ibeft n November 1905 Vlil. Zadrg ^WM 1 j^aföofisdje-•missions - WkLchrist öer Söbme Des 0(gst. .fjcnens Tjesu. O sij s n Sk? •Marien-Derem f ur Tl f rito Erscheint monatlich einmal und holtet jährlich mit ißoltsusenöung 2 K = 2 /M. = 3 Sranften, fllMftftintifthsms fllMTIanh hH %ürit(>n TTfrnY 'II VV Sil Briefkasten bet Redaktion. n 11' -— E. Mera». Ihre Idee ist prächtig, wirklich eine solche, die von oben kommt; also mutig ans Werk. Fürchten Sie die Schwierigkeiten nicht; diese sind ein Zeichen des Gelingens. — Memini. p. Ohrwald er ist immer noch auf seinem alten Posten in Omdurman bei Khartoum. — J. K. I. Eines der vorzüglichsten Mittel, unser Missionswerk zu fördern, ist die Verbreitung des ,Mtern der Neger"; Studenten und Theologen könnte auf Ansuchen und bei zahlreicher Abnahme ein Ausnahms-Abonnement gewährt werden. — I. N. Den Dank sind Sie Gott allein schuldig; er schaut nicht auf die Person, sondern erhört das Gebet eines jeden, der ihn mit Vertrauen anruft. Criticus. Freut mich ungemein, daß Sie beruhigt sind. Wenn Sie eine Extra gäbe einschickten, wäre ich auch handgreiflich überzeugt von Ihrer guten Gesinnung. — F. K. B. P. Kostner befindet sich meines Wissens gegenwärtig in Wau im Bahr el Ghazal-Gebiet; ist also noch von keinem Krokodil verschluckt worden, vielmehr er befindet sich sehr wohl. — Nr. 481. Bezahlt bis inklusive 1904. Ist Ihnen also Gelegenheit geboten, bald wieder ein Scherflein einzuschicken. — Lehrerin M. K. Können auch in Ihrem Alter noch Missionärin werden durch Gebet, Almosen und „Stern"-Berbreitung. — An mehrere. Wir bitten, immer kurz die Bestimmung der Geldsendung anzugeben sowie die Namen der Orte und Personen recht deutlich zu schreiben; auf diese Weise wird uns viel Zeit erspart und manche Unannehmlichkeit vermieden. Ikedaktionsscbluv am 25. Oktober 1905. Abonnements - Erneuerungen. Vom 26. September bis 25. Oktober haben | 1864 2181 2727 2855 3000 3234 3916 4027 folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: ■ 5813 5896 5902 5903 6194. 428 507 750 978 1275 1575 1614 1784 1853 Zur Beachtung! 1. Die Abnähn:e dieser Zeitschrift, solange eine ausdrückliche Abbestellung derselben nicht erfolgt, gilt als Abonnementsverpflichtung. 2. Unter dem Titel Abonnement ser-neue rung werden wir jeden Monat ans den: Umschlag die Schleifennummern jener Abonnenten veröffentlichen, welche während der Zeit, die dort verzeichnet ist, ihr Abonnement erneuert haben. Wir bitten deshalb unsere Abonnenten, stets ihre Schleifennnmmern zu beachten und sich zu vergewissern, indem sie unten nachsehen, ob der Abonnementsbetrag zu uns gelangt ist. 3. Einige Abonnenten, um nicht jährlich den Abonnementsbetrag für die Zeitschrift einsenden zu nrüssen, möchten wissen, welche Summe genügt, um lebenslänglich auf den „Stern der Neger" abonniert zu sein. Da nun der „Stern der Neger" 2 Kronen kostet, wurde die Summe von 50 Kronen bestimmt, um lebenslänglicher Abonnent des „Stern der Neger" zu sein. 4. Wer mindestens 20 Kronen einsendet, kann als Taufpate eines Negerkindes fungieren und ihn: den Namen, den er will, beilegen. 5. Wer unser Missionswerk in vorzüglicher Weise unterstützen will, der suche zehn Abnehmer des „Stern der Neger" zu gewinnen, er erhält sodann das elfte Exemplar umsonst, wenn er alle unter einer Adresse bezieht. 6. Auf d i e Zeitschrift „Stern der Neger" kann noch imnrer abonniert werden; die bereits erschienenen Hefte werden n a ch g e l i e f e r t. Gaben-Uerzeicbnis vom 26. September dis 25. ©Mober 1905. ----------— In Kronen. ----------- Opferstock: Legat aus St. Pölten 178.—; aus Westfalen 275.90; M. R. Böls 8.—; Pf. B. Grahovo 5.—; I. Kn. Innsbruck 200.—; G. D. Unterammergau 23.10; hochw. Pfarramt Marienkirchen 80.—; H. Benes. Bacher Neun:. 6.90; A. St. B. A. M. zu Ehren des heiligen Antonius für empfangene Gnaden 10.—; I. Kr. Innsbruck 2.—; A. W. 2.48; A. Rühl 2.—; N. N. Straubing 279.46; J. M. St. Peteri.— ; N. N. Brixen 4.—; M. K. W. Andelsbuch 3.—; M. Pf. Innsbruck 5.—; I. St. Sexten 2.—; N. N. Lasberg 10.40; ans Baden 168.48; H. H. Chr. R. Voinp 90.—; Witwe B. München 8.66; A. Schw. Grein 3.—; B. Schw. Kaiserin Elisabeth-Spital Wien 10.—; Se. Gnaden Erzbischof Dr. Siinon Aichner 600.—; H. H. Kooperator L. 10.92; N. I. Rückerdorf 4.—; aus Württemberg 308.53; N. N. Feldthurns 2.—; mehrere ans Bayern 441.09; für das W. d. E. von verschiedenen Seiten 48.73; A. Kn. Schwaz 4.—. Zur Taufe von Heidenkindern: K. Singer zur Taufe eines Heidenkindes 23.50; M. Rott (Josef Anton) 20.—; A. Stang (Anna) 24.57; A. Schwalt (Maria)' 24.—; Val. Riml (Fr. Valentin) 20.—; H. H. Pfarrer Al. Oberhofer (zwei Josef) 100.—. Der Stern der Neger und Ausbreitung der /Ibissionstatigkeit der „Söbne des beiligtten Iderzens Aesu" und sudbt verltandnis und werktätige Liebe des /Ibissionswerkes in TMort und Sdbilft zu fördern. — Das Arbeitsfeld dieser /Dissionare ttt der Sudan (Zentralafvilia). „LAie Ccbön sind die jfüße derer, die den Frieden, die trobe Botschaft des Ibeiles verkündenI" Nöm. 10, 15. Der Stern der Neger “ “ Missionsbaus »lllans bei ffirixen (Uirol) beraus-gegeben, Abonnement ganzjLbrig mit Voltrersendung 2 K = 2 Mb. = 3 jfranften, U 6u 56Qnf fies hlyst. M TJfSU. Organ öes'lharim•'Dcrriiifürftfrißo. Ibeft U. November 1905. VIII. Zabrg. Erste allgemeine katboliscbe flIMsstonefeter in Berlin. 6$jwic in der letzten Nummer angekündigte (ßzj) allgemeine deutsche Missionsfeier hat inzwischen in Berlin getagt und einen wahrhaft erfreulichen Verlauf genommen. Unseren Lesern wird es nicht unangenehm sein, wenn wir hier den Verlauf der imposanten Feier in Kürze schildern. Es war zwar diese Feier ein erster Versuch, aber sein Gelingen berechtigt zu der schönen Hoffnung, daß diese erste Missionsfeier eine Fortsetzung finden und sich schließlich zu einer dauernden Einrichtung in dem reichen Kranz allgemeiner katholischer Kongresse entwickeln wird. Es wurde bei der Feier mit Recht darauf hingewiesen, daß das 20. Jahrhundert ein Missionsjahrhundert zu werden verspreche. Möge der Eifer, den die Katholiken Berlins für die heilige Sache am 8. und 9. Oktober bekundet haben, recht viele Nachahmer finden, mögen recht viele Seelsorger in der Lage sein, von ihrer Gemeinde zu sagen, was an einem dieser Tage der fürstbischöfliche Delegat und Propst von St. Hedwig, Herr Prälat Kleineidam, in der von ihm geleiteten Versammlung mit vollem Recht erklären konnte: „Ich bin stolz auf meine lieben Berliner." Bevor wir auf die eigentliche Missions-fcier zu sprechen kommen, wollen wir aus dem vom 4. bis 7. Oktober tagenden zweiten deutschen Kolonialkongreß jene Punkte herausheben, die sich speziell auf das Missionswerk bezogen. In den Plenarsitzungen und in den Versammlungen der vierten Sektion, welche sich speziell mit den religiösen und kulturellen Verhältnissen der Kolonien befaßte, beteiligten sich die Missionäre eifrig an den diesbezüglichen Diskussionen. Es wurde mit Recht darauf hingewiesen, daß man den Neger speziell zuerst zur Arbeit erziehen müsse, um ihn dann erst dem Christentum zu gewinnen, und hierin gerade könne die Mission Vorzügliches leisten, was sie auch schon getan habe, wie die vielen Handwerker, die aus den Anstalten der verschiedenen Missionen hervorgegangen seien, dargetan hätten. Auch der Leiden der Missionen wurde schon ans dem Kongreß gedacht: besonders war es der Hauptfeind der Christianisierung Afrikas, der Islam, der eine eingehende Würdigung fand. Wahrend ein Redner im allgemeinen darlegte, wie dieser für Afrika eine Gefahr sei, prüfte ihn ein katholischer Missionär in bezug auf seinen religiösen, geistigen und politischen Wert. In religiöser und geistiger Beziehung wird der Islam oft überschätzt. Mit dem Monotheismus desselben ist es nicht so weit her: er beschränkt sich lediglich auf die Anrufung Allahs und die theoretische Betonung der Einheit Gottes. Sein Fatalismus lähmt alle Lebensfreudigkeit und die Sittlichkeit des Islam, soweit es die wirkliche Handlungsweise betrifft, hindert und zerstört die sittliche Kultur. Der sittlich-veredelnde Einfluß des Familienlebens, der Mutter fehlt dem Mohammedaner, der Moslem bekämpft nie seine Leidenschaften; die Vielweiberei und leichte Ehescheidung, die durch Herkommen üblichen sittlichen Ausschweifungen, die damit verbundenen Krankheiten werden sehr gefährlich. Die arabische Literatur ist auch vom Islam in schlechtem Sinne beeinflußt. Die mohammedanischen Schulen haben die schlechte Methode des leeren Auswendiglernens. Der Koran tötete alle frühere arabische Literatur; wer nach Entstehung des Korans literarisch arbeitete, ist — recht bezeichnenderweise — ein schlechter Moslem. Feldbau wird von den Arabern nirgends getrieben, allein den Handel betreiben sie, aber in unehrlicher Weise. Auch politisch bleiben die Moslem verdächtig. Es fehlte aber auch hier nicht an Stimmen, welche den alten Unsinn wieder auftischten, als sei der Islam die beste Religion für den Neger, gleichsam eine Vorstufe für das Christentum. Ausführlicher, als es in den Plenarsitzungen möglich war, verbreitete man sich in den Versammlungen der vierten Sektion, die, wie gesagt, sich nur mit den religiösen und kulturellen Verhältnissen der Kolonien befaßte, über das Missionswesen und seine Aufgabe. Der erste Redner sprach über: „Die Erziehung eines Naturvolkes durch das Mutterland." Wie es Aufgabe der Eltern ist, die Entwicklung im Kinde zu fördern, so muß auch das Mutterland die Kolonien, die Eingeborenen, nach der körperlichen, der geistigen und religiösen Seite erziehen. Die religiöse Erziehung bildet ein inneres Band zwischen Weißen und Eingeborenen, hier wird die Erziehung von der Mission geleitet. Hat doch auch bei uns die christliche Religion in Jahrhunderten als wichtigstes Kulturmittel gewirkt: die Erkenntnis Gottes ist das wichtigste Kulturelement. Man braucht nicht zu wiederholen, was die Missionen geleistet haben, wie sie Mord und Menschen-fresserei beseitigten und die Sittlichkeit hoben. Alle Kolonisatoren mögen mitwirken, das hehre Ziel zu erreichen, das sich das Mutterland bei Erwerbung der Kolonien stellte! Die Aufgabe der Mission ist, was ihre Kulturförderung anlangt, die Eingeborenen zum geistigen Denken, zur Herzensbildung, zur Arbeit zu erziehen. Und so viel ist auf diesen Gebieten von der Mission geleistet, daß man Einzelbeispiele nicht anzuführen braucht. Auch auf dem rein wissenschaftlichen Gebiet hat die Mission viel geleistet; sie ist also ein wichtiger Kulturträger. Aber sie kann ihre Ausgabe nur erfüllen, wenn man ihr die nötige Freiheit läßt. Die Mission muß den Eingeborenen erst zürn Menschen machen, um ihn dann zum veredelten Menschen, zum Christen machen zu können. Die wirtschaftliche, die sozialpolitische, die ethisch-religiöse Bildung der Eingeborenen bilden die drei Ausgaben der Missionäre; von diesen dreien ist natürlich die letztgenannte die wichtigste Aufgabe. Das ist ein kurzer Auszug der bemerkens-wertesten Reden, die über das Missionswesen auf dem zweiten deutschen Kolonialkongreß gehalten wurden. Die eigentliche allgemeine katholische Missionsfeier fand erst den 8. und 9. Oktober statt. Sonntag, den 8. Oktober hielten die Missionäre in den verschiedenen Kirchen Berlins und den Vorstädten Missionspredigten, die alle sehr zahlreich besucht waren. Mit Spannung lauschten die Zuhörer den ebenso interessanten als erbaulichen Ausführungen der Missionäre. Obwohl das Interesse, das die Katholiken an diesem Tage bewiesen, auf einen recht zahlreichen Besuch der fünf Festversammlungen rechnen ließ, so wurden dennoch die kühnsten Hoffnungen übertroffen. Wenigstens 15.000 katholische Männer und Frauen Berlins haben sich daran beteiligt. Ueberall wurden Huldigungskundgebungen an den Papst und verschiedene Kirchenfürsten be- schlossen sowie eine Resolution angenommen, die das Missionswerk den Katholiken ans Herz legt, ihnen warme materielle Unterstützung der bestehenden Missionshäuser, die Grundlage der Missionen, empfiehlt, ebenso den Beitritt zu den bestehenden Missionsvereinen; ganz besonders auch wird ein ^zahlreiches Abonnement der katholischen Missionszeits ch r i ft e n b efürwortet. Die einzelnen Festversammlungen nahmen folgenden Verlaufs: auch von uns niemand gleich ausgestanden ist, um sich gegen diesen Vorschlag auszusprechen, so steht es doch für uns alle fest, daß wir nach wie vor die ganze Welt als unser Gebiet betrachten, wo wir den von Christus gelehrten Glauben verbreiten müssen." Die zweite Rede hielt der Provinzial der Maxisten,?. Flaus. DieWorte, die derhochw. Pater zu dem Thema „Missionsarbeit und Politik" sprach, verdienen^besondere Beachtung. „Wir treiben keine Politik," so führte er aus, „aber MmmimhM Lv*\ 1....1_______ lfm königlichen Dok Der IRcsiDengstaDt Der Scbiflukkönige. l. Die Versammlung in Der Sockbrauerei, die unter dem Vorsitz des Pfarrers Splenke von St. Bonifatius abgehalten wurde, war von über 1000 Personen besucht. Der Missionär P. Götte 0. Fr. M. entwarf ein anschauliches Bild von der Tätigkeit der deutschen Missionen in den deutschen Kolonien und darüber hinaus. Ueberall ist die katholische Missionsarbeit in Angriff genommen imb der in Zahlen sich ausprägende Erfolg wird in den nächsten Jahren sicherlich noch deutlicher reden als bislang. Zu dem auf dem Kolonialkongreß gemachten Vorschlag, die Missionen der verschiedenen Konfessionen möchten die Gebiete ihres Wirkens fest abgrenzen, bemerkte P. Gött unter allgemeinem Beifall: „Wenn indem wir die Heiden für das Christentum gewinnen, bleibt es nicht aus, daß wir auch die Sitten und Gebräuche unseres Vaterlandes verbreiten. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Der Eingeborene lernt von selbst das Land lieben, von wo sein Wohltäter, der Missionär, stammt. Hat der Missionär als erster Kolonisator mit Geduld und Milde dem Eingeborenen zugleich mit der Liebe zum Christentum die Achtung vor dem Vaterland eingeflößt, dann hat der nachher kommende Beamte ein leichtes Amt, ganz besonders, wenn dieser Beamte es versteht, nach den christlichen Prinzipien zu regieren. Zum größten Nachteil für unser Vaterland hat es aber unter diesen Männern solche gegeben, die die Bedeutung der Missionen für Deutschland unterschätzt, ja sogar verkannt haben, und auch solche, die ihre Arbeit sogar hintertreiben wollten. Die verhängnisvollen Folgen sind nicht ausgeblieben. Man hätte nicht verkennen dürfen, daß ein guter Katholik, sei es ein Europäer oder ein Eingeborener der Südsee, immer ein treuer Untertan ist." Der nun folgende Redner Dr. Zaffarh führte den Zuhörern in humorvoller Sprache die Schwierigkeitei: der Missionsarbeit vor. Als letzter Redner ergriff P. Acker, Provinzial der Bäter vom Heiligen Geist (Knechtsteden), das Wort. Eindringlich begründete er die Pflicht jedes Katholiken, mitzuwirken, daß allen Völkern die Wahrheit angeboten werde. Jeder Mohammedaner ist ein Missionär für den Islam. Und wie ist es bei den Christen? Auf dem Kolonialkongreß hat ein protestantischer Missionär das Wort ausgesprochen: „Jeder Deutsche ist für mich ein Missionsfeind, so lange er mir das Gegenteil nicht bewiesen hat." Ein hartes Wort, aber es ist verständlich, wenn man daneben das Wort Gottes hält: „Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich." So lange die Welt steht, war die Zeit für die Missionsarbeit noch nie so günstig wie jetzt. Gott hat es gefügt, daß alle Kulturvölker Bedarf an Produkten haben, die sie nicht im eigenen Land erzeugen können: Baumwolle, Kaffee, Kakao, Elfenbein, Kautschuk usw., und daß infolgedessen alle Völker sich durch den Erwerb von Kolonien die Eigendeckung dieses Bedarfs zn sichern suchen. Es gibt kein Fleckchen Erde mehr, das nicht der einen oder anderen Kulturmacht gehört, und demgemäß gibt es auch kein Volk mehr, dem nicht die Heilmittel der Religion angeboten werden könnten. Dies legt uns Katholiken große Pflichten auf. Während des Kolonialkongresses haben wir hohe Ziffern gehört über die Erfolge der protestantischen Missionen; kein Wunder, spricht man doch von 80 Millionen Mark, die jährlich von der protestantischen Welt für die Missionsarbeit aufgebracht werden. In Japan sehen wir ein Kulturvolk, das mit europäischen Völkern konkurrieren kann, das gleichwohl aber über die Wahrheit der christlichen Religion noch nicht aufgeklärt ist. Beim jüngsten Gericht wird an uns die Frage gestellt werden: Weshalb seid ihr dort zu spät gekommen? Wollen wir diese Frage auch bezüglich unserer Kolonien hören? Vielleicht ist es schon in kurzer Zeit zn spät, denn die Protestanten machen große Propaganda, besetzen die besten Plätze und wenn wir nachkommen, heißt es: Es ist kein Platz mehr! Daran sind wir dann selbst schuld, indem wir nicht rechtzeitig unsere Pflicht verstanden haben. Darum erfüllt euer Apostolat: Seid Missionäre durch Gebet und durch Spenden von Almosen! II. Die Versammlung in den Germaniasälen. Hier war der Andrang noch gewaltiger als in der ersten Versammlung. Den Vorsitz führte der Präsident des Zentralvorstandes der katholischen Vereine Berlins und Umgegend, Herr P. Schulze. Nachdem P. G in ei g er von der Oblatenmission unter den Hottentotten im allgemeinen die Aufgabe der Missionstätigkeit und die Mittel, an ihrer Erfüllung mitzuarbeiten, behandelt hatte, nahm P. Pankratius Rathscheck 0. Fr. M. das Wort zn einem mehr als einstündigen Vortrag. Er führten, a. aus: solle sich die Verheißung Christi, daß alle Völker eins im Glauben sein würden, am Ende der Tage erfüllen, dann wäre die Missionstätigkeit das einzige Mittel, diese Verheißung wahr zn machen. Als liebevolle Mutter habe die Kirche die hohe Pflicht, auch ihre sorglosen Kinder, die noch in der Nacht des Heidentums lebten, zu behüten und zur wahren Erkenntnis zu führen. Mit dem Christentum dringe auch zugleich wahre Kultur zu den wilden Völkern. In den hohen, vom Christentum geforderten Tugenden wäre die beste Grundlage für eine hohe Kultur gegeben und diese zn schaffen, sei das erste Ziel der Missionen, die es auf alle Weise zu erreichen strebten. Wie es aber schon schwer falle, die zivilisierte Welt im Glauben zu erhalten, so bedürfe es bei den erst jüngst Bekehrten der ganzen Tätigkeit der Missionäre, um das Christentum nicht erkalten zu lassen. Nach einer kurzen Pause bestieg der hochwürdige P. Weiller aus unserem Missionshaus die Rednerbühne. Unter allgemeiner Aufmerksamkeit sprach er über die Schwierigkeiten, mit welchen besonders die Mission in Afrika zu kämpfen habe. Besonders anschaulich schilderte er die im Islam liegenden Hindernisse für die Ausbreitung des katholischen Glaubens. Als letzter Redner in dieser Versammlung sprach hochw. P. Heines, Missionär vom heiligsten Herzen Jesu (Hiltrup). Er sprach über die Mittel, mit welchen das katholische Volk seine Missionen unterstützen solle. In eifrigster Pflege des katholischen Glaubens und stetigen: Gebet seien die Erfolge der Mission begründet. Da sich die Missionen in materieller Hinsicht ganz auf die Katholiken der Heimat verlassen müßten, sei auch hier Unterstützung dringend geboten. Redner dankte auch den Katholiken Berlins für das Beispiel, das sie durch diese Feier gegeben hätten, forderte zur unverdrossenen Weiterarbeit auf und schloß mit den begeisterten Worten: „Voran im Zeichen des Kreuzes! Der Sieg wird unser sein. Gott will es!" Raphaelvereins zum Schutze deutscher Auswanderer, sprach über Zweck und Tätigkeit dieses Vereins. Redner bat um Unterstützung und Förderung des Raphaelvereins und forderte zum Beitritt in den Verein auf. Superior Pater Muth von der Gesellschaft vom göttlichen Heiland in Wien behandelte die Bedeutung der Mission für das Christentum. Mehr denn je sind heute Missionäre nötig. Die Völker des Ostens sind aufgewacht. Der Kampf ist entbrannt zwischen dem Buddhismus und Christentum wie vordem zwischen Islam und Christentum. Endlich schilderte Redner die große Kulturarbeit der Der heilige Baum von dfoataneb. III. Die Versammlung in der neuen ©bU= barmonte. Der große Festsaal und die weiten Galerien waren überfüllt. Der fürstbischöfliche Delegat Propst Kleineidam leitete die große Fest-versammlung. Den ersten Vortrag hielt Hochw. P. Jak. Lehr, gleichfalls aus unserer Kongregation*), dessen Vortrag mit stürmischem, langanhaltendem Beifall aufgenommen wurde. (Die Rede siehe auf Seite 249.) Abgeordneter Kommerzienrat Cahensly, Vorsitzender des *) Gegenwärtig Superior der jüngst auf Wunsch des Erzbischofs von Westminster in Sidcnp (England) gegründeten Niederlassung. Missionen Was stüher die Kirche und ihre Sendboten Großes geleistet haben für die Kultur, leisten sie auch heute noch. In elfter Stunde ergeht 'der Ruf zur Arbeit in den Missionen an die Deutschen; möge von ihnen gelten das Wort des göttlichen Heilandes: Die letzten werden die ersten sein. Nachdem P. Witte S. V. D. im besonderen die Schwierigkeiten, mit welchen die Mission in Togo zu kämpfen habe, dargelegt hatte, richtete P. Eustachius Nagel 0. Gap. an die Katholiken die dringende Mahnung, alle Missionen zu unterstützen. Heute, da die französische Missionsarbeit lahmgelegt ist, müssen sich die Völker deutscher Zunge an die Spitze stellen. Unsere erste Aufgabe sei, das religiöse Leben in den Familien zu vertiefen. Solche Familien werden uns dann auch die Missionäre geben. Dann muß man sich mehr für die Missionen und ihre Erfolge interessieren. Man halte die Missionszeitschriften und schenke den Missionären das Almosen des Gebets, das von gar hohem Wert ist und selbst vom Aermsten gegeben werden kann. Auch materiell müssen wir die Missionen unterstützen. Dies ist eine Kulturtat, eine patriotische Tat, eine religiöse Tat. Delegat Propst Kleineidam schloß die Versammlung mit der schon oben angeführten Versicherung: Ich bin stolz auf meine lieben Berliner. Waren sie es doch, wie Justizrat Modler hervorhob, die den Beschluß der letzten Katholikenversammlung, die Missionen tatkräftig zu unterstützen, so schnell in die Tat umgesetzt hatten. IV. Die Versammlung in den Vracbtsälen des Mestens. Den Vorsitz führte Abgeordneter Prinz Arenberg. Auch hier waren der geräumige Saal und die Galerien überfüllt. Der erste Redner P. Bo d ems, Rektor des Missionshauses St. Wendel, sprach über die göttliche Missionsaufgabe. Christus habe seinen Aposteln gesagt: „Gehet in alle Welt und lehret alle Völker!" Dies sei ein Befehl gewesen, kein bloßer Rat. Hoffentlich werde der jetzt herrschende Eifer für das Missionswerk nicht erkalten. Herr Justizrat Custodis-Köln hob die Bedeutung des Afrikavereins hervor, der jährlich 60 bis JO.000 Mark für die Missionen aufbringe. Seine Ziele seien erstens die Unterdrückung des Sklavenhandels, die so ziemlich erreicht sei, während der zweite Zweck, Zivilisation und Christianisierung der Neger, noch viel zu schaffen mache. DiehoheBedeutung der Mission für Christentum und Kultur wurde von P. Dr. For-b erg er von den Weißen Vätern in begeisterter Rede geschildert. Der Idealismus habe in der Mission seinen Nährboden und Ideale seien heute mehr denn je nötig*. Das Missionswerk sei das Werk des ganzen christlichen Volkes. Durch dasselbe werde die Kultur gefördert in den Ländern, wo Verwilderung herrsche. Die Kultur bestehe aber nicht darin, in den heidnischen Gegenden Eisenbahnen zu bauen, Raubes zu treiben usw.; es gelte, das Herz der Eingeborenen zu kultivieren, sie zur Arbeit zu erziehen durch Sanftmut und Liebe, den Geist zu bilden durch Errichtung von Schulen. Dies alles erstrebten und förderten die Missionen und deshalb verdienten die Missionen unsere volle Achtung und Liebe. Auch der Frauen wurde nicht vergessen: ihnen widmete Herr Dr. Hamm als Vertreter der Missionsvereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen, welche nach Angabe des Redners bereits mehr als 60.000 Mitglieder zählt, einige eindringliche Worte. Nachdem Redner sich mit einigen humorvollen Wendungen über die Berechtigung der Frauen, auch gehört zu werden, in äußerst glücklicher Weise eingeführt hatte, wies er -zunächst darauf hin, daß schon die Pflicht der Dankbarkeit die Frauen verpflichtet, sich am Missionswerk zu beteiligen. Nur Christus und seiner Kirche verdankten die Frauen ihre jetzige ehrenvolle Stellung in der Familie und in der Gesellschaft: ohne das Christentum würden sie sich noch jetzt in demselben schmachvollen Sklavenverhältnis befinden, unter welchem die Frau des Altertums geseufzt hätte. Darum müsse es von den Frauen als eine Ehrenpflicht angesehen werden, nach Kräften an der weiteren Verbreitung der Religion, der sie alles verdankten, mitzuwirken. Unter stürmischem Beifall forderte schließlich Redner die anwesenden Damen auf, dem neugegründeten Missionsverein katholischer Frauen und Jungfrauen, der jetzt schon den Neid der Männer errege, beizutreten. Als letzter offizieller Redner gab hierauf P. Nachtweh von den Oblaten der unbefleckten Empfängnis, apostolischer Präfekt in Windhuk, ein überaus interessantes Bild von den Missionsverhältnissen in dem deutschen Schutzgebiet von Südwestafrika. Mt gespanntester Aufmerksamkeit lauschten die Anwesenden den Schilderungen des hochw. Missionärs. Einen überwältigenden Eindruck auf die Anwesenden machten die Schilderungen, welche derMissionär von den Anstrengungen und Leiden der Pioniere der christlichen Kultur und Gesittung auf dem heißen Boden Afrikas entwarf, und auch seine weitere Schilderung von Land und Leuten in Deutsch-Südwestafrika wurde mit großer Aufmerksamkeit seitens der Zuhörer entgegengenommen. Nachdem Redner unter-stürmischem, nicht endenwollendem Beifall mit einem Appell zur Unterstützung des Missions- Werkes seinen hochinteressanten Vortrag beendet hatte, sprach der zweite Vorsitzende, Herr Abgeordneter Landesgerichtsrat Schmidt, in zündenden Worten den Missionären, diesen „milites Christi“, Soldaten Christi, die das schlichte Kreuz als einzige Waffe in der Hand unterstützen. Gegen 11 Uhr hatte die glänzend verlaufene Versammlung ihr Ende erreicht. V. Versammlung in dem IRönigsfaal Oer Brauerei zfrtedrtcbsbatn. Als erster Redner betrat in dein bis auf Banane. führten, Dank und Anerkennung ans, indem er zugleich die Anwesenden aufforderte, die hochwürdigen Missionäre bei der Ausführung ihres souveränen Lehrauftrages uach Möglichkeit durch Gebet und Zuwendung materieller Mittel zn den letzten Platz gefüllten Saale der apostolische Protonotar Graf Vay von Vaya, ein Ungar, die Rednerbühne: er sprach über die Bedeutung der'Missionen, sowohl für die heidnische Bevölkerung als auch für die bereits christlichen Bewohner. Er betonte vor allem, wie wichtig es sei, daß die eingewanderte christliche Bevölkerung durchdrungen sei von der großen Aufgabe, die sie in kultureller und religiöser Beziehung gegenüber den Eingeborenen habe, und daß sie insbesondere durch ihr eigenes sittliches Verhalten die Arbeiten der Missionäre zu unterstützen berufen sei. Die Europäer müssen vor allem durch ihr eigenes Beispiel den Eingeborenen den deutlichen Beweis von der Erhabenheit der christlichen Kultur vor Augen führen. Zum Schlüsse spendete der hochw. Herr Redner den deutschen Katholiken hohes Lob für ihre so oft bewiesene tatkräftige Begeisterung, mit der sie so Großes geleistet haben für die Kultur ihres Vaterlandes, und sprach die Hoffnung aus, daß sie mit gleicher Tatkraft das wunderbare Wirken der Missionäre in den fremden Weltteilen, das sowohl für Kirche als auch Vaterland hochbedentsarn sei, unterstützen werden. Er dankte den Berlinern herzlichst für ihre Gastfreundschaft, die sie in so großem Maße den Missionären bewiesen hätten, und wies darauf hin, daß Deutschland das Erbe der Nachbarnation zu übernehmen berufen sei, die die katholische Kirche dort so ungemein schwer geschädigt habe, daß sie ihr Augenmerk nicht mehr wie früher den auswärtigen Missionen zuwenden könne. Der Palotinerpater Banken verbreitete sich über den Einfluß des Christentums auf die Heiden in Afrika und den Stand der Kultur dortselbst. Trotzdem die Missionen schon Erstaunliches geleistet hätten, schmachteten doch noch tausende und abertausende unter dem Joche des Heidentums. Es sei also die Aufgabe aller Katholiken, jene tatkräftig zu unterstützen, die hinauszögen, um jene Völker von ihrem Joche zu befteien und ihnen das Licht des Evangeliums zu bringen. Eingehend schilderte Redner die Stellung des Mannes in Afrika. Er sei der Gebieter und könne tun und lassen, was er wolle; niemand rede ihm da hinein. Die Frau sei nicht seine Gefährtin und seine Gehilfin, sondern seine Sklavin, die das Haus und das Feld bestellen müsse und nur das erhalte vom Tische des Mannes, was der Mann ihr zu geben beliebe. Da sei es die Aufgabe der katholischen Frauen, an der Befreiung ihrer Mitschwestern aus dem unerträglichen Joche der Sklaverei mitzuwirken. Auch in dieser Versammlung verbreitete sich wieder ein hochw. Redner über die Gefahren, welche den Missionen in Afrika von seiten des Islams drohen: es war der hochw. P. Thomms von den Vatern vorn Heiligen Geiste. Man rühme dem Mohammedanismus so viele rühmliche Eigenschaften nach; das kann aber nur der tun, der ihn nicht kennt. Die Tatsache, daß fast kein Moslem zum Christen-tum übertrete, erklärte Redner dainit, daß der Islam nicht nach Wahrheit suche. Auch an ein Aufblühen guter Sitten und Tugenden ist bei Mohammedanern nicht zu denken, denn da herrscht die Vielweiberei; die Frau ist ganz der Willkür ihres Mannes überlassen. Ein Schandfleck brandmarkt vor allem den Islam: die Sklaverei. Sie ist so eng mit ihm ver-bunden, daß man sagen kann: „Wo es Mohammedaner gibt, da herrscht Sklaverei und so lange es Mohammedaner gibt, so lange wird auch die Sklaverei nicht aus der Welt geschafft werden." Als letzter Redner trat der hochwürdige P. Fischer S. V. D. auf; er sprach über die Aufgabe der deutschen Katholiken für die Missionen. Sämtliche Versammlungen wurden mit dem gemeinschaftlichen Gesang: „Großer Gott, wir loben dich!" geschlossen. „(Bebet hinaus in alle Melt und predigt das gelium allen Menschen!" (Mark. xvi. 15.) IReöe des bocbw. P. 3-ak. ILebr F. 8. C. gelegentlich der ersten allgemeinen tflMssionafeier in Merlin am S. Oktober 1905. Hochgeehrte Versammlung! Es war wohl einer der inhaltreichsten Momente der Weltgeschichte, als über der sterblichen Hülle des „Propheten von Nazareth" das düstere Felsengrab sich schloß. Man hatte so viel von ihm erhofft, war er doch mächtig gewesen „in Werk und Wort vor Gott und allem Volke" (Lukas 24, 19). Man hatte in ihm den großen Befreier von Israel begrüßt und nun war er den Weg allen Fleisches gegangen. Gar traurig klingt die Kunde — „und sie versiegelten den Stein" (Matth. 27, 66). Es tut dem menschlichen Herzen zwar weh, von einem liebgewonnenen Ideal scheiden zu müssen, aber der wühlende Schmerz ist nur zu oft ein bereitwilliger Vorläufer des Zweifels. „Drei Tage sind es schon her" (Lukas 24, 21) — seufzten die Jünger: „Drei Tage sind es bereits," wollten sie sagen, „seit man unsern Glauben, unsere Hoffnung zu Grabe getragen." O engherzige Menschen! War denn der Felsenriegel noch nicht gesprengt? War denn jenes Wunder noch nicht geschehen, auf welchem der größte aller Missionäre sein Lebenswerk aufbaute! (6k. Paulus, 1. Brief cm die Korinther 14, 15.) War es denn nicht dieselbe Stunde, in welcher der auferstandene Heiland seinen Aposteln den hohen Berns von Missionären für die ganze Welt zuerteilte, als er ihnen zurief: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sendeich euch — gehet hinaus in alle Welt und predigt das Evangelium allen Menschen"! (Markus XVI. 15.) Da nun der göttliche Heiland in jenem feierlichen Augenblick seiner Himmelfahrt dieselben Worte wiederholte, so bilden sie gleichsam sein Testament, Worte, die, unendlich wichtig und erhaben in sich selbst, ihrer praktischen Ausführung den Stempel der Göttlichkeit aufdrücken. In der Tat ruft der Heilige des heutigen Tages*), Dionysius der Areo-pagite, ans: „Das göttlichste der göttlichen Dinge *) Die Rede wurde am Feste des hl. Dionysius, 9. Oktober, gehalten. ist es, mitzuwirken an der Rettung der Seeleu." (Dionys. DeEccl. Hierarch. V.) „Gehet hinaus in alle Welt!" Hier denn liegt die Wurzel jenes gewaltigen Baumes, derheutzutagedie gaüzeWelt überschattet: hier findet sich die lebendige Quelle, ans welcher der Missionär die ihm notwendige Kraft und Macht schöpft — jene Macht, die infolge der Inkarnation ans Christus als Menschen übergegangen war, von welcher er sagt: „Alle Macht ist mir gegeben im Himmel und auf Erden" — und welche durch eine ununterbrochene Tradition allen jenen zufließt, die mit dem hl. Paulus von sich bezeugen dürfen: „Wir haben die Gnade und das Apostolat empfangen, um alle Völker dem Glauben untertänig zu machen" (Röm. I. 5). Es ist daher klar: der Ausgangspunkt des katholischen Missionswerkes ist nicht auf der selbstsüchtigen Erde zu suchen. Sein Prinzip besitzt nicht den Charakter menschlicher Schwäche. Nein, es bricht aus den lichten Wolken himmlischer Höhen hervor und verkündet durch seine unvergleichliche Selbstlosigkeit, wunderbare Stetigkeit und grenzenlose Ausdehnung, daß es der flammenden Liebe des göttlichen Busens seinen Lebeüsfnnken verdankt — „Gehet hinaus in alle Welt! — Wie mich der Vater gesandt hat, so sendeich euch !" Die katholische Missionstätigkeit zeigt sich so nicht nur als Fortsetzung des Werkes Jesu Christi, jenes Werkes, welches er endet mit den Worten: „Der Vater ist am Werke und so bin auch ich", sondern sie ist auch in ganz hervorragender Weise der plastische Ausdruck jenes ewigen Willens Gottes, der da wünscht, daß „alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen" (I. Timoth. 2. 4). Man müßte deshalb hinaufsteigen zu den Uranfängen der Menschheit, um die ersten Keime dieses Berufes beobachten zn können; man müßte die geheiligte Schwelle des Paradieses überschreiten und wie Adam „die Herrlichkeit Gottes mit eigenen Augen sehen und den Klang seiner glorreichen Stimme mit eigenen Ohren hören" (Ekkl. XVII. 11); man müßte mit der ge- faltenett Menschheit die Trübsale selbstgewählter Verlassenheit durchwandern; man müßte die erhabene Bestimmung des auserwählten Volkes näher berücksichtigen; man müßte die unendliche Fülle des Lebens und Leidens des Welterlösers erfassen — man müßte mit einem Worte die ganze Tragweite und den vollen Zweck des übernatürlichen Handelns und Wandels der gesamten vorchristlichen Menschheit bis zur Stunde der Auferstehung unseres Herrn in den Bereich einer Betrachtung ziehen, wollte man einigermaßen die Grundlage umzeichnen, auf welche „der Apostel mit Vorzug", wie der göttliche Heiland vom hl. Paulus genannt wird (Hebräer III. 1), das katholische Missionswesen stellen wollte. „Gehet hinaus in alle Welt und lehret alle Völker!" Da der eingeborene Sohn Gottes nur für wenige Jahre im menschlichen Fleisch auf dieser Erde erscheinen wollte, so war es eine Forderung der Notwendigkeit, Arbeiter auszuwählen, welche bis an das Ende der Zeiten und zu den entlegensten Punkten der Welt das von ihm angefangene Erlösungswerk fortpflanzen, hegen und pflegen sollten. Und wirklich, was wäre die Kirche ohne Missionstätigkeit? — ein Baum ohne Schößlinge, eine Familie ohne Kinder, von vornherein zum Aussterben und zur Vergessenheit verurteilt! „Mit einer Kirche, die keine Missionäre mehr hat," sagt deshalb Didon, „ist es am Ende. Ihre Tage wären gezählt und man hörte schon wie von ferne den dumpfen Klang ihrer Sterbeglocke" (cf L’ apostolat et la societe moderne). Aber Gott sei Dank! Die katholische Kirche entfaltet heutzutage — und heutzutage vielleicht mehr denn je — eine Missionstätigkeit, so großartig in ihrer Anlage, so schwungvoll in ihrer Ausführung, so gewaltig in ihren Erfolgen, daß eben nur. den Blindesten das Licht fehlen muß, um hinter dieser äußern Erscheinung nicht die unsichtbare Hand dessen wahrzunehmen, der gesagt hat: „Siehe, ich bin bei euch bis ans Ende der Welt!" (Matth. XXVIII. 20.) Ein notwendiges Prinzip des Fortschrittes, der Ausbreitung und Eroberung, ist sie es, welche die Grenzpfähle des Reiches Gottes fortwährend hinausrückt, und während die Welt im Kampf um kleinliche Trugbilder sich aufreibt, bringt dieses Missionswerk eine unvergleichlich höhere Aufgabe ihrer Vollendung näher: nämlich die Einigung der gesamten Menschheit mit ihrem Schöpfer. „Gehet denn hinaus in alle Welt!" . . Doch da höre ich eine vorwurfsvolle Frage. Es ist die moderne Gesellschaft, welche sie stellt. „Wenn es auch auf den ersten Blick einleuchtet," sagt sie mit jenem lauernden Auge, dem wir so oft in den Pharisäern des Neuen Testaments begegnen, „wenn es auch einleuchtet, daß die Missionen für die katholische Kirche gute, nützliche und eben notwendige Einrichtungen sino, so sieht man doch schwerlich ein, welches Interesse ihnen die moderne Gesellschaft mit ihren vielen und großen Problemen entgegenbringen könnte; oder sind die Missionen fürsienicht ein fremdes und überflüssiges Element? — Eitle Frage! Hat denn die moderne Gesellschaft übersehen — sie, die sich doch sonst um alles in der Welt bekümmert und so gern mit dem Ausspruch des alten Dichters: „Ich bin ein Mensch und halte darum nichts Menschliches von mir ferne!" Parade treibt — hat sie übersehen, daß es die Missionen hauptsächlich mit dem Menschlichsten des Menschen, mit seiner unsterblichen Seele zu tun haben! Gewiß, das erste und nächste Ziel der Missionen ist die Rettung der Seelen; aber da die Seele die Grundlage von allem ist, da nichts, weder Gesellschaft noch Gesetz, noch Wissenschaft und Kunst, ohne die Seele möglich ist, so ist die zur Rettung und Veredlung der Seele angewandte Arbeit zu gleicher Zeit eine lebhafte Teilnahme an der Ernetterung und Läuterung all dessen, was von ihr abhängt. Schon aus diesem Grunde sollte das Missionswerk für die moderne Gesellschaft weder etwas Ueberflüssiges noch etwas Fremdes sein. Mehr noch! Ist es denn wirklich wahr, daß heutzutage nur die wilden Heere ökonomischer, politischer und sozialer Fragen über das Angesicht der Erde dahinjagen? Epheta ! Oeffnet euch, ihr tauben Ohren, und vernehmet das Mark und Beindurchdringende Klagegeschrei, das sich in dem Herzen dieser selben Gesellschaft erhebt! Epheta! Oeffnet euch, ihr blinden Augen, und sehet, was sich in den Falten jener flatternden Banner verbirgt, in deren Schatten die hartnäckigsten Kämpfe sich abspielen! Das, was uns im Grunde trennt, ist nicht die soziale, sondern die religiöse Frage. Der eigentliche Schlachtenruf war immer, ist heutzutage und wird, solange die Welt steht, der gleiche bleiben: „Hie Gott" — „Hie Luzifer!" Und nun — in diesem so großen, so allgemeinen, so überaus wichtigen Kampfe sollte der bevorzugte Streiter Gottes, der Missionär, eine überflüssige und seltsame Erscheinung sein? Und selbst, wenn — wie es gewöhnlich der Fall ist ■— sein Beruf in fremde Lande ihn führt und ihm nicht erlaubt, unmittelbar in den Schranken eines sogenannten modern-kultivierten Kampfplatzes aufzutreten, so ist schon die einzige Tatsache für die moderne Gesellschaft von unab-schätzbarer Wichtigkeit, daß nicht nur Hunderte, sondern Tausende und abermals Tausende von Männern jeglicher Altersstufe und Stellung, geeint durch denselben Glauben, beseelt mit derselben Hoffnung, durchglüht von derselben Liebe, die fernsten Gegenden der Erde durchmessen, um, so weit als möglich, in jeder Menschenbrust Prinzipien einzupflanzen, die Anstand nehmen gegen eine Wissenschaft, eine Politik, eine Moral ohne Gott; Prinzipien, die eine Lanze einlegen im Kampfe mit der schrecklichen Zweifelsucht, welche die Philosophie von heute durchftißt; Prinzipien, die unerbittlich Front machen gegen den gemeinen Materialismus, der den ohnehin gefallenen Menschen noch tiefer erniedrigt; Prinzipien, die sich als den unversöhnlichsten Feind des kalten Materialismus erklären und heldenmütig die Standarte verteidigen, ans der in goldenen Lettern die Worte prangen: „Liebe, Pflichtgefühl und Opfergeist!" „Gehet hinaus in alle Welt!" — Doch da erhebt die Lauheit und religiöse Gleichgültigkeit ungeduldig das Haupt und stellt die vorwitzige Frage: „Wenn der Welterlöser das Licht seiner Lehre selbst der gesamten Menschheit mitteilen konnte, warum hat er es denn nicht getan? Warum hat er nicht persönlich die Völker seinem Reich einverleibt? Wozu bedurfte er der schwachen Kräfte des Menschen? — Verwegene Frage! Wer könnte eindringen in das Geheimnis jenes undurchdringlichen Glanzes, in welchem „der Vater der Lichter wohnt"? (Jakob. I. 17.) „Wer," ruft der weiseste der Könige aus, „wagt sich untersuchend an die Majestät heran und wird von ihrer Herrlichkeit nicht erdrückt?" (Sprichw. XXV. 27.) Und doch dürfen wir eine Antwort geben. Wir könnten zunächst dagegen fragen: „Warum hat denn Gott die Arche Noes nicht mit Doppelschrauben versehen? Warum hat er seinem auserwählten Volke beim Auszug aus Aegypten nicht Automobile gebaut? Warum hat er. . . Doch wozu noch andere törichte Fragen auswerfen! Das über der ganzen Schöpfung schwebende Prinzip Gottes ist klar genug. Der Herr schafft, weil er will; aber er will nur, was er allein vermag; alles übrige hat er der ausführenden Hand des Menschen überlassen. So weit wir in der sichtbaren Welt den unsichtbaren Gedanken Gottes ablesen können, war es nicht die Absicht göttlicher Schöpfungsmacht und Vorsehung, die Erde gleichsam als ein großes Schlaraffenland der Menschheit vor die Füße zu legen. Unsere Stammeltern waren in das Paradies versetzt, um dieses Eden zu bebauen (Genesis II. 15), und nach dem Falle lautete das erste Gebot Gottes: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen!" (Genesis IN. 19.) Aber der Mensch lebt nicht allein vom Brote, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt. (Matth. IV. 4.) Und wie im rein Materiellen, so hat Gott auch im Geistigen nur die Fundamente gelegt. Er hat sozusagen nur das Erdreich erschaffen und den Samen vorgesehen mit der Verheißung, daß — wenn wir unsere Pflicht erfüllen und bewässern — das Wachstum naturgemäß sich entwickeln wird. Mit einem Worte, wie in allen anderen Dingen, so hat die göttliche Weisheit im Einklang mit ihrer universellen Heilsökonomie auch int Bereich der Mission nur die notwendigen Vorbedingungen gegeben, alles andere hingegen, die ganze Entwicklung und Weiterpflanzung, unserer Tätigkeit und persönlichen Freiheit überlassen. Darum durfte der Völkerapostel mit Rücksicht auf sich in ihrer vollen Bedeutung die Worte gebrauchen: „Wir sind die Mitarbeiter Gottes." Wenn somit das Missionswerk schon in dem großen Gedanken der allgemeinen Heils-ökonomie Gottes seine Berechtigung findet, so bleibt es doch nichtsdestoweniger ein Beweis göttlicher Hochherzigkeit, denn der Erlöser der Welt wollte auf seinem Siegeszug nicht allein dahinziehen, sondern der Einsamkeit des Ruhmes zog er Waffengefährten und Genossen des Triumphes vor. Während er daher sein Reich im Sturmesflng oder mit Blitzesschnelle hätte aufrichten können, liebte er es vielmehr, es langsam auszubreiten, Schritt für Schritt und Kontinent für Kontinent, Insel für Insel, Herz für Herz zit erobern und zwar mit Hilfe von Menschen, seiner Freunde, seiner Missionäre. __________ (Fortsetzung folgt,) Die Lnglander im Sudan. JSetracbtet vom Standpunkt rlöK m eine Idee zu geben, in welchem Maße der Einfluß der Regierung in "-As dieser Hinsicht wächst, lasse ich hier eine kurze Tabelle folgen, deren Zahlen indes keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit machen können, da sie in verschiedenen Quellen auch verschieden wiedergegeben sind. Unabhängige Volksschulen, die sich der Inspektion der Regierung unterworfen haben: Jahr Schulen Schüler Knaben Mädchen 1898 301 7.536 6.938 598- 1899 403 10.407 9.407 1000? 1900 483 12.315 11.318 997 1901 925 26.831 24.691 2140 1902 1346 39.129 35.292 3837 1903 2623 76.228 70.702 5526 11904 3698 124.486 115.871 8615 Die Regierung selbst hatte in dem gleichen Zeitraum folgende Schulen unter unmittelbarer Leitung: Jahr Schulen Schüler Knaben Mädchen 1898 55 2923 2481 442 1900 86 3966 3323 643 1901 87 4530 3771 759 1903 93 5166 3940 1226 1904 94 5671 4318 1353 Um den Wert dieser beiden Tabellen besser zu verstehen, muß man bedenken, daß es in Aegypten ungefähr 10.000 Schulen gibt (unter welchen ungefähr 500 koptische) mit 200.000 Schülern. Diese Schulen sind gewöhnlich Nebengebäude von Moscheen und stehen fast ganz unter religiösem Einfluß. Sie sind vollständig unabhängig und arbeiten nach eigener Methode. Da sie gewöhnlich der Unterstützung bedürfen, hat die Regierung eine solche zugesagt, falls sie sich vom Staat „inspizieren" lassen. Das Resultat war, wenn auch nicht erstaunlich, so doch bemerkenswert. Der Unter« richtsminister, sozusagen, konnte für die letzten vier Jahre die folgenden Zahlen geben. Es standen des /Udisstonärs. (Fortsetzung.) unter der Leitung oder Aufsicht der Regierung: Jahr Schulen Schüler 1900 ' 500 9.000 1901 1000 27.000 1902 1600 42.000 1903 3000 92.000 1904 4000 140.000 Am auffallendsten ist jedoch der Fortschritt hinsichtlich der Mädchenerziehung. „Während der letzten Jahre hat die öffentliche Meinung Aegyptens in diesem so wichtigen Punkt eine durchgreifende Umwandlung erfahren. Dieser Umschwung ist umso bemerkenswerter, weil mit Bezug auf die herrschenden Anschauungen über die Stellung der Frau sogar gute Kenner des orientalischen Lebens eher alles andere angenommen hätten als einen raschen Wechsel der öffentlichen Meinung in diesem Punkte." — „Vor zehn Jahren hatte man den Unterricht für Mädchen mit Gleichgültigkeit, wenn nicht mit vollkommener Abneigung betrachtet. So neulich noch: 1900 belief sich die Zahl der Regierungsschulen, welche auch von Mädchen besucht waren, nur auf 271 mit 2050 Schülerinnen. 1904 waren es schon 1748 mit 10.462 Mädchen. Nicht weniger als 100 Mädchen mußten wegen Platzmangel aus den Fortbildungsschulen in Kairo ausgeschlossen werden." „Wie weit dieser rasche Umschwung zugunsten weiblicher Erziehung die Ideen den Charakter und die Stellung der nächsten Generation ägyptischer Frauen umgestaltet, muß der Zukunft anheimgegeben werden.*) Sollten aber derartige Wechsel sich vollziehen, dann *) Daß diese- Reformen an und für sich mit heut Islam als Religion nichts oder nur wenig zn tun haben, wurde schon im vorausgehenden angedeutet. Das Weib macht die Sitten und die Sitten machen das Weib. Nichtsdestoweniger wird die Neuerung das religiöse Gebiet nicht unberührt lassen. In Wirklichkeit steuert man schon jetzt mit vollen Segeln darauf los, mohammedanische Lehrerinnen heranzubilden, damit diese den Mädchen den Koran und die Prinzipien des Islams beibringen. (Anmerkung des Verfassers.) bliebe es sehr zu wünschen, sie möchten stetig vor sich gehen. Ich hoffe, daß alle zukünftigen Sozialreformer hier ganz besonders ihr eigenes arabisches Sprichwort anwenden, das da sagt: .Ueberstürzung kommt vom Gottseibeiuns, Stetigkeit aber von dem Herrn? Denn Ueber« eifer in diesem Falle könnte leicht einen moralischen Zusammenbruch nach sich führen." (Lord Cromer, Bericht 1904.) Es muß hier noch kurz auf eine andere Erscheinung des ägyptischsudanesischen Schulwesens aufmerksam gemacht werden. Es wurde früher erwähnt, daß trotz der großen Verlotterung der mohammedanischen Schule und trotz der Sorgfalt, welche man dem theoretischen Teile des Korans angedeihen läßt, der Grundzug dieser Schule dennoch auf die „Weisheit der Praxis" abzielte. Da diese „Weisheit" durch die Bedingungen des Landes hauptsächlich mit der Scholle verknüpft war, ist es leicht erklärlich, daß sie mit unverkennbarer Vorliebe in der „Schule für Agrikultur" in greifbarer Form zum Ausdruck kam. Fortsetzung folgt. Sei bett VL' entnehmen dem Schreiben eines unserer Missionäre folgende Einzel-" 0 tjeiten über die Schillukneger. „......Das erste, was wir zu tun haben, ist, uns mit der einheimischen Sprache bekannt zu machen und zwar in möglichst kurzer Frist. Denn erst, wenn es uns gelungen ist, uns in das Idiom hineinzuleben, können wir auch einen tiefern Blick in das Tun und Lassen unseres Volkes gewinnen; erst dann sind wir in der Lage, dessen Freuden und Leiden voll und ganz zu verstehen und auch die rechten Mittel zu ergreifen, um die Wunden zu heilen, die Leiden zu mindern: viele Handlungsweisen, die uns bisher rätselhaft waren, gewinnen dann wie mit einem Schlag ein ganz anderes Aeußere. Ich muß gleichfalls gestehen, daß ich mich in den Schilluk ganz gewaltig getäuscht habe, leider meistens zu ihrem Nachteil, denn ich hätte mir nie vorstellen können, daß sie in der Tat geistig so verkommen seien, als ich sie jetzt finde. Das Dasein einer anderen Welt, das Dasein eines Wesens, das das Böse verbietet, die Unsterblichkeit der Seele sind den Schilluk fast ganz unbekannte Sachen; nur einen ganz vagen, verwirrten Begriff haben sie davon, der dann noch mit zunehmendem Alter statt klarer verschwommener wird, während hingegen die Leidenschaften immer wachsen. Der Schilluk ist in des Wortes vollsterBedentung ein Materialist; von Sachen, die auch nur eine Spur vom Geistigen an sich haben, versteht er rein gar nichts, weshalb man auch bei Erklärung der erhabenen Wahrheiten unserer heiligen Religion ScMlluh. nicht tief genug zu ihnen hinabsteigen kann. Sein Geist ist eben nur mit seinen Kühen, mit Essen und mit seiner Frau beschäftigt und scheint er hauptsächlich nur für diese letztere zu leben: diese ist sein Endziel, für diese stirbt er. Wenn man bei vorkommenden Streitigkeiten, was aber keine Seltenheit, sondern etwas Alltägliches ist, nach der Ursache forscht, so ist es immer die Frau. Nach all dem kann man sich leicht vorstellen, mit welcher Bewunderung der Schilluk zum katholischen Missionär aufblickt, dessen Handlungsweise von der feinigen so grundverschieden ist: Wir sind hier in der Tat den Menschen ein Schauspiel geworden. Der Schilluk glaubt wirklich, wir seien vom Himmel gefallen. Ein und das andere Beispiel aus dem alltäglichen Leben möge zur Bekräftigung des Gesagten dienen. Hochw. P. Banholzer hat mit der Gnade Gottes das Gebet des Herrn, den englischen Gruß und die wichtigsten Glaubenswahrheiten in die Schilluksprache übersetzt.*) Mir ist nun die schwierige Aufgabe zugefallen, den Schilluk den Katechismus zu erklären und einzupauken; fürwahr eine harte Arbeit. Fange also mit dem Gebet des Herrn an. Meine Zuhörer sind alle gespannt, bewundern die Schönheit und Erhabenheit des Gebets. Wenn ich aber daran gehe, zu sehen, ob sie auch etwas behalten haben, ist ihnen immer und immer wieder alles neu; es will in ihre harten Schädel einmal *) P. Bauhölzer gedenkt in Bälde eine Grammatik der Schilluksprache samt Wörterbuch herauszugeben; das Manuskript ist schon so ziemlich druckfertig. nichts hinein. Doch ich bin bald zn weit gegangen; etwas ist wohl hängen geblieben und zwar die vierte Bitte hat den meisten zugesagt, die sie sich fast alle gemerkt haben: „Gib uns heute unser tägliches Brot" oder, wie sie dieselbe gewöhnlich vorbrachten: „Gib uns Fleisch, die tägliche Suppe mit Brot", war die Bitte, die allen gefiel: sie bildete von jetzt ab den Stoff all ihrer Gespräche und Unterhaltungen, sie war für sie das Nonplusultra Nun waren ihnen auch, wie bald einer bemerkte, alle Rätsel betreffs unser gelöst. „Vater," sagte eines Tages einer während der Katechese, „Vater, ich weiß jetzt auch, warum ihr Weihe so viele Sachen versteht, von denen wir keine Ahnung haben, weshalb ihr Kleider und rote Decken habt, auf welchen ihr ausruht und die euch gegen den kalten Nordwind schützen, während wir nichts haben. Ihr versteht es, diese Sachen von Gott zu verlangen, was wir eben nicht verstehen." „Warum betet ihr denn nicht auch zu Gott wie wir Weiße?" fragte ich ihn. „Wenn ihr den Herrn um das tägliche Brot bitten würdet, würde er euch sicherlich nicht verhungern lassen, wenn anders ihr auch lebt, wie er es verlangt. Habe ich euch denn nicht oft genug gesagt: daß uns Gott mehr liebt, als es unsere Mutter getan?" Hier verstummten alle. Außer der vierten Bitte war es noch die fünfte: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schüldigern", die sie etwas stutzig machte: denn das war ihnen etwas Neues, daß man feinem Beleidiger auch verzeihen kann. Liebe ist ihnen eben ein spanisches Dorf, haben sie ja nicht einmal ein Wort dafür in ihrer Sprache. Man findet hier auch nicht zwei Familien, die wahrhaft befreundet wären. Der englische Gruß ist dein Schilluk gleichfalls unfaßbar; er kann nicht verstehen, daß wir Missionäre, die wir keine Frauen haben, auf so erhabene Weise zu einem Weibe beten. Eines Tages fragte mich einer, ob die Frau, zu der wir beten, auch schön sei: ob sie wohl so schön sei wie die Frau, die ich im Zimmer an der Wand hängen hätte. Ich habe nämlich Raffaels Madonna in meinem Zimmer, die schon öfter die Aufmerksamkeit der Neger auf sich gezogen hat. So kamen auch einmal einige Schilluk, uns zu besuchen. Sie wollten auch mein Zimmer sehen, traten ohne weiteres ein, setzten sich auf den Boden und grüßten mich. Einer jedoch hatte gleich das Bild bemerkt und fragte: „Großer Mann, was gibst du denn jenem kleinen Kind dort zu essen, da es so gut aussieht?" Sogleich aber fiel ihm sein Nachbar ins Wort: „Weißt du nicht, daß das ein von dem weißen Mann gezeichnetes Kind ist?" „Aber, wißt ihr denn nicht, daß der Fremdling das Wasser weiß, rot, grün usw. machen kann?" fügte der vierte Weltweisc hinzu; „ich habe gesehen," fuhr er fort, „wie er einmal auf einem weißen Papier rote Zeichen malte." Endlich wandte sich der erste zu mir mit den Worten: „Großer Mann, wird das Kind weinen, wenn ich es berühre?" „Wenn du es nicht gar zu unsanft tust, wird es wohl kaum meinen," gab ich ihm zur Antwort. Erfaßte Mut und berührte es. Seine Phantasie war so aufgeregt, daß er mit einem Eidschwur versicherte, es sei §nut und Fleisch. Die anderen verstummten daraufhin und vielleicht waren auch sie versucht, sich durch Berühren der Sache zu vergewissern; sodann, überzeugten sie sich, daß es kein wirkliches Kind sei. Jetzt erst kannte aber ihr Staunen keine Grenzen mehr. Unter anderem sagten sie mir auch: „Du bist ein Gott, da du die Menschen machst, als ob sie lebendig seien, nur daß ihnen der Atem fehlt." Meinen Versicherungen, daß ich kein Gott sei, sondern ein Mensch wie sie, wollten sie keinen Glauben schenken, fragten vielmehr weiter: „Hast du auch Zähne?" Ich mußte ihnen zum Beweis dafür, daß ich kein Gott sei, meine Zähne zeigen. Doch einer war noch nicht zufrieden, sondern meinte: „Wißt ihr nicht, daß diese weihen Fremdlinge Söhne Gottes sind: wißt ihr nicht, daß er sie alles lehrt?" So hätten sie sich wohl noch lange über unsere Würde herumgestritten, wenn ich der Unterhaltung dadurch, daß ich sie entließ, kein Ende gemacht hätte. Gebe der Herr, daß das Senfkörnlein, das wir in dieses scheinbar so unfruchtbare Erdreich säen, einstens zu einem großen Baum heranwachse! Das walte Gott! Wir wollen es jedenfalls an uns nicht fehlen lassen und mögen sich der Schwierigkeiten noch so viele vor uns auftürmen, mögen sich die Schilluk auch noch so unempfänglich zeigen für die erhabenen Wahrheiten, die wir ihnen predigen, den Mut werden wir mit Gottes Hilfe nicht finken lassen im Vertrauen auf das Gebet, das uns von der lieben Heimat her unterstützt. Ueber Blutrache im Sudan. in großes Uebel im Sudan ist die sowohl bei denmohannnedanischen als bei den heidnischen Völkern allgemein verbreitete rohe Sitte der Blutrache. Für den Muselmann ist in diesen: Punkte zunächst der Koran maßgebend, welcher bestimmt, „daß man geben solle Leben für Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr, Zahn um Zahn" und ferner, „daß man Wunden mit Wiedervergeltnng bestrafe"; schließlich heißt es: „Sollte aber einer um Almosen dasselbe zurückgeben, so mag es zu seiner Versöhnung angenommen werden." Die Zahlung des Blutgeldes in klingender Münze oder iit Naturalien ist allgemein gestattet und wird für vorsätzliche Verstümmelungen auch gefordert. Hierbei sind ungefähr folgende Grundsätze maßgebend : Das höchste Blutgeld verlangt natürlich . eine Tötung oder ein Mord. Sehr hoch, meist fast ebenso hoch wie bei einem Morde ist das Blutgeld für lebensgefährliche Verwundung, für dauernde Verunstaltung des Körpers, für Vernichtung einer der Sinnestätigkeiten, wie des Gehöres, des Gesichtes usw., sowie für arge Verstümmelung eines nur einmal vorhandenen Gliedes, wie der Nase. Handelt sich's um die Verletzung eines der doppelt vorhandenen Glieder, z. B. Hände, Füße usw., so genügt das halbe Blutgeld. Bei Verstümmelung oder Verletzung eines zehnfach vorhandenen Gliedes, z. B. Zehen, Finger, wird nur der zehnte Teil des ganzen Blutgeldes bezahlt. Bei Frauen wird nur halb so viel bezahlt wie bei Männern, ein unzweideutiger Beweis für den geringen Wert und die niedrige Achtung der Frau. Verwundet oder verletzt ein Freier einen Sklaven, so wird die Höhe des Blutgeldes mit den: Herrn desselben mit Rücksicht auf den Kaufpreis des Sklaven vereinbart. Wenn nun der Schuldige die Zahlung des Blutgeldes aus irgend einem Grunde verweigert oder nicht leisten kann oder wenn dasselbe in der Erregung der Leidenschaft zurückgewiesen oder aus Haß und Stolz verschmäht wird, dann ist die Blutsehde fertig. Der Rachedurst und die Blutfehde kann dann nicht nur von Familie auf Familie und von Geschlecht auf Geschlecht übergehen und sich fortpflanzen, sondern auch ganze Stämme in Mitleidenschaft ziehen. Da gibt es oft recht traurige und schreckliche Blutgeschichten, deren Schilderung düstere Streiflichter auf die ungezähmte Wildheit und rohe Blutgier selbst der mohammedanischen Bevölkerung des Sudan wirft. Bei den heidnischen Stämmen ist die Blutrache sozusagen eine nationale Einrichtung. Derselben leistet der Umstand Vorschub, daß fast nirgends ein gemeinschaftliches Oberhaupt vorhanden ist, dessen Entscheidung bei Streitigkeiten zwischen Privaten, Familien und Ortschaften angerufen werden könnte. Jeder versucht sich selbst sein Recht zu verschaffen. Die gewöhnliche Veranlassung zu Streitigkeiten, Raufereien, Meutereien und Fehden ist der Diebstahl, dem die Neger sehr ergeben sind. Um sich gegen Diebe zu schützen, verbinden sich mehrere Familien und verpflichten sich durch eine Art Bündnis, sich gegenseitig Hilfe zu leisten. Im Gebiet der Bari-Neger am Weißen Nil besitzt der dort allgemein herrschenden Unsicherheit wegen jeder Hausvater eine Trommel, welche nicht nur das tägliche Signal zu ganz friedlichen Verrichtungen, sondern auch zur Versammlung der Verbündeten gibt. Der Raub einer Kuh oder eines Weibes setzt alles in Alarm und bringt den Krieg. Doch ist so ein Krieg bei weitem nicht so fürchterlich als bei andern wilden Völkerschaften. Es beteiligen sich bei den Dinka-Negern an diesen Rachezügen nur die unverheirateten Jünglinge und die zunächst in Mitleidenschaft gezogenen Männer. Der größere Teil bildet den Zuschauer und beschränkt sich auf die Verteidigung. Vielfach entschuldigen sich auch die Männer mit Familienangelegenheiten und entschlagen sich der Teil-nahme am Kampfe. Der Krieg selbst dauert ganz kurz: es werden nur ein paar Pfeile geschossen und seltener kommt cs zur Lanze. Sind ein paar Leute verwundet oder tot, so zieht sich der verlierende Teil zurück und es werden Vergleiche geschlossen. Gewöhnlich bilden den Friedenspreis Kühe, mit denen jedes Unrecht und jede Uebeltat gesühick werden kann. Leider ist jedoch diesen Stämmen die Raufsucht so angeboren, daß sie sich zu keinem Vergleich und zu keiner Aussöhnung herbeilassen, bevor sie nicht durch Blutvergießen ihrem Rachedurst Genüge getan haben. Der Friede ist aber gewöhnlich von kurzer Dauer: das Rachegefühl und die Kampfeslust erwachen gar bald auf der einen oder andern Seite und so geht es von neuem los, bis endlich die Jahreszeit die Raufenden trennt. Bei Streitigkeiten von Angehörigen ein und derselben Ortschaft geht man auch bloß mit Keulen, ohne Pfeil und Lanze, gegen einander los. Bei Beschädigungen, Verletzungen oder Diebstählen, welche von Leuten eines Nachbarstammes ausgeführt wurden, wird gegen diesen ganzen Stamm zu Felde gezogen. Die Alarmtrommel ruft die Bewohner der einzelnen Ortschaften zusammen und alle versammeln sich im Dorfe, wo der Beleidigte, Verletzte oder Beschädigte wohnt. Spät abends wird eine allgemeine Volksversammlung gehalten, welche bis tief in die Nacht dauert und an der womöglich jeder Häuptling oder Dorfälteste mit seiner ganzen Mannschaft in voller Ausrüstung teilnimmt. Während die junge Mannschaft in weitem Kreise sich niedersetzt, treten die Häupter in die Mitte und legen einer nach dem andern kurz das Unrecht dar, das sie vom Feind erlitten haben. Alsdann wird beraten, was zu tun, d. h. ob Krieg oder Frieden vorzuziehen sei. Diese Beratungen verlaufen gewöhnlich sehr stürmisch. Um ihren Ausführungen mehr Ausdruck zu verleihen, stoßen sie mit den Waffen auf den Boden, springen umher und gebärden sich sehr aufgeregt: meistens dringt die Ansicht desjenigen durch, welcher am ärgsten schreit und lärmt. Es wird der Tag bestimmt, an dem ausgezogen werden soll. Der Kampf lEüte Tanke im Maide. Groß und unsäglich ist das Elend, der Kummer und die Sorge, welche jene fürchterliche Plage, die Hungersnot, über unsere Djur gebracht. Allein glücklich noch alle, denen der Herr gesunde Glieder verliehen; sie können sich wenigstens im Walde Früchte und Wurzeln verschaffen, um ihr Leben zu erhalten. Bedauernswert hingegen ist das Los jener, die ob des hohen Alters oder krankheits- selbst ist übrigens nicht so schrecklich, wie man vermuten mochte; meist wird Friede gemacht, nachdem einige gefallen sind. Bei den Bari-Negern und andern ist es Sitte, daß auch die Weiber ihren Männern in den Kämpf folgen; sie tragen die Lebensmittel, pflegen die Verwundeten und beklagen unter gellendem Geheule die Gefallenen. Uebrigens sind die Weiber sicher, da die Landessitte es verbietet, sie zu verwunden; es wäre eine Schande, int Kampfe ein Weib zu töten. Es werden keine Gefangenen gemacht, da der Neger Pardon weder gibt noch nimmt, sondern jeder, der dem Feind in die Hände fällt, ist des Todes. Die endlosen Feindseligkeiten und Blutfehden zwischen den einzelnen Stämmen sind Schuld daran, daß die Neger nichts von ferneren Gegenden wissen; ihre Erzählungen sind bloß Vermutungen oder Fabeln. Sie wissen nur um die allernächsten Nachbarn und auch dies nur, um sich zu befehden. Wären die Neger geeinigt, so wäre es gar nicht möglich, daß eine Handvoll von Arabern eine große Ortschaft überfallen, Dutzende niedermachen und ebensoviele in die Sklaverei schleppen könnte. Der Mangel an Einigkeitsgefühl und Selbsterhaltungstrieb in Verbindung mit der abscheulichen Sitte der Blutfehden unter Ein-heimischen und Nachbarn ist eine der Hauptstützen des Sklavenraubes. Da kann nur durch die Einführung des-Christentums Wandel geschaffen und der gegenseitigen Aufreibmtg der armen Neger Einhalt getan werden. halber ganz auf ihre Verwandten und in Ermangelung derselben auf das gute Herz ihrer Stammesgenossen angewiesen sind. Und Ehre unseren Djur! Sie haben in Wahrheit, wie man sagt, das Herz ant rechten Fleck und teilen gern ihre Habe mit den Dürftigen. Wie aber den andern mitteilen, wenn man selbst nichts hat? In dieser traurigen Zeit der Hungersnot, wo selbst die Reicheren nicht wußten, auf welche Weise ihr Leben fristen, wie mußte es da mit sz— tTI — - fp — 11 Sue dem ÄMeeioneleben. ) L =37 den Alten, Kranken und Sklaven stehen? Dieser Gedanke war es, der mich antrieb, an Sonntagen die Umgebung zu durchstreifen, um solch Unglückliche, besonders letzterer Klasse, ausfindig zu machen; denn waren wir auch nicht imstande, allen zu helfen, so war es uns doch noch möglich, das Elend und die Not dieser zu lindern und, wo es nicht mehr ging, den siechen Leib am Leben zu erhalten, wenigstens die Seele für die Ewigkeit zu retten. Eines Sonntags nun, es war der 30. April, wußte ich wahrlich nicht, ob ich den gewöhnlichen Rundgang machen oder zur Erledigung dringender Geschäfte zu Hause bleiben sollte. Ort; bald schien es mir, daß es ein anderer, bald wieder, daß es doch der richtige wäre; wenigstens die Lage der Hütten sprach dafür. Ja, ja, da sind die kleinen Brunnen in die Erde gegraben, die ich auch damals sah, als ich zum erstenmal vorüberkam; es ist kein Zweifel mehr, ich bin am Platze. Ich gehe gerade auf die ersten zwei Hütten zu, die nebeneinander stehen. An dem Gebälk im Hofe, das zum Trocknen der Durrah und anderen ähnlichen Zwecken dient und „Pein" genannt wird, lehnt müßig ein Jüngling wie ein Kranich auf einem Fuße; im linken Arme hält er einen Bündel scharf geschliffener Lanzen, während Spbinxallee. Lange dachte ich hin und her. Da vernahm ich's tin Innern wie eine Stimme, die mir leise zuflüsterte: „Geh, wer weiß, ob nicht eine Seele auf dich wartet!" Ich ivar sofort auf dem Wege. Aber wohin? Im Wälde, tief im Walde, wo sich der Njidick durch seine mit üppigemPflanzenwuchs überzogenen Ufer zwängt, hatte ich schon früher einmal eine ganz abgeschlossene neue Ansiedlung von mehreren Hütten bemerkt. Dorthin lenkte ich meine Schritte; ich wollte diese Siedler etwas näher kennen lernen. Nach langem Suchen und Umherirren sah ich endlich zwischen dem Geäste der Bäume die gelben Strohdächer mehrerer Hütten mir entgegenschimmern. Ich beobachtete genau den die rechte Hand fleißig Bulofrüchte zum Munde führt. Er ist so tief in Gedanken oder in seine Eßlust versunken, daß er meine Annäherung gar nicht wahrnimmt. Da springt auf einmal so ein ausgedörrtes Hundevieh unter dem Pem hervor auf mich zu und gebärdet sich, als wenn es mich verschlingen wollte. Der Jüngling kehrt sich schnell um und ein „Ah!" entfährt gleichzeitig unseren Lippen. Wir hatten uns schon früher öfter gesehen und miteinander geplaudert. Sofort kommt er auf mich zu und schüttelt mir mit einem freudigen „Mäclia“ („Sei gegrüßt!") die Hand. Bald entwickelt sich zwischen uns ein lebhaftes Gespräch. Während desselben bemerke ich mit Staunen, daß die zweite Hütte keine Hütte im wahren Sinne, sondern nur aus einem nach oben spitz zulaufenden Dache gebildet ist. Unten ist ein kleines Loch, das von einer Strohmatte verschlossen ist. Hie und da scheint es mir, als wären aus dieser armseligen Hütte unterdrückte Seufzer zu vernehmen. Jetzt wieder . . . „Was ist denn das?" wende ich mich fragend an meinen Nebenmann. „Hm, ein altes, krankes Weib," erwidert er gleichgültig; dann ans die Sonne zeigend, fährt er mit demselben Tone fort: „Heute noch, nach Sonnenuntergang, wird sie sterben." — „Du Ungeheuer," wende ich mich darauf an ihn, „ist das eine Sprache? Hast du kein Mitleid mit einem kranken Menschen? Sprächst du von deinem Hunde dort, würden mich deine Worte nicht wundernehmen!" „Aber, warum ereiferst du dich denn, Um (mein Vater), sie ist ja doch nur eine Bongosklavin!" „Ist sie aus was immer für einem Stamm und auch Sklavin, so ist und bleibt sie immer noch ein Mensch und von einem Menschen, der dem Tode nahe ist, spricht man nicht wie von einem Hunde! Mach auf, ich will sie sehen!" Schnell zog er die Matte weg und rief die Alte heraus. Mein Gott, welch ein Wesen kam da zum Vorschein! Unwillkürlich wandte ich mich schaudernd ab. Ein lebendes Gerippe, nur mit Haut überzogen und einigen Fellen bekleidet, kauerte zu meinen Füßen. Indessen hatten sich alle Bewohner der Niederlassung, groß und klein, um uns versammelt und lauschten ans jedes meiner Worte. Ich fragte teilnahmsvoll die Arme, ob sie krank wäre und wo es ihr weh tue. „Kek ndgan:“ („Der Hunger bringt mich um!") antwortete sie mit kaum vernehmbarer Stimme. „Warum gebt ihr denn dieser Armen nichts zu essen?" fragte ich, zu den umstehenden Leuten gewendet. „O Um (Vater), wovon sollen wir ihr geben; wir haben selbst nichts und werden auch vor Hunger sterben müssen!" Ich sah gar bald, daß jenes arme Geschöpf dem Leibe nach wohl nicht mehr zu retten war; Krankheit und besonders der nagende Hunger hatten ihre Lebenskräfte aufgezehrt; das ganze Augenmerk mußte ans die Rettung ihrer Seele gerichtet werden und deshalb nahm ich mir vor, alle Tage hieher zu kommen und sie zu unterrichten. Zu Hause angekommen, erzählte ich das Vorgefallene dem hochw. P. Obern. Er billigte meinen Entschluß und riet mir zugleich, ihr immer etwas zum Essen zu bringen, da so meine Worte leichter Eingang finden würden. Hocherfteut war das arme Wesen, als ich ihr tags darauf Fleisch brachte. Sofort teilte sie davon den anderen mit, die bei meinem Erscheinen von neuem herbeigeeilt waren. Ohne weiteres begann ich ihr von dem wahren Gotte zu sprechen; da sie aber aus dem Stamme der Bongo und der Djursprache nicht recht mächtig war, übersetzte ihre Schwester, die glücklicherweise auch in einer dieser Hütten wohnte und gut Djur konnte, getreu meine Worte. Sie hörte aufmerksam zu und ich merkte gleich, daß ich es mit einer gut geneigten und willigen Seele zu tun hatte. — Ungefähr 14 Tage waren verflossen; die alte Sklavin hatte die notwendigsten Glaubenslehren vernommen, als auch schon, schneller als ich geglaubt, die Stunde ihrer Auflösung heranrückte. Am 10. Mai begab ich mich wie gewöhnlich zur Ansiedlung, als ich schon von Ferne eine gewisse Unruhe unter den Leuten bemerkte. Ein Ahnen von dem Bevorstehen eines wichtigen Ereignisses zog plötzlich durch meine Seele. „Sie stirbt, sie stirbt!" riefen mir einige zu. Der Eingang war offen. Ich mußte sehen, wie es um die Kranke eigentlich stehe. Ich bückte mich, um auf allen Vieren durch das kleine Loch ins Innere zu gelangen. Allein schon bei dem ersten Versuch wollte sich meine Natur empören. Der hl. Petrus Klati er selbst mußte bei einem solchen Fall einmal die Geißel an sich gebrauchen und auch mir, obwohl die Umstände bei weitem nicht so arg waren, wie wir es im Leben jenes Heiligen lesen, gelang es nur mit dem Aufgebot aller Selbstüberwindung, deren ich fähig war. Aber aushalten konnte ich es nicht in diesem engen, finsteren, verpesteten Raume, schnell machte ich ein Loch ins Dach, das die Leute von außen noch erweiterten. Jetzt erst konnte ich etwas sehen. Da lag die Arme, unter betn Kopf ein Stück Holz als Kissen, auf eine Antilopenhaut hingestreckt. Zu Füßen rauchte ein Feuer, das die Schwester der Kranken hie und da anschürte. Der Zustand letzterer war verzweifelt. Jeder Augenblick war kostbar, ihre Seele mußte heute, da sie noch bei Sinnen war, in Sicherheit gebracht werden, tun nicht vielleicht schon heute nachts oder morgen im Höllenpfnhl zu brennen. Ich wiederholte ihr noch einmal die zur Taufe erforderlichen Wahrheiten. Da sie nur mehr sehr schwer sprechen konnte, nickte sie mit dem Kopf, um mir verstehen zu geben, daß sie alles glaube. Als ich sie hierauf fragte, ob sie das Wapi uei (Wasser der Seelentaufe) wünsche, antwortete sie: „Ja, sehr gern, aber du weißt, daß ich Wasser nicht leicht vertrage." — „Nur keine Furcht," tröstete ich sie, „du brauchst es nicht zu trinken, ich gieße dir nur ein wenig davon auf den Kopf." — „Nun, wenn es so ist," meinte sie, „dann gib es mir nur gleich; ich will nicht ins .Haus des Feuers' dieses Erdenlebens, während ihre Seele dort oben im besseren Vaterland ihren Schöpfer schaute und ihn für die große ihr erwiesene Gnade loben wird in alle Ewigkeit. P St. V. F. S. C. Line neue Eroberung. Es war im Monate des heiligen Rosenkranzes, als an einem Samstag sich ein Neger bei unserer Pforte einfand. Ohne viele Komplimente zu machen, brachte er folgende Bitte zu den Bösen kommen." Da wir im Marienmonat Mai waren, taufte ich sie ans den Namen Maria. Es war meine erste Taufe — eine Taufe im Walde. Schon am nächsten und in den wenigen darauffolgenden Tagen fand ich sie fast immer außer Bewußtsein. Am vierten Tage, Schutzfest des hl. Josef, als ich nachmittags wiederkam und nach ihr fragte, zeigte man mir stumm einen frischen Erdhügel im Hofe. Da schlief sie nun im kühlen Schoße der Erde und ruhte aus von den überstandenen Mühseligkeiten vor: „Ich bin krank und weiß, daß ihr die Armen aufnehmet und sie gut behandelt; ich will daher immer bei euch bleiben; ins Krankenhaus will ich nicht gehen." Wir benachrichtigten sogleich den hochw. P. Rektor, der ihn nach ein paar Fragen aufnahm. Der Arme trat also ein und wir sorgten dafür, daß er gleich zu Bette gehen konnte, da seine Krankheit gefährlich und schon weit vorgeschritten war. Mohammed, so hieß der Neger, war von Geburt ein Schilluk. Mutter Natur hatte ihn etwas karg mit natürlichen Gaben beschert; er war von Jugend auf an einem Fuße gelähmt, so daß er nur mit Mühe gehen konnte und genötigt war, fast immer zu Hause zu bleiben; so wuchs er denn auf, ohne viel mehr von der Welt gesehen zu haben als die vier Mauern, innerhalb welcher er lebte. Seinen Vater hatte er nie kennen gelernt, konnte mir daher auch nichts über ihn mitteilen. Seine Mutter hingegen war sehr besorgt um ihn; sie selbst sorgte dafür, daß er stets etwas zu arbeiten hatte, um sich wenigstens notdürftig seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Meistens war er mit Mattenflechten und mit Kornmahlen beschäftigt. Unter diesen Verhältnissen aufgewachsen, dachte er auch bald daran, sich eine Lebensgefährtin zu besorgen, was ihm mit Hilfe der Mutter auch gelang, und eines schönen Tages war er Vater eines kleinen Sohnes. Aber nicht lange behagte ihm das einförmige Leben und auch der Verdienst war bald zu gering, um die jetzt vier Köpfe starke Familie zu ernähren, und so entschloß er sich, auszuwandern und sich ein neues Heim zu suchen. Auf dieser Wanderschaft gelangte er bis hiehernach Assuan, wo er sich endlich niederließ. Es gelang ihm auch anfangs, sich durchzuschlagen, wenigstens solange er noch gesund war. Aber nicht allzu lange währte die Herrlichkeit; das ungewohnte Klima, die schlechte und spärliche Nahrung rieben seine Kräfte zusehends auf. Zum Ueber-fluß war seine bessere Hälfte dieses Lebens auch schon überdrüssig und ließ ihn eines schönen Tages im Stiche. Jetzt drangen seine Freunde und Bekannten in ihn, sich in das Krankenhaus zu begeben. Doch er wollte durchaus nichts davon wissen und entschloß sich endlich notgedrungen, an unserer Tür anzuklopfen. Hier wurde er auch wirklich, wie ich bereits gesagt, liebevoll aufgenommen. Die Freude, die er darüber empfand, ist unbeschreiblich. Fast jeden Tag kam seine Mutter, um ihn zu besuchen und sich nach ihm zu erkundigen. So ging es einige Tage; doch die Krankheit schritt immer weiter voran und da sein Leben nicht mehr zu retten war, mußten wir zu retten suchen, was noch zu retten incur, seine unsterbliche Seele. Doch das war ein hartes Stück Arbeit, da der Arme von der christlichen Religion und vom Verlassen seiner bisherigen Gewohnheiten nichts wissen wollte. Hochw. P. Rektor ließ sich aber keine Zeit und keine Mühe gereuen, die er auf das Heil dieses Unglücklichen verwendete; doch scheinbar war alles vergebens; mit dem Vorschreiten seiner Krankheit wurde auch er verstockter. Auch seine Landsleute gaben sich alle Mühe, ihn von der Wahrheit dessen zu überzeugen, was der seeleneifrige Missionär ihm vortrug. Wie wir alles in Bewegung setzten, um seine Seele zu retten, so ließ auch der böse Feind nichts unversucht, um sich ja diese Beute, die er schon sein wähnte, nicht entreißen zu lassen. Da alle menschlichen Mittel versagten, griffen wir zum Gebet und hielten eine neuntägige Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria, um durch ihre Fürbitte dem Armen die Gnade der Bekehrung zu erwirken. Maria, die der Schlange den Kopf zertreten, bewältigte auch diesmal ihren Feind und bemächtigte sich bald des Herzens unseres Mohammed. Da der Missionär diese Sinnesänderung wahrnahm und der Kranke jetzt selbst um die Taufe bat, zugleich die Krankheit keinen langen Aufschub mehr zuließ, gewährte er ihm seine Bitte und goß das Wasser der Wiedergeburt über sein Haupt. Nur noch zwei Tage überlebte Josef (diesen Namen hatte er bei der heiligen Taufe erhalten) diesen seinen Freudentag. Diese kurze Frist wurde dazu benützt, ihn noch so gut als möglich auf den Tod vorzubereiten. Auch Josef tat sein möglichstes, so viel man eben nach einer so kurzen Unterweisung von ihm erwarten konnte, um sich noch so viel als möglich für das jenseitige Leben, das er sich in nur 17 Tagen erworben hatte, zu verdienen. Ganz ergeben in Gottes heiligen Willen, hauchte er daun zwei Tage nach seiner Wiedergeburt seine Seele ans unter dem Beistand der Kirche. Wer vermag die Freude und den Trost zu schildern, den das Herz des Missionärs bei einer solchen Bekehrung in elfter Stunde empfindet! Er hat allen Freuden dieser Welt entsagt, um nur noch an dem Heile der Unglücklichsten seine Freude und seinen Trost zu finden. Möge uns der Herr in seiner Güte nur recht viele solche Freudentage verschaffen! Doch hie und da spielt auch ein anderer Faktor mit, der es dem Missionär manchmal sogar unmöglich macht, sich bie Freuden zu verschaffen, der Geldpnnkt. Wir vertrauen aber auf unsere großmütigen Wohltäter; sie werden uns sicher nicht im Stiche lassen und das Ihre beitragen, um uns wenigstens recht häufig diesen Trost und diese Freude zu verschaffen. Eine M i s s i o n s s ch w e st e r. SS n Verschiedenes. H H Die Bedeutung derDeidenmission kür die Deimatsgemeinde. Mie die franso fischen Beamten die Neger zivilisieren. Der evangelische Prediger Werkshagen schreibt im „Tag" : „Der Sinn für die Missionen pflegt nur durch hingebende Arbeit der einzelnen Geistlichen in ihren Gemeinden geweckt zu werden. Wieviel sich die armen Neger von einer freiinanrerischen Kolonialregierung zu versprechen haben, wie große Freunde der Freiheit und des Fortschrittes die französischen „Nonnenhetzer" und Eine Nilbarke. Und die Erfahrung hat gelehrt, daß es wenigstens auf dem Lande kein besseres Mittel gibt, in „toten Gemeinden" Leben zu entzünden, als wenn es dem Pfarrer gelingt, Interesse und Liebe für die Missionssache zu erzeugen. Gemeinden, die einmal für die Sache der Heidenmission gewonnen sind, sind in der Regel auch bald bereit, den Fragen und Sorgen des kirchlichen Lebens ihr Herz und ihre opferwillige Hand zuzuwenden. Man könnte beinahe sagen: wäre die Mission nicht da, so müßte sie erfunden werden mit der heimatlichen Gemeinden willen, wenigstens soweit es sich um ländliche Gemeinden handelt." So der genannte evangelische Prediger. Jedenfalls haben seine Ausführungen einen wahren Kern und manchen Seelsorgen auch in unserem Vaterland wäre ihre Beherzigung anzuempfehlen. „Klosterstürmer" sind, ganz besonders aber, wie uneigennützig, wie menschlich und selbstaufopfernd sie ihre dreipunktierte „Brüderlichkeit" ausüben, beweist die jüngst erhobene Anklage gegen den Generalgouverneur Gentil von Französisch-Kongo (Afrika). Mehreren Blättern zufolge wird in dein Bericht des jüngst verstorbenen Grafen Brazza an den Kolonialminister das Treiben des Herrn Gentil in ein grausiges Licht gestellt. In demselben wird erklärt, Gentil habe durch sein Vorgehen die europäischen Kaufleute ermutigt, die Eingebornen in schrecklicher Weise auszubeuten ... Nicht nur die untergeordneten Beamten, sondern auch Gentil selbst haben stich schwere Grausamkeiten gegen die Eingebornen zuschulden kommen lassen. Gentil habe die Eingebornen wiederholt durch ungesetzliche Steuern bedrückt, sie in der ungeheuerlichsten Weise foltern und summarisch hinrichten lassen. Er habe angeblich 20.000 Neger, durch die er die Vorräte Im königlichen Hof der Residenzstadt der Schillukköuige. Jede Frau des Königs hat ihren eigenen Palast, wenn man diesen Namen so profanieren darf, d. h. eine Hütte wie alle anderen Schillukhütten. Jede Hütte hat seinen kleinen, äußerst reinlich gehaltenen Hof, mit Durrahsteugelu umfriedet. Einen solchen Hof sieht der Leser auf dem Bilde Seite 243. Neben dem Eingang steht die aus Gras geflochtene Türe. Die Wasserköpfe liegen int Hofe. Der an den Zaun gelehnte junge Bursch ist der Sohn des im Kampfe mit den Mahdisten gefallenen Königs Joho. Der heilige Baum von Matarieh. Das Bild auf Seite 245 zeigt uns den bei den alten Pilgern so berühmt gewordenen Marienbanm. Einige nähere Details über ihn mögen hier folgen. Die Straße von Heliopolis nach Matarieh, die am Jesuitengarten mit einer Lonrdeskapellc vorbeiführt, bringt den Besucher Aegyptens zu dem Eingang in den sogenannten „Balsamgarten". Eine schöne Allee führt durch den Garten, voll von Orangen, Palmen, Granaten, Bananen und anderen herrlichen orientalischen Gewächsen. Im Hintergrund sieht man einen altehrwürdigen Baum, von einem Lattenzann umgeben, inmitten eines Rondells. Der arabische Wächter sperrt den Zaun auf, läßt den Besucher eintreten und so steht man unter dem „Marienbaum", unter welchem Maria mit dem Jesnkind, von Heliopolis kommend, geruht haben soll. Betrachten wir jetzt den Baum. Es ist eine Sykomore oder wilder Feigenbaum, die wahre Sykomore des Orients, allgemein „Marienbanm" genannt. Der Bannt ist 8 Meter hoch, der Stamm hat 6 Meter Umfang. Der Stamm ist hohl und nicht gerade, sondern von Süd nach Nord geneigt, so daß er als Hälfte eines Stammes erscheinen möchte; die mächtigen, blätterreichen Aeste bedecken eine weite Strecke mit ihrem Schatten. Wie vom Wetter zerschlagen, streckt der Baumriese voll tiefer Spalten und Löcher seine Arme in die Höhe. Stamm und Aeste sind mit Namen von Pilgern bedeckt und würde derselbe nicht bewacht gegen Ausplünderung, so wäre er wohl schon verschwunden. Ein paar Blätter nimmt sich jeder mit und manche schneiden sich trotz des Protestes des Wächters Zweige und Holzstücke ab. Im Sommer und Herbst sind die dicken Aeste mit vielen runden, mittelgroßen und fleischfarbenen Wildfeigen bedeckt, welche von I für die Truppen an den Tsadsee transportieren I läßt, geopfert. — Und solche Beamte wollen an der Spitze der Zivilisation schreiten! kleinen, blätterlosen Trieben getragen werden. Die Eingebornen essen die Sommerfeigen, die, frisch genossen, keinen unangenehmen Geschmack haben (er erinnert an Aepfel und Erdbeeren), aber schon bald sehr unappetitlich schmecken. Das Holz des Baumes ist schwerund unverwüstlich. Die prächtigen Sarkophage der Mumien, die man trotz ihres Alters von 3000 Jahren in den Museen ohne Spur von Verderbnis sieht, sind ans diesem Holze. Die Sykomore ist in Unterägypten sehr häufig. Früher hatte der Baum die Form eines umgekehrten Y, aber im Jahre 1656 fiel die eine Hälfte. Die Franziskaner in Kairo schafften den gefallenen Teil in die Sakristei ihrer Kirche, wo sie ihn lange als Gegenstand der Verehrung bewahrten. Der andere Teil verschwand bald nach 1694. Ans den Wurzeln trieb nun der heutige Baum hervor. Aus der Form, die der Baum einst hatte, erklären sich die lieblichen Legenden der Christen und Muselmanen. Nach der Tradition soll sich nämlich der Baum geöffnet und der Gottesmutter einen bequemen Sitz geboten haben. In dieser Höhlung brannten noch im 15. Jahrhundert zwei ewige Lampen zu Ehren der heiligen Jungfrau. Die Pilger traten einer nach dem anderen in die Höhlung und beteten ein andächtiges: „Gegrüßet seist btt, Maria!" Auch galt das Holz als heilkräftig gegen Fieber. Das Bild auf Seite 247 zeigt dem Leser eine der edelsten Nutzpflanzen Afrikas, die Banane, die Ernährerin von Millionen Neger. Sie ist hauptsächlich auf beiden Seiten des Aeqnators bis zum 15. Grad verbreitet. Sie liebt eine durchschnittliche Temperatur von 26—28 Grad Celsius. Die Banane hat einen saftigen, kraut-artigen, zuweilen baumartigen Stamm. Die Blüten sind dicht gedrängt. Die weichen, beerartigen Früchte dienen, wie schon erwähnt, zur täglichen Nahrung für Millionen von Menschen; auch die jungen Sprossen finden ihre Verwertung als Gemüse. Die 60 Zentimeter breiten und oft 2—4 Meter langen Blätter dienen den Eingebornen als Sonnenschirme und die Fasern der Blattscheiden werden zu Stricken benutzt. Auf Seite 257 sieht der Leser eine jener gewaltigen Sphinxalleen, welche gleichsam als Strahlen von jedem größeren altägyptischen Heiligtum ausgingen. Die abgesägten Köpfe dieser gewaltigen Widdersphinxe liegen meist neben ihnen Zu unseren Wildern. auf der Erde. Sie gehört zu einem Netze solcher Alleen, welche die Tempelgruppe von Karnak einerseits gürtelförmig umschlossen, anderseits, wie gesagt, strahlenförmig ausgehend, die fernen Tempelgruppen verbanden. Bischarinen (Bild auf Seite 259). Das ausgedehnte Land zwischen dem Nil und dem Roten Meer von Esneh bis nach den Gegenden von Abu-Hamed, d. h. vom 25. bis ungefähr zum 20. Grad nördlicher Breite ist vom Bolks-stamm der Bischarinen bewohnt. Sie nennen sich in ihrer Sprache Bischüri, d. h. die Bischarinen, Abkürzung des Wortes Bischariba. Sie bilden mit den übrigen Stämmen der Wüsten-bewohner, die sich bis gegen Abessinien hin erstrecken, ein einziges großes Volk. Auf der Landkarte findet man die Namen von Bischarinen, Amrab, Amarara, Fugara, Betranne, Hadendoa usw. Jedoch unter allen diesen Völkern findet sich kein wesentlicher Unterschied. Alle haben eine und dieselbe Sprache, gleiche Kleidung, gleiche Gebräuche und Sitten. Das vomBischarinen-stamm bewohnte Land heißt etbai, d. h. das Gebirge, Abkürzung von etbai tu. Wer sich diese Gegend als ein trostloses, vollständig dürres Land vorstellte, würde sich täuschen. Es ist nämlich mit Vielen Zisternen und Brunnen versehen, deren sich bisweilen mehrere ganz nahe zusammen finden. Mit Ausnahme weniger Brunnen, die schlechtes Wasser enthalten, und einiger anderer längs dem Roten Meer, deren Wasser salzig und bitter ist, liefern diese Brunnen ein gutes Trinkwasser. Ferner gibt es auch auf den Bergen große Steiubecken, in denen sich das Wasser auf längere Zeit erhält. Dort gibt es auch Rasenflächen und geringen Holzbestand. Rings um den Brunnen dehnen sich weite Grasflächen und mitunter auch stundenlange Wälder. Das Bischarinenland erfreut sich zweimal im Jahre des Regens. Der erste Regen beginnt im Juni und dauert bis in den August hinein. Am Anfang regnet es spärlich. Darauf aber folgen starke, alle paar Tage sich wiederholende Regenschauer, welche das ausgetrocknete Erdreich durchnässen und darauf die zahlreichen Brunnen und Wasserbecken bis zum Überlaufen füllen. Ein großer Teil dieses Regenwassers rinnt in vielen Bächen westlich dem Nil, hauptsächlich aber östlich dem Roten Meere zu. Der Regen bringt dem Bischarinen alles in Hülle und Fülle. Seine zahlreichen Kamel-, Schaf- und Ziegenherden finden in den ausgedehnten grünenden Grasflächen Üeberfluß an Nahrung. Gazellen, wilde Esel, Hasen usw. finden int dichten, mannshohen Gras reichliche Nahrung und sicheres Versteck, in dem sie jedoch zuweilen von Löwen unangenehm überrascht werden. Der Bischarme begrüßt den Regen mit Sang und Klang; es ist für ihn die Freude-zeit. Es werden häufige gemeinsame Mahlzeiten gehalten, au denen klein und groß teilnimmt, Mahlzeiten, die sich oft zweimal in der Folge wiederholen. An einem Orte sitzen die Männer, getrennt von ihnen befinden sich die Weiber und auch die Kinder haben ihren besonderen Platz. Man genießt Fleisch und Fett, süße und sauere Milch in reichstem Maße. Nachdem sich alle wohl angesättigt haben, beginnt der Gesang. Die Männer singen aus voller Kehle: „Wir sind die Wüstensöhne. Unser ist der Berg. Wir sind stark und mutig. Wir töten den Löwen. Wir sind frei. Wir tun, was wir ivollen. Keinem Herrn gehorchen wir." Darauf folgen ein stürmischer Beifall und ein gewaltiges Händeklatschen. Von neuem beginnt der Männerchor und schreit mit noch stärkerer Stimme: „Wir sind die Wüstensöhne" usw. Auch die Weiber haben indessen ihre Männer nachgeahmt, jedwede lobt die Ihrigen; sie singen: „Meine Leute sind gut, sie sind stark und tapfer, niemand ist ihnen gleich." Worte, die sie, wer weiß, wie oft, wiederholen. Die Kinder hören mit gespannten Ohren dem Gesang zu. Darauf kommt der Tanz. Männer und Weiber vollführeit gewaltige Sprünge, dermaßen, daß unter ihren Füßen der Boden dröhnt. Auch die Kinder springen und hüpfen, soweit es ihnen ihre Kräfte gestatten. Mitunter führen die Männer anstatt des gewöhnlichen Tanzes den Waffentanz auf, wobei sie sich mit Schilden, Schwertern und Lanzen begegnen. Der Bischarme wohnt in Hütten, die sehr einfach hergestellt sind. Der innere Raum hat eine ovale Form und ist ungefähr einen Fuß über den Erdboden erhöht. Um denselben ist eine Reihe zwei Fuß hoher Pfähle eingeschlagen. Jeder derselben ist mit dem gegenüberstehenden durch gebogene Stäbe verbunden, welche die Dach-konstrüktion ausmachen. Ueber diese sind Mattett gespannt, welche aus den Blättern der Dumpälme angefertigt sind. Darüber werden andere gröbere Matten gelegt, welche durch eine zweite Reihe kurzer, in die Erde getriebener Pfähle festgehalten werden. Der Eingang ist auf der breiten Seite und ist so niedrig, daß man nur kriechend hineingelangen kann. Der innere Raum, der, wie erwähnt, vom Fußboden des Zeltes etwas erhöht ist, ist mit einer Matte belegt, welche den Insassen als Schlafstätte dient. Außer dem allernötigsten Hausgerät befinden sich im Innern nur eitrige Waffen. Vor der Hütte lagern während der Nacht die Herden, die von Hunden bewacht werden. Die äußere Erscheinung des Bischarinen ist nicht angenehm. Seine Gesichtszüge stub fast kaukasisch, seine Haut ist dunkel wie Bronze. Das Haar ist üppig, sein Körperwuchs mittelgroß, hager und ebenmäßig. In der Kleidung ist der Bischa-rine sehr anspruchslos. Die Männer tragen nur eine kurze Hose (scheruäbu) und ein großes Tuch (halakäba), das sie bei etwaiger Kälte über den ganzen Körper schlagen, sonst aber nur auf dem Rücken und den Schultern tragen. Die Frauen tragen statt der Hose einen über den Hüften befestigten und bis zu den Knöcheln herabreichenden Rock (garentu) und mit dem großen Umschlagtuch verhüllen sie ihren Oberkörper bis zu den Schultern. Die kleinen Kinder sind entweder völlig nackt oder nur mit einem leichten Hemdchen bekleidet. Der Bischarine wäscht seine von Schmutz und Fett besudelten Kleider nie. Er liebt ja das Fett. Gesicht und Hände wäscht er sich in Etbai sehr selten. Die Finger seiner Hände sind mit langen Nägeln versehen; er bedient sich deren als Verteidigungswaffe im Falle, daß ihn: nichts besseres unter die Hände kommt. (Bebetserbömngen und »Empfehlungen. Gebetserhörnngen und -Empfehlungen, bei welchen nicht Name und Wohnort der Redaktion angegeben werden, werden nicht veröffentlicht. — Die Abkürzung wird durch die Redaktion besorgt. Eine Leserin des „Stern der Neger" spricht dem heiligsten Herzen Jesu ihren innigsten Dank für empfangene Wohltaten aus. M. R. B. bittet in dringenden Anliegen ums Gebet zum heiligsten Herzen Jesu, zu Maria, dem hl. Josef und Antonius. P. B. L. Eine schwer betrübte Mutter empfiehlt sich dringend dem Gebete. M. L. M. Eine hartgeprüfte Witwe empfiehlt sich innigst in das Gebet zum leidenden Heiland und allen Heiligen; besonders aberbittet sie, eines ihrer Söhne im Gebete zu gedenken. A. M. St. V. Eine kranke Person wird dem frommen Gebete empfohlen. Th. M. O. Ein Leser bittet in einer recht unangenehmen Angelegenheit von neuem ums Gebet zn den heiligsten Herzen Jesu und Mariä. I. W. L. empfiehlt eine an Nervenlähmung leidende Person dem Gebete, damit ihr Gott, wenn es sein heiligster Wille ist, die Gesundheit wieder verleihe oder doch Kraft und Gnade, ihre Krankheit geduldig und gottergeben zu ertragen. I. Pl. St. M. empfiehlt sich und verschiedene andere Personen in schweren und dringenden Angelegenheiten von neuem den: Gebete zum heiligsten Herzen Jesu. H. O. Aufgemuntert durch die zahlreichen Gnadenerweise des heiligsten Herzens Jesu, wende auch ich mich vertrauensvoll zu diesem Gnadenborn und zwar in verschiedenen recht schweren Angelegenheiten, in denen eben nur das heiligste Herz Jesu noch helfen kann, und bitte zugleich alle Leser, ihre frommen Gebete mit den meintgen zu vereinen. A. F. Gl. bittet recht inständig ums Gebet zum erbarmungsvollen Herzen Jesu und der unbefleckten Jungfrau und zwar in einem ivichtigen Anliegen. M. G. St. dankt dem heiligsten Herzen Jesu für verschiedene ihm gewährte Wohltaten; zugleich empfiehlt er sich von neuem dem Gebete zu diesem liebenswürdigen Herzen. I. M. M. empfiehlt sich sehr dem frommen Gebete der Leser um Erlangung der Gesundheit. W. F. D. bittet inständig, seiner im Gebete zu den heiligsten Herzen Jesu und Mariä zu gedenken, da er sich in äußerst bedrängter Lage befindet und nur noch von oben auf Hilfe hoffen kann. I. G. W. Bonn empfiehlt dem Gebete zu den heiligsten Herzen Jesu und Mariä drei ungläubige Katholiken. Eine tiefbetrübte Mutter empfiehlt ihren geistig und leiblich verlorenen Sohn inständig dem frommen Gebete der Leser, damit seine Seele wenigstens gerettet werde. Unsere Bitten. Der Bruder Sakristan bittet recht inständig um etwas Kirchenwäsche, ganz besonders um Chorröcke für die Kleriker sowie auch um ein rotes Meßkleid, da uns ein und dasselbe fürs ganze Jahr dienen muß. Ebenso zwei Levitenröcke für Festtage. — P. Bockenhnber und zwei andere Missionäre warten schon seit einem Jahre vergeblich auf einen guten „Guckkasten" oder photographischen Apparat, um die Mohren „abfotofaien" zu können. Erwünscht wäre: Spezial-Bulls-Eye-Kodak Nr. 4, wenigstens 12 X 12‘/2 cm groß. verantwort!. Stibrtttldter; P. Georg flßarla Uflrfc F. S. C. — Krevverelnsdruckcret, Lrtien, Südtirol. Für die Mission: M. Hansal (für Msgr. Geyer) 10.—; I. Weinberg er 4.—; Stadtpfarrer Hummel zur Gründung einer Missionsstation auf der Wasserscheide zwischen Nil und Kongo 3.51; I. Stock 40.—; N. N. Bi slanders 20.—, Zur Persolvicrung heiliger Messen: Aus Engers 25.74; A. N. Reutte 10.— ; I. Kn. Innsbruck 100.— ; M. R. Völs 2.— ; I. W. Losenstein 4.— ; N. N. Milland 10.—; A. R. Winklern 6.—; H. H. Benes. Bacher 222.96; Lehrerin Fröhlich 13.62 ; aus Baden 117.—; H. H. Feder 2.—; Josef Wilfling 21.40; Bar. 0. Nagel 65.82; Pfarramt Losberg 9.60; I. St. ■ Sexten 5.—; N. N. 136.89; Württemberg Bersch. 65.52; N. N. Milland 10.—. Außerdem sandten ein: M. Obertiinpfler Wolle; Filom. Oberst. 100 kg Apfel; Kath. Preß verein Brixen Bücher für die Bibliothek, mehrere Briefmarken; N. N. Baden zwei Chorröcke und Alben; N. Kn. Wäsche; I. Müller eine prächtige See-mnschel; Gräfin von Zastrow in Eppan Änfichts-karten und Briefmarken; A. M. St. Valentin Tuch; N. N. Villanders einige Dutzend Rosenkränze. „© Derr, verleibe allen unseren Mobltätern um deines IRamens willen das ewige %eben V* Inseratenpreise: 1/2 Seite 20 K — 1/4 Seite 12 K — 1/8 Seite 7 K — 1/16 Seite 4 K — bei Mliederbolungen bebet IRabatt. AbsuyementZ-Einlaözmg. Mit Neujahr erscheint eine Monatsschrift unter dem Titel: St. josefs-pekkm, Monatsschrift für alle Verehrer des hl. Josef, für die Mitglieder der St. Josefs-Bruderschaft und des Vereins der hl. Familie von Nazareth. Jährlich 12 Hefte zu 16—20 Seiten stark mit Illustrationen, enthaltend Belehrungen, Erbauungen, Erzählungen, Gedichte usw. Der Jahrespreis ist frei ins Haus nur Mk. 1.20. Heft 1 erscheint int November. An allen größeren Orten werden Agenturen errichtet. Hochachtend Heöctffioit und Verlag des „5t. Iosefs-Glöcklem". Steinbruck, Post Raubling, Oberbayern. 2Iböilll£Hi£lttS: lEmlüÖUM Seit 1904 erscheint eine Armen - Seelenmonatsschrift unter dem —........ ............ a Titel: „Der yftmen-Seelen-gote“, Monatsschrift zum Troste der leidenden Seelen im Fegfeuer, abwechselnd mit einem Anhang von der Verehrung des heiligen Antlitzes und des aller-heiligsten Altarssakramentes. jährlich 12 Hefte, je 18 Seiten Text mit Bildern in Umschlag, enthaltend Belehrungen, Erbauungen, Erzählungen, Gedichte usw. Jnseratcnanhang. Der Preis ist (frei ins Haus) für die Schweiz Mk. 2.70, Deutschland Mk. 1.85, Oesterreich Mk. 1.90. Brave, zuverlässige Personen, welche diese Monatsschrift verbreiten, erhalten Prospekte und Berkaufs-bedingnngen. Im Buchhandel Mk. 2.—. Inserate: die ziveispaltige Petitzeile 60 Pfennig und iverden nur von reell katholischen Firmen aufgenommen. Agenten erhalten hohen Rabatt. Das zehnte Heft des zweiten Jahrganges ist erschienen. Zahlreichen Bestellungen entgegensehend, zeichnet Hochachtungsvoll IReöafitton und Verlag des „Armen-Seelen-Voten", Steinbruck, Post Raubling, Oberbayern. Der erste Jahrgang des „Armen-Seelen-Botcn" kann gegen Einsendung von Mk. 1.75 noch nachbezogcn werden. K Im gleichen Verlag erscheint seit 1905 eine Zeitschrift: „3er katholische VolksfretmQ“, zur Unterhaltung und Belehrung. Monatlich eine Nummer je 16—20 Seiten stark mit Illustrationen. Enthaltend: Belehrungen, kirchliche und politische Rundschau, Interessantes, Erzählungen, darunter heitere usw., Vexierbilder, Bilderrätsel. Der Preis ist (frei ins Hans) per Jahr nur Mk. 1.70 oder Fr. 2.20. Die achte Nummer ist erschienen. — Wir suchen in allen Orten Personen zum Vertrieb desselben gegen hohen Rabatt. Abonnements können auch bei jedem Postamt und Postboten gemacht werden. Der Jahrgang 1906 beginnt mit Dezember. Volkslieder mit Noten und Begleitakkorden. — Sittlich mit. — Bisher drei Lieferungen. Gebunden ä 50 h. Im Selbstverlag Ul. lfölzl, Altenmarkt bei Radstadt. Bei etwas größeren Bestellungen hoher Rabatt. Ebenso und ebendort »Aiebelkmder, betet anV, Neun gemeinsame Anbetungsstnnden, Meß-, Beicht-, Kommnnionandacht rc., mit Stricklein zum Absetzen. Gebunden 25 oder 40 h. Kongregation der „Sodne des bettigsten Derzens Aesu"» kDiffionare kür LentraLakrika, 't23k *^3k (SSb. Außer Priestern und Theslogen, weiche Neigung und Beruf zum Ordensstande haben und sich dieser Mission widmen mofien, finden in dieser Kongregation Aufnahme Studenten der oberen Gymnasialklassen, welche in entsprechendem Alter stehen und Neigung zum Ordensstande haben: endlich sind auch Laien (als Handwerker, Bauern usw st als Ordensbrüder sehr erwünscht und für das Wirken der Kongregation von großer Wichtigkeit. — Es werden auch brave und talentierte Anaben aufgenommen und zu Missionspriestern ausgebildet, sowohl solche, welche noch keine, als solche, welche bereits eine oder mehrere Gymnasialklassen gemacht haben. Wegen der sonstigen Aufnahmsbedingungen wende man sich vertrauensvoll an den Obern des Missionshauses der „Söhne des heiligsten Herzens Jesu" in Nilland bei Vrixen, Tirol. Si. petrus Claver-Soäa'filt fir Me ajrikan. Missionen, Hom, via steil’ öimaia 18 -st jvtaria Sorg bei Salzburg, Österreich. Wer einem besonderen Zuge des Herzens folgend, aus Liebe zu den verlassensten Seelen in Afrika sein Leben ganz in den Dienst der afrikanischen Missionäre und Missionsschwestern stellen möchte, wird auf die St. Petrus Claver-Sodalität, eine vom heiligen Stuhle genehmigte weibliche Hilfsmissionsgesellschaft zur Unterstützung der afrikanischen Missionen, aufmerksam gemacht. Genannte Sodalität besitzt bereits zwei Probehäuser, das eine in Nom, das andere in Maria Sorg bei Salzburg. — Fräulein mit sehr sorgfältiger Erziehung, in erster Linie solche, welche die Kenntnis mehrerer Umgangssprachen besitzen, finden Aufnahme. Erläuternde Druckschriften stehen zur Verfügung. Man wende sich an die Generalleiterin Gräfin Maria Theresia Ledochowska, Rom, via bell' Olmata 18, oder an die Leiterin des Missionshauses zu Maria Sorg bei Salzburg, Österreich. 1kimftgIocken= Gießerei . Gebr. l Äoerascher München. j P& "... .. HiorM" " empfiehlt ' sich zur Ilnfertigung < ^ von NirchenMcken in jeder Größe und Schwere sowie Geläuten in harmonisch-melodischer Stimmung. Umguß von alten Glocken. Einen: hochw. Klerus und tits. Behörden steht unser reich illustr. Prachtkatalpg franko gerne zu Diensten. Beste Referenzen. Prompte Bedienung. Inhalt: Erste allgemeine katholische Missionsfeier in m Berlin.............'...............241 Gehet hinaus in alle Welt und predigt das Evangelium allen Menschen! . . . 249 Die Engländer im Sudan (Fortsechnng) . . 252 Bei den Schilluk............... 253 lieber Blutrache im Sudan............255 Ans dem Missionsleben: Eine Taufe im Walde 256 Eine neue Eroberung....... 259 Verschiedenes: Die Bedeutung der Heiden-^ mission für die Heimatsgemeinde . . 261 Wie französische Beamte Neger zivilisieren 261 Gebets - Erhörungen und -Empfehlungen; Unsere Bitten . . . . ... . -264 Abbildungen: Jur königlichen Hof der Residenzstadt der Schillnkkönige. — Der heilige Baum von Matarieh. — Banane. Sphinxallee. — Bischarinen. ----- Eine Nilbarke.