PrtitstrMirb«». Tin Monat . 4V kr. Vierteljährig I fl. 20 ^ Halbjährig 2 „ 40 „ Ganzjährig 4 „ 80 „ Mit Horresvondent litin Monat . 50 kr. Vierteljährig 1 „ bv „ Halbjährig . 3 „ — „ Ganzjährig. 6 „ — „ ^ SV So««taa de« V. Juli. Aosertiiitgelithr: Die viermal gespal-tcne Druckzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 5, bei zweimaliger mit 8, bei dreimalißer mit 10 Kreuzern berechnet. Erscheint ieden Sonntag und Donnerstag in je Einem halben Bogen > (die Beilagen ungerechnet). t8«S. Die soeialen BerbSltttiffe in «ra, m. Oeffentliche und Privatbauten. Wollte man aus dem Style der Reubauten in Graz auf die Geschmacksrichtung seiner Einwohner schließen, so könnte man letzterer eben nicht ein günstiges Zeugniß ausstellen; zum Glücke aber für die ohnehin so arg verläumdeten Grazer ist eine solche Voraussetzung höchst ungerecht, da häufig gerade solche Leute, die Geschmack besitzen nicht tauen, sondern nur Jene, die Geld haben. Von neueren öffentlichen Bauten wären nur z» erwähnen die neugebaute Militärschwimmschule, «uige Kirchenbauten und der neue Cireus. Als »ach jahrelangem Zuwarten die vorher bestandene Schwimmschule mit ihrem Miniatur-Bassin doch für die Bedürfniffe einer großen Stadt nicht mehr zureichend befunden und endlich zum Umbau geschritten wurd«, so erwartete^man allgemein, daß bei den hinreichend zugewiesenen Geldmitteln alle Erfahrungen, die bei ähnlichen Bauten gemacht wurden, benützt werden würden und Graz nach Vollendung desselben um eine ihrem Zwecke entsprechende Badeanstalt und zugleich, was die äußere Fsrm betrifft, um eine Zierde bereichert erscheinen werde. Man staunte daher nicht we- Culturhistonsche Bettachtungen über Graz. Humoreske vou Tugen Spork. III. Nachdem wir in Folge mühsamer Studien bereits in den beiden ersten Capiteln unseres gediegenen Geschichtswerkes ans das Evidentefte nach-aewieftn, daß Graz mindestens schon zu Zeiten der Phönizier und Chaldäer eine gewaltige Welt-ftadt gewesen, so steht mit Grund zu erwarten, daß auch der leiseste Zweifel an der Echtheit un-serer Forschungen verstummen werde. Wir vermie-den es gewissenhaft, die fagenreichen Berichte der Borzeit als Facta anzuführen und es kommt uns darum auch nicht glaubwürdig vor, daß Graz -wie Einige behaupten - vom Anbeginn der Welt gestanden habe und Gott das > noch heute so genannte Paradies in der Nähe des ersten Sackes geschaffen habe. Im Pentateuch - namentlich aber in der Genesis finden wir Nichts auf Graz Bezügliches. Wenn es aber doch so wäre, wenn das hiesige Paradies das Paradies unserer Ureltern gewesen wäre, so würden sich Adam und Gemah-NN nach ihrer Ausweisung und in Folge des bekannten Fluches: „du bist Staub und sollst zum Staube wiederkehren" - jedenfalls in der Segend der heutigen Ringstrasse niedergelassen haben, da dort der meiste Staub noch M zu Puden ist. nig, als der im Spötherbste begonnene, mit un-endlicher Bedächtigkeit fortgeführte Bau, als er fertig dastand, sich von Außen als eine gewaltige Ringmauer darstellte, deren vordere Faeadc durch einiges im sogenannten Schweizerstyle bearbeitetes Holzwerk armselig genug ausgeschmückt ist, im Inneren aber ein wirklich merklich vergrößertes mit Cement ausgekleidetes Bassin zeigt, dem eben gar nichts fehlt, als - reines Wasser. Den« da der Zufluß desselben nur durch eine gußeiserne Röhre vernnttelt wird und es einer vollen Woche bedarf, um nach dem Abfluße des verunreinigten Wassers das Bassin wieder zu füllen, so kann man sich wohl vorstellen, daß man mit dem Ez-periment, den Badenden die Wohlthat rlmen Wassers zukommen zu lassen, selir sparsam um-gehen muß und daß in den heißen Sommer-Monaten wahrlich eine Diogenesnatur dazu gehört, sich in jener klebrigen Masse, die in der Schwimm-schule laut den öffentlich bekannt gegebenen Ther-mometerbeobachtungen mit dem Ausdrucke „Wasser" bezeichnet wird, behaglich zu fühlen. Nebenbei ist noch, vermuthlich um die Schwimmer gegen den Sonnenstich abzuhärten, die Einrichtung getroffen, außerhalb der Kämmerchen dem Sonnenlichte vollkommen ungehinderten Zutritt zu lassen und Doch wie gesagt, dieß ist nur Vermuthung nnd weder Wolfgang Lapius, noch Herodot oder Strabo erwähnen eines solchen Ursprunges. Mit Einem Worte: Vor der phönizischen Periode wissen wir nichts Gewisses über Graz; von da ab erst tritt apodictische Gewißheit ein! Wen erinnert nicht schon die Benennung „Ballhaus-gasse" Pallisade, Balkon :c. ze. an den bekannten Nationalgötzen Baal! sein Kultus hat sich auch aus die Nachbarländer erstreckt, ein ungarisches Adelsgeschlecht heißt noch heute Palffh; die Balearen und der Balkan sind nach ihm benannt und selbst jenseits des Oceans finden wir Spuren seiner Verehrung - wie z. B. in Baltimore. Ja sogar jede Tanzunterhaltung wird noch immer Ball genannt - weil zu Ehren dieser Gottheit religiöse Tänze abgehalten wurden! Folgen wir dem Gange der Ereignisse, so kommen wir nun an eine schwere prüfungsreiche Zeit, die unsere Stadt zu überdauern hatte. Einer-seits waren Phönizier und Juden in dem Besitze des Territoriums; andererseits drang Hannibal im punischen Kriege über die Alpen ins ruhiae Graz-Thal und es drohte ein fürchterlicher Kampf -eine Völkerschlacht! Die Phönizier befestigten Stadt und Schloß, so gut es in der Eile gehen mochte, während näher und immer näher die Schaaren Hannibal's heranrückte«, der auch endlich sein Lager jenseits der Mur, ungefähr eine Stunde von Graz ent- dadurch schon einer Ueberfüllung der Anstalt während der Bormittags-, Mittags- und Nachmittagsstunden hinreichend vorgebeugt. In einer ziemlich abgelegenen Gasse unserer Hauptstadt erheben sich dagegen zwei wirkliche Prachtgebäude, das eine bereits seit zwei Jahren vollendet, das zweite der Vollendung nahe. Erste-res ist die von den barmherzigen Schwestern, oder wie sie sich nennen. Töchtern der christlichen Liebe des heil. Biueenz von Paula - ausschließlich beniltzte, dem Publicum abgesperrte Kirche, welche im edelsten Style aufgeführt, gleichsam der Mit» telpunet einer sich dort ausbreitenden, mit großem Comfort eingerichteten geistlichen Cclonie bildet; das zweite, lvenige Klafter davon entfernte Gebäude ist ebenfalls eine Kirche, lvelche aber dem andächtigen Publicum zugänglich gemacht werden soll und die nach ihrer Vollendung ihre Nachba-rin an architektonischer Schönheit noch zu über-treffen verspricht. Was die Vorzüge betrifft, die der letztan-geführte Bau, der Circus, haben soll (?) und die Mängel, die derselbe hat, so wäre es überflüssig, noch darüber zu sprechen. Er wurde ausgeführt ttotz dem Einsprüche der öffenttichen Meinung, steht sammt Rebengebäude jetzt da in stolzer Un- fernt, aufschlug, um nicht in die Schußweite der feindlichen Kanonen zu kommen. Glücklicher Weise gelangten beide Heerführer zu einer Verständigung und Rabuko schenkte dem Hanniba! seine sämmtlichen gefangenen Juden; seit dieser Zeit dürfen keine Juden mehr in Steier-mark domieiliren. Hannibal mit seinen Puniern zog ab, aber noch heut zu Taqe heißt die Stelle, bis an welche das punische Heer kam: Pnntigam. Doch nicht lange sollte Friede walten über dieseu Gauen! die Ammoriter verheerten das ganze Obersteier - mußten aber nach harten Kämpfen doch unterliegen. Noch findet man versteinerte Waldhörner mefes kriegerischen Volkes in der ganzen Gegend und man nennt selbe nach ihnen Ammoriten oder häufiger: Ammoniten. Endlich verließ ein großer Theil der Phöni-zier und Assyrer unsere Gegend für immer; aber noch sehen wir, von ihnen gegründet, den nach ihnen benannten Syrius, einen Stern erster Größe, dessen Glanz Jahrtausende nicht trüben konnten. IV. Die Sporgasse hat ihren Namen von einer daselbst aufgestellt gewesenen'Tafel mit dem Signum: 8.?. (8evaws populasque romavu^ und nur der Unverstand früherer Jahrhunderte konnte diese weltbekannte Firma in Sporgasse umwandeln! geschlachtheit, gleichsam den glänzenden Newels liefernd, daß es möglich ist, sich über jene Hivaus-zusetzen und gleichzeitig jedes ästhetische Gefühl verhöhnen zu können. Anderer öffentlicher Bauten aus neuerer Zeit wüßten wir unS nicht zu erinnern, man müßte höchstens als Curiosum eives Pissoirs gedenken, welches vor dem nun falls demolirten Sackthore errichtet, an der Ußestf seite die stolze JnArist zeigt: „rWO. »VN. Bon öffentlichen Denkmalern besitzt seit jüngster Zeit Graz in der aus der Künstlerhand Gassers hervorgegangenen, am Schloßberge auf-gestellten Weldenstatue ein schönes plastisches Werk, leider durch den derselben nicht günstigen Aufstellungsort etwas beeinträchtigt; und ein zweites, noch bedeutenderes ist uns in Bälde in Aussicht gestellt, das Erzherzog-Johanu Monument. Mit der Ansicht des Comit^'s aber, welches, wie wir hören, beabsichtigt, den für unsere Heimat so hochverdienten Prinzen in Feldmarschallsuniform darstellen zu lassen, können wir uns in vorhinein nicht einverstanden erklären, denn nicht im Kleide des Kriegers hat er für die Steiermark gewirkt und lvie er heute im Andenken des Volkes lebt, im schlichten Gewände der Heimat und mit dem Iägerhute, so sollte seine äußere lZrscheinung auch der Nachwelt erhalten bleiben. Die zum Schmucke der heil. Dreifaltigkeitssäule von einem heimischen Künstler wirklich schön in Marmor ausgeführte Marienstatue ist leider kein selbständiges Denkmal und verliert viel dadurch, daß sie am Postamente eines ästhetischen Ungeheuers, einer gewundenen Säule, angebracht wird. Was die künstlerische Bedeutung der Restaurationen religiöser Denksäulen, Kapellen u. dgl., in welchem Fache jetzt viel gemacht wird, anbelangt, so dürfte es besser sein, darüber zu schweigen. Ist die Zahl der neuen öffentlichen Gebäude in Graz eine äußerst geringe, so ist dafür die der jüngst aufgeführten Privatbauten desto beträcht-licher, was sich wohl durch die stets zunehmende Der Platz am Fuße des Schloßbcrges heißt CarmeliterPlatz, weil liier bereits zu Zeiten dcö Tarqniniuö Priscus öffentlicher Markt gehalten und wöchentlich dreimal Fleisch und Honig verkanft werden durfte; earo - Fleisch, mel -Honig - tvl- - dreimal - mithin eigentlich (iar-nimeliter Platz - später abbrevitt und Carme-liter Platz geheißen. Aus der Periode der Römerl)errschaft haben wir nur noch wenige Denkmale und eineo der schönsten und edelsten fiel erst vor kurzer Zeit als Opfer der Neuernngßwuth unseres Jahrhunderts! Wer hat ihn nicht angestaunt den ehrwürdigen, auch in seinen Rninen noch imposanten Circus! Herrliche Erinnerung! Hier haben einst gefangene Nazarener mit wilden Thieren gekämpft -impersnte! hier rief die tobende Menge das berüchtigte: fsnem et (^iroeuses! Welch große Zeit! Da gelang es Einem der gefangenen Christen mit seiner Tochter sich zu befreien; sie wußte nicht - sollte sie sür ihren Glauben sterben - oder sollte sie ihr Leben retten und dem Bater folgen; Ihr Name war: Mi na. Aber der Bater rief der Unschlüßigen zu: Ja! komm'Mini! und seitdem heißt der Platz der Jakomini Platz! Zum Andenken an diese wichtige Begebenheit und glücklich bewerkstelligte Flucht wurde später daselbst die Post erichtet. Schlllß der ersten Abtheilung. Bevölkerung von selbst erklärt. Ueberall erstehen neue Häuser, neue Strassen, überall erblickt mc« Berge von Ziegeln und Bausteinen, Gerüste und Staub. Man sollte glauben, daß unter dieser enormen Anzahl von Reubauten, deren nicht alt von Bauunternehmern und Speeulanten zum BertaNfp/ sondern auch viele von reichen Kapitalisten thMweise zur eigenen Benützung aufgefihrt werden, auch einige Prachtgebäude zu sehen sein dürften, aber der das Boraussetzende wird flch, wenn er alle unsere Neubauten nur einer ober-flächlichen Betrachtung würdigt, bald sehr enttäuscht finden; sie find bemahe durchgehends im berüchtigten Kasernenstyl erbaut und hat sich ein kühner Architekt gefunden, der sich wirklich Aus-schreitungen gegen denselben erlaubt, so ist er doch immer bescheiden genug, diese auf Anwen-dung einiger Ornamente (?) von terra eotta, auf Aufstellung mosaischer Gesetzestafeln und kleiner Thonfigürchen zur Verzierung der Hauptgesimse und der Balcone zu beschränken. Ganz besonderen Ansichten scheint man aber bei Erbauung von Landhäusern zu folgen, welche in einem noch nicht benannten Style aufgeführt sich ungefähr fo ausnehmen, als hätte ein Kind aus seinen verschiedenen, mit sogenannten Bausteinen gefüllten Schachteln eine Combination von Bestandtheilen moderner Stadthäuser, italienischer Villen, Sennhütten, gothischer Kirchen und türkischer Bäder versucht und das Resultat dieser genialen Idee wäre nun von dem Baulustigen als Modell benutzt worden. Daß es auch in dieser Beziehung manche vortheilhafte Ausnahmen gibt, versteht sich von selbst. Bei der Besprechung von Neubauten lverden wir unwillkürlich zu dem Thema von Stadterweiterung, Ringstrasse u. s. w. hingedrängt, doch in unseren Skizzen wagen wir uns nicht auf dieses Feld, welches mit Leitartikeln, „Eingesendet", frommen Wünschen und Erklärungen gepflastert, vom Blute der Maikäfer und Anti-Maikäfer bespritzt ist - denn gefährlich ist's, den Leu zu Culturgeschichtliche MiScellen. III. Aus dem Marburqer ^tadtbuche. — Zu den ergötzlichsten Auszeichnungen des Marburger Stadtbuches gehört die Schilderung der seierlichen eonlmissioneUen Besichtigung der zur Commune gehörigen liegenden Güter, welche „Gemain Bereitung" genannt lvurde. Im Jahre 1671. dauerte sie vier Tage, die im Communal-buche einzeln beschrieben erscheinen. „Die Gemain-Bereitung des ersten Tages" wird darin wörtlich in folgender Weise dargestellt: „Den 27. Monatlistag Aprilis Anno 1671 ist der erste Theil der gemein samt dem Bacher-wald der Landessürstl. Stadt Marburg ordentlich und wie von Alters löblich nach Aussag der alten Bnrger und Beschreibung gemeinen großen Stadtbuch herkommen, mit sprechendem Spiel und fliegenden Fahnen unter Begleitung Herrn ord. Stadtrichter, Herrn Valentin de Benrgo als Haupt-man, Herrn Hans Draschitfch, Leuitenant, Herrn Gregor Ludwig Neger, Fähnrich, Herrn Waißl, Herrn Kebritsch, Herrn Haller. Herrn Seidoch und Herrn Rainier als des Raths und andere Bürger, als der gefammten Erzgemein beritten worden. Erstlichen ist man in guter Ordnung bei dem Drauthor ausgezogen und bei des Herrn Hämel Mayrhof vorüber gegen Rottwein geritten wecken - und beschränken uns nur auf die Er-klärM. etwas erstaunt gewesen zn sein, als wir bei der Beröffentlichung der hieher einschlägigen Gemeinderathsverhandlungm die Begründung des Magistrates für die Beibehaltung unserer Tnber-telnquelle vernahm«, die dem Gutachten der meisten geachtetsten Aerzte gegenüber auf da< Fehlen der Unterschrift von Seite eines derselben stützte. Graz Z In der Generalversammlung der Ressource, die im Dezember v. I. stattfand, wurden die Un-zulänglichkeiten der bisherigen Bereinsstatuten allgemein anerkannt und daher ein Comit«^ gewählt, welches neue, den nenen Verhältnissen anzupassende Vereinsaesetze zu entwerfen hatte. Dieses Comitö, hauptsächlich aus Mitgliedern und Freunden deS im vorigen Jahre abgetretenen Ausschusses be-stehend, uutenog sich mit rühmlichem Eifer seiner schwierigen Angabe und legte nun dem Aus-schusse einen aus 50 Paragraphen bestehenden Statutenentwurf vor, zu defsen Berathung und Genehmigung eine Generalversammlung für den 30. Juni d. I. einberufen wurde. Da einerseits die Ressource in dem geselligen, ja man kann sagen, im Familienleben aller gebildeten Kreise unserer Stadt eine sehr wichtige Rolle spielt, an-dererseits die Versammlung selbst einiaes Inte-ressante bot, so dürfte eine kurze Besprechung derselben auch in den Spalten Ihres Blattes nicht unpassend erscheinen. Die Versammlung, welche ziemlich zahlreich besucht war, wurde vom fungirenden Director der Gesellschaft, als Borsitzenden mit einer trefflichen Rede eröffnet, in welcher besonder? der Zweck, die Wichtigkeit und die Vorz^e der neuen Statliten hervorgehoben »vurden. Vie gespannte Aufmerk-samkeit, mit tvelcher man beim Borlesen der Statnten jeder Zeile, ja jedem Worte folgte - so daß die Berathung erst am folgenden Taae been-det werden konnte - beweist, wie sehr es der Ge-ftllschaft darum zu thun sei, ihre neuen Grund-aesetze so vollkommen als möglich verfaßt zu sehen und die Heftigkeit der Debatten, die sich über viele einzelne Punete entspannen, ließ manch-mal auf mehr als principielle Ansichten, nmn könnte sagen, auf Partei-, wo nicht gar persönliche j und unweit sich rechter Hand in den Theesen ge-> wendet und als nian das erstemahl zu den kleinen Bachel gekommen ist, ein Markstein gesetzt und gleich dabei in ein alt niedere Buch ein Nagl geschlagen worden, darein die Knaben zur Er-Haltung mehrerer gedächtniß gebissen. Besser hinauf ist in einer Jauer. oder Wei-ßenbuch ein alter Nagel gefunden und darzu ein neuer geschlagen worden; ferners als man über ein Riegel gestiegen, feint mehrmahl 2 alte Rains Nägel in einer großen Buch ersehen worden, ha-ben auch ein altes Kreutz renovirt: directe besser hinauf über einen sehr stükleteu Hügl hat man in einer Buchen wieder ein altes Kreutz verneuert und einen neuen Nagl schlagen. Weiter als man fortgeschritten, ist man durch einen nassen und schlimmen engen Graben sür ein alte Kohlstatt paßirt und entllch(en) durch einen bessern Weg kommen zu einer großen Steinwandt, darauf Herr Wimbl in Beyseyn der ganzen gemein unter sprechendem Spiel, und Gebung vieler Salven, den Fahnen treflich wohl geschwungen; Herr Stadtrichter hat allda denen Trumelschlägern aller' ley Nestl* ausgetheilt. Ein Theil der gemein ist über den Rieg^ der Graben genannt gangen, ha-ben in einer Buechen nicht weit von einer aru-ben, wo ein Römer vergraben sein soll, ein Krentz und ein eingebaute Hand angetrosen. " * (lm Althochdeutschen nsstilo) ist ein Band oder eine schleife. Sntereffen von mancher Seite schließen. Uebrigens ließ fich ein unläuabarer gortschritt in unserem öffentlichen Leben nlcht verkennen, da nicht mehr, wie noch vor wenigen Jahren, die persönliche Anschauung einzelner Autoritäten allein als maßgebend betrachtet wurde. Aber erstaunen mußte man, daß in einer Versammlung, in welcher die Elite der männlichen Bevölkerung und zwar größtentheils gereifte Männer anwesend waren, sobald die Wogen der Aufregung etlvaS hoch gingen, gänzlich auf jede parlamentarische Ge-wohnheit vergessen wurde, daß drei, vier oder Mehrere versuchten, zu gleicher Zeit zu sprechen und sich an Kraftentwicklung ihrer Stimmorgane zu überbieten und daß sie oft weder durch ermah-nende Worte noch durch die Klingel deS Vorfitzenden zum Schweigen gebracht werden konnten. Bier Fragen waren es besonders, über welche sich stürmische Debatten erhoben, nämlich die im Statutenentwurfe beantragte Erhöhung der Jahres-beitrage, die im Entwürfe nicht enthaltene Bestimmung eines Ausschußmitgliedes zum Controllor, welcher dem Oekonomen zur Seite stehen soll, -die Bildung und Limitirung eines Reservefondes und endlich die Möglichkeit der Wiederwahl eineS ausgelosten Ausschußmitgliedes für das nächste Jahr. Als Grund zum ersteren Antrage wurde besonders die Nothwendigkeit bedeutender Restauri-rungen der Localitäten hervorgehoben, derselbe aber bald durch die auf Zahlen basirende Darstellung eines Mitgliedes des neuen Ausschusses entkräftet, welche trotz der vielfach vermehrten Auslagen im heurigen Jahre ein naulhaftes Ersparniß nachwies und durch die Erklärung desselben, daß diese Restaurationen auch ohne Erhöhung der Beiträge zu Stande gebracht werden würden. Es war auf diese Beweisführung hin wohl natürlich, daß die beantragte Erhöhung bei der Abstimmung durchfiel ; ebenso wurde die Nothwendiakeit eines Eontrollors durch den vor« jährigen Rechnungsrevidenten ziffermässig nachgewiesen, welcher hervorhob, in der Zahresrechuung vom Jahre 1860 unter 260 Beilagen nur 4 vom fuugirenden Director vidirte gefunden zu haben; auch wurde beschlossen, daß ein Reservefond zu bilden und derselbe nicht, wie der entsprechende K. des Entwurfes lautet, zu limitiren sei und endlich, daß die austretenden Ausschußmitglieder für das nächste Jahr nicht wieder wählbar seien. Ueber diesen letzten Punet herrschten vielleicht die meisten differirenden Ansichten; wer aber unsere Verhält- Direete hinauf ist in einer grossen Buechen ein Nagel geschlagen und ein Kreutz verneuert worden, ligt dabei ein großer mit Micß überwachsener Stein, ist das darin ein^ehaute Kreutz auch reno-virt worden, gerad l)jnauf mehr ein Kreutz verneuert, sind auch Nägel in der Buchen gestanden vielleicht die Halter ausgezogen. Mehr in einer verdorbenen Buechen ein altes Kreutz gefunden und ein Nagel geschlagen, in simili unweit hinauf in einer andern ein Kreutz verneuert, ferners gerad hinauf ein Kreutz verneuert und ein großes M. darzu eingehaut, ist dabei ein alteS A. Weiter fort ist in einer andern grossen Buechen neben einen alten Zeichen ein A. eingeschnitten worden: als man zu dem Stein gelangt, so von Ober-rotwein nach St. Wolfgang fuhrt, ist in einer Buech, so rechter Hand Marburg, linksher am Bacher, dritterseits aber auf Oberrotwein zeigt ein R eingehaut und ein neuer Nagel geschlagen worden, sein anch da etliche alte Zeichen, aber die Nägl haben die Halter ausgehakt. Durch den Ordinarr Fußsteig immer fort ist man zu einen kleinen frischen Brindel gekommen, einwenig davon ist in einen mießigen Buechbaum ein grosses P. eingeschnitten worden. Als man weiter gegen St. Wolfgang die gemein Bereitung pro^quirt, ist Herr Verwalter zu Lenlbach samt Herrn Pauritschen entaegen kommen. Herr Pauritsch hat in Namen des Herrn Prälaten von St. Paul und des lSbl. Convent Nisse und die Bereitwilligkeit kennt, mit welcher Viele Ehrenstellen annehmen, ohne sich bei deren Erwerbung aber verpflichtet zu halten, auch etwas zu leisten und wieder die Empfindlichkeit derjent-^n, die eine Nichtwiederwahl für eine persönliche Beleidigung ansehen, der kann mit diesem Beschluß? umsomehr zufrieden sein, als wenn dem Vereine wirklich dadurch die Thätigkeit eineS ausgezeichneten Mitgliedes für ein Jahr entzogen würde, es doch unter 600 Mitglieder gewiß noch andere für eine solche Stellung Geeignete geben dürfte. Im Ganzen konnte man sagen, daß wohl die meisten wesentlichen Paragraphe deS Entwurfes abgeändert wurden, obivohl die Ver-fasser für jedes Wort desselben in die Schranken traten. Nachdem der bisher provisorische neue Ausschuß, welcher Heuer eine so rühmenswerthe Thä' tigkeit entfaltete, durch Aeelamation zum Bleibe« bis ^ur nächsten Wahl bestimmt wurde, endete die Berathung und hoffentlich war dieselbe anch der Schluß aller erbitterten Parteikämpfe in einer doch hauptsächlich dem Vergnügen gelvidmeten Gesellschaft, aller Kreuzritter-Romane und auch jeder absoluten Regierung von Seite der Verwaltung. «aibach 8.' 29. Juni. (Sparkasse. Pfandamt. Proletariat. Theaterdireetor Sallmayer.) Die liiesige Sparcafse hat ihrem stattlichen Ge-bände am Jahrmarktplatze einen zweiten Stock aufgesetzt lmd nal)t der Bau seiner Vollendung. Hoffentlich wird dieses ursprünglich so segens-reiche Institut für die Verwerthung der Localitäten bereits wucherisch verfügt haben, um ihrem Principe des Zusammenscharrens getreu zu bleiben. Immerhin bleibt aber dieser Anfschwnng einer streng konservativen Gebahrnng zu einer augenscheinlichen That, wie es ein namhafter Znban ist, lobenswerth, da sich hier chronisch ein Anflug von Wohnungsnoth zeigt, wenn nämlich eine stärkere Militäreinquartierung eintritt, wobei sich auch der speeulative Geist verwittibter Frauen mit möblirten Monatzimmern geltend macht. -Um jedoch die Spareasse nicht aus den Augen zu verlieren, so wünscht Referent, daß auch mit deren Statuten ein Zu-, Um- oder Neubau vor-genommen werden möge, denn ihr Gerüste ist wurmstichig, faul und morsch geworden unter den alda angefangen zu protestiren daß diese Bereitung in geringsten nicht präjudieiren solle, woraus Herr ord. Stadtrichter kurz geantwortet, daß man d.r Herrschaft Faal und der Gemain am Pacherwald im geringsten nicht i^estehe, die von Vtarbnrg wären allein in ruhiger und un-perturbirten Posses, kein umliegende Herrschaft hätte im ihren Theil des Bacherwaldes iveder zittseendi, weder IiAuaulii halie uns das (Vomitiv bis nach St. Wolsgaug geleistet. Allda !iat die ganze Getnein, die Kirchen mit großer Andacht besucht. Hcrausen ein wenig in die Höch bei einer gruben steht ein Markstein, darbei Herr Draschitsch als Leuitenant den Bulien zu ge-dächtniß seidene Nest! von allerlei) Farben ausge-theilt nnd jeden zu bessere BeHaltung des ganzen Verlanfes ein Manlstreich gegeben; bei der Kirchen aber l)at der Herr Stadt-richter als Hauptman weiße Vfenige ausge-worfen; directe et perpendienlariter von dem obbemelten Rainstein den hohen und gähen Buchwald hienunter ist wieder in einer großen Bnechen M. eingehaut und ein neuer Nagl geschlagen worden, weiter hinunter den Berg ist ein Krentz in einer Buechen mit 3 Stammen eingehaut, man ist auch zu zwey alt abgehaute Buechen kommen, sollen vorzeiten Rainbaum gewesen seyn, ungefähr hinab schnurgerad mehr ein Kreutz eingeschnitten worden, in simili besser hinab in einer andere ähnlichen wo ein ausgerichter Steinhaufen, wie WitterungSeinflüssen deS Zeitgeistes uud der ge-sellschaftlichen Bedürfnisse. DaS mit der Spar-easse verbundene Pfandamt ist schon gar ein in menschenfreundlicher Beziehung unwürdiges In-stitut, denn der Zweck derselben ist - ganz wucherischen Beariffen gemäß - Ausbeutung der Armuth. Es ist der humanen Tendenz schnür-straks entgegen, wenn für eine kleine Summe, für welche der doppelte oder dreifache Werth des Pfandes bürgt, so hohe Zinsen gezahlt werden, während der Reiche oder als reich bekannte Ge-schästsmann sogar ohne viele Umstände bei der Spareasse sogleich große Summen gegen »sehr kleine Proeente erhalt, wobei persönliche Rücksichten der Wohldienerei und Devotion höchst maßgebend sind. Diese tiefwurzelnden Uebel des Eigennutzes sind freilich schwer zu ändern und der Armuth ist schwer zu helfen, denn paupor ubiquö (der Arme liegt überall darnieder). Die Concentrirung des Kapitals auf einen Punet ist überhaupt vom Uebel; eS wird dem Lande das Geld entzogen, ohne lvieder zurückzuströmen und der Landmann vermag sich ohnehin wegen Mangels einer einsichtsvollen rationellen Bewirth-schaftnng und wegen der Fülle von Lasten schwer zu behelfen und das Proletariat iil den Städten und auf dem Lande blüht fort. Um nach dieser Geldanstalt nun eines modernen Eontrastes wegen von einer Anstalt zu sprechen, welche voll von schönen Gedanken und Gefühlen aber in der Regel ohne Geld ist, sei des Theaters erwähnt. Bekanntlich wurde nach des Komikers Ztelzer trivialer und zerfahrener Direetion dem Direktor und Dichter Sallmayer die Bühnenleitnng übergeben. In dem Grade, als Stelzer ohne alle Bildung und blos von kleinlich berechnender intriguanter Klugheit geleitet schien, dadurch das Ganze aus den Augen verlor und das Theater zweimal der Sperrung nahe brachte, - wird dagegen Sallmayer als Mann von Geist, Kenntniß und Charakter gelobt; daß er nebenbei als reizbar nnd eigensinnig geschildert wird - zlvei Eigenschaften, mit denen ein Lenker so heterogener Köpfe wie es Schauspieler find nie behaftet sein darf - ist nicht ganz gur, da die Leitung der hiesigen Biihne eine besondere Elastizität des Charakters erfordert. Es beißt, Sallmayer werde in den ersten Tagen des Juli hier eintreffen, um Voranstalten zu treffen. Er wolle seine ganze Kraft auf Laibach eoneentriren, ein alte Mauer steht, ist man aus dem Wald kommen, rint alda ein kleines Bachel, Mureo genannt nnd wie es rint und fließt gegen die Ebene hinunter biS auf den Bach Krumbach, ist rechter Hand alles das von Marburg. Ferners ist man durch ein Tlieesen und ein Dorf geritten und in de?n Nächsten bei einem llnterthann des Herrn Rainier l)at nlan in allen Frieden, ausser dem Herrn Zarob Selirer. als er Sicherheit halber die Pistollen abspannen wollte, seines eigenen Bruders Sohn (^asuiUiter, et przv-tor olunein ivteutionen» mit einer pa-xittue, so von dem zäun zurückgeprellt, geschossen. Ist ein Knab beiläufig von 10 oder 1l Jahren gewest, so den 3. Tag in Gott selig verschieden, hat herzlich alles verziehen und selbsten bekennt, daß es sey ein foi-tvitns gewesen und wie man sagt solle berierter Knab ein Androglinns oder Hermaphrodit gewesen seyn. Gott wolle seiner abgeleibten Seele gütig und Barmherzig seyn. Zu Mittag gegessen und durch den vorigen Weg. wieder in guter Ordnung den Einzug in die Ztad Marburg ge-nohmen. Davor Gott nnentlicheS Lob tragen solle." mit beliebten Novitäten und renommirten Wiener Güsten sein Repertoire beleben. Klagenfurt. X!. 3. Juli. (Zum Frankfurter Schützen-feste. - Ein Schullehrer Seminarium. - Die Sängerfahrt nach Krumpendorf.) Auch un-ser Kronland wird in Beschickung deS großen deutschen National«Schießfestes in Frankfurt nicht zurückbleiben. - Die hiesige „Schüpengesell-schaft" läßt einen silbernen Pocal machen, wel-chen ein Vertreter derselben als Festgabe überbringen wird. Ueber die Wahl dieses Abgeord' neten ist man noch nicht einig und hat sich mit-tlerwkile die Borstehung der Gesellschaft an den Landesausschuß mit dem Gesuche um Bewilligung der Reisekosten für den Vertreter Kärntens gewendet, welches ohne Zweifel die bereitwilligste Erledigunq finden wird. - Der Landesausschuß will sogar - wie ich höre - einen Schritt weiter gehen und den angeregten Gedanken dahin ausdehnen, daß der nach Frankfurt zu entsendende Vertreter Kärntens zugleich umfassende Erhebungen über das deutsche Schützen-leben und über die Organisation der „Schützen-gesellschaften" im Reiche pflegen soll. - Diese Erfaljrungen würde man nach der Rückkehr des Deputirten zur Errichtung (respective Erweiterung) einer größeren, sich in das Land verzweigenden „Schützengesellschaft" ausbeuten, um hiemit zu-gleich eine Art Landesvertheidigung anzubahnen, wie ste in Tirol besteht. - Sind wir Manner in Kärnten doch auch, wie die Tiroler, zur Hochwacht gegen Welschland berufen, wo - trotz des durch dle finanziellen Weltverhältnisse erzwun-gencn Friedens - leicht wieder eine krieaerische Laune des Räthsels in den Tuilerien explodiren kann. - Der Gedanke des Landesansschusses, die sich darbietende Gelegenheit zur Erhöhung der Wel>rhaftigkeit des Landes und zur Verbreitung der Männerfreude an den Schießübungen in den weitesten Volkskreisen auszubeuten, muß daher als ein höchst patriotischer bezeichnet werden. -Möge ihm eine recht gelungene Durchführung zu Theil werden. -^ In einer anderen das höchste Landesinteresse berührenden Angelegenheit scheint eine Konsequenz des Coneordates als Hinderniß auftauchen zu wollen. - Es besteht nämlich hier eine von dem verstorbenen Schu!ratl)e Rudmasch gegründete und von seinem Nachfolger, dem jetzt in Trieft befindlichen Schulrathe Dr. Pavissich mit Hilfe der öffentlichen Mildchätigkeit erweiterte „Schu! amtspräparanden-Anstalt", welche man nach dem Plane des neuen Schuldireetorss Benesch (eines sehr tüchtigen, erfahrungsreichen, in der Schweiz ^bildeten Schulmannes und Pädagogen) in ein Schullehrer-Seminar (Pädagogium) umzugestalten beabsichtigt. Zu diesem preiswürdiaen Unternehmen hat sich auch bereits eine Wohlthäterin Pfunden, welche ein Haus zur Unterbringung der Seminaristen will, jedoch unter der Bedingung, daß die Anstalt eine katholische bleibe. - Natürlich hätte das gar keine Schwierigkeiten; es soll sich aber hieran noch ein anderer, der Frau Wohlthäterin von gewisser Seite »eingegebener Vorbehalt knüpfen, daß nämlich die Leitung und Verwaltung des Seminars in Händen der Geist-lichkeit verbleibe, wogegen wohl mit Recht geltend gemacht wird, daS die Durchführung des Ge-dankens auch dem Schöpfer desselben - dem ge-nannten Schuldireetor Benesch - zustehe. - Der Conflict zwischen diesen beiden Auffassungen droht die ganze Sache des höchstens GemeinnutzenS in Frage zu stellen. - Hoffentlich wird sich der Landtag derselben annehmen. - Dem Herrn Dampfschiffahrtsdirector Schmidt verdanken wir neuerdings eine recht hübsche Un-terhaltuna, indem er an einem dem Dampfschiffe sonst verschlossenen Freitage zu ermäßigten Preisen eine Seefahrt deS, „MännergesangSvereines" nach dem zwei Meilen von der Stadt entfernten Krumpendorf veranstaltete. Der Männergefangs-verein", welchem Freikarten zur Verfügung ge-stellt waren, erwies hiemit dem dazu eingeladenen Öfsizierscorps unseres vaterländischen Regimentes Waron Prohaska Nr. 7) eine Aufmerksamkeit. Es hatte stch in dem am Seeuser sehr malerisch gelegenen Oertchen - berühmt durch eine vortreff-uche Bierquelle - außer dem nahem vollständig versammelten OffizierScorps eine elegante Gesellschaft eingefunden und unter den Liedervortragen des Vereines vergingen dem heiteren, mit liebli-chen Frauen illustrirten Kreise einige Stunden sehr angenehm, bis gegen zehn Uhr Abends ein geschmackloser Regen in die gemüthliche Unterhaltung dreinplatzte und die Sänger so wie die Angesun-genen in das Dampfschiff mit seinen Schleppern verscheuchte, welche hierauf binnen einer Stunde Alles wohlbehalten einheimseten. - Wtndifch-Fetstrih. Rt. 30. Juni. Wenigstens am Schlüsse deS Quartals muß Ihr Berichterstatter den Beweis lieftrn, daß er als solcher nicht bloS dem Namen nach bei Ihrem Blatte betheiligt war. Aber waS soll wohl der Gegenstand seiner Berichte sein? Die hohe Politik von hier aus m besprechen, wäre lächerlich; - die gewöhnlichen Localereignisse, als: Diebstähle und andere Verbrechen, kleine Feuerbrände und sonstige Unglücksfälle - über dieft Schattenseiten der Menschen und des irdi-schen Lebens zu berichten, ist nicht nach dem Ge-schmacke Ihres Korrespondenten. Sociale Fragen und eulturhistorische Momente gibt es bei uns auch ganz und gar nicht auszubeuten, - die Theil-nähme an den öffentlichen Gemeindeangelegenhei-ten ist noch nicht wachgerufen und so leben oder vielmehr vegetiren wir - Jeder in seinem Berufe und in seiner Tagesarbeit fort, wie es hier wie anderswo am Lande eben gehen kann. Unserem hübschen Städtchen, welches einstens als Post- und FrachtenverkehrS-Hauptstation an der Reichsstrasse blühte, ist das traurige Los zu Theil geworden, daß es von der eisernen Ver-kehrslinie abseits liegt und nun - einzelne Ge-schäfte ausgenonlmen - nur mehr von seinem einstigen Wohlstande zehrt, was um so mehr bedauert werden muß, als Windisch-Feistritz mit seinen reichen und mitunter ausgezeichneten Wein-und sonstigen Bodenerzeugnissen gewiß berufen g'wesen wäre, eine bedeutendere Rolle zu spielen, besondere aber da es unter Fachmännern eine ausgemachte Sache ist, daß die Eisenbahnlinie über Oberpulsgau und Windisch-Feistritz - wenn vielleicht auch »ncht die kürzeste - so doch wegen der volkreichen Ortschaften, die sie berührt hätte, wegen ihrer gesunden Lage und festen trockenen Booenbeschaffenheit im Veraleiche mit jener über Kranichsfeld, Pragerhof u. s. w. sicher die zweck-müßigste - und mit Rücksicht auf die mit Erhal-tung der jetzigen Strecke verbundenen großen Ko-sten auch die billigste gewesen wäre. Und dieses Mißgeschick wird leider unabänderlich bleiben, wenn es den wiederholten Bemühungen der Stadtgemeinde und der politischen Behörde nicht doch noch gelingen sollte, zwischen dem Kersch-bacher Tunnel und Pöltschach eine Aufnahms-Station für Windisch-Feistritz zu erwirken, was bisher angeblich wegen 'der dortigen starken Steigerung verweigert wurde. Es scheint diesfalls bei der Traeirung der Eisenbahnlinie von der damaligen Gemeindever-tretung und Bezirksobrigkeit ein folgenschweres Versehen begangen oder doch wenigstens nicht die nöthige Verwendung am rechten Orte auf-geboten worden zu sein; - eMrt doch eine kleine verkehrsarme Stadt in Krain, wo es sich die „weisen Väter" vor wenig Jahren sogar mehrere Hundert Gulden kosten ließen, um ja die projec-tirte Umlegung der Poststrasse durch die Stadt- gemeinde zu hintertteiben und so die Berührung mit den Fremden und die Sündfluth der moder-nen Civilisation von sich abzuwenden! - Ein bemerkenSwertheS allgemeines Interesse bietet - wie daS überall krästg emporblühende VereinSwesen überhaupt - der hiesige Manu er-gesan^verein, welcher obwohl bisher nur auS neun Mitgliedern bestehend unter der Leituna seines tüchtigen ChormeisterS Herrn Krainz durch rastlosen Eifer und Ausdauer sich wirklich scho« m ganz lobenSwerthen Leistungen aufaeschwungen hat und - was besonders hervorgehoben zu wer» den verdient - auch slovenische Chöre mit gleicher Vorliebe einübt und vorträgt. Schade nur, daß es auch hier mit geringen Ausnahmen an wirk-samer Theilnahme deS PublicumS fehlt und daß mauche stimmbegabte junge Leute ihre freie Zeit lieber anderen Zerstreuungen widmen. - Nebst früheren Ausflügen nach Stnvenitz und Pöltschach und einigen mit Beifall aufgenommenen Abend-Unterhaltungen unternahm der Gesangsverein am 29. d. M. eine Sängerfahrt nach Gonobitz und wurde durch die ihm dort zu Theil gewordene überaus freundliche Theilnahme sehr erfreut und auSaezeichnet. Ueber Veranstaltung einiger edlen Gesangsfreunde in Gonobitz wurde in Be-gleitung der dortigen Liedertafel ein fönn-licher Aufzug zur alten historisch berühmten und mit Fahnen geschmückten Burgruine bewerkstelligt, wo die Sänger und Gäste von der wackeren Go-nobitzer Turnerschaar mit Pöllerschüssen 'Und Fahnen empfangen und - nachdem auch für Er-frischungen aller Art im freigebigsten Maße ge-sorgt war - ein erliebendes Gesangs- und Ver-brüderungsfest gefeiert wurde, welches den Beweis liefert, daß eS nur einer unterstützenden Anregung bei den Gesangs- und Turuvereincn bedarf, um edle Gefühle und kräftige Vorsätze zu wecken und so die Klagen über den überhand nehmenden Materialismus unserer Zeit verstummen m machen. Am Rückwege wurde der eben im fürstlich Windischgrätz'schen Schloße anwesenden Frau Grä-sin Mittrowski von beiden Vereinen ein Stand-chen gebracht und von derselben huldvollst aufge-nommen. - Abends vereinigten sich wieder die Sänger uud Turner mit einem gewählten Pub-licum im Gasthause zum „Hirschen", wo viele gelungene Lieder nnd Toaste und der feurige „Vinarier" die große Gesellschaft alsbald in die heiterste Stimmung versetzten, bis erst die späte Nachts- oder eigentlich frühe Morgenstunde die Windisch-Feistritzer Gäste zum Abschiede und zur Heimkehr mahnte. - Möge diese Sängerfahrt Allen, die daran Theil genommen, in angenehmer Erin-nerung und insbesondere auf die beiden benach-barten Vereine nicht ohne wohlthätigen und för-dernden Einfluß für ihr Vorwärtsstreben bleiben! Franz, 2. Juli. Zu der Tochter eines hiesigen Grundbesitzers, welche sich gestern Abends von Cilli auf den Rückweg in ihren HeimathSort begab, gesellte sich auf der Strasse ein ihr unbe-kannter Mann, dem Anzüge nach ein Militär-urlauber, ging eine Strecke Wegs neben ihr her und machte ihr schließlich unsittliche Anträge. Da sie solche mit Entrüstung zurückwies, brauchte er Gewalt. Auf das von ihr erhobene jämmerliche Geschrei lieftn einige hilfbereite Personen aus dem nahegelegenen Orte Kappel herbei, worauf der Mann davonlief und im Dunkel der Nacht verschwand, während das Mädchen von ihren Rettern bis zu dem nur wenig entfernten Orte Franz geführt wurde. Dort wurde dem Gens-d'armerieposten die Anzeige des Vorgefallenen gemacht, vom Postencommandanten mit aller disponiblen Mannschaft eine Streifung vorge-nommen und diese hatte den Erfolg, daß der Thäter deS unsittlichen Attentates noch in der-selben Nacht aufgegriffen und der Strafbehörde übergeben ward. _ Mit ei«er Bellaqe. - AMr-Kay-Mst-?ad itti Fl Ctsser, 3. Jull. Unsere Euranstätt ist in diesem Jahre, in welchem andere Bäder so schwach besucht find, derart mit Gästen beglückt, daß die Zahl dersel-den schon jetzt die doppelte Höhe vom vorigen Jahre erreicht. Die Zahl, der bis heute Angekom-menen übersteigt 200. ohne die vielen Neugierige» zu zählen, welche sich hier täglich einfinden, um den so schnell aufblühenden Curort näher kennen zu lernen. Das stärkste Kontingent der Kurgaste, unter welchen fich mehrere sehr angesehene Personen befinden, stellten Wien und Laibach. ^ Maria-Steustift, 1. Juli. Das Volk erzählt sich und glaubt es, daß am Fuße des Donatiberges ein „Zauberer" oder „Schwarzkünstler" lebe. Zu diesem ging kürzlich eine Wirthin und holte sich um 5 fl. ein angebliches Zaubermittel, welches sie bei zwei Nachbarn, die gleichfalls Wirthe sind, anwenden wollte und Zwar aus Neid, weil deren Gaststuben besuchter sind als die ihre. Das ebenso abergläubische als boshafte Weib suchte einen Burschen durch das Versprechen, ihn mit Einem Gulden zu honoriren. zu bewegen, daß er das theuere Zaubermittel, ein stinkendes Compositum, in die Keller der Wirthe gieße, damit durch den Gestank der Wein ver-oerbe. Der Bursche verrieth ^doch daS boshafte Vorhaben Einem der beiden Wirthe, Herrn K....ö. Darüber war das Weib so erbittert, daß sie mit einem Helfershelfer den Burschen derart mit Stein und Stock bearbeitete, daß er zusammenstürzte, mehrere Hiebwunden am Kopfe erhielt und gegenwärtig noch krank darniederliegt. Die Wirthe haben den Borgang bei der Behörde angezeigt. -I- Mnrek, 2. Juli. Dem Kenschler F. Landner von Rosenberg wurde vor wenigen Tagen eine Barschaft von 107 fl. entwendet, welche er in einem Bette unter dem Strohsack verborgen hatte. Der Dieb hatte in der Stube alle Kästen aeöffnet, Kleidungsstücke und Effecten auf dem Boden verstreut und das eingeschlagene hö^rne Fenstergitter ließ vermuthen, daß auf diesem Wege der Dieb eingedrungen war. Der sorgfältigen Prüfung des Thatortes durch ein öffentlimes Sicherheitsorgan entging jedoch nicht, daß das Fenstergitter die Spuren erlittener Gewalt auf der inneren Seite trug und daß sohin unter den Hausgenossen der Thäter zu suchen sei. Dieser wurde dann auch im eigenen Sohne des Beschädigten erkannt und der entwendete Betrag bis auf wenige Gulden - die eine „lustige Nacht" consumirte > in einem vom Thäter angegebenen Verstecke vorgefunden. Im hiesigen Bezirke hat ein wuthverdächtiger Hund zwei Frauenzimmer, mehrere Hunde, ein Schwein und eine Ziege angefallen und ihnen Bisse beigebracht. Einem Grundbesitzer in Wei-tersfeld gelang es, den Hund zu erschlagen, der dann vom hiesigen Thierarzte untersucht und als wuthverdächtig erkannt wurde. Die Behörde hat die gesetzlichen Vorsichtsmaßregeln angeordnet, um weiteres Unglück zu verhüten. * s Wildon, 2. Juli. Vor drei Tagen fand der Bauer Friesacher in dem zum hiesigen Bezirke gehörigen Prosdorf bei seinem Hause ein etwa 3 Tage altes Kind weiblichen Geschlechtes und nahm dasselbe in Pflege, da die unnatürliche Mutter nicht eruirt werden konnte. -t- Unterdrauburg, 2. Juli. Die beim Eisenbahnbaue in der Umgegend beschäftigten fremden Arbeiter begingen in >r. jüngsten Zeit häufig Exeesse. So bedrohten ste am 30. v. M. den Partieführcr Herrn Franz Tichats^k und nur dem Einschreiten einer hinzugekommenen * Auch^im Vezirte Vindischgraz ist^ wieun» geschkie. den wird, am 30. v. M. ein wuthverdächtiger Hund und Eit jedoch bald von einem ihn verfolgenden Venßd'annen ourch einen Schuß unschädlich gemacht. Beilage z« Mro. SV. GenS darmerie-Patrouille hat es derselbe zu ver« danken, daß ^r mit heiler Haut davonkam. Ge-stem mußten mehrere Arretirungen unter den Arbeitern wegen öffentlicher Gewalthätigkeit vor-genommen werden und die Sicherheitsorgane sahen sich dabei ernstlich bedroht; konnten auch nur durch schußfertig gehaltene Waffen sich die zusammengerotteten Arbeiter, 30 bis 40 an der Zahl, vom Leibe halten. -i- Vber-9tadkersburg, 1. Juli. Im Hause des GrukdbeHerS Herrn Anton Markoviö zu Lastomerzen inl hieben Bezirk tam vorgestern um 12 Uhr Nachts Feuer zum Ausbruche, wobei Wohn- und WirthschastSgebäude, Stallungen. 4 Pferde, 2 Kühe, Früchte uud sonstige Werth-gegenstände zu Grunde gingen. Da der Beschädigte nicht assecurirt ist, so ttifft ihn der Schaden um so schwerer. Marburg, K. Juli. k. (Sitzung des Marburger Gemeinde-Ausschusses am 1. Juli. Schluß). Nach Erledigung der Hundebesteuerungsfrage kam die Re-organisirung der hiesigen Polizei zur Debatte. Der Herr Bürgermeister las eine neured^irte Dienstes-ordnung vor, welche zumeist dem Gensd'armerie und Polizeireglement anderer Städte entnommen folgende wichtigere Punete in sich saßt: Die Poli-zeimannschaft muß gegen die Vorgesetzten und das Publicum höflich sein, die Militärchargen militärisch grüssen, darf nicht bestechlich und bei Arretirungen nicht brutal sein, muß sich des star-ken Genusses geistiger Getränke enthcilten, in der bestimmten Zeit den zugewiesenen Distriet durchstreifen und sich beim betreffenden Biertelmeister melden, über das Einlialten der Sperrstunde in Gasthäusern wachen, starkes nächtliches Lärmen einstellen, durch eifriges PatrouiUiren Diebstähle verhindern ; von der dienstfreien Mannschaft sollen stets zwei Mann in der Kaserne anwesend sein. Die Polijei hat weiter dafür zu sorgen, daß be ! spannte Wägen auf der Strasse nicht stehen blei-! ben. daß selbe zur Nachtzeit auf der Deichsel mit einer brennenden Laterne versehen seien; sie hat das Tabakrauchen an feuergefährlichen Orten abzustellen, das Baden an unerlaubten Orten zu hindern und an erlaubten Stellen nur mit Schwimmhosen zu gestatten, muthtvillige Beschädigungen von Gebäuden ze. zu bestrafen; ans Hilferufe schnell herbeizueilen, das Fahren mit Schubkarren auf Trottoiren und das zu starke Schnallen mit der Peitsche abzustellen. Nur zur Bertheioigung darf sie die Waffe gebrauchen, beim Auffinden von Leichnamen muß sie die nöthige Anzeige oder Wiederbelebungs Versuche machen, Kinder bei Spielen an gefährlichen Orten, z. B. beim Wasser, wegweisen, gegen Thierquäler einschreiten, bei Bränden Lärm machen und beim Löschen, nachdem die Löschapparate geholt sind, Ordnung halten u. s. w. Zum Dienste sind stets 4 Mann bei Tag und 4 Mann bei der Nacht bestimmt. Nachdem der Bürgermeister diese, im gedräng-ten Auszuge gegebene Dienstordnung vorgelesen, schildert er den gegenwärtigen unzureichenden Zustand der Polizei, in dem er u. A. bemerkt, die Mannschaft sei zu gering, daher die ihr zugewiesenen Distriete zu groß, wodurch es geschehe, daß man in manchem Stadttheile wochenlang keinen Polizeimann sehe; nur Sonntag Nachts werde ein ordentlicher Patrouillen-Dienst gehalten; man könne sich eigentlich nur auf den jetzigen Stadt-Wachtmeister verlassen. Die Einrichtung der Nacht-Wächter sei eine veraltete und unzweckmässtge, ihre Dienstleistung eine der Besoldung entsprechende (der ^Nachtwächter der Grazervorstadt bekommt jährlich 48 fl.) Durch Auflassung der gegen-, lvärtwe» Polizei und der Nachtwächter erspart die Gemeinde 800 Gnlden; die neu zu errichtende Polizei koste jährlich 2240 fl.; nach Zuflüffen auS dem Sch^fonde würde die ganze MelMuSla^e str Ue nem Polizei 1100 EmdeK betragm ^er Bürgermeister beantrage daher: 1. Entlassung von drei jetzt bediensteten Polizeimännern, 2. Auf- . stellung eines eigenen Schub- und ArrestaufseherS mit allenfallsiaer Benützung eineS gegenwärtigen Polizisten, 3. Aufstellung einer Polizeimannschaft von 8 Individuen und 4. Adaptirung der Ge^ wölber Nr.. 10 und 11 im Gcmeindeyause zur Kaserne für dieselben. Nur gegen den dritten Punet erhebt Joh. Girstmayr die Frage, ob nicht 6 Polizeimänner ausreichen, welche Kage als Antrag formulirt. in der Minorität blieb; im übrigen wurde der ganze Antrag Tappeiner's angenommen. Der Bürgermeister beantragt hierauf, daß die Polizeiordnnng erst mit dem Jahre 1863 be-ginne, da die Gemeindecassa durch so viele unvorhergesehene Ausgaben nicht im Äande sei. Heuer schon dieses Institut ins Leben zu rufen. U. a. habe die Gemeinde schon über 2000 Gulden für Anscl^affung von Möbeln für Offizierswohnungen verausgabt' ebenso stehen Ausgaben für die be-willigte Pflasterung in Aussicht u. s. w. Endlich liest nach einigen einleitenden Wor-ten Herr Dr. DominkuS eine Eingabe an das Ober-Landesgerichts-Präsidium vor, welche sich auf die Räumung des Bezirksgerichts-Arresthanses und Adaptirung desselben zu einer Siechenanstalt bezieht. Der neuen von der h. Statthalterei bestätigten Marbnrger Lendordnnng zufolge zahlt eine mit (>olonialwaaren oder Landesprodueten beladene Plette für das Anlanden und Ausladen eine Gebühr von 2 fl. 10 kr. Das Lendgefäll für ein mit Weingartstöcken, Brennholz, Br.'ttern oder Baumstämmen beladenes Floß beträgt 60 kr. Der Lendhüter hat das Holzschlichten zu eontrol-liren. die Stöße umzuwerfen und neu schlichten zu lassen, im Falle sich bei denselben eine betrü-aerische Absicht herausstellt. Derselben strenaen Aufsicht unterliegen die Buschen von Weingartstöcken. ?li.- Am 3. d. M. Nachmittags badete sich in der Nähe der Eisenbahnbrücke ein 17 Jahre alter Realschiller in Gesellschaft Eines seiner Eolle-gen. Plötzlich verschwand er in den Wellen und konnte bisher nicht aufgefunden werden. Der Verunglückte ist der einzige Sohn eines wohlhabenden Grundbesitzers aus dem Bezirke Pettau. In einer sehr netten AllSftattuilg erschien im Verlag von Leykam'S Erben eine Brochüre, betitelt: „Ge-dcnkblatt an daS Marbnrger Sängerfest zu Pfingsten 1862" aus der ebenso schwungvollen als gewandten Feder des Dr. Iulills KoSjek. Der Reinertrag ist dem Grazer Turn-vrreine gewidmet. Am 2. Juli Nachts brannte die dem l)iesigen Biirger Herrn Johann Girstmayr eiaenthümliche, auf dessen Wiese in der Gemeinde Roßbach bestandene Scheilne ab. Nachdem bereits über 400 Centner frisches Heu iii derselben untergebracht waren, wird der Schade auf beiläufig 1500 fl. bewerthet. Dieses Gebäude war auS dem Grnnde nicht affecurirt, weil eS ganz isolirt dastand und eine FeuerSgefahr kaum zu vennilthen war. Dieser Brand kann auch nur au» Böswilligkeit gelegt, oder von obdachlosem Gesindel au» Unvorsichtigkeit verursacht worden sein. Zur Tagesgefchichte ''' Das Befinden Ihrer Maj. der Kaiserin ist gegenwärtig - auch nicht osfieieUen Nachrichten zufolge- ein so besriedigendes,daß deren Genesung mit voller Sicherheit erwartet werden kann. Jhre^ Majestät wird über kurz in Bocklet bei Kissingen die Nacheur gebrauchen. * Zu dem am 16. August in Wien abzuhaltenden „Iuristentag" werden bereits Borbereitungeil getroffen. * Beim Frankfurter Schützenfeste werden bisherigen Anmeldungen zufolge 6000 Schützen (darunter aiich der Großherzog von Baden und Herzog von Koburg) theilnehmen. Das Bedienungspersonal bei der Festtafel wird 450 Köpfe stark sein. Anregungen* In der Niederlage des Herrn Joh. Schwann, in welcher man alles Mögliche und noch Einiges dazu bekommen kann, werden u. A. » Die Zveranworwng für Aufsätze dieser Rubrik übernimmt der Einsender. auch ntuerfundme „Mondschemlatm««»" vo« iu-ßerst gtfSlliaer F»im ftilgetote«. Sie find mit tiner besonvtm» Bornchtnng versehe«, die e« ermöglicht, diese Lichtverbreiter bei reßnerischer Witterung ans der Spihe de< Regenschirmet zu befestigen. Wir machen dethalb auf diese Laternen aufmerksam, weil sie in solchen Nächten, wie e« die vom 21. aus de» 22. v. M. war, in Marburg ein unabwii»Kche« Bedürfniß geworden. Z« die-ser Nacht war freilich im Kalender „Mondschein" angesät, welcher jedoch wegen Regenwetters uicht zur Gelwng kommen konnte; dafür branuten aber auch keine Lampen in der Stadt und iu den Borstädteu, so dap unangenehme Zusammenstöße mit Menschen, Thieren, WSgm u. s. w. unvermeidlich wäre«. Mir solche Nächte unn empfthlen wir nochmals Schwann s Mondscheinlaternen auf das Angelegentlichste. Zu den Badehäusern großer Städte ist es Sitte, daß die Dienerin vor den Auge» dcs Badegastes die blankgeputzte Wanne nochmals mit hcißkm Wasser und einer Bürste reinigt, damit derselbe sich mit ruhigem Behagen des Bades erfreue» kö»ne. Wäre e» nicht möglich, eine solche Neuerung im Marburger Badehanse einzuführen, durch welche sich der BesiKer dessel-ben gewiß den Dank aller dort Badenden erwer-bcn würde? - Gesckaftöberichte Marburg, 5. Juli. (WochenmarktS'Preije.) Weizen fi. 5.3V. Äorn sl. 3.75, Gerste fl.—. Hafer fl. 3.20. Kukurutz fl. 4.75. Heiden fl. 3.90. Erdäpfel fl.— pr. Metze»Rindfleisch 26 kr., Kalbfleisch 24 kr., Schwein- sieisch jung. 80 kr. pr. Pfund; Holz 18" hart fl. 4.86, detto weich fl. 4.12 pr. Klafter , Holzkohlen hart 60 kt., detto weich 40 kr. pr. Wetzen; ^u fl. 1.80, Sttoh, Lager-fl. 1.60. detto Streu- fl. 1.— pr. Centner. Pettau, 4. Juli. (WochenmarktS-Preise.) »eitzen fl. 6.10. Korn fl. S.70, Gerste fl. 8.—, Hafer fl. 2.20. Kukurutz fl. 4.40, Heiden fl. 8.86, Erdäpfel fl. 8.20, pr. Metze»; Rindfleisch 24 kr., Kalbfleisch 24 kr., Schwein-sieisch jung. 28 kr. pr. Pfund; Holz 18" hart fl. 9.60, detto weich fl. 6.80 pr. Klafter; Holzkohlen hart 60 kr., detto weich 60 kr. pr. Metzen; Heu fl. 1.80, Stroh, Lager-fl. 1.20, detto Streu- fl. 1.10 pr. Centner. WaraSdin, 3. Suli. (Amtlicher Bericht.) Zufuhr von Korn (TlS Pfd.) 15 Metzen abgefetzt fl. 8.20 von Kukurutz <80 Pfd.) 661 Metzen abgefetzt, a fl. 4.20. '-^'-Gt»hlweißenb«rg,8.Juli. Die fttte Stimmung welche für Weizen am hiesigen Platze im Folge der Le-sorgniße einer geringen Ausbeute, in der voriaenNoche Platz gegriffen, befestigte fich im Laufe dieser Woche immer mehr uno mehr und wurden Produeenten nur noch zurückhaltender; hiezu ttug der Umstand nicht wenig bei, daß sich daS Ausland neuerdings am Einkaufe zu betheiligen scheint und war die Rachftage hauptsächlich für schwere Sorte eine sehr lebhafte. Preise besserten fich mit 26 — 80 kr. pr. Wn. Auch siir Korn war die Äimmung eine günstige; der Verkehr erstreckte sich jedoch nur auf einzelne Postchen. In Gerste wurde kein Abschluß von Belang bekannt. Hafer blos für ärarische Liefenmgen geftagt. In MaiS ist gar kein Vorrath am Platze imd konnten die einlaufenden Auf-ttäge kaum effectuirt werden. Weizen 83 — 84 pfd. fl. 4.70—4.76, dto. 84 — 86 Pfd. 4.96—6, dto.85—36 Pfd. 6.20—6.30, Korn 76—78 Pfd. 8.20—8.86, Gerste 69—71 pfd. 2.26—6.86, Hafer 48 Pfd. 1.90, Mai» 8.60. Bar. Schmiedtburg, Gutsbef. v. Hamburg, lltohricht, Hütten-Verwalter v. Preoali. Cheval. de Reaonse, Kapitän v. England. Tesch Schneiderm. v. Graz, uno ßftau Twordy, Kreis« ingenieursaattiki s. Sohn v. Graz. Gtadt Wien. Die Herren: Riedev, Baumeist. v. Lichtenwald. Riha Maurerpolier v. Stuhlweißenburg. Müller Ingenieur v. Klagenfurt. Jäger, Stteit, Schäck, Englisch, Kaufleute v. Wien. Zum Mohren. Die Herren: Zentriel Hauptpfarrer v. Rohitsch. Kalli Pfarrer v. Sauerbrunn. Aerneeak Pfarrer v. Kostreinitz. Kindler Steif, v. Prag. Stadt Meran. Die Herren. Belzek Agent v. Wien. Rurti Kfm. v. Görz, Hundiger Kfm. v. Wien. Wastalirsky k. k. Hofsecretär v. Wien. Angekommene in Marburg. Vom 1. bis 6. Juli. Erzherzog Jokann. Die Herren: Pichler Hutm. v. Graz. Krenn, Kfm.^ v. Spielfeld. Uritz Kfm. v. Brünn. PrateS, Großhändler v. EibiSwald. Praktel Kfm. v. Trieft, v. Welanger Priv. v.« Wien. Srtl Oekonom v. EibiSwald. Verstorbene in Cilli. Im Monat Juni. Dem Herrn Kranz Detoma, Maler, sein Sohn Josef, 2 I. alt, am Scharlach. Thomas Oschep, Schüler der 3. Stormalelasse, 11 I. alt, an Gehitnlähmung. Antonia Koschetz, Taglöhnerin, 24 I. alt, am Dnrchfall. Maria Roitz, GrilndbeHerSgattin, 30 I. alt, am Schlagfluß. Herr Leopold Zanger, Bürger, 85 I. alt, an Altersschwäche. ^anziska Brenk, Grundbefltzerstochter, 2 I. alt, an ^aiftn. Maria Kritter, einer Handarbeiterin Tochter, 1 Tag al», an Schwäche. Anna Wende, Kinanzwach-OberaufseherSwitwe, 69 I. alt, an Entartung deS MagenS. Jgnaz Klanschek, GrundbesttzerSsohn, 17 M. alt, an Kraisen. Johann Tofant, Ans^ügler, 86 I. alt, an Altersschwäche. Theresia Brunner, LederermeisterStochter, 24 Z. alt, am Zebrsieber. Herr Josef Kottek, Restaurateur, 29 I. alt, an der Lungenstlcht. Herr Aerlsinand Sabukoscheg, Tischlermeister, 48 I. alt, an Tuberkulose. Frau Anna Dekrinis, Bürgerswitwe, 67 I. alt. an der AnSzehrung. Herr Johann Stallner, Handelsmann und Realitätenbesitzer, 42 I. alt, an Entartung der Nieren. 'sSZ ZK Mndmachnng. Es wird hiermit bekannt gegeben, daß das Baden in der Drau außer an der k. k. Militär Schwimmschule nur an dem bisherigen Badeplatze, der sogenannten alten Schwimmschule, d. i. in der Kärntnervorstadt ober dem Fasselwirthe in der eigens bezeichneten Strecke erlaubt sei. An allen übrigen Stellen ist das Baden in der offenen Drau auf das Strengste untersagt. Gemeindevorstehung Marburg am 2. Juli 1862. 116) And. Tappetner. Schöll LMnMit. Im Markte St. Lorenzen bei Zellnitz, unweit der gleichnamigen Kärntner Eisenbahnstation, allwo der Holzhandel und mehrere Fabriks-aeschäfte lebhaft betrieben werden, ist eine zu jedem Erwerbe geeignete bürgerliche Realität zu verkaufen. Dieselbe besteht aus feuersicheren und solid gebauten Wohn- und Wirthschaftsgebäuden, Garten, Aeckern, Wiesen und Waldung, zusammen bei 11 Joch bester Cultursgattung. — Ueber die vortheilhaften Bedingungen dieses freien Verkaufes wird von der Eigenthümerin Margaretha Trunkel ebendaselbst die nähere Auskunft ertheilt. (110 Kalk (106 600 Buscheu StuccM-Rohr sind in St. Martin bei Wnrmberg Haue-Nr. IS zu dem billigsten Preis zu verkaufen. von vorzüglichster Qualität liefern die Kalkgewerkschaften zu Studenih (bei Pöltschach) und Pttschounegg (bei Cilli) zu dem Preise von 4 fl. HO kr. und S fl. pr. 10 Zoll-Cenwer (°^ 1 Startin) ftaneo Bahnhof Marburg. — Aufträge übernimmt in Maebitrg süßes Heu find ,» verkausm iu der Magdalena Borstadt, Nr. 28. (Ivb Druck, Verlag «nd verantwortliche «edaetio» dp« V. S»nschitz in Marburg.