Pranmneration« - prnsr: Fitr Laibach: Banzjiihrig . . . 6 ft. — !t. H»lbjiihrig . . . 3 „ — „ Bierteljahrig. . . l „ 50 „ Monallich . . . — „ 50 „ Mit der Post: Laibacher . „ . . 9 fl. — ?r. Halbjahrig . . . 4 „ 50 „ Biirteljahrjg. . . 2 „ 25 „ Z»ftellll»g in« Jpou« viertcl-l^tig 25 tr„ monatlich u kr. ®itijctnc iRummern 5 It. Tagblatt. Enonyme Mittheilungen roerbcn nicht berucksichtigt; Manuskripte nicht zurllckgesendet. I tttbaktioe: Bahnhosgasse Nr. 132. Lkpediliou unč Znseratra finctau: Longrebplatz Str,81 (Buchhandlung^ »on J. e. Kleinmayr & F.Bamberz). Zascrtionspreise: tiir die einspaltige SPetitjeile S ki bei jtocimaliger Einschaltring L 5 kr. breimal 1 7 fr. JnsertionSstempel jedeSmal 30 kr. Bei groheren 3nfetaten unb dfletet Sinschaltung cntsprechender iHatatt. Nr. 30. Montag, 8. februar. — Morgen: Fastnacht, Apollonia. 1869. Die EntschadigungsansprHe Krains ln Betreff seines infamenrten Pro-vinzialfondes. Dic oon uns bereits erwahntc, diescn Gegen-Itand regelnde Regierungsvorlage ist in der vor-lefeten Sitzung des ReichsratheS zur verfafsungs-'Ulihigen Behandlung eingebracht roorben. Sic cnt-Wt ben Bergleichcntwurf, wclchcm bereits ber krai-^Esche Landtag in ber Sitzung am 3. Oktober 1868 seine Zustimmung gegeben Hat, nebst einer ausfilhr-lichen Motivirung des Finanzministers. Bei ber Wichtigkeit bes Gegenstanbes glauben >vir ben Wortlaut der NegieruWsvorlagc roieder-^ben zu sollen. Der Vergleich enthalt folgende •oeftimmungcn: 1. DaS Herzogthum Krain entsagt alien An-spruchen auf den mit 1. November 1826 inkame-ritten cfjemaligen krainischen Provinzialfond unb "us alle jenc Einnahmsqnellcn, welche demselbcn fviitjer zugeflossen finb, mit Ausnahme ber bent Unbe mit ber allerhochsten Entschliehung vom 3ten *u9»ft 1829 zuriickgcgebenen Aktivkapitalien unb Vicahtaten. . 2. Das Herzogthum Krain entsagt ferncr Mem Anspruche auf ben Fortbezug einer Dotation aus Staatsmitteln, roic biefelbe bent Lande mit ber allerhiichsten Entschlietzung vom 6. Jnm 1826 zu-gcfu^ert unb nach Matzgabe bes unbcbedten Erfor-dernisses bes Domestikalfondes in verschiebenen jiihr-licf)en Bctragen bisher ausgezahlt roorben ist. 3. Dic k. k. osterreichische Statsverroaltnng verpfljchtet sich bagegen, bem Hcrzogthume Srnin, e>ncn Betrag von 700.000 fl. (b. i. siebenmai» Mnderttausend Gulden osterreichischer Wahruna) tm ?i.llen 'r,Per3- Schuldtiteln der einheitlichen StVhM Ichuld auSznzahlen. ** 4. Die Anszahlung erfolgt nach Matzgabe, alS bic in Folge ber Amortisirmig ber allgemeinen Staatsschulb nach bent Gesetze vom 20. Juli 1868, R. G. Bl. Nr. 74, auSzugebenben Obltgationen ber einheitlichen Staatsschulb jur Emission ge-lattgen. 5. Die k. k. Staatsverwaltung verzichtet auf alle aus ben franzosischen Kriegen sich herfchreiben-bett Forberungen, insdesondere auf jene fitr Land-toehvausruftungcit, fur Requisitionen unb auf bie Forberung aus der Dotirung ber BezirkSkassen, soroie auf bie Zuriickzahlnng jener Dotationsbetrage, welche bem Lanbe blos vorfchutzweise flussig gemacht roorben find. 6. Dagegen entsagt das Land Krain alien An-spriichen auf bas BerrnSgen bes Requisitionssonbes, welches bent Staate auheimzusalleu hat. 7. Vorstehettber Bergleich wirb in zwei gleich-lautenben, ungeftrtjpelten, mil der Unterschrift des Hernt Finanzministers, des Herrn LandeShaupt-manns unb zweier Herren Landesausschusse ver-sehenen Exemplaren ausgefertigt, wovon daS eine btitn Finanzministcrium, daS andere von der Lan-desoertretung aufzubewahren ist. Die Motivirung des Finanzministers hiezu lautet: Bis zum Jahte 1809 besatz Kraitt seitten ei-genen Doinestikalsond. In die damalige Domistikalhauptkasse flosfen die Renten des LanbesvermogenS, dessen Haupt-quellen folgende rooren: 1. Prozente von ber alljahrlich postulirten Steuer, im 1.1809 praliminirt mit 87.084 fl. 39 Ir. 2. Das Weindaz-Aequivaleut mit 17.654 fl. 34 fr. 3. Das Mitteldings-Aequivalent mit 50.000 fl. nrcrc Tage von Scharen ber Singfchwane t.."1- sie finben an ben Wnrzelstocken ber basclbft toachfenben@eerofe,Nyrnphaca alba, cine reich-uwe Aesung. b« « der Zirknizer See wirb von Singschrocinen w«., . ^sucht. Der grunbliche Beschreiber bteses tieff •r^'8en ®ce8> Franz Anton v. Steinberg, ini ^°^re erschienene Beschreibung fehr ia/v ®etQif.e u^r bie bortige Jagd enthcilt, °tc daselbst itbliche Schwanenjagb burch eine eigene Kupfertafel illustrirt. Da bem Vogel wegen seiner Listigfeit fehr fchwer beizufommen ist, so pflegteti sick) die Flugfchntzen an einer Stelle zwischen Goriza unb bem Javornifberg, too die aufgefcheuchten Schtoane voriiber zu fliegen pflegen, auf ben tnit ©troh bebetften Schneeboben zu (egen unb, mit roeitzen Titchem bebetft, biefelben zu erroarten. Steinberg erzfihlt, ber Pfarrer von Laas, ber ein guter Schittze roar, Habe einmat zur Mitternachts-zeit in ber Niihe von Velki obrh mit einem Schusse fiittf Stuck Schroane erlegt. Die dortigen Fischer pflegten thnen Fang- unb Schlageifen aufzustellen unb machten ofters gute Beute. In ben gemcihigten Breitengegenben erregt ber Schwan als Zugvogel nur das Jntereffe des Jagers, gattz anders ist es im hohen Norden, wo tr als Bote des Friihlings von ber ganjen BevSlferung mit Jubel begritft wird. Ein fchvnes poetisches Bilb bes Singfchwane« entwirft ber Ornithologc Julius Finger, bem wir nachfolgenbe Skizze entnehmen. Menu ber Jsliinber nach monatlanger entfetz-Itcher Winternacht enbltch ben erften Strahi eines jungen Tages burch bie Seehunbsblase seines Fen-sterS biimmern fieht, bann hiilt ihtt nichts mehr zuriick in ber thranbuftigen Kristallhiittc, cr eilt hinans, urn sich an biefettt beinahe entwohnten Schau-spiel zu ergvtzen unb ben kurzen Moment zu ge-nietzen, ber zugleich Morgen- unb Abenbbammerung, Mittag unb Mitternacht bilbet. Bon ba an horcht cr ttiglich hinaus in bie Liistc unb lauscht — unb flingen einmat bie Afforde an scin Ohr, bie balb entfenitem Glockengclautc gleichen, balb ben ftagenben TSnm von Violinen, bie attfangs nur leisc antlingenb, mehr unb mehr anschwellen, uttt roieber cbett so leife wie sie begotmen zu verhallen — bann fommt Entziicken in sein burchfrostetes Herz; bas was cr gehort hat, ist bie Stimmc des Singfchroans, ber in Scharen aus toiirttteren Liinbcrn zuritckkommt in seine Heimat unb ihnt ben Frithling mitbringt. — Was tins bie Schwalbe, bas ist bem Bcwohner bes hohen Norbens ber Schwan; wenn uns bie erften Schwalben mit Fruhlingsfreuben erfullen unb unsere Dichter zu Lobgesiingen entflammen, so hat ber Jsliinber jebenfalls mehr Rechte, seinen Schwan unb dessen Riickfehr zu feiern, betttt sein Frithling ist feitte langroeilige, fatharr- unb rhettmaschwangere Ueber-gangsperiobe, fonbern ettt wirflicher unb wahrhafter Lenz, tine Wonnejeit mit einem Schlage, so zu 5. Elementarschaden-Vergu-tungen mit . . . 15.000 fl. — kr. 6. Weinausschlag mit . 12.000 „ — „ „ 7. Strahenkonstruktions- v>;' Gefalle mit . . . 43.500 „ — „ Hievon kann man die Posten 5 und 6 nicht als eigentlichc Einnahmsquelleu, sondern mehr als durchlaufende Posten bezeichnen, weil ihnen die Ausgabsposten: ..Elcmentarschaden - Bergutnngen" und „Tilgung dcr Landcsrcquisitionen und dcs ZwangsdarlehcnS aus dcm Jahre 180B/„ anS dein Weinaufschlage" mit den ganz gleichen Betragen ge-geniibcr standen und mit dem Entfallen dcr letztern anch die ersteren von selbst entficlen. Von den ubrigen Posten hat nur daS Strahen-konstruktionsgefall vermoge der Hohe der Ziffer cine grStzere Bedcntung. Dieser Post stand die Ausgabs-Rubrik: „Til-gung des StratzenkonstruktionS-KapitalS," welches ursprunglich 633.424 fl. 30 fr. betrug, mit 27.245 fl. 39 lr. jahrlich gegcnitber, wonach noch cin Ueber-schuh von 16.074 fl. 21 fr. zur Bezahlung der Jnteressen verblieb. Von den ubrigen oben angesuhrten Einnahms-Rubriken wurden den Standen die sub 1—4 ge-nannten (mit den unbedentcnden Ausscheidungen einzelner Objekte) angewiesen, die Elementarschaden-Vergntungen ganz fallen gelassen, und dcr Wein-aufschlag und das Stratzenkonstruktionsgefallc gegen Uebernahme der darauf hastenden Lasten eingezogen. Nicht zuruckgestellt ivurde eine Forderung der Standc aus dem KontributionsabschreibungSfonde in Domestikalobligationen im Betrage von ‘20.000 ft., nach bent Finanzpatente reduzirt auf 11.528 fl. 42 kr., „weil dcr erwahnte Fond nicht auS landschaftlichen Domestikalmitteln, sondern aus bestinimten Steuer-tangentcn mit einer speziellen nicht mehr bestehenden Widniung gebildet worden ist, und nicht als Aktiv-kapital der Stande, sondern nur als cin nach der vorrnaligen Einrichtung des Steuerwesens von ihnen verwaltetes Verntogen angesehen werden kann." Im Jahre 1809 fiel Krain an Frankreich, welches die LanbeSinstitutionen nicht respekiirte, alle Gefalle einzog und unter anderm von den Dome-stikalschuldkapitalieu einen Betrag von 1,057.821 fl. 51 kr. mit einer Verzinsung von 26.445 fl. 32 kr. in sogenannte Transserte und Reskriptionen, d. i. Anweisnngen auf die Urbarialrenten dcr Staats-giiter, urnwandcltc. Als Krain im Jahre 1814 wicdcr unter die osterreichische Herrschast zuriickkam, ordnete der dahin enlsendetc Hofkommissar, Graf Sauran, mit Note vom 14. Juni, Nr. 232 prov. Gefetzfammlung, pro-visorisch die Errichtung eines Provinzialfonbes fur Krain an, welchem er vou den gedachten drei Ein-na'hmsrubriken das Weindaz- und Mitteldings- sagen iiber Nacht; — fein Friihling ist ihm das Ende aller Noth, das Ende dcs RaucherfischeS und des ranzigen ThrancS. Kein Wunder daher, wemi er mit heiliger Berehrung an dem Schwanc hangt, wcnn er fcine Anknnft mit Ungeduld erwartet und fein Erscheincn srcudig begriitzt. — Darum finben wir in bat alien hoch-nordischen Webern mit ihvcn cinsachcn Sangwciscn den Schwan so auherordentlich verherrlicht und tresscn bcinahe in allot Mithen und Legenden — Schwanensagen; — uberall erscheint er als der Trager edler Priuzipien, als der Held grotzer Thaten. Kennt der Sudlander auch nicht dieses Ver-dienst als Friihlingsherold bci dem Schwane, so weih er doch alle seine guten Eigenschaften voll-kommen zu wiirdigen uud zu fchatzeu. Seine imponirende Gestalt, seine Kraft und Starke, der Adel und die aristokratifche Wiirde seiner Bewegungen hat ihm von jeher die Bewun-derung der Menschen erworben. — Seit Menschen-gedenken wurde er gehegt und gepflcgt, seit Dichter dichten, wurde er verherrlicht und geseiert in Prosa und Gedicht. Jetzt noch iinmer sinden wir ihn in England als „Kingly bird," koniglichen Vogel be- Aequivaleut zuwics, wahrend statt der vom Landc bis-hcr bezogenen Steuerprozente ein 5prozentiger Zu-schlag zur direkten Steuer auf das Land nmgelegt wurde. Im Jahre 1818 erhielt daS Land seine land-ische Vcrfassung wieder, und es tarn die Frage des Provinzialfondes auf dic Tagcsordnung. Nach liingeren Berhandlnngen erfolgte die allerhochste Entschliehung vom 6. Juli 1826, womit die Jnkamerirung des ge-ammtcn Provinzialfondes angeordnet ward, wogegen der Staat die Berichtigung der Zinfen der Doincsti-kalschnld, dann dcs kraincrischcn Zwangsdatlehens aus den Jahren 1805 und 1806, dann 1809 und 1810 die Tilguug der Stratzenkonstruktions-Kapi-talicn, die Kosten fiir Baureparaturen, die Steuern und die Tilgnng der LandesrcquifitionSfordcrungcn aus dem Weinaufschlage ubernahm und den Standen zur Bestreitung der bcitt Lanbe verbleibenden AnS-lagen an Besoldungen, Pcnsioncn unb Extraordina-ricn cine j a h r l i ch e Dotation nach M a h-gabe bes jew eiligen ErforberniffeS auS-zuwerfen fich verpflichtete. Ueber uuausgesetzteReinonstralioiien derSlande besahl der Kaiser Franz mit allerhochster Ent-schliehung vom 3. August 1829 die Riickgabe der dem Lanbe gehorigen Realitaten unb Aktivkapitalien, bie benn auch zuiu grohten Theile erfolgte; bci beren Durchfiihrung hattc ber Bcsitz vom Jahre 1809 als Basis zu bienen (Hoskammer-Dekret vom 22/9. 1832) und war der 29. August des JahreS 1829 als Terminus -> quo hinsichtlich dcr Bcrcchnung an-zunchmcn. (Allerhochste Entfchlietzung vom 16/1. 1841). Endlich setzte die allerhochste Entfchliehung vom 2. September 1841 fest, batz „die Riickgabe dieser BermogenSbcstandlheile ungeschrnalert ohne Gegcn-rechnnng alterer ararischer Forderungen stattzusinden und es von einer die Vergangenheit betrestenden AuS-gleichnng der diutzungen und Zinsen mit der den Standen fiir diefe Zeit aus dcm Staatsfchatze verab-reichten Dotation abzukonimen Habe. Die weiteren Anfpriiche der Stiiude auf Riick- gabe: 1. des Bezugcs dcr Stcuerperzente; 2. des Weindaz-Aeciuivalentes; 3. des Mitteldings-Aequivalentes; 4. dcs Mnsik-Jmpost-GcsallcS; 5. best Stratzen - Konstruktions - Gcfallcs wurden zuriickgcwiescn (allerhochste Entschliehung vom 14/5. 1844, 18/4. 1843, 5/12. 1846). Als nun 1861 die neue Landcsverfassung in das Leben trat, nahm der Landtag bcziehungswcifc dcr LandeSausfchuh die Frage wegen Riicketstattung des intamcrirten Provinzialfondes wieder auf, und der letztere wendete sich unterm 8. April 1865, Zahl 17.043—629, mit einer Eingabe an daS Fiuanz- zeichnct , der seit Edward IV. (1460) unter schutzcnbcn Gcsetzcn steht, hente noch gibt es dort gcwisse Korporationcn, die befondere Privilegicn besitzen, weil sic die Bewachung halbwilder Schwanc zu bcsorgcn habeu. Vor ungefahr 18 Jahren hattc man bci Stet-tiit ciuctt Schwan gcschosscn, dev bcshalb cin grohcs Aufschcn crrcgtc, rvcil er eine incrkwlirdige Zcich-nnng auf dcm Schnabel trug. — Es stellte sich spatcr heraus, dah diefe Tatowirung das kouigliche Abzeichen war, mit dem man alle Schwane im noch halbfliiggen Zustande markirt, bie auf jenem Theile ber Themse gehalten werben, ber von ber Krone in Ansprnch genommen wurbe und das unter Georg HI. (1760) eingefiihrt wurde. Den Schwanen zu Ehren werden in Schweden alljahrlich, wie in dem alten Griechenlaud bei An-kunft dcr Schwalbcu, Volksfcstc gefeiert. Miinzcn und Ordcnszcichcn tragcti das Vild-nih des SchwanS. Erst im Jahre 1843 tourbm von Friedrich Wilhelm IV. von Prcuhcn die Statutcn einer religiose« Gescllschaft mieuert, die 400 Jahre fruher gegriinbet wurbe urtb ber „Orben bes Schwans" heitzt. — In bet ersten Geschichte bes Herzogthums ministeriurn, worin er nach Auseinandersetzung ber Rcchtsanspriiche bes Lanbes schliehlich zu einem Ver-gleichsantrage gelangt, ber weiter iintcn angefuhrt werben wirb. __________________(rfOVtfc(311113 folgt.)____________ Reichsmths-Verhandlungen. Sitzung des Abgeordnetenhauscs vom (1. Februar. Vizcprasident von H o p f e n criiffnete bie Sitzung nach 11 Uhr und theilte mit, datz bei der tit ber letztcit Sitzung erfolgten Wahl zweier Mitzlieder in den Staatsgerichtsh^s nur Dr. Anton Riehl, ehemaliger ReichsrathsWtzordneter, die Majoritcit erhalten Habe, daher cine mid)roal)l ftnttfinben werde, welche bemt auch sosort vorgenommen wurde. Bei bent ersten und zweiten Wahlgange fonnte abermals feiite absolute Majoritcit crjielt werden, bis bei der engeren Wahl zwischen Dr. Felder und Dr. Fischhof, ersterer mit 62 Stimmen Pwahlt wurde, wahrend Dr. Fischhof 60 Stimmeit erhielt. Dr. Kaiser reserirte scbaitit iiber die Vorlage, betreffend das Gesetz iiber bie Erfordcrnifse dcr Exc-kutionsfahigkeit der vvn Vertrciuensmaitnerit aus der Gemeinde abgeschlossenen Vergleiche und iiber die von denselben zu entrichiendeu Gebiihreu. Das Gesetz wurde in zweiter und dritter Lesung angenommen. Schlietzlich folgten noch Berichte bes Petitions« ausschnsses. Vor Schlutz der Sitzung beantworiete Ackerbaumiuister Graf Potočki bie im Dezember vorigeu Jahres an ihn gerichieie Interpellation wegen Uebergabe der lanbwirthschaftlichen Lehranstalt in Uit-garisch-Altenburg an bie ungarische Regierung dahin, dah die Anstalt gemcitz ihrer Stiftungsurkunde an Ungarn iiber Berlangen iibergeben wurbe 1111b er bereits Sorge getrageu halie, fiir die diesseitige Reichshiilfte bent Bebiirfnifse nach landwirthschastlichem Unterrichte dutch Errichtung eiiter landwirthschastlicheu Hochschule zu entsprecheu. diachste Sitzung Donnerstag. Zur Jmmunitiit der Bischose. An die Enlscheidungett des obcrstcn GerichtShoss betreffs der Jmmnnitat ber Bifchofe unb ihrer Er-lasse aus Grnnd der Art. Ill unb XIV bes KonkorbatS reiht sich solgctibe, nicht minber michtigc Entschei-bung an, welche die unbeschrankte Giltigkeit des Art. II deS Staatsgrnndgcsctzes vom 21. Dezember 1867 iiber die allgcincinen Nechtc der Stcmtsbiirgcr ansspricht. Dcr Oberste Gerichtshos hat namlich am 5. Jcinner das Urtheil des KreiSgerichtes Fe 1 d-kirch gegen den Redakteur des Vorarlberger Volks-blattes, Weltpriester I. G. Von bank, womit dcr-wegen VergehcnS ber Aufwiegelnng znin Arreste vM einer Wvche verurtheilt wurbe, iiber Berufuug Kleve fpiclt ber Schwan cine grojje Nolle, cs foll namlich ber Sage nach zur Rornerzcit cin weihcr Schwan gefontmen fein, ber an einer silbernen Kette ein Schiss nach sich gczogcn Habe; baraus set eiii bewasfneter Kricger gesprnngen, bessen Nach-kommen bie Bchcrrschcr Klcvcs gcwordcn warcti. — Das ©chlojj zn Kleve, auf welchem ein Schwan als Wctterfahne steht, fiihrt noch jetzt den Namen Schwanenbnrg. Wie poetifch hort sich die altdeutsche Sage von ben Schwanen an, bie iiber die kampfenden Heldcn zichcn, tint btcfelbcn nach Walhalla zu rufcn, unb recht sinnvoll ist bie norbifche Mithe von ben Val-fircn unb Schwancnjungfrauen, bie iiber ben Schlacht-sclbcrn fchwcbcn, tint bas Gcfchick ber Streiter zu bestimmen. Nach einer andern Sage sollcn zwei Schwane den Urdarbrunnen bcwachcn, mit bessen Wasser bie Nornett ben Lebensbauiu dcgichen, ben sic als bie Stiitze ber Welt annchmcn. Jnbicns hochstcr Gott, Brahma, erscheint auf einem Schwane reitenb. In welchem Ansehen enblich ber Schwan bet ben Nomcru stanb, lernen wir am bcsten aus ihrer Gottergeschichtc kennen. Die Diosknren Kastor unb Pollux banfeu ihrc Existcnz einer gottlichen Meta- bet Staatsanwaltschaft gegen das freisprechende Er-kenntnih des tirol-vorarlbcrgifchcn OberlandeSgcrich-tes vollinhaltlich bestatigt. Die dieSfalligen Entschei-dungsgrunde tauten wortlich: „Jn Envagung, dah nach Art. II deS StaatSgrundgesetzeS vom 21 ten Dczcniber 1867 niemandem fiir die vom Strafge-setze verponten Handlnngen eine Jmmunitat znsteht, unb dah, roctin im >. Artikel gesagt toirb, dah gegen bett Bischof Don Linz die Untersuchung aus stras-sechtlichen Griinden cingeleitct rourde und fomit, da iene Berfugung von der richtetlichen Gewalt ans-gcgangen ift, kein anberer als cin in ben Gesetzen vollstandig begrtiudeter Alt voransgesetzt roerden kann, USn roc!m 1 dann die Bemerkung beigegeben wird: " ® das fur cine Regierung, welche einerseits en Bischof vor das roelttiche Amt jitirt und an-werfeits ben Johann Reiner ohne Dispens unb Zakrament traute unb kopulirte," roenn diese Ge- -Atr!*1 *>em' einen offenbar tabelnden und ver- a^ilichen Begriff nach dent Sprachgebrauche in sich |Q||enoen Ausrufe: „WaS ift das fiir eine Regie-vorgefuhrt roerden, so kann dieser Stelle oyl nichts anderes , als die Absicht unterschoben erben, bie Regierung, b. h. bic die Gesetze in Boll-5U9 bringende Staatsgeroalt einer prinzipiellen Ver-jpigung der katholischen Religion und eines willkiir-lchen Borgehens zu beschuldigen. Der Belgrader „Vidovdan" will roissen, dah Griechcnlanb sich bctoaffne unb hunbcrt Kauffahrtei-schiffe fiir KricgSzroecke herrichte. Politische Rundschau. Laibach, 8. Februar, u n g a r i s ch e W a h l e n fcheinen nie ohne GewaltthStigkeitcn vorubergehen zu fonnen. Die rumanische Regierung beantroortet die Interpellation iiber die Abberufung der franzosifchen Mission auSrocichend. Die von Georg Bratiano sodann gcftellte Motion anf den Ausbruck des Bc-bauerns der Kammcr roegen Abberufung ber Mission rourbe angenommcn. Die Extremen stimmtcn bagcgen. Am 6. solite die Grnennung deS Mini« ftcriums, in welches Joan Ghika und Lascar Ca- ................................ Aus drei Wahlbczirken, aus jencn von Waitzcn, Jasz- targi tretcn wiirben, erfotgen. Gleichzeitig wird die Die Nachrichten aus Griechenkand tauten hochst unbeftinmit unb sogar theilroeise wider-Iprechend. Aus atiem scheint nur so Diet hervvrzu-hRifn' ^ ^er ®“n’9 wohl ben Frieben, die Be-vlkerung im ganzen jcboch ben Krieg will, unb dah Qm Hose die cntgegengesctzten Stromnngen sich ein-an^er bekampsen, eine roirfliche Entscheidung jedoch nocq nicht tjerbeigefflhrt ift. In A then — roird aus Paris unterm 6ten ~r' Eelegrafirt — ift uoch immer tein Minifterimn gcbtlbct. Die Slufregung dauert dasclbst fort. Man di D "t' im Fallc Griechcnlanb Sonntags ^klaration noch nicht angenommcn habcn fottte, * am Montag zusammenlieten unb be-ob ®nechenlanb bis zur Bilbung . lmisterinms cine neucrliche Frist gewahrt wuocn jollc. vnr ^Cr bcreitct cin Manifest an das Volk off/ -m°rin 9efQ0t toirb, dah Griechcnlanb, von , n, ,J-‘®4ten verlasscn, fiir ben Augcnblick nach-8C^roui,9cn fei, unb zur Bewahrung ber t)e unb Orbnung aufgeforbert roirb. foln k U ''^taticnifche Korrespondenz" vcriiffcntlicht genbc Dcpcsche aus A then vom 6. d.: Nachdem silb auf fc'ncn Nucktrilt beharrte, toendetc ®iin*9 an Valaoriiis: bie Combination nuinh110 ^kichfalls. Hieranf berief ber Konig Kom-Iin*r.Uto6, Qbci‘ auch beffcn Annaljmc roirb als ,6tW zwcifclhaft betrachtet. toas ?C' *n ber cS dcm Schroanc moglich rourbe, g,Dfl nan dcm Zens verfagte. — Trias PofcibonS mesfo«', 6cr Sigurertonig Ziknus — Tcu-belt 2C‘ IDUrden fammtlich in Schroanc vcrwan-91cm,fia unb als Jupiter in Heftiger Licbe zur retten fen‘6rnnnte, rouhtc fie sich nicht anbers zu abet e89, u'^ die Berroanblung in einen Schwan, fie Wf ihr nichts, Jupiter that basfelbe unb schchkner"^^' ~ Unverwandelt flog er nach gc-in bic ©eftirQt 9c9cn ben ^immet nnb vcrfctztc sich der iftlennt nicht dieses fchone Sternbild in cin Srem v°r!c' °uffallend durch die funs grohen 6041ft • nben Sterne, an einem c .'"^cfsant roirb cs uns baburch, dah Bessel Sterne (Nr. 61) ber Astronom und bie Em? ""'^crg die Parallaxe bestimmte, 13,592.000 desselben von der Sonne mil fernung, >u ^'^ionen Meilen berechuete, eine Ent-der ®cfchtoinh,er.ei7 SutiicElcgung cine Lokomotive mit iweihundcrt 0011 200 Meilen taglich, nahczu fuuonen Jahrc brauchcn rourbe. bereny und Godollo, laufen Nachrichten iiber blutige, angeblich von ber Linkcn angczettctte Schla-gereien cin. In Gobollo rourben zroanzig Schroerverrounbete vom Platzc gebradjt. Derlei ift geroih bebauernSwerth; inbeffen barf man anberfeits nicht auf bie gute Seite ber ungarifchett Wahlen vergeffen, an ben lebhaftcn Anthcil, ben bie Bevol-teruug an benfelben nimint. Konig Georg (von Hannover) foll, roie aus Berlin gemelbet roirb, beabsichtigen, a lic Kapi tali en, welche er in Englanb fliiffig inacheu farm, nach bent Continent, „zur Scfbrberung ber Agitation gegen Prcuhcn", zu zichcn. Vicllcicht cntfallt auch ctroas bacon fiir bie iifterr. Jnbustric, bann konntc man bamit hcrzlich zufricben fcin. Die Bitterkcit zwifchen Prcuhcn unb Frankrcich ift im rafcheii Zunchrncn bc-griffen. Der franzosischc Staatsministcr Rouher ift burch bie letzten Rebcn Bismarck's fehr unau-genehm iibcrrafcht roorben. Die „K6ln. Ztg.," welche ben Wortlaut ber hannovcr'schcn Rebe bes prcuhifchcn Ministers brachte, rourbe in Paris mit Bcschlag belegt und man fagt, ber franziififche Gc-fandlc in Berlin Habe iiber bicfen Gegenstanb cine fehr tebhafte Unterrebung mit dem Grafcn Bismarck gchabt. Die Abberufung ber franzosifchen MilitSr-Kommifion aus Buka rest ift in Folgc perfonlichcr Initiative des KaiferS erfolgt, nachdem prcuhifchc dutriguen cin ferntrcs Verblci-bcn bcrfclben nnmSglich machten. Man vcrsichcrt, bicfer Zwifchenfall Habe feinc geringe Verstim-muug hcrvorgebracht. Die „Turquic" vcroffcntlicht ben Wortlaut eines otto man ischcn N ationalitaten-G c-sctzcs. Nach einer rocsentlichcn Bcstimmung bcS-felbcn kann jeder ottomanifche Uiiterthan sich im Auslandc naturalifiren toffen, ber burch eine kaiser-lichc Jrabc aus dcm tiirtischen Unterthancnverbanbe entlaffen rourbe. Erfolgt bie Naturalisation im Auslanbc ohne kaiscrliche Ermachtigung, so toirb jebe auf tiirfifchem Gebiete toohnenbe Person bis zur Konstatiruug ihrer anberweitigen Nationalitat als ottomanifcher Unterthan angefehen. Scit einigen Tagcu totpoitirt man, roie bie „Pr." berichtet, in Wiener Finanzklcisen ein angeblich von Ruhtanb auSgeheubeS, aber noch ge-hcimgehaltknes Projekl, bem zufolge bie Pforic, nachbem ihren ReUamationeit gegen Griechcnlanb Geniige geleistet roorben ware, ai:0 eigcner Initiative bie J nfcl Krela gegen eme von ben iibrigen Parifcr Bcrtragsmachtcn solibausch zu garantirenbe iSnlichabigungesuniine an Gricchenlanb zebiien solite. Es wcrce hcroorgchoben, bay biefe Mahregel ber Psorte die zum Aitsbau ihres groheu Eisenbahnnetzes erfordcrlichen Gelduiitlcl, dcicu Hcrbeischaffnng fo grvhen Schroieiigteitcn begegnct, oerfchaffcn, ihre Finanzcn foufotibiren unb iibcrfeies ber (Srhattung bes FricbenS im Orient erne neue Gcroahr bicten lv'irbc. Es roirb hiuzugeftigt, bah dieses Projekt ootlaufig ben aubern Kabineten tonfibcntiell mit getheilt roorben jei. So met roir roiffcn, ift bits in Wien nicht gcschchen. Der Belgraber „Jcbinstvo" crklart die Nach richt ber Berliner..Zeibler'fche Corresponbenz" iiber ein angcbliches Einvcrstanbuih ScrbicnS mit Un gam zum Zroccke der Reiutegrirung des ferbifchen ! Konigrcichcs mit BoSnien, Herzegoroina unb Alt-fcrbien fiir unbegrtinbet. J» Bclgrab fei immer ber Gcdankc vorhcrrschend, ber Orient folle burch sich selbst rcgcnerirt rocibcn. Die Einrnischung einer ' frcmben Macht zoge bie ©nmifchung einer anberen nach sich, rooranf Serbien nie eingehen bflrftc, Kammcrauflosung fiir bevorstchend gehattcn. Zur Tagesgeschichte. — Aus Wieliczka fontmen sehr bit st e re Nachrichten. In Fvlge elites Bruches an ber Dampfmafchine, welche die trtiftigften Pumpen trieb, ftcigt das Wasser mit groher Rapiditat und mit bent-fctben auch b;e Nathlosigkeit der „Bewaltigu»gsorgaue." Minifteriatrath v. .‘pingeitau hat sich, roie man wetter rnelbet, feit einigen Tagen ganz in fein Bureau znriick-gezegen. — Die Ofner Stadthauptinanufchaft hat in der Nacht auf Dienstag einen sbrmlicheit Menschen-Handel entdeckt, roelcher durch mehrere Wienerinnen ausgefuhrt rourbe. Diese nanilich loctten leichtfertige Franenzintnier auf eigeite Kosten von Wien nach Ungarn hinab und verfauften biefe bann im Akkord-toege, so roie man aitbere Waare verkauft, an Prosti-tutionshciuser. In bem letzten Transport, roelcher aiv langte, befaitben sich 13 Madchen. Eine aus bem Konfortinm bicfer Speknlantinnen ift mit einigen Madchen fliichtig geroorben, urn letztere nach Alexan-brien zu Uberfithren. Doch hat bie Ofner Stabthaupt-maunfchaft zu bereit Berfolgung bie umfaffenbften Mahregeln eingeleitet unb biirfteit bie Fliichtlinge be-reits von ber Triester Polizei festgenoninien roorben fein. — Konig Biktor Emanuel ift, mie aus Florenz berichtet roirb, in einer fcrtroahreuben frank-hasten Aufregung. Er fchtaft, ohne sich zit entfleiben, auf einem Lehnstuhle fitzenb unb laht fid), fobalb er eine Stunbe gefchlafen hat, aufroecfeu, geht bann lau-gere Zeit tut Zimmer in hochster Unruhe auf ititb ab, uni fptiter von neuem eine ©tuitbe fchlafeit zn konnen. Er laht sich bantt roiebet roecken, unb bie Zimmer-jrontenabe beginnt abermats. Am 6. Iciuner iiberfaut den Konig ein aujjerorbentlich heftigcs Blutbrechen. Am 30. v. $)i. ift ber Konig, von mehrerett Mini* tern begleitet, iiber Foggia nach Neapel zu liiiigerem Anfenthalte gereist, obroohl auf dieser i'inic noch in ben jnngstcn Tagen ber Berkehr burch ganz ungewohn-liche Schneefcille unterbrochen war. (Sine katholische Ehe allcnicncfter Art. Ans Spital (Karnten), 1. Februar, roirb bem „Wr. Tgbl." gefchrieben: Eine Hochzeitsfeierlichkeit ganz eigcnthiimiicher Art faitb ant 26. Janner in ber Pfarre Siferegg in Karnten statt. Beibe Brantlente gehoren bem katholischen Mins an. Der Briiutigam, ini stellnngspftichtigen Alter, beburfte natiirlich zu seiner Berehelichnng ber behbrblichen Beroillignng. Die Ehe war bereits breimal kirchlich aufgebotcit unb ber fiir die Hochzeit anberaumte Tag gekommen, ohne bah bie erfehnte Beroillignng eiulaugte. Attein man rouhte sich auch ohne biefe zu behetfeit. Der stattliche Hoch-zeitszng begab sich in bic Pfarrt'irche zn Liseregg. Der Pfarrer hielt cin gefungeites Amt nub vom Altare aus eine Anrebc, roorin er tut lev anbenn bic vcrsant-meltctt ©laubigcn erntahitte, fein Aergernih barait zn nehtnen, bah bie Hochzeit roegen noch nicht ciugelaitgter bchorblichcr Beroillignng ohtte fitrchlichc Einfegnung ftattfinbe; fobatb biefe Beroifligung herabgelange, tuerbe bie firchlichc Trauung uachgetrageu roerben. ytach betu Gottesbicnfte ging's znm Hochzeitsniahlc nnb Poller-fchiiffe ucrfiiubeten cs roeithin, bah cin frbhliches Hoch-zeitsgelagc gefeiert roerbe. Wie man eine solche, mit cittern folennett Gottesbieuste inaugurirte SSereiniguitg eigeutlich beuamfeit folly Eine faframentale Ehe ift'8 nicht, eine Zivilehe auch nicht, eine ganz itcite unb eigene Spezies von Ehe, fiir welche bas um das ©eetenheit ber Polfcr Ocstcrrcichs fo beforgte Konkordat nicht fiirgebacht hat. Es fehlt nicht an bos--hasten Leutcn, bie allcrhand Glosfcn dartibcr ntachen, — muh es abcr der Herr Pfarrer nicht besser vcr-stehen, als diese simplen Landleute? Aber auch soust kam noch etwas vor. In seiner Anrede hatte der Herr Pfarrer den svnderbaren Passus einfliehen lassen: toie Christus der Herr und die allerseligste Jungfrau Maria zur Hochzeit zu Kana in Galilaa gekommen feieit, so werde auch er beim Hochzeitsmahle erscheinen. Der Herr Pfarrer hielt auch Wort und fand sich wirklich Nachmittags bei den Hochzeitsgasten cin. ihrem Wendepunkte angelangt und wir wiinschen und hoffen, dah fie recht bald in deu Schatten der Ber gefsenheit zurucktreteu merdcu. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespoudevz. G. 2ScIbcŠ, 2. Februar. (Der Eissport.— Vcrwegene Fahrten. — Znr Grundent-I a ft it n g.) Die eiudriugliche Kalte Hat auch auf den Beldeser See ein blankes Eisfeld gelecjt und die Jugeud beuiitzt weidlich das schliipfrige Parquet. Recht ergoz-lich ist es anzusehen, wie (>—lOjahrige Knaben die Balance auf Schlittfchnhen fucheit, die taunt einer Skizze dieses BergnUgungsmittels nahekommen. Eine Eifenschiene, 'noch hanfiger cine ansgediente Mefferklinge in ein Holzstiick getriebeu, und das Belocipcd fiir den iungcii Recken ist fertig; in knrzer Zeit bewegt er sich auf der Messerschueide mit einer Sicherheit, wie irgend cut qeriebener Politiker oder Diplomat. Und wenn sich die muntern Jungen einmal ins Zeug legen, wenn man sieht, wie fte einer ©char von Seemoven gleich iiber die weite ©isflache dahin segeln, so ficht nns die Lust an, sich ihnen als wirkendes Mitglied anznschliehen. Der vorzeitig eingetretene Witternngs- und Trmpe-raturwechsel diirste jedoch der knrzen Saison des Eis-sportes zn vielseitigem Bedanern bald cm Ende machen. Dkinder crlnstigend ist die Beobachtuug der Kohl-zieher tit der Wocheiu, welche den Schneesrost benutzend, ans den Gebirgswaldern die im Sommer erzengten Kohlenvorrathe jetzt zu That sLrderu. In Sacken ver-wahrt wird die Kohle auf Handfchlttten geladen, nnd nachdem der Kohler darauf Stellung genommen, uber-laht er das Gesahrte auf jaher Bahn seinem natur-(ichen i'aufc, dessen Geschwindigkeit er mit seinen Fiitzen dirigirt. Mit sorglichem Bangen folgt da der Blick dent verwegenen Yettfcr, wenn er neben grausigen Tiefen auf fchmatem Pfade herniederfahrt; aber erstannlich ist seine znversichtliche Ruhe und wnndersam die Geschick-lichkeit, mit welcher er den tiicten ©esahreit anszn-weichen versteht. — Es ist eine Seltenheit zwar, das; einent dieser Seute ein Ungluck roiedersahrt; immerhin aber mag die Frage ertaubt sent, roarum denn fiir solche Transporte tticht wegsamere Fi)rderiingsmittel gesitcht nnd adaptirt werden, nachdem ein erhebticher Theil der Gestehuitgskosten dadnrch bestimmt wird? Bielseitige Ausmerksamkeit erregeit die vor einigen Tageit betrefss der Beldefer Waldmtgen erflcfseiten Cntscheidmtgen der Grundentlastungs-Landeskommission, welche die langwierigen Waldstrcitigkeiten endlich ab-schlietzen nnd eine Rechtsordnnng anbahnen. So viel uns ein sliichtiger Einblick aus den volnminosen Schrist-stucken zn entnehmen geftattete, losen diese Entschei-dnugen die kontroversen Rechtsverhaltnisse von 34 Ort-fchaftett mit nahezu 1200 Porteieit nnd einer Gesammt-area von ungefahr 20.000 Jochen gegeniiber der Herrschast Veldes nnd den freiherrlich Zois'schen Ge-werkschasten. Latzt sich schctt ttach diesen Substrateu die Trag-iceite setter Entscheiduugen ermeffen, so erscheinen nns Werth nnd Bedentung derselben ttach der sozialen und wirthschaftlichen Seite hin von ungleich hoherem Be-lattgc. — Denn ihr Jnhalt gibt Knnde von Fehden und Wirrniffen ganz uugewohulicher Art. In der Natur der Dinge liegt es, das; Bestand und Fort-daner weitverzweigter Gegeusatzlichkeiteu der Streitlust eine gewisse Ko'nsistenz verleihen, den Zinismus der Urtheilsweise uahreu und bezunstigen nnd den Rcchts-sinn der Bevolkernng allmalig desorientireu, insbe-sondere roentt Rechtssragen Gestalt nnd Wesen von J n t e r e s s e n ftreitigfeiteit anttehttteit. Es kann daher tticht besrentden, datz die Wirkuugen und Gegeuwir-hrngeit solcher Zustande, da fie die weitesten Kreife berithren, auch die offtntliche Stimmnng einigermahen verdiistern. Diese leidigen Berhaltnisie find nun an Lokal-Chronik. — (Der Hirtenbries) des hochwurdigcn Fiirstbifchoss Widmer ans Anlatz der naheudeu Fa-stenzeit wurde gefterit in den hiefigen Pfarrkirchen von der Kanzel verlefen. Er geht von den Worten des heiligen Paulus aus: Die Gnade Gottes, tmferes Heilands, ist alleu Bkenschen erfchieueu und lehrt uns, dah wir der Gottlosigkeit nnd dettt weltlicheu Raster eittfageit, sittsam, gerecht und gottselig leben in dieser Welt." Die iveitere Ausfiihrung ist der Grnnduug der katholischeu Kirche durch deu Heilaud und die Apostel gewidmet. Zum Schlusse werdeu den Glciu-bigen die bestehenden Kircheugcbote iiber das eigent-liche Fasten nnd der Entsagung von Fleischspeisen be-kannt gegeben, zn deren Dispeus die Pfarrer und Beichtvater enuachtiget find. — (Todt aufgefitndert.) Gestern Mittag wurde beim „Bairischen Hof" an der Wiener Linie ein Mann, der ait den hiefigen Holzplatzen gewohnlich als Taglohner verwendet wurde, in einem Futtertrichter wdt ansgesnnden. Wahrscheiulich fiet der Uitglitcfliche im Znstand der Trunkenheit voitt Dachboden, wv er sein Lager aufzufchlagen pflegte, in den Fnttertrichter und fand dort feiiten Tod. — (Die Ref ormdes S a n it a t s iv e f ens t it O e st ereich) soll im Ministerium des Jnnern von einer Enqnete von Fachmannern ans allen Landern Oesterreichs deinnachst in Berathung gezogeu werdeu. Aus Kraiu wurde hiezu Dr. Gauster in Stein ein-bernfen. Die Berathnngen werdeu den 22. Februar be-gitrneit. — (DieFaschingsliedertasel des M|att= n e r ch 0 r s) der silh. Gefellschast verspricht, itach den Vorbereitungen zu schlietzen, ein sehr schones Fest zn werdeu. Das Prograntm, vorwiegend humoristisch, enthalt solgendes: ' 1. Marschtter: „Liedessreiheit," Chor. 2. Karneval in Benedig, Burleske fiir SJJtan-iterchor von R. ©etttie. 3. Beit: Schott Rohtraut, Chor. 4. Die Gerneiuderathswahl vou C. Knntze, Mauuerquartett. 5. Deklautatiou, gesprocheu vou Hernt Moser, Mitglied der landschastlichen Buhue. 6. Die alte Leier, kontischer Chor von Koch. 7. Potpourri fiir Kinderinstrumeute. 8. „An der schonen blanen Donan," Walzer vou Strauh. 9iach der Abwickluug des Programms sollen, so raunett mis verirante Per-soneu in's Ohr, die Ranme der Schiehstatte deu Jiingern und Jiingerinnen Terpsichoren's, der soeben auf der 'Flucht befiudlicheu Gottiu, zur Disposition ftehen, falls felbe Lust dazn verspuren. Das Prograntm beginut prazise 8 Uhr. — (Ball ch r o it i k.) Der Haudluugsball, welcher am verflofsenen SamStage in den Lokalitaten des Kastno abgehaltcn wurde, sicl sehr glanzend ans. Es diirsten iiber 400 Persouett theilgeuomnteit haben, die Tanzlnst lies; selbst den kiihnsten Ausorderuugen nichts zu wiinschen tibrig, das Arrangement war ein vor-tressliches. Der heutige Kasinoball beschlieht die Reihe der grohen Ballseste nnd verspricht, wie wir von allen Seiten Horen, der animirteste und besuchteste aller seiner Borgcinger zu werden. — (Friihlingsanzeichen.) Bereits am 5. Februar zeigten sich an sonnigen Stellen die ersten Bliithen des Friihlingssafrans (Crocus vcrnus), auch der gemeine Hufiattich (Tussilago farfani) hat seine goldgelben Bliithenkopschen entwickelt. Die Schwarz-erle (Alnus incana) beginnt zu staubeu. Der Buch-fiitf lahi seine ersten Uebungsstrvsen ertonen; die Dohlen machen allabendlich nnter lebhastem Larm in grohen Schaaren ihre Exkurse in den Liifteu; einzelne Feldlerchen wnrden bereits gefchen, auch die Riugel-tautie hat sich eiugefundeu. Bor kurzem wnrde in der Ncihe Laibachs sugar ein jnitgcr graner Reiher erlcgt, wahrfcheinlich ein Siachziigler, der htcr an offenen Onellen den Winter znbrachte, wo auch andere Zngvogel, als z. B. Waldfchuepseu, dann mid roann in uttferen Gegeuden zu iiberwintern pslegen. — (Di-e Kuitfurrentcu tint die Laibach - Villacher Bahn.) Die „Preffe" mcldet: Unt die Kouzession dieser Linie haben sich bis jetzt die Bauuuternehmer Klein mit der Kreditanstalt und neben ihnen die Rndolssbahn beworben. Nuitntehr ist von einer dritteit Konknrrenz die Rede. Wir ver-nehmen, dah die Siidbahngesellschast, der das Bor-recht auf den Bau zusteht, denselben im Bereine mit der iteu gegriindeteu sranko-ijsterreichischen Bank iiber-nehmen wolle._______________________________________ Witterung. Laibach, S. Februar. Morgennebcl mit starkem Reif. Heiterer, sonniger Tag, windstill. War me: Morgens 6 Uhr — 1.9", Nachm. 2 Uhr + 0.8" (1868 + 4.5°, 1867 + 2.V). Barometer im fallen 328.25'". DaS ejefirige Tagesrnittel der Warme -s- 2.9", urn 3.2" iiber deni Normale.____________________ Angekommene Frcmde. Am 7. Februar. Sta«lt Wien. Guttmaun, Kaufm., Wien. — Deutsch-lander, Kaufm., Wieu. — Rok, Kaufm., Wieu. — Podboj, k. k. Beamte, Tresfeu. Elel'ant. Wurm, Kiirschuernieister, Pest. — Modic, Besitzer, 4!adinanusdorf. — Hardtmuth, Pretzburg. — Taucer, Pfarrer, Uuterkrain. - Brcuer, Handelsm., Wieu. — Scheriov, Bkamte, Jdria. — Fleischmami, Kaufm., Treviso. — Traffer, Reisender, Graz. - - Ullmann, Kaufm., Wien. - Grafin be Cambi, Triest. — Ritter! Kaufm., Graz._____________________________________________ Verstorbene. Den 5. Februar. Helena Rode, Jnwohnerswitwe, alt 74 Jahre, in der Stadt 'Nr. 193 an der Lungentahmnng. Den 6. Februar. Maria Lunar, Jnstitutsariue, alt 84 Jahre, in der Stadt Nr. 150, gahe am Schlagfluffe. Den 7. Februar. Dem Johann Potiffef, Maurerpolier, fciit Kind Maria, alt 3'/, Mouate in der St. Petersvor-stadt Nr. 119, am Zehrfieber. - Johann Marn, TaglShner, alt 30 Jahre, in der Kapnzinervorstadt Nr. 85 in F-olge der durch Sturz znfallig erlittenen Berletzun^ — Frau Maria Debeuc, Hansbesitzerin, alt 78 Jahre, tit der Gra-dischavorstadt Nr. 62 an der Anszehrnng. Gedenktafel iiber die am 9. Februar 1869 stattsindenden Lizitationen. 1. Feilb., JancZic'sche Real., Wippach, 1380 fl., B(S. Wippach. — 3. Feilb., Achlin'fckie Real., St. Marein, BG. Laibach. — 2. Feilb., Strupi'sche Real., Rupa, 1760 fl., BG. Krainburg. — 3. Feilb., Kastelc'sche Real., Fetdsberg, BG. Sittich. Erledigungcn: Rathsstelle beim Laiidesgerichte Graz. 1470 fl. Bis 15. Februar beim Landesger. Prttf. Graz. —— Henie: Hutmacher unit Strumpswirker. Posse mit Gesang in 2 Aufziigen von Friedrich Hopp. Wiener BSrse vom «. Februar. Staatsfonds. Geld Ware 5perc. osterr. Wayr. . 58.80 58.90 dto. v. 1. 1866 . - 63.40 63.50 dto. Rente, ost. Pap. 61.90 61.62 dto. dto. vft.in Silb. 66.90 67.- 2o[e von 1854 . . . 89.75 90.25 Lose von i860, ganze Lose von 1860, Fitnft. 97.70 97.80 102.— 102.50 Pramiensch. v. 1864 . 122.70 122.80 Grundentl.-Obl. Steiermark zn 5 pCt. 88.— 89.— Karnten, Krarn n. Kiistenland 5 „ 86.- 94.— Ungarn. . zn5 „ 79.— 79.25 Kroat. u. Slav. 5 „ 78.50 79.— Siebenbitrg. „ 5 „ 74.— 74.50 Aotien. Nationalbank . . . 687.- 688.— Creditanstalt . . . 268.— 266.20 N. o. Escompte-Ges. 732.— 734.— Analo-osterr. Bank . 238.50 239.— Oest. Bodencred.-A. . 248.— 250.- Oest. Hvpoth.-Bank. Steier. EScompt.-Bk. 74.— 230.— 75.- Kais. Ferd.-Nordb. . 2235 2240 Siidbahn-Gesellsch. . 231.50 231.70 Kais. Elisabetb-Bahn. Carl-Lndwig-Bahn 181.— 219.— 181.50 219.50 Siebenb. Eisenbahn 157.50 158.— Kais. Franz-Iosefsb. 167.75 168.— Fttnfl.-Barcser E.-B. Alsold-Finm. Bahn 187.50 188.— 160.50 161.— Ffandbriefe. Nation. L.W. verlosb 95.- 95.25 Ung. Bod.-Creditanst ! 92.75 93.— Allg.ott.Bod.-Credit. dto. in 33J.ritckz. i 107 — 107.50 | 89.75 90.25 Siidb.-Ges. zu 500 Fr. btc. Boris V pCt. Nordb. (100 ft. CM.) Sie6.=S.(200 ft.ii.ro.) Nud°IfSb.(S00st.o.W.) Franz-Jof. (200 ft.©.) Lose. Credit 100 fl. o. W. . Don.-Dampf!ch.-Gef. zu 100 fl. CM. . Triester 100 fl. CM. dto. 50 ft. o.W. . Osener . 40 ft. o.W. Etzterhazy fl. 40 CM. Satin . „ 40 „ „ ) - 40 „ Clary . „ 40 „ St. Genois,, 40 „ Mndischgratz 20 „ Waldstem . 20 „ RudolsS^ist! 10 o.W. Wechsel(3 3Jioit.) AugSb. l00fl.slldd.W. Smntf. 100 ft. „ „ Bonbon 10 Pf. Sterl. Paris 100 Francs Munzen. ffiaii. Aiiinz-Ducaten SO-FrancSstiick. . VereinSthaler . . Silber .... Geld ! Watt 97.50 98.50 111.25 111.50 235.25 236.— 92.75j 93.25 85.75] 80.-- 85.50 86.— 88.40! 89.— 163.25 163,7» 97.— 118.— 57.— 34.— 4L50 35 — 35.— 32.50 21.— 24.50 14.50 15.50 120,— 58.- 35.— 42.50 35.50 36.-33.5» 22.-25.5» 15.- 16.- 100.80 101. 120.80 48.05 5.68 9.66 1.77* 118.50 101.— 101.2» 120.9» 48.1» 5.6» 9.67 1.18 119." Telegraphischer Wechselkours bom 8. Februar, gperz. Rente osterr. Papier 62.30. — 5perz. Rente Lsterr. Silber 67.40. — I860« Staatsanlehen 98.70. Bankaktien 686. — Kreditaktien 271.30. — London 120.7»-— Silber 118.25. — K. k. Dnkaten 5.67. Berleger unb fiir die Redaktion verantwortlich: Ottowar Bamberg. Druck von Igu. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibach.