MbacherHeitunK. .U KI. Samstag am 4. März «834 Die „^.nl'acher Zeitung" erschaut, mit Ausnahme dcr Sonn-und Feiertage, täglich, und tostet sammt dcn Acilagm im Comptoir ganzjährig 1< st., hall'jährig 5 ft. 30 lr., mit Kreuzband im Comptoir ganzjährig 12 fl-, halbjährig 6 fi. Fiir die Zustellung in's Haus sind halbjährig A0 kr. »nhr ^> entrichten. Mit dcr Pust portofrei ganzjährig, unter Kreuzband und gedrnckter Adresse 15 fi., halbjährig 7 sü. !i<) fr. — Inscrationögel'iihr für einc Spaltenzcile oder den Raum derselben, für einmalige Einschaltung 3 kr., fnr zweimalige 4 tr., sür dreimalige 5 kr. C. M. Inserate bis 12 Zeilen kosteu 1 st. für ^ Mal. 50 fr. sür 2 Mal lind 40 kr. für 1 Mal einzilschalle». Zu diesen Gebühren ist nach dein „provisorischen Gesetze vom N. November 1850 für Inseratioiwslämpcl" noch lO fr. für eine jedesmalige (5inschaltn»g I,inzll zu rechnen. Nichtamtlicher Theil. Die vorjahrige Grute. ^ ill. ^H^aum waren im lombardisch-venetianijchen Königreiche die ersten Besorgnisse wegen ?tolhstandeo >>N heurigel, Jahre lallt geworden, so wnrde schon für den Umfang desselben ein GetreideauSfuhrverbot «tlassen, wodurch nicht bloß der Abfluß in diesem ^ronlaude selbst erzeugter Vorrathe gehindert, sondern auch die Gctreidespeculation von mancher anderen Seite hcr veranlaßt wurde, sich auf den österreichisch-uaileuischeu Markte» zu firireu. Dieser Maßregel folgte in knrzer Zeit die Befreiung der Cerealien von der Leistung deS vorgeschriebeneu Einfuhrzolles und eine namhafte Ermä-ß'gung der Frachlsäpe sür diese Artikel auf den ita^ lienischeu Eisenbahnen. In Betreff des veuetiauischeu Gebietes sind Vorschüsse aus dem La»desfonde beantragt, und zwar um so mehr, als die projectirteu Casernenbauten zu Verona, Padua und Novigo in diesem Jahre nicht '"'br zur Ausführung gclaugen, deren Kosten jedoch ^"" ,n daS Landesplülimniare aufgenommen sind, so daß die entfaUendeu Betrage jeftt ohne fernere Belastung des Landes füglich zur Linderung des Nothstandes verwendet werden können. Iu der Lombard's sind mit Umsicht und Eifer aUe nöthigen Anstalten getroffen worden, um der schweren Noth abzuhelfen und deu mißlichen Couse- quenze»,, welche sie erzeugen könnte, rechtzeitig und wahrhaft wirksam vorzubeugen. So wurde das Pro- ject wegen AuSttoctnuug der vulli ^rnncli veron^i und (^li'<;Ii<'«i in Verhandlung genommen. In der Provinz Mantua ward der Vau von 200 Straßen «u der Gesammtlange von Ui0 Quadratmiglieu au- geordnet; außerdem^'wurdeu Arbeiten am Poufer be- gönnen, wozu großentheils Privatwohlthatigkeit för- derud mitwilkte. Iu Mailand ist «s durch Privac- wohllhatigkeit, Mitwirkung der Handelskammer und ber Commune, welche zu diesem Zweck« 120.000 Lire ^itrug, gclnngen, die Bäcker durch Leistung eines ^"tschädiguugsbetrages you 200.000 Llre zu ver- ^'chten, das Brot um die Hälfte billiger zu liefern. -^ den Provinzen Mailand und Pavia sind öffeut- '^e Arbeiten angeordnet, die Vrotpreise ebenfalls er- '^ßigr. Ill den vorzugsweise Seidenzucht trelben- ^" Provinzen Como, Cremona, Lodi, Crema und "llgamo wuioen, namentlich in den Städten, unter Mitwirkung der Communen, frommer Anstalten und ^ öffentlichen Mitleids, Bous zur Brotauschaffung öu «lmaßigten Pfelseu ausH«geb«,i. Der Stand der Provinz Brescia ist befriedigend. In Sondrio wm- ^" öffentliche Arbeiten angeordnet. Besonders thatig erwies sich die Central-Wohl-lbaugkeitscommlsslol, zu Mailand; da selbe zugleich Wit der Administraciou der Sparcasse betraut ist, so gelang es ihr, dieses Institut zu zwei Darlehen, das erste vou 600.000, und das zweite am 30. Jänner abgeschlossene von 100 000 Lire, zu dem billigen Zl«seufuße von 3^ pCt. im Interesse uud zum -^esteu der uochleidenden Bevölkerung zu bestimmen. Hlermit schließen wir diese kurze Darstellung der U' der osterreich. Monarchie gegen die §rag«u der part»«« unzureichenden Ernte getroffe«cu Vorkchruu- "' Wir blauclM nach dem Gesagten wohl kaum hinzuznfügeu, daß dieses Jahr mit seinen Folgen glimpflich an der Gesammtheit der österr. Lande vorbeigehen, und ein günstiger AnSfall der nächsten Ernte jede Spur der gegenwartig da und dort sich äußernden Vedranguiß verwischen wird. Ernsthafte Störungen des großen Er>ial)>nngsgeschaftes oder wohl gar eine Gefahldnug der offentllchen R»he und Ordnung sind nirgends zu fürchten. Was die Regierung betrifft, so war sie zwar außer Stande, das, was die Ungnnst der Natur heuer velschuldete, zu beseitige», oder gänzlich gut zu ma-chcu; indessen dürfte kein billig Denkender Aus Bukarest vom 20. wird gemeldet, daß der kais. russische Geueral-Adjutaut v. Schilder sich seit ill. Febr. wieder in Giurgewo befinde und sich damit beschäftige, geeignete Lagerpläye für die Armee, welche demuachst ihre Winterquartiere verläßt, zu ermittelu. Die Positionen in Olteultia u»o Gmr-gewo werdeu noch immer verstärkt. Die Inseln bei Olteniya, Giurgewo und Macschm besiüdeu sich iu dcr Gewalt der Russen. Bei Giurgeiro, bei Kala-rasch und bei Ibraila sind Brückenequipagen aufgestellt. Weitere Vorbereicu»gen für den Uebergang der Russen werden uicht bemerkt. Die Inselu bei Galacz haben die Russen gleichfalls im Vesil) nnd verschanzen dieselben. Die lussische Donauflottille ist zwischen Galacz uud Ibraila aufgestellt. j Aus Krajowa reichen heute die Nachrichten bis zum 24. Febr., nach welche» sich am Kriegs» schauplaye in der kleineu Walachei nichtS verändert hatte. Die Russen halten sich fortwährend in defensiver Stellung, und eS hat kein Ansehen, als ob die Offensiv - Operationen bei Kalafat in Kürze beginne» würden. > Aus C o nsta n tin o pel, den 20. Februar, wird noch uachtiäglich berichtet, daß zwischeu deu Vertreleru der Großmächte und dem Pforteu-Miul-sterium seit einigeu Tagen Verhandlungen im Zuge sind, welche die Lage der Christen in der Tinkci betreffen. Wie verlautet, ist der A»c>ag gestellt, zum , Schuhe der Christen eiueu VercragS-Elttwurf zu ver- fasse», durch den die Rechte der Christen, ohne di« Hoheicsrechte der Pforte zu beeinOlichtigen, in Schul) genommen, uud die Zustände iu einer de» Anforderungen eutspreche»deu Weise ve,bessert werdeu sollen. Nach vorausgegangener Einigung in Betreff dieses Vemaaes winde Rnßlaud von Seile Oesterreichs uud Preußens eingeladen werden, an denselben Theil zu nehmen. G e jt e r r e l ch. Wien, l. März. Aus Cattaro heute hier eingetrcffene Berichte bringen die Mittheilung, oaß die Moutenegri»ei ihre bis jeltt beobachtete ruhige Haltuug aufgegebe», und daß a»f mehreren Puncten Reibungen zwischen Montenegrinern uud den türk. VeobachtuugSpikecS stattgefunden habeu. Die Mou-. tcuegriuer machteu einige Ausfälle über ihre Grüoze, de>e» Trogweite sich aber iu diesen, Augenblicre noch »icht beuilhelleu läßt. Di»,' türkischen Truppen be-st.-heu lneist a»ss Recriue», uud sind ei»zelne Pikets in einer sehr bedenklichen ^'age, indem durch den häu-sigen Schueesall die Columunicaliou sehr erschwert, stellenweise auch unmöglich wird. Diese Situation schei»eu die Montenegriner für ihre Ausfülle gceig« uet gefunden u»d be»ül)l zu haben. — Ein Brief aus Cattaro vom 18. b>i»gt die Mittheilung, daß sich a,"" dem hochu'ü.digen Bischof vo» Rotleübura uberlxachte, lst vou da wieder zulüctgekchrc. VsÄ Frankreich. PariS, 23. Februar. Das französische Ocean-Geschwader, am 7. d. M. von Brest abgesegelt, hat am 17. Februar die Meerenge vou Gibraltar passirt. Die Syndicatscasse der hiesigen Väckerschaft soll bis jeht nur für etwa 700.000 Fr. ihrer VonS, deren sie bekanntlich bis zum Betrage von 24 Mill, ausgeben darf, haben unterbringen können; man besorgt daher, daß eine Anleihe, entweder direct von der Stadt ausgebend oder von dieser garautirt, erforderlich sein lvird, damit die SyndicatScasse den Bäckern die bedungenen Vergütungsbeträge auszah« len kauu. Die Zahl der in den letzten 2 Tagen verhafteten Personen ist sehr bedeuteud; sie soll nahe au 200 betragen. Die Negierung will einer jedeu revolutionären Demonstration vorbeugen. Die Seerüstuuge» dauern unausgesetzt fort. Zu Brest hat mau Befehl erhalte», unverzüglich die bei« deu Dampffregatten,Moa" und „Darien" vollständig auszurüsten, so daß si, „ur in See zu stechen brauchen. Zu ^orient ist die Fregatte „Poursuivautc" so weit fertig, daß sie uur noch das Mastwerk ui,d die Mannschaften erwartet- Zu Cherbourg wild die Fregatte „Alceste" mit nächstem in die Nhede gelassen werdeu uud das Linienschiff „Tilsit" am 29. März vom Stapel laufen. Die Dampfcorvetle „Im ferlial" u. daS Liuienschiss „Austerlitz" werden binnen Kurzem zum Ocean«Geschwader stoßeu. Gleichzeitig bereitet sich in Afrika daS Elpeditiouöcorps zum Einschiffen vor. DaS zu Tlemceu gar»«sonnende 7te leichte Infanterie-Regiment hat Befehl erhalteu, sich uach Oran zu begeben, um dort au Bord zu gehen. Mau behauptet, daß die ersteu Truppe» am 6. oder 6. März absegeln weiden. Paris, 2K. Februar. Se. Majestät der Kaiser hat vou dem Priuzeu Napoleou folgendes Schreibe» erhalteu: „Sire! In dem Augenblicke, wo der Krieg auszubrechen droht, bitte ich Eu. Majestät, mir zu erlauben, au der Erpedition, die vocbereitet wird, Theil nthmen zu dürfen. Ich verlange weder ein wichtiges Eommaudo noch einen mich auszeichnenden Titel; der Posten, welcher mir der ehrenvollste zu sein scheint, wirb jener.sein, der mich dem Feinde am nächsteu briugt Die Uniform, welche zu tragen ich so stolz bin, legt mir Pflichten auf, deren Erfüllung mich glücklich macheu wird, und ich wlll den hohen Nang mir erwerben, den Ihre Zuueiguug uud meiue Stellung mir gegeben haben. Wenn die Nation die Waffen ergreift, so wird, wie ich hoffe, Eu. Majestät es angemessen finden, daß mein Play in der Mitte der Soldaten ist, und ich bitte mir zu erlauben, mich unter dieselben reihen zu dürfen, um das Recht und die Ehre Frankreichs zu unteistützen. Genehmigen Sie, Sire, den Ausdruck, der ehrerbietigsten Gefühle und der Anhänglichkeit Ihres ganz ergebeneu Vetters Na pol eon." Der Miuister des Auswärtigen hat nachstehen« des Nuuoschreibe» an alle diplomatischen uud Con« sularageuteu Frankreichs gerichtet: „Paris. 23. Februar 1854. Mein Herr! Die Negierung Sr. kais. Majestät und die Ne« gierung Ihrer Majestät der Königin von England, genöthigt zur Annahme der Möglichkeit von Feind-sellgkeiten zwischen sich und Nußland, sind der Ansicht, taß die Alliauz, welche sie im Hinblick auf eine gemeinschaftliche Gefahr abgeschlossen haben, in ihren Interessen alle jene schützeu müsse, welche durch die Consequeuzeu des Krieges erreicht oder bedroht werden kdnuten. Wie immer aber auch die Ausdehnung dtr Hilfsquellen beschaffen sein möge, über welche sie namentlich zur See verfügen, so müssen sie doch auch dem Unvorhergesehenen Nechuung tragen. Es können sich. falls der Krieg ansbricht, in jenen Gegenden, in welchen die Seemacht jeder von ihuen nicht unausgesetzt repräsentirt sein sollte, Cou-junctureu ergeben, unter welcheu ihre Nationalen uud ihre Handelsflagge im Nothfälle nicht alle zn ihrer Sicherheit unerläßliche Unterstützung finde» dürften. Die beiden Regierungen durften sich jedoch uur mit der Idee durchdriugeu, die über ihren gegenwärtigen Be, ziehuugeu obwaltet, um e>» Mittel zur Fürsorge in alleu diese» Eveutualiläte» zu finden; sie erblicken dieses Mittel in der emverstä»dlichen Annahme eiues Systems gegenseitigen Schutzes, welches alle, in allen geographischen Breiten zerstreuten Interessen umfaßt. Demnach müsse» die diplomatischen uud Hauoelöageulen, so wie die (Zommautanten der Streickräfte zur See jedes der beideu Staaten au allen Puncten der Welt dem Handel und den Uuterc thauen des andern Staates unter allen Voraussez-zuugeu, unter welchen sie vom gemeinschaftlichen Feinde bedroht sein würden, lhre Unterstützung gewähren. Demgemäß, mein Herr, werden Sie in solchem Falle die englische» Schiffe uud Unterthanen in Ihrem Bereiche als gleich berechtigt mit den frauzö-sische» Schiffe» und Unterthanen auf jeden Beistand betrachten, der in Ihren Attribution?» liegt; vou dieser Anorduuug werden Sie die Marineoffiziere Sr. k. Majestät iu Kenntniß setzeu, welche sich l» der llage befinden, au deu Maßregeln mitzuwirke», welche Ihneu ni Folge der aus dem Kriegozustande resulcirende» Verhält»! >se alü erforderllch erscheinen sollten. Die Ageucen uiid Maliileoffiziere Ihrer Ma-jestät der Kö»lgi» von England werde» gleichla»-leuoe Welsunge» erhallen; m solcher Weise werdeu die Unrerthalieu uud der Handel beider Nacioueu er-mächligc sei», auf den gegenseitige» Schutz der Eo»° sl>l» m,d der Marine der beide» Machte zähle» z>» ko»neu. S«c begreife», meiu Herr, daß ich uicht m Voraus alle FaUc zu bestlmmcn suchen werde, die Ihl^ Elnschreice» nölhlg machen könnte». Ihr Scharfe sin» muß S«e in der Anwendung des Grundsatzes leite», der Ih»e» als Norm dieueu soll. Es war 0e» beide» Negicrunge» we»iger au der ge»a»e» Be-stiimmmg der Umstände »nd Forme» gelegen, uuter deueu dieser Schutz stattfinde», als a» der scharfe» Bezeichnung deo Eharakcers, deu er annehme» soll. Indem aber die Regierungen der Welt dieses abermalige Zeuguiß der Einheit ihrer Ausichle» und der Aufrichligkeit ihrer Alliauz gebeu, halte» sie sich für überzeugt, daß ,hre Age»ten, »m dieser gemeinschaftliche» Maßregel alle wüuscheüöwerthe Wirksamkeit zu gebe», »ur von jeuem Geiste der Solidarlcäc allSrelchend d»rchdr»»ge» scii, dürfe», der de» beide» (Zabineten die Idee dazu eiugegebe» hat- Genehmige» Sie lc. Drouy u de Lhuys." Ilachlräglich, z» de» erst kürzlich gemeldeteu 3l2 Veg»adig»»ge» militärischer Strafliuge hat uu» Se. Majestät der Kaiser abermals 234, lheils iu deu Gefängmsse» von Vastia ul:d Afrika sitzeudeu, theils zu öffemliche» Arbeite» i» Algerie» verurtheil-ten Sträflinge», lheils gänzliche Begxadignng theils Slrafnmrvandlllng z» Theil werde» lasse». Großlnitamlicu und Irland London, 24. Februar. Die Dampfer „Ori» noco", „Nipon" uud „Mamlla", mit dcu Bataillone» der GrenadieoGarde nud Eoldstream »Garde an Bord, sind gester» bei Tagesanbruch auS dem Hafen yo» Souchampto» ausgelaufen. Der neue Dampfer „Caugaroo" (der Australasia» Pacific Company gehörig) ist vo» der Regierung ebenfalls zum Tr»p-pentranSport uach der Leoaute gemiethet worde». Das Schiff hat 1600 Tons Last, und wird näch-ste»S seefertig sei». Im kö»igl. Proviantamt in Plymouth ist eine Masse Mu»doorrath bestellt worde» : 1Ü000 Säcke Zwieback (jeder Sack 1 heutner schwer); 100.000 Pf. Mehl uud 100 Bushels Erbse» . . Die russische» Schiffer »nd Schiffseigner i» Shields und audern nördlichen Kohleuhäfeu suchen schleunigst fortzukommen, und Diejenigen, die uicht seefertig wer-den könne», verkaufe» ihre Fahrzeuge, oft, wie ma» sich denken kann, mit Verlust. Die gute fiumsche Bark Hoppelt ist au e«u Haus i» Shields (Day uud Turpy) für 2700 Pf. St- verkauft worden. Drei. vier andere russische Schisse in der Tyne sind seit eiu Paar Tagen Eigenthum Londoner Firmen ge-wordc». In Portsmouth habe» die Behörden bereits Gelege»heit gehabt, das Waffen- und Maschinen- Ausfuhrverbot practisch geltend zu machen. Die Bark „Hampshire" wurde durch böses Wetter gezwungen, im Kriegshafeu Zuflucht zu suche», u»d ei»e Untere s»ch»»g ergab, daß das Fahrzeug mit Dainpfkesseln uud Muuitiou für Odessa belade» war. Oh»e daS stürmische Wetter wäre die Barke, die bereits auf hoher See gewese» war, »ach Odessa gegangen-Wahrscheinlich werde» aber die Admiräle im Bospo» ruS jetzt Befehl erhalte», daS U»tersuchnngSrecbt ge« ge» alle Fahrzeuge (namentlich englische!) zu übe», oie i»s schwarze Meer ste»er» wolle». — Heute soll daS 60. Infanterie-Negime»t von Kingstown (Ir< land) an Bord des Postdampfers „Cambria" nach Malta abgehe». — Z» de» KriegSrüstunge» gehört auch der große Abschiedsschmaus, deu der Lord-Mayor de» Land- uud Sceofficiere» geben wild, die ins Feld ziehe». Ma» hört, daß es nicht vor Sonne abend deu 11. März stattfinde» soll. Illzwischen ist bei alle» de» großartigen Kriegs» lüstlmge» »och kei» uubediugtes Vertraue» wahrnehm» bar, daß die Regierung zu ei»em energische» Kriege entschlösse» sei. „Herald" »ud „Advertiser" begeg»eu sich hierbei: „Wir wisse» »och immer nicht, heißt eS, ob die Rcgieruug wirklich Rnßland bekriege», uud zu welchem Zwcck sie deu Krieg führe» will. Es ist uue» Hort, oaß das Unterhaus frischweg die größte» Summe» bewilligt, oh»e zu erfahre» wozu? Ihr rüstet, Ihr sendet Truppe», aber wer sagt uuS, gegen Wen sie bestimmt si»d? Sle kön»e» ebe» so gut gegen Nllßlcnld wie gegen die Türkei abgeschickt sei» ; eben so gut zu», Elitsatz der Pforte, wie zur Aufrechlhal» tuug vo» Ruhe u»d Ord»u»g im Allgemeine». Warum würdet Ihr so»st mit der Kriegserklärung zauder»? Worauf wartet Ihr? Si»d die Flotten im schwarze» Meer »icht sta,k genug, um de» An» griff zu begllmeu? Endlich, gesetzt, Ihr seid z»m Kampf elitschlosse», warum entwaff»et die Negierung »icht durch ei» offenes Wort die allgemeine Mel-»u»g, daß sie bloß für die Wiederherstellllng deS ^li»!,^ null' l>IImn kämpfe», d. h., daß sie Rliß» Ia»d zur A»»ahme des Wie»er Protocolls zwingen will? Marschiren unsere Garden, gehen unsere Flöt« teu uuter Segel, bewilligt unser Unterhaus Millionen, um die alte» Verträge wieder in Stand z» setzen?" „TimeS" überfliegt in Gedanke» den Kriegs«-schanplatz und hofft, daß Marschall Manuout'S Ideen über die beste Vertheidigung der Türkei dem Felt>< zugspla» zu Gruude liege» werden. Demnach wärt eine Besetzung der Dardauelleuschlösser und ein Lager bei Aoricmopel zu erwarten. London. 25. Februar. I» dcr gestrigen Oder» haussilMig schlagt Lord Beaumont folgende Reso-lution vor: Da aus de» Acte»stücke», wclchc Ihre Maje» stät oem Hause »»itzuthcile» geruht hnt, hervorgeht, daß Ihre Majestät, so wie dic verbündeten der KöiNlN», sich oh,n- Unterlaß bemüht haven, die frelmdschaftliche» Bezichiliige» zwische» der hohen Pforte »nd Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland wieder herzustellen, ohne Zuflucht zu de» Waffen z» »ehmc», u»d da ferner daraus hervorgeht, daß diese Bemühungen ihren Zweck nicht erreicht haben, u»v oaß der Kaiser vo» Rußland fortwährend mitWafl fengewalt zwei wichtige Provmzcu dcs oltomamschen Reiches besetzt halt, so erheischen nach der Ansicht des Hallseß die theuersten Interessen Englands, daß sofort wirksame Maßregeln ergriffe» werden, um den Angriff Rußlands auf dl,s Gebiet des Sultans zU' rückzuwriseu, u»d daß die Macht und der Einfluß Englands ausgeboten werde, um die Beziehungen der Pforte zu dem übrige» Europa so zu regeln, daß ei» dauerhafter Friede gesichert und dem otto» lnamschcu Neichc Gelegenheit gcgebc» werde, seine große» »atlirliche» Hilfsmittel zu entwickeln und zU admilnstratiuen Neforme» zu schreite». Nachdem der Antragsteller erklärt hat, es lieg< »icht i» seiner Absicht, die »culich im Hause stattgehabte Discussion zu erneuern, bemerkt er, die RegienMs habe sich trotz ihrer im Allgemeinen sehr geschickten Vertheidigung doch gc-ge» ei» Paar der wider sie el' hubcucu Anklagen uicht gerechtfertigt. So sei z. ^' von ihr dcr Vorwurf, daß sie bis zur Schwabe «" >I)lcm Olallbcil an die 85essichc>lma/» Nlißlandö ^>er< harrt habe, uicht entträfttt worden. Die zweite AN, 223 klage, gegen wclche sich dic Regierung nicht genügend vertheidigt, s>>, daß sic die dcsten Gelegenheiten und Mittel unlxi'litzt ließ, um sich über die relative Stärke Rußlands und der Türkei zu unterrichten. Wenn sic von der Wehrhaftigkeit der Pforte ei^ "kn richtigern Begriff gehabt hätte, so wäre es ihr kaum eingefallen, in so demüthigen, Supplicanten« ton für das gute Recht der Türkei zu reden. Von ber Anklage der Connivenz spreche er die Negierung slei, allcin das stehe wohl fest, daß die Sprache, b>e England beim Beginn des Streites geführt, der Würde der Pforte nicht angemessen, sondern nur äcugucl war, die Türkei zu entmuthigen, Rußland "ber größere Kühnheit einzuflößen. Er unterscheid! irischen der Sprache Lord I, Russell's und Kord ^almerston's einerseits und der der andern Minister, namentlich des Premier's, wclcher noch unlängst "ach Art eines Mitgliedes der Friedensgesellschaft b>« Gerechtigkeit des Kricges anzweifelte und er fm Pflicht erklärte, den Enthusiasmus des Volkes zu äugeln, die Nation zu Geduld und Frieden zu e>. wähnen. Lord Clarendon entgegnet, keiner Regierung der Nelt ware es bis zur Zeit von Fürst Mentschlkosss Endung möglich gewesen, jenen häusigen, feierlichen "»d oft freiwillig, ohne Aufforderung gegebenen Zu-gerungen von russischer Seite zu mißtrauen. Erst ^«i Monate sparer trat eine Aenderung darin ein, ""b sobald die wahre Politik Nußlands klarer wurce, ^gaiul auch England fester aufzutreten und die Pforce zum f^stttt Widerstand gegen Nußlands Zumnthun« l>en zu ermuntern. Man versetze sich in die Lage, '" der sich England vor acht Monaten befand, und Man werde sehen, daß es weder im Interesse der Türkei, noch in dem ihrer ANiirten lag, blindlings w den Krieg zu stürzen. Die Türkei war nicht gelüstet. England hatte keine Flotte in der Ostsee; Oesterreich u,id Preußen aber wünschten, die englische Regierung nicht zu feindlichen Maßregeln schreiten zu sehen, obgleich Nußland die Fürstenthümer besclu batlf, denn sie hofften, durch ihre Vermittlung die ^ache ^, lösen, und versprachen, falls ihre Vorstellungen in Petersburg wirkungslos bleiben sollten, im Eilwernehmen mit deu westlichen Machten zu han beln. Kaum waren anch die Nüssen in den Fürsten-thümern eingerückt, als Nnßland Oesterreichs Vermittlung amiahm, deren Zweck es war, es auS den Fürstentbümer., zu bringen. DamalS aber. daS müsse« d.e edlen Lords wissen, war kein Nnf nach Krieg zu hören, und Niemand glanbte an die Möglichkeit emeS Kr.eges. Lord Beaumont sage nun, hätte ma» damals eine starke Sprache geführt, so würde «,.1, Nnßland gefügt haben und kein Krieg auSgebroche» sein. Eine starke Sprache aber bedeutet Drohung, und Drohung bedeutet Krieg. Man hat kein Necht "^ Lord Veaumout hat kein Necht — zu behaupten, baß der Kaiser von Nllßland vor einer Drohung zu-rückgeschreckt ware. Weuu man von Nnßland rede, 'v habe man eS mit einem sehr großen Staate, aber "Uch mit einem unumschränkten Herrscher vieler Mil-'°uen zu thnn; und warum ware dieser mächtige ^vuverän vor einer Drohung zurückgewichen ^ E> ^« dieß nicht gethan, selbst mit den vereinigte» "ltei, im schwarzen Meere. Und wäre eS damals "^ Kriege gekominen, was hätte Nnßland nichl °" der Fnrcht nnd Schwäche der Pforte erlangen lo>»lie>, ^ ^ Iekt stehen die Dinge anders. Nicht nur hat ^ <ürk«l eine mächtige Armee im Felde, sondern ^!terreich und Preußen stehen jeyt auf Englands . 'b Frankreichs Seite. Erst diesen Nachmittag hat "Legierung erfahren, daß Oesterreich 25,0(10 M. "^) der Südgräuze abgeschickt hat. Im Dünenwasser ^ >'' i) li^e ^„^ flotte, gewallter als eine, '« l« von Englands Küsten ausgesegelt! Eben so sei 6'ankreich gerüstet. Dieß Alleü bedenie Krieg. Man 'oge dic Negiernlig der Leichtgläubigkeit nnd V»uni' "z beschuldigen; das seien Anklagen. die England 'ueyren müßten, aber beim englischen Volke finden reln Echo. ^ord Veannwnl scheine i„ wahrer Nri/^"?^ "'^ H'pe z" schweben, weil noch keine V^sii ""^ "folgt ist. Er wolle ihn durch die rina'n?"""ll beruhigen, daß Europa nlcht die ge- ^."'^."uostcht auf Erhaltung deS FricdenS besiyt. land ni.^, ^."^'"klarnng ^trifft, so Hanole Eng- den ec / " '' so"deru müsse bei jedem Schritt. ten b» e ' ^'^ ^'"^ "nd Umstände seiner Allii» "eoenken. Oesterreich und Preußeu hätten sich ein ^ Necht auf das Vertrauen der englischen Negierung erworben und können eine Belücksichtigung ihrec Wünsche erwarten. Dasselbe verlange die Würde des Sultans. Ehe er dem französisch-englischen Allianz-vertrag seine Zustimmung gegeben, wäre es ein Verstoß gegen seine Unabhängigkeit, die KrieaMkläruug erfolgen zu lassen. Dcr edle Lord möge stch daher beruhigen; rvenn auch die Kriegserklärung dem Parlamente uoch nicht mitgethellc worden sei, so habe man doch keine Zeit verloren nnd durch die Zögerung sei kein Nachtheil herbeigeführt worden, Vor-bereitunge,'. seien in der Zwischenzeit getroffen; die Flotten und Armeen Englands und FraukreichS wür» den m emem Znstande von Vollständigkeit sein, der darauf berechne sein wilde, jeden Klicg durchzu. führen, i» welchen England verwickelt werden könne-In Beziehung auf die Anforderung des Lord Beaumont, eS möge der Zweck des Krieges deutlich ausgesprochen werden, sagte Lord Clarenden weiter: . . . „Mein edler Freund (Lord Beaumont) hat viel darüber gesprochen. was dcr Zweck des Kr,egeo eigentlich sein sollte. Er hac dem Ha»»e g> rathen, es solle sich auf Betrachtung dieses Zweckes beschränken. Nun, ich denke, Sie werden es als «l» nnklnges — nein, alö ein unmögliches — Verfahren ansehen, sich jeyt in Betrachtungen dessen einzulassen, was das Nesultat emeS Krieges sein sollte, der noch nicht begonnen worden ist. Es gibt da gar viele Dinge, die von den Zufälligkeiten und vou den sprüchwörtlichen Ungewißheiten des Krieges abhängen müssen. Es mag Vieles geben, dessen Erreichung gerecht und wünschenswert!) aber gänzlich unausführbar ist. Es mag gerecht und wünschenswerth sein, baß keiner der jeftc bestehenden Tractate erneuert werde. Beiläufig gesagc, bezüglich dieser ^ractace hat großes Miß-Verständniß vorgewaltet. (Folgt cine kurze Betiach' tung ceS TraciatS oon Kamaldji, der den Kaiser von Nußland nicht mehr Vortheile als den übrige» Mach-ten biete und Balca Liman; bezüglich des letter» heißt e»< sodann weiter:) Der Kaiser von Nnßland ist nicht kraft dieses Tractates, sondern durch Ver. lcmmg desselben im Vesii)e der Donaufürsteiuhümer. Er ist dort dnrch das Necht, oder vielmehr durch den Mißbrauch deS NechtS der Nachbarschaft- Es maa wünschenswert!) oder gerecht sein gewisse, Ge-biecStdelle, die Nnßlaxd anf ver,chtede»e» Wegen von andern Ländern genommen hat. Nnßland weg-, zunehmen uno diesen Lande.» znrückzngeben. Es mag gerecht und wünschenSweilh sein, Nnßland dle Kriegskosten bezahlen zu lassen; unmöglich können wir aber über einen dieser Gegenstaude irgend eiüen Beschluß fassen, ohne zn wissen, in welcher Weise, mit welcher Geschicklichkeit, oder mit welchem Erfolge dei Krieg geführt werden wird, oder waS die Verhältnisse oes Kaisers von Nußland zur Zeit ce> Veendignng deS KriegeS sei» werden. . . . In gleicher Weise können El,. Lordschaften zu kei> nem Beschlusse über die Art nnd Weise kommen, wie der Friede dauerhaft gemacht oder wie die Türkei ciu Theil der großen europäischen Familie zn dem Behilft werden sollte, diesen Fxeden danerhafl zn gestalten. Gewiß sei, so schließt der Neoner, daß England am Vorabende der großartigsten Ereignisse stehe und jener Weltfrage inS Auge schaue, deren Lösl.ng vo» alle» klarblickenden Staatsmännern seit langen Jahre» für nothwendig erkannt, aber nm der Bewegung w>l len, die sie verursachen muß, oerschobe» wmoe. Da England aber gezwungen w,rd. an d,e Lösung zn gehen, so muß eö em für alle Mal der Frage ein Ende machen. Die Negierung wird alle Kräfte anfbicttn, um uicht nur die Integrität der Pfo>le zu wahren, sondern solide Bürgschaften für die küxftige Sicher heic und Nude Europa's zn erlange»; aber die Mächle der Christenheit würden ihre Aufgabe nicht ganz er^ füllen, wenn sie die Gelegenheil nicht benümen. um auch der christlichen Bcoölkernug de«, Türkei gleiche Nechte zu erringen. Nach einigen Vemclknngen anderer Lords schlägt Lord Fiywilliam ein Amendement z» Beaumont^ Nesolntlon vor, aber da Lord Beanmonc >>i Folge des Eindrucks, deu Loid (Clarendons iliede gemach! hat, seine» Antrag zurückzieht, wird anch daS Amendment zurückgenommen. V c l g i c n. Vriissel, 2lj. Februar. Die Frau Fürstin r. Lieven ist heute von Paris hier angekommen. Meicli nach ihrer Ankunft stattete sie Herrn von Kisseleff einen Besnch ab. Die Fürstin wird, wie die „In^'l,' belge" meldet, morgen von Sr. Majestät dein Ko^ nige empfangen werden. Neueste Post Trieft, 3. Mä,z. Die „Tri ester Zeitnng" bringt folgende Telegraphische Depesche«. Wien, 3. März. Kaiser Nlcolaus hat eine Proclamation erlassen, worin es schließlich heißt: „Die Westmächte unterstüften die Feinde der Christenheit, Nußland werde aber seinen heiligen Beruf nicht verläugnen, und verirane der Volkstapferkeit wie im Jahre l812." Paris, 2. März. Die Sipmlg des gesepge» benden Körpers ist eröffnet. Die Neoe deS Kaisers spricht von dem unzureichenden Ausfall der Ernte, der aber jeht keine Gefahr mehr drohe. In Betreff der orientalischen Frage sagt der Kaiser, er sei, um den Kampf zu vermeiden, so.weit gegangen, als die Ehre es erlaubte. Wenn Frank« reich jeyt den Degen ziehe, so geschehe eS ohn« Ve» größeruugoplane und nur, um dein Nechte und der Gerechtigkeit znm'^Siege zu verhelfen. Die Zeit der Eroberungen sei vorbei. Diese Politik führe ein Bünd° niß zwischrn Frankreich, England und Deutschland herbei, das, durch die Erinnerung an die früheren Kiiege mißtrauisch gemacht, seit 40 Iahreu vielleicht zn viele Proben der Nachgiebigkeit gegen die russische Politik gegeben und nnnmehr seine Unabhängigkeit wieder erlangt habe. Oesterreich »amelitlich könne die Ereignisse, welche sich vorbereiten, nicht gleichgiltig ansehen, und werde durch seinen Beitritt zum Bündnisse ocn gerechtfertigten moralischen Charakter deS lnuernommenen KriegeS bekräftigen. London, 28. Februar. ') Es wird erklärt, russische mit Korn beladen« Schiffe würden respeclirl werden. Gestern sind englische und franzosische Cou-riere über Berlin und Wien nach Pecetöbnrg gegangen, mit der Ansforderung, die Fulsteuthümer bis l!9. April zu räume», und binnen cteur des Adelsberg-Filünaner Mallewagens anf der Fahrt oou Sagnrie »ach IUirisch-Feistrly die Leichen zweier erftorener Weibspersonen anfgefnnden, nnd nach Grase» brnm, gebracht. — Am nämlichen Tage wurde der Gru»dbesiy« Kasper Zingel anS Stndorf. im GerichtSbezlrke Fei» st'iy, uuter seinem umgestürzte» Schlittenwageu. mit dem er in den Wald nm >, olz fuhr, erdrückt ge« funden. — Am frühen Morgen deS 2?. v. M. gerielh l» der ebenerdigen Küche emeü Hauses in der Herrn« ^asse zu Laibach ein dortselbst ana/haufteS Holz in Brand. Das Feuer wmoe jn Gerichtsbezirke Lack, hat am lU. v. M. deu 8jährigen Sohn einer Inwohnerin aus der nämlichen Kaische wegen Unsolgsamkeii — durch Neiße» bei den Haaren nnd Ohren und durch Schläge über den Kopf derart mißhandelt, daß der Knabe in Folge der dadurch erlittenen Gehirnerschüt» serung am nächsten Morgen darauf starb. — Gege» das Sprichwort: „Eine Kräht hackt oer anoern oie Ange» uicht aus", wurde «u der Nacht oom l2 auf den IA. v- M. in Scein ein als Erce. dent nnd Nachtschwärmer bekannter SchlossergescUe oo>, einem >m gleichen Nufe stehenden Hllcmacherge-sellen tddillch ulißhandelt. — Am 2!i. v, M. ?iachm!tlags fand die Bäue-e«n Agnes Kunstel. zn Kose», »n Gcrichcsbezlrke Stem, chreu :Njähr!ge» Sohn /ludreaS, dct die väterliche Behausung von seinem älter» Bruder übernahm uud bewirthschaftete, in der Schupfe erhängt. Bedeutende Schulde», die auf der von ihm übetnommcneu Hübe hafteten, uud die Aussichtslosigkeit, sich derselben bei semer immei- steigenden Bedranguiß entledigen zu können, erzenglen i» ihm eine schon seit längerer Zelt liemeikbarc Melancholie und theilwcise GeisteSverw«r» rung, und scheineu daher auch di« Ursache seine« Selbstmordes gewesen zu sem. *) Diese Depesche ist schon am Dinstag vm, London abgegangen und erst heute MorgenS um 8 Uhr 4» Minuten »ingc-twfflii — cine Verspätung, wie siü lcider nicht fett.» ist und de» '.>tuhcn der telegraph. Verbindung s.hr beeinträchtigt. **) Die große Mcercugc zwischm Schweden und Iüllaxd, ^*) Lurd Palmerstou begann seiue miniftnlelc ^ni,bah» als Kris.Mcrelär in cimil, Tocyeabin.tc w.'Yr.nd d>.' ,'lneg^ »lit Frausreid). 254 Feuilleton. Der Karst und die Adelsberger Hohlen. R e i s c b i l d vom geheimen Vcrgratl) Professor Nöggrrath. (Fortsetzung.) ^ü-ußer jenen Dollinen und Ograda's gibt es aber auch auf dem Karst noch sehr viele andere enge, senkrechte oder fast senkrechte Locker, schacht- oder drunnenartig, selten von einem mehrere Klafter erreichenden Durchmesser. Sie geben oft mehrere Hundert Fuß nitder, andere dagegen nur 50 Fuß tief. Ihre Wände sind nicht glatt, zerbrochene Ge-steinSschichten ragen darin vor und treten zurück, dieß in der mannigfaltigsten Abwechselung und ohne Ordnung. Auch diese Löcher stehen mit mehr hori zontal sich ausbreitenden Höhlen in Verbindung. Ein in diese Löcher hineingeworfener Stein gibt plätschernd den Wasserst,nd auf dem Boden zu er, kennen. Diese Löcher, wohl Tauben« oder Karst löcher genannt, in der Landessprache aber auch Bocca's «Mauler) oder Buchis, jlavisch Okruglizza (Rundlöcker) si»d hausig das Asyl von Hunderte» wilder Tauben, d>e namentlich darin im Winter vortreffliche» Scdutz finden, den die Hasen ihrer» sells gern in oen Dollinen suchen und sie zu ihrem Tummelplätze wählen. Die Dollinen sind zuverlässig durch Erdfälle entstanden; auch lebt die Entstehung von einigen noch in frischer Erinnerung. Ihre Entstehung wird also zu erklären sein: Ueber Höhlensystemen brachen die durch Lücken, leere Räume, getrennten und zer. spallenei, Kalksteinschichten natürlich leicht zusammen und bildeten Trichter, wie sie auch unter dem Namen der Pingen bei dem Bergbaue sich gestalten. Begünstigt wurde cin solcher Hergang durch darunter liegende größere eigentliche Höhlen, welche das zusammengebrochene Material großcnlheils oder ganz aufnehmen konnten. Die atmosphärischen Wasser lösten nach und nach, wenn auch langsam, doch unausgesetzt, den schon vielfack durchlöcherte» und zerrissenen Kalkstein an den Stellen seiner Ränder auf, und daher ist diesem Zerstörungs. Prozesse auch niemals eine Schranke gesetzt. Diese Entstehungsgeschichte läßt sich durch die Anschauung des Gewordenen auf das bestimmteste ablesen. Die Bocca's sind wohl lheilweise bloße Modifikationen der Dollinen, manche dürften aber die Ausgänge von unterirdischen Höhlen sein. Das oft ganz u»-erwartete Auftreten dieser Karstmäuler hat schon manchem Füßgänger das Leben gekostet. Mit der Schilderung der eigentlichen Höhlen, als der interessantesten und ansprechcndsien Erschci nungcn, beschließe ich mein Karst'Bild. Deutsch-land hat anderwärts in verschiedenen Gegenden im Kalkgebirge ziemlich viele Höhlen; aber zuverlässig sind sie nirgends so frequent, großartig und in jeder Beziehung so ausgebildet, wie in dem Karst. Viele Karsthöhlen sind nur schwierig zugänglich; die k. k. geologische Reichsanstalt zu Wien, ihr forschendes Augenmerk auf Allls richtend, was die Gebirgs-künde des österreichischen Staates irgend fördern kann, läßt daher jetzt durch Naturforscher die Höh» len des Karstes naher untersuchen. Andere dieser Höhlen sind schon von lange her bekannt und zu-gäng'.ich, und unter diesen befinden sich namentlich die besonders berühmten von Adelsberg. Von einem Besuche dieser Höhlen, gewissermaßen den Reprä sentanten d«r übrigen, gebe ich nähere Nachricht, indem ich darein manches Allgemeine über Kalkstein-Höhlen und diejenigen des Karstes zu verflechten beabsichtige. Gerade die Adelsbcrger Höhlen werden häufig von Neiseuden heimgesucht, wozu vielfache Erleichterungen hier vorhanden sind. Diese Höhlen sind ein Eigenthum der Staatsherrschast Adclsberg und stehen unter einer eigenen Grottenvelwaltung, welche für die gehörige Fahr-barhaltung sorgt und die Aufsicht über die Grotten-führer und Beleuchter führt. Itder Besucher be zahlt in Adelsberg für den Eingang zu den Höhlen 30 kr., welche Einnahme für die Instandhaltung der Höhlen bestimmt ist. Es vertheilt sich dann ferner die Bezahlung der Führer und der Beleuch. tung auf die ganze Gesellschaft, welche zusammen die unterirdische Fahrt macht; der Besuch der Höh-len von Reisenden ist so frequent, daß sich meist an jedem Tage mehrmals eine größere Gesellschaft dazu zusammenfindet. Für die Beleuchtung mit Kerzen der interessantesten Stellen wird 1 fi. 60 kr. bezahlt, und drei Führer und zwci Beleuchter erhalten zusammen 2 si. 30 kr. Nach Wunsch wird gegen Mehrbezahlung auch reichlicher beleuchtet. Ich bestellte mir mit der ganz interessanten Fahrgcsellschaft beiderlei Geschlechts, welche sich zufällig zusammen, gefunden halte, die sogenannte mittlere Beleuchtung, welche vollkommen dem Zwecke entsprach. Der Eingang zu den Höhlen liegt eine kleine halbe Stunde von Adelsberg entfernt; eine Lindcn allee führt bergaufwärts zu ihm. Unten, etwa 60 Fuß tiefer, befindet sich der Poikstuß (Piuka), der ci»e Mühle treibt; er stürzt sich in eine besondere Höhle. Durch den Eingang z>i den fahrbaren Höh. len, welcher mit einem eiserne» Gitterthor verschlossen ist, kommt man eiw^ls hcrabsteigend bald an eine »atliruche Kalksteinlnückc, a» deren Seite man in jene untere Höhle schaut, i» welcher jener Fluß in dunkler Tiefe unter der Briicke hinrauscht. Man sagt, cs sei dieß derselbe Fluß, welcher bei dem Orte Planina, cine ganze Poststation von hier ent< fernt, unter dem Name» U»z wieder an der Oberfläche hervorbricht. Selbst die noch in größerer Fcrnc dem Boden einspringende Laibach soll noch derselbe Wasserlauf sein. Ich weiß in der That nicht, vb dieß genugsam nachgewiesen ist; das oftmalige Ver-schwinden ci»es Wasserlauses in einer Höhle und das Wiederhervorbrechen desselben in größerer Entfernung, zuweilen mehrfach hinter einander, steht aber auf dem Karst durch sichere Beobachtungen fest. Berühmt genug ist der auch in diesem Gebiete lie-gende Zirk»itzer-Sce mit seinen unterirdischen Zu-und Abflüssen, durch welche er sich temporär füllt und so ausleert, ertrocknet, daß sein Boden culti-virt werden kann. Die ganze natürliche Wasser-wirthschaft unter dem Karst verdient noch ein nähe. rcö Studium, welches sich freilich nur sehr mühsam machen läßt; die Speculations in der Studirstube können dafür wenig nützen. Von der natürlichen Brücke in der Adelsberger Grotte steigt man lief hi»ab, überschreitet dann je, ncn Fluß auf einem zweiten Felscngewölde und kommt in den großen Dom, den die Poik durch-fließt Es ist die größte Höhle des ganzen zugänglichen Systems, 70 Fuß hoch, l44 Fuß breit. So geht es dann weiter auf u»d ab, durch hohe und niedrige, e»ge und weite Höhlengänge und Kammern, keineswegs immer geradlinig an einander ge. reiht, häufig in Bogen und Windungen und in Verzweigungen, welche an manchen Puncten ablaufen. Bloß soweit das System bcqusm zugäng. lich gemacht ist, braucht man für die Befahrung hin u»d zurück mit gehöriger Muße zur Bcschauung alles Sehenswürdigen 2'/.^ bis I und selbst bis 4 Stunden, Daneben bleiben aber viele Höhlenzweigc, deren Existenz man kaum kenitt, noch ungesehen, und wie weit das ganze System, welches gar noch nicht bis zu Ende, ver>olgt ist, eigentlich gehen mag, weiß man nicht. In hohem Grade schön und merkwürdig sind in diesen Höhlen die Kalksinter- oder Tropfstein.-Gebilde, meist schneeweiß, nur ausnahmsweise braun, gell) und röthlich von Farbe, welche in übergroßem Reichthum nicht bloß die Wände bekleiden, sondern in den mannigfaltigsten Abweichungen als dicke und zarte Zapfen (Stalaktiten) oder in der Gestalt za» ter Draperien von der Decke herabhängen, oder als auswärtsstreuende Kegel, Cylinder und Säulenstümpfe mehr oder weniger hoch vom Boden hinausragen (Stalagmiten), oder endlich in ganzen, von der Sohle bis zur Decke reichenden Säulen, welche oft cannelirt sind und nicht selten an einer Stelle ihres Umkreises einen dickeren herumlaufenden Wulst besitzen, welches deutlich zeigt, daß sie aus der Ve» cinigung von Stalaktiten und Stalagmiten hervor« gegangen. Andere Stalaktiten erscheinen in Gestal-ten, welche man schwamm, oder blumenkohlartlg nennen könnte, und endlich bringen die oft ganz selt' same Combination dieser und anderer Gestalten der Kalksinters u»d ihre tausendfach abgeänderten IrrcgU' laritäten Producte zu Stande, bei welchen in der Ve» gleichung mit Natur- und Kunst-Erzeugnissen der Phantasie das allerreichste Spiel dargeboten ist. In der That haben sich auch auf diese Wcist die Besitzer, Reisenden u»d Führer seit lange hcl geübt, und so sind für die einzelnen interessanteren Tropfstein - Gestalten zahlreiche Namen entstände», welche die Führer litaneienartig hersagen: Namen, von welchen meist Niemand mehr zu sagen weiß, wer sie erfunden hat. Es sind gewissermaßen Dich» ttmgen, aus dem Volte so hervorgegangen, wie manche Heloeiiliedcr des Alterthums, die gar keine« Verfasser haben, oder den Name» eines Dichters trage», der sie bloß gesammelt und zusammengestellt hat So zeigt man i» dem Höhlcn-System nach dcr Reihe der Führung: die Kaozcl, die Fleischbank, die heilige Maria mit dem Kinde, de» Wasserfall, den Wiener Stock im Eisen, den Löwen, den Tauf« stein, die Theater. Loge, das Nordlicht (her orge-bracht durch das Durchschimmern des Kerzenlichtes hinter einer Tropfstein-Wand), den St. Pctersstuhl, das Stockhaus, den Tanzsaal (er ist 44 Fuß hoch, 150 Fuß lang, 90 Fuß breit; jährlich am Pfingstmontage wird hier cin Fest gefeiert, wirklich getanzt, und es versammcl» sich dann hier über l000 Per» so»en), das Bcttuch, den h. «»tonius von Padua, die Mariazelier Mutter Gottes, die Portion Gefrorenes, die angelehnte Säule, die dreifarbige Säule, die Schilokrötc, die Nachtcule, die kleine Glocke, die Capelle, den Altar, die Orgel, die große Glocke (die Glocken smd Stalaktiten, welche beim An» schlagen einen Glockenton gcben), den Luster, die Fay» ne, die Hand, das heilige Grab, die große Halle mit dcr Nachteule, die zwci Trauerweiden, den rothen Springbrunnen, das Tabernakel, den Mondschein (in ähnlicher Weise hervorgebracht, wie das Nordlicht), den Kohlenmeiler, den Blumenstrauß, das Bild, die Madonna, die Orgel, die Domkirche, die Mumien, den Badeschwamm, die zwei Heuschober, das Grab, den größten Stalagmit von 60 Fuß Umfang, den Jabot, die kleine und die große Ey' presse, das rothe Meer (wellenförmige Bildungen des Kalksintcrs auf dem Boden), die Kanoncnsäule, die Reitschule, den Beichtstuhl, den Vorhang, die Grottcnwächtcr, den großen Wasserfall, den Kirch-platz, das frei hangende Tabernakel, die Landkarte, den weißen, braun überzogene» Stalagmit oder sogenannten Capuziner, die Säulcn-AUec, den Fuchs, die engl. Küche, die Doctortüche, die Pforte des Ealvarienberges, den Ealvaricnberg, den Todtcnkopf, den St. Nnolaus, die längste Tropfsteinsäule von 5 Klafter Höhe, den Mann sein Weib tragend, den Mailänder Don», den Tricstcr Leuchtthurm, die Arche Noah und den großen Altar. Von dem Eal-varicnbergc geht ein Seitenarm des Systems ab, in welchem man vorzeigt: die St. Stephans-Büste u«0 den Eremit. In einer zweiten Grotte, aus der anderen Seite des EalvaricnbergcS abgehend, liegt der Tropfbrunncn und nach weitem, w.nig zugänglichem Wege ein wirkliches Wasser-Bassin (dcr See) in einem Trichter (eine unterirdische Dolline). Bei dew schon erwähnten frei hangenden Tabernakel geht die Erzherzog-Iohannes.Grotte ab, in welcher wieder manche andere Tropfsteingcbilde auch durch dergleichen Benennungen erklärt werden. Meine eigen« Phantasie reichte freilich nicht überall aus, um dasjenige zu sehen, was den gegebenen Namen ent< sprach. Die Erscheinungen im Ganzen sind aber überraschend schön und großartig. < Zchl tt s> s o ! ziI. )