Folge 68. (Seite 1065 bis 1096.) Blätter für den Abteilungsunterricht tHonatschrift zur Förderung des österr. Sdiulwesens. (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Das Definitivem der Bezirksschulinspektoren . 1065 2. Fragen für die Lehrbefähigungsprüfung . . . 1067 3. Bauernregeln als Diktatstoffe...................1067 4. Sprachunrichtigkeiten der Schulsprache .... 1067 5. Über „Maul“ und „Maul’sches Turnen“ . . . 1068 6. Skizzen aus dem Schulleben......................1070 7. Aus dem Lehreralbum.............................1070 8. Warum, wie und was sollen wir Lehrer lesen? 1071 9. Abschließender Bericht über die 11. Frage . . 1075 10. Lose Gedanken...................................1078 11. Da Schulinspekta................................1079 12. Noch etwas über Aufsatz und Korrektur . . . 1080 13. Der Lehrer als Bienenzüchter....................1081 14. Die Wechselrede.................................1083 15. Aufklärungen über das Umlaufheft................1087 16. Lebensbilder....................................1088 17. Unser Garten im August-September................1089 18. Der kranke Lehrer und das kranke Kind . . . 1090 19. Kleine Mitteilungen.............................1091 20. Briefkasten.....................................1093 21. An der Reichsgrenze von Schule zu Schule . . 1094 22. Schulhumor......................................1096 Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Gottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (5 Mk, 7 Frk.). freie Schulzeitung. Organ des Deutschen Landeslehrervereines in Böhmen. Schriftleiter F.-L. Josef Siegl. Verwalter: O.-L. Josef Ölkrug. Erscheint jeden Samstag und kostet für das Jahr 8 K, für das Halbjahr 4 K, für das Vierteljahr 2 K Man verlange eine Nummer zur Ansicht. Bestellungen sind an die Verwaltung (J. Ölkrug) Reichenberg zu richten. Lehrmittel - Handlung Paul Solors Nachfolger Reichenberg, Böhmen empfiehlt sich zur prompten Lieferung aller Arten Lehrmittel aus allen Unterrichtszweigen in zweckmäßiger, solider Ausführung zu billigsten Preisen. --------- Kataloge zu Diensten. > ■■■ VE" Was sollen unsere Knaöen und Mädchen lesen? "IWj Äb einer vorliegenden Mustersendung kann die Firma Anreiter in Wien (Sieh Anzeigeteil!) als vollwertige Konkurrenz für ausländische Firmen bezeichnet werden. 154.) J»er Schnlstaat. (Verfasser: Johannes C. Barolin. — Verlag von Wilhelm Braumüller, Wien. 386 Seiten, broschiert Mt. 3-60 = K 4’20, in Leinen gebunden Mk. 4 80 — K 5 60.) — Eines jener Pücher, von denen man sagt, ihre Tendenz wird sich in fernen Zeiten erfüllen. Trotzdem darf man es jedoch nicht als inhaltsloses Phautasiewerk nehmen; es liegen viel gesunde Ideen darin, die in nächster Zeit zum Durchbruche gelangen — könnten. 155.) Hvungsgrnppen für das Turnen. (Verfasser: Dr. F. Lederbogen; Verlag der Dänischen Buchhandlung in Leipzig; Preis Mk. V20.) — Der gesamte Turnstoff ist in Gliederungen gruppiert. In den ^cl'1 sind Zeichnungen eingestrent, so daß allenthalben Klarheit geschaffen wird. Das Büchlein ist handlich und dcn Kaufpreis in jeder Beziehung wert. — 156.) Kartenständer von Ä'orsch. Ich habe das Besprechungsstück a» eine Schule abgegeben und den Ständer hernach in seiner Funktion Neschen. Er ist in der Tat ein überaus praktisches Lehrmittel, das uns der Sorge, wo die Karte anzubringen wäre, enthebt, das die Karte schont, bas sie entsprechend ins Licht rückt. Die Ausführung ist solid. Darum erscheint der Preis nicht zu hoch. Näheres im Ankündigungsteile! 157.) Arveitsfchultiiichlein für Schülerinnen. (Verfasserin: Johanna Schürer; Verlag: Schnltheß und Ko. in Zürich; Preis etwa 3 K.) — Pie Verfasserin ist Arbeitsschulinspektorin, also in einer Stellung, die Unsere Kolleginnen mit Recht anstreben. Da wir der Frage des Hand-arbcitsunterrichtes in den „Blättern" großes Augenmerk zugewendet haben, wird es nicht besonderer Anpreisungen bedürfen, den Leserinnen das Buch in die Hände zu spielen. — Eine Arbeitsschulkunde für Lehrerinnen verlegt Schultheß ebenfalls. Verfasserin E. Weißeubach. 158.) Wstege des Keimatsstnnes. (Verfasser: L. Gurlitt; Modern-päd.-psycholog. Verlag in Berlin.) ~~ Soll man über Gurlitt noch ein Urteil abgeben? Die gesamte pädagogische Welt predigt seinen Ruhm. Wer Gurlilt noch nicht kennt, soll ihn sprechen hören. Daher folgt eine Probe aus dem vorliegenden auf österreichischem Boden entstandenen Buche. Die Einleitung beginnt: „Man kennt Dinge dann am besten, wenn mau in ihnen lebt, oder wenn man sie entbehren muß und gerade deshalb mit ganzer Seele wenigstens geistig von ihnen Besitz ergreift. In Beziehung auf den Hcimatssinn bin ich mehr in der zweiten Lage. Das Künstlerleben zwang meinen Vater seinen Wohnsitz mehrfach zu ändern. Ich bin in Wien geboren, »i Gotha ausgewachsen, dann als junger Mann mit meinen Eltern nach Dresden gezogen, habe von da aus die Universitäten Göttingen und Berlin besucht, dann als junger Lehrer Wohnsitz in Hamburg, Berlin und Steglitz gefunden. Die Sommerfrische verlebe ich seit Jahren mit Familie in Alt-Anssee, also in Steier-»>ark. Bei dieser Aufzählung sind verschwiegen eine Menge mehr flüchtiger Aufenthalte an den verschiedensten Daten in und außer Deutschland, zumal in Athen, Rom, London und Oxford. An meiner Sprache erkennen mich genaue Beobachter als einen Thüringer oder Sachsen, andere meinen, man könne daraus die engere Heimat nicht mehr ablesen. Es mag meiner allgemeinen geistigen Entwicklung förderlich gewesen sei», daß ich mir so verschiedenen Wind habe um die Nase wehen lassen. Ich selbst empfinde es aber als Mangel und als Schmerz, daß mir im ganzen Leben die rechte Heimstätte fehlte. Und ich weiß, daß meine Eltern selbst und meine Geschwister alle ebenso empfanden oder noch empfinden. Daß die armen Eltern für uns Kindern stets erhöhtes Schulgeld zahlen mußten, weil wir stets „Fremde" und „Auswärtige waren", das war nicht das Schlimmste. Aber daß sie tatsächlich als Fremde galten und immer erst wieder Jahre brauchten, ehe sie sich und ihrer Familie das volle ideelle Heimatsrecht erwarben, das hatte doch seine großen Übel und machte uns allen den Lebensweg doppelt schwer. So hat es uns ganz an dem gefehlt, was man Protektion und Gevatternschaft nennt. Jeder mußte sich seinen Weg selbst bahnen. Das mag ja auch seinen Nutzen haben-Aber leicht ist es nicht. „Bist heute hier, bist morgen da," klagte Walther von der Vogelweide, „was für eine Gaukelfahrt ist das!" und meinte „Fremde" und „Gast" wären häßliche Worte. Ganz anders klängen „daheim" und „Wirt" — zwei „unfchameliche Namen". Freilich rühmt er sich auch, der Lande viele gesehen, Deutschland von einem Ende zum anderen durchquert und dadurch ein reifes Urteil über Menschen und Menschenwert gewonnen zu haben. Auch vom klugen Odysseus rühmt der Sänger, daß er vieler Menschen Städte gesehen und ihre Art erkannt habe. Aber dabei blieb des „Vielverschlagenen" stete Sehnsucht doch, heimzukehren nach dem felsigen Eiland Jthaka, dem Stammschloß seiner Väter, dem Tummelplatz seiner Kindheit-Ja, in einer Anwandlung tiefsten Heimwehs spricht er es aus, daß es ihm genüge, nur endlich wieder aus der Ferne den Rauch von dem heimischen Herde aufsteigen zu sehen, um dann beruhigten Herzens zu sterben-Die ganze Odyssee ist eine ergreifende Verherrlichung der Heimatsliebe. „Gibt es doch nichts Schöneres, als das Vaterland" — wie heißen die köstlichen Verse? Man sollte doch nie ohne den Homer und ohne den Faust auf Reisen gehen! Ich kenne also den rechten Heimatssinn als einen geistigen Schatz, den ich entbehren mußte, aber ich kenne ihn trotzdem. Für mich hat eine alte Stammburg, ein Bürgerhaus, ein Bauerngut, in dem schon viele Generationen eines Geschlechtes hausen, etwas Erhebendes, Ehrwürdiges. Ich erkenne in ihnen die wahren Felsen unseres Kulturlebens: ringsum wogendes Meer oder Flugsand! Ich beneide auch die Leute, die seit Jahrhunderten auch nur in gleicher Gegend angesessen, mit ihrer Geschichte, ihrer Sitte und Sprache innig verwachsen sind. Das gibt ihrem ganzen Wesen Bodenständigkeit und eine solche ruhige Festigkeit und Kraft, die der einzelne aus sich heraus gar nicht gewinnen kann. Wenn ein solcher Mann aus seiner Sippe herausgerissen wird, ans seinem warmen Heimatsnest und einmal in die Fremde kommt — es braucht nur die benachbarte Landschaft zu sein —, wenn er von Gotha nach Lüneburg, von Celle nach Chemnitz, von Meißen nach Köln verschlagen wird, da merkt er erst, wie schwer es ist, sein Wesen auf sich selbst zu stellen. Da ist ihm dann, als fielen alle Stützen von ihm ab, als wiche ihm alle Kraft aus den Gliedern; wenn nicht jeder Begegnende grüßt, nicht jedes Witzwort, jede leichte Anspielung verstanden und belacht wird, wenn die Verkäufer im Laden nicht besondere Höflichkeit zeigen, und die Kellner mißtrauisch blicken. Da heißt es, sein Leben wieder von vorn anfangen. So manchem verwöhnten Muttersöhnchen, das nur von dem Erbe seines Familiennamens zehrte, aber doch seiner Würdigkeit gutschrieb, was nur dem alten Namen und dem aufgesammelten Verdienste seiner Familien- und Stammesgenossen galt, ist ein solches Verpflanzen auf fremden Boden zur harten Lehre geworden. Starke setzen sich durch und gewinnen dabei an Kraft; Schwache erliegen. Am niederschlagendsten mag die Wirkung sein, wenn der ausgeschiedene deutsche Gardeleutnant nach Amerika kommt und sich dort einem Gastwirte mit seinem tönenden Adelsnamen und seinem Leutnantstitel vorstellt, und der Banause darüber mit keinem Zuge Hochachtung und Entzücken verrät, nur nach den bisherigen Leistungen auf dem Gebiete der Kellnerarbeit fragt und seine Bedingungen stellt. „Verflucht fatale Geschichte das!" 159.) Deutsche Lileraturkundc. (Verfasser: I. Meyer; Dürrsche Buchhandlung in Leipzig; Preis 2 MI.) — Das lasse ich mir gefallen: Eine Literaturkunde, die aus dem Stoffe herausarbeitet und das Biographische erst bringt, bis ein natürliches Interesse hiefür erwacht ist. Die verschiedenen Dichtungsarten werden eingehend besprochen, gewürdigt und sogleich mit den besten Erzeugnissen des Schrifttums versehen. Den Abschluß bilden die Lebensbilder der wichtigsten Vertreter. Demnach erscheint Bürger bei der Ballade, Voß bei der Idylle, Hebel bei der Erzählung usw. Ein treffliches Büchlein! IGO.) Rüstung und Äverrüstuug. Verfaßt nun — von wem denn als von Bertha von Suttner! (Hesperus-Verlag in Berlin W. 30; Preis 70 Pf.) — Im Sinne von „Die Waffen nieder!" werden die jüngsten politischen Ereignisse analysiert und auf das Grundproblem zuriickgesührt. Wer es nicht wüßte, daß eine Fra» hinter dem Büchlein steht, würde nach dem kräftigen Stil einen bärtigen Weltverbesserer als Autor vermuten. Wäre es nicht die Tendenz, der gerade die Lehrerschaft huldigen muß, um endlich zu ihrem Besten den Kanonen ein paar Millionen abzujagen, man sollte das 71 Seiten starke Büchlein schon deswegen lesen, weil es uns die neueste Geschichte in zusammenhängender Darstellung vorführt. 161.) Das Much der Kran. (Verfasserin: Frau E. Liebrecht, Moderner pädagogischer und psychologischer Verlag in Berlin W.; Preis 2 Mark.) — Das Beste an dem Buche — und das ist wirklich gut — W ein Verzeichnis aller Frauenberufe, bezw. eine Anleitung, wie man zu denselben gelangen kann. In unserer Zeit tritt an so manchen Familienvater die ernste Frage heran: Was soll ich mit dem Mädel an-iungen? Die Antwort findet sich in dem genannten Buche u. zw. auch mit Bezug auf den natürlichsten Frauenberuf — die Ehe. 162.) Die Matura - Festschrift der Deitmeriher hat alle Erwartungen übertroffen. Die jungen Herren Kollegen haben bei den Besten unseres Standes freigebige Hände gefunden. Es wird uns eine Fülle von Autogrammen, Beiträgen aus bekannte» Federn, trefflichen Bildern und gediegenen Ausladen geboten. Man sieht, daß der Gedanke gut war und darum allerorts freudig begrüßt wurde. — Als erstes vollauf gelungenes Werk dieser Art sollte die Festschrift der Lehrer-Maturanten in die Schulen Reiches ihren Einzug halten und uns sagen, daß wackere Jungmannschaft unser Erbe Antritt. Ein Teil ^ .Reinerträgniffes ist dem Lehrerheime im Süden gewidmet. Mitteilungen der Verwaltung. Vorübergehende Adreßänderungen vorzunehmen, verursacht zuviel Arbeit. Wir bitten daher, uns nur dann in Kenntnis zu setzen, wenn es sich um einen dauernden Wechsel des Aufenthaltsortes handelt. Auch in diesem Falle können wir den Wünschen nicht immer allsogleich entsprechen, soll nicht der Verwaltungsapparat auf Kosten der Zeitschrift übermäßig ausgestaltet werden. — Sammelmappen für die „Blätter“ in eleganter Ausstattung liefern wir das Stück zu 50 h, Porto 10 h. — Nita L. in E.: Die „Blätter“ wurden für niemanden eingestellt, also auch nicht für Sie, da der Herausgeber die Maßregel nicht bewilligte. Es kann die Sendung nur auf der Post verloren gegangen sein. Den Ersatz bieten wir selbstverständlich gerne. — Oberlehrer J. E. M. in H. D.: Das vermeintliche Guthaben von 2 K wird durch den Rückstand im Jahre 1908 aufgesogen. — Lehrer M. B. in N. bei E.: Sie schreiben, daß Sie den Bezug der „Blätter“ einstellen, weil wir Sie an den Rückstand gemahnt haben. Ja, soll denn das eine Drohung sein? Sie wirkt nicht, weil wir mit der Zeitschrift keinen geschäftlichen Gewinn verfolgen. Es handelt sich lediglich darum, das Blatt auf seiner Höhe zu halten; alles andere liegt uns ferne. — Schulleitung F. bei B.: Wenn im Drange der Geschäfte der „ominöse“ rote Zettel auch in solche Säckchen schlüpfte, in die er nicht gehörte, so bitten wir um Entschuldigung; er war ja schließlich ohne den Vermerk auf der Adreßschleife belanglos. — M. P. in H.: Der Fall ist aufgeklärt; es stimmt. — F. in M.: Nunmehr ist alles geordnet. — Oberlehrer V. H. in Sch.: Der Rückstand beträgt 8 K 10 h. — Schulleiter A. M. (Vorarlberg): Ihre Sendung hat sich mit den „Blättern“ gekreuzt. Es ist der Rest von 4 K 10 h zu begleichen. — Lehrer R. Sch. in M.: 1.) Die „Ratschläge für die Bürgerschullehrerprüfung“ beginnen im Jahrgange 1907. — 2.) 1904, 1905, 1906 sind als ein Band in 3. Auflage erschienen; die übrigen Jahrgänge sind einzeln käuflich. — Preise im Anzeigeteil. — Oberlehrer F. M. in St. J. am B.: Zeigen Sie doch einmal dem widerspenstigen Ortsschulrate die „Blätter“! Vielleicht läßt er sich dann zur Zahlung erweichen. — « Österreich. Lehrer« * und Lehrerinnen « benützen zur Ablegung der Lehr-befähigungsprü- _ fung die weltbekannten Unter- ■ richtsbriefe, Methode Rustin : I Lehrbefähigungsprüf g. an ■ Bürgerschulen und Reifeprüfg. I an Lehrer- und Lehrerinnenbil I dungsanstalt., sowie die Lehr-1 befähig, für die englische und I franz. Sprache. Glänzende Er-1 folge. Besondere Prospekte über | jedes Werk und Anerkennungs- _ schreiben gratis und franko. An- Sichtssendungen bereitwilligst. Schallehn & Wollbrück Wien X1V/2. Wiederholungsbuch f. Realien Für die Hand der Schüler auf der Oberstufe der Volksschulen zum häuslichen Gebrauche. Herausgeber: Gustav Schöffmann, Oberlehrer. I. Naturgeschichte. (Tier- und Pflanzenkunde. Der menschliche Körper.) Preis 50 h. II. Geographie und Geschichte. Preis 40 h. III. Naturlehre. Chemie und Mineralogie. Aus dem Naturleben. Preis 40 h. Porto für 1 Buch 10 h, für 2 bis 3 Bücher 20 h; bei größerer Abnahme Rabatt, bezw. Freiexemplare. Versandstellen: Neunkirchner Lehrerverein (Fachl. R. Zangerl) in Neunkirchen, N.-Ö. und Buchhandlung P. Weidinger daselbst. Die unter obigem Titel erschienene Arbeit gehürt zu dein Besten, was bisher auf diesem Oeblete erschienen Ist. K. u. k. Hof- Kartogr.-Anstalt G. Frey tag & Berndt, Wien, VII/1 Inhaber: G. Freytag. Rotbaugs Scbulatlaitlen Silmtlich approbiert, zeichnen sich vor allen ändern durch scnön gearbeitete große Kartenbilder aus. Jede Karte aus jedem Atlas ist auch einzeln zu haben Geogr. Bürgerschul-Atlas. 2., erweit. Aufl., 41 Kartens., eleg. geb. K 3 50 Nach Anlage und Ausführung der beste, schönste und praktischeste Atlas für Bürgerschulen. Geogr. Volksschul-Atlas für 4-bis 6kl. Volkssch. 20Ktnstn., geb. K I 50 Ausgaben für Nied.-Öst., Ob.-Öst. und Salzburg, Steierm. und Kärnten, Tirol und Vorarlberg, Mähren und Schlesien, Böhmen. Geogr. Volksschul-Atlas für 1- bis 3kl. Volkssch. lOKartenstn,...............geb. K V— Rothaugs Schulatlanten u. Schulwandkarten ergänzen sich In vollkommenster Welse. Die Karten der Atlanten sind getreue Abbildungen der Wandkarten und umgekehrt. Seibers Wandfibel. Nach der neuen Orthographie gearbeitet. 42 große, den Lehrstoff der 1. und 11. Klasse (auch die Lateinbuchstaben) enthaltende Tafeln (80:105 cm). Preis, roh 22 K — Auf Deckel gespannt 43 K. Einzelne Tafeln ä 70 h, auf Deckel gespannt ä 1 K 40 h. Approbiert 27. Oktober 1900, Z. 29.529. J. G. Rothaugs Wiener Schul-Globus mit verschiebt,. Kugelhaube. D. R.-P. Ö. P. U. P. Kl. Ausgabe. 1 :60 Mill. Durchm. der Erdkugel 21,22. Höhe des ganzen Globus mit Metallfuß 48 cm. Physische Ausgabe K 32—. Polit. Ausgabe K 32 —. Induktionsglobus K 30 —. Himmelsglobus K 32"—. Praktische Neuheit 1 Ausführliche Prospekte kostenlos. UorbemtungsM an rin- Omci- und drei-) k lässigen Volksschulen. Von K. sFichfer, Lehrer in Bozen. Selbstverlag. — Preis K 5 30. Inhalt: 1.) Präparationen für den Anschauungsunterricht in der Elementarklasse. 2.) Präparationen für den Realienunterricht. Mittel- und Oberstufe (zwei Turnusse). 3.) Schülermerkstoffe. 4.) Tagesdispositionen für die ersten Wochen der Elementarklasse. 5.) Leltionsplan (Wocheubuch für alle Fächer). Anhang : Schulordnung, Repertorium der jährlichen Schulamtseingaben. — Prof. R. E. Peerz: „Welche Fülle wertvoller Beiträge für den Abteilungsunter-richt ist da ausgestapelt! Schon die Anlage allein muß auf den Leser vorteilhaft wirken; um so mehr der Inhalt als solcher. Wer dieses Buch auf den Tisch legt, kann sich täglich eine halbe Stunde ersparen." — Prof. E. Burger: „Das Buch hat mich vom Anfang bis zum Ende entzückt." — Schulleiter A. Blümel: „Vorzüglich und preiswürdig." Empfohlen vom k. k. Landesschulrate in Tirol mit Erlaß vom 5. März 1908, Z. 235. l l 1 !!! Beispielloser Erfolg einer österreichischen pädagogischen Schrift !!! In einigen Monaten 1. Aussage (2500 Kt.) vergriffen. Fn zweiter Auflage ist erschienen: Wrof. Würger Dir Skiffe im natnrgeschichtlichru Unterrichte der Volks- und Bürgerschule. Mit 108 Skizzenbeispieten, darunter 3 in Sechsfarbeudrnek, und Lehrprobe». Areis 2 Kronen. — Zn beziehen durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsnnterricht" in Laibacki. ItlKtld« Stauböl zur Imprägnierung der UllMIvos Fußböden gegen Staub. . Fegemittel zurstaublosenReinigung KCt*tt1lt von lackierten oder eingelassenen Holzfußböden, Stein, Zement etc. Cotlmol fiygiea Urinöl zur Geruchloshaltung von Pissoirs. Staubtücher, imprägniert zur staublosen Reinigung von Möbeln und Fußböden. Offerte auf Wunsch. — Beste Referenzen. A. Lennar Inhaber der Dustless Oil u. Paint Co., G. Hartmann u. Co. Wien VI |l, Mariahilferstraße 49. Lieferant der meisten Mittelschulen in Österreich, Lehrerbildungsanstalten; Fachschulen, Volks- und Privatschulen. Staatliche Humanitätsanstalten, Gerichte, Ämter. Blätter für den flbtellungsunterricbt. Laivach, im August 1909. Aeurteitungsöogen. (Zur Folge 68.) 163.) Heomctrische Äusgaven. Eigentlich nennt sich das Büchlein „Geometrie"; allein ich rufe es bei jenem Namen, der mir nach dem besten Teile seines Inhaltes gerade passend erscheint. An geometrischen Aufgaben, die aus praktischen Verhältnissen entnommen sind, hat es uns schon lange gefehlt. Die vorliegende Broschüre kommt dem Bedürfnisse teilweise entgegen. (Verfasser: Dr. H. Pitz; Verlag von E. Roth in Gießen; Preis 80 Pf.) 164.) Der Äufsatziintcrricht auf der chberftufe der MokKsfchuke. 162 Schüleraufsätze und 270 Aufsatzthemen mit einer methodischen Wegleitnng zur Umgestaltung des Auffatzunterrichtes von Karl Killer, Lehrer, und Hans Mülli, Lehrer. Preis Mk. 2-60, resp. Fr. 2-60. Verlag E. E. Meyer in Aarau (Schweiz). — Ein willkommener Helfer in der Not des Aufsatzmethodenwirrwarres. Man hat in den verschiedenen Strömungen den festen Halt verloren und freut sich nun, wenn ein Führer den rechten Kurs weist. Das Buch steht auf der Höhe der Zeit, ohne über die Zeit hinauszuwachsen. 165.) Ueudeutfches Studenten- und ^okliskiedcrvnch. (Verfasser: I. Hiersche und R. Pensler; Verlag: Prof. Hiersche in Eger; Preis 1 K 90 h.) — Der Sammlung liegt eine bestimmte Absicht zugrunde: Sie will aus dem fröhlichen Kreise die Zote und das weinselige, bierherrliche Lied verbannen. Ein löbliches Beginnen, allerdings eines, das dem äußeren Erfolge in manchen Gesellschaftskreisen Eintrag tun dürfte. Darin zeigt sich aber gleichzeitig die selbstlose Arbeit, die Arbeit im Dienste der Verfeinerung von Sitten und Gesängen. Es ist zweifellos richtig, daß die Biergesetze unserer studierenden Jugend Nägel zum Sarge des Volkstums sind — und kein Geringerer als der von der feuchtfröhlich gröhlenden Schar verehrte „Vater Jahn" war es, der dem Unwesen in den Kneipen scharf an den Leib rückte. In der Vorrede zu dem Büchlein finden sich diesbezüglich Kraftstellen, die so manchen unechten Jahnjünger ernüchtern dürften. — Man ist nun versucht, zu meinen, die Sammlung sei verwässert und biete höchstens fade Limonade. Dem ist nicht so; unser gutes Volkstum birgt eben soviel gesunde Kunst, daß wir auch ohne Bacchus und Gambrmus heitere Saiten anklingen können. Es zieht durch das Liederbuch von Hiersche und Pensler ein vornehmer Zug, der ganz dem edeln Volkstume des Deutschen unserer Zeit angepaßt ist. 196 Lieder um 190 Heller — dabei vielfach ein mehrstimmiger Notensatz, ein deutlicher Druck, ein starker Einband: Das ist ein berechtigtes Verhältnis. Für wen ist das Bändchen bestimmt? Die Verfasser sagen, — für Studenten und für das Volk. Ich gehe weiter. Mir erscheint es als Wegzehrung für Gesangvereine, als Freudenbringcr für Turn-vereine, als Fundgrube für den Unterricht, sofern er sich dem echten Volksliede zuwendet, als beglückendes Büchlein im Kreise der Lehrer, wenn dem Ernst sein Recht geschehen. — So wandere es denn über Land, einkehrend in die Hütten der Armen, denen das Lied die Sorge hinwegspült, würzend den frohen Abend nach des Tages Arbeit im Heim des Handwerkers, veredelnd unsere Jungmannschaft und sie entflammend zu hohen Taten! 166.) Vorlesungen zur Einführung in die experimentelle Pädogogik und ihre psychologischen Grundlagen. (Ernst Meumann, ord. Prof. der Philosophie in Münster i. W., 2 Bde., ungefähr 1000 Seiten, 22 : 14 cm, Preis geb. ungefähr 18 Kronen.) — Die Lehrerschaft Kärntens kann das Werk aus der Landeslehrerbibliothek beziehen, Lehrer anderer Kronländer sollen die Anschaffung anregen. Dasselbe zeichnet sich zwar durch eine besonders klare Darstellungsweise nicht aus, aber das ist bei Arbeiten der Universitätsprofessoren ja so wie so keine neue Erscheinung. Man wird sich aber dank des interessanten Stoffes doch bald einfinden und wird das Buch dann um so schwerer aus der fland legen. Und hat man dasselbe einigermaßen gut durchgearbeitet, so ist der Erfolg geradezu großartig. Es gibt fast keine pädagogisch - didaktische Frage, die Meumann nicht unter seine scharfe Lupe nehmen würde. Insbesondere will er die Lehrerschaft zur Beobachtung, zur Forschung der Kindesseele aneifern. Wohl deshalb läßt er hie und da über „Praktiker“ ein scharfes Wort fallen — aber am Ende mit Recht. Denker, Denker und abermals Denker will Meumann sowohl auf Seite der Schüler wie auf Seite der Lehrer. Im Schlußkapitel sagt er, auf S. 428 des 2. Bandes: „Unser gesamter Unterricht gibt dem Schüler noch viel zu wenig Gelegenheit zur Selbsttätigkeit und zur Entwicklung geistiger Selbständigkeit und nötigt ihn viel zu sehr zu einem passiven Aufnehmen dargebotener Kenntnisse und Erkenntnisse. Die Folge davon ist eine wahrhaft erschreckende Unselbständigkeit und Urteilslosigkeit und ein Mangel an geistiger Initiative in den weiten Kreisen unseres Volkes, die von unabsehbaren Folgen für sein inneres und äußeres Wohl sind. Ich erlaube mir, Ihnen aus meinem eigenen Erfahrungskreise ein paar Beobachtungen mitzuteilen. Keine Eigenschaft finde ich unter den Studierenden so selten wie geistige Selbständigkeit und die Fähigkeit, eigene Wege bei rein theoretischen und experimentellen Arbeiten einzuschlagen. Fleiß und Arbeitswilligkeit, Ausdauer und geschickte Ausführung einer vorgeschriebenen Aufgabe sind häufig zu finden, aber eigene Gedanken, selbständige Vorschläge zu neuen Arbeiten fast niemals. Ja selbst, wenn der Studierende mit Geschick eine experimentelle Arbeit zu Ende geführt hat, findet man nur zu häufig, daß er vor seinen eigenen Resultaten ratlos steht und sie nicht zu einer selbständigen Förderung des aufgestellten Problems zu verwerten weiß. Auf hundert Studierende, die sich zur Promotion melden, kommt vielleicht einer, der sich das Thema zu seiner Dissertation selbst wählt.... Dabei habe ich mich immer wieder überzeugt, daß das keineswegs ein Begabungsmangel unserer Studierenden ist, denn wenn man ihre Selbständigkeit zu wecken weiß, so nimmt ihr ganzes Arbeiten einen anderen Charakter an; es fehlt ihnen an der technisch-formalen Schulung .“ Neben der Forderung nach der „geistigen Selbständigkeit des Kindes“ (S. 431) fordert aber Meumann auch mehr Selbständigkeit und Bewegungsfreiheit für den Lehrer und Erzieher. Auf Grund der experimentellen Pädagogik (deren Ergebnisse) soll der Lehrende und Erziehende die psychischen Funktionen des Zöglings ergründen und auf Grund derselben sodann seine Methode begründen (die beiden Hauptziele der empirischen Forschung). Der Lehrende soll nicht mehr bloß das ausführende Organ staatlicher und gesellschaftlicher Vorschriften, sondern als der geistige Schöpfer seiner Wirksamkeit erscheinen. Er muß sich aber in jedem Augenblicke Rechnung geben können, wie weit die pädagogischen Normen, mit denen ihm Tradition und Behörden entgegentreten, zutreffen, und wie weit sie den Ergebnissen der Wissenschaft und der pädagogischen Erfahrung widerstreiten. „Der Lehrer soll nie wegen der Abweichung von Methodik als solcher zur Rede gestellt werden, sondern höchstens über die Gründe, die ihm dazu veranlaßt haben. Nicht die unwürdige Regel: „Das ist Vorschrift, also muß es befolgt werden“, sollte die Maxime für die Aufsichtsbehörden sein, sondern die beständige Forderung an den Lehrenden: „Gib dir in gründlicher und gewissenhafter Weise Rechenschaft von dem, was du tust------------------------.“ (S. 432 und 433, Bd. 2.) Eine umfangreiche Besprechung des Werkes brachte Ernst Linde im Leitartikel der „Allgem. Deutschen Lehrerzeitung“, Jg. 1908, Nr. 28. Da der Verlag (Verlagsbuchhandlung Julius Klinkhart in Leipzig, Liebigstraße 6) bereit ist, Probenummern gratis zu versenden, so wende man sich mit einer Karte dorthin. Eine Bekanntschaft mit dieser vornehmen, seit 1. Jänner 1908 von Ernst Linde redigierten Zeitschrift kann einem nur von Nutzen sein.“ Jos. Jekl, Schulleiter in Abtei, Kärnten. Mitteilungen über das Lehrerheim im Süden. 85.) Zur Nachahmung! Aus Reichenberg in Böhmen kommt nachstehendes Schreiben: „Ich sende Ihnen heute mittelst Postanweisung den Betrag von 20 Kronen als Spende für das Lehrerheim und erlaube mir zu bemerken, daß ich dieselbe aus Dankbarkeit für die Beihilfe, welche meinem Enkelkinde durch den Herrn Ludwig Prade, Lehrer der hiesigen Viertlerschule, zuteil wurde, mache. Genannter Herr Lehrer hat jede Entlohnung für seine Person abgelehnt und mich, da ich mich unter allen Umständen hiefiir erkenntlich zeigen wollte, zu obiger Spende angeregt. A. O." 86.) Südheimkonzert. Am 23. Mai l. I. veranstaltete der Lehrerverein Baden in Traiskirchen ein Konzert zu Gunsten unseres Südheims. Der Zuspruch war ein so starker, daß der Saal und die an- stoßenden Lokalitäten des Gemeindewirtshauses schon eine Stunde vor Beginn bis aufs letzte Plätzchen besetzt waren. Das Programm wurde bestritten vom Männergesangverein „Sängerbund" Traiskirchen samt seinem Hausorchester, dem „Sagl-Klub" des Schubertbundes, dem Rezitator Herrn Ed. v. Ehrmann und dem Humoristen des Schubertbundes Herrn Karl Wiesinger. Alle Darbietungen fanden ungeteilten Beifall. Das finanzielle Ergebnis ist geradezu glänzend zu nennen. 400 K wurden als Reingewinn dieser Unternehmung dem wohltätigen Zwecke, dem Südheim, zugeführt. An dieser Stelle sei nochmals allen Mit-wirkenden sowie auch allen Kollegen, die so eifrig für den Besuch des Konzertes agitierten (ein Kollege in Pfaffstütten hatte allein 80 Karten an Mann gebracht) der beste Dank ausgesprochen. 87.) Aehrcrverein Wotitersdorf. Derselbe hielt am 27. Mai im Schulhause in Bogen-Neusiedl eine Vollversammlung ab, zu der auch drei Gäste erschienen. Eingehende Besprechung fanden die Südheimsatzungen. Der Obmann wurde ermächtigt, bezüglich der Punkte 1 und 4 in der Weise Schritte zu unternehmen, daß nicht das Zeugnis eines k. k. Bezirksarztes zur Aufnahme verlangt werde, sondern daß das 1U0!) (August). *^0^ V ^ ^ ^ 0 (6. Aahr.) Aokge 68. für den flbuilungsunterricht Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens. BezuqSgebiihr 6 u (5 Mark, BcrdtlSClcber: Geschäftliches ausschließlich 7 Frl.» jährlich. Einzeln,»»- an dle „Verwaltung der mer 60 h. Postsparkassen- vi„v„l(- x o.:l^ Blälter silrden SlbtellungS- |d)ccf=Jtonti> 91t. 08.213. RUOOlf 8. PC«) IN »OtbOW. unterricht ln Laibach". „Ich stehe nicht an, vom Standpunkte der Untcr-richtsverwaltung zu erklären, daß die Stabilisierung der Bezirksscludinspektoren angezeigt sein wllrde, um die Unabhängigkeit derselben materiell, moralisch und, ich möchte sagen, auch hierarchisch zu sichern.* — Unterrichtsminister Oral Stlirgkh in der Sitzung des Reichsrates vom 17. Juni 1909. Das Defimtivilm -er OeMsschulmspetttoren. Wer noch vor wenig Jahren dieses Wort auch nur vorübergehend in den Mund nahm, wurde erbarmungslos verdonnert und ohneweiters als „Streber" bezeichnet. Heute liegen die Dinge wesentlich anders. Wie mag es zum Wandel der Meinungen gekommen sein? Man begann über die Sache ernstlich nachzudenken und pro und Kontra reiflich zu erwägen. (Es ist eben ein Vorzug unserer Zeit, daß sich die Lehrerschaft eine Tendenz nicht mehr von einzelnen Machthabern diktieren läßt, sondern daß das Gros im einzelnen die Dinge erörtert und selbst den Kurs bestimmt. Vordem warf irgendeine Größe die tönende Phrase hinaus und alles nahm sie ohne Widerrede willig auf, kam sie doch von „ihm", dem Unfehlbaren. Wie anders ist es jetzt, da der Gedanke durch alle Schulhäuser wandert, in den Versammlungen geformt wird, um schließlich als feste Willensäußerung zum Zentrum vorzudringen. Darin liegt der gesunde Grganisationsgedanke. (Er hat nebst manchem anderen Vorurteil auch das bezüglich des Definitivums der Bezirksschulinspektoren hinweggeräumt. Es konnte nicht anders kommen. Mußte nicht in jedem halbwegs Hellen Kopfe der Gedanke aufgetaucht sein: Ja, wenn mein Vorgesetzter in der staatlichen Hierarchie und in der Gesellschaft nichts bedeutet, weil er eine provisorische, nichtssagende Stellung einnimmt, wie kann dann ich auf gerechte Bewertung Anspruch erheben? Der Laie wird den Lehrer nicht als etwas Besonderes einschätzen, wenn der Inspektor selbst nichts ist. — Und weiter: „Mein Inspektor ist ein guter Mann, ein ehrlicher Mann, ein charaktervoller Mann; aber er kann mich beim besten Willen nicht schützen, weil er von so vielen Menschen abhängt. Der Bezirkshauptmann ist fein Herr, der Abgeordnete ist sein Herr, der Bürgermeister ist sein Herr, der M. und der N. bestimmen das Zünglein seiner Wage, diese und jene Zeitung verfolgen sein handeln. Kommt es zur Neuernennung, so kann ein einziger der vielen Faktoren ihm den Garaus machen, Helfen gar zwei oder drei zusammen, so wird der Arme, wenn er, dem Triebe seines Herzens folgen-, für einen tapferen Kollegen eintritt, noch vor dem Ablauf der Funktionsperiode ohneweiters enthoben, zu deutsch: „davongejagt". Damit ist er justifiziert, in den Augen der Welt zeitlebens gerichtet. Alles weist höhnend mit dem Finger auf ihn: „Seht, nur seht, er hat sich nicht bewährt; er mußte gehen I" Und ginge er auch selbst, so wird es nicht anders heißen. Was wunder, daß sich jeder zu halten sucht und wäre es schließlich auch auf Kosten der Lehrerschaft, die er gerne schützen möchte, weil er ja zu ihr gehört, die er aber nicht schützen kann, weil es dieser oder jener Potentat nicht zuläßt. — Wenn die Lehrerschaft wüßte, in welchen Zwiespalt jene Inspektoren kommen, die auf der einen Seite gerne walteten, wie es das Wohl der Schule fordert, auf der anderen Seite jedoch mächtigen Gegenströmungen ausgesetzt sind, sie würde nicht einen Augenblick zaudern, mit allem Nachdrucke das Definitiv um, d. i. die voll w e rti ge staatliche An st ellung der Bezirk sschulinspektoren zu verlangen. — Mancher der zwischen Szylla und Eharybdis Geschleuderten mag sich ermannt und eher zum Rücktritt als zur Verleugnung seiner Grundsätze entschlossen haben. Da kam jedoch der freund und sprach: „Gehst du, so kommt an deine Stelle die Kreatur der partei und Schule und Lehrer sind verloren." Später nahte das Mütterchen: „Was, du sollst wieder zurück in die Schule, sollst wieder unterrichten und dich am Ende von einem deiner jetzigen Untergebenen inspizieren lassen! Diese Schande überlebe ich nicht." Und aus war es mit dem Entschlüsse; der nackensteife Mann gab langsam, langsam nach, bis er zum Spielball von Personen und Parteien wurde. Wer ist schuld daran? Etwa er? Kein denkender Mensch kann das behaupten. Der ganze Vorwurf trifft jene, die ihm nicht eine feste Stellung gaben, die hemmend im Wege stehen, wenn die kluge Einsicht bessern will. Wer da sagt, der definitive Bezirksschulinspektor wird zum Tyrannen der Lehrerschaft, der verrät, daß er den Ernennungsmodus und die Stellung des Inspektors nicht kennt. Wenn es sich darum handelt, einen Schulmann zum Bezirksschulinspektor zu machen, so wird jede andere Körperschaft eher gefragt als die Lehrerschaft. Wie sollte sich nun der Auserwählte, der das alles recht gut weiß, vor jenen fürchten, die in seiner Sache nichts vermögen! Wenn sich da und dort ein Lehrerverein brüstet: „Wir haben den Inspektor gestürzt!", so sieht das nur so aus, ist es aber nicht. Was ihn stürzte, war irgendein Verstoß, der aufgedeckt wurde,'aber nicht der Wunsch der Untergebenen. Soviel Praxis wird wohl jeder haben, daß er erwägt: „Wenn der Staat einen Mann lediglich aus dem Grunde fallen läßt, weil er seinen Untergebenen nicht behagt, so muß es mit der Staatsautorität bald zuendegehen." In der Tat tritt denn auch regelmäßig das Gegenteil ein. — Es entsteht nun noch die Frage: Gibt es denn für den provisorischen Bezirksschulinspektor keinen Anwalt, daß er sosehr der Gunst der Parteien und der Laune von Machthabern ausgeliefert ist? Nein! Das Inspektorat ist ein Ehrenamt nnd bei diesem kennt man nicht Recht und Unrecht, sondern nur die „allgemeine Stimmung". Wie diese gar oft „gemacht" wird, weiß jeder, der nur halbwegs hinter die Kulissen des politischen Theaters geschaut hat. Gder ist jemand noch so naiv, daß er glaubt, wegen eines Lehrers, der sich über den Inspektor beklagte, sei hinsichtlich der Stellung des „Tyrannen" Einfluß genommen worden? Wir wissen es ja, wieviel Interesse die politischen Parteien an dem Schicksale der Lehrer haben. So sind es denn immer andere Gründe, die das Provisorium halten, zumeist Gründe, die gegen die Lehrerschaft oder wenigstens gegen jenen Teil derselben gerichtet sind, der mit aller Kraft der Arbeit obliegt, aber auch mit aller Kraft Stellung und Sold fordert. Diese Zudringlichen zu zähmen, dazu mißbraucht man gar oft die Provisorischen und mögen sie sich sträuben, wie sie wollen. Darum ruft ein Führer der größten Lehrerorganisation des Reiches in die Versammlung hinaus: „Erst wenn wir definitive, staatlich fest angefielkte Uejirksschnkinspektoren fiaven, können wir von ihnen Schuh fordern und Schutz erwarten." Aragen für die Leyrvefähigungsprüfnng. (Volksschulen.) 4. Folge. 1.) Bcgriffserklärung des Wortes „Unterricht" und die Anwendung derselben. 2.) Erklärung des Begriffes „erziehender Unterricht". Beispiele! 3.) Der Unterschied zwischen materialer und formaler Bildung. Wie sind beide in ein harmonisches Verhältnis zu bringen? 4.) Das Verhältnis zwischen Inhalt und Umfang von Begriffen, erklärt an Beispielen ans dem Unterrichte. 5.) Die Stellung des Art- und Gattungsbegriffes in Definitionen. 6.) Wovon hängt die Lehrstostverteilung ab? 7.) Sachanalysis und Sachsynthesis in ihrer Verwertung im Unterrichte. 8.) Die Stellung der Gedankenanalyse und Gedaukensynthcse in den verschiedenen Unterrichtsgegenständen. 9.) Bedeutung der Induktion imb ihre Anwendung. Beispiele! 10.) Die Stellung des genetischen Verfahrens im Unterrichte. 11.) Die Verwendung der verschiedenen Lchrformen im Unterrichte. 12.) Wesen und Wichtigkeit der Sprache. 13.) Die Grundsätze des Unterrichtes in ihrer praktischen Gestaltung. 14.) Erklärung der einzelnen Grundsätze an Beispielen. 15.) Vor- und Nachteile des Schulunterrichtes. 16.) Ein Schulmeistcridcal. 17.) Die formalen Stufen Zillers in verschiedenen Gegenständen und auf den einzelnen Untcrrichtsstufen. 18.) Die Stellung der Induktion und Deduktion beim Unterrichte nach den formalen Stufen. 19.) Die Stufe der Anwendung in den verschiedenen Uutcrrichlsgcgenstäuden. 20.) Das begründende Verfahren und seine Bedeutung. Bauernregeln als Diktatstoffe. (Von Matthias Schindler, Lehrer in Moosburg.) Juli. Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr. Was der Juli nicht kocht, kann der September nicht braten. Wenn die Laubfrösche knarren, so magst du auf Regen harren. Zeigt Ring oder Hof sich bei Sonn’ oder Mond, bald Regen und Wind uns nicht verschont. Donnert’s oft im Julius, gibt’s später noch manchen Regenguß. Nur in der Juliglut wird Obst und Wein dir gut. Wer nicht geht mit dem Rechen, wenn die Fliegen und Bremsen stechen, muß im Winter geh’n mit dem Strohseil und fragen: Hat niemand Heu feil? August. Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt auch gewöhnlich das Wetter gut. Wenn der Kuckuck lange nach Johanni schreit, so ruft er die teure Zeit. Der Sichel vergiß nicht um Barnabas, er sorgt gern fürs längste Gras. Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß. Ist Hitze am Dominikus, ein strenger Winter kommen muß. Wenn’s im August im Norden weht, beständiges Wetter vor dir steht. Spracbimricbtigkelicit der Scbulspracbe. 27. öfters. — Darin steckt zweifellos der Komparativ, die zweite Bergleichungsstufe. Wv ist die erste? „Mir ist es schon öfters vorgekommen, daß . . ." So liest inan es immer wieder, ohne daß sich der Satz auf einen Positiv bezöge. Also hat der Komparativ keine Berechtigung. Stünde vorher: „Dir ist es oft vorgekommen, daß ..." Dann, ja dann kann „öfters" folgen. Für sich allein darf es nur heißen: „Mir ist es schon oft vorgekvmmen, daß..." In der Regel finden sich Sätze ohne Vergleich, demnach sollte das „öfters" in der Rede nnr selten zu finden sein. Über „Maul“ und „Maul’sches Turnen“. (Vortrag, gehalten bei der am 27. Mai 1909 stattgefundenen Lehrervereinsversammlung in Hof vom Lehrer Morbitzer in Hof, Mähren.) Die Wichtigkeit des militärischen Turnens ist für die Schule so aufgebauscht worden, daß man es tatsächlich in einzelne Schulen einführte. Nun ist aber das militärische Turnen nichts weiter als ein ganz gewöhnlicher Drill, der ja für Soldaten gerade gut genug sein mag, unsern Schülern aber nur Schaden bringen kann. Um diesem Übel Einhalt zu tun, mußte man ihm ein durch seine Zweckmäßigkeit und Bildungsfähigkeit erprobtes und überzeugendes Schulturnen gegenüberstellen und dieses war eben das Turnen, wie es Maul in Baden betrieb. Wenn wir vom „Maul’schen Turnen“ sprechen, so dürfte es nicht uninteressant sein, etwas aus dem Lebensgange dieses großen Turnmeisters zu erfahren. Hofrat Alfred Maul wurde im Jahre 1828 zu Michelstadt in Hessen geboren. Er studierte an der Hochschule zu Darmstadt und bildete sich unter der Leitung seines väterlichen Freundes Spieß zum Turnlehrer aus. Im Jahre 1856 kam er nach Basel und war hier bahnbrechend für die Ausbildung des Schweizer Turnens. Als 1869 in Karlsruhe die erste deutsche Turnlehrerbildungsanstalt errichtet wurde, kam er als Direktor derselben nach seinem Vaterlande zurück und arbeitete von nun an unermüdlich an der Ausgestaltung des deutschen Schul- und Vereinsturnens. Er starb am 12. Oktober 1907, tief betrauert von all denen, die Anteil nahmen an der guten Sache, der er sein ganzes Leben hindurch ein wackerer Vorkämpfer gewesen war. Maul war sowohl für das Schul-, als auch für das Vereinsturnen bahnbrechend. Da sein Wirken in Bezug auf jenes für uns Lehrer von geringerem Interesse ist, so will ich nur von seiner Bedeutung für das Schulturnen sprechen. Diese liegt einerseits in seiner Turnmethodik, anderseits in den Verbesserungen und Neuerungen, die er einführte. Diese Verbesserungen beziehen sich aber nicht auf eine Veränderung der Sache, sondern lediglich auf eine Umgestaltung der Form, also der Art und Weise hinsichtlich der Darbietung des Übungsstoffes; denn Maul sagt selbst, daß er sich an die Bezeichnungen gehalten habe, die er bei seinem großen Vorgänger Spieß vorgefunden. Wir können ganz ruhig sagen: Maul ist der beste Methodiker, den das Turnen aufzuweisen hat. Er ging bei der Wahl und Einübung des Turnstoffes nach folgenden Grundsätzen vor: 1. Zweck und Aufgabe des Schulturnens sind erzieherisch. Es soll die körperlichen Anlagen der Schüler in einer ihrem Alter angemessenen Weise bilden und sie der Einsicht und dem Willen dienstbar machen. 2. Geh zielbewußt und planmäßig vor, vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammengesetzten; nimm nie eine Übung zu früh, laß Übungen, deren Darbietung dir Schwierigkeiten verursacht, aus! 3. Übe nicht alles, sondern nur wenig, das Wenige aber gut und erschöpfend; denn alles lernen zu wollen ist Torheit und alles Mögliche üben zu wollen dasselbe. 4. Beschäftige alle Schüler genügend und ausreichend; denn einesteils vermeidest du damit Unfug, andernteils führt nur immerfortwährendes Üben zum Ziele. 5. Hast du einmal eine Übung angefangen, so führe sie auch durch, selbst dann, wenn sich dir solche Schwierigkeiten in den Weg stellen, daß du nur nach längerer Zeit zum Ziele kommen kannst! 6. Sei deinen Schülern gegenüber kein Pedant und zwinge sie nicht durch allzu vieles Befehlen zum Aufmerken, sondern biete ihnen den Übungsstoff so interessant dar, daß sie aus Freude an der Sache aufmerken! 7. Bedenk, daß du wohl Arbeit zu leisten hast, daß diese aber in das Gewand jugendlicher Freude gekleidet sein soll! Wie ja allen Anwesenden bekannt ist, gliedert sich der Turnbetrieb in folgende Unterabteilungen: I. Ordnungsübungen, II. Freiübungen, III. Gerätübungen und IV. Spiele. Diese haben, jede für sich betrachtet, nicht den gleichen turnerischen Wert. Es wäre daher gefehlt, wenn man ihnen den gleichen Raum im Turnbetriebe einräumen würde; denn dadurch kämen wenig bildendere Übungen, wie Ordnungsübungen, verhältnismäßig zuviel in den Vordergrund, was aber ein Zurückdrängen der anderen, wie Frei- und Gerätübungen, bedeuten würde. Diesen Fehler hat man jedoch, beeinflußt vom militärischen Turnen, vielfach gemacht. Man beging den Fehler, daß man die Ordnungsübungen etwas zu umfangreich betrieb und so den Freiübungen die beste Zeit, das ist der Anfang einer jeden Turnstunde, wegnahm. Dieses Übel beseitigte Maul, indem er den Betrieb der Ordnungsübungen einschränkte. Er sagt: Die Ordnungsübungen haben nur so viel Raum im Turnbetriebe einzunehmen als zum Aufstellen für die Freiübungen nötig ist. Sie sollen dazu dienen, die Klasse in geordneter Weise aufstellen und bewegen zu können; nebstdem sollen sie die Klasse gleich zu Anfang in lebhafte Bewegung setzen. Maul hat für jedes Turnjahr eine Ordnungsübung vorgeschrieben und übt im 1. das Linksziehen abteilungsweise zu Paaren, im 2. Staffeln vorwärts, im 3. Staffeln rückwärts, im 4. Staffeln um die Reihen mitte und im 5. Staffeln im Anschlüsse an den Marsch. In den weiteren Turnjahren handelt es sich nur um eine Wiederholung dieser Übungen; man führe sie daher nicht für sich allein aus, sondern immer in Verbindung mit den Freiübungen, denen sie als Zwischenübung zur Ausschmückung zu dienen haben. Durch diese Einschränkung der Ordnungsübungen bekommen die Freiübungen den ihnen gebührenden Raum, den sie als wichtigste aller turnerischen Übungen auch brauchen. Beim Wählen und Einüben derselben stellt Maul folgende Forderungen: 1. Wähle die Übungen der Stufe entsprechend; lieber einfach und leicht, als zusammengesetzt und schwer 1 2. Führe die einzelnen Übungen nicht getrennt für sich allein vor, sondern verbinde sie zu Übungsgruppen! 3. Verbinde nur Übungen, die nach der Gleichheit der Ausführung zu einander passen, also gleiche Ausführungsart haben und keine Gegensätze zeigen (z. B. Heben, als Gegensatz: Stoßen; Spreizen, a. G. Ausfall)! 4. Vermeide Übungen, die eine angefangene Bewegung in gleicher Weise und Richtung zu Ende führen, wodurch Übungen, die eigentlich in einem Zuge zu turnen sind, in zwei Zeitteile zerlegt werden (Vorheben mit daranschließendem Hochheben, ebenso Seit- und Seithochheben), weil sonst Einförmigkeit in die Sache gebracht wird! 5. Bringe Abwechslung in das Zeitmaß der aufeinanderfolgenden Übungen, indem du solche von kurzer Dauer mit solchen längerer Dauer verbindest! 6. Wähle die Übungen so, daß sie den Körper gleichmäßig anstrengen, daher nicht einmal solche, die dies unausgesetzt, und das anderemal solche, die es gar nicht tun, sondern verteile sie gleichmäßig! 7. Hast du alle diese Forderungen beachtet, so verbinde die Übungen so, daß sich eine leicht aus der ändern ergibt und keine Übergänge Vorkommen, die wie Gliederverrenkungen aussehen! (Fortsetzung folgt.) Skizzen aus dem Schulleben.1 Von Dom. Stratil. 1. a) „Kitt schön, der Sulowsky hat geraucht!“ so begrüßte ein Schulkind den eintretenden Lehrer. Sulowsky war das Schmerzenskind der Klasse, mutterlos; bei seinem Vater, einem Knechte, im Pferdestall war seine Wohnung. Oft mußte er aus den „Katakomben“ (unterirdische verfallene Laufgräben der aufgelassenen Festung) zur Schule geholt werden. „Sulowsky heraus!“ lautet der kategorische Befehl des Lehrers. „Hast du geraucht?“ „Bitt schön, nein.“ Die fliegende Pfändung aber brachte Zigarettenpapier, Tabak, Zündhölzer, Zigarrenstummel u. a. zum Vorschein. „Hast du geraucht?“ „Bitte, nur eine Zigarette.“ „Sulowsky, du riechst ohnehin nicht gut nach dem Pferdestalle, jetzt rauchst du noch. Wer wird neben dir sitzen wollen? Du bist klein und schwach, du wirst vom Rauchen noch krank und wirst klein bleiben oder gar sterben. Wirst du noch rauchen?“ „Bitt schön, Herr Lehrer, ich werde nicht mehr rauchen.“ „Weil du versprochen hast, dich zu bessern, so sollst du straflos ausgehen. Setze dich, gib acht auf den Unterricht!“ — Der Knabe war nicht gerade unintelligent, aber seine Gedanken weilten am liebsten in den Katakomben, bei den Rossen des Vaters. Davon wußte er endlos zu erzählen. * b) Nach einigen Tagen. „Wo ist Sulowsky?“ „Ich bitte, er hat wieder geraucht. Er ist krank und ins Spital geschafft worden.“ Darauf der Lehrer. „Seht, ich habe ihm prophezeit, er wird vom Rauchen krank werden. Jetzt ist es eingetroffen, wenn er nur nicht gar stirbt.“ Bald kommt die Kunde durch die Kinder: Sulowsky ist im Spital gestorben. „Seht ihr, habe ich es nicht gesagt? Wer raucht, wächst nicht, wird krank und stirbt bald.“ Der Lehrer machte im Katalog ein Kreuz bei Sulowsky und setzte das Datum hiezu.---------------------- Nach 14 Tagen geht die Klassentür auf und herein tritt — Sulowsky. „Wir hörten, du seiest gestorben!“ „Bitte, ich war schwer krank im Spital, aber jetzt bin ich wieder gesund. Ich werde niemals, niemals wieder rauchen.“ * c) Nach Jahren. Der Lehrer benutzte die Ferien, um seine alte Wirkungsstätte aufzusuchen. Die Sonne brannte, der Staub der befahrenen Straße benahm ihm schier den Atem. Da rief den Fußgänger plötzlich die Stimme eines Kutschers an: „Wollen Sie nicht mitfahren, Herr Lehrer? Ich bin der Sulowsky aus der dritten Klasse.“ Und ein Blick vergegenwärtigte die vorhergehenden Bilder: es war der kleine, schwache Mann von anno dazumal; die Gesichtszüge etwas ausgeprägter, die Zigarette im Munde. Wir fuhren gemeinsam dem Bahnhofe zu. „Aber klein sind Sie geblieben, Sulowsky.“ „Das kommt vom Zigarettenrauchen, Herr Lehrer“, lächelte er schelmisch uud brannte eine neue an .... flw$ dem Ccbreralbum. 34. „Wie mag es doch fommett, daß S. als junger Lehrer so großes Ansehen genießt, wogegen der Oberlehrer wenig beachtet wird?" „„Das ist leicht erklärlich: S. ist äußerlich ein Gentleman, innerlich gefestigt, S. hat Manieren, S. tritt vornehm auf, S. weiß zu sprechen, S. ist standesstolz — und er, der Oberlehrer? Sein Anzug deutet nicht auf den Mann aus der besseren Klasse, sein Wesen ist unklar, er ist verdrossen, eckig, er schleicht von hinnen, wenn es eine Spende gilt, er läßt sich was zahlen, er muß kargen: — er ist unglücklich verheiratet."" „Sv ist es also in der Tat die Person, die sich das Ansehen schafft?" „„Und die Frau, die es schaffen hilft."" 1 Ei» neuer Abschnitt. Er führt uns in die Werkstatt des Lehrers, in sein Wirken außer der Schule, ins Leben. Möge er viel Zuspruch finden, damit ans ihm fid) die Zeit nnederspieglc und gesunde, lebensfrische Pädagogik! D. Sch. Warum, wie und was sollen wir Lehrer lesen ? (Schluß.) Man wird meinen, Bücher seien nicht so leicht zu erwerben wie zu lesen. Leider ist dem so. Immerhin ist es gerade dem deutschen Lehrer möglich, sich Bücher anzuschaffen, gibt es doch billige und trotzdem gute Ausgaben, so jene von Reclam, die von Hendel, die Engelhorn’sche u. dergl. Auch Bücher, die dem Anscheine nach nur dazu dienen, uns zu unterhalten, können unsere Bildung fördern. Der humorvolle Eduard Pötzl schildert uns in „Rund um den Stephansturm“1 das Wiener Leben und Treiben so anregend, daß wir uns zur alten Kaiserstadt unwiderstehlich hingezogen fühlen. „Die Berliner Range“2 von Ernst Qeorgy halten viele für Backfischlektüre, und doch bieten die Schilderungen von Berlin, London, Paris, St. Petersburg auch dem gereiften Leser Neues und Gutes. Die zahlreichen anglo-indischen Romane von J. M. Croker sollen den Leser unterhalten, die farbensatten Schilderungen des Lebens in Indien fesseln und bilden jedoch auch. Von eigenartigem Reize ist „Tauerngold“ von Amand Schweiger von Lerchenfeld. Wir sehen uns förmlich zurückversetzt in jene Zeit, da die Tauern reiche Goldströme bargen, in die Zeit, da die Weitmoser Ansehen genossen. Wir wissen es, daß der verschüttete Knappe seine eigenen Erlebnisse erzählt, dennoch stockt uns förmlich der Herzschlag, wir bangen um den unglücklichen Bergmann, wollen es wissen, ob er wohl gerettet wurde. Wer könnte alle die herrlichen Bücher aufzählen, die vollauf verdienen, gelesen zu werden! Solchen Büchern zu Liebe wirft man gerne alle sogenannten gesellschaftlichen Verpflichtungen über Bord, damit fürs Lesen ein Endchen Zeit bleibt. Die neueste Zeit hat uns Lehrern ein Buch gebracht, „Gertrud Baumgarten“3 heißt es, Ludwig Detter schrieb es, ein Buch, das die Erziehung des weiblichen Geschlechtes fördern will und — kann. Dieses Buch enthält manche Wahrheit, entschleiert vieles, dem der Schriftsteller sonst gerne ausweicht; seiner natürlichen Frische wegen übt es besonderen Reiz. Auch der Lehrer soll unterhaltender Lektüre obliegen, gerade er braucht solche. Zu den gediegensten Werken der schönen Literatur gehören unstreitbar jene der Marie von Ebner Eschenbach. Eine Greisin ist die Frau schon, aus jeder ihrer Zeilen aber spricht eine feinfühlende Frauenseele, das tiefe Gemüt einer Schriftstellerin, deren Körper zwar altern konnte, deren Geist jedoch jung blieb. Was in der Seele eines Kindes vorgeht, das um seiner Eltern willen verachtet wird, kann man edler nicht schildern wie diese seltene Frau „Das Gemeindekind“4 schilderte. Unter den schriftstellernden Frauen nimmt Berta Baronin Suttner einen hervorragenden Platz ein. „Die Waffen nieder“5 und „Marthas Kinder“, die Fortsetzung des ersten Buches, trugen der großen Friedensfreundin den Nobelpreis ein. Eine feine Menschenkennerin ist Ossip Schubin. Sie selbst ist Aristokratin von Geburt, und doch zieht durch ihre Werke der Wunsch, man möge endlich mit den alten Vorurteilen brechen, den Kastengeist abstellen. Eine ihrer schönsten Figuren ist der arme „Nicki“, ein Opfer verknöcherter Ansichten. „Erlöse uns von dem Alltag“6 ist das beste Werk von Franz Rosen, dem beliebten Erzähler. Die Heldin ist eine herrliche Frauengestalt, das ganze Buch erschütternd in seiner Einfachheit. Überflüssig wäre es, wollte man Felix Dahn7, Georg Ebers8 und Gustav Frey tag9 erst hier nennen, desgleichen unsere Klassiker. Zum vollen Verständnis 1 Verlag Mohr, Wien. 2 „ Bong, Berlin. 3 „ Singer, Straßburg. 4 Mark. 4 „ Paetel, Berlin. 4 Mark. 5 „ Friedensgesellschaft. Wien, Spiegelgasse. 6 „ Strecker und Schröder, Stuttgart. 5 K 40 h. 7 „ Breitkopf und Haertel, Leipzig. 8 „ Deutsche Verlagsanstalt, Leipzig. 9 „ Hirzel, Leipzig. dieser Geistesheroen gehört umfassende Bildung; darum tut man wohl, solche Werke mit Gleichgesinnten gemeinsam zu lesen und zu besprechen. Wenn Bücherfreunde über Bücher sprechen, geht keiner ohne Nutzen heim, weder der Sprecher noch der Zuhörer. Josef Viktor von Scheffel bietet uns leichteren Lesestoff, keinesfalls schlechteren. Scheffels „Episteln“ liest wohl niemand ohne herzliches Lachen, seinen „Ekkehard“ niemand ohne Rührung und Bewunderung. In ferne Zeiten versetzt uns auch Weber mit „Dreizehnlinden“ 10. Es ist spröder Stoff, den der Dichter wählte, in Reime kleidete, und doch ergreift er uns tief. Ein Meister der edeln Reimkunst ist auch Rudolf Baumbach, der'Sänger des „Zlatorog“11 und noch anderer Meistersänge. Den Meister der Novelle nennt man Paul Heyse, den Mann, der die deutsche Sprache so meisterhaft beherrscht, daß uns die „Kinder der Welt“ bis zur letzten Zeile fesseln, wenngleich wir den Inhalt wohl nicht ganz verstehen können. Geradezu dämonisch wirkt Friedrich Spielhagen. Goethes „Werther“ und Spielhagens „Problematische Naturen“12 üben ähnlichen Zauber. Spielhagen ist einer der besten und zugleich einer der fleißigsten Erzähler der Gegenwart. Mit dem Schicksale seiner Helden verknüpft dieser Mann die wichtigsten sozialen und kulturellen Vorgänge. Richard Voß erweckt in unserem Herzen die Sehnsucht nach dem sonnigen Süden. „Die Villa Falconieri“ möchten wir sehen, „Rocca del Pappa“ und die Albanerberge, in die Campagna möchten wir wandern, den Gesang der feurigen Südländerinnen in den Weinbergen und Olivetten hören. „Samum“13 nenne ich Voßens Meisterwerk. Dieses Buch ist ein Hoheslied der Liebe. Den Roman „Bergasyl“ hat Voß als „Alexandra“ dramatisiert; doch fehlt dem Drama der ureigene Reiz, die schöne Naturschilderung. * Ein Volksschriftsteller in des Wortes schönster Bedeutung ist Ludwig Ganghofer14; der bajuvarische Recke mit dem wallenden Blondbart, der so schön zu schreiben, noch schöner zu lesen versteht. Ganghofers Freund Chiavacci hat eine Lebensgeschichte von seinem Genossen geschrieben. Dieses Lebensbild muß man gelesen haben, will man Ganghofer vollends würdigen können. Der Kern von Ganghofers Schriften sind eigene Erlebnisse, frohe und traurige; Ganghofer ist ein begeisterter Naturfreund, ein leidenschaftlicher Jäger; er ist ein feiner Kenner der Menschennatur, er ist Gemütsmensch in jeder Faser seines Herzens, ein Mann von unerschütterlichem Glauben. Wer krank ist im Gemüte, der lese den „Klosterjäger“, das Buch, das Ganghofer im tiefen Schmerze um sein geliebtes Kind schrieb; er wird Trost finden in den herrlichen Worten. Ganghofers Werke erscheinen nun in einer billigen, doch schön ausgestatteten Volksausgabe, sie erscheinen in vielen Wochen- und Monatschriften, ein Beweis für ihre Gediegenheit. Die Gestalten Ganghofers entstammen dem Volke, der Schauplatz Ganghofer’scher Geschichten sind die bayrischen Alpenländer, Ganghofers Worte sind gemeinverständlich, gewürzt mit kernigem Humor, überdies ist Ganghofer ein großer Kinderfreund und ein seltener Kenner der Kindesseele. Auch Ludwig Anzengruber schildert kernige Volksgestalten; er läßt den Helden ihre Sprache, kennzeichnet ihre Fehler und ihre Tugenden. „Der Sternsteinhof“ und „Der Schandfleck“ sind herrliche Werke voll tiefen Sinnes. Auch Berthold Auerbach15 zieht uns mächtig an, läsen wir dann seine „SchwarzwälderDorfgeschichten“, „Das Landhaus am Rhein“ oder sein Meisterwerk „Auf der Höhe“. Meister in der Volksschilderung ist Peter Rosegger. Er ist selbst ein Kind des Volkes, der Berge, sein ganzes Ich hängt an der Waldheimat; darum strömen seine Dialektdichtungen solchen Zauber aus, sein Humor reißt uns unwiderstehlich 10 Verlag Schöningh, Paderborn. 6 80 Mark. 11 „ Liebeskind, Leipzig. 12 „ Staackmann, Leipzig. 13 „ Engelhorn, Stuttgart. 14 „ Bonz, Stuttgart. 16 Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart. hin. Für Salonpiippchen ist er allerdings nicht, denn er schildert das Volk lebenswahr, also urwüchsig. Wie „Die Schriften des Waldschulmeisters“1(1 verraten, ist Rosegger ein Seelenkenner; am besten kennt er die Seelen seiner Kinder, die er sosehr liebt, die Seelen seiner Enkel; deshalb fühlen wir Lehrer uns so hingezogen zu dem Manne, der den Kindern so vieles abgelauscht hat und uns so verständnisvolle Winke gibt. Wer jedoch Rosegger ganz verstehen will, der lese seine Lebensgeschichte, verfaßt von H. Möbius17. Zu den neuesten Autoren gesellt sich Paul Keller, ein sächsischer Lehrer, der seinen eigentlichen Beruf aufgeben will, um ganz der Schriftstellerei zu leben. „Der Sohn derHagar“18 ist ein Buch von tiefem sittlichen Werte, gewürzt mit feinem Humor; „Waldwinter“ und „Die Heimat“ stehen nicht nach. Wer gerne lacht, der greife nach den Humoresken von Ernst Eckstein, er lese „Das Tagebuch eines bösen Buben“, kaufe sich Ludwig Thoma’s „Agricola“. Zu den neuesten außerösterreichischen Schriftstellern zählt Gustav Frenssen. Die Sprache, die er schreibt, klingt uns zwar manchmal fremd, trotzdem ziehen uns seine Werke an, insbesondere „Jörn Uhl“19, ein Buch, das man ein Hoheslied der Arbeit nennen könnte. „Hilligenlei“ und „Die Sandgräfin“ sind auch bedeutende Werke. Wilhelm R a a b e — „Die Leute aus dem Walde“20, „Die Chronik der Sperlingsgasse“, „Der Hungerpastor“ — schildert feine, poesievolle Menschen, oft niedergedrückt vom Leid, nie aber mutlos werdend. Gar reizvoll sind die Romane und Novellen von Rudolf Stratz. Wenn man „Samum“ liest, hört man förmlich das markerschütternde Gebrüll der Löwen, man fühlt es, wie der feine Wüstensand in alle Poren dringt, wie der heiße Odem immer erstickender weht — dazwischen aber liest man es, wie eine Frau sich die härteste Frage stellen muß: Ist mein Mann der Held, für den ich ihn hielt, den ich liebe, oder ist er ein Lügner? Nun wieder eine Frau, deren Bücher uns fesseln: Helene Stöckl21 schrieb „Die Frau nach dem Herzen des Mannes“, „Er, Sie und Es“ und „An der schönen blauen Adria“. Das sind Bücher, die den Pädagogen fesseln, ihn fesseln sollen. Auch die Verfasserin der „Briefe, die ihn nicht erreichten“22, trifft es gut, wenn sie uns unterhalten und belehren will, sei es mit diesem ganz eigenartigen Buche oder mit „Der Tag anderer“. China und die Chinesen, die reichen Amerikaner, deren Leben und Treiben, sind in den Büchern der Baronin Heyking so anziehend geschildert, daß wir alles miterleben und es erkennen, daß auch in den hohen und höchsten Ständen nicht alles eitel Freude und Glück ist. Hinter dem Namen Emilie Marriot verbirgt sich auch eine Frau. Ihr anregendstes Werk ist „Der geistliche Tod“23, ein Buch, in welchem sich zwei Priester gegenüber stehen: einer mußte Priester werden, der andere wollte es werden. Die „Tiergeschichten“ derselben Verfasserin sollten die weiteste Verbreitung finden, damit man es endlich einsehen lernte, daß auch ein Tier ein fühlendes Wesen und daß der Vogelmassenmord ein Unding ist, zu dessen Abstellung jede Frau ein Scherflein beitragen müßte, indem sie jedweden Federnschmuck auf ihrem Hute verabscheut. Das Buch einer Lehrerin wird uns Lehrer besonders interessieren. Ich meine „Im Karst“24 von Hilaria Eckhel. In Versen ist cs verfaßt; daß Arbeit des Lebens Krone ist, dahin klingt es aus. Auch eine gekrönte Frau führt die Feder, Carmen Sy Iva, die Königin von Rumänien. „Astra“26 ist ein ganz eigenartiges Buch. 111 Verlag Staackmann, Leipzig. 4 K 80 h. 17 „ Staackmann, Leipzig. 18 „ Allgemeine Verlagsgesellschaft, München. 10 „ Grote, Berlin. 5 Mark. 20 „ Janke, Berlin. 6 Mark. 21 „ Seyfert, Dresden. 4 80 Mark. 22 „ Paetel, Berlin. 7K 20 h. 28 „ Freund und Ieckel, Berlin. 4 Mark. 24 „ E. Pierson, Dresden. 4 20 Mark. 25 „ Strauß, Bonn. 5 Mark. Die neueste Zeit brachte mancherlei Erziehungsromane. Als bedeutendsten unter diesen nennt man „Götz Krafft“26 von Edward Stilgebauer. Das ist ein Buch für Lehrer. Auch alle anderen Werke Stilgebauers sind lesenswert, sind sie doch lebenswahr. Theodor Storm 27 zieht mit seinen Büchern ganz unsagbar an, versetzt uns in träumerische Stimmung, läßt uns die Umgebung vergessen. Hermann Sudermann wird viel gelobt und viel geschmäht. „Frau Sorge“28 und „Der Katzensteg“ sind Bücher, die man studieren soll, soferne man nackte Wahrheit nicht scheut. Ein Werk, das seines erschütternden Inhaltes wegen viel Anklang findet, ist „Helene Jung“29 von Paul Lindau. Das ist ein Roman aus dem Leben 1 Eine reizende Gestalt gibt uns Gyp in „Federwisch’s Heirat“30. Zwar ist das Büchlein nur eine Übersetzung aus dem Französischen, der Federwisch ist jedoch eine so anziehende Lektüre, daß sie wohl niemanden reuen kann, ebensowenig wie das Lesen des Werkes „Die Waise von Lowood“31 von Bell, wenngleich dieser englische Roman von sehr ernstem Inhalte ist. Einer der neuesten Schriftsteller ist Rudolf Hans Bartsch, dessen „Zwölf aus der Steiermark“32 einen Sturm der Entrüstung heraufbeschwor, wie mir dünkt, mit Unrecht. Für einen Freund und Kenner der Stadt Graz und ihrer herrlichen Umgebung, für einen Freund der biedern Grazer hat dieses Buch viel Reiz, ebenso wie „Die Heindlkinder“ für den Wiener. Chiavacci und Busch erfreuen unser Herz durch ihren urwüchsigen Humor, nicht minder Rudolf Greinz, der witzige Tiroler. Ein ganz merkwürdiges Buch ist „Jesse und Maria“ von E. Handel Mazetti. Die Sprache klingt uns fremd, ist sie doch zum großen Teile jene der fernen Zeit, da die Protestanten in den österreichischen Ländern so sehr angefeindet wurden. Jesse ist Protestant, ein recht übermütiger Edelmann, doch nicht schlecht, Maria jedoch des Försters Weib, ist eine inbrünstig glaubende Katholikin. Der Kampf zwischen den beiden, der erschütternde Ausgang ist ergreifend geschildert. Ludwig Jacobowski bringt uns in „Werther, der Jude“ den Helden, den gemütsvollen Juden, herzlich nahe. In jüngster Zeit ist eine Volksausgabe der bedeutendsten Schöpfungen Robert Hamerlings33 erschienen; wir Lehrer können also auch diesen Unsterblichen kennen, verstehen und lieben lernen. Wer die gebundene Rede schätzt, dem kann Ottokar Kernstock34 hochwillkommen sein, der ehrwürdige Pfarrer, der auf seiner Festenburg drei sinnige Liedersammlungen schuf. Auch die Dichtungen Ferdinands von Saar und jene Edwards Sam habe rs — sie sollen neu und vollständig erscheinen — können uns schöne Stunden bereiten. Noch eines aus unserer Mitte möchte ich gedenken, Karl Krobath ist es, der bislang eine Liedersammlung — „Blüten einer Dornenkrone“ — und eine Sammlung von Geschichten — „Tolles und Trauriges“35 — herausgegeben hat. Sicher wird uns dieser Berufsgenosse noch manches bieten. Wilhelm Fischer,80 der große Freund der schönen Murstadt, Adolf Pichler,37 der kernige Tiroler — ach! wer vermöchte sie alle zu nennen, deren Schöpfungen den Leser erfreuen! Wenn ich an dieser Stelle noch Franz Wisbachers38 erwähne, des Lehrers und Dichters, des Mannes, der an einem unheilbaren Leiden krankt, dabei nahezu 20 Verlag Bong, Berlin. 24 K. 27 „ Westermann, Braunschweig. 28 „ Cotta, Stuttgart. 20 „ Engelhorn. 30 „ Engelhorn. 31 „ Reclam. 82 „ Staackmann, Leipzig. 6 Mark. 33 „ Hesse, Leipzig. 34 „ Mühlthaler, München. 4 Mark, 3 Teile. 35 „ Bertschinger, Klagenfurt. 36 „ Müller. München. 37 „ Müller, München. 38 „ Dieter, Salzburg. aller Mittel entblößt ist, so möge man es mir nicht verübeln. Die Nachtigall von Ainring nennt man den kranken bayrischen Berufsgenossen, dessen zwei schöne Gedichtsammlungen bei Dieter in Salzburg erschienen sind. (Wir schließen uns der Bitte an, dieses geistvollen, aber unglücklichen Kollegen nicht zu vergessen. Es ist Ehrenpflicht der Lehrerschaft, seine Werke zu verbreiten, ihn vor Not und Vergessen zu schützen. D. Sch.) Recht lesenswert ist Otto von Leixners Buch „Der Weg zum Selbst“39. Die angeschlossenen Aphorismen fesseln den Leser ganz besonders. Schöner Lesestoff sind die verschiedenen Sammlungen deutscher Märchen. Das Jetzt zu vergessen, tut dem Lehrer nur zu wohl, gerne versenkt er sich in die bunte Bilderpracht der Märchen, gerne besieht er gediegene Bilderwerke40. Woher nun die Mittel nehmen, um alle Wünsche zur Erfüllung zu führen? fragt man. Alljährlich ein kleines Sümmchen für Bücher, so kann es im Laufe der Jahre eine stattliche Sammlung ergeben. Für die Lehrerbibliothek soll der Lehrer auch sorgen, nur lesenswerte Bücher zum Ankaufe vorschlagen, denn Bücher; die nur zum Verstauben im Kasten stehen, lohnen den Erwerbspreis nicht. Hildegard Rieger, Lehrerin in Trifail-Vode, Steiermark. Machwori der Schristleitung: Mit bem vorstehenden Verzeichnisse Hot uns Frl. Rieqcr wertvolle Anhaltspunkte neboten und es sei der mackem „belesenen" Kollegin hiefür im Namen der Leser und der Schriftleitung Dank gesagt. Hinsichtlich der Beschaffungssrage wird aus die Bezirkslehrerbüchereien verwiesen. Werke, die man zum Handgebrauche täglich braucht, soll der Ortsschulrat beschaffen; sie gehören ja zum Rüstzeug der Schule. Werke jedoch, die einmal genossen und dann weggelegt werde», berge die Bücherei des Bezirkes. Es werden darum die Bibliothekskommissionen aus dem obigen Verzeichnisse manches greisen müssen, sollen die Bücher „weniger gepriesen, aber mehr gelesen sein". Abschließender Bericht über die II. Frage „Soll die Schiefertafel aus der Schule verbauut werden oder nicht?“ Der Zufall wirft knapp vor Torschluß ein Urteil herein, das den Stand der Frage treffend kennzeichnet. Kollege Franz Frischauf in Vösendorf schreibt: „Nicht der Gebrauch der Schiefertafel verschlechtert die Handschrift, sondern der Umstand, daß man die Kinder schon zum Schreiben mit der Feder zwingt, bevor sie es mit dem Griffel ordentlich gelernt haben. — Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich selbst eine einklassige Schule besuchte, in welcher die Schiefertafel während der ganzen Schulzeit beibehalten und wo erst vom dritten Schuljahre an, jedoch nur zwei-oder dreimal wöchentlich, mit Feder und Tinte geschrieben wurde. Es dünkte uns das Heftschreiben als eine besondere Auszeichnung; jeder trachtete seine Sache so sauber als möglich zu machen. Als ich mit 12 Jahren in das Gymnasium eintrat, wurde ich schon in der zweiten Woche von den Schönschreibstunden gänzlich befreit.“ Mit diesem Urteile ist sozusagen der Nagel auf den Kopf getroffen worden. Die Gegner der Schiefertafel sollen nun die nachstehende Erörterung nicht ohneweiters grollend über- blättern, denn wer sich in die Wechselrede begibt, darf nicht hartnäckig, um jeden Preis, auf seiner Meinung beharren — sonst wird jeder sachliche Kampf hinfällig —, sondern muß prüfend von Meinung zu Meinung tasten und dabei prüfend seine eigene Ansicht läutern. Es mag ja sein, daß die Erfahrung das bestätigte, was die persönliche Ansicht vertrat; deswegen kann jedoch letztere noch immer irrig sein oder wenigstens sich nicht zu einer allgemein gültigen Norm aufschwingen. Das Besondere führt erst daun zum Allgemeinen, loettti es die Theorie stützt und die Mehrzahl d er Erfahrungsfälle bestätigt. Demnach haben wir die Frage nach diesen Gesichtspunkten zu betrachten. -- Die Theorie des Schreibunterrichtes ist auf die Theorie des Zeichnens zurückzuführen, denn Buchstaben sind Zeichen, sagen wir, Zeichnungen; wenn sie naturgemäß entwickelt werden, so müssen sie aus ihrem historischen Werdegänge herausgehoben erscheinen. Demnach haben wir cs zunächst nicht mit dem Schreiben, sondern mit dem Zeichnen nach der Natur zu tun. Meine Schüler schrieben schon n und tu, ehe sie wußten, was diese „Zeichnungen" bedeuteten. 39 Verlag Felber, Berlin, — 40 Verlag Lippowitz, Wien. Die neue Welt, Im Fluge durch die Welt. Wir fjnttcn die Zeichen aus der Säge geschnitten; sie waren die Zähne derselben. (Meine Schüler schrieben steil.) Da gab es kein Schelten, kein immerwährendes Aufinerksammachen usw. Jedes Kind wußte, worum es sich handelte, nämlich um die Zähne der Säge, und es tat nichts anderes, als daß es entweder vom Gegenstände oder von einer Vorzeichnnng das Bild entwarf oder schließlich dasselbe aus dein Geiste auf die Zeichenfläche gleiten ließ. In jedem Falle hatte das Kind eine Stütze für das Zeichen, eine Stütze, die allenthalben nicht beachtet wird, so daß das Schreiben mancherorts in der Tat nichts anderes ist als das Nachmalen toter Zeichen. Mein nt war ein lebendiges Zeichen, das Bild aus der Seele. Es entsteht nun die Frage: Sollte das gewonnene Bild, das schließlich in das Gedächtniszeichnen übergeführt wurde, in seinen Einzelheiten als solches dnrchgeführt oder lediglich mit seinen typischen Merkmalen behalten werden? Wenn wir den Zweck ins Auge fassen, so müßte zweifellos das letztere Ziel in Sicht genommen sein, handelte es sich doch um nichts anderes als um die Gewinnung des typischen Zeichen Sans „natürlichem" Wege. Es war die letzte Stufe des Zeichnens nach der Natur, eilte Gedächtniszeichnnng. Immer rascher konnte es der Schüler bieten, bis es zur automatischen Zeichnung wurde. Der Gegenstand trat mehr und mehr zurück und zur Reproduktion seines Bildes genügte eine einzige Regung. Ihre Wirkung, die Reproduktion des oft geübten Bildes, flog rasch durch den Geist und ließ sich in den Muskeln nieder; von dort aus floß sie zur Zeichetifläche. Was also in der Geschichte der Menschheit sich in Jahrhunderten vollzogen, wurde hier in wenig Wochen durchlaufen. Unser Zweck war erreicht: Wir hatten das Zeichen in seiner typischen Gestalt erobert, wir hatten es aus dem Chaos geschält, wie der Bildhauer die Form zunächst in groben Umrissen aus dem Klumpen hämmert. Hätten wir nicht sogleich die Detailarbeit miteinbeziehen sollen? Nein! Die Auffassungskrast des Kindes hat bestimmte Grenzen, über die wir nicht hinausgreifen dürfen; der Muskelstnn und die physische Beschaffenheit der Muskeln sind noch nicht derart entwickelt, daß wir sogleich Anforderungen stellen können, die als Endziel gelten. Das eben war einer der Hauptfehler unseres Betriebes im Schönschreib unterrichte, daß man zu früh auf Aufgaben lvsstürmte, denen das Kind vermöge seiner Entwicklung erst in einem späteren Zeitpunkte gewachsen war. Hätte man sich zunächst mit der typischen Form, d. h. mit der Gestalt in rohen Umrissen, begnügt und dann erst Feinheit um Feinheit hinzugefügt, man hätte viel größere Erfolge aufzuweisen gehabt. In der alten Schule warf man sich zunächst auf das Lesen und Rechnen und erst später kam, daun allerdings im Übermaß, das Schreiben. Bis dahin hatten sich Auffassung, Geschmack und Muskelsinn gebildet und es konnte die gefällige Form ohneweiters nachgebildet werden. Heute stellt sich das Schreiben sofort dem Lesen an die Seite u. zw. mit einer Reihe von Anforderungen: Das Kind soll gleich typisch schreiben, soll unnatürlich, nämlich schief schreiben, soll schön schreiben, d. H. Haar- und Schattenstriche beachten, soll die einzelnen Zeichen geschmackvoll verbinden, soll mit Tinte schreiben und dabei auf die Form der Buchstaben, ans die Zeilen, auf die Lage, ans die Stärke der Striche, auf Nettigkeit, auf die richtigen Abstände, am Ende noch auf den Rand achten. Hiezu tritt die geistige Arbeit des Umtauschen« der Zeichen aus der Druckschrift in die Schreibschrift oder die unmittelbare Reproduktion. Ja, wer das so recht betrachtet, muß über unsere Methodik traurig gestimmt sein. Sie ist nicht dem armen kleinen Menschlein, sondern dem Homunkulus aus der Retorte angepaßt. Wer nun vernünftig vorgeht, kann von all den erwähnten Anforderungen zunächst nur eine herausgreifen u. zw. als erste das Wiedergeben des typischen Zeichens. Sobald man mehr zur gleichen Zeit verlangt, teilt sich die Aufmerksamkeit und beide Forderungen leiden Schaden. Also 1. Stufe: Gewinnung der Buchstabenfvrm in rohen Umrissen aus dem Zeichnen nach der Natur. — 2. Stufe: Überführen derselben als Gedächtniszeichnung zur automatischen Reproduktion. (Muskelreproduktion.) — 3.) Einzwängen des Zeichens in das Liniennetz, nachdem die Bedeutung erörtert morden ist. — 4.) Verbindung mit anderen Zeichen. — 5.) Geschmackvolle Darstellung der typischen Zeichen (Haar- und Schattenstrich). — 6.) Fortschreitende Verbindung. — 7.) Gefällige Darstellung von zusammenhängenden Abschnitten. — 8.) Individualisierung der Schrift durch Vorlage von Mustcrschriften, wie sie das Leben bietet. — Das wäre der beiläufige Stufengang eines natürlichen Betriebes im Schreibunterrichte. Er verteilt sich sinngemäß ans die einzelnen Unterrichtsstufen. Es handelt sich nun darum, den Gebrauch der notwendigen Lernmittel fcstzulegen. Im Altertume schrieb man zunächst in den Sand oder auf Wachstäfelchen. War die Schreibfläche voll, so wurde sie in kurzer Zeit wieder glatt gemacht. Man wollte ja vorläufig nichts anderes verfolgen, als gerade die typische Form des Buchstaben sichern. An die Stelle des Wachstäfelchens trat unsere Schiefertafel. Der Zweck des Wachstäfclchens ist auf sie übcrgegangen: Sie soll das Urcharakteristikum des Buchstaben vermitteln, wenn wir auf den oben entwickelten Stnfengang znrnckgreifen, bei Nr. 1, 2, 3 und 4 als Hilfsmittel verwendet werden. Sobald ich den Bleistift einführe, hemmt die Sorge, daß das Zeichen bleibend ist, daß die Bleistiftspitze brechen könnte, daß die Hand die Fläche beschmutzt, eine freie Entfaltung und die volle Konzentration der Geisteskräfte auf einen einzigen Punkt. Das ist praktisch und mathematisch so klar, daß es keines weiteren Beweises bedarf. In weit größerem Maße trifft es bei Feder und Tinte zu. Wer trotz des unnatürlichen Sprunges sogenannte „schöne" Erfolge erzielt, versündigt sich an der gesunden Entwicklung des Kindes und erarbeitet etwas mit harter Mühe, was sich später spielend ergibt. Es ist so nicht nur im Schreibnnterrichte, sondern in fast allen Gegenständen des modernen Unterrichtes. Wie lange hat es gebraucht, bis wir endlich das Messen und Teilen ans der Elementarklasse brachten? Jetzt sieht man es ein, daß man sich mit einer Sache unnütz plagte, die über die Auffassung der kleinen Leute ging, für die sich erst später die Reife und damit die mühelose Aneigung ergab. Genau so ist es im Schreiben. Erst die Sicherung der typischen Form mit einfachen Mitteln, dann die Detailarbeit auf feinerem Material! Es mögen dagegen Bedenken verschiedenster Art aufgebracht werden, sie sind von geringer Bedeutung und erscheinen gegen die festgegründete natürliche Methodik, die in den Anfängen des Unterrichtes die Schiefertafel geradezu verlangt, wie das Härchen in der Suppe. Der praktische Schulmann weiß sich vor Nach teilen zu schützen, wie sie im Verlaufe der Wechselrede aufgedeckt wurden. Es ist gut, daß man sie brachte, aber es wäre aus dem Eigensinn geborene Schwäche, wenn man sie nach der gekennzeichneten Begründung zur Hauptsache erhöbe und sich vor ihnen beugte. — Im großen und ganzen wurden die Urteile für die 11. Frage aus der Praxis geholt. Die Mehrzahl war pro, d. H. die Schiefertafel soll in der Schule bleiben. Da es an theoretischer Fundierung fehlte, so mußte sie im abschließenden Berichte breiter ausgeführt werden. Es wäre nun überaus anregend, nach klarer Erfassung derselben, die Wechselrede vom Anfänge an durchzugehen und dabei zu beachten, inwieweit die Praxis unbewußt das bestätigte, was die Theorie Stein auf Stein gefügt. Ist der Bau auf beiden Seiten gut, so muß Übereinstimmung herrschen. Alles andere war, wenn es sich auch bewährt hat, aus Zufälligkeiten entsprungen, die doch niemals entscheiden können. — Ein Haufltargument betraf die „schwere Hand"; es ist schon zum geflügelten Worte geworden und trifft zu, sobald man den Schatten-strich auf der Schiefertafel verlangt. Aus unserem oben entwickelten Lehrgänge ist er ausgeschaltet; daher ist auch das Bedenken verscheucht. Auf ähnliche Art lassen sich alle Einwürfe entkräften. Ich muß es dem Leser überlassen, sich dieser Arbeit zu widmen. Für die Schulen meines Anfsichtsgebietes wurde folgendes bestimmt: Wenn die Kleinbuchstaben auf der Schiefertafel als „typische Zeichen" gesichert sind, werden sie mit der Detailausführung in den Heften geübt. Dasselbe betrifft die Großbuchstaben. So bleibt denn die altehrwürdige Schiefertafel in der Elementarklasse als notwendiges Instrument und es löst das Heft sie als Belohnung „ehemöglich" ab. Wie glücklich ist der, dem sie zuteil wird! Peerz. Lose Gedanken. 11.) Der Kampf mit dem Drachen. Die Dummheit gehört für den Landlehrer je nach seiner Veranlagung entweder zu seinen gemütserheiternden Vergnügen oder zu seines Daseins größten Qualen. Zu einem meiner guten Bekannten, zu einem Bienenzüchter, der einen ganzen Glasschrank voll errungener Ehrenzeichen im Arbeitszimmer stehen hat und einen Stand von etwa hundert Stöcken sein eigen nennt, kommt ein krummgearbeitetes Bäuerlein von der Einschicht herab um Rat und Beistand. Die Spinnerinnen seien ihm übers Wachs kommen, meint er. „Ja, was du nit sagst?“ „Wirklich wahr, Herr, schaugst dirs nicht einmal an?“ „Na, geh mit mir, ich werd’ dir was zeigen 1“ „Ja, mit Verlaub!“ „Ich führe ihn zu meiner Sammlung von biologischen Präparaten aus der Bienenzucht,“ erzählt mein Freund, „und zeige ihm die .Arbeit' der Wachsmotten.“ „Ja, sind’s dir a drüberkommen, die Spinnerinnen?“ „Das sind keine Spinnerinnen, das ist ein kleiner Schmetterling, den man Motte nennt. Die Raupe dieses Insektes (ich zeige ihm das) macht diese Gewebe, die wie Spinnenhäute aussehen!“ „A, kann nit sein! Was d’ nit sagst! Das ist sein Lebtag a Spinnerin g’we’n (gewesen). „Aber wonn ich dir’s sag! Der Meisterimker gibt ihm die notwendigen Schutzmaßregeln. „Dös is nix,“ meint er, „der Nachbar sagt, Rotschwanzei warn gut, die fangen die Floigen (Fliegen) und d’ Spinnerinnen.“ „Aber geh, die Rotschwanzei fangen dir ja die Ben (Bienen) weg!“ „Jazt siach ich, daß d’ a nit alles verstehst, Herr!“ — Ging und kam nicht wieder. „Die Präparate mußten ihn verscheucht haben, ich hatte es schlecht angefangen,“ bemerkte mein Freund. — Ein andermal kommt zu ihm ein Bauer mit brennrotem Gesichte gerade in das Bienenhaus, als er mit dem Einsetzen künstlicher Waben beschäftigt ist. „Jazt laßt es amal steh’n, die nixnutzige Benvögelzucht.“ (Der Ben, Bin, die Ben, plur.) Ich weiß wohl, daß die Bienenstiche die Haut nicht röten, aber ich frage ihn dennoch foppend, denn nur in dieser ihrer Art umzugehen, kommt man ihnen bei: „Hot dich leicht eine g’heckt, (gestochen) G’ringbau’, rot bist ja wie a Nagerll“ (Nelke.) „Anzünden tu ich dir den Benstadl noch 1“ „Warum nit gar?“ „Seit deine Benvögel so ausfloigen, is’ Heu nix mehr nutz, dö zoigen (ziehen) den ganzen Saft aus!“ „Aber geh, ich werd’ dir zeigen, wie die Bienen sogar für manche Pflanzen vom größten Nutzen sind.“ Mein Freund will dem Bauern ein Tableau zeigen. „Jazt hörst mir aber auf mit den druckten Teufelszeug. Dös is alles von dö Stadtleut aufbracht, daß s’ uns alles vaderben, daß s’ ka Mensch mehr aushalt aufm Land, daß ma allsamt einirennen in d’ Stadt und eahnere (ihre) Knechte werden. Ich sag dir’s, ich zünd dir dein Benstadl noch an 1“ „Da muß ich halt doch meine Ben anhängenl“ „Aufhänge kannst dich,“ plärrt er mir liebevoll in die Ohren und geht davon wie ein Wütender, ist aber nit so arg. — Seht Ihr, Kameraden, da gibt es Arbeit, fruchtbare Arbeit, die notwendiger und wertvoller ist als ein Kulturbild aus China oder die Berechnung des Kegelstutzes und der Kugelschnitte. — Aber erst die Obstbaumzucht! Der Rastbauer versichert mir hoch und teuer, wir sitzen bei seinem wirklich ausgezeichneten Apfelmost, daß das Obst nimmer gedeiht, seit die jüngeren Bauern anfangen, die Bäume zu putzen: „Denn der Miab (Moos) hält ihn Bam warm!“ Die Misteln sind nach seiner Ansicht das sicherste Zeichen, daß der Baum gesund ist, „siagst (siehst), wie der Bam hin wird, ist d’ Mistel schon ehzeitig abg’storben!“ Wer lacht da? Das ist ein Kulturbild aus jener glücklichen Gegend Niederösterreichs, wo die edle Kastanie wild gedeiht. Ed. B. 12.) Fahrplanlesen in der Schule. In den meisten Fällen stehen die Menschen etwas unbehilflich da, wenn es gilt, an der Hand des Fahrplanes eine kleine Reise zusammenzustellen. Wir müssen daher, wollen wir praktisch unterrichten, die Schüler der letzten Klasse mit dem Fahrplane vertraut machen. Die Art der Vorführung kann jedem Lehrer anheim gestellt werden. Nur auf die Verwertung des Stoffes sei hier hingewiesen. a) Wiederholung der geographischen Kenntnisse bei der Besprechung der zu unternehmenden Reise, wie: Bodengestalt, Flüsse, Mündungen, Städte usw. b) Entfernungen, Luftlinie, Fahrgeschwindigkeiten. c) Geschichtliche Momente, die sich an die zu durchfahrenden Strecken knüpfen. Als Lehrmittel werden alte Fahrpläne benutzt, die sich jeder Lehrer leicht beschaffen kann. Die Staatsbahndirektionen würden gut daran tun, jede Schule mit einem Fahrplane zu versehen. In jeder Klasse soll ein Fahrplan hängen; in den Pausen können unsere reiselustigen Biirschlein kreuz und quer fahren. Stein. Da Schulinspekta. Da Inspekta khimb! Da Inspekta khiinb! A sou Schreins daher die klein Kina, vvonns ’n kenian gsechan den strengan Herrn, ders olli Johr amol tuat schreckan. Oll schloudans und ziddan (zittern), rumpln auf eahnari Platz, holtn d' Händ schea auf Bonk und sein ruawi (ruhig). Die oan sein kasweis, die ondarn brinroat im Gsicht. A sou sitzns do und ba monige kloan Peal (kleiner Knirps), der va leti Ongst dougazt (zittert), wia a eschbas Lab, khimb himmaramol (manchmal) wuhl a a kloas Lackl aufs aflez (Fußboden) oachi. Da Schulmoasta va da oaklassin Schul in St. Jogi sitzt vorn ban Tisch, schaut oachi (hinunter) auf seine Schula. Oll seins schea ruawi, s rührt sih nix und koan Maugaza (kleines Geräusch) kunt oana hörn. Aufeamol geht d Tür auf. — Wia da Blitz seins oll auf da Heach: „Gelobt sei —“ ha, ha, ha, ha gehts lous, weil da Schmied Franzi is kein. Oba sakara 1 — Glei hintn noch khimb da Inspekta. — Horn sih nait glei dafong (konnten nicht sogleich innehalten mit dem Lachen), d Schula, weils n Schmied Franzi für n Inspekta hon grüaßt. Derawegn moat da streng Herr, d Schula hättn zwenk Diszaplin, da Herr Lehra sults nouch amol grüaßn loßn. Sewi is gschechan und ofta is lousgong. „Fongt scha guat on“, denkt eahrn da Lehra, „hot n gwiß wer d Ohrwasch! vulgrotschelt (vollgeredet), weil a sou dreinschaut und koa Wartl z redn woaß mit mir.“ Va olln hout ers prüaft da Inspekta. Van Rechnan, va da Sprochlehr, van Lesn, va da Lond-kortn und va übaroll holt nutz (viel) a wenk wos. Ba da Londkortn hat sa sih gspießt. Hobn va Amerika sihst nait vül gwißt, ols daß dout a gwissa Kolumbus, wia er dais Lond gfundn hot, a etla Krowotn ban Erdäpflstöhln vaspaukt (verjagt) hot. — Is a naitgut zfriedn gwäin da Inspekta und a sou geht er z mittog furt noch Broatnbrunn; lacht (vielleicht) kunnt er durt a d Schula daschreckan. Weil er oba z Broatnbrunn nouch nia gwäin (gewesen) is, sa frog er ban Hoftor an kloan Buani wo da kürza Weg douthin gang. Der sogg eahms. Hint oba steht a kloana Stigl und wischblt (spricht leise) den ondarn zua: „Do hobs asl Hiaz find der nait amol noch Broatnbrunn umi und mir sult ins in Amerika auskennan.“ Houts wuhl a wenk z laut gsogg, da Inspekta houts gährt und hout zruckgschaut. Oba gsogg hot er nix. Ob er oba z Broatnbrun d Schula a va Amerika gfrogg hot, sewi woaß ili nait. E. Giinpl, Frauenberg. Noch etwas über Aufsatz und Korrektur. Vom Lehrer Josef Hobler in Alt-Moletin. Wenn die verheerende Macht des Feuers die Siedlung eines Dorfinsassen zerstört hat oder wenn ein furchtbares Gewitter mit elementarer Gewalt über die heimatlichen Fluren niedergegangen ist, dann ist wohl nichts so naheliegend, als daß der Lehrer in der nachfolgenden Aufsatzstunde oder wo möglich am nächsten Schultage diesen Stoff als freien Aufsatz niederschreiben läßt; denn die Natur schildert hier viel schöner und ausdrucksvoller als der beste Lehrer es vermag. Auch wenn im abgelegenen Gebirgsdörfchen ein bescheidenes Fest gefeiert, eine höher gestellte Persönlichkeit empfangen, ein Wander- oder Turngang unternommen wird, so wird sich genug interessanter Stoff für den Aufsatzunterricht ergeben. Mit welcher Freude die Kinder solche Aufsätze schreiben, wieviel aus dem Eltern hause Mitgebrachtes und Selbsterlebtes da mitklingt und wie die Seele des Kindes sich in solchen Aufsätzen dem Psychologen offenbart, das bedarf wohl keiner Erläuterung. Sind es doch zwei Umstände, die den Kindern diesen Aufsatz wesentlich erleichtern: Die lebhafte Resonanz, die nach einem solchen Ereignis innerhalb der Gemarkung des Dorfes herrscht, und die eigene Beobachtung des Kindes mit Aug’ und Ohr. Aber auch dann, wenn die heimatliche Scholle eben keinen günstigen Aufsatzstoff bietet, braucht man nicht mit der Laterne darnach zu suchen. Aus jeder richtig durchgeführten Realienstunde müssen sich ganz von selbst Aufsatzthemen ergeben.1 Ist das Interesse des Kindes einmal wachgerufen und wurde der dargebotene Stoff wirklich verstanden, so wird es nicht besonders schwer sein, das Gehörte in kurzen Sätzen zu reproduzieren. Diese Aufgaben, die bald urkomisch und derb, bald wieder fein ausfallen, sind ein richtig zeigender Spiegel für den Unterricht des Lehrers. Daraus erkennt man alle Mängel, die der Unterricht tatsächlich hatte, hier wird einem klar, ob der Unterricht praktisch und naturfrisch war und ob es einem wirklich gelang, zum Wissensschatze der Kinder ein Teilchen hinzuzufügen. Gar häufig ist eines zu Boden gesickert, aber es schwirrt umher, bis es am Ende verweht. In diesem Falle wurde bloß ein Stundenwissen erzeugt. Hat der Lehrer zur 100 jährigen Gedenkfeier der Schlacht bei Aspern und Eßlingen ungeachtet des Stundenplanes die Bedeutung der ewig denkwürdigen Begebenheit in einem Geschichtsbilde entwickelt und den Verlauf des Sieges verfolgt, hat er mit den Schülern den Heldentod der Getreuen bewundert und mit dem Wiener den Waffenklang und Kanonendonner von der Stadtmauer im Geiste gelauscht, hat er den Held des Tages mit geretteter Fahne auf dem Bilde gezeigt, was Wunder, wenn Lenaus Worte: Die Donner Asperns habens ausgesprochen: „Er ist besiegbar!“ im nächsten Aufsatze den Titel bilden. Wie tapfer und mit welcher Lust da auf dem Papiere gekämpft wird und wie mancher Satz dem Lehrer bei der Verbesserung unwillkürlich ein Lächeln abringt, davon hat sich wohl der Gegner des freien Aufsatzes noch nichts träumen lassen. „Der Nutzen des Waldes“ lautete eine andere Aufgabe, nachdem in zusammenfassender Weise der heimatliche Wald als große Lebensgemeinschaft besprochen worden war. Man führe die Schüler im Geiste aus der „verworren schallenden“ Welt hinaus in das schattige Waldesdunkel, wo einsam Rehe grasen, wo des Jägers Hifthorn erschallt und der Rauch der Kohlenmeiler langsam über den Bäumen aufsteigt. Welches Kind hätte nicht saftige Beeren gepflückt, Waldmeister gesucht und, auf weichem Mooslager ruhend, dem melodischen Gesänge der Amseln und Drosseln zugehört ? Bei der Unzahl von Stoffen für den freien Aufsatz wird es dem Lehrer leicht, die beste und nutzbringendste Auswahl zu treffen. — Aber noch eine Stunde kann sich beispielsweise an den ruhmreichen Sieg bei Aspern und an den Wald anschließen. Die Korrekturstunde. Dieses Schreckgespenst des freien Aufsatzes, das viele mit Schaudern von sich weisen, kann sehr nutzbringend angewendet werden; die Korrekturstunde kann zur Konzentration im Unterrichte beitragen. Sie wird zunächst eine ungezwungene Sprachlehre- und Rechtschreibstunde sein — und dies besonders in Schulen, wo man sich beim Abteilungsunterrichte ohne Spracht»uch abfinden muß. Welch ein Leben kann so in das trockene Regelwerk gebracht werdenI Welche Anstrengung kostet es dagegen dem Schüler, aus den langen Satzperioden des Lesebuches gerade das ins Gewicht Fallende herauszufinden! Er sieht vor lauter Bäumen nicht den Wald. Für die Ableitung mancher Regel bieten die kurzen Sätzchen der Schüleraufgaben ein weit besseres Material als die Lesebücher. Freilich wird mancher fragen: „Aus den fehlerhaften Aufsätzen der Kinder sollen allgemein gültige Regeln abgeleitet werden?“ Jawohl! „Durch Fehlen lernt man“, sagt das Sprichwort. Hier ist üppiges Grün, von den Kindern selbst geschaffen, dort eine öde Fläche 1 Ein Schüler schreibt z. B.: „Man glaubte daß Napoleon unbesiegbar sei.“ Sofort wird die Frage gestellt, wo hier das Satzzeichen zu setzen sei, Haupt- 1 Sehr richtig! D. Sch. und Nebensatz werden hervorgehoben und das Ganze wird als Satzgefüge hingestellt. Wer von euch hat noch solche Sätze gebildet? Desgleichen wird an leichten, passenden Sätzen die Satzverbindung usw. erklärt. Ein anderer Schüler schreibt in einer Aufgabe über die Beschäftigung der Bewohner Ungarns: »Viele Bewohner des ungarischen Berglandes kommen als Dratbinder zu uns.“ Nachdem der Fehler verbessert ist, werden von den Schülern die bekannten Wörter mit „ht“ abgefragt. Auch hat man bei der Korrektur die beste Gelegenheit, eingebürgerte mundartliche Fehler kennen zu lernen; man kann also die Grammatik lokalisieren,1 was zur Erzielung einer korrekten Sprechweise von großer Wichtigkeit ist. Abgesehen von einem uralten, fast unheilbar scheinenden Übel, der Dem- und Den-Verwechslung, gibt es überall eine Menge eigentümlicher Fehler. So schreiben die Schüler: „Mit was sich die Leute beschäftigen,“ „von was die Tiere leben“, „der Vater hat es aus der Zeitung gelest", „auch im Winter bin ich im Wald gewest.“ Man liest: nieseln (rieseln), sarnpft (sanft), die Anbau und die Steinbruch usw. Alle diese Fehler kommen zwar in eingedrillten Sätzen nicht vor, können aber deshalb nicht bekämpft werden, da sie auch vom besten Lehrer bei der mündlichen Wiedergabe häufig überhört werden. So kann nun für die richtige Vertiefung ganz ungezwungen gesorgt werden. Man wird dabei dem Grundsätze gerecht: Non multa, sed multum! Der Lehrer als Bienenzüchter. Von Hans Pechaczek, Lehrer in Euratsfeld, N.-Ö. Die Herbstvereinigung. Heuer war ein gutes Scliwarmjahr. Überall hörte man, daß viele Schwärme gefallen waren; ob aber alle winterständig geworden, d. h. im Stande waren, sich den notwendigen Bau herzustellen und sich das Winterfutter einzutragen, ist eine andere Frage. Gar mancher Imker wird daher vor der Frage stehen : Soll ich das Volk mit Zucker ausfüttern oder soll ich zwei Völker vereinigen, um so den Bau und den Futtervorrat des einen dem ändern zugute kommen zu lassen? Die rationellste Vereinigungsmethode ist folgende: Von zwei Schwärmen werde ich nur den Nachschwarm, weil er eine junge‘Königin besitzt, als Überwinterungsvolk erhalten und lieber den großen Vorschwarm kassieren, denn seine Königin ist alt und hat bereits so viel Eier abgesetzt, daß sie für das nächste Jahr das Volk voraussichtlich nicht rechtzeitig schwarmreif machen wird. Ich werde gegen Ende August mit dem Vere/nigen beginnen. An einem schönen Flugtage entnehme ich dem Vorschwarme alle Waben, die zugedeckelte Brut enthalten. Die darauf sitzenden Bienen kehre ich in den Stock zurück. Diese Brutwaben hänge ich in den Nachschwarm hinein und zwar anschließend an die im Stocke befindlichen Brutwaben. Die Bienen haben durch diese Brutwaben keine vermehrte Arbeit. Die Lufttemperatur ist noch hoch genug, daß man keine Verkühlung der Brut fürchten muß, und die Brut läuft in einigen Tagen aus und vermehrt das Volk bedeutend. Nach ungefähr 4 bis 5 Tagen entnehme ich dem Vorschwarm die mittlerweile verdeckelten Brutwaben und kehre die Bienen wieder in den alten Stock zurück. Die abgekehrten Waben hänge ich dem Nachschwarme zu. Nach einer weiteren Woche entnehme ich dem Vorschwarme alle mit Brut besetzten Waben, immer die Bienen in den Stock zurückkehrend, und hänge alles in den Nachschwarm, der bereits zu einem mächtigen Volke herangewachsen ist. Die Hauptsache ist dabei, daß dieses Volk aus lauter jungen Bienen gebildet ist, welche eben eine gute Überwinterung garantieren. Ich kann nun dem Nachschwarm auch die nötigen leeren und die mit Honig gefüllten Waben aus dem Vorschwarm zuhängen und habe für das kommende Jahr ein prächtiges, starkes Volk mit einer jungen Königin. Was blieb im Vorschwarmstocke zurück? Alle alten, abgearbeiteten Bienen und die alte Königin. Weil ich nicht Bienenmörder heißen will, so werde ich sie nicht abschwefeln, sondern mit Honigwasser bespritzen und vor den Stand ins Gras kehren. Die Königin bleibt gewöhnlich im Grase liegen, die Bienen betteln sich dann in andere Stöcke ein. So kann man zwei oder drei Stöcke zu einem Volke vereinigen und erzielt immer ein Volk, das eine gute Durchwinterung garantiert. 1 (Sin überaus wichtiges Moment für den bodenständigen Unterricht! D. Sch. Die Herbstfütterung. Die Bienen müssen im Winter oft Wochen, ja Monate im Stocke zubringen, ohne einen Ausflug halten zu können. Während dieser Zeit zehren sie beständig an ihren Vorräten und behalten alle Nahrungsrückstände bei sich, um sie erst beim ersten Flugtage außerhalb des Stockes abzustoßen. Ein großer Teil der Nahrung in der Winterruhe besteht aus dem angesammelten Honig und nur ein geringer Teil aus Blütenstaub. Vom Honig sagen wir, daß er bei der Verdauung vollständig in Blut übergeht, ohne Rückstände zu hinterlassen. Das gilt aber nicht von allen Honigsorten. So ist der Honig aus den Nadelwaldgegenden viel zäher, dickflüssiger und wasserarmer, als der Honig aus der Akazien- und Kleetracht. Solcher Honig eignet sich daher nicht so gut zur Überwinterung, denn die davon zehrenden Bienen sind bald genötigt, sich zu entleeren und leiden oft Durstnot. Ist aber der Winter streng, ein Ausflug lange Zeit unmöglich, so werden die Bienen unruhig und meistens ruhrkrank. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß der Bienenzüchter, der in solchen Gegenden wohnt, wo der Nadelwald die letzte Ausbeute den Bienen bot, diesen sogenannten Waldhonig den Stöcken entnimmt und den Bienen einen Ersatz in Form von Zuckerlösung einfüttert. Aber auch wenn reiner Blütenhonig in den Stöcken ist, ist eine Zuckerfütterung im Herbste vorteilhaft, denn auf Honig sitzende Völker beginnen oft sehr bald mit dem Brutgeschäfte und das bringt zuweilen Kalamitäten mit sich, wenn das Frühjahr sich lange recht winterlich zeigt, wie dies in den letzten Jahren der Fall war. Also eine Zuckerfütterung im Herbste verhindert auch das zu frühe Brüten der Bienen. Schließlich wird in honigarmen Jahren oder bei Schwärmen, die sehr spät gefallen sind, der Bienenzüchter immer zur Zuckerfütterung greifen, um seine Bienen mit dem nötigen Wintervorrat zu versorgen. Es ist somit die Herbstzuckerfütterung für fast alle Imker eine wichtige und notwendige Arbeit. Wir wissen, daß die Bienen aus dem eingefütterten Rohrzucker eine Art Honig, den wir Zuckerhonig nennen, bereiten, indem sie in ihrem Körper den Zucker in Invertzucker verwandeln. Diesen Zuckerhonig füllen sie ebenfalls in die Zellen und verdeckein diese gleich den Blütenhonigzellen. Es ist deshalb notwendig, daß in der Natur noch Blütenstaub zu finden ist und daß die Bienen noch flugbares Wetter haben. Also nicht zu spät darf diese Herbstfütterung durchgeführt werden. Anfang bis Mitte September ist die richtige Zeit dafür. Wir nehmen von den verschiedenartigen Zuckersorten am liebsten den Kristallzucker. Auch der gewöhnliche Hutzucker kann verwendet werden, doch muß nach dem Kochen die Ultramarinfarbe, mit welcher der Hutzucker meistens verfärbt wird, durch Abschäumen oder Abgießen entfernt werden, da Ultramarin für den Bienenleib ein Gift ist. Man nimmt zu einem Kilo Zucker ein Liter Wasser, läßt das Ganze einmal aufkochen und füttert es an die Bienen in Portionen von 1 bis 2 Liter täglich in lauwarmem Zustande. Gefüttert soll nur des Abends werden, um Räuberei zu verhüten. Die Zuckerfütterung soll nie unterbrochen sein, damit das nötige Quantum in kurzer Zeit eingefüttert ist. Jedes Bienenvolk braucht zur guten Überwinterung ungefähr 10 bis 12 kg Wintervorrat; dabei ist nun zu bemerken, daß 5 kg fester Zucker schließlich einen Wintervorrat von 8 kg gibt. Da der Bienenzüchter den Bienen vor der Fütterung den Honig aus dem Brutraume entnimmt, aber jene Waben, die Brut enthalten, nicht schleudert, so ist immer noch ein hübsches Quantum Honig im Stocke und er ergänzt also nur die Fütterung mit Zucker mit etwa 10 bis 12 kg. Wenn der Bienenzüchter die Zuckerfütterung verabreicht hat, dann verwahre er seine Stöcke nicht gleich so warm, wie er es finden Winter für gut hält, sondern halte die Stöcke recht luftig, die Honigräume bleiben leer und den Bienen zugänglich, damit die Bienen die kühlen Herbstnächte zu fühlen bekommen und nicht vom neuen einen großen Brutansatz beginnen. Die Einwinterung ist dann bald geschehen. Beginnt der November rauh zu werden, so raffe ich meine Strohdecken zusammen. Im Honigraum des Stockes bleibt das Spundloch offen und darauf kommt die Strohdecke zu liegen. So ist für das Volk im Brutraume gesorgt; es kann die Wärme nicht entweichen und doch ist eine Luftzirkulation nach oben durch das Stroh möglich. Der Stock bleibt trocken und das Volk ruhig, denn die Stickluft, die sonst die Bienen stark belästigen würde, findet Abzug nach oben hin. Auch an das Fenster rückwärts kommt eine Strohdecke. Sind es Lagerstöcke, bei denen nach oben hin keine Ventilation geschaffen werden kann, so wird das rückwärtige Fenster ganz weggelassen und an seine Stelle eine Strohdecke geschoben. Das Flugloch war bei der Zuckerfütterung und im Herbste überhaupt etwas verengt worden, damit keine Räuberei ausbreche. Jetzt wird es möglichst weit geöffnet und nur gegen das Eindringen der Mäuse verwahrt. Die Flugbretter werden aufgeklappt oder es wird durch vorgestellte Bretter bzw. Dachziegelsteine das Flugloch verblendet; erst bei strengerer Kälte und beim ersten Schneefall muß die Vorderfront des Bienenhauses vollständig geschlossen werden. Mag dann der Winter noch so sehr stürmen, haben die Immlein das nötige Futter auf dem richtigen Platze, so sind sie wohl geborgen, und am ersten schönen Frühlingstage summt und schwärmt es zu Tausenden vor den Fluglöchern. — Der Bienenzüchter verwende die Wintermonate zum Studium der Zeitschriften und Bienenlehrbücher, zur Ausbesserung und Herstellung von Bienenwohnungen und Geräten, damit er das neue Bienenjahr gerüstet erwarten kann. Seine guten oder schlimmen Erfahrungen bringe er zu Papier und die „Blätter“ machen sie dann gewiß den ändern Imkern bekannt. Nachwort der Schristteitimg: Nachdem »ns nunmehr ein erfahrener Bienenvater durch das Bienenjahr fleleitet hat, sollte die Erfüllung seines Wunsches für uns einen Dankeszoll bedeuten. Nicht nur ihn, sondern alle Lehrer, die den Sommer über in der surrenden Hütte weilten, wird es interessieren, wie sich die Ratschläge bewährt haben, was sonst als wertvolle Kenntnis hinzugekommen ist und also im nächsten Jahre zu beachten wäre. Demnach soll der Abschnitt „Der Lehrer als Bienenzüchter" nicht die Domäne eines Einzelnen bedeuten, sondern von allen Imkern, in deren Heim unsere „Blätter" flattern, beschickt werden. Bücher und Fachzeitschriften können das nicht ersetzen, was inniges Zusammenarbeiten aus beut Schatze der Erfahrungen ungezwungen bietet. Sind es auch nur ein paar Zeilen, man soll sie herausgeben. Wer mit dem kleinen Volke zu tun hat, weiß das Kleine zu schätzen. — Die Ulccbsclrcde. Zur 12. Krage. (Notensingen tu der Landschule oder nicht?) 13. Urteil. Lehrer Heinrich Kurz in Christianberg, Böhmen. Gesungen wird viel, aber man frage ja nicht, was. Selten hört man ein echtes, schönes Volkslied, zumeist sind es Gassenhauer ordinärster Art, Schlager aus modernen Operetten usw., die über das Land reisen. Es ist nun Pflicht der Volksschule, dieses Übel dadurch zu mildern, daß den Kindern ein reicher, unverlierbarer Schatz von schönen, textlich und melodiös einwandfreien Liedern ins Leben mitgegeben werde. Zwei Halbstunden wöchentlich sind dem Gesänge an der Volksschule gewidmet. Es bleibt daher dem Lehrer nicht die nötige Zeit, um die wenigen Lieder, die er mit den Schülern einlernt, gut und dauernd so einzuprägen, daß sie ihnen unverlierbares Gut bleiben. Warum jetzt diese kurze Spanne Zeit mit dem Lernen der Noten, mit den Treffübungen usw. noch mehr kürzen? Es bleibt ja dann dem Lehrer überhaupt keine Zeit, um auch nur einige Lieder einzuüben. Daher wäre es verfehlt, wollte man an der Volksschule, sei es auf dem Lande oder in der Stadt, das Singen nach Noten betreiben. Gründe: 1. Ist dies für das Kindesalter zu früh, denn es muß vorerst das Gehör ausgebildet sein. Das Gehörsingen nach einem Musikinstrumente oder nach dem Gesänge anderer ist das beste Mittel dazu. — 2. Muß die Stimme gut ausgebildet sein. Bei den Knaben ist dies besonders zu beachten. — 3. Verursacht diese Art des Singenlernens dem Kinde unsägliche Mühe; es wird ihm zu trocken. Das Kind verliert Freude am Gesang. — 4. Würde das Ziel nie erreicht werden. Um vollständig richtig nach Noten singen zu können, braucht es besonderer Talente und jahrelanger Übung. — 5. Wäre diese Miihe und Arbeit überflüssig, denn Kinder und auch Erwach- sene singen nur jene Lieder, die sie gehört haben und die ihnen gefallen. Hauptsache ist und bleibt: Geben wir den Kindern einen unverlierbaren Schatz von schönen Liedern ins Leben mit, lehren wir die Kinder schön zu singen und sie werden gerne singen, sie werden Freude am Schönen empfinden und dann das Häßliche verachten. Zur 13. Krage. (Soll den Eltern der Zutritt zum Unterrichte zeitweise gestattet werden oder nicht?) 15. Urteil. Schulleiter Karl Wanderer in Wetzleinsdorf, Niederösterreich. Ein Teil der Eltern, die Bezirks- und Ortsschulratsmitglieder, hat das obgenannte Recht seit dem Bestände der Neuschule. Haben nun diese Eltern ihr Recht und ihre Pflicht ausgeübt? Meistens gar nicht 1 Mir ist es schon oft vorgekommen, daß die Mitglieder des neugewählten Ortsschulrates dem Unterrichte beiwohnten, jedoch nur, um ihre neue Würde zur Schau zu tragen. Wenn die Zulassung der Eltern zum Unterrichte so vorteilhaft ist, warum haben wir dann an der Klassentür die Worte: „Der Eintritt in das Lehrzimmer ist nur schulbehördlichen Personen gestattet“ ? Soll durch die Verallgemeinerung dieser Erlaubnis des Zutrittes die Lehrerarbeit mehr populär werden? Die Eltern werden es so machen, wie jetzt die Mitglieder des Ortsschulrates. Im Anfänge viele, der Reiz der Neuheit, bald wenige, zuletzt ist der Lehrer wieder allein.1 16. Urteil. Lehrer Anton Weingartner in Annabichl. Wenn ich zur 13. Frage das Wort ergreife, so geschieht es, weil ich darüber schon oft nachgedacht und auch mit Kollegen diskutiert habe. Ich bin der Anschauung, den Eltern den Zutritt zu gestatten, wenn I. Der Lehrer sich seiner Aufgabe gewachsen fühlt; 2. die Ordnung in der Schule darunter nicht leidet; 3. den Eltern es darum zu tun ist, Lehrerarbeit und Erfolge kennen zu lernen und nicht etwa nur dessen Tätigkeit überwachen zu wollen, um ihn „fangen“ zu können; 4. des Lehrers Arbeit in der Schule von Seite der Behörden entsprechende Würdigung finden würde, damit der Lehrer, um seine Existenz zu verbessern, nicht genötigt wäre, durch verschiedene zeitraubende Nebenbeschäftigungen und Nebenrücksichten seine Kräfte zu zersplittern, anstatt dieselben ganz der Schule widmen zu können. So würden daraus für Schule und Haus verschiedene Vorteile erwachsen, denn 1. der Lehrer muß sich eingehender vorbereiten und wird durch größeren Fleiß im Berufe tüchtiger; 2. die Eltern würden Lehrerarbeit schätzen lernen und mehr Verständnis dafür erlangen, insbesondere dann, wenn der Lehrer seinen Unterricht praktisch gestaltet und dem voraussichtlichen künftigen Berufe der Mehrzahl der Schüler mehr Rechnung trägt, was auf dem Lande ganz gut möglich ist; 3. die Eltern würden ihre Kinder zum Lernen aufmuntern u. zw. sowohl durch ihren Besuch in der Schule als auch im Hause und so dem Lehrer an die Hand gehen. Wohl weiß ich, daß dadurch anfangs vielleicht nur wenig ausgerichtet wird, doch wenn auch, so dünkt es mir als ein nicht zu unterschätzender Erfolg, wenn wir auch nur wenig mehr Freunde gewinnen, da wir in Österreich allem Anscheine nach gerade jetzt jeden notwendig haben. Was schadet es ferner, wenn der Lehrer nach solchen Besuchen von dem betreffenden Vater dessen Eindrücke erfahren würde? Gar manches beherzigenswerte Wort wird da, für den jungen Lehrer hauptsächlich, abfallen. Voreingenommenheit, Verleumdungen, der Trotz des Parteimannes u. a. könnten oft dadurch besiegt werden, manches Mißtrauen würde fallen. Alle Triebe, so sind: Ehrgeiz, Eitelkeit, Kindesliebe, kann der Lehrer unter Umständen ausnützen zum Wohle des Hauses und der Schule. Freilich besuchen ja Ortsschulräte heute schon die Schulen und sind durch die Schulaufsichtsgesetze dazu sogar verpflichtet; aber diese sind oft genug, wenn sie auch nicht Dunkelmänner sind, nur Chargenjäger, infolge ihres Einflusses vom Orte gewählt, die sich für das Interesse der Schule in Wahrheit aber einen Pfifferling scheren. — Ich habe in Emberg jedem, der nur Lust hatte, gestattet, dem Unterrichte beizuwohnen, und habe dabei durchaus keine schlechten Erfahrungen gemacht. Zur 14. Aragc. (Förderklassen an Stadtschulen oder nicht?) 2. Urteil. Lehrer Otto Ko4eluch in Wien, X., Alxingergasse 82. (Schluß.) Die Zusammensetzung der Klasse muß im erhöhten Maße auch auf den Lehrer zurückwirken. Es verlangt eine besonders ideale Auffassung unseres edeln Berufes, nicht mutlos und verzweifelnd das bedrohte Schiff zu verlassen, sieht man den redlichen Fleiß und die schwere Mühe langer Wochen und Monate unbelohnt, da die Mehrheit der Schüler unter dem unheilvollen Einflüsse der Repetenten, auf welche, als auf die Schwächsten, gerade die besten Lehrer nur zu sehr Rücksicht nehmen, ebenfalls zurückgehalten wird und schließlich den Eifer verliert. Und weil unsere Arbeit Geistiges und Unsichtbares bedeutet, fällt man gern und vorschnell ein ungünstiges Urteil über Tüchtigkeit und Befähigung des Lehrers, sofern man die Früchte allein bewertet. Und das ist gerade in den mit Repetenten reich bedachten Klassen oft, selbst vonseiten der Vorgesetzten Behörde, ein Fehlurteil, da es eine feststehende Tatsache ist, daß der wahre Schulmann einem schlechten Schülermateriale, wenn ich von einem solchen zu sprechen berechtigt bin, weit lieber seines Lebens beste Kraft und seinen Eifer widmet, als einer Klasse, bei der die Vorbedingungen die besten sind. Ist doch auch die innere Befriedigung, unser bester Lohn, weitaus größer und erfüllt unser Herz mit edelm Stolze, blicken wir am Schlüsse des Schuljahres zurück auf Früchte und Erfolge, die, wenn auch spärlich, unter den ungünstigen Verhältnissen heranreiften. Die Notwendigkeit, das Wünschenswerte der Förderklassen meine ich mit dem Hinweise auf die verderblichen Wirkungen der Zurückgebliebenen auf diese selbst, die Mitschüler 1 So spontan und regellos ist die Sache allerdings nicht gemeint. D. Sch. und nicht zuletzt auf den Lehrer erwiesen zu haben und cs bleibt nur noch die Frage offen, ob der Einfluß dieser Klassen ein derart günstiger wäre, daß er ihre Einführungen rechtfertigte. Unleugbar und fast selbstverständlich ist die Förderung der Mitschüler durch Entfernung der Repetenten. Zunächst gewinnen sie in sittlicher Beziehung, da ja die größten Übeltäter einer Klasse in den meisten Fällen Repetenten sind. Die Macht des bösen Beispieles hat ihren Einfluß verloren, im Gegenteile nehmen die wenigen, noch vorhandenen Ruhestörer Sittsamkeit, Anstand und Ordnungsliebe von den gesitteten Schülern an: die Klasse beginnt sich selbst zu erziehen. Größer noch sind die Erfolge auf unterrichtlichem Gebiete. Frei vom Ballaste der Zurückgebliebenen und unbeengt durch aufhaltende Rücksichtnahme vermag des Lehrers Eifer im Vereine mit dem Fleiße der Schüler vorwärts zu schreiten und ähnlich — günstige Erfolge zu erzielen wie die Musterklassen der inneren, „besseren“ Bezirke. Die verminderte Schülerzahl kommt hauptsächlich der Individualität des Einzelnen zugute und macht sich bald in den Wirkungen eines regen Ehrgeizes und Wetteifers angenehm bemerkbar. Mit welcher Freude tritt nun auch der Lehrer ein in eine Klasse, wo seiner die wissensdurstigen Seelen der Schüler mit Sehnsucht harren, um aufzunehmen in sich das Evangelium der Bildung! Wie spiegelt das Antlitz des Lehrers den leuchtenden Glanz wieder, der aus dem gebannten Auge des Kindes strahlt, wenn sein lauschendes Ohr die Kunde aufnimmt von Menschen, die waren und von längst verklungenen Tagen, wenn seine Phantasie willig des Lehrers Worten folgt in ferne, nie geschaute Landstriche und in die Gebiete fremder Menschen! Wie fühlt der Lehrer stündlich das Band sich festigen, das unsichtbar, spinnwebenzart und doch so innig, ihn mit seiner jungen Gemeinde verbindet 1 Und diese zarte Dankbarkeit läßt sich sein ganzes Ich unterstellen dem Einen, seinem edeln Berufe, und die Stunden, inmitten seiner kleinen Gemeinde verlebt, werden zu den schönsten seines Lebens. — Schreiten wir nun vor zur Einrichtung der Förderklassen! In sie sind nach wohlerwogenem Konferenzbeschluß und im Einvernehmen mit des Kindes verantwortlichen Aufsehern jene aufzunehmen, welche das Lehrziel der Volksschule nie erreichen würden. In Betracht kommen nur die zurückgebliebenen Schüler der ersten drei, höchstens der ersten vier Schuljahre, da ein Kind, das die fünfte Klasse anstandslos erreicht, den Anforderungen des Gesetzes bereits entsprochen hat, wenn es auch das Lehrziel der Klasse nicht erreicht hat; diese Auffassung findet durch die allgemeine Übung ihre Bestätigung, nie Schülern der fünften Klasse im Bedarfsfälle das Entlassungszeugnis zu verweigern. Für Repetenten der Oberklasse, die einen zufriedenstellenden Erfolg nicht erringen konnten, oder für Schüler, die wohl das Lehrziel der Klasse erreichten, aber bei der in Wien in zweifelhaften Fällen erforderlichen Aufnahmsprüfung in die Bürgerschule nicht bestanden, sind Sammelklassen zu errichten, deren Lehrplan höhere Anforderungen stellt als jener in den Förderklassen. Diese Sammelklassen könnte man als Vorbereitungsklassen der Bürgerschule betrachten, aus denen der Schüler nach erwiesener Reife an diese übertreten könnte. Der Aufenthalt in der Sammelklasse ist demnach ein bloß vorübergehender, während der in die Förderklasse aufgenommene Schüler dauernd in ihr verbleibt und die Bürgerschule nie erreichen kann, weil er ja den Anforderungen des allgemeinen Lehrzieles keineswegs entspricht. Diese Bestimmung verliert ihre Härte, wenn man bedenkt, daß dem Kinde der Lehrstoff der Bürgerschule im wesentlichen nicht entzogen, sondern nur nach einem gekürzten, seiner geistigen Auffassung angepaßten Lehrpläne vermittelt wird. Wenn man dazu die Vorteile ins Auge faßt, die durch rechtzeitiges Unterbringen der zurückgebliebenen Schüler der Unter- und Mittelstufe in Förderklassen der überwiegenden Schülermasse und ihrem Unterrichte erwachsen und indirekt ein von der Volksschule übernommenes, besser vorbereitetes Schülermateriale den Erfolg der Bürgerschule nicht mehr in Frage stellt, dann gedenken wir versöhnten Sinnes der verhältnismäßig wenigen Schüler der Förderklasse. Das Unrecht schwindet in demselben Augenblicke vollständig, da sich die Überzeugung Bahn bricht, daß nach Abschluß der Schuljahre durch Verminderung des Lehrstoffes im Vereine mit der Entfernung alles Überflüssigen, aus dem Lehrpläne die Kluft nicht mehr so breit und klaffend erscheint, welche die Schüler der Förderklasse von denen der Normalschule trennt. Die Sammelklasse aber kommt in ihrer Gänze der Bürgerschule zugute, da sie die für diese Schulkategorie untauglichen Schüler entweder gar nicht oder erst nach erwiesener Reife übergibt. Die Schülerzahl dürfte in beiden Klassen naturgemäß 20 nicht überschreiten, da in der kleinen Klasse der Lehrer jedem Kinde seine Kraft in erhöhtem Maße schenken und mehr individualisieren könnte, worin schon eine der Vorbedingungen zum günstigen Erfolge liegen würde. Die Kosten der Förderklasse würden die Schulerhalter auch nicht in dem Maße belasten, daß man, angesichts der bedeutenden Vorteile, von ihrer Errichtung absehen müßte. Sie vermindern sich um ein Bedeutendes durch Erweiterung des Schulsprengels der Förderklassen, mit anderen Worten gesagt, mehrere Schulen beschicken gemeinsam eine „Förder“schule. Die letzte Bezeichnung mag nun etwas gewagt erscheinen, rechtfertigt sich aber aus der Erwägung, daß wir in jedem Schuljahre Repetenten finden, denen die Förderklasse ein segenbringendes Heilmittel sein soll. Der sorgfältig ausgearbeitete Lehrplan umschließt, wie bereits angedeutet, in engeren Grenzlinien die einzelnen Abschnitte des Wissens, sieht weniger auf seine Vielseitigkeit als auf seine Tiefe. Durch Kürzung des Realienstoffes, die wir in den Normalklassen nie und nimmer wünschenswert fänden, wird die erforderliche Zeit zur eingehenderen Beschäftigung und tieferen Übung eines praktischen Könnens gewonnen, wie es uns vor allem Sprach- und Rechenunterricht vermitteln. Durch Einführung des Handarbeitsunterrichtes (im Sommer Gartenbeschäftigung) im Anschlüsse an die Unterrichtszeit könnten die schlummernden Geisteskräfte geweckt, die Willenstätigkeit gefördert werden, was wieder den Gesamterfolg günstig beeinflussen würde. Notwendig ist für die Förderklassen eine strenge Schulordnung, die den Eltern gegenüber bezüglich des Schulbesuches empfindlichere Maßregeln trifft und die in besonders schweren Fällen die körperliche Züchtigung keineswegs ausschließt. Sind doch die Repetenten, wie erwiesen, infolge ihrer Teilnahmslosigkeit gegenüber dem Unterrichte und auf Grund eines höheren Alters, das sie „zwingt“, den weit jüngeren Mitschülern durch Unbotmäßigkeit und ausgelassenen Sitten zu „imponieren“, die größten Feinde jeder Schulordnung und als solche im steten Kampfe mit des Lehrers Autorität. Die Zusammensetzung der Förderklasse verlangt naturgemäß erprobte, anerkannt tüchtige Schulmänner, die sich ihrer schweren Aufgabe wohl bewußt sind und des edeln Idealismus’ genug besitzen, auch dann nicht zu verzagen, wenn ihrer unendlichen Mühe und Sorgfalt, ihrer bewundernswerten Ausdauer und Geduld, aus dgjn kümmerlichen Boden wenige und nur kümmerliche Früchte erwachsen. Durch eine entsprechende Remuneration erhält der Lehrer reellen Lohn für seine Bemühungen; gegen die Doppelrechnung der Dienstzeit an Förderklassen sowohl, als gegen die Berücksichtigung bei Anstellungen, was vielen Kollegen als wünschenswert erscheint, tauchen aus naheliegenden Gründen schwere Bedenken auf, weshalb die eingangs dieses Abschnittes erwähnte Vergütung ihrem Zwecke am nächsten kommt. Dies in Umrissen das Bild, wie sich der Schreiber dieser Zeilen die Einrichtung und die Wirkungen der Förderklassen denkt. Wenn auch in der Frage der Förderklassen anscheinend noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist, so wollen wir Stadtlehrer doch aus tiefstem Herzen hoffen, daß ihre Errichtung bald zur Wirklichkeit werde, zum Nutzen der Zurückgebliebenen, zum Segen der Schülermasse und zur Rettung des Lehreridealismus’. — Zur 15. Krage. (Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) 4. Urteil. Lehrer Heinrich Kurz, Christianberg, Böhmen. Von keinem Stande wird eine derart vielseitige Bildung verlangt wie vom Lehrerstande. Kein Gebiet menschlicher Geistesarbeit darf dem Lehrer fremd sein. Die Lehrerbildungsanstalt kann aber dem jungen Manne keine derart reichliche Kost verabreichen, denn die Zeit ist zu kurz. Auch läßt der Lehrplan eine gründliche Ausbildung des Kandidaten nicht zu. Die wissenschaftliche Ausbildung, die dem Kandidaten in der Anstalt beigebracht wird, verdrängt die praktische zu sehr. Will man mit einer „Reformierung“ der Lehrerbildung beginnen, so müssen die Verbesserungen schon bei der Aufnahme in die Anstalt beginnen. Der Aufnahmsbewerber soll soviel wissenschaftliche Kenntnisse mitbringen, daß er der weiteren Ausbildung leicht zu folgen vermag. Es könnte aber die wissenschaftliche Ausbildung weiter ausgestaltet werden, ohne daß die praktische Ausbildung verkürzt wird. Um eine Stoffanhäufung, die meist zur Oberflächlichkeit führt, zu vermeiden, muß aber die Dauer der Studien mindestens um ein Jahr verlängert werden, also statt vier Anstaltsjahre fünf Jahre. Die rein wissenschaftliche Ausbildung brauchte sich dann nur auf die ersten drei Jahre zu erstrecken. Das 4. und 5. Jahr möge der Praxis gewidmet bleiben. Eventuell könnte mit der wissenschaftlichen Ausbildung im 4. Jahre noch fortgesetzt werden. Bei der praktischen Berufsbildung wird zu viel Theorie getrieben, das rein praktische Moment bleibt unberücksichtigt; einige Lehrversuche, noch weniger „praktische Auftritte“ vor einer Kommission, höchstens ein oder zwei Ausflüge in eine nahe Schülern der sich die Kandidaten eine oder zwei Stunden aufhalten, meist ohne Interesse, denn die Gedanken weilen schon im Wirtshause. Dann kommt der junge Mensch ins Leben hinaus. Das Idealgebäude, das er sich aufgebaut, seine Begeisterung ist verschwunden. Gewöhnlich treten an die Stelle der Berufsideale andere: das Weib, der Wein und das Bier, auch das Kartenspiel. Um nun dem jungen Menschen den Kampf im Leben zu erleichtern, muß ihm von der Anstalt eine gründliche praktische Ausbildung als Wegzehrung mitgegeben werden. Die Theorie darf nicht das Übergewicht erlangen. Die praktische Ausbildung überlasse man daher auch „Praktikern“ und nicht Theoretikern. Gewöhnlich trägt ein Professor, von der hohen Schule her, Pädagogik vor, ohne das ganze Wesen der Volksschule, das Getriebe des Unterrichtes gründlich zu kennen. Um nun Lehrkräfte für die Anstalt heranzubilden, damit sie auch „Vorlesungen über Erziehungs- lehre, Unterrichtsichre usw.“ halten dürfen, aber auch die Praxis der Schule kennen, öffne man den Volksschullehrern den Weg zur Hochschule. Damit der junge Lehrer, der eben die Anstalt verlassen, das Lehrfach gründlich kennen lerne, ist es nötig, daß er die ersten zwei Jahre vor der Lehrbefähigungsprüfung bei einem tüchtigen Oberlehrer verbringe, der es sich auch angelegen sein läßt, den Lehrer zu einem tüchtigen „Praktiker“ zu machen. Will man die Lehrerbildung heben, dann darf man sich aber auch nicht scheuen, die Gchaltsfrage zum Besten unseres Standes kräftig zu lösen. Der Lehrer soll ganz für seinen Beruf leben, in ihm aufgehen, keine Nebenbeschäftigungen betreiben, die seine Kräfte der Lehr- und Bildungstätigkeit entreißen. Solange man aber die finanzielle Lage des Lehrerstandes nicht bessert, solange kann der Lehrer nicht das leisten, was er tun sollte zum Besten seines Volkes. Aufklärung über das Umlaufheft. (Erwiderung auf den Artikel in Folge 64, Seite 966.) Das Umlaufheft lebt und „Leben ist leichter als Physiologie dozieren“. Sein Zirkulieren soll an der „Wechselrede“ in den „Blättern" selbst nichts ändern. Ich bitte, unser Umlaufheft als ein Unternehmen von Lehrern zu beurteilen, welche ihre Gedanken über Pädagogik usw. schriftlich austauschen wollen und sich diesen Verkehr eben durch ein Umlaufheft erleichtern. Meines Wissens kreisen derzeit in den Sudetenländern mindestens zehn Umlaufhefte, welche die Verbindung unter den im Lande zerstreuten Abstinenten, Esperantisten und Pazifisten aufrechterhalten, gewiß ein Beweis, daß die Einrichtung als praktisch befunden wurde. Zu Goethes Zeiten gaben die Empfänger eines Briefes diesen allen ihren Bekannten zu lesen, die Briefe kamen weit herum. Jetzt ist diese Sitte erloschen. Ein Umlaufheft hat die Rolle fortgeführt. Es haben sich bis jetzt zwölf Kolleginnen und Kollegen zur Mitarbeit, bezw. Einsichtnahme in das Heft gemeldet. Diese bezeichnete ich als „Mitarbeiter“. Ein Turnus würde nach dem derzeitigen Stande der Mitarbeiter etwa zwei Monate dauern.1 Nach Beendigung der Reise wird jedesmal die Namensreihe der Mitarbeiter neu eingetragen und hiebei werden unterdessen eingetretene Leser in die Kronlandsreihe passend eingeschoben. Ich zähle darauf, daß hauptsächlich junge Kolleginnen und Kollegen beitreten werden, u. zw. solche, die versuchen wollen, ihre eigenen Erlebnisse und Schmerzen bei der Lehrerarbeit zu Papier zu bringen. Es kann keine Rede davon sein, Beiträge zur „Wechselrede“ in den „Blättern“ nur aus dem Um lauf hefte, — wie der unbekannte Herr Autor zu befürchten scheint, — zu entnehmen oder vielleicht gar die Mitarbeiter der „Blätter“ in die Zwangsjacke eines Umlaufheftes zu stecken und ihnen periodisch in wohlgeordnetem Turnus die geistige Milch abzuzapfen. Selbstverständlich sind die bewährten bisherigen Mitarbeiter der „Blätter“ auch im Umlaufhefte um so lieber gesehen, als sie die Anfragen der angehenden pädagogischen Literaten beantworten und Rat erteilen können. Die Verständigung der Redaktion über die Absendung des Umlaufheftes hat den Zweck, die Post zu kontrollieren. Wer häufig mit der Post zu tun hat, weiß, daß trotz aller löblichen Regelmäßigkeit doch nicht selten Sendungen verloren gehen. Wollte man einen Monat oder noch länger warten, bis es sich herausstellt, daß das Buch nicht zirkuliert, und dann erst bei der Postverwaltung reklamieren, so wäre es wohl zu spät, das verlorene Schäflein aufzufinden und zu retten. Diese wohl selten notwendig werdende Schreibarbeit wird übrigens gewiß irgendein Kollege der Schriftleitung gerne abnehmen.2 Daß Verzögerung durch Saumseligkeit in der Absendung eintreten würde, glaube ich nicht; wäre dies dennoch einmal der Fall, so bin ich überzeugt, daß ein einfacher, allgemein gehaltener Appell, unsere Standestugenden: Ordnung und Pünktlichkeit auch in Bezug auf das Umlaufheft auszuüben, leicht und sicher Wandel schaffen würde. — Ist das Buch ausgeschrieben, so sendet man es nur den neu eintretenden Mitgliedern und läßt ihnen zum Durchlesen eine längere Frist. Daß es so stürmische Mahner gibt, wie sie der Herr Kollege schildert, die mit aller Gewalt ihren Beitrag der Schriftleitung aufdrängen möchten, ist schon möglich, doch wäre ich der erste, der sie gehörig auslachte. Vielleicht teilt der Herr Redakteur seine etwaigen Erfahrungen hierüber mit.3 F. C. 1 Das Heft ist vor dieser Zeit an die Schriftleitung zurückgelangt und hat viel köstliche Ware gebracht. Gelegentlich soll sie mit den „Blättern" über Land reisen. D. Sch. 2 Ich bitte darum. P. 3 Bisher hat noch niemand am Redaktionspförtlein gerüttelt. P. Lebensbilder. 5. „Als Abonnentin der „Blätter“ hege ich schon lange den leisen, aber heißen Wunsch, Ihnen zu schreiben. Beginne ich, so reiht sich, — o du Geschwätzigkeit der Frau! — Seite an Seite und ich stehle Ihre kostbare Zeit. Aber im Briefkasten stehen soviel ermunternde Worte, daß ich es wage, heute zudringlich zu sein. Ziemt sich das für eine ,Aushilfslehrerin', wenn sie bereits 27 Lenze zählt? Mich hat das Leben nicht zu sanft berührt; doch im Sturme fand ich den Pfad, den ich suchte. Vor 10 Jahren ahnte ein verzogenes, kränkliches Beamtentöchterlein nicht, daß es einst den Sonnenschein des Lebens in leuchtenden Kinderaugen suchen wird, ja, es verschmähte damals die hilfreiche Hand, die auf diesen Pfad wies. Fremde Sprachen waren interessanter und die Prüfung in der französischen Sprache ward ein leichtes. Und dann folgen Jahre der Tändelei. Hätte nicht der Mutter liebe Hand mich hinein ins trauliche Wesen des Haushaltes geführt, ich müßte mich der verlorenen Zeit schämen. Mit der Pensionierung des Vaters kamen die Wanderjahre, die Jahre, die ein träumendes Menschenkind wachrufen zur rauhen Wirklichkeit, Jahre in denen das Leben hämmert und feilt. Bitter sind sie und schön zugleich, erwecken sie doch den Menschen. Nach Wien, nach Ungarn und Frankreich führte mich das Geschick. Ich sah die Familie des jüdischen Großkaufmannes, die der frivolen Großgrundbesitzer von Ungarn, sah das friedliche Leben auf den Schlössern der altadeligen Royalisten. Und da überkam mich, der ach nach wenig Jahren schon Abgehetzten, die Erkenntnis eines halben Wissens, die Sehnsucht nach einer geordneten Tätigkeit in der Schule. Und ein Jahr eifrigen Studiums bei den Eltern folgte, Stundennehmen und -geben war pekuniärer Ausgleich, die Tore zum dritten Jahrgange standen mir offen. Ich bin kein Genie geworden, meine schlechten Noten in Gesang und Zeichnen blieben, dank der Pendelgesetze nicht zu zwei’n. Und das endlich erreichte Ziel freute mich kaum, starb doch knapp vor dem Ende die Mutter ... Ich kam nach U. Dort machte mich ein Herr Kollege auf Ihr geschätztes Blatt aufmerksam. Viel habe ich gefehlt dieses Jahr, auch nur zu sehr den Unterschied zwischen Übungs- und Landschule verspürt, manche Schuld drängt mich zum peccavi. Glücklich war ich jedoch, die ungeliebten, die armen, die schwachen Kinder doppelt zu lieben. Die Zeilen häufen sich, wie oft in der Schule die Worte; eine Anfängerin, die vorwärtseilen möchte, denkt nicht, daß nur Beharrung zum Ziele führt; der Strom der Rede suggeriert keine Klasse. Das zuviele Sprechen ist mein größter Fehler. — Die Grammatikstunden erscheinen mir sehr schwer, — eigene Interesselosigkeit ist auch etwas schuld; ich wäre so dankbar, wüßte ich ein Büchlein, das trockenen Stoff interessant gestaltet. Ich probiere schon mit Märchen, aber das Abstrahieren ist dann, denk’ ich, noch schlechter. — Meine schwächste Seite ist das Zeichnen. Und so ein Wesen erkühnt sich, Lesestücke illustrieren zu wollen! — Wie sehnte ich mich da nach einem Skizzenheft, das unsere Lesebücher illustrierend erläutert. Ich weiß keines. Und ohne Zeichnung kommt mir der Unterricht nur halb vor. Ich zeichne schlecht. Was soll ich tun? Noch eine Bitte! Welchen Wegweiser durch die erste Klasse (1., 2., 3. Schuljahr) soll ich wählen? Antwort: Sich vom weichen Polster zu erheben und hinein in die rauhe Arbeit, in das Ringen nach einem Berufe zu stürzen, zeugt immer von Heroismus und ich würde Ihnen trotz Ihrer 27 Lenze gern die Hand drücken. Das Alter hat nichts zur Sache, zum Aufraffen ist noch immer Zeit; umsomehr erquickt der Erfolg. — Ihre Selbstkritik verrät ehrliches Wollen — und dieses wird sicherlich nicht unbelohnt bleiben. Was Sie im besondern erbitten: eine lustige Grammatik, ein Skizzenheft für Lesestücke und etwas durchaus Praktisches für die ersten drei Schuljahre — trifft wunde Stellen unseres Fnchschrifttnms. Mvhaupts Hobelspäne 1. Teil, das in den „Blättern" angekündigte Skizzenbuch von Professor Burger und der neubearbeitete Snatzer werden vielleicht Ihrem Zwecke dienen. — Einen Satz möchte ich ganz besonders aus Ihrem Briefe heben. Sie sagen: „Der Strom der Rede suggeriert keine Klasse." Wenn das doch alle, die mit 1909/10 beginnen, sich vor Augen hieltenI Die Persönlichkeit muß influenzierend wirken; Worte sind lediglich ein gehaltloses Knistern. Schreiben Sie bald wieder; für Lebensschicksale habe ich immer Zeit und Platz. P. Unser Garten im August-September. Die Ernte der Erdbeeranlagen ist beendet, die Beete dürfen jedoch nicht vernachlässigt werden, sic sind von Unkraut rein zu halten, die Ranken zu entfernen. Neue Anlagen werden vorgenommen, von Mitte August bis Mitte September ist die beste Zeit dazu; Hauptbedingung fruchtbares, mehr feuchtes als trockenes Land, das zuvor tief gegraben und gut gedüngt wurde. Pflanzen bewährter Sorten sind sofort kommen zu lassen. Beim Pflanzen ist zu beachten, daß die Wurzeln, die vorher mit einem scharfen Messer etwas gekürzt wurden, nicht umgebogen werden, sondern gerade in das Pflanzloch kommen. Starkes Angießen nach dem Pflanzen ist unbedingt erforderlich, bei sehr trockenem Wetter ist das Pflanzen überhaupt nicht ratsam. Die Spargelbeete sind ebenfalls von Unkraut reinzuhalten, zu hacken, zu gießen und kräftig zu düngen. Der Rasen bedarf reichlicher Bewässerung, besonders unter Bäumen sind kräftige Wassergaben angebracht. Überhaupt ist Wasser im Garten jetzt nicht zu sparen, auch durch gelegentliches Regenwetter darf man sich nicht abhalten lassen, durchdringend zu gießen. In diesem Jahre ist der Untergrund zu trocken und müssen z. B. Obstbäume reichlich mit Wasser bedacht werden, ebenso braucht es das Beerenobst. Man beachte dabei Pflanzen, die durch größere gedeckt oder an Lauben, Spalieren usw. stehen und dadurch wenig Regen bekommen. Im Gemüsegarten sind die regelmäßigen Arbeiten: Hacken, Jäten, Anhäufeln, Gießen, die Vertilgung von Unkraut nicht zu vernachlässigen. Das Ungeziefer ist ohne Unterlaß zu bekämpfen, nur dadurch können wir es in Schranken halten; Kohlweißlinge treiben ihr Unwesen. Eier aufsuchen und zerdrücken (in gelben Häufchen auf der Unterseite der Blätter) bei Kohlarten, Tropaeolum, auch Reseda. Den Schnecken einen Stammtisch bereiten, indem wir Topfuntersätze in die Erde drücken und mit Bier füllen; dahin geht’s wie zum Hofbräu in Scharen. Die ganze bierselige Gesellschaft läßt sich dann leicht vernichten; auch um kleine Häufchen Weizenkleie sammeln sie sich. Sellerie und Porree öfters mit flüssigem Dünger versehen. Kohlarten sollen wir nicht abblatten, nur zerfressene und gelbe Blätter entfernen; wer einmal abgeblattet hat, wird den Versuch nicht wiederholen. Auszusäen sind noch Spinat, Rabinschen (Feldsalat), Wintersalat, Kerbelrüben, Herbstrüben, Kohlrüben, Teltower Rübchen (in Sandboden), Schwarzwurzeln, auch Rettich, Radies, frühe Bohnen, Rosen- und Grünkohl kann schon gepflanzt werden. Die Gemüsebeete, welche nicht vom neuem bepflanzt werden sollen, mit Kali, Kalk, Thomasmehl düngen und möglichst mit Gründüngungspflanzen: Senf, Phazelien, Zottelwicken, Erbsen, Pferdebohnen besäen. Saatgut jetzt sofort aus bewährter Quelle beziehen; Landwirte seien dabei an die Aussaat des Wintergetreides, Schlaraffenroggen, Golden, Droy-Weizen, Königs Rotweizen usw. erinnert. Im August ist noch Zeit zur Okulation aufs schlafende Auge der Rosen, Äpfel, Birnen auch Linden, Ahorn, Liguster, Kirschen, diese auch kopulieren, Johannis- und Stachelbeeren, diese besser einspitzen. Bei früher veredelten Rosen ist der Verband zu lockern bezw. zu entfernen. Abgeerntete Himbeeren sind auszuschneiden, alle abgetragenen und schwachen Ruten entfernen, nicht mehr als 5—0 kräftige stehen lassen. Lange Zweige von Johannis- und Stachelbeeren etwas kürzen, auch ist der Boden unter denselben zu lockern und kräftig zu düngen. Es sei nochmals zur Vorsicht bei Abnehmen des Frühobstes ermahnt, nie schütteln oder gar abschlagen, es dürfen keine Fruchtaugen vernichtet werden. Das Entspitzen und sachgemäßer Grünschnitt sind fortzusetzen, Obstbäume rechtzeitig stützen und reichlich bewässern. Hecken, Buchsbaum, jap. Quitten; Lorbeer, Ilex und andere immergrüne Pflanzen beschneiden; ebenso können jetzt Koniferen, Tannen, Lebensbäume gestutzt werden, auch lassen sich dieselben jetzt mit genügendem Erdbällen, der vorher gut angegossen war, verpflanzen. Von Deutzien, Weigelien, Pfeifenstrauch, Heckenkirsche, Erbsenbaum bewurzeln krautartige Stecklinge jetzt gut und ziemlich schnell im Mistbeet oder Handkasten, halbschattig, bei milder regelmäßiger Feuchtigkeit. — Stauden, die abgeblüht und abgestorben, werden geteilt und verpflanzt. Alle verblühenden Blumen müssen abgeschnitten werden, von Sommerblumen haben bereits ein Teil den Flor beendet; entstehende Lücken sind durch Begonien, Astern, die sich in voller Blüte, wenn gut eingeschlemmt, verpflanzen lassen, sofort auszufüllen. Von Blütenpflanzen sind noch auszusäen, in Handkasten oder Schalen besser als ins Freie: Pyrethrum, Bellis, Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht, Silenen, Ackelei, Glockenblume, Rittersporn, Christrose, Cyclamen in leichte sandige Erde, ebenfalls halbschattig und regelmäßig feucht halten. Bei Topfpflanzen ist die Erde zu lockern und nochmals mit animalischem Blumendünger zu düngen, später dann nicht mehr; stark durchwurzelte werden umgepflanzt und ungefähr acht Tage schattig gehalten. Alle Topf- und Zimmerpflanzen oft spritzen, im Freien ausgepflanzte nach und nach wieder eintopfen. Zum Schluß ein Hinweis auf den Obstgenuß der Kinder. Durch Wassertrinken nach genossenem Obst sind schon oft Erkrankungen herbeigeführt worden. Man gebe stets mit dem Obst Brot zu essen; es entsteht dann kein Durstgefühl und das gesunde, blutreinigende Obst braucht nicht entzogen zu werden. J. C. Schmidt. Der kranke Lehrer und das kranke Kind. 10. Die Blutarmut der heutigen Jugend ist beinahe sprichwörtlich geworden. Bei der Entstehung kindlicher Blutarmut spielt eine angeborene Anlage, eine gewisse Minderwertigkeit der Konstitution oft eine gewichtige Rolle. Aber auch dort; wo die Blutarmut in früher Jugend durch äußere Einflüsse erworben wurde, kann sie bei längerem Bestehen einen Schaden fürs ganze Leben darstellen, indem sie nicht mehr gänzlich schwindet. Insofern verdienen die Zustände von Blutarmut im Kindesalter ganz besondere Beachtung. Dazu kommt, daß das blutarme Kind nicht bloß in seinem Aussehen, sondern auch in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit dem gesunden gegenüber wesentlich zurücksteht. Es ermüdet bald, körperlich sowohl wie geistig, ist schnell hinfällig, friert leicht, und allerhand nervöse Symptome, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Stiche, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit des Wesens, pflegen kaum zu fehlen. Bei der körperlichen Erziehung der Jugend bildet demnach die Verhütung der Blutarmut, die Fürsorge für eine gute Blutbeschaffenheit, die Kräftigung der blutbildenden Organe, die Ausbildung eines normalen Blutgefäßsystems eine wichtige und beachtenswerte Aufgabe. Wie ist aber diese Aufgabe am besten zu lösen? Von Bedeutung ist zunächst eine passende Ernährungsweise. Dabei kommt es aber nicht sowohl darauf an, daß dem Kinde dieses oder jenes künstliche Nährpräparat dargereicht wird, sondern in erster Reihe darauf, daß die natürlichen Nahrungsmittel in genügender Menge und in passender Zusammensetzung zur Darreichung kommen. Die Blutarmut vieler Proletarierkinder hängt oftmals vorwiegend mit einer ungenügenden Kost zusammen. (Zuviel Fleisch, zuviel Alkohol! D. Sch.) Aber auch auf die richtige Auswahl und Zusammensetzung der Nahrung kommt es an. Die Kost muß vor allem eine gemischte sein. Während Fleisch, Eier, Milch vornehmlich für den ausreichenden Eiweißgehalt der Blutflüssigkeit von Wert sind, haben Gemüse und Obst vor allem auch wegen ihres Gehaltes an Nährsalzen hohe Bedeutung. Unter diesen Nährsalzen beansprucht das Eisen für die Blutbildung eine besondere Wichtigkeit. Zu den Nahrungsmitteln mit stärkerem Eisengehalt gehören unter den pflanzlichen hauptsächlich Spinat, Grünkohl, Spargel, Kartoffeln, Erbsen, Linsen, Bohnen, Äpfel, dunkle Kirschen. Indessen die Ernährung allein tut es auch nicht. Die Blutbildung hängt eben auch noch von einer ganzen Reihe anderer Faktoren ab, die mindestens ebenso ausschlaggebend sind. Unzweifelhaft ist hier zuförderst der Einfluß des Sonnenlichtes. Kinder, die vorwiegend in lichtlosen Räumen, in dunklen Wohnungen verweilen, bekommen leicht ein fahles Aussehen, Kinder, die in der freien Luft aufwachsen, die sich ständig gleichsam in Licht und Sonne baden, zeigen gewöhnlich eine blühende Farbe. Das Bedeutungsvollste des Sonnenlichtes ist wohl sein Einfluß auf die Bildung des roten Blutfarbstoffes. (Auch für beit welken Lehrer wichtig. D. Sch.) Die Träger des Blutfarbstoffes sind die roten Blutscheiben. Sind sie in ungenügender Zahl vorhanden, so bedeutet dies einen Zustand von Blutarmut. Die Bildungsstätte dieser roten Blutscheiben aber ist das Knochenmark. Im Mark der verschiedenen Knochen, besonders der langen Röhrenknochen, entstehen sie ständig, und von hier werden sie dem kreisenden Blute zugeführt. Die Lebensdauer der einzelnen Blutscheiben ist nämlich eine begrenzte; sie muß daher immer wieder ersetzt werden. Es geht daraus hervor, daß ein leistungsfähiges und gut ausgebildetes Knochenmark eine weitere notwendige Vorbedingung für eine gute Blutbeschaffenheit ist. Und wenn diese Ausbildung, die sich während der Wachstumsjahre vollzieht, eine mangelhafte ist, so kann das einen Schaden für das ganze Leben bedeuten. Ebenso wie die Bildung der Blutscheiben von der Beschaffenheit der Knochenmarksräume abhängt, so steht die Blutmenge des Körpers in engstem Zusammenhänge mit der Ausbildung des Herzens und der Blutgefäße. Wo diese Organe zu klein oder zu eng sind und in der Entwicklung Zurückbleiben, da wird auch die gesamte Blutmasse eine zu kleine und nicht ausreichende werden und es wird mithin zu wenig Blut im Körper vorhanden sein. Besitzen wir nun ein Mittel, das nach der einen wie nach der anderen Richtung miregend zu wirken vermag, das also imstande ist, die Ausbildung des Knochenmarkes, ebenso wie die des Herzens und der Gefäße in der Jugend zu fördern und zu begünstigen ? In der Tat gibt es ein solches Mittel, und zwar ein ganz natürliches; nämlich die Muskeltätigkeit. Die Körperbewegung, der Gebrauch der Gliedmaßen, kurzum Muskeltätigkeit vom einfachen Spaziergang bis zur Sportausübung jeglicher Art, bildet einen außerordentlich starken Reiz für die Blutbildung und die Entwicklung des Blutgefäßsystems. Muskelschwäche und Blutarmut gehen nur allzugern Hand in Hand. Größere Häufigkeit blutarmer Zustände beim weiblichen Geschlecht hat zu einem guten Teil seinen Grund in der mangelhaften Ausbildung der Muskulatur infolge einer falschen Erziehungsweise. Auch die Häufigkeit der Blutarmut unter den Schulkindern hängt nicht zum wenigsten mit dem Zwecke des ständigen Stillsitzens und der ungenügenden Körperbewegung zusammen. Für die Behandlung der einmal bei Kindern vorhandenen Blutarmut gelten im wesentlichen die nämlichen Grundsätze, wie sie für die Verhütung maßgebend sind. Blutarme Kinder haben neben einer passenden und reichlichen Ernährungsweise vor allem viel Licht und viel Sonne nötig in der Behausung sowohl wie auch besonders im Freien. Der Aufenthalt auf dem Lande wirkt aus diesem Grunde so wohltätig auf blutarme Stadtkinder. Hinsichtlich der Muskeltätigkeit freilich ist Maßhalten und Vorsicht geboten U- zw. wegen der leichten Ermüdbarkeit und Erschöpfung;1 blutarme Kinder bedürfen im allgemeinen größerer Körperruhe als gesunde. Auch zeitweilige Einschränkung der geistigen Tätigkeit, der Schularbeit, kann oft erforderlich werden. Weiter bedürfen sie auch eines stärkeren Wärmeschutzes. Nicht nur, daß sie leichter frieren, die Kälte kann an sich schädlich auf das Blut wirken und durch übertriebene Kaltwasserprozeduren können sogar gesunde Kinder unter Umständen blutarm werden. Als Arzneimittel, die blutbildend wirken, vermutlich dadurch, daß sie auf das blutbildende Knochenmark einen Reiz ausüben, und die daher auch bei der Bekämpfung der kindlichen Blutarmut gelegentlich Verwendung finden, sind Eisen und Arsen seit langem bekannt und geschätzt. (Wir möchten gerade jetzt, da das üppige Gärtlern vor Gemüsen strotzt, da sich der Sonnenschein verschwenderisch über das Land ergießt, da Wald und Flur zu Wanderungen Einladen, den Leser aufmerksam machen, der drei Faktoren nicht zu vergessen. Das kranke Kind, der gebrochene Amtsgenosse, das blasse Fräulein: alle müssen hinaus, steht doch das neue Schuljahr vor der Tür. Es will Kraft des Geistes und Kraft des Körpers. D. Sch.) Kleine Mitteilungen. 160.) Per nftc Zopf Vci der Tchrvesähigungsprüsung. Das Ergebnis der Lehrbefähigungsprüsung wird von Termin zu Termin schlechter. Darüber klagen nicht nur die Mitglieder der Prüfungskommission, sondern vor allem jene, die darunter zuerst zu leiden haben. Wo liegt der Grund, daß jedesmal so viele Kandidaten und Kandidatinnen znrücktreten? Doch nicht in der Vorbereitung allein, denn man kann unmöglich in der kurzen Zeit seit der Reifeprüfung alles vergessen haben, so daß einer die einfachsten Dinge über Pädagogik, Sprache, Rechnen, Geographie usw. nicht mehr weiß, die er doch täglich mit den Kleinen wiederholen mußte. Allerdings substituieren sehr viele junge Lehrer nur an den verschiedensten Schulen oder sie wirken als Personallehrer in einer Unterklasse, was zur praktischen Ausbildung allein nicht genügt. Gerade He jungen Lehrkräfte sollten fleißig in den Obcrklasscn Verwendung finden und womöglich selbständig wirken. Bei den Prüfungen aber gebe man keine Splitterfragen, sondern bleibe hübsch bei der Sache und vor allem — bei der Praxis. Es soll doch eine Befähignngsprüfnng und keine Wiederholung der Reife- 1 Ist sehr zu beachten. DaS Übertreiben hat schon manchem den Tod gebracht. D. Sch. Prüfung fein. Wie uns mitgeteilt wird, kommt es nicht selten vor, daß man die Kandidaten durch allerlei Bemerkungen direkt entmutigt. Dem jungen Bürgerschulkandidaten wird weniger der Mangel an Wissen, sondern die geringe Dienstzeit vorgehalten, indem man scherzweise hinwirft, daß er sein Glück wiederholt versuchen müsse. Dann gibt es Freunde und Gegner der pädagogischen Vorbereitungsknrse, wie überhaupt mehr die Persönlichkeit des Prüfenden als des Geprüften in den Vordergrund tritt. So schreibt ein solcher Leidenskandidat: „Die Art der Vorbereitung bildet in der Beurteilung der Reife des Kandidaten seitens der Prllfungskommissäre, die sich in Freunde und Gegner der Bürgerschulkurse gliedern, einen mächtigen Faktor. Hat sich nämlich der Kandidat auf eine dem jeweilig Prüfenden nicht hinlänglich scheinende Art vorbereitet, so ist sein Schicksal besiegelt, außer er macht durch besonders hervorragende Leistungen diese Vorurteile zuschanden. Die Fragen für die schriftliche Prüfung sind oft so umfangreich, daß in der kurzen Zeit eine erschöpfende Beantwortung nicht erfolgen kann. Hat trotzdem der Kandidat dies alles glücklich überstanden, so kommt noch die gefürchtete Lehrprobe, bei der oft ein Zufall über das ungünstige Urteil entscheidet. Es ist schon vorgekommen, daß der Kandidat die Probe nicht bestand, weil — der physikalische Apparat nicht funktionierte. Wann wird man endlich auch bei den Lehrerprüfungen mit dem alten Zopf aufräumen?" D. V. 161.) Itatschl'äge zur Berufswahl. Wohin nach der Bürgerschule, wohin nach der Untermittelschnle? Wir können einzig und allein die Fachmittelschulen (höhere Gewerbeschule und Handelsschulen) empfehlen, da diese dem Absolventen die besten Aussichten geben. Ein absolvierter Gewerbeschüler ist heutzutage gesucht und wird, speziell im Maschinenfach, sofort gut bezahlt. Ebenso ist es bei den absolvierten .Handelsakademikern, die immer schöne, gut dotierte Posten in Banken, industriellen Unternehmungen des In- und Auslandes erhalten können. Wohl kommt hiebei viel auf die Verwendbarkeit des Betreffenden an. Von militärischen Mittelschulen und Kadettenschulen wollen wir unter den herrschenden Verhältnissen dringend abraten. Reich dem Besuche der III. Bürgerschulklasse finden die Absolventen Aufnahme: 1. in Lehrerbildungsanstalten; 2. an den höheren k. k. Gewerbeschulen bau-, Maschinen- und elektrotechnischer Richtung in Wien, Prag, Reichenberg, Pilsen, Brünn, Bielitz, Hohenstadt, Triest und Wiener-Neustadt (Landesanstalt), zumeist in Verbindung mit Lehrwerkstätten. Nach deren Besuch weitere Ausbildung in technischen Hochschulen als außerordentliche Hörer, in der Akademie der bildenden Künste, in dem Speziallehrkurs für Papierindustrie in Wien. Anstellung als Lehrer an gewerblichen Fachschulen und in Ämtern möglich; 3. an den höheren k. k. Lehranstalten für Textilindustrie mit maschinentechnischer und kommerzieller Richtung in Verbindung mit Lehrwerkstätten in Asch und Brünn. Technische Mittelschulen zur Ausbildung von Textiltechnikern, technischen Beamten und Leitern von Webe- und Spinnsabriken usw.; 4. an den k. k. Kunstgewerbeschulen (Allgemeine Abteilung) in Wien und Prag zur Heranbildung von Kräften für das Kunstgewerbe, dann von Lehrern an solchen Anstalten und von Zeichenlehrern an Mittel- und Fachschulen. (Nach zweijährigem Besuche allsällig Übertritt in die Lehranstalt für Buch- und Jllustrationsgewerbe in Wien); 5. Handelsakademien (höhere Handelsschulen) in Wien, Linz, Graz, Innsbruck, Prag, Reichenberg, Aussig, Gablonz, Pilsen, Brünn, Olmüb, Triest zur Heranbildung von Beamten in Banken, Sparkassen und anderen Geldinstituten, dann im Rechnungsdienste der Gemeinden, Länder und des Staates (Zoll-, Post-, Steuer- und Eisenbahndienst usw.). Übertritt in die Exportakademie, Ausbildung zu Lehrern und Professoren an Handelsschulen usw.; 6. Eisenbahnfachschule in Verbindung mit der Handelsakademie in Lienz, in erster Linie zur Heranbildung von Eisenbahnbetriebsbeamten; 7. landwirtschaftliche Lehranstalten in Mödling, Kaaden, Neutitschein und Oberhermsdorf (Schlesien), ein Jahr Praxis, drei Jahrgänge, bezwecken die Heranbildung von Beamten im landwirtschaftlichen Verwaltungsdienste. Absolventen dieser Lehranstalten werden als ordentliche Hörer an der landwirtschaftlichen Akademie in Tetschen-Liebwerd und als außerordentliche Hörer an der Hochschule für Bodenkultur ausgenommen; 8. k. k. höhere Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Klosterneuburg, Praxis erwünscht, drei Jahrgänge, Alter von 16 Jahren; 9. höhere Obst- und Gartenbauschnle in Eisgrub, ein Jahr Praxis, drei Jahrgänge, Alter von 15 Jahren an. Das Zeugnis über die mit Erfolg beendeten Studien an einer der vorstehenden neun Fachschulen verleiht das Einjährigfrciwilligenrecht. Absolventen der IV. Bürgerschulklasse (einjährige Fortbildungskurse) finden außer den oben genannten Anstalten noch Aufnahme in: 1. k. u. k. Kadettenschulen (Infanterie, Artillerie, Pionier u. s. f.). 2. k. k. Landmehrkadettenschule in Wien, drei Jahrgänge. 3. k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien, vier bis fünf Jahrgänge. 4. wie bereits erwähnt, in allen oben genannten Fachschulen, wobei bemerkt wird, daß in einzelnen Fachschulen solchen Aufnahmswerbern gegenüber, in denen der III. Klaffe Begünstigungen in Aussicht stehen. Nähere Auskünfte sind aus den Programmen der betreffenden Lehranstalten zu entnehmen, die gegen Einsendung des Portos von der Direktion derselben erhältlich sind. Für die Mädchen gibt es genügend Lyzeen, Handels- und Haushaltungsschule», die als Grundlage für den zu wählenden Beruf dienen. Zum Übertritt an die Lehrerbildungsanstalt wird die absolvierte Bürgerschule verlangt. (Aus der „Österreichischen Volkszeitung".) 166.) Dem Einsamen ins Stammbuch: Von Vergnügen zu Vergnügen rastlos taumeln hin und her, ist ein eitles Selbstbetrügen und bald teilt Vergnügen mehr. Bodenstedt. Briefkasten. Lehrer L. K. in E. bei M.: Sic schlagen für sch die Kombination s und h vor, so daß s die Oberlänge bietet, h die Unterlänge. Wir erhalten damit ein schlechtes, in der Hast geschriebenes H. Darin liegt über auch schon der Nachteil des vorgcschlagencn Zeichens: cs würde zu Verwechslungen führen. Da die Zeit rasch ist und eine peinliche Genauigkeit nicht anfkommen läßt, so müssen unsere Schriftzeichen so gewählt sein, daß sie in jedem Falle typisch erscheinen, also deutlich sind. — Lehrer N-I- **t W. a. W.: von Ihnen erwähnten Sprachunrichtigkeiten „nach aufwärts, nach abwärts", statt kurz: „aufwärts, abwärts" werden wohl nur örtlich feilt. — 0)61'. Lt. Lt. in F.: Fitzgas treffliches Buch über die Methodik des Rechcnnnterrichlcs hätte ich schon längst empfohlen, wenn mir der Verleger die in Aussicht gestellten Bildstöcke geschickt haben würde. Schade, daß das Werk unter dem säumigen Verlage leiden muß! — Lehrer A. W. in L.-E.: Das Sammeln von leeren Zigarettenschachteln für das Lehrerheim würde bei geringem Gewinn zuviel Arbeit verursachen. Wir haben die Hände voll zu tun und dürfen uns vorläufig »tcht in neue Aktionen begeben. — „chöerpädagoge"; Wenn Sie eine Abschrift Ihres eingesendctcn Manuskriptes zur Hand haben, so vergleichen Sie dasselbe mit der nunmehrigen Fassung! Sie werden dann sehen, wie und warum die Feile arbeitete. Erfolgt das des öfteren, so haben Sie eine kleine Stilschule durchgemacht. Sie ist jungen Lehrkräften zu empfehlen. Also möge von jedem Beitrage die Kopie zurück-dchaltcn werden. — <5)ßf. A. P. in W. bei L.: Die eingelieferten Schüleranssätze sind sehr nett; sie können jedoch nicht Platz finden, da ähnliche Beiträge wiederholt abgedruckt wurden. — chök. L. tü. in Z.: Ihr Vorhaben, eine Krankenkasse für Südheimgäste zu gründen, finde ich sehr löblich. Wenn wir eine Reisepässe hätten, könnte sich so mancher eher entschließen, die Fahrt an die Adria zu unternehmen. — Schulleiter ZI. W. in M.: a) Lassen Sie sich mit einer Darlehenskasse, die vor der günstigen Erledigung des Geschäftes Geld verlangt, nicht ein! - b) Schicken Sie mir ihren Lehrplan für Realien, ich werde ihn WS zum Beginn des neuen Schuljahres dnrchsehen. — Itachlehrcr Zt. Z. in Zt.: Sie wünschen mir möglichst Ulei Zeit für das „Jn-den-Rasen-werfen". Leider kann es nicht sein; der Schriftenhauf hat mich auch in den Bergen erhascht. — Ihnen und allen, die dem „Willensstärken" (Lebensbild Nr. 4) Bücher zuwenden 'Wollen, in seinem Namen besten Dank! Er ist nunmehr versorgt. — Südheimreferent A. ZS. in Zl.: Die verzögerte Erledigung von Bestellungen erklärt sich daraus, daß dieselben an die unrichtige Adresse gerichtet werden. Mögen Sie und andere die nachfolgenden Geschäftsstellen freundlich beachten: a) Lehrerhcimkartcn und ^üdheim-Verschlußmarken erhält man vom „Geschäftsführendcn Ausschüsse für das Lehrerheim in Lovrana (Fräulein I. Naglas) in Laibach", — b) die Karten „Unser Gold" und „Kinder des Frühlings", sowie b'c angekündigten methodischen Werke durch den „Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in "aibach". — c) An mich unmittelbar nur Gesuche uni Aufnahme in das Lehrerheim und literarische Beb trogc für die „Blätter". Ich habe mit dem Verkaufe und der Verwaltung der „Bl." nichts zu tun. — chverl'ehrer IP. in Z'.: Herzinnigen Dank für das Buch, das Sie mir, dem ehemaligen Chormeister, gewidmet haben! Fch spreche an anderer Stelle darüber. Mögen die Perlen echten Volksgesanges durch alle Gaue schimmern und mit ihrem Glanz Tausende beglücken! — Pr. L. ZS. in Ihr Beitrag hat kräftig eingeschlagen. Als moderner Arzt mit offenem Aug' und Sinn sind Sie uns herzlich willkommen, wollen wir doch nicht nllcin das geistige, sondern auch das leibliche Wohl des Kindes. — chverl'ehrer Anton Koster in Unter-Aspang, ein treues Mitglied unserer Gemeinde, ist laut zugekommener Todesnachricht mit 10. Juli im Alter von 34 Jahren gestorben. — Absolvierter Lchramlszögking Z. Z. in Z.: Schließen Sie das Flämmchcn der Begeisterung in Ihren Busen ein, zeigen Sie es niemandem; es kann jemand mit dem „Brustton der Überzeugung" hineinblasen und das Feuer verlöschen. Mitarbeit ist von jeder Seite willkommen; es gibt keine Grenze im Stand und Alter. — Lehrer Z. Z* in L.: Wenn sich der Herr Oberlehrer darüber aufhält, daß sie ihn mit dem Namen anreden, so hat er vollkommen recht. Wie soll sich das Volk daran gewöhnen, der Lehrerschaft Respekt zu bezeugen, da sie sich selbst nicht ehrt! Wenn Sie einmal Oberlehrer sind, so werden Sie es sich auch nicht gefallen lassen, daß der kaum Ansgemustcrtc in Ihnen nicht das sehen will, was Sie sind. — Oberlehrer I. K. in W.: Die Heimatkunde ist nicht cingelangt. Nicht wahr, Sie sind nicht böse, weil ich den letzten Beitrag nblehnte? — Kchukkeiter K. ZS. in ZS.: Treffliche Gedanken. Rur weiter! Der Abschnitt „Lose Gedanken" sollte so manchen aus seinem stillen Winkel locken. Wie schnell ist doch ein Gedanke, den man vielleicht schon Jahre hindurch mit sich umhertrügt, zu Papier gebracht! — An der Rcichsgreiye von Schule zu Schule. l^ine Schukretse durch Kärnten, tzirok, ^ornrfOerfl, die Schweiz, IZaden, Württemvcrg, die Koyenzossern- lande und Zrayern.) 14. Bei einem fierrn Tludrlbus. (Schluß.) fand bestätigt, was ich geahnt. Es kam mir vvr, als sähe ich einen der berühmten Entschuldigungszettel vvr mir, die mit Fehlern besät sind nnd von denen man sagt, es könnten mit Absicht nicht sv grvbe Verstöße gemacht werden, wie sie der Zettel bietet. In der Schule zn L. war alles schlecht vom Anfang bis zum Ende. Zunächst das Gebäude! Eine Hütte im ausgesprochenen Sinne des Wortes. Zum Schulzimmer führte eine steile Treppe empor. Die einzelnen Stufen waren ausgetreten, schief und bedenklich locker. Es war gar zu possierlich, zu scheu, wie vas Gerüst wankte, da die Schüler hinaufflogen, nachdem sie uns in Sicht bekommen. Herr Fludribus wohnte nämlich nicht im Schulorte; es war ihm zu öde um die Nvtschule. Sv ging er denn täglich von seiner Residenz herüber. Daß es dabei mit dem Lchnlbcginne nicht sonderlich genau genommen wurde, gestand er ohncweiters. „Bei einem Meister verschlägt das nichts." Und die Schüler dachten ähnlich; denn als wir in der Stube waren und der verspätet angefangene Unterricht bereits eine Viertelstunde gewährt hatte, kamen die letzten Nachzügler. Mit ihnen war nun gerade die Hälfte aller Schüler da; die anderen blieben daheim. Das schien den Schulleiter nicht zu beirren. — Wer weiß, ob nicht das Bäuerlein gesagt haben mag: „Bleib daham, lernst eh »ix in der Schul' I" Herr Fludribus begann vorerst zu raisonnieren: „Wer net aufpaßt, wird eing'sperrt l Wer net stad sitzt, wird eing'sperrtl Wer sei Aufgab' net ordentli macht, wird eing'sperrt!" Hiemit waren die drakonischen Gesetze verkündigt und zwar mit einem Stimmaufwande, daß das Bretlerhaus erzitterte. Die Kinder, die armen Kleinen, blickten voll Scheu zu dem gestrengen Lehrer herauf. Mein Gott, wie kann man mit Schülern, die oft in Sturm und Wetter stundenweit zur Schule pilgern, so derb sein! Würden doch alle, denen das kleine Volk als Mcirteroolk erscheint, sich von der Schule wenden und dorti h reu Laden aufschlagen, wo Mißmut und Groll als rechte Ware gelten. — Unser Herr Fludribus war wohl selbst schuld daran, wenn es mit der Ordnung nicht klappte. Er fing sich in den drei Abteilungen hin und her, da ihn keine Vorbereitung leitete. Den Anfängern hatte er als Stillbeschäftignng eine Schreibanfgabe hingewvrfen. Begleitet wurde sie von der vierten drakonischen Regel: „Wer net scheeu schreibt, wird eing'sperrt". Dabei grinste er überlegen zu mir herüber und meinte: „I bleib' ja so net eine Minuten länger da; bin froh, daß i ans dem Kasten hinauskomm'." — Die zweite Abteilung rechnete laut, die dritte still. Zunächst kam im direkten Unterrichte schriftliches Abzählen, dann erst das Kopfrechnen an die Reihe. Das 1 X 14 hüpfte zum Schlüsse als Paradepferdchen herfür. Es stolperte schon bei den ersten Sprüngen. Ein Ruck brachte es zum Stillstand. Angewandtes Rechnen sollte nämlich die Scharte auswetzen. Da gerieten wir nun erst recht ins Gestrüpp. Die Schüler des dritten und vierten Schuljahres waren im Zahleuraume 1 — 20 nicht sicher; als mit Monaten gerechnet werden sollte, ergab sich wieder Lücke auf Lücke, so daß wir mit der Erörterung endeten: „Es gibt auch einen Monat, der bloß 28 Tage und alle vier Jahre 29 Tage hat. Das ist der Februar. Merkt euch das!" — Punktum I Also keine Begründung, keinen Anhaltspunkt für die Berechnung des Schaltjahres, keine Betrachtung und Vergleichung I Und, zurückblickcnd auf die Rechenlektivu, zogen die Mängel herauf: Die Reihenfolge muß sein a) Kopfrechnen, b) schriftliches Rechnen, c) angewandtes Rechnen; das 1 X 14 hat wenig Zweck, selbst in der Obergruppe ist cs überflüssig, weil die Zahl 14 im Leben eine geringe Rolle spielt; wichtiger ist die Zahl 12. Wie kann ich zum Regelrcchnen übergehen, wenn das Manipulieren von 1—20 nicht gelingt? Wie kann ich aus einem Gebiete Rechcnbeispiele heben, das den Schülern fremd ist? Angewandtes Rechnen soll sich auf bekannten Plätzen tummeln, damit es frei ist, ungebunden. Was die Realien abwerfen, findet im Aufsatz seine sprachliche, im Rechnen seine weltliche Verwendung. — Und nun die Stillbcschäftigung für die Kleinen! Schreiben in der ersten Stunde, da die Hand noch zittert, da der Geist frisch ist I Direkter Unterricht zuerst diesen, für welche Stillbeschäftigungeu nach Wahl bereitliegen, und indirekter Unterricht jenen, die kaum drei Monate in der Schulstube sitzen, die nichts als einen magern Knochen haben, an dem sic nun 3A Stunden nagen sollen! Dazu die Drohung: „Wer net scheen schreibt, wird eing'sperrt!" Also nicht genug daran, daß das Kind achten muß, die Buchstaben zu treffen, nein, es soll sie auch kalligraphisch mustergültig bringen. Was noch? Wie mußten da die Erfolge in den obern Schuljahren blenden! Ich forschte in den Schönschreibheften. Ein methodischer Mißwachs starrte mir entgegen. Die Mittelstufe hatte Buchstaben, Wörter, Satze geschrieben. Verbessert war nichts. Deswegen spazierten die sonderbarsten Gesellen ans, wucherte orthographisches Unkraut in den Wörtern und sinnloses Zeug in den Sätzen. Die Kleckse zogen als Tümpel dahin und Eselsohren, über die der Schmutz schwamm, umrandete als Buschwerk die üppige Fläche. In den Heften der dritten Abteilung gab es Probeschriften, d. H., cs wurden Teile von Lesestückcn abgeschrieben. Von einem Zurechtrichten verschrobener Formen war nichts zu sehen; auch kündigte kein Vermerk das Urteil über die Arbeit. So bedeutete also die Probeschrift nichts anderes als eine schlechte Abschreibübung zum Totschlägen der Zeit, da die Schüler „einem lästig werden können". — Auf einem Hefte hatte sich der Lehrer mit der Rundschrift produziert, doch schlecht, herzlich schlecht. Wenn man in einer Sache nicht perfekt gesattelt ist, soll man Kunststücke lieber bleiben lassen. — Es war schier eine Stunde znende, als sich Herr R. den Abc-Schützen zuwendete. Das a kam an die Reihe. Wie? Der Buchstabe wurde an die Tafel geschrieben und vorgesagt. „Also merkt euch: Das ist a!" Diese Mcrktench-Mcthode ist zwar erstaunlich einfach und kurz, aber sie schien mir doch nicht die rechte zu sein in einer Zeit, da es eine geregelte Lehrerbildung gibt und die Pädagogik sich zur Wissenschaft cmporgeschwungen hat. Herr v. FlndribuS glaubte was Besonderes zu leisten, da er plötzlich hineinwarf: „a ist ein Reinlaut, weil man ihn rein hört; gibt man ein i dazu, dann ist a ein Zwielaut." Mir wurde es schwül. Gottlob, daß die Schüler auf die grammatische Zugabe nicht achteten I Sie sahen so treuherzig zu mir herauf und dann wieder zum neuen Buchstaben auf der Tafel. — In der Mittelstufe fiel mir ein Mädchen auf; tiefe Trauer lag in seinen Augen. Es mochte an meinem Blick gesogen haben, denn allmählich hielt es mit dem Griffel inne und sah und sah mich unaufhörlich an. Da — in seinem Versnnkensein — traf es plötzlich der Blitz des Jupiters: „Wenn du net glei schreibst, jag' i di aus der Schul', du hergelaufenes Ding, du!" Schmerzlich zuckte es durch das bleiche Gesichtchen und eine Träne quoll über die eingefallenen Wangen. „Was für ein Bewenden hat es mit dem Kinde, daß ihm mit dem Davvnjagcn gedroht wird?" „„Ach, es gehört goar net zu unsrer Schulgemeind'. Die Eltern san ihm g'storb'n. Da hamer's halt aus Gnad' herüberg'nomm'», weil's da beim Wirt was v'rdient."" Also ein Waisenkind! Elternlos! Wer es weiß, was das bedeutet, dem muß das Herz zerspringen, wenn an solchem Geschick die Roheit rüttelt. Die so im warmen Bettchen unter dem Aug' der sorgenden Mutter die erste Kindheit verträumen, die Unter dem Schutze des Vaters durch die Zeit des Lernens schreiten, bis ihnen der Beruf wie ein lieber Freund entgegeneilt: die wissen nicht, was es heißt, sich sonder Führung durch das Leben schlagen, was cs heißt, als Kind hilflos auf der harten Straße zu liegen, dahinzukriechen, zu hungern und zu kämpfen, zu dulden und zu schweigen, weil keine sorgende, keine schützende Hand das Unheil abwendet. Ehrt das Waisenkind, denn sein Beschützer ist nicht von dieser Welt! Mag sein, daß mir das Geschick des armen Mädchens deswegen so naheging, weil es mein eigenes berührte, kurz: es litt mich nicht mehr in der Stube, wo die schrillsten Gefühlstöne erklangen • und die Lieblosigkeit triumphierte. Wie freute sich der Polterer, als ich ihn bat, abzubrechen und mich zu seinem Heim zu begleiten! Er hatte mir nämlich von seiner „besseren und dabei um ein Dutzend Jahre älteren Hälfte" schon tagsvvrher soviel erzählt, daß ich ihm versprach, derselben meinen Besuch abzustatten. Für jedes Jahr, um das sie voraus war, hatte sic bei der Hochzeit einen Tausender in die Wagschale geworfen. Sv wurde das Gleichgewicht hergestellt. — „Schön is sie net, gern hob i sie a net; aber Geld hat sie und kvch'n kann sie." Der Mann hatte in allen Teilen recht. Wäre ich nicht in das Verhältnis eingeweiht worden, ich hätte die Lehrersfrau als Mütterchen des Einklassigen begrüßt. „„Kein Kind im Hause?"" „A was, so 'neu Schreihals kunnt' man grad brauch'« I" Nun, ich denke, ein Schreihals ist doch ein gar nettes Ding. Wenn das Kerlchen den Tag über trompetet und dem Vater was vvrlallt, da er ans der Schulstube heimkehrt, wenn die ersten Regungen des geistigen Lebens erwachen und der „hochgelehrte Pädagoge" ratlos davorsteht, indes die Mutter mit ihrem natürlichen Gefühl gleich das Rechte trifft: das muß doch überaus reizend sein. Und käme der Reiz mit all den Sorgen auch in zehnmaliger Auflage, er wäre mir lieber als ein einsam Familienleben, in dem kein Trompeter sein Heim ansgcschlagcn hat. — Darum tat mir der Herr Fludribns, so böse ich ihm zuvor war, wieder leid. Er war ja ein schneidig Männlein, ein Adonis des Dorfes und sollte nun neben der welken Rose zeitlebens stehen. Kein Wunder, daß ihn das Leben verdroß! Doch, was konnten die Kinder dafür, daß Unlust den Lehrer befallen? Wer einen Groll im Herzen trägt, darf ihn nicht in der Schule austoben lassen, denn die Schule ist eine heilige Stätte, die Stätte der Wissenschaft und Kunst. — Etwas gefiel mir in dem Heim des Lehrers: Es war alles so nett, so sauber. Gerne wäre ich der Einladung gefolgt, noch eins und immer noch eins von dem „Echten" zu nippen. Allein mir drang der Spiritus zu scharf in den Rachen und zu rasch in den Kopf. Am liebsten hätte ich den Inhalt zum Fenster hinaus geschleudert, denn furchtbar stand das Schicksal des Mannes vor mir, der daheim und in der Schule nicht das Glück gefunden: Alkohol — Verderben! . . . Es waren schwere Gedanken, die mich durch den Wald begleiteten, als ich den Bach entlang aufwärts schritt. Soll ich den neuen Inspektor, der den Mann noch nicht gesehen, auf die Gefahr aufmerksam machen? Ist das nicht Denunziation? Verletze ich nicht anderseits die Menschenpflicht, wenn zu spät Einhalt getan wird? Wäre es nicht für die Wahrung unseres Standesansehens geradezu geboten, solche Vertreter fernznhalten? Ist er aber nicht unschuldig? Sollen cs die Kinder vergelten, was das Geschick an ihm verbrochen? — Sv stürmten die Fragen ans mich herein, schlimme Begleiter, bittere Gesellen! Doch sie schlichen bald von hinnen. Als ich in das Dorf einbog, wo sich eine stolze Dreiklassige erhob, zog ein reiner pädagogischer Himmel herauf, drei Sterne blitzten ans ihm und in Nacht und Vergessenheit sank Herr Fludribns mit der welkenden Rose. — Schulhurnor. 24. Eine kluge Berechnung. Er: Mit dein Ortsscliulrate habe ich mich gezankt; der Inspektor wünscht, ich soll mich um einen ändern Posten bewerben. Sie: Was gehen mich Ortsschulrat und Inspektor an?! Ich mag nicht wandern. Er (kalkulierend): a) Der Inspektor kommt jährlich einmal, also einmal Verdruß, b) Im Ortsschulrate ist monatlich Sitzung, also zwölf schlimme Tage im Jahre, c) Sie, sie hält täglich mit mir Gericht, gibt 365 Scharmützel. Und er blieb im Orte. Eingesendet von Stratil, Fulnek. Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Rudolf d. Peerz. — Druck von Josef Pavlicek in Gottschee Zeugnis des Familien- oder Gemeindearztes genüge; weiter, daß von der Aufnahme nicht die Lungenkranken, sondern nur die Tuberkulosen ausgeschlossen werden sollen. (Hiezu sei bemerkt: 1.) Es ist unrichtig, wenn behauptet wird, der Lehrerheimausschuß verlange das Zeugnis des „Bezirks"arztes. In den Satzungen ist nur von einem „ärztlichen Zeugnis" die Rede. — 2.) Weiters lautet Punkt 2 der Satzungen so: „Das Lehrerheini dient als Erholungsstätte nach einer überstandenen Krankheit oder als Aufenthaltsort in Fällen, als das Verweilen im Süden ärztlicherseits angeraten wurde. Kranke, deren Leiden einer Spitalsbehandlung bedarf oder eine Ansteckungsgefahr für die Mitbewohner in sich schließt, sind von der Aufnahme ausgeschlossen.") * flnkündigungstafel. « 1.) Schulwandüarten bei Freytag und Berndt, Wien, VII/i Schottenfeldgasse 62. (Besprechung 11.) — 2.) Zur Dorvercitung aus den Unterricht — das Vorbereitnngsbuch von Pichler. (Besprechung 5.) — 3.) Wadiergummi, Karben bei Günther Wagner in Wien. (Besprechung 19.) — 4.) Hinte von Schuster in Wien und Schüller in Amstetten. — 5.) W leistifte von Hardtmuth in Budweis. (Besprechung 29.) — 6.) Huschen von Anreiter in Wien VI/i. 7.) Als Lesestoff für die Kleinen — „Österreichs deutsche Jugend" in Reichenberg. (Besprechung 21.) — 8.) Drncksorlen bei Pavlicek in Gottschee (Krain). — 9.) Lehr-und Lernmittel vom Lehrerhausvereine in Linz a. d. D. — 10.) Musikinstrumente von Klier in Stemgrub. — 11.) Methodische Wüstung mit Mohaupts Schriften. (Vgl. die Ankündigung in den Folgen 48, 49, 50!) — 12.) Karben bei Dr. Schoenfeld in Düsseldorf; Zeiltienutensttien bei Schmincke in Düsseldorf. — 13.) Schulbänke bei Dr. G. Fischel Söhne in Wien I. — 14.) Wadiergummi bei Simon in Wien.— 15.) Kreide bei Hoschkara in Waidhofen a. d. U. 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