(Poitnin» pla#&n* r gotovini.)
Organ für die deutsche Minderheit in Slowenien
kchriftleitung und V«walt»ng: Preiernova «lita 5, Telephon Nr.2l tiaterurban» t Bezugspreise für das Inland: vierteljährig 40 Din. haldjährig 80 Din, ganz-»«tündizungen wecdei, in der Verwaltung zu billigsten »edähren »ntgegengenosimen ^ f jährig lK0 Din. Ziir da, Ausland entsprechende Erhöhung. Einzelnummer Din 1.M Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag srüh mit dem Datum vom Sonntag
Nummer 101
^ Celje, Sonntag, den 29. Dezember 1929 ||[ 54. Jahrgang
Zum neuen Jahr
Ein neues Jahr ist wieder heraufgezogen und es ist nicht anzunehmen, dafo die Abschiedsgefühle für das alte, die Glückwünsche für das neue, die Fonn, in welcher das alte Jahr verabschiedet und das neue begrüßt wird, viel anders wären als in den Silvesternächten der jüngst vergangenen Jahre auch. Ein Jahr ist eben nicht lang, und wenn sich für manchen einzelnen Menschen und für viele Familien in diesem Jahre auch alles geändeit haben mag, leider meistens nur zu Traurigerem, für die Allgemeinheit der Menschen schreitet im Zeitraum eines Jahres die Geschichte nicht sehr weit vor.
Und doch: gerade im hinabgelaufenen Jahre 1929 ist auch darin, was Geschichte genannt werden kann, einiges vorgekommen, was an seinem Ende unsere Betrachtung herausfordert. Da ist vor allem die allgemeine Weltlage. Die Institution des Völker-bundes, die lange mit reichlichem Achselzucken be-trachtet wurde, hat in diesem Jahre einige Foitschritte gemacht. Es geschah dies nicht direkt, aber doch im Zusammenhang mit der Idee des allgemeinen Friedens, die er verkörpert. Da ist der amerikanische Antikriegspakt, der, wenn sich auch seine fernöstliche». Unterfertige?, Russen and Ehinesen, durch ihn nicht behindcm ließen, ein beachtliches Kriegsschießen in der Mandschurei zu veranstalten, dennoch wieder eine Hemmung mehr für näher gelegene Kanonen-röhre darstellt, die auch leicht losgehen könnten. Ferner tagten in diesem Jahr die große Reparations-konferenz in Paris und jene im Haag. Die Meinungen über ihren Effekt, der zur Zeit übrigens noch nicht feststeht, mögen geteilt sein, es bleibt aber ein historisches Verdienst des großen deutschen Staatsmannes Dr. Stresemann, es dahin gebracht zu haben, das; sich die ehemaligen Feinde sozusagen als gleichberechtigte Partner an den grünen Kon-ferenztisch setzten und nicht mehr mit astronomischen
Gigantenarbeit unter Tag
Die Jahresproduktion des Welt-Bergbaues
Bon Dr. M. Jeldmann Nur wenige wissen, wie außerordentlich groß der Bedarf der Weltwirtschaft an Kohle, Metallen und anderen Mineralien ist, welche wahrhast gi gantische Arbeit jahraus, jahrein in den Bergwerken geleistet wird. Allein die Weltproduktion an Kohle belief sich im Jahre 1927 trotz des großen nord-amerikanischen Kohlenstreiks auf 1276 Millionen Tonnen, lückenlos zusammengeschichtet ließen sich aus diesen riesenhaften Kohlenmengen 68 bis 70 Pyramiden von der Größe der des Eheops bei Gizeh, der größten des olleit Pharaonenlandes, aufbauen. Wenn man sich aber die 1276 Millionen Tonnen Steinkohle, die eine kompakte Masse von mehr als DUO Millionen Kubikmeter bilden, zu einer einzigen Pyramide zusammengetürmt denkt, so würde diese bei einer Höhe von 525 Meter eine Fläche von einem ganzen Quadratkilometer bedecken. Leider ist das Deutsche Neich, das an der Kohlenproduktion der Welt im Jahre 1913 mit über 190 Millionen Tonnen beteiligt war, nach dem Verlust eines Teiles von Schlesien und dem Saargebiet, nur noch mit 156 Millionen Tonnen beteiligt. Der Matador auf dem Kohlenmarkt der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika, die 260 Millionen Tonnen produzierten.
Zahlen in der Frage der Tributzahlung von Seite jener Partei, die den Weltkrieg verloren hat, herum-warfen. Mit dem Namen Stresemann kommen wir aber auch gleich zum Verlustkonto des Jahres 1929. Daß dieser Mann. der bis zu seinem Tode heroisch für die Sache feines Volkes kämpfte, gestorben ist, müssen besonders auch wir nationale Minderheiten schwer beklagen. Denn nicht zuletzt zu unserem Nutzen setzte er seine glänzenden staatsmännischen Arbeitsleistungen ein. Wenn sich heute die Minderheiten-frage nicht mehr von der Tagesordnung der Welt-Politik absetzen läßt — schon diese Tatsache allein bedeutet für uns alle einen nicht zu unterschätzenden Schutz so ist dies in erster Linie das Verdienst dieses deutschen Neichsaußenministers. Seine Be-trachtung der Minderheitenfrage, deren prägnante und unabftreitbare Grundlagen er oft in den höchsten Versammlungen dargelegt hat, ist ein fester Bestand der großen Politik geworden. Wir müssen leider bezweifeln, ob gegenwärtig ein Politiker in Europa existiert, der in Hinkunft mit gleich großer Autorität und mit gleichem warme» Schwung diese Sache wird vertreten können. Also besonders auch den nationalen Minderheiten hat der Tod ihren besten Anwalt entrissen.
In unserem Nachbarlande Oesterreich, das uns allen begreiflicherweise am nächsten von allen Ländem steht, ließ sich das Jahr 1929 nicht erfreulich an. Die Zwangsjacke, die eine wüste, unübersehbare Revolutionszeit dem österreichischen Volk mit seiner bisherigen Verfassung übergezogen hatte, war so unerträglich geworden, daß die Gefahr bestand, sie werde gewaltsam mit Bürgerkrieg und Blut ge-sprengt werden. Zum Glück nicht nur für diese alpenländische Republik, sondern für den gesamten Frieden von Europa nahm ein an Tatkraft über« ragender Staatsmann, der jetzige Bundeskanzler
Geradezu riesenhaft ist seit Jahren auch die Menge des dem Erdboden entnommenen Erdöls oder Rohpettoleums. Sie umfaßte schon vor dem Kriege, im Jahre 1913, nicht weniger als 53,395.000 Tonnen, war aber schon 1927 auf 173,732.000 Tonnen gestiegen und wird sehr bald das Riesen-maß von 200,200.000 Tonnen erreicht haben. Um die ganze Weltproduktion des Jahres 1927 in sich aufzunehmen, wäre nach genauer Berechnung eine gigantische Zisterne von einein Kilometer Länge, 785 Meter Breite und 250 Nieter Höhe erforderlich. Dieser See von Erdöl könnte ein ganzes Dutzend der größten Kriegsschiffe in sich aufnehmen, und auf seinen Boden gestellt, würde im Vergleich mit seinen Ausmaßen selbst der 160 Meter hohe Kölner Dom recht klein erscheinen.
.Auch von dem licht- und farbensprühenden Kohlenstoff, den wir Diamant nennen, werden der Erde alljährlich erstaunliche Mengen entnommen, und zwar hauptsächlich durch Bergbau in Südafrika. Könnte man die Diamanten, die dort allein aus den Gruben der De Beers Co. zutage gefördert sind, in der Form einer einzigen großen Diamant-rosette vereinigen, so würde diese einen Durchmesser von 1,20 Nieter und eine Höhe von 0,5 Nieter haben. Sicherlich ist das Gesamtgewicht aller bisher aus Transvaal aus den Weltmarkt gekommenen Diamanten mit 80 Millionen Karat oder 16.000 Kilogramm nicht zu hoch berechnet.
Schober, die brenzliche Sache in die Hand und es gelang ihm das Wunder, die Gegner zu einer ein-verständlichen Reform der Verfassung zu veranlassen. Freilich ist auch diese kein Ideal, aber sie ist ein Anfang, dem die Vaterlandsliebe zweifellos noch Verbesserungen hinzufügen wird.
Was uns aber am meisten interessiert, ist unser liebes Jugoslawien. Da sah es vor einem Jahr schlimm genug aus. Wir wollen uns nicht mit prophetischen Federn schmücken, aber wenn wir unseren Neujahrsartikel vor einem Jahre durchlesen, so zeigt er uns doch, daß es bei uns, wenn wir Glück hatten, gar nicht anders kommen konnte, als es dann ge-kommen ist. Wir lesen da: „Die Staatskrise stolpert auf den Kücken von Parteiinteresse,l in einem giftigen Kreis rundum. Das Jubiläumsjahr hat uns den Ausweg nicht gebracht. Als das stürmischeste, ver-hängnisvolste Jahr des Jahrzehnts der Krisen geht es zu Ende. Hat vielleicht das Schicksal im neuen Jahr einen Tag eingezeichnet, welcher den inneren Frieden irgendwie besiegeln wird? Man weih es nicht. Das eine ist sicher, das Maßgebendste, die Wirtschaft, schreit nach einer Erlösung. Wenn sie im heraufziehenden Jahr 1929 erfolgen wird, dann ist es als das endlich gekommene Glücksjahr zu begrüßen, als das Jahr, von dem ab erst der Aufstieg unseres Staates und seiner Bürger wird gezählt werden können." So schrieben wir am 30. Dezember 1928, also in einer Zeit, in der wir noch keine Ahnung hatten, daß schon der sechste Tag des neuen Jahres, der 6. Jänner, als jener Tag eingezeichnet war. Wenn wir ehrlich vor uns selbst sind und objektiv, wenn wir uns der in vielen Jahren angewöhnten politischen Betrachtungsweise, die in unserem jungen Staat, wie wir es ja selber erlebten, so viel Unglück und Schaden angerichtet hat, einschlagen können, dann müssen wir offen sagen: Ja, der 6. Jänner war der vom Schicksal eingezeichnete Glückstag, ein Glückstag in der zwölften Stunde. Wo ist heute der Huentanz der Parteien?
Was die Produktion an Gold anbetrifft, so schätzen Sachverständige bei Zugrundlegung des von allen Münzwerkstätten der Welt angenommenen Standardpreises (2790 Aiark für das Kilo) den Wert des zurzeit in den Händen der Menschheit befindlichen Goldes auf mehr als 90 Milliarden Mark ein. Schon seit mehr als zwei Dezennien werden jedes Jahr mehr als 700.000 Kilo von dem begehrenswerten Edelmetall zutage gefördert. Um diese Menge auf dem Schienenwege fortzu bewegen, wären, wenn man ohne Verpackungs-matenal Goldbarren auf Goldbarren schichtete, mindestens 55 große Güterwagen und zwei schwere Lokomotiven nötig. Zusammengeschmolzen aber würde all dieses Gold einen Würfel von nahezu VL Meter Seitenlänge bilden. Von dieser an das Märchenhafte grenzenden Goldausbeute entfallen auf die berühmten „Randminen" von Transvaal schon seit Jahren reichlich zwei Fünftel, während die Vereinigten Staaten von Nordamerika heute nicht mehr halb so viel Gold liefern, und noch weniger das früher so goldreiche Festland von Australien.
Da wir schon seit einem halben Jahrhundert in das Zeitalter des Stahls und des Eisens ein-getreten sind, kann man sich wohl denken, wie groß der Bedarf der Weltwirtschaft an Eisenerzen ist. Im Jahr 1927 wurden 84,600.000 Tonnen Roheisen und 100.5W.000 Tonnen Stahl aus der gamen Erde gewonnen. Die riesenhafte Stahlmasse entspricht
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Deutsche Zeitung
Nummer 101
Wo all die Giftgase, die dem Staat den Atem raubten, wo die mit großartigen Phrasen die Staats-bürgerschaft beständig in Schrecken und verneinender Aufregung erhaltenden Parteiführer? Alles von einer starken Hand weggewischt, ausgelöscht.. Dah diese starke Hand gerade dem höchsten Mann im Staate gehörte, dem König, der mit hoher staats-männischer Weisheit seine richtige Stunde wahrnahm, dafür mögen alle Bürger dieses schönen Landes dem Herrgott danken. Denn nur er, der die höchste Autorität der Gesetze und der Ordnung verkörpert, konnte einen derartigen Umschwung in Ruhe und Frieden herbeiführen. Ruhe und Frieden aber, die wir alle am meisten bra:chten, wir hatten übergenug Unfrieden und Unruhe gehabt, wollte eben die Tat vom 6. Jänner auf die Dauer herbeiführen. Deshalb begehen wir heuer Silvester mit dem Bewußtsein, das; das alte Jahr 1929 für uns ein historisches Zahr gewesen ist, in dem endlich die Grundlagen geschaffen wurden für eine glückliche Entwicklung dieses unseres Heimatstaates, an der wir alle das aufrichtigste Interesse haben müssen.
Politische Rundschau
Inland
Ministerpräsident General Zivkoviö über wichtige Fragen
In der Weihnacht-nummer der Zagreber „No° vosti" veröffentlicht der Beograder Berichterstatter des Blattes, Branko Strazicic, Bruchstücke aus einem Gespräche mit dem Ministerpräsidenten General Zivkovic. Ueber seine wichtigsten Lebensgrundsätze sagte General Zivkovic: Die Erfahrung des Lebens hat mich gelehrt, dag man niemals auch nur ein Haarbreit von den Grundsätzen und dem Programm abweichen darf, die zu dem gesteckten Ziele führen. Diese Erfahrung habe ich int Privatleben, auf dem Schlachtfelde und in meiner ganzen bisherigen Tä-tigkeit gemacht. Ich bin überzeugt, wenn man auch nur im geringsten von dem Programm und den Grundsätzen abweicht, gerät der ganze Erfolg in Frage. Ueber die allgemeine Lage im Lande sagte General Zivkovic: Wie Sie sehen, lauten alle Be-richte übereinstimmend dahin und Sie sehen es auch selbst wie jeder andere, dah das Volk mit der bis-herigen Arbeit der Regierung zufrieden ist. Wir haben einen Staat und ein Volk. Beide stehen in jeder Hinsicht im richtigen Verhältnis zueinander. Das Volk ist gut, edel, fleißig und diszipliniert. Jetzt ist unsere gröszte Sorge auf die Kräftigung des Landes und auf seine günstige Weiterentwick-lung gerichtet. Wir glauben alle und müssen alle an die glückliche Zukunft unseres Volkes und unseres Staates glauben. In einem dritten Bruchstück befaßt
einen» würfelförmigen Stahlblock von mehr als 230 Meter Seitenlänge. Denkt man sich auf diesen Würfel das deutsche Reichstagsaebäude in seiner ganzen Größe aufgestellt, so würde es sich auf ihm wie eine zierliche Nippsache ausnehmen. Den Hauptanteil an der Weltproduktion von Stahl haben die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit fast der Hälfte, nämlich 45,300.000 Tonnen zu verzeichnen. Dann folgt Deutschland mit einer Produktton von nur 16,300.300 Tonnen, wozu allerdings noch die des Saargebietes mit 1,900.000 Tonnen hinzurechnen ist.
Einen geradezu riesenhaften Umfang hat auch der Kupferbergbau der Erde in unserer Zeit erlangt. Stellte sich 1913 schon sein Ertrag auf 1,025.000 Tonnen, so lieferte er 1926 1,479.500 Tonnen von dem für die elektrische Industrie so wichtigen roten Metall. Davon entfielen auf das Gebiet der Nord amerikanischen Union allein 78,7 Prozent, während der altberühmte Mansfelder Bergbau nur noch mit 1,4 Prozent zur Kupferproduktion der Welt beitrug. Ein in seinen Ausmaßen dieser letzteren entsprechender Kupferbarren würde, bei 200 'Meter Länge und 101» Nieter Breite, eine Höhe von mehr als 70 Nieter, also die eines hohen Kirchturms besitzen.
Ist auch das Silber als ein in seinem Wert schwankendes, nur noch zum Prägen von Scheidemünzen verwendetes Edelmetall, als ein entthronter Weltbeherrscher zu bezeichnen, so wird es doch noch
sich der Ministerpräsident mit der Frage der Außen-anleihe: Eine Anleihe, lassen Sie das! Was nützt das uns? Wir könnten eine Anleihe abschließen, wir wollen aber nicht. Wir haben darnach kein Bedürfnis, Gott sei Dank, daß es so ist. Auf dem internationalen Geldmarke sind heute die Be-dingungen für die Aufnahme einer Anleihe im allgemeinen ungünstig. Möglicherweise würde eine Anleihe der Regierung als Reklame guten Dienst tun. Wir sind aber sehr weit davon entfernt, solche Mittel in Anspruch zu nehmen. Die Regierung arbeitet für den Staat und für das Volk, nur für dessen Vorteil und Gedeihen. Heute eine Anleihe abzuschließen, besonders wenn dies nicht nötig ist, wäre ein nicht wiedergutzumachender Fehler gegen-über dem Vaterlande. Der Staat lebt von seinen normalen Einkünften und er kann davon leben, wovon sich jeder überzeugen kann. Wozu sollen wir uns bei der heutigen ungünstigen Marktlage Lasten aufbürden, wie Sie eine Anleihe bedeuten würde, welche unter den heutigen Verhältnissen abgeschlossen werden würde? Die normalen Staatseinkünfte sind sogar so groß, daß sie die Durchführung vieler öffentlichen Arbeiten ermöglichen, bei denen das Volk zu Verdienst kommen kann. ?venn die sachlichen Bedingungen für eine Anleihe günstiger sein werden, dann werden wir vielleicht eine solche aufnehmen, um größere Investitionsarbeiten durchzuführen. Vor-läufig aber, glauben Sie mir, haben wir weder Zeit noch das Bedürfnis, über eine Anleihe auch nur zu reden.
Dr. Macek verhaftet
Die Zagreber Polizei war daraufgekommen, daß neben der Geheimorganisation, welche die Er-mordung Toni Schlegels und zweier Polizeidetektive verschuldet hat, noch eine Organisation bestehe, deren Mitglieder sich aus den Reihen der früheren radi-cianischen Iugendbündler rekrutierten. Am 13. De-zember wurden infolge vertraulicher Anzeige einige Höllenmaschinen ausgeforscht, welche zu einem An-schlag auf den Eisenbahn,zug der kroatischen Huldi-gungsdeputativn, ferner auf den Feiergottesdienst am 17. Dezember in der Zagreber Kathedrale und. wie man glaubt, auch auf die Galaunterhaltung der Offiziere im Hotel „Esplanade" zu Ehren des Geburtstag des Königs hätten dienen sollen. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Personen verhaftet, darunter der pensionierte Oberstleutnant Begic und der ehemalige Führer der Radicianer nach Radic Tod Dr. Vladko Macek, welcher an-geblich die Terrororganisation durch Geld unterstützte. Dr. Macek leugnet bisher jede Schuld.
Ein Finanzinspektorat in Maribor
Der Finanzminister hat die Errichtung eines Finanzinspektorates in Maribor angeordnet, das die Steuervenvaltungen in Maribor. Celje, Ptuj. Dolnja Lendava, Murska Sobota, Slovenjgradec. Sostanj, Konjice, Slovenska Bistrica, omarje pn Ielsah und Rogatec umfassen wird.
in erstaunlich hohen N Produktion der Welt i im Jahre 1913 au
engen gewonnen. Die Silber-t von 6,964.818 Kilogramm 7,887.446 Kilogramm im
Jahre 1926 gestiegen, also auf 78.874 Doppelzentner. Die erste Stelle als Lieferant des weißen Edel-metalls auf dem Weltmarkt nimmt heute Meriko mit 3,057.260 Kilogramm ein. Dann folgen die die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit 1,949.392 und Kanada mit 695.861 Kilogramm.
In verhältnismäßig nur geringem Umfang hat sich die Zinngewinnung der Welt in den letzten Jahrzehnten gesteigert, trotz der unaufhaltsamen Preissteigerung auf dem internationalen Metall-markt. Das liegt vor allem daran, daß die Lager-stätten des Zinnsteins sich auf wenige Gegenden der Erde beschränken, die teils, wie die des Erz-gebirges, schon erschöpft sind, teils einer schnellen Erschöpfung entgegengehen. Im Jahre 1926 erstreckte sich die Weltproduktion an Zinn auf 144.000 Tonnen, entsprechend einem Barren von 19,700 Kubikmeter Inhalt. Mehr als neun Zehntel von allem in der Weltwirtschaft heute gebrauchten Zinn kommen von der Haldinsel Nialakka und aus Niederländisch-Indien.
Sehr zugenommen seit dem Weltkriege hat die Gewinnung von Blei. Sie umfaßte schon 1926 ins-gesamt 1,602.500 Tonnen. Davon entfielen auf die Vereinigten Staaten allein 724.800 Tonnen, auf
Meriko 200.400 Tonnen, auf Kananda 128.70«»
Das Gesetz über die Hebung der Viehzucht und das Forstgesetz unterschrieben
Am 23. Dezember hat S. M. der König das Gesetz über die Hebung der Viehzucht und das Forftgefetz unterschrieben.
Ausland
Die Volksabstimmung in Deutschland
Die Volksabstimmung zufolge des Hugenbera'schen Volksbegehrens gegen den Poungplan. welche am vergangenen Sonntag ohne Zwischenfälle in Deutsch-land durchgeführt wurde, hat weitaus mehr Stimmen ergeben, als sich seinerzeit Stimmberechtigte in die Listen des Volksbegehrens hatten eintragen lassen, nämlich 5,825.082 Stimmen. Da aber der Volksentscheid 21,055.586 Ja-Stimmen hätte betragen müssen, ist er trotzdem gescheiten.
Frankreich und die Teeabrüstung
Der französische Gesandte in London hat dem englischen Außenamt eine Note üben eicht, in welcher der Standpunkt Frankreichs bezüglich der Abrüstung zur See mit nachfolgenden vier Punkten festgelegt wurde: 1. Die Seeabrüftung ist nur ein Teil der allgemeinen Abrüstung, die der Völkerbund durch-führen muß, 2. die Abrüstungen zu Land, zur See und in der Lust sind eine von der anderen abhängig, 3. die dringendsten Notwendigkeiten jedes Staates müssen bezüglich der Seeabrüstung berück-sichtigt werden, 4. das Problem muß vom Stand punkt der notwendigen Sicherheitsgarantie für jeden daran interessierten Staat behandelt werden.
Friede zwischen China und Ruhland
Am 22. Dezember wurde in Chabarowsk der Vertrag über die Wiederherstellung des alten Standes auf der mandschurischen Eisenbahn von den Dele-gaten Chinas und Rußlands unterschrieben. Die Chinesen sind auf alle Forderungen Rußlands ein-gegangen, was einen beträchtlichen Erfolg der Sowjetunion darstellt.
Aus Stadt und Land
Für die Huldigungsdeputation in Beograd haben bereits über 100 Gemeinden des Draubanats ihre Vertreter namhaft gemacht, so daß mit Rücksicht auf die Begrenzung der Zahl der De-putationsmitglieder bei einigen Gemeinden Abstriche an der Teilnehmerzahl gemacht werden sollen. Die Deputation wird von S. M. dem König am 12. Jänner empfangen werden.
Weihe Weinachten wurden uns Heuer noch im letzten Moment beschert. Die Weihnachtsfeier-tage waren herrlich schön, zum Teil mit Winter-sonne, aber Donnerstag begann es wieder aus dem
Tonnen, auf Australien 154.600 Tonnen und auf Spanien 149.500 Tonnen.
Auch hinsichtlich der Zinkproduktion nehmen die Vereinigten Staaten von Nordamerika die erste Stelle ein. So lieferten sie im Jahre bei einer Ge-samtgewinnung von 1,233.400 Tonnen mnd 537.000 Tonnen. Stand Deutschland vor dem Krieg noch mit einer durchschnittlichen Iahrcserzeugung von rund 250.000 Tonnen Zink da, so ist diese durch den Verlust von Oberschlesien auf 73.700 Tonnen im Jahre 1926 zurückgegangen, während Polen in demselben Jahr mit einer Produktton von 150.00«» Tonnen verzeichnet steht.
„Palma"-Quelle
welches me
Raben seine düstere, traurige Note gab. Er wird allen, die dabei gewesen, stets in ergreifender Er-innerung bleiben.
Ein slowenische Stimme über den ver-storbenen Dr. Hans Lichtenegger. Der Ljubljanaer „Jutro" schreibt in seiner Folge vom 22. Dezember nachfolgendes zum Hinscheiden Dr. Hans Lichteneggers: Am 20. Dezember drückte nach kurzen, Kranksein der allgemein beliebte Arzt in !sostanj Herr Dr. Hans Lichtenegger seine Augen für immer zu. Er erreichte wohl das ehrwürdige Aller von 80 Iahren, dennoch kam fein Tod nach kurzer Krankheit unerwartet und erfüllte alle, die den edlen Verblichenen kannten, mit tiefer Trauer. War doch Dr. Lichtenegger ein wahrer Volksarzt! Demokratisch, in scheinbarer Strenge doch äußerst humorvoll und gutherzig. Wie eine edle Frucht: etwas harte Schale, aber ein goldener Kern Ge-bürtig war er aus Blagovna bei Eelje und kam »ach «soötanj vor 54 Jahren. Selbst war er fast nie krank, stramm und mannhast übte er seine ärztliche Prcuis ununterbrochen während dieser ganzen Zeit aus. Und wie oft eilte er auch in lallen Rächten weit in die Umgebung zur Hilfe. Er war Distrikts-, Eisenbahn- und Krankenkassearzt. Die Freiwillige Feuerwehr von «oötanj verliert mit ihm den letzten Gründer und den treuesten Wohltäter Zur 45-Jahrfeier des Vereines wurde er zum Ehrenmitglied ernannt, am 1. December 1027 zeichnete ihn der König für die 50jährige Tätigkeit beim Feuerwehrverein mit der goldenen Medaille für staatsbürgerliche Verdienste aus. Vor dem Kriege, in jenen Zeiten der nationalen Kämpfe, war Dr. Lichtenegger auch Arzt des Sokol in ^o5tonj, kostenlos untersuchte er die Mitglieder und hielt auch Vortrüge in dem Turnsaal, obwohl er das Slowenische blos; im Dialekt beherrschte. Aus der gestrigen Hauptversammlung ehrten die Mitglieder deshalb das Andenken des Verstorbenen auf Antrag des Obmanns durch einminutiges Schweioen. Mit Dr. Lichtenegger ist eine markante Persönlichkeit Ält-(-ostanjs ins Grab gelegt worden. Aber noch lange wird in den ganzen Umgebung die Erinnerung an ihn weiterleben.
Ptui
Silvesterabend des Pettauer Männer-gesangverelnes. Wie alljährlich veranstaltet der Vertaner Männergefangoerein am 31. d. M. in den Räumen des Vereinshauses eine große Silvester' seier. Das Programm umfaßt Männerchöre, gemischte Chöre, Quartette, Solovorträge. Wienerlieder mit Schrammelmusik, sowie Musikvorträge des verstärkten Vereinsorchesters. Zur Aufführung gelangt ferner das Singspiel „Die Försterstochter" von Mar von Weinzierl. Mit der Versendung von Einladungen wurde bereits begonnen. Sollte jemand aus Ver-sehen keine Einladung erhalten haben, wolle man dies im Geschäfte der Brüder Slawitsch bekannt-geben bzw. solche dort beheben.
Das Rettungsauto eingelangt. Dieser Tage ist das vor einigen Monaten bestellte Rettungs-mito der Freiwilligen Feuerwehr Ptuj eingelangt.. Das Auto ist ein Steyr-Fadrikat und ist nach dem neuesten technischen Versahren für den Kranken-Iransport eingerichtet. Der Wagen soll cuf ca. 180.000 Din zu stehen kommen. Am vergangenen Lonntag. da» war am 22. Dezember, wurde der Wagen allen Aerzten der Stadt Ptuj zur Be-iichtigung vorgeführt. Da nun diese schon lange notwendige allgemeine Hilfe endlich in die Wirklichkeit getreten ist, wird das Publikum der Stadt wie auch der Umgebung dringend gebeten, bei ver-schiedenen Anlässen stets der Wehr zu gedenken und dem Rettungsautofond der Feuerwehr ergiebige Unterstützung angedeihe» zu lassen.
Geschäftsübersicdlnitos. Herr Viktor Kodella ist dieser Tage mit seiner Schlosserei in das eigene Haus in Ptuj, Ioze Vosnjakova ulkst 12, übersiedelt.
Gegen das Fluchen. Laut einer neuen Verordnung ist jedes Fluchen und unanständige Benehmen in den Gasthäusern seit 1. Jänner 1930 strenge untersagt. Zuwiderhandeln? werden sehr strenge bestrast werden. Wie man weiter erfährt, mutz in jedem Gastlokal ab 1. Jänner 193V an sichtbarer Stelle die Warnungstafel mit der Auf-schrist: „Ne preklinjaj! Re aovori nespodobno!" (Richt fluchen! Richt unanständig reden!) angebracht sein Solche Tafeln sind bereits in der hiesigen Buchhandlung W. Blanke erhältlich.
Zu dem Mord bei Tv. Urbani wird uns noch berichtet: Am Sonntag, dem IS. d. M..
um '/, 6 Uhr früh verließ der 70-jährige Besitzer Johann Alt sein Wohnhaus in Janzekovcen, um nach So. Urbani zu Frühmesse zu gehen, und zwar ging er allein, nicht wie sonst mit seiner Gattin Lisa. Am Rückwege aus der Kirche äußerte sich Alt gegenüber seinem Begleiter, dem Knecht Johann Oplat. daß er seinen „Gebieter" zuhause belassen habe. Kurz nach der Kirchenrückkehr erschien Alt beim nächsten Nachbarn Brodnjak mtt der Botschaft: „Jemand Hot mein Weib erschlagen!". Als der 17-jährige Besitzerssohn Brodnjak dem Alt folgte, fand er im Wohnzimmer des Alt neben der Türe die gräßlich zugerichtete Lisa Alt in einer Blutlache liegen, stöhnend und röchelnd, aber noch am Leben. Rasch herbeigeholte andere Rachbam konnten leider nicht mehr helfen, da das Opfer vor den Augen der Anwesenden starb. Alt selbst hatte sich aber unterdessen im Stolle mit Viehwartung befaßt und zeigte keinerlei seelische Aufregung, gerade als ob in seinen Hause nichts vor sich ginge. Erst später, als er sich von dem sicheren Tode seiner Gattin überzeugt hatte, zeigte er einen Rampen mit blutigem Stile den Anwesenden vor, mit dem. wie er sagte, jemand, während er in der Kirche war, sein Weib erschlagen habe. Uebrigens hat die sofort verständigt» Gendarmerie aus So. Urbani noch einen zweiten blutigen Krampen und einen bluttgen Hammer am Tatorte vorgefunden. Alle Umstände sprechen dafür, daß der Täter seine schreckliche Tat schon vor dem Kirchgang verübt hat. Als die Frau noch bei seiner Rückkehr wider sein Erwarten lebte, muß er ihr noch einige Hiebe versetzt haben, damit das Ziel erreicht würde. Was den Täter zu dieser schweren Tat bewogen hat, ist eigentlich nicht bekannt. Strei-tigkeiten sind zwischen den beiden wohl öfters vor-gekommen, doch hatte die Feindschaft nach außen hin keinen kritischen Charakter. Der Mörder wurde bereits dem Kreisgerichte Maribor überstellt, wo er sich vor dem Senat wird verantworten müssen.
Verhaftung zweier langgesuchter Diebe. Der hiesigen Polizei ist es gelungen, am Sonntag zwei schon lange gesuchte Individuen auszuforschen und dem Gerichte zu überstellen. Es sind dies ein gewisser Anton Zrnec, von Beruf Bäckergehilfe, geboren am IS. Februar 1901 in Zgorni Kaslje, Bezirk Ljubljana, und sein Komplize Johann Bahcic, von Beruf Arbeiter, geboren am 4. Dezember 1907 in Mala Dolnja, Bezirk Krsko. Beide übernachteten von Samstag auf Sonntag im Gasthofe „Slon", wo sie sich durch falsche Meldung verdächttg gemacht haben. Als am Morgen die Polizei erschien und die Verhaftung der beiden vornehmen wollte, be-nützte der eine die Gelegenheit, entriß sich der Po-Iizei und lief durch die Ioze Vosnjakova ulica und Miklosiceva ulica bis zur Lederfabrik Potocnik, wo ihm der Weg durch einen Gartenzaun versperrt war. Kurzentschloslen begab er sich in die Drau, wo er bis zu den Knien im Wasser watend weiter flüchtete. Der Wachmann Kovacec ging auch hier dem Gauner nach, welcher sich unterdessen in das Haus Tretjok
Seflüchtet hatte und sich dort in einem Zimmer ver-ecken wollte. Hier wurde er jedoch verhaftet und gleichfalls auf die Polizei befördert. Die vorgefun-denen Ruckjäcke und eine Altentasche brachten ver-schiedene gestohlene Sachen zu Tage, darunter auch Gegenstände, die aus den seit letzterer Zeit in unserer Umgebung verübten Einbrüchen herstammen. Auch drei Revolver, darunter zwei Browning-Pistolen, scharf geladen mit offener Sperrklappe, fand man im Besitze der Verhafteten. Nach dem polizeilichen Verhör wurden beide dem Gerichte eingeliefert.
OrmoL
Zum Ableben des Herrn Dr. Alois Heih
wird uns noch geschrieben: Wieder hat der unerbittliche Tod einen aus unseren Reihen genommen. Am 16. Dezember starb hier der bis in sein hohes Alter von 83 Iahren unermüdlich tätige Stadt- und Distriktsarzt Herr Dr. Alois Heiß. Er hat seinen schweren Beruf immer sehr ernst genommen. In jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter und zu jeder Stunde der Nacht konnte er meilenweit zu den Kranken eilen. Wie vielen, die fast schon mit dem Tode rangen, brachte er Rettung und allmähliche Genesung! Seine aufopfernde Pflichttreue aber galt nicht etwa nur den Wohlhabenden, sondern erst recht den Armen, denen er seine ärztliche Hilfe in echt christlicher Nächstenliebe angedeihen ließ. Herr Dr. Heiß kam vor vierzig Jahren in unsere Stadt, nachdem er schon über zehn Jahre anderwärts gewirkt hatte; er war demnach mehr als ein halbes Jahrhundert für die leidend« Menschheit tätig, getreu dem Dichterworie: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!" In dem vor 80 Jahren vom
Deutschen Ritterorden hier erbauten Krankenhause entfaltete Dr. Heih seine segensreiche Tättgkeit. bis er bald nach dem Umstürze diese Stelle verlassen mußte. Bis zu diesem Zeitpunkte war er auch Mit-cslied des Gemeinde- und des Sparkasseausschusses, sowie verschiedener deutscher Wohltättgkeits- und Geselligkeitsvereine. Beispielgebend war auch seine wahre, tiefe, jeder Frömmelei abholde Religiosität. Am 19. d. M. wurde dieser edle Menschenfreund von einer riesigen Menge zu Grabe geleitet. Der hochw. Herr Prior des Deutschen Ordens aus Ljub-ljana schritt inmitten von fünf Geistlichen dem Sarge voran und hielt nach der Einsegnung eine tief em-pfundene, zu Herzen gehende Grabrede. Auch Herr Dr. Hrovat sprach rührende, von kollegialem Geiste durchwehte Abschiedsworte, u. zw. im Namen der Aerztekammer sowie im eigenen Namen. Als letzter Gruß aber erklang ein ergreifender Trauerchor. Wir brauchen wohl nicht zu betonen, daß sich der Familie und allen übrigen Angehörigen des Heim-gegangenen unsere aufrichtige Anteilnahme zuwendet.
Kocevje
Aortrag. Am 24. Rovember und 8. Dezember l. I. hat der Herr Bezirksförster ausRovo mesto in der Volksschule tu Unterwarmberg je einen zweistündigen sehr lehrreichen Vortrag über Wald-wirtschaft abgehalten. In verständlicher und an-regender Weise hat der Herr Vortragende den An-wesenden belehrende Aufklärungen und recht praktische Winke über die Erziehung. Pflege, Schutz und Rutzen des Waldes gegeben. Es wäre nur zu wünschen, daß die gegebenen Belehrungen und Anregungen von den Waldbesitzern auch beherzigt und allseits befolgt werden und der Erziehung und Pflege, besonders aber dem Schutz des Waldes mehr Sorg-fält zugewendet wird als bisher, dann wird auch auf den mehrfach fast schon kahl gestockten Wald-flächen bald wieder ein kräftiger Jungwald empor-kommen.
Unglücksfall. Der Keuschler Alois Mische aus Unterwarmberg hatte sich einen Kohlenmeiler errichtet, um sich durch den Verkauf von Holzkohle etwas zu verdienen. In der Nacht vom 14. auf den 1S. Dezember war er wieder be! seinem Meiler beschäftigt. Da es regnete und auch ziemlich kalt war, hat »ich Mische, jedenfalls um sich zu erwärmen, auf den Kohlenmeiler gelegt. Dabei ist er wahr-scheinlich eingeschlafen und im Schlafe durch den Rauch und die aufsteigenden Gase erstickt. Da in-fvlgedessen der Kohlenmeiler von niemanden mehr betreut wurde, fing er Feuer und dem Mische find Kopf und Hände fast vollständig weggebrannt. Auch der übrige Körper war ganz gerostet. In diesem Zustande wurde er am nächsten Tage von zwei Männern aufgefunden, welche ihn vom brennenden Meiler herunterholten und in das Dorf brachten, wo er auf dem Friedhofe beerdigt wurde. Der auf so schreckliche Weise Verunglückte hinterläßt eine Witwe ohne Kinder.
Zagreb
Silberne Hochzeit. Am 2S. Dezember feierten der angesehene Kaufmann Herr Franz Thaller in Zagreb und seine Gemahlin Frau Luise Thaller geb. Puschenjak das Fest der silbernen Hochzeit. Herzlichste Glückwünsche!
Silberne Hochzeit. Am 2«. Dezember feierten Herr Franz Borowitz, Generalvertreter der Ziereinigten Glasfabriken in Zagreb, und seine Ge-mahlin Frau Sophie Borowitz das Fest ihrer sil-bernen Hochzeit, Dem allseits beliebten Jubelpaare unsere herzlichsten Glückwünsche!
Schrifttum
Joso Lakatos, „Priredni AlmanahJugo-slovenskog Lloyda". Unser gewiß nicht über
mäßig reich beschickter Büchermarkt ist endlich um ein neues epochales Werk bereichert worden, um ein Buch, nicht nur über sämtliche Zweige jugo-slawischer Wirtschaft, sei es nun Handel, Verkehr. Geld- und Finanz- bezw. Sozialpolittk, sei es Landoder Forstwirtschaft bezw. Berg- und Hüttenwesen in unserem Staate — statistisch und überhaupt in jeder Beziehung aufschlußgebend, kurz, das erste und einäge Standardwerk über Jugvstawiens Wirtschaft tm allgemeinen wie im besondern. Seit dem Bestände unseres Königreiches arbeitet der Verfasser an diesem im wahrsten Sinne des Wortes
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Deutsche Zeitung
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aufsehenerregenden wirtschaftlichen Standardwert; kein trockener Gelehrter, sondern ein im Mittel-punkte unseres Wirtschaftslebens stehender Mann, der bekannte Volkswirtschafter und Sozialpolitiker Herr Joso Lakatos, ein Journalist von Format. Mit diesem Wert wurde nicht nur den wirtschaft' lichen Faktoren Jugoslawiens ein jederzeit willkom-mener Rachschlagebehelf zur Hand gegeben, sondern das Werk wird auch allen irgendwie mit unserer Wirtschaft verbundenen Industriellen, Kaufleuten oder Agrariern im Ausland als unentbehrliches Nachschlagswerk ebenso wertvolle Dienste leisten wie e» auch für jeden Wißbegierigen auf wirtschaftlichem O'ibiiMe in Jugoslawien einen überaus wichtigen Lernbehelf bilden wird. Das Wert gliedert sich in zehn große Abschnitte, deren jeder einzelne die ver-schiedenen Gebiete jugoslawischen Wirtschaftslebens erschöpfend und tatsächlich mit offenen, unbeeinflußten Augen gesehen behandelt. Ausgehend von den wirtschaftlich besonders bedeutsamen Jahren des Weltkrieges gibt das Werk eine peinlich genaue, wahrheitsgetreue Darstellung der wichtigsten Ver-änderungen seit diesem Zeitpunkte auf jedem Gebiete der Nationalökonomie, Sozialpolitik, aber auch in geographischer wie auch geopolitischer Beziehung. Natürlich gibt es ebenso erschöpfend Ausschluß über sämtliche landwirtschaftliche Belange in unserem Staate, von der anbaufähigen Oderfläche. Aus-nützung und Ausnützbarkeit derselben bei Berücksichtigung jedes einzelnen unserer wichtigsten Agrar-Produkte angefangen bis zur Vieh' und Gefliigd», Seidenraupen- und Bienenzucht. Weiters behandelt es ausführlich unser gesamtes Forstwesen, sowie den Handel mit Forstei^eugnissen. ferner unier Berg-und Hüttenwesen, alles jedoch getrennt nach Vor-kommensgebieten. Unserer gesamten Industrie ist natürlich ein besonders eingehendes Kapitel ge-widmet, das sich wiederum in t0 Unterabteilungen gliedert, in denen es sich eingehendst mit sämtlichen Zweigen unseres Industrielebens befaßt. Daran schließt sich je ein Kapitel über Handel und Verkehr, worauf der Verfasser zum Schluß noch je einen "Abschnitt dem staatlichen Finanzwesen, ferner dem Gelb- und Genossenschaftswesen in Jugoslawien sowie sozialpolitischen Belangen widmet. Der neue Almanach, der rund 600 Seiten Großformat umfaßt und sowohl buch- wie reproduktionstechnisch «über .'»00 Tabellen, Graphiken und Bilder) einwandfrei hergestellt und auf das vornehmste ausgestattet ist, enthält außerdem noch eine neueste Karte des Königreiches Jugoslawien mit der Neueinteilung in Banate und Distrikte und bildet bei dem für seine Reichhaltigkeit jedenfalls bescheidenen Preise von 410 Din, ein unentbehrliches Nachschlagewerk auf jedem Gebiete jugoslawischen Wirtschaftslebens, das jedermann auf das wärmste empfoblen werden kann. Erhältlich durch die Verwaltung des „Jugofla-wischen Lloyd" Zagreb. Marovska 28, und dessen Vertreter. (In Celje Herr M. W. Nasch, Gosposka 19,1.). M. W. Nasch.
Allerlei
Was man sich wünscht zum Neuen Jahr!
Den Lesern der „Deutschen Zeitung-
Ich wünsch mir ein' Weingart'n, doch keine Reblaus, Was will ich noch mehr, mein Wunschzettel ist aus.
Ich wünsch mir ein Auto, doch keinen Defekt, Selber zu arbeiten hat noch nie mir geschmeckt.
Ich ein Motorrad, doch Gott bewahr einen Sturz, Da könnt's leicht pasfieren, man ist um ein' Kopf zu
kurz.
Ich wünsch mir ein Haus ohne weibliche Parteien, Sonst tät' ich mich gleich mit meiner Alten entzweien.
Ich wünsch mir an Aeroplan, doch sicher und solid, Denn sonst wird mci Frau zu schnell luftige Witib.
Ich wünsch mir Gesundheit und Geld wie Heu. Dann kauf' ich mir ein Häuschen und zwei fette Säu.
Ich wünsch kein Geld net, nur verlangen solls keiner
von mir,
Es wäre auch zwecklos, denn ich bin alleweil stier.
Ich wünsch mir an Kopf, hübsch dauergewellt. Bis heute hat mir noch immer das Kleingeld dazu
gefehlt.
Ich wünsch mir a Hundert, gar herzig und klein. Da» hauptsächlich abg'fehn hat auf die Schuldschein.
Ich wünsch mir a Katzerl, klein aber süß. Am liebsten wär's mir mit nur zwei Füß!
Der Moritz, der wünscht sich, weil so ist er's gewöhnt.
Amol im Jahr zum Ueberziehen a frisches Hemd.
Ein Obmann, der wünscht sich einen solchen Verein. Wo er nicht immer allein bei den Sitzungen muh sein.
Ein Verein wünscht als Obmann wieder nur den. Der sich hergibt als Würzen oder als Krenn.
Den Wunsch, den deine Frau hat im Jahr nur
einmal,
Ist kurz und bündig: Alter, geh' her und zahl'!
Der Wunsch, der jetzt kommt, ist schwer zu erfüllen.
aber echt,
Ich wünsch, daß meine Wünsch wären euch allen
recht! Anik
Was ist in der Welt los?
von Anton ffrtl. «taridor-L»iter»p»rl.
Die Menschen gottlos:
Die Völker geldlos:
Die Schulden zahllos:
Die Regierungen ratlos:
Die Steuern endlos:
Die Politik charakterlos:
Die Sitten zügellos:
Die Aufklärungen hirnlos:
Der Schwindel grenzenlos:
Die Voltsführer gedankenlos:
Die Leute brot- und obdachlos;
Die Gerechtigkeit wehrlos:
Die ^unggejellen jteuertos:
Die Damenmode mit Bubitopf tadellos:
Die meisten Ehen kinderlos:
Durch ehiliche Arbeit reich werden hoffnungslos: Das Geld verschwindet spurlos:
Die edlen Menschen sind machtlos:
Die Egoisten und Materialisten seelen- und herzlos: Das Essen und Trinken maßlos,-Die Menschen hassen sich grundlos: Die Spekulanten arbeiten ziellos:
Die Irren- und Neroenanstalten sind hilflos;
Einer geht auf den andern los:
Und wenn man was sagt, ist der Teufel los: Die Diplomaten find gehör- und sprachlos: Die Ausbeuter schonungslos:
Die verliebten Leute find schlaflos: Die Verheirateten trostlos:
Die Autowildlinge kopflos:
Die Wohltätigkeitsvereine mittellos: Die Wechselunterschriften sind nutzlos:
Drillinge bekommen geschmacklos: Die Gesellschaftsskandale und Hochstapelei schamlos: Die Gewerbetreibenden und Kaufleute geschäftslos: Die Ehefrauen vor den Männern respeftlos: Die Schüler und Lehrlinge ordnunaslo«: Die Alkoholiker, Morphinisten und Selbstmörder be-
wußtlos:
Die Geheimgefpräche und Abmachungen drahtlos: Die Denunzianten find ehrlos:
Das Kreditieren ist straflos,
Daher die Schuldner sorgenlos:
Die Gläubiger rüctsichtslo»:
Die Exekutionen erfolglos:
Die Advokaten gemüt- und honorarlos: Der Tonfilm ist seelenlos:
Die neue Weltsprache in Ziffern interesselos: Die Marsbewohner sind ton- und lautlos,
Daher Verständigung mit ihnen aussichtslos: Haupttreffer gewinnen mit einem Los,
Wünscht sich ein jeder ausnahmslos: Mit Mondrakete fliegen ist gefahrlos, m
Deren Erfinder sind harmlos:
Die Sportler und Spieler sind takt- und planlos: Die Zeitungsleser gedächtnislos:
Das Publikum vor den Geistlichen achtlos: Die Invaliden und Pensionisten gehaltlos: Die Bodenreform ist besitz- und bodenlos.
Daher die Bittsteller anspruchslos: Die Friedensverträge sind haltlos,
Daher der Völkerbund wertlos:
Das dreißigste Jahrhundert wird konfessionslos, Da» wird geschehen reibungs-, empfindungs- und
schmerzlos;
Die Mädchenhändler arbeiten mühelos.
Denn die Entführten sind gewöhnlich herrenlos: Die Zusammenstöße und Katastrophen mehren sich
absichtslos:
Die Schuldigen suchen und finden — debattenlo»;
Die Wähler gesinnungs- und willenlos.
Daher viele Partei- und teilnahmslos: Die Allerunglücklichsten sind mutter-, vater- und hei-
rnatslvs;
Zu bedauern sind noch, die unterstand?' und stellen.
los;
Die Schundromane und Schundliteratur apettit- und
kunstlos:
Der Bankkrach kommt geräusch- und klanglos. Daher die Spareinlagen inhaltslos: Die Geschädigten zeit- und widerstandslos: Die Bankrotteure gefühl und mitleidlos:
Die Straf- und Besserungsanstalten fruchtlos: Die Gäste mit leeren Taschen bedeutungslos:
Avus die Zukunft bringt, bleibt ahnungslos: Der Menschenverstand ist fassungslos:
Das Schicksal des Menschen erbarmungslos: Daß alles einmal endet, ist zweifellos.
Daher das Ganze sinnlos.
Denn der Herrgott schaut auf alle» veruauensl^»
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Wer sind die reichsten Leute in Deutschland?
Do» Dr. W. v«hr«nd<. Berlin
Die reichsten Leute Deutschlands sind in Wirklichkeit blutarm. Sie spielen im Konzert der großen (keldkönige nur ganz untergeordnete Instrumente. Der alte Rockefeller kann es sich leisten, für ein einziges wissenschaftliches Institut genau so viel ber-zugeben, wie der Reichste unter den reichsten Deutschen an Besitzstand aufzuweisen hat. Dazu kommt noch, daß die großen deutschen Vermögen meist im Grund-besitz angelegt sind und daher als unternehmendes Kapital gar keine Rolle spielen.
Eine genaue Statistik, die die Reichen und ihr Tiermögen umfaßt, gibt es nicht. Die Steuerbehörde muß ihr Wissen verbergen, und außerdem ist es ja mich zweifelhaft 06 ihr Wissen der Wahrheit i entspricht. Aber es gibt doch gewisse Anhaltspunkte,
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Deutsche Zeitung
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Süden z»i wehen, so daß das unliebsam bekannte Quatfchwetter eintrat.
Unserer ganzen heutigen Auflage ist
eine sehr bemerkenswerte Beilage der im ganzen Lande wegen ihrer Pünktlichkeit und Solidität vor-teilhast bekannten Firma „Bank Kommandit Gesell-schaft A. Nein & Co." Zagreb, beigegeben. Unleug dar gelangen bei jeder Ziehung der staatlichen Klassenlotterie sehr große Gewinne zur Berteilung. weshalb eine Beteiligung an diesen Gewinnziehungen nur empfohlen werden kann. Als Bezugsquelle für Loje kann obige Firma wärmstens empfohlen werden, und zwar nicht nur wegen ihrer allgemein bekannten und anerkannten Zuvorkommenheit und Seriosität, sondern auch deshalb, weil diese Firma wirklich stets hält was sie verspricht! Die Firma gehört bei un» zu den wenigen, die alle Gewinne — auch die allerhöchsten nicht ausgenommen — aus eigenen Mitteln noch vor den, Auszahlungstermin wirklich auszahlt und hiefür niemals eine Provision oder Zinsen beansprucht — oder auch nur annimmt.
Celje
Aus dem Gemeinderat. In der letzten Gemeinderatsitzung des heurigen Jahres, welche am Freitag mit dem Beginn um V,7 stattfand, hielt Bürgermeister Dr. Gorican eingangs nachfolgende von dem Gemeinderat stehend angehörte Rede: »Aus Ljubljana habe ich die Verständigung erhalten, daß die slowenischen Städte und Märkte durch ihre Vertreter S. M. dem König zu seinem heurigen (Geburtstag huldigen werden. Zch antwortete sofort telegraphisch, daß wir diesen Schritt herzlich begrüßen und uns freudig der Huldigungsdeputation an-schließen werden. Celje war immer jene Stadt, welche unentwegt den Standpunkt vertrat, daß für Slowenien nur ein starkes und konsolidiertes Iugo-slawien die Rettung bedeute und daß sich nur in diesem Staate unsere Gegenden national, wirt-schastlich und kulturell ausleben und in Geltung setzen sowie alle ihre Kräfte entfalten können. Diese Situation wurde durch die Weisheit, Einficht und ritterliche Entschlossenheit unsere» Königs mit dem Akt vom fi. Jänner geschaffen, dessen notwendige Folge das Gesetz vom 3. Oktober war. Mit diesen Gesehen und durch das energische Eingreifen unseres Kömgs wurde das hypertrophisch entwickelte Partei-wefen abgeschafft und eine solide Grundlage für das brüderliche Zusammenleben der Serben, Kroaten und Slowenen geschaffen. Jetzt liegt es an uns Staatsbürgern, daß wir dieser großen Tatfache be-wußt sind und alle bedingungslos für den Fort-fchntt dieses wirklich unseren Staates arbeiten, weil nur in einem starken und konsolidierten Jugoslawien die Bürgschaft für ein volles nationales, kulturelles und wirtschaftliches Ausleben aller Staatsbürger liegt. Als die erwähnten Gesetze erschienen, welche die gesunde Grundlage einer guten Einrichtung des Staates bilden, hat unser Gemeinderat im spontanen Bewußtsein der großen Augenblicke diese Errungen-schaffen begrüßt und den verantwortlichen Re-präsentanten zu diesem erlösenden Schritt gratuliert. Eben jetzt, wo unser König seinen ersten Geburts-tag im erneuten Jugoslawien feierte, bin ich über zeugt, au» dem Herzen der gesamten Bevölkerung von Celje zu sprechen, wenn wir ihm von dieser Stelle aus Glück wünschen und ihn unserer Dank-barkeit und Ergebenheit versichern. Es lebe unser König Alexander I.!" Der gesamte Gemeinderat schloß sich einstimmig dieser Kundgebung an. An der Huldigungsdcputation, welche von S. M. dem König äm 12. Jänner 1930 empfangen werden wird, werden im Namen der Stadtgemeinde Celje teilnehmen: Bürgermeister Dr. Gorican, Vizebürger meifter Dr. Ognzek. die Gemeinderäte Posavec, Dr. Vrecko, Nebeuschegg und Prof. Mravljak. — Anschließend daran teilte der Bürgermeister mit, daß die Herrichtungskosten für das Gebäude der Bezirks-Hauptmannschaft 120.000 Din betragen würden. Zu dieser einmaligen Ausgabe sind aber noch 8000 Din hinzuzurechnen, welche alljährlich für die Erhaltung aufgehe» werden. Der Bürgermeister las eine Ein-gaoe vor, die er an die maßgebenden Faktoren mit entschiedenen Protesten gegen die immer mehr zu-nehmende Belastung der Gemeinde für Zwecke des Staates, wodurch notwendiger weise eine völlige Vernachlässigung der komunalen Aufgaben eintreten werde, gerichtet hatte. Falls die Eingabe keinen Erfolg haben und die Gemeinde die erwähnten
Kosten werde tragen müssen, werden sie auf drei Jahresraten von je 48.000 Din aufgeteilt werden. Die neuen, im Gemeindebudget für 1930 nicht vor-gescheiten Ausgaben wären demnach: für die Her-nchtung der Bezirkshauptmannschaft 48.000 Din. für die Wohnungsgelder der Volksschullehrkräfte 200.000 Din und für die voraussichtlichen Wohnungs-gelder der Bürgerfchullehrer 00.000 Din, zusammen 308.000 Din. — Der Gemeindephysikus Dr. Dereani hat infolge Krankheit seine Stelle gekündigt: bis zu der im Ausschreibungswege zu erfolgenden Neu-besetzung versieht die Funktionen provisorisch Dr. Hocevar. — Ueber Personalangelegenheiten referierte GR Prof. Mravljak in geheimer Sitzung. Hiebei ist zu bemerken, daß es wünschenswert wäre, wenn man wieder auf die alte Einführung zurück-käme, nach welcher solche oft sehr ausgedehnte Ge-Heimsitzungen auf den Schluß der Gemeinderats-sitzungen verschoben wurden, damit Leute, die hiebei nuhts zu suchen haben, ihrer Wege gehen könnten.
- - Fmanzreferent Dr. Vrecko teilte mit, daß die Be-zirkshauplnumnsä)«ist noch einige weitere Räumlich-leiten für die Polizei anfordere. Diesem Ersuchen kann infolge Mangels an solchen Lokalen nicht Folge gegeben werden, so daß die Polizei vorläufig noch in den alten Räumen im Magistratsgebäude verbleiben wird. — Das Stadtamt wurde von der kgl. Banatoenvaltung verftändigt. daß der Staat den Polizeiapporat in den Städten Celje und Ma° ribor mit Rücksicht auf die Wichtigkeit ihrer Lage an der Grenze auch noch im Jahre 1930 aus eigenen Mitteln erhallen werde. — In die Wohnung des Wachmannes Herrn Urban Kriv« in der „Krone" wird die elektrische Beleuchtung auf Kosten der Gemeinde eingeführt. — Die ledigen städtischen Arbeiter, deren Monatsbezüge 1800 Din nicht über-schreiten, erhalten heuer wieder eine Weihnachts-remuneration von 200 Din, die Verheirateten 250 Din: zusammen machen die Weihnachtsremunerattonen den Betrag von 20.000 Din ans. — Die großen Aus-Iagefenster im neuen sttädtischen Gebäude bei der „Krone" werden bei der Versicherungsgesellschaft „Triglav" versichert. Bezüglich der Steuerbe-sreiung von neuen Häusern wird festgestellt, daß diese bloß von den städtischen Umlagen und dem 8"/,ioen Zinsheller, nicht aber auch von dem Wasserheller und der Kanalgebühr befreit find. — Da die. seinerzeit bewilligten 80.000 Din für die Errichtung eines Untergrundklosetts beim Bahnhof nicht genügen, wurden noch 25.000 Din nochbeiDilli^t
— Die für die Regulierung der Sann, Verlegung ihres Bettes unter dem alten Schloß und Verlegung der Eisenbahnlinie in Auftrag gegebenen Entwürfe samt Kostenvoranschlägen werden dieser Tage fertig sein. Der Referent, der städtische Ingenieur und ein Eisenbahningenieur werden sich hierauf nach Beograd begeben, um die kompetenten Ministerien für die möglichst rasche Realisierung dieser immer dringender werdenden Frage zu interessieren. — Die pauschalierte Lustbarkeitsfteuer für das an Herrn Ceplak verpachtete Stadtkino wurde für das Jahr 1929 von 28.000 auf 40.000 Din erhöht Für das Jahr 1930 wurde das Verhältnis zum Pächter in der Weife geregelt, daß 10 Prozent der Bruttoeinnahme des Kinos eingehoben werden sollen. — Dem Ansuchen der Mädchenbürgerfchule um kostenlose Beistellung von Brennholz für die Küche, in welcher die auf die Nachmittagszüge wartenden Schülerinnen zu niedrigem Preis Mittag-essen bekommen, wurde insoferne stattgegeben, als die Gemeinde die Hälfte der Brennmaterialkosten Über-nimmt. - Das Ansuchen des Herrn Stephan Lah um ein Lokal im neuen Haus bei der „Krone" zwecks Einrichtung eines alkoholfreien Ausfchanks wurde abgelehnt. — Die Trafikantin Frau A. Sedlacel hat der Gemeinde ihren Kiosk bei der öffentlichen Wage in der Ljubljansla cefta zum Ankauf angeboten. Die Gemeinde hat für den Ankauf kein Interesse, wohl aber vermietet sie der Trafikantin ein Lokal im neuen Haus bei der „Krone" um einen monatlichen Mietzins von 550 Diir. — Die Ansuchen des Mai Hölzl und des Anton Coh um je ein Lokal im neuen städtischen Haus, das erstere für ein Fahrrad- und Motor-radgeschäft. das letztere für ein Friseurgeschäft, werden abgelehnt. —. Dem Friseur Herrn Emil Koprivsek wird ein Lokal an der Liubljanska cefta für ein Friseurgeschäft um einen Monatszins von 650Din vergeben. — Dem Tierarzt Armin Tomazic, dem städtischen Lehrer Guido Srabotnik. Ivan Skocir und der Postbeamtin Frl. Zinka Grobelnil werden die frei gewordenen Bauparzellen des Frl. Suhac, Frau Bidmar und Herrn Grilc am Iosefiberg zu-geteilt. - - Der Finanz- und Wirtschaftsausschuß werden den Verkauf von Buchenholz im ^tadtwald
ausschreiben. — Da der Hotelier Herr Nebeuschegg bereit ist. zu Gunsten des Chauffeurs Alois Filipic feine Autotarikonzession niederzulegen, wird diesem der Lokalbedarf ausgesprochen. Da ferner vor dem Bahnhof der Nachtautotaridienst eingeführt werden soll, wird die Zahl der Autotarikonzesfionen von 17 auf 18 erhöht und dem Chauffeur Planinsek der Lokalbedarf ausgesprochen. — Dem Ansuchen des Cafe „Merkur" um Bewilligung der Moder nisierung der bisherigen Wasserleitungsinstallation wird stattgegeben. — Der Frau Johanna Faidinger am Breg wird auf Grund berechtigter Beschwerde über Wasserleitungsmißstände in ihrem Haus die Wassngebühr um ein Drittel des Iahresbetrages berabgejetzt. — Das Allg. Krankenhaus erhält einen Wassermesser: die Wassergebühr wird durch Ver-Handlungen mit der Krankenhausverwaltung fest gesetzt werden. — Bei dem Hause des Herrn De-ttcek in der Kerfnikova ulica und bei der Bezirks-Hauptmannschaft wird je eine öffenttiche Lampe an-gebracht: zwischen der Bezirkshauptmanschaft und der Marienkirche werden zwei Lampen durch moderne Armaturen erfetzt. Die Errichtung der Straßen umzäumungen bei der neuen Wohnhauskolonie am U. Lahnhof bzw. in der Kerfnikova ulica wird der Baufirma Kalifchnigg als der günstigsten Offert-stellerin um 30.000 Din vergeben. - In den land wirtschaftlichen Ausschuß der Gemeinde «obcinski kmetijski odbor» wurden gewählt die Gemeinderäte: Nebeuschegg, Navnikar, Ianic und Zumer, zu Er-satzmännern: Dir. Brinar und Dr. Georg Skoberne. -GR Voglar schlägt vor, das Stadtamt möge sich an die Schulen, die Eltern und die Polizei wenden, damit diese es den Kindern venochren, die Gehsteige in Schlitten- und Rutschbahnen zu ver. wandeln. - Die Polizei soll auf das zu rasche Fahren der Automobile und Motorräder aufmerk sam gemacht werden. — GR Golcer ersuchte den Bürgermeister, er möge im städttschen Schlachthaus eine Untersuchung einleiten, weil er wegen seiner Erklärung über die Zustände im Schlachthaus von dessen Leitung angegriffen worden sei. Der Bürger-mcister teilte mit, daß die Untersuchung bereits laufe. GR Rebeufchegg, welcher Referent für das Schlachthaus ist. gab zu dieser Angelegenheit eine sehr energische Erklärung ab. Auch er fordere die genaueste Unterfuchung durch hiezu berufene Fachleute, müsse jedoch sein Befremden darüber ausdrücken, wie fo Herr Golcer, wenn ihm, wie er erklärt hatte, der-artige Zustande schon seit längerem bekannt gewesen seien, gewartet habe, bis er vom früheren Ober-
;efpan in den Gemeinderat berufen worden sei. lach der Meinung des Redners wäre es die Pflicht des Herrn Golcer gewesen, schon gleich mit seinen Kenntnissen auszupacken. — Der Bürgermeister schloß die Sitzung um halb 10 Uhr abends mit Weihnachts- und Neujahrewünschen an die Ge-meinderäte.
Silvesterseier. Der Cillier Männergesang-verein begeht wie alljährlich auch Heuer feine Sck-vesterfeier im Kinosaale des Hotels Skoberne. Für ein reichhaltiges Programm ist gesorgt. Alle Freunde und Gönner des Vereines find herzlichst eingeladen, das Neue Jahr im altgewohnten Kreise zu er-warten. Besondere Einladungen werden nicht aus-gegeben.
Musikalisch» literarischer Abend. Am
10. Jänner halb 9 Uhr findet im Kinosaale de» Hotels Skoberne ein musikalisch-literarischer Abend statt, welcher in erster Linie von dem Direktor der Wiener „Urania", Herrn Karl Jäger, weiters von Fräulein Hilde Schalk bestritten werden wird. Karl Jäger ist einer der hervorragendsten Bortragskünstler der Gegenwart. Eine besondere Spezialität bllden seine köstlichen humoristischen Vortrüge, von denen er hier bei uns eine ganze Neihe zum besten geben wird. Fräulein Hilde Schalk ist eine nahe Verwandte des berühmten Tonkünstlers Franz Schalk nnd hat eine ausgezeichnete Kritik. Man darf sich also auf einen besonderen Kunstgenuß gefaßt machen. Es ist zu erwarten, daß diese Veranstaltung in dem heurigen Winter, der so arm an künstlerischen Ereignissen ist, besondere Zugkraft ausüben wird. Der Kartenvorverkauf beginnt demnächst in der Buchhandlung der Frau Flora Lager-Neckermann.
Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 29. Dezember, findet der Gemeindegottesdienst um 10 Uhr im Gemeindcsaal, am Silvesterabend um 6 Uhr in der Christuskirche, am Neujahrsmorgen um 10 Uhr vormittags ebendort statt.
Der Banus in Celje. Am Freitag nach-mittags kam, am Bahnhof erwartet von Herrn Re-gierungsrat Dr. Hubad und Bürgermeister Dr. Gorican. der Banus des Draubanats Herr Ing. Dusan
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Scrnec in unserer Stadt an. Während seines Aufenthalts empfing der Herr Banus auch ver jchtedene Abordnungen aus der Bürgerschaft.
Ball des Handelsverein». Der Handels, oerein (Trgvvsko drustvo) in Celje veran staltet am 4. Äanuar 1930 in allen oberen Räumen des Narodni dom den Handelsball verbunden mit dem Tanzkränzchen der Tanzschule des „Trgovsko drustvo" unter den, Protektorat der Frau F. Stermnki, der Leitung des beliebten Herrn Cerne und unter den Klängen des Jazz-Orchesters „Merkur". Ljubljana.
Als Weihnachtsgeschenk für die Stadtarmen haben die hiesigen Geldinstitute, Unter nehmungen. Kaufleute und Gewerbetreibenden den Gesamtbetrag von 0155 Din gespendet.
Spende. Für die Familie Balogh spendete 15. S. 50 Din. Herzlichen Dank!
Reinigen und Bestreuen der Fußsteige. Der Stadtmagistrat verlautbart: Die Hausbesitzer und Besitzer von Grundstücken bzw. ihre Vertreter werden auf den ^ 9 der Straßenpolizeiordnung für die Stadt Celje aufmerksam gemacht, welcher bestimmt, daß die Gehsteige vor den Häusern und Grundstücken bis 7 Uhr früh gereinigt und in der Winterszeit genügend mit Asche, Sand oder Säge spänen usw. bestreut werden zum Zweck, Unglücks fälle zufolge der Glattheit der Gehsteige zu verhindern. Personen, welche die bezüglichen Bestimmungen der Straßenpolizeiordnung nicht berücksichtigen werden, wird die Stadtvorstehung mit aller Strenge bestrafen und ihre Gehsteige auf ihre Kosten säubern bzw. bestreuen lassen; überdies kann solche Per sonen auch die privatrechtliche sowie strafrechtliche Verantwortung für die Beschädigungen von Personen und Eigentum treffen, die auf den Gehsteigen in-folge Vernachlässigung der im K 9 der Straßen polizeiordnung vorgeschriebenen gesetzlichen Pflicht entstanden find, treffen.
Pollzelnachrichten. Am 18. Dezember wurde die Polizei in ein Gasthaus in der Herrengasse ge rufen, weil dort der 27 jährige arbeitslose Schlosser geyilfe Ferdinand Muster aus Maribor infolge eines Nervenanfalles zu toben begonnen hatte. Drei Wach leute bändigten mit Mühe den Atann und brachten ihn in den Polizeiarest, aus dem er am andern Morgen ziemlich geschwächt wieder entlassen wurde, -r Wie erinnerlich, hat am 7. Dezember der 20-jährige Ivan Arzensek der Handelsfrau M. Karlovsek in Lava den Betrag 1585 Din venmtraut, mit dein sie ihn in die Stadt geschickt hatte. Arzensel fuhr mit dem Geld nach oibemk, wo er als Militär-musiker gedient hatte. AIs jedoch das Geld zu Ende war, kehrte er am 21. Dezember nach Celje zurück und stellte sich freiwillig der Polizei. — Der Mes-ner Martin Tnttnik der Ätorienkirche bemerkte dieser Tage, daß wieder einmal der Sammelkasten neben dem Altar erbrochen war. Ctwas vorher hatte er in der Kirche zwei jüngere Burschen wahrgenommen, die sich verdächtig benahmen. Das Kommen des Mes-ners hatte die Kirchendiede offenbar verscheucht, so daß sie nicht mehr Zeit hatten, den erbrochenen Kasten auszuräumen. — Am Freitag abends verhaftete die Polizei den russischen Emigranten Dr. N. E., der sich als Vertreter einer amerikanischen Automobilfadrik ausgegeben und einer hiesigen Firma Autobestand teile, für die er die Zahlung schon im voraus ent-gegengenommen hatte, hätte liefern sollen. Auch hatte der Russe behauptet, daß er bei zwei hiesigen Geld instuten ein Contokorrent habe, was sich jedoch alles als unwahr herausstellte. Er wurde dem Gericht eingeliefert.
Todesfälle. Im Allg. Krankenhaus ist am Donnerstag, dem 19. Dezember, das einjährige Be-sitzerssöhnchen Ivan Cencl aus Cepelj bei Vransko an Scharlach gestorben. — Am 21. Dezember starb ebendort die 31 -jährige Taglöhnerin Aloisia Kozmus aus Iurkloster.
Freiwillige Feuerwehr Gelle. Telephon Den Wochknditnst übernimmt am 2». Dez. der IV. Zug. Commandant: koNsried Schlosser.
Maribor
Zum Boranschlag der Stadtgemeinde Maribor im Jahre 1930 schreibt uns Herr Gemeinderat Pfrirtler folgendes: Die finanziellen Schwierigkeiten, die den Gemeinden durch die ver-schiedenen Wohnbauaktionen, ferner dadurch erwachsen, daß die erforderlichen Darlehen hoch vereinst und in kurzer Frist amorttsiert werden müssen, will ich gewiß nicht verkennen. Aber gerade weil diese Verhältnisse bestehen und sicherlich noch durch Jahre hindurch bestehen werden und weiters olljährlich neue nicht zu umgehende Lasten den Gemeinden erwachsen, wie
z. B. heuer die Verpflichtung, das Wohnungsgeld an die ^iolkslchullehrkräfte aus Gemeindemitteln zu bestreikn, hielt ich es für meine Pflicht, alljährlich bei der Voranschlagsberatung und bei anderen ge-eigneten Gelegenheiten während des Jahres für eine kluge Sparsamkeit einzutreten, um kostspielige, nicht verzinsliche Investittonen, falls sie nicht unbedingt notwendig sind, zu vermeiden, ebenso bei Bewilli
{>ung von Ansuchen, insoweit sie geldliche Opfer er-ordern, möglichst zurückzuhalten, damit nicht das Budget allzusehr belastet wird und den Steuer trägern nicht übermäßige Lasten anferlegt werden müssen. Ein weiterer Grundsatz, den ich stets vertrat, war, daß sich der Gemeinderat streng an den Vor anschlag halten müsse, um das Gleichgewicht im Gemeindehaushalt aufrecht erhalten zu können. Diese meine Grundsätze fanden vielfach nicht die erforder-liche Unterstützung. So wurden manche Ausgaben gemacht, die meiner Meinung nach teilweise ganz unterbleiben, andere wieder auf einen späteren Zeitpunkt hätten verschoben werden können. Bedauer-licher Weise mußte man in den legten Jahren die Erfahrung machen, daß, während die Ausgaben von Jahr zu Jahr gewalttg steigen, die Einnahmen unter den Erwartungen zurückbleiben. Darauf ist auch der Abgang bei der Gemeinderechnung vom Jahr 1928 im Betrag von ungefähr 1,500.000 Din zurückzuführen, was jedenfalls zu Bedenken Anlaß bietet. Daß in jedem geordneten Gemeindehaushalt die nach dem Voranschlag sich ergebenden Erforder-nifse durch Eingänge gedeckt werden müssen, ist klar und es konnte sich daher auch bei der Bedeckungs-frage Heuer nur darum handeln, wie die erforder-liche Aufteilung der neuhinzugekommenen Lasten vorzunehmen ist, um diese gerecht und in einer Weise durchzuführen, daß keine Gruppe der Steuerträger allzu empfindlich getroffen wird. Auch in dieser Richtung konnte ich mit meiner Ansicht nicht durch-dringen. Der Hauptunterschied zwischen der Anficht des überwiegenden Teiles des Gemeinderates und der meinen lag darin, daß ich statt für einen 30^igen Gemeindezuschlag zur Erwerbssteuer für einen 15£lg«i eintrat und die sogenannte Parzellensteuer höchstens in einem Ausmaß anerkennen wollte, das als Entschädigung seitens der Parzellenbesitzer an die (Gemeinde dafür anzusehen wäre, daß die Ge-meinde die Straßen auch längst der unverdauten Parzellen erhallen und beleuchten muß. Diese Entschädigung hätte aber nur einen Bruchteil von dem ausgemacht, was der Gemeinderat beschlossen hat. Bei dem von der Gemeinde beschlossenen Tarif kann ' es aber vorkommen, daß eine unverdaute Baupar-zelle an Parzellensteuer mehr zu zahlen hat als ein mittelgroßes Haus, welches auf einer gleich großen Parzelle erbaut ist, an Zinshellern zahlen würde, was mir nicht folgerichtig erscheint. Parzellen im Ausmaß von 1000 m", auf welchen ein Hofge bäude aufgeführt ist, müssen, je nach dein sie in einem Bezirk liegen, 2000 bis 4000 Din pro Jahr an Parzellensteuer zahlen. Wenn ein solcher Be sitjer nicht ein Nebeneinkommen hat. muß er sich rein in Schulden stürzen, um der Steuerpflicht nach-kommen zu können. Richt Bauparzellen, also gewöhn-liche Wiesen oder Ackerparzcllen, im Stadtgebiet sollen 5 Para per m- bezahlen. Der staatlich be messen« Katastralreinertrag für Aecker im Stadtgebiet ist je nach der Güte des Ackers mit 729 bis 1112 Din pro ha bemessen. Hiefür mühten, wenn die Parzellensteuer Gesetzeskraft bekommt, im ersteren Fall für^ Grundsteuer samt Zuschlägen und für die Parzellensteuer zusammen 804.50 Din, im zweiten Fall 105»> Din pro Jahr bezahlt werden; es würde also im Durchschnitt an Steuern mehr bezahlt werden, als der gesamte Katastralreinertrag ausmacht. Die Verfechter der Parzellensteuer erwarten, daß durch diese Steuer ein Druck anf die Parzellenbesitzer ausgeübt wird, die Parzellen lieber billiger zu verkaufen als die Steuer zu bezahlen. Ich meine aber, daß dies ein Trugschluß ist. Meiner Ansicht nach werden die günstig gelegenen Bauparzellen nach wie vor begehrt sein und der Besitzer solcher Parzellen wird zum Verkaufspreis die bezahlte Parzellensteuer dazu-schlagen, während diejenigen, deren Parzellen un-günstig gelegen sind und die sie trotz guten Willens seit Jahrzehnten nicht an den Mann bringen konnten, Jahr für Jahr die Parzellensteuer werden zahlen müssen, bis die Parzellensteuer mehr ausmachen wird, als die Parzelle wert ist. Zum Schluß kann es solchen Besitzern aber noch passieren, daß sie bei einem allfälligen Verkauf für die Differenz zwischen dem Parzellen wert des Jahres 1920 und dem Ver-kaufspreis noch eine Wertzuwachssteuer befahlen müssen. Ich halte es für nicht gerechtfertigt, die un-verbauten Flächen außer mit der Grundsteuer samt 20i^« igem Gemeindezuschlag. 100 tigern Bezirkszu-
schlag und der Wertzuwachssteuer auch noch mit der Parzellensteuer im bekannten Ausmaß zu belasten. Daß ich anstatt der Würgen Umlage auf die Er-werbsteuer nur für 15^ige Umlagen eintrat, ist darauf zurückzuführen, daß die staatliche Erwerb-steuersumme von bisher ca. 300.000 Din am ca. 3,300.000 Din, also auf mehr als das Zehnfache gestiegen ist. Ein kleiner Gewerbsmann. der bisher vielleicht 100 Din pro Jahr an Steuern zahlte, wird in Hinkunst bei einem angenommenen Jahresein-kommen von 5000 Din an Erwerbssteuer samt Um lagen 500 bis 000 Din pro Jahr zahlen. Dieses Beispiel zeigt, daß es gewiß gerechtfertigt ist. daß be! der gewaltigen Erhöhung der staatlichen Erwerbs steuer die Gemeinde möglichste Rücksicht walten läßt. Als Ersatz für den Minderertrag der Erwerbsteuerumlage und der Parzellensteuer beantragte ich, einige Ausgabeposten im Voranschlag zu reduzieren und auf Grund des Ergebnisses von früheren Jahren einige Einnahmsposten zu erhöhen, weiters beantragte ich. einige von der Buchhaltung ursprünglich beanttagte Steuern, die sich alle so verteilt hätten, daß es niemand empfindlich getroffen hätte, in den Bedeckungsvorschlag aufzunehmen, darunter insbe sondere die Reklamesteuer, allerdings in einem reduzierten Ausmaß, da ich die Bemessung der Aus-lagensteuer für viel zu hoch hielt. Umso gerechtste tigter ist es aber meiner Meinung nach, wenn für die Zcitungsreklanie. für die auffallenden Reklamen, die mitunter ganze Giebelseiten der Häuser einnehmen, ein Obolus zu Gunsten des Stadtsäckels entrichtet worden wäre, zumal dadurch viele nicht hier ansässige Firmen, die aber hier ein Geschäft machen wollen, auch zu einer kleinen Beitragsleistung heran-gezogen worden wären. Einerseits die Erwägung, daß nach meiner Ansicht bei den obwaltenden Ber hä wissen jede nicht unbedingt notwendige Ausgabe post vermieden werden muß, anderseits die Ueber-zeugung, daß be! Bestreitung der unvermeidlichen Lasten eine gerechte und unter Berücksichtigung der Tragfähigkeit der einzelnen Berufstände tunlichst gleichmäßig« Austeilung maßgebend sein muß. ver-anlaßten mich, nach ruhiger und reiflicher Ueberle-gung den Standpunkt zu vertreten, welchen ich in. der Voranschlagsitzung eingenommen habe.
5o§tanj
Medizinalrat Dr. Hans Lichtenegger +.
Aus Sostanj wird uns geschriebene Am 20. De zember früh verschied nach längerem schweren Leiden im achzigsten Lebensjahre Herr Medszinalrat Dr. Hans Lichtenegger. Herr Dr. Hans Lichtenegger kam vor bereits 54 Jahren als junger Arzt nach Sostanj, wo er als Distriktsarzt, Werksarzt der. Lederwerke Wojchnagg, Werksarzt im Vnguk'rf Velcnje und später als Krankenkassenarzt jahrzehnte-lang in selbstlosester und aufopferndster Werfe fe gensreich wirkte. Seine Privatpraiis übte er aber noch bis kurze Zeit vor seinem Tode unermüdlich aus. Selbst schon aus Krankenlager gefesselt, stand er noch auf, wenn ihn ein Patient konsultieren wollte. Die Stadt Sostanj ernannte Herrn Medi zinalrat Dr. Hans Lichtenegger bereits vor Jahren für sein verdienstvolles Wirken zum Ehrenbürger. Ebenso ernannte ihn die Freiwillige Feuerwehr zu ihrem Ehrenmitglieds Bor kurzem wurde er von S. M. dem König mit der goldenen Verdienstme daille ausgezeichnet. Herr Medizinalrat Dr. Hans Lichtenegger war weit und breit als tüchtiger Arzt bekannt und erfreute sich allgemeiner Belebtheit, nicht nur bei der Stadt-, sondern auch bei der Landbevölkerung. Mit ihm ist ein unersetzlicher Menschenfreund und Sostanj's ältester Deutsche da hingeschieden. Ganz Sostanj steht heute mit seiner Familie in aufrichtiger Trauer an der Bahre seines lieben alten Doktors und dankt ihm für ungezählte Wohltaten. Er wird uns allen unvergeßlich bleiben? Ehre seinem Andenken! - Das Leichenbegängnis, welches Sonntag, den 22. d. M.. um 4 Uhr Nachmittag stattfand, gestaltete sich zu einer groß artigen Trauerkundgebung. Tausende von Leidtra-senden begleiteten den Verewigten auf seinem letzten Wege. Der Zug wurde von der Werksfeuenvehr mit der ^verksmusik eröffnet. Sodann folgte die Arbeiterschaft der Firma Franz Woschnagg & Söhne. Dem Sarge folgte ganz Sostanj und die bäuerliche Bevölkerung, welche von nah und fern herbeigeeilt war, um dem allverehrten Menschenfteund die letzte Ehre zu erweisen. Am Grabe sprachen der Orts-pfarrer, Herr Dr. Franz Mayer im Namen der Bezirksvertretung und der Gemeinde, endlich der Feuerwehrhauptmann. Es war ein stiller, friedvoller Winterabend, dem ein Zug von daniberhinfliegenden
Rummer 101
Deutsch« Zeitung
Seilt 7
Wf di« ungefähr? Schätzung gestatten
Sachlich wäre es falfch. die Ranglifte der Reichen lediglich nach den Rullen aufzustellen, die an den MillionenMern hängen. Man mühte zwischen Grundbesitz. Industrie und flüssigem (Han dels» Vermögen unterscheiden. Aber das macht die Sache etwas kompliziert. Wir werden uns also doch lieber an die Nullen hallen.
Da steht — 'es ist eine Binsenweisheit — Wilhelm II. mit einem Grundbesitz, der 200 Millionen wert ist, an erster Stelle. Manche Leute behaupten, daß die Fürsten von Thurn und T a i i s noch reicher seien. Ihr vielverzweigter Grund-besitz in Süddeutschland ist schwer zu übersehen. Sie werden sich im großen und ganzen auch so um die 200 Millionen bewegen. Das sind also Ver-mögen, die für die Volkswirtschaft kaum in Betracht kommen. Und in dieser Spitzengruppe rangiert dann nur noch die Familie Krupp, die gleichfalls ihre 200 Millionen arbeiten läßt. Krupp ist demnach der eigentlich führende Geldmann Deutschlands, wie er es auch vor dem Kriege war. In diesen allerhöchsten Regionen hat »ich wenig geändert, die Kriegs- und Inflationsgewinne, von denen so viel die Rede ist, bewegen sich erst viel tiefer unten in bescheidenen Niederungen.
Von der 2<)0-Millionen-Spitze fällt die Linie rapid abwärts. Die Familie Petschek folgt erst nach langer Pause mit 150 Millionen. Die Pause ist gleichmäßig eine Kunstpause, denn Herr Petschek ist ein richtiger Emporkömmling, der in Aussig in Böhmen einen Kohlenhandel hätte und heute Hm über die mitteldeutschen Braunkohlen ist. Petschek hat es also vor allen anderen Neulingen am wei> testen gebracht.
Bei der nächsten Stufe beginnt wieder eine Kategorie für sich: das große Bankiervermögen. Hier marschieren die Familien Mendelssohn und Mendelssohn-Bartoldy an der Spitze mit 120 Millionen. Auch das zweitgrößte Industrievermögen erreicht diese Höhe: die Familie Opel hat für ihr Rüsselheimer Automobilwerk allein den Kaufpreis von 120 Millionen bekommen, es ist also möglich, daß sie mit ihrem sonstigen Vermögen sogar vor den Mendelssohn steht.
Damit wären wir schon an der bescheidenen 10ö-Millionen>Grenze. An den ersten Platz stellen wir Herrn Jakob Michael mit 100 Millionen deshalb, weil er, bis diese Zeilen in Druck gehen, den anderen schon wieder mit ein paar Millionen voraus ist. Michael ist der Großverdiener Deutsch-land?. Er hat vor 10 Jahren mit — nichts begonnen und betreibt heute alles, was nur irgendwie Geld einbringt. In seine ihnen wahrscheinlich mißliebige Nachbarschaft müssen sich vier Fürstlich-leiten bequemen, die schöne alte Familienbesitze zu verwalten haben. Der Fürst zu Fürstenberg, der sich auch industriell betätigt, die Fürsten von Pleß, zu Hohenlohe-Dehringen und Henckel von Donners mark, die an Grund-, Bergwerks und Hüttenbesitz je 100 Millionen haben werden.
Ihnen folgt mtt weitem Abstand der Groß-herzog von Sachsen - Weimar mit einem Grund-besitz, der seine 60 Millionen wert ist. .
Bei der 50-MillionenGrenze drängen sich dann die wohlhabenden Bankiers, die es nicht so weit gebracht haben wie die Mendelssohn. Da ist ^akob G o l d s ch m i d t von der Darmstädter und Nattonal-dank, der als Banklehrlinq begonnen hat, da ist Fritz Mannheimer, der sich seine 50 Millionen ebenso schnell verdiente wie Michael seine 100, da sind die
Rothschilds, die sich trotz ihres symbolischen Namens mit lumpigen 5k) Millionen begnügen müssen. Unter der Schwerindustriellen steht hier T h y s s e n mit seinem 50 Millionen weit hinter Krupp, die Familie H a n i e l hat ebensoviel, und auch die Kölner Montangewaltigen Otto Wolf und Ottomar Strauß sind begnügsam genug, auch hier zu rangieren. Nicht zu vergessen die beiden Weinbergs von I. G. Farben, die die gleiche Summe zu verzehren haben. Auch Fürstlichkeiten drängen sich um diese sympathische Zahl. Die Her-zöge von Arenberg. denen fast das ganze rheinisch-westfälische Industrierevier gehört, und die oberschlesischen B a l l e st r e m s. In Oberschlesien sitzen auch die Tiele-Winkler und die schaff-gotsch auf ähnlichen Vermögen.
Bei den 40 Millionen treffen wir Auf den reichsten Kaufmann Deutschlands, den Berliner Ju welier Albert Loeske, der allerdings kürzlich ge-storben ist.
Um die 30 Millionen drängt sich gemischte Gesellschaft. Da vertritt unter den adeligen Großgrundbesitzern der frühere Kronprinz seine 30
Millionen, der Herzog Albrecht von Württemberg, der Fürst von Hohenzollern-Sig-maringen, der König August von Sachsen besitzen etwa ebensoviel. Ziemlich unbekannt ist die Familie W a l d t h a u s e n, die in der Schwerindustrie ihre 30 Millionen arbeiten läßt. Hier finden wir auch die Warenhausbrüder Wertheim mit ihren 30 Millionen und die Warenhausbrüder Tietz vom Zweig Hermann Tietz, die einander, heftig konkurrierend, die Wage halten.
Je weiter wir »ach unten kommen, um so größer wird folgerichttg die Zahl der Besitzenden, obgleich die ganz Neichen zusammen immer noch viel mehr haben als die vielen weniger Reichen. 20 Millionen verwalten Earl Friedrich von S i e d e n s. Herr Bayer (von Bayer-Leverkusen), die Familien M e r ck in Darmstadt (pharmazeutisches Unternehmen), der Generaldirektor der J.G.Farben Carl Bosch, der Vorsitzende des Farben - Aufsichtsrotes Carl Duisburg, der Wamthausbesitzer Leonhardt Tietz, der frühere Warenhausbesitzer Jandorf, die Bankierfamilie Warburg, der Bankier Fritz Andras, und nicht zu vergessen der alte Carl Fürstenberg, der führende Kopf der Berliner Finanzwelt.
Die 10-Millionen-Grenze soll den Abschluß dieser Aufzählung bringen. Was darunter ist, gehört nicht mehr zu den reichsten Leuten. Es gibt in Deutschland etwa 2500 Millionäre, aber der größte Teil ist „arm wie eine Kirchenmaus". Von den 5,6 Milliarden, die sie insgesamt vertrete», gehören denen, die hier angeführt sind, die also mindestens 10 Millionen besitzen, schon 3,4 Milliarden Mark, uud die übrigen - es sind immer noch 2400 müssen sich in den schäbigen Rest von 2,2 Milliarden teilen. Da kommt auf den einzelnen nicht einmal mehr eine ganze Million, die Statistik hat die Zahlen nur nach oben abgerundet.
Unter den zehnfachen Millionären nennen wir den Kölner Louis Hagen an erster Stelle, weil er es am schnellsten weiter bringen wird. Er sitzt heute schon mit seiner Lappalie von einem Vermögen in zahllosen Aufsichtsräten. Dann ist da Dr. Bett von Bett. Simon .< Co., der als Freund Hilferdings auch feine Rolle spielt. Hermann Schöndorfs, der leitende Geist des Karstadtkonzerns: Rudolf Karstadt selbst und sein Kompagnon Theodor Althoff! der Bleichröder Bankier Schwabach: die Bankiers Ladenburg (Mannheim), von Beren-berg-Goßler (Hamburg), Speyer «Frankfurt): die Herren des Glanzstoss Konzerns Blüthgen und Springoruitt: der Herr über Schultheiß Patzenhofer Katzenellenbogen: sein Kompag-non Walter S o b e r n h e i m; die Familien Meister und Brünning (von den Höchster Farbwerten): die Lokomotivleute B ors ig, H e n schel, Ma ffei: der Schiffbau-Gewaltige Carlson: die Schwerindustriellen Stumm. Hoesch, Poensgen: und — nicht zu vergessen! Stinnes. die auch nicht gerade am Hungertuch nagen.
Auch eine Reihe von Großgrundbesitzern ge-hören natürlich zu den zehnfachen RNllionären. aber es ist da schwer festzustellen, wer die Grenze erreicht, wer darunter bleibt. Zwanzig bis dreißig werden es ungefähr sein. Mirbach, L e i n i n g e n, Löwen-stein - Wertheim sind mit von der Partie.
Vielleicht fehlt der eine oder andere in unserer Liste. Dann hat er es besonders gut verstanden, seinen Besitzstand zu verschleiern. Oder — es wird dieser oder jener vermißt; dann besitzt er weniger als 10 Millionen und es ist nur ein Gerede, wenn man ihn höher einschätzt.
£££ Grammophonen S™" Anton Leönik, Celje, Glavni trg 4
Ein Land ohne Zeitungen. „Land ohne Hunger" nennt man Abesiinien. Mit dem gleichen Recht verdient es jedoch auch die Bezeichnung „Land ohne Zeitungen". Es gibt heute dort noch keine Presse im europäisäjen Sinne, ja. bis zum Jahre 1902 war der Begriff „Zeitung" in Abessinien überhaupt völlig unbekannt. Zu jener Zeit schuf ein Grieche, namens Andreas Kavadia, die erste Zeitung in Addis Abeba. Aber welch eine Zeitung' Man kannte in der abessinischen Hauptstadt weder Druckerei noch Vervlelfältiglmgsapparaturen. folglich schrieb Kavadia sein informatorisches Organ mit der Hand. Die Zeitung nannte sich „Aimro", was gleichbedeutend mit „Intelligenz" ist, und der „Re-dakteur" ließ sie in der stattlichen Auflage von 21 Eremplaren erscheinen. Jeden Sonnabend überreichte
der Herausgeber persönlich seine handgeschriebene Ieitung dem Kaiser Menellk und der Ichwarze Monarch erkannte erstaunlicherweise die Bedeutung dieser „öffentlichen Meinung", die nebst Neuigkeiten lokaler Natur auch Informattonen über ganz Eu-ropa brachte. Er versammelte seine Würdenträger, ließ sich die Zeitung bis auf den letzten Buchstaben vorlesen und verlangte bald von dem Herausgeber den Ausbau seiner „Redaktion" mittels europäischer Druckmaschinen. Doch so rasch vermochte selbst Ka vadia dem fürstlichen Wunsche nicht.zu entsprechen! Er verschaffte sich zunächst einen einfachen Verviel fältigungsapparat und brachte die „Aimro" auf 300 Eremplare. Im Jahre 190« traf dann auch die europäische Druckerei in Addis Abeba ein, allerdings ein wenig zu spät, denn Kavadia hatte den Druck der „Aimro" einstellen müssen, da er für 200 Eremplare seines Blattes keine Abnehmer fand. Ein zweiter Versuch schlug gleichfalls fehl und erst 1924 feierte das eche abessinische Blatt seine Wiederauf-erstehung und erreichte bis zum heutigen Tage eine Wochenauflage von 300 bis 400 Eremplaren. Eine zweite Wochenzeitschrift in abessinischer Sprache ver-suchte sich neben der „Aimro" zu halten, doch mußte das Blatt, „Der Morgenstern" genannt, das aller-dings ausschließlich Dichtungen enthielt, sehr bald seine Eristenz aufgeben. Der Grund für dieses Dar-niederliegen des Pressewesens ist darin zu suchen, daß in Abessinien nur die führende Klasse, der hohe Klerus und die höheren Staatsbeamten, lesen und schreiben können, die abessinische Dienst- und Um-gangssprache, die „Amarigua" heißt, dem Gros der Bevölkerung aber unverständlich ist. weil es einen Dialekt aus der alten ligurischen Sprache, dem „Ges". spricht. Darum eben: „Kein Hunger und keine Zeitungen!"
Ein tüchtiger Zteinwerferbub. Als
dieser Tage eine Gruppe von Volksschülern aus de», Heimweg aus Kursumlija in das Heimatdorf war, trat ihnen plötzlich ein großer Wolf entgegen. Während die Knallen schreiend auseinanderstoben, blieb einer von ihnen stehen und begann Steine gegen das Tier zu schleudern, das er für einen große» Hund hielt. Ein Stein traf die Bestie am Kopf und betäubte sie. Mit weiteren Steinwürfen tötete der Knabe den Wolf. Als er daheün sein Abenteuer erzählte, hielten seine Eltern Nachschau und fanden zu ihrem größten Entsetzen den toten Wolf auf der Straße.
Der erste Kusz der Hundertjährigen.
Aus Glasgow lynchtet man, daß Miß Sylvia Argyll kürziich mit groh»», Pomp ihren hundertsten Geburtstag feierte. Bei dieser Gelegenheit begrüßte sie der Bürgermeister 'mit einem Kuß. Das greise Fräulein war darüber tief gerührt, denn, so erzählte sie, dies war der erste männliche Kuß, den sie bekam. Seit 81 Jahren, als in ihrem 19. Jahre ihre Eltern gestorben waren, hatte sie überhaupt keinen Kuß mehr bekommen.
Welches ist das erfindungsreichste Aalt? Der aiuerikanijche Schriftsteller Riark Jeffcrs teilt die verschiedenen Nationen nach der Zahl der im Ausland gelösten Patente, berechnet aus die Million Einwohner dieser verschiedenen Länder, in Klassen. Nachstehend die feststehenden Zahlen: Indien 0,5, Rußland 0.6, Portugal 2, Japan 3, Meriko und Litauen t, Polen und Rumänien 5, Bulgarien 7. Lettland 8, «»riechenland und Süd slawien 9, Argentinien 10, Südafrika 17, Spanien 21, Finnland 40, Italien 42, Ungarn 68. Tscheche-slowakei 108, Kanada 121, Australien 140, Vereinigte Staaten 160. Belgien 180. Großbritannien 188, Frankreich 195. Norwegen 229, Niederlande 233, Dänemark 236, Deutschland 271, Oesterreich 298, Schweden 299. Schweiz 930.
Armeufeieru in New ?1ork. In den
Kreisen der oberen Vierhundert sind sogenannte „Armenadende" in die Mode gekommen, von denen man behaupten kann, daß sie wohl weniger eine Warnung für die augenblicklich Besitzenden als eine große Geschmacklosigkeit bedeuten. Denn sie bestehen erst seit dem letzten unvergeßlichen Börsenkrach, den man in der Wallstreet verzeichnete, und ihre Teil-nehmer rekrutieren sich aus den Kreisen der Mil-lionäre. An diesen Abenden erscheinen alle Gäste in ärmlicher Kleidung, ohne Schmuck und essen an armselig gedeckten Tischen Würste und Kraut. Die Lokale schmücken sie mit den Zeichen des Börsen-krachs. Von den wirklich Armen hört man aber seit einigen Wochen nichts, wenn nicht dann und wann ein gründlicher Reporter von ihnen berichtet.
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Deutsche Zeitung
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suchten da« Rordie« gediet beim und richte-teil auch im Hamburger Hasen erheblich» Schaden an. — Sin Kracht-dampfet, der an einen Äai geschleudert wurde und ihn zum Teil zer-ftflrte. Ter Xamufti selbst konnte nicht au* laufen
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Teutsche Bahnzerstörunaen in Nahetal intonierest« der „Sicherheit Krankreichs«. Aus «rund d«r erst kürzlich verdnentlichten gebei-wen Abmachungen, die »wischen Deutschland und Krankrrich im Haag getronen wurden, muii Deutschland »«rfchieden« zweigleisig« Babnvreiken. deren Hauptbe-beulung angeblich nicht auf Wirt-schaftlichem, sondern auf strategischem ««biete liegen soll, in den eingleisigen Zustand Nderfübren. Da» bedeutet KerkehrSfchSdtgnn^ der Wirtschaft und sinnlose Werte-zerstörung. — AusrSumung»ardei-ten an dem abgebrochenen zweiten Alet» d«r Strecke Bad Münster am Stein — Odernheim S. B. D.
Bild link»! Da« italt«»isch« »öniaäpaar a»f »«» Wege zum Ha»st«.
Dieser erste Besuch eine» italie-nischen Königsvaare« im Vatikan ist von geschichtlicher Bedeutung vr»is»-v>>»>»
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I Zpielzeug moderner jungen: Klugzeugmolxlle. die zwei junge i Amerikaner zu einem Wettbewerb bauten. Die beiden erhielten de» - erkien Prei» vee«k.pd»t«
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2H ?*• 3n der «Lhrtstnacht j
2KarFt und Straßen stehn verlassen.
still erleuchtet jedes tzaus, ,
sinnend geh' ich durch die Gassen.
alles sieht so festlich aus.
An den Kenstern haben Krauen Zuntes Spielzeug fromm geschmückt, tausend ^indlein stehn und schauen.
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Zllauern bis hinaus ins freie Keld. K»ehresGl^nj«n.heil'ges Schauern, wie so weit und still die Welt I
Sterne hoch die kreise schlingen, aus des Schnees Einsamkeit steigts wie wunderbares Singen — O. du gnadenreiche Keit l
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Springrätfel
«rgib» sich eine Weih-nattittstrophc
«ie Huflöfun« de« Bilderrätsel« au« unlerer Nummer 4«: .Z«ilg«n0sstsche ltvvfe". Di« Bilder stellten dar: 1. Flieger »Shl. 2. s^ranzösi scher Außenminister Briaud. •'!. Jtalienilltirr Minister pritstdent Mussolwi. 4. Schrift-stellen» Ricard« Huch. S. Sprinter Sörnia. S. ReichSkanzlera. D. Lu»o,
f. ReichSaußenminister Dr. tturttu«, 8. Uorettmeisierin Helene Mav«r, 9. Sngli scher Premierminister Mac Donald. IN Z«»v«linsührer Dr. Sckener
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Heiligabend am meisten zu tun!ftür viel« bring! er in levter Minute eine Weid-»achtSsreud«.
Warum aber sann nicht seder Paket-'»oder einmal recht'
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Die am Weihnachtsabend arbeiten
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kleine« BSumchen erinnert an den Weidnachi« frieden daheim »t»«».phwo
Ehre, wem Ghre gebührt
Onkel Karl läßt sich von seinem Nichtchen H«lo den Weihnachtstisch zeigen. — »Da« Shrilttind ist aber lehr sleikig gewesen." meint der Lniel anerkennend. — „Den lovf-lavpen slir Mama habe ich aber gemach«.' korngiert die Richt« l«we Austassung. 8. #. £ct.
Zeitung auch am «Äeibnacht«m»rgen
eifrig gearbeitet. Nur ein kleine« Bäumcl
Weihnacht« - Si lbenrStiel
Au« den Silben: al—ark- -ber-bleib-dar—d« d«—den—dro —e - «-«g—es gärt - «e—ge—gen —gen-gi—I—in—|« — fr« — lend —Ti—ro«—me
— mer—mi—»a — n» — nen - n«r—nor—o— pi —»au —r« —ri-ri—rifs —rish—s«—she-Ng — so —st«w—tan—trr—ti«-to—treu—um view—wa
- wo-zem—stnd 24 Wörter zu bilden, deren An-sang«- und Endbuchstaben, von oben nach unien g»Iesen. den Anlang eine« bekannlen Weihnacht«-Sinderliede« ergeben. Bedeutung der Wörter: t. Seelen d«r Verstorbenen. 2. Rauschgift. 3. Brücke in Venedig. 4. Vandalenkönig, 5. »üchen-würze. 8. Schicklal«g»til„. 7. Teil der »ieidxng. 8. Sohlg«,icht, 9. Quellnyuiplx. 10. Monat. I I.Not.
Durch Über springen einer stet« gleichen Anzahl von Buch-stciben
>2. Wagenschuvpe». IS. Sternbild, >4. Befragung.
er« in der Schweb 16. Sninel-irt. 17. Stadt in der Laust?. 18. gennan. Gott. 1». Nordpol«-
länder. 2». Haupt der englilchen Gra'schast, 21. BerusSstand. 22. landivirilivaliliches Gerät, 23. Romanschriftsteller. 24. Paradie«. Sth
„Stille Stacht. Heilige Nach«
Sin Denkmal für den Dicht«» diese» W«ihnacht«Iiede« Psa»rer Mohr lvorn» und den Somponisten Lehrer Gruder (mit der Laute »,da«am vorsavrige»
seit in der Psarrkirche z» Oderndorf an der Salzach errichtet wurde Srstn t «».
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Auflösungen au» voriger Nummer:
Silbenrätsel: I.Lenin. 2. Anemone. 3.i!hi>
»in. 4. Einerlei, S. Zechine. «. Uwarvw. 7. Rad-brnch, 8. Zeno. 9. Siienbah». 10. Ingrid.
11. Talisman. 12.Dahlie. ».Urlaub, 14.«S»schen-broda, IS. Lsireicher. I«. Notturno, 17. Negativ. 18. Tunichtgut. 1». Ehegespon« — .Lache zur Zeit! Du könntest vor Abend »och weinen!' — RersteckrStsel: »am. Lenz. Auber. Udet. Stein, «ade. Ritter. Ohm. Tell. H«g«l: itlan» «troih.
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>-»> Link«: Damit dir. dir am ftcUlgm Abend reisen
müssen -denn zum Ver-gnügen tut e« sicher niemand — auch eine Areube hab«»,
sind an' manchen der
sonst >« nüchternen Bahnhöfe Weihnacht«-bäume auige-stellt S.B.V,
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beimischen Pflanzen in der Natur fast alle im Winter
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Prächtiger Wirt« selbst »I« schönste Wtttc nicht, als dtr
fahle Strauch im Raul»reiskleid, wenn die Vintersonne die taufend •- / feinen QieftiftßUe gliheni und funkeln lüit «. B. v |s
Änpfrmrfbrurf »nd 7>«rla| ttt O«« ffWtwt B*rltn e 43 - (l«n»
ZIEHUNG I KLASSE: 16. JANUAR 1930.
Die amtliche Hauptkollektur BANH-KOMMANDIT GESELLSCItAET
A. REIN & CO., ZAGREB
Trg Kralja Tomislava 17.
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Ziehung I. Klasse: 16. Januar 1930.
Für die erste Ziehung der XIX staatl. Klassen-Lotterie bestelle ich hiedurch
-.........................Stk. Doppelt xti Lose a Din 200'-
-------------- „ Ganze ■ « » ■©©'—
------------------- . Halbe , > « 50 -
.......—............... „ Viertel .. „ „ 25-
Din
Den Kaufpreis dieser Lose von zusammen habe ich heute mittelst Postanweisung abgesandt werde ich sofort nach Übernahme der Lose überweisen.
Die amtl. Gewinnliste ist mir nach jeder Ziehung einzusenden
Name ......________________ _______________„
Wohnort______________________________________
Genaue Adresse _________________________ ...
Bitten fciM«, deutlich und
ic««rlida atuiuJtiileD I
ZIEHUNG I. MÜSSE: 16. JANUAR 1930.
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Zagreb
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Nummer 101
Deutsche Zeitung
Seite 9
1930
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entbieten wir hiermit allen unseren sehr verehrten Kunden und Gästen, lieben Freunden und Bekannten
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1930
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vormals F. JakouitscR Spezerei- und Kolonial watenhandlung GescfiWMcdertagc
Prc-cmova -
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I F1
» t"" H . %
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Seite 10
Deutsche Zeitung
Nummer 101
1930
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[entbieten wir hiermit allen unseren sehr verehrten Kunden und Hasten.
lieben Freunden und Bekannten
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1930
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Inhaber: Fritz Skoberne
.jubljanska cesta
Celje
J
Prva jugoslovanska lesna industrija
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J. Jellenz
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J
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Flcischhaucrei und Casthof _Zum goldenen Engel"
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Celjc
J
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Delikatessenhandlung, Wein- und Frühstackstube
L
Aleksandrova ulica 7
Celjc
/
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Stadthauincistcr
Celje
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A
A I Die Freiwillige Feuerwehr in Celje
gestaltet sich allen Gönnern und Spendern ein
recht glückliches Neujahr
zu wünschen, ihnen für die im abgelaufenen Jahre gewahrte Unterstützung herzlichst zu danken und um ferneres Wohlwollen für das Institut freiwilliger Nächstenliebe zu bitten. G
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Dampslarhcrcr, chemische und Feitiputzerci Pliisieranstalt
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Celje
J
Franz llradil's Nach fg.
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Wfischc- Feinpulzere i, chemische Keinigungs- und Plissieranstalt
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Celjc
J
Rudolf Perdan
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Cele
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Matthäus und Helene Zadravec
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Filiale: Sevnic« a d. Save Hauptgeschäft: Celje
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Q Allen meinen werten Gästen, lieben Freunden und
Bekannten anlählich der Jahreswende ein herzliches
gQQQQQQQQQQQQDaDO
CAFE MERKUR CELJE
Anlässlich der Jahreswende entbiete ich allen meinen sehr geehrten Gästen und Freunden die herzlichsten
Glückwünsche
mit der Bitte, mich auch im kommenden Jahre mit sehr geschätztem Besuch beehren zu wollen.
SilitsltrPunsch! g
jj Andreas Halbwidl §
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Maribor
Hotel „Etara pivarna"
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Nummer 101
Deutsche Zeitung
Seite 11
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Rudolf Kiffmann
Stadtbaumeister
Meljska cesta 2">
Mari bor
Julius Fischbach
Bürsten- und Pinselerzcugung Lager in Seilerwarer
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C A F£ CENTRAL
Inhaber: Franz Stickler
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Schleifschelbenwerke Fabrik künstlicher Schleif- und Abziehsteine
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Inhaber: Paul Nedogg
Telephon 2280 and 2127 Maribor
Zentrale: Raxtagova ulica II — Filiale: Gosposlca Blica 33
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Pugel & Rossmann
Weingrosslinndlung
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4
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Gustav Bernhard
Glas- und Porzellanwaren-Niederlage
L
Telephon 2030
Maribor
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K. Hausmaninger
Weingrosshandlung
Telephon 2383
Maribor
J
Export-Gesellschaft Matheis, Suppanz & Co.
Telephon 2118
Maribor
Ludwigs Zinth&uer
Färberei und chemische Waschanstalt
- Maribor
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Ingr. K. Unger & Sirak
kehürdl. konz. Dampfkessel- u. Maschinenwerkstätte
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Mari bor
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Chemisches Laboratorium für Industrie, Landwirtschaft u. Handel
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Maribor
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□
Mari bor
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M artbor
entbieten wir Hiermit allen unseren
lieben Freunden und Bekannten
Seite 12
Deutsche Zeitung
Nummer 101
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11930
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Ctrl Scherbaum & Söhne
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Maribor
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Telephon 2
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J. Boldin
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Ptuj
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Bruder Slawiuch
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R. M. Matz
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Vinzenz Seischeg
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Ptuj
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seh svetnikova ulica 12
Ptuj
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Nummer 101
Deutsche Zeitung
Seite 13
31
Sibirien
Erinnerungen aus dem Weltkrieg und aus Ruhland
Von einem ehemaligen Siebzehner
Ich muß doch wohl erzählen, wie ich dazu-gekommen war. am hl. Abend die Christbaumrede zu halten. Hiebei erinnere ich mich nachträglich, daß a» diesem Abend nicht nur Spaßmacher mit ihren G'stanzln aufgetreten waren, sondern daß ein regel-rechtes Theaterstück aufgeführt wurde. Es hieß: „Des Krigsgefangenen Heimkehr am Weihnachtsabend" und war für uns natürlich sehr rührend. Der Verfasser, ein deutscher Einjähriger, spielte die weibliche Hauprolle in einem Kleid, das in der Stadt ausgebettelt worden war. Unser Publikum war begeistert und vom Thema ganz aufgerührt, übrigens wurde nicht schlecht gespielt. Schminke und alles war reichlich in Anwendung gebracht worden. Also schon im Jahre 1915 spielten wir in der Ba-rocke Nr. 5, das war unsere Baracke, Theater. Es hatte sich ein Theaterausschuß gebildet, in welchem einige deutsche Einjährige, ein Breslauer Kellner und der 'Wiener Musiker die Macher waren. Da sich aber auch da, wie überall auf Erden bei solchen Gesellschaften, Streitigkeiten ergaben, wollte man einen „neutralen" Mann zum Obmann des „The-aterausschusses" machen. Diese „neutrale" Mann war zu meiner eigenen Ueberraschung aber ich. Zu tun hatte ich nicht viel, obzwar ich von Anfang gruselige Bedenken bezüglich meiner Aufgabe zu bestehen hatte, für das Tun und Agieren waren schon die anderen da. Die wollten bloß einen Ob-mann haben, der sich nicht viel einmischte und nur bei den erbittertsten Streitigkeiten eingriff. Diese Rolle spielte ich denn auch ausgezeichnet, indem ich allen Teilen mit Worten recht zu geben pflegte, womit dann alle zufrieden waren. Uebrigens war die Theaterspielerei gar nicht so ohne. Sie trug nämlich was ein. Da wir fast gar keine Regien hatten, wurde der Eintritt nach jeder Vorstellung zu gleichen Teilen auf die Mitglieder des Theater-und Musikvereines aufgeteilt. Der Eintritt kostete je nach dem „Nang" der Plätze 3 oder 3 Kopeken. Wir spielten ziemlich häufig und so kam es, daß diese Zeit für mich eine der üppigsten war. Wenn ich nach einer solchen Vorstellung als Obmann 30 oder 40 Kopeken, manchmal auch mehr, in meinen Sack gleiten lassen konnte, war ich ein gemachter Mann' Abgesehen von klingender Münze gab es aber auch noch andere Begünstigungen. Zum Beispiel die, das sich der Verein des öfteren zu gemeinsamen Freßabenden zusammentat, auf denen es fetttriefende Schweinsbraten gab und sogar auch Krapfen. Man denke, regelrechte goldschimmernde Krapfen mit schneeigen Zuckerhäubchen! Es versteht sich, daß ich als Obmann an diesen Abenden keine geringe Rolle spielte. Bald artete aber die Freiheit, die uns die bärtigen Landsturmrussen in diesen Dingen ließen, etwas aus. So begannen wir in der Faschingszeit „Bälle" zu arrangieren. Soweit ich mich erinnern kann, ist es beim ersten solchen „Ball" geblieben, aber der war so eigenartig, daß ich ihn nie vergessen werde. Wir hatten unseren Russen die Bewilligung abgeschwatzt, uns eine leerstehende Baracke für die Zwecke unseres Theaters zu überlassen, an dem ja auch die Russen so großes Gefallen hatten, daß mitunter Offiziere aus der Stadt herauskamen, um sich die Sache anzusehen. In dieser Baracke richteten wir einen Theatersaal her, wie er schöner unter unseren Verhältnissen gar nicht sein konnte. Die Wände wurden von unseren Anstreichern getüncht und von den Kulissenmalern — wir hatten mit der Zeit ganz tadellose Kulissen — mit allerhand Schmuck-Malereien beschmiert. Selbst ich als Obmann hatte immer ein Gefühl der Ehrfurcht zu bestehen, wenn ich dann in diesen Saal kam.
Aber ich wollte ja von unserem Ball erzählen. Also ein Ball! Ich muß sagen, daß wir diesen. Abend mit nicht geringerer Spannung entgegensahen als etwa junge Mädchen ihrem ersten TanzkrSnzchen. Der Saal war feenhaft beleuchtet, so weit dies mit Petroleumlampen möglich war. Aber die Lampen waren mit Rosapapier verhangen, so daß in dem trügerischen Rosalicht -die zerlumpten Uniformen der zahlreichen „Kavaliere" ganz annehmbar erschienen. Unwillkürlich hatten wir schon beim Eintreten jene gespreizte Haltung angenommen, an die wir von ähnlichen Gelegenheiten der Heimat her gewohnt waren. Es muß zum Schreien gewesen sein, wie wir aus gegenseitig Kratzfüße machten und gedrcch selte Redensarten tauschten, aber damals war dies für uns eine ganz ernste Sache. Alsdann die „Damen" aufmarschierten, waren die „Kavaliere" ganz starr.
Denn was wir da sehen, konnte einen verrückt machen. Ich erinnere mich, daß ich diese ganze Nacht zwischen dem verblüffenden Schein dieser Weiblich-■ leiten und dem Bewußtsein, daß sie bloße Fälschung waren, wütend hin und her gestoßen wurde. Ge-puderte rosige Gesichtchen unter goldlockigen Haaren, feurige Augen unter nachtichwanem Gefteder, schneeweiße nackte Arme, rauschende Dainentoilletten: es war zum Ausderhauttfahren! Und gegen das bessere Wissen war man gegen diese Damen, gerade als ob sie wirklich solche wären, aufmerksam und zuckersüß. Ich fühlte mich förmlich gelöffelt, wenn der deutsche Kriegsfreiwillige mit den schönen blauen Augen, von dem ich schon von Beresowka her einmal erzählt habe, an meinem Arm im Rundgang stolzierte. Was für eine schöne Dame war aber diesesMilch-gesicht mit der blonden Perrücke auch! Ich bildete mir damals ein. ein so schönes Mädchen, wie es dieser Bursche vortäuschte, überhaupt noch nicht ge-sehen zu haben. Es war eine verrückte Unterhaltung, die bis zum hellen Morgen dauerte. Getanzt wurde, daß uns der Schweiß in Strömen in die Blusen lief. Es war. als ob der aufgestaute Strom der Lebensbegierden alle Dämme gesprengt hätte. Zum Glück gab es keine alkoholischen Getränke, sondern bloß verschiedene Fruchtsäfte und nur eine Art von schwachem Bier, das aber pro Flasche ein Vermögen kostete, sonst hätte der Ueberschwang am Ende noch zu wer weiß was für Skandalen geführt.
Später, als man uns aus einem unerfindlichen Grunde aus unserer Baracke Nr. 5 hinauskehrte und in die obere Baracke stopfte, in welcher die Musiker wohnten, machte ich mir so meine unbe-stimmten Gedanken darüber, daß sich in dem nun-mehr leerstehenden Zimmer in unserer Ofennijche der Breslauer Kellner und ein deutscher Einjähriger hingemacht hatten, der mir von vorneherein einen etwas zuwideren Eindruck machte wegen seines weibischen GeHabens. Diese beiden waren auch der Hauptantrieb für den „Ball" gewesen. Möglich, daß sie dabei auf andere Weise ihre Rechnung fanden als wir anderen, für die er nur eine tolle Abwechs-lung gewesen war. Heute, da ich das Leben und seine Sprünge besser kenne, zumal mir in dem spä-teren Teil der Gefangenschaft gewisse Dinge quasi als Selbstverständlichkeit entgegentraten, begreife ich durchaus, was ich damals nur verschwommen ahnte. Es wäre ja ein Wunder Gottes gewesen, wenn in diesem aus allen Winden zusammengewehten Men« schenhaufen alle ohne Ausnahme normal gewesen oder normal geblieben wären.
Die Russen feierten ihre Weihnachten einige dreizehn Tage später als wir. Bei dieser Gelegenheit bemerkten wir zum erstenmal, daß vieles ungeheuer-lich faul im Staate Rußland fein mußte, von dem wir bisher nur den Eindruck gigantischer Macht und undenkbarer Größenverhältnisse gewonnen hatten. Das Wohnhäuschen der russischen Wache befand sich etwas höher als unsere Baracken. Am russischen Heiligen Abend waren einige von uns doch neu-gierig, darunter auch ich. wie die Russen Weih-nachten feiern. Wir schlichen uns am Abend zu dem Häuschen, rieben mit unseren Fingern die vereisten Fensterscheiben glatt, so daß wir verschwommen durch-blicken konnten. Und da sahen wir merkwürdige Dinge. Auf dem Holztisch standen Wodkaflaschen, aus denen die Landstürmer fleißig in Trinkgläser einschenkten und sie stehend Hinuntergossen. Sie mußten schon einen tüchtigen Rausch haben, denn sie gestikulierten, bekreuzten sich und sprangen herum. An einer Wand hing ein schäbiges Bild des Zaren Nikolaus. An dieses Bild hielt ein langer rotgesichtiger Unteroffizier, der so ziemlich der Macher im Lager war, scheinbar eine Ansprache, denn er hatte sich vor das Bild Hingestellt, riß den Mund auf und eiferte mit den Armen. Wir glaubten zuerst, daß er seinen patriotischen Gefühlen freien Laus lasse, und stießen uns an, aber wie staunten wir, als der Russe die Fäuste ballte und sie wild gegen das Bild schüttelte. Sicherlich fluchte er dabei auch aus Leiberskrästen, wir hörten durch das Fenster bloß ein wildes Ge-schrei, in das auch seine Genossen einfielen, die eben-falls gegen das Bild drohten. Schließlich, wir trauten unseren Augen nicht, ergriffen einige ihre Gläser und schleuderten sie gegen das Bild. Ja, noch mehr, sie stellten sich hin und spuckten in der Richtung auf das Bild. Jetzt erschien »ins die Sache denn doch gefährlich u»id wir verschwanden schleunigst in unsere Baracken, wo wir unser erstaunliches Erlebnis atem-
los erzählten. Natürlich arbeitete es die Baracke wieder auf unsere baldige Heimkehr zu. nur daß wir nunmehr auch an die bisher nicht ange-nommene Möglichkeit dachten, der Krieg werde für Rußland mit einer Revolution enden. Wenn man bedenkt, daß der Schnaps schon im Jahre 1915 die Gefühle von russischen Soldaten (!) so aufdecken konnte, war das doch allerhand.
Jetzt habe ich schon lange, und zwar zu Un-recht, nichts von jenen Tierchen erzählt, die der Krieg so überaus populär gemacht hat, nämlich von den Läusen. Wenn in meiner Erzählung von Theater-spielen und Bällen zu hören war, dann könnte der Glaube aufkommen, als wäre die Lausplage für uns nicht mehr vorhanden gewesen. Weit gefehlt! Die Läuse bissen vielmehr ärger denn je. Im Winter war es mit dem Waschen von Wäsche und den übrigen Entlausungsmethoden überhaupt ein Gefrett, weil sich nur Sauberkeitsfanatiker entschließen konnten, sich in dem Übrigens nicht leicht zu beschaffenden Wasser die Arme steif gefrieren zu lassen. In Be-resowka hatten wir es viel leichter gehabt, weil uns die Russen alle vierzehn Tage zum Bad über der Eisenbahnlinie hinuntertrieben. Da wusch man dann zuerst seinen Leichnam in den dort vorhandenen Wasserschaffen und hierauf die kärgliche Wäsche, die man hatte. Aber in unserem Weißen Lager in Trojskosawsk gab es das nicht. Besonders ich hatte ein verdammtes Pech mit den Läusen. Mit mir auf einem Brett, auf dem bloßen kalten Brett ohne Strohsack darunter, lag nämlich der Wiener Einjähnge, den ich schon erwähnt habe. Das Brett war so schmal, daß wir ganz aneinandergedrängt liegen mußten, um nicht herabzufallen. Und dieser Ein-jährige war halt ein richtiges Schweindl! Anfangs hatte ich geglaubt, daß ihm das Kratzen in der Hose nur zu einer unterhaltsamen Gewohnheit ge-worden war. Als ich aber alle Morgen große schwärzliche Läuse in meinem Hemd fand, trotz eifriger Tötungen immer mehr und immer mehl, begann ich Verdacht zu schöpfen. Auf der anderen Seite des Einjährigen lag auf der herangerückten Pritsche der Gendarmeriewachtmeister Schindler, ein äußerst ordentlicher und pedanter Mann. Auch der war ständig voll wie ein Ameisenhaufen, obwohl er emsig auf der Jagd war und geradezu blütenweiß gewaschene Wäsche trug. Eines Morgens, als die Strecke besonders reich ausgefallen war und auch auswendig auf seinem Sweater dicke Läuse herumkriechend angetroffen wurden, begann er aufzubegehren, woran ich sofort das lebhafteste Interesse faßte. Er winkte mit aller Höflichkeit auf den eulenäugigen Einjährigen hin und da stellte sich heraus, daß dieser seine Wäsche schon drei Monate nicht gewaschen hatte. Auf meine Frage, wann er denn seine Wäsche zum letztenmal gewaschen habe, sagte er sogar mit einiger Verwunderung über unsere Nörgelei: „Doch erst vor drei Monaten!" Na, da war denn der Teufel los! Zuerst lachte unsere ganze Ofenecke aus vollen Hälsen, dann aber veranlaßten wir den Mann, seine Wäsche — der Schlampian besaß tatsächlich bloß eine Garnitur - einem Mann zu geben, der um einige Kopeken den im Winter scheußliche,' Beruf eines Wäschewajchers ausübte. Wie die Garnitur aber ausschaute! Ganz schwarz und un-beschreiblich oerdreckt. Ich hätte sie nur mit einer Zange angreifen mögen. Während die Wäsche ge-waschen und getrocknet wurde, hockte der arme Kerl in der bloßen Bluse am nackten Leib betropetzt auf dem Brett. Natürlich ließen wir es auch nicht an Anleitungen fehlen, wie er seine Bluse und die Hosen zu entlausen habe. Hinfort war alle Morgen mein erster Ausspruch: „Herr X", ich habe seinen Namen vergessen, aber ich sagte ihm „Herr", „also gehen wir lausen!" Und so mußte der Herr Philo soph unter unserer sanften Konttolle ununterbrochen lausen. Wenn nur einer von unserer Gruppe auch während des Tages, oft bloß aus Langeweile, das Hemd auszog, erfloß sofort die Aufforderung an den Einjährigen, des gleichen zu tun.
Gegen Anfang des Frühjahrs ergriff alle un-sere Leute eine wilde Aufregung. Aus Deutschland und angeblich auch aus Oesterreich sollten, wie man hörte, große Kisten mit Kleidern für die Kriegs-gefangenen angekommen sein. Jedenfalls wurden zahllose Verzeichnisse gemacht, in welche die Kleider-bedürfnisse eingetragen wurden. Man kann sich keine Vorstellung machen, wie gespannt wir alle waren. Auch hob es unseren Mut ganz gewaltig, daß man in unseren Vaterländern nicht aus uns vergessen hatte und soyar Kleider schickte. Und eines Tages waren sie wirklich da. Wir waren alle fasziniert und jeder trug die Angst mit sich herum, ging mit ihr schlafen und wachte mit ihr auf, daß rnit den
Seite 14 Deutsche Zeitung Nummer 10!
Sendungen Unfug getrieben werden könnte. Aus dem Roten Lager waren dann eines Morgens einige österreichische Offiziere gekommen und einige Zbmisten, die angeblich schwedische oder dänische Abgesandte waren. Fabelhafte Erregung in allen Baracken. Ich brachte es bei dieser Verteilung mit gewaltigem Flehen zu einem Sweater und zwei Wäschegarnituren. Oesterreichische Uniformen gab es auch, und zwar die neuen aus dem schäbigen gerippten
Stoffs aber nicht sehr viele. Jedenfalls entfiel weitaus nicht auf jeden Mann eine Bluse oder Hose. Dafür waren aber die Reichsdeutschen fein dran. Die bekamen Mann für Mann eine funkelnagelneue Friedensuniform, blau mit roten Aufschlägen. Und was sie sie sonst noch bekamen! Sweater, Wäsche, Wollstrümpfe, alles nur Denkbare. Ich muß hier bemerken, das; wir Oejterreicher überhaupt immer die Stiefkinder des Schicksals waren, wie in der
heimischen und großen Politik, so auch hier in den Kriegsgefangenenlagern. Vielleicht kam das auch daher, dah es weit weniger Reichsdeutsche in Rüg land gab als Oesterreicher. Sicher ist auf jeden Fall, daß die wunderbare Organisation Deutschlands, die ja der Kampf gegen die ganze Welt am er-staunlichsten offenbarte, auch seine Kriegsgefangenen einbeschloh, während die Oesterreicher diesbezüglich eben so waren, wie sie halt waren.
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