(PoituiDB plafan» i fotorini« Deutsche Zeitung — — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — Achristleitung und Verwaltung: PreLernova ulica S. Telephon Nr. 21 (interurban) 1 Bezugspreise für das Inland: vierteljährig 40 Din, halbjährig S0 Din, ganz-Ankündigungen «erden in der Verwaltung zu billigsten Gebühren entgegengenommen f jährig l«, Din. Für da» Ausland entsprechende Erhöhung. Einzelnummer Din I 50 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Celje, Donnerstag, den lv. Oktober 193» Nummer 84 58. Jahrgang Kurz das Wichtigste Städtekongreß in Rovisad Am 22. d. M. tritt in Rovisad der Kongreß des Südslawischen Städteverbandes zusammen. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Herausgabe eines eigenen Presseorgans. ZUuIcftai in Ankara Vergangenen Sonntag traf der rumänische Außenminister Xitulcscu zu diplomatischen Verhandlungen in der türkischen Hauptstadt Ankara ein. lbSmbS» in Sofia und Ankara Der ungarische Ministerpräsident Gömliös hat sich in Begleiwng seines Außenministers Kanya nach Sofia begeben, von wo er bereits nach der türkischen Hauptstadt Ankara weitergereist ist. Dr. Benesch in Wien Der tschechoslowakische Außenminister Benesch machte gestern bei seiner Rückreise aus Genf in Wien Station und halte eine längere Unterredung mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß. Wiederbesetzung de» Rheinlandes? In französischen Kreisen, die dem Minislcrprä-sidenten nahestehen erwägt man u. a. auch die Wiederbesetzung des Rheinlandes als Sanktion für den Austritt Deutschland» aus dem Völkerbund. Daneben steht der Borschlag, einen Abrüstungsent-wurf auszuarbeilen, der auch Deutschland vorgelegt würde und als dritter Vorschlag wird die Lösung der Krise im Rahmen des Viererpaktes erwogen. Daladier antwortet Hitler Der französische Ministerpräsident antwortete gelegentlich einer Kammersitzung auf die Rede Adolf Hitlers zum Austritt Deutschlands aus dem Völker-dund. Er betonte, daß Frankreich an seinen, bis-herigen Borgehen in der Abrüstungsfrage festhalten werde. Papen besucht den Balkan nicht Die deutsche Presse bezeichnet die Meldung von einer bevorstehenden diplomatischen Reise von Papen» nach Sofia und Ankara als erfunden. Der dentsche Exkaiser Wilhelm erklärte einem holländischen Journalisten, daß er den Austritt Deutschland aus dem Völkerbund billige und sich wundere, daß Deutschland diesen Schritt nicht schon längst unternommen habe. Da» Hau« der deutschen ttunst Am vergangenen Sonntag wurde in München in Anwesenheit des Reichskanzlers Adolf Hitler der Grundstein zum „Hause der deutschen Kunst" ge° legt. Der Reichskanzler hielt dabei eine Rede, in der er u. a. erklärte, daß München fortan die Hauptstadt der deutschen Kunst sein wird. Einladung zu einer Viererkonferenz Wie verlautet, wird in allerkürzester Zeit vom Seiten Mussolinis eine Einladung an die Außen-minister der Viernpaktstaaten nach Stressa ergchen. Die vorgesehene Aussprache soll die Vermittlungs-aufgabe Mussolinis zwischen Deutschland und dem Völkerbund erleichtern. Vertagung des Hauptau»schusfe» Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz wurde infolge der neuen Lage auf den 2«. d. M vertagt. Amerika bleibt für sich Die amerikanische Delegation bei der Abrüstung?-konferenz hat auf Anweisung des Präsidenten Roose-velt ein Kommunique veröffentlicht, aus dem her-vorgeht, daß die Bereinigten Staaten an Fragen, die Europa unter sich auszumachen habe, nicht in-taessiert sei. Die Bombe ist geplatzt Völkerbundsatzung und Versailler Vertrag gehen im Kreise E.P. Eine erdbebenartige Erschütterung ging dieser Tage durch das Gebäude der Wcltpolitik: Deutschland verläßt den Völkerbund! Es hat diesem Gremium seit dem 8. Oktober 1926, also fast ge-nau sieben Jahre angehört. Soweit die nackten Tatsachen. Aber kaum ein politisches Geschehnis seit der Unterzeichnung des Versailler Vertrages hat solche Bedeutung gehabt und solche Erregung verursacht, wie der letzte große Schritt Deutschlands. Er bedeutet nichts mehr und nichts weniger als den Beweis dafür, daß die deutschen Staatsmänner nach reiflicher Ueberlegung in einem Verbleiben Deutschlands beim Völkerbunde keinen Nutzen sondern einen Schaden gesehen haben. Dieser Schritt Deutschlands, der den Führern des deutschen Volkes eine ungeheure Verantwortung vor den 65 Millionen des Reiches, aber auch vor der Welt aufbürdet, ist aber mehr als Effekthascherei oder sonst eine Propagandatat. Er .beleuchtet blitz-artig die Lage des Völkerbundes und die Schwächen der Ideen und Organisation, auf denen er aufgebaut ist. Zwischen seiner Theorie und seiner Praris klafft in Bezug auf Deutschland eine tiefe Kluft, in die Deutschlands Austritt nun mit blendender Helle hineinleuchtet. Die Kluft sind die rechtlichen Bestimmungen, die von den Ratsmächten übernommen wurden, als Deutschland noch nicht dem Völkerbund ange-hörte. Die Völkerbundsatzungen find von Anfang an wie der damit eng verknüpfte Versailler Vertrag offensichtlich darauf abgestimmt gewesen, daß Deutsch-land dem Völkerbunde nicht angehören werde. Als dann 1926 die Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund nicht mehr zu umgehen war, blieben die allen Satzungen bestehen. Und in den ver-gangenen sieben Jahren ist Deutschland eigentlich ständig Sturm gelaufen gegen diese direkt unsinnigen Punkte, die Deutschland als Völkerbundmitglied so-zusagen minderer Klasse stempeln. Alles mögliche hat sich in Europa in dieser Zeit geändert. Keine der Regierungen, die den Völkerbundspakt und die Vertragsbestimmungen von Versailles verfaßten, ist mehr am Ruder, Deutschland ist ein ganz anderer Staat geworden, die Krise hat die ganze Weltwirt-schast auf die Knie gezwungen, eine neue Gene-ration wächst heran, die den Krieg nicht mehr be° greift und ihn wie seine Auswirkungen anders auf-faßt als die Generation, die ihn geführt hat, aber die Paragraphen sind geblieben und haben sich auch nicht der Zeit gemäß gewandelt. Und an diesen Paragraphen mußte letzten Endes die Mitarbeit Deutschlands im Völkerbünde scheitern. Wir wollen nur wenige Bestimmungen au» den Völkerbundssatzungen und dem Vertrag von Versailles herausgreifen, um zu beweisen, daß Deutschlands Gründe für den Auskitt aus dem Völkerbund auch völkerrechtlich belegt werden können: Artikel 8, Absatz 1 der Völkerbundssatzungen lautet: „Die Bundesmitglieder bekennen sich zu dem Grundsatz, daß die Aufrechterhaltung de» Friedens eine Herabsetzung der nationalen Rüstun-gen auf das Mindestmaß erfordert, das mit der nationalen Sicherheit und der Erzwingung inlerna-tionaler Verpflichtungen durch gemeinschaftliches Vorgehen vereinbar ist". Deutschland hat abgerüstet darüber ist kein Zweifel. Es brauchte also keine einzige Debatte darüber, ob auch die übrigen Staaten abrüsten sollen. Sie müssen es sogar nach dem Artikel 8 der Völkerbundssatzungen. Wenn jeder Staat es für sich täte, wäre der Weltfrieden nicht bedroht. So aber ist man bestrebt, aufzu-rüsten! Gegen wenn ist völlig unklar, denn gerade der Völkerbund ist ja dazu da, Streitigkeiten zwischen den Völkern friedlich zu erledigen. Richt die Völkerbundssatzung allein für die anderen Staaten ist verpflichtend, abzurüsten. Die Einleitung zu Teil V (Artikel 159—180) des Ver-sailler Vertrages über die Abrüstung Deutschland-lautet: „Um die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Rationen zu ermög-lichen, verpflichtet sich Deutschland, die im folgenden niedergelegten Bestimmungen... einzuhalten". Diese Bestimmungen enthalten u. a. Stand des Heeres von 100.000 Mann (höchstens 4000 Offiziere), Auf-lösung des Großen Generalstabs, Mobilmachungs-Vorbereitungen sind verboten. Unterseeboote verboten. Luststreitkräfte jeder Art verboten usw. Da» sind aber gerade die Dinge, die die anderen für sich beanspruchen. Also auf der einen Seite müßte das Reich durch seine Mitgliedschaft beim Völkerbund mit den anderen Mächten gleichberechtigt sein. d. h. aufrüsten, wenn sie aufrüsten und abrüsten, wenn sie abrüsten, (wenn es nicht schon abgerüstet wäre), auf der an-deren Seite hat es als einziger Staat abgerüstet, während die anderen Mächte trotz vertraglicher Verpflichtung nicht „auf das Mindestmaß" abzu-rüsten gedenken. Wenn Deutschland sich von dieser Lage der internationalen Politik nichts mehr verspricht, so ist das wohl zu verstehen. Eine Viertelmillion Amerikaner streik« In den Vereinigten Staaten befinden sich 250.000 Arbeiter im Streik. In Kalifornien blieb Baumwolle im Werte von 25 Millionen Dollars ungeerntet. Die Kriegsgefahr zwischen Rußland und Japan wächst nach Pressemeldungen durch einen Grenz-zwischenfall abermals. Drei russische Offiziere überflogen zu Erkundungszwecken mandschurisches Gebiet und wurden von Japanern beschossen. Millionen in der Ukraine verhungert! Aus Warschau wird gemeldet, daß nunmehr genaue Zahlen über die Opfer der ukrainischen Hungersnot vorliegen. Danach sind allein in der Ukraine in der Zeit von Jänner bis August d. I. 6 Millionen Menschen verhungert, daß sind 15°/„ der Bevölkerung! In derselben Zeit gingen 9 Mil» lionen auf Wanderschaft. Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 84 Die Gemeindewahlen sind vorüber Die Staatspartei gewinnt 2W Gemeinden Die mit Spannung erwarteten und durch einen scharfen Wahlkampf vorbereiteten Gemeindewahlen in der Draubanschast sind vorüber. Ihr Ergebnis ist eigentlich nicht überraschend. Es war vorauszu-jehen, das} die Jugoslawische Nationalpartei als die Staatspartei den größten Teil der Gemeinden für sich gewinnen würde. „Avala" meldet über das^ zahlenmäßige Er-gebnis folgendes: In der Draubanschast waren 274.282 Wähler wahlberechtigt.'DavonZstimmten 188.017 Wähler oder 68.5 Prozent ab. Die Jugoslawische Rationalpartei erhielt 122.388 Stimmen (65.4 Prozent). auf die kom dinierten Listen entfielen 15.29t» Stimmen <8.01 * ), auf die Opposition *8.29.1 Stimmen (25.6 \) und auf die Sozialdemokraten 2037 Stimmen OM. Die Jugoslawische Nationalpartei eroberte 296 Gemeinden, 16 Gemeinden fielen den kombinierten Listen zu, 54 Gemeinden gingen in den Besitz der Opposition über, während oie Sozialdemokraten 2 Gemeinden eroberten. Die Wahlergebnisse Wir bringen im folgenden eine Tabelle mit den genauen Zahlen des Wahlergebnisses in der Dlaubanschafl- Bezirk (Gemeinden) Kemeindewahlen am 16. Cstobst 1933 Wabibe Abgegeb, rcchtigle Stimm»» Wähler,ahl INI Komp., 2oz. Cppoi Erhaltene tbemeinden JRö Komp. Soy Oppos Brezice.....(16) Celje.....(21) Crnomelj . . . . ( 7) Dol. Lendava . . (12) Dravograd. . . . (11) Gornji grad ... (10) Kamnil.....(18) Kocevje.....(14) Konjice.....(7) Kranj.....(15) (Zkofja Loka). . . ( 9) Kröko.....(19) Laöko.....(8) Litija.....(14) Ljubljana .... (24) Ljutomer . . . . (l4) Logatec.....(12) Ataribor rechtes Ufer (14) Maribor linkes Ufer (18) Metlika. . . . . (4) Murska Sobota. . (19) Novo mefto . . . (16) Ptuj.....(28) Radovljica.... (15) Slovenjgradec . . ( 9) ömarje.....(12) 9791 15090 3986 10021 8767 4863 10135 10696 5471 9811 5833 14332 10606 10357 20457 10414 7505 14590 13034 2608 15597 12489 17952 10625 7207 11445 6738 10003 3034 6853 5380 3206 8114 7972 3206 7275 4665 9618 7165 8104 14717 7318 5109 9266 8065 2063 10454 8098 12383 8104 4624 6403 5488 6249 1991 3578 2930 1517 235 388 3275 2167 4373 5808 1843 4335 2396 5916 3513 Zusammen 274282 188017 296 714 780 398 875 237 4019 1292 9048 1809 5169 3579 7350 6259 1476 10027 5439 7993 4937 1936 4569 523 332 427 316 1056 281 548 1015 417 2949 — 1043 5(59 364 743 — 3027 — 2164 — 583 — 2542 — 2269 — 2827 — 3405 301 2492 — 3860 — 2J49 — 1610 — 1393 — 1474 — 587 — 2343 — 3334 599 2287 151 2537 1286 15 21 6 12 5 6 11 12 6 12 7 14 4 8 21 13 10 12 17 4 18 14 21 11 4 12 2 1 3 3 6 2 1 3 2 3 3 3 3 1 2 2 1 2 4 125663 12024 2037 48293 2W 1« 54 Das Wahlergebnis im Bezirk Celje » übrige m 3 Umgebung.....ai 5 Dodrna iß -> Dramlje ...".....i# Gomilsko....... . 15 i Erize.............ß Polzela.............8 So. Jurij - Markt.....iß 2 So. Jurij Umgebung.... 26 4 St. Paoel..........., St. Peter........iß 2 Skofja dos.......21 3 Smartno........15 3 TehaK ........21 3 23eL Piresica...........2 Visnja dos.......21 3 Vojnik............ Vran?ko Atarkt......2 Vransko> Umgebung .... 20 4 Zalrc trg........18 — Zalec. Umgebung.....21 3 Die Gemeindewahlen brachten also der INS in allen Gemeinden des politischen Bezirks ^Eelje eine überlegene Mehrheit. die übrigen Parteien kamen nur in einem Falle auf 6 Mandate. Hetze gegen Prof. Bleyer Der Professor für deutsche Literaturgeschichte an der Budapester Universität, Minderheitsminister a. D. Jakob Bleyer. der wegen einer im Parlament gehaltenen Rede das Objekt heftiger Demonstrationen seitens der Universiiätsjugend war und seit einiger Zeit keii.e Vorlesung mehr an der Universität ge-halten hatte, ist kürzlich wieder im Universitätsge-bäude erschienen, um eine Vorlesung zu hallen. Als sich im Gebäude die Nachricht von dem Erscheinen des Professors verbreitete, versammelten sich die Studenten und beschlossen, an die Regierung ein Memorandum zu richten, in dem sie sich gegen eine weitere Lehrtätigkeit des Professors verwahren. Professor Bleyer erklärte Zeitungsberichterstattern gegenüber, daß er seine Pflicht als Professor auch weiterhin erfüllen werde. Weiter verlautet, daß Prof. Bleyer kürzlich eine Borlesung ungestört holten konnte. Sozialdemoiratie Oesterreichs gegen den Anschluß Die österreichische Sozialdemokratie, die kürzlich einen Kongreß in Wien abhielt, änderte ihr Par teiprogram dahin um, daß sie nunmehr für eine selbständige und gegenüber Deutschland abhängige Stellung Oesterreichs eintreten werde und den An-schluß verwerfe. — Das Mäntelchen wird nach dem Wind gedreht. Treffsichere Torpedos und lenkbare Bomben Ueber neue Kriegsmaschinen in den Rüstungsländern von veorg »rau-Berlin Die Verbesserungen im Motorenbau, die Photozelle als „künstliches Auge", die Fernstem-rung und Erweiterung der Wellentechnik, die neuen Explosivstoffe, sowie zahllose kleine und große Erfindungen, die bei uns nur dem friedlichen Fortschritt dienen, werden in den Rüstungsländern mit Geschick und Gründlichkeit von der Kriegstechnik angewandt. Sicher sind viele der allzu phantastischen klingenden Berichte mit Vorsicht aufzunehmen, und oft gehen Wunsch und Projekt den Tatsachen vor-aus. Aber chließlich ist in unserem technischen Zeit-alter der Weg von der Idee zur Ausführung nicht weit, und man kann annehmen, daß hinter den vielen neuartigen Kriegsmaschinen, die trotz Ge-heimhaltung der Oeffentlichkeit bekannt wurden, mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt. Eine unentbehrliche, aber kostspielige Waffe im Seekampf bleibt das Torpedo. Es arbeitet und steuert sich, aus dem Lancierrohr geschossen, mittels eigener Kraftmaschine unsichtbar an das Schiff des Gegners heran. Da Meeresströmungen, Wirbel und das schnell bewegte Ziel Treffsicherheit erschwe-ren, wird mit einen« hohen Prozentsatz Blindgänger gerechnet. Die Amerikaner haben jetzt das Problem mit Hilfe einer photo - elektrischen Zelle, die auf instarote Strahlen reagiert, gelöst. Es Handel! sich hier um ein Instrument, das kürzlich auf der „Qucen of Bermuda" als sogenanntes „Rebelauge" erprobt wurde. Es durchdringt Dunkelheit, Nebel und Rauch und signalisiert automatisch herannah-ende Schiffe oder Flugzeuge, die noch über 20 Kilometer entfernt sind. Eine derartige Photozelle be-findet sich an der Nase des Torpedos und steht durch eine geheimgehaltene Vorrichtung mit der Steueranlage in Verbindung. Jedes Kriegsschiff mit seinen Maschinen und Kesseln sendet Wärme-strahlen aus (also instarote). und auf diese reagiert durch die Photozelle der Mechanismus des Torpe-dos, da» dadurch, wie von einem Magneten ange-zogen, seinem Ziele zugeführt wird. Die Japaner lösen dieses Problem auf ein-fächere, aber ungemein heroische Art. In dem schlanken Leib des Torpedos liegt anstatt der Ma-schine — ein Mensch. Er steuert die Wasserbombe mit großer Tresssicherheit an das feindliche Schiff und wird bei dem Aufschlag mit in Stücke ge-rissen. Im Frühjahr forderte die japanische Militär-behörde Freiwillige für dieses grausige Opfer auf. Statt der 400 angeforderten Leute meldeten sich 5000. Auch Fliegerbomben, von über 2 Nieter I Länge, sollen auf diese Weise ihr Zerstörungswerk vollenden. Der Bombenpilot liegt mitten im Explosivstoff, hat Sicht durch ein Fenster und bedient die Steuerung. Alarmierende Berichte über diesen Opfermut der Japaner gehen ständig durch die ame-rikanische Presse. Fragwürdig dagegen klingen die Berichte über das sogenannte „Lufttorpedo", eine mit Erplosiostofs gefüllte Rakete, die mittels Katapult abgeschossen wird und einen Radius bis zu 800 Kilometer haben soll. Es ist undenkbar, daß die Raketenoer> suche, die sich bei uns noch in den Anfängen be-finden, in anderen Ländern schon zu diesen Mög> lichkeiten führten. Diese Waffe bleibt, solange das Antriebsproblem der Rakete nicht gelöst ist, ein Sckreckengespenst, das nur durch Zeitungsspalten geistert. Allerdings werfen die Amerikaner heute schon im Hinblick auf Japan die Frage auf, was bei einer derartigen Waffe ihre Küstenbatterien am Pazifik noch für einen Sinn haben, da sie nicht weiter als 50 Kilometer schießen. Bessere Aussichten hat dagegen die „fliegende Bombe", diese furchtbare Waffe eines künftigen Krieges, die heute noch im Versuchsstadium, aber morgen vielleicht schon durch die Luft zischen wird. Sie ist ein mit Explosivstoff nnd Gas gefülltes, ferngelenktes kleines Flugzeug, das von einem Kampfflugzeug aus dirigiert wird. Die Ausführung stößt weniger auf technischem Gebiet, als in der Nummer 84 Deutsche Zeitung Seite Z AlteWäsche, neue Wäsche ..aber imrnei reine Wäsche S.T.D ?-55 SCHICHT-? TERPENTINSEIFE TERPENTINSEIFE NUR ECHT MIT DEM HIRSCH FRAUENLOB Deutschland geht aus dem Völkerbund Am vergangenen Samstag kündigte das Deutsche Reich seine Zugehörigkeit zum Völkerbund. Der Reichskanzler Adolf Hitler hielt am Abend dieses Tages eine Rundfunkrede an das deutsche Volk, in der er diesen Schritt der Regierung erklärte. Am gleichen T'Zge löste der Reichspräsident den Reichs-tag und sämtliche Länderparlamente auf. Gleich-zeitig wurden für den 12. November d. I Neu-wählen angesetzt, bei denen aber Parteienbildung unterbleibt. Es wird nur eine Einheitsliste zuge-lassen sein. Deutschland braucht also nicht durch einen überflüssigen Wahlkampf hindurchzugehen. Gleichzeitig mit den neuen Reichstags- und Land-tagswahlen wird eine Volksbefragung durchgeführt, die der Regierung Hitler die Gewißheit geben sollen, daß das ganze Volk ihre Außenpolitik gutheißt. Es ist lein Zweifel, daß die Wahlen und die Volks-befragung ein neues überwältigendes Bekenntnis des Reichsdeutschtums zur Regierung Hindenburg-Hitler bringen wird. — Der Volksbefragung ist ein „Aufruf der Regierung an das deutsche Volk" zugrunde gelegt. Er hat folgenden Wortlaut: „Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk sind sich einig in dem Willen, eine Politik des Frieden?, der Verantwortung und der Ver° ständigung zu betreiben als Grundlage aller Be-schlösse'und jeden Handelns. Die deutsche Regierung und das deutsche Volk lehnen daher die Gewalt als ein untaugliches Mittel zur Behebung bestehender Differenzen innerhalb der bestehenden Staatengemeinschaft ab. Die deutsche Regierung und das deutsche Volk erneuern das Bekenntnis, jeder tatsächlichen Ab-rüstung der Welt freudigst zuzustimmen mit der Versicherung der Bereitwilligkeit, auch das letzte deutsche Maschinengewehr zu zerstören und den letzten Mann aus dem Heere zu entlassen, insofern sich die anderen Völker zu gleichem entschließen. Die deutsche Regierung und das deutsche Volk verbinden sich zu dem aufrichtigen Wunsch, mit den anderen Nationen einschließlich aller unserer früheren Gegner im Sinn« der Ueberwindung der Kriegs-psychose und zur endlichen Wiederherstellung eines aufrichtigen Verhältnisses untereinander alle vor-liegenden Fragen leidenschaftslos auf dem Wege von Verhandlungen prüfen und lösen zu wollen. Die deutsche Regierung und das deutsche Volk erklären sich daher auch jederzeit bereit, durch den Abschluß kontinentaler Nichtangriffspakte auf längste Eicht den Frieden Europas sicherzustellen, seiner wirtschaftlichen Wohlfahrt zu dienen und am allge-meinen kulturellen Neuaufbau teilzunehmen. Die deutsche Regierung und das deutsche Volk sind erfüllt von der gleichen Ehrauffassung, daß die Zubilligung der Gleichberechtigung Deutschlands die unumgängliche moralische und sachliche Voraus-setzung für jede Teilnahme unseres Volkes und seiner Regierung an internationalen Einrichtungen und Verträgen ist. Die deutsche Reicheregierung und das deutsche Volk sind daher eins in dem Beschlusse, die Ab-rüstungskonferenz zu verlassen und aus dem Völker-bund auszuscheiden, bis diese wirkliche Eleichberechti-gung unserem Volke nicht mehr vorenthalten wird. Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk sind entschlossen, lieber jede Not, jede Verfolgung und jegliches Drangsal auf sich zu nehmen, die für jeden Ehrenmann und für jedes ehrliebendes Volk unannehmbar sein müssen, in ihren Folgen aber nur zu einer Verewigung der Not und des Elends des Versailler Vertragszustandes und damit zum Zusammenbruch der zivilisierten Staatengemein-schaft fähren würde. Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk haben nicht den Willen, an irgendeinem Rüstungswettlauf anderer Nationen teilzunehmen. Aus Stadt und Land Cetle Der Wettergott ist verreift! Die Ausgabe von Svidenztafeln bezw. die Registrierung von Fahrrädern und Fiakerwagen wird für den Bereich der Polizei Celje Samstag den 21. d. M beendigt. Bis zu diesem Zeitpunkte müssen laut s 10« Punkt 8 und 10 au» der Vor-schuft zum Gesetz für Taren und Gebühren alle vorgeführten Fahrzeuge mit Nummernschildern ver-sehen sein. Die Steuervorschriften. Das Steueramt Celje gibt bekannt, daß folgende Steuern am Volk sind gewillt, diese berechtigten Forderungen der deutschen Nation auf dem Wege der Verhandlungen und durch Verträge sicherzustellen. Die Reichsregierung richtet an das deutsche Volk die Frage, billigt das deutsche Volk die ihr hier vorgelegte Politik seiner Reichsregierung und ist es bereit, diese als den Ausdruck seiner eigenen Auffassung und seines eigenen Willens zu erklären und sich feierlich zu ihr bekennen'?" 1. Oktober d. I. zur Zahlung fällig find: Haus-, Einkommen-, Renten-, GesellschaftJunggesellen-steuer und Militörtaie. Die letzte Rate dafür ist bis 15. November d. I. zu begleichen. Am 1. No-vember ist die zweite Halbjahresrate der Grund-steuer fällig und bis zu diesem Datum einzuzahlen. Steuerträger, die die allgemeine Umsatzsteuer auf Grund des Monatsbuches zahlen, haben die An-meidung bis 30. Oktober d. I. vorzulegen und die fällige Steuer für das dritte Quartal bis zu diesem Datum zu bezahlen. Die Bereinigung der Kriegsinvaliden in Celje begeht ihren alljährigen Trauertag zum Gedenken an alle im Weltkriege gefallenen und ver» mißten sowie an alle an den Folgen des Krieges gestorbenen Kameraden am 20. Oktober 1833 um 8 Uhr mit einer Trauermesse in der Stadtpfarr-kirche. Zur Teilnahme werden die Behörden sowie alle, die einen Angehörigen im Weltkriege ver-loren haben, eingeladen. Die neue Brücke wird gebaut! Die Banalverwaitung in Ljubljana hat Pressemeldungen zufolge verfügt, daß der Bau einer Brück- über die Sann unverzüglich begonnen werde. Tod eofa l l. Frau Marie Grätschn« ist Dienstag den 17. Oktober um 5 Uhr nachmittags einem schweren Herzleiden erlegen. Die Verblichene war die Gattin des Privatangestellten Franz Gratschner. Unser Beileid! ^ ffiin Unglück, das wahrscheinlich ein Menschen-leben fordern wird, ereignete sich Dienstag auf einer Bahnkreuzung zwischen Talec und St. Peter. Der Kostensrage aus Schwierigkeiten. Nach dieser Prinzip der Fernlenkung, ähnlich wie bei unserem Zielschiff „Zähringen", ist vielleicht schon ein Tankwagen konstruiert, der unbenannt von einem geschützten Standort aus gelenkt wird und selbsttätig seine Geschütze abfeuert. Unabhängig von der Kraft und Ausdauer der Menschen rollt diese feuerspeiende Festung wie ein unheimlicher Automat dem Feind entgegen. Trotz Mannesmut und Heroismus wird der Automat zum Symbol der modernen Kriegsschiffe. Automatische Flugzeugsteuerung, wie sie der Amerikaner Post auf seinem Wellflug anwandte, auto-matische Zieleinstellungen für Geschütze und auto-matisch arbeitend« Minen. Ueberall will man die menschliche Unzulänglichkeit ausschalten. Welche Be-deutung fällt allein der Photozelle zu. die die schwächsten Licht- und Wärmestrahlen wahrnimmt, tausendmal zuverlässiger als die menschlichen Sinne. Wie unendlich vielseitig sind die Anwendungsmög-lichkeiten dieses „künstlichen Auges". Hier gibt es keinen Kampf mehr von Mann zu Mann, hier kämpfen Ingenieure und Automaten, hier wird die Symphonie des Krieges zu pochenden Stromstößen, eletlrischen Schwingungen und zum Klappern von Hebeln und Tasten. Ein Krieg, der vom Schaltbrett geführt wird..... Ein anderes Kriegsgespenst, das kürzlich von Walter Christie gebaut wurde, nennt sich der „fite« gende Tank" oder die „fliegende Festung". Das gepan^rte Untergestell enthält Motor, Führerfitz und Geschütze. Das alles hängt an einem starken Doppeldecker. Ein tausendpscrdiger Motor treibt während des Fluges den Propeller und nach der Landung die Raupenräder des Tanks, von dem das Fluggestell mit einem Griff abzulösen ist. Auf diese Weise lassen sich kämpffähige Tanks in kurzer Zeit an strategisch wichtige Punkte schaffen. Ueberhaupt gehört Beweglichkeit zu den wich-tigsten Zielen. Die Motorisierung fast aller Waffen-gattungen hat das Bild gegen früher gründlich ge-wandelt. Die Amerikaner zum Beispiel find stolz auf ihre „Benzin-Brigade", eine Formation, die sich mit über 60 Kilometer Geschwindigkeit in der Stunde fortbewegt. Dazu gehören Motorradkom-pagnien mit aufmontierten Maschinengewehren, eine Anzahl leichter Tanks und selbst 20 cm-Haubitzen, die auf sechsrädiger Auwgestellen mit Luftreifen ruhen und jederzeit in Stellung gebracht werden können. Dahinter die ebenso schnellen Munition»-und Proviantwagen. Diese motorisierte Artillerie, soll, wie es in einem neuen Bericht heißt: einen fahrbaren „Teleskop-Turm" für den Beobachter erhalten, denn der Fesselballon, der bisher in Der-bindung mit den Batterien stand, bietet ein großes Ziel. Der schlanke „Teleskop-Turm" ähnett einem dicken Metallstatio. das in kurzer Zeit 70 Meter hydraulisch emporgeschraubt werden kann. neue So bringt jeder Tao neue Erfindungen und Anwendungsmöglichkeiten. Man könnte eine lange Liste zusammenstellen von all den Ideen, mit denen die Ingenieure und Chemiker in den Rü» stungsländern die Krieasministerien bestürmen. Da will man auf die Geschoßköpfe Phosphor anbrin-gen, damit in der Dunkelheit die Treffpunkte auf-leuchten, ein anderer will nahe den Küsten empfind-same Mikrophone im Wasser versenken, die das Nahen von Schiffen anzeigen sollen. Ueberall un-endlich viel Kleinarbeit. Freilich handett es sich oft genug um finnlose Spielereien oder Utopien wie bei den berüchtigten „Todesstrahlen" von Grindell Matteus. die in Wirklichkeit keine Maus töten können, oder wie bei der „Todesmaschine" jenes Mister Barlow, der mtt seiner Erfindung die Welt zur Abrüstung zwingen will. Diese Luftschlösser sind nicht ernst zu nehmen. Auch in der technischen Entwicklung wird Stein auf Stein gebaut, und etwa die Möglichkeit, Mo- tore von Flugzeugen und Autos mittels elektto-magnettscher Wellen außer Betrieb zu setzen, be-deutet nicht mehr als ein Wunschtraum. Allerdings könnte man dafür erwidern, daß die meisten heute zur Selbstverständlichkeit gewordenen Apparate vor fünfzig Jahren auch Wunschtiäume waren..... oeite 4 Deutsche Zeltung Nummer 84 beim Besitzer Alois Straus beschäftigte Knecht Mha Radisek aus Vrbje wollte gegen '/,? Uhr abends mit einem doppeljpännigen Fuhrwerk über den unge-sicherten Uebergang eines Feldweges die Eisenbahn-strecke überschreiten, als der Zug heranbrauste und den Wagen erfaßte. Radosek erlitt einen schweren Schädelbruch mit einer Hirnerschütterung. Außerdem erhielt er 7 Wunden auf dem Kopf. Der Verletzte befindet sich Im Krankenhaus, wo man an seinem Aufkommen zweifelt. Verloren. Dienstag Vormittag wurde in der Stadt eine Rolle von Papieren, die für einen Außenstehenden wenig Wert haben, verloren. Ein darin enthaltener Brief trägt die Unterschrist eines Herrn Kugler. Der Finder wird gebeten, die Rolle in der Verwaltung der ..Deutschen Zeitung" abzu-geben. Erhangt. Im Hause Kralja Petra cesta 22 wurde heute morgen der 70 Jahre alte Häuser-Makler Anton P. Arsensek in seiner Wohnung er-hängt aufgefunden. Maribor Die Winterhilfsattion in Vorbereitung. Aus Maribor wird uns berichtet: Die Aktion für die Winterhilfe wird bereits demnächst einsetzen. Die Aussichten sind jedoch im heurigen Jahre we-Niger rosig, als im vergangenen Jahre. Damals war eine der ergiebigsten Geldquellen eine 5"/«>'ige freiwillige Abgabe von den Arbeiterlöhnen. Auf diese freiwillige Steuer hat nun die Banalverwaltung Appeiit bekommen und hat nun im heurigen Jahr diese damals freiwillige Steuer für sich in Anspruch genommen. Die Arbeiter sind daher in diesem Winter außerstande, wieder neue freiwillige Abga-ben auf sich zu nehmen, da sie schon diese Steuer empfindlich trifft. Da infolgedessen der Erfolg un-serer Winterhilfsaktion in Frage gestellt ist. werden alle Anstrengungen nötig sein, um die Banaloer-waltung zu bewegen, aus diesem Fonds, der bereits die Höhe von 9,000.000.— Din erreicht haben soll, eine entsprechende Summe flüssig zu machen. Da das aus dieser Steuer einkommende Geld in eine Art Unterstützungsfonds flieht, so könnte die Win-terhilse in den Jnduftrieorten Sloweniens daraus gespeist werden, wodurch Maribor sicherlich einen nennenswerten Teil aus ihm erhallen müßte, da es als Industriestadt unserer Provinz an erster Stelle steht. Wir erhalten eine Zwischensende. station. Aus Maribor wird uns berichtet! Eine Zeit hindurch hatte es den Anschein als ob die Frage der Errichtung eines Zwischensenders in Maribor an Aktualität eingebüßt hätte. Nun hören wir jedoch, daß die Sendestation in Ljubljana entschlossen ist, bei uns einen Zwischensender zu errichten. Der Radiofachmann 3ng. Osana aus Ljubljana war dieser Tage hier in Ataribor und besichtigte mehrere Plätze, um sie auf ihre Eignung zu prüfen. Seine Wahl fiel auf den Gemeinde-gründ neben dem Wasserwerk auf der Thesen. Die Stadtgemeinde hat bereits die Erklärung abgegeben, daß sie das im Frage kommende Grundstück kosten« los überlassen würde. Die geschenkweise Ueberlassung hat auch bereits der Rechtsausschuh des Gemeinde- rates gutgeheißen. Ljubljana verlangt jedoch noch einige weitere Bonität«» von unserer Sladtgemeinde, über welche momentan verhandelt wird. Bei dem Interesse, das unsere Stadtverwaltung bis jetzt d«r Errichtung eines Zwischensenders entgegengebracht hat ist damit zu rechnen, daß auch in den übrig-gebliebenen Fragen eine Einigung erzielt werden wird. Somit wird mit der Errichtung eines Zwi-schensenders in Maribor beretts im kommenden Frühjahr zu rechnen sein. Juliane Wresnig f. Aus Maribor wird uns geschrieben: Montag den 16. d. M. verschied hier nach langem schweren Leiden die Realitäten-besitzen» und Gastwirtin Frau Juliane Wresnig. Mit ihr ist wohl eine der angesehensten Bürgers-frauen der Magdalenenvorftadt ins Grab gesunken. Sie war z«itl«bens nicht nur «ine vorbildlich sorgende und liebende Mutter, sondern war auch als Ge-schäftsfrau tüchtig und umsichtig. Mittwoch Nach-mittag um vier Uhr versammelte sich vor der Ka-pelle des städtischen Friedhofe» in PobrHje eine staatliche Trauergemeinde. Nachdem die Leiche feier-lich eingesegnet worden war, bewegte sich der Lei-chenzug zur Familiengruft, wo Mutter Wresnig nun den letzten Schlaf bei ihren Lieben schläft, die ihr dorthin nur allzufrüh vorangegangen waren. Die Hinterbliebenen unsere herzliche Anteilnahme. Neuer Feuerwehrhauptmann. Aus Maribor wird uns geschrieben: Blätterm«ldungen zufolge ist der F«u«rwehrhauptmann Hans Voller, der erst kürzlich sein 10 jähriges Dienstjubiläum feierte, aus wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gründen von seinem Posten zurückgetreten. Laut Paragraph 12 des Feuerwehrstatuts wurde bis zur nächsten Vollversammlung, die bereits im November stattfinden soll, der au« Äosja Loka gebürtige Wehrmann Anton Benedicic zum Hauptmann bestellt. Die Arbeiten für da» Arbeitslosen» asyl vergeben. Aus Maribor wird uns berichtet: Vergangene Woche fand die Offertlizitation wegen des Neubaues < Arbeite losenasyl) hier statt. Bon den sechs Bewerbern erhielt den Auftrag die Bau-firma Jng. Dukir in Ljubljana, die das niederste Offert gestellt hatte. Das Amtsblatt für die Draubanschaft vom 14. Oktober enthält u. a. die Vorschrift für die Durchführung des Gesetze» über die Liquidie-rung der Agrarreform auf Großgrundbesitzen. Eine fette „Snte" bekamen die Leser des Ljubljanaer „Jutro" am 12. Oktober von ihrem Blatte vorgesetzt. Da wußte der „Jutro" nämlich unter anderen ..netten" Dingen über das neue Deutschland auch von einem ganz gefährlichen Giftgas zu berichten, das die Deutsch«n erfunden hätten und nunmehr in großen Mengen erzeugen sollen, um es im Kriegsfalle gegen ihre Feinde zu verwenden. Davon soll auch die belgische Regierung erfahren und gleich eine Probe dieses Gases in Deutschland bestellt haben, um es dann in einem staatlichen Laboratorium von belgisch«n Chemikern auf seine Zusammensetzung genau untersuchen zu lassen. Als nun (man höre und staune!) die Kiste mit den die gewünschte Gasprobe enthaltenden Stahlzylindern pünktlich in Belgien eintraf... (!), da stellte sich (o Graus!) heraus, daß die von !xn belgischen Chemikern zum Schutze aufgesehen Gasmasken gegen diese teuflische Erfindung völlig wirkungslos waren, das Gas vielmehr durch die Schutzmasken hindurchdrang, so daß genannte Chemiker schleunigst aus dem Versuchsraum des Laboratoriums flüchten und sich und ihr Leben in Sicherheit dringen mußten..... Nun! Abgesehen davon, daß man heutzutage mit ruhigem Gewisien der Ueberzeugung Ausdruck geben darf, daß die von den Feinden des deutschen Reiche» in Szene gesetzte Greuelhetze und überall verbreiteten Lügen viel, viel giftiger und dem Völknfrieden weitaus gefährlicher sind, als alle angeblichen Erfindungen des bis zur völligen Wehrlosigkeit abgerüsteten deutschen Volkes, heißt es der Oeffentlichkeit, doch eine ganz gehörige Portion..... „Naivität" zumuten, wenn man in einem Zeitungsartikel glaub-haft machen möchte, daß die deutsche Heeresleitung eventuell wirklich gemachte Erfindungen chemischer Verteidigungsmittel ganz einfach „auf Bestellung" jedem beliebigen noch dazu feindlich gesinnten Nach-barstaat zur „genauen Untersuchung und Erprobung" bereitwilligst überlassen werde.....! h. a. Wirtschaft u.Berkehr Saazer Hopfenbericht vom 12. Oktober 1933. An der Marktlage hat sich nichts geändert, die Einkaufstätigkeit nimmt ihren ruhigen Fort-gang. Es wurden sowohl seitens inländischer Kund-schcifishändler als auch für Erportzwecke einige hundert Zentner hauptsächlich den Landdeständen entnommen. Die Preise haben ein« leichte Ab-schwächung erfahren, es notieren Prima von 2200 bis 2300, Gutmittel von 2100 bis 2200, Mittel von 2000 bi» 2100 und Schwachmittel von 1900 bis 2000 Kronen je Zentner zu 50 kg, ausschließlich 1 •/# Umsatzsteuer. Die Hopfenvorräte am flachen Lande sind auf rund 33.000 Zentner zusammen-geschmolzen. In der Oeffent!ich«n Hovfensignierh^lle in Saaz find sett Beginn der Saison insgesamt 4576 Ballen, d. s. 11.738 Zentner 1933er Saazer Hopfen beglaubigt worden. Eierexport nach Deutschland. Auf Grund des neuen Kontingents hat dies«r Tage der Eier-erport aus Jugo lawien nach Deutschland wieder eingesetzt. Das Kontrollamt für die Viehausfuhr, da» die Eierausfuhr zu beaufsichtigen hat, begann bereit» die Kontingente auf die inländischen Eipor-teure aufzuteilen. Wenn sie wüßten, was der Zahnarzt weih.....schlecht« Zähne und Zahnschmerzen find fast immer die Folge mangelhafter Zahnpflege Entweder find die Zähne nicht g«nug sorgfältig gereinigt worden, oder ungeeignet« Putzmitt«! sind ichuld, wenn der Zahnschmelz in kurzer Zeit zerstört wird. Es kommt beim Zahnputzmittel vor allem auf den Putzkern der Paste an, der bei Chlorodont von fast körperloser Feinheit ist. Dadurch wird jede noch so geringe Beschädigung des kostbaren Zahn-schmelz«» vermieden. Benutzen Sie zur Zahnpflege regelmäßig morgens und abends Chlorodont, dann werden Sie sich bis ins hohe Aller gesunde und schöne Zähne erhalten. Schlaf- und Speisezimmermöbel weiss lackiert. Betten mit Federeinsatz komplett, ein Pianino erste Marke, schwarz politiert, alles sehr gut erhalten, sofort verkäuflich. Adresso in der Verwaltg. d. BI. 37707 Koch- und Haushaltungskurse 3-6 monatliche, in deutscher u. slo-venischer Sprache, für Mädchen aus Stadt u. 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Oktober um 5 Uhr nachmittag nach kurzem schweren Leiden uns für immer verlassen hat Das Begräbnis findet am Donnerstag, um V»5 Uhr nachmittag vom Leichenhause aus, auf dem städtischen Friedhose statt Die heilige Seelenmesse wird am Freitag, den 20. Oktober um */t 7 Uhr früh in der Pfarrkirche gelesen werden. Celje, den 17. Oktober 1933. Erwin, Franzi, WalH Franz Gratschner Kinder. Gatte. Druckn, Verlegn und Herausgeber: Beremtbuchdruckerei „tfcltja" in Celje. — Verantwortlich für den hnauigeber und verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Erich Petschaun in Qelje. Für die T ruderet verantwortlich: Guido Schidlo ix Celje.