PrSuumerationS - Preise: FSr Laibach: Ganzjährig . . 3 fl. 4V lt. Halbjührig . • 4 » 20 „ VierteljShrig . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ Mit der Post «an,j»hrig................12 fl. HalbjShrig................ 6 „ «itrtdiÄhrig 8 „ Wr Zustellung in» Han« rtettelj. 26 kr., »onatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher TJ agblatl. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendet._ Redaction r Bahnhofgaffe Nr. 16. Expeditione- * Juserate«-vurean: Kongreßplatz Nr. 2 tiger Mittel in fich trägt. Die Bahnen, die sie zogen, bezeichnen Trüm mer, nichts als Trümmer. In unfruchtbarem staatsrechtlichem Parteigezänke versplitterten sie Zeit und Geld. Nie waren eS die realen Verhältnisse, nie der Drang dcS wirklichen Bedürfnisses. der ihnen zur Richtschnur diente. Wie laut auch die öffentliche Meinung zur Umkehr mahnte, sie bliebe« taub für da« abfällige Urtheil und suchten Trost und Ersatz in jener geradezu ekelhaften Lobhudelei, mit de: sie entweder selbst oder durch ihre Soldschreiber sich gegenseitig in der nationalen Presse Weihrauch streuen ließen. Willkür trat an die Stelle begründeter Erörterung bei ihren Beschlüffen, der eine gab da« Slichwort, und die anderen trabten — ein geist- und willenloser AbstimmungSapparat — durch Dick und Dünn ihm nach. Niemand aber gab sich Rechenschaft darüber, wie tief und einschneidend ihre Beschlüsse in den Säckel des bedrückten Steuerträgers ein griffen; niemand fragte darnach, wie viel Schweiß an dem Kreuzer hänge, über den sie — sobald eS ihr Sonderinteresse forderte — rücksichtslos verfügten. Kann es unter solchen Umständen befremden, daß da» mit so wenig Geschick immer nur einseitig gesteuerte Schiffchen eigentlich gar nicht vom Flecke kam, sondern sich immer nur um feine nationale Achse im Kreise drehte ? Kann e» befremden, daß diese zehnjährige Periode des Stillstandes in der Geschichte KrainS einer schrecklich dürren Sandwüste gleicht, in der man fich vergebens nach dem grünen Reis eines gedeihlichen Fortschrittes, einer Besserung des geistigen und materiellen Volksleben» umsteht? Kann es da noch wundernehmen, daß, während in anderen Kronländern das Bewußtsein der verfassungstreuen Zusammengehörigkeit und der einheitlich: österreichische Staatsgebanke immer mehr erstarken, gerade über Ärain noch der dichte und ungesundi Nebel föderal-klerikaler Bestrebung lagert, und über Feuilleton. Aus dem Batican. Piu« der Neunte, der Erfinder der privilegirr-t‘n Päpstlichen Unfehlbarkeit, der Märtyrer im ^atican, der aus Anlaß feines eben stattfindenden ^ischossjubiläums Millionen von — ihm dargebrachten G°ld. und Silbermünzen segnet, empfängt ungeachtet '"«er GreisenalterS und seiner körperlichen Leiden "»hezu täglich Fremde aus allen Theilen der Erde, et liebt Ansprachen und soll dem Vernehmen nach Fall zu Fall sehr deutlich sprechen, beispielsweise damals, als Frau Eugenia Bonaparte und deren Sohn Lulu, der Kugelsucher von Saar-vrücken, ihm ihre Aufwartung machten. Die in Bordeaux erscheinende Zeitung „Gironde" veröffentlichte zum Geburtstage de« ehemaligen kaiserlichen Prinzen einige recht interessante und pikante Einzelnsten über die Audienz, welche der „heilige Vater" der Ex-Kaiserin aus dringendes Bitten gewährte, U"d man muß gestehen, daß in Bordeaux die Sim-pathien für die BonaparteS sehr gering sein müssen, wenn dort ein vielgelesenes Blatt dem Haupte der gestürzten Dynastie eint solche Geburtstagsgabe widmen kann, ohne Mißfallen zu erregen. Frau EugenienS Reife nach Rom hatte den Zweck, vom Papste, wenn auch nicht die Anerkennung der Thronansprüche seine» PathenkindeS, so doch wenigsten» einen eklatanten Beweis von Sim-pathie zu erlangen, mit dem bei dem franzöfifchen Klerus und den französischen Katholiken hätte Kapital gemacht werden können, zu welchem Zwecke auch Rouher, der Führer aller Bonapartisten Frank-reichs, Mutter und Sohn begleitete. Derselbe sollte nämlich sofort nach stattgehabter Audienz die Nach-richt von dem Verlauf und Ergebnis derselben brühwarm nach Frankreich bringen und dort der Geistlichkeit wie dem Volke bekannt machen. Die Sache kam aber anders. Der Papst lehnte es zunächst ab, Herrn Rouher zu empfangen, und als nachher Mutter und Sohn vor ihm standen, nachdem fie feinen Pantoffel geküßt, da sagte er den beiden auf ganz un-päpstliche Weife die Wahrheit. Pius, der sonst allen Besuchern gegenüber eine gewisse wohlwollende Bon-homie zu zeigen pflegt, empfing die Witwe des dritten Napoleon streng und hart. Er sagte ihr, daß er von der Regierung ihre- verstorbenen Gatten die unangenehmste Erinnerung bewahre, und daß sie, in Anbetracht des Uebel», das von Louis Napoleon der Kirche und dem Papste angethan worden sei, nichts von ihm zu erwarten hätte. Die Ex-Kaiserin verließ schluchzend den Audienz-saal, und der Papst wendete fich nun zu dem Thron-Prätendenten in spe, dem er, als seinem Pathen-kinde, doch wenigstens einige wohlwollende Lehren ertheilen wollte. Er warnte ihn, falls der Zufall ihn auf den Thron bringen sollte, vor den Verirrungen seines Vater», der, durch ein Verbrechen gegen da» französische Volk auf den Thron gelangt, nur mit Hilfe de» Schrecken», der Lüge und der Falschheit regiert und über Frankreich Frivolität und Sitten« losigkeit gebracht habe. „Der Sturz der BonaparteS," schloß der Papst in höchster Erregung, „ist ein Ur-theil Gottes 1" Was Herrn Rouher anbetrifft, so mußte derselbe noch elf Tage warten, bis der Papst sich erbitten ließ und auch ihn empfing, aber mit ihm verfuhr die „Heiligkeit" noch schlimmer, als mit Mutter und Sohn. den beständigen Kampf um die freiheitlichen Grund-lagen, die Entwicklung anderer vitaler Landesinter-efsen zurückbleibt und verkümmert? Nun die Tage dieser Landtagsmajorilät gezahlt find, halten wir e- für unsere publicistische Pflicht, noch in zwölfter Stunde einen kritischen Rückblick auf ihr Treiben und dessen Folgen zurück« zuwerfen, um Freund und Feind Gelegenheit zu geben, im entscheidenden Momente der Wahlen selbst zu prüfen und sich selbst darüber ein Urtheil zu bilden, ob und wie diese Herren da- in sie gelegte Vertrauen gerechtfertigt haben. Wir werden und können hiebei wol nicht in alle dir geheimen Minengänge eindringen, welche ihre lichtscheue Maulwurfsarbeit charakterisiert, und deren Geburtsstätten zumeist die Älubß und Conven« tikel dieser Herren waren; aber aus den öffentlichen Vorgängen im Landtage selbst, die nicht ob» geleugnet werden können, weil sie eben vor aller Augen sich ereigneten, wollen wir die Farben zu diesem Bilde zusammentragen. Nicht unser ist die Schuld, wenn cs nur ein anwiderndes Zerrbild vertrackten Größenwahnes und verschrobener politischer Anschauung darstellt, aber auch die Schuld müßten wir ablehnen, fall» sich gegen unsere Hoffnung auch jetzt noch eine Mehrheit fände, die solchem Bilde und den Originalen, welche dazu gesessen, nochmals Geschmack und Gefallen abgewinnen würde. Vom Kriegsschauplätze. Suleiman Pascha zeigte an, daß er mit 17 Bataillonen und 12 Tabors die Operation nach dem Duga-Passe unmittelbar eröffnen werde. Er führt Proviant für Niksic auf 500 Pferden. Ein Theil des türkischen Mittelmeer-Geschwaders macht sich bereit, nach Tunis abzugehen, um das versprochene HilfScorpS abzuholen. Eine Depesche Mukhtar Paschas constatiert das Vorrücken der Russen von verschirdene« Seiten und meldet kleine Gefechte zugunsten der Türken, namentlich vor Aar S. Die Depesche behauptet, die Russen hätten bei der Einnahme ArdahanS 6000 Mann verloren. In Abchasien stehen die Dinge für die Türken sehr günstig Bei dem Geschützkampfe zwischen dem türkischen Monitor und den russischen Batterien vor Rust -schuk haben die Russen gelitten. Den russischen Kanonaden bei Slobosia Ist eine rumänische von Kalasat gegen Widdin unter Anwesenheit des Fürsten Karl erfolgt. Widdin soll in Brand geschossen worden sein. Die sozenannte bulgarische Legion, welche bei Plojeschti lagert, ist nicht 30,000, sondern nur 4000 Mann stark. Die ganze rumänische Armee in der Ge> ammtstärke von etwas über 40,000 Mann ist in der Kleinen Walachei concentriert. Bukarester offizielle Blätter verbreiten die Version, daß, wenn die rumänischen Truppen die Donau überschreiten werden, dies nicht in der Absicht geschehen würde, um später territoriale Vergrößerungen anzustreben, als vielmehr, um die Schleifung aller türkischen Donau-Festungen zu er-langen, da dieselben eine stete Gefahr für Rumänien bleiben. Politische Rundschau. Laibach, 30. Mai. J«la«d. Die „Wiener Abendpost" schreibt: „lieber die eigentliche Veranlassung der jüngsten Unruhen in Konstantinopel verlautet, in der Softa-Partei habe die Besorgnis geherrscht, Redis und Mahmud Damad Pascha seien geneigt, angesichts der Lage auf dem astatischen Kriegsschauplätze einen möglichst beschleunigten Frieden selbst unter schimpflichen Bedingungen herbeizuführen. War diese Besorgnis wirtlich vorhanden, so war sie, wenigstens was Redif Pascha anbelangt, nach allem, was man von seiner schroffen und entschlossenen Persönlichkeit weiß, höchst wahrscheinlich unbegründet." Betreffend die Trennung des italienischen SüdbahnnetzeS vom österreichisch-ungarischen Netze wird die ungarische Regierung dem Reichstage demnächst einen Gesetzentwurf unterbreiten, der die Jnarticulierung des Baseler Vertrages propo nieten soll. Ausland. Außer dem deutschen Panzer geschwader wird noch eine Anzahl kleinerer Krieg-schiffe — nicht Panzerschiffe — welche sich jetzt in fremden Gewässern befinden, nach Bericht der „Kölner Ztg." in das Aegäische Meer gesendet werden und dort Aufstellung nehmen. Da» deutsche Geschwader wird aus elf oder zwölf Schiffen bestehen. Seine nächste Aufgabe wird der Schutz der deutschen und der unter Deutschlands Schutz gestellten russischen Unterthanen sein. Die „Union" veröffentlicht das legitimi-stische Manifest, interpelliert Mac Mahon über sein Ziel und dementiert die Meldung de- „Univer-," der zufolge die Rechte bereit wäre, die Auflösung zu votieren. Die „Union" erklärt, die Monarchisten werden abwarten. „Daily Telegraph" sagt: „Wenn Erzerum und Kars fallen und der Zar sich die Miene gibt, diese Plätze behalten zu wollen, wird e- nicht so sehr die Türkei sein, die besiegt und erniedrigt ist, als Groß britannien. Wenn England ruhig zusteht, so würde dies in Indien, Eentral-Asien und Afghanistan als eine thalsächliche Berzichtleistung auf orientalischen Einfluß unsererseits betrachtet werden. Geographisch würde eS Kleinasien und Syrien dem nächste« periodi-chen Vordringen der moskowitischen Waffen öffnen, denn das Vilajet Erzerum beherrscht Masopotamiea und liefert eine leichte Straße zur Vollendung des Marsches nach dem Mittelmeere und dem Persischen Meerbusen, wenn eine Gelegenheit dafür entstände.... Wenn irgend eine russische Annexion in diesen armenischen Regionen endlich gestattet wird, werden wir einen schlechten Frieden jetzt auf Kosten riae-1 ünftigen enormen und vitalen Kriege- für unsere Existenz als eine asiatische Macht erkaufen." Die italienische Kammrr hat mit 232 gegen 109 Stimmen den Gesetzentwurf über die Zucker« esteurrung angenommen. Die Motion, welche die Herabminderung der Salzsteuer verlangte, wurde verworfen. Die „Agence HavaS" berichtet: „Der per« ische Gesandte überreichte dem türkischen Minister de- Aeußern, Savfet Pascha, eine Note, worin erklärt wird, daß die persische Regierung die reundschastlichen Beziehungen, welche die beiden großen mohamedanischen Völker vereinen, aufrechterhalten werde. So weit der Bericht des oben genannten französischen Blattes, das sich für vollkommene Wahr-Heilsmäßigkeit desselben verbürgen können will, e« auffallenderweise aber unterläßt, daran zu erinnern, daß Pius der Neunte früher ganz anders von Napoleon dem Dritten und den Bonaparte» dachte, oder wenigsten» doch zu denken sich den Anschein gab. Als Napoleon Rom mit bewaffneter Hand der Revolution und dem Volke hatte entreißen und dem Papste Wiedersehen lassen, der vorher die „heilige Stadt« heimlich und verkleidet al» Flüchtling verlassen hatte, um von Gaeta aus seinen ohnmächtigen Bann auf dieselbe zu schleudern, da war Pio Nono unerschöpflich in feiner Simpathie und Freundschaft für den „Verbrecher am französischen Volke." Und al» dieser „Verbrecher" ihm schützende französische Bajonette zu dauernder Verfügung gestellt hatte, da fühlte der von Wohlwollen für die BonaparteS über fließende Papst sich höchst geschmeichelt durch die Pathenschaft über den „kaiserlichen Prinzen." Das französische Blatt hätte ferner auch daran erinnern können, daß Napoleon der Dritte ohne die Freund schaft des Papste« und die BundeSgenoffenschaft der römischen Kirche gar nicht imstande gewesen wäre, auf den französischen Thron zu gelangen und Front reich mit Hilfe de« Schrecken-, der Lüge und der Folschheit verbrecherisch zu regieren, mit Frivolität und Sittenlosigkeit zu überschwemmen. Wenn PiuS wirklich der Ex-Koiserin und ihrem Sohne so die Wahrheit gesagt hat, wie die „Gi> ronde" umständlich berichtet, so hat er damit be> wiesen, daß auch er ein recht kleinlich denkender Mensch ist, der dem Mächtigen schmeichelt, so lange deffen Macht ihm dienen kann, und der die aller-einfachste Dankbarkeit unterläßt, sobald sie ihm nicht» mehr einbringen kann. Wahrheit ist es freilich, was er den beiden gesagt haben soll, aber menschlit l besser hätte e» ihm gestanden, wenn er milde und tröstend dir Witwe seines Retters und Beschützer» und sein Pathenkind behandelt hätte. Aber e« mag wol gleich einem Fluch auf ihm gelegen und ihn gezwungen haben, die Wahrheit zu sprechen, ohne alle Rücksicht daraus, daß er dadurch selber seine angemaßte Unfehlbarkeit mit Füßen trat, die ja auch schon damals verkündet wurde, als Napoleon der Dritte noch im Glanze seiner Macht und der Freundschaft des Papstes stand. .Herold." Zur Tagesgeschichte. — Zum AuSfluge der Reichsrathsmit» g lieber. Die Wiener Gäste besichtigten die berühmten römischen Altertblimer von Pola, das Amphitheater «nd die Porta aurea. Feierlichkeiten, welche daS Municipium beabsichtigt hatte, wie eine Illumination, mußten unterbleiben. Aus dem Bahnhofe in Pola nahmen die Abgeorb-neten von dem Triester PobestL d'Angeli, den Mitgliedern deS LomitiS, dem Statthalter Pino, dem Lloyddirektor Schröder und dem Bürgermeister von Pola, welche währen» der ganzen Zeit die Pflichten der Gastfreundschaft in der liebenswürdigsten Weise geübt hatten, den herzlichsten chied. Donnernde Hoch- und Evvivaruse ertönten, als *ft Zug sich in Bewegung setzte, und das Hutschwenken nahm kein Ende, so lange der Train vom Bahnhofe auS zu et« blicken war. Auch bei diesem Abschiede hatte Dr. Herbst, der überhaupt der erwählte Sprecher der Abgeordneten war, im Namen der Abgeordneten daS Wort geführt. Auf dem Wege nach Wien wurde unter den Theilnehmern des Ausluges eine Sammlung für die Atmen von Triest beton-taltet, welche bereits übet 3000 fl. ergeben hat. Man hofft die Summe bis auf 5000 fl. zu bringen und bamit der Stadt Triest in delikater Weife ein Gegengeschenk zu machen. — Ein patriotischer vsterr. Bischof. Der Erzbischof von Prag, Kardinal Fürst Schwarzenberg, hatte am 26. d.M. eine lange Unterredung mit dem Papste. Er schilderte die Lage der Kirche in Oesterreich, legte die Gründe dar, warum der österreichische Episkopat die Resor« men der Regierung betreffs der Zivilehe und des Schul-nterrichtes bekämpfe, und versicherte, die Regierung Hand le nicht notgedrungen, sondern gebe Berliner Pressionen und Rathschlägen nach (! ?). Der Papst foH zufolge dieser Unterredung vorgestern, als er zu den österreichischen Pilgern redete, beinahe feindselig gegen Oesterteich gesprochen haben. Lokal- und Provinzial-Angelegenheite«. Constitutioneller Verein in Laibach. Der Ausschuß beehrt sich hiemit, bie Herren Seteins* tnitglieber zur 63. Versammlung einzulaben, welche Freitag den 1. Juni 1877 abends 8 Uhr im «lubzimmer der «aftnoreftauratio» stattfindet. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Landtagswahlen. 2. Die abgelaufene LandtagSsession. — (Bon der verkrachten Bank.) „Slovcnec" führt folgende Klage: „Man wirft uns den Beifall der Bank „Sloveniia" vor, diesen Verfall jedoch hat nur bie Bankbiteclion und nicht die nationale Partei verschuldet-Nur die nationale Partei sorgt für das Wohl bei Volkes, für das Wohl des Bauernstandes, für die Hebung der heimatlichen Industrie, deS Handels, Überhaupt für das Aufblühen unseres Heimatlandes. Die „Nemökutarji" lieben unS nur so lange, als wir ihren Gelbbeutel füllen unb f 1 ihr Sohl Gut und Blut opfern.* Wahrlich, die verwegen- heit bei national-klerikalen Organes nimmt bedenlliche Formen an I Der nationalen Partei werden Resultate zugeschrieben, die in den Annalen der Geschichte Ärains registriert nicht Vorkommen. Wurde etwa durch Dotierung immenser Geldbeträge für unsrnchibare slovenische Literatur, durch Genehmigung deS luxuriösen JrrenhausprojekteS, du«* «e-stellung eines kostspieligen landwicthschaftlichen Wanderlehrers, durch ungerechtfertigte Angriffe auf eines der renommiertesten heimatlichen Fabriktetabliffements in nationalen Blättern, durch Ausschreibung hoher LandeSumlagen das Wohl des Sandes Kram, seiner Bevölkerung, seiner Industrie und seines Handels gefördert? Nicht den „Nemskutarji," sondern der national-klerikalen Sippschaft haben wir mannig-foltige Uebelstände auf volkswirthschastlichem Gebiete zu danken. — („91 arod ," der „Alpen-Kroa t.") „Slov. Narod" hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn die Bezeichnung „jhainei" mit jener „Alpen-Kroat- vertauscht würde, jedoch müßten die Kroaten eine derartige Politik im Auge halten, die eine Bereinigung der Htainet mit den Staaten ermöglicht; in diesem Falle wären alle Sloeenen fletne „Alpen-Kcoaten." Ehren-„Natod" ist infolge kriegerischer Ereignisse nicht recht bei Sinnen, heute will er Vollblut «uffe, morgen „Alpen-Kroate" werden. ES wird der Buchhandlung Giontini nichts anderes übrig bleiben, als den slovenischen Globus nach den Andeutungen de» „Alpen-■Kroate», Slov. Narod" rectistcieren zu lassen. — (Die Gewaltakte Mac Mahons) geben dem „Slov. Narod" Anlaß, den politischen Stiefel an-zuziehen; er sagt: „lieber die innere Erschütterung Front« wich« würden sich nur die Deutschen freuen, deshalb möge ®olt Frankreich schützen, denn dieses wird auch sür die Zukunft den Slaven ein nothwendiger Verbündeter sein 1" Zählen nicht etwa auch die Chinesen oder Patagvnier zu drn Verbündeten der Slaven? — (Geistererscheinung in einer V et ei ns-Versammlung.) Bei Erledigung der Jahresrechnung de« dramatischen Vereines in der letzten Jahresversammlung waren die Anwesenden nicht wenig erstaunt, aus den RechnungSbllchern den Geist einer oft genannten, bereits abgeschiedenen nationalen Gestalt auftauchen zu sehen: es war ganz unerwartet „Slovenija" auserstanden, nicht etwa das Symbol unseres ZukunftSstaates, sondern die Bank , Slovenija," die unter Bett Dolchstichen gewissenloser Agenten ein so elende« Ende nehmen mußte. Die Rechnung wies nämlich unter den AnsgabSrubriken auch einen Betrag von 90 fl. aus, den der Kassier als Nachzahlung für eine dem Seteine von einem Gönner als Geschenk zugetom» mene Actie der gedachten Bank verausgabt hatte. Man bemerkte wol dagegen, daß nach den bestehenden (Besetzen ein Geschenknehmer nie verpflichtet werden könne, fiic ein werthloseS ihm zugekommenes Papier irgend ein Obligo zu übernehmen. Dem ungeachtet wurde Hefe Post genehmigt. war gewiß nur ein Act echter Bruderliebe, den ein im *bfterben begriffener Verein feinet dahingeschiedenen Schwester zollte, indem er den Obolus von 90 fl. ihr mit in das Grab fi*' *** fle*'fene Bereinskassier Herr Zagst hat sich sicherlich ein großes Verdienst um den dramatischen Verein erworben, indem er das sonst seht prosaische Lebe« des Vet-y,8*'4 6ie*cm idealen tragischen Acte verschönte, nur , ' 6e6 er nicht auf der Bühne zur Aufführung ge- n8 e, sondern nur im Kaffebuche figuriert. Dobro, 2agar! « tT Klerikalen und die Laibacher 0 ‘ 8 k ü ch e.) Der Korrespondent de» Wiener „Volks-steund", eine mit den Ansichten der maßgebenden national-Wielen «reise wol vertraute Persönlichkeit, ist auf die «bachet Volksküche nicht gut zu sprechen. Er profezeit baldiges Ende, indem die arme Bevölkerung anderes billiger speisen kann, übrigens soll nach seiner An-dieses Unternehmen nur zu dem Zwecke gegründet tootben sein, damit einzelne ehrgeizige Persönlichkeiten sich tll»en Lorberzweig um die Stirne winden. Diele Txpecto-^iion ist für uns insofern von Werth, als wir daraus et« Wen, daß manche jener Herren, die für die Armuth der "»deren Stadtbevölkerung ein fo warmes Herz zu haben dorgeben, jede radikale Abhilfe bei Hausbettels und bet ^erschwrndung de« erbettelten Almosens in Branntwein-»uiiqutn ganz entschieden perhvrrescieren. Den Begrün» ent der Laibacher Volksküche Ehrgeiz vorzuwerfen, ist ge-lächerlich, indem eben jener unverdrossene Mann, » Laibach vor allem dieses gemeinnützige Unternehme« zu verdanken hak, sich stets in einer sehr bescheidenen Zurückgezogenheit gehalten hat. Oder sollen jene Damen, welche bei der Volksküche so erfolgreich Mitwirken, dies aus Sucht nach Ordensbändern thun? Wir glauben, daß die Volksküche ein über allen Parteien stehendes gemeinnütziges Unternehmen ist, dem die Genoffen der verschiedensten Parteirichtungen in unserer Landeshauptstadt ihre lebhaften Simposien zugewandt haben. Am allerwenigsten aber ist jene Clique, der der Korrespondent des „VolkSsreund" angehört, berechtigt, den Männern, die die Volksküche gegründet haben, unlautere Motive zuzuschreiben, indem die Akten der Landesregierung genug Belege dafür bieten dürften, mit welcher Ordensgier eben jene Herren da- geiingfügigfte Verdienst ihrer Parteigenoffen herauszustreichen gewohnt sind. Viel-leicht trägt der genannte Korrespondent auch einen Orden, über dessen Provenienz er sogar feinen Freunden die Antwort schuldig bleiben dürfte. — (Flcifchtarif für den Monat Juni.) Das Kilogramm bester Qualität von Mastochfen kostet 50 tr., mittlerer Qualität 42 tr., geringster Qualität 34 kr., von Kühen und Zugochsen tosten die drei Sorten Fleisch 44, 86 und 28 tr. — (Der LandeSschnlrath für Ära i n) hielt am 11. d. eine Sitzung ab. Jnbelreff der Behandlung der Schnlversäumniffe an Volksschulen wird anläßlich eines Erlasses bei Unterrichtsministeriums eine Verordnung mit ttjeiltveiser Modificierung bei bisherigen Vorganges rück-sichtlich des EttenntniSverfahrenS an die BezirkSschulräthe erlaffen werden. — lPersona 1 Nachricht.) Der Landtagsabgeordnete Herr Rittmeister Dr. Josef Ritter von Savin- I ch e g g, wurde vom nicht activen Stande der Landwehr-Offiziere für den Justizdienst gegen nachträgliche Rangs-beflimmung in den nicht activen Stand der berittenen Land-wehrtruppen rückübersetzt. — (Die Laibacher Feuerwehr) hielt am 27. d. unter Vorsitz des Hauptmann - Stellvertreter» Herrn Sa» mast« eine Generalversammlung ab. Im abgelaufenen Jahre würben bei der Kaffe der Feuerwehr 1893 fl. empfangen und 1809 fl. ausgegeben. DaS vermögen des KrankenfondeS beträgt 1296 fl.; an UnterstÜtzungsbeiträgen, Krankheits-, Leichen- und DienersauSlagen wurden 216 fl. 40 tr. bezahlt. Die Wahl zu Rechnungsreviforen verfiel auf die Herren Karl Achtschiit, Solen« und emequina. — (Die Ehre deSHerzogthurnSSrain.) Soeben wird da« erste Heft de« dritten BucheS ausgegeben. Dasselbe behandelt: die Weinberge, Brunnquellen, Flüffe, Grotten und Höhlen JnnertrainS, erzählt von den „Kreuz-oder Kreut-Feuern der Ztttkenlosungen" in Jnnerkrain, bespricht die Grenzen und die Sitten der Einwohner des „histetreichischen' Theiles von Krain, bringt ein NamenSver-zeichniS Über Städte, Märkte, Schlöffer, Klöster und Pfarren „Histerreichs", beschreibt den Boden, die Berge und Thäler tiefes LandestheileS, hebt die votttefflichkeit de« Jnnerkrainer Weines hetvot, zeichnet die Lage der dortigen Weingebirge, namentlich jener von Wippach und im Karstgebiete; den Lauf der Feistriz, Laibach, Save, Gurt, Äulpa, Wippach, Unz und Poik; beschreibt die Grotten bei Adelsberg, Nuß-dorf, Ober-Poit, Serff. Freiherr von Valvafor hält sich bei Beschreibung der Abelsberger Grotte länger auf, er berichtet, daß er zwei Meilen Weges in derselben mit Lichtern und Fackeln heiumgegangen, darin überall Gänge, Höhlen, große Plätze und eine »grausame" Tiefe gesunden habe; alles ist mit Säulen besetzt, Fratzen- und Abenteurer-Gesichter zeigen fich dem Beschauer; man treffe an einigen Orten die „allerschönsten und wunderwürdigsten" Theater an, ein wunderliches Spiel der Natur, Erstaunen erwecke die darin befindliche steinerne Brücke. Dieses Heft unterhält mit der Beschreibung der Beschäftigungen und Sit'en der Einwohner des „Histerreich" und erzählt, daß die Priester vormittags geistlich, nachmittags weltlich waren, d. h. in den Weinbergen im Schweiße ihre-Angesichtes arbeiteten, nachdem die Pfarreien wenig Erträgnis abwarfen. Auch der Beobachtung der WitterungSverhältniffe wurde in diesem Hefte erwähnt. — (Die Militär-Mufiktapelle) konzertiert bei günstiger Witterung morgen abends im Garten der Kasinorestauration. — (ZurRegelung der Beamten-Urlaubs-frage) bringt die Grazer „TageSpost" folgenden Vorschlag: „ES ist üblich und nur zu gegründet, daß den Beamten im Sommer und Herbste auf kurze Zeit etwa einen Monat oder einige Wochen, sogenannte Erholungsurlaube ertheilt werden. Bestimmte gesetzliche Vorschriften hierüber bestehen aber nicht, es bedarf immer eines Besonderen Einschreitens und es werden bei Lrtheilung solcher Urlaube oft die verschiedensten Rücksichten beobachtet. Es herrscht mit einem Worte keine Gleichförmigkeit. Solche Urlaube sollten im Interesse bet erholungsbedürftigen. angestrengt thätigen Beamten nicht bloß sacultativ, sondern obligatorisch ein» geführt werden, damit alle ihrer theilhastig werden und an die Stelle von Protection und Willkür ein Sistem ohne besondere Begünstigung Einzelner trete. ES sollte, wie eS im deutschen Reiche geschieht, jedem Beamten in der günstige« Jahreszeit zwischen Mai und Oktober von amtSwegen ein einmonatlicher Urlaub zukommen und hierauf sollte sogar eine Vetjichtleistung für unzulässig erklärt werden, weil eine solche oft nur auS Wolhdienerei erfolgen könnte. Wir glauben, daß die Ansttebung eines Gesetze», welche» diese Frage genau regelt, von allen Seiten die wärmste Sim» pathie und Befürwortung erfahren müßte, und daß die Initiative hierzu von den Beemtenoeretnen hier und auswärts ausgehen könnte." — (Landschaftliches Theater.) Europa kränkelt infolge der orientalischen und Laibach infolge der Orchestersrage. RegimentSmusikkapellen dürfen auf Grund eines vor kurzem republicierten KrieqSministerialbesehleS nicht unter dem Taktierstocke eines Zivil-, sondern nur unter jenem ihres eigenen Kapellmeisters zu den Waffen greisen, und von den Mitgliedern der städtischen Musik» oereinstapeUe wurden zwei — Oboist und Fagottist — zu den Waffenübungen einberufen; in beiden Thaisachen liegt die Ursache, daß daS Programm der ersten Vorstellung des „Ersten Wiener Ensemble-GastspieleS" eine Aeirderung erlitt, die annoncierte Operette „Flotte Bursche" fiel aus und die zur Aufführung gelangte Operette „Die schöne Galathea" vollzog sich — bei Klavierbegleitung. Das mittet-gutbesuchte Haus nahm die vom Leiter bet Gesellschaft, Herrn van Hell, auf offener Szene dem Haust mit« getheilte unliebsame Botschaft stillschweigend hin. In dem einaktigen Lustspiele „Wiener in Paris", von Äarl Holtei, präsentierte sich in vorzüglicher Ausführung der Rolle des „Bonjour" Herr Panfa als Charakterdarsteller ersten Ranges, er spielte mit natürlicher Wärme, mit überwältigendem Gefühl und erwarb sich unzählige Beisallsbe,eu-gungen. In der „Frau Kathi» der Frau Breit begrüßten wir eine echte Wienerin, eine Schauspielerin, auSgestattet mit fehl simpathifch klingender Sprache. Herrn Fried» maunS (Bedienter Treu) Komik ist frei von Fratzen« tefichtern, eine natürliche und durchschlagend wirkende. — einaktige Posse: „Eine vollkommene Frau", von *. Görlitz, erschütterte von Alfa bis Omega das Zwerchfell des Publikums, Herr van Hell wurde beifällig begrüßt und erwies sich als Pensionist „Fröbel* als eminenter Charakter-spielet. Recht lebendig bewegte sich Fräulein Staubet-ßubin als „Dienstmädchen Minna"; einen großen Fond von Naivetät, Ungezwungenheit und Gemüthlichkeit entfaltete Fräulein Pollitzer als „Louise ©orau". — In der Operette „Die schöne Galathea" glänzten Frl. A. Jäger (Galathea) mit ihren Coloraturen und Trillern und Fräulein A. üieberjeit (Ganymed) mit ihrer starken und tiefen Stimme. Herr E. Küstner (Pygmalion) besitzt eine simpathisch klingende Stimme, die jedoch gestern infolge Nimatischet Einflüsse otteriert war. Vorzüglich in Gesang und Mimik war Herr Friedmann als „Mydas", eine Leistung, wie wir eine solche auf hiesiger Bühne noch selten zu Gehör bekamen. Wir wollen hoffen, daß bie Laibacher Orchesterfrage früher gelöst wird, als die Orientfrage, damit das Laibacher Publikum jener Genüsse theilhastig werde, die ihm durch das van Hell'sche Gastspiel in Aussicht gestellt wurden. Angeksmmene Fremde am 30. Mai. Hotel Stadt Wien. Pteisler, Fabrikant, Gablonz. — Meißner, Heilbron. — Schwarz, Pilsen. — StalowSky, Grillisch und Fabiani, Äffte., Wien.. — Dt. Hamtschek, Regimentsarzt, Pettau. — Äomai lammt Frau, Marburg. — Frau Petsche. Gottschee. — Kornfeld, Jglau. Hotel Elefant. Dr. Erzen, k. k. BezirkSarzt, Littai. — Aufez, Wocheiner-Vellach. — Püchler, Kfm.; Steinrich, und Fröhlich, Wien. — Htowath, Mathof. —‘„(Eanierie, Äfm., Leoben. — Ogoreuz, RudolfSwetth. — Wtbmar, Pfarrer, Breme. — Ambroj, Bergbeamter, Böhmen. — Dr. Dolenz fammt Frau, Jnnerkrain. — Sonnenbet, Kfm., «anifcha. Hotel Europa. Steiner, Hausbesorger, Graz. — Schla-han, Bergwerksdirektor, Wien. — Dt. Milo-, Höret der Medizin, Karlstadt. Bairischer Hof. Äralj, Steiermark. — Patek, Adjunkt Tyrnau. Kaiser vo» Oesterreich. Lhustonuß, Graz. Mohre«. Baitz, Triest. — Weiß, Krem». — Schneider, Gottschee. Verstorbene. Den 29. Mai. Leonardo Folgariui, Taglöhner, 47 I., Zivilspital, Lungenödem. — Katharina Novak, Vlrbti* terin, 55 I., Zivilspital, Altersschwäche. — Antonia Fux geb. Müller, Gattin des Primararztes Dr. Fux, 36 I., Herrengafsk Nr. 216, Eehirnliihmung. Witterung. Laibach, 30. Mai. Trübe, kein Sonnenblick, heftiger GW. Wärme: morgens 7 Uhr + 15 8°, nachmittags 2 Uhr + 201° C. (1876 + 21 8°; 1875 -j- 20 2° C.) Barometer im Steigen 735 36 mm. Das gestrige TageSmittel der Wärme + 16 9°, um 0 4° über dem Normale. Dr. Franz Fax, Primararzt und Sanitätsrath, gibt im eigenen und im Namen seiner Sinder Anna, Friederike und Emflie Nachricht von dem höchst betrübenden Hinschkiden der innigst geliebten Gattin und Mutter, Frau Antonia