«immer 10. Pet»«», »e, IQ. fUrj 1901. XU. Z«hr§»g. PettauerZeitunft. Erscheint jeden Fonnrag. Pre!» sür Peitau mit Zustellung in« Hau«: Monatlich 80 h, vierteljährig K 8.40, haldjihng K 4.80, ga»,jjhrig K 9.—, mit Postverscndung im Inland«! Monaili» 86 h, »ierteljührig K 2.60, halbjährig K 6.—, gan»,ährig K 9.60. - «in^Int Nummern 20 h. Handschriften werden nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beitrüge sind erwünscht und wollen löngstrn« big Freitag jeder Woche eingesandt werden. Die Erhöhung der Gemeinde-Umlagen. Wie unsere Leser dem Berichte über die GemeinderathSsitzung vom 6. d. M. entnehme», wurde die Erhöhung der Gemeindeumlagen von 30*/, aus 40*/, beschlösse». eS ist also jene» E.eigniS eingetreten, welche« die Gegner der der. malige» Gemeindevertretung seit Jahren a>S Folge der zu groß?» GemeiiideauSgaden in Aussicht stellten. indeS die G< meiuderäthe mit dem Bürger-meister an der Spitze jederzeit erklärten, dass eiue Nmlageiierhöhuiig weder geplant. »och noth-wendig sei. Unsere Leser kennen u»S hoffentlich so weit, das« wir absolut nicht geneigt sind, Fehler zu beschönige», oder gar aT» Gesälligkeit für einflußreiche Persönlichtnten die Thatsache» zu verdrehe» und der Oefsenllichkeit eine» blauen Dunst vorzumachen, wir werde» uns daher begnügen, eiu getreue« Bild der wahre» Sachlage zu ent-werfen, daß Urtheil aber der Bevölkerung selbst ' überlasse». Mit Erlaß des steierm. LandeSau«schusse« vom 2. Jänner 1896 wnrde der Stadtgemeinde Pettau die Bewilligung zur Einhebniig einer Brant-wetnumlage von 4 Kreuzer per Hektoliter und Grad auf drei Jahre ertheilt uud in der Sitzung vom 8. Oktober 1900 beschloß der Gemtt«d«ath. diese Umlage auf weftere tirrl Jahre einzukleben. Der Ertrag dieser Umlage war im Boranschlage pro 1901 mit 4000 K aufgenommen und nur auf dieser Grundlage war da« Gleich-ge w i ch t im G e m e i n d e h a u S h a l t e pr o 1901 gesichert. Auf Grund dieser Beschlüsse wurde an den steierm. LandeSciuSschnß die Bitte um Bewilligung zur weiteren EinHebung dieser Umlage gerichtet. Run wurde diese« Ansuchen der S t a d t g r m e i n d e abgewiesen ». z. darum, weil inde« da« Land eine Umlage von lb kr. beschlossen hatte, während na ch einem Regierung S- Der Kadett. In den Märchen heibt eS: Er war ein armer Page und sie war eine Prinzessin. Dai ist eine böchst unangenehme Situation. Zumeist endigt so eine Geschichte lrtal und da« Lied meldet von den Liebenden: Sie mußten beide sterben, sie hatte» sich viel zu lieb . . . Aber wenn e r ein Kadett ist und sie die Tochter eine« Obersten, dann steht die Sache »och viel hoffnungsloser. Denn so ei» Page in den Märchen entpuppt sich oft al« ein heimlicher Prinz, oder er zieht au« und erobert flink ein Königreich, und wenn er dann an der Spitze einer siegreichen Armee Heimkehrt, so steht er dem königliche» Vater der Geliebten ebenbürtig gegeinlber, der Alte hat nich« mehr zu reden und die Priiizessi» macht zum Schluss noch eine sehr gute Partie. Das alle« kommt bei einem Kadetten nicht vor; noch dazu, wenn der Kadett nnr ei» Reserve-Kadett ist. was noch unendlich weniger al« ei» Kadett und erlasse die Brautwejnumlage 11 kr. überhaupt nicht über steige» darf. In derselben u»ange»eh«en Lage wit Petlau, ändert EinnahmKquellen suchen zu müsse», befinden sich auch die Städte Marburg uud Eilli und Pettau ist nur dem Beispiele dieser Städte gtsolgt. indem es au« diesem Grunde die Umlagen erhöhte. Wir glauben kaum, das» e« unsere» Gemein-berathe» leicht um» Heiz war, al« sie nahezu einstimmig die Umlagencrhohnng beschlossen, sind sie doch meist selbst Hausbesitzer und Geschäft«, leute und werden daher uicht minder getroffen wie die übrigen Steuerzahlsr. und populär macht man sich durch eine derartige Maßregel schon gar nicht —. Gab'« denn wirklick bin andere« Mittel? Die Herren waren doch «rst kürzlich in Wien und nach Graj kommen sie- auch oft genug, um von der dortigen Gemeindcivirlschast zu lerne«. In diese» Städten hat man ein einfaches Recept um die Gemeindeomlagtvrhöhung und die damit verbundene Mißstimmung der Steuerzahler zu vermeide». Btau theilt die Geb«hrung in eine .or-deutliche" uud i» eine „a,ß,rordentliche'. so wie e« der Finanzminister macht. Für die ordent-lichc Gebahrnng ist die Gemeinde activ, sür die außerordentliche werben Schnitzen gemacht, entweder bei irgend einer Bank, oder bei Gemeinde, sond«. Hat man doch anch in Pettau einst den «rmeiisond.Zerbranchi! - «1? brauchen wohl nicht erst zu sagen, das» un« diese« Reeept nicht gefällt, ober die Gemeinde hätte damit die Umlageiierhöhung auf viele Jahre hina»S>chieben können. Die Brannlweiniimlage hat der Stadt in den letzte» drei Jahre« K 11143 29 eingetragen, und sie bildete die einzige reelle Mehreinnahme der Gemeinde in einer Periode großartiger Un-ternehmungen und Jnvestitutione»; wenn also heute jemand beanständet, das« da« Gleichgewicht im SladthauShalte auf einer derart zweiselhaften Einnahme basiert wnrde. so muß ihm erwiedert werden, dass diese 11000 Krone» nicht den zehnte» Theil der Kapital'?» ausmache», welche die wenn der Oberst ei» adeliger Oberst ist. Und doch endigt diese Geschichte nicht letal — durchaus nicht. Sie endet mit einem großen und glücklichen Gelächter. Die Tochter des Obersten war eine von den gefährlichen Blondine». Bloudint» sind selten gefährlich, aber wenn sie es sind, dann sind sie lebensgefährlich. Sie war schlank und dabei voll, und ihr schöne« Haupt neigte stch ein wenig unter einer schweren Last von Gold »nd Seide. Unter der helle» Krone ihrer Stirnhaare wölbten sich zrvei dunkle Augenbraue» wie mit Tusch gemalt, aber vollkommen waschecht. Die Lider mit langen dunkle» Wimper», waren gewöhnlich ;gesenkt und lagen vor ihren Auge» wie Jalou-iee» vor den Fenstern eine« Landhauses, wenn der Frühling noch nicht gekommen »nd die Herr» schast noch in der Stadt wohnt. Aber wen» sie zuweilen die Jalousien zurückschlug — sagen wir. nm zu lüften — so stand man geblendet vo» der lruchttnde» Pracht, die sich hinter diese» Fenstern verbarg. Und erst »ach einiger Zeit Gemeinde i» de» letzte» drei Jahren zu Jnvestf tutionizwecke» vorau«gabte. Diese miserable» 11000 Kronen haben genügt, »m die Stadt zu modernisieren und ihr neue Lebenskraft einzuflöffeu und damit sind wir beim Kernpunkte angelangt. Wünscht die Bevölkerung, das« sich die Stadt entwickle, an Bevölkerung zunehme und das« der Werih der Realitäten von Jahr zu Jahr steige, da»» mus« sie auch Opfer bringen, wenn nicht, dann pflege man wieder die weise Sparsamkeit früherer Jahre, wo die Häuser geradezu werth-lo« waren, die Bevölkerung alljährlich abnahm uud Pettau am besten Wege war. zu einem Dorfe herabzuslnkeu. Gemeinderathssitzung am 6. März 1901. Unter den Mittheilungen befindet sich ein Erlajs de« steiermärkischeu Laude«auSschusse«. welcher mittheilt, das« der 7. Classe de« Kaiser Franz Joses-Gymnastnm« in Pettau vom Schul-jähre 1900/1901 an da« Recht der Öffentlich-seit und da« Reciprocität» Berhältni« anerkannt wurde. Zur Kennt»,« genommen. Ein anderrr Erlas« de« LandeSautschusse« bringt der Stadtgemeinde zur Kennini«, da,« der Lande«au»schuh bereit ist, den der Gemeinde zu-fallenden Antheil von Schnittrebe» au« der Staa««rebanloge », der Kartschowina bei Pettau nm den B>trag von 800 Kronen anzukaufen. Der Gemeinderath beschließt, diese« Anbot anzu-nehmen. Der Vorsitzende macht Mittheilung, das« er zum Zwecke de« Studium« der Wasserversor-gung PeltauS sich an de» SectionSgeologen der geolog. ReichSanstalt Dr. D r e g e r gewendet habe und erbittet sich die Erniächiigung, die nöthigen Ausgaben sür eine Untersuchung hier an Ort nnd Stelle machen zu dürsen. Ange-nommen. Der Vorsitzende theilt tveiter« mit. das« e« seinen Bemühungen gelungen sei. vom jteikrmärk. LaudeSauSschusse einen Beitrag vo» je 800 Kronen bemerkte man, dass sie dunkelbraune, glänzende Augen hatte mit enorme» Pupille». Sämmtliche Osfijiere de« Regimentes huldigten ihr; die verheiratheten bedauerten heimlich, dai« sie schon Berheirathet waren und die ledigen machten ihr ohne AnSnahnte de» Hos. Im Ganze» bemühten sich »m sie 27 Subalterne, 9 Hanpileitte. 2 Majore und sogar der dicke Oberstleutnant, der rund war w>e ein Faß uud beim Gehen schnaubte wie ein Walroß. Sie aber ließ die Jalousie,» geschlossen »nd wartete in träumerischer Ruhe aus die Herrschaft, die der Frühling bringe» würde. Und richtig, a» einem Frühlingstag zog die Herrschast ein. Es war ein Philosoph, der zur Waffenübung einrückte und sich, eh' er seinen Dienst antrat, privat beim Oberste» vorstellte. Bei diese» erste» außerdienstliche» Vorstellungen war der Oberst prinzipitll skhr liebenswürdig; grob wurde er erst am ersten Tage der Waffen-übnng; früher grob zu sein, hielt er für eine unnütze Kraftvergeudung. So legte er denn für 6 aufeinander folgende Jahre zur Betahlung der Tischler,j.Majchineu zu erhalte». Diese er-sreuliche Mittheiluug wird mit allgemeiner Be-friedigung zur Kenntni« genommen. Ferner bringt der Vorsitzende Bürgermeister auch noch zur Kenntui«, dai« der jüngste prov. SicherheitSwachman» Burg zur Wiener Sicher-heitsivache einberufe» worden fei und daher die Neubesetzung dieser Stelle nothwendig wnrde, welche provisorisch einem AuShilsSdieuer »nd Protokollisten der k k. BezirkShanptmannschast Pettau verliehe» wurde. Zur Kenntni«. Endlich bringt der StadtamtS-Borstand in de» Hauptfnmmeiz da« feststehende Ergebn!» der BolkSzählnng zur Kenntnis de» Gemei«berathe». 9n den letzten 10 Jahren stieg die Bevölkerung ans 4229, somit um 305 Personen einschließlich Militär. Hievo» sind 763 Angehörige Ungarn» und de» Auslande«. Bon den Übrige» find der Umgangssprache «ach 2920 dentsch und 5,40 slo-venisch. Die Deutschen habe» um 219 zugenommen, die Slovenen um 81 abgenommen. Katholisch sind 4074, evangelisch 46 und israelitisch 37 Peisone». Im Bersolge der Tagesordnung wurden nunmehr 3 Wahlen vorgenommen: I» die Stelliittg^Eommissio» die Herren Gemeinderäthe S t r o h m a i t r und Steud »,. i» die Mili-tärtax-BemessungS^ommission die Herren Gemeinderäthe Dr. Schöbingcr und Kasper, i» den Ausschuß des MuseunivereineS die Herren Bürgermeister O r n i g Jind die Gemeinderäthe Mahl und S e l l i u j ch e g g. Gemeinderath Mahl berichtet in Auge-legenheit der Frage des Bauplatzes für die Kaserne und stellt mit Rücksicht auf die Sach. läge nanienS de» NechtSauSschusseS den Antrag, ans de» de» Turk'jcheu Erbe» gehörige» Platz nicht mehr zu reflektiere». Angenommen. Ei» Subventionsgesuch de» WeinbauvereineS in KremS wird mit Rücksicht auf da» Bor-handeiiseiu von Vereine» mit gleicher Tendenz in unserer Stadt nach dem'Antrüge des Geldge-bahrungS-AuSschufse«. Reserent Herr Gemeinde-rath Blanke, abgewiesen. Über die Eingabe der „Südmärkischen BolkSbank" lini Einlegung von Gemeindegeldern berichtet Herr Gemeinderath Blanke und be. antragt im Namen des Finauz-AusschuffeS. die Bolksbank besten» zu unterstütze» und verfügbare Capitalien der Stadt dort ei»z»legen. Angenommen. Für das Automobil, welches zwischen Marburg und Pettau verkehren soll, wird der Weg im Stadtgebiete in folgender Weife festge-fetzt: Vom Bahnhose durch die Uiigerthorgasse aus den Florianiplatz, dort hat es 6 Minuten zu halten i»id fährt dann über den Minoriteiiplatz ic. zur Brücke. Ein Gesuch um Verleihung einer Kaffeeschank-Concession wird abzuweisen beschlossen, da kein Lokalbedars Vorhände» ist. seil- ledernes Gesicht i» ei» gewinnende» Lächeln zusammen und stimmte seine blecherne Komma», dantenstimme auf einen säuselnd-n Konversation», ton. so das« man ihn höchsten« bi« in'« vierte Zimmer hörte. Und als sich gar im Lanse de« beginnenden Gespräche« herausstellte, das« der Kadett beauftragt war. dem Obersten Grüße vo» einem befreundete» Hanptmann zu überbringen, da rief der Regimentskommandeur feine Frau und Tochter und stellte ihnen den Kadetten vor. Der Kadett erwieö sich als ein gewandter uud lustiger Plauderer. Während Mama lochte, ließ die Tochter ihre» großen ernsten Blick auf dein junge» Manne ruhe». Er fühlte diesen Blick und sei» Herz schlug. AI« er dan» «ach drei Minuten sich ein-fahl, fühlte er eine warme weiche Hand, die sich zutraulich eine» Augenblick in die seine legte. Er hatte das dunkle Gefühl, das« er diese Hand küsse» sollte. Aber zur »echte» Zeit erinnerte er sich, dass er nur ein armer Kadett anf Waffen-Übung sei. Da verbeugte er sich ei« wenig un- Dem Schuhmacher Jakob M a t h i a f ch i tz wird ganz ausnahmsweise bewilligt, auch am Mittwoch auf dem Florianiplatze eine» Verkauf«-stand auszustellen. Der Photograph Johann W i n k l e r hat den Annoncett'Ständer mit der Uhr, der in der Bahnbofallee steht, gekauft uud bittet um bis Erlauoni«, denselben als Photo,iraphie-Schau-kästen im Stadtparke aufstellen zu dürfen. Wird genehmigt. Herr Gemeiiiderath Matzl berichtet über 11 Gesuche um Verleihung der Zuständigkeit — 10 davon unter Bezugnahme auf da» neue Hei-matSgesetz — und beantragt, bei alle» mit A»S-»ahme eme« einzigen, wo die gesetzliche» Voran«, setzunge» fehle», die Bewilligung, wa« auch zum Befchluffe erhöbe» wird. .Herr Gemeinderath S e l l i n f ch e g g stellt al« Obinann und im Namen de» Theater-AuS-fchusieS de» Antrag, das Theater sür die kommende Spielzeit, d. i. November 1S01 bi« Februar 1902 zur Ausschreibung zu bringen. Dem Unternehmer werden Theaiermeister. Be-leuchtung und Beheizung und der Logenpacht bi« zur Höhe von 750 fl. gewährt. Wird äuge« nommen. Herr Gemeinderath Kasimir bringt eine» AmtSvortra^ zur Verlesung. a»S welchem hervor-geht, das« sür die in den Voranschlag anfge-nommene, »»»mehr aber gefallene Einnahme au« der Brantwein.Umlage keine Bedeckung vorlMden sei und er berichtet, das» der GeldgebahrungS-anSschus» sich sehr eingehend mit der Frage be-saßt habe und kein andere» AnSkunftSmittel znr Herstellung deS finanzielle» Gleichgewichte« ge-fünde» habe, al« die Gemeinde Umlagen vo» 30 auf 40»/» zu erhöhe». Dieser Antrag wird nach kurzer Debatte augenomme». Endlich beschließt der Gemeiiiderath über Anregung der Finanz-Sectio», bezw. deS Bürger-meister«, die Ga«glühstrümpfe vom 15. März d. I. a». statt um 30 kr. nm 20 kr. an die Eonlnnienten abzugeben. Localnachrichteu. (Heilrrr Liederlasrl.) Der 2. März wiid in den Annalen de« wackere» Pettaucr Männer-gesangvermics besonder« hervorgehoben werden müssen. Nicht nur der Verein hat für seine heitere Liedertafel große finanzielle Opfer gebracht, auch an alle Mitwirkende» wurde» große Aufor-derunge» gestellt, so das» man sage» ka»», der Erfolg des Abende« war wohlverdient »nd da« Ergebnis de« einträchtigen und hingebungsvollen Zusammenwirkens aller Kräfte. Die Männerchöre wurden mit gewohnter Exactheit und jenem wirkungsvollen Ausdrucke zu Gehör gebracht, welcher unserem MännergesangSvereine z» Eigen ist und so fanden daS „Trinklied" von Robert Schwalm. da» „Hildebraudlied" von C. Reinecke und der humoristische Mäniurchor »Der Krokvdilerich" von militärisch, nach Philosophenart und ergriff die Fluckit. Der Oberst hatte ein leichtes Stirnrun-zeln und hätte am liebsten „herstellt!" komman-dirt und ihn die Verbeugung wiederholen lassen. Weil e» noch nicht der erste Tag der Übung war, »ahm er davon Umgang. Die Tochter schaute ihm »ach mit einem milde», gütigen Lächeln. Sie gieng leise aus ihr Zimmer zurück, mit langsamen Schritte», wie sie gekommen, da« schöne blonde Haupt ein iveuig vorgeneigt. Sie »ahm mit schlanken Fingern die Stickerei auf. a» der sie gearbeitet, zog rothe Wolle in die Nadel ein und dachte dabei: „Den möchte ich Heimchen." Dass der Kadett sich in einen ähnlichen Traum verlor, ist selbstverständlich. Da« that jeder junge Mann, der der Tochter des Obersten ein einzigeSmal gegenüber gestand«». Aber schon am nächste» Tage weckte ihn der Oberst mit einem „Sie Kadett!" an« seinem Traum, das« ihm Hören und Sehen vergieng. Am zweite» Tag gab er ihm den wohlmeinende» Rath, sich | Charte« Vernäh, letzterer unter künstlerischer Elavier-begleitung be« Herrn Sangwarte« Karl Hän«gen. stürmisch« Anerkennung. Wo möglich noch größeren Erfolg erzielten die «emischten Chöre „Die Liebe ist überall" von Weiuzierl und „Litbcssrühling" Polka Mazur von A. Schaman». Hier hatte der Damenchor ^a« erste Wort und errang eine» glänzenden Sieg. Besonder« hervorzuheben ist da« Sopran-Solo de« Frl. Gisela Oschgan. eine echt künstlerische Leistung. Aber noch immer war da« Füllhorn der Gabe» noch nicht geleert. „Syritl>a" eine komische Operette von Franz Mögele mit 3 Acten, 10 Solisten. Herren- uud Damenchor in glänzender Ausstattung, offen ge-standen. »»« schwindelte etwa« angesichts de« großen Wagnisse«, aber da« Glück war den Kühnen hold da« Werk wurde ohne die geringste Störung und mit schönem Erfolge zur Darstel-lung gebracht. Besonder« hervorzuheben sind die Leistungen der Dame» Frl. P. Terdina (Shritha) »nd Frau H. E11 e r i ch (Hexe) »nd man kann ruhig sagen, das« die Dame» den Herren „über" wäre». Aber auch die Herren Dr. B r a t s ch, t s ch (Riese Gran). Dr. S ch ö b, n g e r (König Sywald) und H«rr Tvlazzi (Ritter Othar) boten schöne Leistungen und der humo-ristische Knappe. Herr C. Kasper entsesielten wahre Heiterkeit?stürme. Der umfangreich? Pro-aramm konnte erst nach Mitternacht zu Ende ge-führt werde» und e« mag wohl schon die zweite Mvrgenstunde geschlagn, habe», ehe die zahlreiche» Besucher, welche »och >>ach den Borträgen in animiertester Stimm,lug beisammen bliebe», eine Heimkehr dachte». » diese« Ziel erreicht, so wird Steierniark noch mehr als eine Million Obstbäurne pflanzen müsse», um nur den Bedarf an Obst und Obstproducten für sich zn decken. (Ein Unfall in Kriegsschiffes ..Alpern".) Da« Kriegsschiff „Afpern" wurde am 26. Februar durch ein englische« Handelsschiff beschädigt und mußte behus« Reparatur zu Shanghai eingedockt werden Wir erfahren bezüglich diese« Unfälle« nachstehende Detail« au« Shanghai: da« Schiff „Aspern" lag im Vereine mit dein Flaggenschiffe „Kaiserin und Königin Maria Theresia" nnd S. M. Schiff „Zenta" vor Shanghai im Woosung-flusse vor Äiiker. Am 26. Februar lief der von Europa kommende englische Damfer „Macedonia" ein und wollte da» im Strmnr aufgedreht, k. »nd k. Torpedoschiff vor dem Buge hassnen. Hiebei wurde die „Macedonia" in dem beengte», schmalen Flusse von der herrschenden starken Flu'hströmung start abgetrieben, so dass nicht verhindert werde» konnte. dass der Dampfer de» Bug das Schiff „Aspern" im Vorbeifahren stresste. Da die „Macedonia" gute Fahrt hatte. daS Kriegsschiff in der Strömling aber stark in den Kelten lag, weder momentan losgemacht, noch anderswie geschlitzt werden konnte, so riß der Handelsdampfer im Vorbeigleiten den Vordersteven weg und es verlor die „Aspern" hiedurch ihren Ranimbug, welcher sofort versank. Dieser Sporn — ,i» massive« Gußstahlsuick von vier bi» sechs Tonnen Gewicht — ist ein Schiffstheil schwierigster Erzeugung; derselbe konnte aber in dem seichten sieben englische Fuß nirgends übersteigenden Gewässer bald wieder gesunden »nd von den Tauchern an die Ober-fläche gebracht werde». Obgleich da» Schiff „Alpern 2400 Tonne» Deplacement besitzt, so konnte sie glücklicherweise in SlMghai selbst bald eingedockt werde» und eS enfiel die Nothwendigkeit, da» havarirte Schiff iu einen andere» Hase» der japanische» oder chinesischen Küste bringe» zn müssen. Die Arbeit selbst, »ämlich die Wicdera»bri»g»»g d,« Raminsteve»« und da« Schließen der vorderen Bleche ist nicht so schwierig und kann binnen vier Woche» bewirkt werde». Es steht ga»z außer Frage, das« die Herstellungskosten von da englische» Gesellschaft getragen werden müssen; dieselben dürften sich schätzungsweise inclnsive aller Neben-auSlagen für da» Eindocken, die Taucherarbeit k. auf 1000 Pfund stellen. (Unfrrr Kriegsschiffe bei einer Lrand-katakrophe in Yokohama.) Gelegentlich d,S jüngsten Aufenthalte« unserer ostasiatischen Kreuzer-eScadre, nämlich der Schiffe „Kaiserin und Kö> nigi» Maria Theresia", „Aspern" »nd „Zenta' in Uokohama brach auf dem im Hafen liegen-den HandelSdampfer „Achill?»" der englischen Blauichornstein-Liuie ein Feuer au«, da« alsbald große Dimensionen annahm. Die ersten im 5asen. die da« dem Schiffe drohende Unglück wahrnahmen, waren unsere Kriegsschiffe, und unverzüglich ru-derten auf Befehl de« EScadre>Eoina»danten Eontreadmiral» Grafen Montecuccoli drei Boote mit unseren Matrosen und mit Löschmate-riale» zur Hilfeleistung ans da« schon in Flammen stehende Schiff. Später betheiligten sich an dem Rettu»g«werke auch noch je ein Bot der Hafenpolizei und einer japanischen Schiffahrtgesellschast. Den ver-einte» Bestrebungen Aller gelang e«, in verhält-niSmäßig kurzer Zeit de» Feuer« Herr zu wer-den und den Dampfer zu retten, wobei unseren braven Blaujacken der Löwenantheil an der Arbeit zufiel. Der Capitän de« ..Achill?»' richtete am selben Tage sür die außerordentlich rasche und jef»r ersprießliche Hilfeleistung an den Grasen Montecuccoli ein üoerau» warme« Dankschreiben und bot nach englischer Sitte für die an der Action theilgenommene Mannschaft eine Geldspende an. welche ober der Eicadrecommandant dan-kend ablehnte. Auch die englisch« Regierung, von dem Vorfalle in Kenntni« gesetzt, beeilte sich, im Wege de« Botschafter« Sir Franci« Plunkett dem Marinecommando ihren wärmste» Dank für da« prompte, erfolareiche und »»eigennützige Eingreifen unserer Matrose» bei der Bewältigung d<« Brande« »»in An»drucke zu bringen._ Handel, Gewerbe und Land-wirtschaft. Ver Staatsvoranschlaz. Der Voranschlag unsere« Staatshaushalte» für da» Jahr 1901. den der Fi»anzminister in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 12. v. M. erstattete, weist ein GesammtersorderniS von 1.641,163.344 K aus, dem eine Gesarnrntbedecknng von 1 641.997 585 K gegenübersteht, so dass ein Überichuss vo» 834.241 K verbleibt, da» ist ein um 64.01)6 K höherer ÜberschusS al« im abgelaufenen Jahre. Wa» das Erfordernis deS StaathauShalte« anbelangt, so zeige» die erste» 5 Capitel de« StaatSvoraiischlage« „Allerhöchster Holstaat. Ca-biiiettkanzlei, ReichSrath, Reichsgericht und Mi-nisterralh" gegenüber dem Vorjahre kaum nennen«-werte Differenzen. Da» Capitel „BritragSlcistnng znm Auf-wände für die gemeinsamen Angelegenheiten' weist ein MthrerforderniS von 12,866.818 K aus. Diese Steigerung erklärt sich daraus, das« die gemeinsamen Zolleingänge, welche vorweg zur Bedeckung des Aufwandes für die gemeinsamen Angelegenheiten zn dienen habe», nicht i» demsel-ben Masse steigen wie früher und daher fstr da« lausende Jahr mit einer nur unwesentlichen Erhöhung gegenüber 1900 präliminiert werden konnten. Ministerium des Innen,. Der Mehrauf-wand vo» 6.952.533 K gründet sich auf die Meh,kosten für Regelung der Dienerbkzüge, die Erhöhung der Pauschal»'» für Amts- »nd Kanzleierforderniffe, die Errichtung «„»er Bezirks-hauptmannschaste». die Zuwendung des Dienst-tleidks an die StaatSbediensteten. die erhöhte Straßenerhaltiing, die durch Hochwasfer bedingte» Herstellungen, das Erfordernis sür die VolkSzäh» lung und die Erhöhung der Bezüge der Straßen-einräumer. LandeSvertheidigungS-Ministeriurn: M-Hrouf-wand von 3,429.477 K insolge der Ausgestaltung der Landwehr, Ausbesserung der MannschastS-kost und StaudeSvcrmehrnng beim Geiidarme» rie-CorpS »nd insolge Einstellung der bisher im JnvestitionSpräl'minare aufgenommenen Ersorder-niffeS für kasernbaute» per 915.000 X in daS reguläre Budget. Da« Capitel „Ministerium für CulluS und Unterichl" zeigt ei» MehrkrsorderniSvou3K8.870li zur Erhöhung der Dotation für Kunstpflege, zur Errichtung »euer Lehrkanzel» u. f. w. Bei der „Finanzverwaltiing" zeigt sich ein Minderersordernis von 7,598.548 K. Dasselbe ist jedoch mir ein scheinbare» und beruht darauf, das» da« im Vorjahre bei der allgemeinen Cassa-Verwaltung cvncentriert gewesene Erfordernis für die GehaltSregulierung der Diener sämmtlicher Ressort« der StaatSeisenbahnbediensteten per rund 13 Millionen Krone» nu»mehr aus die einzelnen Etats ausgetheilt ist. Bei Berücksichti-gung dieser Verschiebung ergibt sich ein effectwe« MehrerkordeniiS vo» 5,52 l 421 li. Dasselbe beruht der Hauptsache »ach aus der Regulierung der Dieuerbezüge und auf Personalvermehru». ge», welche der gesteigerte Geschäftsgang erfordert. Beim HandelSmi»isterinm ergibt sich ei» Mehrerforderni« vo» 10,238.760 K. Dasselbe wird verursacht durch die GehaltSregulierung der StaotSdiener, dann die sortschreitende Ausvehnung des Post-, Telegraphen- und Telephonbetriebe», die Resorm bei LandpostdiensteS, serner die AnSgeslaltung de» Patentamtes und dc« arbeit«-statistischen Amte«, die Förderung des Kleinge-werbe« nnd Ausgestaltung der Gewabemspeclio». Beim E.jknbahnministtriilm ergibt sich ein Mehrauswand vo» 3,612.910 K für de» Melio-rationSsond, dan» wegen Gewährung vo» Lohn« zttlage» an Beyarbeiter, Vermehrung deS Arbei-terstaudkS infolge Einführung der «chtstuude»-schicht beim staatlichen Berglverke Brüx, im Extraordiiiarilini aber wegeu forstlicher und land-wirtschaftlicher Meliorationen, dann wegen Jnve-ftitionen b'hufs Erhöhung der Kohlenförderung in Brüx. Bein, Justizministerium ergibt sich ein Mehraufwand von 4,012.950 Kronen. Im Capitel „Staatsschuld" wird daS Mehr-erso'deriii« von 1.092.521 li durch da» größere ZinseiiktsorderuiS insolge der in Aussicht genom-menen AnSgabe von TilgungSrente veiuriacht. Die Bedeckung de» StaatSvoranschlage» konnte Heuer um 58.146.763 li höher angesetzt werde» als im Vorjahre. Die erhöhten Mehr, einnähen wurde» hauptsächlich beim Capitel «H°"> delSministei'ium" in einem Betrage»»» 9,4ol .UöU k de» erhöhten Ertrag der statistischen Gebühre» und die erhöhte» Einnahme» des Post-, Telt^ra-pfen- und Telephonbetriebes, Ferner Mchrei». nahmen erzielt beim Eisrnbahnininisteriuni durch eine Einahmesteigerung von 7,948,940 li. beim Ackerbminunisterinm durch eine Steigerung ans der Productio» der Staattforste im Betrage von 2.143,727 li. beim Finanzministerium durch da« erhöhte Erträgni« der directen Steuern im Be-trage vo» 8.899.300 li. und der Gebäudesteuer im Beirage von 1,660,000 K (wogegen die Grundsteuer um 2 000,000 li niedriger veran» schlagt ivurdi). und durch die erhöhten Einnahmen de« Tabakgesälle« im Betrage von 6,080.000 li. Geringe Erhöhungen weist die Bedeckung de« Staat«voranschlage« ict/'eßlich i» den Capiteln BerzehrungSsteuern. Zvllgefällc und Saljgefälle aus. Wie die ttechte der Genossenschaften gewahrt werde». Fast unglaublich, aber wahrl Da« wird wohl der erste Gedanke de« Leser« sein, der Nachstehende« lieSt: Am 26, September 1900 sollte der Schneiderlehrling Josef Koh», welcher bei Herrn Joses Neumuu», Schneider in Wien, ausgedunge» w»rde. behuf» Freisprechung die vorgeschriebene Lehrlingsprüsung ablegen. Die Genossenschaft der Kleidermachrr in Wien erhielt jedoch Kenntnis. das« zur Lblegung der sachlichen Probe anstatt Kohn ein von dem Bater de« Lehrling» bestochener Gehilfe sür denselben die Probe-Arbeit anfertigen dürste, Übcr sofortige« energisches Einschreite» der Genosscnschastivor-siehung stellte sich nun heraus, dass thatsächlich ei» gewisser Johann Tallasitss sich für «ohn ausgab, um für denselben den zu «bringenden Befähigungsnachweis zu erschwindeln. Der Ge-Hilfe I. TallasnsS gestand diesen Borsall auch rücksichtslos ein nnd gab a»ch zu Protokoll, das» ihn der Joses Neu mann behufs Anfertigung der Probearbcit für Koh» „eschickt habe, während er hiesür vom Bater deS Lehrlings, dem Hansie-rer Juliu« Kohn. den Betrag vo» 40 Kronen zugesagt erhielt. Die GenossenschastSvorstehung leitete sofort die nöthigen Schritte ei», der Gc-Hilfe Joh. Tallafiijs wurde über Auftrag de« Herrn Borsteher- Stellvertreters Dolejs durch einen Wachmann auf die Polizeidirectio« geführt, woselbst ein Protokoll o»fge»ommen und er in Hast genommen wurde, Tag» daraus wurde so-wohl gegen Julius Kohn. als auch gegen I. Neuman» nnd Johann Tallafuf« beim magi» stratischen Bezirksamte 3 die Anzeige hierüber erstattet. Bei der iiiin kürzlich vor dem k. k. Bezirks-geeichte Josesstadt durchgefühlten Behandlnng wurde sowohl der Gehilfe, ivelcher unter dem Namen Josef Kohn die Probe ablegte, der Schneidermeister Joses Neuman», welcher den Gehilse» behuf« Verfertigung deS Probestückes gesendet, als auch der Bater des Lehrlings, der Hausierer Jnliu» Kohn, welcher de» Gehilfen bestechen wollte, mit der Motivierung frei^espro« chen, dass in dem Borgehen deS TallafnsS das Moment der List fehlte und dass von einer Irre« fuhrung einer Behörde nicht gesprochen nxrdeu könne, weil die Schneider Genossenschaft weder eine Staats-, noch Gemeindebehörde sei, während jedoch mit kaiserlichem Patent vom 20. December 1359, R.-G.-Bl. Nr. 227, die Genossenschaften verpflichte, sind, für die Rechte ihrer Mitglieder jederzeit einzutreten uud Sorge für die genaue Einhaltung deS von der hohen t. k niederäster. reichlichen Statthalterei genehmigte» Statute« zu trageu hat. Durch diese» Fall geht hervor, dass nunmehr die Geuosfenschafte», welche zum Schutze dar Interessen ihrer Mitglieder berufen sind, falls die Praxis des oberwähnte» Gerichtes von der Ober-behörde gutgeheißen wird, überflüßig geworden sind und dass e» nunmehr jedermann auch ohne Eilernnng des Gewerbes freisteht, iven» nicht direkt, so aus Umwege» den Befähigungsnachweis zu erlangen. ES erscheinen somit die Besiim-mnngen im § 14 der Gewerbeordnung, wornach einer Genossenschaft die Vorsorge für ein geord »eteS Lehrlingswesen durch Erlassung von der behördlichen Genehmigung zu unterbreitenden Bestimmungen und zwar: 1. über die fachliche uud religiöS-fittliche Ausbildung der Lehrlinge und 2. über die Lehr« zeit, die Lehrling«prüfn»gen u, dgl,, sowie die Überwachung der Einhaltung dieser Bestimmungen, dann die Bestätigung der Lehrzeugnisse und die Ausstellung der Lehrbriefe obliegt und ferner laut § 996 Gtiverbt-Oidnung. nach welchem eine Verlängerung der Lehrzeit von der Gewerbc behörde auch über Anzeige dcr Genossenschaft dann verfügt werden kann, wenn ein Lehrling die durch daS Statnt der betreffenden Genossen schast vorgeschriebene LehrlingSprüsuug nicht be steht, al« gänzlich illusorisch. Der staatSanwaltschaslliche Functiouär berief gegen den Freispruch der drei Angeklagten. Wir find sehr begierig, wie das Berufungsgericht Über diesen interessanten Fall enlscheiden wird. Humoristische Wochenschau. .Blut ist rin ganz besonderer Saft", sagte einst der Versucher zu Herrn Dr. Faust. Der Herr Direktor der chemiichen Versuchsstation in Graz folgte nur dem Vorbilde Mephisto'S, dass er einen arme» unschuldige» Doctor durch den Obstsaft ins Unglück brachte. Seit Herr Dr. Stnhec zum hervorragende» Fachmann in Most-angelegenheiten avanciert ist, hat er keine ruhige Stunde mehr. Die Bauern bestürmen ihn um Mostrecepte und er erhält täglich Znschristen von Leuten, ivelchen er ihren kranke» Most „brieflich" curieren soll. Sogar, (unglaublich) iu der Obst-und Weinbaiischnle in Marburg interessirt man sich für den neuen Stern, welcher am Most-Himmel aufgegangen ist. Übrigen» freut es mich sehr, dai« die chemische Versuchsstation über unser Wohlbefinden wach, nnd nicht« gewässerte« und ge-pantschte» iu unsere Magen gelangen läßt. Nur sollte sie auch den Herren in der lateinischen Küche besser ans die Finger schaue». WaS beim Most Wasserzusatz genannt wird, hriftl dort aqua destillata nnd aqua sontis und kostet per Flaschl 30 kr. Noch besser iväre eS aber, wen» dafür gesorgt würde, das« die Brieftasche!» jeder-zeit den richtigen „Gehalt" haben. Das Gemeinde Portemonnaie hat durch den Wegfall der Schnaps-steuer ein arge« Loch bekommen und so habe ich mich an Herrn X. U, Z. gewendet mit der Anfrage, wa« in diesem Falle zu machen sei. Sehen Sie, sagte er, da« sind die Consequenze»! Hätte die Gemeinde nicht so viel Schulde» gemacht und so viel Geld gebraucht, dann wäre die SchnapSumlage zwar auch aufgehoben worden und ihr hättet auch die Umlagen erhöhen müssen, aber jeder Mensch hätte gemußt, das» ihr nicht schuld seid an dem Unglück, weil ihr »ichtS ge. macht habt, aber jetzt hab' ich Recht, weil ich immer g'sagt hab', dass ihr werdet die Umlagen erhöhen müssen. Mit einem Wort', ihr seid'S blamiert. Da ich schon so viel von Wasserzusatz ge-sprachen habe, fällt mir auch da« Wunder rin. welches sich am FaschingSjonntage unter den frommen Händen de» .Herrn Pfarrer in LeSkowetz erreignete. Im Eousumgasthauje saßen in der Schwemme die LeSkowetzer und im Extrazimmer die Herren Lehrer auS St. Barbara und da geschah eS. das« die Flaschen an» der Schwemme wie durch Zauberei in's Extrazimmer verschwanden, während die Leute in der Schwemme statt Wein Wasser zu trinken bekamen. Die Leskowetzer waren nahe daran, ihren Psarrer durchzuprügeln, als sich die Sache al» „Wunder" aufklärte. Wa« forjt der Herr Dr. Stuhec und die chemische Ber-suchSstation dazu? Sie sehen geehrte Lese«, Wein, Moit und Schnaps sind dir Ursache alle» Elende«, ich habe mich daher entschlossen, in Pettau eine Ort«-grnppe des Vereines der Anti-Alkoholiker zu gründe» und rechne dabei auf Ihre gefällige Mitwirkung. Wir wollen da« in letzter Zeit so viel geschmähte Wasser wieder z» Ehren bringen, den beiden Herren Geologe».welche au der Grajena Bohrungen vornehme» werden, einen festlichen Empfang beraten und eine Wasserleitung errichte n. Ob Hochqnellen- oder Tiesquellenleitung. uu« ist'S egal, „gepumpt" wird aus jede» Fall! »erbr«it«tste deutsch« Li«d«rb»ch Österreich« ist wohl ohn? gwetsel da« Hirt'sch« Liederbuch für deutsche Studenten. Bei allen deutschen Tischgestllschasten und Vereinen ist «« «ingtbürgett, Seine vorige sind hübsch« Au«statt»ng. deutlicher und vornehmer verbunden mit grober Reichhaltigkeit, niese neueste Auflage schmücken überdies Titelbilder una Zierleisten, die vom Kunst-malte Burian für da« Büchlein gemalt worden sind E« enthält 186 Lieder, darunter siO Vaterland«- und Freiheit»« Lieder, 86 kneip- oder Vurschenlieder nnd 40 bekanntere Volk«, oder Liebe«ied«r, so das« et für Gesellschaften aller Art reichste Auswahl bietet Viet trägt zur Verbrei« tung de« Büchlein« der Umstand bei, das« stet« die neu-esten gangbaren Lieder Aufnahme finden, so das« die Nachfrage von Auflage zu Auflage eine stet« steigend« war. Soeben erfchieu e« wieder in neuer Auflage. b«deu- tend textlich bereichert Der Prei« für da« Stück ist 40 k »«gebunden, 75 h gebunden in schwarz-roth-goldener Original-Leinendecke, Diese« Liederbuch ist in der Buch fung. Schon die Wichtigkeit de« Kaiser Borax al« zuo«r-"flige« Mittel «»r veefch»»er»«g de« Tel»» macht ihn «ßersi wettvoll; tägliche Boraxioaschnngea verleihen der ten der Haut Ja hhireancher «eziehnua kor; Kaiser-Borax für die Wundbehandlung, für« Tiilette»ch«a«»«is»»i beige.,eben, >v«lch« höchst wettvoll« Notizen über die Verwendbarkeit d«« Kaiser-Bori-x al« Schönheit«-, Heil- und Rttniguug«-mittel «nthält. All,» stark« AbfKhr«itt«l find bekanntlich schädlich. Man verwendet daher da« ohne stör«nd« Reb«nwirtung »»merklich milde abführende Mittel welche« auch die Ver-dauung nicht atteriert, sondern dieselbe anregt und krustig», den Dr, Rosa« Balsam für den Magen au« der Apotheke de« B. Fragner in Prag. Erhältlich auch in den hiesigen Apotheken, mg. C$d)inkel Söhne. Wir bringen unsere» Kunde« znr Kenntnis, daß der Betrieb unserer Chocolade-.CfcOftO-, Canditen-, Kaffeeiurrogaten-, Feigenkaffee- und {Cartonnagen-Fabriken im bisherige» Umfangt aufreoht bleibt, so daß wir alle Aufträge »ach wie vor promptdt ausführe» werde» 5»«. Tschlnkel Söhne, k. u. k. Hoflieferanten. &1122 Kundmachung. Zur Bestreitung nicht bedeckter Ausgabe» z» Genieindezwecke» bat der Gemeinderath der Stadt Pettau in seiner Sitzung vom 6. März 1901 gcnufe § 58 des Gesetze» von, 4. Oktober 1887, L-G-Bl. 45. b«. phloffen, vom 1. Jänner 1901 angefangen, eine Gemei»deui»lage vo» 40'/» von den direkten landeSsürstliche» Äeuern eiuzuheben. Gemäß A 60 de» obangeführten Gesetzes wird dieser Beschluß zur allgemeinen Kenntni« gebracht. Stadtami prtta». am 18. März 1901. Der vargerm.isttr X ttraiq- Rundmachuug. Lau« GemeinderathSbeschluß vom 6. März werden die Glühkörper vom 15. März angefangen um den Preis von 40 Heller pro Stück abgegeben. Stiiit. Wassergaswerk. pettau. im Stadtwalde ist zu verkaufen. Anzufragen bei W. BLANKE In Pettau. 3>-Rem. TASCHEN kontet ) UHR s. elez. Atlaceaasette n «leg. Kette. JHc Uhr Ist ■!> S-Jlhriyer Garantie"veraehen. Niehtconvenierendes wird gern umgetauscht oder das Geld zurückgegeben, sohin Risiko ausgeschlossen. — Aehn liehe Annoncen aind Nachahmungen. — Zu beziehen gegen Cassa oder Nachnahme von EUfll 7PR Ihre«- » GoMwaren-Fabrik*-• nULfcUn, Niederlage en grw Lieferant des österr. kai*. königl Staatsbeamten-Verbandes etc. Krakau, Stradom 18, (Österr.) Illnatrirte Cataloge gratlc »nd lra*oo. Agenten werden gesucht. lipileiußi. Wtr'm »«lischt. Kr4-.pt« «. -n». nrrro|fnQ.Jinb.n In 1*1, »rrlanM Sroj4lnWab*r. tnu sich or,- i, f iinre »arch blt M«» »mifiit «fj!: Rattentod (Jtlir Immisch, vrlitzsch) ist daS beste Mittel, nm Ratte» und Mäuse schnell u»d sicher z» vertilgen. Unschädlich für Mensche» und Hausthiere. Zu haben tu Packeten ä 30 und 60 fr. bei Spotl)eker Hans Molitor. Zu vermiethen: Eine Wohnung im sog. Bräuergarteu. Anfrage: Stadtamt pettau. Annoncen lt »>>»» 7,ttlun|«n nnd Fsrh»iUcltrifl«n. OarabUehar aU. Mnor,t rmach un I ruvrrlA.*1|j tu rfen fnrlh.llha^Mdn Ba 4ls Gutachleuö deS k. l SlaatStechuiker» zu bestimme», dah das Befahren dcr Petlauer Stadtbiücke mit Lastwagen, deren Ladung mehr al» 15 Metercentiier beträgt, nicht gestattet ist. Das städtische Brtickei»»auth-Pßliche» Mutter, der Frau äloifia strd), H »«. »»k ^talititt» jfftberi» wie das zahlreiche ehrende Geleite z»r ewige» Ruhestätte und die zahlreiche» Blumenspenden, verpflichte» »»S. alle» werten Freunde» »nd Bekannte» hiefür unseren innigsten Dank anf diesem Wege zuni Ausdrucke z» bringen. Die tieftrauernden Linder. i-J---------1--I»' * ■ ■ P --» — ^Jfercanfil- (gouoerts mit iirmflbmA <~4$t von fl. 2.— per mille an. liefert die Suchdriickerei W. ßlnitke, pettnu. Empfehle neu angekommen: Garten-, Feld„„dWiesensämereien seidefreien Steirer- u. Luzerner-Kleesamen, Futterkalk, Car-bolineum, Theer, Fussbodenlacke, -Wichse, Badeschwämme, Ölfarben, Firnis«, Pinseln, Kleiderbesen, Salami, HaJb-Ementhaler. Russen, Häringe, feinste Dampfmehie, Cacao, Chocolade, Rosinen, Honig, Tafel- nnd Speiseöle, Ceylon-, Java-, Mocca-, Portoricco- und Santos Kaffee, Cognac, Il0nte-Chri8t0 in Flaschen zn 4 K, 70 und 30 h und sonstige Spezerei-, Material- und Farbwaren bestens und billigst. Hochachtend Pettau, im März 1901. Jos. Kasimir. Wir machen das P. T. Publikum auf die heurig-en Modelle ganz besonders aufmerksam und bitten im eigenen Interesse Preisliste zu verlangen in der Niederlage Brüder Slawilsch Pettau. .SrnuA- Patentirte Hand- und Rückenbeschwef-lungs-Apparate einfach und doppelwirkend. 1 m m s Patentirte ± Peronospora-Apparate neuester Systeme. Schwefelkohlenstoff-Spritzen (Xz^jectoreri.) gegen die Fhyloxera. Wetterschiess - Apparate. Specielle Spritzen für Obst-bäume und alle anderen Ge* rätbe für Obst* M. Uleinba« liefert zu billigsten Fabrikspreisen lg. Heller WIEN, 11 Praterstrase 40. Tür magenleidende i Allen denen, dir sich durch Erkältung oder Üderfiillung de« Magen«, durch ®rmi& mangelhafter, schwer Verdaulicher. zu heißer oder zu roltrr Speisen ober durch unregelmäßige Lebensweise ein Magenleiden. wie. Magenkatarrh,. Magenkrsmpf, MeDe»fch»»rzeu, schwere Ver»,«««, »»er Berschlelmaig zugezogen Hoden, sei hiermit ein gute« Hausmittel empfohlen, dessen vor' zügliche Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. E« ist die« der Hubert Ullrich'scbe KräuterweiD. Dl««er Kräuterwiln ist in vorzüglichen, hellkräftig befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet und «tlrkt und belebt den Ver-dauungsorganismu» de* Mentchen. Kräuterwein beseitigt Verdauungsstörungen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blute«. Durch rechtzeitigen «(brauch de« SrSuterweine« werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte nicht säume», ihn rechtzeitig zu gebrauchen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, Aufstauen, Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit mit Erbrechen, die bei ch ran («oben veralteten Mag«nl«idM um s» heftiger auftreten, verschwinden oft nach einigen Mal Trinken. sow>e Blutstauungen in Leber, Mil,t und Psortadersystem (Himorrhoidal-leldan) werden durch KrSukerwein oft rasch beseitigt. KrSulerwein behebt UnverdaullchkeJt und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe au« dem Magen und den Aedürmen. Hageres, bleiches Aussehen, Slnt-mnitgfl, EntkriistimgS eine» krankhaften Auflande« der Leber. Bei App«tltlo«lgkult, unter ner-v8«er Abspannung »nd 6emOthivertt!mmung, sowie häufigen köpf-»vhmerzen, soktaflesea Nächten, siechen »st solche Personen langsam dahin. W SrSntenvein gibt der geschwSchien L»ben«kr»st riiirn frischen Impuls. ■W Krauterwejn steigert den Appetit, besSrdert Verdauung «nd Ernährung, regt den Stoffwechsel an. beschleunigt die Blntbildung. beruhigt die erregten Nerven und schafft neue Lebenslust. Zahlreiche Anerkennungen und Dank- schreiben beweisen die«. Krlattrwtill ist zu haben in glaschen K fl. l.«0 und fl. I.— in den Apotheken von fen««. r»ne»d»f«. UarasdiR, HoMHd». Radktrt-burg, m«r«k. Ull«di«CMHitrltx, Bo«oblti. eil». Uliidls Borten von Geschäftsbüchern IM FIslüyirfMi in der Buch- und Papierhandlung W. Blanke, Pettau. Franz Xav. Zepuder, _PETTAU._ Ich empfehle bestens meine direct bezogenen Original-SUdländer-Weine in folgenden anerkannt vorzüglichen Marken: • • • • » • • Madeira Portwein (roth und weiss) Lacrimae Christi .... Marsala....... Sherry ........ Diese Medicinal- und Dessert-Weine sind in ganzen and halben Flaschen zu Originalpreisen käuflich. Vda de Adolfo Rittwagen, Malaga. Specerei-, Wein-, Delicatessen- und Südfrslchten-Handlung, PETTAU, empfiehlt neue ungarische . UtrORtltr-, mortadtlla • und ver- schiedene Sorten JfasliRdtrwHrstt, sowie grosse Auswahl von Kl». Mache auch aufmerksam auf mein gut sortiertes Lager von Delioateiaen, Wein, Südfrüchten und Speoerei- Dte eröffnet brn • Zädlg««g 1901 • mit den -*• -H» hervorragende, erMenden Werken: - beiden // Lrlir korbest" bon % C yccr „S.in Vipilio" von faul l?rnoc. «doluienikiilSprei« vierteljährl. (13 Rummern) 2 K 40 h. Zu bejiehen durch bie Buchhandl w. gl«»»« in Pettau. W Nähmaschinen-Niederlage Brüder Slawitsch, Pettau. Silier J\ nähaatdtiK, hocharmig, für Familien-Gebrauch. österr. Fabrikat . . . . K 70.— tilgn B Mfcaatdtlaf, deutsche« Fabrikat, für Famihengebrauch . . . . K 00.— SIlter medlna-nihMifAia« far Familie und Uewerbe.........K 1(10.— titaaia fUr Schneider.....K IS».- Rom C für Schneider und Schuster . . K VO.— Rlafltdlllttf)«« - nahnai&lat. .teutsche» Fabrikat, für Familien-Gebrauch . K 140.— RlRglällldKR - nibaatdliRt, deutsches Fabrikat, für Schneider.....K ISO.— 3yllRlrr-€la»tlk. deutsches Fabrikat, für Schuster...........K 180— n»K»a,«i»lR»R-Se»taRI Mtnrai IM tttatimrtrr In»« «Sfkti-Cttfin toar, vt* t»l4M AotW U maiKillArn «rdrstich,» «fitu* Irll'SftUabc km Hi.-untk erhalt»». Tie lfl»r ist «on brn brrflSottrftrit ttute rlllKn all da4 rii.aiflt TOiitrl iwir» Bu». lolUn der Haar», zur ASrdrrwlq dr« »ach«li>am« drrtelbr,. ,ur Kltrf.m,, i*arh*Uui aarrftnw raortfn. Itf krfJmtl b»l ®m»u rinnt KuU'tt trtt liSfii Starltourf»» mtb wtttikt (rtion narfi tarwin «r»r»uch» toioofcl »rm «-p> , o'< out «OTikaart natltrtiitirii Ollain »nd Füll' UN» »irlridra vor Iritd. ,'ttiqr» »r«r«»rn dl« I» da, IiOiMIc «leer. Prei» eine» Tlcfeli > i (1.. 3 fl., J »- Po.l verwandt tlflkh hei Vorelnwi-dun* dei Betraft« o,l«r mittel.t Ponnacknahin« Ran»rl1inif) Sclaaaitiiri attkra: f er Praktische LandwirtI,. ..r. laaM. 8»llaa| fir Stltnm. ..Jtün»tt 1M4. fltiitftnt CitaRa« 1* -!i|lh|'gotaiit. aoaniktl« ß > »Im ' Sri, g. I. Unk ituTu tqlh SÄ M|l*ri| Der Gtkonam •• •»ikr«. OlBtrlrte la«k». «»lk» #r|iUntrt IST», drtefcf.nt t(l 1. « lt. 11itn R'omt» ls •> •V«rir>t'9otai«t. 0a»||dtri| f 1. grthitiiiu» trat!« ftaac«. Kalender pro 1901 vorräthig bei W. Blanke, Pettau. iieiermark ROH Echter- Macks' Obstweinkäufe birect bei Producenten )» 7 bi« 80 Heller per Liter vermittelt uuentgettlich die Obstververtungsstelle Braz, Heinriohstrasse 47. ^ Chemisch reiner Bortuc. S p e ci e 11 präparirt für Toilettezwecke. AnssBhrliebe Anleitung in jedem Carton. Überall vorrathig in Cartons iu 15, 30 und 75 Heller. Vortreffliches Reinigungsmittel im Haushalte. Nur echt in rothen Cartons mit nebiger Schnfimarke. Jllleiilgtr enteign la OnemidHIi««™, Gottlieb Toith, Wien, III, PETTAU, Buchhandlung empfiehlt «ch für Besorgung aller Journale, Zeitschriften, Lieferung»-werke, Bücher tu l 12 »6,100 112« 96,100 100 112 aoof 100 112 100 108 10* 96 100 200 100 100 112112 200 112 112 100 2001 -«0 100100 — |100 100 100 112 120 200; 1181120800 — 1100 100 18 180 800 96 10* - CffchMrril i-s I Z5 z 00,100 loojl 180190 1201, 180 1«K1 100,100 15» 120 104100 800 160j lW 140' Or. Rosa's Balsam Prager Haussalbe ■®|ausder Apotheke des B. FRAGNER inPfäg|®- (Ur den Magen tat «In Mtl mehr »I» 80 Jshrsn allgemein bekannt** 1/uai-mittri tcb «tntr aprHUanrtoendm arid mUde atyttA-•Ytufr» Wirkanf. Der Verätuunprorfanj wird bei rrgelro*Ml|*r As««sdus| dii>otb*n guMtflist usd im riM/ljm Onnj/r erhöhen. Grosse Flasche I fl., kl. 50 kr., per Paat 20kr. mehr. Hauser- ist ein altes, zuerst in rragangewendetea Ha mittcl, welches die Wunden in Reinlichkeit erhält und schüttt, die Entzündung und Schmerlen lindert und kühlend wirkt. In Dose* a 35 kr. und 25 kr. Per Poit 6 kr. »ehr. araungl Alle Theile der Emballage tragen die nebenstehende gesetzlich deponirte Schutzmarke. Haupt-Depot: Apotheke des B. Fragner, k. u. k. Hoflieferanten „zuto schwarzen Adler" Prag, Kleinseite, Ecke der Spornergaase. Poatversandt täglich. Depöts In den Apotheken Österreich-Ungarns, dann in Pettau in der Apotheke des Herrn lg. Bahr b a 1 k. Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Friedrich von Kalchberg. O A A A und mehr kann sich Jeder' .*11111 II mann durch Uebernahme unserer Agentur (ohne Fach» Kronen kenitniaee) jährlich verdienen. OfTerten unter „K, J. beförder Rudolf Mosse, Wien. W. BLANKE in PETTAU empfiehlt Ci9aretten-ßül$eit in grösster Auswahl, zu billigsten Preisen. Neue, beliebte Sorte: ..m«c Kieles, mandttiefc ult Stampiglien aus Kautschuk oder Metall tesert id unet Ausführung billigst die Rnrinlriickcrri W. Blanke in lVttnii. Druck: G Blanke, Pettau. frfsfyTSTrTnTTHffyTnrrTryryyTrysrriyftTritiCTSfTTSTSTSTrfiTHfryryry« ^Setiage , i|.i|.«.a'a'a»*'WA«A'Aaa'l*t!l!i!I!Iiiil!Itiii!IilgI!i!i!l!iiI!I«Iii Kindesliebe. fftjilbliiBG V»a Wilhelm Appell, (iZor>letzu»»> UN mußte Brenner gewaltsam sein Leid niederringe». »in ^sie zn benihigen, was schwer gelinge» wollte. AIS eS end-)lirfj doch einigerniaßeu geschehe», erzählte er ihr. daß er ^vorhin, als er in der Kasse etwas zU th»» gehabt, plötz-lich den Abgang der fehlenden Summe bemerkt habe, welche, in ei» Wickcheu verwahrt, vor drei Tagen, als er das letzte Mal die Kasse geöffnet, noch darin gelegen. Er halte gemeint, das Gehirn müsse ihm zerspringen, als er den Diebstahl gewahr wurde. Stundenlang hatte er hierauf gesucht «nd gezählt, aber immer blieben die viertausend Guldeu im Per» lüfte. Und keine Spur einer gewaltsamen Oeffnnng der Kasse zeigte sich, und keinen einzigen Menschen wnßte er, aus den er hätte verdacht schöpfen können. Mnßte daS verbrechen nicht auf ihm haften bleiben, ans ihm, der sich in so armen, in letzter Zeit sogar gänzlich zerrüttete» Verhältnissen befand? Er gab sich nicht der geringsten Hoffnung hin, auch der nicht, daß mein den wahren Thäter je entdecken werde. .Der Kaiser Joses, der so gut und edel ist, er wird Sie gewiß nicht sinken lasten!" klaiig eS nach einer lange» Weile zaghaft von Marien» Lippen. „Der Kaiser haßt und verabscheut aber auch das Verbrechen des Betruges, und auch er muß mich für den Kassendieb halten! Bon meinem guten Kaiser, den ich liebe und verehre, schlecht ge» halten zu werden, das ertrage ich nicht! Bor wenige» Wochen erst reichte er mir huldvoll die Hand, indem er zu mir sprach: .Sie sind ein wackerer, redlicher Mann, und ich will demnächst da» gut zu machen suchen, wa» man ohne mein Wisse» an Ihnen versäumt hat; Sie sollen bei de» demnächst stattfindende» Be-sördeningen nicht wieder Übergängen werden!" Wie stolz und gehoben fühlte ich mich durch diese Worte! Und nun soll ich von Joses dem Zweiten für einen Verbrecher gehalten werden, daS ist mehr al» Kerkerstrase!" Abennals schlug er erschüttert die Hände vors Gesicht, und eine lange Weile herrschte tiefe Stille in dem Zimmer, nur unter-Krochen durch das leise Weinen deS Mädchens. Was war doch heute Jammervolles über sie hereingebrochen! Als sie vom Bater ihres Ludwig den Brief erhalten, hatte sie ge> meint, neben diesem Leide könne kein zweite» mehr bestehen, und nun hatte ein noch weil entsetzlichere» sie getroffen. Ihr Vater, der eher verhungert sein würde, al» sich je einen Heller fremden Gute» anzueignen, sollte jetzt als Kasiendieb in» Gefängnis wan-der» und auf seine alten Tage Schmach und Schande erlebe»; das Gräßliche vermochte ihr Herz uicht zu fasse». Ihr Geist sprang irr von dem einen zu dem andere», al» sie endlich Frage a»s Krage an den Vater richtete, ihn dadurch nur auälend. Sie glaubte, e» müsse ihr ein Hoffnnngsschimmer an» seinen Antworten werden; es wurde jedoch nur immer düsterer nnd verworrener. Richt eine einzige verdächtige Person war in den letzten Tagen im Kasienzinimer gewesen, niemand als der Präsident des Reichskastenainte» nnd der junge Sekretär von Elbe». der Sohn reicher Eltern. .Das Geld ist weg, nie wird eine Spur davon sich finden, »nd ich bin »«d bleibe in de» Augen der Leute der Dieb desselben; mich allein trifft die Strafe für das Verbreche», das ei» anderer begange» !" Dies waren seine letzten Worte. Vergeblich zerarbeitete Marie ihr Gehirn, »in einen Weg znr Rettung ausznstnden, uud als sie nirgends einen Answeg sand, taut ihr abermals der Kaiser in de» Sin». Schmeichelnd schlang sie ihre» Arm nm den Hals des Vaters nnd voll tiefster Innig-keit bat sie; .Kasten Sie Vertraue» zu mir und lassen Sie mich zum Kaiser gehe», ist er doch so gnt und edel und kennt kein größere» Glück, als Glückliche zu machen! Wo er seinen Kuß hin-seht, da sprießen Blnmen der Krende hervor, zur Blüte gebracht durch schöne Thaten, Thränen des Leides hören aus zu fließen, denn er weiß sie mild zu trocknen und iu ein Lächeln zu verwan-dein. Wie ein wackerer Landmai»» schreitet er dnrchs Lebe», i» die Knrchen des großen Ackerfeldes all die gute» Werke u«d segeus-reichen Thaten streuend, nnbekümniert darum, ob ihn« dereinst eine Ernte an Dankbarkeit daraus ersprießen werde. Vater, dieser Kaiser kann Sie nicht verdammen, kann Sie nicht sinken lassen! Ich will zu ihm gehen, nnd meine Kindesliebe wird mir die rech-ten Worte leihe», um Sie so gut zu schildern, als Sie in meinem Herzen leben. Zum Kaiser lasien Sie mich gehen, er verläßt uns sicher nicht!" In tiefster Erschütterung erfaßte sie flehend seine beiden Hände. Er stand geisterbleich vor ihr und schien eine» knrzen, aber schweren Kampf zu kämpfen; nach einer Weile stieß er rauh her-vor: .Nein, nein, es wäre nutzlos nnd könnte mich doch nicht rette»! Es ist besser, ich suche in den Wellen dcr Donan der Schmach und Schande zn entgehe», und auch sür Dich ist es besser, Deinen Vater tot zu Miste», als mit Kette» belastet lebendig im Kerker begrabe»!' Nur ein leise» Zucken ihre» Munde» verriet die schwere Seelen» pei», die sie litt, al» sie mit thränenerstickter Stimme begann: .Als die gute Mutter zum Sterben kam und ihr letzter verzwei-felter Blick auf mir, ihrem Kinde, haften blieb, da versprachen Sie mit einem heiligen Schwüre, mich treu zu leiten, bis Gott Sie an» diesem Leben abrufe» werde. Und nnn wollen Sie mich führerlos den Gefahre» der Welt überlasten?! Znni Kaiser laste» Sie »«ich gehe», ich werde sicher Rettnng bringen!" stehle ste, worauf ihr Vater abwehrend rief: .Auch er ist nicht allwissend, »nd auch er muß mich für einen Betrüger halte»; als erfahrene' Kastenbeamter kenne ich die» viel zn gut! Auch die wirklich Scyul-dige» beteuern ihre Unschuld, welche dann anch deren Krauen und Kinder den« Kaiser gegenüber beschwören, wenn ste um Gnade flehen kommen. Ich bin verlöre», und mich kann nichts mehr retten, denn in fünf Tagen kommen die Kasienrevisoren, um den Barbestand aiifznnehmen!" .So warten Sie diese Zeit ab, vielleicht bringt sie n»s doch noch Rettung!" »Weder durch die wenige» Tage, «och durch de» Kaiser kann mir Hilfe werden! Nur wenn ich die fehlende Summe z» ersetzen im stände bin, bevor deren Abgang offenknndig wird, bin ich ein geretteter Man», uud mir i» Diesem Kalle bleibe ich ehrlich und geachtet wie bisher. Dir znliebe will ich »och drei Tage hindurch alle Lnal »nd ai.es Elend tragen. Aber jetzt niuß ich in die freie Lust. Am Gelde allein hängt das Leben Deines Paters, »«d nnr der Besitz von viertausend Gnlden kann mein greise« Hanpt vor Schmach nnd Schande bewahren!" Nach diesen Worten ließ er sich nicht mehr halten »nd stürmte wild hinan». In diesem Sinnen nnd ganz der Welt entriickt, stand Marie dann inmitten des Zimmers. Langsam strich sie sich endlich das Haar ans dein schönen Gesicht, während sie mit bebenden Lippen leise murmelte: ,N»r der Besitz vo» vierta»se»d G»lde» kann das greise Haupt meines Vaters vor Schmach »nd Schande bewahren!" Wild preßte sie dir Hand aufs Herz, war ihr doch, als wolle es ihr mit seinem ungestümen Klopsen die Brust zersprengen. Gleich daran» zog sie einen Brief hervor, den sie knitternd ent-faltete. Die Buchstaben verschwamme,, ihr vor den Angen. und e» dauerte (nunr, bevor sie leitn konnte. Da stand cs schwarz auf weift: „Im Kiille Sie meinem Sohne freiwillig entfrgen, biete ich Ihnen dafür fünftausend Gulden!" Und iu dein zweite» Briefe, be» sie von ihrem Ludwig erhalten, lautete es, dan er ein Mädchen, das ihn deS Gelde» wegen dahingehen würde, nur verachten tonnte. Da eutrau« sich ei» schwerer Seufzer ihrer Brust, als wolle sie daniit ihre schmerzgepeiuigte Seele «»»hauchen. Nachher sehte sie sich auf die Lf.'illiauk, »üb heibe Hände wirr in dem Haar vergrabe», venveilte sie lange regungslos iu stummer- Verzweifln»«. Sie hätte freudig das Lebe» für den Bater dahiugegebeu und auch dem Geliebten mit lächelndem Munde entsage» wolle»! aber ihre Liebe für Geld zu opfern uud auch die Ehre mit dazu, das that bitler weh. Und doch hatte sie feilte andere Wahl, eS mußte geschehe». Endlich erhob sie sich langsam uud ging au den Tisch, wo sich noch immer Tinte. Ke° ver imb Papier betäube». Da»» begann sie zu schreiben. Es wollte jedoch mit der schrift-lichen Berzichtleistnng auf de» Geliebte» so gar nicht fördern. Ntut gabeS »och die Natneu»-uuterschrift, und gleich darauf war sie mit dem schweren Werk zu Ende. Niemand sollte ihren Bater eines BerbrechenS besclmldigen können. Als sie hieraus die thräuenschwereu Augen empor zur Decke hob, überwog ein Strahl heiliger Verklärung ihr schönes Gesicht, während ihre Lippe» ei» Gebet au» länastvertlungeneu Kindertagenmnrmelten. ». Iit de» späte» Bor-i.iittagsstuuden deS nach-sie» Tages ging Joses ll. hvcherregt in seinem «Arbeitszimmer ans und nieder; dan» blieb er wiedergedankettvoll steh-e», in langem Sinnen nach Licht nnd Klarheit ringend. Der Kali, der ihn beschäftigte, war aber auch ganz »uinß bar und au daS Wnu» derbare grenzend. Bor ungefähr zwei Stuudeii hatte sich der' RentamtSkanzlist Brett» »er iu dringender Au-gelegeuheit zur Privat-audienz melden lassen, eingedenk der Worte seiner Tochter, das, der Kaiser iu seiner Gerech tigkeit nnd Güte ihn «icht sinke» lasse» iverde. Es war der schwerste Gang seines Lebens gewesen und er hatte seiner Marie nicht» davon gesagt, als er ihn unternahm: drei volle Tage in aualvoller Ungewißheit zn warten, hatte er nicht zuwege gebracht, er musste sein Schicksal rasch entschieden sehen. Ernst und prüfend stand der Kaiser hochanfgerichtet vor ihm. Brenner verhehlte nicht da» Geringste, tvar e» ihm doch, als stehe er vor Gottes Richterstnhle. Auch von seinen durch die (atme Mnuifbeit zerrüttete» Vermiigensverhältuisse» sprach er uud auch davon, das; er nur dnrch den Zuspruch seiner Tochter, welcher er das Unglück anvertraut, beii Mut gefunden habe, vor seinem Kaiser zu erscheinen; dieselbe wisse jedoch nichts von seinem jetzige« < >ange Der Kaiser hatte in dem Gesichte des alten, schwergeprüfte» Mannes g»t zu lese» verstände», nnd nicht der Schatten eines Verdachtes blieb in ihm hafte». Als Brenner zu Ende war, reichte ihm ^oief der Zweite gütig die Hand uud sprach milde Worte des Trottes zu ihm. ihm das Verspreche» gebet d. da» nichts in die Lesseutlichkeit dringe» solle, bevor ma» »icht de» wahre» Thäter a»sges»»de». Zchwrre Aufgabt. Nach dem ÖcmMbf vo» Ö. Sinn. (Wit Xtit.) Pllvloliniphle unb Erring vo» .Iran) n nlflstn «I tu SRiiiidxn. Da ivar es Breuuer. als vb er träume. Und als der Kait'e ihn ersuchte, im Borzimmer abzuwarten, ob die sofort nnd höchs geheim anzustellenden Nachforschungen nicht einiges Licht zu ver breiten im stand« seien, konnte er nur im Uebermaße des Glücke in wortloser Rührung die Hand seines gnten Kaiser» znin Kufi. an die Lippen führen. Kantn war Brenner fort, so sandte Joses ber Zweite zwei ver traute Hosbedienstete, welche» er den Sachverhalt erzählt, in di. NentamtSkanzlei, um deu Kasieubestaud genau zu untersuchen ttttr .zugleich im geheimen nachzuforfcheu, ob keine Anhaltspnnkte z» finden seien. Die Hofbediensteten hatten sich kantn entfernt, so erschien eil' Wirret Polizeibeamter, ttm in einer dringenden Angelegenheit Be richt zu erstatten, wodurch ber Kall. ber bett Kaiser so beschäftigte, auf einmal seinen Abschluß gefunden zu haben schien; bettn bei Polizeibeamte brachte die Kunde, daß man, nachdem der jnitge Zek mär von Eiben seit dem gestrigen Tage ohne Urlaub vom Amte fern geblieben und auch in seiner Wohnung nicht zu finde» gewesen, die ihm unterstehenden Gel ber untersuchen wollte, sie jeboch vernntrettt ge sunbeu habe, Dasiir fand man einschreibe», worin ber junge Mann gestaub, vor zwei Tage», als er sich in bieustlicher Angelegenheit bei Brett »er befand, in einem unbewachten Angen blickeans ber Kasie da feldst ein Päckchen Geld, viertausend Gnlden ent-haltend, entwendet zn haben. Durch diese Suntme wollte er all das Beruutrrute im Spiel wiedergewinne»: aber auch das gestohlene Geld, das er, wetttt ihm das Glück günstig gewesen wäre, ebenfalls ersetzt haben würde, habe er verloren. Er befinde sich nun auf der Klucht »ach einem fremde» Lau-de. wo er ansauge» wolle, ein ordentlicher Mensch zu werden. Der Kaiser möge ihm vergeben uud ihtt nicht ver folgen lasse», da er fort-a» durch eiu ehrenhaf teo Leben fei» vergalt genes z» sühnen entschlossen sei. Indem er ans sein künftiges Erbe Verzichtleiste,werdesein Vater die veruntreute Stimme gewiß ersetzen, wodurch der Staat keinen Nachteil m?hi' erleide. Die Kreude darüber, dein Nentamtskattzlisten Breuuer ver-künden zn können, daß der Thäter sich bereit» geinnden, ließ de» Kaiser de» Groll über den verbrecherischen Leichtsinn des jungen Mannes fast vergessen. Eben wollte er Brenner rufen lassen, als die beiden Hosbedteustete» erschienen, die al» Kassenreviforen in der Kanzlei desselben gewesen. Ueber ihre» Bericht wuchs das Staunen be» Kaisers zu einem unerhörten an. als sie sest barm» bestehen blieben, bie volle Stimme in ber Kasse vorgefunden zu haben, hinznfügenb, baß baS Geld auf den Kreuzer mit den Rech nnngen stimme. Als Kaiser Joses, nachdem die Hofbediensteten sich eutserut. fiuueud am treuster stehen blieb, schien ihm daS Richtige atifzn dämmen,, wie er meinte. Daß das Geld gestohlen winde» war »nd somit gesehlt hatte, war feststeheube Thatsache bei ihm. Weitn es also jetzt wieder vorhanden war. so mnßte es schnell ersetzt nnd »»bemerkt i» die Kasse gelegt worden sein. Aber durch wen? Auch aus diese Krage glaubte der Kaiser die Antwort gefunden zu habe». Die Tochter des Re»tamskanzliste» Breiuier hatte die beide» Öosbediensteten schon ans der Treppe empsangen, uud sie schien den Angenblick au» dem Kasseiizimmer gekommeu zu sein: sich gerichtet flihlle. 2k halte geglaubt, nach dem schweren Lpfer, das sie dem Vater gebracht. ihr Leid wenigste»» in Ruhe auswei-neu z» können, und nun wurde sie an?» neue in de» Strudel de» Unheils gezerrt. Warum hnttc der Kaiier sie rufen lassen? Diese l'a»qe Krane erfüllte nun einzig n»d allein ihre Brust. Sollte er um ihre That wissen? Dir» hielt sie flir unmöglich. weshalb sie sich fest vornahm, »icht» zu gestehen, öälte sie nur mit dem Vater sprechen könne», der am frühen Morgen weggegangen war, bevor sie ihm alle» mitteile» konnte. Al» der Kaiser sinnend auf da» Mädchen iah. da» gleich einer gebrochenen Rose welk »nd matt den Kops hängen lies«, faßte ihn tiefes Mitleid mit der Armen, »nd e» that ihm wel>, nm die Wahrheit zu erfahren. sie mit Krage» analen zn msisien uud sie zn zwingen, ihr Vergehen vor ihm zn offenbaren, wie er meinte: aber e» mnßte geschehen, da der vorliegende Kall Klarheit verlangte. Sie war vo» lieblicher Schönheit. uud ihre Wauge» deckte tiefe Blässe, u»d ihre Angen waren thränenschwer: aber rührend um-zogen Unschuld nnd Kindlichkeit ihr ganze» Wesen. «dlliitl (fntmurf dt» Vtlkerschlacht Aitionaldcnkmals bei Leipzig. «Mit Tert.i sie war es anch, die ihnen ans Verlangen die Kasie»schlimel über gab, die sie an»nahm»weiie vom Vater in Berwahrnug bekommen hatte, Sie sei wohl totenblaß, sonst aber äußerlich ruhig ge-wesen. UndWoch Haüe sie um den Verlust de» Gelde» gewußt, wie ihr Vater vorhin selbst angegeben. Rnr sie allein konnte also die fehlende Summe wieder in die Kasse gelegt habe», dies stand nun bei dem Kaiser fest. Woher aber hat da» arme Mädchen da» viele Geld bekomme», das es doch unmöglich auf rechtliche Weise erworben haben konnte? Das war eine neue Kmge für ihn, welche ihn machtig bewegte, Um die llhre ihres alte» Vater» zn retten und ih» vor Schmach »nd Scha»de z» bewahre», war sie nicht davor zurückgeschreckt, selbst eine schlechte Hand-lnug, vielleicht sogar ei« Verbreche» z« begehe»! Dieser Gedanke war dem Kaiser geradezu ei« entsetzlicher. Unddochver-mochte er Marie, welche uur aus verzweifelter Kindesliebe eine solche That begangen habe» kv»»te, nicht zu verdam inen. Aber schmerz und Zorn darüber, daß es ge icheheu, wurde» immer größer, uud es schien, als laste aller Jammer der Unglückliche» auf ihm. Er hatte noch nie so leb-haft empfunden, wie »ich-tifl selbst die Macht eine» Kaisers den Wirrnissen de» Lebens gegenüber ist. Immer rascher durch-maß er da» Gemach, uud immer nngeduldigerwar-tete er ans da» Erschei-»e» de» Mädchen». Plötzlich öffnete sich die Thür, und gleich da-.rauf erschien Mafie im Zimmer. Sie war nett und sauber, aber schlicht und eittfach gekleidet »nd tränte sich kaum anszn-schaue»; ihr zager Knß konnte nicht vo» der Stelle, «nd ei» leiser Schauer überlief sie, al» sie de» Zchwrre Ansqabe Lieschen knrni tt Uciitc alleibhigs »och »icht begreifen, warum sie ber Lehre» furttvftlucnb mit fransanigabe» „fliiiMP »üb sie wringt, onfmtt (ich mit ihren Zvielkaincrade» int JVrib imb ans bot Äiese iKt'innntreiben, Ivim Tisch »nb nur ber Stechviitofcl zu fihen. freute gerade, >00 dcr Sonnenschein so tteiluifeub bnrch bic Fensterscheiben bricht, mnhle tfu der Lehrer eine so schwere frq»«aufgabe nebe», bis sie tto|j aller Anstrengung »icht au löif» »>ermag Lieschen weih aber, bcch es früher keine Zvlelstnnde giebt, devoe die Zchulpftichlen nicht erfüllt finb. webulb bezwingt schlliülich alle« Eobllch ist a»ch die .schwere' Aufgabe gelbst, und Lieschen läuft hurtig z« ihren Mesvieli»»e». um sich »uu »ach frerzenslnst int greie» Heruni. znluminel» freute ist »user Lieschen aus Zchule »nb Lehrer wegen ber .schweren Ausgaben- nicht besonder« gut zn spreche«! boch anch sie wirb mit der gelt erkennen lerne», wie gut e« ber Lehrer mit ihr meinte, und tank, bare» Herzen« wirb sie »ch seiner »rinnern, dafe er sie ausgerüstet hat mit dem erforderlichen Wisieti für» Lebe», El O'iiimurf des Völkerschlacht Nationoldenkmals bei Leipzi». Am 18. Cf. tuber v. I. Würbe in Megeuivnrt einet ansehnliche» Zchar geladener ^thren-gilit« und zahlreicher Vereine nnb »Srperschasikn au» alle» Teilen Tentschiaud» der Briiadlieln zn dem VSlkerichlacht.Rationaldenkmal gelegt. Die ltnUvürse z» diesem gewaltigen Bauwerk sind von dem Architekten Prosessvr Bruno Zchnich Kaiser» Blicke sest ans DaS abgebrannte ^>»tel Areitstri« oberhalb vrunnen am Vicrwaldsiütter Zee «Mi, Int.) + 40 -i-i- g«f«rHgt, weither sich bereit« durch bo« herrliche SijffMnfer-D>'»t«al (inrn Kamen geschaffen hat. Bi» zu der Höhe von »euujig Meter wird der gigan-tisch« Bau ouffleiarn. TU abgestumpfte Pyramide de« eigentliche» Man«, ment» wird ei» nach ode» sich verjüngender, kuppelgeschlostener Rundbau frönen.-den ein mächtige» Eiserne« kreuz überragt Ta» die Freitreppen abschließende Relief aus dcr vorberseite, Werke der Bilbhauerkunst uud der Malerei im .__Quarrn be»Ban» so- wieGla»mosa!kcnauf Golbgrnnb iu den Kuppelgewölbenwer. den von den Ruhme«, thaten de» Befrei-u»g«kampfe» tlnnde gebe». Von de» Wa. lerle» in 00 und 80 MeterHSHe aber wird der Besucher dieser geweihten Statte eine» weiten Fernblick gewinnen in je»«G«< fiide, die die größte Snlsch«idung»schlacht der R«uz«it gesehen haben, denn hier erst, nicht ans den Schnee-seidern Rußland« ging die Boherrschast Frankreich» über Eu-ropa in Trümmer. Der Brand deS HotelAxenfteit«. In der Rächt zum SS. Dezember v. I ist da« anivitrwaldstät. ter See' oberhalb Brünne» unb der Axrnstraß» gelegene große Hglel «xen-stein ei» ?Iaub der Flamme»'geworden. Ta» Hotel. da» 136 Fremdenzimmer hatte. war seit dem Monat November geschlossen! die Beiiser, bi« •Herren E. und A. Sberle, halten sür den Sinter in Brunnen «nd Schwhz Wohnung genommen. Die mit der Ueberwachuug betraute» beibe» Leute, der Hau«, knecht unb der Äärtner, waren in einem Nebengebäude de» Hotel» unter-gebracht. Sie erwachten erst, al» da» Hotel bereit» in hellen Flammen stand. Um l Uhr war da» Fenrr im obersten Teil de» Mittelba«» «»»gebrochen, und bei bein au» Westen wehenden heftlA.'n Sturm hatte e» mit reißender Gchnellig. kett um sich gegriffen. AI» die Feuerwehr au» Brunnen, Schwyz und Mor> Ichach eintraf, war schon da« Treppenhau« eingestürzt. Da« Hauptgebäude war «icht mehr zn retten, da da« kleine Wasserreservoir bald irlchg^ft war. Nur einige Nebengebäude und der schön« Waldpark blieben von der Weuer«. brunst verschont. Der niedergebrannte Ban war mit <70. Fre«. versichert, ebenso zum größte» Teil da» Mobiliar. Der Gesammtschabe» wird auf 880,000 Frc». vera»schlagt. Da» in der Tonristenwelt wohlbekannte Hau», da« ^in den sechziger Jahre» de» IS. Jahrhundert» auf einer Waldrodung rntstanden war, wird Nch wieder au« der Äsche erheben! kür den Sommer 1001 scheidet e« allerding« au» der Reihe der alpine» Lustkurorte au«. E« sollen Anzeichen dafür vorhanden sei», daß bei dem Unglück Brandstiftung ihre dv«willige Hand Im Spiele gehabt hat! freilich ist auch die Vermutung nicht gänzlich abzu-weisen, daß da« Feuer durch Blitzschlag entstanden ist, da kurz vor der Bra«d< katastrophe ein Gewitter über den Bierwaldftätter See zog. Weithin i» die Ferne warf die lodernde Flamme ihren blutroten Schein! für die Uferbewohner diese» Dell« de» See» bot der Brand de» stattliche» Bau« auf hoher Felsen-terrafse ein schauerlich-schö»«» Schauspiel. Wo Ist der Wilddieb? RotloS. Herr (zum Bediente»»: .Geschwind, geschwind, Hilfe schaffen, Johann, mein« Frau liegt in Ohnmacht! Wa» bestnnen Sie sich den», um» Himmelewillen, so lange?' — Bedien ter: »Ich weiß »och nicht, ob ich zum Arzt oder Iuwrlier lausen soll!' Rnr immer höflich. Im Examen wirb ei» >»»ger Mediziner unter anderem gefragt, wa» er thun würde, wenn er bei der Sezierung einer Leiche i» dieser noch Leben entdeckte. — Der Kandidat antwortet»! .Ich würbe be» Scheintoten beim Wi»derer»ach»n um Entschuldigung bitten." Kitt gesagt. Sek»»d«l«nt»a»t: .Sage» Sie 'mal, Herr Professor, wie viel ist 2 mal S? — Professor der Mathematik: .Wenn Sie sich selbst dahi»ter sey«»: 120.* Eine Empfehlung. .Der Man», den ich nehm«» würde, braucht kein vermögen zu haben. — .0 mein gnädige« Fräulein, diese Sige»schast besitze ich, ohne mir zu schmeicheln, i» allerreichem Maße " Sine entsehlich« Täuschung. Katharina II. fühlte stch »icht sicher auf bem Throne, von dem sie ihren Gemahl Peter III. mit bewaffneter Hand der-jagt hatte, so lange Prinz Iwan, der eigenilich« Sro»>Prätendent, in seinem Keller in der Festung Zchiüsselbnrg lebte. Der Zufall fügt» e«, daß st» in dem Leutnant Mierowitfch, welcher »ine glühende Leibenfchafl fflr da« schöne Weib im kaiserliche» Hermelin saßte, ein gefügige« Werkzeug ihrer Pläne sand. AI« di».Kaiserin ihre« schwärmerische» Verehrer» müde war, beschloß sie, sich seiner und de« unglückliche» Prinzen Iwan zu gleicher Zeit zu e»t< ledige». Sie gab Befehl, soll« wieder eine Verschwörung zu Gunsten be« Prinzen stattfinden sollte, denselben zu töten. Dann sendete ste Mierowitsch zu dem Regiment», da» in Schlüsselbnrg lag, unb dieser zettelte hier eine Verschwörung zu Gunsten de» Prinzen an. E« gelang ihm, viel« Soldaten mit sich fortzureißen, und al» di«s«lbe» vor dem Kerker be» unglückliche» Iwan erschie»«», würd« der Prinz von den beiden Offizieren, welche bei ihm Wache hielte», erftoche». Mierowitsch wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Sr hoffte bi« zuletzt aus seine Begnadigung, da ja seine ganz« Empörung nur «in« verabredet« Komödie war. Er sollt« fich jedoch täuschen. Roch am Abend vor s«lner Hinrichtung besucht« Ihn Katharina II. Si« versprach ihm selbst, iu dem Augenblick, wo «r da« Schaffst betreten würd«, d«n Pardon zu bringen. Und wirtlich, al» Mierowitsch da»'Blutgerüst bestiegen hatte und um llch blickte, sah er die Kaiserin im purpursamteue» Hermelinpelz, eine Kosaken-Mütze von Zobel auf bem schönen Haupte, bie Fürstin Daschkow an ber Seite, in einem prächtigen Schlitten herankommen. Im nächsten Augenblick kniete er vertrauen«p»ll ni«b«r »nd — s«in Haupt fiel unter dem Schwer!« de« Henker». Dir Pal«« i« Zimmer. Trockene Luft Ist Ha»ptb«dlng»»g b«i der Zucht manch«« Palmen im Zimmer, e» würde aber doch ei» Fehler sel», wen» ma» sie fortwährend nur mit rrcht trockener Luft traktlere» wollte. — Diese» verlangen ste nicht, st» lieben e» vielmehr, wen» ste Im Winter im geheizte» Zim-mer allwöchentlich »inmal mit la»war«»m Wasser besprengt »ber mit solche« vermittelst eine» weiche» Schwämme» abgewasche» werbe». Die trockene Zim-merlnst sorgt für baldige» Wied«rabtrock»e» der Pflanz« und verhütet, daß bie naßgemachten Blätter fleckig ober schimmelig «erben. — Mit be« Gießen «uß man im Winter sehr vorsichtig sein. Der Verbrauch der Pflanze» an Wasser richtet sich »ach ber Temperatur be» Zimmer» »ab nach ber betreffenben Erd». Man gieß» nicht zu oft; wenn «an aber gießt, da»» gründlich, nämlich so, daß da» Wasser durch da» Abzugloch de» Topse» wieder zum Vorschein kommt. Oder man stelle de» Tops ein paar Minute» I» «asser, damit Erde stch voll-sänge» kan». AUdann kann man acht, unter Umstänben aiach vierzehn Tag« warten, b«vor man witber zu gieß«» braucht. Sinb die löpfe sehr Kein, so daß die Erde schneller »»»trocknet, so ist selbstverständlich öster z» gießen. U«b«r. Haupt muß eine Pflanze, wenn die Erde stch «rocken anfühlt, gegosten werden. Diese»Trockensein ist da« sicherst«A»z«ich«n, daß di«Pflanz« nach Wast«r verlangt. Hiri«tg»sp«ise. 2 Häringe werde» gewässert, entgrätet unb fein gewikgt. Mit einem Stückchen Butter »»d 2 Kochlöffeln Mehl macht «an. »in« gelb« Sinbr«nn« und giebt baz» I feingeschnittene Zwiebel. 1 Lorb«erblatt, etwa» Pfeffer und Eitro»««sast, löscht biese» «it kräftiger Fleischsnpp«, od«r Wasser und etwa« Liebig» Fleischertrakt ab, läßt die Saue» aufkoch«», s«iht fl« b»rch und giebt bi« gewiegten Häringe hinein nebst zwei S»ppe»leller voll gekochte», i» Scheibe» geschnittene» Kartoffeln, v«r«ifcht e» mit ber Sauce, welch« zie«-lich dicklich fein muß. giebt bat Ganz« In «In» mit B»tt»r bestrichrne Braten« psanne unb läßt dt» Speis» in b»r Röhre aufziehen. Ausgab«. «tut, lavalter, Autheniiettät, «darlatan, l!o> tat, «nllpathle, Orient, «diettiv, Tribüne. Tada» tltee. lourier, Kanon, «pplau«. «nomalle, «ho-rist, Akademie. gür »lese yremd-wdner sin» die enlwrechenbe» deutsch«» Wörter Bilderrätsel. zu letzen. II» An» sanaeduchstaben der leNieeen »en» nen, hinter ein-ander aelesen, ein iverzelchnl« vo» Fremdlvörtrrn. Auslösung folgt tn »Ichfter Nummer. AuflSsung. r »i • i N « 1 k e T r • V o a x Tarragon» VlctorlaRogfa Oranienburg Laue nburg II a m b a r g Adele 0 r b niiftt. Ich stamm« von einem «ötterge>chlecht: «ar leider «vtlin. nach gi»IIichein «echt. «I« ich einst dein Schaume enlltiea zur ttclt Äiard Schönheit und Liede mir beigesellt; Hoch ward verehrt Ich bei den Alte». Loch jetzt Ist vorbei mein »änlich «alten; «»»» alt zog die christliche Veyre genMonc gloh Ich hinaus zum «eitendom! Dort bi» Ich nun «Suigl» und «Stil» zuglei Und nicht» kann mehr stören mein glän»ndc> Reich. Hohanne» He»pe. Austilung folgt t» nächster Nummer. «uslisnngea au« voriger Äummcr: le» Rätsel»: Seife Lied. De» Logogrtph»- Tiber, Tiger Alle Aecht« aorbetzaiie». Derantwortilibe Redaktion vo» Hrntt Vs«tff»r, aedruekt und i>erau»gcged«n »on Kreiner k «leisjer In Stuttgart