Lmbllcher Zeitung. Nr. U8. Plännmerationöprei«: Im Comptcir l>an»j. N. 11, halbj. st. 5.5N. Für dic Zustellung in« Hau« yalbj.eolr. Mtt derPost l>anzj.ft.i5, halbj. fi. ?.zo. Freitag, 23. Mai Ins»»tion«zebüy» »i«i»^eil«»: im«I «» ll„ l«.30l»., »«. i ss.;s»ilsl p,.Zeil» im. «I,., lm.«l»., »m. 1« l». n. s. ^. Insertiousstcmpel ieeclm. 20 t». 1866. Amtlicher Theil. 3e. k. f. Apostolische Majestät haben mit Nller-höchster Entschließung vom 19. Mai d. I. eine bei der Statlhalterei in Dalmaticn erledigte Vtatthaltereiraths« stelle dem dortigen Statlhaltereiselretär Dr. Jakob Vulovich allcrgnädigst zn verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. Ansruf w Fmenveleillö! In dem gegenwärtigen ernsten Augenblicke, ln dem ole Heeresmacht deS Kaiserstaates sich sammelt, um einen drohenden feindlichen Angriff abzuwehren, tritt neben dem! Patriotischen Gcsühle, mit dem wir den zu seiner Fahne ^ eilenden Krieger begleiten, die Aufforderung an unS,^ seine Leiden zu lindern, wenn er auS blutigem Kampfe verwuudet zurückkehrt, nnd waS wir können, zu seiner^ Crquickung und Heilung beizutragen. Diese Beihilfe soll vor allem die weibliche Hand bieten, und eS hat sich, um sie zu leisten, ein Frauenverein gebildet, der eS sich zur Aufgabe macht, die' durch die Menschenfreundlichkeit der Bevölkerung ihm zugewendeten Gaben für die verwundeten und einer Bei-Hilfe bedürftigen Krieger zu sammeln und zweckmäßig zu verwenden. Nach der Absicht dcS Frauenvereins sollen die gesammelten Gaben je nach ihrer Eignnug und nach dem Bedarfe den in Laibach beim Ausbrnche deS Krieges errichteten Spitälern zur Verfügung gestellt, und außerdem solkn, wie eS im KriegSjahre 1859 geschehen ist, die hicr znr Heilung ankommenden oder in der Bestimmung in andere Spitäler durchziehenden Verwundeten unserer tapfern Armee sogleich bei ihrer Ankunft am Bahnhöfe mit einer erquickenden Labung von Suppe, Wein u. dergl. und im Vcdatffalle mit Wäsche, Verbandstacken, Charpic u. dergl. versehen werden. Im vollen Vertrauen auf die Zustimmung, welche dieses Werk in jcdem lhcilnchmcnbcn Hcrzcn finden wird, ergeht nuu die Bitte, es möge in gewohnter edler Bereitwilligkeit dem Vereine alles, waS znr Pfleg? oder Labung der Verwundeten dienen kann, al«: Vcrbcmd-materiale, gebrauchte oder neue Leinwand, Wäsche von Leinwand oder Baumwolle, Netzhaubeu, Schwämme, Zigarren, Wein u. f. w. beigestellt werden. An Vcrbandmatcriale ist besonders wünschenswert!) feine und grobe Charpie aus gebrauchter Leinwand, wenn möglich mit 4 bis 6 Zoll Fadenlänge und geord« net, 2 bis 3 Zoll breit geschnittene und nicht eingesäumte Leinwandbindcu 3 bis tt Ellen lang, geschnittene nicht eingesäumte Flanellbinden von 3 bis 4 Zoll Breite und 3 bis 6 Ellen Länge, Kompressen aus neuer oder schon gebrauchter Leinwand in der Größe von eincr halben und citier ganzen Elle, dreieckige Tücher zum Verbände aus Leinwand oder Vaumwollenzeug von der vlrschicrcnsten Größe, gesäumt oder auch ungesäumt.— Ferner sind zn erwähnen: Mit Häckerling gefüllte Kiffen auS grober fester Leinwand von 2 Schuh Länge und 8 Zoll Breite, auch 1 Schuh Lauge und 8 Zoll Breite; dicke Watta in Tafeln. Für den Fall, wenn Verwundete am Bahnhofe an-kommen, wären zur vorübergehcuden Hilfeleistung Körb« chcu mit dem nöthigen Verbandzeug, Scheerc, Schwamm und kleinen Wasscrkanneu (würbe für cin Musterlörb-chen gesorgt werden) bereit zn halten. Dicse Gaben wollen im Landhause (zu erfragen beim Portier) abgegeben weiden, l Auch Geldspenden werden mit größtem Dank angenommen und zum Einlaufe nöthiger Dinge verwendet , werden. Die Redaktionen der „Laibacher Zeitung" und der „Novice" werden ersncht, Geldbeträge für diesen Zweck an« zunehmen und zu quittircn und ebenso werden solche im , Bureau des l. k. LandeSpräsidiumS übernommen. Laibach am 24. Mai 1866. Fiir das Comitc' des Franenv ercinS: Sofie Freiin von Vach. Laibach, 24. Mai. Hente um 11 Uhr Vormittags versammelten sich bei Ihrer Exzellenz der Frau Sofie Frciin v. Bach bei 40 Frauen zum Behufe einer Besprechung wegen Bildnng eines Frauenv ercinS znr Herbeischasfung von Spitalsbedürfnisscn, bann znr Labung uud Pflege der verwundeten Krieger in Laibach. Nachdem Ihre Exzellenz den Zweck der Versamm« lung den Anwesenden mitgetheilt hatte, wurde nach einem vorliegenden Programme zur Berathung geschritten und hiebet einstimmig Folgendes beschlossen: 1. Die anwesenden Frauen konstituircn sich einstweilen als Eomit« des FraucnvcreinS. 2. Zur Vorsteherin deS Vereins wird Ihre Exzellenz Frau Freiin o. Bach per nocllunnlionom er« wühlt. 3. Der Entwurf eines durch die Zeitungen nnd in Separatabdrücken zu verbreitenden Aufrufes, bezielend die Sammlung von Spitalsbedürfnisscn und Geldspenden zn VcreinSzwccken, wird einstimmig genehmigt. 4. Ein geeignetes Lokale zur Aufbewahrung der einlangenden Gaben wird auSgemittelt werden. 5). Das (5omit« stellt sich zur Erreichung des oben angedeuteten Zweckes folgende Ausgaben: n) Eifrige Bemühung wegen Herbeischaffung der nöthigen Gaben, namentlich Eharpie, Wüsche, Vcr< bandstücke; li) Uebernahme der gespendeten Gaben, Sortirung und zweckmäßige Herrichtung der SpitalSgcgenständc und zweckentsprechende Verwendung der vorhandenen Geldmittel; «) persönliche Vornahme der Gclbfammlungen in Laibach nach einem festgesetzten TurnnS; (!) Empfang, Labmlg der Verwundeten am Bahnhöfe, TranSportlrung der in Laidach Verbleibenden in die Spitäler. 6. Als Fachmänner treten dem Comit<5 der k. k. LandeSmcdizinalrath Dr. Nillcr v. Andrioli, der k. f. Oberstabsarzt Dr. von Malfatti und der k. k. Wohl-thätigkeitsanstalttüdirektor Dr. Ritter von Stöckl bei; die Besorgung deS Schreib- und RcchnungSgcschäftcS nnd deS Empfanges der Verwundeten und Kranken übernehmen der k. k. Statthaltcreitonzipist Ritter v. Nut-lowSti und der l. k. Polizcitommissär Vidi;. 7. Künftige Comit'Mungen werden durch die „Laibacher Zeitung" bekannt gegeben. Hierauf wurde die Berathung geschlossen. — Und so wünschen wir dem Frauenoerein eine recht kräftig Feuilleton. Ans der Residenz. Im Mai. V. L. Pfingsten, daS liebliche Fest, war gekommen "" und diese Zeilen datiren auS dem Hauptquartiere Alcn. Seltsame Gegensätze, die sich hierin begegnen, ^ic lieblichen Pfingsten und der drohende Krieg, daS "lst der Erleuchtung und die — ultima ratio i-c^mn. "Um Glück für dcu Feuilletoulsten, dicscn gcbornen Fa< Uatilcr des Friedens, trat in den letzten achtundvierzig funden das geräuschvolle Hauptquartier gegenüber der medlichcn Residenz erfreulicher Wcisc in den Hinter« ^lllnd. Die Trommelwirbel der die Straßen bedecken« ^n Regimenter sind verstummt, die Trompetensignalc °er dcn SammlungSplatzen zueilenden Schwadronen sind ^'hM mid die improvisirten Bivouaks der Truppen in ^u Umgebungen der Bahnhöfe, diese Schauplätze ebcn ^ rührender als hcrzerhcbendcr Szenen, sind momcn- ^ gelichtet. Nur die riesigen Plaste an dcn Mauer-, e", in denen die Bevölkerung aufgefordert wird, Gut ,"d Vlut auf dem Altare deS Vaterlandes zn opfern, und die Permanenz der patriotischen Komitees mahnte '' dicscn Tagru an die herrschende Situation. Markt ""d Straße wnrdcn stiller! h.. Fast einstimmig klagt man darüber, daß diesen ^Mgstc,, die Stimmung fehle. Diese Thatsache ist yUln-, uur rührt sie nicht voll heute, wenn sie auch im U'Mblickc lebhafter empfunden wird. Die Pstngst. 5,?"umg ist eben wie jede andere thcilwcisc ein Kind °l?" Amegnng. Wenn diese Anregung fehlt oder wiÜ' '"" cme andere Form annimmt, tritt auch eine '"d'fizirle Stimmung zu Tage. Und welch' eine so ganz andere Szeneric, welch' eine so ganz andere Staf< fage bot die Pfingstwoche von Einst gegenüber der von Jetzt. Man werfe nur einen flüchtigen Blick auf den Stevhansdcun und seine Umgebung. W» thut sich da bereits am Samstage vor dem großen Sonntage jener wahre Pfmgstmarlt von Vudcu mehr. auf, der einst mit seinem süßen und brauchbaren Inhalte die Freude nud daS Entzücken der großen und kleinen Kinder war; wo tauchen da noch jene Schaarcu von Weibern und Mäd-chen empor, welche in fliegender Hast den anfahrenden Wagen nacheilen, um die Firmlingc mit flatternden wei» ßcn Viwdern zu versehen, eine wahre Schaar von weiblichen Elihu BurritS, wenn sie nicht gar zu oft im Ucbcreifcr der Konkurrenz unter einander selbst ln gellenden Streit gerathen wären; wo aber vor allen bildet sich da noch heute jene malerische Wagenburg auS läudlicheu Gefährten, deren Pferde und ssntscher in ihrem reichen Blumenschmücke von dcn Städtern nicht minder angestaunt werden, nls eine zufällig nach dem Dorfe verschlagene StaatStalosse von den naiven Flurentretern? Und dann erst die bunten Insasseu dieser Wagen, eine unerschöpfliche ethnographische Studie an Kostümen und Dialekten, ein Fleisch und Blut gewordenes „pittoreskes Oesterreich," ganz Staunen und Bewunderung über die nie geahnten Herrlichkeiten der Residenz und ganz Sehnsucht nach dcn traditionellen Kunstgcbildcn der Lcbzelter und dem duftigen Inhalt der Mcthkellcr. Diese eben so naive als ursprüngliche Ouvertüre der Pfingstwoche, deren freundlicher Erinnerung nnscr Waldmüller in sei. ncn Genrebildern manch' uuvcrgänglicheS Denkmal setzte, ging, es ist wahr, in diesem Jahre fast gänzlich verloren, und mit ihr fehlte der sonst herrschenden Pfmgst-stimnnma. ciiicS ihrer wirksamsten Motive. Aber, wie gesagt, dies gilt nicht von hcuer allein. Auch hat dicS nicht der Ernst der Situation allein auf seinem Gewissen. DicS haben eben seit Jahren schon die Lorc- lcyS: Eisenbahn, Konditor und Zehnkreuzer-Gcwölbe mit ihrem Singen gethan. In einem Worte: Die Knl-tur, die alle Welt beleckt, hat auch auf die „Godcln" sich erstreckt. Uud nun, da die Staffage jener guten allen Zeit zum Theile verschwunden ist, sinkt auch cin Theil des Hintergrundes, an den dieselbe sich gelehnt hat. „Heute ist wieder alles allarmirt auf der Börse," so erzählte man sich vor einigen Tagen in hiesigen Kaffeehäusern. „Und warum denn?" — „llch Gott, wegen der Affaire bei Klingcbeutel. ES herrscht eine wahre Paniquc. Auch spricht man schon wieder von einigen großen Häusern, welche in diesen Tagen fallen werden." — „Nun, und welche denn?" — „Du, lieber Himmel, die — Graben-Häuser," lautete die lachende Antwort, welche dcn be-stüzten Frager sehr zu seiner Erleichterung belehrte, daß er da« Opfer eineö echten Wiener Aufsitzers gewesen. „Heiter auch in ernster Zeit" ist eben die Devise der Wiener. Im Augenblicke bieten diese Grabenh2user einen unsagbar melancholischen Anblick dar. Vor allem in der Nacht, wo die Arbeiten bei Fackelscheine fortgesetzt werden, gleichen diese Häuscrgruppen in Wahrheit ciuer riesigen Brandstätte. Die stoßweise auflodernde Glut der Pechpfanuc, die wie Rauch aufwirbelnden Staub-wölken und die zu deren Dämpfung fortwährend thätigen Wasscrspritzen lassen der Phantasie fast nichts zu thun übrig. Sämmtliche Journale brachten dieser Tage dcn Nekrolog jener nun gefallenen Größen, und die Photographen, diese Schnellschrcibcr der bildenden Künste, beeilen sich, jene Denkmale so vieler vatcrstädtischcr Erinnerungen zu fixiren. Und cS sind in der That mitunter sehr süße Erinnerungen, welche sich an diese Grabcnhäuser knüpfen. War eS doch hier, wo der galante Pole Kulcziczti zuerst den schönen Wienerinnen dcn trefflichen Mokka kredenzte, und war es doch hier, wo die 804 Entwickelung und die gedeihlichsten Erfolge in den von ihm angestrebten eben so patriotischen als menschen« freundlichen Zwecken. Laibach, 35. Mai. Französische offiziöse Glätter sprechen ihr Vertrauen auf das Zustandekommen deS Kongresses aus. Zwar! schwebt dieses angepriesene Heilmittel der krankhaften! Zustände der Jungfer Enropa noch in sehr nebclhuflcn i Umrissen. Preußen und Italien sollen demselben günstig gestimmt scin, weil sie vielleicht ihre Rüstungen noch nicht vollendet haben oder wcil sie sich den Schein der Friedensliebe geben wollen. Oesterreich ist aber jetzt in dem Falle, sich die Fr^ge zu beantworten, wie cS sich dem Kongresse gegenüber zn verhalten habe? Die?lnlwolt auf die Frage gibt die „Debatte" in nach-stehende; lcruigcr Wcisc: Zwei Pflichten siud eS, die Oesterreich als Leit-fterne auf den dunklen Pfaden dienen, die es widerwillig wandelt. Oesterreich hat Europa, hat dem Weltfrieden gegenüber eine große und ernste Pflicht zu erflillcu. Mit Grauen blickt die Welt einem Kampfe entgegen, der, wenn einmal entfesselt, das geistige und leibliche Wohl von Millionen, staatliche Gebilde und die Grundlagen unserer! politischen und sozialen Ordnung unter Schutt und Trümmer zu begraben droht. Europa hat ein Recht, zu for-dern, daß der öeidcnslclch fern von ihm gehalten werde, und Oesterreich hat die Pflicht, von seiner Seite leinen Schritt zu unterlassen, der Europa daS kostbare Gut: den Frieden erhalten und sichern lann; «S hat somit auch die Pflicht, der Einladung Folge zu leisten, even« tuell den Kongreß zu beschicken. i Oesterreich hat aber auch eine ebenso ernste Pflicht gegen sich selbst zu erfüllen. Was der Kongreß heute noch soll? Nach allem, waS bis zur Stuude über die Kongrcßprojelte verlautete, erscheint nur daS Eine klar, daß jene, die sich am wärmsten für ihn intcressireu, mit sich selbst nicht im klaren siud. Doch Pfingsten sind durchs Land gegangen; möglich, daß heule erleuchtete Ideen dort thronen, wo nebelhaftes Dunkel geherrscht; möglich, daß aus den projeklirtcn Verhandlungen die Lösung hervorgeht, die Europa befriedigt uud Oesterreich gerecht wird. Daß diese Möglichkeit sich aber rasch und in ganz unzweideutiger Wcisc darthuc, hierauf zu dringen, ist Oesterreichs Pflicht gegen sich selbst. Nicht eine Pilgerfahrt zu dem verschleierten Bild von Sai« darf die Neisc Oesterreichs an den Sitz des Kongresses sein. Vermag dieser Europa zu erhalten, was ihm die Politik gcwalllhätiger Gelbsucht zu rauben sucht, so wird gewiß nicht Oesterreich cS sein, daS mit engherzigen Bedenken den Ausweg ane dem Labyrinth verlegt. Soll aber der Kongreß blos ein Lückenbüßer sein, um den Zwischenakt auszufüllen, weil die Akteure hinter den Eoulissm noch nicht ihre Toilette beendet haben, weil man in Berlin noch Patronen drehen will, in Florenz die rothen Hemden der Garibaloini noch beim Schneider sind, dann wäre cö Pflicht Oesterreichs, rasch einem Spiel ein Ende zu machen, dessen erdrückende Kosten seine Länder und Völker zu tragen habeu. Zwei Pflichten sind cS, die Oesterreich seine Stellung dem Kougreß-Projekt gegenüber klar uud deutlich vorzcichnen. Icdc derselben erheischt, daß eS mit aller Entschiedenheit auf die rasche und vollständige Lüftung deS Schleiers dringe, der da« geheimnißvolle Kongreßprojelt verdeckt. Krieg oder Frieden — beides fordert emc ganze, volle, rasche That. Die Tage der Halbheit sind uorüber. — Die drohende Gestaltung der äußeren Verhältnisse hat zentralistifchen Organen den Anlaß geboten, der Einberufung dcS NeichSrulheS selbst, oder doch einer Delegation sämmtlicher Landtage «ci iioo daS Wort zn rcdeu und dieselbe mit der Behauptung zu bcgrüudcn, dieselbe werde in jenen Theilen des Reiches, wo man der Februarverfassung widerstrebt, auf leinen Widerstand stoßen, sobald man mit dieser Einbcrufuug nur die Zusichenmg verbinde, daß der Lösung der er über lein Budget verfügen und daher lein Gesetz^ beschließen lönnte, welches die Kosten der Verwaltung erhöht. Mögen alle Jene, denen es nm daS Wohl Oesterreichs aufrichtig zu thun ist, sich in dem Gedanken der' Regierung vereinigen, daß nach einer solchen Gesummt-! staatsverfussuug gestrebt werden müsse, die eine Wahrheit sei, ein Segcu für alle Läudcr und Völker Ochcr»! rcichs, eiu Bruch mit unhaltbaren Fiktionen und eine ^ solide Bürgschaft für eine gedeihliche Znluuft dcS Rei-^ che«. Eine derartig konzentrisch wirkende öffentliche Meinung hat die Rcgicruug nicht uur nicht zu scheuen, sondern wird dieselbe vielmehr mit Freude beglüßcn, so wahr cS ihr aufrichtigster Wunsch, daß die staatsrecht- lichen Dissonanzen der Geg'nwart sich endlich in dem Akkorde möglichst allgemeiner Befriedigung auflösen. Oesterreich. Wien, 23. Mai. ! ^ Ich hatte vollkommen recht, als ich in meinem Schreiben vom letzten Sonntage die Vermuthung aus-sprach, daß man in den hiesigen maßgebenden Kreisen weder von dem Bundestage, noch von dem Abge -> ordn eten t a g e im Augenblicke etwas anderes erwartete, als der Telegraph iu Wirklichkeit gemeldet hat. Beweis dessen sind die seitdem erfolgten Auslassungen in der gestrigen Morgenausgabe der „Wiener Zeitung" und in der „Wiener Abcudpost" bezüglich dieser beiden Punkte. Ich glaube dem nuu hiuzufügen zu können, daß man von den eben im Zuge befindlichen diplomatischen Ver-Handlungen zur Ermöglichung eiueS Kougresses ebenfalls keine allzu sanguinischen Erwartungen hegt. Der Glaube an daS Zustandekommen eines Kongresses ist an sich schon nur sehr spärlich verbreitet. Aber selbst jene, welche einen Kongreß unter den gegebenen Um-ständen für möglich halten, erwarten von demselben in keinem Falle eine entscheidende Nenduug in der Lage der Dinge. Auch unsere Börse bekannte sich hente zu dieser hier ganz allgemein verbreiteten Ansicht. Nach einer heute ausgegebenen Hofansagc werden iu diesem Jahre sowohl Se. Majestät der Kaiser als auch Ihre Majestät die Kaiserin der großen Frohn-leichnams-Prozession beiwohnen. Es ist das ein er-freulicher Beweis für die wieder befestigte Gesundheit Ihrer Majestät der Kaiserin, allcrhöchstwelche sich in den letzten Jahren auf den Rath der Aerzte von der anstrengenden Zeremonie fern halten mnßtc. Im Anhange zu der von der heutigen „Wiener Zeitung" gebrachten Aekanntgcbung bezüglich der in diesem Jahre ausfallenden feierlichen Sitzung der kaiserlichen A l a-demie der Wissenschaften mag hier bemerkt werden, daß die soust aus Anlaß dieser Sitzung erscheinenden Hefte, den Rechenschaftsbericht und die Vortrage enthaltend, auch iu diesem Jahre erscheinen werden. Die Wahlen in dem kaiserlichen Institute sind für den 25., 26. und 28. d. M. angesetzt. Dcr Direktor der hiesigen Akademie der bildenden Künste, Ruben, wurde von Sr. Majestät dem Kaiser mit der AuSführuug zweier großer Oclgemälde, deren Motive der älteren böhmischen Geschichte entnommen sind, bcauflragt. Gestern siud die letzten zwei Bände von Laube's großem Romane „Der deutsche Krieg" unter dem Titel „Herzog Bernhard" hier ausgegeben worden. Die in diesen Tagen hicr eingefallene empfindliche Kälte, welche sogar im Wiener Becken von leichten Schnceschaucrn begleitet war, hat den Blüthen nnd Pflanzen nicht unerheblichen Schaden gethan. Vriinn. 22. Mai. (N. Fr. Pr.) In der heutigen Sitzung des GcmeindeaueschusscS beantragte der Bürgermeister Slcne, 10,000 fi. zu Armeezwcckcu wühreud der Kricgsdauer zu verwenden, zu dem Zwecke ein Komitee einzusetzen, das weitere Sammlungen veranstalten soll, was angenommen wird. — Am Schlüsse der Sitzung erklärt Bürgermeister Slene seinen definitiven Rücktritt; Firma Godefroi zuerst der nun ebenfalls bereits verblühenden Generation uuscrer ElcgaulS die echte Havanna-Zigarre servirte. Zwei Erinnerungen von kulturhistorischer Bedeutung! Einstweilen begannen auch die Theater ihre Phy< siognomie zu wechseln. Allenthalben begegnet man fremden Gesichtern. In den Logen glänzen jene Sommer« Parteien, deren Abonnement nicht an der Theaterkasse, sondern bei dem Portier irgcud eincS herrschaftlichen Palais, oder bei dem Platzdiener irgend cincS ersten ssotels genommen wurde uud deren Thcalerjahr nur vom Beginne des Mai bie zum Ende deS Septembers reicht. Auf der Bühne aber henscht jene edle Gast-frcuudschaft, welche ihre Greuzcn nur in einem gewonneneu Remplaccmcnt oder in der Rückkehr der für den Sommer beurlaubt gewefenen ständigen Mitglieder findet. In dieser Zeit dcr Fremdherrschaft lann es selbst dem Habitus der sich gewohnheitsmäßig in diese heiligen Hallen verirrt, geschehen, daß er im Zuschauer-räum nicht eil, bekanntes Gesicht findet und sich den Theaterzettel nehmen muß, um die Personen ciueS bc< reitS hundertmal gesehenen Stückes iu deren momentaner Besetzung kennen zu lernen. Die Blüthe der diesjährigen dramatischen Gast» freundschaft war daS Debut deS Fräulein Christine Schweiger! aus Graz. Dem Fräulein Schwcigcrt ward die schwierige Mission zu Theil, zuerst das Fach eiucr Künstlerin zu rcpräscntiren, der ganz Wien vor Kurzem noch das letzte Geleite gab, denn ganz Wien zählte zu deren Verehrern, daS Fach der uuersetzlichen Julie Rettich. Fräulein Schweigert hat sich dieser großen Aufgabe in ehrenvollster Weise entlediget. Ihre Mcdea und ihre Maifa schon ließen in ihr die Künstlerin von den schönsten Intentionen erkennen. Doch blieb in diesen beiden Rollen das Können hinter deni Wollen noch zurück. Gleichen Schritt hielten aber beide in der ..Königin Elisabeth," in Laube's „Graf Essex." Dcr Erfolg, welchen Fräulein Schweigcrt iu dieser von der Rettich so glänzend zur Geltung gebrachten Partie errang, war ein vollkommener. Ja, eS erscheint kaum, zweifelhaft, daß, hätte Fräulein Schweigert mit diesem ^ Eharalterbilde ihr Gastspiel bcgouucn, ihre Mcdca und j ihre Marfa cinc gerechtere Würdiguug gefunden hätten. > Medea und Marfa dürfen in Wien, das gerade uiil^ Bezug auf diese bcidcu Vühncngcst^len so reich an^ herrlichen Erinnerungen ist, nur von einer Künstlerin gebracht werden, welche sich dem Publikum gegenüber bereits eine Posilion geschaffen hat. Mcdea und Marfa! siud eben nicht der Ausgangspunkt einer Künstlerlauf-bahn, sie sind daS Ende derselben. Iu der kaiserlichen Oper setzen die Italiener ihr Gastspiel mit ungcschwächttm Glücke fort. Es ist der cwige musikalische Kreislauf von „Barbiere," „Eeue-reutola," „Ilaliani in Algeri," „Traviata," „Elisirc d'Amor" uud „Sounambula," ausgeführt von dem Herr«! lichen Quartett: der Signora Artot und den Signori:^ Ealzolari, Emrardi und Zucchini, welcher dieses helle Wunder bewirkt. Und ciu^Wuudcr muß es iu dcr That gcuaunt werden, wenn dieselben oft gehörten Opern, gesuugcu voll denselben — mit Ausnahme Calzolari'ö — oft gehörten Sängcm, heuer ciuc dcr glänzendsten Sla-giouc schaffen, während sie eine Rcihc von Jahren vorher dem Budget der kaiserlichen Oper nur zu sehr uc-^ gatmcn Erfolgen zn verhelfen vermochten. Erkläret mir, Graf Ocriudur, diesen Zwiespalt der Natur. Die Slcl» luug der deutschen Säuger zu jener dcr italienischen in dieser louibiuirtcn Slagionc charattcrisirtc ein Habitu6 leider schr treffend, indem er sagte: „Die Italiener spie-lcn das Aschenbrödel uud die Deutschen siud cS." Bisher gcwährtcu, Dank dem gelinden Nachwinter, dessen wir nuS erfreuen, die Logen nnd das Parquct unserer Theater noch immer cincn brillanteren Anblick, als die Tribünen und der Aktionäre «Raum unserer Rennbahn. Besonders das sonst so glänzende Bild des Steeplechase am zweiten Pfingsttage ward durch die allzu cuglijchc Svorling'Witterung ein sehr trübscliges. Schon oie Auffahrt dcr Herrschaften im geschlossenen Wagen beeinträchtiget den Totaleiudruck deS Schanspie-les sehr. Nicht miudcr benimmt der Abgang jener lcich-ten und duftigen Frühjahrtoiletten, welche sonst bei dic> scr Gelegenheit in Menge ins Treffen geführt werden, dem Gauzen feinen eigentlichen NimbuS. Fehlt aber auch noch jener heitere Hintergrund der auf und nieder wogenden Massen, wie eS diesmal leider der Fall war, dann bietet die unabsehbare Rennbahn ein wahres Nacht-bild von Uutzeimlichkcit, Frost und langer Weile. ^ hört dann auf. Vergnügen zu scin, und wird einfach ^" Geschäft oder Spiel. Dcu einzigen Lichtblick an dem trüben Horizonte des diesjährigen Wiener Derby-Tagcs bildete daS Ncn-nen mit Hindernissen. Die Steeplechases der Fwl-dciiau habeu von allen andern den großen Reiz, day dieselben nichl von gemietheten IolcyS, sondern von den Besitzern der Pferde selbst oder deren Stellvertreter'» geritten werden. Mau sicht hicr die Blüthe der W'c»" ISportSmcu ihre feinsten uud tollsten Künste entfalte"' Sieger im großen Steeplechase blied dieömal in nn-bcstrittcucr Weise dcr vierjährige brauuc Hengst „AcsoP"» , aus dem kaiserlichen Militärgestüte von KiS'Äcr, elN Nachricht, wclche mit laugauhaltenden, allgemeinen, geradezu demonstrativen Zurufen aufgenommen w»rd ^ Geritten wurde daS herrliche Thier vom Grafen Nllo laus Eßlerhazy mit seltener Bravour und stauncnerregen dcr Virtuosität. Mit dcr letzten Serata dcr Italic»" uud dem lctztcu Renntage endet auch die Saison. ^., letzten Hervorrufe dort und die lctzlcn Zurufe lM' , « den gewissermaßen daö Ausllingen derselben. Der ^c> ist — Schweigen! 605 die Versammlung drückt ihm den Dank durch Erheben von den Sitzen auS. Seine AbfchiedSrede politischen Inhalts fand lebhaften Beifall. Früher beantragte Skene, an Dr. Gislra das Ehrenbürgerrecht zu vcr-leihen, was unter lebhafter Zustimmung angenommen wurde; Gislra daulte del Versammlung und dem Bürgermeister unter lebhaftem Beifalle. Assram, 23. Mai. Unsere Stadtvertretung hat in der am verflossenen Samstag abgehaltenen Siz-zung auf Autrag oeS Herrn Bürgermeisters Frigan beschlossen, angesichts der bevorstehenden Ereignisse Sr. Majestät in einer besonderen Adresse in, Namen der Bevölkerung der Stadt Agram ihre unerschütterliche Ergebenheit und Opfer Willigkeit auszudrücken. Eö wurde zugleich ein Counts ernannt, welches dic Adresse im erwühutcn Sinne auszuarbeiten uud Sr. Exzellenz dem Bau zu überreichen hat. (Agr. Ztg.) Ausland. Florenz, 22. Mai. In der lchten Woche haben sich 26.000 Freiwillige anwerben lassen. Man glaubt, die Zahl der Bataillone werde anf 40 erhöht werden. — Der In lick up on der Rente wird in Frankreich bar und ohne Abzug ausgezahlt werden. Die Staatskassen beginnen die im Juli fällige Rente ohne Eslomptc an Zahlungsstatt anzunehmen. — Die Iouruale betrachteu die Ansprüche, die weltliche Macht des Paft« slcs unter europäische Garantie zu stellen, als unzulässig. Sie halten die dicsfällige Behauptung der „Indepen-dancc" für falsch. — Einer Wiener Korrespondenz der „Tagespost" entnehmen wir nachstehende Stelle: Italien muß vorwärts, will dic Negierung sich nicht einer gc< wisscu Ncvolutiou aussetzen; die Freiwilligen können nicht mehr entlassen werden, man muß sie gegen einen der Feinde der Integrität und Unab» hängigkeit IlalicnS führen; ist dieser nicht Oesterreich, so sind eS die Franzosen in Rom uud in Nizza. Darüber herrscht iu Italieu nur Eine Stimme, daß die Abtretung PcnelienS nicht mehr zur Pazifizirung deS Landes gcuügen würde. Preußen will nur daun vom Kongresse ernstlich etwas wissen, wenn ihm ciu gut Theil dessen zugesprochen würde, was eS von einem siegreichen Kriege erwarten könnte, während Oesterreich vor dem Kriege auf Zugeständnisse eingehen soll, welche ei» sclbst nach einigen verlorenen Schlachten, nach einem nüglück-lichcn Feldzugc iu Schlcsieu uud nach dcm Verluste dcS FestungSvicrcclcS nicht schlimmer anzunehmen gczwuu-gen wäre. Hagesnemgkeiten. — Tcr hochwürbigstö Herr Für st» Irz b is cho f von Olmütz hat das Anerbieten gellellt, im Falle cineS Krieges und für dessen Dauer in dem Gebäude deä KnabcnsemiuarS zu Kremsicr cin Spital für 100 bis 120 Verwundete her« richttn und für deren Unterhalt und Verpflegung aus eigenen Mitteln sorgen zu wollen. Se. Majestät der Kaiser haben diesen patriotischen Antrag huldvollst anzunehmen und dcm Kirchenfürsten hiefür dcn allergnadigsten Tan! ausdrücken zu lassen geruht. — Für da3 Wieuer Freiw illigenlorps sind bereits 30.235 st. 94 lr. eingegangen: darunter hat dai Ctift Klosterueuburg 1000 si. gezeichnet. — Der Gemcinderath von Capodistria wurde am 23. d. aufgelost. — Wie der „Osserv.tr." meldet, ist die Fregatte Novara, vom Dampfer S. Luzia rcmorquirt, im Lloyd« arsenal angekommen, wo sie gedockt wird, um später auf der Werfte S. Marco vollständig ausgebessert zu werden. — Der Ncalitatenbescher zu Trieft Herr Ritter Am« brogio di St. Nalli hat den Vctrag vou ü 0 0 st. mit der Bestimmung für jeuen Sold aten oder jene Mann« schaft der k. l. Armee gewidmet, welcher beziehungsweise welche bei einem eventuell ausbrechenden Kriege die erste seiuoliche Ka none oder die erste Fa hn e erobern wird. Das Kriegsminislerium fühlt sich verpflichtet, diesen Alt loualer und patriotischer Gesinnung zur Kenntniß zu btingeu. (Tr. Ztg.) fokale s. Nachdem Se. l. k. apost. Majestät mit allerhöchster Entschließung vom 14. d. M. für den Kriegsfall und uuf dic KricgSdauer die Aufstellung eines freiwilligen Nlpenjä gerkorps iu Stcicrmarl, Kürnteu Und Kraiu zu genehmigen geruht haben, fo wird von bkm k. f. Landes«Präsidium zu deu vorbereitenden Schrie ^n uud zur weitcrn Bcthciliguug deS Herzog, lhl'ms Krain an diesem Korps die Bilduug klues Comit« in Aussicht genommen, welches am ^- Mai zusammentreten wird. Wie uns soeben mitgetheilt wird, hat daS h. Staats« ^Ulisterium die Aufstelluu g cin es bewaffne, ^n und unisormirteu Schul; enlorpS in Lai« ^."^ zu Vewachungs- und EicherheitZzwcclcu der Stadt „für, "e Kliegc-daucr" bewilligt. Liner weiteren Mittheilung! lufolgt wurde die Genehmigung zur Errichtung einet per«! "'"nenten derartigen KorpZ gleichzeitig iu Aussicht gestellt,, sobald die die3füllig»n Statuten der höheren Behörde vor» gelegt fein werden. — Das hohe l. l. LaudeSpräsidium hat gestern an deu „Laibacher Turnverein" auS Anlas; des in der Hauptversammlung vom 23. d. M. gefaßten patriotischen Beschlusses eine verbindliche Zuschrift gerichtet, in welcher dem Vereine für die bereitwillig in Aussicht gestellte Unter» stühung und thätige Förderung der Zwecke del Frau«w Vereins die dankbare Anerkennung ausgesprochen wird. ! — Gestern ist der Herr Bürgermeister Dr. G. H. Costa vou seiner Neise nach Udine und rücksichtlich Verona wegen der Uebersiedlung des Land eög en era llom« maudo'5 zurückgekehrt. 6s verlautete vorgestern, daß diese Verhandlung zu Gunsten Laibachs entschieden sei. Nun uer» nehmen wir, daß diessallZ überhaupt noch leine bestimmte Entscheidung getroffen und nur die Tranlferirung des Lau« deömilitü rgerichtes und der D epositen lasse nach Laibach in Aussicht gestellt wurde, in welcher Hinsicht d,r Herr Bürgermeister gute Hoffnungen für unsere Stadt ^auö Verona mitgebracht haben soll. — Nachdem mit dcm heutigen Tage d!« Arbeiten an der hiesigen bürgerlichen Schi eh statte, womit dieselbe zu einem Militärsvitale adaptirt wird, begonnen haben, so inuft nun das regelmäßige Scheibenschießen am l. l. priv. Schießslande eingestellt werden. Wie wir vernehmen, soll jedoch Aussicht vorhanden sein, daß unsere Rohrschüken zu ihren Schießübungen die t. l. MilitHrschieMtte werden be> nützen dürfen. — Herr Dr. Tom au ist am verflossenen Sonntag Abends und gestern der Herr Landeshauptmann Varon Codelli von Wien zurückgekehrt. Am Samstag wurde die Deputation wegen des P rovinzialfondcs von dcn Herren Ministern empfangen, welche die Versicherung er« theilten, daß die Begehren des trainischen Landtages in dieser Angelegenheit sorgfältig in Erwägung gezogen und dem Lande so viel nur thunlich sein Recht wicderfahrcn werde. — Der Reif vom verflossenen Freitag hat die Fi< solen- und Kutunchsaat so vollständig vernichtet, baß eine zweite Ansaat nothwendig wird. Auch die Erdäpfel sollen gelitten haben. — Wie unö aus Gmajua (bei Obergurk, Vezirt Sittich) gemeldet wird, ist daselbst am 20. d. M. um halb 12 Uhr Mittags iu der Dreschtenne d«3 Franz PiStur auf bisher unbekannte Weise Feuer aufgebrochen, welches i» der kürzesten Zeit die Wohn° und Wirtschaftsgebäude mit allen Vorra'thcu des Franz P. und jene des Varthelmä Millaucic in Asche legte. Glücklicherweise waren beide Verunglückt« asscturirt. — Aus Südsteier, 19. Mai, wird der „N. Fr. Pr." geschrieben: Ihr Blatt hat etwa vor Jahresfrist die Nachricht gebracht, dak in Tschatesch an der steierisch - lraiuischen Grenze Bauern agrarische Unruhen mit großer Hartnäckigkeit in Szene gesetzt haben. Sie glaubten das Weiderecht aus einer Au zu bcstkcn, welche zum Gute Rann gehört, und trieben ihr Vieh auf dieselbe, wobei sie sich gegen amt» liche Organe widersetzten. 3s mußte sogar Militär gegen die aufständischen Bauern ausrücken. Bei dieser Widersetz« ^ lichkeit, welche das Sttasgcsch „Aufstand" nennt, partizipirtcn' fast alle Insassen der Gemeinde Vrüctel, der Bürger« mcister und die Gcmeinderäthe an der Spitze. Die Unter» sllchung über dieses Verbrechen des Aufstandes dauerte cin ganzes Jahr, und vor wenigen Tagen wurde vor dcm Preisgerichte iu R udolphs werth die Schlußverhaudluug abgeführt. Die aufständischen Bauern wurden zu 2 Jahren, 1 Jahr, zu 10, 0, 3 und 2 Monaten Kerlerstrafe vcr-urtheilt. Mildernd bei dcm Strafertenntniß mag der Wahn der Bauern gewesen sein, daß sie im Ncchtc seien und nichts Strafbares begehen. Abgesehen davon, daß fast die ganze männliche Bevölkerung einer ganzen Gemeinde ein« Zeit lang im Kerler zubringen muß, ist es interessant, daß die Gemeinde« Insassen von Brüclcl ihre Gemcindcuertretung aus Mitglie« dern der Gemeinde kaum werden wählen können, da doch fast alle da« Recht, ihre ttommunaluettreter zu wühlen und als solche gewüblt zu werden, durch die Verurtheilung ver» wirkt haben. Di« uerurthcilten Bauern haden auch einen Schadenersatz vou 3580 si. und die Kosten des Strasver« fahrens zu tragen. Uentstt Nachrichten und Ttleglamme. (Original-Telegramme.) Wien, I5. Mai. Die heutige „Wiener Zeitung" publizirt das Gesetz über die Gründung eineS TilgungSfondcS für die siebenbür« gische GrnudeutlastllugSschuld. Frankfurt. Der Antrag der Vamberger Koufercnzregierungen wurde vvu der Bundes» Versammlung einstimmig angenommen. — Oesterreich und »Preußen werden in einer nächsten Sitzung die Voraussetzungen der Ab, rüstuug bekanntgeben. Berlin, 23. Mai. Die „Prov..Korresuoudenz" meldet: In der Antwort dcö Königs auf die Adresse der Brcölaucr Kommune vom 1<). d. M. heißt cö u. a.: Das Wort dcS KönigS möge bilrgen, daß uicht cin chrgcizig-S Slrcbcn, scldst uicht riu durch daS Interesse dcs gemeinsamen Vaterlandes berechtigtes, sondern die Pflicht, Preußen uud seine heiligen Güter zu uerthci. digcn , deu König sein Volt zu dcu Waffeu rufen ließe. ^ Die Einwohner Grcslau's mögen überzeugt fein, daß elne Verständigung über dle Zwischen der Negierung und dem Landtag streitigen Fragen Ziel und Wunfch, so wie eifriges Streben dcs KönigS sei. In der Hoffnung, daß angesichts der Preuße» bedrohenden Gefahren die widerstreitenden Nechtsansichten in der gemeinsamen Hingebung für das Baterland ihre Vermittlung finden werden, wurde der Landtag cinbe-rufcn. Berlin, 23. Mai. ^ (Pr.) Das Kongreßpro-jckt wird Preußens militärische Position gegen Oesterreich unverändert lassen. Organe dcS KricgSmini-stcrimnö erklären: Die Trnpftcn-Konzcntrirungcn gestatten Preußen, nach Abzug dcr Wcstarmcc, Oesterreich 245.000 Manu in Schlesien entgegenzustellen. Die Regierung habe erklärt, allc Maßregeln zur Sicherung dcr GrcnzproviuM seien getroffen, so daß jede Verletzung dcr Grcnzcn blutig zurückgewiesen werden könne. Die kricgöministcricllc Information schließt: Preußen stellt 16 Korps, 400.000 Manu stark, ins Feld. Dcs Königs uud dcr königlichen Prinzen Stabswache für das Hauptquartier iu Schlcsicu wurde gestern insfti-zirt und geht Endc dcr Woche nach Nch'sc aö. Mailand, 23. Mai. Die „Pcrsevcrauza" theilt Folgcudcs mit: Ein Tagesbefehl des Admirals Pcrsano an die italienische Flotte theilt dieselbe in drei Geschwader. DaS erste Geschwader (KricgSgeschwader) unter dcm unmittelbaren Befehle Pcrfano'S besteht auS den Fregatten Ne d'Italia (Admiralsschiff), Nc di Portogalo, San Martino, Ancoua, Maria Pia, Castelfidardo, Asfon-datorc und einem Aviso. DaS zweite (Hilfsgeschwadcr) unter dcm Befehle Albiui'S besteht aus dcu Fregatten: Maria Adelaide (Admiralsschiff), Vittorio Emmanuele, Gacta, Principe Umberto, Carlo Alberto, Garibaldi, den Korvetten Principcssa Clotilda, Etna, San Giovanni und Quiöcardo. Das dritte (Bclagerungsaeschwader) unter dem Befehle Pacca'ö besteht auö dcr Fregatte Prinzipe di Cariguauo, dcn Kauoncuboten Palestro und Varcse, dcn Korvetten Terribile uud Formidadile und einem Aviso. Der Armee wird ciuc Flotille aus acht lcichteltu Schiffcu, welche eiucu Theil dcs KricgSgc-schwadcrS bildet, beigefügt. Paris, 22. Mai. Der „Abend-Monitenr" sagt in seinem Bulletin: Um ihrem Schritte einen zweckoien» lichen Charakter zu gebcu, haben Frankrei ch, N u ß-land uud Cu gland cS für nothwendig erachtet, die Fragen zu bezeichnen, welche der Konferenz zu uutcr-breiten siud. Die drei Kabinett wollen sich nicht als Schiedsrichter in dcn schwebenden Differenzen anf-werfen, sondern sie wollen einzig und allcin eine bestimmte Grundlage für dic Veralhuugcu anbieten nnd die Ero'rtcruugcu auf jcnc Puultc hinlenken, welche nach ihrer Mciuung die Ursachen der Kollisiou begründen. Die Mächte berathen gegenwärtig über dic Fassung der Note, welche sic nach Wien, Berlin, Frankfurt uud Flo-rcuz zu richten acdcukcu. Es ist Gruud zur Annahme vorhanden, daß sie uuvcrwcilt in dcr Lage fein werden, diese wichtige Mittheilung dcn Ncgieruugen, für welche sie bestimmt ist, zukommen zu lassen. — „La Fraucc" schreibt: Die Antwort Rußlauds werde uoch erwartet; wcun sie eingetroffen scin wird, dürften noch einige Tage bis zur Abfcndung der Ko lleltivn ote vergehen. >Dcr Zusammentritt der Konferenz ist wahrscheinlich, , aber es sei schwierig, daß er vor 20 Tagen. erfolge. _______ Telegraphische ülUechselkurse vom 24. Mai. 5pcrz. Metalliques 56.60. — 5perz. National.-Anlehen 62.75. — Vankattlsii li?4. — Krcdllallicn 129.10. — 1800cr Slaatöaulehm 73.50. - Silber 187.50. - London 126. — K. l. Dukaten 5.^8. Nriessuisten der Redakliml. Herrn A. I. hier: Für nnö nicht verwendbar. Ateleorologische NeuLachlmllzen in LMach. 'k u. Mg. 325).28 ! 's- 2.0 ! windstill Nebel ' 21. 2 „ N. 324.» Auzngc. Den p. I. Herren Nohrschützcn dirnc zur Wisscuschaft, daß in Folge Adapiirnug der bürgl. Schießsiättc zu einem Militär-Epitale das Scheibrnschieszeu a»l l. k. priv. SchieWaude bis auf weitere Kundmachuug sistirt >uird. kaibach, am 25. Mai 1866, Die Schützellvorstehlmg.