I. WonnerstHZ ven 2. Jänner V^^>^ 1834. ^sreiljafell von Trieft. driest, 23. December. Die Lebhaftigkeit der Schissfahlt und die dadurch gesteigerte Handels» thätigleit nahm besonders seit der zweiten Hälfte dieses Monats immer mehr Übelhand. Freilich kommt die größere Zahl der in unsern Hafen einlaufenden Schiffe aus den Häfen dcö Mmelmceres, aber es vergeht selten eine Woche, wo nicht auch Fahr» zeuge aus den nördlichen Meeren kommend, hier ihre Waaren löschen. So liefen in den 'vier Tagen vom 19. — 2i. December drei englische Schiffe von London, eines von Liverpool, ein holländischer Schooner von Bergen, vier amerikanische Handels« schiffe von Baltimore, Boston, Philadelphia und Ncu»Vo,lk, und die beiren österreichischen Brigan« linen Astros und Carolina kbenfalls aus letz« tcerm Hafen hier ein. D c l g t e n. Brüssel, 7. December. In der Gmancipa» lion liest man: Wir erfahren aus sicherer Quelle, daß die preußische Regierung sehr vorthcilbafteBe« dmgungen der belgischen Negierung gewährt habe, wenn sie dem großen Zollverbanlc Preußens bei« treten wolle. — Der Kriegsminister wiN ein Ge» setz vorschlagen, wonach dcrGsfeclivstand der Armee für daS Jahr iü5^ auf 110,000 Mann, die mobile Bürgergarde, die 12000 Mann beträgt, nicht mit einbegriffen, festgestellt werden soll. (Korrcsp. v. u. f. D.) Frankreich. Eine königliche Ordonnanz vom »o. December stellt zur Beifügung des Kriegsministers einen Zu« lchuhcredit von b6,oooIr. für daö (öapitll des Ma- terials, und einen außerordentlichen. Credit von ! ,,075,000 Fr. für im Budget nicht vorausgesehene Ausgaben. Diese Summe vertheilt sich folgender, maßen: Nordarmcc 3, ,73,5o0 Fr., außcrortcnt« licheBesahungen im Westen und Suden 2,616,000, Besatzung von Ancona 272,000, holländische Kriegs« gefangene 455,ooo, Instructionslager 776,000,^' pedition von Bugla 5«7,5ao, l?ommisfion von Afrr« ka iuo,ao0, Beobachtungödivisioiien der Pyrenäen 470,000, Rückstände 90,000 Fr. Zur Rcgulirung dieser Zuschuß« und außerordentlichen lZreditc soll in der nächsten Session den Kammcrn ein Gesetz« enttrurf vorgelegt werden. Marschall Moncey ist z„m Gouverneur des k. Invalidcnhotels an die Stelle teö vcrcwigten Marschalls, Grafen Iourdan, ernciüni. Der National schreibt aus Roche fort vom 14. December, cö sei dort der Befehl ange« kommen, möglichst schnell das Limfnschlff Triton von 6c Kanonen auszurüsten. Der «Zommandant sei noch nicht bekannt, so wenig als dessen Bestimmung. Vor Ende des Monats sollten noch zwei Briggs, Fabcrt und Pylade, in See gehen. (Allg. Z.) lZin Schreibln ans Toulon vom 1^. De« cembcr sagt, daß ein neuer Punct an der Küste von Afrika besetzt werden solle, um die Expedition von Konstantine zu erleichtern; tieß wird Oasse seyn; nicht weit von diesem Puncte, wo wir fru. her eine Niederlassung hatten, tie unter dem Na. men der Bastion oder des Fortö von (Zalle bekannt war, scllen sich die Reste einer römischen Straße vorfinden, die gerade nach Konstantine fühtt. Paris, ten 20. December. Gestern würbe 2 von der französischen Geistlichkeit ill der Kirche von St. Roch fur die in der letzten polnischen Revolu» tion zu Grunde gegangenen Polen mit großer Fei« erlichkeit ein Seelengottesdienst gehalten, welchem alle zu Paris befindlichen Polen und viele Franzo» sen beiwohnten. sB. v. T.) . .Man versichert, der Herzog von Orleans wer« de sich im nächsten März nach Amerika einschiffen, ^ und'daselbst einen großen Theil deS Jahres um« Herreisen. Nach. früheren Gerüchten hingegen woll» te sich der Prinz im Frühjahre nach Afrika beqeben. (Wien. Z.) Spanien. Gegen den Minister Zea und den Iusiizmi« nister spricht sich fortwährend die Meinung aus; was am meisten Erbitterung gegen ersiern erregt, ist, der Einfluß, den einige von den vorzüglichsten Afrancesados, welche eher mit den Earlifien untcr< handeln, als mit den gemäßigtesten Liberalen zu thun haben wollten, üocr ihn ausüben. Diese Afrancesados stützen sich sehr auf den Credit des französischen Botschafters. — Der Herzog vsn San Fernando, der bei seiner Ankunft allhicr aufs Schmeichelhafteste empfangen wurde, scheint für den Augenblick nicht geneigt, ein Portefeuille anzu» nehmen, ist aber von der Nothwendigkeit «in«r Aenderung des Systems und der Personen durch« drungen. Man ist überzeugt, daß er in diesem Sinne allen seinen Einfluß aufbieten werde. — Der General Manso, der zu Eadix commandirt, wird durch den General Do» Pedro Nolasco Bassa, der die Entwaffnung der royalistischen Freiwilligen zu Madrid ausführte, ersetzt. Manso wird nach Gerona (in Katalonien) geschickt. Die Nachricht von einem kleinen Gefechte am g. bei Zubirimcndi zwischen dem fünften lZarlisti« schen Bataillon und einer von Pampcluna ausge» rückten Abtheilung bestätigt sich. Am n. erwartete man zu Tolosa, d«ß es am folgenden Morgen bei Borccnda ein Tressen geben würde; man schick» te Truppen dahin, wahrscheinlich wird es aber zu nichts Ernstem kommen. Zabala hat sich nach Bis« caya geworfen. Valdcz hat 6ao Mann zu feiner Verfolgung abgeschickt; diese nahmen zu Lequcitia 5oa Flinten und einige Pulverfässer, die nach San Sebastian geschickt wurden. Zabala bedroht nicht nur die alten Earlisien, sondern auch die Maire's der Dörfer, die ihm nicht helfen. Der große Haufe der Earlisten sieht an der Burundi 7000 Mann stark. 6oria, 26. November. Seit einigen Tagen haben sich an mehreren Puncten unserer Gränze gegen i5oc> Portugiesen als Deserteure aus dem Dienste Don Miguels cingefunden. Der Präten» dent Don 6arlos hat sich nach Ehaves gewendet, und man vermuthet, er habe die Absicht, sich in einem Hafen von Portugal, in der Nähe von Gal-lizien, einzuschiffen. Auf dem französischen Lloyd war am 18. December ein Schreiben aus Barcelona vom ü. De« ccmbcr aufgelegt, nach welchem die Zahl der Re« bcllen zu Morella öoaa Mann betragen soll, über welche der Obrist Negri den Oberbefehl führe. Sl« hätten vor, sich im Königreiche Valencia auszudehnen, man glaube aber, sie würden lebhaften Widerstand finden. Nachrichten aus Bilbao zufolge seyen die Erlisten bei Guerxica geschlagen worden und General Pastor werde mit 5aoo Mann zu Bit« toria erwartet. Aus Algesiras wird gemeldet, daß zwei Fran, zösische Generale, wahrscheinlich Bourmont und (Zlouet, so wie zwölf andere Offiziere von dieser Nation, die von Portugal kommen, sich nach Gibraltar eingeschifft haben. — In tZadiz steigert sich die Anhänglichkeit der Bevölkerung an die Regierung der Königinn. Trotz oer schlechten Witterung und der Eholera, geschah die Ausrufung Isabel« lens II. unter Gesängen, Tänzen und Bcleuch. tungen. (W. H.) Die France Meridional« ist der Meinung, daß die Insurrection sich in Alaoa, Guipuscoa und besonders in Navarra in die Länge ziehen werde; diese Provinzen haben bei den, wenn auch laugsa» men und allmähligen Reformen, zu welchen der Triumph der Königinn das Signal geben würde, ANes zu verlieren, und nichts zu gewinnen. Ihre Privilegien sind sehr bedeutend, und das von einem Vicekonige regierte Navarra bildet eine Art von unabhängigen Staat, und bewahrt unter seinen kräftigen und kühnen Söhnen wie ein helllgcs Erbe die mächtigen und dem Gemüthe tief eingedrückten Traditionen einer alten Nationalität. In diesem Winkel von Spanien ist eine wahrhafte Vendee, welche bisher jedem Angriffe moderner Ideen un5 Gesinnungen Widerstand geleistet hat. Einige Spotter haben vor kurzer Zeit dem Hrn. Zca einen argen Possen gespielt. Man ließ den Pfarrer seines Kirchspiels die Anzeige machen, der Minister sci dem Tode nahe, und verlange die Sterbsacramente. Dieser begab sich sogleich mit 3 großem Gepränge in das Hotel des Ministers, und während Madrid dieses Schauspiel einer Prozession mit ansah, erhielten alle Civil» und Mili« tärbehörden gedruckte Einladungen, sich beim Lei« chenbegangnisse des crsicn Ministers einzusindcn. In Navarra besitzen die Earlisten noch immer bedeutende Streitkräfte. Das von allen Seiten ein« geschlossene Barcelona ist in einem wahren Blocka-dezusiande. Die Insurrektions-Iunte von Navar» ra wurde am ,5. Dec. zuEstalla installirt. — De« feschen aus Spanien melden, daß der Gouverneur von Tortosa am 10. Dec. in das Schloß von Mo. rella eingezogen ist, nachdem er bei 100 Granaten hinein geworfen hatte. — Sin Schreiben aus Bayonne vom »5. December enthält Nachrichten über das Gefecht bei Irun. Die Earlisten sind am »4. December Abends dort eingerückt. Die Behörden flüchteten sich nach Bchobia. Die Car« listen waren nur 40 Mann stark; sie ließen sich et« lich« Rationen Wein und Brod geben, und zogen um li Uhr Nachts wiedergab; sie nahmen nu» ein Pferd mit sich. (B. v. T.) Bordeaux, »7» December. Wir erfahren diesen Abend, daß bei Lequcitio ein blutiges Ge« fccht zwischen den Banden von Zabala, der nicht, wie man behauptet hatte, nach Frankreich geflücb« iel ist, und 3c>o Mann von der königlichen Garde Statt fand. Nachdem die Earlisien sich hartnäckig vertheidigt, ergriffen sie endlich in Unordnung die Flucht. Der Offizier, welcher die Truppen der Königinn anführte, wurde in diesem Gefechte ge« lödtet; ein andrer übernahm sogleich das 6