^«lyrisches Blstt ^ z u m Nutzen und Vergnügen. Nro. 45. Frcrtag den 5.Novembel iLz^ Die Melkkuh .:nd düi Reitpferd. >"^ ,.^Sch diene,« fproch zw:i Noß die K:ch, „So treu wohl unserm Herrn, als du; Ich wandle täglich, ihm zu Gut', ^ Ii> Milch und Schmelttn um mem'V.ut Und reich' es ihn, geduldig dar: Ja opfr' ihm selbst von Jahr zu ^ahr. So schmerzhaft mir's auch fnllcn muß. Mein Kind zur Schlachtbank, zum Genuß; Und dennoch pfiestt er nicht. wie dich ^Nit gleicher Lieb' und Eorafaltnuch. Dich M er immer nett und blank, iwd schmückt dich auf, — w"sür zum Dank? Nenn man's auch noch so günstig nimmt, Zun, Tragen bist du nur b>stiinmt." , „,,Das k.nmt dir,"' sprach hierauf der G»u7', ,.^o dumm, wie du's verstehst, vor'ö Maul-Nwil bringst du mehr dem Hauöstan^ ein, Wobl bm ich immer blaukund rein. Woh? zäumt man mich ».'st prächtig auf, Wvl'l dlcn' ich nur zum Gang und Lauf; Doch ftlaubsi du > denn, zu Liebe mir Geschehe dieß? Kurzsicht'ges Thier! 57ur darum werd''ich hochgeschätzt. Das heißt geritten und gehetzt. Weil'Z dem, der Kost und Schmuck m:r glbt< Zu feiner Freude so beliebt; Nur tarum schirrt er mich mit Pracht, Veü's, wie er sagt, ihm Ehre macht; Sein schöner Sattel drückt mich wun5< Se:n Zaun. zerfleischt mir oft den M"n5, Gr spornt und jagt mich nmd'und lahm-,Halt!« rief di? Kub bestürzt, und nchm Vcschämt, austattmitKlag' und Groll. Das Maul mit Nauftnfutter vv2- Du Armer, dcr vom Flriß gequä'N, ^^^ Viit seinem Schweiß die Wclt' erhätt'' Du bist mit deinem Vlut die Kuh: Schweig, schasf, und gib, und leb' in Nuh'! ! Chr. Rösler. ^ l^e^ neueste Ausbruch des Ätna, ^ (Beschluß.) W Während ich die Lava untersuchte, warf de?? etwa ! unaufhörlich Steine ans; cs waren Garben, die ei»? ' «iider anhaltend folgten, mit trockenem Kv^allen wieKa- ! nonenschüsse vom größten.Kaliber, die aber doch schwä, ^ cher zr, seyn schicncn, al6 wenn man sie Km FuZe des i Bergts hört, wahrscheinlich um der in dieser neun ! bi6 <,e!)ntausesld Fuß betragenden Höhc dünneren Luft z willen; ich näherte wich ihncn sc viel es rathsam schien, ^ das will sagen, außer der Wurfweite der Steine, de> < «n einige doch ganz nahe bei mir niederfielen, ein 1 sehr großer zumahl, welcher noch langeleuchtend blieb, j Der Anblick war prachtvoll und zeigte das schönste ^ Fcucrwc::, das rnan sich denken mag; übrigens ganz ^ s? wie ich auf dem Vesuv gesehen hatte. Die größten ^ Steine hoben sich nur wcnig über den Schlund empor ^ und fielen alobald wieder in denselben zurück; andere i wurden in etwas schiefer Richtung geschleudert und ei< ^ nigc erreichten eine ansehnliche Hohe; es- gab solche, ^ die ihre Gestalt änderten und die sich in der Luft sogar ^ auch m mehrere zertheilten, gleich einem weichen Tei; ^ Fs j vermuthlich waren dieß aber nurZchlackcn^ccren Ursprunges, die der neue Auodruch auf seinem Wege trifft, ablöst und unverändert wcgschleudcrt. Von Zeit zu Zeit, doch immer unter heftigen Detonationen, sahen wir in dichten, anfangs rothen, dalo aber schwarz werdenden Wolken,. Masscn zerbrochener Schlacken sich empor heben, die nachher wie Regen herabfielen; ihr niederfallen aus den Schnee, der davon schon ganz schwarz war, verursachte einen eigenen-Ton wie Pa-picrrauschen. Ick hatte das Vergnügen eine Erscheinung zu beobachten, welche Hr. Monticclli kürzlich auch auf dem Vesuv gesehen ha:; cs ist dieß ein kreis» förmiger Rauch, der sich, infolge cincr Explosion, bcndc Asche schuld ttug. Weil dcr Wind die Dünste von mir abtrieb, kc>n,,^ i^ ii>^,i Geruch nicht gut unterscheiden; mimntcr glaubte iH den der -Za^säur^ jedoch überaus schwach, wahrzunehmen; die zcrnalm-. t«i Schlacken, welche inNegenstalt niederfielen, häng- ' ten sich an meine durch die Nacht feucht geworden?, Pclnmü!»e an, und gadcn auf der Zunge, wenn sie daran gebracht ward, einen leichten Saucrgcschnia^. Obgleich die Detonationen immer starker, d> Stelnivürfc beträchtlicher und dcr Schlackcnregen dich-, tcr wurden, so war nun doch die Gattung Furcht, welche sich meiner im A>'.fsteig..'n bemäck'tigt hatte, gänz> lich verschwunden, als ich demFeucrhecrdc näherkam; man gewöhnt sich leicht an die Gefahr; nur ung^ru sah ich den anrückcr.den Tag, welcher dein schönen Schauspiel der Nacht'alliuäiVua ein Vnde machte; ich eilte dann über die schneebedeckten Abhänge zurück, kam zu meinen Maulthicren y?rab (Naoa Fuß über dem Mecre), und verzehrte mit gutem Appetit, unter dem Kanonendonner des'Vulkans, ein Frühstück, dem dcr niederfallende As^'n-nnd Schlacken;Regcn zum gar l'.r.willkommcnen Gewürze diente. Nach der Rückkehr in (>?atania, wo ich annoch zwey Tage blieb und anf dem Wege nach Taormina, hörte ich stets die nämlichen Detonationen und zur Nachtzeit sah ichs auch das nämliche Feuer; bis am z,ehü; tcn Abends Dauerte das bisher beschriebene Verhältniß fort; jetzt kann ich den Vcrg nicht mehr sehen; nachlc licher Wcüe hört man noch einige D'tonaiicil^n. D^r Ausbruch dauert ohne Zweifel sort; wird lr sich wci-ter verstärken, oder aber bald aufhören? D^eß-kann ich nun nicht mehr abwarten; aber ich schätze mich glücklich, daß mir während meines kurzen Aufenthalts in Siei-. licn mit dem Dichter zu sagen vergönnt war: Vei Anlaß Virgils sey mir noch erlaubt, eine 'kritische Bemerkung zu machen: sie betrifft die N.,ni< «arniu ß1<)1>««!, dcr Ausdruck ist schön und bezeichnet recht gut, was dcr Dichter wahrscheinlich gesehen hat: jene Feuer o?er, rothen Ranchkugeln, die während der Rusbrüche, den Kratern entsteigen. Wenn hinge-gegcn ungefähr alle Beschreibungen vulkanischer Aus- '73 vrü<5e des Vesuvs oder des Äwk sich dcs Wortes ii.n^^ üani^. gan«^ bedienen, gebrn l'.t dann -icht einen irrigen Begriff odrr Erscheinung? Und wenn wir im Lateinischen, Italienischen und Franz., ssschcn kc^n passend« Wort für dwrichcige Bezeichnung ,r'ncr Massen unzusammenhängender h:s zum H.l^ 'glühen erhitzter Stoffe haben, M man sich darum de.Wortcs Flamme dafür bedienen, welchcsdcrN.' tuvs.rfcher nur in in semer strengen Bedeutung n^ inen und gebrauchen darf? Hat man jemals Vulkan., fchcn Schlünden wirkliche Flammen, etwas dem Vcr. brcnncn von Wasserstoffs oder and^n entzundln cycn Luttarten ähnliches, entsteigen gesehen? Ick glau. dcnein. suv- beobachtet; ich habe ganze Nachte auf dem Kr. tcr zugebracht, wofern die Umstände es gestatt., könn en; ich war in dem Jahr ^w dem ^^^^^^^^^^^ bli ck zugege, wo in >.r Höhle des Kraters sch^^^ .md zwUg Schlünde öffneten; die Aus^ ,,n furchtbar und unmögUch tonnte manStand h < -cn- je<^t habe .ch auch einen Auöbruch des Ätna de-obachtei; nirgend aber habe ichF l a m m e n gesehen; lch crlund>qte nnch vielfaltig bci Personen, dic dcn Ve,uv und ven Atna beobachtet haben; sie gestehen alle, dasi, .b.lcich ste stch des Ausdrucks m ihren Beschr. m. .cnoftero bedient haben, sie dennoch wahres am. men nie sahen. Ich gwude darum annehmen zu :urfen, daß man sich mehr an dcn Schcm, als ml>e ^rtlichkeit gehalten hat; daß das lebha.te Roth. nclcheo dcn der Lava entsteigenden Nauch, als ^>r-lung derNcverberation färbt, die Schlacken^ ,^N' und Sandstrahlen, welche glühend und in Geltalt von ^ners^cn aus den Kratern geschleudert werden, v.r. minder sorgfältigen oder entfernten Beobachtern wo.l für Flammen angesehen werden konnten; vom scrqfältiqeren und mit diesen Erscheinungen vertrau-U'N und demnaä) kaltblütig beobachtenden Naturs.r-s^er hingegen nie dafür gehabn werdcn mögen. DelUle hat darum auch das Bursche < ^...n ßlol'... diesen so Passenden »eichen Ausdruck, ga.z unrichtig durch ftattcrnde Flammen, li^.5 an^o^ant«. überseht, welches emen der Wahrheit wls dem Aussehen gleich wenig entsprechenden Begriff gibt. For tp ff anzung der Oliven Baum e, (Aus den Jahrbüchern des k. k. politechnischn» Insti-tuttZ in Wien vonißly.) In dem südlichen Frankreich und in andern Hll? ven Gegenden war die Fortpflanzung dcr Olivcnbäu« me durch Saamen schon lange ein wichtiger Gegen» stand, jedoch hatten alle Versuche dieser Art bishc« immer fehlgeschlagen, und nur Setzlinge waren das einzige Mittel, ihre Hahl zu vermehren. Gegcnwä'r-tig wurde eine Methode entdeckt, welche diese Schwie» riglcit beseitigt; man weicht nämlich die „Oliven m eine schwache alkalische Auflösung (Potaschenauf, lösung) ein, und säet sie sodann aus, worauf dia Samen wirklich leimen , und Pflanzen hervorbringen. Diese Entdeckung rührt von dcr Beobachtung her, welche man über die Art machte, wie die Natur diese Bäume fortpflanzt: Die Saamcn hicvon wachsen nämlich dann von selbst, wenn sie durch den Magen dcr Vögel gegangen sind, wo sie also eine besondere Einwirkung erleiden müssen, und man fand durch Versuche, daß die Saamcn, welche Truthühnern gegeben würden, dann Keime trieben, wenn sie mit dem Kothc dieser Thiere gcsäet werden. ----------------- « Vermeidung des Brandes an den Äpfel bäume u. Die amrrlkanischcn Pächter sollen folgendes prak» ' tische Verfahren ergriffen haben, um dcn Brand an ihren Äpfclbäumen zu verhindern.' Im Frühjahre reiben sie Theer gut in die Rinde der Äpfeldäume un» gefähr vier oder sechs ZeU breit um jeden Baum, und ungefähr einen Fuß über dem Erdboden; diese« beugc dem Brande hinlänglich vor, und eine ausgie» bigc Ernte ist die Alge davon. »6o ' Verfa^«?^ um das Thränen des Weinstocks zu yerhindeln, und seme Reife zu befördern. Von Hrn. Lambry. Sobald der WcinMck itt^die Blüthe tritt, oder selbst wenn sr schon in voller Vlüthe ist, muß man «ntwedcr an dem heurigen Holze, oder an dcm'vor« jährigen, in die Rinde zwey treiörunde, eine Linie von einander entfernte Einschnitte, machen; und diesen kleinen zwischen den zwey Einschnitten vorbände-vcn Rindenring mittelst, cineä Pfropf- odcr tlcincn NebmefscrH, abnehmen^ Der Ort Ves Einschnittes muß immer'unterhalo ber Trauben seyn,- wrähalb man bci vorjährigen Zweigen d^n ganzen Raum^zw^schcn den untersten Trauben und dcm Ortc deö Auswu'chscÄ zur Wahl des Einschnittes frey hat, indeß man bci dicßjahrigcn Trieben den Schnitt immer unterhalb zwey odcr drey Augen anbringen muß, auf deucn das Beschneiden ^ das nächste Jahr Statt finden -wird. Dic in dem Zweige veranlaßte tlcir.e Wunde giebt bald zur Bil^ düng eines Wuchses Veranlassung, dco in'fünfzehn bis zwanzig Tagcn dic nackte Stelle vollkommen b>-Heckt; diese Zeitweilige Unterbrechung des Saftes ist nun hinreichend, dcn Erfolg dieser Operation ;u sichern, der darin bestehet, daß i) jeder solchergestalt o-pe-«irtc Zweig durchaus vor dcm Thränen-gesichert ist; und 2) die Reifung der Frucht wenigstens um L Ta-. ge früher Statt findet. Diese von Hrn. Lambry so oft, sowohl auf jungem «ls altem Holze, angewandte Methode ist jeder: zeit von dem größten Erfolge gcwcscn; was übrigens den vortrefflichen Nutzen dieses Mittcls noch mehr Verbürgt, ist, daß die tönigl. Zentral-Akerbau-.Ge--ftllschast in Paris dem Hrn, Lambry zur Belohnung «ine goldene Medaille zuerkannt hat, und cs ist da-her, zu wünschen, daß in> Weingegenden dieses dcil Wiinstock, besonders in nassen Jahren, sichernde Mitt telin Anwendung lommcn möge. Schnelligkeit, der Mittheilung durch Telegraphen. Dicin IrantreiH bestehenden Tcless?üph