Laibiichkr Taabllitt. ^ Ä Pränumerationspreise: SffY 1 0tir Laibach : Ganzj. fl. 8 40 ; VI-*,, JL | V* Anstellung inS HauS vrtlj. LS kr. Mit t t Post: Ganzjähr. fl. 12. 9?cb action imb Expediti on: Bahnliofgcisse Nr. 15 Freiwg, 1. August 1879.— Morgen: Portiuncula. Insertion S preise: Ein-ipattißc Petitzeile ä 4 tr., bei i O ^ f.yj Wiederholungen 3 kr. An- Iv» JulHI \eigcu biS 6 Zeilen 20 tr. » Mißglückte Beschwichtigungsversuche. So groß auch das wohlberechtigte Interesse ist, welches die Bevölkerung Oesterreichs an dem Zustande eines Landes besitzt, das mit dem Blute ihrer Söhne erworben und unter österreichische Verwaltung gebracht wurde, so hält man es doch von amtswegen für angezeigt, unsere Kenntnis über die Vorgänge in Bosnien auf ein sehr bescheidenes Maß einzuschränken. Was das Militärkommando in Serajewo bewog, die occnpierten Provinzen mit einer chinesischen Mauer zu umgeben, über welche Zeitungsnachrichten erst auf Umwegen und unter Beseitigung mannigfacher Hindernisse ihren Weg in die Wiener Presse finden können, ist nicht gut zu begreifen. Wenn man aber von dem Glauben ausgeht, daß durch diese Geheimniskrämerei die Verbreitung von allarmierende» Nachrichten verhindert wird, so befindet man sich in einem gewaltigen Jrrthum. Denn nichts ist natürlicher, als daß in einem Lande, welches so lange Zeit der Schauplatz eines blutigen Bürger- und Guerillakrieges war, nicht sofort eine völlige Klärung und Beruhigung des öffentlichen Lebens platzgreifen konnte. Ebenso natürlich ist es, daß durch die österreichische Occupatio» die Interessen eines Theiles der bosnischen Bevölkerung keineswegs gefördert wurden. Es ist daher auch leicht begreiflich, daß die Banden, welche aus dem Ausstande und aus der Jnsnr-rection ein Geschäft gemacht hatten, noch hie und da die Ruhe im Lande gefährden, und daß neben den vielleicht zum Theil freiwilligen, gewiß aber auch theilweife kommandierten Ergebenheitsadressen bosnischer Begs unter der Bevölkerung gewiß auch noch anderweitige Anzeichen constatiert werden können, welche alles andere, nur kein Entzücken über die Anwesenheit österreichischer Truppen im Lande bekunden. Es wäre nur im Interesse der Wahrheit ebensowol, als auch im Interesse unserer Bevölkerung gelegen, wenn die offiziöse Presse uns nicht mit fortlaufenden fchönfärbigen Berichten Über die Ruhe in den occnpierten Provinzen regulieren, sondern hie und da auch auf die dunklen Flecken Hinweisen würde, welche die Situation in Bosnien ganz naturgemäß kennzeichnen müssen. Das geschieht bekanntlich nicht, doch kann diese übergroße Vorsicht der Offiziösen nicht verhindern, daß hie und da Nachrichten aus Bosnien ihren Weg in die Presse finden, welche mit den offiziösen Schönfärbereien in schroffem Widerspruche stehen. Die Folge davon ist, daß mau gegen erstete auch dort mißtrauisch wird, wo denselben wirkliche Thatsachen zugrunde liegen, und daß man den Berichten über Ruhestörungen im Lande und über Anzeichen von Unzufriedenheit unter der Bevölkerung wieder mehr Gewicht beilegt, als sie wirklich tatsächlich verdienen. So kam es denn, daß die in letzter Zeit Kolportierten Gerüchte über die Rencontres bewaffneter Banden mit österreichischen Soldaten, trotz aller osficiösen Dementis, umsomehr Glauben finden mußten, als denselben doch nicht jede tatsächliche Veranlassung abgesprochen werden konnte. Die nachträgliche Erklärung des „Pester Lloyd", daß sich allerdings in den Hochforsten und Felsen -Hüsten in der Nähe von Novibazar noch ein Theil jener turbulenten Elemente erhält, welchen jede Ordnung der staatlichen Verhältnisse ein Greuel ist, kommt nun- zu spät. Das Mißtrauen gegen die amtlichen Berichte aus dem Occupatiousgebiet ist nun einmal rege gemacht und wird nicht eher schwinden, bis man in Serajewo zur Ueberzeugung gelangt, daß gerade durch die Geheimniskrämerei des Generalkommandos der Verbreitung unverbürgter Gerüchte Thür und Thor geöffnet wird. Wie der „Kölnischen Zeitung" aus Pest geschrieben wird, denkt man aber an maßgebender Stelle noch immer nicht daran, hier eine schenswerthe Aenbenmg eintreten zu lasten. Wäh^*«* rend die halbamtliche bosnische Korrespondenz wegen behördlicher Maßregelung eines ihrer Mitarbeiter eingegangen ist, müssen Zeitungstelegramme durch Post oder Boten von Serajewo nach Brod gesandt werden, von wo erst die telegrafische Weiterbeförderung gestattet ist. Den bosnischen Beamten ist ferner aufs strengste eingeschürft worden, an Journalisten keinerlei Mittheilungen zu machen. Wozu diese Vorsicht? — Die einzige Antwort aus diese Frage kann nur die fein, daß die Lage der Dinge in Bosnien weit schlimmer ist, als man zugestehen will und kann. Selbst in Serajewo, dem Sitze der Landesregierung, hat diese Ueberzeugung Anhänger gefunden. Wenigstens erzählt man sich dort über eine entdeckte Verschwörung, welche die Verhaftung von 40 Mu-hamedaiicrn zur Folge hatte; man meldet aus den südöstlichen Grenzbezirken, daß bei Fotscha ein Zusammenstoß zwischen Truppen und den auf jenseitigem Boden stehenden Aufständischen statt» gefunden habe. Bei Livno wurde der fiskalische' Wald an drei Stellen angezündet, und bei Abgang des Telegramms waren nur zwei der Brände-gelöscht. Alles das sind Mittheilungen, welche trotz der peinlichen Fürsorge des Generalkommandos auch jenseits der Grenze bekannt wurden und welche den Gedanken nahelegeii, daß die von der „Neuen freien Presse" gemeldeten, von der Regierung aber dementierten Nachrichten über militärische Vorbereitungen zum Einmärsche nach Novibazar vielleicht blos auf gewisse umfassendere Vorsichtsmaßregeln zurückzuführen sind, welche man zur besseren Aufrechterhaltung der Ordnung und Ruhe im Lande zu ergreifen genöthigt war. Gerade in diesem Falle würde aber eine ehrliche, ungeschminkte Darstellung der Sachlage auf die Jeuilleton. Die Geheimnisse der Residenz. Nachtstücke aus dem Leben. Roman von F. Klinck. (Fortsetzung.) „Auch das noch!" murmelte er, „nun gut, es ist besser, daß ich auf diese Weise eine traurige Erfahrung mehr mache. Sie ist doch nicht ganz schlecht, obgleich ich bebaute, daß sie so wenig Charakterfestigkeit befaß und noch besitzt. Arme Mathilde! Sv jung noch und schon abgeschlossen mit Glück und Freude! O, dieser Elende! Wie viele Menschen wandeln doch ungestraft durch dieses Erbenleben, die die Last ihrer Sünden erdrücken sollte. Aber es gibt eine Vergeltung — ich möchte nur wissen, wie jenem Manne zu Muthe ist, wenn er an die Gerechtigkeit Gottes denkt." Sinnend legte er seine Hand an seine Stirn und schritt wieder unruhiger im Gemache auf und nieder. „Freilich," sprach er weiter, „ihm folgt die Strafe nicht auf dem Fuße, er sonnt sich in der Gnade feines Königs, den er um feiner eigenen Interessen willen betrügt; er tritt manches edle, vertrauende Herz mit Fußen, er häuft Schätze auf Schätze und genießt die Freuden dieses Lebens mit vollen Zügen. Aber das Alter kommt — ob mit ihm die Reue ? Ob sie nicht auftauchen werden in seiner Erinnerung die Gestalten unschuldiger Geschöpfe, die von feiner Hand, wenigstens moralisch, gemordet ins frühe Grab sinken? 0, fast glaube ich es — fast glaube ich, daß ihn die Gerechtigkeit noch auf Erden ereilen wird. Ach, es ist doch bester, unschuldig zu leiden. Ich fühle kaum, daß man mir meine persönliche Freiheit geraubt, ich fühle kaum, daß mich enge Kerkerwände umgeben, denn mein Geist bleibt unberührt von dieser Fessel — mein Geist ist frei und schwingt sich zu dem blauen Aether empor, nur für seine Mitmenschen zu denken und zu empfinden. Ich bin glücklich trotz allen Kummers, der drohend auf mich einstürmt, als wolle er mich ersticken, ich fühle einen nicht zu bewältigenden Muth in mir, für meine Mitbrüder zu kämpfen und, wenn es fein muß, zu — sterben." Und mit hocherhobenem Haupte, mit strahlenden Augen durchmaß er den engen Raum seines Kerkers und gedachte der Zeit, wo er frei fein und aufs neue für die Sache der Freiheit kämpfen würde. Staunend und doch mit innerer Zufriedenheit ging es bald darauf in den Hofkreisen von Mund zu Mund, von Ohr zu Ohr, die Ehe des Herrn' v. Lichtenfels sei aufgelöst, und zwar habe Mathilde, die nie mit den Grundsätzen ihres Gatten harmonierte, den Scheidungsprozeß eingeleitet und würde jetzt wieder unter ihrem Mädchennamen in den eleganten Eirkeln auftreten. Aber man sah Mathilde niemals in jenen Eirkeln, und während man noch darüber muth® maßte, warum sie sich der Welt fern halte, sah sie sich eifrig nach einer Freistatt in einem Kloster um. Es wurde ihr nicht schwer, eine solche zu erlangen, da ihr Rang, ihre Stellung und vor allen Dingen ihr Reichthum für das Kloster eine willkommene Zugabe blieb. Mathildens Eltern geriettjeu über den Entschluß ihrer einzigen Tochter in Verzweiflung, aber kein Bitten konnte sie in ihrem Vorhaben wankend machen — wenige Wochen, nachdem die Ehescheidung ausgesprochen war, schied sie für immer aus der Welt. Gemüther weit beruhigender wirken, als die bisher beliebte offiziöse Vertuschungsmanier, welche man nunmehr viel zu deutlich durchblickt, als daß man ihren Kundgebungen auch nur den geringsten Werth beilegen möchte. Politische Tagesgeschichte. In einer aus Böhmen datierten Korrespondenz des „Vaterland" wird heute die Stellung der konservativen Fraction des böhmischen Großgrundbesitzes erörtert und hiebei der Eintritt der aus dieser Gruppe gewählten Abgeordneten in den Reichsrath nur unter Abgabe einer förmlichen Rechtsverwahrung angekündigt. Aus den Auslassungen der Korrespondenz int „Vaterland" geht hervor, daß man auf Seite der bisherigen Abstinenzler sich mit der Absicht trägt, eine scharfe Rechtsverwahrung zu erlassen. Der Korrespondent des feudalen Blattes weist darauf hin, daß die Conservativen ihre Mandate nur unter der Voraussetzung angenommen haben, ihre Grundsätze auch fernerhin offen bekennen und ihnen entsprechend handeln zu dürfen. Der Korrespondent fährt sodann folgendermaßen fort: „Gleich beim Zusammentritte des Reichs- rathes wird diese Frage praktisch werden. Es wird sich wol bei Ablegung des Gelöbnisses für die Conservativen darum handeln, darzulegen, daß das Gelöbnis für sie nicht den Sinn haben kann, als erkennten sie damit die ausschließliche Geltung des dermalen in „Cisleithanien" formell geltenden Verfassungsrechtes an und leugneten die Existenz der Rechte des Königreiches Böhmen. Bekanntlich haben die mährischen Deputierten eine Art von Verwahrung eingelegt, als sie im Jahre 1874 zum ersten-male wieder im Abgeordnetenhause erschienen; wir wollen eilte Form, eilten Modus nicht Vorhersagen oder gar vorschreiben, doch scheint uns, daß von-feite der Böhmen ein womöglich noch präciferer Ausdruck für eine solche Erklärung zu gewärtigen steht, und vielleicht wäre es von Nutzen für die größere Deutlichkeit, wenn die Erklärung in irgend einer Weife vor der Ablegung des Gelöbnisses abgegeben würde. Mit einer solchen Salvierung des eigenen Standpunktes wäre die dauernde Mitwirkung der Böhmen an gemeinsamer politischer Arbeit wesentlich erleichtert." * * * Die „Nordd. Allg. Ztg." hebt die Besprechung der rumänischen Frage hervor, daß, während die Großmächte selbst nichts unterlassen hätten, um ihre Achtung vor den Entscheidungen des Berliner Con-greffes an den Tag zu legen, die rumänische Regierung und die rumänischen Parlaments-Parteien bisher, statt zur Erfüllung, nur zur kritischen Erörterung des Rumänien betreffenden Congreß-beschlusses angeregt erschienen. Es würde seitens der Großmächte eine unbefangene Würdigung gefunden haben, wenn über die Details der Ausführung des Cvngreßbeschlusses angesichts der obwaltenden besonderen Verhältnisse eingehendere Erörterungen in der Kammer und vom Regierungstische aus sich ergeben hätten. Die prinzipielle Unterwerfung unter den Willen Enrvpa's hätte aber vorher außer aller Frage stehen müssen. Rumänien habe sich dieser Unterwerfung entziehen zu dürfen geglaubt. In dein jüngsten Circularschreiben Cam-pineanu's sei ein neuer Versuch zutage getreten, mit den Großmächten in eine Art Controverse über die Congreßbeschlüsse betreffs der Judenemaneipatiou einzutreten. Die Würde der Congreßbeschlüsse müsse eine solche nachträgliche Auseinandersetzung unter allen Umständen unzulässig erscheinen lassen. Es sei kaum zu bezweifeln, daß das Rundschreiben Cantpineann's überall einer gleichen Auffassung be-gegnete. In dem Programme der neu gebildeten rumänischen Regierung sei die Bereitwilligkeit zur Lösung der Judenfrage im Sinne der Congreßbeschlüsse ausgesprochen. Das eigene Interesse Rumäniens erheische es, daß die Ausführung dieser Absicht nicht wieder in parlamentarischen Jntrigueu von Fraetionsmännern ein Hindernis finde. Man solle sich nicht mit der Ausflucht trösten, daß von keinem Zwange zur Ausführung der Congreßbeschlüsse die Rede sein könne, Rumänien demnach es wol wagen dürfe, den Widerstand fortzufetzeu. Es sei eine Lebensbedingung eines modernen Staates, sich den Gesetzen des internationalen Rechts zu beugen; Rumänien gefährde 'die Gegenwart und gebe die Zukunft preis, wenn es in unbegreiflicher Ueber-hcbnng daran denke, sich felbst dauernd außerhalb der normalen internationalen Beziehung zu stellen. Die Fehde zwischen Jules Simon und Gatn-betta wird immer intensiver; das Organ des letzteren appelliert bereits an die Kabiuetsfrage. Die „Republique" schreibt: „Jules Simon hat sich in der wichtigsten Frage der Session von dem Ministerium der Mehrheit, der er selbst angehört, ge. trennt. Wir wollen nicht untersuchen, ob dies mit Recht oder Unrecht geschehen ist; wir sagen nur, daß die Meinungsverschiedenheit so klar und die ministerielle Kandidatur Jules Simons so offen gestellt ist, daß die Ferien nicht Vorbeigehen können, ohne daß man erführe, ob Simon oder Waddington das Vertrauen des Parlaments hat. Bis jetzt scheinen Herr Buffet und feine Freunde dem Manne, welchen sie am 16. Mai verabschiedeten, ihren Beistand zukommeu zu lassen." Aus Wien geht der „Köln. Ztg." der Text einer Beschwerdeschrift zu, welche die muhameda-»ifchen Bewohner der durch den Berliner Vertrag an Serbien gelangten, vormals türkischen Gebiets-theile den großmächtlichen Vertretern in Konstantinopel überreicht haben. Darin wird den serbischen Behörden der Vorwurf gemacht, daß sie „das thnteii, was weder der Bürgerkrieg noch die russischen Truppen gethan, indem sie nämlich nach Lust und Liebe unsere Last- und Arbeitsthiere, unsere Ackerwerk-zeitge, Sämereien, unsere noch auf dein Halme befindlichen oder bereits eingeheimsteu Ernten in Beschlag nahmen, sich unserer Häuser und landwirtschaftlichen Gebäude bemächtigten, mit einem Worte, sich wie Feinde int Feindesland benahmen." Nachdem alle Klagen bei der serbischen Regierung erfolglos geblieben, tuenden sich die Beschädigten an die Signatarmächte des Berliner Friedens, um dieselben uni ihren hohen Schutz und gleichzeitig darum zu bitten, „daß die Mächte bei der fürstlich serbischen Regierung dahin wirken mögen, daß dieselbe uns auf Grund der von der Kommission festgesetzten Bestimmungen für die Vergangenheit entschädige und uns für die Zukunft in dem freien Genuß unseres Eigenthums belasse, gemäß den Grundsätzen des Völkerrechts, die noch ausdrücklich geheiligt sind durch den Berliner Vertrag, welchem Serbien das Gebiet verdankt, auf dem unser Besitzthum liegt." * * * Meldungen jüngsten Datums zeigen die er« folgte Einigung der Pforte und der Botschafter Frankreichs und Englands in Rücksicht der Textierung des Jnvestitur-Ferinans für den gegenwärtigen Khedive von Egypten, Tewfik Pascha, an. Der Ferrnan spricht die provisorische Erneuerung der Privilegien des Ferntans vom Jahre 1873 aus, insbesondere der direkten Erbfolge und des Rechtes zu selbständigem Abschlüsse internationaler Verträge, welch letztere vom Khedive amtlich der Pforte be-kanntzugebeu sein werden, jedoch ohne daß dieselbe ein Recht der Einsprache besäße, es wäre denn, daß der Inhalt in einem Widerspruche zu den zwischen der Pforte und den Mächten schon existierenden Verträgen stände oder daß durch die Stipulationen den Hoheitsrechten des Snltans Eintrag geschähe. Von diesen beiden Fällen abgesehen, begibt sich die Pforte jedes Widerspruches. Der Khedive wird ferner ermächtigt, znrn Zwecke der Tilgung der gegenwärtigen egyptischen Staatsschulden Anleihen selbständig abznschließen; andere als zu dem eben genannten Zwecke zu contrahierende An-lehen werden an die Zustimmung der Pforte gebunden fein. Einige Privilegien von unwesentlicher Dem Hause des alten Gärtners Gehrike waren die Stürme und die Unruhen, die das Land durchtobten, fern geblieben, aber im Schöße seiner Familie hatte eS manchen Sturm und manchen harten Kampf gegeben. Der Verdienst war knapp und knapper, aber auch das Häuflein Kinder kleiner geworden, und der alte Gehrike hatte manche Thräne über seine durchfurchten Wangen rollen gefühlt. Den schmalen Verdienst hätte er noch überwunden, aber als der Tod herangeschlichen kam und mit einem Schlag seine drei jüngsten Kinder durch daS Scharlachfieber dahinraffte, da ließ er den Muth sinken, und keines seiner übrigen Kinder vermochte ihn zu trösten — er meinte eben, die drei Verstorbenen seien besser und klüger gewesen als alle ändern. Die kleine Marie, wie der Gärtner das Findelkind hatte taufen lassen, war jetzt das einzige Kind, welches der Pflege und Obhut bedurfte, und Elise hatte Zeit genug, sich dem elternlosen Dinge zu widmen. Auch Vater Gehrike vergaß beim Anblick des kleinen drolligen Wesens ganz, daß es nicht sein eigen Kind war, und als seine drei Jüngsten ge- storben waren, da fühlte er, daß ihm dasselbe ein Ersatz sein sollte. „Das Kind soll nie erfahren, daß es keine Eltern hat, Elise," sagte er eines Tages zu dieser, indem er den dunklen Lockenkopf des Kindes streichelte. „Wir wollen es als das unsrige halten, dann kann ihm vielleicht noch ein Glück blühen. Es soll nichts von jenen vornehmen Leuten wissen, zu denen es gewiß gehört und die schlecht genug waren, das arme Würmchen auszusetzeu. Wird sie als deinesgleichen auferzogen, so kann sie auch so glücklich werden, und wenn nicht andere Leute ihre Ruhe und Unwissenheit stören, so soll es durch uns gewiß nicht geschehen." Elise stimmte ihrem Vater von Herzen bei, das fremde Kind war ihr ebenso lieb, wie ihre eigenen Geschwister, sie hätte eS nicht mehr entbehren mögen, so viel Sorge und Mühe es ihr auch machte. Aber es sollte anders kommen, als ste es sich gedacht. Eines Morgens trat ein großer, breitschultriger Mann in Gehrike's Haus, der sich ihm als einen Advokaten Namens Wilmot vorstellte. Gehrike und seine älteste Tochter waren über diesen Besuch nicht wenig erstaunt, da sie den Herrn nicht einmal dem Namen nach kannten. „Sie sind der Gärtner Gehrike, nicht wahr?« „Zu dienen, Herr," sagte der Alte, die Mütze von seinem grauen Haupte nehmend und sich verbeugend. „Ich habe ein Geschäft mit Ihnen abzumachen, das für Sie von großer Wichtigkeit ist. Vor etwa zwei Jahren fanden Sie vor ihrer Hausthür ein kleines Kind? Ein Mädchen — ist dem so?" Gehrike sah den Advokaten erstaunt an. „Allerdings, Herr Doktor," entgegnete er zögernd. „Und das Kind ist lebend und gesund?« forschte der Advokat weiter. „Gottlob, ja," antwortete Gehrike, immer erstaunter, „das Kind lebt und ist gesund." „Könnte ich es'nicht sehen?" Der Gärtner eilte statt der Antwort hinaus und trat wenige Augenblicke später mit einem kaum zweijährigen Kinde herein. ‘ Dasselbe war zwar klein und zart, aber die frischen rothen Backen bezeugten vollkommene Gesundheit. Es war ein reizendes kleines Geschöpf und theilweise ganz untergeordneter Bedeutung, darunter das Recht der Verleihung gewisser militari* scher Grade und der Ertheilung von Auszeichnungen, wurden entweder modificiert oder ganz aufgehoben. Der Ferman wird vor dessen Abseudung nach Egypten den Berliner Signatarmächten mit-getheilt werden. Die Absendung an den Khevive wird durch einen Specialsunctionär erfolgen. * * * Die Ernennung Aarifi Paschas zum Premierminister erfährt in Konstantinopel die Deutung, daß der Sultan an dem bisherigen Modus persönlicher Regierung festzuhalten entschlossen sei. Die Aufnahme Savfet Paschas in das neue Kabinet sei aus Rücksicht auf die gute Meinung der europäischen Mächte erfolgt, und vielfach werde die Anschauung laut, daß mit der Ankunft Savfet Paschas, welche für nächsten Sonntag erwartet wird, das Groß-vezierat wieder hergestellt und ihm übertragen werden dürfte. Der Umstand, daß kein einziges Mitglied des neuen Kabinets einer christlichen Conses-sion angehört, wird in der türkischen Hauptstadt vielfach glossiert. Aus Paris meldet die „P. K." übrigens die bereits erfolgte Abreise Savfet Paschas, welcher morgen auf dem Wege nach Konstantinopel in Wien eintreffen wird. vermischtes. — Religio ns Wechsel und Eheschei-d ug. Die Tochter des ersten ungarischen Ministerpräsidenten Ludwig Batthyanyi, die an den Grafen Bela Keglevich verehelicht gewesene Gräfin Helene, trat in Klausenburg zur unitarischen Confessio» über, um sich von ihren, Gatten scheiden und einen Herrn Gabriel Beniczky heiraten zu können. Der Pester Magistrat hat auf Verlangen das übliche Zeugnis ausgestellt, daß der Heirat der Gräfin keinerlei gesetzliches Hindernis im Wege stehe. — Jubiläum des Schraubend am-V f e r 8. Am 5. August 1829 war es, daß Josef Ressel mit seinem ersten Schraubendampfer, „Ci-vetta" genannt, seine erste Fahrt im Hasen von Triest unternahm. Am 5. August 1879 werden es daher 50 Jahre sein, seitdem der erste Schraubendampfer der Welt, welcher sich inzwischen alle Meere der Welt erobert, die Gewässer der Adria durchlief. In Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag hat nun, wie man hört, der Prager Stadtrath beschlossen, eine Gasse in Prag Resselgasse zu benennen und zugleich am dortigen Polytechnikum eine Gedenktafel zu errichten. mit einem Teint wie Milch und Blut und den prächtigsten dunklen, seidenen Ringellocken von der Welt. Die tiefblauen Augen blickten klug um sich, und der grobe Anzug von gedrucktem Leinen bildete zu dem ganzen Aeußeru des Kindes einen grellen Contrast. Man sah eben, daß eS nicht in diese Umhüllung hineingehörte. „Und dies ist das Kind, welches Ihnen vor zwei Jahren gebracht wurde?" fragte der Advokat. »Ja, Herr Doktor, das ist dasselbe Kind. Damals war es ein gar zartes, schwaches Pflänzchen, und es hat der ausgesuchtesten Pflege bedurft, damit es gedieh." „Sie wissen noch immer nicht, wer die Eltern dieses Kindes sind?" „Wie sollte ich? Aber vornehmer Leute Kind muß es wol sein, darauf konnten wir schließen, als wir all' die feinen weißen Tücher und Hemden sahen, worin es eingehüllt war." „Haben Sie noch etwas davon?" forschte der Advokat begierig. „O gewiß, meine Tochter wollte nicht, daß etwas davon verkauft würde, ich werde ihr sagen, daß sie alles herbringt." Während Gehrike hinausging, nahm der Advokat das kleine Mädchen aus den Schoß, das — Das Höchste. Als die höchste Schamhaftigkeit bezeichnet ein französisches Journal, sich vor einem Schweizerkäse nicht auszukleiden, weil derselbe Augen hat; als die höchste Keuschheit, die Augen niederzuschlagen, wenn man durch die Frauengasse geht, und als die höchste Feinschmeckern, eine Beleidigung hinunterzuschlucken. — Europäischer E r n t e b e r i ch t. Da gegenwärtig in allen größeren Journalen Saatenstandsberichte eine stehende Rubrik bilden, kann auch der Wiener „Figaro" nicht umhin, über die Aussichten zu schreiben, und veröffentlicht folgende Ernteberichte: England, der Haselstock gedeiht vortrefflich. Frankreich, der bonapartistische Kohl hat zwar stark gelitten, dürfte sich aber schnell erholen, falls der Wind umschlägt. Belgien, die Jesuitensaat geht endlich auf, doch fürchten die Schwarzen noch einen Hagel, der ihre Ernte vernichten könnte. Deutschland, die Rheinweinreben dürften auch heuet so sauer werden, daß den Franzosen alle Lust nach denselben vergehen dürfte. Rußland, der Hanf ist so außerordentlich geratheit, daß wir mit demselben ausreichen dürften. Rumänien, hier blüht erst jetzt der russische Weizen; das Unkraut nimmt stark überhand, und es erscheinen alle Versuche, dasselbe auszurotten, als vergeblich. Ungarn, das Tausendgüldenkraut ist größtenteils glücklich eingeheimst; die Zichy, Varady re. haben einen guten Schnitt gemacht. Oesterreich, hier wird nichts als leeres Stroh gedroschen, dabei wuchert das Unkraut üppig fort. — Zoologisch-Pädagogisches. Die Schulbehörden von Elapham, ein zu London gehöriger Vorort, mühten sich lange vergebens ab, die Abneigung der Bewohner (Eltern wie Kinder) gegen den Schulzwang zu besiegen. Kommt der Inspektor in die Häuser, um nach den Kleinen zu fragen, so heißt es: „Wir haben keine Kinder." Da verfallen endlich die Schulräthe in ihrer Verzweiflung auf — die Affen. Man engagiert deren vier Stück, und bald zog ein buntbeflaggter Karren, von einigen Musikanten begleitet, durch alle Straßen von Clapham; die Affen sitzen auf dem Wagen, als Männlein und Weiblein angezogen, schneiden Grünmassen, fletschen die Zähne, kratzen sich, beißen sich, gerade als ob sie schon lange verheiratet waren, und benehmen sich >m übrigen, wie Affen sich zu benehmen pflegen. Was ist natürlicher, als daß die Kinder alle herbeieilen und dem Karren folgen? Je weiter es geht, desto größer wird der Zug, und als er endlich aus Clapham-Commons, dem großen Grasplatze inmitte des genannten Stadttheiles, hält, kann man daraus schwören, daß alle kleinen Schuldeserteure da versammelt sind. Wie schön muß ihnen das Schul- zutraulich in seinem Barte wühlte, als sei der Mann für sie durchaus kein Frenider. Es konnte schon auf manche Frage verständlich genug Antwort geben, und er erfuhr, daß das Kind seine ganze Umgebung sehr lieb habe — ein Zeichen, daß es gleichfalls mit Liebe behandelt wurde. In diesem Augenblicke trat Elise mit einem Pack kleiner Hemden, Tücher u. s. w. herein und legte es vor dem Advokaten nieder. Hastig begann dieser jedes Stück sorgfältig zu prüfen, er suchte augenscheinlich nach irgend einem Namen oder Zeichen. Aber mißmuthig legte er es immer wieder weg, da war keine Spur eines solchen. „Und Sie haben' nirgends einen Namen gefunden — dies war alles?" fragte er endlich die Gärtnerstochter. „Alles", entgegnete Elise. „Doch nein", fuhr sie sich besinnend fort, „ich habe noch ein Tuch, in welchem mehrere Buchstaben stehen — ich werde es Ihnen sogleich vorlegen." Bald darauf hatte der Advokat das Tuch in Händen — ein triumphierendes Lächeln glitt überfein Gesicht, als er die Buchstaben G. v. H. fand. „Also hat mich meine Ahnung doch nicht betrogen", murmelte er, „das soll für mich eine schwänzen Vorkommen, als sie nun gar ein ganzes Kinderfest arrangiert finden! Ringelspiel gibt es, Marionettentheater, Kuchen, Thee — die Kinder jubeln, und während sie sich so ohne Arg ihrer Freude hingeben, kommt der Verrath in Gestalt der Herren Schulräthe. Sie streicheln den Kleinen die wenn auch schmutzigen Backen, sie heißen sie fröhlich sein, sie geben ihnen Bonbons und fragen nur so nebenbei, ob das Büblein oder Mägdlein auch in die Schule gehe? Wo wohnst du denn? Hast du weit nach Hanse? Du bist ein liebes Kind; wie heißt denn du? Kurz, man erfährt von den nichts Böses ahnenden Kindern, was man erfahren will, nimmt davon Notiz, und unter allgemeinem Jubel geht das schöne Fest zu Ende. Die List ist gelungen! Sechzig bisher „kinderlose" Elternpaare senden nun mehr als zweihundert Kinder zur Schule, nicht ohne daß sie aber die gesetzliche Strafe von 10 Schilling per Person gezahlt hätten. Lokal-undprovinzial-Angelegentieiteu. — (Zur Rehabilitierung des Ex« Domkaplans Karl Klun) wird der „N. fr. Presse" aus Laibach vom 25. d. geschrieben: Vor etwa 3'/z Jahre», als der damalige Domprediger Domkaplan Klun von der national-klerikalen Partei in Laibach zum Genteinderathe gewählt wurde, verfügte der Fürstbischof von Laibach, Dr. Pogatfchar, dessen Uebersetzung nach Zagorje in Jnnerkrain. Domkaplan Klun verweigerte die Annahme der neuen Stelle und wurde infolge dessen vom Fürstbischof Dr. Pogatschar a divinis suspendiert. Durch Intervention der feudalen Partei in Wien verlieh der in Siebenbürgen begüterte Majoratsherr des Baron Räuberischen Beneficiats, welches ein Jahreseinkommen von 800 fl. abwirft, dasselbe dem suspendierten Domkaplan Klun. Der Vorschlag wurde sowol seitens des fürstbischöflichen Ordinariats als seitens der Landesregierung, trotzdem er im Verlaufe von mehr als drei Jahren mehrmals wiederholt wurde, stets abgelehnt. Ex-DomkaplanKlun wendete sich später an den päpstlichen Nuntius, doch alle Schritte waren vergeblich, da der Fürstbischof Dr. Pogatschar es entschieden ablehnte, seine Zustimmung zur Verleihung des Baron Räuberischen Beneficiums an den seiner geistlichen Functionen entsetzten Domkaplan Klun zu geben. Klun verzichtete, um den Fürstbischof vielleicht gefügiger zu machen, auf feine Wiederwahl in den Gemeinderath und versprach auch aus dem krainischen Landtage auszutreten, sich überhaupt ganz von der Politik, auch als Chef-redacteur des klerikalen Blattes „Slovenec" zurückzuziehen, wenn er das Baron Räuberische Bene- unerschöpfliche Quelle sein, Herr Graf, vielleicht halten wir doch noch einmal Abrechnung — Sie haben wol nicht bedacht, welche Strafe darauf steht, ein Kind auszusetzen. Würden Sie dies Tuch noch nach Jahren wieder erkennen?" wandte er sich dann an Elise. „O gewiß — ich kenne es zu genau", entgegnete diese eifrig. „Und würden nötigenfalls auch darauf schwören, daß dies dasselbe Tuch wäre, welche» Sie bei dem Kinde fanden?" „Das könnte ich mit gutem Gewissen" sagte Elise' „Vergessen Sie dies nur nicht, vielleicht könnte ich Sie eines Tages beim Worte halten", sagte der Advokat ernst. „Doch darum bin ich eigentlich heute nicht hergekoinmen." „Ich komme im Aufträge der Mutter diese-Kindes, oder vielmehr im Aufträge einer Dame, die für die fernere Zukunft des Kindes sorgen, also Mutterstelle bei ihr vertreten möchte. Sie würde das Kind adoptieren, aber gewisse Gründe hatten sie davon zurück, und niemand darf auch jetzt erfahren, wer für das Mädchen sorgt. Werden Sie mir geloben, daß Sie über unsere Verhandlungen das tiefste Schweigen beobachten werden?" (Fortsetzung fulyt.) ficium erhalte. Alle seine Versähnungsversuche aber blieben fruchtlos, da Fürstbischof $t. Pogatschar darauf beharrte, Domkaplan Klun müsse sich auf die ihm verliehene Adniiiüstratorstelle nach Jnner-krain begeben. Kaum war jedoch Ex-Doi»kaplan Klun im Landwahlbezirke Laibach, Oberlaibach, Littai und Reisniz zum Reichsraths-Abgeordneten gewählt, so sah sich die Landesregierung veranlaßt, mildere Saiten gegen ihn aufzuziehen. Der Fürstbischof restituierte ihn kaum einige Tage nach dem Wahlsiege der Sloveuen in den Landgemeinden Krains in alle geistlichen Ehren und Würden, und heute wurde der Ex^Domkaplan Klun in der Hans-kapelle des bischöflichen Palais vom Fürstbischof Dr. Pogatschar in Anwesenheit des bischöflichen Kanzlers und des Hofkaplans in feierlicher Weise als Baron Rauber'scher Beneficiat installiert. Die Slovenen frohlocken selbstverständlich über diesen neuen Erfolg ihrer Partei und zweifeln nicht, daß auch ihre weiteren Wünsche erfüllt werden. — (Fleischtarif für den Monat August.) Das Kilogramm bester Qualität vou Mast-ochsen kostet 58 kr., mittlerer Qualität 50 kr., geringster Qualität 42 kr.; von Kühen und Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 52, 44 und 36 kr. (Ster be s a l l.) In Strasisch beiKrainburg Angekommene Fremde am 31. Juli. Stückchen eines Leibriemens vor. Den: gerichtsärztlichen Gutachten zufolge dürfte die Leiche, dem! Fäulnisgrade nach zu schließen, zwölf bis vierzehn; Ta§e an der dluffindungsstelle gelegen sein, und: Hotel Stadt Wien. Atlas, Witzmann, Teweles und 1 Reicht, .«fite., Wien. — Schuster, Gottschee. — Littrow, Fiume. — Schink, Hdlsm., Sagvr. — Zächbauer, Weltpriester , Oberösterrcich. — Schnuparek, Architekt und Stadtbanmeister, Agram. — Kümmel, Kfm., Nürnberg. ist nach den Vorgefundenen Schädelverletzmigen der! fragliche Mann mit einem schweren, muthmaßlich metallenen Gegenstände erschlagen worden. Am rechten Ringfinger hatte der Unbekannte einen 1 Hotel Elefant. Humer, Kaufmann, Krainburg. Braig, metallenen Ring mit rothem Steine ohne Gravierung. In dem Gebetbuche ist mit Bleistift der Name An^lovar Franc, darunter nochmals „Anzlovar Franc Nr. 1" geschrieben." Nach dem Vorgefundenen flovenischeu Gebetbüchlein: „Kmli angeljski“ und dem in Krain sehr verbreiteten Namen Anzlovar zu schließen, haben wir es offenbar mit einem Landsmanne zu thun, der an den Ufern der Donau durch Ai örderhaud sein Lebe» aushauchte. — (Land wirthschastliche Lehranstalt „Francisco-Josephinum" inMödlingbei Wien.) Den von dieser Anstalt pnblicierten diesjährigen Bericht eröffnet ein auch für weitere Kreise Interessantes bietender Artikel „lieber Hopfenbau" von Prof Thansing. Der Bericht enthält weiters die Vorschriften über die Aufnahme der Studierenden und die Begünstigung derselben bezüglich der allgemeinen Wehrpflicht als Einjährig- starb am 30. Juli der in hiesigen Kreisen wohlbekannte! Freiwillige, ferner den Studienplan und die Ver- Med. Dr. Sigismund Buiar, dessen Leiche hie-her überführt wurde, um heute der letzte» Ruhestätte übergeben zu werden — (Schlußverhandlung.) Nächsten Montag findet vor dem hiesige» Schwurgerichte die Schlußverhandlung in dem gegen die beiden Zehn-gulden-Notensälscher Lithographen 3er San und Schriftsetzer Kolenz geführten Prozesse statt. — (Compositenr Davorin Jenko) ist aus Belgrad in Krain angekommen, um eine Sommerfrische in Obertrain zu beziehen. — (Feuersbrunst.) Heute vormittags wurde unsere Feuerwehr durch die Nachricht allar-miert, daß Brnnndors in Flamme» stehe. Bei Schluß des Blattes kommt uns die traurige Nachricht zu, daß 34 Hausnummern dem verheerenden Brande zum Opfer gefallen sind; die Kirche ist geblieben. Weitere Details fehlen noch. — (Bürgerschule in Gnrkfeld.) An der dreiklassigcn Bürgerschule in Gnrkseld mit deutscher Unterrichtssprache ist die Lehrerstelle für die mathematisch-technische (eventuell naturwissenschaftliche) Fachgruppe mit de», Jahresgehalte von 800 fl. und dem Ansprnche auf die gesetzlichen Qninqueuual-zulagen zu besetzen. Gesuche sind an den k. k. Be-zirksschulrath Guikseld bis 21. d. M. zu richten. — (Erledigte Lehrerstellen.) An den einklassigen Volksschulen zu Großdvlina und Hl. Kreuz je eine Lehrerstelle mit dem Gehalte von 500 fl. und Naturalquartier; an der einklassigen Volksschule zu St. Georgen unterm Kumberge eine Lehrerstelle, Jahresgehalt 400 fl. und NnturnU quartier; an der dreiklassigcn Volksschule in St. Bar-thetmä und der zweiklassigen Volksschule in Bründl je eine Stelle mit dem Jahresgehalte von 400 fl. — Auf die Lehrerstellen in St. Barthelmä und Bründl können auch Lehrerinnen conipetieren, und sind die Gesuche um alle angeführten Stellen bis 21. August an den k. k. Bezirksschnlrath in Gurkfeld zu richten. — (Aufgefundene Leiche eines er-mordetenLandsmannes.) Die Bezirkshaupt-mannschaft in Tulln a. d. Donau theilt der Wiener Polizeidirection mit: „Am 16. Juli wurde in einem Jungmais bei St. Audrä, nahe der Straße von St. Andrä nach Gugging, die bereits am Kopfe und an den obern Extremitäten gänzlich verweste und von Thieren angefressene Leiche eines über fünf Schuh großen, anscheinend bei 30 Jahre alt gewesenen Mannes, welcher regelmäßig gebaut und gut genährt war, aufgefunden. Nahe derselben fand sich ein Gebetbüchlein in slovenischer Sprache mit dem Titel: „Kruh angeljski“, ein Ziminermanns-beil, ein Mundstück von einem Pfeifenrohre und ein theilung der Unterrichtsfächer auf die sechs Semester In den vom Direktor Dr. von Gohren erstatteten Schnlnachrichten und in der Chronik des „Francisco-Josephinums" von 1869—1879 finden wir ein interessantes Stück aus der Entwicklungsgeschichte des landwirtschaftlichen Unterrichtswcsens in Oesterreich. Seit Errichtung der Anstalt im Jahre 1869 frequentierten dieselbe 78?,, im letzten Studienjahre 136 Hörer. Dieselben waren der Nationalität nach: 787°/0 Deutsche, 16-9% @(aven,_ 2'9°/0 Ungarn und l'5°/0 Romanen. Für das am 15. September beginnende Schuljahr, respective für den nächsten dreijährigen Cnrsus, gelangen mehrere Stipendien des k. k. AckerbanministerinmS, der k. k. Statthalterei n. a. an in das „Frcmciseo-Josephi-nuni" eintretende Studierende zur Verleihung. Programme wie sonstige Auskünfte sind von der Direction in Mösling zu erhalten. * * * Aus Graz wird uns vom 31. Juli geschrieben: Heute srüh erfolgte die behördliche Beschlagnahme der ganzen Auflage des Morgenblattes der „Tagespost" wegen eines Artikels aus der Feder des berühmten Verteidigers Dr. I. B. Holzinger über Bigamie, in welchem die bis heute noch in Kraft stehenden veralteten Gesetze über die Ehescheidung in Oesterreich einer von juridischem Scharfsinn zeugenden abfälligen Kritik unterzogen werden und in welchem schließlich der Verfasser die Gesetzgebung auffordert, auf diesem wichtigen Gebiete des Staatslebens ehestens eine alle Consesfionen gleichberechtigende Reform anzustreben und durchzusühren. — Als Curiosum sei hier erwähnt, daß sich die staatspolizeiliche Intervention nicht allein auf die Coufiscation der Auflage beschränkte, sondern sich sogar auf die separate Versiegelung der — In seraten-Columnen erstreckte. Kaufmannsgattin; Hmvatin, Pfarrer; Schrenkensuchs, Agent, und Greif, Gymnasialprosessor, Triest. — Leicht, Private, und Stadler, Kfm., Wien. — Mally, k. k. Professor, Tabor. — Guade, Kfm., Hannover. Hotel Europa. Kaforitz, Professor, Pacher und Kijutti, ' Lehrerinnen, Triest. Kaiser von Oesterreich. Tragar, Villach. Moliren. Potoinif, Oberkraiu. — Kunz, Wien. — Weber, Seebach. — Mautz, Bäcker, Laibach. Gedenktafel über die am 5. August 1 8 7 9 stattfindenden Li-citationen. 2. Feilb., Medved'sche Real., Zivagora, BG. Ratschach. — 3. Feilb., Kontel'sche Real., Kal, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Lukezi«!'sche Real, Tominje, BG. Feistriz. — Feilb., Bidigoj'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. 1. Feilb., Penko'sche Real., Slavina, BG. Adelsberg. 1. Feilb., (sustcrSii’fchc Real., Oslrog, BG. Nudolss-werth. — 2. Feilb., Terlcp'sche Real., Deretschwerch, BG. Nassensnß. — 2. Feilb., Rozman'sche Real., Deutschgereut, BG. Radmannsdorf. — 3. Feilb. Penko'sche Real., Parje, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Gerl'sche Real., Smerje, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Deisinger'sche Real, Lack, BG. Lack. 3. Feilb., Bevkie'sche Real., Oberkoschana, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Simoncic'fche Real., Brnnskagora, BG. Ratschach. Witterung. Laibach, 1. August. Schöner Morgen, heiter, schwacher Ost. Wärme: morgens 7 llbr + 15'7°, nachmittags 2 Uhr + 27-2" C. (1878 + 22'4°; 1877 + 281" C.) Barometer im Fallen, 735-78 Millimeter. Dar gestrige Tagesmittel der Wärme 19 2°, um 0’6° unter dem Normale. Berstorbene. Den 30. Juli. Maria Hein, Schlosfermeisters-und Hausbesitzerswitwe, Petersstraße Nr. 18, Gehirnschlag — Carl Steiner, Zwängling, 60 I. Zwangsarbeitshaus, Altersschwäche. Im Zivilfpitale: Den 29. Juli. Sebastian Makek, Jnwohnerssohn, 10 I., Eitervergiftung. Im zweiten Stocke eines Hauses der Frauz-Josefs-Straße ist eine Wohnung mit fünf Zimmern sammt Küche Ende August oder Anfang September zu beziehen. Anfragen in der Kanzlei der krainischen Baugesellschaft. (346) Wiener Börse vom 31. Juli. Allgemeine Staats- *l»a x> töutd. ^apierrenle j 66-85 '6-"5 Silberrenle 6»30 68*40 «Aolbrenle ! 78-8 78 9. ^laarSlose. 1854. . . 115 50 116 — „ 1860. . .1 1860 zu 100 fl. 1864. . . 158 25 158-50 ®co»dr)iegul.-Lose Ung. Prämienanlehen Lviener Anlehen . . Aelien v. lionken. Krebitanftalt f.H.u.G. Nationalban!. . . Aelien v. (iransporl Unternehmungen. Ülsölb-Bahn .... Lonau«DampfsLifs -Llifabeth-Westbahn HerdinandS-Nordb. Kranz-Zofeph-Bahn . «Saliz. Karl-Lubwigb Lemberg - «Lzernowitz Llovd-Äesellschaft . 91 85 8550 87 50 108 — 10225 110 70 272 75 827 — 9150 8625 8775 1(8-25 102 50 110-90 272 85 828 * Viorbtreftbabn . Rudolss-Bahn . LtaalSbahn . . Südbabn.............. Ing. Nordoübahn . Pfandbriefe. •öobenkrebitanftalt in Golb............. in öftere. Wahr. . 'Jiaticnalbanf......... Ungar. Bobenkreblt- . j)rioritüt«-Oblig. clisabethbahn, l. (Sui. iZerb.-Norbb. i. Silber ftranz-Ioseph-Bahn . Galiz.K-Lubwigb.l.E. Oe ft. Norbweft-Babn Siebenbürger Bahn Ltaalsbahn, 1. t£m. . Kübbahn ä 3 Per». * 5 „ . privatlose. .27 50 134-75 81-75 9)60 127-75 116 99 75 101-50 102- 21'«re 128 - 135*- 91 — 128 — 115 50 99-85 101 75 102 50 threbitlofe JtubolftUofe 138 50 584— 185— 138- 583 -184-50 2195 I 2200 145 — 145 5t 238 — 238 50 135-76 136 - 584 — 586 — 95 50 105 25 94-50 102-75 96.-72 20 168 — 120 75 102 - 168 50 18 25 Devisen. Vonbon tieldfotlen. Dukaten............ 20 KrancS . . . . ii>0 b. Reichsmark Silber............. 96 75 105*50 94-70 103.— 96 25 72-60 16825 121 — 102 26 168 75 18 60 115-75 546 9-22‘y, 56 80 115 85 6 48 9 23 56 85 Telegrafischer Kursbericht am 1. August. Papier-Rente 67-05. — Silber-Rente 68-45. — Gold-Rente 78-85. — 1860er Staats-Anlehen fehlt. — Bank-actien 830. — Kreditaetien 272 25. — London 115 70. — Silber —. — K. k. Münzdukaten 6-46. — 20-FraneS-Stücke 9 22. — 100 Reichsmark 56 75. Druck von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Hans Krau».