»r«« »riLii« ,»»Prrisr: Für Laibach . . 4 . « . »ttrieltL^n» . t « »* » ««L«i« - .-.?». Mit der Post: «vttjjLhrig . . .»!?. — tr. ch«?.«!chrtg . . .».SO. ». ^iLhri«. . . , . 7» . Laibacher D»> Aiistell»»» i»> H»»s »iertrl-^ir^ig » kr« «sn-tlich » k». N-mmrr» 6 l«. blatt Anonyme Mitteilungen werde» nicht berückfichtigt; Manuskripte nicht znrückgesmdet. »»t»tti0»: »ah»h»I,asie «r. »» >»» Zaser«», Surea«: «°»^«rpla, !Nr. 81 <«»chh»i>»r« vo» 3. v.Sleinmayr » F. S-mb«, Jasertioa,,reise.- »für die einjpaltige Pettt,eUe > I, bei zweimaliger Liuschattu», » »l, dreimal t 7 lr. rulertto»»ftemvel jede»»il l» t» Sei grötere» 2»ser«le» »»v ist»», Wivschaltuug entsprechende» Ni»««. Nr. 298. Samstag, 28. Dezember 1872. Morgen: ThomaS B, Montag: David K. S. Jahrgang.' Pränumerations-Einladung. ----- Aus Anlaß des bevorstehende» Jahreswechsels erlauben wir uns, unsere geehrten Leser zur Einleitung, beziehungsweise Erneuerung des Abonnements aus das „Laibacher Tagblatt" höflichst einzulade», zugleich mit dem Ersuchen, die Pränumeration recht bald einzuleiten, damit in der Zusendung des Blattes keine unliebsame Unterbrechung stattfinde. Getreu den Grundsätzen der Freiheit und des Fortschrittes, die wir bisher aus allen Gebieten des öffentlichen Gebens verfochten, werden wir auch fernerhin bestrebt fein, unfern Lesern ein ehrliches, sorgsam redigiertes, von allen wichtigen Vorkommnissen des In- und Auslandes rechtzeitig unterrichtetes, die wichtigsten Tagessragen kritisch beleuchtendes Organ zu biete». Unseren Gegnern aber, die noch immer nicht müde werden, unser» baldigen Untergang zu prophezeien, können wir die Versicherung nicht vorenthalten, daß wir uns stark genug suhlen, de» Kampf für Gesittung und Bildung gegen Unkultur und Verdummung rüstig sortzusetze», daß wir demnach nicht die mindeste Lust verspüren, ihnen zum Tröste vom Schauplatze abzutreten. Weil wir im Herzen des Volkes zu lesen verstanden, auf den Pulsschlag der Zeit horchten, ein getreues Echo der Ideen, welche die Welt bewe-gen, zu sein bestrebt waren, nie unser Wort misbrauchten, im Kampfe gegen Reaction und Verfinsterung nie das Maß des Erlaubten überschritten, ward uns die Gunst des gebildeten Publikums nicht entzogen, und wir hoffen, alle Freunde der Bildung und des Fortschrittes im Lande Krain werden auch künf. tighin wacker zu uns stehen im Kampfe für die gemeinsame Sache. Nebst den politischen Tagesfragen werden wir auch den Verhältnissen der Stadt und unseres engeren Heimatlandes eine noch größere Aufmerk-samkeit schenken, als bisher. Es ist uns gelungen, gerade in dieser Richtung eine Reihe neuer Verbindungen anzuknüpfen, die uns in die Lage setzen werden, Lokalfragen und Angelegenheiten der Provinz künftig mit besonderer Ausführlichkeit zu behandeln. Die langersehnte Wiederherstellung verfassungsmäßiger Zustände in allen Executivorganen des Landes, der unermüdete Kampf wider die Gegner des Fortschrittes, der öffentliche Unterricht in den Volks- und Mittelschulen, die Gemeindevertretungen und deren Gebaren, der Ausbau der beiden wichtigsten Eisenbahnlinien des Landes und der dadurch bedingte ökonomische Aufschwung der Provinz, die stetige Entwicklung der Landeshauptstadt sind Gegenstände von so ernster und tiefgehender Bedeutung, daß sie allein schon die volle Kraft eines publicistischen Organs in Anspruch nehmen, sollen sie gehörig beleuchtet werden. Im Vertrauen, daß unsere Gesinnungsgenossen im Lande uns auch im neuen Jahre mit Rath und That bei unserer schwierigen Aufgabe zur Seite stehen werden, empfehlen wir das „Laibacher Tagblatt" ihrem Wohlwollen und werden in der sichern Erwartung desselben mit erhöhter Freudigkeit an unser Tagewerk gehen. Priinumeratious»Bedingungen. Dieselben bleiben unverändert wie bisher ' Für Laibach: » Mit der Post: Ganzjährig . . . .................8 ft. 4<> kr. ! Ganzjährig........................I I ft. — kr Halbjährig . .....................4 „ 20 , ; Halbjährig .......................5 „5V, Vierteljährig......................S ., 10 . Vierteljährig......................S .. 7b . Monatlich . . . ................ — „ 70 » » Für Zustellung inS Hau« vierteljähng <5 kr., monatlich 8 r. — Einzeln» Nummer» 6 kr. Das „Laibacher Tagblatt" ist somit die weitaus billigst- hier ersebeinende Zeitung und vermöge seines großen Leserkreise« auch gan, vorzüglich für Insertionen geeignet. Die Redaction. Die Enthüllungen GrammontS. Wir haben vor kurzem die Aussagen des Präsidenten Thiers vor der Unterfuchungöcommission der Nationalversammlung über den französisch-deutschen Krieg vom Jahre 1870 und seine Ursachen mitgetheilt. Thier« hatte vor der Enquvte-Eommis-fion rund heraus erklärt, es sei eine Lüge, daß Preußen den Krieg gewollt, seit Jahre» vorbereitet und nach dem Zwischenfall der spanischen Thron-randidalur mit beiden Händen gegriffen habe, um ihn als Vorwand zu benützen. Die Schuld an dem grauenhaften Kampfe zwischen den beiden Nachbarvölkern hat Thiers ausdrücklich der bonapartistischen Sippschaft und ihrem Anhänge zugrmessen; weder das französische Volk noch das deutsche wollte nach khler« vom Kriege etwa« wissen, vielmehr wäre es zunächst die Umgebung derKaiserin Enge-nie gewesen, welche die niederträchtigsten Mittel nicht scheute, um das Volk in einen Kampf hinein ju Hetzen, der ihm so verderblich werden sollte. Namentlich wa« Oesterreich und feine Stellung zu Frankreich vor dem Au-bruche des Kriegs betrifft, lauten die «u«sagen de« Präsidenten wörtliche ..In Wien haben mir dir Grafen Beust und Andraffh versichert, sie hätten, ohne die Eandidatur de« Prinzen von Hohenzollern oorherzusehen, dem Herzog von Grammont wiederholt gesagt, er möchte da« Tuileriencabinet vor jeder Täuschung bewahren und e« davon zu überzeugen suchen, daß Oesterreich, falls sich Frankreich in einen Krieg verwickelte, an demselben keinen Antheil nehmen könne." Da kommt nun der einstige Botschafter am wiener Hose und franjösische Minister des AuSwär-Ligen, der die Kriegserklärung an Preußen unter-zeichnet, und tritt den Erklärungen des Herrn Thiers kategorisch entgegen. Einer Weisung aus Ehiselhurst gehorchend, veröffentlichte vor wenigen Tagen der Exminister Napoleons in der „Eorre-spondance Europkne" ein Schreiben, welches gegen die Erklärung Thiers' vor der Untersuchungscommission feierlich protestiert und insbesondere in Abrede stellt, daß Frankreich den Krieg plante. Preußen, behauptet er, habe den Krieg gewollt, von langer Hand vorbereitet und die Gelegenheit dazu förmlich vom Zaune gebrochen. Was die Aussagen Thiers' über Oesterreich betrifft, versichert der Herzog, Thier» müsse an Gedächtnisschwäche leiden, denn er könne nicht glauben, daßBeu st und A n. drasfy ihm nicht die Wahrheit mitgetheilt. Er selbst und andere seien wenige Monate vor Au«, bruch des Krieges ermächtigt worden, ihrer Regie-rung zu melden, Oesterreich betrachte dir Sacht Frankreichs als die seinige und werde zum Erfolge seiner Waffen soviel als möglich beitragen. „Die-— fährt er fort — wurde ich beauftörgt, der fran-zösischen Regierung auszurichten, und andere wurden beauftragt, dasselbe mit mir zu wiederholen. Ich citiere nicht aus dem Gedächtnisse. Ich habe da« betreffende Dokument kommen lassen; es liegt mir vor und ich kann beweisen, was ich behaupte." Man wird gestehen, daß dir Auslassungen GrammontS für uns Oesterreicher wo möglich yon noch größerer Bedeutung werden können, fall^Ft sich bewahrheiten, als für Frankreich selbst. Er behauptet geradezu, die französische KrlegSparU ?»be das Bündnis Oesterreichs in der Tasche gehabt. Oesterreich hätte die Sache Frankreich« als M, Einige betrachtet. Frankreich habe auf OesHrA Mitwirkung in einem Kriege gegen Preußeg,Ait Sicherheit zählen können. Oesterreichs positive AUig^z. Versprechungen Hütten demnach das unvor' schlecht gerüstete Frankreich zum vorzeitigen Losbruch verleit« Me man sieht, enhalien die Enthüllungen Gram-monts auch eine doppelschneidige Seite: einmal würde durch die Behauptung Grammonts jene andere Be-hauptung, nicht Frankreich, sondern Preußen habe den Krieg von langer Hand vorbereitet, total ver. nichtet. Wer sich Monate vorher großer Allianzen versichert und dasjenige auSzugleichen sucht, was ihm an innerer Organisation fehlt, geht doch offenbar auf Krieg aus. Sodann wird eine der schwersten Beschuldigungen auf zwei der gefeiertsten österreichischen Staatmänner gewälzt, die Grafen Beust und Andrassy werden geradezu des Wortbruches geziehen, falls zwischen Wien und Paris bindende Allianzverabredungen stallgesunden haben, wie es der Herzog so entschieden behauptet, ganz abgesehen davon, daß Oesterreich, eine neutrale Macht, an dem Kriege in keiner Weise betheiligt, für den Ausbruch desselben vor dem Forum der Geschichte und für die Niederlagen Frankreichs durch feinen Trcubruch verantwortlich gemacht werden könnte. Die Enthüllungen Grammonts sind darum hochernsier Natur und man darf für die nächste Zeit einer Reihe der interessantesten Nachträge zu denselben entgegensehen. Derjenige Staatsmann, ;in dessen Händen damals dir auswärtige Politik Oesterreichs ruhte, dürfte zunächst berufen sein, sich vor dem Schwurgerichte der öffentlichen Meinung und dem Tribunale der Geschichte zu verantworten. Wenn wir uns heute zurückversetzen in den Sommer des Jahres 1270, wenn wir uns das Kriegsgeheul innerer Zuavenblätter, der feudal-klericalen Partei, der interessanten Nationalitäten auf der ganzen Linie, das ewige Schüren und Hetzen der Kriegs-parlei am Hofe wie in der Armee vergegenwärtigen, wenn wir uns erinnein, daß einzig und allein die deutsche Presse und deutsche Vereine Proteste erhoben, davor warnten, den deutschen Brüdern, die um ihr Heiligstes kämpften, verrächerischerweise in den Rücken zu fallen, wen» wir bei alledem von der Kriegssurie verschont blieben, so können wir nicht umhin, .auch unsern StaatSlenkern von damals ihren Antheil an weiser Mäßigung znzuerkennen. Wir leben demnach der gegründeten Hoffnung, es werde dem Grafen Beust gelingen, die schweren Beschnldigun gen GrammontS zu entkräften._____________________ Reden bei der Verfassungsfeier. Laschau: Heute vor einem Jahre ist hier in diesem Saale bei demselben feierlichen Anlässe, der uns auch jetzt hier selbst vereinigt, ein offenes „Willkoin men" dem kurz vorher eingesetzten Ministerium mit Feuilleton Das zweite philharmonische Concert. Es ist eine erfreuliche Thatsache, daß die Programme der beiden bereits stattgefundene» Coneerte durchwegs aus Nummern bestanden, die einer entschieden guten Musikrichiung angehören, und daß uns auch für die Zukunft »och so mancher musika-lische Genuß in Aussicht gestellt ist, dessen wir uns bisher nicht zu erfreuen vermochten. Es gibt freilich auch einen Theil de- Publikums, welchen, ein söge-nannte« „gemischtes Programm", bestehend aus allerlei musikalischen Spielereien, weitaus lieber wäre, al« rinr Serie gediegener Musiknummern, allein da e« die Aufgabe und der Zweck des Wirkens der Philharmonischen Gesellschaft ist, den Geschmack und den Sinn für da» Bessere zu heben und zu pflegen, so darf da nicht die Rede fein von Eoncesfionen an den AUtagsgefchmack, dem leider ohnedies nur allzuviele Zugeständnisse in anderen, ebenfalls der Kunst geweiht fein sollenden Räumen gemacht werden. ES mag wohl viele ein gelinder Schauer durchrieseln, wenn sie, verwohnt durch allzuhäufigen Umgang mit der „schönen Helena," „den Weibern Zustimmung der >,anzen Versammlung zngerusen worden. Wir halten eben erst in einen Abgrund geblickt, dem die Westhälfte des Reiches in verhängnisvoller Weise zutricb, und die von der Krone berufenen neuen Männer der Regierung erschiene» uns da nicht anders denn als Retter vor unvermeidlichem Untergange Wir brachten diesen Männen Vertrauen entgegen und es war an ihnen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Blicken wir nun auf das abgelaufeue Jahr, zurück, so stellt sich uns die Wirksamkeit dieses Mi nisteriumö als eine solche dar. welcher wir in gerechter Weise den Beifall nicht versagen können. (Lebhafte Zustimmung.) Hat das Ministerium doch dort, wo die Wogen dev Zerstörung am wildesten emporschlugen, mit ungewöhnlicher Raschheit die Lage so umzugestalten vermocht, daß in Bühnen an Stelle der nationalen Constituante ein legaler Landtag das Banner der Versassung wieder aufgerichtet hat (Beifall); hat doch das Ministerium dann auch noch weiters mit der Durchdringung eines die langentbehrte Zweidrittelmehrheit erfordernden keinen aber höchst noth-wendigen Gesetzes den Versassungssreuuden eine wahrhaft ersrenliche Ueberraichung bereitet, und gehl doch das Ministerium eben in diese» Tagen zur Genugthnung derjenigen, welche die Festigung der ReichSeinl>eit als ersehntes hohes Ziel erstreben, an die Arbeit der Herstellung eines wahren Parlamentes. (Lebhafter Beifall.) Wir können kaum umhin, zu sagen: das ist ein Ministerium der That! Und wahrhaftig — Bewußtheit dessen, was er will. Entschlossenheit, das Gewollte auszuführen, kraftvolle Anwendung der Mittel, wovon er die Ausführung erhofft — das ist das Gepräge des echten Staatsmannes. Nun — derjenige der Regierungsmänner, von welchem das Ministerium jeneu Namen führt, ist wohl einem Geschlechte entstammt, dessen Thalkraft in Schlachten und Siegen wie in Erungenfchaften geistiger Blüthe die ältere wie die neue Geschichte unseres engeren Vaterlandes mit Stolz verzeichnet; manuesmuthige, patriotische Thaten — die sind wir an unseren Auerspergen gewohnt. (Allgemeiner Beifall.) Und jo lade ich die geehrte Versammlung ein, an jenes Willkommen vom vorigen Jahre heute die Anerkennung, daß dir Gekommenen uns auch zum Wohle gekommen seien, bereitwillig und dankbar anznreihen. Ich hebe de» Becher und trinke anf den Be stand und aus das gedeihliche Fortwirke» unseres Ministeriums! (Allseitiger lebhaftester Beifall.) von Georgien" und wie all die ekelhaften Auswüchse unseres musikalischen Zeitalters heißen mögen, Na ! men wie Händel, Beethoven, Schumann, in deren Werken nur ein ernst-kenschcS Genießen erlaubt ist, aus den Eoncertprogrammen finden ; doch wir wollen annehmen, daß ihre Zahl eine verhältnismäßig ge-ringe sei und der größere Theil des Publikums die Gelegenheit mit Freuden begrüßen wird, sich mit Meisterwerken dieirr Gattung wenigsten« oberflächlich vertraut zn machen. — Da« zweite Eoncert wurde eiugeleilel mit Robert Volk mann« ^eslouvertüre; r« ist diese Ouvertüre eine Gelegenhcit-composition, dir ihr Entstehen der festlichen Begehung des süus-undzwangjährigen Bestehens de» pefter Conservato-riums verdaxkt; daß der Eomponist daher selbst als Ungar und den Zweck tuS Auge fassend, auf nativ-»alem Boden steht, ist wohl sehr erklärlich. Die ungarisch«,, Rhythmen, drren Charakteristik die Synkope ist, herrschen vor und geben dem Werkt ein vorwiegend nationales Gepräge; die packende Wirkung übt aus das Publikum ihr Recht, und e» wurde die sehr präcis erecutierte Ouvertüre beifällig ausgenommen. Da« Violinconcert von Mendelssohn al« nächste Hauptnummer de« Programms, dies« wunderschöne, edle Blüthe der uach-Beethoven'schen Biolinliteratur, war in den Händen Hrn. Grrst »er «; Deschmavu: Seit Jahrhunderten ist das Land Krain in dem Rufe eines Wunderlandes gestanden. Der eigenthümliche Bau seines Bodens in einzelnen Landestheilen, in dessen Innern ein wundervolle» Grottenlabyrinth mit seinen prächtigen, magisch schimmernden Gesteinsbildungen den staunenden Besucher überrascht, das plötzliche Hervorbrechen wasserreicher Flüsse und Bäche, die nach kurzem Verlause wieder den geheimnisvollen Tiefen der Erde zuströmen, die verschiedenartigen klimatischen Unterschiede aus einem verhältnismäßig kleinen Raume und infolge dessen eine seltene Mannigfaltigkeit in den Produkten des Bodens, in den Ergebnissen der Jagd und des Wildfanges, dies alles hat zu einer Zeit, als die Naturwissenschaften gar nicht gepflegt wurden, auch bei den gebildeten Klassen im Lande die Ansicht hervorgerufen, daß derartige Er« scheinungen nicht nach natürlichen Gesetzen zu erklären seien, sondern daß sie durch Wunderkräfte der Natur hervorgebracht würden. Diese Anschauung hat der krainische Chronist Valvasor in seiner übrigens höchst schätzenswerthen „Ehre des Herzogthums Krain" vertreten, worin der damals im Lande herrschende Wunder- und Aberglaube über Gebühr zum Ausdruck gelangt ist. Durch Valvasors vielgelesene Chronik verbreitet- sich der Ruf des „Wunderlandes" Krain bei allen gebildeten Nationen, auswärtige Dichter besangen die Wunder des Landes, ja sogar von den Kanzeln herab predigte man die Wunder unserer Heimat. Ein interessantes Euriosum derartiger Kanzel-beredsamkeit bildet eine im Jahre 170?, über Veranlassung der in Wien und um Wien wohnenden Krainer von dem als drolliger Humorist weltbekannten Angustinermönch Abraham a Santa Clara in der Augustincrkirche gehaltene „redliche Red' für die krainische Nation," deren Inhalt sich auf den Bibeltext: „^arrabo tuL mira- bilia,'' „Ich werde deine Wunder erzählen," bezog, und deren Refrain „Wunder über Wunder" lautete. Das größte Wunder des Landes waren für Abraham a Santa Clara die vielen Heiligen im Lande, sodann die vielen Wallfahrtsorte und endlich die Unzahl von Kirchen und Kapellen, in welchem Artikel es Krain selbst großen Ländern zuvor-gethau. „Dir Krainer, diese frommen Leut', kommen mir aber auch — fährt der Augustinermönch sott wie die kleinen Kinder vor (Heiterkeit', sie sind lauter kleine Kinder, obwohl sic große und starke Leu« sind und z. B. ein Baron Räuber drei KE Kortsetzunfl in der Beilage. -W« fatale Zufälligkeiten, wie sie wohl jedem Künstler zeitweilig in den Weg treten, hinderten ihn an der vollen Entfaltung der Schönheiten seines SpicleS, und Herr Gerstner soll sich leicht darüber beruhigen; wir kennen ihn als eine» so trefflichen Künstler» dessen solide Eigenschaften durch die Consequenzei» einer gesprungenen Saite wohl durchaus keine Schmälerung erleiden, der stürmische Applans, den Gerstner erntete, war wohl ein Beweis, -wie sehr das Publikum seine Leistungen zu schätzen weiß. Als Zwischeiinununern saug Frl. Rose n eine Ballade von Löwe uud Recitativ und Arir au» „Rinaldo von Händel recht gut, nur mit allzu weudung der tiefen Register, was i» der gewöhn-heit de» »räuleinS liegt; sie wurde verfällt^ ausgenommen und lebhaft applaudiert. Die Schluß« uummer war Beethoven» „Siebente.' Viele Bee-thovenauSleger wollen au« dieser Symphonie dir Schilderung einer Bauernhochzeit herau-geklügelt haben. Es ist lächerlich, daß sich so viele Leute die unnütze Mühe l>cl>k», die musikalische Sprache mit anderen j- B. der dichterischen vermengen zu wollen, um durch die eine das zu ergänzen und zu ersetzen, was ihrer beschränkten Ansicht »ach in der ändern unvollständig bleibt. Es ist wahr, da wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an; aber nichts SW ho« 28. Dezember. mando stehenden Betbrüder und Betschwestern an dem einst so mächtigen Wunder- und Aberglauben fest. Kram ist kein Wunderland mehr, es hat hiedurch nichts verloren, vielmehr gilt es als «« höchst interessantes Land, dessen Naturschätze eine unerschöpfliche Quelle ses Studiums für den Freund der Namr, dessen kräftige und erwerbsame Bevölkenmg der vollsten Beachtung des Ethnographen, xultnrhistorikers und der Staatsmänner werth ist. (Beifall.) Nur in einer Beziehung gilt Krain »och immer als Wunderland. Wenn nämlich politische Kragen durch die herrschende klericale Partei zur Lösung kommen sollen, geschieht niemals das, was man nach natürlichen Combinationen erwarten sollte, sondern es geschehen Dinge, über die man mit Abraham a Santa Clara ausruse» möchte: Wunder über Wunder. (Lebhafter Beifall.) Die klerikalen politischen Tausendkünstler in Krain proklamierten einmal den innerösterreichischen Generallandtag als ihr Programm, dann bekehrten sie sich zum Oktober-oiplom, später zu den czechischen Fundamentalartikeln, und erst vor ein paar Tagen gab ihr Moniteur — o Wunder über Wunder — zu verstehen, daß sie nunmehr an der Verfassung festhalten müssen, um die directen Reichsrathswahlen zu verhindern. (Stürmischer Beifall.) Wenn in politischen Fragen der Wunderglaube obwaltet, wenn es da nicht mit natürlichen Dingen zugeh:, so ist es wohl erklärlich, daß Kurpfuscher, Quacksalber und Zahnreißer das große Wort führen, daß diese dem Bolke tausend eingebildete Schmerzen vorschwindeln, um ihre Recepte als Heilmittel für alles Weh möglichst lheuer an Mann zu bringen. Diese Heilkünstler der Nation scheinen vor allen jenen Ausspruch der früher gedachte» Abraham'schen Rede sehr gut einstudiert zu haben, „daß nämlich die Krainer lauter kleine Kinder sind," wenigstens wollen sic das Bolk immer am Gängelbande herumführen. (Lebhafter Beifall.) Doch auch mit den politischen Wunderexperimenten geht es zur Neige. Die Jugend des Landes durchblickt das frevelhafte Spiel, das man mit den heiligsten Gefühle» des Volkes trcibt. Lin für das Volkswohl begeisterter slovenischer Sänger schleudert seine geharnischten Sonnette gegen die Bolkssührer in die Welt, seine Stammesgenosse» in glühenden Worte» aussordenid, sic solle» das ichmähliche Loch, in das sic die Selbstsucht der Bolkssührer schlug, endlich abschütlcln. (Beifall.) Obwohl nun die Taktik der letzteren jene geflügellen Worte todtschwei-gen will, so liegt doch in der Kriegserklärung des Dichters ein wundervoller Zauber, so daß ^davor.dic einstige Herrlichkeit der Bolksbeglücker zu erblassen beginnt. Indes gehen noch andere Wandlungen im slo-venischen Lager vor, jso zwar, daß man ausruse» möchte: „Wunder über Wunder." I», krainischen Landtage erhoben slovenische Abgeordnete ihre frei« müthige Sprache gegen das schwindelhafte Gebaren der Bolkssührer, voll Entsetzen und Jammer ließen diese ihre Nothrufe erschallen, indem sonst alles in Brüche ginge. Sollte nicht auch von diesen Wehrufen gelten der Ausspruch: „Wunder über Wun. der?" (Beifall.) Ja auch das politische Wunderland Krain ist seinem Untergange nahe, um der echt nationalen und patriotischen Politik der reellen Interessen platzzumachen. Wir habe» vollen Grund, uns über diese Wendung der Dinge zu freuen. Mögen nur diejenigen, in deren Hände die Geschicke Krains gelegt sind, die reichen Naturschätze des Landes zur vollen Verwer-thung bringen und das reich begabte Bolk unter dem segensreichen Einflüsse der neuen Schulgesetze zu einer nüchterne klare Ziele verfolgender Lebensrich. tung führen, auf daß es dein Aberglauben und dem noch gefährlicheren politischen Wahne für immer den Rücken kehre, auf daß jener böse Dämon des Nationalhasses, der von engherzigen, selbstsüchtigen Bolksverführern wach gerufen und großgezogen wurde, in seine finstern Brutstätte» heimkehre und das Volk von dem bösen Alpe der Zwietracht befreit werde, auf daß ein die edelsten Ziele der Menschheit verfolgendes Streben, ein vom humanen Geiste der Zeit durchleuchteter Sinn sich allwärts kund gebe, auf daß Land und Volk in Krain in diesem Sinne gedeihe und sich fortentwickle, erhebe ich das Glas: „Hoch Krain und seine Bewohner." (Stürmischer Beifall.)_________________________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 28. Dezember. Lulaud. Unmittelbar nach Wiederaufnahme der Sitzungen des Reichsrathes am 1ö. Jänner wird der Mandatsverlust für jene Deputierten ein-treten, die trotz der an sic gerichteten Aufforderung gewissenlos genug sind, ihre Pflicht der Volksvertretung auf die leichte Achsel zu nehmen, und ihre Plätze im Abgeordnetenhause nicht einnehmen. Hoffentlich wird das Ministerium diese Gelegenheit zur sofortigen Ausschreibung der direkten Nothwah» len benützen. Ob übrigens die letzten besonders umfangreich werden, ist noch s ehr fraglich; denn nicht wenige der Deputierten, auf welche die Absti-nenzpolitiker felsenfest vertrauen, dürften den sichern Beilage zum „Valbacher Tagblatl" «r. Ellen hoch war uud «ine» Bart hatte, der nichts nur auf die Fußsohle» hinunter reichte, sondern noch länger war, also daß er ihn hat unter den Gürtel stecken müssen. Ja dieser und alle andere» in Krain sind lauter Kinder, was ihnen zu keinem Schimpfe geredet ist." Was haben die Kinder für Natur und Eigenschaft? fragt Abraham a Santa Clara weiter? Diese, wenn sie den Wauwau erblicken, so laufen sie zu der Mutter und verbergen sich in ihren Schoß. Dies thun auch die Krainer. sie lausen von einem Guadenorte zum ändern, und man sieht im ganzen Lande das ganze Jahr hindurch nichts als Processionen und Wallfahrten zu derlei Gnadenorten. (Große Heiterkeit.) „Ein Wunder über Wunder" ist es, daß die krainischen Bauern den Teufel gar nicht fürchten; sie kommen mit ihm bei dem Billichfange zusammen und jagen ihm die Billiche ab. Dies ist ab.r nur darum möglich, weil sie so gute Patrone besitzen." In solcher Weise wurde noch zu Anfänge des vorigen Jahrhunderles über das Wunderland Krain gepredigt. Es ist auch diese Predigt von den in Wien wohnenden Krainern in Druck gelegt worden, und zwar, wie es in der Zueignung heißt, zu dem Zwecke, um die Vorzüge der lieben Heimat „der ganzen Welt und sonderlich dem liebsten Deutschland" kund zu thun. Nun ist auf unsere Zeiten keine Nachricht gelangt, daß jene deutschfreundlich gesinnten Krainer in Wien wegen dieser Drucklegung von ihren zelotische» Landsleuten, deren es so gut damals als heutzutage welche gegeben hat, als Verräthe- des Vaterlandes wären erklärt worden. (Beifall.) Aber bereits im vorigen Jahrhunderte begann es mit dem Wunderglauben abwärts zu gehen, das Land Krain verlor seinen Ruf als Wunderland. Die Wunder des Zirknitzer-Sees fanden ihre natur gemäße Erklärung, der Teufel der Billichfänger wurde zur Nachleule degradiert, endlich wurde all der Unfug der Wallfahrten und der fromme Spuk der Gnadenorte von dem berühmten Naturforscher und Professor der Anatomie in Laibach, Bal -t h as ar H ac q u e t, mit unerschrockenem,;reimuthe aufgedeckt, so daß die Klericale» von den Kanzeln gegen „die fremde Ferse" tobten uud das Landvolk aushetzten, es möge den ungläubigen rothhaarigen Professor, der der leibhafte Antichrist sei, wenn er aufs Land käme, erschlagen. Diese Verhetzungen gingen nicht in Erfüllung, wohl aber hat Hacquets sreimüthige Sprache mit den Wundern in Krain gründlich aufgeräumt, heutzutage halten nur mehr schwachköpfige Leute und die unter klericalem Com- tst unleidlicher als die abgeschmackten Bilder und ^ Geschichtchen, die man jenen Jnstriimentalwerken zu Grunde legt» will. Beethoven hat nur in seiner „Pastoral-Symphonie" bestimmte Seelenzustände, Handlungen und Ereignisse musikalisch geschildert, sonst aber glauben wir, Miß nur große, leidenschaftliche Empfittdungcn, die nicht in äußeren Veranlassungen ihren Ursprung fanden, es waren, die Beethoven zur Conception feiner großen Werke drängten^ so auch mag es mit der Entstehung der ^-äur-Symphonic gewesen sein. Der vorwiegend heilere Charakter, der in dem Werke unverkennbar liegt, ist wohl nicht sowohl das Resultat der Beob. achtung eines änßerlichr,, Vorganges, als einer inneren frohen und frendige» Seeleiislimiilung, von der Beethoven damals ergriffe» ward, als er jene Symphonie schrieb. — Gespielt wurde die Symphonie, bis auf einige Versehen, die zum Glücke nicht von nachhaltiger Wirkling warcn, gut, und es spendete das zahlreich anwesende Publikuni nach jedem Satze lebhaften Applaus. Zwei Weihnachtsabende. von V. Birh», (Fortsetzung.) Gegen Mitternacht versammelte sich die Menge ^ dichte» Gruppen vor den Kirchthüren, welche gr. schlossen und mit Soldaten besetzt waren, und lachte und schrie, trommelte und rasselte »och ärger Ms zuvor oder riß wohl auch gemeine Späße mit den anwesende» Kranen. Dazu wurden die Glocken in der hier gewöhnliche» Weise geläutet, mit einzelne» schnelle» Schläge», wie bei uns zu Lande bei Gefahr und Nolh, und nicht vereint, sondern jede einzelne für sich in wirrer, mishelliger Folge mit anderen. Das Glockengeläule in Spanien hat mich stets empört; denn es ist eigentlich nur ei» schändliches Miebrauche» der herrliche», so eigentlich christlichen Klangwcrkzeuge; heute aber verletzte es mich mehr als je. Der Kindheit Dichtung, der Heimat Sehnen und der Heimat Bild, welches Glockenlöne in der Fremde in mir zu erwecken pflegen, mußte vor diesen grausigen Töne» dahin schwinden. Ich wunderte mich nicht mehr darüber, daß nur im deutsche» Herze» Glockciitöne zum er-habenen Liede erblühen konnten; ich sah ein, daß nur ein in Deutschland Geborener Schillers Worte verstehc>> konnte, niemals ei» Spanier, denn ich selbst verstand in Spanien die Glocke» nicht mehr. Mit dem Schlage Zwölf wurden die Kirchen-thüren geöffnet und da« außen versammelte Volk stürzte sich nun in das Innere des Gotteshauses. Wir folgten ihnen ernst und stumm; denn es war uns gar eigen zu Muthe geworden. Doch sollte es noch^ anders kommen. Wir wunderten uns nicht wenig, als wir im Innern des Gotteshauses Po-lizeimänner stehen, Bayonette blitzen sahen. An jedem Pfeiler standen zwei Soldaten mit Geweh-re» ; durch die Mitte des Schiffes aber zog sich eine dichte Reihe derselben, dazu bestimmt, um die zum Beten .hierhergekommeuen Männer von den Frauen abzuhalten. Ich wurde durch die Anwesenheit der Solda-ten schreiend verletzt im innersten Herzen; aber ich wußte ja nichl, daß man in diesem Jahre dem Volke zuin erstenmale verboten hatte, den barbari-schen Lürm von den Straßen in der Kirche fort-zufetzen, wie es sonst zu thun pflegte. Und in der That waren Soldaten nöthig, den Trommelschlag und andere Tonmisbräuche auf die Kirchenthüren zu beschränken, durch die er noch immer hcrein-klaug ins Heiligthum; es waren Soldaten nöthig, Störungen der Messe zu unterbrechen, denn verhindern konnte man sie nicht. Man lachte, witzelte und lärmte auch in der Kirche, und alle Wachen waren nicht im Stande, die Ruhe herzustellen. Ja, als dann die jubelnden Worte des „Oloris. iu 6L-esluin kamen und von rauschender Musik begleitet wurden, da zogen einige Männer trotz der Solda-ten Tambourins unter den Mänteln hervor und schlugen diese und klapperten mit ihnen, als hätten Sitz im Abgeordnrtenhause einem für sie unfichern Erfolge bei direkten Wahlen vorziehen. Namentlich gilt diese» von den Polen, welche wohl die direkten Wahlen, die sie mit dem bestem Willen nicht hinter-treiben können, über sich ergehen lassen werden. Die Abgeordneten aus Galizien werden eben der Wahlresorm gegenüber dieselbe Politik einhalten, welche sie bei Schaffung der Dezembergesetze beob-achtet haben, sie werden dagegen stimmen, was jedoch deren Annahme mit der nöthigen Zweidrittel-majorität nicht im geringsten hindert. Vom Grafen Gulochowski wird berichtet, daß ir lieber auf seine Stellung als Statthalter verzichtet, als der Wahlreform zuliebe sich zu Schritten herzugeben, die ihn bei seinen Landsleuten kompromittieren .müßten. Demgemäß hat Golu-chowski auch bei seiner jüngsten Anwesenheit in Wien den Ministern unumwunden erklärt, daß die Wahlreform in Galizien auf entschiedenen Widerstand stoßen würde. Darüber befragt, wie die ga-üzischc» Abgeordneten diesen Widerstand auszuführen dächten, sagte Graf Goluchowski, die Abgeordneten würden im Falle des UnterliegenS den Reichsrath verlassen. Die Minister erklärten einstimmig, daß ein solcher Schritt die Anwendung des Nothwahl-gesetzeS in Galizien zur Folge haben würde. „Wenn dem so ist", antwortete Goluchowski, „so bitte ich Sie, meine Herren, sich nach einem neuen Statthalter umzusehen, denn ich werde zur Durchführung der Nothwahlen nicht meine Hand herleihen." Diese Erklärung machte selbstverständlich der Unterredung rin Ende. Inzwischen mehren sich die Beweise der sympathischen Aufnahme, welche die Wahlresorm in der auswärtigen liberalen Presse findet. Wir legen dabei rin ganz besonderes Gewicht auf die Stimmen aus England, wo man in Sachen des Parlamentarismus und der Anforderungen des con-stitutionellen Lebens der Staaten unbestritten ein gereistes Urtheil besitzt. Der londoner „Spectator" sagt in Bezug auf die österreichische Wahlresorm: „Es gibt Revolutionen, die ohne Schuß vollzogen wurden, aber dessen ungeachtet eine so gewaltiae Umwandlung auf politischem oder socialem Gebiete hervorbrachten, als ob sie von den Stürmen der Bastille durchgeführt wären. Zu diesen friedlichen Revolutionen gehört die österreichische Wahlreform. Bismarck hat selbst mit Hilfe seiner Infanterie, Eavalerie und Artillerie nie noch einen kühneren Schritt gethan, als der, den Fürst Auersperg eben an der Spitze seiner getreue» deutschen Verfassung»-frrundr, vrrsprengter Böhmen und ähnlicher zer- sie einer Tänzerin den Takt anzugeben. Die große Menge belohnte diese Unberufenen mit einem schal-lrnden Gelächter und murrte gewaltig, als man jenr festnahm und entfernte; denn sie verstanden ja weder das pfäffische Geplär am Altäre, noch die Worte der Sänger im Ehore, welche die Trom-«elschläger begeistert hatten. Mehrere male noch wiederholte sich ähnlicher Unfug; ich war sroh, als die Messe endlich zu End« ging. Wir kehrten nach unserem Stübchen zurück und verschlossen sorgfältig dessen Thüren und Laden, um nur den Lärm nicht mehr zu hören, welcher uns unsere Weihnachtsstimmung so arg verbittert hatte und immer fort währte. Und erst dann, als wir allein im Stübchen waren, wurde es uns wieder wohl im Innern; ich aber gedachte einer ändern Weih-nachtSnacht, die ich vor Jahren gefeiert - und begann zu vergleichen. Ueber Meer und Länder hinweg, durch vorgegangene Jahre hindurch trug mich die Erinnerung; ich befand mich wiederum im inneren Afrika und durchlebte noch einmal die gefeierte Weihnacht. ----------- Auf rinem der Hauptstrüme des Nil, mitten im Walde, tag unser kleines Boot. Wir halten den ganzen Tag über gejagt, gearbeitet, beobachtet, neues entdeckt, Wunder erschaut und darüber alles, selbst die Heimat vergessen. < Schluß t»i streuter Parlamentsrekruten in Szene setzte Wird er den Sieg davontragen '? Wir glauben es, ;nm mindesten für den Augenblick, und wenn eine tüchtige Leitung, verbunden mit einer-guten Mannschaft je den Sieg einer Partei verdiente, so verdienen ihn sich die deutsch-österreichischen Liberalen." Die Regelung der Beamtengehalle beschäftigt auch das ungarische Ministerium. Der Gesetzentwurf über die Pensionierung der Staatsbeamten ist, wie der „U. Ll." erfährt, im Finanzministerium bereits vollendet. Derselbe enthalt besonders rücksichtlich der Witwen und Waisen gün sügere Bestimmungen als die bisher bestehenden. Es wird auch geplant, daß die Staatsbeamten selbst ein Pensionsinstitut gründen sollen, zu welchem der Staat im Verhältnisse zum Gehalte eines jescn Be amten beiträgt und bei welchem sich die Anspüche der gegenwärtig bediensteten Staatsbeamten ändern würden. Ausland. Der vom deutschen „Reichsanzciger" veröffentlichte Erlaß des Kaisers W i l h e l m an den Fürsten Bismarck bezeichnet einen Wendepunkt, dessen volle Bedeutung jetzt durch keinen Scharfsinn ergründet werden kann. Die Freunde Bismarcks geben sich der Hoffnung hin, daß der Reichs-kanzler nach wie vor die preußischen Angelegenheiten beherrschen werde. Der preußische Ministerpräsident, der dem Fürsten Bismarck beharrlich Opposition machen würde, müßte sofort als Opfer seines die Interessen des Ltaates compromittierenden Eigensinnes fallen. Bon dem Bericht des deutschen Generalstabs über den Krieg von 1870— 7l ist soeben das zweite Heft erschienen. Dasselbe reicht vom Iten August bis zum Vorabend der Schlachten von Wörth und Spicheren, Dasselbe umfaßt also kaum eine Woche und von bewaffneten Zusammenstößen nur das Gesechl von Saarbrücken und das Treffen von Weißenburg. Mann kann daraus entnehmen, wie umsangreich sich das Werk des berliner Generalstabes gestalten wird Interessant sind die Beziehungen zwischen dem großen Hauptquartier und dem Obercommando der ersten Armee (Steinmetz), wie sie in dem Bericht geschildert werden. Am 4ten August hatte General Steinmetz den Befehl erhalten, stehen zu bleiben, am 5. gab er seiner Armee auf eigene Faust Befehl, vorzugehen, was die Schlacht von Spicheren zur Folge hatte. Die zweite Armee (Prinz Friedrich Karl) wurde nach der Meinung des großen Hauptquartiers dadurch gefährdet und wahrscheinlich ist der allzu ehrgeizige General Steinmetz deshalb nach den Schlachten von Metz vom Eommando enthoben worden. Die Nationalversammlung hat beschlossen, schreibt das „Journal des DebatS", vierzehn Tage Ferien zu machen; wir fordern sie auf, ernstlich das Gefühl der nachlassenden Spannung und der Erleichterung in Betracht zu ziehe», welche diese einfache Nachricht im Publikum verbreitet hat. ttei» gutes Symptom ist es, daß die Rückkehr der Vertreter des Landes mit der Rückkehr der Agitation zusam-mensällt und daß ihre Abwesenheit als eine Ursache der Ruhe betrachtet wird. Wir, die wir Anhänger eines Regimes der DiScussio» und der Öffentlichkeit sind, werden uns wohl hüte», ein Gefühl gut-zuheißen oder zu unterstützen, das wir als ein Zeichen der Schwäche und des Versalls der politischen Sitten betrachten; wir sind trotzdem gezwungen, es zu constalieren und cs allen denen der Beachtung anzuempsehlen, welche noch den Traum nähren, in Frankreich eine freie Regierung zu gründen. Wir sahen dieses Gefühl heilloser Lässigkeit schon i» den Jahren l8bO und lki'il, und mit gerechtfertigtem Schrecken betrachten wir jetzt sein Wiedererstehen. Eines tröstet uns, der öffentliche Geist ist jetzt nicht mehr derselbe, wenigstens wollen wir es hoffen und glauben. Zur Zeit, die wir in Erinnerung gebracht, warf sich die Mehrheit der Franzosen mit verabscheuungswürdigem Eifer unter dir Hufe eines Pferdes und forderte vou einem Dir- tator die materielle Sicherheit, welche sie nicht die Kraft halte, sich selbst zu geben. Wenn jetzt das Land freier zu athmen scheint, so wollen wir nicht hoffen, daß cs aus Furcht vor seinen Institutionen geschieht." Die strengen Strafurtheile, welche gegen die Teilnehmer an dem Strike der londonerGas-arbeit er gefällt wurden (6 — I2monatl. Ge-fängnis), haben Schrecken und Bestürzung unter sämmtlichen Gewerkvereinen des Landes erregt und verdienen in hohem Grade auch die Beachtung des Auslandes. Ei» Schrei der Entrüstung ertönt darob aus alle» Gewerkvereinen und vor ein paar Tagen hielten mehrere derselben ein Meeting ab, um die Sturmglocke zu läuten. Odger führte den Vorsitz und donnerte gegen die „gemeine Ver-foiqung der Arbeiter von Seiten der Richter, welche das Strafgesetz im Geiste der Verfolgung und der Rachqier gehandhabt hätten." Es sei „ein Todesstreich gegen alle Gewerkvereine geführt worden, und wie ein Mann müßten sie sich sammt und sonders erheben, um zu prote-stieren gegen eine derartige Auslegung des Gesetzes." In diesem Sinne wurden denn auch mehrere Re solutiouen gefaßt. ES wurde beschlossen, eine gewaltige Demonstratio» in Szene zu setzen, einen Be rathungSausschuß zu gründen und die Familien der Verurtheilten aus den Vereinskassen zu unterhalten. Zur Tagesgeschichte. — Statistik des Jude nt hu ms. Auf Anregung der augsburger jüdischen Synode hat da» k. k. Ministerium de» Innern Erhebungen eingeleitet Uber da» Judentbum in Oesterreich. Die ein« gelangteu Resultate wurden von der Direction der Statistik bearbeitet und befinden sich bereit» in der Druckerei. Eine Fülle interessanter Daten geht daran» hervor, die bisher nur in allgemeinen Umriffen bekannt waren. Hervorheben wollen wir blo» die relativ große Zahl der Israeliten in Galizien, wo 1 Jude aus S Bewohner kommt, in der Bukowina kommt l auf 11 Bewohner. Ferner geht aus der Statistik hervor die große Fruchtbarkeit (10., Kinder auf eine Ehe) und auch ein ethische- Moment, der hohe Ge-meinsiini und die werkthätige Nächstenliebe der Israeliten. Wir werden auf die interessante Broschüre noch später zurückkommen. — Kaiser Wilhelm unterrichtet sich Uber die Verhältnisse in Abefsy-nien. Eia berliner Blat, schreibt: Bereit» anläßlich der Juansrage haben die Amerikaner da» in die Sache besonder« eingehende Studium de» deutschen Kaiser» anerkennend hervorgehoben. Auch jetzt ist an ven Kaiser durch einen Brief de» Negu» (König) von Abesslinien, welcher durch die bekannte von Egypten auSgcgangcne Munzinger'sche Expedition hart bedrängt wird, eine ähnliche Streitfrage hrrangelretcn. So entfernt für Deutschland und außerhalb deutschen Interesse» liegend die Angelegenheit auch ist, so läßt sich doch Kaiser Wilhelm Hicht abhallen, auch dieser Frage ein eingehende» Studium zu widmen; er hat sich von dem vor einigen Tagen zu diesem Zwecke hier eingetrvffene» berühmten Lsrika-Reisenden Gerhard Rohls» über die abessyaischcn Verhältnisse vor-trag halten lassen. — Der Mensch und die Maschine. Die , Englische Korrespondenz" schreibt: ^ nicht lange dauern, so werden wir ganz der Gnade der Maschinen übergeben sein und diese werden un-nächsten» zu beweise» haben, daß wir überhaupt »och existiere». Das „Journal of ihe Franklin Institute" erzählt, die Schläge eines Hammer», der. wie man glaubte, dreihundertmal «> dcr Minute fiel, sollte» gezählt werde», und man beaustragte dam» drei sorg« sättige Männer. Sie ve> suchte» »»ehrere mate d>« Zähluug »aiürlich gleichzeitig vorzunehmc» und sie difseriklic» regelmäßig bedeutend in ihren Angabe», d>e sich zwischen 28ü und 32ü hielten. Endlich brachte man eine» Schreibtelegruphen mit dem Hammer in Lerb>»du«g, und so oft der Hammer siet, machte der Bletstist «in Zeichen. Da» Experiment wurde mehr« mal« wiedei holt und dreihundert war die jedesmalige Antwort de« blinden aber nichtsdestoweniger zuverlässigen Rechner«. Die Männer, das verdient bemerkt zu werden, pflegten eher zu hohe als zu nievrige Resultate anzugeben. 2nk„i niw lZrouln;wl-Alis;k!eqeniiei!erl. Oriqiual-Eorresporkdeuzen. Adcltzberg, 26. Dezember. (Deutscher Schulunterricht. — C-i s i» o vere i n.) Unsere letzte Meldung über die Petition inbetreff Einführung des deutschen Schulunterrichtes müssen wir mit der ersreu-lichen Nachricht ergänzen, daß diese Petition nicht ohne Erfolg bleiben und dem gerechten und gegründeten Wunsche der Bevölkerung Rechnung getragen werden soll, — ein Resultat, welche« wohl insbesondere den Bemühungen unsere- Herrn k. k. BezirkshauptmanneS zuzuschreiben ist, der, wie in anderen Fällen so auch hier nichi« unterließ, um das Wohl des Bezirkes zu fördern. Umsomehr bedauern wir, daß unsere letzte »Correspondcnz in Nr. 296 des „Tagblatt" die MiS-deutung erfahren Hai, daß die in derselben enthaltenen Angriffe, insbesondere die Bemerkungen über „Balancesystem." „nationale Vclleuäten" und „zahlreiche Gra-vamina" irrigerweise auf den genannten Herrn k k. BezirkShauptmann bezogen wurden. Um diesen unlieb-samen Deutungen und MiSverständmffen die Thüre zu schließen, erklären wir auLLrücklich, daß sich diese Aeußerungen nicht aus unsern allgemein qeacbteten Herrn k. k. Beziikshauplmanu beziehen. Anknüpfend daran möcbien wir die Aufmerksamkeit der Regierung aus die Lhätigkeii, bester gesagt Untätigkeit mancher Bezirksschulinspecivren, ost verbunden mit Unfähigkeit, lenken und de» Wunsch aus entschiedene uni durchgreifende Minderungen »n der Besetzung oder L gani sierung dieser Stellen aussprechen, deren O g"-! ' einen wesentlichen Einfluß ans das Gedeihen d:^ . >ule haben. Auch die Lchrergehalke lassen ll>'S z>> wün schen übrig; denn um nur ein Beispi l an uivhren, beziehen die Lehrer an der hiesigen Volksschule nur ein Gehal, von etwa« über 200 (!) Gul.en. Hiebei ist e» begreiflich, daß die Schule ihre» Krevj^igang geh« Der hiesige Casinoverein veranstaltete >n vergangenen Sonntage eine Abenoun'eihaliu >g w t »echt günstigem Erfolge; das Programm, aus we'ch« ,, wir insbesondere zwei Satze c>»S dem Moza 'schen L treiä» quartette in O-ciur, dann den „E lkönig" vo> Schubert und da- Duc t „Maiglöckchen und d e B >men" von Mendelssohn-B>»>ho>cy hrivo.hclen, wu de recht befriedigend execu -crt n> >> von den -,'hlrciä n B suchcrn mit großem Bcisolle rusgenom>i en. Wir hoffe.,, daß der Verein, w:>ä>er unser«- Wiss »i? d c nn^ige liberale Leseverein >n J.'nert ain ist, noch nch ere gleich gelungene Unie«h'liui'ge» v^onstol-n weide. Gottslbcr, 24 Dezember. T««.'tz der Vusregung, die sich der Mi gliedcr de« hicsi en G »gvercine-bemächtigt h„'e, verliei die > ,n 21. d M. abgehal-tene Generalvkl lammlnng un -r der volle» Vei>ang de- srühern H:«,n Di ec>v S in «'ollkv^ rercr Ru!i und Ordnung. Derseldc li^il an dem Z t« uiffe, da- entstanden >r , en schieden " uv; viclw hr verdient er d?sllr, b.'ß er tuich 7 I hie bei» Ve>ei»e voistand »nd ür ihn stet« sine lsle,i1> eie e ns>tz!e, warmen Donk. N^ion,le Hißp^ine, die e«>t sei kurzem hier wirken, doch für ih«e Uli-' >'» ge» keinen günstigen Boden finden, vec>irs„ch >» den une q ichen Zwist, der Inder nnen so beti.ohlichcu Tha an-,ahm. — Da« Res.'l.stt der Wahlen w r ein sehr günstige«; »um D»rcwr wirte der a, ch in Laibach wohlbekannte D>. Höhm gen<«h>>. Nach Schluß der Sitzung ve'sanimelr, sich viele T Nehmer im Gasthause de« Hnr., Vetke'bcr. t5« ging recht leb. hast her und die har» >oseu, ih ilw'ise rech gelungenen Einsälle, womit Hr. Tstin dt« w .gschajl unteihielt, wirkten nach „dicscr letz n 2° > ,e Qu»l- doppelt wohl-thuend. . Der nunmehrige La»de-gericht«ro«h. Herr G. Brunner, rri«tr heute nach seinem neuen Bestimmung«-orte Rudols««erth ab. Er hat sich durch sein» dienstliche Thängkeit als Bezirksrichter hier ein ehrenvolle« Andenken gesichert. Dem Scheidenden wurden Ovationen aller Art gebracht. Mitterdorf in Gottschee, 24. Dezember. Das war ein gemüthlicheS Beisammensein am Sonntag beim Jägermahl, welches die Jagdgesellschaft aus Gottschee im Gasthause des Pelsche zu Ehren des LandesgerichtSratheS Herrn Brunner, früheren Be-zirkSrichter- in Gottschee, veranstaltete. Morgen« war die gan;e Gesellschaft nebst mehreren Gästen auSge-rückt, pflegte des Waidwerks bis gegen den Abend und schloß mit Erbeutung eines schönen RehbockS. Bom Walde gmg's dem freundlichen Mitterdorf zu, wo sich bereits zahlreiche Gäste, Herren und Frauen, aus Gottschee eingesunden hatten, um durch Theil-nähme an dem Festmahle dem wegen seines trefflichen Charakters allgemein hochgeschätzt'» Herrn Brunner, den sein Berus nach Rudolisweuh entsührt, ihre Verehrung zu bezeigen. Der IögerschmauS.selbst war tadellos, natürlich durste die Nanonalspnse der Gott-scheer — die Bowalize — n.cht schien; es wurden ausgezeichnete Exemplare ausgetischt. Während de« Mahle« wechselte s»ohe Rede mit c,greifende.' und der Tiefe des Gemü emstammender, es n-urden sinnreiche Toaste ausg b.ach«, und dazwischen ertönten gut vorgetragene schöne Chö e. Wollte jedoch bei dem Gedanke.« an den Abschied von einem so we. hen Genossen die Stimmung eine zu ernste w--cden, ,o wußte der wackere Wirth mit aSerheüerndcr Kom'k eines der hübschen gott-scheei Lieder anzubrng-'. Spät w>r's, a?s man des Ausbruch« gedachte. Une Wogenreih», wie sie Otticha^en auf dem Lande selten zu schen bekommen, biach e die Frauen und Gäste, Sänger und Jäger noch Go chee zurück. RühmenS-werth ist, daß die Grs^llscha;« auch ^ür arme Studenten ", Gouschee ncnnenswer he Geldbeträge durch den Liudeniens^eund Dr. Böhm übergeben ließ. ^oks>-Ci tüit- — ^BeiderletztenGeneralvirsantm. lung de« laibacher Sparkasseverein«) am 27. b. wurden folgende von der Direction vorgeschlagene Mitglieder beinahe einstimmig gewählt: Bürgermeister C. Deschwanii, Karl Galle, Ferdinand Mahr, Arihur Müleise,^ Jgna, Seeman, Albert Samaffa, Joh. Plavtz ^»u, Joh. Luckmann, Peter Laffnik, Ziegler, L.. Schoffer un > Janefch 86». Herr Josef Luckmann wur?e zum Direktor und Alexander Dceo sto. de« Mich-el Pr gl zum Cuicator gewählt. — Das hiefi-ge Elifabeth-Kilider fpital) hat von der yochgeb. Frau Grkfin Sophie Aucr«p?rg eine Spende von 20 fl ö. W. erhalten. — (Spende.) Zur Ur eislützung armer Realschüler hat eine ungenannt 'ein wollende Frau den Beirng von 10 fl. g^p n — (Vegetat.o n «curios a.) Heute brachte ein B'ueinwkib aus Dobrova, a'so aus der nächst«,» Umgebung Laibach«, vollständig au-gebuoete Gersten-ahien n»t K>> nein in die S adt, deren Grannen schon u>« Geldliche schimmern, a'so de» vollkommenen Reise enigegei gshen, >ßer.>em Aepsel in der Größe einer Wallnuß mit der V isicheiung, daß derlei Vorkommnisse in ihrer Gegend diesen W'Nter keine Selten-l«i> sind. — (Der sre > wr ll igen F euerwehr) sind a>« beitragende Mi Vi- > l beigetreten die Herren Franz Pirker mit lährl. 10 fl., Ma'hia« Rößmann b fl., Franz Snpa>-?iö b fl., Franz Ferlinz S fl., An'onia Tomann b fl., Fran-, Malli 10 fl. und Anton Heidrich 10 fl. — (Die neuen Frachtbriefe.) Die mit Genehmigung de« k. k. Handelsministerium« und de« k. ungarischen Communication«ministeriumS vom Iten Jänner 1873 ab aus allen Eisenbahnen der österreichisch-ungarischen Monarchie obligatorisch eingesühr-ten Frachtbriese unterscheiden sich von den bi«her Ub» lichen dadurch, daß 1. statt der Berufung auf da« Aüterreglement de» Vereine« deulscher Eisenbahnver. waltung die Berufung auf da« neue Be«ried«reglement sUr Eisenbahnen der österreichisch-ungarischen Monar- chie platzgreift, und daß 2. für die im vorhinein und nach Eingang zu zahlenden Nachnahmen getrennte Rubriken eröffnet werden. Außerdem muß jeder Frachtbrief von einer österreichisch-ungarischen Bahnverwaltung abgestempelt sein und wird diese Abstempelung von den Bahnverwaltungen bezüglich jener Frachtbriefe, welche die Parteien sich selbst auslegen lassen, gegen ein Entgelt von Neukreuzer per Stück besorgt ; für den Verkehr mit dem Auslande bleiben die-bisher im Gebrauche gestandenen Frachtbriefformulare auch ferner in Verwendung. — (Die Frage Lack oder Predil?) kann dieser Tage auch in einer Versammlung des liberalen Vereins zu Salzburg zur Sprache. Es gelangte nämlich die Zustandebringung einer directen Eisenbahn-Verbindung Salzburgs mit Triest durch die Lungauer-und Predilbahn zur Verhandlung, und man stellte de« Antrag : „Der liberale Verein wolle in einer Petition an beide Häuser des ReichSrathcs dahin wirken, daß die Lungauer- und die Predilbahn ehemöglichst in Angriff genvmmen werden." Dieser Antrag wurde al« dringlich erkannt, und nach lebhafter Debatte, in der die Frage, ob Predil- oder Lacker - Lini i., von den verschiedensten Gesichtspunkten aus erörtert wurde, wählte man zur VerarhllUg diese« Gegenstandes ein Counts aus fünf Mi'gliedeui, welches angewiesen wurde, diese Sache alljo leich in Angriff zu nehmen. — (Der Schulpfennig-Verein für Klagenfurt,) S'adt und Umgebung, hat einen recht erfreulichen Aufschwung genommen. Dem von «hm velöffen lich en Gencrolbcrichte Zufolge hat er im Schuljahre 1871/72'beinahe 4000 Gulven in Geld eingenommen, zah'rciche Gaben an K>cidern und an-de,en Gegenständen ungccechner. Ec war hiedurch in die Lage versetzt, 260 Cchulk,'ab«,n und 290 Schul-v'ädchcn ordentlich zu bekleiden und eine noch viel größere Ar.zahl mit L-Hrmitte'n zu versehen. Wie wohl-khätig der V;»ein wirkt, springt hiedurch in die Augen, sowie eS nur einer Hinweisung darauf bedarf, daß er sich als eine, wenn auch nur indirect wirkende, doch treffliche Waffe wider die Feinde der Volksausklärung erweist. (Die Witterung und die künftige Ernte.) An? fast ollen Ländern dz« Lontinente« sind in den jüngsten Togen wieder Meldungen ein» gelaufen, daß bas Wetter den früheren lauen und regnerischen Charakter angenommen hade und nun für den Saatensianü geradezu bedrohlich erscheine. Ob die WinteiauSsc'at jetzt schon Schaden genommen hat, ist wohl augenblicklich zu untersuchen oder zu behaupten nichi möglich; man befürchtet nur, daß so abnorme WitteiungS-Berhällniffe, deren sich auch die ältesten O.'onomen nicht erinnern, nicht ohne Wirkung auf die F^dcr bleiben können, zuq-al dieselben sUr die etwa nachfolgenden Unb'tben eine« strengen Win'er« gor nicht geschützt sind. Wa« derzeit der hoch-ausgeschlossenen Vegetation nothwendig sei, darüber sind die Producenten selbst, da für so abnorme Erscheinungen frühere Erfahrungen fehlen, ganz verschiedener Meinung. Aeltcre und erfahrene Landwirthe glauben, daß der Eintritt von Fcostwetter, da« in früheren Jahrgängen erst nach dem Schnee gewünscht wurde, diesmal die Einte rettcn könnte, weil es dann möglich wäre, den übermäßig starken Wuchs abmähe« oder ab oeiden zu lassen, und der kräftige Wurz:lan-fatz wäre dadurch in der weiteren Entwicklung gehindert. Ein starker Schneefall vor dem Froste könnte dagegen leicht die Gefahr hcraufbeschwören, daß die Pflanzen verfaulen und so ein großer Theil der Aussaat zu Grunde ginge. Bi« heute hat der Pflanzen» wuchs sichtbar noch nicht gelitten, im Gegentheile steht die Saat so üppig und prachtvoll, wie vielleicht niemals zuvor, und e« ist sUr den Laien kaum be» greiflich, daß die Oekonomen gerade deshalb mit großer Aengstlichkeit den kommenden Witterung-ereignisse» entgegensehen. Die Aussichten auf die künftige Ernte gipfeln »n den beiden Extremen, daß wir entweder eine glänzende, sehr zeitige Ernte, vielleicht schon Ende Mai, einbringen können, wenn die Saat gut durch den Winter kommt und entsprechende« Frühjahr-wettre sich rinstellt, oder — daß die meiste Wintersaat total ku Grunde geht, wenn die Jahreszeit noch weiter ihren Charakter verleugnet. — (Schlußverhandlungen bei dem k. k. KreiSgerichle in RudolfSwerth.) Äm SO. Dezember. Josef Kuzma: Brandlegung; Franz »nd Theresia Rodik: schwere körperliche Beschädigung Witterung. Laibach 28. Dezember. Vormittag Sonnenschein, Wolkenzug aus Südost, schwacher Südostwind. Wärme: Morgen« 6 Uhr -j- 6.4°, nachmittag« 2 Uhr-j- 9.4° 0. (1871 «.<)", 1870 0.0), Barometer im Fallen, 741.21 Millimeter. Der gestrige Niederschlag l>.io Millimeter Da« Tagermittel der Temperatur -j- 7.4', um 10.2° über dem Normale. Verstorbene. De» 27. Dezember. Franz Brunelli, Zwäugliug, «lt 44 Jahre, im ZwaugSarbeitShause Nr. 47 an Huemvploe. --Adolf Ureue, k. k. Postpriesträgerskind, all 2'/, Jahre, in ber Gradischavorstadt Nr. 7 infolge Hypotroph>e der Timus-drüse. Den 28. Dezember, Äevrg Zariut, Siadiacbei-ter, alt 62 Jahre, in der Si Petersvorstadt Nr. 47 an der Lungenlähmung Aagekowmeue Fremde. Am 27. Dezember. HI«kk»,«. Kalla», Wip-pach. — Hubeny, Titrl.— Benich, Äarlstadt. Ser-jun, Idria — Gilinhut, Kfm., Wie«. Pelz T. und Pelz E., Triest. — Radhajovic, Cilli. — Kor-nitzer, Fiume. Theater. Heute: i?i„ Vater, der seine Tochter liebt. Schwank in 1 Akt. Da« verlorene Rind. Schauspiel in 1 Akt von Kutzebne. frühere Berhältniffe. Poffe mit Gesang in i Aufzuge von Nestroy. bewährte amerikanische Schiffchen- Doppelfttppstich -Nühmaschme zum Kand- und Außöetrieb. sehr einfach construie«, leicht zu e> lernen und dem Jn-Unordnuug-Geralheu nicht nnterworscii. In Großbritannien sind mehr als 50.000 dieser Maschinen sür den Familiengebranch abgesetzt, und ist dieselbe von der königlichen Commission für Erziehuugs-wesen zur Einführung in den 7000 Schulen Irlands gewählt. <686 -7) Prospecte und Nähprobeu gratis. kllvinigs ^ivljsrlagö rtsi- „i.i1tlo Wsnror" km lirsin bvi Damr»-Mo!>ewaren-Haildliing. Thkatergasse Nr. 43 ^ 44. In allen Lrs lieben, illsbesoiläere aber bei Lerux der »llxemein dklieliten Orixiukll-l^vse, reebttertixt sied äas Vertrauen einerseits äurek LnerkLniite Soliäität äer kirwa, anäerseits ilnrok äeu sieb bieraus erxebenäen eilvrmen ^.dsat^. Oie vexeu ibrer külllrtlicdlceit beksollts ktLats-Lüekten-IIanäluiix II««« ln IIoin- I»«i-U ist ^eäermLun »uts vürwste ru empsebleu, uuä wackeu vir Lvt (He deute iu unserem Llatte ersebie-vene Xunonee obigen Hauses besonäers aukmerlrsaw. t.086 äsi' III. ungai'. 81aal8lottsi->v, Ziehung schon am 27. Dezember d. I., Hanplreffer 40.000 «ulden ö. W »I Gold ü fl. 2.5» ö. W. «Iit-L»ron>^88v« str die schon am 2 Jänner k. I. stattfindeude Ziehung, Haupttreffer 200.000 fl. ö- W., L fl. 3.5« und 5« kr. Stempel. Lose der wiener Armeu-Lotterie Ziehung am Lö. Februar k. I Haupttreffer 1000 Ltück ««katen ä 50 kr. (bei Abnahme von 5 Stück 1 Stück grati«) find zu beziehen durck (711 21) ^LlLvlL, Sackstratze Nr. 4. 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Ktlftkulaud » , ^aru » I» b , ,t.«.Gt«». >> . »eld «.«0 Iv.eo »L.dv ,vl,» >«» > »t.50 «.7» »!>.— «3.7» 7».7» Ware ««.70 70 V» W.LO >o» «> >«».« 8ü »L 8t.- so.ro lluio» > «»ul >s»l«-överr.^LNk v«ft. »odrucred.-k Q-ft. v«>°ih.-«-°r. > Nsftria H-N. ,«d.-«°rd». ««l-kudlril-Bah» «t,de»I>. «0.-9S.- >v». t»7.-- IL,.— I«l.5V »t!0 »l«0 I«,.- ,»»«,» »ti »v »td.ro 17L.- 17«.-!«,» -. ,17.—»17 LO 17,-178-,>»«».« l7«.»v »««»».«.w.,»r,s,b. „.so «».L0 U^g. «°d -,r«dttaul>. »7.75 88. »ll-.öst 10, i» 10» 7» »»,. tll 8».7»> »«.SV . »t.« «üdl>.-»«l.,«»o«tzr. iio. b«o. «»n««p-t. — (100«.««.) et«d.»B.(»ovfl.».w.> »i.io Etaat«baho Pr. StüS ir».— ElaalSb. pr. Sl. 18«? !»»,-»t»d°Il«b.<»0«>fl.S.W.> 9».«0 F,»»,.g,s. fl.«.) I01.lv L»»». «r,dic 100 fl. S. « . 1»0.L0 Don. '" " 0ll.-Dawpssch.-Ge1. ,u 100 fl. «M. . . Irt-ftrr i«o fl. ««<. . dt». Sv fl. r.w. . Os«»«« . 1« fl. s.«. Salm . . «v , Palst» . . «0 . «lar? . . t0 . tv , WindischgrL» »v . waldfl-in . N> . »-«Irdich I« «ud°ls«»tf,. X»».) «Ilg«». lOOfl.lüdd.W. Kranks. Ivvfl. , . »udo» Iv Ps. Gt«tl. Pari« 100 jsraiic« ML«u>»v iia». Atllut-Vuc,»««' lo-ArancSsnie . . > B«r«ioru ii»»o »i.— «i »»»o »8 5V «7» »8.1» 1I7.K0 »«.-»0 -»7.«> !»^7» »t.—> »S - ,»»o! »s.- I»— !«»§ Hi.« Id.LV »» »0 »» 5« „ U, I«».50 „9^z 1» t,.«» LI7 L.Ik 87« 8.77 I««.7» I«L.»5 Iv» ,» 1v».»0 Der telegraphische Wechselkurs ist uns bi- zum Schlüsse deS Blatte« nicht zngekomwen. S t e r n a l l e e Daselbst jeder Art möglichst fertigt. im Gerber'scheu Hause, wird auch bililia und schön ver-<740-3, Da» ^.luioueön-LursLu in Laibach Haus-Rr. 313 führt über Hänser-Perkäuse und Ankänse, leerstehende Wohnnpge» »nd Magazine, offene Plätze für Schreiber, HaudlmigSbedieustete, Koststudeule», Lehrlinge, Hattsknechle, Erzieheriuue«, Kücbiunen, Aiiidsmädchen; es besorgt und sür alle inländischen Zeitungen. (682—7) «in 6k80käft8loe3l6, am Hauptplatz geleqen, ist vom 1. Jänner 1873 angefangen zu vermiethen. (73«—-3) Auskunft ertheilt da« /^nnonevn- öurssu in Laibach, Hauplplatz Nr. 313. I->anci6l8Aärtnsi'6i v on ^luvi ^ liefert geschmackvolle Bouquets, Mäuze, Gnirlauden rc., Lbstbliume, Ziergehöl;e, Rosen äinimerpflanzen und Tamen ?u den billigsten Preisen (889—8) 3000, 1200, 3000, Mnladung znr «eiheiligung au den (Hc>oi»n-Ziehn»ge>l der großen vom Ltnatc Hamliurg nenehmiaten und garantierten Ocl-werlojnng. Der größte Gewinn beträgt im glücklichsten Fall VI I. SL«> «O« oder 100.000 Ikslei'. Die Hauptpreise betragen: Mark 150.000, 100.000, 75.000, 50.000, 40.000, 30.000, 25.000, 2 il 20.000, 3 ü 15.000, 5 ü, 12.000, l 5 11.000 I I L 10.000, 1t ü 8000, 10 ü 6000, 32 L 5000, 4 4000, 63 L 122 -t 2000, 5 ü 1500, 2 it 255 :i 1000, 305 rt 500, 5 L 402 L 200, 16400 ü 110 rc. rc. Es komnienGewinne planmäßig iuner-halb einiger Monate zur Entscheidung. Gegen Einsendung des Betrages oder Postnachuayme versende ich „Lri»i»al-Lose" als Erneuerung sür die zweite Berlosnng, welche amtlich Planiniisri,» fest-gestellt schon den 15. nnd 16. Jänner 1873 stattfindet. zu folgenden festen Preise»: t»in ganzes Lriginal-Los ft. tt. (»in halbes Original-Los fl. :t. — (-in viertel Original-Los fl. 1.50, n«ter Zusichermig promptester Bedien»,ig. Jeder Theiluehmer bekommt vou mir die mit dein amtlichen Stempel versehenen Original - Lose selbst in Händen Iittd garantiert der Ttaat Ham-bnrg dir Klrwinnr. Der amtliche Originalplau wird jeder Bestellung gratis beigesiigl nnd de» Interessenten die Gewinn-gelber nebst amtlicher We prompt zugesandt. Durch baö Vertrauen, welches sich diese r'vse sv rasch erworben baden, envarte ich bedentende «nsträge, solche iverben bis zu den kleinsten Bestellungen selbst nach den entserntesten Gegenden prvinpt und verschivie gen auügefUhrt. In kurzen Zwischenräume» sielen acht mal die ersten Hauptgewinne in mein vom Äl iiik begiiu-stigtes («eschäft. Man belirbe sich baldigst und direkt zu iven-den an . StaatSksfecten-Handlunft in Hamburg. iM" !^iir das mir bisher in so reichem Masre lieiviksenr vertrauen sage ich meinen Interessenten den besten Tank. (7l>4 2) Druck von Jgn. v jtleinmayr L fteb vamberg in Laibach Verleger and sür die -tedactio» verantwortlich: Ottomar Bamberg.