SS Zlreltag, den 3. Hlai 1872. Jahrgang. Die „Marburger Zeitun in« g" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch nnd Freitag. Preise — siir Marbnrg: ganzjährig 6 fl.. halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. üy kr; für Zustellung Haus monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. JnsertionSgebühr 6 kr. pr. Zeile. Zur Geschichte des Hages. Der VrrfassuNji gemäß soll der S t li a t S-haush.alt „jährlich" f.stt^kstcllt werden. Troh difstt bilidcndrn Norschrift bewillij^lc l^er Reichs-raih dem„Bürgkrmittisterlum" im Frühling 1870 die CiviUiste des »luf zehn Jahre und er- höhte dieselbe auf 3,600.000 fl. jiihrlich. Nun ellvrist sich die biS 1880 eiiigestellie Ziffer als angeblich zu nieder s^ettrlffen. Der Obersl-Hof-M'isler Fülst Konstantin Hohenlohe soll nämlich nicht allein auf die Summen vergrssen lzaben, welche die Jnslandhallung der kaiserlichen Paläste erfordert, sondern auch nicht daran gedacht haben, daß die kaisetlichen Kinder heranivachsen und im reiferen Alter auf einen Hofstaat Anspruch ljaben. der auch Geld kostet. Der österreichische ReichS-r^Uh und der unj^arische Reichstag diirfen hiernach also Votschläge betreffs einer lunlerrn Cr-höljung der Civilliste erivarlen. Um die fraglich? Zlffrr festzusetzen und die bezüglichen Nachwelfe jienau zu prüfen, sind der Minislerpräsident und der Finanzminister Ungarns nach Wien gekommen. An der Eröffnung der Straß-burger Hochschule haben mehr als dreitausend Festgäste tl)tilgenommen, d>runter auch Verlrcter aller Hochschulen DeulichlandS. Oesterreichs und der Schlveiz — der freie Geist der Wissenschaft vereinigt die polilifch getrennten Glieder des ersten Äullurvolkeö. Ncrmisehte Nachrlchteu. (Die „E i e n t h ü m l i ch e n/') Unte, den Kirchgenossenjchaftkn Englanl'S. tvelche mil dem Geseke häufig in Widerspruch kommen.' erregen die „eigenihümlicheu Lcute" viel Aufsehen — wegen ihres Glaubens an die Borherbestimmung. Dlkser <Älaube untersagt ihnen, dem Kranken ärztliche Hilfe zu bieten, da Gott in seiner AU-macht die Heilung Viel besser bewerkstelligen könne, als der Mensch. Nun geschieht es aber zulveilen, daß dieser Glaube sich als irrthümlich erwrift, daß der Kranke stirbt und daß die zunächststehenden Fatnilieaglieder lvegen Tödtung vor Gericht gezogen werden. So befindet sich gtgenwä'tig eln Mann in UnlersuchungShast, dessen beide Kinder an den Blaltern gestorben, weil er sich hartnäckig geweigert, einen Arzt zu rufen oder auch nur die geringsten Maßregeln der Borsicht anzulvenden. (Bevölkerung Deutschlands.) Das Ergebniß der Volkszählung, welche am 1. Dez. v. I. im deutschen Reiche stattgefunden, ist nun festgestellt: die Bevölkerung DkUlschlandS betrug damals 40,106958 Seelcn. (E i s e n l a g e r.) In der Brooder Militärgrenze hat man ein maäZtigeS Eisenlager entdeckt, welches zu den freudigsttn Hoffnungen Veranlassung gibt. Die Brooder Kohlenbau-Gesell-schlaft entwickelt bereilS eine rege Thätigkcit; sie hat dell größten Theil der zur Anlage einer Pfer debahn nöthigen Ländrreien angekauft und sind schon gigen hundett'fremde Fainiiien von Bergarbeitern aus Böhmen. Italien und Steieimark in Podvin bei Brood angesiedelt. (Fest grüß zur Eröffnung der Straßburg e r Hochschule.) Der Ausschuß der deutschen Studenten an der llniversität in Graz hat zur Eröffnung der Straßburger Hochschule folgenden Gruß telegraphisch gesandt: „Die SlU' denten der siidlichsten denlschen Universität bringen der neugegründeten deutschen Hochschule im Westen und der Elfiillung ihrer gemeinsamen Mission, deutschen Geist in den Marken deutschen Wesens zum baldigen Siege zu führen, ein dreifaches donnerndes Hochl" Marburgcr Berichte (W ä h l e r v e r s a m m lu n g.) (Schluß.) Der Antrag, betreffend die Herabsetzung der Schulzeit auf sechs Jahre, welchen der olierösterreichische Abgeorl>nete Edelbacher in der nächsten Session deS NkichSrathes vertheidigcn tvill, findet die Billigung des Herrn Reuter nicht. Der Redner gab zu, daß die Gründe Edel-bacherö theilweise eine Berechtigung haben, doch sei eS unmöglich, dehwegen schon jetzt dieses wichtige Gesetz abzuändern ; dle klerikale Partei würde sicher die Gelegenheit b'nützen. uln weitere Breschen in das Schulgesetz zu legen. DaS Ministerium sei übrigens berechtigt, in Ausnahmefällen eine Herabsetzung der Schulzeit zu gestatten. WaS den Gks.tzenttvurs über die Erwerbs-und Mirthschoftsgenossenschaflen betrifft, so sprach Herr Karl Reuter sich mit aller Entstiiedenheit für die solidarische Haflnng der Mitglieder auS; eine solche Hastung verschaffe mehr Kredit und sei im Interesse der Genossenschaflen selbst. Eine wesentliche Bcstimmuirg dieses Entwurfes beziehe sich auf die Auflösung der Genossenschaste» und habe der Redner entgegen dem Antrage der Re-gierung die Nothwendigkeit verfochten, daß die VerwaltunüSbehöide eine Auflösung nur beschließen dürfe, weuu ein g'rlchtliches Urlheil sie dazu ermächtige: vur dadurch köunen die Genollenschaften gegen Wlllkürmaßregeln der Regierung geschützt iverden. F-ttilletou. Gin Deutscher. Von Knppins. (Fortsetzung). Eine halbe Stunde mochte lautlaus Vergangen sein, als sich die Thür geräuschvoll öffn-t und ein junger Mensch, eine Opernpiece pfeifend, hereintrat. Er ließ nur einen flüchtigen Blick über den Wartenden streifen nnd warf sich dann, ohne den Hut vom Kopfe zu uihmen. aus den Schemel Vor eiueS der Pulte. Eiutn Augenblick schien er die hier neu ge schaffen? Ordnug zu mustern, dann aber begann er mit allen zeljn Fingern trommelnd die tvicder aufgenommene Melodie zu begleiten. Der Buchhalter, daS Gesicht finster verzogen, sah langsam auf. „Wenn Sie nicht arbeiten^ Sir", sagte er, „so sollten Sic wenigstens Ruck ficht auf Andere nehmen, die cs thun". Der Angeredete unterbrach seine Unterhal ung. „Soll geschehen, Sir", erwiderte er mit einem Ausdrucke gutmüthiger Laune, „wußte nicht, daß Sie in Ihrer Übeln Slitnmung waren, Sir, ist auch sehr unrecht daS, Sir, bei cinem so präch. tigcn Morgen — sehen Sie einmal hinauS,' Mr. Black, ob Sie dann noch c>i,mal so ein Gesicht ziehen können!" „Habe an mehr zu denken, als an Ihren schönen Morgen", brummte der Alte, sich lvieder über seine Bücher beugend „und Ihre Briefe werden Sie wohl auch nicht damit beantworten — die westliche Post schließt um zwölf Uhr!" „Halloh. die Briefe, richtig — wird aber Alles zu gehöriger Zeit gethau seini" rief der junge Mann, seinen Hut vorn Z^opfe reißend, „denn einmal los daftr. daß die Spähne fliegen, wenn's doch nicht anders sein kann!" Bald klang lvieder nur das Geräusch der sich auf dem Papiere bewegenden Federn im Zitnmer. Jedensalls tvar der Neueingetrelene einer der Sohne, von denen Meißner gesprochen und lvenn auch Rrichardt über die leichte Weise, in ivelcher Jener seinen Geschäften vorzustehen schien, inner lich den Kopf schüttelte, so sithlte er sich doch auch zu dem ganzen Wesrn deS jungen Menschen, in welchem sich noch die ganze Harmlosigkeit der Ju- gend mit einer glücklichen Laune gepaart aussprach lebhaft hingezogen. Wenn sich in der übrigen Familie ähnliche Elmraktere zeigten, so wußte der Deutsche, daß er sich trotz seiner augenblicklichen niederen Stellung zufriedener fühlen würde, alS er erlvartet. Eine neue halbe Stunde mochte verflossen sein, als sich rasche Tritte auf der Treppe, welche nach der Offize führte, hören ließen. Ein zweiter junger Mann, in der ganzen Eleganz der fashionablen Welt, trat mit gehobenem Kopfe, die Zigarre im Munde und die Reitpeitsche in der Hand, ein und die Familienähnlichkeit verrieth dein lvartendln Reichardt sofort, daß er ivieder einen der Zohnson'S vor .sich hatte. „Sie Iverden erledigen, ivaS etwa vorfallen sollte. Atr. Black", sagte der Eingetretene nach einem kurzen Morgengruße, „ich habe ein Enga» gement, das mich biS Nachmittag aus der Stadt h^iit — hoffentlich 'l'ild eS hier nichts von besonderer Wichtigkeit geben!" Der Buchhalter hustete ohne auszusehen. ..Haben Sic mir sonst irgend etlvaS zu sagen, Sir?" fragte der Erste nach einer kurzen Ein Get^tNstand von Bedeutung stl die Angelegenheit der Altkatholiken; der Redner hoffe auf eine bksri,digende Lösunl^ und mögtn die Wähler überzeugt sein, daß cr aus jener Seite zu finden sein werde, wohin die Freiheit weist. Die definitive Regelung der Beamtengehvlte stehe in naher Aussicht, dieselbe sei möglich, wtil die indirekten Steuern einen bedeutend höhern Cltrog geliefert und sich der Volkswohlstand in den letzten Jahren wesentlich gehoben. DaS Eisenbahnwesen fordere die ganze Entschiedenheit der Vertreter heraus — die Staats-subventionen und Doialionen für Eisenbahnen betragen scchSzehn Millionen. Die Ucbelstände seien derart, daß der Redner den Handelsminister aufmerksam gemacht auf dieselben. Nicht allein während deS Baues sei die Ueberwachung von Seiten der Regierung unerläßlich, eS müsse auch nach Bollendung deS Baues genaue Einficht genommen werden in daS BetriebSgebahren. Ein Fehler sei eS, daß die Aktiengesellschaften zugleich die Bangesellschaflen bilden, und sich selbst kontro-liren. wonach es wohl als begreiflich erscheine, daß die elften Gründer sehr gute Geschäfte machen. Sechzehn Millionen seien ein hoher Betrag und interessire diese Angelegenheit die Steuerzahler gewiß. Zum Schlüsse sprach Herr Reuter über die galizische Fraise und die Wahlreform. Das Ministerium wolle den galizischen Ausgleich zuerst behandeln und dann die Wahlreform. Für die polnische Frage liege gar kein inneres Bedürfniß vor. Die Art und Weise, wie die galizische Resolution im Landtage zu Stande gekommen, lasse an dir formellen Richtigkeit des Beschlusses zweifeln. Die Abstimmung habe ergeben, daß nicht einmal der dritte Theil der Mitglieder sich dafür erklärt; diese Resolution könne also nicht als Wunsch des ganzen Landtages gelten. Ferner sei auch zu bedenken, daß eS in Galizien außer den Polen noch andere Natlonalitüten gebe, daß öer größere Theil der Bevölkerung au« Ruthenen bestehe, welche gegen diese Resolution Partei nehmen; durch dle Ueberweisung des Unterrichtes an den Landttig sei die Nationalität der Ruthenen gefähtdet. Außer dem Rechte der Ruthenen käme auch jenes der Israeliten und der Deutschen in Betracht und die Interessen dieser den Polen preiszugeben, könne durchaus nicht verlangt »Verden. Die Erfüllung der polnischen Resolution begünstige den Föderalismus und wecke das Gelüste anderer Landlage, die mit gleichen Forderungen auftreten werden. Darum sei eS nothwendig, daß die Wahlreform vorausgehe, durch die wir eine Pause und schlug wie in leichter Ungeduld die Reitgerte gegen seine Wade. „CS ist heute der 14.", begann jetzt der Alte, ohne den Kopf zu wenden, „und um elf Uhr ist Termin in der Sache gegen James Miller wegen Unterlassung der kontraktmäßigen Ge treidelieferung. Wenn Sie, Mr. William Johnson, der den Vertrag abgeschlossen, aus der Stadt wollen, so sthe ich keinen anderen Weg. als die eingeklagte Forderung gegen den Mann fallen zu lassen". Der Fashionable preßte die Lippen auf einander und machte einen raschen Gang durch daS Zimmer. „Sie haben Recht", sagte er dann stehen bleibend, „ich habe das überschen. Ich werde also nur den kurzen Ritt nach Frost'S hinauf machen und dann wieder hier sein. Ist sonst noch etwas, Mr. Black?" Der Genannte wandte sich jetzt langsam um. „Hier ist ein junger Mensch, der als Porter be-stellt worden ist — iveiß nicht von wem'', sagte er, die buschigen Augenbrauen zusammenziehend, ^wieder ein Deutscher ui d scheint mir schon mehr Bescheid aus Offizen zu wissen, als ich bei solchen Leuten gern habe l" William Johnson wandte rasch den Kopf Stärkung deS Reiches erzielen. Dem Redner widerstrebe die ganze Konzession an Galizien und er willige nur unter d^r Bedingung ein, daß die direkten Wahlen gesichert seien, daß also dann die Polen bei jenen Fragen, welche der Ausgleich von der gemeinsamen Berathung ausscheidet, nicht mitstimmen und die Verfassung endlich sicher gestellt werde. Herr Reuter beleuchtete auch die finanzielle Seite dikskS Ausgleichs. Galizien lirauche jähr-ltch gegen achtzig Millionen Gulden und vermöge nur vierzig M. auszubringen. Beim Unterrichtswesen müsse ein bestimmtes Pauschale skstgesetzt werden; er und seine Parteigenossen werden dem Ausgleiche nur dann zustimmen, wenn ein für alle Mal eine gewisse Quote bewilligt werde. Brauchen die Polen mehr, dann sollen sie das Erforderniß selbst decken ; Autonomie koste Geld und wer Selbständigkeit verlange, müsse auch die Konsequenzen in finanzieller Hinsicht ziehen und die Lasten nicht arideren Ländern ausbürden. Entweder bleiben wir beisammen und tragen gemeinsam, oder wir leben separat, dann aber möge jeder Thcil die betreffenden Kosten auf sich nehmen. Nachdem Herr Reuter noch die Nothwendig-keit betont, daß der Ausgleich erst giltig sein soll, wei^n er vom galizischen Landtage inartikulirt worden, beantragte er folgende Resolution: „Die Wähler Marburgs erklären: 1. Eine jede Konzession an Galizien auf Grund der vom VerfassungsauSschusse gefaßten Beschlüsse sei dem Staatsinterefse. der Einheit und Machtstellung des Reiches absolut schädlich und daher verwerflich, wenn nicht durch gleichzeitige Sicherstellung der Wahlreform die LoS-trennung deS ReichSratheS von den Landtagen bewirkt und hierdurch die Eentralverwaltung gesichert und gekräftigt lverde. 2. Zur Deckung der für Unterrichtszwecke in Galizien entstehenden Ausgaben sei aus Grund des Erfolges des Budgets vom Jahre 1871 eine bestimmte und in der Folge nicht mehr abzuändernde Quote festzusetzen, jedoch von Galizien selbst zu decken. 3. Bei allen Angelegenheiten, welche nach dem Ausgleichselaborate dem Landtage in Galizien überwiesen worden, so wie bei Aenderungen der Verfassung haben die ans Galizien entsendeten Abgeordneten nicht mitzustimmen. 4. Die ReichSrathsrathSwahlen in Galizien sollen nach demselben ModuS vorgenommen weiden, tvie in den übrigen im ReichSrath vertretenen Königreichen und Ländern. 5. Der Ausgleich mit Polen tritt erst dann nach dem sich erhebenden Reichardt und die Augen der beiden jungen Männer, die kaum zwei Jahre im Alter auseinander sein konnten, trafen sich und blieben ztvei Sekunden wie unwillkürlich in einander hängen; dann - aber überlief der Blick deS Erster» die ganze Erscheinung des Ap-plikanten. Reichardt halte ivohl seinen ältesten Anzug sür sein erstes Austreten gewählt, aber der Sitz der Äleider, die Feinheit feiner Wäsche, das volle, elkgant gescheitelte Haar ui^d die ganze Haltung dcS ^ngen Mal,Nks verriethen ohne Weiteres den Menschen auS der „gulen" Gesellschaft. Was in der Seele des Musternden vorging, konnte Reichardt nicht errathen, aber die Mienen des Ersteren nahmen. alS er seine Inspektion vol-lcndet und die ersten Fragen an den Deutschen richtete, einen Ausdruck von hochmüthiger Non-chalanze an, tvelcher diesem biS in's Herz tveh that. „ES ist schon richtig", wandte er sich dann an den Buchhalter zurück, „Bill garantirt für den Mann und das ist mir lieber, als Jemand von der Straße tveg in'S Haus zu nehmen — falls er genügend englisch verstlht. kann er hier bleiben nnd James mag ihn von dem, was er zu thun hat, unterrichten. In zwei Stunden bin ich wieder zurück." Cr klatschte mit der Reitpeitsche gegen seine Beinkleider und verließ mit zurückge« worfenem Kopfe den Raum. in Wirksamkeit, wenn derselbe durch den galizischen Landtag inartikulirt wird." Dem Geständniß des Redners, daß et ihr» freuen würde, wenn die Wähler zustimme«, erfolgte allgemeiner Zuruf und schloß Herr Reuter unter lebhaftem Beifall mit dem Versprechen, nach Beendigung der ReichSrathsfefsion wieder vor seine Wähler hinzutreten und Rechenschaft zu geben ; diesem Grundsatze werde er unter allen Umständen treu bleiben. Der Obmann der Versammlung, Herr Pro« fefsor Schaller fragte, ob Jemand einen Wunsch zu äußern habe. Herr Profestor Reichel erklärte, mit allen Punkten der Resolution einverstanden zu fein; er vermisse jedoch einen — nämlich die Ausscheidung Biala's aus dem galizischen Landesverbände und Vereinigung mit Bielitz in Schlesien; er frage den Herrn Abgeordneten, ob er nicht diesen Punkt in die Resolution aufnehmen »volle. Herr Reuter verneinte und stützte sich auf eine Aeußerung des Minister« Unger. daß die Regierung unter keiner Bedingung am historischen Bestand eines Landes rütteln lassen werde. Gäbe man die Ausscheidung Biala's zu, dann kämen z. B. auch die Klerikalen und Rationalen »it derselben Forderung betreffs der uut.Ste iermark. Der galizische Ausgleich lverde auch bezüglich Biala's die Garantie bieten, daß die Nationalität gesichert ist und verlangen »vir ja. daß eine Mehrheit Von zwei Dritteln des Landtages gefordert werden muffe, weil die Polen dadurch geuöthigt werden, mit den Deutschen. Ruthenen und Israeliten sich zu verständigen. Herr Reuter gelobte, wenn im Reichs« rathe die deutschnationalen Jntereffen zur Verhandlung kommen, mit aUer Kraft für dieselben einzutreten. Herr Profeffor Reichel entgegnete, daß Biala einst zum deutfchen Bunde gehört habe, das übrige Galizien aber nicht; da u. A. auch die ganze Steiermark deutsches Bundesgebiet gewesen, so könnten die Slovenen aus der Trennung Biala's von Galizien keine Berechtigung für sich ableiten. Herr Reuter bestritt nicht, daß die geschichtlichen Verhältnisse so ge»velen. wie Herr Reichel dieselben dargestellt; aber der jetzige thatsächliche und rechtliche Zustand sei hinsichtlich Galizien« doch ein anderer und würde aus diesem Grunde das Ministerium den heftigsten Wideistand leisten. Herr Friedrich Brandstetter erklärte, da« Programm des Herrn Reuter sei >0 ziemlich da« seine und daß er, sowie Herr Konrad Seidl den bekannten Standpunkt de« Abgeordneten Pickert einnehme. Der Redner vertheidigte die „3un- Reichardt war bleich geworden; fast wollte ihm diese Behandlungsiveise, gegen die er nicht gestählt gewesen war, absichilich erscheinen und doch hätte er sich nicht die Spur eines Grunde« dafür angeben können. Er hörte nicht, wie der Buchhalter sich mit einem unzufriedenen Brummen wieder abwandte und erst als dieser ein Stück Papier nach dem äußersten Rande des Pultes schob und ihm mit einem lauten: „Hier schreiben Sie, wa« ich Ihnen sagen werde!" eine Feder hinhielt, wurde er seinen Empfindungen entrissen. Er folgte der Aufforderung iind warf, ohne einen Zug von Bitterkeit unterdrücken zu können, mit setner gelvöhnlichen Leichtigkeit das ihm dik-tirte Formular eines Verladungsscheins auf daS Papicr. Der jüngere Johnson hatte neugierig von seiner Arbeit aufgejehen und beobachtete, als erwarte er ein Amüsement, wie der Alte die Schriftprobe vor sich nahm. Fortsetzung folgt. gtn". die nach wie vor am Programme und an der Adrelje festhalten. Er fürchte, daß die Ber-saffungSpartti wieder in die alte VertranenSsrlig-keit zurückfallen und jene Partei, welche die drin-sttndsten Forderungen durchsetzen will. alS unge-ftilm verschreien werde und so könne et der Regierung gelingen, zuerst die galizische grafte zu erledigen und dann später —- vielleicht die Wahl-rtform. Durch die böhmischen Vroßgrundbisißer sei die Part«i der .»Alten" gestärkt worden; dir „Jungen" werden aber trotzdem nicht wanken. Mö-gen die Wähler den Abgeordneten ihr Vertrauen erhalten und sich durch alle mit dem DiSpostti-onsfond in Zusammenhang stehtnden Schmähungen nicht beirren lassen. Die Rlsolution. welche Herr Reuter beantragt, wurde unverändert angenommen. Herr Karl glucher ersuchte Herrn Reuter, ganz besonders auf die Erledigung deS Genossenschaftsgesetzes hinzuwirken, waS bereitwillig zuge-sagt wurde. Herr Professor Reichel erinnerte an die Eisenbahnstation St« Magdalena, welche dem Auf-trage des Handelsministeriums zum Trotze noch immer keine vollkommene Station sei ; er frage, ob der Herr Abgeordnete beim Handelsministerium zu Gunsten deS Publikums Einstuß nehmen wolle, zumal die Südbahu eine t»om Staat sui)' Ventionirte sei. Herr Reuter sicherte die Verwendung beim Handelsminister zu und sügte bei. wenn dle Antwort des Ministers nicht genüge, so werde er denselben im Abgeordnetenhause interpelliren. Herr Prof-ssor Schaller faßte noch einmal die Punkte kurz zusammen, worüber Herr Karl Reuter gesprochen und dankte im Namen der Versammlung für den Eifer, welchen dieser im Landtage und im Reichsrathe bethätigt; der Red »er schloß mit den Worten: „Die geehrte Versammlung wird gewiß mit mir übereinstimmen, wenn ich beantrage, durch Erheben von den Sit zen unsere Anerkennung auszudrücken und wenn ich rufe: „Unser Vertreter lebe hoch!" Nachdem die Wählerschast stch erhoben und Herrn Reuter ein ^Hoch l" gebracht, war die Ver sammlung ^ Uhr —- zu Ende. (Blitzschlag.) Am 29. April Nalh mittag, während die freiwillige Feuerwehr mit dem neuen Mannschafts- und Geräthewagen eine Probefahrt nach Proseck machte, entging die Stadt selbst mit knapper Noih einer Brandgefahr. In den Hofroum des Herrn Karl Haußner (Kärnt-nergaffe) schlug nämlich ein Blitzstrahl.' Eine grau, welche sich vor dem Regensturme in daS Haus geflüchtet, verließ dasselbe sosort. wurde je-doch auf der Gasse vor Schreck ohnmächtig und mußte von einem Dienstmanne heimgeführt wer-den. Das Gerücht von einer Beschädigung dieser grau ist unbegründet (Der VerfassungSvereintn Cilli an den Libera l en Verein in Linz.) Das „Juterimskomite" deS BersassungSvereines in Eilli hat an den Liberalen Verein in Linz folgendes Telegramm gesandt: .Wir gratuliren Ihnen mit vollster Sympathie zu der besonderen Ehre, in ganz Oester reich der erste Verein gewesen zu sein, welcher eine alljährliche Doppelfeier für den 13. März beschlossen, zumal sür Kaiser Josef II., welcher au diesem Tagr geboren worden ist — und wie schön das trisst. auch zu unserer konstitutionellen Aera ist an diesem Tage der Grund gelegt worden. Josef verewigte sich damit, daß er alle er forderlichenRegenten^Tugenden in stch vereinte... Er war entschieden großdeutsch gesinnt und als Kaiser der populärste Monarch. Zum Anderen gratuliren wir Ihnen gleich salls zu dem Sie höchst ehrenden Beschlüsse aus Abhaltung einer Empfangöfeier sür Dr. HanS Kudlich. Der Gefeierte hat auch den größten Anspruch auf den wohlverdienten Nationaldank im größten Style für unsere einzige voll5ommene Errungenschaft auS der 1S48er Resorm-Epoche. Durch vorgedachte beide Akte hat der tvackere Liberal-politische Verein zur Evidenz bewiesen; es läßt stch eben unter Einem strenge Loyalität, echter Patriotismus,'gesetzliche und politische Frei-ieit pflegen und die Volksvertreter auf. daS Höchste anspornen für ihren eigentlichen Beruf! Glückauf dem Erfolget Glücklich die Generation, der ^S unbehelligt gestattet sein wird, nicht nur den Einen Mann und den Einen Tag zu gloristziren l" iegeleien in derGrazerVor-st a dt.) Der Stadtverschönerun gS-Verein, drei und zwanzig Hausbesitzer, mehrere Aerzte und Doktoren der'Rechte haben beim Stadtamt gegen die Errichtung von Ziegeleien in der Grazer-Bor-stadt folgende Beschwerde überreicht: „Mit Staunen haben die Gefertigten vernommen und stch aus bereits in Angriff genommenen Bauten überzeugt, daß die Absicht besteht, Zigeleien in der Grazer Vorstadt zu errichten, und finden sich daher bewogen, daS dringende Ansuchen an daS löbliche Stadtamt zu richten, den Weiterbau unverzüglich einzustellen und olle gesetzlichen Mittel in Anwendung zu bringen, daß die Grazer. Vorstadt und die Bewohner der Stadt von diesen Bauten verschont bleiben. Für das dieSsällige Ansuchen bringen die Gefertigten folgende Gründe an: Ziegeleien bedingen ziemliche Quantitäten Wasser, welches bei den in Rede stehenden durch Zufluß aus den Teichen und Regenwasser gewonnen und in Vertiefungen reservirt würde. Derartige stagnirende Wasserreservoire, vielmehr Krötenlachen, find ficherlich im Stadlrayon durch ihre Ausdünstungen gesundheitswidrig und versetzen die Vorstadt und die Stadt in ein Fiebernest. In neuerer Zeit werden größtentheilS Stein kohlen zur Ziegeliirennung verwendet; der fürch terliche Rauch und hauptsächlich Staub, de«, bei solchen Unternehmen existirt, ist Niemand fremd und wird dadurch die Wohnlichkeit der ganzen Vorstadt in Frage gestellt, im mindesten Fall aber die Luft derart verpestet, daß sie gesundheitS widrig wird. ES wäre somit schon genügender Grund aus sanitären Rücksichten, die Aigeteien unter keiner Bedingung zu gestatten. UtberdieS aber kommt die Aeuergefährlichkeit in Betracht zu ziehen. Außer den großen Quan» titäten Kohlen tvürde auch ein Depot von StaU' deu und sonstigem Holzwerk in die nächste Nähe der Gebäude kommen und ist bei der bewußten Fahrlässigkeit der Arbeiter bei Feuerungen die Gefahr sehr nahe, daß über kurz oder lang der sicher nie kleine Vorraih von Brennmaterial sich entzündet, wodurch die Grazer-Borstadt stetS in Feuergefahr sein würde. Möge daS löbliche Stadtamt doch berücksichtigen, daß durch die Gewährung eineS solchen Unternehmens die Häuser und Grundkomplexe der ganzen Vorstadt um Tausende und Tausende mit einem Schlag entwerthet würden, daß erst IN neuester Zeit durch den Edelsinn und die Opferwilligkeit der Bewohner Marburgs mehrere tausend Gulden sreitviUig geleistet wurden und daß die Gemeindekasse beinahe nicht weniger leistete, um Marburg endlich einmal einen VcrgnügungSplatz durch den Stadtpark zu schaffen. Soll dieser nun durch die Wasser- und Rauchdünste und den Kohlenstaub der Ziegeleien, die iu dessen nächster Nähe zu stehen kommen werden? Die Stadterweiterung ist auch nur in der betreffenden Umgebung möglich; wo ist aber an eine solche zu denken, wenn derartige Etablisse mentS gestattet »Verden sollten? Ist aber diese Möglichkeit benommen, so ist auch jedem Fremden zufluß. so wie Ansiedlungen ei» Halt geboten zum Nachtheile der ganzen Stadt. Die Gefertigten hoffen. daS löbliche Stadt amt werde diesem Ansnchen geneigtest entsprechen, die Weiterbauten, die ohr^e Vorhergegangenes Ansuchen gesetzwidrig begonnen wurden, einstellen und auch verhüten, daß je Ziegeleien in der Nähe der Stadt und der Vorstädte errichtet werden. Sollte jedoch gegen alleS Vermuthen daS löbliche Stadtamt oder die löbliche Gemeindevertretung dennoch die Erlaubniß zur Erbauung dieser Ziegeleien ertheilen, so machen die Gefertigten aufmerksam, daß sie ungesäumt gegen ein solches Vorgehen eine unparteiische Kommission von der k. k. Statthatterei verlangen und daselbst Protest einlegen ivürden." (Baumfrevel.) Am Mittwoch Nachts sind von unbekannter Hand in der Bürgerstraße achtzehn, in der Parkstraße z'völf neug^esetzte Ka. stanier-bäume abgeschnitten worden. Im Stadt-parke fand man gleichfalls eine große Zahl von Bäumchen abgebrochen oder angeschnitten und mehrere werthvolle Gesträuche ausgerissen. Der Unwille über diesen Frevel ist allgemein und hat der Stadtyerschönerungs-Berein auf die Entdeckung > des Thäten einen^ Preis von öv fl. ausgesetzt. (Vom S üd b a h n h o fe.) Der Handelsminister hat in einer Zuschrist an die Generaldirektion der Südbahngesellschaft die Einführung des Nacht-Schnellzuges zwischen Wien und Trieft als sehr dringlich besürwortet. (Aus einem K u l t u rst a a t e.) An der Volksschule in Gamlitz ist die Stelle eines Unterlehrers zu besetzen — mit dem Jahresgehalte von 240 fl., schreibe und empfange: zweihundert und viezig Gulden. Um Bewerber anzulocken, ist außerdem noch eine „Naluralwohnung" zu-gesagt. (Landwirthschaftliche Filiale W i n d i f ch-F e i st r i tz.) Die landwirthschaftliche Filiale Windisch-Feistritz wird am 8. Mai eine öffentliche Versammlung abhalten — mit folgender Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht über die Verwendung der im v. I. angeschafften Samengetreide-Putzmaschine; 2. Betheiligung an der Wiener Weltausstellung; 3. Straßenbepflav-zung mit Obstbäumen. ^ aiausflug.) Der Naturwissenschaft' liche Verein in Graz wird zur Feier seines zehu-jährigen Bestehens am S. d. M. einen Maiausflug nach Marburg unternehmen. Die tschechischen Studenten in Vrag haben zegen die Adrejfe des HochschulsenatT eine telegraphische Nerwahrnng nach Straßvnrg gesandt. Vom italienischen Abgeordnetenhause ist der erste Artikel deS Entwurfes über die Aufhebung der katholischen Fakultät an den Hochschulen genehmigt worden. Der rothrepublikanische Bund im Süden Frankreichs wird von der Regiernng sehr scharf überwacht. Letzte Most. Gr?lArnug. An meine Freunde. .Bei dem feierlichen und herzlichen Empfange, der mir bei meiner Ankunft in Linz von allen Seiten zu Theil ward, wurde ich von Begrüß'inqs-Telegtammen förmlich überschüttet, ebenso von Adressen geachteter Vereine und Körperschaften aus allen Gegenden. Ich bin gänzlich außer Stachde, für diese zahlreicher! Beweise von Sympathie und Achtung in jedem einzelnen Frille zu antivorten. Ich ersuche daher die Redaktionen oller mir freundlich gesinnten Zeitungen, die Erklärung von mir aufzunehmen, daß ich allen meinen persönlichen und politischen Freunden gegenüber für diese unverdienten Demonstrationen mich zum tiefsten Danke verpflichtet fühle." Linz. 2S. April 1872. Dr. Hans Kudlich. Sindergarten-Maistli. Samstag den Mai um 3 Uhr Nachmittag fiiid'el iin Fröbl'schcn Kiudcrj^arttN cin Kinder-Maifest st.Ut, wozu Elteru und Verwandte. solvie nuch Freunde ditscr Anstalt höflichst ringelnden sind. Bki unt^ünslilier Wllterunil wird das Fest auf einen drr nächsten schönen Maita-^e Vertagt. Hochochtiittgsvoll Mina Derda.jg, 361) Norstel)nin._ Sonntag den 5. Mai 1Ä72: Großes und Garten»Kröffmmg bei josvf Kvrmvk in der Gr«izer-Vorst«»dt, außer der Mauth. Eine beliebte MusikkapeUe ans Uadkersburg unter Leitung ihres Herrn Kapellmeisters Um 9 Ul)r: ^suHrvork. Anfang 4 Ul)r. Sniree frei. Für gute Speisen, echte Weine, sowie daS beliebte nnd prompte Bedienung wird bestens gesorgt. — Ilm zalilreichen Besuch bittet Josts Äermek, Gastgeber. Sonntafl den Mai Nachmittag findet im Gasthausgarten des Gefertigten lZl bei gtlnstiger Witterung ein mit statt. Für gute Speisen und Getränke wird bestens gesorgt. Hierzu macht seiue ergebenste Einladnug (357 Aiitmi Pichl viilgo Rischnig. Nr. K4öS. (371 Freiwillige Lizitation einer Weingarten-Realität. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg tvird liiemit bekannt gegeben: Es sei über Ansilchnt des Herrn Dr. Alois und der Frau Jos.fine Baumann die freiwillijje Versteit^erung der im Grundbuche Hausnmbacher suli Urb. Nr. 16 einkoin-mendcn Wei 254 des (351 ^llvnk«lt«n vr. kotZimiitli detinäst sieli vom 2S. >^xri1 1872 !^n im Uvmi V. Ii r i e Ii u d e Il.iU8e, AeKLiniber Vorstklät-I^farilcirclte, 1^eß^ettIi0K'8ti'L^88e, im ersten Ltoek. Eine Wohnung mit 3 oder 4 Zimmern in der Stadt. Grazer-oder Kärntnelvolstadt wird gesucht. Dießbczügliche Adressen bittet man im Eomptoir dicseS Blattes abzugeben. (Z'ZI Ein Monatzimmer, nett möblirt, gassenseitig, Aussicht auf den Burg-pl^'j;. ist sogleich zu V-rgeben. (365 Näheres im Eomptoir dieses BlattcS. ^ine seljr gut eihaltene (369 Nähmafchisze ist billig zu verkausen und k^nn auch der Unterricht im Nähen erthnlt werden. Auskunft auS Gefälligkeit im Eolziptoir dieses'Blattes. Ein Zimmer am HauptplaH im 2. Stock, mit s.paratrm Eingang, ist mit oder ohne Möbel zu v rmi alten und neuen Natur-Weinen und echtem Mä Blkr, auch kalte und warme Speisen verab Kaffee und El)ocolade zu jeder TageSzei Gin Gärtner, mit guter Konduite, guter Pomolog. der ^ nischen Spache kundig, ob ledig oder verheir« nicht über 45 Jahre alt, lvird auf ein Gu dauerhaften Dienst gesucht. Portofreie s.l^ schriebene Offerte unter H. Nr. 1. zur daktion dieses Blattes. ?o1:s6r intern empfiehlt ihre feuerfesten und einbrnchsicheren Kassen dester Konstruktion zn billigsten Preisen. Central! Käriitnerring 3. Berkauf von 150 Ztr. fiischer Kornkleie in bcliel P.irti'N. Al.frage im k. k. Verpflegs-Mag Nr. 3956 und 4202. - Kuuduiachuug. Das vom h. steiermärk. Landtage in Sitzung vom 10. Oktober.1871 beschlossene, Nische Statut für die l. technische Hochschul Graz hat laut Erlasses^ Sr. EzzeNenz des Minist.r für Kultus und Unterricht vom April 1872 Z. 4444 die Allerhöchste San erhalten und daSsell'e tritt daher mit dem < c^ienjahre 1872/3 in Wirtsamkeil. Nach den HZ. 27 und 28 desselben g folgende Ansnahms-Bedingungen: Als ordentliche Hörer lverden aufgenon a) Diejenigen, ivelche an einer von der Regit hiezu anlorisirten Mittelschule ein Matnri Zeugnist erworben baben. wobei Gl)mn Schüler noch eine hinr-ichende Fertigkeit geometrischen und Freihandzeichnen flachzun habeu; 1)) die ordentlichen Hörer ahnlich organi technischer Institute, welche an die Hochj in Graz übertreten. — Die Entschcidung cin technisches Institut als der technischen ^ schule in Graz ähnlich organisirt zu betra ist, steht über Vorschlag t>eö Piofcssoren-K giutns dem LandesauSschusse nach Einve Men mit der Regicruug zu. Als außerordentliche Hörer können Diejei auf.,enonil,ictt werden, tvelche nicht die Qu kation als o-dtniliche Höser besitzen, oder n nur einzelne Vorlesungen in der Eigenschaft außrrort'entlichen Hörern besuchen wollen, denselben wird jedoi) der Nachtveis deS A von wenigstens 18 Jahren und derjenigen kenntnisse verlangt, welche für das Verstä»! der grlväl)lttN Vorlesunj^en erforderlich sind.^ Die außerordentlichen Hörer haben ? Anspruch atif FvrtgangSzeugnisse, Absolut« und auf Btsieinug vom Unterrichtshonorar Laboratoriumstaxen. Dabei lvnrde lediglich als ausnahmS lUbergangs-BesttMlnung für daS Studie' 1872/3 letvilligt, daß als anßerordenlliche ^ auch Di'jenigen aufgenonunen iverden kö« ivelche von solchen Ober-Realschnlen und j Gyntnasien kommeli, an welchen noch keine' turilätsprilfuilgcn bestehen, ivenn sie ein Stu Zen,lniß des letzten Jahrganges einer'sc AnsüUt Mit mindestens erster Fortgangs bribringen und an der technisch. Hochschule eine AufnahinSprüfuug ouS Älathematik, P den Elemeitlen der darstellenden Geometrie Freihandzeichnen bestehen. Dies Ivird hiemit zur allgemeinen Ken gebracht. Vom steiermärk. Landes-Ausschusse. Graz am 24. April 1872. Verantwortliche Viedaktion, Drur! und ilierlag ron Eduard Jnnschitz in Marbnrg. Lt. U.