Echristleitung: «athanigasse fix. &. tilotae Rt. XI, tatrrartam. «»,«»»»»»» ttgl(«ratt llhntw trx ««-». ». ftdtr-•10 von 11—U lld» cotm. ÖMXArtitim werben ni&t iriltfgfgrte«. mbkh1»I< «»-ntaiigai mal brriitfflatvst. •™t du 9crB4!t£nn gcgrs Soririrr.j kn HU lg« fdU rtdua ««tilferrn catgqcn. M Bktotolangca tfto»-uAlaf. M.Va>M4e (Battl* nrfftdnJ IM Rutmoie schöne Mama. Frau Erika war Witwe geworden — mit acht« Mbbreifjig Jahren. — Sie war ein; jener üppigen Handen Frauen, die es »erstehen, nicht alt zu wer-toi, die eine Rolle spielen, wo sie auch immer er-scheinen. Der Witwenschleier stand ihr gut. Nur die iedm»srohen Augen paßten nicht zu dem Trauer-zewand, da» der schönen Frau bald genug listig Mlk. Gewiß — sie hatte mit ihrem Egon gut ge-lebt. Er war ein bischen schwach gewesen — besonders gegen seine schöne Frau. Die Schönheit hatte ihn nicht gedrückt; dennoch war Erika dem Gatten eine treue Frau gewesen — er hatte sie ja auch licht von seiner Seit« gelassen; — sie hatte ehrlich an ihn geweint — denn wer nahm ihr jetzt alle Sorgen und Unbequemlichkeiten de« LebenS ab? Und darum hatte sie jedem, der eS hören wollte, ver-sichert, ihr Egon werde ihr ewig unvergeßlich sein. Jetzt war daS Trauerjahr bald zu Ende — ©fittlob! Denn man sehnte sich doch endlich einmal heran» aus den schwarzen Gewändern. Neue Pflich-Im traten an Frau Erika heran — Pflichten, vor denen ihr ganz im Geheimen graute — kam doch ihr einziges Töchterchen, die kleine Lu, aus der Pen« süin. Sie hatte jetzt eine erwachsene Tochter. Da» kam davon, wenn man so jung heiratete. Ihre El-lern Hütten ihr noch ein bischen Zeit lassen sollen. L» durste sicher nicht unter 25 heiraten. Sonst ward sie, Frau Erika, vielleicht gar mit 40 Jahren Groß-«utter. ES schauderte sie. Gott, wie sie neugierig Einige Rätsel aus dem Ailknnkrieg. Die „Wiener Deutsche Korrespondenz" veiös-senilicht folgende interessante Enthüllungen: In der europäischen Oeffenilichkeit zerbricht man sich heute noch den Kopf über gewisse Vorgänge während des letzten BalkankriegeS, ohne bisher für sie eine Erklärung gefunden zu haben. Im besonde-ren handelt eS sich um den FeldzugSpIan Bulga-garienS im ersten Kriege und um die Politik Danews im zweiten. Man hat es vor allem seltsam gefunden, daß Bulgarien sich an einem FeldzugSpIan hielt, der ihm nach menschlicher Boraussicht die Hauptlast des Krieges ausbürden mußte, ohne eS ihm gleichzeitig zu ermöglichen, für die Zeit der FriedenSverhandlungen einen entsprechenden Anteil des europäischen Länder-besitzt? in die Hand zu bekommen. Bekanntlich hat die Lage Bulgariens »ach dem Abschlüsse der stiege* rischen Operationen im ersten Balkantriege sich nur deshalb so ungünstig gestaltet, weil Serbien und Griechenland weit mehr türkischen Boden okkupiert hatten, als Bulgarien, obgleich dieses bei Adrianopel mit ungeheuren Opfern die Entscheidung herbei-geführt hatte. Dieses Rätsel löst sich nun folgender-maßen: Der ursprüngliche Feldzugsplan der Per-bündeten oder zumindestens Bulgariens war ein an-derer. Nach ihm sollte an der türkisch bulgarischen Grenze gegen Adrianopel lediglich ein starkes bulga-rischeS Beobachtungskorps ausgestellt werden, die Verbündeten aber mit ihrer Hauptmacht von drei Seiten in Mazedonien einbrechen, um die dort steh-ende unzureichende türkische Truppenmacht in wenigen Tagen zu zertrümmern und dann sich gegen Kon« stantinopel zu wenden. Bulgarien gelang eS auch, Serbien unh Griechenland für diesen Plan zu ge-winnen; seine Ausführung scheiterte jedoch an dem Widerstande Rußlands. Sobald man nämlich in Pe-terSburg von den Vereinbarungen Kenntnis «»-halten hatte, erhob die russische Diplomatie dagegen in So« war auf daS Kindl Bor einem Jahre, als sie zur Beerdigung gekommen, war Lu noch ein recht un-fertiger Backfisch gewesen, trotz ihrer 17 — lang aufgeschossen und mager. Sie hatte ja deS BaterS Figur. Aber jetzt war sie eben 18 geworden und Lu besaß der Mutter ihre Augen, — blau, tiefblau — hatte blonde Haare — der Himmel mochte wissen, woher der rötliche Einschlag kam — aber Lu'S Haare waren schön. Na, man würde ja sehen. Lu kam. Ali Frau Erika sie auS dem Kupee steigen sah, zogen sich ihre Brauen ein ganz klein wenig höher — mon Dieu — wahrhastig, — da» war schon eine junge Dame — noch ein biSchen überschlank — aber daS war ja modern! Doch die Sicherheit der Bewegungen, der Gang, — der gute Egon hatte nichts von dieser jugendlichen Elastizität gehabt — und das Gesicht? Ein paar Sommer-sprossen darin und der kleine Mund etwc.s aufae» worfen — die Zähne — ach ja, Frau Erika mußte seufzend an ihren Zahnersatz denken — die Zähne waren Egons einzige Schönheit gewesen. Lu hatte sie geerbt. Fast wollte eS die weltgewandte Frau wie eine Beklemmung überkommen dieser jungen Dame gegen« über, die ihre Tochter war. Lu aber half selbst alle Fremdheit verscheuchen. Sie fand schnell den Ton, die Mama in gute Laune zu versetzen. Sie war be-geistert von der Mutter Aussehen. „Gott, wie jung Du noch bist, wenn ich denke, wie ElliS Mutter dagegen aussieht — wie 60, und dabei ist sie kaum ein paar Jahre älter als Du. Ach, München, wenn Du wüßtest, wie oft wir von sia Einsprache. Man bedeutete der bulgarischen Re-gierung, daß sie das Zustandekommen deS Balkan» bundeS lediglich Rußland zu verdanken habe, ohne dessen Vermittlung Serbien nicht gewonnen worden wäie. Rußland werde auch dafür sorgen, daß Europa während deS Krieges passiv bleibe, allein es müsse darauf bestehen, daß eS selbst auch daraus einen Gewinn ziehe und diesen suche eS in der Lösung der Dardanellenfrage. Werde der erste Hauptstoß gegen die Türkei in Mazedonien gesührt, dann werden die Mächte Zeit gewinnen, die Vernichtung der türki« schen Herrschaft in Konstantinopel zu verhindern. Werde aber der Stoß sofort gegen Konstantinopel gesührt, dann werden die Mächte nicht die Zeit und Fassung gewinnen, der damit angestiebten Lösung der Dardanellenfrage zuvorzukommen. AuS diesem Grunde müsse der FeldzugSpIan geändert werden und Bulgarien seine ganze Kraft auf den Vormarsch gegen Adrianopel und Konftaniinopel konzentrieren. In diesem Falle werde aber Rußland die Operativ-nen Bulgariens im entscheidenden Momente kräftigst unterstützen. — Auf dieses russisch« Versprechen ver« trauend, willigte man in Sofia in die Aenderung deS ganzen Feldzug»planeS ein. Rußland hatte sich jedoch verrechnet. Einerseits hielt Adrianopel sich länger, als man vermutet hatte, andererseits ober erfuhr der russische Minister des Äußeren Sasanow nur zu bald in London, daß Engtand in der Dar-danellenfrage sich unnachgiebig erwies. Von diesem Augenblicke au hatte Rußland das Interesse an Bal-kanbund und Balkankrieg verloren und vermißte Bul-garien schmerzlich die versprochene russische Unter» stützung bei seinen Operationen au dem Marmara« meere. Nicht minder tragische Erfahrungen machte aber die bulgarische Politik im zweiten Balkankriege. SS ist noch vielsach die Meinung verbreitet, daß der da» malige bulgarische Ministerpräsident Danew als ein Verräter Bulgariens im Dienste Rußlands gehaudelt habe; eine aktenmäßige Darstellung jener Periode dürfte diese Ausfassung jedoch nicht rechtfertigen. Es liegen zwingende Gründe dafür vor, daß Danew im guten Glauben gehandelt und bis zum Zusammen« Dir gesprochen haben. Keine wollte glauben, daß ich als Aelteste von ihnen die jüngste und schönste Mama hätte!" „Geh, Du Kindskops!" »Warum? Sage ich etwa die Unwahrheit? Gott, ich bin ja ganz verliebt in Dich, Mama." „Närrchen bist — wenn Dich die Leute hörte». Aber ich kann Dir nur die Komplimente zurück« geben. Du hast Dich herausgemacht, bi» Deiner armen Mutter über den Kopf gewachsen." Lu lachte fröhlich. In ihr war alles so hell und fröhlich. Kaum, daß der Gedanke an den toten Vater ihre Freude eindämmerte. Sie wollte der Mutter noch nicht von ihm sprechen. ES tat ihr ge-wiß weh. Vor ihr lag daS Leben. Es lockte — schillernd, verheißend. Ach, jetzt mußte ja alle« Herr-lich werden. Und daS Leben ward abwechslungsreich genug für die Frauen. Nur ihrer Tochter zuliev — wie Frau Erika uie zu betonen unterließ — wurden Theater und Konzerte besucht, Besuche ge-macht und empfangen, und als der Winter kam, nahm man auch Einladungen an. Lu mußte ja in die Welt eingeführt werden. Gesund und jung wie sie war, genoß sie das Gebotene harmlos fröhlich, sich dem Reiz des Neuen überlassend. Anders ihre schöne Mutter. In Frau ErikaS sonnige Augen war etwas Beobachtendes gekommen. Nie ließ sie die Tochter aus den Augen. War e» mütterliches Verantwortungsgefühl allein? Kaum. Sie hatte sich schon in jüngeren Jahren nie damit beschwert und Lu'S Erziehung ganz dem Gatten Seite 2 K^Miuze Wucht Nummer 83 bruche daran festgehalten habe, daß Rußland es un-ter keiner Bedingung zulassen werde, daß Rumänien gegen Bulgarien warschiere. Da er aber andererseits auch wußte, daß der serbische Ministerpräsident fei-nen Konflikt mit Bulgarien wolle, zögerte er nicht, jene Politik der Passivität einzuschlagen, die Bulga. rien schließlich seinen ehemaligen Verbündeten und auch der Türkei auslieferte. Eine Schuld daran traf Danew nur insofern?, als er sich über die Lage in Serbien täuschte und sich durch die Berichte deS da-maligen bulgarischen Vertreters in Petersburg Bob» tschew irreführen ließ. Danew war nicht darüber in» formiert oder glaubte nicht daran, daß die Militär» Partei in Belgrad stark genug war, um Pajic in den Konflikt mit Bulgarien hineinzutreiben, anderseits war er aber fest davon überzeugt, daß Rußland in dem bulgarischrumänischen Konflikt sich auf die Seite Bulgariens schlagen werde. In diesem Punkte kann ihm der Borwurf grober Fahrlässigkeit nicht erspart werden. In den Akt n des auswärtigen Amtes in Sofia befindet sich eine Note des russischen Ministers des Atußeren Sasanow, in dem Bulgarien dringendst ausmerksam gemacht wird, duß in der rumänischen Sache Gefahr im Verzug« sti und Bulgarien geraten werde» müsse, sich so rasch als möglich mit Rumänien zu verständigen. Unmittelbar daraus J_raf aber auch ein Bericht Bobtschews ein, der di« Sasanow fche Aeußerung zwar bestätigte, jedoch hinzusügte. daß eS sich bloß um die Aeußerung eines Beamten handle, die gegenüber der Einmütigkeit der russischen Oeffentlichkeit zu Gunsten Bulgariens ohne Bedeu-tung sei und der gegenüber daran festgehalten werden müffe, daß Rußland wie ein Mann hinter Bulgarien stehe und Rumänien am Losschlagen hindern werde. Ob Bobtschew in Petersburg sich selbst täuscht« dder getäuscht wurde? Danew hielt sich aber an feinen Bericht und daS ist eben daS sogenannte Geheimnis DanewS. _ Politische Rundschau. Steirischer Landtag. In der Sitzung am Samsiag wurden in den LandeSauSschuß gewählt an Stelle des Dr. Link Dr. von Kaan und an Stelle des Pros. Robitsch Prof. Dr. Verstovsek. In der Sitzung am Montag wu>den aufgelegt: Die Berichte deS LandeSaus-schusseS, wonach die Bestimmungen der Dirnstprag» matik für dir Staatsbeamten auch für die Lande«-beamten vom 1. Jänner 1914 an ein« gleiche An» Wendung zu finden haben. Bezüglich der d«n StaatS-lehrpersonen gleichgestellten Lehrpersonen deS Lande« flnv die Bestimmungen der in parlamentarischer Ver-Handlung stehenden Dienslpragmatik für Staatsl«hr-Personen nach Verabschiedung der Vorlage in beiden Häusern de« RrichsrattS am 1. Jänner 1914, aus diesen Zeitpunkt rückbezviten, in Anwendung zu brin-gen. Weiter wurde ausgelegt der Bericht des Lan-deSausschusseS mit dem Antrag auf Errichtung von vier Knaben» und einer Mädchenbürgerschule in ver- fchiedenen Orten mit deutscher und einer Knaben» bürgerfchule in Sachsenjeld mit slowenischer Untere richlssprache. Die betreffenden Gesetzentwürfe stnd in dem Zeitpunkte der neuerlichen Sanktion zu unterbreiten, da durch die verfassungsmäßige Erledi-gung deS kleinen FiuanzplaneS »nd Neuregelung der Steuerüberwelsungen an die Länder oder durch eine uach dem 1. Jänner 1914 zu beschließende Er. höhung der Landeseinnahmen die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt sein werden. Der Bericht deS Landesausschusfes über die Verteilung von Wein-gartendarlehen im Betrage von 100.000 K unter der Voraussetzung, daß der Staat den gleichen Bei« trag widmet, wird dem Finanzausschüsse zugewiesen. Landesausschußbeisitzer Graf AttemS beantragt, den Bericht deS LandesauSschusseS. betreffend die Errich» tung einer Haushaltungsschule für Bauerntichler mit slowenischer Unterrichisspra^e in St. Georgen a. d. Südbahn dem LandeSkulturausschusse zuzu» weisen. Abgeordneter Resel (Sozialdemokrat) bean-tragt, diese Angelegenheit, da sie ein Pol tikum bilde, dem Politischen Ausschüsse zuzuweisen. Landesaus. schußbeisitzer Graf Atlems entgegnet, die Errichtung der slowenischen Haushaltungs'chule fei eine rein kulturelle Angelegenheit. Er hoffe, daß diese Schule niemals zu einem Politikum werde gemacht werden. Der Antrag Resel wird abgelehnt und der deS Be> richterstatterS angenommen. Zum Berichte des Lan-desausschuffeS über die Auinahme ernes Landesan» lehens spricht Abgeordneter Kukovec (slowenisch-liberal) dagegen. Der Antrag beS RednerS, den Be» richt nicht znr Kenntnis zu neigen, wird abgelehnt und die Sitzung sodann geschlossen. In der heutigen Sitzung findet die zweite Lesung der Lehrervorlagt und der Bierauflageerhöhung statt. Die Neuwahlen für den Krainer Landtag. Aus Laibach, 13. d., wird berichtet: Die Wah> len für den Landtag wurden heute anSgeichrieben. Die allgemeine Wähle, klaffe wählt am l. Dezember, die Landgemeinden am 9. Dezember, die Städte, Märkte sowie die Handel«, und Gcwcrbekammer am 16. Dezember und der Großgrundbesitz am 22. Dc-zember. Ein merkwürdiges Uniformverbot. Die KriegSverwaitung hat den freiwillig und auf eigene Kosten zu der Völkerschlachtseier in Leipzig reisenden Offizieren der österreichischungari-scheu Armee verboten, dort in Uniform zu erschei-nen. Dieses sehr merkwürdige Verbot hat allent-halben einen üblen Eindruck und großes Befremden erregt. Zahlreiche Offiziere haben ihre Absicht, an den Festlichkeiten in Leipzig teilzunehmen, nunmehr fallen gelassen, wa» unter diesen Umständen ja er-klärlich ist. Die Militärbehörden hüllen sich über die Gründe, die dieses Verbot veranlaßten, in Still» schweigen. DaS Verbot soll, wie verlautet, aus direkte Einflußnahme deS Thronfolgers zustande-gekommen fein, der eS in der gegenwärtigen Zeit aus Gründen der hohen Politü nicht für opportun und fremden Leuten überlassen. Boshafte Freunde meinten, Frau Erika überwache die Erfolge der Tochter nicht ohne Eifersucht. Dennoch war sie eine gütige Mutter, und eS war sicher ein dem Auge wohltuendes Bild, die beiden schönen Erscheinungen nebeneinander zu sehen. Gewiß, Frau Erika half ihrem Teint ein bischen nach. Welche Frau von Welt tut das in ihren Jahren nicht? Dennoch sah sie neben Lu au« wie deren ältere Schwester. Lu freute sich, wenn sie hin und wieder solches Urteil hörte — nicht minder wie Frau Erika selbst. „Mutti-Schwesterchen," sagte sie wohl zuweilen zärtlich. „Du glaubst gar nicht, wie eingebildet ich auf Dich bin." Lu durchtanzte zwei anstrengende Winter, ohne von ihrer kindlichen Lebensfreude elivaS einzubüßen. Sie dachte an nichis Ernstes, flirtete munter darauf loS, ohne sich zu engagieren, und beichtete der schö> nen Mutter all ihre kleinen Eroberungen mit selbst-verständlicher Unbefangenheit. Plötzlich aber ward alles anders. Frau Erika hatte sich mit der Tochter vor der Gluthitze der Stadt in« Seebad zurückgezogen. Man hatte Be» kanntschaften gemacht und erneuert, und die schöne Frau war wie alle Sommer der Mittelpunkt der Badegesellschaft geworden; nur daß sich jetzt da« Bild ein bischen verschoben und neben ihr die rot-blonde Tochter stand. Verdroß eS die schöne Frau? Aeußerlich merkte man nicht« davon. Wie zwei gute Freundinnen sah man die beiden überall Arm in Arm miteinander sich redlich in di« Bewunderung ihre« Verehrer- gehalten habe, sich bei dieser Feierlichkeit außer mit den offiziellen Persönlichkeiten noch mit einem grö> ßeren Gesolge zu umgeben und dadurch die Mit-Wirkung Oesterreichs an den Siegen vor hundert Jahren gar zu prononziert auf ausländischem^»)» zu betonen. Es sollen hierbei auch gewisse Zchwi«. rigkeiten beim Zusammenstellen der Festordnoug deutscherseits, Platzmangel und ähnliches, mitze» wirkt haben. In militärischen Kreisen herrscht, wie die .Zeit" berichtet, die Meinung, daß durch die kriegsministerielle Verfügung einfach ein indirektes Verbot der nichtosfiziellen Teilnahme von Offiziere» der österreichisch-ungarischen Armee an den Leip-ziger Festlichkeilen beabsichtigt war, umsomehr. als man eben richtigerweise voraussetzte. eS werde nie« mand um teures Geld nach Leipzig fahren, um sich vorl nur weit hinten an die Zuschauermenge anz». schließen. Aber eben darum wäre «S erwünscht, endlich in authentischer Weise über di« wahren oder vorgeschobenen Gründ« für da« Uniformverbot in-formiert zu werden. Solange dies nicht geschieht, ist man weiter gezwungen, dem Kriegsministern» vorzuwersen, daß es einen Anlaß ungenützt vor» übergehen läßt, der, wie kein zweiter, dazu einladet, unserer Armee eine glanzvolle und berechtigte Ae-Präsentation im verbündeten Deutschen Reich zu er-möglichen. Die trialistifche Bewegung in Dalmatien. Die Leitung der kroatischen Rechtspartei i» Dalmatien hat kürzlich eine Kundmachung be» chlossen, in der es heißt: ..Das Bestreben nach Freiheit »nd Bereinigung der kroatischen Nation iß nach der Lehr« des Starcevic absoluter Natur und an keine präjudizierte Bedingungen eines sremda Territoriums oder fremder Interessen gebmiven. sondern hat vor Augen ausschließlich das Terri» torinm, die Rechte und die Jntereffen der kroati» schen Nation." — Dieser Beschluß präzisier! den Standpunkt der Partei sehr scharf im Sinne der staatsrechtlichen Zusammenfassung und Unabhängig-keil aller von Kroaten bewohnten Länder. Aus der trialistischen Küche. Aus Agram wird gemeldet: Die Nachrichten, daß unter der akademischen Jugend eine Beivegiuij im Zuge sei. die dahin geht, die akademisch« JuM aus einem neuen Programm zu vereinigen, werde» jetzt durch einen Ausrus der hiesigen Universität«, jugend bestätigt. Es handelt sich darum, die akuöe» mische kroatiich.serbische Jugend in Agram, Wie», Graz, Innsbruck und Prag zu einer einheitliche, Organisation zu organisieren, die national auf de, Standpunkte der kroatifch.serbischen EinheitSldee ui» in kulturellen und wirtschaftlichen Fragen aus fort» schrittlichen Prinzipien beruhen würde. DaS Programm nimmt auch aus die gegenwärtige kroati'cht Krise Rücksicht und vertritt in dieser Frage radikal« Ansichten, die denen der kroatisch serbischen Koaliti» widersprechen, so daß man füglich behaupten lau, daß die akademische Jugend im Begriffe steht, uch von der Koalition abzuwenden. Selbstverständlich schwarmS teilen. Immer ehrlich? War ei Frau Erika wirklich gleichgiltig, ob zum Beispiel Hans-Kraft zu Neubach seiner Eourtoisie gegen Lu einen Unterton von mehr Herzlichkeit beimischte als seinen Galanterien für die Mutter? Herr von Neubach war ein Mann Ende der Dreißiger. Früher Offizier, hatte er den Dienst quittiert, um sich der Verwaltung feiner Güter in Ungarn zu widmen. Erst seit einigen Wochen kannte er die Damen, und bald war er ihr ständiger Be< gleiter geworden. Seinetwegen hatte sich Frau Erika, der das Spiel ihrer Fülle wegen wenig zusagte, wieder herbeigelassen, Tennis zu spiele». Einer Gardedame hätte Lu kaum dabei bedurft — allein — Frau Erika fand ihre Teilnahme plötzlich ange-brachter. In der Badegesellschast witzelte man ein bischen über diese allzu große Aengstlichkeit — in-dess', wenn es der immer noch seschen Frau gefiel --. Hans-Kraft schien nicht zu merken; auch nicht, daß ihn die schöne Frau absichtlich etwa« zu entfernen strebte Gewohnt, ein einmal ins Auge gefaßtes Ziel auch zu erreichen, wollte er kein Hin-derni« sehen. Er war reich genug, sich eine Frau nach feinem Herzen zu wählen. Er liebte Lu. Und er glaubte, in ihren Augen Herzensneigung lesen zn dürfen. Warum sollte er also eine Abweisung fürchten? Lu dagegen war nicht so hoffnungSsreu-dig. Mit dem Instinkt des Weibes ahnte sie der Mutter Abneigung gegen ihre srühe Wahl, und als HanS-Kraft sich ihr erklärte, hielt sie auch ihm gegenüber nicht mit ihren Bedenken zurück. Er lachte und nannte sie ein ängstliches Häschen. Am Tage darauf stand er vor Frau Erika. Sie empfi», ihn mit vollendeter Liebenswürdigkeit und doch e» ganz klein wenig reserviert. Sein Anliegen aba lehnte sie rundw«g ab. Lu sei noch zu jung, \t kindisch für die Ehe. Sie habe selbst viel zu jmtj geheiratet und wolle ihr Kind vor Uebereilung n einer so ernsten Lebensfrage schützen. Sie sagte ruhig, bestimmt, ohne mit einem Zucken der Gi» pern zu verraten, waS in ihr vorging. — ' Sie sollte zusehen, wie ihr« Tochter «in @104 genoß, da« sie sich in schlaflosen Nächten aufgeda« zu einem seligen ZukunstStraum? War si« dea wirklich schon alt? War sie nicht schöner wie t» blaße, magere Lu? Paßte sie selbst nicht viel bei» zu dem reisen Manne wie Lu, dieses Kind? wiß, HansKraft war um einige Jahr« jüqir. Doch waS tat das bei ihrer wohlkonservirrten LchSr heit? Was wußte Lu von Liebe und Leidenschcii' Sie, Erika, halte gedarbt neben ihrem Manne; je»' erst wußte sie'S; jetzt, wo sie wirklich liebte — hoß-nungSlos liebte, denn ihre Tochter ward ihr zm Rivalin. Und ganz heimlich schlich sich in das der verwöhnten Frau ein Gefühl von Eifersucht, jl von Haß. Nie sollt« Lu den Mann besitze», w den sie selbst litt. 7» Hans-Krast stand vor einem Rätsel. Er sah nur törichte Prinzipienreiterei in dieser Marotte da schönen Frau. Aber ihr Widerstand steigerte — feine Liebe, seine Hartnäckigkeit. Und zum ei Mal« war auch Lu nicht mehr fröhlich, nicht »e! zärtlich gegen die Mutter, und nicht mehr trauenSooll, denn wie hätt« si« der Mutter geß summet ZI Kieuische zUach« Scr!« 3 wirb dies« Organisation ferne neue politische Partei tilden, doch fie wird aus die künftige Politik einen atscheidenden Einfluß nehmen, um so mehr, al« ja «»ch die kroatisch.serbische Koalition eigentlich mit einer Studentenbewegung hervorzegangen ist. Aus Äladl und tanö. vortragsordnung für die Jahrhundertfeier. Am 18. d. abends um halb 9 Uhr jmdel »um Gedächtnisse der Völkerschlacht bei Leipzig «i Festabend im Deutschen Haute statt, welcher von den deutschen Vereinen CilliS veranstaltet wird. Für diesen Festabend wurde nachstehende VortragSord-«mg ausgestellt: 1. Einleitende Worte deS Vorsitzenden. 2. L. v. Beethoven: Ouverture zu ..Sgmont". (DaS verstärkte MusikvereinSorchester unter der Leitung deS Musikdirektors Richter) 3. s)ATHeodor Körner: Ausruf. b) M. E. Arndt: DaS Gebet bei der Wehr- hastmachung eine« deutschen JünglingS. e) H. v. Kleist: Germania an ihre Kinder. 6) F. Langheinrich: Um die Freiheit. Borgetr gen von Herrn Sucher. 4. Jägermarsch auS dem Jahre 1813. 5. Vorführung des Cillier Turnvereines. v Pariser Einzugsmarsch. 7. Festrede, gehalten vom LandtagSabgeordneten Herrn Dr Eugen Negri. 8. Scharlied: ..Die Wacht am Rhein". 9. Eduard Grieg: Musik zu „Sigurd Jorsalsar". 1V. ») K. M. Weber: LützowS wilde Jagd «Wort- laut von Theodor Körner), b) K. M. Weber. Schwertlied (Wortlaut von Theo?vr Körner). (Vorgetragen von den beiden Cillier Män-nergesangvereinen unter der Leitung des Herrn BürgerschullehrerS Josef Stindl.) 11. Zellner: Phantasie au« Richard Wagners Wer en. 12. Vorführung de» Cillier Turnvereines. 13. Deutsches Viederpotpourri. 14. Schlußmarsch. Die Musikvorträge bringt die Cillier Musikverein«< kapelle. Bor dem Festabend findet ein Fackelzug durch die Gassen der Stadt statt, welcher mit einem Lich-«ureigen vor dem Deutschen Hause seinen Abschluß snfon wird. Feldmesse anlählich der Iahrhun-dertseier. Nach einer Mitteilung deS Militär-ßuiovSkommando findet aus Anlaß der 100 jährigen Wiederkehr des Gedenktages an die ruhmreich« Lilkerschlacht bei Leipzig am Samstag den 18. d. im 9 Uhr vormittag« auf der Festwiese eine Feld-»esse statt. Im Falle eineS Regenwetter« wird um die gleiche Zeit ein Hochamt in der Stadtpsarrkirche liiimen, daß sie sich heimlich mit HauS-Kraft R«n-dezvous gab, von ihm Briefe erhielt und ihm wie-««schrieb? .Warte, hab' Geduld!" war immer wieder ihre Vertröstung. Neubach aber hatte keine Zeit. Er Mt« seine Lu bald heimführen, und so wiederholte er den Sturm aus das Mutterherz. mit dem Re-fillAi, daß — Lu am anderen Tage — wie Frau frifa berichtete — auf ein dringende« Telegramm «n der Großmutter hin zu deren Pflege abge» nist war. Da« war Frau Erika» Schachzug. Jetzt war sie die alleinige Löwin d«r Saison. Um sie allein scharte sich der Kreis der Verehrer, und Neubach hotte Gelegenheit, ihre Schönheit allein zu b«wun-dein. Sie wollte ihm zeigen, welche Macht sie über Mnnerherzen besaß; sie wollte auch ihn zu ihren Wen sehen. HanS-Kraft begriff mit einem Male. Er hatte diese Frau über- und unterschätzt, überschätzt als Rrtier, unterschätzt als Weib. Er wußte jetzt, daß sie um ihn kämpfte. Fast machte ihm da« Spaß. Hier die arme Lu! Wohin hatte man sie verbann»? Umsonst versuchte er ihren Aufenthaltsort zu er-jähren. Da traf ein Billet von ihr ein — eilig — hingekritzelt — man merkte den Zeilen die Furcht «r Entdeckung an. Der Großmutter Erkrankung wr natürlich Fabel. Lu schrieb, daß man jeden ihrer Schritte bewache. Aber sie wolle treu au«-hanen. Leider habe sie keine Gelegenheit, Briefe er-halten zu können. Sie werde bald wieder schreiben. Hans Kraft sah nach dem Pofiausgabestempel, - er lachte in sich hinein. Jetzt war ihm nicht »chr bange. Entweder hieß die böse Großmutter abgehalten werden. Zu dieser Feier wurden alle Be« hbrden, patriotischen Vereine, Osfiziere deS Ruhestandes und a D., Reserveoffiziere und Kadetten eingeladen. Ernennungen im politischen Kanzlei-dienst. Der Statthalter hat den Statthaltereioffi-zial Urban Eichberger in Graz und den Bezirksse-kretär Stesan Blaschitz in Windischgraz ad per-sonam in die neunte RangStlasse eingereiht. Aus dem politischen Dienste. Wie auS Gvnoditz gemeldet wurde, hat der dortige Statthal-tereirat und Leiter der Bezirkshauptmannschaft Herr Ernst Edler von Lehmann um Versetzung in den dauernden Ruhestand angesucht. Slatthaltereirat von Lehmann übersiedelt noch im Lause diese» Monate« nach Graz. Veränderung bei der Südbahn. Der Heizhauschef Josef Lauter in Steindrück wurde al« HeizhauSfouchef nach Laibach versetzt. Vermählung. Herr Eduard Rak in Wöllan hat sich mit Fräulein Justine Bizjak in Riezdorf vermählt. Bürgermeister- und Gemeinderats-wähl in Rann. Am 11. d. fand die Wahl de« Gemeindevorstande« der Stadtgemeinde Rann statt. Herr HanS Schniderfchitfch wurde zum Bürgermeister und Herr August Faleschini zu dessen Stellvertreter einstimmig gewählt. In den Gemeinderat wurden berufen die Herren Dr. HanS Janefch, Johann Zechner und Franz Drufchkowitsch. Dem neuen Bürgermeister steht ein reiche« ArbeitSseld offen, denn die Wasserleitung, die Kanalisierung, die elektrische Beleuchtung und wichtige Personalangelegenheiten harren ihrer Erledigung/ Versammlung der Gerichtskanzlei und Grundbuchsbeamten Steiermarks. Am 12. d. fand im Saale de« Hotels „Erzherzog Johann" in Marburg eine äußerst gut besuchte Versammlung der Gerichtskanzlei- und Grundbuch«-beamten statt, zu der außer den Marburzer Beam-ten auch viele von au«wärt« erschienen waren. Un-ter dem Vorsitze des Kanzleivorsteher« Herrn Me-sarec (Cilli) sprachen der VereinSobmann Offizial Hopp iGraz) nnd andere Redner, woraus einstim-mig nachstehende Entschließung angenommen wurde: „Die am 12. Oktober im Hotel „Erzherzog Johann" in Marburg versammelten GerichtSkanzlei- und GrundbuchSbeamten Steiermarks sprechen über die fortgesetzten Zurücksetzungen dieser Stande«gruppen, wodurch deren soziale Stellung und wirtschaftliche Lage immer mehr erschüttert werden, ihr größte« Bedauern und ihre größte Unzufriedenheit au«. Die Versammlung geben hiemit der Regierung, dem In» stiz- und dem Finanzministerium, den Rrich«ra«Sab> geordneten »nd der Oeffentlichkeit bekannt, daß sich unter den in den Blättern fo auffällig verlautbarten ad perfonam-Ernenniingen nicht ein einziger Gericht«, kanzlei« oder Grundbuchsbeamter der zukünftigen Gruppe E auS den Kronländern Steiermark, Kärn- wie Lu'S Bater oder sie trug den schönen Namen Meier, denn Frau Erika war eine geborene Meier. Und wenn er alle Meier« de« braven Städtchen, in dem Lu nun weilte, heimsuchen mußte, er würde die rechte zu finden wissen. Und so geschah'S. Frau Erikas Künste waren vergeben«. Der Vogel war ihr zu schlau. Wa« tun? Die Tochter zurückrufen? Ihr nacheilen, um Neubach« eventuelle Annäherungen zu vereiteln? Zum ersten Male fühlte sich die schöne Frau alt, abgetan, machtlos. Sie fühlte, daß sie sich umsonst kompromittiert, umsonst sich der Tochter Liebe verscherzt hatte Also klug die Waffen strecken! E« war ein harter Kampf zwischen Eisersucht und Klugheit. Jndeff' — Frau Erika war klug — und si» wollte es sein. Zwei Tage darauf umarmte sie ihre Lu und flüsterte ihr unter Küssen schon bei der ersten Begrüßung zu: „Kind — ich sehe ein — e« ist Dein Beste«. Werdet glücklich! Nur mache mir nie Vorwürse, daß ich Dich vor Uebereilung hätte schützen sollen " Die überraschte Lu war viel zu glücklich, um sich über der Mutter rasche Sinnesänderung Ge-danken zu machen, und als dann bald darauf Han«. Kraft auftauchte, gab e« eitel Freude und Glücks Neubach aber behielt feine Gedanken und Be< obachtungen hübsch für sich; denn ersten« wollte er nicht etwa seiner Lu Seelenfrieden stören, andern-fall« e« aber auch nicht mit seiner schönen Schwie-germutter verderben. Ein Mann von Takt und Galanterie weiß, wa« er einer schönen Frau schuldig ist, wenn ra auch die eigene Schwiegermutter ist. ten und Krain befindet, obwohl ein Großteil der-selben durch die ungünstigen Vorri'ckungSverhältnisse eine langjährige Gesamtbeamtendienstzeit und eine vieljährige Militär- und Diurnistendieustzeit zurück-gelegt hat. Die Versammelten stellen an da« höh« Justizministerium die dringend« Bitte, das Schicksal seiner Beamten nicht dem Wohlwollen von Funktio-nären anderer Ressort« zu überlassen, die von den Anforderungen, Leistungen und der Verantwortung der GerichtSkanzleibeamten kein Verständnis besitzen, sondern in Anbetracht der gesorderten zwei AmtS-Prüfungen, de« wichtigen Dienstes, der längeren AmtSfrequenz al« bei anderen RcffortS und de« Um-standeS, daß di« GerichtSkanzleibeamten keine voll-ständige Sonntagsruhe genießen, sür die Interessen dieser Beamtengruppe sich tatkräftig veiwend«n zu zu wollen. An die Gesamtregierung und an die Her-ren ReichSralSadgeordneten stellen sie neuerlich die dringende Bitte, ihr wiederholt gegebenes Versprechen bezüglich Inkraftsetzung der Dienstpragmatik endlich einlösen zu wollen." Staatsangestelltenoersammlung.. Die geradezu verzweifelte Lage der StaatSangestellien aller Kategorien, welche durch die einzig dastehende Verschleppung der aktuellen Beamtensragen hervor-gerufen worden ist, hat endlich alle StaatSange-stellten zu einem Zusammenschlüsse gesührt, welcher, früher erfolgt, sicherlich auch früher zu einem Er-folge geführt hätte. Die erste Tätigkeit der geeinten Staatsangestellten besteht in der Veranstaltung einer Massenversammlung in Graz am Sonntag den 19. d. um halb 4 Uhr im großen Stesaniensaale. Da« Hauptreferat unter dem Titel: ..Standesfragen der StaatSangestellte« und Stellungnahme de» Parlamentes und der Regierung hiezu" soll die ganze Bevölkerung wahrheitsgetreu aufklären, wie für die vitalsten LebenSinteressen der StaatSange-stellten gesorgt wird und wird einen scharfen Pro-test gegen die Behandlung der sie betreffenden Leben«sragen durch das Parlament und die Regie-rung beinhalten. Zu dieser Tagung wnrdeu alle ReichSratSabgeordneten Steiermark« ohne Unterschied der Nation und Partei geladen. Evangelische Gemeinde. Am kommenden Sonntag veranstaltet die evangelisch« Gemeinde im Rahmen eineS Gottesdienste« eine Jahrhundertfeier, zu welcher jedermann herzlich geladen ist. Weinlesefest. Die lrnge Reihe der festlichen Veranstaltungen deS heurigen Jahre« fand ihren Abschluß mit dem Weinlesefest, welche« am Sonntag den 12. d. die hiesige Ortsgruppe des deutschen Arbeiterbundes im Waldhause veranstaltete. Diese« Fest, das entgegen den Vorjahren im größeren Stile abgehalten wurde, hatte den erwarteten schönen Er-folg. E« zeichnete sich nicht nur durch einen über-aus zahlreichen Besuch au«, sondern die FesteSstim-mung war eine derart freudige und gehobene, wie sie nur selten zu sehen ist. Recht ungezwungen mach-ten alle Festteilnehmer, jung und alt, die vielen SpSsse mit und mit frendigem Herzen opferte jeder ein paar Groschen mehr, um zum gewünschten Rein-ertrag dieses Festes beizutragen. Wir hoffen auch, daß die Erwartungen der Ortsgruppe, deren erfolg-reiches nationale« Wirken in der Arbeiterklaffe auf das freudigste begrüßt werden muß, vollauf in Er-süllung gegangen sind. DaS Fest nahm seinen An-sang mit dem AuSzuge des BurgamasterS mit seinem Gesolge auS dem Vereinsheime im Gasthause Krell zum Festplatze. Hier entwickelte sich unter den flot-ten Weisen der Musikvereinskapelle bald die freu» digste Stimmung und die Weintrauben, Aepsel und Birnen, die in reichem Maße die Säle des Wald« hauseS zierten, verlockten sofort, so manch einen gu-ten Leckerbissen zu sich zu nehmen. DaS „Auge de« Gesetzes" aber war wachsam und jeder unredliche Festteilnehmer wurde sofort vor den Richterstuhl ge-schlepp», wo ihn der Burgamaster, Herr Findeisen, zur gerechten Strafe verknurrte. Der Glückshafen brachte den glücklichen Gewinnern reichliche Obst-spenden und beim Weinwurf eroberte sich so man» cher ein Flä'chchen von dem köstlichen Naß. Auch bei der Weinpresse, wo guter Most zu haben war, fanden sich viele Gäste ein. Schließlich vereinigte» sich die Festgäste beim fröhlichen Tanz, der die Be-fucher bis über die MitternachlSstunde zusammenhielt. Die LandeskuranstaltRohitsch Sauerbrunn wies in der abgelaufenen Saison 1913 einen Besuch von 3237 Parteien mit 4837 Per-sonen auf. Von diesen waren unter anderen 411 aus Wien, 1209 aus Steiermark, 2140 aus Un-garn, 567 aus Kroatien, 103 aus Bosnien, 19 aus Deutschland, 9 au« Italien, 2 au« Rußland. 4 au« Aeghpten, 18 au« Serbien und zwei auS Amerika. 6ctte 4 Die Laubstreuversteigerung im Stadt parke findet Sonntag den 19. d. um 11 Uhr vormittags statt. Zusammenkunst ist beim Wetter-Mu«d)en. Eine Berg- und Hiittenschule in Trifail. Im steirischen Landtage brachte« die Ab-geordneten Dr. Benkovic, Pischek und Genossen einen Antrag wegen Errichtung einer Berg- und Hüttenbauschule in Trisail ein. Bad Neuhaus bei Cilli. (Von der verflossenen » u r z e i t.) In der mit Ende September abgelaufenen Kurzeit beherbergte Bad NeuhauS insgesamt «49 Parteien mit 1086 Personen. Bon diesen letzteren hielten sich :!5>0 bis zu fünf, 736 über fünf Tage aus Davon waren 337 Männer, 606 Frauen. 60 Knaben, 72 Mädchen und 11 weibliche Bedienstete, Den Großteil stellten Steiermark mit 679 Personen, Kärnten war mit 28 Personen vertreten, aus dem Auslande (außer-halb der österreichisch-ungarischen Monarchie) stamm-ten 28 Kurgäste. Jahrhundertfeier in Rann. Der Ran-ner Deutsche Turnverein veranstaltet am 18. d. abends 8 Uhr im großen Saale des Deutschen Heimes unter gefälliger Mitwirkung der Herren Dr. Rudolf Kristl, Franz Martinz und Radovan Sernec, des HauSorchester« des Vereines Deutsches Heim und der Sängerrunde eine Jahrhundertfeier der Schlacht bei Leipzig und der Befreiungskriege mit folgender Festordnung: Franz v. Suppe: Teufels-marsch. W. Balfe: Vorspiel zur Oper „Die Zigeunerin". Karl Löwe: Prinz Eugen; Odins Meeres-ritt. Zwei Balladen, gesungen von H. Franz Martinz. Festrede. Drei Männerchöre nach Dich-tungen Theodor Körners. Karl Maria von Weber: Schwertlied. Friedrich Heinrich Himmel: Gebet während der Schlacht. Karl Man« von Weber: Lützoiv« wilde Jagd. E. M. Ziehrer: Verliebt, Romanze. E. Meyer - Heldmund: Ballgeflüster. Nicolai von Wilm: Der letzte Skalde. M. Hauptmann : Der Fischer. Zwei Balladen, gesungen von Herrn Franz Martinz. Eduard Kremser: Sech» altniedrrländrsche Volkslieder. Jean Gilben: Eva-Walzer. Franz von Suppe: Boccaccio-Marfch. Ein-tritt 50 Heller. Familienkarte eine Krone. Deutscher Schulhausbau in Rann. Der Bau der neuen deutschen Schule ist bereiis be« endet. Am 9. d. sand die behördliche Kollaudierung statt, die in jeder Beziehung zufriedenstellend, ja glänzend ausfiel. Am 18. d. wird die feierliche Weihe und die Uebergabe der neuen Schule erfol« gen. Dazu ergehen besondere Einladungen. Aber auch ohne Einladung sind Deutsche zu dieser schönen Feier herzlich willkommen. Die Feier wird in der Turnhalle abgehalten. Nachmittag» findet eine Be-wirtung der Schulkinder statt. Selbstmord. Am 11. d. hat sich in Weiten-stein der Holzhändler Jvsef Flausch erschossen. Ein Wunderdoktor und Gesundbeter. Aus Franz wird geschrieben: Der in Lajaiovnik wohnhaste Gastwirt und Besitzer Thomas Novak genießt in der Bevölkerung als Wunderdokior und Gesuudbeter ein bedeutendes Ansehen. Er sührt seine Patienten in ein dunkleS, ganz abgeschlossenes Zimmer, wo sich auf dem Tische ein Toienkopf zwischen zwei angezündeten Kerzen befindet, sprich!» vor sich eine Bibel ausgeschlagen, verschiedene stte* fchwörungsformeln, betet hierauf und verabreicht dann den Hilfesuchenden unter Beteuerung, daß sie sicher gesund werden, eine Medizin aus einer Flaiche auf der sich ein Totenkopf befindet. Seine vermeintliche Heilkraft ließ sich Novak sehr gut bezahlen, und da er den Leuten vorspiegelte, seine Kunst müsse geheim bleiben und dürfe nicht der Behörde zu Ohren kommen, da eS sonst mit seiner Wunder-traft vorbei sei, kam die Behörde ihm lange nicht dahinter. AlS sie nun durch Zusall davon er'uhr und bei ihm eine Hausdurchsuchung vornahm, fand sie im Ordinationszimmer eine Menge Flaschen mit allerlei grünen, gelben, roten und schwarzen Mixturen, die beschlagnahmt wurden. Außerdem ver-schiedene, für seine Kunst unentbehrliche Gegenstände. Da manche wahrscheinlich durch Suggestion iso wie in Lourdes) sich von ihren Leiden befreit fühlten, stieg der Zulauf zum Wunderdoktor immer mehr, der sich dadurch ein netleS Nebeneinkommen ver-schaffte. Bon der Lokomotive ersaht und zu Tode geschleift. Sonniag gegen I Uhr früh ee eignete sich nächst der Süddahnslanon Liltai wieder ein Eisenbahnunfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Eine Arbeiterin der Spinnfabrik in Liltai begab sich nach der Lohnaus,ahlung in ein Gasthaus, wo sie bi« beiläufig 12 Uhr nach,« ver-blieb. Am Nachhausewege schlüpste sie an der nörd- Heutsche Kracht liehen Straßenübersetzung unter dem geschlossenen Bahnschranken durch. Sie dürfte jedenfalls da« Nahen de« Personenzuges 31a (eineS außergewöhn-liehen Militärzüge«) nicht bemerkt haben und wurde von der Lokomotive erfaßt, etwa >5 Meter weit ge-schleist und blieb dann mitten in der Geleisespur liegen. Die ganze ZugSgarnitur rollte über sie hin-weg, ohne die Schwerverletzte weiter zu beschädigen. Der Lokomotivführer, der den Unfall im letzten Augenblick bemerkt hatte, brachte den Zug sofort zum Stehen. Bedienstete der Bahn trugen die Ver-unglückte m ttel« Tragbahre in das Stationsgebäude in Littai. Um 9 Uhr vormittags sollte sie in daS Krankenhaus nach Laibach überführt werden, erlag jedoch den schweren Verletzungen noch während des Transportes. Die Unglückliche war 22 Jahre alt und Mutter zweier Kinder. Unduldsamkeit der katholischen Geist-lichkeit. Aus Rann wird geschrieben: Erbaulich ist eS, wen« man hört, daß in anderen Pfarren, so zum Beispiel in Gonobitz. zu besonderen Anlässen deutscher Gottesdienst, deutsche Predigten und andere religiöse Verrichtungen mit deutschem Charakter ab-gehalten werden. Bei uns in Rann ist es ganz an-ders, obwohl die Pfarre keinem anderen Ordinariate untersteht wie Gonobitz. Bei unS verekelt ost slowenischer Gesang den Besuch des Gotteshauses. Am 18. August, an dem auch der zukünftige Majorais Herr der Herrschast Rann, Gras AttemS, als Ossi-zier zum Gottesdienste erschien, wurde ebensalls die VolkShymne zuerst in slowenischer und dann erst in deutscher Sprach« gesungen. Da« mag aus einen fremden Deu'schen wohl keinen gulen Eindruck machen. Wir wollen hoffen, daß sich bei unS auch die kirchlichen Verhältnisse ändern werden und daß den Deutschen doch auch hie und da Gelegenheit geboten wer-den wird, an religiösen Uebungen in ihrer Mutter-spräche teilnehmen zu können, damit nicht auch bei uns die Los von Rom Bewegung beginnt. Raubmord. In der eine Stunde von Bi» schoslack entfernten Ortschast Sminz wurde in der Nacht aus den 12. d. an dem dortige» Besitzer der Gastwirtschaft „Zum Schwanwirt", Krajnik, ein Ranbmo d verübt. Vor 1'/, Jahren wurde am sel-den Orte an einem Viehhändler ein Raubmord ver» übt, dessen Täter bis heute noch unbekannt ist. Po-lizeidetektiv Toplikar aus Laibach wurde mit seinem Polizeihunde telegraphisch berusen. Der Raubmörder soll nur 70 K erbeutet haben. Die Jagd auf den „Bauernschreck". Die Sache mit dem geheimnisvollen Rauditer wird immer toller. Bis jctzi hat daS Mistvieh (oder sinds mehrere?) schon über hundert Ochsrn, Kühe und Stiere, serner eine große Anzahl von Schasen zer rissen; ein politischer Kommissär weilt schon seit Wochen in diesem Gebiete und hat schon hohe Akten-stöße geschrieben ; Militär. Gendarmerie, die berühm-testen Sonntag«- und andere Jäger haben in den wehesten Gebieten vergeblich gepirscht und kaum wa-ren sie an irgend einer Stelle vorüber, als hinter ihnen das geheim» «volle Tier auftauchte und wieder ein paar Ruhe riß. E» gibt schon kein größere« Raubtier mehr, welche« nicht verdächtigt wurde, der geheimnisvolle Täter ,u sein. Run ist die Nachricht eingetroffen, daß der „Bauernfchreck" sogar im Wech-felgebiele gesehen wurde; ein Knabe fei während des Kirchgänge« »ach Schaff«« von einem Raubtiere verfolgt worden. Eine andere an das schauerlichste Jägerlatein erinnernde Nachricht besagt, daß ein Schulknabe, der eine» Haien trug, von dem Raub-tiere angefallen und »des HasenS beraubt wurde". Der Bud lies davon und al« einige beherzte Männer sich vorsichtig an die Stelle deS Raube« begaben, fanden sie nur die Ueberreste deS Hasen . . . Die-je« Raubtier, welches dem Knaben den „Hasen weg-nimmt", ist in jedem Falle ein sehr originelle« Tier, eine Spezialität seines G funden. Gegen die wilden Fischer. Die letzte Jahreshauptversammlung de« Grazer Sportangler-Vereine« hat einstimmig folgende Entschließung ge-faßt: Die Mitglieder de« Grazer Sportanglervereinet sehen sich veranlaßt, gegen die sogenannten wilde» Fischer, die nur ernten, niemals aber säen wolle», energisch Stellung zu nehmen. Die sorgsamste Hege und Pflege de« FischbestandeS, alle dafür seitens der Vereine aufgewendeten Kosten sind vergeben«, wenn gegen Erlag einiger Kronen der wertvolle Salmoni-densta.id einer Fluß- oder Bachstrecke b;S aus da« letzte Stück ausgeplündert werden kann, ohne tatz seilen« dieser Fischer irgendwelche Rücksicht aus de» Nachwuch« genommen wird. Wir geben un« der sicheren Erwartung hin, daß alle Freunde des Ki-schereiwesens und de« «nglerspone« sich einer »er zahlreichen fischereilichcn Korporationen Steiermark» als Mitglieder anschließen werden, um hindurch w«. nigstens den guten Willen zu bekunden, die müde-vollen und ausopfernde» Arbeite» dieser Vereine str-dern zu helfen und hiedurch gleichzeitig auch ihr höchsteigene« Interesse zu wahren. Insbesondere wer-den die Besitzer oder Pächter von Fischereirechte» aufgefordert, bei der Ausgabe von Fischereik-rt» rigoroser al« bisher vorzugehen und die HinauSgabe dieser Karten an die MitgliedSzugehörigkeit zu einer fischereilichcn Korporation zu knüpfen, weil nur durch die Besolgung der Satzungen dieser Vereine die Aut-Übung der Fischerei in geregelte Bahnen gelenkt wer-den kann. Der Verein erblickt weiterS in der unbe» grenzten Ausgabe von Fischerkarten seitens einzelner Fiichereirecht«besitze'. Mitbesitzer oder Pächter ;>» Zwecke der Erzielurrg eine« möglichst großen im» mühelosen Gewinnes einen der Hauplkreb«schäde» unsere« Fischereiwesens und einen der Haupigrüiüt seine« Niederganges. Durch diese« Fischerkarten-U»-wesen wird nicht allein die betreffende glußstreck ausgeplündert, sondern da« geiamie Flußgebiet ich schwer geschädigt. Zur Steuerung tiese« Uasu^i steht sich der Grazer Sportanglcrverein ueianlajt, alle ihm zu Gebote stehenden gesetzlichen Mittel an» zuwenden und allenfalls die Hilfe der Behörde i» Anspruch zu nehmen. vermischtes. Medaille auf die Jahrhundert, seier der Befreiungskämpfe 1813. Äil» Wien wird berichtet: Mit Unterstützung de« Umer-richtÄministeriums, der Gemeinde Wien und de« »* derösterreichischen Landesau«schusse« wurde die nerungSmcdaille auf die Befreiungskämpfe 1813 oon Modelleur Joses Tautenhayn ausgeführt und komw in einigen Tagen zur Ausgabe. Die Medaille « aus Bronze, hat einen Durchmesser von 65 i5Ü!> meier und trägt auf der Aversseite die allegoi.'chr Figur einer wehrhaften Austria mit dem al« Stadtbild Wien« al« Hintergrund. Die Um'chrisi lautet: »Zur Jahr Hunderts ner der Besreiung«k.uaiise 1813.* Die Reversfeite zeigt Oesterreich« hervona-genden Anteil an den Befreiungskriegen durch to historischen Porträt« der Helden Erzherzog Karl. Fürst Schwarzenberg und And-ea« Hofer. Ciete Bildnisse in ovalem Relief sind durch Band #»> und Lorbeer verbunden; da« Band trägt die Sss-fch ift: Ä'pern 1809, Berg Ziel 1809, Lchßl 1813." Da« KriegSministerium hat ebensalls eine größere Anzahl von Bronzeprägungcn bestellt. Bevölkerungsabnahme in Kraul-reith. Soeben ist eine amiliche Statistik erschiene», die auS Anlaß der Wiedereinsührung der dreljihr» gen Dienstzeit in Frankreich angefertigt wurde. 5« weist mit aller Bestimmtheit daraus hin. da« di-Verminderung der BevölkerungSzohl Frankreichs i» stetem fortschreiten begriffen ist. So mußte man ür da« Jahr 1911 in der BevölkerungSziffer «na Fehlbetrag von 34.819 Köpscn feststellen, der «11«* , - „ Nummer 83 Ofuirdie lUdrtit Seite fr Grossmütterchen wusste es auch schon, utiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiitiiiiiiiiuiiiiuiiiuiiiiiiiiiniiitiiiiiiniiiiiiiiiiuiiiiiiiitiu4uiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiia das<» man nur SCHICHT-SEIFE verwenden darf, wenn die Wäsche ohne viel Mühe weiss wie Schnee werden solL SCHICHT-SEIFE, Marke „HIRSCH" besitzt unerreichte vollwertige Waschkraft und erhält das Gewaschene neu, weil sie, — im Gegensatze zu vielen neumodischenWasch-mittein — verbürgt frei von ätzenden, scharfen Bestandteilen ist, durch die die Wäsche bald zerfällt. Vertrauet dem Namen SCHICHT! Er hat sich 60 Jahre lang bewährt dingS durch das besondere fruchtbare Jahr 1912, daS im Lause deS letzten Dezenniums eine firmliche Ausnahme darstellt, einigermaßen ausgeglichen habe. Dann hatte man einen Gewinn von 58 000 Kopsen zu verzeichnen, woran aber daS Hauplverdienst dem flachen Lande zuzuschreiben ist. Ausdrücklich hebt die Statistik hervor, daß es nur die landwirtschaftlichen Departements, beispielsweise die Bretagne, sind, die den Fortgang in dem Sinken der Bevölkerungszisfer aushalten. Wie sehr aber die Industrie den Bevöl« kerungSschwund begünstigt, zeigt sich darin, daß acht rorwiegend industrielle Departements selbst in dem Jahre 1912 einen weiteren Geburtenrückgang von 8165 Kopsen zeigen. Paris und seine Umgebung bleiben einigermaßen stabil, hier ist eine Zunahme von 2235 Seelen zu verzeichnen. Ein deutscher Beobachtungsturm abgesägt. Aus Belfort liegt in Paris die Mel« dung vor, daß unbekannt gebliebene Personen den von deutschen Pionieren errichteten, daS sogenannte „Loch von Belfort* beherrschenden, 42 Meter hohen, hölzernen Beobachtungsturm durch Absägung der Pfeiler zum Einsturz gebracht haben. Die kurze Belsorter Meldung schließt mit den bezeich« »niden, anscheinend ausmunternden Worten: „Ein ähnlicher Aussichtsturm steht in der Nähe von Steppe!" Die Kreditnot der Städte in Ungarn. Ein Kongreß der Bürgermeister Ungarns wird in den nächsten Tagen die Frage der Kreditangelegen« Veiten der Städte verhandeln. Dieser Tage suchte eine Deputation den Fiuanzmi'ister auf. Dieser er« kkrle, er anerkenne selbst die Wichtigkeit der Rege l»nz der Kreditangelegenheiten der Städte, doh halte er kit gegenwärtige wirtschaftliche Konjunktur nicht geeignet, diese Frage jetzt in Angriff zu nehmen. Der Staat würde gern Unterstützungen gewähren, allein die finanzielle Lage deS Staate» hänge nicht nur von dem heimischen, sondern auch von dem europäischen Geldmärkte ad. Einstweilen müsse man sich damit begnügen, daß Ue Städte im Wege verhält-«»mäßig entsprechender, kurzfristiger Anlehen die singendsten Bedürfnisse decken. Eine Verlobung zwischen Bruder und Schwester. Aus der der Stadt Kaltoantz benachbarten Ezeladgrube hatte sich kürzlich ein aus Imerita zugewanderter junger Mann namens Ehmielow al» Arbeiter anhäuern lassen, der in seine Heimat zurückgekehrt war. Aus der genannten Srube lernte er da» Dienstmädchen eines Steigers kennen, mit dem er sich vor einiger Zeit verlobte. Ils beide nach Smolnik sich begaben, um die Hoch-zeit zu bestellen, stellte es sich bei Vorlage der Papiere heraus, daß sie Bruder und Schwester »uren. Die Eltern waren vor 15 Jahren gestorben »nd der drei zurückgebliebenen Kinder von 9, 6 und 3 Jahren nahmen sich die Nachbarn an. Während die zwei Mädchen im Lande blieben, wanderte der neun Jahre alte Knabe mit seinen Pflegeeltern nach Amerika auS. Die lange Trennung brachte e» mit sich, daß sich die Geschwister nicht wieder erkannten nnd merkwürdigerweise kamen sie auch, trotz ihrer RamenSgleichheit, aus irgendein verwandtschaftliches Verhältnis nicht zu sprechen. Der „Verlobte" ist nun wieder nach Amerika ausgewandert. Gesetzesstrafe für Klatsch. Aus New« Iori wird berichtet: Eine wahre Hiobspost für manche Sasseekränzchen und verwandte Veranstal-turv.jni kommt aus Wisconsin. Dort ist nämlich ein Aetttz in Kraft getreten, das dem Klatsch ein Ende machen soll. Seltsamerweise hat eS zunächst nicht etwa eine Angehörige des zarien Geschlechtes, son-brrn einen Mann ereilt, einen gewissen Peier Lesoki in Niagara, der sich in einem Wirishaus« zespräch mit einer jungen Dame seiner Bekannt schast beschäftigt hatte, worauf ihn ein Konstabler nnjperrte. Er wird in der juristischen Ausdrucks-weise des „eitlen, unnützen SchwatzenS und Klat« scheö" beschuldigt und es ist nicht unmöglich, daß er sich zum Nutzen deS Staates einige Tage lang der Zerkleinerung großer Graniisteme widmen muß. Lagerist. E» mögen ganz tüchtige Leute sein, die Angehörigen des weitverbreiteten Geschlech-tes der Lageristen, aber einen schönen Titel haben sie nicht. Es gibt ja zwar auch noch allerhand an-derer -isten, in Darmstadt zum Beispiel heißt der Leiter des Glockenspiels „Hosglockenist", und in Oesterreich heißen gar die Beamten, die die Lampen zu bedienen haben, Lampisten, aber zu tadeln sind die Bildungen alle. Doch wie soll man sich denn helfen mit unserer armen deutschen Spracht? Nun, sür den „Lageristen" gibt das BerdeuischuugSbuch „Der Handel", das kürzlich in vierter, sehr ver« mehrter Auslage erschienen ist, nicht weniger als sieben tressliche deutsche Ausdrücke, alle je nachdem viel bezeichnender als das törichte „Lagerist". Da heißt eS: Lagerverwalter, Lagervorsteher, Lager-wart, Lagergehilse, Lagerdiener, Lagersührer und endlich Lagermann. Ist das noch nicht genug? Und er bietet diese» Büchlein. daS sür 80 Psennig durch den Verlag des Sprachvereins (F. Berggold in Berlin NW. 30, Nollendorsstraße 12 und 13) zu beziehen ist, für zahllose Fremdwörter der Handels-spräche eine Fülle von trefflichen Verdeutschungen. Der Herausgeber, Dr. Georg Bender in München, der seit 25 Jahren als Kausmann tätig ist, hat im Verein mit neun kaufmännischen und gelehrten Be-ratern ein Wert geschossen, das allen KausmannS-kreisen ausS wärmste empsohlen werden kann. Möchte das srendige Streben nach Sprachreinheit und Dtulschbewußtsein, sür das seit Jahren mit dem Sprachverein so manche HandelSverbände in die Schranken treten, überall im deutschen Kaufmann»-stände Nachfolger finden! Ueber die Verlobung des schön st en Mädchens von Amerika berichtet man dem „Neuen Wiener Journal" aus New Kork: Bisher war es fast ausschließlich der Fall, daß elegante, junge und hübsche Aristokraten der Alten Welt, die mit Glücksgütern nicht gerade gesegnet waren, in Amerika daS Herz irgend einer .Siahl-, Eisen« oder PelroleumSkönigslochier" gewannen und deren Mit gift nach Europa entführten. Nun ist einmal der umgekehrte Fall eingetreten und einer der reichsten jungen Adelige» Englands. Mr JameS Hop« Nel-son, der Sohn deS Präsidenten der NelsonLini«, Sir William Nelson, wird in kurzer Zeit Miß Jsa-bel Ball6, die allgemein sür da« schönste Mädchen Amerikas gilt »nd schon zahllose Körbe ausgeteilt hat, vor den Traualtar sühre». Miß Jiabel ist zwar auS gutem, aber keineswegs wohlhabenden Hause; ihr Vater ist Arzt in einem der nordameri kanischen Staaten. Die Umstände, unter denen Mr. Nelson seine künftige Gattin kennen lernte, sind sehr romantisch. Der junge Nelson war von seinem Va ter nach Amerika geschickt worden, um die dortigen SchiffahrtSeinrichtungen zu studieren, da er ebensalls in das Direktorium der Nelson Linie eintreten sollte. Als der junge Mann eines Morgens spaziere» ritt, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß daS Pjerd einer unweit vor ihm reitenden Dame vor einem dahersauseudeu Automobil scheute und durchging. Rasch entschlossen, sprengte Mister Nelson dem Pserde nach und fing die Reiterin in dem Moment, als sie ohnmächtig vom Pferde sank, in seinen Ar-men aus Die Schönheit deS jungen Mädchens, des-sen Lebensretter er geworden war, überraichie und entzückte ihn derart, daß er beschloß, sie unier allen Umständen zu heiraten. Nachdem sie zu sich gekom-men, ersuhr er. daß sie bei einer reichen Verwandten in New Iork lebe und wo ihre Eltern seien. Dxrch sein liebenswürdiges Wesen gewann Mr. Nelson bald das Herz seiner Angebeieten uno schon nach einigen Tagen der Bekanntschaft hielt er bei ihren Ellern um die Hand an. DaS junge Paar wird einen Teil des Jahres in einem der Schlösser des Vaters des Bräutigams verbringen, und hat den zweifellos sehr hübschen Gedanken gesaßt, auch einige Zeit in dem kleinen Orte bei St. Louis, wo die Eltern der Braut leben, in einem bescheidenen HäuS-chen zu verbringen. Die Vererblichkeit der Augensarbe. Der englische Gelehrte Professor Dr. Leonard Don-caster hielt unlängst in London einen sehr interes-santen Vortrag über die Vererblichkeit der Augen-sarbe. „Die menschlichen Augen zerfallen in zwei Typen, die man ohne Berücksichtigung besonderer Farbennuancen als braun und blau bezeichnen kann. Die braune Farbe kommt öster vor als die blaue. Wenn eine braunäugige Person, die auS einer braun« äugigen Familie stammt, eine Person mit blauen Augen heiratet, so haben die Kinder fast auSnahmS-los braune Augen. Wenn aber eines dieser aus einer gemischtäugigen Familie stammenden Kinder eine blauäugige Person heiratet, so sind die Kinder ab-wechselnd blau- und braunäugig. Sind beide Eltern blau- oder braunäugig, so haben die Kinder unbe-dingt die Augensarbe der Eltern." Ueber die Hei» raten zwischen Geschwisterkinder meint der Gelehrte, daß sie durchaus keine schlechte Nachfolge ergeben 'müssen. Sind beide Eltern normal, so werden die Kinder so normal sein, al» wären die Eltern nicht verwandt. Da aber Geschwisterkinder sehr oft krank-haste Familienmerkmale wie zum Beispiel Kurzsich-sichlrgkeit, Schwerhörigkeit usw. haben, so ist dann bei ihren Kindern die Möglichkeit der betreffenden Abnormität sehr naheliegend. Geschwisterkinder sollen einander nur dann ehelichen, wenn sie srei von Fa-milieueigenschasten krankhafter Art sind. Interessant sind die Beobachtungen, welche Prosessor Doncaster dahin gemacht hat, daß sich abnormale Erscheinun-gen sehr ost durch die weibliche Vermittlung nur auf die männliche Nachkommenschaft übertragen. Zum Beispiel lasse sich solgende Norm ausstellen: Wenn ein sarbendlinder Mann eine normale Frau heiratet, so werden ihr« Kinder, die männlichen wie die weiblichen, absolut normalsichtig sein. Wenn diese Mädchen dann aber wieder ganz normale Männer heiraten, so bekommen sie nach »er Statistik Don-casters sast regelmäßig Söhne, die sarbenblmd sind. Freispruch eines Mörders vom Pariser Schwurgericht. Die Pariser Geschworenen sprachen den Kausmann Darbet srei, der im Juli in Paris in der Nähe der Großen Oper seinen Schwager erschossen hat, weil dieser die Frau und die Kinder DarbelS veranlaßt hatte, nach England zu flüchim. Im Verlaufe der Ver-Handlung wurden Briefe DarbelS an eine seiner erwachsenen Töchter verlesen, die den Beweis er-brachten, daß der Angellagte »ich sittlicher Vecseh« lungen schuldig gemacht haue, die daS Einschreiten deS Schwagers erklärlich erscheinen ließen. Gleich-wohl wurde Darbel sreigeiproche», weil er den Ein-druck eine» Geistesgestörten machie. Furchtbare Negerrache. Ueber di« vor kurzem «rsolgte Ermordung des belgischen Stations-assistenten Joses Raeqmaeckei« im Kasaigebiet der Kongokolonie bringt das Biüsseler Blatt „Kongo-Tribüne" jetzt surchibare Einzelheiten. Der früher bei den Eingeborenen sehr beliebte RaeymaeckerS war unter den Folgen zweier Fleberansitlle sehr reizbar geworden und ließ sich bei einem Wort-Wechsel mit einem Stammeshäuptling dazu hin-reißen, diesem einen Fußtritt zu geben. Der Häupt-ling stürzte leblos zu Boden. Daraus packun die wütenden Neger den RaeymaeckerS und verstüm-m.lten ihn. Sie schlugen ihm »amtliche Zähne mit einem Breit au», rissen ihm die Haare au« und zwange» ihn, diese zu verschlingen Schließlich rissen sie ihm das Fleisch stückweise vom Körper u»d löleien ihn durch zwei Schusse in den Kopf. Die Mörder wurden verhastet und sehen ihrer Ver-urteilung entgegen. Seite 6 Deutsche Wacht Nummer 83 Sind Lungfenleiden heilbar? Diese äusserst wichtige Frage beschäftigt wohl alle, die an Asthma, Lungen-, Kehlkopftuherkulose, Schwindsucht, Lungenspitzenkatarrh, veraltetem Husten, Verschleimung, lange bestehende Heiserkeit leiden und bisher keine Heilung fanden. Alle derartig Kranken erhalten tod uns MW" vollständig umsonst ein Buch mit Abbildungen "WU aus der Feder des Herrn Dr. roed. Guttmann, Chefarzt der Finsenkuraoitalt, ttber da« Thema: „Sind Lungenleiden heilbar V* nebst einer Probe unseres bewährten di&tetischen Tees. Tausende, die denselben bisher gebraucht haben, preisen ihn. Praktische Aerzte haben diesen Tee als hervorragendes Diätetikum bei Lungentuberkulose (Schwindsucht), Asthma, chronischem Bronchial- und Kehlkopfkatarrh gebraucht und gelobt. AM" Der Tee ist kein Geheimmittel, er besteht aus Lieberschen Kräutern, welch» laut kaiserlicher Verordnung dem freien Verkehr überlassen sind. Der Preis ist so billig, dass er auch von weniger Bemittelten angewendet werd n kann. Um jedem Kunden ohne jedes Risiko seinerseits Gelegenheit zu geben, den Tee zu versuchen und ihm Aufklärung Ober die Art seines Leiden« Zu verschaffen, haben wir uns entschlossen, jedem Kranken ein Buch Ober „Sind Lungenletden heilbar !" nebst einer Probe unseres Tees vollständig umsonst und portofrei zu «hersenden. Man schreibe eine Postkarte mit genauer Adresse an Puhlmann & so. Berlin 672, Mftggelstr. 25. Bier Mordlaten eines jungen Irr-sinnigen. Au« Liverpool, 8. d., wird mitgeteilt: Gestern abend drang ein anscheinend geistesgestörter, junger Mann namens Macdonald in drei Häuser in verschiedenen Vororten der Stadt und verüble dort sinnlose Mordtaten. Das erste Mal trat ihm der Hausherr entgegen. Macdonald schlug ihn mit dem Revolverkolben nieder und ergriff die Flucht. ES gelang ihm, in der Dunkelheit zu entkommen und auf der Straßenbahn einen anderen Vorort zu erreichen. Dort betrat er eine alleinstehende Villa, suchte den Besitzer in seinem Schlafzimmer aus und schoß ihn nieder. Er entkam wieder, um in einem dritten Hanse seinen krankhaften Blutdurst zu stillen. Er traf eine alleinstehende Dame an. die er, ohne ein Wort zu sprechen, durch einen Schuß nie-derstreckte. Die Detonation mochte die Nachbarn aufmerksam und sie machten sich an die Verfolgung des flüchtigen Mörders. Da er sah, daß ein Ent-kommen unmöglich war. entleibte sich Macdonald selbst durch einen Schuß. Gedünstetes Weißkraut. FeinqehobelteS oder geschnittenes Kraut durchspült man in frischem Wasser und läßt e» dann abtropfen. In einer fla-chen, weißen Kasserolle läßt man etwaS Fett heiß werden, gib« in dieses daS mit wenig Salz bestreute Kraut, dem man noch einen Eßlöffel voll Staub« zucker und etwas Kümmel beifügt und das man dann unter öfterem Wenden weich dünstet. Nun erst staubt man einen Kochlöffel Mehl darüber, während man inzwischen mit '/* Liter kochendem Wasser und einem Maggis Rindssuppe-Würfel eine gute Snppe hergestellt hat, mit der das Kraut auf-gegossen wird. Schließlich gibt man einige Tropsen Essig bei und kocht daS Kraut 8 bis 10 Minuten langsam durch. (Wünscht man branngedünsteteS Krau», so wird der Zucker erst im Pfännchcn ge-bräunt und mit Suppe vergossen dem Kraut zu-gesetzt. _ Der wahre Freund der Frauen, der sich in allen Lebenslagen bei Jung und Alt, Arm und Reich stelS auf« Beste bewährt hat. ist Saxtehner» Hunyadi IänoS Bitterwasser. „Ich ordinier« sehr gerne da« Hunyadi JänoS Bitterwasser zur Regelung der Verdauung bei kranken Damen und bin mit dcr Wir-kung desselben immer sehr zufrieden gewesen", erklärt «in bekannter Wiener Frauenarzt und UniversttätSIeh-rer in seinem Gutachten. Auch bei den Blutstauungen und dcr Stuhlträgheit der Frauen, die guter Hoffnung find und al« sogenannte« milchableitendes Mittel bei Frauen, welche entweder nicht zu stillen vermögen, »der bei welchem die Laktation plötzlich abgebrochen werden muh, haben Frauenärzte mit Saxlehner« Hunyadi I4no« Bitterwasser glänzend« Erfahrungen gemacht, die in zahlr«ich«n Attesten nied«rgelegt sind. Zahn-Cre Mundwasser Steckenpferd Lilienmilchfeife von Bergman« & ffo., Tctsckk« «. Elbe bleibt nach wie vor unerreicht in ihrer Wirkung gegen Sommersprossen sowie unentbehrlich sür eine ratio nette Haut- und Schönheitspflege, was dur quälen. Morgen früh kaufe ich Fay» ächte Sodener Mineral-Pastillen, und di« >o«ri»«n mir regelmäßig ge-nommen — mit dem Husten werden wir dann bald fertig sein. Die paar Piennig« kommen gegen-über der' Wirkung gar nicht in Betracht. Die Schachtel kostet ja nur Kr. 1.25 und ist slbeia'l zu haben. Besondere Kennzeichen: T«r Name „Fay" und weißer Konlrollftreifen mit amtlicher Beichei-nigung des Bürgermeisteramtes Bad Soden a. T. ijhn+mrf- PALMA eutschöfterreichifcher Prehverein ^ bekämpft den Schund, fördert die Volks« bildung. Mitglieder erhallen jährlich einen reich illustrierten Kalender und noch vier Bücher oder auf Wunsch vorzügliche Jugendschristen mit Bildern. — Jahresbeitrag 2*20 K. Hanpt-eitnng: Graz, Gradenstraße 38. SpttUlitlfc ^Richter Original ■cf,f Ha was • n». Magenbitter «Hü« ■"** *«. ten im eben erschienenen erste» Heft des neuen Jahr» gangeS (Oktoberheft) ein: „Ist das dcr Heim-garten?" wird unser Leser ausgerufen haben, als er dieses Heft sah. „Ist daS unser alter Heim-garten?' Za freilich ist erS, und ein rechtes Glück, daß er alt ist, sonst könnte er sich nicht verjüngen. Ein Garten ist jährlich einmal alt, um sich jährlich zu veijüngen in millionenfachen Formen. Auch der unsere hat sich jährlich verjüngt, wer nachsehen will in seinem Blätterwerk. Und wenn wir ihn — weil er ja eine Seele hat — mit einem Menschen vergleichen, so zeigt es sich zwar, daß er sich nie nach der Mode trug. Doch alle Menschenalter einmal einen neuen Rock, da» wirds wohl tragen. Ans wirkliche Altwerden denkt unser „H:imgarten" noch lange nicht; und schon gar jetzt in seinen besten Jahren macht er die Augen auf in die Zeit hinein, sieht, was ihr nottut, und hat die Absicht, mit jun-ger Freude und frischer Kuaft einzusetzen in neuen Formen, aber in alter Gesinnung. Das heimmliche Alpenland, wie eS dai alte Umschlagblatt andeutet, wird auch weiter unseren Garten beschützen und be-leben." Innen (im Druck und im Ausdruck des alten lieben Bilde? auf der ersten Seite jedes Hej« tes) ist am Blatt nichts geändert worden und »och weniger an der so glänzend bewährten Haltung, die, wie Rosegger ebensalls in diesem Okioberheft ai>S führt, ganz auS der Persönlichkeit des Gründers hervorgeht: „Da die Abnehmer weit zerstreut waren, in Graz und in Dresden, in Riga und in Kon-stantinopel, so konnte ich den Bildungsgrad meiner Leser nicht mehr schätzen und redigierte blind drauf los. Ich dachte nicht mehr, was den Leuten ge-fallen mochte, sondern gab, waS mir gefiel. So kam jene Geschlossenheit in das Blatt, die Gefallen bei den Menschen erweckt und die ihm ihre Zuneigung bewahrt hat." Und das weiß auch Hans Ludwig Rosegger, der Sohn deS Dichters, der seit einiger Zeit die HerauSgebersorgen dem Vater abgenommen hat und dafür einen doppelt treuen und fleißigen Mitarbeiter in ihm gewann. Modernfnndlich war Rosegger nie (sosern das Moderne nur gesund war) und darum paßt der junge HanS Ludwig Rosegger auch gut inS Blatt. Die Geschichte, mit dcr er in diesem Heft beginnt: Eine kleine Frau, die Geschichte einer FrühlingSehe, ist so glücklich komponiert, daß man auf die Fortsetzung höchst gespannt ist. Mit einer ergreifenden Geschichte ist Paul Keller vertre-treten: Die letzte Furche. Sie gibt ein Banernichick-sal in segantinisch großartigen Zügen wieder. Fröh-liche Töne findet wieder der famose Fritz Müller, der eine entzückende Bubengeschichte, Der B.Smarck-franzel, beisteuert, die Geschichte eines Knaben, dcr in instinktmäßigen Haß gegen die kleinen hämischen Feinde dcr Großen ritterlich für Bismark gegen bayrische Dunkelmänner eintritt. Otto Ernst, der trcucste Freund der Kinder, erzählt reizende Erinne-rungen aus jungen Tage». DaS brillanteste Aden-teuer, aufregend, anhebend und köstlich endend, er-zählt L. Rosenthal, eine sinnige Fabel Josef Wich-ner. Einen interessanten literar-historischen Beitrag, in dem unter an»erem gegen R. M. Meyer polemisiert wird, steuert Wilhelm Rullmann bei: Wie Goethe im Jahre 1813 eine Weite verlor. In sei-nem schon oben erwähnten „Tagebuch" bespricht Peter Rosegger unter anderem ein treffendes Wort deS deutfchen Kornprinzen, da» Roseggerwert Vul-liodS und die Friedensfrage, diese ohne Uebertreib-ung, ohne den Wert der Waffen zu verkennen: .In jeder Familie soll eine Rute sein, in jedem Hanse ein Gewehr, in jedem Staate ein Schwert. Deshalb braucht das Kind noch nicht geschlagen, der Räuber nicht getötet, der Nachbarstaat nicht ange-griffen zu werden." Eine lange Reihe kleiner Ge-schichten, Gedichte (darunter ein Prachtstück: Deutsche Ehre von Julius Franz Schütz). Anekdoten und allerlei Scherze beschließen das erste Heft dieser viel-versprechenden neuen Monatsschrift, deren gesunder Konservatismus sich auch in der Beibehaltung deS niedrigen Preises seit der Gründung (nur 720 Ä jährlich) auSspricht. Aktienkapital: K 65,000.000-— Reserven : K 17,600.000*— Zentrale In Prag. Kommandlte In Wien. K. k. * prlT. IturrhrahninK liier dtnkgetch&ftlichen Transaktionen and Erteilang dieaoez&glicher Auskunft*. An- und Verkauf r«o Effekten, Valuten, Mficiieorten and Coaponi. Versicherung treffen VerlMunci-vertuet. Itölimisclie lliiion-lt Filiale Cilli. ank Filialen in Reiehenberg, Gahlom. Mau, ülmütz, Biellts, Jägerndorf, Troppaa, Rumburg, Brünn, Lins, Hohenelbe, Dornbirn, Salzburg Mahr. - Schiinberg, Nnititacheia, Gru, Leoben, Königinhof, Klagen fort, Villach. — Kxpoaitoren In Friedek-Mistek und Braanao. Uulanteat« Auif&krung von BSraca« auftragen-leliernahmf von Wertpapieren lur AufbeHahrnug und Verwaltung Helrhnung von Wertpapieren. Vermietung von Mleheeheltaaelirank-fielitrii (»afea.) Annahme von Geldern sur Verzlnaun« Im Konto- Kor ren t oder auf Elnlaga-HAeher. Kreditbriefe auf sämtliche Haupt- und Nebenplätze des In- und Auslandes. Ausweis 4b« die im stüdt. Ceblachthaufe in der Woche vom 6. September bis 12. Oktober 1913 vorgenommenen Schlachtungen iowie die Menge und «km»»« de« eingeführten Fleisches Name be« Fleischer» jltitbrid) Johann §mgti Ludwig . Jtne» Bernhard . Kosiäl i'uoiniii . fce»toi6et Jatob Ztttxv'cheftg Joses &fUat ,\ram . . bichn Joses . . feujupau Johann Uwefia Ihupoit . PI cj s a tu J> B x \ v I I ■o ■5 •5b 22 7 2 4 ti 1 89 33 316 97 Falrtarten- iinl Frachticbeiiie nnoli Amerika kSnigl belgischer Poetdampfer der , .Red Star Line von Antwerpen'' direkt nach New-York and Boston toai«'«*. Ton der höh. k.k. Asterr. Regierang. Man wende «ich wegen Frachten and Pihrkirten an die Ked St» r I