lRro. 33. Zeitung. Dienstag den 26. April 1791. ^ Inländische Nachrichten. D3icn den 20. ?fpril. Se. Maje-stac der Kaiser haben an scmnttliche Stellen den Auttrag erthlilet , daß, wenn künftighin bey Chargen - Ersetzungen Bitt-schrifrcn un> Erlangung der Chargen em-kommen sollten. selbe mmrls einer Ta-blüe, in welcher das. Nationale , die K^nntnißen, und dieDienstfahigkeiten, dan sonstige besondere Verdienste, und moralische Beschaffenheit der Bittsteller genau und gewissenhaft zu btschrciben ist, mit dem zu erstattenden V ortlag beo schwerer Verantwortung nach Hof abgegeben werden sollen. — Der gewesene Hof Poet Abee la Ponte hat seine Charge quittirtt, und ist bereits von hier abgereiset ; statt desselben soll ein anderer von Florenz Hieher kommen. — Der Herr Generalmajor v. Pretsch hat das zeitliche n it dim Ewigen verwechselt. — In der vorigen Wvchen ist wiederum in Bettes der Fleisch- lieferung eine Zusammmtrettulig gehalten wolten, und wle man vernimmt,/o sollen die Fleischhacker, als man diesen we« gen der Uibernahm der Ochsen - Lieferung gen einm Antrag machte, folgende un-gcreimte Begehren gestellet hnben, nämlich : man solle ihmn einm Vorschuß voll' zco,coc) si. geben, sie von aller Zahlung; tes Aufschlags lossprechen, und was noch' das unschicksamste wäre, ihnen den Rind» fieisch - Verlauf nach Maaß des Ochlen> Einkaufes mit Satzung belegen, und ver^ laufen lassen; freylich konnte man votV denen Fleischhackern, welche dermalen cus' ihrem bestehenden Kontrakt den besten I or» theil benehcn , keine andere als so!cke übertriebene Forderungen erwarten; in« descn würde für das Publikum am vrr«z theilhaftesten, für die Fleischhacklr cbc«^ vielleicht cm unangtliehmsttl, au^alltn, wenn , wie dem Aelnehwen nach tcr Ankra^ seyn sollte, der Herr Hofrath Von Boventhal die Oirek ion üoern?hmen wollte , oder au h sonst ein Ihm in sotha-nen Kenntinßen gleicher Rath an die Stelle gese;t würde. — Der Hi'chof von Ypern, Graf v. Salm, besinvet sich schon seit geraumer Zeit allhier , und wird wegen seinen liebenswürdigen Eigenschaft ten überall sehr geschätzt. Es heißc auch, daß nach Abgang des dermaligen Herrn Erchischofes von Mechelu das Primat der Niederlande keinem andern, als ihm, zu Theil werden dürfte. — S?. Majestät h«ben auf den umständlichen Vortrag von den vieljährigen / durch den Qoersten und Ritter von Pailly bey allen Gelegenheiten , und besonders während der Niederländischen Unruhen geleisteten ersprießlichen Diensten , denselben zum Gmeralfeld-wachtmeister zu befördern geruht; eine Gnade, worüber nicht nur dessen ganze Familie, die ihrem Monarchen stets mit unverbrüchlicher Treue angehangen hat, sondern auch alle dortigen gut gesinnten Flandrischen Unterthanen die innigste Theilnehmung zu Tage gelegt haken. Brunn den 15. April. Unter den Rüstungen und Drohungen der Britten ist nichts wiedersinniger/ als was man in einigen englischen Zeitungen lieset, daß nämlich auch Spanien mit ^ngelaud einverstanden sey / mit den Waffen in der Hand die rußische Kaiserin zur Aufopferung aller gemachten Eroberungen ;u zwingen. — Das eigene Interesse Spaniens , dessen nahe Verwanoschafc mit Oesterreich, und endlich das, was erst kürzlich wegen des Nootkasuuds vorgefallen ist, verkündigen gerade das Gegentheil, und es ist mehr als politische ^uthmassung, daß, wenn Engeland wirklich eine Seemacht nach dem Baltischen Meere beordern sollte, eine eben so grosse Spannische F'otte dafür in dem Archipele auftretten würde. Aber auch Rußland selbst ist auf den schlimmsten Fall schon gefaßt. Wenn es den grossen englischen Schissen endlich auch gelänge, durch den Sund in das Baltische Meer zu dringen, und sie wüder durch die Untiefe der dortigen Gewässer, noch durch Schweden und Zännemark an dem wettern Unternehmen gchmdcrt würden, lllid wttni da:ni die vereinigte Englische und Holländisch! Flotte sogar das Uiber-gewicht über die Rußische gewänne; so bieten der letztern die Häven von Reval und Kronstadt, welche nebst Petersburg Mlt mehr als 2OO großen Lanotliersbötcn Versehen silld , hinlängliche Sicherheit dar. — Sollte endlich, welches noch we« niger Wahrscheinlichkeit für sich hat, eine englische Flotte, der unendlichen Schwierigkeiten ungeachtet, sich bis in das schwarze Meer durcharbeiten; so hat die rußische Flotte ln dem Liman , dessen Eingalkz die zwey Festung?« Qczakow und Kin-burn decken, nnen eben so gut beschützten und sichern StHudort , als jene in dem Baltischen Meere. In die Donau einzudringen, das kann kein? feindliche Flotte, und nach erobertem Braila auch feine türkische Armee über die Donau setzen. Rußland kennt die Vortheile seiner Lage zu gut, und w!rd dieselben m benutzen wissm. Hie;u kömmt noch,. daß Rußland, sobald Braila fallt, sowohl gegen die Türken, als gegen Engeland und Preußen, einen bloßen Verteidigungskrieg führen / und daher auch keine so grosstn Kosten bestreiten darf, zu einer Zeit, da jene Machte , nebst der Pforte / weil si'5 nur über entlegene Meere, über Wüsteneien und Gebirge an die Rußen kommen können, ungeheure Summen zu ihrem Angriffe verwenden müssen. — Man wird des Umstandes nicht einmal erwähnen, daß Preußen sich vor Oesterreich niemals entblößen kann, und daß auch die P'orte ihre Weigerung nicht so weit treiben darf, um letztere Macht abermals zu einer widrigen Erklärung zu nöthigen. So etwas hat der ungarische Deputirte, Graf Franz Von Esterhazy den türkischen Bevollmächtigten in Sz'ßtow sehr nachdrücklich ans Herz gelegt, und dabey zu verstehen gegeben / daß die Ungarn tvohl noch Säbel für iO0,OO2 Mann aufbringen köüten, um sich einen ehrenvollen Frieden >u verschaffen. preßburg den 16. April. Der bisher in Ofen gestandene Oberkriegskom« missar Herr v. Ebrau hat den Auftrag erhallen, sich schleunigst nach Buckarcsi zu begeben , um allda der llntersuchungs-kommission beyzuwohnen / auch ist von Wien aiis der Kassier Herr v. Hatscher dahin abgeschickt worden, vermuthlich um aUdort das Kaffewesen u ilbernekmm. — S°'. Ex.tll. der Hrrr Geniralfeldzeug-melsier Graf von -Dlitrovsl'y ist wider alles Vermuthen schon den 2 z. März in Buckarest eingetroffen, und hat den fol-genden Tag schon das Präsidium des Di-Vans / von welchem der Herr Feldmar-schalllieuten^nt Baron v. En enberg auf seine mehrmalige Bitte enchoben wurde, übernommen; letzterer kömmt aber nicht zurück, wie es hieß, sondern bleibt daselbst , um das Kommando eines der dort befindlichen Truppenlorps zu führen. Trieft den 12. April. Das Ernennungsschreiben für uul'ern neuen Bischof, Grafen Sigmund von Hochenwart , ist schon an den Pabsten Von Seite des Kaisers abgesendet worden, worin sich der Monarch für sich und seine Thronfolger das landesfürstliche Veuennungsrecht des Bischofs, der Kapitularen, und oer non-sistorialen auf immer vorbehalten, dem Bischof einen Iahrsgehalt von 6000 fi. bestimmet, und lhn, als Snffragan, dem Metropoliten zu Laibach untergeordnet hat. — Dic bisherige Gradiskaner Diö-zes wird in zween Sprengel getheilt, und zu dem Triester werden 24 Pfarren, 54 Kurazien, 3 Manns - und ein Frauenkloster gehören. — Das Domkapitel hat zu bestehen aus dem Domprobsten, welcher nebst der freuen Wohnung 1002 st« jahrlichen Gehalt haben wird, aus dem Domdechant mit 8cn ft. und drey einfachen Domherrn , jeder mit 6oc> ft., wovon jedoch einer zugleich Generalvikar und Konsistorialdirektor mit einer Zulage von 1^90 ft. seyn wird / so wie von de-i zween andern der cine ^uqleich Stadtpfarr?r in der Altstadt bey St. Maria und der andere in der Neustadt beo St. Anton seyn müssen. — Zu den geistlichen Verrichtungen in der Kathe-dralkirchl, wozu die uralte St. Iustikirche neuerdings erhoben wird, werden 4 Korvikaren jeder nnt 250 si. angestcllt, welche ab?r auch als wahre Kuraten unter der Aufsicht der Pfarrer in der Seelsorge zu verwenden sind. — Die Konsistori'-llkanz-ley erhalt einen, weltlichen Kanzler mit 6oO ft. , einen Kanzellsten mit 500 ft., einen Kanzleyschreiber mit 2so st., einen Kursor und einen KanM)bothen, jeden Mit I5O ft. > Brüssel den 22. April. Am 2i ten v. M. sind 24 Kanonen nebst 322 Kon-siablcrn von Luxemburg cülhier eingetroffen. Auch heißt es , daß noch einige Bataillons aus Kroatien hieher kommen sollen. Obgleich der Grund zu diesen Verstärkungen verschicdencrmaßen angegeben werden kann, so iji dock so nn-wahrscheinlich nicht, daß sie die hiesigen Iinnchm ),um Gegenstände haben dürlten; denn, aller Vorsicht ungeachtet, ereignen sich hie und da noch sehr gehässige Auf. tritte. So geschah es am 28-v. M. , daß zu Antwerpen eine Truppenabtheilung ganz unversehens von einem großen Haltten Aufrührer mit einem Steinregen überfallen wurde. Den Soldaten blieb daher zu ihrer Rettung weiter nichts übrig, als daß fie im Ernste mitten unter den tollen Haufen feuerten , so, daß ihrer einige und 6 auf der Stelle todt blieben, und die übrigen ihr Heil in der Flucht suchten. Hierauf wurden die Wachen verstärkt, und in alle Stadtgeqenden starke Patrul-len ausgeschickt, besonders in eine gewisse Straffe, wo der Janhagel ein Haus plündern wollte. Durch diese nachdrückliche Anstalten wurde allem fernern Unwesen Vorgebeugt. Es ist wahrlich zu bedauren, daß gewisse Leute den unwissenden Pöbel zu solchen schändlichen Begehungen verleiten , um ihre Privatrache zu beendigen. Die Negierung giebt sich daher alle Mühe, um diese Verführer auszukundschaften. Man ist auch dieser Tage einigen auf die Spur gekommen , welche ganz in der Snlle die Weisung erhielten, sich aus dem Lande m packen. — Das Gouvernement fahrt noch immer fort, den Brabantern alle Ursache zum Murren zu bmehmen. Unterm 19. März erschienen drey k. k. Ecklarlingen. Durch die erste, wird bey der Universität zu Löwen alles wieder auf den Fuß hergestellt, wie es zu Zeiten Marien Theresien war, besonders in Betreff d^r ihr von dem Pabste verliehenen Rechte wegen Vergebung ge-wiss'r Benefizien in der Provinz Luxemburg. Die zweyte erlaubt den Kandidaten der juristischen und medizinischen Fakultät einstweilen, die (^äuz zu nehmen, wo sie wollen, bis Se. Majestät mit den Standen über die nöthigen Verbesserungen in diesem Fache Rath genommen haben. In der dritten bestattigt der Monarch das am 12. Sept. 1736. von Kai-VI. erlassene Diplom, kraft des- erledigten Stellen bey den obern Justiz- hö'en 3 P rsonen vorzuschlagen. — Zur Aufsicht der lateinischen Schulen hat das Gouvernement eine Kommission niedergesetzt , bey welcher der immerwährende Se-kretarius der Akademie, Herr Abbe Mann, und der Iaussens, Augustinerordens, als Beysiyer wirklich ernannt sind. Mailand den 2z. März. Bekannt--licl) wurde vor einigen Jahren in der hiesigen Mülne ein sehr grosser Diebstahl verübet. Nun wurden am »2. Februar l. I. zu Rizza zwey Mannspersonen sammt ihren Weibern, als Mitschuldige an dieser That, auf höhere Anordnung in Verhaft genommen. Einer davon ist bereits nach Turin abgeliefert worden, indeß der zweyte sammt den Weibern, einer tödtlichen Krankheit wegen, zurückgeblieben ist, und wenn der k. Fiskus den Prozeß formirt haben wird , wahrscheinlich sammt jen>m Hieher gebracht werden wird. Sie befinden sich dermal im Senatskerker. Man hat einige Kisten mit gestohlenen Metall-ssangen, auf die beym Turiner Hof von dem k. k. Gesandten gemachte Anzeige, ebenfalls in Verwahruug genommen. Ausländische Nachrichten. Türkev. Vonsiantinopel den 5. März. Der Pohlmsche Gesandte, Graf Potocki, hat am 6. Februar die von Seite der Republik erwarteten Anweisungen erhalten, und machte sich hierauf gefaßt, den bisherigen Unterhandlungen, zur Schliessung eines Allian., - und Handlungstraktats zwischen Pohlen und der Pforte, die letzte Hand an »legen. — In der Erwartung daß der Friede mit Oesterreich ehestens zu Stande kommen werde, und dann die Oesterreichischen Truppen die Wallachen und Servien räumen würden, hat der Großsultan dem Pascha von Skutari aufgetragen . mit aller Heeresmacht, die er aufbringen kann , sogleich vorzurücken, nm zu hindern , daß nicht die Russen die Ländereyen in Besitz nehmen, welche das Oe^