im V sechs Versenkungen zugegeben hat mußte sie seit dem 1. Juni vier weite Verhiste bestäitigen. Ende etnes geraubten Tanl dampfers R 0 m, 9. Jum. 21 überlebende des vor Sierra Leo tonp'edkrten französischen, von den Brit geraubten Tankdampfers »Grenailii-' wurden, wie Agenzia Stefan! aus Lissal meldet, von einem portugiesischen Dam fer aufgenommen. Der »Grenadier« fand sich Jiuf der Fahrt nach Niederb disch-lndien, um dort öl zu laden wurde durch ein britisches Kriegsscii eskortiert. .Vuinnic; 1"! »Marburger Zcilmg« 10. Juni 1941 Seile 3. Kampf um Herakleion Wi@ Ostkreta genommen wurde Luftaufmarsch Uber der Ägäis / Sprung im feindlichen Feuer / Britisclie Felsenslellungen in kühnem Verstoss gestürmt PK. Im \'ciiauic der Operationen gc-■^cii Kreta k'Oinite die im Osten der Insel eiiiKeset/^te KaniptKruppc nacii neuntiigi-irein licldeiiinütik^en Kampfe die Stadt Herakleion, den Hafen und den Flugplatz .sowie die weitere UnijjebunK besetzen. Damit war niclit mir die größte Zeit, sondern aucii der wiclitijjjste Stützpunkt im Ostteii der Insel Kreta fest in unserer Hand. Im tollkülinen Angriffsgeist und harten Kämpfen haben die Fall-scirirmjäger, unterstützt von den fliegenden Verbänden, die Engländer gezwungen, ihre gut eingebauten Stellungen zu verlassen und ihren wichtigen Stützpunkt im östliehcn Mittelmeer fluchtartig aufzugeben. Seit den Vormittagsstunden des 20. Mai weht über dem Ostteil der Insel Kreta die Makenkreuzflagge. Kurs auf Kreta In den Morgenstunden des 20. Mai traten auf verschiedenen Flugplätzen ürie-chenlands Einheiten der deutschen Fall-•schirmtruppen zum letzten Appell vor (PK-nischhaiis-KDZ-M.) Spuren harter Kämpfe in Herakleion In (icii Slrabcn vun lleraklion kann man jetzt iii'.LTall die Spuret» der licißcn Kämpfe fest-stcilcn, die sich bei der Besetzimg durch deutsche Truppen abgespielt haben. dein Kinsatz an. Endlich ist es so weit! Auf den riugplätzeii stehen die Trans-portmascliinen bereit, während das Bodenpersonal die letzten Vorbereitungen trifft, werden die Ju 52 von den Fall-schinniägern ausgerüstet, die Fall-seliirme verteilt und angelegt. Kette auf Kette hebt sich vom Boden ab. Noch einmal geht es über die griechische Hauptstadt, die uns mit der Akropolis hcgrüLlt. Und dann haben wir das Agäische Meer erreicht und nehmen Kurs auf Kreta. rtls ins Kleinste vorbereitet iJie Kampfgruppe hat den Auftrag, den l'lugplatz von lierakleion und die Stadt, selbst zu nehmen, Ks ist bekannt, daß sieh starke britische und griechische Truppen in Herakleion befnideii und Uber eine gute Abwehr verfügen. Mit 42.00(1 Einwohnern ist Herakleion die lebliafteste und wichtigste Stadt der Insel. Sic besitzt neben mehreren Kaser-nenanlagen einen Flugplatz, den die l:ngländcr zu einem wichtigen Luftstützpunkt itn östlichen Mittelmeer aits-gcbaiil haben. Wälireiid des Anfluges über da.s Agäisclie Meer erleben wir das gleiche farlK'iipr:iclitigc Bild wie auf allen Flügen im Mittelmeerraum. Die Inseln des Agäisclieii Meeres bleiben unter uns zurück und wir können erkennen, dal.l dort bereits i.leutselie Mugzeuge gelandet sind ürst.umt sieht die griechische Be-völkerunu /u uns herauf, denn ein derartiger 1 iiil.iufinarsch ist wolil noch nie über sie hinwcggebraust. Hie Fhiheiten flic'.':rii ict t ihre zugewiesenen Plätze an. Bis ins Kleinste ist der Finsatz vor-bcrciti'l Immer wiediT haben zwischen den Komnunideuren Besprechungen stattgefunden; denn es ist die verant-worfinigsvolle Sorge der Führung, trotz der schweren Aufgabe den Angriff mög-liehst schnell und mit den geringsten Opfern durchzuführen In Felndsteliungen Iiinein j^elandet Als die Küste Kretas vor uns auftaucht, ist »Fertig zum Absprung!« befohlen. Oer erste von uns steht an der offenen Türe der Ju. Eine groLie Spannung herrscht in der Masclnne. Wir warten auf das Abs^prungsignal. Noch bevor aber das Hu'P-Signal ertönt, zischen leichte Flak-, Flak-MG- und Mü-(ieschosse an uns vorbei. Fast alle Einheiten springen im' feindlichen Feuer. Was hier an heroischem Mut, an tollkühnem Angriffsgeist und unbeugsamem Kampfeswillen von den Mämieni, die vor allem am Flugplatz in feindliche Stellungen hinein landeten, geleistet worden ist. vermögen Worte nicht auszudrücken. Dank der hervorragenden infanteristischen Ausbildung unserer Fallschirmjäger wird man nach kurzem, schwerem Kampf Herr der Lage. Von den die Stadt umgebenden Höhenzügen ans beherrschen unsere Waffen die ausfallenden StraLlen der Stadt. In der Nacht belegt der Engländer unsere Plätze und die Höhenzüge, wo er die einzelnen Einlieiten vermutet, mit heftigem Artilleriefener. Mutig gehen unsere Spähtrupps gegen die Stadt und den Flugplatz vor und kehren mit den ersten englischen (jerangencn zurück. Wir erfahren, dal.l sich die Engländer in diesem unwegsamen Oelände in Höhenstellungen gut eingebaut haben. Als der Sonncnbali hervortauciit. entdecken wir, in der Ferne sichtbar, Einlieiten der englischen Flotte nu't Kurs auf Kreta. Beim Erscheinen von zwei deutschen I'ernaufklärern drehen sie jedoch wieder ab und lassen sich nicht mehr sehen. Erst später erfahren wir, daß deutsche Kampfverbände von dieser Einheit mehrere Schiffe versenkt haben. Der Kommandeiir In vorderer Linie Am zweiten Einsatztag werden wir durch die Kanierad,en der fliegenden Verbände unterstützt, die den Flußplatz mehrmals angreifen und dort stehende englische Masohincn vernichten. Im Lanfe des Nachmittags werfen Ju 52 für uns Naclischubniaterial, unter anderem Miniition und Verpflegung ab. per Kommandeur der Kampfgruppe erteilt laufend an seine Einheiten die notweiidigen Befehle und befindet sich mit seinem Gefechtsstand in vorderster Lmie. Der Engländer scheint es besonders auf den Gefechtsstand abgesehen zu haben, denn tagsüber belegt er ihn laufend mit Artilleriefener. Die l0,5-cm-schlagen oft in bedenklicher Nahe ein und es gibt einige Leichtverwundete. Der Brite sucht© zu bluffen Am dritten Einsatz tage erfolgt in den Morgenstunden ein großer Nachschub an Munition, Verpflegung und Sanitätsma-terial. Mit Hilfe unserer MG lassen wir dem Engländer keine Ruhe mehr. So Jicrrscht im Laufe des Tages eine beiderseitige heftige Gefechtstätigkeit. In den Vormittagsstunden erleben wir aber auch noch eine Überraschung. Der Koim-niandierende General von Herakleion verlangt von einer unserer Einheiten die uberg^abe mit dem Bluff, wir seien die mzige kämpfende Truppe auf Kreta. Die Antwort war nicht nur ablehnend, sondern deutlicher in einem etwas später erfolgenden heftigen Stuka-Angriff auf die militärischen Anlagen der Stadt ffCRGDcn. A^tn Naclimittnjj crscliciticn Zerstörer, die sich in schneidigem Tief-angriff die Benzin- und öl Vorräte auf dem rlugplatz vornehmen. Die hell lodernden Brände zeigen die ganze Nacht hindurch die gute Wirkung. Laufend wird der Engländer durch unsere Spähtrupps sowie durch weitere Luftangriffe beunruhigt. In Stärke eines Zuges versucht er unsere Stelhingen im Rücken anzugreifen, holt sich aber durch unsere Sicherungen, die auf den Höhenzügen stehen, eine schwere Abfuhr. Der einzige Brunnen, der uns Wasser spendet und auf den wir nun schon seit lagen angewiesen sind, schmeckt rekrh-lich salzig, da er nahe am Meer liegt und einen sehr tiefen (innidwasserspie-gel hat. Tagsüber greifen unsere Kamipf-verbände mehrmals an und unsere Spähtrupps koinmen imtner wieder mit Gefangenen zurück. Im weiteren Veriauf der Einsatztage haben unsere Vorstöße gegen den Flugplatz großen Erfolg. Unsere Spähtru'pps bewähren sich außerordentlich im Nahkampf und im Bunkernehmen. Mehrere gut eingebaute englische Felsensteihiin-gen werden in kühnem Vorstoß genommen und zahlreiche Gefangene eingebracht. In neuntäKiKeni Kampf verdränjrt ^ Am 28. Mai herr^scht lebhafte deutsche Fliegertätigkeit über Herakleion. Am Nachmittag greifen starke Verbände den Rugiplatz und die Stadt an. Von un>c-rom Gefechtsstand aais beobachten wir. wie dki Kamipfverbände ihre fioniben-last airwerfen. Große Brände auf dem Flugplatz und in der Stadt zeigen die grofiü Wirkung. In den spä'cn Nachmittagsstunden erreicht uns vf.ii Kommandierenden General der Angrifi^bcfelil atif Flu^latz tmd Stadt Herakleion am Mai. Die in der Früh ausgesandten Spähtrifpps kommen mit der MfMdung zurück, daß der Engländer den l'lu;^-plaitz geräumt hat. Soiort wird vom Kommandeur das Vwrücken der 1"'in!leiten befohlen. Wir sind übcrra>c!it. Der Eng'ländcr hat in aller Stiile den Mu's"-platz tmd auch die Stadt geräumt. Unsere schnell vorgehenden Bataillone be-sei?zein sofort den Flugplatz und die Stadt. Die Hakenkreuzfalinen wilieii jetzt über den alten venezianisch-iijrk -sehen Bastionen, und soeben landei dw erste deutsche Maschine, eine Ju .'2. Mü dieser Maschine soll der Kricgsberich' in die Heimat gehen und soll dem deutschen Volke davon künden, daß d ut-schen Fallschirmjägern niciits unm():-^i!c;. ist. In neuntägigem harten Kampf h:il)en diese Männer den Engländer von kreta verdrängt imd damit im östüclien Mittelmeer den wichtigsten Stützpu'iK" geno.mnren. Kriegsberichter E. Bisch Ii au Rote Feuer über Alexandria BOMBEN SCHWERSTEN KALIBERS FIELEN AUF DIE GROSSE ENGLISCIIL BASTION IM ÖSTLICHEN MITTELMEER Selterwasser fällt vom Himmel In den Morgenstunden des 24. Mai greift eine Hiirricane wiederholt unsere Stellungen mit ihren Bordwaffen an, jedoch ohne Erfolg. Um sieben Uhr er-lolgen unsererseits harte Angriffe auf die militärischen Anlagen der Stadt und auf den Flugplatz. Kurze Zeit später erscheinen unsere braven Ju 52 und wer-feMi zur allgemeinen Üb(M"raschung Sclio-Koiadc, Zitronen und Selterwasser ab. ' Ein freiidiffes Ereigm's bei diesem Klima! PK. Wie die Männer strahlen, die schwarzen (iesellen, die Bombenwartc und ihre wackeren Helfer. Was heißt hier schon (jluthitze, was Schwciß, Durst, alles Ungewohnte dieser südlichen Zone. Heute werden Bomben geladen, Bomben schwersten Kalibers. A'.exandria das Ziel. ^^Iche Verheißung zündet und reißt mit. Es gelit^ wieder mit vollen Segeln gegen den Feind. Pausenlos. Einer der Soldaten findet noch Zeit genug, mit Pinsel und weißer Kalkbrühe in einer alten Blechbüchse bewaffnet, von Bombe zu Bombe zu wandern und den Riesenlei-I>ern aus hartem Metall einen — Segenswunsch aufzumalen. Der Süden birgt Widersprüche in sich. Längs der Wege glüht in lebendigen Farben Oleander, leuchten Akazien, treiben manneshohe Kakteen in die Höhe, ragen dunkle Zypressen spitz hi den Himmel, daneben liegt oft utKl oft kahles, aitsge-trocknetcs Land. Hinter unseren zum Start rollenden Maschinen ziehen breite, dichte Staub-sclnvaden her. die bald aucii die letzten Umrisse der großen Vögel verwischen. Der mehlige lehmbraune Dreck findet auch durch die kleinsten Ritzen einen Weg, In den Flugzeugen spukt es wie bei einem wildtobenden Orkan. Die Hände vor die Augen schützend gebreitet und dem dichtesten »mief« gefolgt, das bleibt als einziges sicheres Orientic-rungsmittcl auf dem Weg zum Startplatz. Wir könnten flu'chen und tun es nicht. In wenigen Minuten wird auch dieser schon fast gewohnte Spuk vorüber sein. Wir schweben über daVi weite, endlose Meer, das sich hier nach Süden bis dicht an den Flugplatz heranschiebt. Schwer heben sich heute die Maschinen vom Boden ab. Schwerfäl'lig trotz des bereits ausgeworfenen überflüssigen Baiastes Kehl Zunder! Bomben schwersten Kalibers hängen unter dem Leib und Bomben füjlen die Schächte. Viele, viele hundert Kilonieter sind zurückzulegen, denn weit entfernt liegt das Ziel, liegt Ale-xandria. Wasser nichts als Wasser da unten, Strahlend blau leuchtet es in der Sonne. Die Wellen erscheinen wie kleine weiße Greifen, die einander jagen. Man mag eine Weile diesem Spiel folgen, dann langweilige Kursberechnungen nnd Schließlich hin und wied'-r ein witziges Wort über das Bordmikrophon halten frisch und bringen angenehme Abwechs-ning. Nachts über der Meeresweite Plötzlich meldet der Funker: Land voraus! Weit vorn blitzt es weiß auf... die Wüste. Augenblicke später Iiinwon wie kilonietcrlange Lichtarme Sciiein-wcrfer am Himmel. Sic schneiden sich und greifen suchend umher. Das Donnern der Motoren hat den Feind auf den Plan geworfen. Bald mischen sich in das Spio! der Lichter auch die ersten Alündungs.. teuer mittlerer und schwerer Flak. Wie besessen feuert sie und legt einen breiten Sperrgürtel um das Ziel. Es schreckt nicht — es ist ein im Angriff schon ge-wolmtes Bild. Speicher und öltanlts in Flammen Den Versorgungsanlagen des Riesen-hafens gilt es heute, dicht an dicht breiten sich l^agerhallen und (Mtanks am Hafen von Alexandria aus. die Si>eicher. aus denen die Flotte Seiner Majestät 'm Mittelmeer ihr wichtigstes Lebensmut, den Brennstoff nimmt. Die ersten Maschinen wcTfen schon! Brandbomben, dann eine riesige Detonation, ein Flammenkegel bildet sich, ein Riesenbrand i>t entfacht und dient fürderhin als beste Zielanweisung. Und so fallen Bomben auf Bomben. Wie ein großer sdiwur/or Schatten huscht unter dem I.cib der Maschine ein Riesenkoloß hinweg und rast init ungeheurer (ieschwindigkeit in die Tiefe, Meter höher springt das l'lj;^. zeug. Fester als vorher liegt die Hand des Flugzeugführers am Steuerknüppei. um den Schock abzufangen, die die pl()t/,-liche Erleichterung des braven Vo-jcIs bewirkt. Und wieder ein Treffer da unten. Der Bordnieciianiker schreit es mit überspringender Stimme durchs Bordmikrophon. »Abdrehen! j fügt der Kommandant der Maschine hinzu. Auf Hei-niatkurs! Man kann auch froh sein, wirkli^^li i^roh. Nach Kreta hat Alexandria, die große englische Bastion im Ostniittol-meer, ihren ersten derben Schlag eriial-len. Kriegsberichter A. IM e t e r Hm und wieder auf die Uhr geschaut jede Stunde, jede lialbe Stunde, keine Minute von der großen Zeit abgerech-"ct, die zwischen Start und ^icl liegen. Die Hälfte^des einen Weges hegt hinter uns. Die Sonne im Westen sinkt und verschwmdet schließlich tief hinten am Horizont unter dem Wasserspiegel. Die Dämmerung bricht herein. Nacht. Das Meer ist grauschwarz geworden, und nur hm und wieder spiegelt es noch blinkend herauf. m (PK-Mi'-smiMk-r " !irtl M.) Deutsciie Stellung vor TobruK Der Knrs blnb, siUlHch ..rid.tet. AI, . l",,",: andria kann niehl mehr fern sein. Der aufkommende Mond erieichtert die Sicht. bnik. nii^ser Soldat hril sirh -in.-.i iiiwali als Schutz ausgesucht. Seite '4. ►Marburger Zeitung« 10. Juni 1941 Nummer 13, WIRTSCHAFT Bekämpfung der Kartoffelkrankheiten Voraussetzungen einer Riiten Ernte Der Ertrag unserer Kartorielernte hängt in hohem Maße von der richtigen Bekämpfung der Kartoifelkrankheiten ab. Selbst die widerstandsfähigsten Sorten werden immer wieder einmal von solchen Krankheiten befallen, unter denen die sogenainiten Fußkrankheiten imd noch mehr die unter dem Sammelnamen Abbauerscheinungen« bekannten Krankheiten sowie Krankheiten, die durch die Witterungsverhältnisse ausgelöst werden, an erster Stelle zu nennen sind. Die wichtigste Voraussetzung für gute Ernten ist die Verwendung eines völlig gesunden Kartorfelsaatgutes, den die weitaus meisten Kartoffelkrankheiten wurden durch das Saatgut übertragen daher soll jeder Kartoffelanbauer darauf achten. daß er nur erstklassiges, hochwertiges Saatgut verwendet. Aber darüber hinaus muß der Kartoffelanbauer auch seine Kartoffelfelder ständig betreuen, und zwar v>Mn Aufgehen der Kartoffeln bis zur Crnle und jede als krank erkannte Staude unbarmherzig vom I'cldc ciiticrneu. Bald nach dem Auflaufen der Kartoffeln ist daher ein Durchgehen der Kartoffelfelder notwendig. Im Jugendstadium kami man die an Fußkrankheiteu crkranktoii Stauden schon dadurch genau erkennen, daß an den unteren Sten-gclteilen Fäuhiiserscheinungen. nn'nde-stcns ^ aber Vcrrärbufigen feststellbar sind. Solche an Fußkrankheiten erkrankten Stauden müssen aus dem Boden lieraiisgczogen und vom Felde weggebracht werden. Durch die Bearbeitung würde die Krankheit auch nur unterdrückt. nicht aber ausgemerzt. Der Prozentsatz der von diesen Krankheiten befallenen Stauden ist gewöhnlich gering. Aber es lohnt sich schon, diesen Krankheiten vollste Aufmerksamkeit zu schenken Das Durchgehen der Kartojfelfclder mul.1 in Abständen von zwei bis drei Wochen wiederholt werden, weil viele Krankheiten erst im fortschreitenden Fntwicklungsstadium zum Ausbruch konnnen. Zur Zeit der Blüte ist jede einzelne Staude gewissenhaft zu untersuchen. In diesem Kntwicklungsalter können unter dem Sannneinamen »Abbaukrankheiten« zusammengefaßte Krankheiten leicht erkannt werden. Unter diesen Abbaukrankheiten spielen die Blatt-rollkranklieit. die Kräuselkrankheit, die Bukettkraiikheil, die Strichelkrankiieit und die Mosaikkrankheit eine besonders große Rolle. Diese einzelnen Krankheiten sind an den Blättern und an dem Aussehen der ganzen Stauden leicht erkennbar. Bei der Blattrollkrankheit rollen sich die einzelnen Fiederblätter nach obenhin ein, die Stande nuiclit als Ganzes einen kranken Eindruck. Dieser Zustand ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Einrollen der Blätter, das man bei lang- anhaltender Trockenheit immer wieder beobachtet. Hier schützen sich die Pflanzen vor einer allzu großen Wasserverdunstung eben durch das Einrollen der Blätter, Die Strichelkrankheit ist leicht daran zu erkennen, daß an der Unterseite der Blätter kurze, braune Striche auftreten und beim Abbrechen der Blätter von den Stengeln knirschende Geräusche vernehmbar ^sind. Die Biikett-krankheit hat große Ähnlichkeit mit der Blattrollkrankheit. Hierbei ist die Staude noch mehr gedrückt. Die Kräuselkrankheit äußert sich in einer Verfärbung des Laubes und dnrcli Einrollen der Blattstiele nach unten. Die einzelnen Fiederblätter weisen eine wellige Faltung auf. So einfach mm das Erkennen dieser Ahbaukrankheiten ist. so schwer ist festzustellen, ob die Pflanzen tatsächlich von der Mosaikkrankheit befallen sind. Hier kann nur das geübte Auge mit Sicherheit feststellen, ob es sich um Verfärbungen der Blätter, verursacht durch Wachstumsstörimgen, oder um den bestimmten Krankheitsfall handelt. WIrtschaftMche Unter-mauerunq der SUdostordnunq Einer Athener Meldung zufolge haben Vertreter der deutschen Besatzungsbehörden in Griechenland mit dem Wirt-schaftsnünister Hadjimalis über Einzelheiten der Wiederaufnahme des Wirtschaftsverkehrs zwischen Deutschland inid Griechenland verhandelt. Der deutsche Verrechnungsverkehr mit Griechenland gibt auch die Möglichkeit, den Warenaustausch zwischen diesem Lande und anderen europäischen Ländern wie-1 derherzustellen. Wie der griechische Minister erklärte, sei über alle wichtigsten Punkte bereits eine Einigung erzielt worden, so daß man in den nächsten Tagen eine Abmachung über das deutsche Grund-Clearing erwarten dürfe. Eine Abordnung griechischer Industrieller hat das Ministerium um seine Fürsprache bei der Belieferung mit deutschen Rohstoffen ersucht. Der »Völkische Beobachter« enthält eine Betrachtung des deutschen Gesandten Dr. Neubacher zur wirtschaftlichen Entwicklung Südosleuropas. In diesem Aufsatz wird angekündigt, daß die an der Donau und auf dem Balkan getroffene neue politische Ordnung »wirtschaftlich untermauert« werden würde. Ermittlungen haben ergeben, daß die Versorgung selbst in Kroatien und Serbien, also in den Teilen des früheren Jugoslawien, keineswegs so ungünstig beurteilt zu werden braucht, wie das im Zusammenhang mit den militärischen Erfolgen der Achsenmächte durch britische Ausstreuungen geschehen ist. Bis zur neuen Ernte, die nach wenigen Wochen eingebracht werden wird, stehen Vorräte zur Verfügung, die unbedingt ausreichen werden, wenn man für sparsamste Verwendung Sorge trägt. Syrien im Welthandel Das französische Mandatsgebiet Syrien, das zurzeit in den Mittelpunkt des internationalen Interesses gerückt ist, hat für seine 3.8 Millionen Einwohner zählende Bevölkerung eine gewisse au-iknwirtschaftliche Bedeutung. Der Außenhandel hat in den letzten Vorkriegsjahren. selbst wenn man die Abwertung des Französischen Franken im September lO.V) in Betracht zieht, vervielfacht: l)ie Einfulir von 29,8 Millionen Syr. Pfund im Jahre 1934 auf 70,8 Millionen Svr. Pfund im Jahre 1938; bei der Ausfuhr lauteten die Zahlen folgenderniaßen: 8,2 Millionen Syr. Pfund im Jahre 1934 n PK.-Jcsse-WeUbild (M.) Gebirgsjäger beim Vormarsch auf der Insel Krota I und 29,3 Millionen Syr. Pfund im Jahre 1938, Das Syr. F^fund ist gleich 20 Franz. Franken und notierte Mitte 1939 1,23 RM. Die Handelsbilanz des Gebiets ist noch hochgradig passiv, ein Zeichen dafür, daß sich das Land an der Ostküste des Mittelmeeres noch in den Anfängen wirtschaftlicher Entwicklung befindet. Die Liste der syrischen Einfuhrgüter, enthält alle Arten von Industriewaren. Den bedeutendsten Posten machen Textilien aus, obwohl Syrien selber eine gar nicht unbedeutende BaumwoHkultur besitzt und beispielsweise im Jahre 1938 für fast y* Millionen Syr. Pfund Rohbaumwolle nach Deutschland ausführte. ' Auch an Schafwolle hatte Syrien vor ' dem Kriege Überfluß. So hat es im Jahre 1938 allein nach der Amerikanischen Union für mehr als eine Million Syr* , Phnid Wolle geliefert. In weitem Abstand hinter der Textilwareneinfuhr ' folgt die Einfuhr von anderen Industrie-, waren wie Metallwaren, Maschinen, chemischen und pharmazeutischen Artikeln und mineralischen Produkten. Auf der Ausfuhrseite herrscht eine geringere Mannigfaltigkeit. Der weitaus bedeutendste Posten sind gewisse Agrarpro-I dukte, in erster Linie Olivenöl. Weiter sind neben den bereits genannten Spinnstoffen (Baumwolle und Wolle), Eier, Zitronen und Orangen, Gerste und Zwie-behi zu nennen. Das einzige gewerbliche Produkte Syriens, das Ausfuhrbedeutung besitzt, sind Seidengewebe, füc die sich übrigens das Interesse des Auslandes in den letzten Vorkriegsjahrert erheblich gesteigert hat. * X Ungarische Obstausfuhr nach Deutschland. Das zwischen dem Deutschen Reich imd Ungarn getroffene Abkommen, betreffend die ungarische Obstausfuhr, sieht vor, daß Deutschland im laufenden Wirtschaftsjahr Obst und Gemüse im Werte von 24 MHi. RM übernimmt. Davon entfallen auf Frischobst 11, auf Frischgemüse 2,7, auf verarbeitetes Obst und Gemüse 9,8 und auf Frühkartoffeln Mill. RM. Der diesjäh-rige Lieferrahmen stellt eine wesentliche Erweiterung gegenüber dem Vorjahr dar, wo Deutschland nur für 14 Mill. RM Obst und Gemüse übernommen hatte. X Eine erweiterte Aararreform In Bulgarien. Die Entstehung Großbulga-riens durch die Angliederung Mazedoniens und Thraziens macht eine umfassende Agrarreform nötig. Zaihlreiche aus den beiden angegliederten Gebieten geflohene Bulgarenfamilien müssen rückgesiedelt werden, während anderseits ' zahlreiche, in den letzten Jahrzehnten in Thrazien oder Mazedonien ansässig gewordene Nichtbulgaren ihre Besitze verlassen haben oder noch verlassen werden. Es ist dadurch in diesen Gebieten verhältnismäßig viel Ackerland für eine Neubesiedlung mit Bulgaren freigeworden. Wie der bulgarische Landwirt-schaftsminister Dr. Kuscheff kürzlich erklärte, machen diese Gebiets Veränderungen zusammen mit der Übervölkerung des bulgarischen Mutterlandes ehic gan'2 Großbulgarien umfassende Agrarreform nötig. Die schwarzen Pferde Roman von Tar|«i Vosaas (15. Fortsetzung) Ab und zu schrien sie noch einmal, /um Beispiel wenn Leiv und Viv, gierig nach Unterhaltung und Süßigkeiten, von Förnes herüberkamen. Letztere t)e-kamen und nahmen sich die Henrikkinder aus den Bonbongläsern ihres Vaters mehr, als ihnen zuträglich war. Eines schönes Tages lärmte niemand mehr, die Kinder waren zu groß geworden. Sie machten sich schon nützlich auf dem Acker und beim Vieh, Im Laden und in der Küche. Aber Henrik Nornes vi^rgaß nicht, daß die Erde um ihn einmal ihm gehört hatte. Er wünschte sie sich zurück. Wenn Sveinson im Herbst umpflügte, den Ak-ker in schwarzglänzendc Streifen und Vierkante schnitt — da stand Henrik in seiner Tür, zwischen Hufeisen und Seife mid Mehl und Tauwerk, ganz still und dachte nach. Und wenn die Maschine im Sommer die Wiesen schnitt und die Ak-ker Früchte zu tragen begannen — da stand Henrik wieder gedamkenvoll in der Tür imd rief sich ins Gedächtnis, was er verloren hatte, drehte sich herum und sah vergleichend auf den Ladentisch und aui die Sk:hubfächcr. Anders war es mit Olav und Frida, die es nicht anders kannten. Sie nasch- ten nun nicht mehr, aber ihnen schien der üiden mit seinem Allerlei abwechslungsreich und anheimelnd. Henrik Nornes hatte zwanzig Jahre lang gegrübelt. Hatte gekauft tmd verkauft und Gewinn erzielt. Die Leute sagten, er habe seine Sache gut gemacht. Es wurde jetzt immer mehr an Ort und Stelle gekauft, nur selten fuhr jemand nach Dalakvani, höchstens wenn er sonst noch dort zu tun hatte. Henrik belieferte die ganze Gegend. Eines Tages im vergangenen Jahr ging Henrik nach Förnes, um Nornes zurückzukaufen. Jetzt war es so weit. Zwischen den beiden Nachbarn herrschte all die Jahre ein gutes F^invernehmen. Henrik sah, daß Nornes gut gehalten wurde, Sveinson war ein tüchtiger Mann — und man mußte sich eben dareinfinden, wie es war. Henrik lebte aber stets in dem Gedanken, daß es nur für eine Zeit sei — ein vorübergehender Zustand; eines Tages komme ich und kaufe mir und den Meinen Notucs zurück. Er hatte nie mit jemand ein Wort darüber gesprochen, nicht einmal mit Olav und Frida, hatte nur gewartet, und jetzt war er also stark genug. ^>Heute kaufe ich tpir meinen Hof zurück, Am'bros —« »So — so«, lachte Ambros, »ja, wenn er bloß mir gehörte; nein, und du bekämst ihn trotzdem nicht.« «Nein, nein, ich weiß«, gitig Henrik auf Ambro:-»' s-chcr/haftcn Ton ein: dann aber sagte er erust: »Ich bin übrigens dazu hergekommen, um ihn dir abzu'kaufcn, in vollem Ernst; du läßt ihn mir doch, wenn ich gut bezahle. Du sollst einem Gewinn haben.« »Ich, ich kann nur sagen, daß ich es nicht kann. Nornes ist für Leiv be-stinnnt, er kann es haben, wann immer er es haben will. Glaubst du, ich könnte Leiv und Viv mit barem Oelde ausbezahlen, wenn es einnuil dazu kommt? Schätz mich nicht zu hoch ein, Henrik, ich habe nur Schulden. Wir leben zu lustig bei uns.« Henrik sspürte, wie es brannte, wenn einem die Pläne so zerstört wurden. »Und will Leiv ihn behalten?« »Ja, bestimmt«, antwortete Ambros, »das weiß ich«. Henrik sagte: »Es ist bitter, das zu erfahren, wenn man zwanzig Jahre lang darauf spekuliert hat.« Ambros antwortet: »Es konnnt alles anders, als man denkt.« Henrik ging nach Hause. Es waren bloß zwei-, dreihundert Meter, aber es war ein sciiwerer Gang. Es war ein böser Tag. Trotzdem es mitten im Frühling war. Sveinson ging hin und zurück und säte Roggen. Weiter drüben pflügte Falte Sveinson mit Kane ein Feld. Der Acker dampfte in der ^onnenwärme. Es war bestimmt ein sehr schöner und fruchtbarer Vormittag, aber Henrik ging nach Hause und sah es nicht. Nornes sollte ihm nir'ht gehönMi, andere halten ein Recht auf seine Lrde, Zu Hause im Laden stand Olav, voller Mehlstaub, wie alle Kaufleute auf dem Land, und zeigte irgendeinem Mädchen Blaudruckstoffe. »Fehlt dir etwas, Vater?« »Nein, nichts Besonderes, loli gehe hhiauf, denke ich: du findest dich ja allein zurecht, heute kommt sowieso niemand, sie sind alle miteinander auf dem Feld.« Er sagt das letzte so, daß ihn der Sohn noch einmal genauer ansieht, ehe er sich wieder dem Stoff und dem Metermaß zuwendet; da aber jenes Mädchen da-» stand, so fragte er nicht weiter. Oben war Fridas Bereich. Sie hielt die Stuben hübsch. Und auch sie selbst war freundlich und hübsch anzusehen. AucH sie fragte gleich: »Bist du krank?« »Nein, sage ich, alle fragen mich heute dasselbe.« »Du warst geheim in Förnes, Vatcr?«^ »Ja—a, ich habe dort nichts mehr zu tun, das ist es, verstehst du, und Olav besorgt den Laden allein. So bin ich hier heraufgegangen.« ».la, die Leute sind auf dem Aokcr«^ sagt Frida. »Das sind sie eben!« beginnt Henrikj »Hm?« Frida versteht nicht gleich. Der Vater sagt finster: »Nur wir smd nicht auf dem Acker, sondern stehen im Laden und wiegen — Gewürzneliken ab!« Frida hat ihn nie so verdrossen gesehen. Nummer 131 »Marlnirp:er Zeitiin?« in. Juni 1941 Seite 5. AUS STADT UND LAND Eilmarsch der Truppe in die Garnison Petlan Begeisterter Empfaits durch die Bevölkerung Am 6. Juni fand der Einmarsch der Gobirgspiioiniere in die neue Qamison Pettau statt. Die Truppe marscliierte zum Adolf-Hitler-Platz, wo sie von einer dicht gedrängten Menge erwartet wurde. Der Bürgermeister der Stadt Albert Scharner überbrachte den Soldaten den herzlichen Willkommgruß der Pettauer Bevölkerung. Er gedachte dabei der ruhmvollen Tradition der deutschen Armee und war vor allem Dolmetsch der tiefen Dankbarkeit aller Pettauer für die Befreiung. Der Standortälteste Lt. K 1 e m p dankte mit herzlichen Worten; seine Rede klang aus in ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer, das tausendfachen Widerhall in der begeisterten Menge fand. Am Abend gab die Stadtverwaltung einen Begrüßungsabend für die Wehrmacht im Deutschen Haus, der die Offiziere und Soldat^Sn mit den Bewolfliern der Stadt zu zwangloser Geselligkeit vereinte. Den Höhepunkt des Abends bildete die Ansprache des Regimentskommandeurs. Deutsche Sprachkurse Vier Kurse von je seclis Wochen Dauer Bundesführer Fg. Franz Steindl hat das Amt Volkbildung mit der Durchführung der Deutsch-Sprachkurse betraut. Es wurden alle Vorbereitungen getroffen, um dieser Arbeit den Erfolg zu sichern, An euch, ihr Untersteirer, liegt es nun, sich dieser gebotenen Gelegenheit zu be, dienen und euer Bekenntnis, das ihr durch eure Anmeldung zum Steirischen Heimat-bund abgelegt habt, dadurch zu bekräften, daß ihr unsere Sprache, die euch in den Jahren der Fremdherrschaft stets als etwas Minderwertiges und Unnützes hingestellt wurde, euch wieder zu eigen zu machen, damit ihr euch in den Reichtum und in die Schönheit des deutschen Schrifttums vertiefen könnt, aber auch eure Mitmenschen, deren Leid und Freude mitempfinden und verstehen könnt, um so teilzuhaben an allem, was uns bewegt. Die deutsche Sprache gehört zu uns, wie wir zu ihr. Ihr sollt sie nicht nur sprachlich gebrauchen können, wir wollen, daß ihr Untersteirer auch lernt, sie richtig zu schreiben und recht zu lesen, damit ihr erkennt, was sie euch erzählen wlil von unserer deutschen Heimat, ihren Bergen und Tälern, Fluren und Wäldern, von den deutschen Menschen und von dem, was sie erlebt und erlitten, erkämpft und geschaffen, gefühlt und gedacht haben. Um diese Kurse durchzuführen, stellt das Amt Volkbildung fachlich geschulte Kräfte ein, deren Aufgabe es sein wird, in möglichst kurzer Zeit (geplant sind vier Kurse von je sechs Wochen Dauer) euch in die große Well der deutschen Sprache einzuführen. Vielen wird dieser Zeitraum von 24 Wochen als sehr kurz, erscheinen, um eine Sprache zu erlernen. Und doch wird jeder Kursteilnehmer, der Willens ist, mit Eifer und Freude mitzuarbeiten, es schaffen. Die Kurse werden von Fachkräften nach der Mc, thode Walter Weber »Deutsch rasch und richtig« gehalten. Sie wurden vom Reichsamt Deutsches Volksbildungswerk im Großeinsatz in Polen und Norwegen be. stens erprobt und häben sich erfolgreich bewährt. Wie bereits gesagt, ist jeder Kurs für eine Dauer von 6 Wochen berechnet. Wöchentlich finden 2 Kursabende statt, deren Dauer auf einundeinehalbe Stunde festgesetzt wurde. Für die Kursabende kommen die Tage Montag und Donnerstag oder Dienstag und Freitag in Frage. Jedem Kursteilnehmer steht die Wahl der Kursabende frei. Die Kursgebühr wurde für den 6-wöchigen Kurs mit 2.50 Mk. festgesetzt, ein Betrag, der gewiß äußerst niedrig ist. Es soll aber kein Hindernis der Teilnahme an einem Kurs für denjenigen bestehen, der diese Summe nicht auflirin. gen kann. In diesem Falle ist bei der Anmeldung die Möglichkeit geboten, eine Ermäßigung bei entsprechendem Nachweis der Bedürftigkeit zu erhalten. Die Anmeldungen für die Deutschen Sprachkursen, und zwar für die Ortsgruppen Marburg I, II, III, IV, V und VI beginnen Mittwoch, den 11. Juni. Anmeldestelle ist die Dienststelle des Steirischen Heimatbundes — Amt Volkbildung, Kreis, führung Marburg-Stadt in der Gerichts, hofgasse 1 (Ecke Tegetthoffstraße). Die Anmeldestelle ist täglich von 8—12 und von 16—19 Uhr geöffnet. Stadtiheater Marburg Die lebhafte Kartennachfrage nach der morgen, Mittwoch um 19 Uhr 30 in Szene gellenden »Freischütz«-Aufführung zeigt das große Interesse unseres Theaterpublikums für die romantische S^)leIoper. Das Gesamtgastsoiel der Grazer Ch^er bietet auch in dieser Aufführung von K. M. V Webers »Freischütz« allerbeste Darstellungskunst. Eine Wiederholung dieser Oper kommt infolge des vorgeschrittenen Theaterspielzeit nicht mehr in Frage. »Die vier Gesellen« heißt der Titel des Lustspiels von Johst Huth, das Samstag, den 14. Juni zum erstenmal als Gastspiel des »Steirischen Landestheaters« über unsere Bühne geht. Der bisherige Erfolg dieser Spielkoraödie an vielen großen Theatern Deutschlands läßt einen recht genußreichen Abend erwarten. Arbeitsmalden In Pettau Eindrucksvolle Morgenfeier Im Deutschen Haus Am Samstag, den 7. Juni war die Stadt noch vom festlichen Einzug der Wehrmacht mit den so lange ersehnten und jetzt schon so vertrauten Fahnen des Reichs geschmückt, als die Arbeitsmaiden alle Kreise in ihren Bann zogen. Die Morgenfeier im Deutschen Hause wurde ein Erlebnis für alle Teilnehmer. Etwas ganz neues wurde uns da geboten: Getragen vom tiefen Glauben an die Ewigkeits. werte unseres Volkes, durchglüht von heiligem Feuer für Führer und Vaterland, formten die Maiden des weiblichen Arbeitsdienstes vor uns eine erhebende Feierstunde für die deutsche Mutter. Die Teilnehmer, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, standen ganz im Bann dieser Darbietung, die, obwohl völ- lig neu und ungewohnt, doch gieich den Weg zu ihrem Herzen fand. Als Abschluß gab der Politische Kommissar von Peltau-Land Pg. Fritz B a u e r »in tief schürfenden Ausführungen eine Deutung von S nn und Aufgabe des weiblichen Arbeitsdien, stes. Mit der Führerehrung und den Hymnen der Nation schloß die Kundgebung. Abends veranstalteten die .\rbeitsmai-den ein frohes Beisammensein bei Spiel und Tanz. Lebensmittelkarten für Schwerarbeiter In der morgigen Ausgabe der »Marburger Zeitung« wird eine Verlautbarung über die Zuteilung von Lebensmittelkarten für Schwerarbeiter erscheinen, denen auf Grund ihrer besonders anstrengenden Arbeit ein erhöhtes Maß von Lebensmitteln zugebilligt wird. Alle Betriebsführer der Untersteiermark haben die in ihren Betrieben bescliäftigten Schwerarbeiter listenmäßig zu erfassen und diese Listen der Außendienststellc des Gewerbeaufsichtsamtes Graz in Marburg bis zum 20. Juni vorzulegen. Die Verlautbarung enthält auch eine genaue Aufklärung darüber, wer als Schwerarbeiter anzusehen ist. ins der GescMcUe von Rimeriiad Das Schicksal der Heilquellen in zwei Jahrtausenden Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hieß Römerbad »Töplitz nächst Tüffer« oder »Tüfferer Bad Töplitz«, was sogar zu einer Verwechslung mit dem erst später entstandenen Warmbad Tüffer führte. Den Namen »Römerbad« oder »Römerquelle« hat der Ort zuerst von Dr. Math. Macher im Jahre 1826 in seinem »Leitfaden zum zweckmäßigen Bad-und Trinkgebrauch der Römerquelle nächst Tüffer« erhalten. Die zweite Auflage dieses Büchleins, das im Jahre 184() der Badearzt K. Fr. Henn in Graz besorgte, trägt bereits den Tkel »Das Römerbad nächst Tüffer in Steiermark«. Römersteine mit Inschriften, die man in der Rundhalle des Bades noch heute lesen kann, bezeugen den Bestand des alten Römerbades. In diesen Inschriften wird von Badegästen den Nymplien des Bades der Dank für Heilung und (iene-sung ausgesprochen, die ihnen die Thermen gewährten. Die Grundmauern des jetzigen Bade-Bassins (140 in'), die Einfassung der sogenainnten Römerquelle und teilweise auch die Grundmauern des Badhauses haben sich aus altrömischer Zeit bis auf den heutigen Tag erhalten. Auf Grund verschiedener Ausgrabungen ist der Schluß gestattet, daß das altrömische Bad ähnlich anderen bekannten altrömischen Thermen gut eingerichtet war und daß sich unter iinn wie gegenwärtig St. Margarethen hei Römerbad eine Dorfsiedlung befand. Die aufgefundenen Münzen tragen die Namen der römischen Kaiser Augustus. Claudius. Commodus, Ttaianus u. a. Aus der Verwüstung und Veniichtung aller Kulturwerte am Ende der sogenannten römischen Zeitperiode in unseren Ländern, und aus den schier undurchdringlichen Nebeln, die mehrere Jahrhunderte darüber liegen, erhebt sich gleichzeitig mit der Stadt Cilli erst spät auch Römerbad, und zwar in der Zeit, als die Untersteiermark politisch und kulturell m den Verband des deutsciien Staatsgebiides eingefügt wurde. Bei den Besitzverhältnissen, die in jener Zeit herrschten, war Rönverbad zweifellos Eigentum einer benachbarten Grundherrschaft. Die Grundherrschaft von Tüffer verwaltete das Bad nicht in eigener Regie, sondern verpachtete es oder vergab es als Lehen werter. Beim groLlem Erdbeben des Jahres 1201. das viele Kirchen und Burgen des Landes zerstörte, wurde auch Römerbad arg mitgenommen. Sclion im 15. Jahrhundert war das Bad nicht nur als Heilanstalt bekannt, sondern wurde auch als Sc.nmierfrisclie gerne aufgesucht. Es ist auch wahrscheinlich, daß das Bad schon damals ehie eigene Kapelle, ein kleines Kirchlein, besaß. .Auf beides darf aus einer Urkunde des Jahres 1486 geschlossen werden. In dieser Urkunde wird den Priestern der Urpfarre Tüffer auf drei Jahre die Erlaubnis erteilt, in jenen Kirchen, die von den Ungläubigen (Türken) profaniert oder verwüstet wurden, die Messe zu lesen, wobei Römerbad na-j mentlich als »balneum naturale in To-plica« angeführt wird; hier (in Römer-I bad) durften an Sonn- und Feiertagen Messen gelesen werden für udclige und I andere Gäste, die das Bad besuchten, um t sich ihre Gesundheit zu erhalten oder I sie wieder zu gewinnen Wie im Jahre I 1487 die Kirche »zu unser lieben Frauen■* ' auf dem Berg ob Tüffer von den Türken tfiMd ik fiMökötf Von Alexander Keller Eines Tages, Ende September 1936, sah der Polizist Danti in Singapore einen weißen Mann auf sich zulaufen. Danti war ein Sikh. Er stand beim Eingang zum Poloklub. Der weiße Mann war vom Botanischen Garten gekommen. Ehe der laufende Mann den Sikhposten erreichte, stürzte sich ein halbnackter Inder auf ihn. Danti sah ein krummes Messer in der Sonne funkeln. Der weiße Mann stieß einen Schrei aus und fiel. Ein zweiter Inder kam aus einer Seitengasse und stach ebenfalls auf den Weißen los. Als der Sikh den weißen Mann erreichte, war dieser tot. Die beiden Inder liefen davon ... Danti rief zwei englische Diener aus dem Garten des Poloklubs. Diese hoben den toten weißen Mann auf und trugen ihn unter einen Baum. Ein englischer Offizier, der vorbeikam, blieb stehen und sah auf den Toten. »Das ist Sir Bettisfield«, sagte der Offizier. »Ist ihm schlecht geworden? _Wann und wo?« »Hier. Vor meinen Augen Ist er erstochen worden«, entgegenete der Sikh. »Hast du, langbeiniges Vieh, es nicht verhindern können?« fragte der Offizier wütend. »Ich bin kein Vieh«, entgegnete der Sikh. Der Offizier hieb mit der Reitpeitsche dem Polizisten ins Gesicht. Dieser schlug mit seinem Gummiknüppel auf den Offizier ein. Diener und Engländer, die aus dem Klub kamen, trennten die beiden. Der Zwischenfall sprach sich herum. So erfuhr man von der Ermordung Sir Michael Bettisfields. Andernfalls wäre der Mord totgeschwiegen worden. Die Mörder flohen in den Althafen. Einige Leute sahen sie. Man nahm die Spur auf. Die Inder versteckten sich auf der Dschonke des Chinesen Taipetig. Taipeng verkaufte die Inder an die Polizei um hundert Pfund. Vor dem Polizeirichter gaben die Mörder ihre Namen an. Sie hießen Saw und Yenama. Yenama war der Sohn des früheren Radscha von Hill Tipperah, eines Staates in Indien, östlich der Gangesmündung. * Das aber ist die Vorgeschichte des Mordes an Sir Bettisfield: Im Frühjahr 1930 hatte die Regierung, in Delhi den Residenten von Dacca, einer | Stadt am Gangesdelta, nach Agartala ' geschickt. Agartala ist die Hauptstadt von t Hill Tipperah. Der Resident Major' I Threapwood wurde von Radscha Pilen-gyaw Bahadur empfangen. »Was bringst ( du?« fragte der Radscha. ] »Geld«, entgegnete der Major. »Im Süden des Landes sind große Silberminetl. Sie wurden im Jahre 1868 aus unbekannten Gründen verschüttet. Die Regierung pachtet diese Minen auf fünfzig Jahre.« »Ich verpachte die Minen nicht,« ent-gegnete der Radscha. »Sie wurden ver-•^chüttet, weil auf ihnen ein Fluch ruht.« 1 Der Major sagte: »Der Fluch sieht so | aus. Der Großvater Eurer Hoheit ließ die Minen verschütten, um den Engländern das Silber nicht liefern zu müssen. Es war nach dem großen Aufstand. Die Verhältnisse haben sich geändert.« »Für mich nicht,« entgegnete der Radscha ärgerlich. »Ich kann die Engländer nicht leiden.« . Sir Pilengyaw Bahadur lud den Major Threapwood zum Essen und zur Jagd ein. Nach der Jagd sandte er ihn mit vierzig Reitern an die Grenze. Major Tlireapwood sprach von Dacca aus mit dem britischeji Staatssekretär für Handel Robertson in Delhi. »Ich habe alles versucht«, sagte er, »um den Radscha umzustimmen. Er verpachtet nicht.« »Der Teufel soll ihn holen«, entgegnete der Staatssekretär ärgerlich. »Der Vize-könig Sir Hardings rechnete damit,..« »Senden Sie vier Bataillone Gurkhas nach Agartala«. sagte Major Threapwood. »Sie vergessen, daß Sie mit einen"! Staatssekretär der indischen Krone reden«, entgegnete Robertson. »Wir sind die Hüter des Gesetzes.« Major Threapwood legte den Hörer ab und nannte den Staatssekretär einen verlogenen Bullen. * Im Mai 1930 griffen Reiter des Rad^ schas Pilengyaw einen weißen Mann am Gumtifluß auf. Er hatte keine Erlaubnis. Hill Tippernh zu betreten. Sir brnchten ihn nach Agartala. Der weiße Mann ver- I langte, vor den Radscha gebracht zu werden. Pilengyaw Bahadur empfing ihn im Garten seines Palastes. »Wer bist du?^< fragte er. vWeißt du nicht, daß kein weißer Mann ohne meine Erlaubnis mein Land betreten darf?« »Ich wußte es,« entgegnete der Weiße. ••Ich bin Michael Bettisfield.« »Ein Engländer«, sagte der Radscha. '^Ncin, ein Iriänder«, entgegnete Bettisfield. ?>Die Iriänder sind Feinde der Engländer.« »Warum?« fragte der Radscha. ».Aus vielen Gründen«, entgegnete Bettisfield. »Die Iriänder werden am 15. Juni aufstehen und gegen England kämpfen. .Afrikaner und Inder werden mit ihnen kämpfen. Sie werden England vernichten. Willst du ihnen helfen?« »Ich habe keine Waffen«, sagte Pilengyaw Bahadur. I »Waffen gebe ich dir«, sagte Bettisfield. I »Was kosten die Waffen?« »Nichts«, entgegnete Bettisfield. ^^Gib mir hundert Mann. Ein Schiff wird in acht Tagen viele Waffen in eine Bucht bei Sudharam bringen. Deine Leute holen I sie . . .« ; Der Radscha rief seine Minister Seyid Ali Iman, Myanaung, Maubin und San-gyee. Sie beschlossen, den Vorschlag Bettisfields anzunehmen. linde Mai 1030 fuhr in der Nacht ein I Schiff in eine Bucht östlich von Sudha- Sehe 6. »jMarburger Zcitiin.?« 10. Juni 1941 Nuiinncr 131 nicder;;ebraaiK wurde, so wurde uucli Römcd>ad von ilmen im Jalire i5Jy überrannt und geplündert. Wie andere Qei>iete der Herr^ohait Tiiffer und wie die Herrschaft Tiiffer selbst ist aucii Rüroefrbad mit dem angeschlossenen Grundibesitz mit der Zeit in 'Privathände überKeffamgen. Als Inhaber des Baldes hat zu Bkijrinn des 18. Jahrhunderts ein Graf von Wilden-stein einen Teil der gegenwärtip: noch bestehenden Gebäude errichten lassen. Graf Cajetan von Wildenstein verkaufte das Bad an den Cillier Postmeister Anton OumiffK, der es im Jahre 1820 an .1. Worli'tschcKp: veräußerte. Rjne neue twche bcÄann für Römerbad um die iVlitte des 19. Jahrluinderts, als der 'Priester (iroßkaufmaim 0. A. Üblich das damals ziemlich verwahrloste Bad in seinen Besitz brachtc. Kr und seine Frau Amalla (»Amalieuquelle«) haben in der Zeit, da die Eisenbabn-strecke Cilli—^Laibach jiebaut wurde, nncii einen j^rolJzüpri.wi Plan den Grund /,mn ffCRenwärtijjen Bad ffelefft. Sic iicfkii hcrrliclie, weit ausRedehnte l^ank-anlaRcn am Hans über der Sann mit vielen ausländischen Bäumen imd Pflanzen anlegen, erbauten das neue Radehaus, crricliteten die neuen Badekabinen aus Carraramarmor, ferner die mit vier Rö-inersteiiien ffesclitnückte Ro'tmidc. das Badebassin, dann die soKcnamnte Croa-tcnwohninik'. das als hohes (ilashaus aus-srcfübrle Lese- und Salonsicbäude, den aussichtsreichen Sopliienliof, die Scliwei-zerci, die Charlottenruhe usw. Die monumentale Eispnbctonbrüüke über die Sann wurde vom Vater des jreKcnwär-tiKcn Besitzers im Jahre 1911 erbaut. Der jetziRe Inhaber vom Röiiierbad I>r. G. Uhlicli verstand es, «rollzÜKijr und plaimnälÜÄ von Jahr zu Jahr die Kuranstalt nach außen und nach innen zu vcrvollkonuunen und zn nvndcrnisieren. Jeden Besucher vom Röuicrbad wird besonders das Freibad ank'cnehtii überraschen, das, mit Thermalwasser w:clüllt, am hohen rechten Sannufer ansi:e!cs:t ist und mit dem (ienul.l des Badens und des Sonnens den Blick auf eine srüne Ber^-landschaft vereinij^t. Dr. Fr. M. Kampf dem Verderb! Die ErsparunKswirtschait stellt sowohl an die Kcweriblichen Lebensmittelbran^ chcn als auch an die Hausfrauen manche driniflichc Anforderungen. Eine dieser PordcrunKcn ist der Kampf dem Verderb. Es ist die Glicht aller, die mit Lebensmitteln zu tun haben, bei der Ver-wahrunjc. La^erunK oder EinkiilrlunK dafür Sorsre zu traj^en, daß nichts zu-^irunde dclit. Rechtzeitiger Verlbrauch Icicht verderblicher Lebensmittel ist ehi Gebot der Krieuswirtschaft. Durch Leichtsinn und Fahrlässigkeit verderben manche NalmuiKsmittel oder verlieren s;anz wesentlichen Nährwert. In dem uns aufs:ezwnngenen Krieg ist es mehr denn je notwendig, mit allen Lebensmitteln iiulkrst sparsam umzugchen. Kampf dem Vc'rderb ist ein Gebot der Stunde-! * in. Todesfälle. Im Marburger Gaukran-kenliaus verschied am 8, d. der Besitzer Vinzenz S k r o b c r aus St. Anton in den W, B. im Alter von 57 Jahren. In Mar- burg, Mühlf»assc, ist am selben Tage die 40jährjge Hafnersgattin Mathilde N e_ r a it h gestorben. Ferner starb am 9. d. in Kranichsfeld bei Marburg die 63jährige Private Leopoldme J e g 1 i t s c h, ,m. Tragischer Tod der Majorswitwe Kfevarday. Wie aus Ragusa berichtet whd, ist dort während .der Kriegsopera-tionen Frau Ida Kisvarday, die Witwe nach dem im Weltkrieg gefallenen bekannten Major des Marburger Hausregiments Nr. 47, Johann Kisvarday, auf tragische Weise ums Leben gekommen. m. »Fähnlein Narvik« der Marbiirger Deiftsciien Jugend. Das erste Marburger Fähnlein der Deutschen Jugend ist aufgebaut. Heute, am 10. Juni, dem stolzen Jahrestag des Sieges der deutschen Wehrmacht bei Na'rvi'k, erhält das Aus-bildungsfälmlein bei einer schlichten Feier seinen Namen. Der Name Narvik ist für uns alle der Inbegriff unbeugsamen Siegeswillens, der auch für die junge Mannschaft ewige Verpflichtung bedeuten muß. Die Feier, zu der alle Ma'rbur-ger eingeladen sind, findet um 20 Uhr auf dem Sophien-Platz statt. ni. Wiedereröffnung des.Zugsverkehrs. Wie aus der Anzeige im Montagblatt ersichtlich war, wurde der Zugsverkehr von Marburg wieder eröffnet. Es verkehren täglich vier Züge von und nach Graz, ein Zugspnar von und nach Haidin bzw. Pettauer Brücke, je ein Zugspaar nach Steiii'brück und Maria-Rast und drei Züge von und nach Unterdrauburg. Die Bevölkerung hat die rasche Wiedereröffnung des Verkehrs nach der peinlichen Unterbrechung durch die Zerstörungen der Bahnanlagen durch das serbische Militär sehr dankbar begrüßt. in. Trauriges Erlebnis in einem Autobus. Ein Herr fuhr, wie uns aus Cilli berichtet wird, in einem vollbesetzten Autobus der Strecke Cilli—Franz. An einer Haltestelle stieg eine alte Frau von annähernd 70 Jahren ein. Der Herr erhob sich, um der alten Frau seinen Platz zu überlassen. Ehe sie aber Gelegenheit hatte, den ihr eingeräumten Platz einzunehmen, hatte sich ein anderer »Herr«, der bis dahin im Wagen gestanden und den ganzen Vorgang zweifellos mitangesehen hatte, auf den freigewordenen Platz gesetzt. Den anfangs höflichen und später entrüsteten Einwcn_ düngen des ursprünglichen Sitzbcrechiig_ ten entgegnete der neue Nutznießer, der übrigens nach Kleidung und Gesichtsausdruck den sogenannten »initellektuellen« Kreisen angehörte, das gehe ihn gar nichts an, wer einen Platz erwischt, der sitzt, und wer keinen erwischt, de^ steht. Es gehört schon eine ser 27 KikMncter siegte Oie-chovsky (Marine.HJ) m 50.46. •: Einen neuen uiigarischen Rekord im Hindernislaufen über 3000 Meter stellte Szilagyi mit 0:32 Minuten auf. : Ungarn «iegte 3:2 in Budapest. Der zum Donau-Pokal zählende Tennisländer, kämpf zwischen Deutschland und Ungarn kam am Sonntag zum Abschluß. Ungarn siegte mit 3:2. Koch schlug zunächst Szigeti mit 6:3, 6:0, 6:1, dann trafen Henkel und Asboth aufeinander. Asboth siegte mit viel Mühe 0:7, 3:6, 7:5, 7:5. : Der erste Endkampf um den italienischen Fußballpokal schloß in Rom zwischen AS Rom und FC Venedig 3:3 (3:1) unenitschieden. : Belm Tennisturnier in Preßburg erreichten M:itic und Romanoni das Endspiel des Männeroinzels. Mitic ließ Cucelli mit 1:6, 10:8, 6:3 und Romanoni Roderich Menzel mit 6:2, 6:3 zurück. ^eitere -Du bist der erste Engländer, der nicht lijgt«, sagte er, »ich gab dir einen Mann mit. lür sollte dich niederstechen, wenn du uns verraten hättest. Sein Messer blieb trocken. Ich werde die Engländer über-lallcn und ihre Köpfe den Hunden geben.<^ :>Ich habe eine Bitte, Radscha«, ent-};i'gnete Bettisfield. »Darf ich gemeinsam mit deinen Reitern kämpfen?« ■ Du wirst unser Bruder sein«, sagte der Radscha. Er küßte Michael Bettisfield. « Am 15. Juni 1930, im Morgengrauen, ritten zehntausend Reiter des Radf?chas von Hill Tipperah über die Grenze. Ihr Führer war Yenama, der Sohn des Radschas. Vor Comillah, einer Stadt jenseits der Grenze, am Gumtifluß trennte sich Bettisfield von Yenania. Er ritt mit zwei eingeborenen Reitern in die Stadt. Hinter den ersten Häusern erschoß er die Reiter. Auf dem Hauptplatz traf er den General Bryson. »Es ist alles in Ordnung«,, sagte Bettisfield. »Wieviel Truppen haben Sie?« »Mehr als genug«, entgegnete General Bryson lachend. »Ich habe hier sieben Bataillone Gurkhas. Zwei Regimenter vom M.'ilva-Bhil-Korps marschieren auf Auartala. Drei Rcijuncnter Lancers y;ehe!i von Khaguria vor. Kann ich anreiten lassen?« * Die zehntausend Reiter Pilen^^yaw Balladur« gerieten in einen Hinterhalt. Nach dem Kampf lagen die Leichen zwei Meter hoch. Yenania und zwei Führer entkamen. Die Lancers besetzten ohne Kampf die Silberminen. Major Eoopuyt vom Malva-Phil-Korps fing den Radscha in Agartala. Sir Michael Bettisfield setzte sich auf den Sessel des Radscha und ließ Pilengyaw Bahadur vorführen. »Das ist die Folge deiner Starrküpfii;-keit«, sagte er ironisch. »Jetzt gehören die Silberminen uns.« »Du bist ein Schwein«, sagte der Radscha und spie Sir Bettisfield an. »Hängt ihn an das Tor seines Palastes«, sagte Sir Bettisfield. »Er soll nicht sagen, daß wir ihn aus seinem Haus vertreiben.« Zwei Sikhs führten den Radscha ab. Sie knüpften ihn am Tor des Palastes auf. * Am 22. Juni 1930 verlas Sir Michael Bettisfield auf dem Hauptplatz von Agartala das Dekret des Vizekönif;[s Sir John Hardings of Penshurst. Hill Tipperah vc--lor die Freiheit. Die Regierung setzte auf den Kopf des flüchtigen Yenama einen Preis von fünftausend Rupien aus... Sechs Jahre später fragte der Riclitci-in Singapnre Yenama, warum er Sir Michael Bettisfield getötet habe. »Er war ein Verräter«, entgegnete Yenama furchtlos. »Und ein Engländer.« »Dafür wirst du gehängt«^ sagte der Richter. »Der Kopfpreis von fünftausend Rupien wird dem Chinesen Taipeng zugesprochen. Ist Herr Taipeng anwesend?« Herr Taipeng war nicht im Saal. Der Sikhpolizist Danti bekam Befehl, ihn zu rufen. Er kam allein zurück. »Warum hast du Herrn Taipeng nicht gebracht?« fragt der Richtcr. »Er kann nicht kommen«, entgegnete Danti. »Man hat ihn an die Wand in seiner Kajüte genagelt. Ganz nackt.« »Wieso ganz nackt?« fragte der Richter. »Was heißt das?« »Man hat ihm vorher die Haut abgezogen«, entgegnete der Sikh, Anekdoten Liszt und die Nichtskönnerin Franz Liszt verfügte, wie so viele Berühmtheiten, über eine nie versagende Schlagfertigkeit, über eine spitze Zunge, die vor allem Musikibeflissene, die sich für talentvoller hielten, als sie in Wirklichkeit waren, oft sehr schmerzlich zu spüren bekamen. In Weimar erhielt Liszt eines Tages den Besuch einer ebenso schönen wie reichen Dame, die ihn mit der Bitte bestürmte, ihm vorspielen /u dürfen. Liszt willigte schließlich ein, nuißte aber bereits nach den ersten T()-neti erkennen, daß ilie Schöne nur eine KM'lit initt<*lmäßi,trc Befiabnn}^ war. Nach beendetem Vortrag wandle sich diese erwartungsvoll an den schweigend dasitzenden Liszt: »Ein Wort von Ihnen, lieber Meister, und das Publikum wird aufmerksam auf mich.« Ein vielsagendes Lächeln malte sieb aui Liszt's Gesicht. »Liszt (sprich: List) allein genügt nicht, um das Publikum zu bctrügcn<', gab er zur Antwort. Die rettende Antwort. Der Graf von Gramont, ein liäuflj'er Gast am Hofe Ludwig des Vier/ehnton. ließ sich dazu hinreißen, einen konigüt hen Bedienten im Garten des Palastes durchzuprügeln. Alis er noch in voller Arbeit war, sah er den König neben sich stehen und erstarrte vor Schrecken. »Was gibt es bi'er? fragte Ludwig sehr ernst Gramont fühlte, daß es um iiin geschehen wäre, wenn ilun nicht ein rettendes Witzwort einfiele. »Nichts, Sire«, erwiderte er mit erzwungener Gelassenh'.'it, »nichts, was der Aufmerksamkeit Euerer Majestät würdig wäre. Zwei Ihrer Beilien-ten 'haben Händel miteinander.« Das Urteil Ein talentloser »Schauspieler« durfte nach drängenden Bitten vor Paul Schlen-ther auf der Bühne der Wiener Bur|.jtjiea-ther auf der Bühne des Wiener Burglhea-»Nun, Herr Direktor, was haben Sie sich gedacht, als ich vor Ihnen auf lien weltbedeutenden Brettern stand?« »Daß Sie auf dem Holzwege sln(r<. erwiderte Sellien!iier und ließ den tiif ,'-gekränkten WunilerUiiaben sklieii. Nummer 131 »Mai1>urger ZeWuitg« 10. Juni 1941 Seite 7. VOLK und KULTUR Bruckner-Festtage in St Florian GRÜNDUNG EINES BAROCKMUSEUMS UND EINER ORGANISTENSCHULE UnkT der Schirmherrschaft von Gauleiter und Reichsstatthaltcr Ei gruber fanden zu Pfingsten in St. Florian drei Brucknür-Festtagc statt. Bei den Fest-lii-hkeiten wurden das Barockniuseuni und eine Brucknerausstellung eröffnet. Bei der Eröffnung im Festsaal des Linzer Landhauses teilte Gauleiter Eigrutoer mit, daß das Stift St. Florian zum Bruckner-Konservatorium und zu Deutschlands Ürganistenschule ausgestaltet werde. Der Reichsgau Oberdo-nau w.erde seinen Ehrgeiz; liarem.isi'tzen, Bruckner dem ganzen deutschen Volke zu vermitteln. Die Fest-retiü hielt Prof. Max M i l l e n k o v i c h -M (j r o I d, der bekannte Bruckner-Vor-känipfer, der ein eindrucksvolles Bild An-;ton Bruckners vermittelte. Eine besondere Überraschung aller Kunstfreunde war das .Ertönen der Bruckner-Orgel ,aus St. Florian, deren gewaltige Klänge für diese Veran'staltung' nach dem Festsaal des Landhauses übertragen wurden. Abends fand ein Chorkonzert der städtischen Chorgemeinschaft Augsburg statt. Im Stift St. Florian, vor kurzem in die Obhut des Reiehsgaues Oberdonau über- Detmold huldigt Wagners Genie Grabbes Geburtsliaus wird Gedächtnls-stätto Die »wuiidorschöiie Stadt« Lippe-Detmold steht in diesen TaKen ini Zei-clieii der Richard-Wagner-'Festwoclie, die in einer Weihestunde durch Gauleiter Alfred Meyer eröffnet und jetzt zum siebenten Mal in Detmold, dem »Vorort Bayreuths« durchgeführt wird. An der Lröffnuuiisfeier, die unter dem Nietsclie-Wort: »Für uns bedeutet Bayreuth die Mor;;enweihe des Kampfes« stand, nahm als Vertreter des Reichsmiiiisters De Goebbels Reichsdramaturg Ministerialdirektor Dr. Rainer Schlösser teil. In seiner Rede, die dem Dank und der Verpflichtung Detmolds an Bayreuth Ausdruck gab, erklärte der Gauleiter, daß Grabli€s Oeburtshaus in Detmold anjiekauft wurde und zu einer Gedächt-nisstätte uimgebaut werden wird. Außerdem sind die großzügigen Umbau-pläiie für das Lippische Landestheater entworfen und genehmigt wicrden. Das erste Fernsehtheater In der Linkstraße unweit des Potsdamer Platzes in Berlin wurde jetzt Deutschlands erstes Fernsehtheater eröffnet, das der kiinstlerischen Trappenbetreuung und Ver-wunidetenfürsorge gewidmet ist. Vitien Musikfreunden aus dem ganzen Reich iist der Bechsteinsaal inmitten der Reichshauptstadt bekannt, in dem einst Beethoven, Haydn, Mozart, Richard Wagner und andere große Tonschöpfer das Szepter führten. Er wurde neuerdings durch dii' Reichspost übernommen und in dreimonatiger, mühevoller Arbeit als Dcuti^chlands erstes Fernsehlheater eingerichtet, das zunächst der künstlerischen Truppenbetreuung und Verwundetenlür-sorge gewidmet ist. In der Hauiptsache sollen dort die üiblichen Fernsehprogramme vorgeführt werden, die über ein Kabel in der Linkistraße überfragen werden. I:.in Blick »Hinter die Kulissen« des Berliner Pernsehbetriebes mag aus diesem Anlaß allgemeinem Interesse begegnen. Bs versetzt den Laien in ein groteskes Zauberland. Da sieht man Darstellerinnen und »Balleltratten«, di'e in allen möglichen oder vielmehr unmöglichen Farben grell-bunl geschminkt sind. Man nimmt nämlich auf der Fcrnsehbühne statt des natürlichen Lippenrots in vielen Fällen — Blau. In der Fachsprache nennt man dies: sBIaubcerkucIren essen«. Und statt Rouge legen (lie Fernseh-Stars manchmal Ocker i'iuf. Selbst grasgrün geschminkte Mädchen sind in diesem merkwürdigen Milieu keine Seltenheit. Durch zahlreiche Jupiterlaniipen, die insgesamt nicht weniger als 200.000 Watt ausstrahlen, wird auf der FernsehbÜhne eine Hitze bis zu 50 Grad erzeugt. Die Schauspieler müßten unter diesen Um-sländen eigentlich ausnahmsweise in Badehosen herumlaufen, scheuen aber nicht davor zurück, sich auf Sk'er und in dickstem Winterdreß zu zeigen, wenn die Rei'^ie dies gerade so verlangt. Fast noch veiwirrender als die künstlerischen sind die technischen Eindrücke auf der Fern-'^ehbühno. Da geht es treppauf, treppab; »mzählige Leitungsdrähte versperren die enijen Durchgänge und in d'er Regiezelle sieht man an der Wand die filmische Wie- nommen, warden die ersten Säle für eine große Kunstsammlung des deutschen Barock eingerichtet. Die Sammlungen führen offiziell den Titel »Barockmuseum des Reichsgaues Oberdonau in SL Florian«. Alierdinigs enthält sie auch Kunstwerke aus anderen Epochen. Die bemerkenswerteste Erwerbung der Moderne ist der herb-'bronzene Männerkopf von Rodin, ein Entwurf zu seinem Denkmal in Calais, der von hohem Sockel auf die gegenüberhängenden Plafondskizzen Marino« und Bartolomeo Altomontes schaut, jener Meister, die den Decken des Stiftes durch ihre Architekturmalerei jene himmlische Weite gaben. In der Gemäldegalerie, die bewußt in der Form der barocken Kun'Sit-kammer beitbehalten wurde, leuchtet im letzten, schönsten Saal der Altdorferaltar auf, der in den Wiener Restaurierungswerkstätten zur ursprünglichen Leuchtkraft gebracht wurde. Untei' der Sammlung holländischer Meister befinden sich auch einige Breugelbilder. Der Südtrakt des Stiftes birgt eine mit viel Sorgfalt zusammengetragene interessante Bruckner-Ausstellung. dergaibe der Vorgänge auf der Sendebühne. Der Regisseur selbst sitzt dort am Schalttisch, um^ mit Blitzesschnelle die von verschie-den'en Kameras aufgenommenen Bilder wechseln und bald die eine, bald die andere Szenerie »auf den Sender« geben zu können. Von Zeit zu Zeit strömt künstlich erzeugte, erfrischende Kaltluft durch den Senderaum, wo den dort tätigen Männern dickc Schweißperlen auf der Stirne "Stehen. Auch hier herrscht eine Hitze wie im afrikanischen Busch. Längst hat die Fornsehtechnik ihre anfängliche Starre überwunden. Wie im Filmatelier folgen zwei und mehr Kameras auf Guinmirädern lautlos dem heiteren und ernsten Spiel. Doch auch an Farbwirkung, Gestaltung des Szenenbilde® und Beleuchtungstechnik ist heute das Fernsehen dem Film durchaus ebenbürtig. Selbst auf die Effektwirkungen, die dem Beschaucr irgendwelche Naturerscheinungen vortäuschen sollen, wird nicht verzichtet. Wer hält es z. B. für möglich, daß im Fernsehbild auftauchende, wallende Nebel-schwaden in Wirklichkeit nichts weiter als harmloser Rauch aus einer gewöhnlichen Tabakspfeife ist? Diese und viele andere Wunder der Technik werden sieh unseren waokeren Soldaten künftig im Bechsteinsaal zu Berlin darbieten. * + Ferdinand Marian, der in dem derzeit in Marburg laufenden Film den Juden SüB spielt, hat mit der Bavaria-Fiilmkunst einen Jahresvertrajj abgeschlossen. H- Sommerspielzelt in L*nz. lluk'o Ernst R u c k c r, der erste Operetten tenor des Zentraltheaters Dresden, wurde für die Sommerspielzeit des Lin-zer Landestheaters als Gast für den Ba-rinkay im »Zigeunerbaron« verpflichtet. + Fritz KUmsch-Ausstelluns in Wä©n. Der Wiener Künstierbund bringt ni seinem Ausstellungshaus als Auftakt einer Reihe vom AusstellGuter Verdienst« a. d. 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Anträge unter »Reisender« a. d. Verw. 3400-7 Junges Mädchen sucht Stelle für alles in der Stadt. Adresse Verwaltung. 3462-7 Offene Stäteu Erstklassiger Großstückarbeiter, der selbständig arbeiten kann, gesucht. Kren, Po-hcrsch, l-raustaudnerstraße 18. 3463-8 Kassierin mit schöner Handschrift, gute Rechnerin, mit Buchhaltungskurs, wird aufgenommen. Angebote an die Verwaltung des Blattes unter »Kassierin«. 3464-8 Geübter Kassier für größeres Unternehmen u. weibl. Kanz-Icikraft (Anfängerin) für sofort gesucht. Antr, unter »In-,dustrie« a. d. Verwaltung. 3465-8 HilttfiSMkdfMfii Witwe, alleinstehend, 42 Jahre alt, mit Wohnung, wünscht Herrn in Stellung kennen zu lernen. Kind kein Hindernis. Anträge unter »Marburgerin« a. d. Verw. 3466-101 Steirischer Heimalbund Kreisffllinino Marboro-Stadt, Amt VoiKbiiduno Denlstke Sprachkurse Unterstcirer, meldet Euch zum Bcsucii der Deutschen Sprachkurse Anmeldungen in der Geschäftsstelle des Amtes Vol'kibildung, Kreisführung Marburg-Stadt, Gerich tshofgasse 1, Ecke Tegctthoffstraße, für die Ortsgruppen I, H, III, IV, V und VI ab M. Juni täglich von 8—12 und 16—19 Uhr. UekttHoäUssUuuioä-Hokwäe s atrSigefflfhTt von efinem Musik-korps der Wehimacht. Im Moin®t Jtwii jeden Mittwoch wn'd Samstag von 18 bis 19 Öhr und jeden S^nit-tag voai 11 bis 12 Uhr im Marburgor Stadtpark. Die Vortragsfolge wird jeweils in diesem Blatte im Nachrichtenteil beikairntgegeben. Sport aoch für Dich! hl der Sportgemelnsclialt Marburg Auskünfte in der Geschäftsstelle des Amtes Volkbildung, Niailburg, Gerichtshofgasse 1, Ecke Tegetthoffstraße. Anmeldungen dort-selbst täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr. 3468 Unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante, Fräulein Leopoldine leililsch hat uns Montag, den 9. Juni 1941 nach langem schweren Leiden für immer verlassen. Die Beisetzung der lieben Dahinges'chiede-nen findet am II. Juni 1941 um 9.30 Uhr vom Trauerhause in Kranichsfeld aus auf den Ortstriedhof in Schleinitz statt. K r a n i c h s f el d, 9. Juni 1941, Familien Jegiitsch, Kottnig, Tropp und alle übrigen Verwandten. 343 i Deutsclie Reichsbahn - Der Vorstand des Reichsbahnbetriebsaintes Marbarg^/Dr liest die Marburg/Dr., 9. Juni 1941 Amtliche Verlautbarung. in der Zeit vom 10. Juni 1941 bis lö. Juni 1941 werden die Züge 88iJ, S8:f4 an Riidkersbiirg 6'47 bzw. 18'3vS und die Züge 8813 und 88?7 ab Kadkcrsburg ()'57, bzw. 18'50 nur bis und ab Ober-Radkcrsburg gefülint. Wälirund dieser Zeit wird die KOB von und zu diesen Zügen in der Strecke Radkersburg— Ober-Radkersburg einen Autobus-Verkeiir einrichten. 3467 Bekanntmachung. Der Politische Kommissar für Marburg-rechtes Drauuier macht nochmals darauf anfmerksam, daß die freien oder freiwerdende'n Wohnungen uiid Geschäftsräume in den Gemeinden des Amtsbezirkes Marburg-rechtes Drauufer sofort den zuständigen Anitsbürgermeistern anzumelden sind. Die Hausbesitzer und Hausverwalter sind für die strenge Kinlialtung verantwortlich. In kcinetn Falle darf die Vennietuing möblierter oder unmöblierter Wohnungen und Geschäftsräume ohne Wissen des zuständigen Bürgermeisters stattfinden. Zuwiderhandlungen werden strengstens bestraft. 3476 AiUqd SteUv.crtrelciider HaußtsclirilWciter U.do Kasper — Dxuck der „Marbur^jcr Druckerci"