Hummer 20._Peltau, den 20. M«l 1900,__XI. PettauerZeitung. Erscheint jeden Sonntag. Preis für frtta» mit Zustellung in» Hau»: »«atlichSO ^ viert'ljihrig K 2.40, halbjShrig K *.80, ganMrig K S.-. mit Post«rsendung im Inland«: «on.tlich Sb h, »itrtehthrig K 2.60, halbjährig K 6.—, ganzjährig K S.oO. — Einzelne Nummern 20 h. Haodschnsten verden nicht zurückgestellt. «nttndignngen billigst berechne». — «eitrige find erwünsch, und wollen längsten« bi« Freitag jeder Woche eingesandt werden Ä» die SchriNleituug der „SUKeirischea Post!" In Ihrer Nummer vom 1k. t>. M. behaupten Sie oder em Herr „M. L.", das» ich den .blauen Bogen" erhalte» hätte und Sie drohen, die Geschichte meiner heimtückischen Krankheit etwa» näher zu beleuchten, wo» Sie vorläufig nur au» Schonung für mich unterlassen. Leider kann ich Ihre freund-liche.Schonung' nicht acceptiereniIcherkläre hiemit. das« Herr „M. L" al» Verfasser des Artikel» und Herr Ed. Iona»al« Schriftleiter der .Süd-sieirischen P o st" mich infam ver-leumdet haben, da Sie diesen Artikel der Oeffentlichkeit übergaben und ich fordere beide Individuen auf, entweder selbst gegen mich die Ehre »beleidig« ng «klage einzubringen, odermirdurchBeröffentlichuugder .Ursachen' meiner Pensionierung Gelegenheit zu weiteren Schritten zu geben. Friedrich Ä. , Rilchberg. schuftige Journalistik. Mo» nnterscheidet befannMch eine anstätldige Presse und eine sogenannte Revolverjournalisiil Ein b««et«e« Blatt, dessen Schriftleiter Ehrgefühl mit Gewissenhaftigkeit verbindet, kann zwar im politischen Kampfe die gegnerischen Zeitungen. Parteiführer und ander« Personen, welche sich am öffentlichen Leben bethei» ligen, gründlich .verreißen", niemals wird e« aber versuchen, da» Geschäft de» Gegner» zu schädigen oder ruhige Leute lediglich ihrer Gesinnung oder Nationali« tät wegen an die Orffentlichkeit zu zerren und z» Grunde .zu richten. Selbst die radicalsten Blätter, wie da» .Grazer Tagblatt'. der .Ar-beitenyille" k. igiiotiert» den politischen Gegner, Wte'^s tK segangen 'm MoseS Kerl Mit ä Tis pendens. Eine von die Polizei, zwei von» Amt«-aericht. Die eine von» Amtsgericht i» gewesen sein ua pendens wegen die Gäns', die andere ä Klag' von'n Bräuer wegen Berläumdung und Ehrabschneidung. weil er hat gesagt: Der Bräuer wär ä Giftmischer. Al» gekommen i» gewesen der erste TerminStag. i» der Most» Perl ae-gange» auf» Amtsgericht und i« worden gerufen vor uud iS worden verhandelt sein lis pendens. t der Amtsrichter gefragt 'n MoseS Perl, ob Bräuer ihm hat verkaust verdorbene» Bier. .Wie heißt verkaust? Hat gestanden da« ver-dorbene Bier im Rinnstein, wa« haben geschnettert meine Gäus', das« se sind beduselt und ich hab ihnen abgeschnitten de Häls', weil ich hab' gedacht, se sind vergiftet. Soll ich wissen, das« se sind bloß beduselt?!' Hat der Amtsrichter darnach gegeben 'S Wort zu reden dem RechtSanwalt und hat der gesprochen ä graußmächtgeS Plaidoir welcher ruhig sein Geschäft betreibt und nur bei Wahlen seine Überzeugung mit dem Stimmzettel zum Ausdruckt bringt, nicht etwa aus christlicher Nächstenliebe, sondern auS Selbstachtung und um die Sache ihrer Partei nicht zu schädigen. Wie ist eS nun zu rechtfertigen und zu er-klären, dass gerade die Blätter der Geistlichkeit in Untersteiermark, die .Slldsteirische Post' und der „SlovenBki (Jospodar" mit souveräner Verachtung der Lehre unsere« Hei-l a n d'S jeden und auch den Unschuldigsten zu Grunde zu richten trachten, der ihnen al« .Deutscher' im Wege steht. Der Schreiber dieser Zeilen hat viel mit Priestern verkehrt, überall sand er in deutschen acisUichen Kreisen die er-babenste Begeisterung für die Hehre unsere» Heilande» und daher auch eilte große Zurückhaltung in nationalen Fragen. Jene Herren aber, welche die Artikel sür die .Sildstmische" und den „Uoqmdar" schreiben. ?nd gor keine Christen, viel weniger noch atholische Priester! Wenn der Hirt selbst in seine Herde einbricht, den Unschuldigsten wegen seiner Rationalität zu schädigen trachtet, wenn er in der Vresfe vorhast lügt und verläumdet, tun den Gegner tn'8 Unrecht iu sehen, dann ist er ein ^ide, ein Feind der J»rche flut» verdient, alt ©off im Schffffpe^e gekennzochnet ■ztr uvibeiil Wa» mußten wir in der letzten Zeit nicht alle» erleben! In der clericalen Presse wurden Per-sönlichkeiten in Pettau heruntergemacht, deren Religiosität über jeden Zweifel erhaben ist, der Pfarrer in LeSkowetz errichtete ein Wirtshaus, welche» bereit» in den ersten Woche» 40 Halben Bier au»schänkte uud wa^ sich sonst »och in diesem Orte ereignete, wollen wir lieber verschweigen. Man muß die Dinge beim rechten Namen nennen, wenn eine Besserung eintreten soll! Da» Priesterseminar in Marburg ist der Herd aller Übel. Eine Anstalt, wo auch Re-dacteure und Mitarbeiter der .S ü d st e i r i s ch e n" uud d e » „G o s p o- für'n Mofe» Perl seine Gäns' und das» fe ihm müs»t beßahlen Stück vor Stück der Bräuer, das» dem Mose» hat ser Freud' getanzt '» Herz nnd er schon hat gerechnet, wa« er macht sor'n Geschäft, a« er will fordern for die Gäns' Stück vor Stück fünf Gülden. Gott gerechter, haste gesehen! I» da« aber gekominen ander«. Hat da» Gericht sich geßogen ßurück nnd wie« gekommen wieder retour ßurück in'n Saal hat der Amtsrichter verkündet '» Urtel, das» nich i» erwiesen, das» sind geworden vergist't de Gäns' von« Bier in'n Rinnstein, a« Mose« Perl selbst hat zugestan-den, das» hat abgeschnitten der Schächler de Gäns' die Häls'. eh'r se sind krepiert und hat die Gäns' gegessen der Mose« Berl mit seine Familie und hat ihm geschadt nischt, danach i« abzuweisen der Mose» Perl mit seine Klag' und ßu verurtheilen iu de Koste». .Waih geschrien!' schreit der Mose» Perl und fängt an ßu schelten nnd ßu schimpfen aus» Gericht ganz mörderlich. .Herr Perl," sagt da der Amtsrichter, .as Se hoben bi» 24 Stunden nach ergangenem Erkenntnis da» Scheltrecht, schelten Se dreist, aber draußen!' und hat'» bringen lassen durch'» Nonz'ju« au«'m Saal. Z» dar" die Jugend erziehen und mit russophiler, fanatisch-nationaler Gesinnung er-füllen, ist ein Krebsschaden sür die Kirche und muß reformiert oder ganz aufgehoben werde». Seminarprofessor und Mitar-beitereine« Revolverblattes! Da scheint uns doch »och begreiflid)«, ivenn ein quieszierter Postofsicial in Ermangelung anderer Beschäftigung die .Pettauer Zeitung' redigiert, die .Südsteirifche" hätte sich also ihren Leitar-tikel Über die Person unsere« Herausgeber« er» sparen könne», besonder« da sie auf unsere letzten Ausführungen kein vernünftige» Wort zu erwidern wußte. Immerhin ist e» erfreulich zu sehen, wiediesen Preßmeuchlern kl chrecken in d i e Glieder fuhrk *«« war so schön, die Deutsche» in Pettau allwöchentlich in den Hetz-blättern angenagelt zu lesen, in-des die Herren Slovenen in größtes Ruhe und unbehelligt ihren Ge-schäfteu »achgiengenl Diese schönen Zeiten sind endgiltig vorüber, da» mögen sich die Herren gesagt sei» lassen! Die ZVoche. J« Abgeordnetenhaus?. Die Sitzungen de» Abgeordnetenhauses haben Donnerstag wieder begonnen. Bier Stunden dauerte die Verlesung de» Einlaufe» und bald war die Sitzung beschlußunfähig, da nicht einmal 100 Abgeordnete anfzutreiben waren. Offen ge-standen, un» gefällt die Wirtschaft nicht. Die deutschen Vertreter handeln keineswegs entsprechend eneraisch und consequent. um das Ansehen de» deutschen Volkes zn wahre». Ein .Wickl-Wackl" in der Politik ist immer von Schaden. Entweder unterstütze man offenkundig die üechisch« Obstruc-tio» nnd mache dem Abgeordnetenhauje einmal das gewesen am Montag. Am DienStag hat der Mosc« gehabt Termin vorS Schöffengericht mit'm Bräuer und ßeh» Zeugen haben beßeugt auf'» Eid. das» der Mose» hat geschimpft '» Bräuer ä Giftmischer, und der Mose» kann'» »i.cht streite», aS er sich auch wind't und dreht noch soviel und buni»! hat'n duS Schöffengericht ver-urtheilt wegen Beleidigung und Verleumdung ßu fünfzig Gülden Geldbuß oder ßehn Tag' sitzen und in de Kosten. Der Most« denkt, er soll werden rein mtschugge. aber er iS rein so baff, dass er kaun reden kein Wort und geht still ße HauS. Aus'» Mittwoch hat gelaut't die Ladung aus'» Polizeiamt. AS gekommen i» der MojeS, hat'n der Bürgermeister ßudictiert ßwei Gülden Ordnungsstraf', dass er hat laufe» lassen seine Gäns' auf die Straß', a» doch soll'n kerne Gäns' lausen auf die Straß', wo steht in de Straßen-polißeiordnung. Kost't die Geschicht' an die ßwei-hundert Gülden. So i«'S ihm ergangen mit ä Us pendens, und »och heut wird er fuchSteufelS-wild, wauu mer'u frägt. wie'» iS gewesen mit'm lis pendens mit die beduselten Gäns'. — b«u GarauS obfr man tret* dkn Obstructionisten mit der größten RückfiäMosigkeit »nd ohne Scrupel rut{|rn^n. Aber man zeige in Kuckuck'« Name» gewisse» Kreise», das« der Teutsche da« Abgeorbnetenhau« beherrscht und, das« dort der Wille de« deutschen Volke« maßgebenb ist. Es ist u»erträglich zuscheu zu müssen, wie heute der „Böhm" mit dem Parlamente umspringt uud dadurch da« Märchen seiner Unüberwinblichkeit z» neuem Ansehen bringt. Die wiener Gemeinderathswahlen. Die Agitation sür die Wiener (Gemeinde« rathSwahlen hat bereit» begonnen. Auf der »inen Seite stellen die Anhänger der deutschen Volk«-Partei und die Ehrisllichsocialen. andererseits die Radicalnationale», Socialdemokraten nnd Juden gemeinschaftliche Saiididaleu auf. Während aber die Anhänger der deutschen BolkSpartei trotz dc« Protestes der Parteileitung mit den Luegerianer» in alle» Bezirken zusammenwirken, ist da« Ver» hältni« ihrer vereinigten Gegner höchst sonderbar. Die Wolfianer wählen nnr ieue jüdische» Ca»> didaten. welche arischer Abstammung sind und alle drei Richtungen, Radicale, Sociale und Judenliberale unterstützen sich nur dort, wo sie keine Aussicht haben, selbstständige Eandidateu durchzubringeu. man kann sich also auf allerhand Überraschungen gefaßt machen. Sämmtliche Wahl-bündniss? machen de» übelste» Eindruck. E» wäre viel anständiger, wenn jede Partei selbstständig auftrete» und sich mit jenen Erfolgen begnügen würde, welche sie au« eigener Kraft erringen kann. Besonder« Abgeordneter Wolf, welcher so streng über andere urtheilt, sollte den politischen Schacher meiden. Abgeblitzt. Die Bewohner der Koiiischavorstadt in Pettau wurden am letzten Sonntage bei Ankunft de« Bormittagpostzuge« durch ein infernalische« Gebrüll erschreckt, welche« vom Bahnhofe her bi« in die Radkertburger Straße und bi« zum Biehmarkte vernorymcn wurde.. Es waren die«, die Natnrloiite der begeisteren slovenischen Intelligenz. welche zur Versammlung de« slovenisch-clericalen Vereine« „Sloga" nach Großsonntag fuhr und in Pettau von gleichgestimmten Seelen unter Führung dc« RechtSamvalte« und einstigen GerichtSadjuncten Dr. B r u m c n und de« Herrn Peteriiö Zuzug erhielt. .Schön war der Tag und lieblich schien die Sonne", so sängt bekanntlich eine traurige Ge- Sichte an und ach. traurig endete dieser mit ben ÖiijTkn Hoffnungen unternommene Siege«zug nach dem Zwiebellande. Die Herren mußten schon eine Ahnung haben, das« man sür sie in Groß-Sonntag keine Triumphbögen errichten werbe, ben» zum Schlitze der anwesenden BolkSretter und Bauernfreiinde Gregorec, Dr. Ro-s i n a. Dr. I u r t e l a, Dr. B r u m e n und Dr Omuletz waren die Feuerwehren von Polstrau und Hardegg aufgeboieu. während eine Musikkapelle nach dem bekannte» Recepte An-draßy'S die nationalen Rebellen bekehren sollte. Die Versammlung war von beiläufig 500 Personen besucht, barunter miubesten» 100 von ben Hetzer» auS fremden Gegenden zusammen-getrommelte Leute, darunter der Wirt G o m f i, der Kaufmann M i ck l unb Jxr Schreiber beim Be-zirkSgerichte I. Ha l a au« Frieban. Man sollte nun glauben, bie einfachen Bauern vonGroßsonntag wären der überlegenen Redekunst der Doctoren und dem terroristischen Treiben ihre« Anhange« unterlegen, weit gefehlt, die Landleute zeigte» so große Über-zeugungStreue und Schlagfertigkeit, das« die Doctore« kaum zu Worte kamen und einer nach bem andere» au« der Versammlung fortschlich. Al« Vorsitzender fungierte Dr. O m u l e tz. al« Referenten Gregorec. R o s t n a und I u r t e l a. während unser lieber B r u m e n die Rolle de« .ZwischenruferS" übernommen hotte. Gregorec sprach von der Nothwendig» keit, bie Lechische Obstruktion zu unterstützen, — 2 — erzählte bie Geschichte von einem slove-ni>chen Bauern, welcher zu Gericht kam, worauf der Richter zu seinem Schreib« gesagt haben soll:, .Schon wieber ein winbische« Schwein bal" hierauf beschwerte er sich über bie Pulververtheilung unb behauptete, .deutsche Ge-meindeu. welche schon seit 5 Iahren keinen Hagel hotten, bekamen Pulver zum Wetterschießen, slo-veuische, welche alljährlich verhagelt werden, be« kommen nicht«". : Endlich kam der Herr auf Frieda» zu sprechen, nannte den dortigen Bürger-Meister eine» .Skrizi" und empfahl Dr. O m u-l e tz au dessen Stelle zu setzen. Wurde schon Dr. Gregorec wiederholt durch Zwischenrufe gestört, besonder« da er über den Deutschen Ritter-orden lo«iog, so (konnte sich Dr. Iurtela kaum mehr verständlich machen. Schon beim Beginne seiner Rebe wiederholt unterbrochen, fieiig er immer wieder an zu erzählen, das« der Statthalter im Jahre 1865 für bie Pößnitzre-gulierung nicht« tbuu wollte, worauf ihm jebe«-mal unter stürmischer Heiterkeit der Versamm-lnng zugerufen wurde, er solle vom heurigen Jahre sprechen. Da er aber gar behauptete, die .Dornauer" seien mit de» Überschwemmungen der Pößnitz sehr zufrieden, »veil sie die Felder fruchtbarer mächtig erhob sich ein Sturm der Entrüstung unb eine Anzahl vou Bauern meldete sich zum Worte. Herr I. W a i b a. ein alter, gebrechlicher Manp bat bringenb um Hilfe, fein Äcker sei total zp Grunde gerichtet und da« Futter werde ihm alljährlich weggeschwemmt. Der alte Mann erhielt, voi» Vorsitzenden wiederholt bie Aufforderung, puf die Rednertribüne zu gehen, mit Zustimmung der Versammlung sprach er aber vou seinem Sitze au« zu Enbe. Der nächste Rebner Bauer Josef Kovaöiü au« Otlu-schofzen. welcher sei seinem Auftreten von ben Hetzern ausgelacht, würbe, erklärte unter stürmischer Zustimmung der Versammlung, das« der Bauer Achtung verdiene und ebenso gut da« Recht habe. niitznseben. al« bie Doctoren, Rebner war in Graz unb theilte ben Versammelten mit, bas« er bestimmte^ Versprechungen bezüglich ber .Pößnitzrcgulielllna erhalten Hai. (LebhaslQ Bei-fall) und das« die Deputation überhaupt viel erreicht Und da« größte Entgegenkommen gefunden habe. Unter Beifall der Versammelten sprach er Herrn Verwalter F l u ch e r den Dank für seiue Bemühungen au«, sowie dem Herrn BezirkShaupt-manne, welcher auf eigene Kosten Ingenieure von Graz komme», ließ, nm die Pößnitzregu-lierung vorzubereiten. Die Abgeordneten haben aber »ichlS gethan und haben daher auch keinen Anspruch auf Vertraue» u»b 'Anerkennung. (Stürmischer Beifall. Dr. B r u m e n schreit immerfort hinein, wirb aber enblich durch stürmische Rufe: Hinaus. Rübe. Fahr ab. zur Orb-uung gebracht.) Redner erklärt, er fei ein treuer Slovene, wenn man aber in die .Qtalmca" nach Friedau komme, höre man nur deutsch rede», warum soll also der Bauer nicht beutsch reden lernen? Der nächste Redner Herr K o r p a r erklärte ebenfalls, bie Pößnitzregnlierung müsse burchge-ührt werben und verwies hierauf auf die vom „Slovenski (iospodar" verbreitete Berlänmbung. die Mitglieder der Deputation hätten sich in Graz Bier zahlen und Zigarren schenken lassen. Die Deputationimitglieder feien reich genug, um solche Kleinigkeiten selbst zu bezahle». Redner stimmt vollkommen mit Hm« Skvorz überein, welcher den Statthalter bat. man möge die Kinder in der vierten und fünften Bolksschul-classe deutsch lernen lasten. Herr Wise»jak verlas nun unter stürmischem BeisaUe die von der Deputation in Graz überreichte Petition und sprach weiter« über Erleichterungen in der Mili-tärdiensUeit und bei Waffenübungen für Bauern-söhne. (Zwischenrufe der Hetzer: .Jetzt kommt der Zwiefel!") Redner fordert die Schreier auf, ihm zu erwidern, wenn sie ?S vermögen, aber sich anständig zu benehme», er sei zwar nur der einfache Gemeindevorsteher von Slomborf. aber e« wäre besser, wenn die Bauern nur ihre«- gleichen al« Vertreter wählen würden, de»u so lange die Advoeaten de» Bauer vertrete», werde e« immer schlechter! Aus einen Zwischenruf de» Abgeordneten Gregorec: .Sie haben mich so nicht gewählt", erklärte Herr Wisenjak unter Beifall: .Ich habe Sie nie gewählt und werde Sie unh Ihresgleichen niemal» wühlen." Schon während ber ganzen Versammlung ivar bie Stimmung ber Bauern gegen bie Hetzer ziemlich erregt. Al« nun aber gar Dr. Omuletz Vertrauensvota für bie anwesenden Abgeordnete» un» die bekannte .Lo« von Graz". Resolution beantragte und für angenommen erklärte, obwohl kaum der Versammlung seinen Anträge» zugestimmt hatte, wurde die Stimmung ber wirklichen Mehrheit so kritisch, bas» bie Hetzer baS Weite suchten. Dr. R o s i n a fuhr so eilig bavou, das« er seine Begleiter, Herrn Dr. M i h e-1 i ü und einen zweiten Herrn in Großsonnlag .vergaß" und die zwei Feuerwehren mit den übrigen Hetzern zogen unter einem Steinhagel, l cschiiht von GenSdarmeu ab. So endete die große Sloveneuversammlung in Großsonntag l Localnachrichten. (Ehrung.) Mittwoch den 16. d. M. erschien eiue Abordnung de« deutschen Turnvereine« in Pettau, bestehend auS dem Sprechwarte Herrn Dr. E. T r e i 11, dessen Stellvertreter Herrn Oberossicial H. Kersche uud Herrn Turner M a t i l bei Herr» Josef G s p a l 11, um dem ersten Ehrenmitglied« des Bereine« da« Ehren-diplom zu überreichen. Herr Dr. T r e i t l hob in einer herzlichen Ansprache die vielfache» Verdienste be« Jubilar« sowohl al« Turner al« auch als Turnrath«mitgiied hervor nnd sprach den Wunsch au«. Herr G s p a l t l möge nach recht lange al« ausübende« Mitglied seine bewährte Kraft dem Vereine erhalten. Der Jubilar daukie in schlichten Worten für die ihm zu Teil gewordene besondere Auszeichnung, versicherte, dieselbe werde ihm unver-ges«lich bleiben undversprach. der edlen Turnsache bi» an sein Leben«,übe «reu zu bleiben. Da« schön a »«gestattete Ehrendiplom au» der vaterländischen Fahnenfabrik in Köln am Rhein zeigt «ine» Jüngling, der die Turuerfahne schwingt «nd eiue gewappnete Germania, welche demselben den Lorbeerkranz überreicht. (Äukerorientliche H«»Pt>ers»mmln«g de« Mnsrim Verei»».) Sam«tag den 12. d. M fand im Saale de« Herrn Osterberger eine außerordentliche Hauptversammlung de« Museum-Bereine« statt. Herr Professor Ferk gab vor-erst in breiter AuSsührung ein Bild, wie das l»00-jährige Jubelfest der im Jahre 101 nach Christi durch den römischen Kaiser Trojan er-folgten Gründung ber Colonie Poetovio gefeiert werbe» könne. An einem erst zu bestimmenden Eam«tag be« Jahre» 1901 werde im städtischen Theater ein Bortrag über die Bedeutung dieser EriuneruagSseier gehalten. Diesem Bortrage folgen Darstellungen aus der römischen Geschichte. Voll-gesäuge bes MSnnergesang-BereincS auf bie Feier be» Tage« passend, Borträge ber BereinSmusik und schließlich ein Gruppenbild um die Büste des Kaiser Trajan. Am folgenden Sonntage, dem eigentliche» Festtage, sei ein im römischen Stile gehaltener Triumphzug darzustellen und zwar nach den Reliesbildern der TrajanSsäule. Der Zug beginnt am Dominikanerplatze; am Haupt-platze huldigt die römisch« Poetovio ber germa-»ischeu und sobaun wirb zu «inem Volksfeste nach Haibin gezogen, wo zeitgemäße Belusti-guugeu stattzufinden hätten. Diesen sehr ibeal ge-aebenen Ausführungen be» Professor« Ferk folgte eine lebhaste Wcchselrede. Herr Schul-sink betont, e« sei da« Fest im deutschen Stile zu geben. Herr Blanke wünscht, bas« bie Gründung der Stadt durch lebenbe Bilder bar-gestellt werde uud besonder« ber Hauptplatz Fest-Mittelpunkt sein solle. Herr S t e r i n g weist auf bie außergewöhnlich seltene Festveranlasinng hin. ersucht, vor allfälligen Kosten nicht allzusehr zurück zu schrecken, ba ja auch Deckungen erfolgen werden. lwiibft sich ab«r au» mehreren Grün« den gegen dir Lenkung de» Festzuge» »ach Hai-bin, verlangt, das» txrselb« sich auf da» Stadt-gebiet beschranke und im Schweizer hause und BolkSgarten sei» Zi,l sind?. H«rr Gymnasial, biwtor Gubo beleuchtet in sachlicher Weise die Pläne de» Hern, Professors Ferk, betont auch die Wichtigkeit ber Feier, die Pettau al» zweit-älteste Stadt Mitteleuropa» begeh« uud ist auch dafür, das» d«r Festzug zum Schweizerhaust lenke. Herr Ott beantragt die Gründ,ititi de» Festau»-ictiujff«. H«rr Bürgermeister hatte in gewohnter Umsicht schon srüher Herrn Provisor Ferk zu-gesichert, das» der Gem«i»d«rath sür die Abhaltung de» Feste» sei und e» wird ihm. wie diesem der Tank au»gesprvch«u. Die Antrüge werden einstimmig zum Beschlusse erhoben und der Festausschuß bestimmt. Dieser besteht au» dem Museom-Verein»-Au»schusse, dem Herrn Bürgermeister O r n i g mit zwei Gemeinderäthen und Herrn StadtamtSvorstand A E b e r h a r-t i n g e r, dem Herr» Gymnasioldirector Ä u b o mit den weltliche» Herren Professoren de» Kaiser Franz Iosef^Symnasium» und den Obmännern wmmtlicher deutfcher Vereine von Pettau. Herr Obmannstellvertreter S. H u t t e r wird ersucht, die constituierende Versammlung be» Festau»-schuffe» einzuberufen unb bi« September ben Festplan festzustellen. Hierauf werden wichtige Beschlüsse bezüglich ber staatlichen Grabungen in Haibin gefaßt unb bie Versammlung mit Ver-trauung«kundgebungen an Herrn Professor Ferk geschlossen. Die Mttglieder blieben noch längere Zeit im traulichen Kreise vereint und besprachen in gemüthlicher Weise, wie da» fast zweitausend-jährige Fest zu« Ruhme der deutschen Stadt Pettau recht zweckentsprechend abgehaltn, werden könne. 8t. ische Versammlung.) An, nächsten Donnerstag veranstalte» die DoctorenZ Hetzer unb ondere Feinde de» ehrlich arbeitenden Volke« in LeSkowetz eine Versammlung, um ihre Faulheit und Gleichgiltigkeit gegen die BolkSintercsien. aus lateinisch Abstinenz genannt, z» rechtfertigen. Hossentlsch wird der Bauer den Komödianten da» Spiel verderbe»! Bei dieser Versammlung wird gewis» auch für die Consumvereine gesprochen werden und wir könnten ,vetten. das» der LeS» kowetzer Consumverein als .nationale" Institution hoch gepriesen wird. Vielleicht fragt dann jemand-die Herren Doctore», wieso e» kommt, bas» bieser national slovenische Verein alle» bei ber deutsche,» Firma Schwab in Pettau einkauft, während der von den Rationalen verfehmte Kaufmann Blodnik seine Waren von einer slovenischen Firma bezieht. Wer ist da der Berrälher an der slovenischen Nation?? (peulionirrung.) Der k. k. PostamtSexpe-dient Herr Josef S u p p a n wurde in den zeit-lichen Ruhestand versetzt. Auswärtige Neuigkeiten. (Hauptversammlung des Deutsche» Schul-»ereil»es.) Da» Programm der Festlichkeiten und Veranstaltungen, die anläßlich der Hauptver-sammlung de» Deutschen Schulvereine» zu Pfingsten stattfinden sollen, ist bi« auf wenige wesentliche Pnnkte festgestellt. Am Pfingstsom«tag. abend» 8 Uhr. findet in den Annensälen der Begrüßung»-abend statt, für welche» da« rühmlichst bekannte Quartett de» Grazer Männergesangvereine« seine Mitwirkung zugesagt hat nnd bei welchem da» Spörr-Orchester spielen wird. Am Pfingstsonntag ist morgen« im Eas6 Wirth im Stadtpark ge-meinschastliche» Frühstück, bei welchem für die SchulvereinSmitylieder von Herrn Wirth Plätze zu reserviern, in freundlichster Weise zugesagt wurde. Um 10 Uhr Vormittag wird die Haupt-Versammlung im Stefanie».Saal abgehalten und hat au« diesem Anlasse die Direktion der Steier-märkischen Sparkasse in liebenswürdigster Weife die Ausschmückung ihres Gebäude« wie auch der Festräume in Aussicht gestellt. Nach der Haupt-Versammlung findet in verschiedenen Restaurationen ein zwanglose« Mittagessen statt »nd am Nachmittag werden für jene SchulvereinS-Festtheil-nehmer. die den Festzug deS AlpentnrugaueS nicht besichtigen können, verschiedene kleine Ausflüge in die Umgebung von Graz, wie Rosenberg, Ruckerlberg, Eggenberg unternommen. Abend» 8 Uhr beginnt in der Jndustriehalle der große FestcommerS: bei diesem werden die Mitglieder de« Grazer Män»ergesa»gverei»eS und de« Deutsch-akademischen Gesangvereine« gemeinschaftlich ver-fchiedene Chöre singen und da« große Spörr-Orchester spielen. Am Pfingstmontag endlich wirb Früh ungefähr um 8 Uhr mit einem Sonder-zuge »ach Deutsch-Landsberg gefahren, dessen Gemeindevertretung einen festlichen Empfang vor-bereitet und dessen Gastwirte Alles aufbieten werden, so selten und gern gesehene Gäste an» weiter Ferne zufriedenzustellen. Die Pfingstseier-tage werden vo,absichtlich einen große» Theil der Bevölkerung in die heimatlichen Berge locken, ein nicht geringer Theil wird den Festlichkeiten de» AlpenturngaueS beiwohnen wollen, e» ist aber wohl nicht daran zu zweifeln, das» ein nicht minder ansehnlicher Theil, durch die völkische Be-deutnna de» SchulvereinSseste» angezogen, durch rege Betheiligung die Wichtigkeit desselben be-kennen wird. Die Theilnahme an den verschiedenen Festlichkeiten und Unternehmungen kaun nur mit aus Namen lautende» Gast- (Theilnehmer-) oder Delegirten-Karteii erfolge». I» den nächsten Tagen wird b«kannt gegeben werden, wo die Theilnehmer-karten erhältlich sind. dcru»l,»sa>lt kann der erlegte B«trag an «ine andere Person übertragen werde». (Verein SU««rk.) Unterstützungen hadener halten. Eine Keuschlerin in Kärnlen 30 uud für ihren Sohn, einen Tischlerlehrling. monatlich 10 Kronni. die Schulen zu St. Filipp«a und z» U»t«rskrill i« Gottfcheerland« Bücher im Werte von SO Kronen, die VolkSbüch«reieu Ju Klagenfnrt und GunderSheim in Kärnten Zücher im Werte von 150 Krone». 2 Abbrändler zu Hohenthurn in Kärnten l30 Kronen, die OrtSgr. Marburg zur Bezahlung einer vou der letzten W«ihnacht»b»scheerung herrührende» Buch-dändlerrechnung 41.40, die deutsche Schule in Äbbazia 400, ei» Lehrer in Untersteiermart 50. die FrauenortSgr Marburg für die dortig« Mädchenh«rberge 150. der südmärkisch« Sanger-bund in Laibach 150. ei» Gewerbetreibender in Kärnten 500 Kronen (Darlehen). Gründer: Robert SenkowSky. Gutsbesitzer i» Scheibb«, der akademische Tisch in Wien«r»eustadt, der deutfch« Turnverein in RadkerSburg. Dr. Theodor Bra-nowitzer, Notar iu Schladming. Herr Sebastian Schwendmayr. Pragerhof. die Krieglacher Jung» Mannschaft. Spenden haben gesandt: B«z>rkSvertretung Umgebung Graz 20. verein Odin in München (Überschuß a»« einer Sammlung für einen Kranz auf den Sarg Heinrich Wastian«) 107, Medizinische Tischgesellschaft in Jackl» Gasthause 14, Dr. Juliu» Fink (Sammel-büchse) 7 25. Dr. Arthur Pechlaner 2, OttSgr. Eisenerz (Btstschießen) 16. OrtSgr. völkermarkt (Sammelbüchse) 102, OrtSgr. Arnfel» (verkauf von völkischen Postkarten) 12 90, OrtSgr. veitsch (Kapselschützen - Gesellschast) 20. Sammebüchsen 3 33.) 13 33, Gemeinde Liez«» 10, A. S. ans einer verlorenen Wette 4. Gemeinde Schottwien 20. OrtSgr Gleichenberg (Quodlibet.Spiel) 7 20. Dr. Josef Hocke in Wien (weitere Sendung au« dem Erträgnisse deS Sommerseste«) 200, FrauenortSgr. Klagenfnrt (Radfahrer Elub v. I. 1886: 30. Sammlung im Gasthause der Frau Groß in Niederdorf 260, Spielgewinn von Frau Dr. Werner 3) 35 60. Ort«gr. Pöllau (verkauf von Postkarten 204. Orchester-Verein 2, glücklich« Scharfschützen 5. G«meind«.Eparkasfe 30) 3904. OrtSgr. Pongau 30. Ort«gr. Wolf«b«rg (Eamm-lung u»t«r Frauen und Mädchen 28, Rossbacher Gesellschaft 7) 35, Ort«gr. Klagenfnrt 700 (davon ou« den Sammelbüchse» 237 70), OrtSgr. Obennillstatt 25 94, Ort«gr. Pöllau 2, Ernst Horack i» Graz W 30 (--- 100 Frank».) S t e l-lung suchen: 1 HerrschaslSdiener, t Hau»- knecht. Schankburfche. Kellerburfche, 1 Kanzlei-beamt«r, Tagschreiber. 1 Handlungsgehilfe. 1 Rauchfangkehrrrgrhilf«. 1 Schlosserlehrling, ver-käufliche Besitzungen: 1 bäuerlicher Besitz in Unterfteier um 25 200 Kronen, 1 Weingarten, etwa 6 Joch groß, mit einem Herren-hause, nahe der Bahn, 1 Besitz »on 100 Joch in Kärntc», Bon den Ortsgruppen. Gründende Versammlungen: AggSbach tu R Oe. (H Tomschik) am 22. 4.. Gröbming am 29. 4. (Dr. Sueti), GleiSdorf und Weißkirchen am 13. 5. — Jahresversammlungen: Pöllau am 20. 4.. am 8. 4. (Dr. Sueti), Semmering (Schottn» >en) am 27. 4., Tüfer am 29. 4., Hart-derg am 5. 5. (H. Wastian), Fürstenfeld am 6. 5. (H. Wastian), Brück a. d. M. beide Ortsgruppe» am 9. 5. (Dr. Sueti), — Ort«-gruppeutag des EnnS- nnd PaltenthaleS in Admont am 6. 5. (Dr. Sneti). Handel, Gewerbe u. Industrie. Geverblicher Zchutzverein fiir Steier»«rk. Unter sehr zahlreicher Antheilnahme in»-besondere auswärtiger Gewerbe- und Handel-treibender fand am Montag vormittag» die erst« Versammlung diese« neuen vereine» statt. Die Zwecke und Ziele diese» vereine« sind für die Gewerbe- und Handel«welt von eminenter Wichtig-keit. weshalb e» nicht genug bedauert werden kann, das« speciell die Marburger Geschäftswelt iu beschämend geringer Anzahl vertreten ivar. Mit ewigem Klagen «st nicht» gethan, ein mann-haste» Eingreifen thut noth und de»halb gebürt jenen Männern, die die Initiative ergriffen haben, uneingefchränkte» Lob. In einer maiktgen Ansprache begrüßte der Obmann de» vorbereitenden Ausschusses. Herr Bürgermeister Albert Stiger. die Anwesenden und insbesondere ReichSrathSabgeordneteu Dr. Wolffhardt und Girstmay r. den Bür-germeister Hern, Ragy, den LandtagSabge-ordneten O r » i g, Herrn Dr. M r a v l a g au« Eilli. die Vertreter de» Marburger Handel»-gremiumS, die H«rr«n P l a tz e r und P f r i m e r und die Vertreter der Presse und ertheilte Herrn Dr. M r'a v l a g das Wort. Derselbe schilderte in anschaulicher Weis« da» Treiben der Eonfumvereiue und beleuchtete da« Bestreben dieser Hetzvereine, die Existenz der deutschen Handel«- und Gew«rb«wklt zu unter» graben. w««halb zur Abwehr die Gründung diese» vereine» beschloss«» und die Satzung?» der Statt-halterei zur Genehmigung unterbreitet wurden. Erst nach zweimaliger Abänderung einzelner Punkte langte die Genehmigung dieser Satzungen herab. E« wurde eine Liste jener Geschäftsleute verfasst, die es nicht verschmähen, den Eonfum-vereinen Waren zu liefern, damit die Mitglieder deS Vereines vor denselben gewarnt werden. Ein« Einschränkung der Thätigkeit d«r Geistlichkeit in den Eonsumvereinen durch den Bischof sei nicht zu erwarten, denn im Diöcefanblatte wurde kundgemacht, dafS die Geistlichkeit den Banern mit „gutem Rath" an die Hand gehe» könne. Worin der „gute Rath" besteht, ist sattsam bekannt, er führt soweit, dass, wie z. B. in Tüffer, ein Kapla» im Eonfumvereiue Fleisch ausschrotete. Redner bespricht die Gebarung der Eonsumvereine und die „Uneigennützigkeit" der dabei thätigen Geistlichen. In Mahrenberg wurden z. B. bei einem Umfatz« von 24.000 fl. 1947 fl. 33 kr. Frachtspefen uud 1101 fl. Löhne aufgerechnet uud außerdem 524 fl. au Dividendenantheileu für den „guten Rath" eingesteckt und entgegen d«n Satzungen Kredite von 2974 fl. gewährt; e» wäre daher Sache der politischen Behörden, sich um die Gebahrung dieser v«reiue zu be-kümmern. Räch Verlesung der Satzuugeu wird zur Wahl de» ständigen Ausschüsse» geschritten uud ßm Albert Stiger (Windisch.Feistritz) zum Obmann und folgende H«rreu i» d«n AuSfchuf« gewählt: Ferdinand Scherbaum und Karl Bircha >, (Marburg). S ch u l f i u k und Schräm k« (Pettau). ElSbacher d. j. (Tüffer). Mathei» (Raun), Ed. Supanz Prijivva), A. Walland (Eilli) uud Ios. Schober (Mahrenberg). Herr Schulfink kommt auf die flegel. haste» Angriffe de» .S!oveo»lu goepodar" zu spreche», welcher die Pettauer deutschen Kauf-leute uiibcrechliglerweise verunglimpfe, ebenso thut die» die Geistlichkeit nicht nur im privaten Lebeu, sondern auch von der Kanzel herab. Herr S u p a n z führt au», das» die Geist, lichteit in den Eonsumvereinen nicht ein Mittel sehe, um den Bauern zu nütz«», sondern, um selbe ganz in ihre Hand zu b«kommen; jeder Staat s«i »och zugru»de gegangen, iu welchem die Geistlichkeit die Oberhand erhielt. Redner führt «neu Fall an. wo eiu Kaplan nach dein Krache de» von ihm g«gr»ud«ten Eonsumvereine« einfach verschwand und anstatt Eoncur» anzu-fageu. den Ausschußmitgliedern riech, 7700 fl. auf ihr« Rameu bei der Sparkasse aufzunehmen, wa» sie auch thaten und um ihr G«ld kommen dürften, weil dir noch vorhaudeuen Waren größte »theil» verdorben siud. Der Kaplan befin-det sich jetzt in Zellnitz a D. und dürfte ohne Hindernis feiten» de» Bischof« f«in« ersprießliche Thätigkeit fortzusetzen iu der Lage fem. Diese Sorte von Geistlichen verdiente eher de» Ramen von HanWSgchilfen, wenn letzterer für sie nicht zu gut wäre. Aber gerade nur bei den katholischen Geiftticheu komme» derartige Dinge vor. die von dem anständigen Theile der Geistlichkeit selbst perhorreSciert werden. Die Regierung selbst thue nicht» für den KausmaunSstand und auch die Umlage auf die Erwerbsteuer würd« im Land-tag« zu Ungunst?» d«r Kailfnmnnjchaft bemessen. Redner empfiehlt eiu einige« vorgehen. inSbe-foudere muß «an der Geistlichkeit eiu kräftige» .Hand weg" gebieten, denn d«r Koufmaiintswnd sei zu gut, um al« Mittel für clericale Aspirationen zu dienen. Herr O r n i g wei«t auf die ungünstige Zusammensetzung de« Landtage» hin. in welchem der Handel«- und Gewerbestand nicht aenügend vertreten ist. we»halb für denselben auch wenig geschehe; erst jüngst wurde mit der B«willigung «ine» Betrage» von 10.000 fl. für Handel«, und Gewerbezwecke ein bescheidener Anfang gemacht. Die Elericalen haben eine um 8*/, höhere Um-läge aus die Erwerbsteuer de« Handel«stande« beantragt, doch sei dieser Antrag glücklicherweise nicht durchgedruugen. Rclchsrathsadqeordlieter Dr. Wolffhardt betont, das» mir «in wirtschaftlich starke» Volk iu national«? Beziehung gedeihen tönn« und dir» sei nur möglich, wen» man geschlossen vorgehe Alle Unrichtigkeiten, die in d«n Eonsumvereinen vorkommen, sollten zur Kenntni» «bracht werden, um Abhilfe schaffen zu können, sowohl er, al» auch die Abgeordnete» G i r st m a y « r und P o m m e r würden gewiß alle» thun, um die Schädigung d«» Handel«, und GewerbestandeS hintauzuhalteu. (Bravo.) Herr S ch u l f i n k führt einen Fall an. wo i» Pettau eine slovenische Firma die Lie-ferungen a» Eonsumvereine ablehnte, während deuijch« Firmen die Likferungen übernahmen. Nachdem »och einig« Angelegenheiten interner Natur besprochen worden wäre», schloß der Ob-mann, Herr Albert Stiger, mit der Mah-nung, stet« einig und geschlossen vorzugehen, die Versammlung. Der Eesetze«t»«rf Stier die ^rbeitsstattstik. Der steiermärkische Gewerbeverein versendet an sämmtliche gewerbliche Korporationen de» Lande» folgende Zuschrift: Geehrte v«reiu»leituugl Bekanntlich soll nach dem im Abgeordnetenhause beschlossenen, derzeit beim Herreahanfe erliegenden Gesetzentwürfe, betreffend du ArbeitSstatislik. jede gewerblich« B«r«inigung, sowie j«d«r Arbeitgeber verpflichtet werden, die gkforderteu Auskünfte un- — 6 - erz »glich zu liefern nnd e« ist jede nicht entsprechende Autkunst «it einer vrdn»ngSstrafe, jede Ämoeigerung aber — wenn nicht schwerer — mit ei»M Ärreststrafe von 1—14 Tagen zu be- legen. Wir habe» gegen diese Belastung an und sür sich, insbesondere ober gegen die Bestimmung hinsichtlich der Arreststrafe eine Petition eingebracht und ersuchen, dieselbe durch analoge Ein-gäbe, welche einem H-68l$cn in grösster Auswahl, zu billigsten Preisen. 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Kilogramm 32 66 »6 66 Zwiebel....... 20 l - * 1 40 vachholderbeeeen. . . 66 Ihenn ....... »2 Sitppengtüiie« .... 92 Mundmehl..... ao Semmelmehl .... m 28 Polentamehl..... 18 ÄinMfchmatj .... 1 80 Lchweinschmalz . . . 1 »6 Speck, srtsch..... 1 4 Speck, geeiuchert. . . 1 28 1 4 Kilogramm 24 Butter, frisch .... 2 _ Wfe, steirisch .... n 4b Stück 2 Rindfleisch..... Kilogramm 1 12 »albfleisch...... 1 20 Schweinefleisch jung . 1 20 1 20 96 *er««,»la»..... 88 60 «eaniwein..... Liter 70 40 Milch, srische .... 32 14 . abgerahmte . . 12 Holz hart Meter lang . Meter 6 60 . weich . , . 6 — Holzrohlen, hart . . . Hektoliter 1 HO . . welch . . 1 60 Steinkohlen..... l<» Kilogr. 1 SO K 4 40 1 Stroh, Lager .... 4 80 „ Streu .... ' » " Alles Zerbrochene ans Glas. Porzellan, Steingut, Marmor, Alabaster, Elfenbein, Horn, Meerschaum, Gips, Leder, Holz, sowie alle Metalle etc. etc. killet dauerhaft Ruf« MBBrrsiolltBr Uni versalkitt das beste Klebemittel der Welt Id Gläsern k SO und 30 kr. bei W. 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Es muss überhaupt Wunder nehmen, dass sich ein gebildeter Mensch und ein solcher muss der Schreiber dieser Briefe sein, zu solcher Handlungsweise hergibt, welche in der Regel nnr Mensehen ven niedersten Charaktereigenschaften bethätigen. Josef Kravagna. Annoncen far all« in- und wiaUUadleehen Journal«, FaohaattaohriAan, Kalander eto. b««ergt am basten und billigsten das im besten Rufe e«4t 38 Jahren b«t«h«ode erste öeterr. Aniumoen-Boreaa A. Oppelik's Nachfolger Airton Oppelik, WIEN, L, 12. Sprlnglebende Tafel-Krebse mit grossen M«o SchMren veraende täglich frisch gefangene, in Körbchen verpackt, franco, Nachnahme. 40 Stack Heetootokreta« f. 4.20. 60/66 Stack grosse Tafelkrebse «I. 3.25. 60/70 Stack PortlM Krebs« fl. 2.25. H. 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Die Iföten Borgänge in der .Hölle' waren /ine heilsame Lehre für mich, und man mag mir versprechen, was man will, man mag ivotten nnd höhnen Tag und Nacht, ich fasse kein Kartenspiel mehr an.' .Das gebe der Himmel, mein Sohn!' sprach die Mutter sanft. .Allein mit Deinem ernsten Wille», der schlimmsten aller Leiden-'Haften zu entsagen, ist die Sache nicht abgethan. Du wirst Dich «un mich noch wegen Körperverletzung vor Gericht zu verant-ivotten haben, den» Schletter war infolge des von Dir erhaltene» ZchlageS acht Tage arbeitsunfähig. Wärest Du nicht todkrank ge-ivefen, dann hätte man Dich auch längst in Haft genommen. Der Soh«. schlug die Auqen nieder., .Wie der Gedanke an meinem Herzen nagt, Gustav, kannst Du Dir vorstellen, und wie wehe e» mir thut, mein einziges, geliebte» Jtinb, meine» Stolz und meine Freude, auf der Anklagebank sitzen sehen zu müsse»!' Neber die gebleichten Wangen der Sprecherin rollten die Thränen. .Sei ruhig, Mütterchen!' schmeichelte der junge Mann, .es wird sür mich nicht allzu schlimm werden. Auch die Richter wer-den Mitleid mit einem dnrch Spott und Hohn verführten Menschen-linde haben. Die Hauptsache ist doch, daß ich kein Bagabund bin.' .Aber die Strafe steht für alle Zeit in Deinem Schuldbuch.' .Ich werde mir alle Mühe gebe», die Schuld zu sühuen und au» der Erinnerung zu löschen.' Zwei Tage später wurde Gustav Wirth in Untersuchungshaft lenommen, und drei Wochen nach der eben erwähnten Unterredung .wischen Mutter und Sohn saß der junge Mechaniker mit Schletter »nd den anderen auf der Anklagebank. Der Gerichtshof hatte sich von Gustav Witth den Hergang des qaiyen Streites, die Veranlassung zu demselben, sowie alles BorauS-legangene auf das genaueste erzähle» lassen, und seine bescheidene Art. zu sprechen, seine offenbare Reue über da» Vorgefallene, sein irische», ehrliche» Gesicht machten a»ge»scheinlich auf alle Au-wefenden den besten Eindruck. Schletter und seine Freunde stellten natürlich Wirth» Angaben größtenteils in Abrede, namentlich wnrde von ersterem das Falsch-ipiel entschiede» bestritte» nnd der junge Mechaniker möglichst an-zuschwärzen versucht. Allei» ei»eSteilS stand der Gerichtshof de» Aussagen dieser mit herauSsordernder Frechheit anstrctende». ge-nchtSseitig längst übel beleuninndete» Geselle» sehr ungläubig gegenüber, andernteilS erstand Wirth in Birner eine unerwartete, kräftige Stütze. .Falsch gespielt hat Schletter anch nach meiner festen Ueber-zengung,' erklärte Birner auf Befragen de» Vorsitzende» unverblümt, .und er hätte bester gethan, den Gewinn gleich hrranSzu-geben, dann wäre das alles nicht passiert nnd wir ständen nicht hier. Ich habe das Schletter anch am selbige» Abend in der .Hölle' gesagt, und wenn ich mich auch nicht für einen Engel halte »nd keinen Augenblick in Abrede stelle, da« ich mit Schletter befreundet war, so Pflege ich doch mein Wort nicht zu verschlucke». Ehrlich gespielt habe ich immer, und auch ein Spieler kau» noch Siuu für Wahrheit «nd Recht besitzen. Dar»»: bleibt ich heute bei der Wahrheit, obgleich der Mitangeklagte Wirth mir gleich-gültig ist.' .Wer hat den Stich gegen Wirth gesührt?' .Blaukert.' .Hat auch Schletter gegen Wirth das Messer gezogen, und würde er ihn schwer verletzt haben, wenn Wirth nicht mit dem Stuhle den Stich abgewehrt hätte?' .Wirth würde wohl nicht mehr hier stehen, wenn «chletter ge-troffen hätte,' erwiderte Birner gelassen. .Wirths Schlag war also im Grunde genommen ein Akt der Notwehr?" »Ich an seiner Stelle würde es wenigstens genau so gemacht haben.' , .Gut,' sagte der Borsitzende. .Wir wollen jetzt nur noch die Mutter des Angeklagte» Wirth höre».' Als das Mitttercheu weinend vor den Richtertisch trat, ging ein teilnahmsvolles Flüstern durch den Zuhörerranin. Gustav Wirth aber bedeckte sein Gesicht niit beiden Händen nnd schluchzte laut. .Fassen Sie sich, Frau Wirth, uud Mb?» Sie aus meine Frage» kurz Antwort!' mahnte der Vorsitzende in wohlwollendem Tone. .Sie haben um vier Uhr morgens Ihre» Sohu in der .Holle' gefunden EfMlen Sie uns eiunial davon!' , .Mein Sohü,' begann die alte Frau mit zitternder Stimme, .hatte mir ein Zettelchen geschickt, auf dem er mir mitteilte, das! er zu Schletter« Geburtstag ein paar Stunden mitgehen wolle. Als er um zwölf Uhr nicht zu Hause war, wurde ich unruhig, und als eine Stunde nach der andern verrann, ohne daß mein Sohn kam, erfaßte mich eine unbeschreibliche Angst. Die ganze Rächt floh mich der Schlaf. Ich atmete auf. als der Tag anbrach, und als ich bei Topf'S, die im gleiche» Hauie woh»e», Lebe» hörte, bat ich Herr» Topf, mit mir zur .Hölle' hinauszugehen. Als wir das entsetzliche Wirtshaus erreicht hatten, fände» wir die Thüre verschlösse». Zerr Tops mußte wiederholt klopfe«, daß das Haus dröhnte, bevor' man u»s öffnete. Birner ließ uns endlich ein. Der Anblick, der sich un» bot. war graueuerregeud. In allen Ecken läge» halb trunkene Gestalten mit zerschlagene,, Gesichtern, mein Sohn aber lag besinnungslos mitten in der Stube anf dem Ge-ficht in einer großen Blutlache. Das junge Weib. BlankertS Fra», mochte für da» gequälte Mutterherz doch noch ei» »»»schliche* Empfinden haben, genug, sie half uns den Schwervnlvn»deten hina»Sttagen, brachte uns Waffer, um die Wunde zu waschen, und Leinwand zu einem notdürftigen Verband: dann lieh sie uns ein kleines Wägelchen, auf den, wir alsdann meine» Soh» heimfahre» konnte».' Frau Wirth holte tief Atem. „Sech» Wochen,' fuhr sie fort, .habe ich an seinem Bette ge-wacht und ihn gepflegt, und Gott hat mein Gebet erhört und sein junges Leben erhalten.' .Hoffentlich wird erIhueu zum Taute dafür nicht noch knmmcr-vollere Stuude» bereiten.' .Nie, nie wieder spiele ich, Herr Präsident!' rief Gnstav aufspringend Der Vorsitzende verwies ihn zur Ruhe. .Er hat gelobt, keine Karte mehr anzufaffeu und diese böse Ge-sellschast zu meiden." Bor der Anklagebank ertönte ein höhnisches Kichern. .Daß die Mutter ihr Kind liebt,' fuhr Frau Wirth fort, .ist natürlich; aber abgesehen vo» der nie erlöschenden Mntterliebe muß ich meinem Gnstav trotz des Leids, das er über mich gebracht, als einen guten Sohn bezeichnen. Was er verdiente, hat er mir stets bis auf den letzte» Heller ausgehändigt; nichts that er ohne meine Prinzessin Marie Luise vo» vnmterlanb. «Mi« Z»i«.> Zustimmung, und erst seitdem Schletter iu der Maier'schen Fabrik arbeitet, ist er zuweilen seinen guten Grundsätzen untreu geworden Wacker hat er gegen die Versuchungen dieser bösen Gesellen an« gekämpft, aber wenn st« ihn nicht mit gnten Worten zum Mit-gehen bewegen konnten, versuchten sie eS mit Sohn und Spott, und diesem gegeniiber war mein Sohn zu schwach. Wiederholt haben ste ihm im Spiel seinen ganzen Wochenlohn abgenommen, und darauf war eS nach meiner Ueberzeugung ouch stet» abgesehen. Meine Haare hat der Kummer der letzten Wochen total gebleicht, nnd meine Hände sind zittrig geworden. Gedarbt habe ich, um ihn besser verpflegen z» können-- »Vielleicht wäre Strenge angebrachter, als so viel Liebe," unterbrach ste der Vorsitzende, v „Strenge hilft bei erwach- senen Kindern nicht viel, ganz abgesehen davon, daß eine Mut-ter einem Sohne gegenüber zu schwach ist. Ich habe mein Mind mit Liebe groß gezogen, »nd wenn nun etwa»" — ste schluchzte nnd wischte die Thrä-nen an» den Bugen — .ihn wieder auf den richtigen Weg zurückführe» kann, so ist eS die nie versiegende Mutter-liebe. Meinem Kinde gehört mein Herz, eS ist mein Glück, nieine Freude und Hoffnung. Taß mein Gustav das treue Mutterherz töte», mich vor Gram unter die Erde--• „Mutter, liebe Mutter, per-gieb mir!" rief Gustav ver-zweifelt und sank in die Kniee. „Auf den Hmiden will ich Dich tragen, jeden Wunsch aus Dei-nen Augen lesen, nur zweifle nicht an meiner Liebe zn Dir! >-ei barmherzig. Mütterchen, und vergiß, was ich gethan! Alles will ich thun, alles ertrage», mir vertraue und glaube mir noch ein einziges Mal!" Flehend hob der junge Mann die Hände, und seine Augen hingen verzehrend au den Zügen der Mutter. Die alte Frau weinte bitterlich, nnd stch nach dem Angeklagten wendend, schluchzte sie: .Ich vertraue Dir, mein Kind! TaS Mutlerherz vergiebt so gern." Alle Anwesenden wäre» durch diese Scene tief ergriffe», nnd selbst Wirths Mitange-klagten senkten den Blick zn Boden. .Noch eine Bitte, Herr Präsident," flehte mit beben-der Stimme die alte Franz .Seien Sie meinem ttinde ein gnädiger Richter! Seine ganze Zukunft hängt vielleicht vo» dem Urteilsspruch ab. Hier habe ich," fügte sie, ei» kleines Beutelchen au« den Tisch legend, hinzu, .meine ganze» Ersparnisse mitgebracht. Ich händige sie meinem «ohne ein, sobald er in Freiheit gesetzt ist. damit er sich in der »e»e» Welt eine Existenz suche. Hier ninß er fort, denn hier lauert die Versuchn,ig tagtäglich auf ih». Ich will gerne trockenes Brot esien »nd mir in meinen alten Tagen meinen Unterhalt »och selbst zu verdienen suchen, wenn mein Sohn ei» rechter Mann wird und dem Spiel-laster kür immer entsagt. Ha-ben Sie Mitleid mit einem jnngrnMeiischenleben.mitdem Jammer einer liebenden Mutter!" gewöhnliche der Situation aus das Der Gerichtshof zog stch zurück, um nach kurzer Beratung dn Urteil zu fällen, nach welchem Gustav Wirth freigesprochen, di übrige» aber, je nach den erlittenen Vorstrafen. zu kürzerer odl! längerer Freiheitsstrafe verurteilt wurden. Die höchste Strafe tr,: Schletter, bezüglich besten das Gericht nicht nur das Falsch-fpiel als erwiesen ansah, son-der» in dem eS auch den Angreifer und Aiikhetzer erblickte. WirthS That wurde als Rot-wehr angesehen, deren Grenzen im Affekt freilich überschritten worden waren. Das Publikum begleitete den Urteilsspruch mit lebhaften Bravo». Gustav Wirth wurde sofort auf freien Fuß gefetzt, uud schluchzend stelen stch Mutter und Sohn in die Arme. » « Fünf Jahre waren seitdem verfloffen. Es war wieder Mai und draußen grünte und blühte e«, daß es eine Freude war. Frau Wirth saß am Fenster ihre» Stäbchen» und studiette eifrig einen eben ein-getroffenen Brief. Ueber ihre Züge glitt e» wie Sonnenschein und in ihre Augen stahlen stch greudeiithränen. Es war ein Brief ihres Sohnes, der zwei Tage nach feiner Freisprechima die deutsche Heimat verlosten hatte, um stch im fernen Weste» eine neue Existenz zu gründen. Er hatte lange nicht mehr geschrieben, dafür aber diesmal um so ausführlicher. Mit beredten Wotten schilderte er. wie auch iu Amerika manchmal eine Versuchung an ihn herangetreten, er aber in Erinnenmg an sein Versprechen und die große, verzeihende Liebe der Mutter keinen Augenblick schwankend geworden fei. .Dein Segen, liebes Mütterchen," hieb e» an einer Stelle des Briefes, „hat reiche Früchte getragen! Du warst mein guter Engel vo» Kindesbeinen an und mein Glücksstern in der fremden Welt. Wa» ich mit dem Gedanken an Hich unternahm, gelang. Vom Gehilfen habe ich mich innerhalb der wenigen Jahre, seit ich von Dir schied, zum Teilhaber des Geschäft» emporgearbeitet und darf heute vo» Prinz Maximilian »»» Laden. (tut *«rt.) Hmilo Luci». Uiifiiatymt »on K. Smrmrr & Toh», Ncapel, (Diit Frau Wirth, durch das Un-tiefste erschüttert, schwankte und wäre sicherlich vor dem GerichtStisch zusammengesunken, wenn sie der GerichtSdiener nicht noch zeitig a»fgefa«gen und zu einem Stuhle geführt hätte. mir sagen: Ich bin ein wohlhabender Mann. Das alles danke ich Dir, liebe Mutter. Run ist aber auch die Zeit gekommen, in der ich Deine Liebe und Güte reichlich belohnen will. In den näch-sten Monaten komme ich nach Deutschland und dann darf keiner Deiner Wünsche unerfüllt bleiben. Und vielleicht, liebe Mutter. u ii«e es nicht auszudeuke», kannst Du Dich entschließen, mit in tlinde in die neue Heimat zu »iehen? Das wäre herrlich! < ine Fürstin sollst Du wohnen und auf den Händen wird man I ragen- Doch davon sprechen wir, wenn ich bei Dir sein werde.' ran Wirth ließ die Arme in den Schoß sinken und wischte eine !l >e aus den Augen. „Das gute Kind!" flüsterte sie; »ich wußte ja, iß mein Gnstav gut nnd brav ist, Gott segne ihn auch serner!' ch * in Wagen rollte rasch daher und hielt i» diesem Augenblick tii vor dem Wirth'fchen Hauö. Ein eleganter Herr sprang be-heu heraus und ich', c eilig der Zh. c zu. Neu-»iu-i steckten die Aawbarn die ltövie aus dem iieuer und auch 6NI Wirth, durch dn^ Geräusch auf-mcr'inm gewor-Nii. oarf »un ei« m, Blick auf die «trußf.* »Mein Sohn. mein söhn!' rief iit in freudiger Ifmuung, als sie >N fremden an-iichkii wurde, nnd io schnell die alten tüjje es nur ge» iittrtni, eilte sie sn» Ankommen-öe:i entgegen. Wusiat» Wirth rrirtiicii bereits im Ztiiirrahmen. .Wustnö, mein Rind!" jubelte die ttiitter und brei» lttedieArmeaus. .Wie freue ich »ich. Dich wieder !»iehen und wie un? »mich über-'X'cht! Ich er-»arrete Dich erst 1 irrt,» bis acht Set! M, wie Du tir im Briefe Äriibst.' .lts zog mikli »it Gewalt zu tir. liebes Müt-«rrfi< n!'antwor-«f der junge Kamt und hob i; »!te grau zu >!> nupor, ihre len mit hei- ! '« Müssen bc< «cke d. »Und Du »fit mich gleich tfa it?" fragte r ^!in. ..''»ftav," er-ie die Mnr« >t vorwurfs- 1 Pl: >fo kannst u ich fragen? >«! Hunderttausend würde ich Tich sofort erkennen, das Mutter- 'N läufcht sich nicht.'--- lerzehii Tage später bestiegen in Hamburg ein junger Herr w .'ine Frau mit schneeweißen Haaren das Schiff, un, die Reife Amerika anzutreten. . / J waren Gustav Wirth und feine betagte Mutter, die sich ent-ie» hatte, der Einladung ihres Einzige» zu folge». Zwar war vn vielen Seiten abgeraten worden, aber sie hatte sich in " - Entschlnffe nicht irre machen laffen. sondern antwortete auf "f !at!e ein hagerer, klei-»er Man», dessen schlecht frisiert«' jlopf mit mächti-ger Brille zwi-scheu de» hohe» Schulter» faß,und deffen Beine ei» wenig krumm ge-Wachse» waren, diesem Ergüsse zu» gehört. An ihn wandte sich Nico-lai und rief: „Wie --gefällt Ihnen Ihr iWit t«i») ' Lob aus so ge- lehrtemMunde?' Tao Männchen antwortete, mit de» kleine» Augen blinzelnd und mit der Stimme anstoßend: „Ich fühle mich sehr dadurch ge-schmeichelt, daß Herrn Engel mein Spiel gefallen hat.' »Ihr Spiel?' versetzte Engel in verächtlichem Tone. »Sind Sie Schauspieler?" Und er maß die schlottrige Gestalt feine» Gegenüber» mit ver-ächtlichtr Miene. Nieolai unterbrach ihn. »Ah, Sie kennen Herrn Eckhof noch nicht, desitn Odoardo Ihnen hente so sehr gefalle» hat!' »Das soll.' stotterte Engel, .Eckhof sein, der berühmte Eckhof. der heute abend den Odoardo gespielt hat?' »Ihnen ganz gehorsamst anfznwarten." erwiderte Sckhof lächelnd. 80 .Da» ist ja gar nicht möglich! Der Eckhof, den ich heute habe auftreten sehe», war mindestens acht Zoll größer, ein starker Mann mit einer mächtigen, klare» Stimme und —" .Und doch bin ich derselbe Eckhof, Sie müssen schon mit mir vorlieb nehmen." Und er deklamierte den Monolog MedonS au» Eronegks .Eo-druö" und dann die Scene Lusignans mit seinen beiden Kindern aus Voltaire's .Zaire", so daß dem staunenden Engel die hellen Thränen in den Augen standen. Dann schnalzte Eckhof mit den Fingern und spielte den plattdeutsch sprechenden ^Paner mit der Erbschaft" mit so natürlicher Drolligkeit, daß weder Engel noch Nicolai aus dem Lachen herauskamen. / D. ?iebeSMßer. ch weiß, ihr iängslverklungnen Lieder, Welch stiller Zauber auf euch liegt, Daß euer Anblick immer wieder Mein Her» in Jugendträume wiegt. S» hat, in holden Traum versunken, Der Liebsten Äug' auf euch geruht, Ihr habt de» süßen Hauch getrunken De» Ale«» und der Wangen Blut. Wa» Wunder, daß ei» Dust und Schimmer Auf euch, vergilbien VISttern, liegt. Und euer Anblick mir noch Immer Da» Herz in Iugendträume wiegti 9*»xa Scheret. Prinz Maximilian von Laden und seine Verladt«. Priuzesp» Marie Luise van (kumberland. Der längere Aufenthalt de« Prinzen Maximilian von Baden in Wien hat zu seiner Verlobung mit ber Prinzessin Marie Luise von Sumberlaub, der illesten Dochter de« Herzog» Ernst August von Snmder-land, gesilhrt. Die Verlobung erfolgte am SS. März Im Schlosse de» Herzog» in P«nzing. einem Vororte Wien», wo die herzoglich« Fayiiit» ihre« gewbhn-lichen Winiersttz ha». -Prinz Rar, geborenem 10. Juli l««7, Ist der Sohn be» 1897 in 0t. Peter»b«rg verstorbene» Prinzen Wilhelm von Baden, eine» Bruder» de» Broßherzog« Friedrich, au» dessen Eh« mit der' Herzogin Marie Maxlmilianowna von Leuchtenberg. Er gilt ol» der präsnintlv« Thronfolger in Baden, und die Thatsache, daß der Herzog von Snmberland seine Znstint-mung zur Verbindung mit der reich«treuen badischen Dynastie gegeben hat, wirb all «in weitere» Zeiche» der Annäherung de» Weifenhans«» an da» Deutsche Reich angesehen. Prinz Maximilian bekleidet den Rang eine» preußi-schen Major« it 1* auite de» Barde-Kürassterregiment» und ist Dootor Jaria. Der Kaiser von c«st»rr«ich verlieh ihm gelegentlich seinerlehlgen Anwesenheit in Wien da« Großkrenz de« Stesan«orden». Die Braut, am 11. Oktober 1870 In Bmunden geboren, Ist die älteste von sech» Geschwistern und erst seit zwei Jahren In die Hofgesellschaft eingeführt, da sie lange Zeit die treue Pflegerin ihre» ein Jahr jüngeren Bruder», de« Prinzen Beorg Wilhelm, war und sich nicht entschließen konnte, diesen zu vtrlassen. Die jugenhlich« Prinzessin gilt all besonderer Liebling de« dänischen Kdnig»hans«», deiy ihre Mutter, Herzogin Thyra. entstammt. Santa Lucia. EIn«r der Interessantesten Stadtteil» Neapel», da» Stadt-viertel Santa Lueia, ist au» sanitär«» und V«rkehr«rückstchten dem Untergang geweiht. Der Pickel de« Maurer« hat bereit» sein ZerstSrunglwerk begonnen, und die engen, dunkeln Kneipen, die Häuser mit den schinalen Singingen, dl« Bäßchen, deren b«id« Seiten man beim Passleren strelste, sie werd«» verschwin-den, und mit ihnen die Valk«menge, die in jenen Ecken und Winkeln ihr laute« Wesen trieb und unter der man den echten alten R«apvlitan«rdial»kt noch allein antraf. Run wird da» alle» nl«d«rgrrlss«n, wa» aufgebaut war zwischen BI-gant« und tlhiatamone, wo die großen Lnxu»hotel» stehen. Da» Volk jener «Bässen lebte bl«her von gar verschiedenartigen Bewerben: di« Männer waren Schiffer oder Fischer, die Frauen verkausten Sodawasser oder boten die von den Männern erbeuteten „Frfich!« de» Meere»* au«, die häßlichen, aber sehr wohlschmeckenden Iinl«nfisch«, de« Rochen« stachelige Ungestalt und dergleichen Seetiere. Die Kirche über Santa Lucla, die dem viertel den historischen Ra< men gab. soll von einer Enkelin de« Kaiser« Konstantin de« Großen. Namen« Lncia, erbaut worden s«In. von dem Stadtviertel, da» nach der Kirche genannt war. ist schon ein ganzer T«il langsam verschwunden, nun wird d«r Rest folge». Allein. Der bds« Wi»t«r hat dem kleinen Honnchen große» Herzel«Id gebrach«, da er ihr da» Liebste, wa» sie auf der W«lt besaß, raubt«. Draußen lag noch hoher Schnee, al» man ihr li«b«» gute« Mütterchen hinau»trug nach dem Aottetacker, in dessen Mitte da» klein«, schmuck« Dorfkirchlein steht. Ihre» Vater hatte sie nicht gekannt, denn dieser starb, al» sie nur wenige Monate alt war. Jetzt steht da» kleine Dorfmädchen al» Waise ganz allein auf der Welt und di« Pflegeeltern, denen e» anvertraut ist, haben nur wenig freundliche Worte für ste. Heute ist Sonntag, der Frühling lacht bereit» au« jedem Halm und jeder Blume; die Dorstlnder sind hlnau«gezogen auf die Bemeindewiese. „m dort zu spielen und zu scherzen. Si« ist z»iückgeblieb«n, denn die Freude am Spiel und froher Unterhaltung ist ihr vergällt, sie will allein sein, um llch mit Gott und ihrem lieben Mütterchen zu beschäftigen. Dort, wo die Häuser und Gärt«» de« Dorfe» zu Ende sind, da weiß sie «ine einsame Stelle, »»' ;u dieser zieht «» si« gar gewaltig hin. Dort blühen allerhand Blumen un!> <. selb«« lind nirg«nd» schdner, al« an jenem einsamen Plätzchen. ist de« Waisenkinde« liebster Aufenthalt. Bald sind die Kinder de» Frühiin,'. einem duftenden Kranz gewunden, und wenn vom Kirchturm da«Abeudiu> ertönt, eilt Hannche» nach dem traute» «ott»«acker. um dem toten M> chen ihre Liede«gabe» zu bringen. Ob da« nächst« Frühjahr ihren 3ii wohl linder» dürfte? 3« giebt Wunden, die kein Balsam heilt. £1. Dienstboten »»> heute. Frau I. kleidet): .Lisa, geben Sie acht, daß die Kleine nicht vom Stuhl fällt, Sie ihr dl« Ueberschuh« anziehen l" — Lisa: .0, gnädige Frau, fttrd>it* Sie nicht»! Wissen Si» denn nicht: Sin edler Mensch zieht edle Dtcnv, an und w»iß sie festzuhalten I" Eine Bitte. Berühmter Professor (in di« Redaktion «Ine» Run tr-sationllerikon» eintretend): .Meln« Herren, ich hab« In meiner großen Per-wandtschast zahllose Reffe»! mdchten Si« i» dem Artikel üb«r mich nicht dc« Passn» ausn«hm«n, daß ich pri»zipi«ll nicht» pumpe?" Widerlegt. »Der Schöpfer hat doch di« W«lt leider nicht vollkommen gemacht." — .Da« ist ja grrade da» vollkommene daran, daß ste unvellfrai. men Ist t" — .Wieso?" — „Sonst sinnt« st« ja d«r Mensch nicht kritisier.',," emtlnnüyjgeg Bienenzucht. (Richtung de« FIugl,che«.) D«r .Plucher B«lge" empüedlt al» vorzügliche Flnglochrichtnng di» Rordseit«. Die Erfahrung hat schs« hundertmal bewiese», baß Völker, die nach Rorden «»«stiegen. Im Winter ge> sund bleib«», Im Frühjahr« volkreich sind und i« Sommer gnt arbeiten. Ä.in muß stch mit d«m Bedanke» endlich vertraut machen, daß. wenn die Picae die Sonne liebt, ste aber anch Hebt, ihr« Wohnung im Schatten zu habt,- vertilgen der Ameisen i» Htnser». Sin sichere« unb sehr bequeme« Mittel gegen dl« lästig«n Ameisen I» Hau«- nnd Wirtschast»räum«n ist Saimi.il> geift, derselbe wird in di« Spalte» gegossen, au» welche» di« Tier» komme» Wegen die Raupen an den Stachelbeersträuchern ist da» Bestäube, mit frische«, trockene« Oftnniß nnd da» B«spritz«n mit starkem Seisenwanei gebreitete» Tuch anzuraten, w«il «an di« Schädling« dann direkt töten samt Auch Bestäub«» der Sträucher »it TabaNaaud od«,>ves>^Itzen mit I.it ' Wasser, welch«» aU «in«« Absud von Tabak oder lllgarrenstamnieln Hcrflct.nt — - - (J( . wird, ist s«hr wirksam. Di« B«kä«pfung muß sofort »och dem Auftreten Schädling» vorgenommen werd«», weil «» sonst bald zu spät wild. L»g»gri»h. «m Tckerrand, Im «wette» a,i? Plßmeleln grünen Hain. Juli»» «etteuSIlde». R»ts«l. Kul nachstehenden M Silben: a. an, »n, ba, drm, bra, «o, oo, co. d«, d«. dl, dl. », », «I, »I. (in, im. Ja. U. ü. II. II. no, mi, mi, ml, mo, mo, na. na, na, al, ni, pal, pal, pha, ra, ra, r», r», lii ri, aa, au, t«r, tar. tu, na, vt, na, aa, find In der «eise achtzehn drelsil- ^^üden Bilderrätsel. d> daß ™ ■ ■■ Endsilbe bei borangehenden gleich Ist der »nfang»filbe be» darauffolgenden Wort. ---------- lattin. I) Ein« Italienische Stadt am ad che ohne erhebliche Erhöhn ___________ n Italien. «) Wnen UatiaitMcn Dichter. 7 aal. 8) Hin eueopaiikhe Erzengel. II) Eine» Mi blt w Die «ötter bezeichnen: >> «ine griediischi «Sitin. »> »ine italienische «lad tischen Meer». 1) Eine Blume. «) «ine Mäche ohne erhebliche lkrhbliun.n» fungen. « itine «ladt In Italien. «) Swen italienischen lichter. ?> Eine 2ta oder 0' ' ■■■L.. > Etab« In $<' ie«, regierenbe« ssürstenhau». ») Eine Giadt 1» Spanien. I») Ui li Einen Mädchennamen. II) Eine Linie Im Ifrctir. I») «ine» «ebenfwl »niur. I«) Eine Italienische ßafetiftabt U) »inen der sieben persischen $au|rtt» l 1«) Hin biblische« Land. 17) «ine italienisch« Provinz I») «ine Waslrrpslanj«. Anflbsnng folgt in nächster «ummer. t'int. «ogl. Auflösungen aus poriger Rummrr: Te« Pallntrom«! gen«, Suez. — Te« Worträtsel«: Runkel, Aiibe, Rnnkel' Pe« Logogrlph«: Spinne. Pinne. ___ tlllr Jiemte iue»eDolun. • HeranttcotiUch« fflebaftio» von «rnst «lelffee. gedruckt und herauigegeden von Greiner ä «seiner in Stuttgart.