Schriftleitnia: Rathausqaffe Nr 5 tflfPÄOE Rt. *1, »atmiitaii. € TcAfianic TiigNch (mit aalnata! Oft Sonn- a. fititx-tost Ml 11—lHttr Vgrai. ^o«»'(IikA<« merkn ittchl !■ rUtfacgdK-ii. namtnlsfc ifc»-»»«««n m»l bfiutffiattjl. Hnlflnttgnnge« in»«! die (VttDoltuufi gtjtn lB«t4«una bn billig« (rfl-jrfuattn iSrMHjtcn entgrgra. — Sri Bitbtt$0laiiä«j| #TtH-Baitlak. ti« .t'intffc nldion! jede» JKittit odt u»d €amnng »den»«. *«HtWtT«Hei>-*oit!» SO «9«. Verwaltung: RathauSgasse Nr. 5 Irinnen Nr. »I. Int«racba>. vezozsbtdingunztn Durch die V»N »q«q«»' IPierteltibrifl ...»»» ÄklMSfitt« . ... % « 40 (»oiqj ijnj . . , .1 ir*» ßür 5(1 [i mit Zvftell»», (■t £au« ! MooaUich . ... K l'lt VI-Nelj»»>i, ...Kl— H«IdiiitzN> . • • K !•— «amj*iirtg . . . . K 1*.— «Ulf Kutlarb entzÄ,«» Ach »I« V«j»g»iiediihre>i»« di« 6öfe**en Umgeleitete lbMi ro«it« eilte» tit jut » dcftell»»». Ar. 77 Hissi, Samstag» 25 September 1909. 34 Jahrgang. Windischer Jesuitismus. Am 19. d. M. war eS ein Jahr her, seit den blutigen Vorfällen in Laibach, bei denen sich die Slowenen im wütendsten Deutschenhasse ergingen, so daß die bewaffnete Macht zum Schutze des an Gut und Leben bedrohten Deutsch» tumeS ousrücken mußte. Die in Laibach Herr« schende liberale slowenische Partei, an deren Spitze d«r samose Herr Hribar steht, zeigte nicht übel Lust, den Gedenktag zu einer Wieder-holung der Exzesse gegen die Teutschen zu machen. Die Vorbereitungen hiezu waren schon getroffen. Gerade für den Jahrestag hatte man einen Kongreß der slawrschradikalen Studenten-schaft nach Laibach einberufen. DaS sind aber gerade die richtigen Leute, die man für Exzesse braucht. ES ist trotzdem zu nichts gekommen, dank vor al!wCtiC Deutsche Wacht Nummer 77 dete sich vielmehr eiu gemeinsamer Aktionsausschuß, der dir Anordnung für die Begräbnisse der Opfer der Unruhen und für die Sammlung zugunsten der Verletzten traf und eine einheit-liche Schreibweise der beiden Parteiblätter „Slo-wenec" und „Slowenski Narod" im Sinne der „Emanzipation", worunter der Boykott der deutschen Handels- und Gewerbewelt ver-standen wurde, veranlaßte. — An Radikalismus blieb das Organ der klerikalen Partei nur um wenige Schattenstriche hinter seinem liberalen Kollegen zurück. Als dann die Frage der Ab-schaffung der zweisprachigen Straßentafeln wie-der auf die Tagesordnung kam, änderte der Landesausschuß, in dem du' slowenische Volks» partei die Mehrheit hatte, seine frühere Haltung, und so konnte der Laibachcr Äemeindcrat mit seiner Maßregel durchdnngen Da infolge eines alten Regierungserlasies die OrtSousschriften auf dem Lande aber zweisprachig sind, hat dann der Landesausschuß in einer geharnischten Eingabe die Regierung zur Aufhebung dieses Er-lasseS ausgesordert. Alle Ankündigungen des Landesausschusses auf den der Landschaft gehö-rigen Gebäuden sind rein slowenisch. Und der L-ndeSauSschuß Dr. Lampe konnte sich in einer Versammlung der langen Reihe der Ersolge rühmen, die der Landesausschuß in nationaler Beziehung auszuweisen hat. Diese und die neuerdings im LandeS-schulrate gegen daS deutsche Schulwesen unter-nommenen Botstöße — der letzte ging dahin, künftig an den deutschen Mittelschulen KrainS jedwede Anstellung deutscher Supplenten zu ver-hindern — beweisen also deutlich, daß die slo-venischklerikale Partei in nationaler Beziehung keineswegs duldsam ist, sondern eS überall gleich den Liberalen auf die möglichste Schwächung des Deutschtums abgesehen hat. Es wäre daher gänzlich verfehlt, ans der von den Organen dieser Partei ausgegebenen Losung, den JahreS-tag der September-Exzesse ohne blutige Auftritte zu begehen, folgern zn wollen, daß die Partei etwa eine Läuterung zu einer deutschfreundlichen Richtung durchgemacht habe. Wenn sich die Partei gegen eine von den Slowenisch-Liberalen zeplante Wiederholung der Exzesse — die ja chließlich auch zwecklos gewesen wäre, weil das, was man im Vorjahre damit gewollt hatte, die Einsprachigkeit des Straßenbildes damit erreicht worden ist — wendete, so geschah es lediglich im eigenen Porteiinteresse, da aus neuerlichen Unruhen nur die im Niedergänge befindliche Hribarpartei hätte gewinnen können. Man hüte sich also davor, daS rein taktische Borgehen der slowenischen Klerikalen falsch einzuschätzen, denn ie Partei dcS Dr. Schusterfchitz ist dem Deutsch-tun, nicht weniqer gefährlich als die des Doktor Hridar. _ Ein SokolülierfaU aul drnlsche Turner. Am Schlüsse der Landtagssitzung vom 22. dS. wurde folgende Anfrage der Äbg. Stallner und Genossen an den Statthalter verlesen: Bei der Rückreise von dem am >2. September 1909 in Hrastnigg stattaesnndenen Schnlfeste und Gründungsfeste des deutschen Turnvereines wurden die Mitglieder des deutschen Turnvereines von Rann durch Sokolisten auf die gröblichste Weise angegriffen. Der Zug in welchem die deutschen Turner suhreu, wurde mit Steinen beworsen; die deutschen Festgäsle wurden ganz grundlos von Sokolisten beschimpft und ange-spuckt. Durch die Gewalttätigkeiten der offenbar auf-gehetzten Massen wurden nicht nur die deutschen Turner, sondern auch alle übrigen Fahrgäste auf das höchste gesährdet, so wurde unter anderem ein ungarischer Staatsbahnrevisor und ein Gendarmerie Wachtmeister durch Steinwürfe getroffen und mnßte sich der letztgenannte infolgedessen in das Spital nach Cilli begeben Das planmäßige Vorgehen bei diesen Angriffen seitens der Sokolisten schließt jeden Zweisel aus, daß es sich um einen aus nationaler Gehässigkeit unter-nommenen wohlvorbereiteten Uebersall auf Deutsche siej nicht noch einmal erleben, diese Nacht . . . Aber am Morgen stand mein Entschluß sest. Die Züge waren überfüllt, sonst wär' ich schon früher dagewesen. Ja. Kraul, ich will, ich muß berühmt wer-den! Und da ich mit fünfunddreißig Jahren noch immer ein unbekannter Schriftsteller bin, so wird es aus diese Art geschehen müssen. In dem Bewußt-sein, daß man jetzt meine Bücher lesen wird, kann ich ruhig sterben." „Wer spricht vom Sterben, Wols? Wir wer-den fröhlich zurückkehren: du sollst aus der Gondel steigen und dich berühmt finden. Vorläufig aber freue dich dieser reinen Lust, so was haben deine Lungen noch nie zu kosten gekriegt." „Ich weiß, daß wir nicht zurückkehren werden. Ich wenigstens sehe Berlin nie wieder." „ Du denkst an Severo und an alle seine Bor-gänger? Das waren halt Opfer des Fortschrittes — heute bist an Bord meines „Kaul" sicherer als im Kurierzug Paris—Konstantinopel." „Und Andree? Kehrte der wieder?" „Du närrischer Kerl, damals war ja das Problem der Lenkbarkeit noch nicht gelöst." Es muß aber noch andere Lustschifscr gebe», die aus Nimmerwiedersehen verschwunden sind." „Nicht daß ich wüßte. Doch halt! Da erinnere ich mich eines Falles, bei dem eS sich allerdings um ein sehr großes Wagnis gehandelt hat, um ein Unterfangen, vor dem ich heute noch zurückschrecken würde. Erinnerst du dich des Namens Pjekny?" „Du weißt, ich lese in den Blättern nur die Theaterkritiken uud alleusallS die Rubrik: „Aus dem Reiche der Kunst". „Also: Der böhmisch-amerikanische Lustschiffer Ebenezer Pjekny machte vor einigen Jahren den kühnen Versuch, im Ballon den Atlantischen Ozean zu überstiegen. Er stieg von Neusundland auf und hoffte nach einigen Tagen an der irischen Küste zu landen. Man hat nie mehr etwas vou ihm gehört. Einige Wochen später wurde die Gondel seines Ballons — der übrigens die veralte'.e Globussorm hatte und mit recht unvollkommenen Lenk- und Steuervorrichtungen versehen gewesen war — auf offener See von einem Dampfer bemerkt und ausgefischt. Die Taue waren durchschnitten. Was aus dem Gasball und dem kühnen Luftiahren selbst geworden ist. darüber schweigt die Geschichte . . . Doch das ist alles bald schon nicht mehr wahr. Komm, stärke dich ein wenig, und dann gewöhne dich an den Niederblick... Sieh' diese schimmernde Fläche ist der Uckersee. Wie schön ihn die fruchtbare Landschaft einsaßt." Wolf war ganz ruhig geworden. Er betrachtete mit einem Entzücken, das sich schwer verhehlen ließ, die deutsche FrühlingSerde, die aus unendlicher Tiese zu ihm herauszuduften schien. „Wir werden in eine höhere Luftschicht aus-steigen müssen," bemerkte Athanasius nach einer Weile. „Der Wind schlägt immer mehr nach Osten um. Ich aber möchte unsern Benzinvorrat nicht allzu leichtsinnig verwirtschaften. Vielleicht finden wir ein paar tausend Meter höher eine Strömung, die uns günstiger ist." „Du willst höher hinaus. . . weg von der Erde?" stotterte Wolf Gilmar mit erbleichenden Lippen. „Siehst du da im Norden die graue Dunst-wand ? An der Ostsee und über ihr scheint es schlechtes Wetter zu geben. Wir müssen über diese grauliche Wolkenmasse hinweg . . . Nun, beruhige dich. Wols, du kehrst schon wieder zu deiner geliebten Erde zurück." „Jawohl, ich kehre zur Erde zurück." murmelte Gilmar mit dumpfem zärtlichem Ausdruck vor sich hin. Der Luftfahrer hörte ihn nicht. Seine Hände bedienten den Steuerapparat. Der Ballon hob seinen Borderteil, als wolle er sich auf die Fußspitzen stellen. Er stieg aus, mit dem Kopse voran, wie ein Karpfen, der an der Oberfläche des Teiches einen guten Bissen schwimmen sieht. Entsetzt packte Gilmar mit beiden Händen die Reling und klammerte fiel! daran fest. Der Boden hatte sich unter seinen Füße, zur schiefen Ebene gewandelt; ihm war totenübe geworden. Inzwischen schoß der „Kraul" in schräger Richtung pfeilschnell nach oben; endlich nahm er wieder eine wagrechte Stellung an. Ohne daß handelt. Es wird allerdings versucht, de» Sachver »alt zu verdreht« und die Schuld an dem Uebersall den deutschen Turnern zuzuschieben. Allen diesen Entstellungen und Verdrehungen kann offenbar nur durch eine strenge unparteiische Untersuchung ent-gegengetreten werden, die auch deshalb dringend geboten erscheint, um ähnlichen Vorkommnisien in Zukunft vorzubeugen Die Gesertigten erlauben sich daher an den Herrn Statthalter die Anfrage zu stellen: 1. Ist dem Herrn Statthalterderam 12. d. durch Sokolisten aus deutsche Turner unternommene Uebersall bekannt? 2. Ist er geneigt, zu veranlassen, daß eine strenge Untersuchung eingeleitet und die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden? 3. Was gedenkt er zu veraulaffen, damit künftighin derartige, eines KulmrstaateS unwürdige Vorkomm nisse hmtangehalten und tätliche Angriffe auf Harm lose deutsche Festgäste verhindert werden ? Nach Verlesung dieser Anfrage ruft Abg. Dr Benkovic: Das Gegenteil ist wahr! Abg. Franz: Das ist ja nur eine natürliche Kulturäußerung der Slowenen! Abg. Wastian: Den Namen Benkovic kennt man schon. _ Stririscher Aiiidlug. (4. Sitzung. — 22. September.) In dieser Sitzung wurden folgende Berichte des LandeSauSschusieS aufgelegt: Betreffend die Er höhung des für den Bau der Lungitzer Bezirksstraße zweiter Klasse aus LaudeSmitteln flichiggestellten Beitrages: betreffend der Systemisierung einer Kon zipistenstelle in der neunten Rangsklaffe, im statisti schen LandeSamte; ferner in Perjonalangelegenheiten und über Petitionen. Auch die in der gestrigen Sitzung verlesenen Anträge wurden heute bereits im Drucke vorgelegt. Der Vorsitzende Gras E. Attems verliest eine Reihe von Petitionen, die nach seinem Anträge den zuständigen Ausschüssen zugewiesen werden. Vom Kreisgerichte L i l l i ist eine Zuschrift eingelangt, wonach gegen Dr. Kukooec (lib. Slow.) daS Strafverfahren eingeleitet werden soll und um dessen Auslieferung ersucht wird. Das Begehren wird dem Ausschüsse für Gemeindeangelegenheiten zugewiesen. Ballast ausgeworfen wuroe, allein durch die Kraft des Steuers, war daS Luftschiff um mehrere tausend Meter höher gestiegen. Hier herrschte eine empfindliche Kälte. Dennoch fühlte sich Gilmar etwas weniger unwohl. Die außerordentlich reine und frische Luft gab ihm neue Kräfte. Er wagte es, über Bord zu schauen: unter sich sah er eine wallende weißgraue Nebelmasse, aus der ein ungeheuerlicher Walfisch in rasender Eile hinzugleiten schien. „Wa ist das?" fragte er, noch immer etwas wirre im Kopfe. „Ein Walfisch in der Ostsee?" „Das ist noch nicht die Ostsee?" Das sind Wolken. Und der blauschwarze Fisch unten ist nur der Schatten unseres „Kraul". Du siehst, er schwimmt so rasch, als wir fliegen." „Wo sind wir denn also?" „Jetzt gerade überm Haff. Uebrigens bin ich mit dem Winde noch immer nicht recht zufrieden. Wir kommen zu weit nach links und ich wollte doch in Stockholm landen. Man erwartet mich dort." „Noch höher steigen? Ich bitte dich, tu das nicht. Kraul! Ich flehe dich an. bei unserer Freundschaft flehe ich dich an. Athanasius! Ich habe vergangene Nacht einen so fürchterlichen Traum gehabt. Zwei riesige schwarze Vögel mit glühenden Augen stürzten sich auf mich. Gott! Da sind sie schon ... da sind sie schon!" Der Luftschiffer blickte aus und ... er wäre selbst beinahe zusammengefahren. Vor dem hellen Wolkendunste schwebten, in scharfen Umrissen hin-gezeichnet, zwei gewaltige dnnkle Vögel, die der lichte Hintergrund viel größer und schwärzer er scheinen ließ, als sie in Wirklichkeit waren. „Ein merkwürdig Zusall, gewiß, Wolf. Aber du hast nichts zu fürchten. Es sind Seeadler. Gos aare oder Gänseadler nennt sie das Volk, dieser Name hat doch gewiß nichts Dämonisches! Sie horsten noch aus den Klippen der Insel Wollin, und der Oststurm wird dies Pärchen beflügelt haben, so daß es uns hier einen AnstandSbesuch ab-statten will." „Sie kommen auf unS zu l Sie werden die Ballonhülle zerreißen!" MM. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. Z»o»«tafts0eilage bet „Peatftfrn Wacht'' in ßisst. Er. 39 .Die ©flbmart" erscheint jeden Eonntaq als unentqeltliche Beilage für die Leser der .Teutschen Wacht". — Eimeln ist „Die Südmart" nicht käuflich. 1909 Aus meinrr Jestuugszeit. Bon Fritz Reuter, vuZ dem Plaltdeulschen überseht von 91. Grund. 6. AollsttzUNg, Herr D . . . . mann kam wieder. Auch er hatt? nichts bei mir zn tun. „Na, wie geht eS?" „Oh, recht gut." „Der Tabak schmeckt Ihnen wohl?" ..Ja, sehr gut." „Na, weil Sie ein smmdlicher Herr sind, so probieren wir ihn einmal." Herr D . . . . mann stopfte sich seine Pseise: „Schön, wirklich gut." „Na, dann nehmen Sie sich ein Pfund mit," sagte ich. „Nein, daS geht nicht. Eine Pseise, das geht wohl, aber ein ganzes Pfund! Das wäre gegen meine Amis-würbe, das kann ich nicht tun. Hm, was Sie von mir denken." — Als Herr D ... . mann ans meiner Zelle schritt hatte er das Pfund Tabak unter seinem Arm und ich dachte etwas von ihm. Nächsten Tag wurden Sträflinge nach dem Hof kommandiert um dort einen Weg in den Schnee zu schaufeln, damit sich meine Kameraden wieder im Freien ergehen könnten. Alle Insassen eines Stockwerkes kamen täglich eine Stunde in die frische Luft. Die Bewohner meines Korridors machten den Anfang. Ich war diesmal noch ausgeschlossen, da ich «och keine Erlaubnis dazu hatte. Dafür verschaffte ich mir Ersatz, indem ich meinen improvisierten AnSgnck erkletterte und mir die promenierenden Leidensgenossen von meinem Fensterloch aus ansah. Dich« unter meinem Taubenschlagloch stellte sich ein Paar ans. In einem der Gefangenen erkannte ich sofort einen alten Bekannten ans Jena. Sie fochten fcherzweise mit kleinen dünnen Stäben, wie mir eS einstens in Jena auf dem Markt gemacht haben — allerdings mit Eisen. Bei jedem Stoß flüsterten sie mir verstohlen einige Worte zu: „Rechts vo» dir sitzen wir zwei, links sitzt Gr .. ." — der mich bei meiner Anknnft bereits begrüßt hat, — „der erste Kommandant Gras H . . . ist der erste Menschenschinder, der zweite Kommandant Oberst von A ... hat zwar guten Willen, ist jedoch machtlos, da es der erste Kommandant, ein ehemaliger Spiel-genösse des Königs, es für seine Schuldigkeit hält nnS persönlich nach Möglichkeit zu schikanieren. Der Platz-major kann mich nichts machen. Der Inspektor ist ein guter Mann, er lebt jedoch ewig in Angst, einerseits vor dem ersten Kommandanten, anderseits vor dem Schließer H . . . mann. Dieser aber ist der Heuchler und Znbringer nach oben hin und der Schlechteste von Allen. Der Gefängnisdiener K. betrügt un« nnd muß tun was wir wollen. Aber D . . . . mann sitzt ihm fortwährend im Nacken, deshalb kann er nichts für uns tun. Hüte dich also vor diesem D ... . mann. Er ist eine miserable schuftige Natur und würde sich sicher bestechen lassen, wenn wir ihm einen hohen Preis bieten könnte»; aber wir haben nichts nnd deshalb können wir ihm nicht an den Leib." Diese Nachrichten flüsterten sie mir stückweise zu. Mein alter Freund Gr. ging an meinem Fensterloch vorbei, mir heimlich zuflüsternd: „Ein Messer kannst du von mir haben." Dieses Angebot freute mich, denn Messer und Gabel wurden uns, wie in einem Unter' suchnngSgesängnis, nach jeder Mahlzeit weggenommen und ich habe wieder zu meinem alten Mittel greisen müssen nnd habe den Stiel meines Eßlöffels anf einer Seite scharf gescheuert um mir ein Stück Brot notdürftig abschneiden zn können. Aber was sollte die Warnung vor D .... mann mit der Begründung, er nimmt nichts von nns an?" Der Kerl hat ja von mir ein Psuud Tabak angenommen. — Na die Zeit wird es ja lehren. Am Nachmittag kam der Inspektor in meine Zelle und machte mir die Mitteilung, daß ich mich eine * Stunde lang im Hos ergehen könnte. Die Erlaubnis vom Kommandanten wäre zwar noch nicht eingetroffen, aber er nehme die Verantwortung aus sich, denn an die srische Luft müßte ich doch. — Ich nahm dies« Erlaubnis mit Freude entgegen. Auf dem Hofe bemerkte ich, daß mittlerweile Tauwetter eingetreten war und der Schnee sich ballen ließ. Um mir eine gute Motion zu machen, wälzte ich große Schneeballen zusammen und setzte sie aufeinauder bis eine Art Postament fertig war. Dann nahm ich einen recht schönen weißen Schnee-klumpen, fing ihn an zu kneten und zu formen bis er eine Aehnlichkeit mit einer Büste hatte und als ich mein Machwerk näher, betrachtete entdeckte ich in ihr die Züge des alten guten Dr. Martin Luther. Ich machte ihm rasch noch etwas dickere Backen, stumpfte seine Nase etwas ab — und da stand er wie er geleibt und gelebt. ES war kein Kunstwerk, aber als darnach der Wärter K . um mir eine Schmeichelei zu sagen, bemerkte, daß eS jeder sofort erkennen kann, daß meine Figur eine ManneSperson und kein Weibsbild darstelle, freute ich mich doch. Ich hätte diese meine künstlerische Betätigung nicht erzählt, wenn sie für mich nicht eine gute Folge gehabt hätte. Der Platzmajor kam gleich nach meiner Frei-stunde und sah meinen Dr. Luther aus dem Hose stehen. Er war von meiner Kunst derart eingenommen, daß er sofort meine Zelle ausschließen ließ und mich frug ob ich meine Zeichenutensilie» haben möchte. Ich sagte natürlich ja; er versprach mir diese zn besorgen nnd ich bekam sie tatsächlich. 8. Kapitel. Einige Tage daranf hörte ich, daß bei meinem Nachbar Gr . . . ausgeschlossen wurde. DieS geschah gewöhnlich zur bestimmten Zeit um die Reinigung der Zellen und daS Wechseln de» Wassers vorzunehmen. Ich klopfte an die Tür und D...manu schloß auf obwohl der Gefängniswärter bei meinem Freund noch nicht fertig war. Ich ging hienanS und konnte mit Gr . . . noch einige Worte wechseln bis ihn D . . . mann in sein Loch wies. Ich schlüpfte in meines nnd setzte mich ohne weiters auf mein Bett. D . . . mann rief mich hinaus — ich aber rührte mich uicht sonder» meinte, er könnte mich ja auch bis gegen neun Uhr bei meinem Freund sitzen lassen, dann käme er ja ohnehin nm die Zellen zu schließen. — Nein, sagte er, das könne er nicht, daS wäre gegen die Hausordnung, der Inspektor könnte komme», und dieser passe ihm ohnehin schon ans. — Ich hingegen meinte, daß der Inspektor heute sicher nicht kommen würde und daß ich auch zu einen Gefallen gern bereit bin. Dabel deutete ich, natürlich ohne Absicht, ein biSche» verständlich nach meinem Tabaksvorrat hin nnd was war das Ende vom Lied?—HerrD... man» schloß mich mit meinem Freund Gr . . . zusammen. Da saßen wir nun nnd erzählten nnS von alten und nennt Zeiten. Gr . . . gab mir ein Messer und einige andere Kleinigkeiten die er missen konnte. Zn Ende beschlossen wir, bei der Kommandatur bittend einzukommen, nns zusammen wohnen zu lassen. Fast alle Leideusgenossen wohnten zn zweien, auch uns müßte es glücken.' Aber warnm erzähle ich solche Kleinigkeiten? — Darum nm nachzuweisen, daß mein Tabak die ganze schöne, in allen »anten so festgesügte Hausordnung umwerfen konnte. — Der Gefängniswärter hatte ge-sehen daß sich D . . . mann geg:n die Bestimmungen des Grasen H. . arg versündigt hat. Er könnte dies nun dem Inspektor erzählen, dieser hatte nun seinerseits den Schließer D . . . mann in den Fingern und ist aus diese Weise vor ihm und feinen Denunziationen geschützt. Kurz, die ganze, auf gegenseitige Furcht uud Niederträchtigkeit der Beamten ansgebante Aufrechterhaltung der scharfen Anordnungen des Grafen H ... siel durch ei» Pfund Tabak. Und dies fraß mit der Zeit so ein, daß ich. als »och lange kein Jahr verflossen war, die Schlüssel ans dem Dienstzimmer des Inspektors holen nnd sämtliche Zellen aufschließen durste. Trotzdem kam nichts Ungerechtes vor nnd in vier Jahren ist bei der Kommandatur keine einzige Klage über die zwanzig bis vierzig jungen Leute ein» gelaufen, zum großen Aerger des ersten Kommandanten, der bei einer öffentlichen Parade wütend zum Jnspek-tor gesagt habe» soll: Wieder nichts zn melden?" — Melden sie was und ich werd« den Leuten zeigen wie man mit Hochverrätern umgehen mnß." — Uud alle jene Erbärmlichkeiten mit denen wir geschuhriegelt wurden, wäre« kein Pfund Tabak wert. Hier wird nun mancher sragen, ob es von mir recht und mit der christlichen Mord vereinbar war. daß ich die Beamten vom Wege ihrer Pflicht ableitete indem ich sie bestach? Darauf möchte ich antworten: ich habe es oft gelesen und auch ans dem Munde sehr frommer Leute gehört, daß die Handlungen jener Leute die die obersten Spitzen der menschlichen Gesellschaft ausmachen, nicht mit dem Maße der christlichen Moral gemessen werden. Warum wollte man nun die Handlungen jener, die die untersten Spitzen bilden, und zn diesen gehören sicherlich die Gesängen«», mit diesem Maße messen. Aller Welt Hand war gegen uns und wenn wir nicht uutkrgehen sollten, mußten wir uns ivehren. Und gegen wem? — Gegen so einen Uerl, dessen christlich« Moral nicht ei» Psnnd Tabak wert war nnd den wir nächstens sogar b«im Tabakstehlen ertappten. 3 Nun wehre sich aber einer mit seiner christlichen Moral gegen eine» Menschen, der vor Wut bersten möchte, daß er junge Leute, die mit übermenschlicher Geduld Jahre lang Alles getragen haben und zu keiner Klage Anlaß gegeben haben, nicht noch schärjcr anfassen uud 'der zu den ohnehin schweren gedruckten Bestim-inungen für die Untersuchungshästlinge noch strengere ausfindig machte, sie niederschreiben und neben den ge-druckten in die Zellen hängen ließ. — Nun wehre sich mal einer gegen eine solche Kannaille von Kerl, der die gemeinsamsten Niederträchtigkeiten ausbrütet nm das jammervolle Leben eines Gefangenen noch jammervoller zu machen. Und was tat denn Preußen für unsere christliche Moral? — ES galt schon damals die gesetzliche Be-stimmnng, daß jeder von uns Sonntags den Gottes-dienst besuchen sollte uud wo ich bisher war, in Silber-berg, konnten wir auch ungehindert in die Kirche gehen — aber hier? — Was Dieben, Räubern und Mör-dern gestattet war, wurde lins versagt und vier Jahre hat keiner von uns weder einen Gottesdienst noch eine» Pastor gesehen. Ausgenommen davon waren die Ge-fangenen katholischer Kvnseffion. Denn daS eine muß ich den katholischen Priester F . . nachsagen: waS sie ihm auch auf der Kommandatur für Steine in deu Weg sehten, er wußte sie alle hinwegzuräumen, bis er allwöchentlich seine Schäflein besuchen konnte. Aber die evangelischen Priester? I, Gott bewahre, so etwas fiel ihnen gar nicht ein. — Als wir uns znletzt mit größter Dringlichkeit an die Kommandatur wandten nnd um Gottesdienst baten, kam so ein Unglückswurm von Pastor auf den Hof, — wir hatten gerade Frei-stunde — und offenbarte uns, daß er von der Kom-mandntur wegen des erbetenen Gottesdienstes komme, daß er aber keine Zeit und zuviel andere Geschäfte hätte, er aber sein Bestes tun, und zusehen wolle ob er uns nicht auf dem Hausboden — das war der Wäscheboden, aus welchem die Unterhosen nnd Hemden der Kriminalgefangenen zum Trockne» hingen. — eine Homilia lesen wird können. — Darauf antworteten wir, daß wir bedauern, wenn er keine Zeit hätte; wenn aber seine Homilia mit dem Waschboden als Kirche übereinstimmen sollte, so bedanken wir uns sür seine wässerige Predigt und würden davon keinen Ge-brauch machen. Diese Antwort schien ihn zu freuen und er ging. Mittlerweile bin ich bei der Kommandatur um Erlaubnis eingekommen, mit meinem Frennd Gr . . znfammenziehen zu dürfen und sie ward uns gegeben. Freudig siedelte ich zu meinem Gr . . nnd eS begann sofort ein hastiges Fragen und Antworteil, als wäre am nächsten Tage keine Zeit mehr dazu. Wir frugen und erzählten. Aber jede Antwort war traurig, seine stetS trauriger als nieine. Hier in Magdeburg war es ihm am schlimmsten gegangen. Acht uns rer Kameraden ivären angenblicklich im Lazareth. aber krank waren sie alle. Aber für alle war der Raum im Lazareth zu klein, daher wurde abgewechselt. Schrecklich waren die Folgen des Ausenthaltes in den feuchten Kasematten nnd Zellen. Einer hatte Lungentuberkulose, der andere Rückenmarkdürre, ein Dritter war tanb, ein Vierter gelähmt. Wieder andere waren wegen Schwindsucht oder Wahnsinn entlassen und Krankenhäusern über-wiesen worden. Bei einem brach der Wahnsinn gerade ans, als ich in Magdeburg ankam. Dos waren die schlimmsten Kranken. Die Uebrigen litten an den Augen, Leber, oder hatten Blntandrang nach dem Kopf und als ich nach Jahr und Tag ans dieser Hölle herauskam, war ich ziemlich der Einzige der kein graues Haar ausweisen konnte. Alle anderen Bier- und Fünfundzwanzigjährigen hatten wenigstens die Spuren von solchen. Und das alles, weil wir die Farben schwarz-rot> gold trugen. In den ersten Monaten meines Aufenthaltes in Magdeburg kamen einige meiner Kameraden frei. Meistens waren es Bonner und Hallenser Studenten, die zu ge-ringe» Strafen verurteilt worden waren. DaS war ein Freuen. Einesteils bei denen die dieses Glück traf, ander-feitS aber auch bei »nS. die wir bleiben mnßten. Nur war unsererseits die Freude nicht eine ganz reine und nicht frei von Hoffnungen uud Wünschen. Denn wenn die schon freigelassen wurden, mußten auch wir bald entlassen werden; wir hatten ja anch nicht mehr getan. Für Gr .. . und mich war dieser Abschied unserer Kameraden auch noch von anderem Borleil. Wir zogen sofort in die Eckstnbe deS zweiten Stockwerkes, welche von den übrigen Gefängniszellen durch die Küche und das Dieustzimmer des Inspektors getrennt war. Das war gut. Denn wenn der Inspektor kam, um »nS einen Brief abzuliefern, dann schoben wir ihm höflich einen Hocker hin und luden ihn zum setzen, denn er hatte oft feine Langweile. Ein Wort gab daS andere und es ließ sich hier oben gemütlich plaudern, denn niemand konnte es hören. Wir erfuhren auf diese Weise manche Neuigkeiten, denn Zeitungen zn halten war uns verboten. Gr . .. war Katholik. Er wnrde öfters vom katholischen Priester E ... besucht. Dieser war ein sehr aufgeweckter lebhafter Mann, der uns durch seine Munterkeit, mehr noch als seinen Trost auf andere Gedanken brachte. Mich besuchte — ob mit oder ohne Erlaubnis des Kommandierenden — ab und zu ein Herr K .. . f, Geschäftsführer des bedenienden Kauf» Hanfes M. & W., welcher die angenehme Eigenschaft hatte, sich immer ivas anszudenken, was mir Freude machte. Alle Sonntag kam der alte, ehrliche Hausknecht 4 seines Kaufhauses und brachte mir dies oder jenes zum Esse». Aber nicht so euien kleinen zugedeckten Teller, wie ihn die frommen Leute den Arme» in die Kranken-Häuser zu schicken pflege»; nein, so eine» richtige», ge-diegcnen Braten, an dem sich ei» paar ausgehungerte, zusammengeschrumpfte Mägen wieder ausweite» konnten. Bis ans die letzte Stunde meines Ausenthaltes in Magdeburg hat dieser Mau» wie ein Bruder an mir gehandelt, und ich war stets der Meinung, er hätte es im Auftrage meines Vaters getan, aber nein! Mein Vater wußte nichts davon. Aus eigenem Antriebe, allS gutem Herzen tat er es. Warum? Warum gerade an mir? Ich weiß es nicht. Er ist längst gestorben und ich habe ihn nie gefragt und konnte mich nie bei ihm bedanken. Dieser liebe, gute Mann hat mir, als er sah, daß ich mich mit Zeichnen beschäftigte, einen Kasten mit Pastellstisten gebracht. Nun konnte das Zeichne» richtig losgehen, aber, als Gott den Schaden besah, blieben die Farben aus dem Papier nicht hasten. Alles mög-liche wurde versucht, aber nichts half, bis einmal der Inspektor mit den« einfache» Rezept nach Hause kam, die Farben müßten mit den« kleinen Finger eingerieben werde». Durch ein volles halbe» Jahr kam ich nicht aus die Idee. Daraus kann man ersehen, wie schwer eS einem Gefangenen, der aus sich allein angewiesen ist, wird, sich sortznhelfen und neues zn lernen. Und doch hört man öfters sage», ans der Festung kaun man ungestört studieren — ach Gott, wie sind doch die Leute klug — Stumm und dnmm wird man bei seinem corpnz juris und seiner Dogmatik und nur diejenigen die ans der Universität den ganzen Speck schon durchgeuomnie» uud über das Ganze eine« geschlossenen Ueberblick hatten, blieben bei ihrem Fach. Wir andere haben es früher oder später über Bord geworfen und haben umgesattelt. Der eine betrieb dies, der andere das. Die meiste Zeit ging aber mit Kochen, Flicken und Strümpfe stopfen verloren. Allerhand Handarbeit mußten wir verrichten und wir priesen unser Glück, daß wir das wnßten. Es ivar ein leichter nnd zuträglicher Zeit-vertreib, der uns oft trübe Gedanken verscheuchte. ES ist mir daher leicht verständlich, daß sich ein Mensch im GefänguiS iu solchen Arbeiten eine große ttnnst-fertigkeit aneignen kann, aber niemals kommt ans einem Kerker ein Künstler oder Gelehrter heraus, der der Menschheit wirklich nützlich sein könnte. Die einzige Ausnahme macht hier vielleicht die Musik, aber hier hatte sie keine Pftegestätte. Singen nnd pfeifen war verboten und einem von n»s, der stark in die Musik verliebt war und sich eine Art Akkordion gebant hat, wurde dieses vom Kommandanten weggenommen. Ich warf mich also auf das geräuschlose Porträt- malen. Mein alter Freund Gr.. . mußte als erster daran glauben. Ich habe ihn von rechts und links, von vorn und hinten porträtiert. Mit Bleistift und schwarzer Kreide, mit bunten Farben und svgar einmal mit himmelblauen Hintergrund. Dann wieder mit einer Wolkenstimmung und ein andermal mit rosenrotem SonnennntergangSschein. Dieses letzte Stück hat mich viel Müh« gekostet und als es fertig war sah es gar nicht darnach aus. Als Gr . . . vollständig ausgenützt war kam der Herr Inspektor an die Reihe. DaS Bild sollte sür seine Braut bestimmt sein. Ich sollte ihn also möglichst schön mache» nnd ihm einen freundlichen GesichtSauSdruck geben. Schwer ist es mir geworden, aber als es fertig war bekam ich Recht. Zum Glück hatte er eine lange Nase und eine solche ist für einen Anfänger im Porträt-malen ein Glück. Diese faßte ich, uud als ich sie hatte mußte der übrige Inspektor dran, ob er wollte oder nicht. — Aber die bedungene Freundlichkeit nnd Aehn-lichkeit? Anch damit wurde ich fertig. Ich kniff ihm die Augen ein wenig znfammen, machte ihm auf die Wangen eine kleine Wulst, zog die Mundwinkel auf beiden Seiten ein viertel Zoll in die Höhe und machte ihm dorten einige Falten, daß sein Mnnd aussah wie ein Knopfloch, das ein gewissenhafter Schneider rechts und links gnt verwahrt hat. Dieses Bild brachte mir viel Ehre ein. Der Inspektor zeigte das Bild iu seiner Herzensfreude allen meinen Kameraden und diese wollte» nun alle von mir gemalt sein. Mit allerlei Künsten wnrde der Inspektor dazu gebracht, meine Freunde, einen nach dem anderen zn mir hineinzulassen. Mein Maleratelier war auch gut, ebenso zweckmäßig wie ein wirkliches. DaS Licht strömte schön von oben durch das Loch hinein und war obendrein das schönste Nordlicht, das sich ein Maler wünschen kann. Außerdem hätte ich meinen neuen Kunst-kollege« noch einen Borteil voraus. Die Leute die mir Modell saßen, waren das Sitzen gewöhnt und hielten selbst die ausgedehntesten Sitzungen aus. Wenn ich nun vollends meinen Tisch dicht an ihren Leib heranschob und Gr . . . seinen Stuhl einen halben Fuß näher rückte, dann saßen sie wie in einem Schraudstock und anSreißtn konnten sie nicht, denn die Tür war ver-schlössen. Anch mnß ich eingestrhen, daß ich mich mit m«iner «Dictieret sehr gegen das Ebenbild Gottes versündigte. Ich habe Gesichter gemalt, die eS mein Lebtag nicht gibt nnd auch uicht geben kann. Manchmal anch noch in Farben die in der Natnr gar nicht vorkommen. Mit Schwarzhaarigen wurde ich noch ziemlich fertig: wenn mir aber ein Flachskops unterlief, so wurde die Geschichte schlimm. (Fortsetzung folgt.) Nnmmer 77 Deutsche Wacht Seite 3 Begründung von Notstandsangelegen-heilen. Das Hau» geht sodann iu die Tagesordnung ein, deren erste sechs Punkte Begründungen von Notstandsangelegenheiten durch die Antragsteller find. Die empfindlichen Slowenen. Abg. SchoiSwohl schließt die Begründung seines Notstandsantrages mit den Worten: Helfen Sie uns, lies in den LandeSsäckel zu greisen, damit unsere braven deutschen Bauern nicht von der Scholle ver-trieben werden. An den ReichSrat können wir uns nicht wenden, da seine Tätigkeit durch die slawisch« Obstruktion gehindert wird. (Großer Lärm bei den Slowenen.) Abg. Eiuspinner: Ah, jetzt rühren Sie sich! Rufe bei den Slowenen: Tragen Sie keine Politik herein. Großer andauernder Lärm und Zwischeuruse. Der Landeshauptmann läutet durch einige Minuten. Abg. Schoiswohl: Die Wahrheit kann man immer sagen! Der Antrag wird dem Finanzausschüsse znge-wiesen. Abg. Gerlitz begründet seinen Dringlichkeitsan-trag und verweist aus die Dürre des Sommers 1908 und den folgend«» Futtermangel, der eine große Einschränkung deS bäuerlichen Viehstandes zur Folge hatte. Anch das Jahr 1909 fing sehr trocken an. Eine Ernte von Hen war beinahe aussichtslos. Durch Regenwetter besserten sich später die Aussichten und der Bauer hat frisch ausgeatmet. Da trat das Hagelwetter am 24. Zuli 1909 ein, das Futter, Hafer, Wciz«n, Erdäpfel, kurz alles vernichtete. Weingärten und Hopfenanlagen waren nicht wieder zn erkennen. Zur Abhilfe wäre in erster Linie Samenweizen aus den öffentlichen Fonden anzu-kaufen und an die notleidenden Bauern zn billigem Preise hinau^uqebru, Znm Schlüsse bittet der Antragsteller den Finanzansschnß, rasch an die Arbeit zn qehen zur Linderung der Not. Der Dringlichkeitsantrag wird dem Finanzans-schnsse zugewiesen. Hierauf begründet der Abg. Rotkar seinen Not« standen,trag nach einigen leisen slowenischen Worten in deutscher Sprach«. Znm Schlüsse bemerkt er. gtgrn die Ehristlicksozialen gewendet, er habe sich sehr gewundcrl, daß von gewisser Seite, die agra-rische Interessen vertreten soll, ein derartiger poli- „Das hast du irgendwo bei Jules Verne gelesen. Aber sei nur ganz ruhig, Wolf; meinem Ballontuch können ihre Schnäbel nichts anhaben. Und wenn ihnen das gelänge, so bleiben noch immer darunter die vierzehn Gasbälle. Deren Hülle ist noch stärker und dabei fällt mir «in, daß man auch der „Jdea" — jo hieß der Ballon des verschollenen Pjekney — eine ungewöhnlich seste Hülle, freilich als einzigen Vorzng nachzurühmen pflegte." Bei diesem Namen schauerte Wolf zusammen. Gleich daranf rief er mit einer schier fremdartig schrillen Stimme: „Sie greisen uns an!" Die beiden Seeadler schien daS Wirbeln der blanken Schiffsschraube zu reizen. Offenbar hielten sie die Schraube für einen unbekannten glitzernden Bogel, für einen frechen fremden Eindringling. Sie warfen sich wütend auf die geschäftigen Flügel. Das Männchen stieß znerst herab, nm alsbald, durch einen Schlag der Schraube zerschmettert in die Wolkentiefe hinabzufallen. Mit einem unirdischen Schrei warf sich das Adlerweibchen auf den Mörder. Auch jenem ward sogleich der GarauS gemacht; nur daß der zuckende Vogelkörper ins Gestänge zwischen Schraube nnd Steuer geriet und darin hängen blieb. „Fatal!" rief Kraul. „Dorthin möchte ich nicht klettern. Doch haben wir immerhin noch die andere Schraube. Wir drehen uns einfach nm, so daß die Nordspitze nach Süden kommt." Er griff nach den Handhaben des Steuerflächen-gefüges. Aber das Ruder wollte dem Appell nicht gehorchen. Als man näher zusah, zeigte es sich, daß eine der Leitleinen sich nm den fallenden Adler ge-fchlungcn und mit ihm in d«m Aluminiumg«stäng« verfangen hatte. Kraul stieß eine Verwünschung auS. Dann bückte er sich und begann Sandsäcke hinauszuwerfen. „Du wirst doch nicht noch höher steigen wollen?" .Gewiß. Ich muß eiue bessere Strömung finden. Nun das Steuer kaput ist, bedarf ich des Windes noch mebr als zuvor." „Du warst ja so stolz aus dein Steuer?!" „Die seinsten Organismen sind am leichtesten gestört." Plötzlich riß daS Wolkenmeer da unten aus' tischer Angriff erhoben wurde. Diese Herren schreit er, scheinen vergessen zu haben, was wir mit dieser Obstruktion erzielt haben! (Zwischenrnse.) Ich sür meine Person bin aus wirtschaftlichen Gründen für die Obstruktion eingetreten! Ruse bei den Slowenen: Sehr richtig! Wir verhindern die Handelsverträge! Abg. Roskar (fortfahrend): Diese Herren Christlichsozialen sind schöne Agrarier! Bravornse bei den Slowenen. (Großer Lärm). Abg. Schoiswohl: Sie haben die Sache auf ein falsches Geleise geschoben! Abg. Einfpinner: Ein sauberer Politiker! Abg. RoSkar (fortfahrend): Hätten wir nicht obstruiert, so hätten wir heute außer den Handels-vertrügen die Biersteuer und die Branntweinsteuer. Nunmehr entspinnt sich, während der Antrag dem kombinierten Finanz- und UnterrichtSausschusse zugewiesen wird, ein Wortgeplänkel zwischen den Sozialdemokrattti und den Slowenen. Man hön nnr den Zwischenrus des Abg. Dr. Schacher!: Es gibt andere Leute auch noch als Bauern, und auch andere Mittel. Nur schwer gelingt es dem Landeshauptmann, sür die solgenden Redner Ruhe zu schaffen. Die Abg. Dr. Puchas und Hagenhoser begründen nun unter Hinweis auf die trostlose Lage auf dem Lande ihre Anträge anf Flüssigstellung von Unter-stützungen aus Landesmitteln. Die beiden Anträge werden dem FinanzanSschuffe zugewiesen. Der Landeshauptmann verliest nun die Bestimmungen sür den Vorgang bei der Wahl des LandeSauSschusses und der Ersatzmänner. Zuerst wird die Wahl zweier LandcSausschuß-beisitzer aus dem ganzen Hause vorgenommen. Nachdem die Stimmenzählung vorüber ist. be-richtet der Landeshauptmann, daß im ersten Wahl-gange 77 Stimmzettel abgegeben wurden. Davon waren 6 unbeschrieben, die übrigen 71 lauteten auf den Namen des Abg. Dr. Leopold Link, der somit znm Landesausschußmitglied gewählt erscheint. (Leb-hast« Beifall, Händeklatschen und Heilruse. Dr. Link wird vielsach beglückwünscht.) Hierauf wird zur Wahl des zweiten Landes-ausfchußmitgliedes aus dem ganzen Haufe geschritten. Der Wahlvorgang ist der gleiche. Bei diesem Wahl-gange wurden 76 Stimmzettel abgegeben, davon .waren 4 leer, 71 lauteten aus den Namen des Abg. von Feyrer, 1 aus den Namen Abg. Reitter. Abg. einander. Bezaubert neigte sich Wolf über die Reling. Ein süßer Schwindel begann ihn anzu-sallen. Er empfand mit einem Male eine furcht-bare Sehnsucht, ein immer zunehmendes Verlangen, in dies« rollenden Wolken hinabzntauchen . . . Jetzt fuhr er entsetzt zurück . . . packte den Arm dcsGe-fährten mit krampfhaftem Griff: „DaS — das da unttn? WaS ist das? Dieses Ungeheuer? Es gleicht einem Kraken oder einer ungeheuerlich großen Spinne . . „DaS? Athanasius lächelte. ..Das ist die Insel Rügen." „Wie hoch müssen wir schweben, um sie also erblicken zu können! Freund, ich bitte dich . . Er stürzte ans die Plattform hin nnd umfaßte die Knie des berühmten Lustschiffers. „Laß uns hinuntersteigen! Laß uns aus Rügen landen! Dann können wir morgen wieder in Berlin zu Abend essen! Bitte! Bitte!" Krauls Züge wurde» hart und starr; er lächelte verächtlich. „Bist wohl verrückt. Menschens-kind?! Ich soll mich vor ganz Deutschland lächer-lich machen, weil du Angst hast! Hättest ja zu Hause hinterm Ösen bleiben können, mein Lieber!" Er schüttelte den groteskeu Bittsteller von sich ab. Es war inzwischen Abend geworden. Durch die Hartnäckigkeit des Windes und die Versuche des „Kraul", eine freundlichere Luftschicht zu finde«, war viel Zeit verloren gegangen. Eine weite aschgraue Fläche dehnte sich jetzt unter ihnen aus: Die Ostsee. Wols starrte wieder über die Reling, aber seine Blicke hingen jetzt am Gewölk, das flatternd neben der Gondel hinzog. Auf einmal erhob er sich. Erst am ganzen Leibe zitternd, dann aber mit der männ-lichen Ruh: der Todgeweihten, sprach er, indem er die Hand ausstreckte, diese Worte? „Ja, du kommst mich holen. Komm, Tod, dn hast keine Schrecken mehr für Wolf Gilmar, der heute unsterblich ge-worden ist. Drohe mir nur mit deinem Knochen-arme, ... ich entgehe dir doch. Meer nimm mich auf, dn heiliges, kühles Meer!" Ein Schatten siel über da« Luftschiff. War es der Schatten einer Wolke? Nein, der Gegenstand, v. Feyerer ist somit zum Landesausschußmitglied gewählt. (Abermals lebrafter Beifall, der Gewählte wird vielfach beglückwünscht). Bei der Wahl eines Landesansschußmitgliede» aus dem Großgrundbesitze wurden 10 Stimmzettel abgegeben, die sämtlich aus den Namen des Abg. Franz Gras Attems lauteten, der somit gewähl ist. (Beifall.) Daran reiht sich die Wahl von zwei Lande»-ausschüssen durch die Kurie der Städte- und Märkte« Vertreter, sowie durch die Abgeordneten der Handel»-und Gerwerbekammern und die städtischen Vertreter' der allgemein«» Wählerklaffe. Die Sozialdemokraten sind bis auf den Abg Horvatek abwesend. Beim ersten Wahlgange wurden .'*3 Stimmen abgegeben, wovon 1 Stimmzettel leer war und 32 Stimmen auf den Abg. Pros. Dr. Hofmann von Wellenhof entfielen. (Beifall; der Gewählte wird beglückwünscht.) Der zweite Wahlgang bringt bei Abgabe von 34 Stimmzetteln (davon 3 nnbeschrieben, 1 auf Abg. Wastiam) mit 30 Stimme» die Wahl de» Abg. Moritz Stalluer, was gleichfalls mit Bei-fall begrüßt wird. Der Gewählte wird lebhaft be-glückwünscht. In einem Wahlgange werden nunmehr zwei LandeSauSschiißmiiglieder von den Vertretern der Landgemeindenkurie und den Abgeordneten der Land-gemeindknwahlkrrise der allgemeinen Kurie gewählt. Jeder der berufenen Abgeordneten hat eine stimme abzugeben, die beiden Abgeordneten, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen, erscheinen gewählt. Im ganzen werdtn 33 Stimmzettel abgegeben. Gewählt sind die Abg. Hagenhofer mit 18 und Robic mit 12 Stimmen. Je I Stimme entfiel aus den Abg. SchoiSwohl und Wagner, 1 Stimmzettel war leer. (Zuerst eisiges Schweigen, dann Zivio-rufe bei den Slowenen.) Hierauf wird die Wahl der Ersatzmänner vor-genommen. Es wird gewählt als Stellvertreter de» LA. Dr. Link der Abg. Dr. von Kaan, sür LA. v. Feyerer der Abg. Reitter, für LA. Franz Gras AttemS der Abg. Frei. v. KellerSperg. sür LA. Dr. Hosmann der Abg. Eiuspinner, sür LA. Stallner der Abg. Wastian, sür LA. Hagenhoser der Abg. Schoiswohl, für LA. Robic der Abg. Verstovschek. Die aus der Tagesordnnng stehenden Berichte des LandesansschusseS werde» den zuständigen Haus-ausschüssen zugewiesen. aus den Wolf Gilmar mit erhobener Hand hin-deutete, war ein schöngeformter Luftballon der älteren Gattung. Geisterhaft hing er im Abendgewölke .. . aber in einer Verknotung von Tauen, die von der Kugel herabhingen, schaukelte sich ein Totengerippe! ES nickte grinsend mit dem Schädel I Sein rechter Arm schien mit neckischer Geberde die Luftfahrer zu grüßen. . . . Bevor sich Athanasius Kraul von seiner Betroffenheit erholen konnte, sah er die gräßliche Erscheinung rasch an sich vorbei und in die Tiefe sinken. Sein eigener Ballon stieg zugleich in atem« raubende Höhen empor. .. denn er war nm die Last eines Maischen leichter geworden. Wolf Gilmar war der gespenstigen Mahnung gefolgt. ¥ * * Ein eiskalter Oststurm prallte wütend an die Breitseite des .Kraul". Er drehte ihn um, er wir» belte ihn durch die wachsende Finsternis nach Westen, hinweg über Dänemark, der Nordsee zu. In den Morgenstunden landete er glücklich auf einer Anhöhe in der Nähe von Edinburg. Iu dem umfangreichen Werke des Professors Makrelin»: „Die Zukunft der Luftschiffahrt" la» Kraul bald nach seiner Rückkehr die merkwürdige Stelle: „In kommenden Jahren wird dem Verkehre im Luftmerre ein», neue Gefahr erstehen. Jedermann hat wohl schon von de» treibenden Wracks gehört, die schon so viele» Meerfchiffen zum Verhängnis gewordeit sind. Solche Wracks dürfte später auch der Lustozean ausweisen. Denn es ist nicht eiuzu« sehen, weshalb ein gut verdichteter Ballon nicht auch nach dem Untergänge seiner Bemannung aus unab-sehbare Zeit hin im Zuge der Winde streichen und wandern sollte als ein richtiges treibendes Wrack." Athanasius Kraul klappte nachdenklich das Buch zu. Jetzt entsann er sich, daß er damals beim raschen Emporschießen seines Schiffes auf der Hülle de» unheimlichen Ballons ein paar verblichene Lettern bemerkt hatte. Sie vereinigten sich nachträglich in seiner Erinnerung zu dem Worte: „Jdea". Seite 4 Deutsche Macht N'immer 77 (5. Sitzung. — 23. September.) Vorsitzender: Landeshauptmann Graf E Attems. . Am RegieruugStifche: Statthalter Gras Elary und Aldringen. ^ Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung um 1» Uhr 20 Minuten. . Anfgelegt sind: Der Antrag der Abgeordneten AloiS Langer und Genossen, betreffend Notstands« Unterstützungen: der Antrag der Abg. Berger und Genosse», betreffend den Ankauf von Futtermitteln für die vom Hagel Geschädigte»; der Antrag der Abg. G«tftz, Mosdorser. Dr. v. Hofmann, Wastian und Genossen, betreffend den Ausbau der Eisenbahnlinie Gleisdors-Hartberg; der DringlichkeitSantrag der Abg. Ornig, Wastian und Genossen behufs Srwirkuug einer raschen uud auSgiebigen Hilje an die durch ein fürchterliches Univetter arg geschädigte Bewohnerschaft der Stadl Frieda» und der in Betrocht kommenden Gemeinden der Bezirke Frieda» und Peitau; der Antrag der Abg. Bra.ldt und Genosse» in No»tands-angelegenheiirn ; der Antrag des Abg. Vrecko und Genosse», bet» essend Frost- und Hagelschäden; der Anirag des Abg Dr. Kukovec in NotstandSangelegen. heilen; ver Anirag der Abg. Novak und Genossen, betreffend die Uorrektur der Reichsfiraße von Oder-pulSgau nach Windisch- Keistritz und Gonobitz; bei Antrag der Abg. Schwab und Genosse», betreffend Gewährung einer Notstaudsunterstützung anläßlich der Futternot im politischen Bezirke Gröbming. und der Bericht des LandeSauSschuffeS, betreffend die Bewilligung eines Beitrages aus Landesmuteln für das Jahr 1910 zu dem auf Grund des Beschlusses vom 10. November 1908 geschaffenen Pensionssonde für Distriklsärzte. Der Vorsitzende teilt die eingelaufenen Petitionen den Ausschüssen deS Landtages ,u. Hieraus geht das Haus in die Tagesordnung ein Abg. Pierer begründet seine» Antrag, betreffend .die NotstantSangelegenheit einiger Besitzer der zu der OrtSgemeiude Stanz im Mürztal gehörigen Kalastal-aemeinde Dickenbach, Braudstatt und Poffegg, die durch den Hagelschlag am 24. Juli 1909 schwer ge!chädigtk,wurden. — Der mit dem früheren gleich-lautendeAntrag wird dem Finanzausschüsse zugewiesen. Der. Abg. Dr. Versiovschek (Stow) begründet seinen NolstandSanttag nach einigen slowenischen Sätzen in deutscher Sprache. Der Antrag wird dem Finanzausschuffe zugewiesen. Abg. Dr. Benkovic tSlow.) begründe, »einen Antrag in slowenischer Sprache. Ansangs herrscht Ruhe später erhebt die Mehrheit deS Landtages ein Gemurre über die UnVerständlichkeit der Rede. Der Slowene hält in seinen Ausführungen inne und ersucht den Landeshauptmann, obwohl dieser bereits geleutet hat, ihm Ruhe zu verschaffen. Abg. Einspinner: Warum redet er Beisall bei der Mehrheit.) Abg. Benkovic: Sie sollen die Notstandsanträge nur ablehnen, dann werden sie aber waS erleben!! Heftige Gegenrnse im ganze» Hause. Der Vor« sitzende lautet sottgesetzt. Abg. Schoiswohl: Wir weiden doch nicht wegen Euch slowenisch lerne». Als sich der Lärm endlich gelegt hat, erteilt der Vorsitzende dem nächsten Redner, dem Abg. Ozmec, das Wott zur Begründung feines Notstandsantrages. Der Antrag des Abg. Ozmec wird nach deut-scher Begründung nnd Antragstellnng dem Finanz. auSfchufse zugewiesen. Abg. Benkovic: Das ist doch die reinste Pa» teilichkeit! (Großes Gelächter.) Abg. Wastian (lachend): Er ist doch Ihr Par-teigenoffe! Rufe: Er hat eben deutsch geredet! Die auf der Tagesordnung stehenden Berichte des LandesauSschusfes werden den zuständigen Haus -ausschüssen zugewiesen. In dieser Sitzung wurden folgende Anträge überreicht: Antrag der Abg. Wastian. Dr. Hofmann von Wellenhof und Genossen auf Förderung des Schocke! bahuprojektes. Antrag der Abg. Benkovic und Genoffen auf Einführung der Wahlpflicht in Steiermark und an dere Anträge der Slowenen. Antrag der Abg. Gölles, Huber und Genossen betreffend Notstandsunterstützungen. Antrag der Abg. Prisching und Geuoffen, be« treffend die Systemisiernng zweier Seelsorgeposten au der Anstalt Feldhos. Antrag der Abg. Dr. v. Kaan und Genoffen: Die gegenwärtig in jtraft stehende Geschäftsordnung des Landtages entstammt größtenteils einer Zeit, da sich der GeschästSumsang in wesentlich engeren Grenzen bewegte als gegenwärtig. Eine Reihe von rein sormalen Verhandlungsvorschriften. die mit Pein-licher Sorgsalt eingehalten werden müssen, nehmen die ohnedies meist knapp bemeffene Arbeitszeit der Tagungen in ebenso empfindlicher als zweckloser Weise in Anspruch. Auch das Interesse der Land boten an den Vollverhandlungen wird durch daS Uebermaß an Formalitäten abgestumpft. Als bedauerliche Folgeerfcheinung zeigt sich dann, daß wirklich wichtige Gegenstände oft von einem an Geduld, Aus-merksamkeit und Zeit erschöpften Hause überhastet erledigt werden muffen. Der Landtag wolle daher beschließen: „Der LandeSausschuß wird beauftragt, längstens bis zur nächsten Tagung Anträge auf eine den heutige» Verhältnisse» entsprechende Vereinsachung der Äeschäsisordnun i durch Bejeiliftung aller sachlich unnötigen und zeitraubenden Formalitäten zu stellen." (6. Sitzung. — 24. September.) In der Sitzung vom 24. September kam es abermals zu Lärmszenen, welche von den windischen Obstruktiouisteu veranstaltet wurden. Abg. Größwang erklärt, den Herren Slovenen habe es beliebt, in einem Kommunique der deutschen Mehrheit die ganze Schuld für die gestrigen «or-fälle zuzumeffen. Er müsse nun dem Abg. Roökar gegenüber, der behauptet habe, der Landtag habe nur Geld für oeutsche Bauern im Sacke, tatsächlich berichtigen, daß sowohl im Landesausschusse als auch in allen Landtagsausschüsseii und im Landtage selbst den slowenischen Anliegen jederzeit mit peinlicher Objektivität begegnet wurde. (Bravo! Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Er veriveise nur aus die Wein bauangelegenheiten, für die Hundertlausende von Streuen an Subventionen uud unverzinslichen Dar-lehen ad Calendas Giaecus an die slowenische Bevölkerung hinausgegeben werden. (Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Dem Abgeordneten «aplan ÄoroSec möchte er nur sagen, er solle sich den Spruch, der seinerzeit auf dem Kopfe des „Grazer Volksblattes" stand, der heißt: »Diligite veritateui. filiara Dei!* (Liebet die Wahrheit, die HinimelStochter!). Nach diesen Worten erhebt sich bei den Slo-wen«» ein großer Lärm. Abg. üoroöec: DaS verbiete ich mir! Der Vorsitzende sucht lange vergeblich den Lärm durch Glockenzeichen zu beenden. Plötzlich hört man die Stimme des Abg. Größwang. der feine treffenden AnSfüh-rungen mit den Worten schließt: Ich muß diese Unwahrheiten gegen das deutsche Volk zurückweisen, das mußte ich tun im Jnterreffe des deutschen steirischen Landtages. (Langandauernder Beifall und Heilrufe,) Auf die Slowenen hat die Feststellung der Wahrheit gewirkt wie ein rotes Tuch auf einen Stier. Abg. Roskar verlangt das Wort zu einer tat-sächlichen Berichtigung und behauptet, es liege ein Mißverständnis vor. Sein erster Zwischenrus m der gestrigen Sitzung habe gelautet: «Der Antrag ist doch deutsch!". Zwischenrufe: Aber die Begründung war flo> wenifch! «hg. Robiö: Das werden wir uus nie ver- bieten lassen! Der Lärm verschlingt nun wieder jede» Wort, mau sieht nur die Abgeordneten agieren und hört ein unauflösbares Geschrei. Endlich tritt aus sott« gefetzte» Läuten wieder Ruhe ein. Nummer 77 Abg. Roskar: Weiter wurde eingewendet: Aber die Begründung war slowenisch. Darauf machte ich den Zwischenruf: „Jhx habt nur vield für deutsche Bauern!" Ich bin aber keineswegs so kurzsichtig, nicht einzusehen, daß bisher ein solche» Unrecht nicht vorgekommen ist. (Rufe: Na also!) Er weist daher zurück, daß er eS allgemein angewendet hätte. Die Aeußerung bezog sich nur auf de» einen Fall. Er richte aber au das Hans den Appell: Geben Sie uns vollkommen gleiches Recht für unsere Existenz und für unsere Entwicklung ! Abg. Pichlet: Die Entwicklung habt Ihr aber non uns. nicht von Euch selber! Abg. Roskar: Und weun Sie uns nichts geben wollen, wenn Sie nus nicht weiter dulden wollen, dann lassen Sie uns frei, lösen Sie uns weg, trennen Sie Untersteiermark . . . .! Der Beifall der Slovenen nach dieser nner-hörten Zumutung übertönt im ersten Augenblicke alles, bis die Deutschen ihrer Empörung in einem Sturme Lust machen, in deni der slowenische Beifall lautlos untergeht. Abg. Wastian ruft: Jetzt ist die Wahrheit end« lich heraus! Abg. Dr. von Kaau: Ein dankenswertes Ge-stäudnis! Abg. Wastian: Sie wollen ein „Herzogtum Sustersie." Abg. Pichler: Damit Ihr unsere deutschen Städte ungeniert vergewaltigen könnt' l E i n e slowenische Verlesung. Der Landeshauptmann Graf E. AtttmS geht nun an die Verlesung der Interpellationen. Eine slowenische Anfrage des Abg. Dr. Benkovic wird diesem zur Verlesung überreicht. Durch nahezu eine halbe Stunde schreit nun Abg. Dr. Beukoviv, um den Lärm und das Gelächter bei de» Deutschen zn übertönen, seine Anfrage in slowenischer Sprache herunter. Selbst die Galerie ist über diese provokatorische Zeitvenrödelung empört. Wird der Lärm gar zu laut, schwingt der Vorsitzende die Glocke. Lebhafte Heiterkeit ruft es hervor, als der Abg. Dr. Benkovic mit Pathos das Wort:... konstintiro . . . ausruft. Abg. Wastian: Er liest ja die ganze flovenische Weltgeschichte vor! , . . .. A(y. Pichler : Nach Herzenstnst kann er uns beschimpfn,! Wir vcMhcich's ja nicht! Als die Sache denn doch auch für unsere ohne-hin geduldigen Landtagsabgeordneten zu lange wärhte, mahnen heftige Schlußrufe den Provokatenr. Abg. Einspinner ruft: Tiho! (Ein slowenischer Ausdruck sür das deutsche: Halt'S Maul!) Die Slowenen klatschen erfreut Beifall, daß Abg. Ein-spinner im Studium der slowenischen Sprache schon solche Fortschritte gemacht hat. Großes Gelächter bei der Mehrheit. Endlich ist der Abg. Dr. Benkoviö zu Ende — auch mit feiner Stimme — und der Vorsitzende, Landeshauptmann Graf E Attems, fährt in der Verlesung der Anfragen fort. Aus ül»,M imi) iiirnl dinier Gemeinderat. S«st«rn fand die erste Sitzung de« n«ngtwählt«n G«meinderateS statt. Den Lorlitz führte der Bürgermeister Herr Dr. Heimich Jabornegg Edler von Lllenfel», welcher die neugewählten Gemeind«räl« begrüßte und dann zur Erledigung der Tagesordnung schritt. Dieselbe bildete die Vornahme der Wahlen in die eiaz«lnen Unter» und Sonderau«-schüsse. Sie halten folgende» Ergebnis: In den Recht« auöschuß sl. Sektion) wurden gewählt die Herren <8. A Dr. Gregor Jefenko, Dr. Josef Kowatschiisch (ObmannfteUveitrtler), Max Rauscher und Dr. August Schurbi (Obmann), und RechtSanwalt Herr Doktor Fritz Zangger; in den U»terricht«au«schuß (2. Sektion) ble Herren . Otto Eichler. Dr. Gregor Jefenko (Obmannftellvertreter), Regie,ungSrat Proit (Obmann) Max Rauscher. Dr. Fritz Zangger, in den Bauautschuß (3. Sektion) die Herren G. Ä. Ariur Eharwit, Anton Ebba. Dr. Jvfef Kowatschitsch (Obmann), Karl Mörtl, Gustav Stigrr, Karl Teppey, J»g Uagcr-Nllmann (Obmaims»eUvei»r«»cr), Fritz Ächrhonn und Robert Zangger, in den Finanzausschuß (4 Sektion) die Herren 9. A. Anten Ehiba Rudolf Eosta-Kuhn, Franz Karbeutz, Dr. Gregor Jefenko, Max Rauscher (Obmann), Dr. August Schurbi, Gustav Stiger. Karl Teppev (Obmannstellverireter) und der Ingenieur Unger-Ullmann, in den Gewerteauischuß (I. Sektion) die Herren G. A Arlur Koroschetz, Anton Ehiba, Anton Äorinfcheg, Johan.i Eharwat, Dr. Gregor Jesenko, Karl Mörtl tzevische Uacht__ (Obmann), Anton Neubrunner, Fritz Rasch (Obmann-stellvertreter) und Karl Teppch Die Wahlen iu die Sonderausschüsse hatten folg ndeS Ergebnis: In den FriedhofauSfchuß wurden gewählt die Herren G. A. Josef Bobiso», Johann Korofche^ und Robert Zangger (der Obmann wurde noch nicht gewählt) in den Mal--auSsichtsauSschuß die Herren Anton Ehiba, Anton Goiinscheg (Obmannstellvertreier), und Gustav Stiger, in die Schlactthausverwaltung die Herren Fra^z Karbeutz. Joha"n Koroschetz Karl Mörtl, Karl Teppe» (Obmann) und Dr. Fritz Zangger (Obmannstellvertreier); in den Theaterausfchuß die Htiren Otto Sichler, Dr. Josef Kowatschiisch, Fritz Rasch (Obmann), Max Rauscher (ObmannsteUvertreier) und Fritz Wehrhann: in den Waldaufs!cht«au«schuß die Herren: Franz Donner. Franz Karbeutz. Max Rauscher, Gustav Stiger und Karl Teppey; in den WasferleitungSauSichub die Herren i Dr. Josef Kowatschiisch, Dr. Gregor J-senk», Max Rauscher, Edmund Unger Ullmann. und Fritz Wehihann; in den Wirtschaftsausschuß die Herren: Anton Neubrunner, Karl Teppey, und Robert Zangger. Zum Schluße werde» noch zwei DringlichkcilSanträg« erledigt. GA. Herr Mörtl bring» einen Dringlichkeit«-antrag ein, welcher dahingeht, der Gemeinderat mögt beschließen, daß die Quelle 2 (Wresenquelle) für die Wafferlrilung in Verwendung genommen werden. Der Antragsteller begründet seinen Antrag und es wird nach angenommener Dringlichkeit de« Antrage«, die Wechselrede darüler eröffnet, an der sich die GA. Dr. Schurbi, Mörtl, Teppej. Dr. Jesenko, Dr Kowat-schiisch und der Bürgermeister in aufklärender Richtung beteiligen. Nachdem der Bürgermeister erklärt hat, daß der «ausveiirag bezüglich der Wresenquelle noch nicht endgiltig abgeschlossen sei, stellt GA. Teppej den Antrag auf Ankauf dieser Quelle um den Betrag von 6000 K. GA. Dr. Jefenko erklärt, daß er stch um spZleren Mißverständnissen vorzubeugen bewogen fühle, darauf hinzuweisen, daß feiten« der Sachverständigen da« Wasser dieser Quelle al« wieder verwendbar bezeichnet wurde, e« sei aber nicht ausgeschlossen, daß die weiteren Erhebungen und Untersuchungen die Verwendbarkeit diefer Quellen ergeben werden, aber heute muffe sich jeder, der für de» Antrag stimmen sollte, darüber klar fein, daß man daS Quellgebiet auch dann zu kaufen beabsich-tige, wenn das Wasser den Erwartungen nicht ent-sprechen sollte. ES wird hieraus der Antrag des G.A Teppey zur Abstimmung gebracht und ange« nomme». Ueber Antrag deS G.A. Mörtl wird Weilers einstimmig beichlotjen, daß »ach Erwerbung der Quelle die Vorarbeiten zum Zwecke der Untersuchung des Wassers der Quelle vorgenommen und durchgeführt werden. Die bürgerliche Schützengesellschafi in Cilli ersucht um Widmung eineS Bestes für daS im Oktober stattfindende Bestschießen. Ueber Antrag des Bericht-erstatters. BürgermeistersteUveitreier Max Rauscher, wird beschlossen, der SchützengeseUschaft ein Wertbest zu widme». Bubos Geschichte der Stadt Cilli ist erschienen Die große Spannung, mit der jeder, der an CiUi hängt, diesem Werke entgegensah ist nun. da diese« vor un« liegt, vollständig gerechtfertigt. E« ist mit reichem Wissen aufgebaut, kein trockene« wisseo-schaftliche« Sammelwerk, sondern da« ungeheuere Material« ist zu einem Werke echte, Heimalliebe zusammengetragen. Wissenschaftliche Gründlichkeit und herzlich« treue An-bänglichkeit haben schön zusammengewirkt und un« Cilliern eine Gabe gebracht, für die wir Herr» Direktor Andrea« Gubo unverfänglichen Dank zollen müssen. Wir behaUen un» «in« eingehende fachmännische Bei'prechung de« in vornehmster Ausstattung erschienenen Werk«« vor und begnügen un« heut« mit dem Hinweise darauf, daß diese« Buch, au« dem da« Herz Eilli« so leben«warm entgegenschlägt, in jedem Eilli« Hause, in jeder Familie unserer Stadt eine Heimstatt finde» soll. Soeben erschien: Geschichte der Stadt Cilli vom Ursprung bis auf die Gegenwart von Andreas Gubo. Mit Stadtpla» und vielen Abbildungen. Preis X fr—, fein gebunden K 7 60. Vorrätig bei Fritz Aasch, Buchhandlung, Cilli. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag, find«! um 1» Uhr vormittag in d«r Ehristu«-kirche ein öffentlicher Gottesdienst statt. In Rann a.d. Save findet nachmittag« eiue Ucbertritisfeier statt. Benefiz-Konzert. Am 3. Oktober findet in Eilli ein Binefiz Konzert der Eillier Musitrereins kapelle zj Gunsten de« verdienstvollen Kapellmeister« Herrn Moriz Schachenhofer statt. «eite 5, Bürgerliche Schützengefellschaft. Mor-gen Sonntag beginnt da« Scheibenschießen um 2 Uhr nachmittag«. Die Herren Schützen «erden in Anbetracht dr« am nächsten SamStagr beginnenden Brstichießrn« ersucht, sich an dem UebungSschießen redst zahlreich zu bttriligrn. Gästen stthen Gewehre und Munition zur Verfügung. Bestschiehen der „Bürgerlichen Schützengesellschaft". Da« .B«stlchikß«n" be« ginnt wi« bereit» mitgeteilt Sam«iag den 2. Oktober um 2 Uhr nachmittag« und wird fortgesetzt am Sonn« tag den 3. Oktober um 9 Uhr früh, am 7. Oktober um 9 Uhr früh und am IV. Oktober (Schlußtag) um 8 Uhr früh. Zulässig sind nur Sch«ibtnftutzen und Armeegewehre mit Weichblei Geschoß«n. Geschossen wird: Auf «in« -lkreistge Fcstscheibe (gestattet 2 Karten zu einen Schuß); auf die Eillier Stadtscheibe, l 2kreistg (Serie zu 3 Schützen Wiederholung unbtichränkt) ; auf eine Standscheibe, l2kr«isig (Serie zu 5 Schüßeu, Wiederholung unbeschränkt). Beste für die Kestscheibe: 1. Preis: Geldpreis X 30.— und ein Slielipiegel im Werte voa X 25.—. 2. Preis: Spend« et« Steitrmärkischcn Schützenbunde« K 30.— 3 Preis: Massiver Krug au« einem Geschoß ini Werte von X 40.—. 4. PreiS: Rauchtisch im W«rte von X 25. . 5 Preis: Zwei silberne Tabletten im Werte von X 20.—. 0. Prei« : G«ldprei« K 10.—. Für die Eillier Stadtscheibe: l. Prei«: Geldprei« K 40.— und ein silberner Becher im Werte von X 20.—. 2. Prei« : silberne Tablette ..Jagdzug der Diana" im Werte von X 30.— und ein Geldprei« von X 20.—. 3. Pieis: Spende der Stadtgtmrinde Eilli X 3».—. 4. Prei»: Ein GlaSkästchcn mit silbtrncm Deckel im Werte von X 2b.— und «in Geldprei« von K 10.—. 5. Prei«: Geldpreis von K 25.—. 6. Preis : Grld-prei« X 20.—. 7. Prei«: silb«rn« Zigar«tt«ntasche mit silbernem Streichbölzeretui im Wert« von X 20.—. 8. Prei» : Geldprei« K 10 —. Für die Standscheibe: l. Prei«: «ine große Standuhr im W«rte von X 40.— und ein Geldprei« von X 20. — . 2. Prei«: Geld-prei« X 40. —. 3 Pr«i«: silberne« Rauchzeug im Werte von X 30.—. 4. Pr«i« : G«ldprei« oon X 25.—. 5. Prei« ; Sin R«ii« Ree«ssair« im Werte von X 15.—. — Die Pr«is« sind im Geschäft« de« Herrn L. Putan ausgestellt. Die Pret«verteilung findet am 10. Oktober um 9 Uhr abends im Deutschen Haus« statt, woselbst auS diesem Anlaß«, «in Konzert der Eillier MusikvereinSkapelle stattfindet. Ein neuer Baustein zur Rosegger-Stiftung. Der Verband deutscher Hochschüler Eilli« hat in seiner küjlich stattgesundenen Hauptv«rsammlung den Beschluß gefaßt, die Aufbringung «iv«S Baustein«? von 20ch die diutschtn Vereine Eilli« anzuregen und zu diesem Zwecke den Betrag von 400 Kronen gewidmet. Ortsgruppe Cilli des Musikerver-dandes. Am 18. ds. hielt diese Ortsgruppe im (Hasthause des Herrn Franz Dirnberger eine gut besuchte MonatSversammlung ab, mit welcher eine 10jährige BestandeSseier verbunden war. Nach Verlesung der Einlaufe begrüßte der Obmann Herr Stryek die Gründer der Ortsgruppe, die Herren Kardinal, Kindlhofer, Planin;, Schramm und Courtois uud überreichte im Namen der Ortsgruppe jeden» ein Ehrengeichenk. Außerdem beglückwünschte er die Mitglieder Kardinal und Plauinz zu ihrer 20jährigen Tätigkeit in der Kapelle. WeiterS wurde beschlösse» dem Mitgliede Herrn Kindlhofer. der durch eine Brandtatastrophe schwer geschädigt wurde, helfend unter die Arme zu greifen. Aus aller Welt. (Das Gespenst im Klosterkeller.) Aus Budapest wird unS gemeldet: Unter dem Gesinde des am Franziskanerplatze gelegenen HaufeS des Jraziskanerordens munkelte man schon seit längerer Zeit davon, daß im Keller ein Gespenst herumspuke und das Gesinde war von abergläubischer Furcht erfaßt. Eines abends aing der Kellerbursche Ludwig Fekete der im Haufe befindlichen Restaura, tion Neusiedler iu den Keller, um Wein zu holen. Es fehlte nicht viel auf Mitternacht. Kaum hatten den Keller betreten, als er Kettengerassel hörte. Er ging näher und erblickte eine weiße, große Gestalt mit einem Lichte in der Hand, die gerade ein großes Faß anzapfte. Als das .^Gespenst" des Ä eller-burschen ansichtig wurde, löschte es sogleich die Kerze aus. Zufällig erlosch in demselben Augenblicke auch <£:lf 6 Deutdche Wacht i(C.;nr.nrr 77 das Licht des Kcllerburscheu. Dieser, von ungc-heuerer Furcht erjaßt, rannte dem AuSgauge des Kellers zu und alarmierte das gauze Haus. Polizei war sogleich zur Stelle, doch trotz eifrigen SnchenS war von dem Gespenste nichts mehr zu sehen. Bei der genauen Durchsuchung des Kellers sand man aber in einer alten, ausgelassenen Gruft einen Strohsack, lk-5 Dietriche und ein Arbeitsbuch auf den Namen de» Hausdieners Stephan Lajtos. (Seltsame Vorsälle bei den Kaiser-manvver.) Am zweiten Tage der vorige Woche in der Gegend von Groß - Meseritsch abgehaltenen Kaisermanöver ist eS insolge übermenschlicher An-strengungen, denen Truppenteile der Südpartei (Führer G. d. I. Versdach vou Hadamar) ausge-setzt wurden, zu peinlichen Zwischensällen gekommen, die die „Zeit" in folgendem Stimmungsbild? fest-hält: ... . . Die Nacht rückt langsam vor, die Spaziergänger, die jetzt allabendlich sich hier er-gehen, beleben den großen Platz, als plötzlich ganz Meseritsch von Kavallerie erfüllt ist. Sie sickert aus allen Seitenstraßen heran und ergißt sich auf einmal wie eine Sturmwelle in die Stadt. Der weite Platz und die engen Straßen sind in wenigen Minuten gedrängt voll von dem Getümmel der Reiterscharen. Kaum daß man Platz findet, an den Mauern vorbeizukommen. «Ermüdete Truppen, ermüdete Pferde, die auf das Kommando ..Halt!" stehen bleiben und sogleich einzuschlafen scheinen. Mit ihrer Masfe sperren sie die ganze Stadt. Eine Weile herrscht vollkommene Ratlosigkeit in dem militärischen Publikum dieses Schauspiels wie in dem bürgerliche». Da» Erscheinen dieser Menge Kavallerie ist vollkommen rätselhast, bis man erfährt, daß es die Division des Erzherzogs Franz Salvator ist die, versprengt und abgeschnitten, hier Zuflucht suchte. - Groß-Meseritsch ist der nördlichste Punkt des Manövergebietes; die Division gehörte zur Südarme«.) Der Tumult dieser ermutigte», depri. mierten und abgehetzten Truppe wirkt niederschlagend auf die allgemeine Stimmung. Mm hat das Gefühl, daß etwas Peinliches geschehen ist und eine mutlose Aufregung bemächtigt sich aller Gemüter. Auch die Manöverleitung kommt nicht zur Ruhe. Wiederum werden die Automobile in der Stadt lebendig und surren hin und her. um die Straßen und Plätze von der Division der Kavallerie zu säubern. aller Eile werde» die entsprechenden Befehle ge-geben, langsam tritt Ruhe ein. Die Kavallerie rückt ab und lagert aus den Feldern vor der^Stadt. Um Mitternacht folgt noch eine aufregende Schluß' s,ene. Plötzlich dröhnen die stillen Marktplätze vom Hnfschlage galoppierender Rosse. Man eilt hinaus, und da kommen führerlos, ohne Sattel Hunderte von scheu gewordene» Pferden durch die Stadt gerast. Einige kämpfen gegen die Fnßpslöcke. mit denen pe gefesselt sind, andere schleifen ihre hellen Decken nach die im Winde flattern. Wie ein gespenstiger Zug'zogen die gehetzten Tiere durch die Dunkelheit. Hunderte entkommen in die Nacht hinaus. Wer weiß wohi«? Nur wenige werden angehalten. Sie sind in einem erbärmlichen Zustand, zitternd vor Angst, blntend aus vielen Wunden und kaum ,u beschwichtigen. Nichts in diesem ganzen Manöver ist so drohend und unheimlich und fo dem wirklichen Unglück verwandt gewesen wie der Anblick dieser sinnlos gewordenen, durch die Nacht tobenden, sattel-losen Rosse." Die Divission de» Erzherzog» ist von der Manöverleitung außer Gefecht gesetzt worden und hat an den Unternehmungen de» dritten Manöver tages nicht mehr teilgenommen. (M assenmorde eines betrnnkenen Kosaken.) DaS ..Berliner Tageblatt" meldet aus Petersburg: Der betrnnkene Kosak Archip eines LeibqarderegimenteS versetzte am 14. d. abends den ganzen Stadtteil Alexander Newski in Schrecken. Der Kosak der volltrunken war, wurde von einigen Kindern geneckt. Darüber geriet Archip in Wut und stürzte mit gezogenem Säbel auf die Kinder, die |,ch schreiend in den Hof eines nahen Arrestlokales retteten Als der Torwächter dem heranstürzenden Kosaken den Weg vertrat, traf ihn ein wuchtiger Säbelhieb über den Kops, so daß er leblos mammen-stürzte. Der Kosak stürzte sich hieraus aus den ,rn Hose spielenden dreijährigen Sohn deS Gefängnis aufsehers und spaltete ihm mit einem Säbelhieb den Kopf. Der Knabe stürzte lautlos nieder und war sofort tot. Der betrunkene Soldat wendete sich nun mehr gegen einen Holz spaltenden Arrestanten uud schlug ihm mit einem Hiebe den Kopf ab. Schließlich kam der Kosak in das Waschhaus, wo unter den Wasche-rinnen eine Panik avsbrach. Sine Wäscher,» wurde durch den Kosaken schwer verwundet. Durch das Geschrei der Frauen wurde schließlich das ganze Haus alarmiert. Dem betrunkenen Soldaten gelang es schließlich noch, dem ersten der aus ihn eindrang, durch einen wohlgezielten Hieb den Kops zu spalten. Erst dann wurde der Rasende niedergeschlagen nnd gesesselt. Die Kunde von dem Wüten des Kosaken hatte sich rasch in der nächsten Umgebung verbreitet. Tausende von Menschen umstanden das ArresthauS und warteten auf den Moment, in ivelchem der gefesielte Soldat durch die Wachen abgeführt werden sollte. Schließlich wurde der Versuch gemacht, sich des Unmenschen gewaltsam zn bemächtigen und ihn zu lynchen. Herbeigeholte Kosaken zerstreuten jedoch ohne Schwierigkeiten die kreischenden Weiber und Kinder. (Mordtaten der „Schwarzen Hand".) Wie aus New York gemeldet wird, wurden in Utice drei italienische Kinder erschossen. Die Eltern der ermordeten Kinder hatten sich aus erhalte«« Droh-bliese hin geweigert, ein Lösegeld zu bezahlen. Da auch andere Italiener derartige Drohbriefe erhalten habe», herrscht in der Stadt große Aufregung. (P e r g i f t e t e Kinder.) In Rhina bei Kassel ist eine Anzahl von Kindern unter LähmnngSerschei. nungen erkrankt. In den letzten Tagen sind vier Todesfälle zu verzeichnen gewesen. Es dürste stch um eine Vergiftung handeln. (Eholeraverdächtige Erkrankungen in Belgien.) In einem Brüsseler Lororte er-! rankten eine Frau und ihre beiden Kinder unter heftigen Magenfchwerzen. Die Frau starb innerhalb einer Stunde. Man befürchtet, daß eS )ich um Cholerasälle handelt. Der Gatte und die Kinder der Verstorbenen wurden unter Beobachinng gestellt. Auch ein Schiffer ist unter choleraverdächtigen Symptonen gestorben. «Wieder ein falscher Johann Orth.) Seidem Johann Orth, der ehemalige Erzherzog Johann Salvator. aus der Umsegeluug Südamerikas mit seinem Schisse „Santa Margareta" (1890) ver» (Hollen ist, habe» die Gerüchte, daß er noch am ^ebeii sei, nicht verstummen wollen. Wiederholt tauchten Nachrichten auf, nian habe Johann Orth gefunden. Sie erwiesen sich aber alle als Erfindungen oder Irrtümer. Jetzt bringt die in Cleveland (Ver-einigte Staaten)erscheine»de deutsche Zeitung „Die neue Heimat" die überrascheuden Mitteilungen, daß Johann Orth zur öffentlichen Vertretung seiner Ansprüche an das österreichische Herrscherhaus als Redakteur in die „Rene Heimat" eingetreten sei. Der angebliche Johann Orth gibt die Erklärung, daß die Angabe, seine „Santa Margaret«" sei im Jahre 1890 mit Mann nnd ManS untergegangen, völlig unznlreffend fei. Vielmehr habe er schon tm ->chre vorher die Man,.scherst in Ap,a (wamoa) entlassen, das Schiff vollständig verändert, »hm den Namen „Esperansa" gegeben und es mit einer neuen Bemannung versehen, um anch die letzte Spur von seinem Erdenwalle» zu verwischen. Dann habe er aus Martinique bei Samt Pierre unter dem Nanun ^oies Mayer eine große Plantage erworben, die er bis znm Ausbruch 'des Mont Pelee bewirtschaftete. Das damalige elementare Unglück habe ihn nicht nur seiner Familie beraubt, sondern auch sein Hab und Gnt zerstört. Nach sünf Tage langem Ausharren unter dem Feuerregeu des Mont Pelee >ei er von einem französifchen Dampfer gerettet nnd nach New Orleans gebracht worden. Seitdem sind fechs Jahre ins Land gegangen, und während dieser Zeit habe er, verstört über die Größe seines Unglücks, keine Schritte getan, um sich durch einen Appel an die Mildherzigleit seiner Verwandten wieder aufzuhelfen; er habe vielmehr fein täglich Brot seither als Zeichner und Maler in großen Unternehmungen erworben, bis er jetzt au die Oeffentlichkeit trete, um leim Ansprüche zn beweisen. Voraussichtlich w,rd es sich bald weisen, daß man es wieder nicht mildem Ver-scholleneu, sondern entweder mit einem Schwindler oder einem Geistesgestörten zu tun Hot. öchon jetzt klinge» die Angaben „Orths" sehr unwahrscheinlich, besonders die, daß er seine Mannschaft entlassen habe, da auch von dieser niemand nach Europa zurückgekehrt ist. SARG, wiEN Eigentlich war es doch furchtbar ulkig! Denken Sie sich ein kleines Gustkou^. Die Gaststube von durchnickle,,. buüendrn. erlällelen Mc»'«den überfüllt ta holt einer eine S»ackle> Zay! eckte Sodener Mineral-Pastillen au» dem Rucktack, dann noch einer, dann ein anderer, u»Z jchUebiich iofe die ,;anze Gesellschaft da nnd lu'schle Vastillen. Und was soll ich Ihnen sagen: out nicht einer vat Nachteil von der Erlältunq geiiad!, und das bauten st« doch nur den Sodenern, die eben zu den not-wendiq.n Reilerequistte» gehöre« frag» echte Sode» ner tauft man sür flr. '.V5 in jeder Apotheke». Oro|t«Tl«» und tyenerotrepräienianz für Oesterreich Ungarn: K. Th. Äuntzeil, Älen, IV/,. Grvsie Neugaffe 17 Hingesendet Derstl bedeutet für reich und arm eine Um< wälzuug bei allen bisherigen Wascharte». Perfil wird mit Recht ein gutes, modernes und unschädliches Waschmittel genannt. Persil gibt bleibend blendend weiße Wäsche und kürzt auch die Zett der Wasch-arbeit um zwei Drittel. ____ . , Mi i ii it m et«? 0» - lq>- ßlousen-Seide onlnoii Henueberg, ZttrioU Mit sehr gutem Erfolge wird MATTP angewendet bei: Erkrankungen der LtRwei« Katarrhen des Bacheu t der Bronchien Lungen und Brustfellentzftndug. China-Wein mit Eisen. im« A.B.M.111»« wt« I**: "4 •***" dtploa i«t fold.n*B ■•daill« RrtiNi«nn«camitlel tNr Seliwüchlicli», Blutarme and R«*konvale»*«nten. — Appetit anregende*. mrveusUrkeiid««. blntver-beaMrud«* Mittel. T<.T*«*Uch.rO.«k«ck.C.b« 6000 *'»>,''*• *' J. Seravalio, k. o. t Hoflieferant, Triest-Bartoli. K ftuflieh in den Apothtk.» I* »• 'i'LU u4 H I L • » 4.*>U i Anerkannt Tomiigliche Photographische Apparate eigener nnd Crmider Konstruktion. Wir empfahlen, Tor Ankanf eins» Apparates unseren Ratgeber (534 Seiten mit 623 Illustrationen. Preis K ! .Q0), verfaßt Ton nn*e«n» in Fachkreisen bestens bekannten wissenschaftlichen k. o. k. 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Der vorgefundene Betrag iiau«« in das mitgebrachte Büchel eingelegt werden und darf am gleichen Tage eine Behebung nie tat erfolgen, an jedem anderen Tage ist die Behebung bis auf den Betrag von K 4.— frei. Die Bestimmungen über die Ausgabe der Heim-Sparkassen sind den bezüglichen Einlagebüchera beigeheftet. Bei Bestellungen von auswärts sind ausser dem Mindestbetrage von K 4.— noch SO Heller für Porto beizuschliessen. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli hofft auf die weiteste Verbreitung dieser schon viel bewährten, volkswirtschaftlich und erziehlich wertvollen Einrichtung. Sparkasse der Sta«llgeineiiide Cilli« rgt »H, H» mm§- r§? rf? r§? rf? rf? rf? rf? *2 Ü = Druckaufträge = {► in jeder beliebigen Husführung bei massiger Preisanstellung. ♦ Cilli. Ratbausgasse 5 ► Celepbonanscbluss Dr. 21 } Inseratenaufträge für die Deutsche Cflacbt werden nach billigstem Carif berechnet. AAAAAAAAAAA ■ ■ □ Sette 8 Deutsche Wacht Nun.ii.et 77 Der allgemeine 8pg.r- u. 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Für den Parteien-Verkehr sind an allen Wochentagen die Amtsstunden von 9—12 Uhr vormittags festgesetzt. Die Direktion. Vollständig von A—Z ist erschienen: Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage 20 Bünde In Halbleder geb. zu Je 10 Mark fcrospek te u. Probehefte liefert jede Buchhandlung Verlag >ies Bibliographischen Instituts in Leipzig Zu haben bei: FRITZ RASCH, Buchhandlung. Cilli. Wohnung im II. Stock, Ringstrasse 8, bestehend an* 5 Zimmer«, A Dienstboten zimmer, Küche, Speisekammer. Vorzimmer, Dachboden- u. Kelleranteil, kommt per sofort zur Vermietung. Die Wohnung kann iedeu Tx; ton 11 bis 12 Uhr vormiuatrs besichtigt werden. Anzufragen beim HHwradmim-ftrator der Sparkasse det Stadtgeuieinde Cilli. VILLA mit herrlicher Fernsicht, in der nächsten KShe der Stadt Cilli, einstöckig n.it Man-sardenzimmern schönem Obst- und Gemüsegarten, ist preiswert ru verkaufen. Anfragen sind zu richten unter .Postfach Nr. 79, Cilli". 8. 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