MARBURGER ZEITUNG ÄMTLICHES OROAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Vtriif IckriftUltaBf Mtttqrf •. 4. Drt«, Nf. f. Nranti Nr. M-IT, IMt, IMI. Ak N Uli ItkIi«!*! wMfettohck df MoigmultaRf. !■ Tonu ■•hlbu) aoBtUltA ItM 1.1t •InichllaBllch (tkoUch «uBar Stmitag) Ist dl« Scbrtftlcltuag nur «of Faniiut Ni. M-tT wralckbu. UsTarUagU Zuichrlfta vudia 19,8 Rp' Pofti«ttiuigttt*babri bat LIafaninff In ttratfbiad niflg'lcb Portoi bat Abbolen In dar GaichlftiiteUe ■lebt rflrkflMandt. Bat ■Imlltcbaa Aafraga tat du Rtckpoite balmlagaa. PoitadMckkont« Wlai Nr, 14.601. ^tM Altralcb durcb Port monatUcb RM 1,10 (alnichl tO.I Rpf PoanaitnngaaabObr) and 3« Rpf Zustell- GatchirUttallaa la QiU, Maifctpiati Nr. 11, Panmf Nr. Ti mi4 !■ Mtan, Unyaftorgaaaa Nr. f. Pammf Ni. M. fabfUu. Iluabiumman wardaa biit gaga Voratniand ung das llnzalprata-i vnd aar Portoautlagen ngaiandat. Nr. 203 —. 83. Jahrgang Marbnrg^Dran» Donnentag, 22. Juli 1943 Einzelpreis 10 Rpf Das Gesetz des Handelns Raum, Zeit und Material als Verbündete der Achse pd Marburg, 21. Juli AU am 8. Juli «in Artllchaf deutsche! Spähtruppunt«rnehm«B dl« lowjatlsche Kriagimaachlnarie In Bewegung setzte, war für dl« «rwartungigeapannte Heimat dar Schlalar «Ines Gehelmniss«! g«-lOftat, daa fOr di« dautacb« H«erfflhrung längat kein Gehelmnla mehr war. Seit Monaten schon hatt« untere Aufklärung festgestellt, dafi dl« Bolichewisten In dem kr«lafÖrmlg«n Fronfbogen tob Kursk «In« Offensiv« gröflten StIIsa Torb«r«t-t«t«n. Hier droht« Ihnen Jederzeit die Oefahr der Umfassung und tob hier aus erhofften sie den Durchstofi zur Rückeroberung der Ukraine, die für sie Ua wortwörtlichen Sinn lebensnotwendig geworden lit Strategischer Zwang und dar Zwang der Versorgungsilcherung diktierte Ihnen das Gesetz des Handeins. Zahlen als B«w«l« Die Sowjets haben durch die Ihnen aufgezwungene Offensive Material retten wollen. Erreicht aber haben sie, daß sie in der nun schon U Tage erbittert geführten Materialschlacht ohnegleichen mehr verloren, als tle zu retten hofften, denn dat gewaltige Vernichtungsringen hat «Ich bis zu den Küsten des Schwarzen Meeres ausgedehnt Um den Kern des Angriffszentruma zu sichern, den sie bereits mit ihren Reserven auffüllen mußten, waren sie genötigt, Entlastungsangriff« zu führen, die von der deutschen Heerführung in Ihre Berechnung einbezogen waren. Sie wurden von der deutachen Abwehr in beispielloser Zähigkeit nicht nur abgeriegelt, aondem gleichzeitig sti vernichtenden Gegen-Schlägen benutzt, bei denen sich die Güte der deutschen Waffen, die Vorzüglichkeit der deutschen Ausbildung, vor allem aber die Tapferkeit und Zähigkeit der kämpfenden Truppe aller eingesetzten Waffengattungen in einem Ausmaß bewährt haben, für das die Zahlen des gestrigen Wehrmachtberich-tes der überzeugendste Beweis sind. Raum und Zeit, Faktoren also, die der Feind auf sein Konto verbuchen wollte, sind zu Verbündeten Deutschlands und der Achse geworden. Der geschützte Raum Europas sichert die Ernährung des Kontinents, er stellt die Menschen und die Rohstoffe für unsere Waffenschmieden. Die Zelt aber, von der der Feind lu Beginn des Krieges so viel erhoffte, arbeitet — wie seine Militärs wiederholt feststellten — gleichfalls gegen ihn Die Kämpf« im Mittelmeer sind dafür ein sichtbarer Beweis. Sizilien als Beispiel Wir haben nicht nötig, ihre Schwcre und ihre Bedeutung zu verkleinern. W^s tich hier auf Sizilien und im Mittelmeerraum abspielt, ist gewiß kein nebensächliches Geschehen im Gesämt-rahmen des Krieges Aber der eigentliche Kampf wird immer noch an der Peripherie des europäischen Raumes geführt. In einem mühsamen, an Material und Menschen überaus verlustreichen Kampf, muß der Feind sich an die entscheidenden Stellungen der Achsenmächte heranarbeiten, immer abhängig vom Nachschub auf den dilrrh Flieger, Unterseeboot« und Sciinellboote gefähr-rlelen Transportlinien. Die in den letzten Tagen und gestern mitgeteilten Versen- kungszahlen der f«lndHch«b tandungs-flotte, der Schlag der deutschen Bomber auf die Transporter vor Malta und der des Schnellbootverbandes auf die feindlichen Zerstörer Im Hafen von Syrakus geben ein Bild von der anderen Form des Materialkrieges, der ähnlich wie der im Osten auf die Abnutzung der feindlichen Kriegsmittel und auf die Gewin* nung von Zeit hinausgeht. Gedrängt durch den Zwang, Entschei- dungen h«rb«lxufflhren, lit der Qegner bisher in einem unübertroffenen« Verschleiß von Menschen und Matertal gezwungen, indessen große deutsch« Arm««n noch Gewehr bei Fuß itehen und Ta/g fltr Tag dl« gesamt« europäisch« Kri«gswlrtschaft ihr« Leistungsfähigkeit steigert, um nach dem hinhaltenden Kampfe Ihre Vernichtungsschläge zu führen in der Stunde, die der Freiheit unseres Handels vorbehalten bleibt Kroatiens Ringen Im Kampf mit dem grandsitzUchen Feind seiner Freiheit VoB Dr. M11«b Blaz«kovic Agram, Im Juli Das kroatisch« Volk kämpft gegen den Bolschewismus weil dieser ein Feind der kroatischen staatlichen Unabhängigkeit und ein grundsätzlicher Feind aller Jener Traditionen und geistigen Güter ist, welche der kroatischen Nation den Üstorlschen Sinn und Inhalt geben. Das kroatisch« Volk Ist «in kleines Bauernvolk, das durch seine ganze tausendjährige Geschichte schwer gekämpft hat für seinen unabhängigen Staat — für seine Existenz. Im sofortigen Gegenstoss bereinigt In Oatsizilien ieindlicha An^rüfe abgescbla^ — AbschuBzahlen Ton 14 Tagen; 4827 Panzer, 2201 Gescbfitse, 2344 Flugzeuge und 1088 Graoatwerier Fährerhauptquartier, 21. Juli Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Mius- und am mittleren Donez versuchte der Feind auch gestern mit starken Infanterie- und Panzerkräften unser« Abwehrfront vergeblich 2U durchbrechen. Heftige feindliche Angriffe und Vorstöße wechselten mit eigenen Gegenangriffen. Die Kampfe dauern an. Auch Im Raum von Orel nahm vor allem östlich und nördlich der Stadt die schwere Abwehrschlacht ihren Fortgang. Im südlichen Teil dieses Fronlabschnittes wurden auf breiter Front Vorgetragene Angriffe der Sowjets blutig abgeschlagen, örtliche Einbrüche abgeriegelt. Am gestrigen Tage vernichteten unsere Truppen 133 Sowjetpanzer In der Zelt vom 5. bis 19. Juli wurden in den harten Angriffs- und Abwehrkämp-fen an der Ostfront 45 172 Gefangene eingebracht, 4827 Panzer durch Verbünde des Heeres, der Waffen-#f und FlakartiU Icrl« der Luftwaffe abgeschossen und mehrere hundert weitere Sowjetpanzer durch.fliegende Verbände der Luftwaffe vernichtet Außerdem wurden 2201 Geschütze sowie 1080 Granrttwerfer erbeu-tety oder vernichtet In der gleichen Zeit wurden 2344 Sowietflugzeuge abgeschossen. ' Im Schwarzen Meer versenkte ein deutsches Unterseeboot einen Prachter von 2000 brt und in Her Kronstadt-t^urht wurde durch Küstenbatterien der Kriegsmarine ein Schleppzug In Brand gesrhrts-sen Mit seiner Vernichtung k.inn gerechnet werden. Unter dem Schutz dichten Nebels unternahm der Feind in der Nacht zum 20. Juli mit stärkeren Kräften einen Lan-dungsver'such an der nordnorwegischen Küste bei Vardoe. Im sofort einsetzen- den lusammengefafiten Feuer aller zur Verteidigung der Küste eingesetzten Einheiten des Heere«, der Kriegsmarine und der Luftwaffe brach das Landungsunternehmen des Feindes völlig zusammen, Der Gegner mufite sich unter Verlusten in dichtem Nebel zurückziehen. Im Westabschnitt der sizillschen Front führten deutsch-Italienische Kampfgruppen vom Feinde ungehindert die befohlenen Bewegungen planmäßig durch. Im Ostnbschnitt wurden zahlreiche Angriffe britischer Truppen abgewiesen und örtliche Einbrüche im sofortigen Gegenstoß bereinigt. Im Kampf gegen die feindliche Transportflotte wurden auch gestern wieder gute Erfolge erzielt Bei dem schon gemeldeten Angriff eines Verbandes schwerer deutscher Kampfflugzeug« auf Malta in der Nacht zum 20. Juli wurden Anlagen des Hafens La Valetta In Brand geworfen und Bombentreffer auf lieben großen feindlichen Transportschiffen, von denen mindestens zwei als vernichtet unzusehen sind, erzielt. Ein deutscher Schnellbootverband führte ein« nächtliche Unternehmung gegen den vom Feind besetzten Hafen Syrakus durch und vernichtete in Gber-raschendem Angriff zwei Zerstörer und einen Dampfer von 3000 brt. Ein weiteres großes Schiff wurde durch Torpedotreffer schwer beschädigt. Panzersterben auch auf Sizilien Eriolgreiche Luftangriiie auf Malta und Augusta Rom, 21. Juli Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Im mittleren Abschnitt der slzilischen Front räumten di« Achsentruppen nach schweren Kämpfen Caltanisetta und Enna \ind besetzten neue Stellungen. Vom 10. bis 20. Juli wurden 228 feindliche Panzer zerstört und etwa hundert beschädigt außer den vielen Panzern, die der Feind wahrend der Landeoperationen verlor. Flugzeuge unseres 3. Kampfsturmes führten einen kühnen Angriff auf den Hafen von Augusta durch, wo ein Handelsschiff großer Tonnage und ein Transporter sciiwer getroffen wurden. Zwei feindliche Flugzeuge wurde« im Luft- kampf abgeschossen. Drei unserer Flugzeuge kehrten nicht zurück. Schwer« deutsche Bomber griffen la der Nacht zum 20. Juli den Hafen von Malta an. Die Hafenanlagen und sieben Handelsschiffe wurden getroffen. Zwei der Handelsschiff« sind als versenkt anzusehen. Deutsch« Schnellboote versenkten In den Gewässern von Sizilien zwei Zerstörer und einen Dampfer von 3000 brt, außerdem torpedierten sie ein Handelsschiff mittlerer Größe. Alle Einheiten kehrten zu ihrem Stützpunkt zurück. Feindliche Angriffe auf Neapel und Orte In Kampanien, Kalabrien und Sardinien verursachten geringe Schäden und wenig Opfer. Die Flak schoß zwei Flugzeuge bei Neapel, eines in der Nähe von Palermo und eines In der Umgebung von Da Cimo (Provinz Cagliari) ab. Sie rühmen sich und sind gerichtet Wir lassen Freund, Feind and Neutrale zum Angriff auf Rom sprechen Marburg, 21. Juli Wir lassen im folgenden nur Stimmen ausländischer Blätter sprechen. Zuerst zwei Auslasbungen der Briten. Die eine erschien am 6. Juli, also etwa zwei Wochen vor dem Angriff auf die ewige Stadl. Sie zeigt die hemmungslose Bestialität und den Ungeist der Insel, der sich in diesen Tagen austobte, die zweite Auslassung ist gemacht worden, nachdem die Bomben auf geheiligte Stätten gefallen waren. Sie fügt zum Hohn die Heuchelei. Es schließen sich an Presse-stlmmen aus Italien, befreundeten und neutralen Ländern, die das Urteil jener wiedergaben, denen Mord Mord und Barbarei Bdrbarel bleibt. »Wir hal-on immer gefunden, das Rom PK Attfnihniei Krti^uhcUclilcr Schelflai Vor der Hauptkampflinie Uimnterbrochen, Tag und Nacht, muß er kampfbereit sein und in den Pausen ^ dürfen die feindlichen Stellungen keinen Augenblick unbeobachtet bleiben mit seinen bombastischen Bauten, seinem Forum, dem König-Emanuel-Denkmal, den Trlumphstraßen un4 Triumphbögen bedrückt. Wenn all diese Monument« der eroberungslüstigen Cäsaren uver-sehrt bleiben sollen, wird In Zukunft der Wunsch nie «nden, daß sie stehenbleiben und wieder zur Bedeutung kommen. Wir würden in London sehr viel besser fahren ohne diese extravaganten Erinnerungsstücke. Und es würde, auch für sie viel besser sein, wenn sie aus Rom verschwinden.» London: Daily Scttch, 14 Tagt vor dtm Ttrrorangriff aal Rom. General Mont Gomery (der Befehlshaber der Mordflieger) Ist einer der größten Christen unsere: Zeit. Als er daa Kommando der 8. Armee In Nordafrika übernahm, hatte er zu seinen Offizieren gesagt: »Ich lese täglich die Bibel und rate ihnen, das gleiche zu tun«. Londoner Nachrlchlendltnai nach dem Angriff auf Rom. Das barbarische Bombardement Roms ist das Eingeständnis von zwei Wahnsinnigen, die noch wenige Tage zuvor an das italienische Volk jene »Botschaft« richteten, die sie nicht einmal an einen Negerstamm hätten richten sollen. Man muß zu dem Schluß kommen, daß uivsere Feinde geistlose Tiere sind. Der ruchlose Angriff, dessen Urheber noch durch Jahrhunderte unter dem Gewicht der Schande zu leiden haben werden, sollte der be-'üchtigte »Stockhieb auf die Knippe des sogenannten Italienischen Esels« sein, nachdem die nicht weniger berüchtigte Zuckerrübe ihre Wirkung verfehlt hatte. Mailand; Popoto d'Ualia. Stalin muß di© Nachricht von der Bombardierung Roms mit großer Freude aufgenommen haben, da sie für ihn den Wert eines Symbols hatte. Wenn die sowjatlsrhe Luftwaffe Rom bombardiert liätte, so mußte man das als logisch emplinden. Buhartil: Curenlul, Nach dem bolschewistischen Verbrechen von Katyn und Winniza kommt nun der Terrorangriff auf die historische Stadt Rom, ausgeübt von den Verbündeten der Sowjets. Rom gehört nicht nur Italien, es Ist die Stadt der ellgemoinen menschlichen Kultur und Zivilisation. England und die USA führen den Krieg auf eine tückische und barbarische Art. Sie zerstörten Kunstdenkmäler, die der garuen Kulturwelt gehören. Sofia: Dntt. Die Weltgeschichte wird e« aufzeichnen, daß gerade die Anglo-Amerikaner, die mit schauderhaft schönen Schlagworten den blutigsten aller Kriege vom Zaune gebrochen haben, dde Helligkeit nicht achten. Die Weltgeschichte wird diese Untat aufzeichnen und nicht verzeihen ebenso wenig wie Irgendein Christ auf dieser Weit diese Geste jemals vergessen wird. Budapttt.' Ui Magyar tag. Was macht es schon den Finanzleuten der City und Wallstreet, den Juden aus dem Ghetto aus, wenn eine unschuldige Bevölkerung hingemordet und die ehrwürdigsten Denkmäler der europäischen Zivilisation zerstört werden? Das wesentliche ist, in allen Staaten des Kontinents die Tyrannei der Geldwechsler wieder herzustellen. Pari»; PtW Pariaitn. Der amerikanische Präsident der heute in seinen Botschaften behauptet, die Welt »vor den Mächten des Bösen« behüten zu wollen, hat während des spanischen Bürgerkrieges keinen Finger gegen die »Mächte des Bösen« gerührt, und auch die sowjetischen Massaker an den polnischen OHizleren haben ihm kein Wort der Entrüstung entlockt Paria: Matin. Das britisch-amerikanische Oberkommando und die Regierungen in London und Washington haben durch diesen Angriff eine Tat vollbracht, die nicht nur von allen wohlgesinnten Menschen als Schande empfunden wird, sondern vielen Blinden, die sich noch bis jetzt durch schöne Lügen hatten irreführen lassen, die Augen öffnen wird. Brüaaeli Volk fn Siaai, Dieser Kampf ist nicht neu. Für seinen unabhängigen Staat hat das kroatisch« Volk gegen Byzanz und die Sarazenen, gegen Pranken und Venedig, gegen Madjaren, Osmanen, Tataren und di« Habsburger 'ind In der letzten entscheidenden Pli gegen die serbiscba Vorherrschaft (joicämpft. In diesem schick-salsschwrren Kampf gegen oft weit übermächtige Gegner hat das kroatische Volk ausscharrt und sich erhalten, nur dank seiner enormen moralischen Kraft, dank seinem Glauben an sich selbst. Dieser Glaub« geht aus seiner völkischen Eigenart hervor. Diese geiitig« Kraft ist in kroatischen Traditionen erhalten und Oberliefert. Achtung des Menschen als Ebenbild Gottes, Hoch-schätzimg der geistigen Werte als naturgegebenes Gesetz, Tapferkeit, FielO und Streben nach allen höheren Werten — das Ist die Charakteristik der kroatischen Volkskraft und seines historischen Daseins überhaupt, • Abgelehn t« Losung Wenn die Kroaten von Anfang an gegen den Bolschewismus kämpfen, so geschieht es deswegen, well die materialistischen Auffassungen des Bolschewismus eine glatte Verneinung aller dieser moralischen und materiellen Werte lind. Die kroatische Weltanschauung läßt sich nicht mit einer Theorie und Praxis in Einklang bringen, welche Gott, persönliche Freiheit Menscbenehr«, Familie und Vaterland bekämpfen und verneinen. Di« Bolschewisten versuchten im kroatischen Volk auf zwei Wegen, mit zwei Taktiken Fuß zu fassen: erstens im Namen der sogenannten sozialen Gerechtigkeit, iweitens im Namen der sogenannten ellslawlsrhen Solidarität. Was die soziale Gerechtigkeit in Kroatien anbelangt, so sei hier festgestellt daß der soziale Wille des Ustascha-Kroatien diese Frage gröndlich und allseitig löst und eine soziale Ordnung verwirklicht, indem es allen schaffenden und arbeitenden Söhnen des kroatischen Volkes kulturellen Fortschritt und ökonomischen Wohlstand in größtmöglichem Maß sichert Was nun die allelawlsche Losung anlangt, so wäre zu sagen, daß diese philologische Konstruktion ebenso polltisch unsachlich wie berechnet verführerisch war und Ist. Von der slawischen Solidarität und Sentimentalität haben di« Kroaten Jahrhunderte hindurch nur di« schlimmsten Enttäuschungen erfahren. Wenn nun die Rolschewisten wieder mit dieser alten abgcdroschenen Taktik der allslawischen Sentimentalität anfanqen auf die Kroaten einzuwirken, so mufl man sagen, daß dies eine hoffnungslos verlorene Spekulation ist. Fiktion d«s Panslawlsmus Schon der imperialistische Zarismus, obgleich angeblich national-slawisch, wollte von der staatlichen Unabhängigkeit des von ihm all slawisch angesehenen kroatischen Volkes nichts wissen. Die Kroaten, als Westler, waren dem orthodoxen Imperialismus der Zaren verdächtig und unzuverlässig. Diese .^bnel-gung gecjen den unabhängigen kroatischen Staat kommt das erste Mal zum Ausdruck schon Im P Jahrhundert, als der kroatische Gelehrte und Politiker Juraj Krlzanit nach Sibirien verschickt wird, als er den Versuch macht, die zaristische Politik für die kroatische staatliche Unabhängigkeit zu gewinnen Dieselben Erfahrungen mit dem Zarismus machten die kroatischen Freiheitskämpfer des 19. und 20 Jahrhunderts Eugen Kvaternik, Frano Supllo und Stjepan Radi^. Ihnen allen wurden große Versprechungen gemacht, doch als es darauf ankam, zur Tat zu gehen, hei der Gründung des unabhSnoioen Staates der Kroaten zu helfen, folgte eine glatte Absage. Geschichtliche Lehren Der Östliche Imperialismus glaubte In Serbien einen gefügigen Exponenten und Träger seiner Ziele auf dem Balkan zu haben und bediente sich dessen, wie die Geschichte klar aufweist. Aus dieser Spekulation ergab sich eine für Europa tragische Verwicklung, die sich bis auf die heutigen Tage auswirkt. Denn es ist nicht zu vergessen, daß der Königsmord in Belgrad 1903, der Thronfolgermord in Sarajewo ini4 und der Putsch in Belgrad 1941 nur Folgen des zaristischen brw bolschewistischen Spieles auf dem Balkan sind. Wir hielten es für notwendig, auf dieses Moment aufmerksam zu machen zu einer Zel^, wo die besten Söhne des auferstandenen kroatischen Staates kämpfend an der europäischen Front gegen den Bolschewismus sterben und siegen. Diesen Kampf macht das ganze kroatische Volk mit Begelstenmg mit in der tiefsten Uberzeugung, daß nur der Sieq des Geistes und der höheren moralischen Werfe auch den Sieg des kroatischen Volkes und seines Staates bedeutet Seite 2 * Nr. 203 * DonncrstajJ, 22. JuH MARBURGER ZEITUNG Wall am Fjord | Jäder zcrfetztcn den Bomberverband nncwark In Nlfirw^n^n ^ Feslungswork In Norwegen lertiggestelU Berlin, 21. Juli An der Küste Mlttelnorweqens wurden die Bnicubeilpn an der letzten großen Bjttariestcilung beendet Im verqanqe-ne.n Heiiisl hotten Festungspioniere, dia Orerkennung des Oberbefehls von Tschiingking Im Kampfe gegen Japatj. Die Mitwirkung der kfim-tnunistischen Formationen unter dem Kommando von Tschlfinqkaisrhek sei um so dringlicher, als d'e kommunistische Armee auf 1,2 Millionen Mann angeschwollen Ist, jedoch befanden sich hfK'hs'ena 400 000 im ninsnt?, die übrigen lAqpn weit hinter den Fronten In Reserve und tiedrohen den inneren Frieden, le mehr aus Mnnqel fm Waffen die inne-T^oHtische Auflösung Tichunqking-Chinas fortBchreitot. In großer Höhe flogen die Amerikaner aa — Plötzlich kam Leben b ihre Reihao PK Frankraich, im Juli Am 14. Juli iJrillea — wie |(emcld*t — ' vicrmotoriije amerikanische Bomber die französische Hauptstadt an und setzten durch Bombenterror die französische Zi-vilbevölkeruntf in Schrccken, Nicht weni-{ ]{er als 22 dar an|{reifendcn Bombar, dar* I unter 14 Tiermotorij«, wurden von unseren Jägern und der Flakartillerie abge» I schössen, darunter auch das Flu(>zeu^ ! des amerikanischen Win{|konimandeurs. i V/ir erlebten diese Luftschlacht In der I Nähe der Knnslkdsfe und sahen hier j mehrere ^roße Bomber brennend vom Himmel stürzen. Unsere Focke-Wulf- und Mcsscrschmitt-Jä?{er hatten durch den vorzüglich arbeitenden deutschen Flugmeldedienst wieder rechtzeitig den Anflug des amerikanischen Verbandes erfahren. Kaum hatten sie die französische j Kanalküste übcrflojicn als die amerikanischen Bomher von unseren Jägern heftig angegriffen wurden. An der Spitze der deutschen Jäjjer flog der Gescnwa-derkoinmodore Eichenlanbfril)|er Major Meyer, der an diesem Ta|{e allein zwei Viermotorige abschoß und damit seinen 68. und 69. Luftsieif erzielte. Die Bomber floi^en wieder in sehr großer Höhe und gant eng geschlossen; fast schien es von unten als müßten sie sich gegenseitig mit den Flüchen berühren. Da kam plötzlich Leben in ihre Reihen. Die Abstände zwischen den einzelnen Flugzeugen wurden gröHer jfleicbzcitig bef^annen einiffe der Bomber in schwerfSlligen Kurven in der Luft umherzuschaukeln. Der ganze Haufen geriet in Bewegung und Kog sich • auseinander und winzig klein sahen wir ! zwischen den Bombern unsere schnellen Jär'er herumkurven, Gleich darauf fiel auch schon einer der I an der Spitze fllej^enden Bomber mit lan-I f!cr schwarzer Rauchfahne aus dem Verband heraus und gintt in schrügem Winkel nach unten weg. Er mochte etwa die Hälfte seiner Höhe verloren hnbnn, afs er plötzlich wie ein feuriger Ball glÜ-hendrot am blauen Morgenhimmel stand und Sekunden später fast senkrecht mit {»ew.Tltljter Flamme und einem riesigen Schweif aus schwarzem Qualm lur Erde stOrite. Dat war der «nt« AbschuB in dieser Luftichlicht. Kaum bezeichnete tln riesi|{er Pils aus Ounlm und Staub die Stelle seines Aufschlages, als ein zweiter in der Lnft mit samt seinen eigenen Bomben tzplodierte; ein dritter hatte inzwiachen eine lange grauweiß* Fahne bekommen und itürtte ebenfalls ab, nachdem mehrere Fallschirme sich ge5ffnet hatten. Ein vierter machte auf einem Weizenfeld ein« Notlandung, So waren bereits beim ersten Angriff unserer Jäger innerhalb weniger als fünf Minuten vier der USA-Bomber vom Himmel heruntergeholt. Beim zweiten Angriff wurden'wiederum zwei ftbgeschossea. Die tmerikanlschen Bomber waren inzwischen fiber uns hin-wcggeflogen, weiter und weiter hart bedrängt von unseren Jägern, die unermQd-lich angriffen. Eine Maschine versuchte mit brennendem Motor allein den Rückweg nach England zu finden, fand aber bereits vor Erreichen der Künste ihr Ende in einem Waldstück, in deni*sle brennend aufschlug. Zwei weitere gingen an der Peripherie der französischen Hauptstadt brennend in die Tiefe, Auch auf dem Rflckfhig wurden die IJSA-Bomber unentwegt von unseren Jägern angegriffen und bis auf den Kanal hinaus verfolgt. Kriegsberichter Harry Gehm Die kurzen Hosen und der Koran Eint Sorgenfreie für die fi^yptischen Amtsstuben Ankara, im Juli In Kairo führen die Beamten seit zwei Jahren einen Kampf um das Vorrecht, In den Somirvermonaten in kurzen Hosen zum Dienst kommen zu dürfen. Dae verstößt zwar gegen di« Wohlonständigkeit der Kleidung, die Koran \uul Tradition vorschreiben, aber auch in anderen Mo-delragen ist man ja schon längst über die alte Ordnung hinweggegangen. Im vergan^jenen Jahr wer der Binwand, daB die Vorkämpfer der kurzen Hosen vorbrachten, die Hitze. Es schien eine gute Wirkung zu haben. Wen Verpflegung®- und Munitionskolonnen stellten sich Tag für Tag besondere Hindernisse auch deshalb in den Wog, da die Straßen an vielen Stellen gesprengt oder durch Baumsperren verlegt waren, deren Beseitigung vereinzelte Kommunlstentrripps durch Feuer von den Kuppen der umliegenden Höhen zu stören versuchten. Bei der Säuberunqsaktlon stehen die deutschen und krryntlschen Einheiten immer wieder vor der Aufgabe, einen Geqner zw bekämpfen, der versucht, größere Zusammenstöße zu vermeiden, dafür aber umso häufiger Spähtrupp« und Nachschubkolonnen aus gut getarntem Hinterhalt zu überfallen. Einzehmter-nehmen kleiner Trupps, die zieh gegen zahlenmäßig überlegene Bandengruppen durchzukämpfen habetn, sind die Regel in diesem Einsatz, der von Jedem Mann und Offizier Höchstleistungen ao Umsicht und raecher Erfassung der Lage erfordert. Beispielhaft für das erfolgreiclie Niederkämpfen einer etwa 150 bis 200 Mann starken Terrorgruppe schlug sich eine Radfahrschwadron der Aufklärungsabteilung einer deutsch-kroatischen Division. Sie wurde, als Vorausabteilung eingesetzt, nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Hinterhalt überfallen, wobei sie sich den Feuerstößen mehrerer Maschinengewehre von drei Selten ausgesetzt sah, Mit lautem Ruf »Hurräh' Hurräh!« stürmen die Banditen, von ringsum durch das dichte Buschwerk angreifend, gegen die eingeschlossene Schwadron. Nach mehrstündigem Gefecht, Ihren Gegenangriff aus der Igelstellung an den Höhenrand vortragend, endete der Uberfall mit der Vernichtung der Kommunisten. Drei Maschinengewehre und viele leichtere Waffen fielen unversehrt in die Hilnde der Schwadron, während weiteres Kampfmaterial, größtenteils von geMüchteten Banditen selbst zerstört und liegengelassen, aufgefunden wurde. Kriegsberichter Othmar Merth Auch an der Küste bewährt Ein »Tiger« vernichtet fünf Schiffe ia direktem Betchuß Berlin, 21. Juli In Südsizilien stellten deutsche und itdlienisihe Kcimplgruppen, die bisher durch elastisch geführte Verteldigungs-kämpfe im Vorqelande der Hauptwiderstandslinie dem Feind schwere Verluste beigebracht hatten, die Verbindung mit den Hauptkrrtftpn her. Diese Vortruppen sahen sich in den letzten Tagen vor ungewöhnliche Kampfiiufgahon gestellt und standen am Küstenstrelfen mehrlach Ini Gefecht mit feindlichen Schif/seinhelten. So nahm ein Tiger-Panzer während des feindlichen Landnngsmanövers aus der Deckung elties Olivenhaines heraus feindliche Schiffe in direktem Beschuß unter Feuer. Durch zahlreiche Treffer gelang es dem »Tiger«, vier leindliche Landungsschiffe und eine als Geleitschutz eingesetzte Kriegsschilfseinlieit zu vernichten. Ein Handstreich Ent.schlossene Tat eines Hauptfeldwebels Berlin, 21. Juli Während der heftigen Kämpfe der letzten Tage im Räume von Orel, erhielt der Hauptleldw^bel Niemetz in einer Pünzerjägerabteilung den Auftrag, mit dem vertretungsweise von ihm geführten Zug ein Waldstück vom Feind zu sfiuliern und es gleichzeitig gegen ein nahe gelegenes von bolschewistischen Kräften besetztos Dort zu sichern. übet seinen Auftrag hinaus stieß Niemetz mit zwei Geschützen gegn da« Dorf selbst vor, Unterwegs bat er einen Kompaiiieführer der (utanterislen ihm zwei Gruppen zu unterstellen, da «ein Zug für den geplanten Handstreich nicht stark genug sei Mit dem so verstärkten Zug drang er in da« Dorf ein, kämmte sämtliche Häuser durch und tuhr schließlich mit «einen beiden Geschützen vor einen starken Bunker det Bolschewlsten auf. Nach einigen wohlgezielten Pak-schüflsen kam die vleiköpfi(|e Besatzung fius dem lUinket heraus und ergab sich All der Htiuplfeldwebel bis zum Ende des Dorfes durchgetloßen war, hatte er insgesamt einen sowjetischen Offizier und achtzig Bolschewisten gefangengenommen und darüber hinaus mehrere Manchinpiigewehre, zahlreiche automatische Wahen und drei Feldküchen erbeutet. Damit wurde durch sein entschlossenes Zupacken eine für die Division getrihrliche Flankenbedrohung ausgeschaltet und der planmäßige Fortgang gesichert. Krfegs0ebiet SüdwestpaziÜk Flngzeugverluste der Amerikaner Tokio, 21. Juli Japanische Luftstreitkräfte griffen am Montag die Insel Kdnton (Phönixgruppe) an und verursachten schwere Schäden an militärischen Einrichtungen. Am Sonntag richteten Japanische Marineluftstreitkräfte einen neuen Angriff gegen die Insel Vnnikoro (St. Cruz-Gruppe). Die gemeinsamen Land- und Luftoperationen In der Nahe der Insel Bol-gainville führten zur Vernichtung von 53 feindlichen Flugzpugcn aus einem Verband von 150 Flugzeugen, BLICK NACH SUDOSTEN König Michael verlieh am Dienstag anlußlith des Tages der rumänischen Luftwaife den vor kurzem gestifteten Orden tür Verdienste um die Luftfahrt an nahezu 200 Ingenieure und Arbeiter aus Werken der rumänischen Luftfahrt-und Rüstungsindustrie. I.ockerung der Baueinschrlnknng. Dnt Oberste Versorgungsamt der Slowakei lockerte die Bauvorschriften und bestimmte, daß Bauten, die keine bewirtschafteten Metalle brauchen und bei denen nicht mehr als 1000 Stück gebrannter Ziegel notwendig sind, lediglich die Bewilligung des Gemelnde-notariatsamtes brauchen. Es muß «ich dabei allerdings um Wohnbauten, dringende Ausbesserungsnrbelten, amtlich vorgeschriebene Um- oder Zubauten h.Endeln Hochschule für Gartenbau. In Budapest wird In diesem Herbst eine Hochschute für Garten- und Kleinbau Ihre Tätigkeit aufnehmen. Es Ist die erste Hochschule dieser Art in Ungarn. VeterlnUrabkommen unter Teilnahme Kroatiens, Zwecks Ausrichtung der ge-(fenseitlqen Veterlnärbeziehunqen schloß fler slowakische Staat zwischenstaatliche Veterinärabkommen mit dem Deutschen Reich, tJnqdrn und Kroatien ab. Durch umfassende Veterinäre Maßnahmen ist es gelungen, eine ganze Reihe Seuchen, vor allem die gefährliche Rotzkrankheit bei Pterden, soweit zu bekämpfen, daß diese Seuchen völlig verschwunden sind. Das gilt auch von der gefürchteten Maul- und Klauenseuche und von der Tollwut. Bolgarira alz Baumwollaufffnhrland. In diesem Jahre wird die Elgenerzeu-gung an Baumwolle den Bedarf Bulga-rienf ganz decken. Es il.id jMoch Bestrebungen int Gange, die Erzeugung derart zu erhöhen, daß Bulgarien imstande sein wird, Baumwolle auszuführen. Staubfreie Müllabfuhr In Sofia, Vor einiger Zelt wurde durch die bei der Sofioter Gemeinde organisierte Abteilung »Sauberkeit«, die lieh u. 8. auch mit der Müllabfuhr befaßt, neive Wagen eingeführt, die 80 Prozent staubfrei arbeiteten. Es trafen Jetzt neue Apparate ein, durch deren Anwendung eine völlig staubfreie Müllabfuhr möglich ist. Türkei kauft französische Schiffe^ Die seit einiger Zelt zwischen der französischen und der türkischen Regierung geführten Verhandluntien übt-r den Ankauf von französischen Schiffen durch die türkische Regierung stehen vor dem Abschluß. Die französischen S'~hiffe hatten seiner Zelt in türkischen Hafen Zollucht gesucht. Parfümierte Feldpostbriefe Eintn Brtff in» Ffid zu tehrtibtn, dtj$ isi dit schBntie Äufs«r* pflichiend eine tolche Zwietprache der Herten für Front und Heimat itt. JVjm will et der Zufall, daß ein amerikani-scher Bericht nnt erreicht, der auch dos Thema der Fnnibriefe behandelt und er scheint uns geeignet, von einem tchrin-baren Randgebiete det Kriegsgeschehnnt her, den Gegensatz zweier Welten und ihrer teelitchen Einstellung aufzuzeigen. Wie man in Amtriha dat ganze Leben in eine Schabion* gepreßt hat, wie man schon Romane nach Rezepten labriziert, immer im Hinblick auf die »Mause Mensch», so ist man nun daran gegan-gen, auch eine »Fabrik für Feldpost' briefe» zu errichten Betty Barit, so heißt die Fabrikßründerin, eine ehemalige S/ii-dentin, gibt in ihrer ttoatlich anerkannten »Letten ZG*, also einer Aktien-Ge* tellschaft für Briefe, den Frauen und MHdchen gute Ratschläge, wie tie die »Boys* an der Front anzutprechen hätten. Missit Betty teilt ihre Soldaten in drei Gruppen ein; Ertten»! der »mpfindtame Typ, der Boy, der selten aut seinem häuslichen Heim herauskam und tich nun schwer mit dem Dienst ablindet. Die große Armee verwirre ihn, doch mit eltoas Sympathie sei er tn die richtige Bahn zu leiten. Typ zwei wird als der »gerissene Kerl bezeichnet*, der die leichtsinnigen Mädchen vermitte und vor allem die Gelegenheit, bei Ihnen glänzen ztt können. Einem »gerissenen Kerl* gegenüber brauche man tich nur alt schmissig und charmant zu erweisen. Man tolle ihm über Jazzplaiten und die verrückten Filme berichten und die Phantasie des Soldaten damit immer wteder von neuem an-retfpn, Typ drei Ist der Intellektuelle, der besondert gern mit einem Mädchen über Schopenhauer korrespondier*. (Immerhin bemerkenswert, daß amerikanische Soldaten tich mit einem Philosophen det barbarischen deutschen Volket beschäftigen.) Die geistreichen GlrU w*rd*n aufgefordert, ihre Kollegheft* htrvortuholen und et mit dieten Männern zu versuchen. Einige sehr aufschlußreiche allgemeingültige Raftchläge werden noch erteilt: vor allem nichts Ober den Krieg zu schreiben. Auch di* Anrede: »Ihr lieben, armen Boys* — sei ein* faltch* Auffassung, tadelt Missis Betty. Die Soldaten müßten vielmehr aufgepulvert werden. Und nicht vergessen; verwendet kein par-furniertes Briefpapier. Et würde an der Front wohl zu großen Anstoß erregen! Wahrhaftig, dat lind kSstliche Rat-Schläge. Kann man tich wohl einen grH-ßeren Gegensatz denken als den swl-sehen dem deutschen Mädchen und der deutschen Frau, die ihrem liebsten Menschen einen Gruß der Heimat schickt und den Blauitriimpfen und Flirtmädchen drüben, die Schablonen anfordern, wie der Tüncher, der ein* Wand verzieren will? pd Unsere Kurzmeldungen Der Duce ehrt den gefallenen General Hazon, Der Duce begab sich in Begleitung von Generaloberst Fougier, dem Unterstaatssekretär im Luftfahrtmini-sterium in die Kaserne der Carabinieri-Schüier, um der Leiche des beim Luftangriff auf Rom in treuer Erfüllung seiner Pflicht einer feindlichen Bombe zum Opfer gefallenen Generals der Carabl-nlerl, Hazon. und seines Generalsfabs-chefs, Barengo, die letzte Ehre zu erweisen. Ausspucken wird bestraft. Die Polizei- beamten in Bromberg sind, um die unter den Polen weitverbreitete Unsitte des Ausspuckens in den Straßen und auf den ölfentlichen Plätzen auszumerzen, angewiesen worden. Jeden Übeltäter In Strafe zu nehmen — eine Maßnahme, die auch der Tuberkulosenbekämpfung dient. Frauen springen in die Bresche. Um den durch die Katastrophe der Möhnetalsperre bedrängten Volksgenossen zu hellen, haben die Mitglieder der NS-Frauenschaft von Noheim, Hüsten und Arnsberg in 11000 Arbeitsstunden freiwillig ihre Kräfte eingesetzt. So wie überall im Rurgebiet, wo Britenterror Unglück über die Bevölkerung bringt, waren auch hier die Frauen mit als erste bei der Hand, um entstandene Not zu lindern. Australien rationiert die Butter. In Australien, einem der größten Butter erzeugenden Länder der Welt, das bisher alljährlich beträchtliche Überschüsse zur Verfügung gestellt hatte, mußte die Butter in das Rationierungssystem einbezogen werden. Diese Maßnahme wird damit begründet, England brauche dringend Pett-zufuhren, da seine Wochenration auf 50 Gramm gesunken sei. Sonderbotsrhafter Japans für Burma. Der früher« Botschafter Japans In Paris, Renzo Sawada, ist zum Sonderbotschafter für Burma ernannt worden, um sich mit allen Problemen zu befassen, die mit der Unabhängigkeit Burmas In Verbindung stehen. Diese Ernennung dürfte die Ünahhänglgkeltserklörung Burmas noch welter beschleunigen. Druck 0, Verl«?! Marbiirait Vurlnfli- u. Dnickerrt-Gki m b n — V(>rlagil(ilMing Tnon Bflumgarltipr, llaupl«(hrlfll<'lliinf| Anton Oct«« hrt' k itll« In M.ir-huio /» d Drnii R.irfij.issp 6 Zur Zelt (ftr An7i>ln'"n die l'fcUllilp Nr. 3 vcira 10 April IMT n'ilUfl Aiistill Hr« ülflIlPl bei hrthrrnr Gpwalf oder Rflilnb»»l6iiiiiq ylbt keinen Ansp<>ich niil Rü(k/iihtuii(j dos Deiugv gfidat. ) MARBURGER ZEITUNG Donnerstag, 22. Juli * Nr. 203 * Seite 3 HeituaHUlte JtuudstUou Sdbst ist — das Kind Wir »aßen auf einer Bank im Park — meistens Mütter mit kleinen Kindern. Gerade kam ein kleiner blondlockiger Junge, etwa zwedjährig, den Weg entlanggelaufen, stolperte und fiel auf die Nase. Alle Viere von sich streckend, brach er in jämmerliches Geschrei aus. Dia Mutter, die neben mir auf der Bank taß, blickte von ihrer Strickarbeit hoch und lagtei »Nn Bowa« — nun steh' wieder auf!« Der kleine Lockenkopf aber dachte gamicht daran. Er blieb liegen und brüllte und dachte, es würde schon einer kommen und ihn aufheben. Gerade machte auch eine andere Frau auf unserer Bank Miene dazu. »Das arme Kindt«, sagte sie vorwurfsvoll und wollte dem kleinen Jungen zu Hilfe kommen. Aber die junge Mutter hielt sie fest »Bitte nicht«, sagte sie leise, »er soll allein aufstehen. Denn wenn ich einmal nicht dabei bin, kann er ja auch nicht ewig liegenbleiben!« Voll Spannung sahen wir ru, was 8iseinsatz Fahrrad, das ein Verbrecher vielleicht nicht mehr hatte mitnehmen können, al» er plötzHch aufgespürt worden war. Verschiedene Handschuhpaare lagen dort ausgestellt, die alle irgendwie auf lange Finger gepaßt haben müssen. Und auch sonst sahen die vielen Volksgenossen, die Tag für Tag vor diesem Fenster stehengeblieben waren, noch dies und das. Uber alles hatte die Polizei in großen Lettern geschrieben »Hier spricht die Polizei; Hilf mit«. Wenn unter Tausenden von Menschen, die hier einen Blick in das Fenster geworfen haben, auch nur einer Ist, der das Fahrrad oder seinen Besitzer kennt, oder dem ein Paar der ausgestellten Handschuhe bekannt vorkommt und der von seiner Feststellung der Polizei Mitteilung macht, dann ist schon sehr viel geholfen. Unter Umständen ist eine solche Meldung von ungeheurer Bedeutungl Wie leicht ist es möglich, einen Verbrecherhäuptling auf diese Weise unschädlich zu machen Oder die Spur kann irgendwo hinführen, woran kein Mensch auch nur Im entferntesten gedacht hat. Schtrl-RlIdcrHUntt-M 'Auch Mütter können ruh'g und unbesorgt fhrer Arbelt nachgehen, denn ihre JUngsteti befinden sich in bester Obhut Überreichung von Mutterehrenkreozen In Schflnstcln. Im Rahmen des großen Dienstappells der Ortsqruppe Schönstein wurden wieder dred Ehrenkreuze der deutschen Mutter verliehen und zwar; eine« in Gold an die Kameradin M. Jakl, eines in Silber an die Kameradin A. Paunik und eines in Bronze an die Kameradin I. Dc^bnig. Blitzschlag in SchOnsteln. In Gaberg bei Schönstein hat ein Blitzschlag das Wirtschaftsgebäude des Besitzers Krainz eingeäschert, Das Feuer griff auch auf die in der Nähe stehende Harpfe über Das Vieh konnte noch gerettet werden Nachrichten aus Mureck. Schuldirektor 1. R. Sepp Amschl ist am 17. Juli nach langer Kankheit in Graz gestorben. Einer angesehenen Murecker FamiWe entstammend, war Sepp Amschl als Jugenderzieher vorwiegend in Zeltweq und Eggenberg bei Graz tätig, wo er, durch besondere musikalische Begabung befähigt, als Komponist und Chormeister hervortrat. — Im Rahmen einer KdF Vorstellung bringt die Steirische Volksbühne Mittwoch, den 28. Juli, im Lichtspielsaal die Bauemkomödle von Friedrich Hedler »Der Floh im Ohr« zur Aufführung. — In der Nacht auf den 17. JuU kam der Landwirt N. Kaufmann In Welteisfeld durch unbekannte Diebshände um seinen ganzen Hühnerhestnnd. — Am 18. Juli fand in Anwesenheit des Krelsleiters Schöninger die standesamtliche Trauung des Ordenjunkers, Leutnant der Luftwaffe, Heinz Amschl, mit Fräulein Inge Both statt. Marburger Jugend in Deutschlandsberg Die Sing- und Spielschar des Bannes Marburg-Stadt unter der Leitung des Gefolgschaftsführers Dr. Manfred Kreps bereitete am Samstag auch in Deutschlandsberg einen recht vergnügten Abend. In einem reichhaltigen Programm gab sie Ausschnitte aus Ihrer Arbeit. Nacheinander reihten sich Weisen aus dem reichen Schatz unseres Volksliedgutes, Volkstänze und Jodler. Eine Blaserschar erfreute mit guter Musik Die zahlreichen Volksgenossen belohnten Jungen und Mädel mit reichem Beifall. Morgenfeier in Rohitsch-Sauerbrunn Sonntag, den 18. Juli, veranstaltete die Hitler-Jugend und das KLV-Sommerlagei in Rohitsch-Sauerbrunn vor deiu Kurhuub eine kurze emdrucksvolle Motgenteier unter dem Leitspruch: »Dem Tapieren hilft Gott«. Ein Gebietsmusikzuy aus dem Westen des Reiches spielte unter der Leitung des Hauptgefolgschatts-führers Frambach die Festmusik von Richard Wagner und Hymne und Triunipb-marsch aus der Oper Aida von Veidi. Die Jungen machten bei dei Bevölkerung großen Eindruck. Spontan zollten die Anwesenden den jungen Musikanten Beifall. Es war eine Freude, diese Jungen in ihren Uniformen und mit ihren blinkenden Instrumenten zu sehen und ihrem musikalischen Können lauschon zu dürfen. Die gemeinsamen Lieder, die der Gebietsmusikzug begleitete, gaben der ganzen Feier einen würdigen Rahmen. Bannführer Stasch sprach über das Thema: Hilf dir selbst, dann hilft dir der Herrgott, Die Worte, die aus einem überzeugten Herzen kamen, firangen auch in die Herzen der Jungen und Mädchen und aller Anwesenden, die tief beeindruckt nach der Morgenfeier nur langsam den Kurplatz verließen. Beginn der Luftschutzarbeit Auf Grund der allgemeinen Heranziehung der Bevölkerung zur Luftsrhut?.-dienstpflicht wird nun in nächster Zeit die Ausbildung der untersteirischen Bevölkerung im Luftschutz beginnen. Der Besuch der Luftschutzlehrgänge ist für die hierzu Einberufenen verpflichtend, rine Befreiung von der Teilnahme an den Lehrgangen wird grundsätzlich nicht gewährt. Einberufen wird die Bevölkerung von den Luftschutzdienststellen des Steirischen Heimatbundes in den Ortsgruppen (den Beauftragten für Luftschutzfragen in den Ortsgruppen), die auch die Ausbildung und luftschiitzmä-ßige Betreuung der Bevölkerung durchzuführen haben. In nächster Zelt werden auch In Appellen alle bereits aufgestellten Luftschutzwarte und Führer der Selbstsrhutz-bereiche in Ihre Aufgaben eingewiesen. Auch der Besuch dieser Appelle Ist für die Einberufenen verpflichtend Alle Volksgenossen werden gebeten, die Anordnungen der Luftschutz-Amtsträqer des Steirischen Heimatbundes zu befolgen * Luttenberger Frauen In Mureck. Am 18. Juli statteten die Leiterin des Amtes Frauen des Kreifies Luttenberg, Frau Bou-vier, mit ihren Mitarbeiterinnen Mureck einen Besuch ab. Die Gäste wurden herzlicJh empfangen. Das kameradschaftliche Treffen unter Vorsitz der Gaunb-tellungsleiterin galt der engeren Fühlung nähme für den Austausch von Erfahrungen und Arbeitsanregungen und der angebahnten Zusammenarbeit der beiden Nachbnrkreise. Nach eingehender Aussprache wurde In die Einrichtungen der Kreisberntungsstelle Einblick qenommen und nach Vorsprache bei Kreisleiter Schöninger auch das Standesamt mit seinen im Aushau befindlichen Feierraum besichtigt Ein Säuglingsheim hoch in den Bergen. In Liesinqat; bei Mautern wurde das erste Säuglingsheim der Obersteiermark eröffnet Dieses Helm Ist für die Ge blrgsbauprn von größter Bedeutunq, denn bisher fehlte es im Gebirge an einer solchen Einrichtung völlig, sodaß die Frauen der Geblrgsbauern bei ihrer außerordentlichen Arbeftsbeansprurhunq oft keine Unterkunft für ihre kleinen Kinder fanden. ^rh^rl-BIld^rdlwnt-M Gin neuer Jahrgang in rien Adolf-IUtler-Schnlen Aus allen Schichten des deutschen Volkes auserwählt, rückten in diesen Taqen wieder die jüngsten Jahrgänge in die Adolf-Hitler-Schulen ein Nf'hen der geistigen Veranlagung und der charakter-llchen Stärke wird auch der Mut der Jüngsten Schüler durch besondere Mut-proben geprüft Über eine Million in der Steiermark Die vierte Haussammlung für das Kriegshilfsweik des Deutschen Roten Kreuzes erzielte in dei Steiermark 1 021 nOO Reichsmark um 249 160 Reichsmark 32 V H mehr als im Vorjahr. Die Unteisteiermark ist an diesem Ergebnis mit 263 000 Reichsmark - im Vorjahre 206 000 Reichsmark — beteiligt. Mit 72 Jahren im Berftbau Ein Kärntner und ein Gottscheer Als der Führer die Alpen- und Donath lönder ins Reich heimführte und sirt nach der Arbeitsnot dei Systemzeit allseits neues Lehen reqte, traten die Mdn-ner zu neuem Schriften an. Auch zwei wackere Männer des Rerqhrtues Rosen-tal waren dabei und schaffen noch beu'a mit ih-en 72 Jahren Der aus Kärnten stammt de Heuet Rupert Traußnigg und Heuer Johann Htrls «us dem Gottscheer-land Traußnigg ist 1871 In Wotsberg qeboren wurde 179? Bergmann in Voits-berg IfltO kam er ins Bergwerk Rosen-tal Als beim Niedergang der österreichischen Industrie der Betrieb de«; Kohlenwerkes eingeschränkt werden mußte, wurde er wider seinen Willen in den Ruhestand versetzt 1939 meldete er sich fiPMähriq bei seinem Werk Rosental Hiris kam als Kind mit seinen Eltern aus Gottschee n.ich Rosental Mit 14 .fahren trat er 1Pft6 heim Werk Rosenfal ♦ ein Er machte den ersten Weltkrieg in Rußland mit 1917 wurde er wieder Heuer In seinem Kohlenherqwerk Der Arbeits irangel In der Systemzeit erzwano 19.10 seine Pensionierung Seit dem Anschuß ist Hiris wieder vorbildlich in seinern Werk beschäftigt Dr. Julius Kugy 85 Jahre In diesen Tagen feierte der bekannte Bergsteiger und dlpine Schriftstellet Dr. Julius Kugy, dei Ib5y ^u Goiz als Sohn eines Triestinei Handelsherrn kärnlne-lischer Heikimtt geboien wurde, seinen B5, Gebuitstdg Dr. Kug^y ist duich seine Zdhlreichcii Werke auf dem Gebiete der Alpinistik und vor allem als Beigste ger m weiten Kreisen und auch über die Grenzen Deutschlands hindus bekannt. Er ist der Erschließet dei Julischen Alpen In zahlreichen Schriften und Büchern hat er diesem wunderbaren Gebirgsstock ein unveigängliches Denkmal gesetzt Aber auch auf andere Gebirgsgegenilen dehnte er seine Bergfahrten und Forschungen aus, so vor allem in die West-fllpen, auf den Monte Rosa und auf den Montblanc. Bereits zwei Generationen von Bergsteigern ehren in ihm nicht nur den großen Alpinisten, sondern vor allem den Meister alpmistischer Schilderungen, den Dichtet der mit seinen Büchern in tausend jungen Hetzen die Liebe und Sehnsucht zu den Bergen geweckt hat Sein Ruf als Schriftstellei wurde durch sein erstes Buch »Aus dem Leben eines Bergsteigers« begründet Mit seinem Werk: »Die Julischen Alpen im Bild« führt Kuqy sodann in die tiefsten Geheimnisse des wundervollen Bergqebie-tes ein, dem sein qanzes Leben qewidmet war Einen parkenden Beitrag zur Geschichte des Alpinismus leistete der Dichter mit seinem Werk »Im qÖftlich»>n Lächeln des Monte Rosa«. Wie eine überirdische Vision taucht hier das Bild des qeheimnisvollen Berqmasslvs vor den Auqen des Lesers auf Zur 7elt bat Dr. Kuqv ein neues Wei-k unter der Feder, das demnnchst unter dem Titel »Aus verqanqener Zeit- erscheinen wird 15 Kinder beim Spiel mit Sprengkörpern verletzt. Binnen kurzer Zeit haben »ich in Niederschlesien zwei Unglücke dadurch ereignet, daß Kinder mit Sprengkuipem spielten. Während vor einigen frigen bei einem Explosionsunglück in R.inzlau sechs Kinder getötet und zwei schwer verletzt wurden, s'nd nunmehr in B^^eslau 15 Jugendliche, die sich ebenfalls an gefundenen Spreng-kör^ T zu sch.iffpn oemacht hatten, zum Toll le'cht, zum Teil schwer verletzt worden. Seile 4 * Nr. 203 * Donnerstag, 22. Juli T!ARBURGER ZEITUNG Franz Stein gestorben Ein Mltkflmpfer Ritter von SchOnertn In Lienz iit der treue MltkÄmpfer Schöiiercrs Frrtnz Stein im Alter von 74 Jahren gestorben. Er hatte sich schon im .Idhrp 1888 der SchÖnererbewegunq an-oeschlossen und 1890 dem ersten c'eutsch-notionalen Arbeiterverein in Osterrpich und bald darauf die Arbeiter-Zeitunq »Der I^ammer« gegründet. 1899 wurde or zum ersten Male in den böhmischen Londlaq und ein Jahr später in den Reichsrat (jcwählt, wo er neben Schönerpr der bekannteste altdeutsche Abgeordnete war. Im Jahre 1941 erschien sein Work »Der Rufer in der Ostmark In dein er das Leben und den Kampf Schönciers schildert. Nach der Heimkehr der Alpen- und Donauqaue wurde er vom Führer auf die Liste der Kandidaten Vom Grof^deutschen Rnich.s-Iciy cjesetzt. Zum 70 Geburtstag ließ ihn rlpr Führer sein Bild mit eigener Wid-nuuig überreichen. Müller oder Schneider Kriegsbraut kann Familiennamen ändern Seit Krii^sbeijinn ist in immer stei-(fpiulom Mjlle den Bräuten dor gefallenen boidalen im Wege der offentli-rhen Namensänderung der Familien-namf der Gelallonen verliehen worden. Meist wurde der Antrag auf Namensän* derung gestellt, wenn die Braut von dem (iefuilentn ein Kind hat. Die Namensänderung erstreckt sich dann auch auf den Familiennamen des Kindes. Für die Namensänderung gelten die allgemeinen Vorsciiriftcn über die öffentlich-rechtliche Namensänderung, das Gesetz vom 5. Januar 19:^i), Die Kriegerbraut ist befugt, sich »Frau« ; 7.11 nennen Nach erfolgter NnmensSnde-! ning wird von dieser Befugnis meist (jebrauch gemacht. Hieraus ergibt sich folgendes: Wird der Frau, deren Ge-h\irtsnfime »Müller« lautet, der Name »Schneider'« verliehen, so mag nichts da-: (jpgen einzuwenden sein, wenn sich die Kraut des Grfiillenen im tfttylichen Le-1 ben künftig Frau Schneider geb. Müller i nennt, In den Personenstandsbüchern I darf sie in dieser Form aber nicht bezeichnet werden, weil hierdurch der wahre Personenstand verschleiert würde. r>er Gei)urtsnnme Müller darf höchstens in der Weise in d'^n Persononstftnds-büchern erscheinen, daR als Familienname der Frau Sctineider früher Müller, eingetragen wird. Zweckmäßig erscheint aber auch diese Art der Eintragung nicht. Die Frnu muPl selbstverständlich als ledig eingetragen werden. Der gefallene Bräutigam kam in der Eintragung in den rersonLMislandsbüthern nicht erscheinen. ★ Aus der Oitsgrupp® Erlachsleln. Am Sonntag wurde im gesclimücltteri großen Fftuerwehrheim in Erlachstein der große Ortsgmppenappoll ftb^ehnlten. Ortsgrupenführer Vogl sprach über die fillgpmrine Kriegslage, die Notwendigkeit des gesamten Einsatzes in «1er Heimat wahrend des Krieges. Er hob besonders dAS schone S.immelergrbnis für die Truppenbetreuimg hervor, die die Ge+>e-freudigkpit der Erlachsteiner Bevölkerung lÜT unsere Soldiiten beweist. Todessturz am Dachslein, 7.wpi Urlauber erstiegen die Dachsleinsüdwand und „berwanden sie trotz der heuer beson-ilers schwierigen Lage glatt. Nach einer Rast am Gipfel stiegen sie nordwärts zum Kariseisfeld ab, dabei wurden sie von einem Unwetter überrascht. Um hei dpm Gewitter Zeit zu sparen, gingen sie un'ieseilt Plötzlich stürzte der vorangehende Bergsteiger vor den Augen sei-nps Begleiters üb^r die Wand ab und blieb an der Wandkhift tot liegen. 30f» Kilogramm Cil aul einem Schol-lerablddeplatz geerntet. Ein früherer Schotleidbladeplat/ wurde im Vorjahr von der Gefolgschaft eines Werkes in Rottemann in- Gemeinschaftsarbeit gesäubert und mit Raps bestellt. Dieser Tage wurde mm die erste Rapsernte eingebracht. Sie ergab 300 Kilogramm öl. Frnchtbares Korn. Einen Weizenhalm, der aus einem Korn nicht weniger als 19 Ähren entwickelt hat, fand man auf einem Getreidefeld in WaUlheim. Jede Ahre tnig durchschnittlich 72 Körner. sodrtO das eine Korn einen Beitrag von insgesamt Körnen erbrachte IMMENSEE Aorcllc von Theodor Storm .5. Fortsetzung Vlittlerweile hatten sie den Postwagen |»Ireicht; es war noch eben Zeit genug. Noch einmal nahm Reinhard ihre Hund. »Leb wohl!« sagte er, »leb wohl, Elisabeth. Vergiß es nicht.« Sie sc:hüt1elte mit den Kopf. »Leb wohll« sagte sie Reinhard stieg hinein, und die Pferde T,ogpn an. Als der Wagen um die Straßenecke rollte, sah er noch einmal ihre liebe (jpstalt, wie si»' langsam dun Wog zurückging. EITsI BRIEF Fast zwoi Jahre nachher saß Reinhard vor seiner Lampe zwischen Büchern und Papieren in Erwartung eines Freun-(jps, mit welchem er gemeinschaftliche Studien übte Man kam die Treppe her-fliif, »Herein!« — Es war di« Wirtin. »Ein Brief für Sie, Herr Wernerl« Dann entfernte sie sich wlpder, Rptnhiird hatte seit seinem Besuch in der Heimat nicht nn Elisabeth geschrieben und Vf>n ihr keinen Htief mehr erhalten Auch dieser war nicht von ihr; PS war die Hand seiner Mutter. Reinhard hr.tch und las, und bald las er folgendes; ..In Dplnem Alter, mein liebes Kind, hat noch fast jedes Johr sein eigenes WIRTSCHAF UND SOZIALPOLITIK Das deutsche Gewerbe im Südosten Ruhmreiche Vergangenheit durch Jahrhunderte — Neuaufbau im Handwerk und Handel Was das deutsche Handwerk und der deutsche Handel an der Erschließung des europäischen Südostens durch Jahrhunderte geleistet haben, vermag man in gedrängtem Rahmen nur anzudeuten. Die Fülle der Leistungsergebnisse eines traditionsgebundenen Handwerks und weitverzweigten Handels im Südosten ist ein einmatiges Zeugnis deutscher handwerklicher Schöpferfreude und kolonisatorischer Tatkraft. Alte deutsche H«ndelspl fitze Fast alle Städte des Südostens waren deutsche Handelsplätze, ausgestattet mit deutschem Handelsrecht und deutscher Handelsordnung. Geschäftliche Beziehungen wurden über das Donaugebiet nach dem Balkan unterhalten, wobei zum Beispiel auch Serbien nicht immer nur Grenzgebiet, sondern auch Durchgangaland war. Deutscher Handel und deutsches Handwerk waren im ganzen Südosten schollegebunden. Der deutsche Bauer in Banal, In der Batschka und anderwärts hat durch die Bodenbearbeitung und Urbarmachung des Landes ganz besondere Anforderungen ah seinen geräte- und werkzeugliefernden Handwerker gestellt. Wenn der deutsche Bauer hier den Existenzkampf erfolgreich bestehen sollte und dem Boden in unermüdlicher Arbeit Nahrung und Kleidung abringen muflte, so war unser Handwerker vor keine kleinere Aufgabe gestellt. Entstehen einer deutschen Industrie Im Laufe der Entwicklung haben sich dann allmählich ganz besonders tüchtige Handwerker durch fortschreitende Rationalisierung und Vergrößerung ihrer Betriebe 3?u Industrieunternehmungen emporgearbeitet und so dem deutschen Namen neuerdings Achtung, Ruhm und Anerkennung gebracht. Wenn man vor dem Weltkrieg im Norden Europas Banater Weizenmehl gehandelt hat, Banater Dachziegel in den südlichsten Gebieten Europas verarbeitet wurden, so ist das gewiß deutscher Tatkraft und wohlkalkulierendem I|nternphmertum zu verdanken. Damit ist di" fabriksmäßige Erzeugung des Südostens erst angedeutet. Auf diesem Gebiete muß in der Zukunft der deutsche Unternehmer für die Verarbeitung und Veredelung aller hier anfallenden Rohprodukte ebenso gewaltige Beweise seines Fortschrittes liefern, wie es seine Vorfahren taten. Rückgang in der libtralliti-ich«n Zeit Mit der Einführung der Gewerbefreiheit, des Gehen* und Gewäbrenlasiens der Wirtschaft in der liberalistischen Zeit, ist auch im Südosten Jener Hand-werkertyp zurückgegangen und immer seltener geworden, der sein Lebenswerk in gediegener Werkarbeit und nicht in billiger Massenarbeit sah. Ein besonderes Meisterstück zu machen, war an keine Vorschrift gebunden, der Meistertitel keine streng gehütete Ehre mehr. Den Handel haben immer häufiger fremde Elemente beeinflußt. Mit der Einschaltung jüdischer Händler begannen Verfallserscheinungen im Handell und damit ein Ansehensschwund der gewerblich Beschäfygten. Infolge einer Anhäufung von nicht fachkundig herangebildeten Handwerkern und Kaufleuten konnte den Verfallserscheinungen erst Einhalt geboten worden als das deutsche Volk durch eine neue Weltanschauung zum Prinzip der Arbeit und Leistung zurückgeführt wurde. Neue Blüte Die Blüte de» Handwerks au» der Zeit der Zünite soll nun wieder herbeigeführt werden und wieder emsiges Lernen und Wandern erstehen. Der deutsche Handwerker und Kaufmann sollen und werden sich auch im Südosten wiederum mit restlosem Eifer und allem Können ihrer Arbeit hingeben, ganz aufgehen in ihrem Schaffen und ihre ganze Persönlichkeit in ihr Werk hineinlegen. Sie sollen wieder schaffen und arbeiten für die große Gemeinschaft ihres Volkes, für die Ge- Gesicht; denn die Jugend läßt sich nicht ärmer machen. Hier ist auch manches anders geworden, was Dir wohl erstan weh tun wird, wenn Ich Dich sonst recht verstanden habe. Erich hat sich gestern endlich das Jawort von Elisabeth geholt, nachflem er in dem letzten Vierteljahr zweimals vergebens angefragt hatte. Sie hat sich immer nicht dazu entschließen können; nun hat sie es endlich doch getan; sie ist auch noch gar so jung. Die Hochzeit soll bald sein, und die Mutter wird dann mit ihnen fortgehen.« IMMENSEE Wiederum waren Jahre vorüber. — Auf einem abwärts führenden schattigen Waldwege wanderte an einem Frühlings» nachmittage ein junger Mann mit kräftigem, gebräuntem Antlitz. Mit seinen ernsten grauen Augen sah er gespannt in die Ferne, als erwarte er endlich eine Veränderung des einförmigen Weges, die jedoch immer nicht eintreten wollte. Endlich kam ein Karrenluhrwerk langsam von unten herauf, »Holla! guter Freund,'! rief rler Wanderer dem neben gehenden Bauern zu, »gehts hier recht nach Immensee?« »Immer gradaus«, antwortete der Mann und rückte an seinem Rundhute. »Hntfl denn Aoch weit bis dahin?« »Der Herr ist dicht davor. Keine halbe Pfeif Tobak, so habens den See; das Herrenhaus liegt hart dviran.« Der Bauer fuhr vorüber) der andere ging eiHger unter den Bäumer entlang. Nnrh einer Viertelstunde hörte ihm zur Linken plötzlich der Schatten au(i der memschaft schöpfen und arbeiten aus der Tiefe ihrer Seele und ihrer Hände Werk soll als stolzes Zeichen deutschen Geistes und Meistertumi erstehen. Die Leistungsfähigkeit soll unter Beweis gestellt werden durch einen Nachweis dor Befähigung. Für die deutschen Volksgruppen im Südosten, die als Teile des deutschen Volkes in das Geschehen dieses Raumes gestellt sind, müssen die im Reich eingeführten Grundsätze ebenfalls Geltung haben. Auch im Südosten müssen sich der Handwerker, der Kaufmann und der Industrielle in der Gemeinschaft der deutseben gewerblichen Berufsgrup-pen mit allen die bei ihnen beschäftigt sind, zusammenfinden. Gemeinschaft der Arbalt Diese Gemeinschaft der deutschen gewerblichen Berufsgruppen soll den Handwerker, Industriellen und Kaufmann «r- fassen und führen, ihn zu einem Gemein-schaftsempfinden befähigen und die innere Bereitschaft schaffen, um Jene gesteigerte Leistungen zu vollbringen, die uns die heutige schwere Zeit abfordert. Allein nicht nur der Betriebsinhaber, auch der Lehrling, Geselle, Angestellte und Arbeiter gehören mit dem Betriebsführer zur Gemeinschaft der deutschen gewerblichen Berufsgruppen. Im Wege über diese Organisation entsteht dann wieder eine gesunde und tatkräftige Arbeitsgemeinschaft. Und durch sie soll der Nachwuchs genau so wi« früher unter verantwortlicher Sorge des Betrlebsfüh-rers zu handwerksmäßigem Können und unermüdlicher Schaffensfreud« herangezogen werden. Allein In dieser Gemeinschaft ist jene Stärke, die in früheren Zeiten im ganzen Südosten so große Leistungen deutschen gewerblichen Fleißes vollbrachte. Ing. Kathrein Nordamerikas Kriegskosten 375 Milliarden Mark bis Ende 1943 Roosevelts »romantischer Kriej« ist) zum Schrecken der amerikanischen Steuerzahler, eine recht kostspielige Angele- f;enheit {[eworden. Er TerBchlinjtt näm-ich Summen, die selbst für die sonst ^em in astronomischen Ziffern schwelgenden Yankees ungeheuer sind, Das amerikanische Nachrichtenbüro »United Press« hat ermittelt, daO die Krietfskosten der Vereinigten Staaten von Nordamerika bis zum Ende dieses Jahres — in deutsche Währung umgerechnet — einen Betrag von 375 Milliarden Mark erreicht haben werden. Um die Höhe dieser Summe zu verdeutlichen, wird vergleichsweise erwähnt, daß die gesamten Ausgaben der Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung 1787 bis zum Jahre 1932 um 120 Milliarden Mark geringer waren als di* bisherigen Kriegskosten und daß diese doppelt so hoch sind wie alle britischen Staatsetats von 1932 bis Jetzt. Allein im Juni dieses Jahres verschlang die Kriegführung Roosevelts 90 Millionen Mark. Fflr das nächste Rechnungsjahr hat der USA-Präsident einen Voranschlag von 350 Milliarden Mark aufgestellt. Es wäre nun allerdings ein Irrtum, anzunehmen, daß diese ungeheuren Beträge allein für die militärische und wirtschaftliche Kriegführung Nordamerikas vorausgabt worden wären, In ihnen sind natürlich auch die vom amerikanischen Staat kreditierten Lieferungen an die Verbür\deten enthalten, die zwar von diesen KU irgendeinem irrealen Zeitpunkt bezahlt werden sollen, aber zunächst einmal von den USA selbst finanziert werden müssen. Femer muß in Betracht gezogen werden, daß auf Grund der erwähnten Ziffern schon deshalb nur bedingt auf das Kriegspotential der Vereinigten Staaten geschlossen werden kann, weil ein erh^licher Teil dieser Gelder in den Taschen der Großindustriellen verschwunden ist, Ihre Kriegsgewinne sind in der Tat gewaltig, denn nicht nur durch Schiebungen bei der Vergebung von Aufträgen, sondern auch durch enorme Überpreise ergaben sich fflr sie die glänzendsten Geschäfte, Solche Gewinne einstreichen zu kfinnen, war ja auch der Grund, weshalb die Pluto-kraten und jüdischen Kapitalisten der USA diesen Krieg herbeiführten. Am Schluß dieses Krieges werden sich die Vereinigten Staaten einer erdrückenden Schuldenlast gegenüber sehen, die auf keine Weise menr abgedeckt werden kann — kein Young- und kein Dawes-Plan wird es ihnen, wie nach dem ersten Weltkrieg, ermfiglichen, riesige Summen aus dem wehrlos gemachten Gegner herauszupressen. Ebenso werden die verbündeten Schuldner-Länder der USA niemals die ihnen gelfeferten Waren bezahlen kSnnen, Unser Seidenban t überall Im Reioh sind jetzt die SeMen-beuet dabed, die »Früchte« Ihrer Arbeit zu ernten. In den Raupereien herrscht Hochbetrieb. Nur wfenig mehr als drei Mon-ate, etwa von Anfang Juni bis Ende August, dauert die Zuchtzeit. In diesen Sommerwochen schlüpft die Seidenraupenbrut aus den Eiern. In 30 bis 40 Zuchttagen hat die Seidenraupe unheimliche Mengen an Maulbeerblättem gefressen, »ich viermal gehäutet und sind dann im Kokon mit einem etwa 2000 bis 3000 m langen Seadenfaden eingesponnen. Während dieser Zeit muß der Seiden-l>auer gut bei der Hand sein. Vier- bi« fünfmal täglich benötigen die iefräasl-gen Raupen frisches Maoilbeerblatlfutter. Eintausend Raupen verzeiiren vom Schlupf bis zum Einspinnen etwa 30 kg Maulbeerlaub, Die Raupen müsseyi nach jeder Häutung umgebettet, ungeeignete Raupen auagelesen und die Spinnvorrichtungen rechtzeitig aufgestellt werden. Die Kokonernte beginnt etwa zehn Tage nach dem Einspinnen der ersten Raupen, und ihr folgt dann unjnittelbtar der Versand an die Sammelstellen. Von den Sommel-stellen gelangen die Ko-kon# zur Mittel-detitflchen Spinnhütte, wo sie versponnen werden. Die Gespinste werden daixn hauptsächlich m Fallschirmen, Kartuschbeuteln usw. verarbeitet. Rund 15 000 bis 16 000 Seidenraupen gehören dazu, um einen Fallscharm von 54 gm Größe tu erzeugen. Die kleine Seidenraupe lat also besonders kriegswichtig, und ihre Zurtit Weg führte an einem Abhang, aus dem die Gipfel hundertjähriger Eichen nur kaum hervorragten. Uber sie hinweg öffnete sich eine weite, sonnige Landschaft. Tief unten lag der See, ruhig, dunkelblau, fast ringsum von grünen, sonnbeschienenen Wäldern umgeben; nur an einer Stelle traten sie auseinander und gewährten eine tiefe Fernsicht, bis diese durch bldue Berge geschlossen wurde. Quer gegenüber, mitten in dem grünen Laub ^der Wälder, lag es wie .Schnee darüber her; das waren blühende Obstbäume, und daraus hervor auf dem hohen Ufer erhob sich das Herrenhaus, weiß mit roten Ziegeln. Ein Storch flog vom Schornstein auf und kreiste langsam über dem Waaser, — »Iiiiraensee!« rief der Wanderer. Es war fast, als hätte er jetzt das Ziel seiner Reise erreicht! denn er stand unbeweglich und sah über die Gipfel der Bäume zu seinen Füßen hinüber ans andere Ufer, wo das Spiegelbild des Herrenhauses leise schaukelnd auf dem Wasser schwamm. Dann setzte ,er plötzlich seinen Weg fort. Es ging jetzt fast steil den Berg hinab, so daß die unten stehenden Bäume wieder .Schatten gewährten, zugleich aber die Aussicht auf den See verdeckten, der nur zuweilen zwischen den Lücken der Zweige hindurchblitzte. Bald ging es wieder sanft empor, und nun verschwond rechts und links die Holzungi statt dessen streckten sich dichtbelaubte Weinhügel am Wege entlang; zu beiden Seiten desselben standen blühende Obstbäume voll summender, wühlender Bienen, Ein stattlicher Mann in braunem Uberrock ist daher vra Jahr na Jahr in grAfierem Umfange autgebaut worden. Voraussetzung der Zucht l«t da« Vorhandensein ausreichender Maulbew-Pflanzungen. Der Maulbeerbestand Isi daher ebenfalls von Jahr zu Jahr vermehrt worden. Von 1934 bis 1939 hat er sich um das 33faGhe vergrößert. Im Kriege ist er weiter beträchtlich angestiegen. Auch die Zahl der Züchter hat sich vervielfacht und ist im weiteren Zunehmen begriffen. Der Zahl der Züchter nach stehen die Sdhulen an der Spitze. Heute wird der Seidenbau schon In mehreren tausend Schulen gepflegt. Der Hauptteil der gjeernteten Kokon« — etwa zwei Drittel — aber von den privaten Selden-bauem gewonnen, welche die Seidenraupenzucht im Nebenberuf ausüben. Sie sind in der Reichsfachgruppe Seide»-baiier organisiert, von der sie die Seidenspinne rbrut ko'stenlos erhalten und geschult werden. Dank dieser Schulung sind die Kokonemten bei den einzelnen Seidenl>auern von J«hr ni Jahr angestiegen, sodaß wir auch In diesem Jahr mit einer beachtlichen Seidenernte rechnen können. * Gate bulgarische Kartolf^Ierate. In den letzten Tagen haben die bulgarischen Blätter fVber den günstigen Statvd edni-ger landwirtschaftiicher Kulturen g^ schrieben. Besonders die Kartoffelernte dürfte große Erfolge bringen. Es wird not wem! ig sein, In diesem Jahr Ln großem Umfang die Trocknung von Kartoffeln durchzuführen, , kam dem Wanderer entgegen. Als er ihn fast erreicht hatte, schwenkte er seine Mütze und rief mit heller Stimme: »Willkommen, willkommen, Bru/ler Rheln-hardl Willkommen auf Gut Immenseel« »Gott grüß dich, Erich, und Dank für dein Willkommenl« rief ihm der andere entgegen. Dann waren sie zueinander gekommen und reichten sich die Hände. »Bist du es denn aber auch?« sagte Erich, »Freilich bin ichs Erich, und du bist es auch, nur siehst du noch fast heiterer aus, als du schon sonst Immer getan hast.« Ein frohes Lächeln machte Erichs einfache Züge bei diesen Worten noch um vieles heiterer. »Ja, Bruder Reinhard«, sagte er, diesem noch einmal seine Hand reichend, »ich habe aber auch seitdem das Große Los gezogen, du weißt es Ja.« Dann rieb er sich die Hände und rief vergnügt! »Das wird eine Überraschung Den erwartet sie nicht, in alle Ewigkeit nlchtl« »Ein Überraschung?« fragte Reinhard. »Für wen denn?« »Für Elisabeth.« »Elisabeth! Du hast Ihr nicht von meinem Besuch gesagt?« »Kein Wort, Bruder Relnhardi sie denkt nicht an dich, die Mutter auch nicht. Ich hab dich ganz Im geheim verschrieben, damit die Freude desto größer sei. Du weißt, ich hatte immer so meine stillen Plänchen.« Reinhard wurde nachdenkllchi der Atem schien ihm schwer zu werden, je näher sie dem Hofe kamen. An dor lia- SPORT u. TURNEN Reichsbahnertrefien Marburg—Graz Im Marburger Reichsbahnstadion treten die Reichsbahnsportler von Graz und Marburg zu einem fußballsportlichen Kräftemessen an, in dem zugleich die letzten Punkte der steirischen Fußballmeisterschaft der Gruppe B zur Vergebung kommen sollen. Das ^piel, das zwar nicht mehr die Tabeilenrelhung umstoßen kann, verspricht aber trotzdem einen spannenden Verlauf, zumal beide Mannschaften nach wie vor zu den Spit-/envereinen des Gaues zählen. Das Spiel findet um 16.30 Uhr statt. Um 15.30 Uhr bestreiten *die Hitler-Jugend von. Sturm-Graz und die Deutsche Jugend von Reichsbahn-Marburg das Vorspiel Leichtathletik-Bestenliste 1943 MInnert 100 m; Capellmaxin-Stuttgert 10,7| Matthus-Berlin 10,7| Mexsch-Luxemiburg 10,8| Pätzel-Wesermünde 10,8| Wolter-Berlin 10,9) Trost-Radom 10,9| Ütx-Tu-tow 10,9, 200 m! Leifhiit-Berhn 22,3| Schleicher-Nürnberg 22,5| Behrend-Hamburg 22,7» Homburg-Hamburg 22,9| Capellnanii-Stuttgart 22,9| Kohlhoff-L^mberg 22,9. 400 m; Behrendt-Hamburg 49,9| Bng»-Braunschwslg 50,0| Homburg-Hamburg 50,4| Llnnhoff-Berlin 50,5) MüUer-LQben 50.8, flOOm! Schlundt-Berlin 1:55,0| H«us«i-Berlin 1:57,2| Weidherdt-Berldn 1:57,4| Kenn^ott-Hattenhofen 1:57,4| Schreme-München 1:57,7, 1500 m; Hochgesohurz-OberhäuMn 3:56,6t Schlundt-Berlin 4:01,0| Warnemünde-Rerik 4:03,2» Kenngott-Hattenho-fen 4;04,0t Schild-Berlin 4:04,8. 5000 m: Syring-Wlttenberg 15:09,2| Brinkmann-Halle 15:17,0| WÖber-Berlin 15;23,0| Klos-Berlin 13:27,2| Helrendt-Schifflingen 15:32,2. 110 m Hürden; Wanes-München 15,6| Zepeiick-Berlln 15,7) Hevefkamp-Duls-burg 16,0( Bnaner-Berlin 16,11 Kohlhoff-Lemberg 16,3. Diskus: Wotapek-Wlen 47,3Ö| Rilcham-Köln 43,47, Hillbredit-Görllti 43,35| Plg-gem-Braimschweig 43,13| Luh-Kaaeeil 43,04. Hammer: Storch-Arolsen 56,57| Blaik-Berlin 52,75, Ludl-Wien 49,35, Rausch-Dresden 46,97, Hillbrecht-GArlitz 44,74. Speer: Pektor-Wlen 63,20, Gerdec-Berlin 61,95, Böder-BerMn 61,92, Berg-Gotha 6I,45| Stracke-Stuttgart 60,00. Kugel: Luh-KaAsel 14,77, Bongen-Preg 14,75, Kunz-Berlin 14,37, Kreesln-BresUu 14,21, Richarz-Köln 14,15. W^itspning: AJbert-Leipdy 7,23, QU-bert-Str&lstuig 7,22, Bour-Saeibury 7,211 Scheiibe-OeSBau 7,18, Lutter-Berlin 7,14. Hocdisprung; Nedce-Kiel 1,98, Wal-chel-Heidelberg 1,93, Langhoff-Rostock 1,90) Weinkötz-Köln 135| Koppenwall-ner-München 1,83. Stalbchochsprung: Stflhrck-Berliiii S,90| Petermüller-Ulm 3,70, Magrla-Stuttgart 3,65, Born-Krekau 3,M. 4X100 m: Blntracht-Prankfurt/M. 44,1, München 1860 44,6, Deutscher SC Berlin 44.9, SC Stuttgart 45,0, LSV Tutow 45,0. 4X400 m: LSV Berlin 3:28,0, SC Char- lottenburg 3:29,0, SG Stuttgart 3:31,8, TK Hannover 3:33,2, Löb. TV-Berlin 3:34,0. Wir hören im Rundfunk « DMMnIag, n. Jalli R«iekiMa4tri 11.35~13.4)i Dtr R«rieht nf L«(«, — 13.29—IS.SSi Sotlitttnitndunf 1 Ttichntr, R*nclt«li«a. — 14.15—tSi »Ruat« Kling« ■m tlUr Wilt«. — 14—17i Klainti Koniift. — lY.tS—II.SOi Valkttflnileha Walitn im Ktaif*« b«f|. — IB.SO—IVi Dar Zfi4*plt|«l. — 19.30t Frontbtrioht«. — 19,4S—30i Prot, ET*rliii|l ■Mtnich nnd Tcchnik«. —- M.lS—31i Sisloalicha Maiik TOB Dllttrtdorf an4 Moiirt, Fritt Lahnnana and Hanf Schmidl-Isacriltdt. — 21—71i Aai ta« >V«ldau In Karneval der LItbe Drolilye, «rheUAMide und Ubatraschendt Abnntaunt Aui der Wnlt doi KuUa!i?n, durcliduiet von cbarman-lor Musik lind frölilichen t.ledefnl Für JugMdllrhf nicht tugelntacnl__, Vto IS, It li>, 2Ö.4.4 Uki So 13.45, te .10 Ü0.<5 Ulit Wenn die Sonne wieder scheint Bin TairA-PDn. intl Paul Wageaar, Pa«! Klagat, Braut Lübl und lllltl« Jaaiae nnch dam Roaao „Dm Flsrbt- a. i:er" von Shjn StrCHvel«. FDr Jagindlicb* onlei 14 lefera« etdil setalisseet lichlapiele KaJcHewicItuie DnnnatiUg, 23. Jttll Z«rah Laand«! In elnir aottflckendaa KomOdit; „Kann dnnn Li^bc SUnde SsloT" Der Blaufuche mit Wlllr BIrgtl unhrni«tJilvörf»tlhin<| Burg-Licktiplele Cllll SafhaealgldaistuBa Dnnncrilaf, 32. Juli Karneval der Liebe mit Unra Konar, Jobanaai Hecilari Doril Kraeilat, Hnns Moser. » Fir Jugendlirb« alchl sngaUaiaBt Me Krahl. illaabctk PUrkan- irhildl, Brost V. Kilpstaln. Jaspai v. OarttM, Peel Dnhllta. FUr Jugendtlrha «nict tl JahtM alcbt ingalaaaaal l.lchlipiclAea4J-^ Zu kaufen gesucht .J. H. loo'- H.ulsch Drachen-1Tausche meine Zweizim.n^r- 1 D.»« —-------------------.'...,1 Wohnung niil alk'm Konifoit «//•mirtlirh mir Tpsrhlr^ rfrln* Ilauskoecht uiid Miid- gegen ebensolche iiui am lin- womogJlch G^chirr ch«n für alles wird «ntqenom-.Ln Drauufer. Zu..rhr. an che gend zu kaufen gebucht. Zu- des Verw Bl., Marburg-Drau. Zu Terpachten Kleiner Besitz bei Luttenberg, 4 Joch, Acker, Wiese, Obstgarten, Wohnhau» und W)rt-schafttgebäude, ist sofort unter günstigen Bedingungen zu verpachten. 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Riisina, Viklringhol- ___5t'Ml jg.isse 26^ __.S45 13 mit einem KIihI Kleiderkdrte auf den Nirnrn Zwoizimmerwnh Max .Morn, Kti,ll'''lt<>ld, wurdr verloren. Abi'nnrhon Cill'-R mn tO od.-r KniUi'lfold, nochi)t\ii- Zwei Damen suchen eme nimg (mübliert) in Nahe Mar bürg. Angebote an die V"iw uiiler *Lort^ingu, .b.ih'UT'f'islerei r^ihiihof. l'l')-7-ri Familien^Änzeigen hohle Hand ab fchiWel beniffM' (ten Zei||e-FinKer ala ntUirlAflcUnnd «In» Wae-»er nnr tropfrnweise rn-geben: Dann reicht für Iteloigung und Matsa^ von Gesiebt, Hals und Hinrfen ITeelAfTel voH V Sßcsonil-MandcUiteiB A a k Akl.-Oai. Illr literikullari Ottiaabad Kolbaig. Icdcr DefricBs- Iflhrer soll das Veropilniiin Bi unil llitililitt de« Chefs der ZtvIlverwaltun^S In der Unter-st«»lcrmnrk lesen. Bezugspreis monafllch Meine geliebte Gattin, unsere herzensgute Mutter, RM 1.25. be Stellungen sind an die Ge> , schflftsstelle des Verord- ' nungfl- und Amtsblattes, Marburg/Drau Badgasse 6. zu richten. Frau Leopoldlne Schetor «cb. PodvBPsic Webmelslersgatiin hat uns in ihrem 47. Lebensjahre am 20. Juli 1913 lur immer verlassen. Die irdischen Überreste werden am Freitag, den 23. Juli 194^ um 15 Uhr auf dem Friedhof in Heilenstein zur ewigen Ruhe bestattet. Marburg-Diau, den '20. Juli 1943. fn tiefer Trauer: Heinrich Schetor, Gatte; Mara, Toch-tert Ralko, Sohn; Walburga Schetor, Schwiegermutter und alle übrigen Verwandten. 530 finden durch die „Marburger Zeitnng" weiteate VerbrcltunRl Wir geben die traurige Niichricht, daß iinsne liehe, herzensgute Gattin, Mutter, Schwieger- tinri Großmutter, Fi au Mana Kaiser ^eh. Bratscliner nach schwerem Leiden sanft verschieden ist. Die Beerdigung tmdet am l'reitnii, dtn 23. JuM, um 17 lihr, am Bumndorfer Priedhof stall. Maiburg, Agram, Laibdch, den 21. Juli 194 ! In tiefer Trauer: Albert Kaiser, GnttP! Berta Kumer, Tochtefi Giibrlel Kumcr, Schwiegersohn) Berti Kumcr, Enkelin, und alle ührigon \>r-witndten. 531 •- (i giääpjb UtAMßU^t snif uDOSt flj nuTfi 40 r*. Wiederhringer der voritje Wo-cli" vpi loff>iteti (jidtien Jungen-Wiiulbluse eiii'ilt den vollen Wurl clt r Jacke. Solortigu Mel-fiUiij, .Huh Hch;if{lich, uniei - StMhslVfcisorger « «ii die »Mar-buigcr Zeitung«. 552-13 Verschiedenes Ttiusclie schwarten Herrea-n Intelmanlel regen Ruiidfunlt-finpiangor. l.vcnUie.II auch Verkaul. Zusfhr. au die Verw des bl., Mdrbuig-L'iriU), un1e> »MdfUcl . ___546-14 IdUüche neuen Kindersport-wagen gegen tielen Kinderwn gen. Aiitcsse. Lipownik, Straf-aiistiilt MüiOurg. 547-14 Tiiuscho Phülnappar^t gui erholleuf ä Manuer-Sporl itihri'ad. Anzuilagen in der Ver-Wiillung des t31,, Mdrbuig-Drau __' _546^4 lüUKChe nciK-ii Llektroraotor, 7 PS, gegen yui Oihnlitiien Den. innioiiir, 4 ') l'b. Ctekfro-met h.Uli sehe WeiksläMeTduaid 1 sciiiUchck, Mtirburg-Üiau, Schruiili l