^»° H«V. Donnerstag am H«. November «85« ^. „ , «, s.„„ dcr Joint- unc> sscicrtaqc, täglich, und kostet sammt ^il Beilagen im Comptoir qailijähriailli kalki.is.ri^^il'lns -. Die Laibacher Zeitung erscheint, mit A,nN'.hm dcr hgll'iäbria «st. F..r die Zustellung in'4 Hans ,1>.d l,al b i äh ri g .^ fr/mcl'r > „ fr. - In scrat i °n sgeb ü s> r f,.r cine Spaltm eil« ode7d n ^am. ^'e!b> s.r .7 frei gan,,ahr.g, unter Krenzl'an Z^, ,.., .„im.lige 5 fr. E. M. Inserate bis l2 ?nlen kosten < st. n.r !i M.l, Ä» fr. fs.r 2 Mal und 40 ^ M ,'n ckc. -.nal.q. (5»„cha!tu»g >i fr., <>.r 5'"""^^,, ^,,.^. ^„, ,. ?i.ve»,l'cr l. I. für Insntioüsstämpcl" noch ,0 kr. für eine jed^ualiqe Einschaltung l,i„n, ju reck'nn emz.,,chc>lten. ^lil m^m Wtbxhrcn ist nach de», „l"" >________________________________^^^^____________________________________________ ' ^ Alntlicber Theil. Attfruf an die Bewohner von Krain. ^?s ist Ihnen bekannt, daß wahrend des letzten Sommers in Unterkrain Hagelschläge in beträchtlicher Ausdehnung und zu wiederholten Malen Statt fanden; besonders hart heimgesucht von dieser Elementarerscheinung wurden die Steuerbezirke Mottling und Tschernembl. Am 10. und 27. Juli und am 1". September gingen dort so verheerende Hagelwetter meder, daß davon beinahe alle Halmfrucht vernichtet, die Gemüse im Wachsthnm zurnckgescht, und an der Rebe nicht l'loß die Trauben ganz und gar zerschlagen, sondern auch der Stamm anf die nächsten Jahre an der Ertragsfähigkeit geschwächt worden ist. Es wurde nicht gesäumt, den Schaden zu erheben, um de« davon Betroffenen die gesetzlichen Steuernachlasse sobald als möglich zu Gute kommen zu lassen, und ich sorge dafür, daß den durch dicse Elementarereignisse in Zahlnngsverlegenheit gerathenen Grundbesitzern m Vezng anf die Entrichtung der Steuerschuldigkeit jene umfängliche Rücksicht ange-göunt wird, die eine Humaue Staatsvcrwaltuug mir üben zu lassen gestattet. Sie sehen jedoch gleich mir ein, daß diese Erleichterungen nur gering seyn können, im Vergleich zu der Große des Uebels, welches von unerbittlichen Naturkräften über eine Bevölkerung verhängt wurde, die landknndig znr ärmsten in Krain zählt. Nach den Berichten, die mir zukamen si id in 36 Steucrgemeinden nachstehende !N Ortschaften der Bezirkshanptmannschaft Tschernembl: Kletsch, Skril, Stockendorf, Sporeben, Mittenwald, Töpliyel, Lachina, Mayerle. Ilschennig, Wüstril), Brunugcräuch, Kälbersberg, Tuscheuthal, Rodine, Saitschverch, Ober-nnd Unterpaka, Ottavin, Sclo bei Ottavit), Rutschet-tendorf, Loque, Naklo, Roschitschverch, Dbblitsch, Gritsch, Ierneisdorf, Tanzbcrg, Dragovainsdorf, QuassiYa, Vrezuik, Oberch, Kotschcnje, Svibnik, Tschernembl, Loka, Dessinz, Tschndnoselo, Sastava Tributsche, Weidendorf, Pribinze, Adleschitsch, Do-lenze, Freythnrn, Gorenze, Selo bei Freithurn, Ver-hofze. Fntschkofze, Zerqnische, Krassinz, Prilosic, Winkel. Vertatscha, Vertsch'tsch, ^ella, Scmitsch, Pe-tersdorf, Michelsdorf, Roschanz, Weinberg, Krupp, Seitendorf, Mnrendorf, Vlutsberg, DobrariY. Mottling, Krenlchorf, Sverschak, Nadovicsch, Nosalnit), Sleindorf, Radoviya, Radosche, Woldresch, Veret-tensdorf, Dragemelsdorf, Wnschinsdorf, Bojansdorf, Kraschenbcrg, Draschitsch, Kermatschina, Schelesnik, Vidoschitsch, Dulle, GrabrouN, Leschtsche, Hrast, Naunatz, Ober- nnd Untersuchor, Loqnii) nnd Ternontz in dem Falle, nicht zu wissen, woher sie für wenigstens'zwei Drittheile ihrer Insassen für den Winter und das Frühjahr die nothdürfttgste Nahrung überkommen sollen. Die eigene unmittelbare Anschauung, die davon mir zu verschaffen mir Pflicht schien, hat die Wahrheit ber Berichte im vollen Umfange bestätigt. Iu jener Gegend droht in d^'r That der Nothstand mit dem ganzen Bedrängnis; des Nahrungsmangels und mit jenen traurigen Folgen des Darbens, von welchen sich das Auge vor Schauder und Mitleid zugleich . 2"ne abwendet. In den Häusern der Ganz- und Halbhübler, die über die Fechsnngen von mehreren Jochen Aecker, Wiesen und Weingärten zn verfügen haben, fand ich kaum ein Paar MeNen Hirse, und diese gemengt mit allem Unkrautsamen, nm die Quantität zn vergrößern, an Kartoffeln gar nichts, von sonstigen Knollengewächsen und Gemüsen einen Vorrach für etwa bis Lichtmesse, an Weinmost, sonst dem Fond, der die baren Auslagen der Wirthschaft und die Steuer decken mußte, »ucht einen Tropfen. Iu den noch geringern Hänsern, bei '/4 Hüblern nnd abwärts, wurden mir bei einem Familienstande von meistens 8—10 Köpfen nnd darüber gewöhnlich 3—4 Meften Moorhirse (xii-k) als einziger Kor-nervorrath vorgewiesen, eine Nahrung, die für Menschen schon im hohen Grade traurig ist. Auch das Obst , das bei dem , heurigen guten Preise dieses Artikels in andern Gegenden eine ergiebige Aushilfe gewährte, wurde in jenen Orten znm Uebermaße des Unglückes, welches dieselben getroffen, gänzlich vernichtet, uud weinend ward mir von vielen Müttern geklagt, daß ihnen auch hievon nicht der mm-deste Vorrath für ihre Kinder M Gebote stehe , denen eine Handvoll gedörrter Zwetschken über die Hungerqualen eines Tages doch lelchter hinweghelfen würde. Dicse Bevölkerung, die an viele Eittbehillug oon der Wiege an,gewöhnt wird, auch nicht mehr dao beschen zu, sehen, V,^m"" bei ^dcr äußersten Be? schräukunK als, Lefttes doch haben Mllsi, d. i/Vro', und wäre es noch so schlecht und schwär:, damlt nicht schon der Sangliug an der versiegenden Brust der Mntte'r verhungere, die Familien nicht arbeitsunfähig werden, und außer Landes betteln gehen müssen, lveil anf den Ortschaften weit und breit die Noth so schwer last-t, daß keine Thüre znm Almosen sich öffnet, — dieß zn sehm uud bei solchem Elend doch zu hören, wie leine nicht genug hoch zn achtende, wahrhaft christliche Ergebung iu das Schicksal sich knnd gibt. ward mir bei eiuer Vereisung Gelegenheit, unter deren Eindrnck ich mich bestimmt finde, nm milde Gaben meine Hand auszustrecken in das ganze Land, dessen Verwaltung vorzustehen ich die Ehre habe, in Stadt wie Dorf, wo immer ein Herz der Theilnahme schlägt und eine Gabe möglich ist, in die Vorraths- und Handels-Speicher, wo die Körnerfrucht liegt in reichen Ladnngen, wie in die Hütte des letzten Ackers- ^ mannes, der vielleicht doch eine Hand voll Korn über seinen Bedarf entrachen kann. Allüberall hin in Krain wende ich mich mit der Bitte um Unterstiwnng für die armen Leute im Möttlmger und im Tscher-uembler Boden. Es legt in der Hauptstadt der verehrliche Gemeinderath Subscriptions- und Sammlungslisten auf; ein Gleiches thun die Herreu Zeitungsverleger von Kleiumayr .-!, Bamberg, und die hochwürdige Pfarrgeistlichkeit nimmt bereitwilligst die Gaben entgegen. A ufde m Lande aber können sowohl bei der hochwürdigen Geistlichkeit als auch bei den Ve-zirkohanptmannschaften alle Almosen und Geschenke hinterlegt werden. Bei dem Schaden, der anf 36.000 Acker- und Weingart-Parzellen an die 3800 Steuerpflichtige, im SchäNlmgsanschlage von wenigstens 260.000 ss.'getroffen hat, wird die Privatwohlthätigkeit allerdings das Maß der Schadloshaltung nicht erreichen; aber den nächsten Lebensunterhalt vermag sie theilweise zu sichern. Für die sorgfältigste Gebärung mit dem, was Sie in edler Theilnahme für das Schicksal Ihrer Landolente darreichen, verbürge ich mich im Namen der Nothstandscommissionel, , die in Möttlmg und Tscheryembl errichtet, und in Permanenz für so lang« erklärt sind, bis das Drangsal weggezogen seyn wird über dem Haupte der unglücklichen Bevölkerung. Laibach am 18. November 1861, Gustav Graf von VhorinSky, k. k. Statthalter. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 10. November. Der „Grafter Zeitnng" vom 18. November zu Folge sind bis zu diesem Tage für die bei der lep-ten Ucberschwemmung in Kraiu Verunglückten eir,-gegangen : im Comptoir der „Grayer Zeitung" 364 ft. 10 kr. in drr Buchhandluug des Hrn. I. A. Kienreich in Gral)......32 „ 36 „ Im Ganzen . . 397 fl. 6 kr. Indem wir dieses zur allgemeinen Kenntniß bringen, sagen wir im Namen der Unglücklichen beu aufrichtiüAe« Dank den mildthätigen Bewohnern von Gran, und bAxn bei dem Umstände, als der unvor-g?sehen eingebrochene Winter die Lage der Unglücklichen nnr noch mehr verschlimmert, um fernere, men-schenfrcnndliche Unterstüpnng. — Das in Trieft zusammengetretene „Comit^ znr Sammlung milder Beiträge für Kärnten" weiset in Nr. 196 der „Triest. Ztg." (chon die Gesammt-snmme von 3^69 ss. 46 kr. C. M. aus. Dieser schöne Zug vom aufrichtigen Patriotismus uud Wohlthätigkeitssinn der Kärntner möge als nachahmungswerthes Beispiel dienen. Eorrespoudenzeu. «ittay, 18. November. — ^— Dnrch den lange anhaltenden Regen ist die Save in Littay um 19 Schuh über den gewöhnlichen Wasserstand gestiegen, in mehrere Häuser sehr hoch eingedruugen, ganze Felder ic. überschwemmt ll,d sehr beschädiget, und hat am 3. November 18^1 in der Früh um ü Uhr eine ung h uere Holzmasse auf die Schiffmichle des Sagorz zu Littay herab-gebracht, das Mühlschiff durchgebohrt, eine 16 Centner schwere, starke Eiseukette, nnd 2 sehr starke, zn 140 Pfund schwere neue Seile abgerissen, und die ganze Schiffmühle abgetragen. Die 3 darin befindlichen Wachmänner retteten sich in den dabei befiut-lichen Kahn uud ruderten davon, während die Schiff' mühle noch im Finstern mit der ganzen Holzmasse hinabschwamm. Um sieben Uhr Morgens war die Schissmühle in Eagor noch znm Theile beisammen, nnd gegen 8 Uhr sah man schon von Stcinbrücken bis Ratschach die ganze große Save mit verschiedenen schönen, neuen Echiffmühlaerathschaften und Werkzeugen, über 120 Holzfuhren, herabschwimmend bedeckt. Der SchissmülMfwer suchte durch " Tage, bis nach Croatien hinab, seine schone, grosie Schiffmühle, als sein verlol-enes tägliches Brot, aber leider vergebens nnd spurlos; nur einige Geräthschaften da-von waren da nnd dort vorfindlg, und noch dieselben 1122 theils von Felsen, noch mehr aber von den schadenfrohen Leuten ganz zerschlagen, verdorben, verlängnet und versteckt. — Wünschenswert!) und menschenpfiicht-gemäsi wäre es, das; Jeder, der etwas davon angefangen hat, es dem überdieß unglücklichen Schiff-mühleneigenthümer zurückgeben, und für seine Mühe eine angemessene Belohnung erhalten würde. Velierreich Klageufilrt, 13. November. Als Gesammt-ergebniß der durch die Wasserssutheu in Karnten angerichteten Verheerungen kalin man annehmen, daß der Schaden an zerstörten Gebanden, verdorbenen Grundstücken und Fahrnissen auf mehrere Millionen Gulden sich belaufe, und dasi em Paar Ortschaften, darunter der Markt Greifeuburg, von dessen ungefähr 100 Hausern nur 12, uud zwar auch diese bis zum ersten Stockwerke verschottert, noch bestehen, bleibender Verödung preisgegeben sind. Von manchen Seitenthalern mit nicht unbedeutender Ve-völkeruug mangeln hier noch bis heute Nachrichten, da das Wasser jede Communication mit denselben unterbrochen hat; alle unsere Brücken über die Trau und zahllose über die Nebenflüsse und Bache wurden weggerissen oder mchr oder weniger zerstört, von den ersteren ist bisher nur erst die zu Hollenbnrg, über tie die Neichsstraße nach Krain geht, wieder hergestellt; einige von ihnen, die Privateigenthum waren, werden ganz eingehen, wenn sie nicht vom Staate oder dem Lande übernommen werden. Die Anzahl der durch das Wasser in Karuten am Leben verunglückten Lente ist zwar noch keineswegs erhoben, aber die constanrten Menschenopfer übersteigen bereits die Zahl von 20. Viele Hunderte dagegen haben bnch-stäblich Alles, was sie besaßen, verloren, und waren ohne fremde Hilfe in der schlimmsten Jahreszeit der ausästen Noth preisgegebei'. Aber auch dießmal hat sich der M ldtl)ätlgkeit5sinn der Kärntner in glänzender Wnse bewahrt. So wurden zur Unterstüyuna, der durch das Wasser Beschädigten nur allein in Klagenfurt in 4 Tagen beiläufig 3009 sl. C- M. uu d eine bedeutende MengeWa sch e und Kleider zur k. k. Etatthalterei und in das Ze i t un g scom p to ir gebracht. Dtt Sammlungen dauern übrigens im Lande allenthalben fort, und ihr Resultat wird das gute Herz der Kärntner wieder glänzend bewähren. Auch der L a n d-tagsausschuß vou Karnten gab aus dem D o me stica l fo nd e eine Unterstütz u ug vo n 1000 fi. C. M-, und heute sieht mau der Ankunft des Hru, Baron Kellner, Generaladjutanten Sr. Majestät, entgegen, der mit namhaften Untersti'chuugs-geldern von Sr. Masestät dem Kaiser hierher gesendet wurde. (Triest. Ztg.) Trieft. Die Schifffahrtc-bewegung von Triest gestaltete sich im verflossenen Monate wie folgt: Augekommen sind: 181"> Schiffe mit einem G.Halte von 7l,!'l0N Tonnen nnd Ladung, nud 133 Schiffe mit 3998 Tonnen im Ballaste; abgesegelt sind: 687 Schiffe mit 48.788 Tonnen Gehalt m d Ladung, und 1234 Schiffe mit 20,72(, Tonnen im Ballaste. Wien, 17. November. In einer seiner leyten Nummern brachie der „Glrbe" eiue Art von Dissertation über die Stellnng Oesterreichs im europäischen Etaatenverbandv, und bemühte sich bei dieftm Anlasse, die Entstellungen, Lügen uud historische Verdrehungen s» viel als möglich zu Tage zu förderu. Mehrere besonnenere Organe der englischen Presse hatten nämlich die Frage aufgeworfen, wozn die tnrbnleuten, in London vercnfstalteten Demonstrationen führen sollten, da doch anerkannter Maßen die österreichische Allianz für England mch seine wohlverstandenen Interessen einen unbestreitbaren, durch deu Lauf der Ge-schichte gerechtfertigten Werth habe. Namentlich ,.Times" halte diese Behanpttmg mit einem Aufwande von großem Scharfsinne vertheidiget, und selbst der „Globe" mußte anerkennen, daß sie die Lage am bestimmtesten und am uuabweisllchsten formnlirt habe; er seinerseits wolle mit der Antwort nicht hinter dem Berge halten, sondern den tiefsten Grund seines Herzens aufschließen und der, stürmenden Welt den Ve-welö nicht vorenthalten, daß die dereinst mit Recht gepriesene österreichische Allianz neuestens veraltet nnd unbranchbar geworden sey. Wir nahmen nicht ohne Spannung den Artikel des „Globe" zur Hand; allein erstaunt mußten wir ihn ans dcr Hand legen, denn noch nie ist den Verhältnissen, wie sie wirklich bestanden, und der Geschichte, deren ewige Thatsachen und Wahrheiten niemals einer sophistischen Deutnng verfallen sollten, größerer Zwang augethcm worden. Wir stellen nns bei der Widerlegung, die wir hiermit versuchen, entschieden auf den geschichtlichen Standpnnkt. Der Verfasser des Artikels hat von Weitem ausgeholt, um schließlich gar uichtö zu beweisen. Seiue Manier, zu raisoniren uud die Facten willkürlich zu grnppiren, verräth die Absicht und vernichtet jede Wirknng vou vorne hinein. Es ist gerade-zn eine historische Unwahrheit, wenn derselbe behanp-tet, daß das Haus Oesterreich seit dem Abschlüsse der Reformation bis zum Jahre 178!) den englischen Interessen nicht nur keine Dienste erwiesen, sondern sogar feindlich entgegen gestanden hab'. Wir glauben, im spauischen Erbfolgekriege habe Oesterreich nebst seinen eigenen Interessen auch die britti'chen mannhaft vertreten. Aber auch in jenen vorhergehenden Kämpfen zwischen Frankreich und Deutschland, welche Ludwig der XIV. begann, dürfte die österreichische Allianz den Engländern recht wohl zu Statten gekommen seyn. Mit Ausnahme eines einzigen Falles, wo die französische Miauz vor der englischen zu Wien den Vorzug erhielt, bildete das 18. Jahrhundert eine Kette unaufhörlicher und fteuudschaftlicher Beziehungen uud werkthätiger Hilfeleistungen zwischen Oesterreich und England. Seltsam klingt übrigens der Vorwurf, dasi Oesterreich den einzigen Allirten, welchen England in der,Mitte dieses Iahrhnnderts auf dem Continue gehabt, nnnlich Friedrich den Einzigen, ;n vernichten gesicht habe. Jeder Schulknabe weiß, dasi Oesterreich sich in dieser Hinsicht nur auf der Defensivlinie seines guten Rechte? bewegte, und m seinen Kriegen gegen Preußen war es niemals auf den brittischcn Allirten abgesehen. Es hat dem V.'r-fasser wahrscheinlich leid gethan, die guten Dienste, welche Oesterreich der britchchen Macht während des großen Revolut onskampfes dis zum Jahre 181k erwies, anerkennen zu müssen. Wir wollen bei diesem Anlasse nur die Thatsache festhalten, daß vor all den kämpfenden Mächten in jener Epocbc, England unbedingt d^e größten materiellen Vortheile errang, weil e? die Zeit klüglich benüNe, seiner maritimen Gewalt eine unermeßliche Anodehnnng zu geben. Alle j.'ne continentalen Seemächte, welche noch im vorigen Jahrhunderte mit England zu coucuriren gewagt hatten, waren am Schlüsse des grcßen Kampfes theilo gänzlich beseitiget, theils bis zur Uubedenteudheit her-abgedrückt, und es bedürfte eineo mehr als 30jähri-gen Friedens, um diesen Zweig der Entwicklung ans dem Continente wieder zn einiger Vlüche zu bringen. Selbst die Periode des leftten Friedens enthalt jedoch zwei Momente, worin die alte Hinneigung Oesterreichs zu England lebendig hervortrat. Diese Momente sind: der russisch-türkische Feldzug im Jahre 1829, und der V.'rlauf der orientalischen Crisis im Jahre 1840. Bezüglich des ersten Momentes enthalt das in England selbst Herallsgegebene „Portfolio" genng der überzeugendsten Beweise; iu Betreff des zweiten steht die große Thaisache fest, dasi de österreichische Flagge mit der brittischen vereint für denselben Zweck, uämlich für die Bewahrung der Integrität der Pforte und die Erhalmug des europäischen Gleichgewichtes strikt. Sollte England seither seine Gesinnungen uud seiue Tendenzen gegen Oesterreich geändert haben, so liegt die Schuld wahrlich nicht an uns. Der österreichische Gedanke: die Ruhe und die Ordnung auf dem Continent« ungefährdet zu erhalten, jeden Staat in seinem Beswrechte und. in seinen legitimen Gränzen zu beschuhen und die Umsturzpartei uiederzuhal-teu, ist sich unwandelbar gleich geblieben. Kaun dieß wohl mit gleichem Rechte anch von England behauptet werden? Wir wagen es zn bezweifeln. Wenn Oesterreich im Jahre 1849 von der Macht eines treueu Bundesgenossen Gebrauch machen mußte, um den furchtbar augewachsenen Aufruhr innerhalb seiner Gränzen niederzuschlagen, so fällt der größte Theil der Verantwortung auf jenen unverkennbaren Einfluß, welcher die Flamme der Empörnng in Italien nährte. Englands unbestrittene feindselige Politik im Jahre 1847, feindselig gegen Oesterreich und gegen die legalen Zustände von ganz Europa, hat das Meiste beigetragen, um deu Verlauf der revolutionären Crisis des Jahres 1848 zn erschneren und zn verwickeln. Dessen ungeachtet aber enthalt das blaue Bnch vom Jahre 184!) l>r das beachteno-werche Geständnis;, daß die Intergrität des österreichischen Staates wichtig sey für England. Diese Beweisstelle bildet unstreitig das schlagendste Argument gegen die Behauptung des „Globe" und er wird dadurch gewissermaßen in der eigenen Schlinge, gefangen. Wir wünschen, daß jene feindselige uud demonstrative Politik, welche den Staaten des Continents bisher nnr Verlegenheit bereitet hat, ohne für England selbst ein gedeihliches Ereiguiß zu bewirken, eud-lich ihr Ende erreiche. Wir können uns unmöglich dem Gedanken hingeben, daß es in der conseqnei'ten Intention der brittischen Politik liege, den Continent fortwährend in unruhiger Bewegung und drohender Agitation zu erhalten, um für die eigenen commerziellen Zwecke einen sicheren Vorsprnng zu behaupten. Eine' so rücksichtslose Politik würde sich selbst bald abnutzen und müßte in ihrer leltten Con» ftqueuz zu einer durchgreifenden und, allgemeine« Reaction führen, die wir wahrhaftig uicht wünsche», und der wir ein freundliches Einvernehmen mit einer auftichttg conservirenden Politik jenes großen uud mächtigen Staates uubedingt vorziehen. (Oest. Cor.) * Wien, 17. November. Jene Maßregeln, welche kürzlich gegen einige Individuen ergriffen wurden , die den Vesnch der Börse offenbar zn schädlicher Agiotage nnd störenden Umtrieben bemchten, haben hin nnd wieder eine ganz verkehrte Deutung erfahren. Bei der außerordentlichen Wichtigkeit des Standes der Valuten für sämmtliche Verhältnisse uuserer Production und Consnmtion, bei dem Umstände, dasi eine künstliche Steigerung des Agio's auf edle Metalle gewissermaßen mit mathematischer Folgerichtigkeit anch eine Vertheuerung der unentbehrlichen Le-beusbedinfnisse hervorbringt, konnte und durfte es der Regierung unmöglich czleichgiltig bleiben, wenn gewissenlose Speculanten diesen Umstand auf Kosten des Geineinwohles lediglich zn egoistischen Zwecken ausbeuteten. Der wohlmeinenden Intention, dein Uebel entgegenzuwirken, steht das Interesse beinahe aller Classen der Bevölkerung zur Seite, vom Waren-grosh Indler, der die Colonialproducte mit klingendem Silber bezahlen muß, angefangen, bis znm Taglöh-nr herab, dessen Lohn uicht uach jeder Schwankung der Valuta berechnet werden kann, bei unverhaltnisi-mäßigem Steigen derselben aber keinesfalls in gleichem Maße zunimmt. Wir verkennen die Schwierigkeit nicht, zwischen den Geschäften der Agiotage und dem dnrch das reelle Bedürfniß gebotenen Verkehre allemal eine scharfe Gränze zu ziehen. Allein was im Ganzen schwer, ist nicht in einzelnen Fälleil unmöglich. Eine größere Tragweite als die bisher im offenen Tageslichte operirende Agiotage nnd Win-kelspeculatiou wirksam zu treffen, sollten uud koun> ten die in Rede stehenden Maßregeln nicht haben. Dem reellen Verkehre mnsi seine Freiheit und Beweglichkeit sorgsam gelahrt bleiben. Eine andere Seite der Betrachtung bietet die Frage, wie der Agiotage uicht bloß in dereu Ausläufern und untergeordneten Organen zu begegnen wäre. Daß individuelle Maßregeln hierfür uicht ausreichen, ist sicher. Es dräugt sich aber bei diesem Anlasse, wie schon oftmals früher, die Erwägung von Neuem auf, ob und wie weit es zuträglicher uud ausführbar wäre, den Strom der jeyt der Papierspeculation vorzugsweise gewährten, großen Credite zu theilen und die, nationale Industrie, iu ausgiebigerer Weise als bisher geschah, dadurch zu befruchten. Die Vermehrung des effectiven Nationalvermögens scheint daS wirksamste Mittel, um, wenn auch allmälig, doch sicheren Schrittes den fiuanziellen Bedrängnissen der Gegen-wart, den Schwankungen der Valuten und dem auf das Innigste damit zusammenhängenden Uebel der Agiotage zn steuern. Die Haltung der heutigen Börse bewies, daß 1123 die vielfältigen Ausstreuungen der letzten Tage bei reellen Geschäftsleuten keinen Glauben gefunden haben; die Stimmung war cine dnrchans günstige nnd sowohl Fonds wurden mit '/,, -^ ''/4 Procent gesucht, als Valuten iu demselben Verhältnisse billiger abgegeben; London ward mit 12,26 — 12,26 notirt. Allerdings trug zu diesem Ergebnisse der günstige Stand der franzosischen Rente vom 1!i. d. wesentlich bei. Vom Anslande her glauben wir entsprechenden Notirungen der österreichischen Fonds deßhalb entgegengehen zu dürfen, weil jeder Besitzer derselben Maßregeln, welche das übertriebene Steigen des Agio's zu hindern geeignet sind, nur als in Mem wohlverstandenen Interesse liegend ansehen kann. Wien, 18. November. Das Finanzministerium hat ^stattet, daß in rücksichtswürdi.qen Fällen von der zwan.sweisen Eimreibnng der Stenern ab-Laugen und den Restanten Zahlun.stermme gestattet werden können; die Entscheidung ,n solchen Fällen ist den Bezirkohauptmanuschafteu vorbehalten. — Die Bauten am Semmering sind in Folce anbrechenden Winters eingestellt worden. Die Arbeiter zumeist aus Böhmen, ziehen schaarenweise in ihre Heimath und werden sich im nächsten Frühjahre wieder auf ihren Bauplätzen ein finden. — Bei den Vanknotenverwechslungs-Cassen zu Laibach, Klagenfurt, Görz, Salzburg, Czernowitz und Krakau wird dcr Umtausch der derzeit im Umlaufe befindlichen Banknoten zn 6 fl. in der ersten Hälfte des k. M. beginnen. Die nöthigen Vorräthe dieses Papiers gehen nächstens dahin ab. — Der junge Daniel Petromc, ein Neffe des verstorbenen Vladika von Montenegro, welcher sich seit August hier befand, um sich zu geistlichen Studien vorzubereiten, ist eiligst nc.ch Montenegro abgereist. Derselbe ist, dem Vernehmen nach, testamentarisch zum Vladika-Nachfolger ernannt. Deutschen n d. Ans dvm Groftherzossthum Posen, l i. Novcmd.r. Der Ol.'cip>äs!l,'cnt dll Piorinz Hai mehrfach durch die Amtsblaiter b.ka-int machen l^s sen, daß jeder polnische Flüchtling, welche sich m der Provinz aufhält, bei den Polizeibehörden sich persönlich zu melden und cinc Aufcntl)altst>te zu lösen hat Erst j.tzl, nachdem diese Bel.u,ntma.. chung wiederholt ergangen ist, hat Hr v. P^ltkam.-mer de>, ganz d.stimmten P,allusl^, Terniin fne di< persönliche Alimrlouiig dcr etwa noch ol),ie Allfcns-haltsnirtü im Gioßysizl'gthiime bc sind lichen pul»!-schen Eiuigr^nten l<»d Ucberlalifer alls d»n l5, d. M. festgesetzt. Nach Adk'lls oi.ftr Frist wird, wie es in der detteffendcn Publication hcißt, cine allge.-meine Revision angeordmt werden, und es weiden die dann noch elwli entdeckten Icgttim.itwnölosei, Fll'ichlli„ge unbedingt au^ewirscn oder nach Um. ständen d«,l russisch polnischen Behörden überliefert werden. I r a u k r c i ch. Paris, 12. November. Der Initiativaus-schusi hat mit 23 gegen « Stimmen die Inbettachl-nahme des QuästorenantrageS mit der schon fiiiher erwähnten unbedeutenden Modification beschlossen. Sämmtliche 30 Mitglieder des Ausschusses waren zugegen. Ein Mitglied enthielt sich der Abstimmung. ^- Gestern Abends hat sich die republikanische Opposition in dein Saale Lemardelay versammelt, um über die Haltmig zu berathen, die sie bei der bevorstehenden Discussion des Wahlprojectes der Regierung eiunchmen wird. Sie hat einstimmig beschlossen, anf's ruhigste und gemäßigste aufzutreten. Sie hat ferner entschieden, daß nur ein einziger Retner, Michel (de Bourges) das Wort ergreifen werde. Eine aus Mehreren Mitgliedern zusammengesetzte Commission ist beauftragt, sich mit Michel (de Bourges) über die Hanptpuucte seiner Rede zu einigen. Paris, 13. November. Heute fand in der Legislative dic Entscheidung über den Fortbestand des Wahlgesetzes vom 31. Mai Statt. Gegen alle Erwartung gehörte die Debatte unter die weniger aufgeregten. Weder die Redner der Majorität noch Hr. Michel de Bourges, welcher die Montague in der Discussion vertrat, entwickelten den gewohnten oratorischen Aufwand, nud anch die beiden Minister Thorigny und Daviel fanden keinen Anklang, weder rechts noch links. Ebenso farblos und charakterlos war die Abstimmnng. Von 703 Votanten stimmttn 363 für den Commissionsantrag: den präsidentiel-leu Vorschlag sogleich zu verwerfen, 348 für eine zweite Berathung. Dieses Resultat ist daher für das Fortbestehen des Wahlgesetzes vom 31. Mai kein allzn günstiges, um so mehr, als mehrere Mon-tagnards sich der Abstimmung enthielten und gar nicht erschienen waren. Von der Regieruug bekämpft, von der Majorität schwach untersticht, ist jedenfalls das moralische Ansehen des Gesetzes stark erschüttert. Allem Anscheine nach wird die legislative genöchigt seyn, dasselbe uuu iu einer Weise zn modificiren, welche einer völligen Abschaffung desselben gleich kommen möchte. Hr. Vitet legt morgen den Commissionsbericht über den Antrag der Quastoren vor. Man sagt, daß der Präsident, falls die Legislative denselben annehmen sollte, den Veschlnß nicht sanctioniren würde. Er hat verfassungsmäßig das Recht, eine zweite Berathung zu verlangen. Allerlei Gerüchte von Staatsstreichen und dergleichen tauchen anf, man ist aber überzeugt, daß die Situation keineswegs zn diesen Enremen gelangt ist. Die Monta,,ne ist in offenem Zwiespalt. Alle halbwegs besonnenen Mitglieder derselben sehen ei», daß es nöthig ist, bei dem wachsenden Ernst der Zeit sich von der Turbulenz der überspannten Thaboriten loszusagen. In der gleichzeitig eintretenden Ohnmacht dieser Partei liegt eine große Gewähr für die Anfrechthaltuug der Ordnnng nnd Ruhe. A c g i) p t e n. Alrxandrieu, 8. November. Mit dem am 2. d. M. hier augelangten österlich. Lloyddampf-b.'ote haben wir die fchr wlchtige und erfreuliche Nachricht erHaken, daß die Differenz hinsichtlich der Eisenbahnftage gelöst ist, während die Tansimatfrage noch ihrer Erledignng entgegensieht. Die letzte Antwort Abbas Pascha's, überbracht durch Haireddin Pascha, wurde in Constancinopel so gut aufgenommen, daß dle Pforte in den nächsten Tagen das ägyptische Dmnpfboot mis einem Ferman nach Aegypten scnden wild, dein geinast der Vicekönig den Eisen-bahnban in Angriff nehmen kann. Die Feinde Abbas Pascha's hatten in Constantiuopel gar arg gegen ihn agitirt, nnd es wäre ihnen, znmal da sie Frankreich zur Seite hatten, gelungen, den Vic^köuig zn stürzen, weun nicht Oesterreich aufgetreten und zn Gunsten Abbas Pascha's gesprochen ha te. — Die Tan-sima.frage ist noch nicht erledigt; sie wurde durch die viel wichtigere Eisenbahufrage verdrängt. England, das nun seinen Zweck erreicht hat, wird sich, wenn jene Frage znr Sprache kommen wird, wenig nm Abbas Pascha kümmern (obgleich es ihm früher feste Versprechungen gemacht), ab^r wer kann daran zweifeln, daß anch Oesterreichs ehrenhafte Politik die Rechte Abbas Pascha's neuerdings und eben so erfolgreich vertreten wird. — Dnrch die Herstellung der Eisenbahn zwischen Alerandrien nnd Cairo ist natürlich das französische Project, einen Canal von Snez nach einem Puncte des Mittelmeeres zu ziehen, aufgegeben worden. Es liegt daher in Oesterreichs Interesse, gleich England den größten Nutzen aus dleser Eisenbahn zu ziehen. Oesterreich mit seiner trefflichen Lage am mittelländischen Meere, jetzt nur noch .'l Tagereisen von Aegypten entfernt, ist das Mittel in die Hand gegeben, die Handelsquellen des rotheu Meeres und Indiens anszubenten. Briefe ans Chartum melden uns, daß sich Dr. Reitz wegen seiueö Gesundheitszustaudes genöthigt sah, Chartum zu verlassen und den gesunderen Auf-euthalt iu Scheudy zu wählen. Der General-Gouverneur Latif Pascha stellte ihm zu dieser Reise eine Regierungsbarke uud zu seinem Aufenthalte in Schendy einen Divan im Regiernugsgebände zur Verfüguug. Dr. Reitz gedenkt von Scheudy aus eine Reise durch die Wüste nach Gos-Rageb am Ätbara und von l da nach Taka und Mesalamieh in österreichischem Interesse zu machen. — Gos-Rageb am Atbara ist von ungefähr 3000 Vischarie-Bedninen bewohnt, die mit Taka und bis tief in die Wüste hinein Handel treiben. Taka ist eine bedeutende, fast an der westlichen Gränze der ägyptischen Besitzungen liegende Stadt, deren Handel mit Suakim, Abyssinien, Mesalamieh am blauen Flusse ziemlich lebhaft ist und jährlich immer mehr zunehmend die Aufmerksamkeit der Türken bedeutend anf sich zieht, so daß sie daselbst einige hnudert Arnauten, Bosniaken u. dgl. weißes Gesindel stationirt haben. Die Reise nach den genannten Orten ist nur von wenigen europäischen Reisenden mtternommen worden; sie bietet verschiedene Schwierigkeiten und selbst Gefahren durch Ueberfälle von Beduinen, Löwen u. dgl. dar. Diesen wird jedoch l>i'. Reitz nicht ausgesetzt seyn, da er der kleinen, ans Scheikier-Ara-bern bestehenden Armee Mussa Vey's sich anschließt, welcher einen Feldzug gegen die zwischen Gos Rageb und Suakin nomadisirenoen Vischarie-Araber unternimmt, nm von denselben den verweigerten Tribut einzutreiben. Der Grund der Reise des Ol. Reit) nach Taka liegt darin, um unserer vaterländischen, in jenen Ge-genden bekannten Industrie mehr Absatz, besonders nach Abyssinien, zu verschaffen, mit welchem Lande nur anf dem Wege dnrch Sudan ein Verkehr für Oesterreich anznkniipfen ist; auch Mesalamieh ist ein für die osterr. Waren sehr wichtiger Handelsplatz. (Triester Ztg.^) A m c r i k a. Briefe aus Veracruz v. !). d. melden, daß Berichte über den Fortgang der Revolution in den nördlichen Provinzen in der Hauptstadt eingetroffen, nnd sofort 10.000 Mann unter dem Commando von General Avalajos, der einen kleinen Vortheil über Canales errungen hatte, detaschirt wurden. — Von Port-au-Prlnce schreibt man (1. October) folgendes bemerkcnswmhe Factum: der brittische nnd franzosische Consul begaben sich am 26. September nach Gonaizes znm Kaiser, der daselbst mit einer kleinen Trnppenzahl verweilte. Die Consnln hatten eine Flottille von 2 englische» Knegsdampserll und einer fian-zösischen Brigg mit sich genommen, und ihre ausgesprochene Mission lautete dafür, den Kaiser zum Frieden mit den Dominikanern zu zwingen, nnd ihm 48 Stunden Bedenkzeit zu gebcn. Bestätigt sich diese Nachricht, so kann über deu friedlichen AusMig dic-< r Streitfrage weiter keiu Zweifel seyn. Neues und Neilestes. Wien, 18. November. Nie man aus Berlin vernimmt, w>rden die Berathungen der österreichisch-deutschen Postconferenz noch in diesem Monate zum Abschlüsse kommen. Von den vielfach besprochenen Postverträgen mit dem Anslande ist keiner zn Stande gekommen; doch nimmt Frankreich Portosatze an^ die jenen des Vereins ganz gleich sind, ohne in den Verein selbst einzntreten. — Bei dem schon ftit längerer Z^it vorliegenden Plane der Errichtuug landwirthOMicher Kam-mcrn nach dem Mnster der Handels- und Gewerbekammern, beabsichtigt das Ministerium die schon bestehenden landwirthschaftlichen Vereine zu benutz.'!!. Es werden bereits statistische Daten über die lekteren gesammelt. Ein definitiver Beschluß aber ist iu dieser Hinsicht noch nicht gefaßt worden. Telegraphische Depesche 'Turm, 12. Nov Die „Opinione" ist wegen mehrerer Angriffe gegen d.e katholische Religion "^ urtheilt nub sur 2 Monate suspeudirt. Paris, 1.'^. November. Lagrange interpelliit das Ml!>tsterlnm über Störungen von Wahlreisamm-lungeu imrch Regierungsbeamte; im Wiederholungsfälle sey bei den nächsten Wahlen der bewaffnete Aufstand unvermeidlich. Ein heftiger Tumult wird durch diese aufrührerische Aeußerung hervorgerufen. Thorigny cmt'.vortet, worauf tie Interpellation verworfen wird. Vitet liest den znstimmenden Com-misslone-Vericht über den modiftzirten Quästorenvor-schlag. Der Kriegsminister begehrt schlenmge Dis. cussion, welche für Montag festgestellt wird. Verleger: Igu. v. Slein.nayr u„o Fedor Vambera. Vera.,^^—'------------------------—----------------- " -^rantwonllcher Herausgeber: Ign. v. Kleinmayr. ^—^. ,',' " -M,^^U. H ^ "' , 3ele^r«phisci»pap>elt vom l9. November l«5l. Vtaafzschitlvvtrschr^ungtu zu' 5 p<§t. (in <5Vl.> 92 5,/1 tt dttto . h l/^l . . 81 7/8 dctto „4 „ „ 7^'> D^rltht» mit Verlosilüg u. I. 18:N, für 500 ss, !065 detto dctto 18:!9. „ 2')0 „ 2381/8 Wien. Stadt- Vanco -Obl. zu 2 1/2 M. sin CM.) 3« Neues Anlehcn !85l bitter» 4......917/8 betto I^iUer« 8.......l«03/^ Actitn der Haislr Fn^inauds-Nordbah« zu l00U fl. li. M. . . . . . . '537 1/2 Ü. >u «. M.^ Wechsel r töouss vom l8. November'Mk'?^"'?' «»lfterda,», snr lO« ^ler (lurlant, Mbl. 176 3/1 Kurzc Ticht A»g«l'lug, für >W Ull'dd. Ver« .i.X.Währ. in. 2^ !/i si. F,l'i, Guld.) l2', M 2 Ml'N.u. Hamburg. si>r lW Tl^lti Bain». Rthl. 1Z5 1/2 2 Mou.U, «ond«,, s,'u>i!. Malland. zur M D/slcr«^ Ars.'Onld/i2sl/2 Vf./ 2 Mmiat. Vlarftille^sur 30ttFsanli>l. . ^»!t., 149 !>^ .'.,,. 2 Mm^t. ^jari^Mz/W iira)>l^^^ '„.H,lld. . 149 1/2 G- .2 Wol,al. Kais. Mü,tM^«c«tm Agio?NU .< »^,- .^ ^ v ^ >^0 l/^ dttto 3ia>id - bt« «.....^ 29 .'z/K Scuvcraiüöd'o^ ^ " '«..... — 17.12 3iuß. Impctl^ll ^^ ^'..... " lN,^ Fri.'frich^d'or ....... -^.^^.4^" (jnql. EoueraixgS ....... ,^G MH2 3"^ Getrcid-Durchschnilts-Preise ^ '/7 '»>" M a l t ! p r e i s <». Ein Mi.i^r Mc^e.i Wka!>l; — Jr. Hu»"!^ , i,'ehü,'fl!^ Z. l3?4. (l) Nr. 550 i Edict. 3'^>m k k. Bez. Glrichle Sel,oie<" wir^ hiemil bekannt gemacht: ' (5s h.,de Hr. Ai,drca5 Säxlfo voi, l!l,ftl e. wide' d,n l,l,dek.in!,t »vo d,silidIichsN Anlcn Echstko vrll Lasche und sci»e gll'i^falis lmbrkatmtcn (^lden odei )1iechi«n.'.cds'olq,r, tie Hl.ige auf Zuelkclniung des Eigeiitl'ums dcr im G'liildduchc der voimaligoi Herr^ schal! Seno/.e5 ft>,l, Urb. Nr. 2!)3j2 roslomm.ndc!,, zu Üascke »»!) Co»sr. Nr. 22 liegcnrei, Vierttlhlidc. l)eute l.ill^nltZ üt-etreiä't, lvolüder tie T<'^sl'tz!li!s, a»f ten 15, Iämier »852 3m .'U» ihlc Ge f'dr und Kosten alifgesteüten l'!!!»lsi>- Ä!>>,, Hrn Franz Uo»tial!<-i^ m SrlN'itt-, ihre BchcUc a, die Hand zu ftcl'cn rdel auä' eine» andern Sachwalt,,! zu bestellen und diesem Gerichte namhaft z» m^chcn, oder auch s,ldft z«s T.igsatzli"g zu »rscheinen. als wldnglnsalis d" dcm Casino im Ol^. Rudolf'schen Hause. 3. 1371. (2) SOO Stück Mousselin de lain - Kleider, welche 6 bis ö'^ st. C. M. gekostet haben, werden zu dcm Herabgesetzen Preise von V« st. 20 kr. C. M. pr. Stück verkauft,, ift der Hütte Nr. 13 ain Marktplätze.'^'^ Z. l3?0. (3) ^^.''' 'Nchll6nlf)(i i^lmU ?« . ^m^Hause^Nr. 130 m dcr ^tadt (Florl^ni-Gasse) ist, wegcn Uebersetzmig der Partei, der zweit.' ^tock, dcstehcnd aus zwci Zlmmcrn, zwcl Cadil^tten, Küche, Spclse, Holzleqe und Keller, und nn dritlcn Stock em eingerichtetes aroß^s Zimmer, nedst Küche und Holzlege, von deute an zu veraeden. Näheres daselbst im ersteig Styck l>elm Hauseiaenthümer. , Zu ncht zahlllichen VestMssen WM bei Eduard Hallbersser in Stuttgar^M !m,6 )w .MV-^FrnV HoPnanns illustrirten Volkokalcnder^^d"' ^l ! . I ^ ?' l" Vlonatheften, (« n Sgr.) vo'n"bem'das ,rstc Heft nebst P»osp^tliS i-, ftdcr qlttlü Buchh,,noili!,g v^rie^t/ladcthiesmit ^raebelist ein ,ü> i! aibach die ^)llchlui!'dli!,'ss I^n. v. Kleinmayr s5 Fcdor Bamlirrss. ,.^ ^.. , . Verkaufs-AntraM">° l3uie >äwne, a?» der W!el,es^!)!N!NN^„l ^ttaße, >t> der Ä>äl)e ron L^id.ick bli s)'et^u^ alle^ene, >uu Woln,' ui.d Wir!hschasttzgtl?äudsn i'erftljiM Nealilä!, >, W,ekn.....'M«. ,> '"»7 » ». » H^ä'waidullg . . . »; » llM'»'"!^ ^tii" znsnn»!, ^l^ttsl'fch.i'l^chc!, wie zu uitu 'il^Uti, Zwicke:', l'der '.Us B^g'N'i^UNsitchrl^vl'l^ng^ l»«ls< ^,ti^i>el isl, wi,d .u; filer Hanv zuin K^f-, ^9>« «n n»d i,u^lv'm«,ts, da»), cin «>, ße, H ctt 5t5 K lU'sck^U,ngcs l)an^!^> >. el^fs. !^,, d,«l Mel r HieiClut ?)nfitcii,'c,',re lvoUcn sit) dcim Hr. »l-. Nicht zu übersehen! Um allen wciccrn H^riliunqcli uol,zul.'^^(i. .1 Indem ich für das M^ bis'ichk^Vfchenktc Zutrauen meinen vcrehlten l^. IV Kunden danke, bttte ich, mit der Versicherung, auch fcinechin alle bei mir bestellten Gürtler - und Silberal dei-ien billig und in kürzester Zeit zll verfertigen, um geneigten Zuspruch. — .... Gmcltr li»d ^ildeiald^ier. Anzelge.>«'k^ Den ^l'. 'l'. Schülzeilvcreinsmlt^ gliedern wird zur Kenittins; gebracht, daß Sonntag am L.) Viovcmber l. I. nne Adendunterhaltung wlt Tanz m deli Vereinslocalltätcn Statt finden wird, und das; an den darauf folgenden Sonntagen d^n 30 November, 7., 1^z.,2l.,W. December ltt5l,und^ den ^z. Jänner 1lW die aewöhnliche^ ^lbmduntcrhaltungen gcgeben werden.j Von der Duectton deö bürgerlt chen Schülzenvereincs. Laibach am 18. November 185l SchneesMWn-Verkauf mehrercr hundert Stück, nut Blech beschlagen und odne Beschlag, in der Theatergasse Haus-Nr. ^2. Endeäqeftrtigter ^eigt hiemit an, daß er mit einer qii?ßei, ?luswahl fertiger Kleidllngsstü'ckc um, Grah abkommen ist, und empfiehlt sich zu ei-. nel g^neig^ten»Ubnahme. . tt u ä Steph u Ianschekolvitsch, ^''MillL^X'»'^' itt'^äibach ist zu haben: Die Jagd mzf Ranbwild, l,Nl!Ns0^i^ auf Baren, Mlfe', Füä)seNl,ckse, Wildkatzen, Flschotlct-,1, B^llm u. Sleinm^rocr. Il- 'tiffe/Wleftl uiw alle Arlen Ralldvbgel >!> i perschi^^eii»'» ^^ll/böweiscii uild de» !N>,n!lu'gsa che!» 5a>iff,n.tholden dai gestellt l,'0 > I. 1^. S ch e e > in »,' i si e!. ^rei-H ö^ kr. Oder die >'i ch e'f st e n, in lM^ähIi^/iiFällel, bewäl?rt ^efllode.-i^l, und hlim eistenmal rollst^ndig gesailiiu^Ice!, Miltcl, 5ie Hühneraugen schmerzlos zu entfernen und ihre Eiitl^ehl!!!^ c; der Zrost^i!!»'» und eiftomen ' '- Glieder lc,D"tce ?ll>fl. Pi^is 3« k,-. G ö ^e l> ^l.'Ioh. ^ Die acuttn Kra>ik- h/iteii und, ^yel'en' Bel^odlulig. »ach l)0!',l?c>p>niscl)e!, Grilüdiätzc». l., Aluhl'ilm:^ l'. Th.il. Dic Fi.^,-. '.' Lüüder)!)a^,V!i l8^>7. 2. fl. ^2 kr. Götz, l)>-. Ios^ Mich, Die Psseqe und - rend den ersten ^cde"!'. 2. Auflage. Wie» !85>. 1 si. 80 kr. Günthe r. I)'-. Fllcd. ?Ulg,, Der bo- ni<>o^alische H^ll^frcinld. Nach den b.'st,,, Qn^lle» und Hilfsmmel» und rirlf^Icigen el^e,^'» Eifahrlui-ssen.. , >. Theil, die Kmülheite» der EiU'achsenen, 2. Thei^l, die.Imdertrankke.iU'n. Ec>lideröh.nlsen !850. - — Ncr'^ holnoopathlscke Thierarzt. Sondc!-!'h(iuttl7 1^50. 5 Th!, 5 si 24 rr. G u t m an ii)-S., Dic Zcldnbürste. Ist ihl (^ebs'allch oen'^ähne,, mißlich cder schädlich. M't l T^s>l ?ibl'ildlN,gc,. '^. ^l^fi^ge. Dn'Sden »85»-^"^ '< ,' ... H-^s.s^ 4)'. Hd., Dle Homö^patdle, liwr- voll i,l de,- Theorie und H^Io.'ll in der P'-ax>s. ^!N-Belehrllnq und Beherzig.ma für Ie"e, de.,en das w.h'e Wese» di.s.r He.lm.lh^de nicht »aher deka„Nt ist. Wie,, »651. 2 si.