Ur. 3. Erscheint am 1., 10. und 20. eines jeden Monates. 2. (17.) Iahrg. Bezugspreise: für Jugoslawien: ganzjährig 20 K, halbjährig 10 lL. für Österreich: ganzjährig 26 K, halbjährig 13 K. für Amerika: 2 50 Doll. — Einzelne Nummern 70 Ii. Gottschee, 20. Jänner 1920. Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt/ — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind zu senden an die Schriftleitung. — Postsp -N . 10.975' Anzeigen-Aufnahme u. -Berechnung in der Buchdruckern. Landwirtschaftliche Mitteilungen. Der Krieg hat bei den Gottscheern das Auf¬ hören des Hausierhandels zur Folge gehabt. Der ehemalige Hausierer, welcher mit wenigen Aus¬ nahmen auch Besitzer einer Bauernwirtschaft ist, wird nun bemüssigt sein, den Ausfall an seinem Einkommen, welcher durch das Aufhören des Hausierhandels hervorgerusen wurde, bei der Landwirtschaft hereinzubringen. Das kann er je¬ doch nur tun, wenn er diese gründlicher und in¬ tensiver betreibt, als es bisher der Fall war. Dem einzelnen Bauer ist es aber schwer möglich, sich alles zu einem intensiven Wirtschaftsbetrieb Notwendige auf billige Weise und zugleich in bester Qualität zu beschaffen und es haben sich des¬ halb überall, wo es wirklich strebsame Landwirte gibt, diese zu Genossenschaften, Vereinen, Gesell¬ schaften u. dgl. zusammengeschlossen. Seit mehr als zehn Jahren besteht auch in Gottschee eine derartige Bereinigung, das ist die Filiale der Landwirtschaftsgssell- schaft für Slowenien, der anzugehöcen Pflicht eines jeden Landwirtes ist. Sie ist keine Politische Vereinigung, in ihr findet jeder, möge er dieser oder jener Partei, möge er dieser oder jener Nation augehören, Aufnahme. Sie arbeitet aber auch nicht, um für sich einen Gewinn, einen finanziellen Nutzen zu erzielen, sondern schlägt höchstens die Regiekosten auf die verschiedenen Artikel, welche sie liefert, aus; ihr Hauptbestreben ist es nur, alles zu den billigsten Preisen und in bester Qualität zu liefern, dem Bauer zu nützen und zu helfen. In erster Linie ist sie bestrebt, Saatgut und Sämereien von erprobter Keimfähigkeit und den besten, edelsten und für unsere Boden- und klima¬ tischen Verhältnisse passendsten Sorten zu besorgen. Hiezu gehört Saatgetreide sowie Saathafer und Setzkartoffeln, dann Samen für die verschiedenen Rüben-, Klee- und Grasarten, für die verschiedenen Kohl-, Kraut- und Salarsorten und die Gemüse- artsn. Die Filiale besitzt eine eigene Obstbaum¬ schule, aus welcher Gartenbesitzer Apfel- und Birnbäume, welche mit den für die hiesigen Ver¬ hältnisse passendsten Sorten veredelt sind, beziehen können. Aus dem Gebiete der Tierzucht vermit¬ telt die Filiale den An- und Verkauf von männ¬ lichen und weiblichen Zuchttieren bei Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen. Weiters ist sie bemüht, den für viele der hiesigen Landwirte unbedingt notwendigen Kunst¬ dünger sowie gute und billige Futtermittel zu beschaffen. Weingartenbesitzer können durch sie Kupfervitriol beziehen. Sie besitzt verschiedene landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, welche der Bevölkerung unentgeltlich oder gegen mäßige Entschädigung zur Benützung überlassen werden, und vermittelt auch den Ankauf von landwirtschaft¬ lichen Maschinen, Pflügen und anderen Acker¬ geräten, dann von den in der Landwirtschaft Ver¬ wendung findenden Apparaten und Werkzeugen. Schließlich ist sie bemüht, für alle Artikel, welche der Landwirt auf dem Gebiete des Acker-, Wiesen¬ oder Gartenbaues, der Tier- und Obstbaumzucht gewonnen hat und für die er einen Absatz sucht, einen solchen ausfindig zu machen, denn die Filiale erachtet es uicht nur als ihre Ausgabe, auf den Landwirt einzuwirken, daß er produziere, sondern auch bemüht zu sein, daß er seine Erzeugnisse gut zu verwerten in die Lage versetzt wird. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 6 Kronen für ein Jahr und werden alle ehemaligen Mitglieder hiemit höflichst aufgefordert, diesen niedrigen Be¬ trag baldigst für das Jahr 1920 sinzuzahlen. Aber auch alle jene, welche der Filiale bisher noch nicht angehört haben, sollen ihr beitreteu, damit alle Landwirte in ihr vollständig vertreten sind und die landwirtschaftliche Filiale erstarke zum Wohl des Bauernstandes im Laude der Gottscheer. Alis Stadt und Land. Kottschee. (An die ?. T. Abnehmer unseres Blattes in D entsch österreich.) Wir geben hiemit den geehrten Abnehmern der „Gottscheer Zeitung" in Deutschösterreich bekannt, daß das Vorstandsmitglied des Vereines der Deutschen aus Gottschee in Wien Herr Johann Haas, Kauf¬ mann in Wien VI., Kömgskwstergasse Nr. 2, sich freundlichst bereit erklärt hat, die Leitung der Zeitungsstelle unseres Blattes in Wien zu über¬ nehmen. Wir ersuchen demnach die Abnehmer der „Gottscheer Zeitung" in Deutschösterreich die Be¬ zugsgebühr (26 X ganzjährig, 13 Xhalb¬ jährig) an Herrn Haas einzusenden, bezw. zu bezahlen. Herr Haas wird die Bezugs¬ gelder einkassieren und den Betrag sodann an die Verwaltung unseres Blattes im Baukwege über¬ weisen. Wir danken hiemit Herrn Kaufmann Haas aufs ivärniste für seine Gefälligkeit im Interesse der Sache unserer Heimat und sprechen ferner deni Obmann des Vereines der Deutschen ans Gottschee, Herrn Kaufmann Josef Wüchse, der sich um das Zustandekommen der Zeitungsstelle in Wien erfolgreich bemüht hat, unseren besten Dank aus. Herr Wüchse schreibt uns, wir mögen überzeugt sein, daß alle Gottscheer in Deutsch¬ österreich den Wert der „Gottscheer Zei¬ tung", dies es einzige «deutsch en Blattes in der Heimat, zu schätzen wissen und es für jeden Landsmann ein lebhastes Be¬ dürfnis sei, dasselbe zu halten, weshalb zu erwarten stehe, daß nicht nur die alten Abon¬ nenten das Blatt weiter beziehen, sondern sich auch noch neue Abnehmer melden werden. Die Verwaltung der „Gottscheer Zeitung". — (An unsereL andsleute in Kärnten.) Wir gestatten uns hiemit darauf aufmerksam zu machen, daß der Obmann des Vereines „Gott- scheerland", Zweigstelle für Kärnten in Klagenfurt, Herr Inspektor V. Skubez sich in entgegen¬ kommender Weise erbötig gemacht hat, die Be¬ zugsgebühren für die „Gottscheer Zeitung" von unseren Gottscheer Landsleuten in Kärnten ein- zuheben und sie sodann im privaten Wege an die Verwaltung unseres Blattes zu übermitteln. Indem wir für diese freundliche Bereitwilligkeit bestens danken, ersuchen wir die geehrten Abnehmer unseres Blattes in Kärnten, von diesem Anerbieten Ge¬ brauch zu machen. Der Abonnementsbetrag kann auch an die neugegründete Zeilungsstelle unseres Blattes in Wien (Herr Johann Haas, Kaufmann in Wien, VI., Königsklostergasse Nr. 2) gesendet werden, die ihn sodann uns übermitteln wird. Die Verwaltung der „Gottscheer Zeitung". — (Ernennung.) Herr Ingenieur Anton Klinar wurde zum Baudirektor I. Kl. in der IV. Rangsklasse ernannt. — (Ernennung.) Der Gendarmerieposten- leiter Herr Johann Stefan dl, welcher seinerzeit an den Posten Suchen und Nefseltal stationiert war und jetzt beim LaudesgendarmeriLkommando Graz (in Bischosfeld) eingeteilt ist, wurde mit 1. Dezember 1919 zum Beamten der X. Rangs- klasss (Gendarmerie-Reviermspektvr) ernannt. — (Todesfall.) Am 19. Jänner ist Frau Emilie Maurer geb. Pfeifer nach langem, schmerzhaftem Leiden in Raka bei Gurkfeld ge¬ storben. Die Verstorbene ist die Mutter des hie¬ sigen Notars Herrn Dr. Vilko Maurer und eine Schwester des gewesenen Reichsrats- und Land¬ tagsabgeordneten der Unterkrainer Landgemeinden Wilhelm Pfeifer von Gurkfeld. Sie ruhe in Frieden. — (Ernennung.) Der Telegraphen-Werk- meister Herr Johann S a m i d e in Leibuitz ist zum Obecwsrkmeister in der IX. Raugsklaffe ernannt worben und am 1. Jänner 1920 in die VIII. Rangsklasse der österreichischen Staatsbeamten der Gruppe O vorgerückt. — (Unterhaltungsabend.) Da vielfach der Wunsch geäußert wird, es möge sich in diesen Zeiten nationaler Not die heimische deutsche Be¬ völkerung öfters gesellschaftlich zusammenfinden, fühlte sich die Gottscheer akademische Jungmann- schast verpflichtet, hierin mit gutem Beispiele im heurigen Fasching voranzugehen. Der Unterhal- tungs- und Tanzabend vom letzten Samstag in den Räumlichkeiten des Hotels „Stadt Triest" rechtfertigte in jeder Hinsicht alle Erwartungen. Der Abend war ans allen deutschen Kreisen der Stadt und der nächsten Umgebung gut besucht und nahm einen angenehmen und gemütlichen Verlauf. Der Saal war einfach und nett aus¬ geschmückt und prangte in den Gottscheer Landes¬ farben weiß-blau. Viel Beifall fanden die vom Herrn Rainold Golf köstlich gezeichneten Wand¬ bilder. In Herrn Dr. Ferdinand Siegmund, > der die wirkungsvolle Begrüßungsansprache hielt, s lernten wir ein sympathischen Redner kennen. Der i ulkige Einakter „Mitten in der Nacht" mit den beiden Rollenträgern Rainold Golf und Siegfried Kaucky brachte die Lacher leicht auf seine Seite. Von den übrigen Darbietungen seien die Klavier¬ vorträge des Fräuleins Justi Hofmann mit Herrn Golf, bezw. Herrn Lehrer Kaueky, dar¬ unter eins stilvoll aufgebaute Ouvertüre von A. Adam, besonders auszcichucnd erwähnt. Daß dem Tanz der größere Teil des Abends gewidmet war, ist selbstverständlich. Der Kassier ist mit den Ein- triltseinnahmen recht zufrieden und konnte der städtischen Feuerwehr 300 X als Reinertrag zu- kommeu lassen. — Der Anfang ist gemacht. Vivant sequenteb! — Nicht unerwähnt bleiben darf die höchst eigentümliche Haltung eines Trupps slowenischer Knappen, u.zw. Sozialdemokraten (I), die im Herrenzimmer, das zum Festlokal gehört, platznahmen und ihre Anwesenheit mit Singen, aber nicht vielleicht slowenischer Volkslieder, son¬ dern nationaler Hetzlieder dokumentierten. Um des Friedens willen ließ man sie. Es ist bekannt, daß Gottscheer, wenn sie geladen sind, ost slowe¬ nische, besonders sozialdemokratische Veranstal¬ tungen besucht, sich dabei gut unterhalten haben, Seite 10. Goltscheer Zeitung — Nr. 3. Jahrgang II. aber ebenso bekannt ist, daß sie dann nationales Gebühren wohlweislich zu Hause ließen. Im Zeitalter der notwendigen Völkerverständigung sind nationale Herausforderungen auch von er¬ klärten Sozialdemokraten mehr als überflüssig. — (Slowenisches RotesKreuz.) Am 11. d. M. fand im Hotel „Stadt Triest" die gründende Versammlung des Slowenischen Roten Kreuzes statt. Es wurden die Satzungen der Zweigstelle Gotischer angenommen und der Ver¬ einsausschuß gewählt. Dieser besteht aus vier deutschen und vier slowenischen Mitgliedern. Die Konstituierung des Ausschusses wird demnächst er¬ folgen. — (Das Gottscheerland als Erobe¬ rungsziel der Sozialdemokratie.) Wer noch vor wenigen Monaten die Behauptung ge¬ wagt hätte, daß unser Gebiet binnen kurzem ein Eroberungsziel für die Sozialdemokraten bilden würde, den hätte man einfach ausgelacht. Und jetzt ist das Unglaubliche doch Ereignis geworden. Die slowenische Sozialdemokratie macht krampf¬ hafte Anstrengungen, um das Gottscheerland sür ihre Parteizwecke zu gewinnen. Eine Versammlung nach der anderen wird abgehalten, überall wird in grell aufgetragenen Farben das Paradies ge¬ schildert, das die Partei der Volksbcglückung den geplagten und gequälten Menschenkindern bringen wolle, auch den Bauern des Gvttscheer Gebietes. Merkwürdig! Während anderswo, zum Beispiel in Österreich und in Deutschland, die Sozialde¬ mokratie immer mehr dein Unwillen und der Mißbilligung insbesondere der bäuerlichen Be¬ völkerung anheimfällt, während man in den länd¬ lichen Kreisen von Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol die Sozialdemokraten über und über satt bekommen hat und über alle Berge wünscht, möchte sich die Sozialdemokratie bei uus ein warmes Nest ein¬ richten und die herrschende Unzufriedenheit für ihre Parieizwecke ausnützcn. Sie führt nicht wenige unserer Bauern auf den Irrweg. Die Jrrege- führten werden sich dessen auch über kurz oder lang gewiß bewußt werden, aber beschämend genug ist es, wenn man in der übrigen bäuerlichen Welt von Jugoslawien und Deutschösterreich erfährt, daß in Gottschee viele Bauern zur Sozialdemo¬ kratie, dieser ausgesprochenen Feindin des Bauern¬ standes, halten. Um nicht allgemein belächelt zu werden, wäre es hoch an der Zeit, daß man dem sozialdemokratischen Humbug bei uns überall die Türe wiese. Wissen denn bei uns weile Kreise nichts von dem großen Unglück, das die Sozial- demokratie und der Bolschewismus über Rußland und Ungarn gebracht haben? Wünscht inan in Gottschee etwa ähnliche Zustände? Dann hat man nicht bas Paradies, sondern die Hölle auf Erden zu erwarten. Die sozialdemokratische Agi¬ tation findet merkwürdigerweise am Schweinberge ihre Grenze. Bei den Reifnitzer Bauern zu agi¬ tieren und in den slowenischen Teilen des Landes auf Bauernfang auSzugehsn, fällt den sozialde¬ mokratischen Führern und Wanderrednern gar nicht ein, weil sie von vorneherein von der Er¬ folglosigkeit solcher Bemühungen überzeugt sind. Gereicht dieser Unterschied in der Einschätzung der politischen Reife unseren engeren Landsleuten zur Ehre? — (Neuerliche Erhöhung derTabak- preise.) Infolge des amtlichen Kurses (400 K für 100 Dinar) sind die Tabakpreise, die bisher aus einen Umrechnungskurs von 1 Dinar — li 3'50 basiert waren, vom 15. Jänner an neuer¬ dings erhöht worden, u. zw. um 14'285*/». Witterdorf. (S o z i a l i st i s ch e V e r s a mm- lung.) Nach den von Haus zu Haus angestellten Werbungen hätte man schließen können, daß auf der sozialdemokratischen Versammlung, die am Neujahrstage beim gewesenen Gemeindevorsteher Siegmund stattsand, außerordentliche Dinge zum besten gegeben würden. Es war aber etwas ganz Gewöhnliches. Der sozialdemokratische Redner aus Laibach — es soll ein Ingenieur sein — erzählte zuerst von den schlechten Zeiten und meinte dann, daß nur durch eine Alleinherrschast sozialdemo¬ kratischer Genossen die Welt glücklicher werden könne. Diese würden Gütergemeinschaft einführen und bei den vorzunehmenden. Enteignungen nur die Besitzer kleiner Fleckchen Erde pardonieren. Alles übrige gehört allen. Ganz verwundert schaute vom Bilde an der Wand Fürst Auersperg herunter, da man ihm zuerst an den Leib rückte und das in der Stube, wo er zum Ehrenbürger ausgerufen und so ofc gefeiert wurde. Warum denn die Sozial¬ demokraten, die doch stark in der jetzigen Regierung Jugoslawiens vertreten sind, bisher noch nichts zur Besserung getan hätten? Diese Frage suchte der Redner einfach damit zu entkräften, daß die genannten Minister von den übrigen Sozialdemo¬ kraten nicht mehr als ihre Vertreter betrachtet würden; in gleicher Weise schüttelte er Herrn Prepeluh ab, als dessen Vorgehen gegen das Studentenheim in Gottschee als wenig vereinbar mit der sonst behaupteten nationalen Gerechtigkeit der Sozialisten vorgehalten wurde. Daß der Ge¬ nosse aus Laibach uns Rußland, welches seit Jahren vom Ausbund aller Sozialisten ruiniert wird, als Muster anpries, hörte man kopf¬ schüttelnd an. Auf die Religion übergehend, be¬ tonte er, daß es keine Feindschaft gegen die Reli- gion sei, wenn die Sozialisten lehren, mit der Religion könne jeder umspringen, wie er wolle. Nach diesen Ausführungen wurde ein sozialistischer Ausschuß gebildet, in dem Fleischhauer Pestl das große Wort führen wird. Was da wohl Schönes herauskommen wird? — (Geldsendung mit Verlust.) Seit einiger'Zeit gelangen aus Amerika da- und dorthin größere Geldbeträge. In vielen Fällen lauten die Geldanweisungen auf d e u ts chö st e r r e i ch i s che Banken, die zwar den vollen Betrag in deutsch¬ österreichischen Banknoten auszahlen, aber den Schaden nicht ersetzen, den man dadurch erleidet, daß bei der Auswechslung gegenwärtig eine deutsch¬ österreichische Krone bei uns nur 53 li gilt. Die Amerikaner sollten deswegen aufmerksam gemacht werden, beabsichtigte Geldsendungen direkt an jugo¬ slawische (slowenische oder kroatische) Banken an- znweiseu. — (G e st o rben) ist am 7. Jänner in Kern¬ dorf 9 die 71 jährige Gertrud Michilsch. — (J a h r e s s chluß.) In der Silvesternacht kam es zwischen Kerndorfer- und Windischdorfer- burschen, nachdem sie vorher einig gezecht hatten, zu wilder Rauferei und Messerstecherei. Garstiger kann man das Jahr nicht schließen. Woroöih. (Volksbewegung.) In der Pfarre Mvrobitz gab cs im Jahr 1919 11 Ge¬ burten, 3 Todesfälle, 5 Trauungen. Gestorben sind: Johann Jurmanu vou Eben Nr. 13, Lena Mallner von Morobitz Nr. 8, Lena Tuschek von Niedertiefenbach Nr. 33. Getraut wurden: Alois Loser von Unterwetzenbach Nr. 4 mit Maria Michitsch von Jnlauf Nr. 9; Johann Sturm von Masern Nr. 1 mit Maria Pirstiz von Morobitz Nr. 26; Georg Oswald von Plüsch Nr. 3 mit Maria Troha von Morobitz Nr. 31; Georg Miklitsch von Jnlauf Nr. 9 mit Rosalia Ver- verber von Jnlauf Nr. 3; Josef Röthel vou Jnlauf Nr. 5 mit Lena Hudolin von Moroöitz Nr. 22. Langento«. (Gegen den Alkoholmi߬ brauch.) Am 26. Dezember wurde in Altlag eine Regierungsverordnung betreffs der Regelung des Ausschankes geistiger Getränke in den Gast¬ häusern verlautbart. Diese Verordnung wurde im allgemeinen, wie es scheint, zu wenig beachtet und gewürdigt. Ihr Inhalt ist nun auch in der vorigen Folge der „Goltscheer Zeitung" bekannt¬ gemacht worden. Es wäre sehr wünschenswert, daß auch das Volk selbst Mitwirken würde, daß insbesondere der Ausschank und Mißbrauch des Branntweines möglichst eingedämmt werde. Je¬ denfalls sollten solche betäubende Getränke nicht sogar bis in die frühen Morgenstunden ausge- schenkt werden, bei Tanz und Musik, ja sogar unter Teilnahme von 14- oder 15 jährigen Kindern! Leute, die so etwas zulasten, Haden kein Recht, I sich über die schlechten Zeiten zu beschweren. Wie kann unser Herrgott uns von den jetzigen schweren Heimsuchungen erlösen, wenn man frech seine Ge¬ bote übertritt und, statt den Sonn- und Feier¬ tag zu heiligen, an solchen Tagen die ganze Nacht hindurch säuft und tanzt! Wo sind denn da die berufenen Wächter der Gesetze und der guten Sitten? Sind sie taub und blind? Kartöenvrunn. (E i n W i l d s chw e in), bereits das zweite, hat Forsthüter Schaffer in der Nähe von Taubenbrunn vor einigen Tagen er¬ legt. An einem Vormittage kam er auf dis frische Fährte eines angehenden Keilers, dem er aus seinem Drilling eine Kugel ans den Hals setzte. Mit diesem guten Schuß, der jedes andere Wild im Feuer streckt, ging der Keiler bei geringem Schweißverluste noch eine Stunde weit und schob sich dann in ein undurchdringliches Fichtendickicht ein. Fünf Schützen umstellten dieses, während Forsthüter Schaffer mit seinem Dackel die Schweiß führte ausmachte. Der brave Dackel hob den kranken Keiler aus dem Wandbette, gab wütend Standlaut und stellte ihn, so daß es dem heran- pürschenden Schützen gelang, den Keiler mit drei wohlgezielten Kugelschüssen zur Strecke zu bringen. Keine der Kugeln der 9'3 mm Patrone durch¬ schlug den Wildkörper — zur Richtschnur sür alle weidfrohen Schwarzwildjäger. Der Keiler, ein Prachtstück, wog 135 KZ, war 90 cm hoch und 1'60 cm lang. An demselben Tage hatte Förster Niese (Scherenbrunn), der dem Ausmachen des Keilers beiwohnte, das Pech, einen noch stärkeren Keiler, der in voller Flucht eine steile Lehne passierte, auf 80 Gänge glattweg zu fehlen. Dem nimmermüden und erfolgreichen Erleger des Keilers ein herzliches Weidmannsheil! — (Opfer des Krieges.) Ans unserer Ortschaft sind zu Beginn des Krieges drei brave Burschen ins Feld gezogen. Nachdem schon zwei Söhne der Witwe Schniderschitsch auf dem Felde der Ehre geblieben, kam jüngst die traurige Bot¬ schaft, daß auch der dritte der Eingerückten, Jo¬ hann Fink, in Italien einer Kriegskrankheit er¬ legen sei. So hat keiner der drei Freunde die Heimat wiedersehen können. Mögen sie in fremder Erde in Frieden ruhen. Kkagenfurt. (Gvttscheer Weihnachts¬ feier.) Am 27. Dezember fand im „Sporthotel" in Klagenfurt das erste Weihnachtsfest der Gott- scheer in Kärnten statt. Viele bekannte Lands¬ leute nahmen daran teil und viele angesehene Klagenfurter Familien beehrten den Gottscheer- abend durch ihren Besuch. Die Saallvkalitäten waren festlich geschmückt und ein glitzernder Weih¬ nachtsbaum brachte alte Erinnerungen aus der Heimat unter die Festteiluehmer. Herr Inspektor Viktor Skubez als Obmann des Goltscheer- Vereines für Kärnten begrüßte die Festgäste und führte sie im Geiste durch all die schönen und leider auch bösen Schicksalstage des Gottscheer- ländchens. Aufs neue wu.de die Ausdauer und Heimattreue des Gottscheers in festlicher Weih- nachtsstuude froh gepriesen. Die kleine liebe Erna Skubez als Englein trug vor dem strah¬ lenden Tannenbaume ein erhebendes Gedicht vor — ein Gebet zu unserem Herrgott, daß er auch weiterhin jene stärken möge, die noch die heimat¬ liche Scholle hüten. Ach, wie da das heimat¬ liche Sehnen bohrte und all das Sehnen zum Ausdruck ward des Leides, als Herr Postbeamter Sepp König im Lichterglanze des Weihnachts¬ baumes die Festrede hielt. Selbst mitfühlend das Schwere der Weihnachtstage in der Fremde, selbst empfindend das Leid der teuren Heimat, sprach er von den einstigen heimatlichen Weihnachtstagen, mit ihren Gebräuchen und Sitten, wie sie so schön in dem Gottscheerländchcn begangen werden. Ein Fünfgesang des Männergesangvereines „Ein¬ tracht" schenkte dem Gottscheerabend recht viele und herzlich schöne Sträußlein aus dem kärntne- rischen Liederkranze. Scharlieder, heimatliche Weisen ertönten'und eine Streichmusikkapelle half mit, allen Landsleuten das wieder einmal zu geben, was uns die Heimat einstmals gab — eine frohe Weihnacht! Auch ein echter Goltscheer mit dem Hausierkorb war zur Stelle. (Drei, fünfe, siebene. . . aber nicht um 10 oder 20 Kreuzer, wie einstmals, sondern der Zug 2 Kronen). Es war herzlich schön und frohe licht¬ bekränzte Jugend und ernst-heiteres Alter schlossen fest die Reihen und tanzten hinweg den Schmerz und das Elend des Alltags. Herrn Inspektor Skubez, der sich in jeder Art um das Wohl und Schicksal der Gvttscheer in Kärnten verdient macht, wurde inniger Dank gesagt. In die Heimat aber ging so mancher verstohlene Seufzer und fromme Weihnachtswunsch, Daß du ertragest sonnenhast, o Heimat, Völklein voller Würde, Deines Schicksals Bürde — In stolzer Stille durch den Sturm der Zeil, Dein leuchtend deutsches Herz In Duldsamkeit! Wien. (Todesfall.) Am 26. Dezember erlag in Wilkowitz (Mähren) die Jngenieursgattin Frau Jela Motz ko, Tochter des Südbahnober- revidenten i. P. Herrn Anton Kozar, der Grippe. Sie stand iin 31. Lebensjahre. Verantwortlicher Schriftleiter L. Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Eppich. Buchdruckerei Josef Pavlies? in Gattschse. Zu verkaufen ein prächtiges Grammophon und 50 Platten: Andreas Hrovat, Mitterdorf 19. Abonnieret und leset die „Goltscheer Zeitung"!