Folge 92. (Seite 1785 bis 1816.) Blätter für den Abteilungsunterricht. tTlonatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Rüstung............................................1785 2. Praktische Rechenaufgaben..........................1787 3. Die Schulgemeinde..................................1788 4. Gedenktage.........................................1790 5. Rüstung für das neue Schuljahr.....................1791 6. Pädagogische Splitter..............................1792 7. Prüfungsthemen für das Zeichnen....................1792 8. Wie der Lehrer eine zweckmäßige Reliefkarte für den heimatkundlichen Unterricht anfertigen kann 1793 9. Schulhumor.........................................1795 10. Stundenplan für die ungeteilte einklassige Volksschule mit Ganztagsunterricht.........................1796 11. Bodenständiger Unterricht.........................1797 12. Zur Berufswahl der Knaben.........................1798 13. Die Stillbeschäftigung im Abteilungsunterrichte . 1799 14. Stoffe für den deutschen Aufsatz..................1801 15. D Schreibmaschin............................ 1802 16. Die Lehrstoffverteilung für den Realienunterricht an einklassigen Volksschulen.......................1803 17. Die Wechselrede...................................1805 18. Der kranke Lehrer und das kranke Kind . . . 1806 19. Wohin mit dem Jungen?.............................1808 20. Garten- und Blumenpflege..........................1810 21. Briefkasten.......................................1811 22. Kleine Mitteilungen...............................1813 23. Durch Sachsen und Thüringen von Schule zu Schule................................................1814 24. Die österr. landw. Fortbildungsschule .... 1815 Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Ravlicek in Gottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (5 Mk, 7 Frk.). In den weitesten Fachkreisen erregten das höchste Interesse und fanden uneingeschränkte Anerkennung Prof. Rodts „Zeichenunterrichtsbriefe“ „Ein Meisterwerk der Didaktik und Methodik des Zeichenunterr.“ (Kreide, Berlin.) „Ich bin ein alter Schulmann, schon fast 42 Jahre im Dienste, davon mehr als 30 J. in der Oberklasse tätig, und so habe ich wohl ein Recht, ein Urteil über ein Unterrichtswerk zu fällen. Ich spreche Ihnen über Ihr Zeichenwerk meine vollste Anerkennung aus mit dem Wunsche, es möge jede Schule in Besitz desselben gelangen. Es würden dann die Zeichenerfolge ganz andere sein. Heil dem modernen Zeichnen nach Ihrer Anschauung I“ (Oberlehrer P. Hartinair in M., Kärnten) Hochämtllch empfohlen. Prospekt und ev. Ansichtssendung kostenlos und unverbindlich durch den Verfasser in Koinotau, Böhmen. Teilzahlungen ganz nach Bedarf. Ohne Anzahlung gegen Monatsraten o ■bd ö cd ja T=J 63 63 00 S cd fei) cd M ja 00 nur erstklassige a 09 CD 63 cs Uhren Grammophone Cheater- u. Reisegläser [Gold-, Silber- und Alpakasilber-Waren "WS Moll MS S" Hrummau a. d. m. Es ist und bleibt wahr, daß jeder Kollege, der die Stundenbilder von Sterlike und Pischel benützt, sehr zufrieden ist. Der Zeichenunterricht macht den Kindern und ihm Freude. Hochamtl. empfohlen. Zu beziehen: Fachlehrer Sterlike, Schluckenau, Böhmen. I. Teil (3., 4., 5. Schulj.) K 3 20. II. Teil (6., 7., 8. Schulj.) K 6. Voreinsendung franko, Nachn. 45 h mehr. Im selben Verlage: Preistabellen für Rechnen nach Fachlehrer Sterlike. 1 Exemplar — 3 Tafeln K V50. Voreinsendung! Hoher Extra-Vorzugsrabatt für Lehrer! T raut wein, wien, vii. Mariahilferstraße Nr. 58 B. Pianos Pianinos und Klaviere von hervorragender Klangfülle und Tonschönheit, gediegendster kreuzsaitiger Eisenpanzer - Konstruktion mit leichter, elastischer Spielart und verstellbarer Harfenton-Vorrichtung. 10 jährige, schriftliche, gesetzlich bindende Garantie! — 4 wöchentliche, frachtfreie Probelieferung nach jeder österreichischen Bahnstation I (MB- Ratenzahlungen ohne Preiserhöhung gestattet! Jeder Lehrer verlange umgehend kostenlos Zusendung der illustrierten Preisliste nebst Lehrer-Vorzugs-Rabatt-Tabelle! Drei starke Hefte mit mehreren tausend Referenzen von Lehrern etc. gratis zur Verfügung. Blätter für den Jfbteilungsunterricbt- Laibach, 1. August 1911. (In den Anzeigeteil werden mir Ankündigungen ausgenommen, für die die Güte der Marc erwiesen ist. Es werden daher vor der Insertion entsprechende Erkundigungen eingeholt. Allfällige Beschwerden mögen sofort bekanntgegebcn werden.) Beurteilungen. 329.) Österreichs lllustr. Zeitung. Zum Aufenthalte des Kaisers in der Villa Hermes im Lainzer Tiergarten bringt „Österreichs Illustrierte Zeitung“ in der Nummer 38 ihrer Blattfolge einen interessanten, mit vielen Abbildungen geschmückten Artikel. Dieses Heft enthält auch Bilder von der Aviatiker-Katastrophe während des Flugmeetings in Wiener-Neustadt, von dem ersten Todessturze eines Aviatikers auf österreichischem Boden. Weiters sehen wir Photos von der internationalen Sitzung der Mitglieder der ständigen Deputation des deutschen Juristentages in Bad Elster, vom Empfange des neuen Landeschefs in Sarajewo, von der Einweihung eines neuen evangelischen Friedhofes in Bielitz, vom Sensationsfluge Beaumonts (Strecke Nizza—Rom), Porträts des von griechischen Räubern gefangenen und verstecktgehaltenen Ingenieurs Richter, des verstorbenen Dramatikers Dr. Wilbrandt, des ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Rouvier u. a. m. Eine reichhaltige Kunstrevue ergänzt den fesselnden Inhalt des Blattes. Ein farbenprächtiges Gemälde von E. O. Braunthal „Der Zoologe“ reproduziert die Kunstbeilage, die als Gratisgabe für die Leser dem Blatte beiliegt. So lange der Vorrat reicht, erhalten neu eintretende Jahresabonnenten die 112 Folioseiten starke und mit Hunderten Illustrationen' prachtvoll ausgestattete Sondernummer „Wien“ gratis (Ladenpreis 3 K) vom Verlage Wien, VI. Barnabitengasse 7 und 7 a. V. 330.) Wegweiser für Afpenlonren und Sommerreifen. (Verlag G. Freytag und Berndt in Wien, VII. Schottcnseldgasse 62.) — Wir haben jedes Jahr aus diese Sammlung von Wanderkarten verwiesen. Da wir bestrebt sind, die Lehrerschaft in die Beige zu locken, wiederholen wir den Vermerk. Die Verlagsanstalt gibt Verzeichnisse kostenlos ab. Also eines kommen lassen und — wählen! Watgever. 29.) Wer leiht mir gegen Entgelt die Bücher für das Studium, betreffend die Biirgerschullehrer-prüfung (1. Fachgr.)? K. M. 30.) Eine Lehrerin, die vergeblich kompeticrt hat, sucht eine Stelle als Erzieherin. Wer will ihr behilflich sein? 31.) Wer kann einem eifrigen Lehrmittelsammler Firmen bekanntgeben, die für Schnlzwecke die Entwicklungsprodukte der Leder-, Porzellan- und Blecherzeugung zur Verfügung stellen? scMaB'aEsracsaoae'ap'aC'ac^ac-aeonsoeooaGooacNac'Sfr , „ , - - in den Schulen, / Zur besten und ■ . 4- , . . f| # B / ' Crziehungs- ------ Tintenfrage «? Gosun9 dcr O Ämtern. fl 3 CD Für jede Schulleitung wichtig! Die flüssigen Tintenextrakte von F. Schüller in Amstetten, N. Ö., sind echte Tinte in verdickter Form und geben mit Wasser verdünnt sofort fertige Tinte. rt n i Liter Nr. 2 (4 K) gibt 20 Liter schwarze Schultinte ä 20 h. “ 3 Liter Nr. 3 (6 K) gibt io Liter echte Anthrazentinte ä 60 h. In Schulen und Ämtern bestens eingeführt. — Staunend einfache und reinliche Bereitung. — Von 3 Liter an portofrei. Keine Nachnahme. Keine Voreinsendung des Betrages. Muster gratis und franko. 9T n> Bücherverkauf. 2. Folge. Nachstehende Bücher, die fast durchgehends noch ganz neu sind, geben wir zu den angemerkten bedeutend ermäßigten Preisen ab. Bei der Auswahl empfiehlt es sich, außer den gewünschten Schriften auch mehrere andere als Ersatz anzuführen, damit dieselben im Falle der Voreinsendung des Betrages bei Abgang der bestellten Bücher übermittelt werden können. Die Begleichung kann in Raten erfolgen. Bei Abnehmern der „Blätter“ wird der Betrag gebucht. Das Porto wird gesondert berechnet. Bestellungen im Betrage von mindestens 10 K werden portofrei erledigt; übersteigt die Kaufsumme 20 Kronen, so wird überdies ein 10°/oiger Nachlaß gewährt, bei 40 Kronen und mehr ein Nachlaß von 20°/o. Da wir den Verschleiß nur kurze Zeit führen und hernach jedweden Wiederverkauf ablehnen, so erscheint es geraten, eine allfällige Bestellung ehestens erfolgen zu lassen. (Adresse: Verwaltung der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach.) III. Rechenunterricht. E. Fitzga, Die natürliche Methode des Rechenunterrichtes in der Volks- und Bürgerschule, 3. Teil, geb. K 3, ganz neu. — Die natürl.Methode des Rechenunterrichtes in der Volks- u. Bürgerschule, l.Teil, brosch. X 2. Moönik-Behacker-Krünes, Lehrbuch der Arithmetik für Lehrerbildungsanstalten, 8. Aufl., geb. K 150. Trostbüchlein für die junge Lehrerin (Eine treffliche Ferienlektüre. Elegantes weißes Bändchen, 132 Seiten, Sachweiser, 30 Abschnitte.) Verfasserin: Hildegard Rieger. Geleitwort von Rud. E. Peerz. Preise: a) gebunden 1 50 K — b) geheftet 1 K. ßrösstes Uhren-, ßold- und optische Waren-Versandhaus füllt* Eckstri» Wien XV/. Mariastikferstr. 152. Lieferung an alle ^0/ p. T. Lehrer und , kehrerinne» in bequeme» tzeikzahtungen. I WT verlangenSie illu-stricrte Preisliste 0 gratis »nd franko Verlag von Aug. R. Hllschfeld, Sternberg (Mähren). ^ehrstoff-Aerteikung (mit Stundenplan) für die erste Klaffe einer Zweiklassigen oder für die Unterstufe einer einklassigen geteilten Volksschule mit drei Schuljahren, von denen das erste Schuljahr die erste Abteilung, das zweite und dritte Schuljahr die zweite Abteilung bilden. Die Lehrstoff-Verteilung für das erste Schuljahr kann überhaupt von jeder Schulkategorie als Klassenbuch (ZVochenbuch) benützt werden. Die Lehrstoff-Verteilung bezieht sich auf die von den hohen f. f. Landesschulräten für btc ersten drei Schuljahre durch die Ilormallehrpläne vorgeschriebenen Unterrichts« gegenstände: Deutsche Unterrichtssprache, Rechnen, Schreiben, Zeichnen, Gesang, Turnen und weibliche Landarbeiten. Vom (Oberlehrer 3oh. B B B B o B 5-' B 9 B 3, B B B B B B B Stundenplan für die ungeteilte cinklaslige Volksschule mit GanMgsunterricht. Bodenständiger Unterricht. 14. (Winke für die Verfassung des Lehrplanes.) Seit Jahren führen die „Bl." unter der obigen Aufschrift ein Kapitel, das für den Unterrichtsbetrieb von weittragender Bedeutung ist und dessen Name daher zu einem pädagogischen Schlagwvrte geprägt wurde. Heute schwelgt nicht nur jede moderne Schule auf dem flachen Lande in der „Bodenständigkeit", sondern auch Wien, das Wien mit den Schulpalästen, hat sich den Begriff vorläufig wenigstens in der Theorie zu eigen gemacht. Es ist wieder einmal die gesunde Idee von den Landschulen aus hinein in die Stadt gewandert, um dort mit ihrer natürlichen Frische die bleiche Genossin anfzurichten. Während noch vor kurzer Zeit Pädagogik en gros aus den Städten bezogen werden mußte, findet nunmehr ein Austausch statt, ein Gegengeschäft, das auf beiden Seiten reichen Gewinn zurückläßt. Da nun, wie erwähnt, dermalen die Landschule der gebende Teil ist, so darf sie darob des erworbenen Schatzes nicht vergessen, bezw. ihn nicht vollends ausliefern, im Gegenteile: Was sie mit Geschick und Fleiß erworben, muß zur vollen Ausnützung geführt werden. Wir unserseits blättern in den Jahrgängen 1908 (Seite 582, 587, 621, 670, 692, 718, 749, 771, 822), — 1909 (S. 927, 930, 978, 1200), — 1910 (S. 1232, 1445), — 1911 (S. 1583, 1669) zurück und lassen die Erörterungen als Ganzes vor die Angen treten. Ihre Verwertung zeigt sich sodann in der Zusammenstellung des Lehrplanes für das Schuljahr 1911/12. Natürlich lassen sich hiefür nur allgemeine Nichtungslinien ziehen, hängt doch die Individualisierung von den Sonderverhältnissen des Schulvrtes ab. Immerhin werden die nachfolgenden Vermerke indes geeignet sein, die Aufmerksamkeit nach einer bestimmten Seite zu lenken. Wir ziehen zu diesem Zwecke die einzelnen Gegenstände in Betracht. — 1.) Lesen. An Schule», die mit einem schlechten Schulbesuche rechnen müssen (Wegverhältnisse, Mangel an Arbeitskräften u. a.) ist für das erste Schuljahr bloß das kleine Abc (Druck und Schrift) in den Lehrplan einzustellen. (Rücksprache mit dem Inspektor.) — In großen Klassen Einführung des Helferwesens. (Vgl. die 7. FrageI) — Bei ungeregeltem Schulbesuche Grnppeubildung. — In Gegenden mit mehreren Volksstämmen ausgiebige Pflege der Lateinschrift, nachdem die deutsche Schrift gesichert worden ist. — An Landschulen das Lesen von Aktenstücken, landwirtschaftlichen Zeitschriften. — Wo der Dialekt stark in die Schule schlägt, das Auswendiglernen von Prvsastücken und der durch den Lehrer gründlich korrigierten Aussätze. Wöchenilich ein Pensum. — Im zweiten Schuljahre fleißiger Gebrauch des Setzkastens/ tüchtiges mechanisches Lesen, wenig Zerklitterung der Lesestücke. — 2.) Schreiven. In Stadtschulen Anbahnung einer einfachen Schnellschrift (Vorbereitung für die Mittelschule), in der Landschule langsames, deutliches Schreiben. Mindestens durch drei Wochen Einübung der Schriftelemente; in Schulen, wo mit der Zeit gegeizt werden muß, jedoch sofort der Sprung ins Volle. Laut- und Bnchstabenentwicklung hier ohne viel Umschweife; weniger methodisieren, mehr üben 1 In gemischtsprachigen Gebieten Pflege der Lateinschrift nach völliger Sicherung der deutschen Schrift. Die Eigentümlichkeit der Schrift belassen I Nicht sosehr an der vor-„gezeichneten" Form kleben, sondern mehr das Typische, Gefällige beachten! — Eine Wandtafel mit den gangbaren Buchstabenformen anfertigen 1 — In den oberen Klassen die Schvnschreibstundcn für Sprache oder Realien verwenden und dafür bei jeder schriftlichen Arbeit die Schrift eigens klassifizieren! — Im ersten und zweiten Schuljahre zumeist nur Vorgeschriebenes abschreiben lassen! 3.) Sprache. In Gegenden mit starkabweichendem Dialekt den Anschauungsunterricht ganz und gar in den Dienst des Sprachunterrichtes stellen! — Die Sprachunrichtigkeiten in der Umgebung des Schnlortcs sammeln und auf einer Wandtafel vermerken! (Ferienarbeit I) — Eine Reihe von Aufsatzthemen, die die Verhältnisse des Schulortes betreffen, zusammenstellen und womöglich in die vollständige Ausführung bringen! — In Schulen, die Material für Mittelschulen liefern, wöchentlich eine theoretische Lektion. 4.) Hlechnen. Sofort die Zahlenreihe 1—10 schaffen, in ihr aufwärts und rückwärtszählen, keine Jnvividualbehandlung der Zahlen! — Lehrmittel: Entweder Finger, Striche, Leiter ober Meterstab. Nur ein einziges Veranschaulichungsmittel I — Gründliche Einprägung von Nechensätzchen. — Es empfiehlt sich, über die Ferien eine Sammlung bodenständiger Rechen» 1 Wo er fehlt, muß er sofort beschafft werden. Ein fürsorglicher Lehrer macht sich selbst ans Werk. beispiele anzulegen. (Vgl. ben ständigen Abschnitt der „Bl." und das Büchlein „230 praktische Rechenaufgaben" 1) — Dasselbe gilt für die geotit. Formenlehre. — Im zweiten Schuljahre Einübung des Einmaleins als Ergebnis der Reihenübungen im Zahlenraume 1—100. Sofort mit diesem Zahlenraume beginnen und hernach erst bei den einzelnen Zehnern verweilen I — In Landschulen wenig Bruchrechnen. 5.) Erdkunde. Einen Plan von der Schule, vom Schulorte, von dem Landschaftsgebiete, in dem dieser liegt, und eine Bezirkskarte anfertigen I — Ausflüge in die Umgebung skizzieren I Reliefs ntifertigenl1 — Für den Schulbeginn Ausflüge vorbereiten I — Ansichtskarten sammeln, Bilder ans Zeitschriften, Prospektei — Eine Heimatkunde verfassenI — Für die oberen Abteilungen zum Teil gemeinsame Stunden, zum Teil Eckstunden ansetzen I In Gegenden mit Handel großes Gewicht auf das Kartcnlesen und auf die Kenntnis der Verkehrsmittel legenI (Vgl. hiezu die Broschüre „Der heimatkundliche Unterricht im Dienste der Volkswvhlfahrt"!) 6.) Geschichte. Geschichtsdaten aus der Umgebung des Schulortes sammeln! — Die Geschichte ieS Ortes, der Schule, der Hingebung als Ganzes vorbereiten! — Helden der Heimat. — Ruinen, Sagen, Erzählungen. — Die Entwicklung der Kultur in der Heimat. 7.) Naturkunde. Bodenständige Naturkörper. Naturprodukte, Erzeugnisse der Arbeit sammeln! Über die Ferien eine Liste von jenen Objekten anlegeu, die für die Heimat typisch sind und daher besprochen werden müssen. Vor allem Holzarten, Getreidearten, nutzbare Mineralien sammeln! 8.) Gesang. Das heimische Volkslied in die Schule verpflanzen; daher eifriges Forschen nach demselben. — Aus den verschiedenen Gesangsbüchern werden jene Lieder ausgewählt, die echte Volkslieder sind; Kinderstubenlieder und Kunstgesänge ausschalten I — Alle 14 Tage ein neues Lied I 9.) Zeichnen. Gegenstände aufstapeln, die sich zur Nachbildung eignen. (Ausführlicher Lehrplan in der Schrift „Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule".) Diese Andeutungen bringen eine schöne Ferienarbeit; sie helfen mit, da es gilt, einen Lehrplan zu verfassen, der den Bedürfnissen des Schulortes entspricht, daher zu einem bodenständigen Unterrichte führt. Wieviel Geist liegt in einer Stoffverteilung, die durchaus aus dem Boden der Heimat entnommen wurde! Glücklich der Manu, der an solcher „Rüstung für das neue Schuljahr" Freude hat und sich auschickl, im Geiste der Zeit zu wirken! — (In Folge 93 wird ein ausführlicher Lehrplan für die erste Klasse von Schulen mit Abteilungsunterricht mitgeteilt werden.) Zur Berufswahl der Knaben. Die grundlegenden Kenntnisse, ohne die kein Bürger eines modernen Staates heranwachsen soll, werden in der Volksschule vermittelt. Diese bildet aber auch die Grundlage, auf denen jede höhere Unterrichtsanstalt aufbauen muß. Es ist daher von ganz besonderer Wichtigkeit, nicht nur für die große Masse des Volkes, sondern auch für das gesamte höhere Schulwesen, daß die Volksschule gut organisiert sei. Ist doch der größte Teil der Menschheit, der große Stand der Gewerbetreibenden und Landwirte, auf sie allein angewiesen 1 Viele Eltern wollen ihren Knaben eine höhere Schulbildung angedeihen lassen, als die Volksschule zu bieten imstande ist, oder wollen sie einem Stande zuführen, der sogenannte „gelehrte Studien" voraussetzt. In diesem Falle wandern die Knaben zur Mittelschule. Auch im ersteren Falle ist es vielfach üblich, die Knaben einige Jahre in eine Mittelschule zu schicken, da viele Eltern der festen Meinung sind, daß ihre Kinder durch den Besuch auch nur einiger Klassen des Gymnasiums oder der Realschule sich ein für das Leben ausreichendes und verwendbares Wissen aneignen. Sie vergessen ganz auf eine Anstalt, die ihre Kinder mit mehr praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten ausstattet, die ihnen ein für ihre Zukunft wertvolleres, mehr abgeschlossenes Wissen vermittelt; dies ist unsere heutige Bürgerschule. Die meisten Eltern vergessen, daß die Untermilteischule vor allem für die Obermittelschule und diese wieder für die Hochschule vorbereitet und nicht den Anforderungen, welche die Gegenwart an das Handwerk, an Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft stellt, zu entsprechen berufen ist. Trotz Erhöhung des Schulgeldes, trotz höheren Ausgaben für Lehrmittel, wächst der Zudrang zu den Mittelschulen in erschreckender Weise. Und welche Folgen ergeben sich daraus ? Mehr als zwei Drittel der in 1 Vgl. hiezu die in dieser Folge enthaltene Anleitung des Herrn Obi. Rosa! die Mittelschule cintretenden Schüler verlassen auf halbem Wege oder noch früher diese Anstalten mit zumeist wert- und nutzlosen Bruchstücken einer „höheren Bildung“ und sehen geringschätzig auf jene herab, die sich eine, den praktischen Verhältnissen und Lebensbedürfnissen mehr Rechnung tragende, nützliche Gesamtbildung in der Bürgerschule erworben haben. Diese auf halber Fahrt Schiffbruch Leidenden vermehren von Jahr zu Jahr das Heer der sogenannten „geistigen Proletarier“, jener Klasse von Menschen, die mit Neid, Argwohn und Haß erfüllt ist gegen Höherstehende und gegen jene Mitbürger, die ihnen den Rang ehrlich und durch starke Arbeit abgelaufen haben. Es sind dies jene „Weltverbesserer“, die der Gesellschaft und dem Staate mitunter gefährlich werden können. Schuld an der unrichtigen Berufswahl ihrer Knaben haben viele Eltern deshalb, weil sie in Unkenntnis sind über Ziel und Zweck der bestehenden Unterrichtsanstalten, weil man in ihren Kreisen auf die Bürgerschule mit Geringschätzung herabsieht, sie mit der Volksschule auf die gleiche Stufe stellt, ihr nicht die Würdigung angedeihen läßt, die ihr mit Recht vermöge ihrer Leistungsfähigkeit und heutigen Ausgestaltung gebührt. — Jene Knaben, die Talent und Neigung zu einem Berufe haben, der nur durch den Besuch einer Mittel- und Hochschule erreicht werden kann, gehören nach der vierten Klasse der Volksschule in die Mittelschule. Freilich ist bei ihrer Kostspieligkeit und langen Dauer die Armut gar oft eine unübersteigbare Schranke. Wollen jedoch Eltern ihren Kindern eine über das Ziel der Volksschule hinausreichende Bildung angedeihen lassen, ohne die Absicht zu haben, dieselben „studieren“ zu lassen, so mögen sie die Bürgerschule wählen. Diese vermittelt nicht nur eine über das Ziel der Volksschule hinausreichende Bildung, sondern gewährt auch die Berechtigung zur Aufnahme in jene Fachschulen, die eine Mittelschulbildung nicht voraussetzen.1 Zeigt der absolvierte Schüler besondere Anlage zum Zeichnen, so bewerbe er sich um Aufnahme in eine Gewerbe- oder Kunstgewerbeschule: hat er diese Befähigung nicht, so kann er im Wege der handels-und landwirtschaftlichen Mittelschule sein Glück machen; zeigt er besondere Neigung zum Lehrfache, so wende er sich der Lehrerbildungsanstalt zu. Bei der Berufswahl der Knaben sollte auch der hygienische Standpunkt nicht außeracht gelassen werden, wie dies leider zu häufig geschieht. Die Konstitution sowie der allgemeine Gesundheitszustand mögen ebenfalls gebührende Berücksichtigung finden, hängt doch häufig genug das Lebensglück, das Wohl und Wehe des Einzelnen wie ganzer Familien von der richtigen Berufswahl ab. —M— Die Stillbeschäftigung im Abteilungsunterrichte. (Von Ernst Woldau, Volksschuldirektor in Brosdorf.) (Schluß.) In den letzten drei Schuljahren verlege man das Hauptgewicht auf das Briefschreiben. Darnach beurteilt der Landmann die Schule. Briefe schreibt jeder und muß sie schreiben als Soldat, als Dienstmädchen, als Arbeiter, als Kaufmann, als Unternehmer. Der Brief geht durch mehrere Hände, die Unbeholfenheit in Stil und Form kommt auf das Kerbholz der Neuschule.2 Ich erinnere mich an den Ausspruch eines Kollegen, der in einer Versammlung sagte: „Wir sollen aus dem Kinde herausnehmen, und es ist nichts drin 1“ — Das gilt ganz vom Briefe; der ist nicht drinnen, der muß erst hineingelegt werden u. zw. durch das Memorieren von Musterbeispielen. Eine Mahnung, Bestellung, Bitte, ein Glückwunsch usw. wird als Musterbeispiel memoriert und als Stillbeschäftigung festgelegt. Die Veränderung des Inhaltes erfolge erst später und zum Schlüsse, bis alles klappt, erst den Brief aus dem Stegreif! Wir sind als Kandidaten im Stil erst dadurch reif geworden, daß wir in allen Gegenständen viel memorierten und uns dadurch einen reichen Wortschatz aneigneten. Der Bauer ist nicht dumm, es fehlt ihm nur das Wort, das ihm die Schule geben soll. Das freie Erzählen ist, wie die Erfahrung lehrt, wenigen gegeben; wir müssen also mit der Masse rechnen. Ich will dem Mechanismus, der sich bei einem ungeschickten Lehrer unwillkürlich aus dem Memorieren entwickeln wird, nicht das Wort reden; aber ohne dem Schüler etwas geboten zu haben, Nachbildungen, einen freien Aufsatz 1 Ein genaues Verzeichnis jener Anstalten, in die Absolventen der Bürgerschule Aufnahme finden, ist in der Bürgerkunde von Ad. Nitsch, Verlag M. Quidde in Triest (Preis 90 h), enthalten. 2 So ist es! Wir arbeiten noch immer zu wenig für die Öffentlichkeit. Für den Erfolg, der nicht offenbar wird, gibt niemand auch nur einen Pfifferling. D. Sch. 1800 zu verlangen, wird schwer angehen, denn das Memorieren ist ein wichtiger Faktor für das freie Nachbilden, mindestens beeinflußt es dasselbe ganz bedeutend.1 Ein Beispiel aus dem Leben. Ein Lehrer bereitet sich zur Bürgerschullehrerprüfung für die erste Fachgruppe vor. Er wird viel memorieren, wenn auch nicht immer dem Wortlaute nach, so doch immerhin ein hübsches Päckchen. Nach Beendigung seines Pensums werden wir an ihm die freiere Rede, Gewandtheit in den Sprachformen und den tieferen Inhalt der Gedanken finden. Warum? Er hat seinen Wortschatz aus dem Wissen bereichert, die Form, die ihm auf mechanischem Wege gegeben wurde. Ich bitte, mich so zu verstehen, daß ich nicht dem mechanischen Drill der alten Schule das Wort reden will, ich sträube mich entschieden dagegen und dulde ihn nie in meiner Klasse. Aber von Kindern Briefe zu verlangen, ohne Musterbeispiele eingeprägt zu haben, wird sich schwer halten. Unser Stil ist ja auch Nachahmung; jeder schreibt so, wie er gerne liest, und macht sich seinen Stil nach diesem Muster.2 Geben wir also dem Kinde solche Muster. Ein Brief ist eine eigene Sache! Er ist keine Beschreibung, keine Schilderung, keine Erzählung, er ist ein Ausdruck der Gefühle, oft bloß eine Höflichkeitsform, die angelernt sein will, und diese fehlt dem Landbewohner. „Guten Tag!“ — „Habe die Ehre!“ — „Schammster Diener!“ — ist auch eine mechanische Form; der Sprecher fühlt nichts dabei und doch ist sie angenehm und gehört zum guten Ton! Also gewisse gefällige Umgangsformen müssen dem Kinde in der Schule durch das Memorieren geboten werden, denn im Stalle und auf dem Felde werden sie nicht erlernt. Was dem Kinde im Aufsatzunterrichte als Beschreibung gereicht wird, soll auch eines idyllischen oder poetischen Charakters nicht bar sein. Hör ein trockenes Beispiel! Der Pudel. — Der Pudel ist ein Raubtier. Er gehört in die Klasse der Hunde. Sein Kopf ist rundlich, die Schnauze spitzig. Die Ohren sind herabhängend. Der Rumpf usw. Das Kind empfindet nichts dabei, öde und leer bleibt das Gefühl bei solch mechanischer Klauberei. Der Beschreibung nach könnte „der Pudel“ auch ein Jagdhund sein. Hör nun ein Beispiel, wie es das Kind liebt: Unser Pudel ist das munterste Tier im Hause. Den ganzen Tag ist er auf den Beinen. Im Hof, im Stall, im Zimmer, im Garten, auf dem Felde kannst du ihn sehen. Er hat den ganzen Tag zu tun. In der Küche sieht er nach, ob für ihn etwas abfällt. Im Stalle muß er den schwarzen Ziegenbock auszanken. Im Garten und auf der Wiese duldet er keine Gänse. Dort jagt er ein Häschen aus dem Krautfelde. Das will er fangen. Allein unser Pudel ist viel zu langsam. Er bleibt stehen und zankt hinter dem Häslein. Da kommt der Jäger! Unser Pudel macht sich schnell aus dem Staube. Zur Strafe läßt ihn der Vater im Winkel sitzen. Da hängt ihm traurig der Schnauzbart herab. — (Nachbildung: mein Kätzchen, mein Gänschen.) Ich nehme als zweites Beispiel die Beschreibung unseres Schulgebäudes. Wie nüchtern hört sich die Stilübung an, wenn das Gebäude der Länge, Breite und Höhe nach geschätzt, wenn eine Ost- und Westmauer entdeckt, wenn konstatiert wird, daß das Dach mit Schiefer gedeckt ist, die Front 14 Fenster zählt und hinten die Aborte sind, wenn das stockhohe Gebäude auch eine Stiege hat und man durch das Haupttor ein- und ausgeht. Gefällig klingt die Beschreibung etwa folgendermaßen: Unser Schulhaus wurde im Jahre 1897 durch die Gemeinde Brosdorf erbaut und am 1. September 1898 feierlich eröffnet. Es genießt die Auszeichnung, den Namen unseres allgeliebten Monarchen zu führen. Mitten im Dorfe steht es wie ein Schmuckkästchen unter den ändern Häusern. Ein schöner Ziergarten verschönert die Frontansicht. Hinter dem Gebäude liegt der Schulgarten, in welchem ich gerne arbeite und lerne. Die Fassade wird durch die Statue Josefs II und der großen Kaiserin Maria Theresia geschmückt. (Fortsetzung in ähnlicher Art) Schluß: Ich besuche die Schule sehr gerne und will auch recht fleißig sein, damit ich Eltern und Lehrer erfreue und einmal ein tüchtiges Mitglied der Gemeinde werde. Ich besuche die dritte Klasse seit 15. September 1898. Mein Lieblingsgegenstand ist Geschichte. Spruch: „Halte den Brunnen, aus dem du geschöpft hast, in Ehren!“ — 1 Verfrühtes Aufsatzschreiben ohne Muster und Gliederung gleicht einem wilden Fahren in unwegsamen Gebieten. Nur der Hundertste gelangt ans Ziel. D. Sch. 8 Unwillkürlich hallen wir uns an ein Vorbild. Man beachte die Übereinstimmung bei verschiedenen Schriftstellern! D. Sch. (Nachbildung: unser Wohnhaus, mein Vaterhaus, unser Obstgarten, mein Spielplatz.) Ähnlich interessanten Stoff gäben folgende Themen: Was mein Großvater erzählt. — Großmutters Spinnrad. — Das Franzosenkreuz. — Unser Friedhof. — Der 19. März 1848 und die Aufhebung der Robot. — Wo und wie meine Großmutter das Lesen erlernte. Warum verlassene Webstühle auf unseren Böden stehen. — Was ich bei der Teichfischerei sah. — Was die alte Schloßbrücke erzählt u. dergl. m. Es ist einleuchtend, daß derartige Themen mit großem Interesse bearbeitet werden, daß das Kind sich ob des gebotenen interessanten Stoffes auf die sonst so verhaßte Aufsatzstunde freut und die Sache auch einen inneren und geschichtlichen Wert hat. Darum auch die Bitte der Landlehrer nach einem guten Sprachbuch. Dort liegt das Hauptgewicht der Stillbeschäftigung im Abteilungsunterrichte. Mein Thema, so interessant es in der Folge werden müßte, kann ich leider hier nicht erschöpfen, es müßte denn daraus ein ganzes Buch werden. Doch jeder mit dem Abteilungsunterrichte geplagte Lehrer wird mich verstehen, welche Tendenz ich meinen Worten unterlege. Wieviel Zeit und unnütz vergeudete Kraft wäre uns erspart geblieben, wenn wir in unserer „Lehrzeit“ uns eines Führers im Abteilungsunterrichte hätten erfreuen können, denn Experimente sind dem Erfolge nicht immer dienlich und die Praxis kommt leider zu spät. Liebe Kollegen, die ihr an der Schwelle eurer Praxis steht: Benützet die freie Zeit zur sorgfältigen Vorbereitung für den Abteilungsunterricht! Die Ferien haben manche langweilige Stunde, die im Dienste dieser guten Sache verwertet werden könnte. Sammelt Musterbeispiele für die Stillbeschäftigung der Kleinen, haltet euch nicht krampfhaft an veraltete Vorschriften und Bücher, klettert nicht immer zum Zwecke euerer Ausbildung die Leiter des Wissens hinan, steigt auch hinab in das Herz eurer euch anvertrauten Kinder! Und wenn der 15. September heranrückt, suchet eure Ferienarbeit heraus, steckt ein freundliches Gesicht auf und der Erfolg ist euer schon am ersten Schultage, denn alles Gute ringt sich empor ohne Anpreisung und Geschrei. Die stillen Arbeiter sind heutzutage eine gern gesuchte Ware und sie haben den besten Lohn: die innere Befriedigung im Berufe. Stoffe für den deutschen Aufsatz. Anregungen von Emil Förster. 8. 22.) Der Leiermann spielt. Die Beziehungen der Kinder zu den Drehorgelbesitzern sind recht mannigfaltig. Die kleinen Kinder hüpfen auf dem Arme der Mutter, wenn die Weisen eines Leierkastens draußen im Hausflure ertönen, größere reichen dem Musikanten das Geld, oft mit Zagen und Furcht, noch größere singen mit und tanzen wohl auch dazu. Oft genügt ihnen die Musik vor der eigenen Tür nicht und sie bilden deshalb eine Strecke weit das Gefolge des Werkelmannes. Was für Leute sind es gewöhnlich, die mit einem Leierkasten von Haus zu Haus ziehen? (Arme Leute, Invaliden, Krüppel, Blinde, Taube u.a.) Was läßt sich über den Kasten sagen? (Verschiedene Größe; Tragriemen, Gestell oder Wägelchen; Klangfarbe, oft verstimmt, Stücke.) Gewöhnlich sind die Werkelmänner stolz auf ihre Instrumente. Höret, wie uns der Dichter Heinrich Seidel „Die Musik der armen Leute“ schildert 1 1. Ein enger Hof. Kein Sonnenschein fällt dort das ganze Jahr hinein. Da herrscht ein seltsam muffiger Duft, nach Armut riecht’s und Kellerluft; da blüht keine Blume, da grünt kein Laub, die Kinder spielen in Müll und Staub. Nun kommt ein Leiermann hervor und schleppt seinen Kasten durchs offene Tor. 2. Den Donauwalzer spielt er auf; da rennt es herbei in schnellem Lauf, da krabbeln aus ihren Höhlen heraus die Kinder in dem ganzen Haus und über die blassen, ernsten Gesichter fliegt es dahin wie Sonnenlichter. Sie tanzen und wiegen sich hin und her beim Donauwalzer — was will man mehr? 3. In der Kellertür steht ein schlampiges Weib, ihr hängen die Kleider um den Leib, den Säugling hält sie in dem Arm, in ein Wollentuch gewickelt warm. Sie läßt ihn tanzen. Und wie er sich regt und mit den magern Ärmchen schlägt, ist über die vergrämten Wangen ein Strahl von Mutterfreude gegangen. 4. Das Mädchen für alles im ersten Stock, es faßt mit den Fingerspitzen den Rock und trällert den Text und dreht sich und lacht, an einen flotten Tänzer hat sie gedacht. — Der Leiermann hat die Blicke erhoben und wartet auf den Segen von oben. Dann kommt, das hört ein jeder gern: „Einst spielt ich mit Szepter, mit Krone und Stern.“ 5. Der arme Schreiber in seiner Kammer vergißt eine Weile den täglichen Jammer. Er läßt die kritzelnde Feder stehen und seinen Blick zu den Wolken gehen, die über die Dächer dahingezogen. So hoch sind einst seine Träume geflogen von Ruhm und Glück und Sonnenschein: „0 selig, o selig, ein Kind noch zu sein 1“ 6. Der Leiermann dreht seine Kurbel um, seine Blicke drehen sich rings herum; ein anderes Stück nun stellt er ein: „Ich bitt’ euch, liebe Vögelein 1“ Die Nähterin läßt die Maschine stehen und ihre Traumgedanken gehen. Draußen schießen die Schwalben vorbei, sie blickt ihnen nach und summt dabei: „Ich bitt’ euch, liebe Vögelein, will keins von euch mein Bote sein?“ 7. Der Leiermann aber schaut sich stumm von einem Fenster zum ändern um, dreht die Kurbel und läßt mit Hallen den „Radetzkymarsch“ erschallen. In seiner Werkstatt der Schuster nun läßt eine Weile den Hammer ruhen; selbst trug er des Kaisers Rock und Wehr, sein Vater kämpft’ einst in Radetzkys Heer. Und wie er denkt an jene Zeit, wird sein Soldatenherz ihm weit, stimmt in des Liedes Klang ein gleich: „Mein Vaterland, mein Österreich!“ 8. Der Leiermann aber blickt und späht, damit sein Lohn ihm nicht entgeht. Und sieh, der Segen bleibt nicht fern, denn Armut gibt der Armut gern. Bald hier, bald dort mit leisem Klapp, in Papier gewickelt, fällt es herab; denn ein wenig Licht ins graue Heute bringt die Musik der armen Leute. Verwandte Themen: Die Musik spielt! Hörst du die Musik? Dudelsackpfeifer kommen! Böhmische Musikanten im Dorfe. Sieh, ein Tanzbär! Das Kasperltheater. Im Zirkus. In der Menagerie. Auf dem Karussell. Auf der Luftschaukel. In der Schießbude. 23.) Sehenswürdigkeiten der Großstadt. Stoff: Vom Bahnhofe in die Mitte der Stadt. Großer Verkehr und reges Leben: Droschken, Omnibusse, Straßenbahnen, Soldaten, Dienstmänner, Postboten, Zeitungsträger, Studenten, Arbeiter, Spaziergänger, Blumenverkäuferinnen. — Hervorragende Gebäude, Straßen, Brücken, Schauläden, Schilder. Denkmäler und Zeugnisse der Vergangenheit. Zum Bahnhofe zurück. D Schreibmaschin. „Wos dou d Leut olls erfinden“, moat da Stefl in in Grobm; „wird d Wölt nehma lonk steahn, jo; d Menschn wern z gsclieit. Zerscht seins mit n Doinpfwogn kein, oftn mit n alektrischen Liacht. Hiaz gehts eahma mit n Lokomotivi scha z longsom und a sou fohrns in da Luft umaranond. Sultn sou groaßi Schiffe daun, wia aufm Wossa. Sai Tog hätt ma däis näit glab, jo. Wird insan Herrgoudn a näit olls oas sein, wonns eahm as Erschoffm scha glei wulln nochmochan. Gach amol stroft ers wieder mit ara Sündflut und schmeißt eahnari Luftschilfa eini ins Wossa.“ „Jo“, sogg da Laitn Franzi, „hobs as scha khärt, daß da Rehkogla Gnioarichta a Schreibmaschin kriag hout.“ „Wos du näit sogst, is dena gonz aus da Weis, jo gibts leicht däis a“, sog da Stefl van Hiasbaurn Grobm; „na der houts vannethn, muaß dena glei übrol dabei sein da Rehkogla Gmoa-richta. Der wird a Schreibmaschin brauchan. Is er lacht z faul, daß er selba tat schreibm?“ „Da Rehkogla Gmoarichta schreibm?“ moat da Franzi, „ja woaßt as denn näit, daß er s Schreibm nia hout glernt und grod derawegn hout eahm jo die Gmoa a Schreibmaschin kaft.“ Ed. Gimpl. Die Lehrstoffverteilung für den Realienunterricht an einklassigen Volksschulen. (Vgl. Folge 72 und 73.)1 (Fortsetzung.) Mein Realienlehrplan für die zweite Klasse zweiklassiger Volksschulen. I. Naturgeschichte. (1 Stunde wöchentlich.) Turnus A. Fledermaus, Herbstzeitlose, Hund, Katze, Vergleich der beiden, Fuchs Iltis, Vergleich der beiden, Bär, Übersicht d. Raubtiere, Vorführung verschiedener Vertreter des Mineralreiches als Einleitung, das Kupfer und seine Legierungen, Schaf, Ziege, Vergleich der beiden, Verwandte derselben u. Übersicht d. Huftiere Schneeglöcklein, das Leben der Fische im Wasser, Karpfen, Hecht, Vergleich, Walfisch, Maikäfer, Schwalbe, Vogelschutz, Haus- u. Rauchschw., Schwalbe und Mensch, Kuckuck, Eiche, unsere Laubbäume, Erbse, Verwandte, Hülsenfrüchtler: a) Gemüse, b) Futterpflanzen, c) Unkräuter. Turnus B. Maulwurf, Dachs, Verwandte, Übersicht d. Raubtiere, Saatkrähe u.Verwandte, Eichhörnchen u. Verw., Übersicht der Nagetiere, Hirsch, Reh, Renntier, Gemse, Übersicht der Huftiere, Der Mensch, 12 Stund., Einleit.: der Mensch als vornehmstes Geschöpf, äußere Teile, Rassen; Knochengerüst, Zahnpflege, Gelenke, Muskelsystem, Verdauungsorgane, Herz und Blutgefäße, Atmungsorgane, Hygiene derselben, Nervensystem, unsere Sinnesorgane, Hygiene derselben, Salz, Veilchen, Frosch, Bilsenkraut, Stechapfel, Kartoffel, Eidechse. Turnus C. Igel, Spitzmaus, Insektenfresser, Ratten und Mäuse, verwandte Nagetiere, unsere Nadelbäume, (hiereinmal im Herbst vorgelührt) die Föhre oder Kiefer (bei uns gibt es keine Tannen), Kennzeichnung d. Alten der Nadelbäume, Rind, Pferd, Vergleich, Erze und Metalle (als Einleitung zu folgend.) Gold Silber, Vergleich, Quecksilber, Kalkstein, der Hering und sein Fang, Stockfisch, Sardinen, Forelle, Aal, Kohlmeise, Vogelschutz, Ringelnatter (weil gerade eine lebend gebracht wurde), Weide, Nußbaum, Vergleich, Baumweißling, Kohlweißling, Vergleich. Turnus D. Hase, verwandte Naget. Kreuzotter, Löwe, Verwandtschaft, die katzenartigen Raubt. Wolf, die hundeart. Raubtiere Wiesel, Hermelin, die marderart. Raubt. Gans, Ente, Vergleich, Schwein, Einführung ins Mineralreich (wegen der 1. Abteilung), das Eisen u. seine Erze, Gewinnung, Verarbeitg., die 3 Eisensorten, Eigensch. u. Verwdg., Stein-, Braun-, Holzkohle, Kohlenbergbau, Leuchtgas, Knochenkohle, Torf, Graphit, Diamant, Schwefel, Seidenraupe u.-Spinner, Eule, Sperber, Übersicht der Tag- und Nachtraubvögel, Specht, Sperber, Eule, Specht, vergleich. Betrachtg. ihres Lebenscharakt. mit dazu entsprech. Körpergestalt und Körperausrüstung, Obstbaumveredlung, Blüten unserer Obstb. Maikäfer, dann erst das Lesest, von der Baumveredlung, Biene, ausführlich, Beerenobst, unsere 4 Getreidearten. Anmerkung: Maikäfer alle drei Jahre; ist er bei D genommen worden, so folgt er darauf bei A nicht, dafür Krebs, Spinne, Ringelspinner. 1 Der fürsorgliche Lehrer stellt zu Beginn des Schuljahres einen bestimmten, festbegrenzten Lehrplan auf, um sicher zu schreiten und mit den Stoff nicht ins Gedränge zu kommen. Für ihn wird die hier gebotene Sammlung sicherlich wertvoll sein. D. Sch. 2. Naturlehre (1 Wochenstunde). Turnus A. 1. Alljährliche Einleitung: fünf Sinne, wahrnehmen, allgemeine Begriffe (Körper, Raum, begrenzen, Gestalt, Inhalt, Stoff), Begrenzung der Körper, Flächen, Linien, Vergleich zwischen Schnur (1 dm), Papier (1 dm3) und Würfel (1 dm3), Ausdehnung der Körper, Flächen, Linien, 5 Namen dafür, durch die Körper nach ihren Ausdehnung, gelegt gedachte Achsen und Drehungen darum, Teile des Würfels (12, 8, 6), alle unsere Maße, deren Ableitung vom Würfel. 2. Schwere, Lot, Schrot- und Wasserwage, das Größersein und Schwerersein, absolutes und spezifisches Gewicht, letzteres als Dichte, Kopfrechnungen darüber, Schwerpunkt, Gleichgewicht, Krämerwage, Schnellwage, ein- und zweiarmiger Hebel,Teile desselben, Vorkommen anWerkzeugen und Maschinen, leichte Gleichgewichtsbestimmungen am ein- und zweiarmigen Hebel. 3. Kommunizierende Gefäße, Springbrunnen, die Wasserleitung unseres herrschaftl. Schlosses, Wiener Hochquellenleitung, Haarröhrchen Wirkung. 4. Vorbereitung des Abschnittes vom Archimedischen Prinzip durch Einübung der Begriffe: Volumen, absolutes und spezifisches Gewicht, Verdrängen des Wassers, Größe des Körpers, Größe des verdrängten Wassers, Gewicht der beiden; das Archim. Prinzip und das Schwimmen, Folgerungen daraus, das aufrechte Schwimmen, Aräometer: Most-, Wein-, Schnaps- u. Milchwage. 5. Drei Versuche über den Luftdruck, Anwendung des einseitigen Luftdruckes, Toricellis Versuch zur Messung des Luftdruckes, Größe desselben, Barometer, Stech-Saug-Winkelheber, Heronsball, Handspritze, Saug-Druckpumpe, Feuerspritze, Blasebalg, Zeichnen der Saug-, Druck-und Feuerspritze ins Zeichenheft. Turnus C. 1. Alljährliche Einleitung wie bei Turnus A I. 2. Magnetismus: natürliche, künstliche Magnete, Formen, Pole, Wirkung, Verhalten der Pole, Erzeugung künstlicher Magnete, Stärkung, Schwächung, Anwendungen, Kompaß. 3. Reibungselektrizität: Glas-, Harzstange, das elektrische Pendel, Eigenschaften der Elektrizität, die Elektrisiermaschine, gute und schlechte Elektrizitätsleiter, das Isolieren. 4. Atmosphärische Elektrizität: Franklins Versuch, Blitz, Donner, Einschlagen, Verhalten, Blitzableiter. 5. Berührungselektrizität: Unser Grenet-Element (Zink- und Kohlenplatte in Chromlösung mit Schwefelsäurezusatz), Strom geschlossen, unterbrochen, Elektrisieren der Schüler (mit Hilfe eines Induktionsapparates, der nicht erklärt wird, Turnus B. 1. Die alljährliche Einleitung wie bei 1, Turnus A. 2. Zusammenhangsformen der Körper: fest, flüssig, luftförmig; Tätigkeiten des Zerteilens, Namen der Teile, Widerstand gegen das Teilen, Zusammenhangskraft, eigene Gestalt, Kennzeichnung und Unterscheidung der 3 Formen; harte und weiche Körper, das Härten, spröde, zähe, dehnbare, elastische Körper, Anwendungen der Elastizität. 3. Allgemeine Eigenschaften der Körper: Undurchdringlichkeit, Taucherglocke, Teilbarkeit, Porosität, Körper im Ruhe- und im Bewegungszustande, Beharrungsvermögen, Kohäsion und Adhäsion. 4. Schall, Einleitung, Wahrnehmung, Erreger, Empfindung, verschiedene Namen, Arten, Entstehung, Ursache der Schwingungen, Fortpflanzung, Entstehung durch Schwingungen der Luft allein, Schallmittel, Fortpflanzung durch alle Körper, Geschwindigkeit, Stärke, Zurückwerfung, Echo, Sprach- und Hörrohr. 5. Licht: Lichtquellen, Begriffe Licht und Dunkelheit, selbstleuchten und beleuchtet werden, unsere Himmelskörper, Durchlassung der Lichtstrahlen, Fortpflanzung und Geschwindigkeit, Entstehung des Schattens, Stärke des Lichtes, geradlinige Fortpflanzung: Dunkelkammer, Mondesphasen, Sonnen- und Mondesfinsternis, der photographische Apparat, Spiegel und Linsen, Brennglas, Brillen, Mikroskop, Brechung, Vergröße-rungs- und Verkleinerungsgläser. Turnus D. 1. Alljährliche Einleitung wie bei Turnus A 1. 2. Wärmelehre kurz wiederholen (Turnus C), Quellen, Leitung, Strömung, Strahlung. 3. Veränderung der Aggregatszustände durch die Wärme: Ausdehnung der Körper durch Wärme, Thermometer, andere Anwendungen, Verdunstung, Schmelzen, Erstarren, Sieden, Siedepunkt, Sieden über und unter den Siedepunkt, Verdichtung od. Kondensation, Destillation. 4. Der Wasserdampf und seine Spannkraft, Dampfkessel, Dampfmaschine, Anwendungen. 5. Formen des Wasserdunstes: Nebel, Wolken, Regen, Schnee, Tau, Reif, Hagel. 6. Wasser, Wasserstoff, Sauerstoff: Seine 3 Aggregatszustände, deren Form und ihre Verän- sondern als Verstärkungsapparat gilt), Münze im Wasser, Funken (Feile), Geschmack, Wärmewirkung (Erwärmung oder Erglühen eines haardünnen Eisendrahtes), and. Elemente: Galvani-Leclanche-Trockenelement (Geschenk Siemens-Halske infolg. Anpumpens), Glühlampe, Glühlicht, Bogenlicht, Galvanoplastik, Elektromagnet, Klingel, Zeichnen derselben, Telegraph, Leitung, Gefährlichkeit des elektr. Stromes. 6. Wärmelehre: Wärmequellen, Wärmeleitung, gute und schlechte Leiter, Unterscheidung, sehr viele Anwendungen, Wärmeströmung, Warmwasser-, Luft- und Dampfheizung, Wärmestrahlg. 7. Schwefel, Phosphor, Zündhölzchenerzeug. derung, hartes und weiches Wasser, Verwendung und Nutzen, Kreislauf, Menge, Ausdehnung und Zusammenziehung, Folgen und Nutzen daraus, chemische Zusammensetzung, Wasser- und Sauerstoff. 7. Luft, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensäure: Vorkommen, Höhe, Eigenschaften, Nutzen, Hauptbestandteile, Verschlechterung, Ventilation, Kohlenstoff, Kohlenoxyd, Kohlensäure. Luftzug und Wind, Entstehung im geheizten Zimmer, Sehen desselben, Anwendung, Entstehung des Windes, Stärke, Richtung, Wärme desselben, Land- und Seewind an Küsten. Die Wechselnde. 23. Krage. (Soll eine Vermehrung der Titel lLehramiskandidat, provisorischer Lehrer, Lehrer, Oberlehrer, leitender Oberlehrer, bezw. Schulleiter) angestrebt werden oder nicht ?] 1. Urteil. Grazer Tagblatt vom 25. Juni 1911. Von einem idealen Standpunkte aus betrachtet, sollte sich die Bewertung eines Standes und die Achtung seiner Angehörigen lediglich nach der Höhe und Bedeutung der ihm obliegenden Arbeitsleistung richten. Die Allgemeinheit ist jedoch in ihrem Urteil weniger tief; sie untersucht nicht lange, sondern wägt und schätzt meist nach Äußerlichkeiten und ist gerne geneigt, diese als einzigen Gradmesser für das einem Stande entgegenzubringende Maß von Wertschätzung anzusehen. Wer in der Zeit solcher Erscheinungen lebt, hat sich mit ihnen abzufinden und sie in seinen sozialen Bestrebungen in Rechnung zu ziehen; sonst gehört er der Vergangenheit oder einer fernen Zukunft, nicht aber der Gegenwart an. Daß das Ansehen eines Standes nicht nur von der Bezahlung, sondern zum großen Teile auch von den Titeln seiner Angehörigen abhängt, ist eine Tatsache, die nicht geleugnet werden kann und die gerade wieder in der Jetztzeit durch das allseits zutage tretende Bestreben vieler Stände nach Zuerkennung neuer angemessener und würdiger Titulaturen ihre Bestätigung findet. Jede Berufsklasse, die geistige Arbeit zu leisten hat, sucht Titel zu erringen, die eine strenge Unterscheidung von anderen Arbeitsvereinigungen, eine möglichst genaue Präzisierung der Arbeitssphäre wie nicht minder auch eine Kennzeichnung der Vorbildung ermöglichen. Man kann es daher nur begreiflich und berechtigt finden, daß auch die Bürgerschullehrerschaft die Regelung der Titelfrage neuerdings auf ihr Arbeitsprogramm gesetzt hat, und zwar umsomehr, als sie nach dieser Richtung hin den übrigen Ständen wohl am meisten zurückgesetzt erscheint. Selbst der Volksschullehrerstand1 erfreut sich in dieser Hinsicht größerer Begünstigung, da es gang und gäbe ist, den Oberlehrern höher organisierter Schulen nach längerer Dienstzeit oder wenigstens anläßlich der Pensionierung den Direktortitel2 zu verleihen. Die Titelfrage der Bürgerschullehrer hat zwar schon vor einigen Jahren eine Lösung gefunden, doch konnte diese in keiner Weise befriedigen, da der neue Titel Fachlehrer nicht als eine der Stellung würdige und das Ansehen hebende Titulatur anzusehen ist. Der Titel „Fachlehrer“ sagt aber zu vie und zu wenig, da er seinem Sinne nach indifferent ist, indem er auf jene Persönlichkeit, die auch nur vorübergehend in irgend einem Fache, und sei es auch nur ein manuelles, unterweisend tätig ist, Anwendung finden kann. Er bezeichnet lediglich den Arbeitsuinfang, nicht aber die Richtung und Qualität des Arbeitsgebietes, und gerade auf dieses Moment wäre aus Gründen der Gerechtigkeit und zur Wahrung des Ansehens einer Berufskategorie das Hauptaugenmerk zu richten. Als weiterer Nachteil wird von der Bürgerschullehrerschaft der Mangel jedweder nominellen Abstufung nach Dienstzeit und Verdienst empfunden; Bügerschullehrer und Bürgerschuldirektor erfreuen sich weder während der Aktivität noch gelegentlich des Übertrittes in den Ruhestand der Verleihung eines höheren Titels, eine Erscheinung, der wir wohl bei keinem anderen Stande begegnen dürften. Wie wir vernehmen, sollen seit dem Bestände der Bürgerschule nur zwei Bürgerschuldirektoren der Steiermark 1 Wozu diese strenge Differenzierung? D. Sch. 2 Das ist aber and) alles I Den Hundertsten trifft es, der Zehnte verdient es, wenn sonst nichts, so doch den Ehrentitel in den Ruhestand hinüberzunchmen. D. Sch. 1800 mit dem Titel Kaiserlicher Rat ausgezeichnet worden sein. Einen neuen Vorstoß in dieser Angelegenheit hat der schlesische Bürgerschullehrerverband getan, indem er in einem Ansuchen an die dortige Landesschulbehörde jene Wünsche formuliert hat, die man in diesem Belange erfüllt sehen will. Es wurde gebeten, Bürgerschullehrern nach einer gewissen Dienstzeit den Titel Hauptlehrer und bei ihrer Pensionierung den Direktortitel1 zuzuerkennen. Diese Abstufung wäre analog jener, die wir bei anderen Schulkategorien antreffen. Daß ein Bürgerschullehrer während seiner Dienstzeit nie an leitender Stelle war, kann für die Verleihung des Direktortitels kein Hindernis bilden, da es ja auch bei allen anderen Ständen üblich ist, den in den Ruhestand übertretenden mit dem Titel der nächst höheren Rangsstufe auszuzeichnen. Recht und billig wäre es ferner, auch den Bürgerschuldirektor bei seiner Pensionierung oder auch schon während der Aktivität mit einem höheren Titel zu bedenken, der in seiner Zusammensetzung die Berufsrichtung wenigstens annäherungsweise erkennen ließe. Von großem Wohlwollen und richtiger Einschätzung der tatsächlichen Verhältnisse zeigt die Haltung der schlesischen Landesschulbehörde, die sich, wie wir vernehmen konnten, nicht nur für die Erfüllung der von der Bürgerschullehrerschaft geäußerten Wünsche ausgesprochen, sondern auch die Bereitwilligkeit gezeigt hat, für die ausnahmsweise Verleihung des Professor- und Schulratstitels an jene Bürgerschullehrer, bezw. -direkteren einzutreten, die sich durch wissenschaftliche Arbeiten besondere Verdienste erworben haben. Diese Auszeichnung könnte schon aus dem Grunde gerechtfertigt erscheinen, weil ja doch viele Bürgerschullehrer auch Hochschulbildung aufweisen und sich gar manche wissenschaftlich oder künstlerisch in einer Weise betätigt haben, daß ihnen von autoritativer Seite die größte Anerkennung gezollt werden mußte. Wir erinnern dabei nur an den leider so früh und auf so tragische Weise aus dem Leben geschiedenen Landes-Bürgerschullehrer Unterweger von Judenburg, dessen Arbeiten auf astronomischem Gebiete in der Gelehrtenwelt des In- und Auslandes das größte Aufsehen erregt haben. Dem besonderen Verdienste einen besondeien Lohn I Es steht zu erwarten, daß sich auch die steirische Bürgerschullehrerschaft neuerdings mit dieser wichtigen Frage beschäftigen wird, und es dürfte wohl mit Sicherheit anzunehmen sein, daß unsere Schulbehörde die gewiß nicht unbescheidenen Wünsche der Bürgerschullehrerschaft mit demselben Wohlwollen und derselben Überzeugung bei der Regierung vertreten wird wie die Landesschulbehörde von Schlesien. 26. Arage. (Soll in ber Elementarklasse mit der Lateinschrift ober mit ber bentschen Schrift begonnen werben?)2 1. Urteil. Lud. Demal in W in klar n. Wenn man die Druckbuchstaben der Lateinschrift mit den entsprechenden Schreibbuchstaben vergleicht, so findet man sehr viele Ähnlichkeiten, bedeutend mehr, als wenn die deutschen Druckbuchstaben ihren Schreibzeichen gegenübergestellt werden. Gewiß würde daher die Benützung der Lateinschrift den Kindern das Lesen und Schreiben erleichtern, abgesehen von einigen schwierigen Schreibformen der Großbuchstaben, welche aber erst später auf-treten, wo die Kinder schon schreibgewandter sind. Für die Jetztzeit jedoch, wo die meisten Bücher, die dem Volke zu Gesichte kommen, in Deutschdruck erscheinen, dürfte es vorteilhafter sein, wie bisher mit der deutschen Schrift zu beginnen, weil den Kindern mit diesen Zeichen bald jeglicher Lesestoff erschlossen ist und damit ihre Freude wächst. Zudem ist der Lateindruck bei sonstiger Lesefertigkeit der Schüler erfahrungsgemäß schnell geübt, was bei dem umgekehrten Wege schwieriger wäre. Diese Frage bietet Gelegenheit, eine viel wichtigere Frage des gesamten deutschen Kulturlebens zu berühren: Wird es nie möglich sein, daß die Deutschen ihre sogenannten deutschen Schrift- und Druckzeichen aufgeben, die in den Schulen soviele unnütze Arbeit verursachen und durch deren endliche Beseitigung das deutsche Volk gar nicht verlieren, dafür aber viel gewinnen würde ? Der kranke Lehrer und das kranke Kind. 22. Die Gegenwart hat eine große Anzahl von Luftkurorten und Sommerfrischen aufzuweisen, in welchen in der Sommerzeit die gehetzte und nervöse Menschheit eine Auffrischung der Kräfte und neuen ungeschwächten Lebensmut zu erlangen hofft. Der geplagte Großstädter schüttelt den Staub von den Füllen und geht aufs Land, um dort Ruhe und Frieden 1 Richtig! Es gibt einen Major ad honores, warum soll es nicht auch einen Bürgerschuldirektor ad honores geben ? D. Sch. 2 Wir eröffnen die Wechsclrede über diese eingesendete Frage lediglich ans methodischen Gründen; den grundsätzlichen Standpunkt haben wir wiederholt gekennzeichnet. D. Sch. von den geschäftlichen Strapazen zu haben. Der Bureaukrat und Stubenhocker eilt ins Gebirge, um in der reinen Gebirgsluft und hei Gehirgstouren einen regeren Kreislauf des Blutes herheizurtihren. Zur Steigerung des Stoffwechsels und Erhöhung der Nervenenergie geht man an die See und hofft von dem Wellenschläge des Seewassers und den staubfreien frischen Brisen eine ersichtliche Besserung. Alle die Menschen gehen von der Heimat hinweg in der sicheren Hoffnung, in wenigen Wochen das erhoffte Ziel zu erreichen und neu gstärkt und frei von Beschwerden nach Hause zurtickzukehren. Bei einer Umfrage könnte man von jedem hören, daß er eigentlich nicht krank, sondern nur abgespannt und milde war. Seine Berufspflichten zu erfüllen wird ihm schwer und ein Ausspannen sei dringend notwendig, denn ohne eine solche Erholung sei ein gänzlicher Zusammenbruch zu befürchten. Der zu Rate gezogene Hausarzt hält auch eine zeitweise Ausspannung für dringend notwendig und hat geraten, aufs Land, respektive ins Gebirge oder an die See zu gehen. In drei bis vier Wochen werde das Ziel erreicht sein. Das letztere wird nun gern geglaubt, nur der Hausarzt verschweigt seine bescheidenen Zweifel, weil er ans Erfahrung weiß, daß ein überarbeiteter, abgehetzter, nervös-geschwächter Mensch sich in wenigen Wochen nicht erholen kann. Er weiß aber auch, daß die gegenwärtige Menschheit keine Zeit hat zur Restauration der Gesundheit, dagegen keine Gelegenheit zur Schädigung und Schwächung derselben unbenutzt vorübergehen läßt. Er läßt deshalb das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und hält eine unvollkommene Besserung für zuträglicher und vorteilhafter als einen Zusammenbruch. Tatsächlich kommen auch die meisten aus dem Sommeraufenthalt viel wohler und anscheinend neugestärkt mit besseren Nerven zurück und sind voll des Lobes über den wohltätige Einfluß einer solchen Erholungsreise. Bei den meisten ist aber die so wohl empfundene Besserung verschwunden und sind die alten Beschwerden in vollem Umfange wieder eingekehrt. Darüber müssen wir uns vollständig klar machen, um die Ursache dieses Wechsels zu erkennen, daß wir unsere gesundheitliche Schwächung den schädlichen Einflüssen unseres Berufslebens und unserer Lebensweise verdanken. Eine dauernde Besserung können wir nur erwarten, wenn wir die erkannten Schädlichkeiten möglichst ausmerzen oder wenigstens neutralisieren. Wer genötigt ist, in einem geschlossenen Raume, gleichviel welchen Namen oder welche Ausstattung er haben mag, seine Berufsgeschäfte auszuüben, der muß seine freie Zeit zum Spazierengehen in frischer Luft benützen und dabei durch Atemgymnastik seine Lungen ventilieren, und notwendigerweise Sommer und Winter hei offenen Fenstern schlafen. Wer eine anstrengende geistige Tätigkeit entfalten muß, hat den Gebrauch der Reizmittel möglichst zu vermeiden. Diese üben einen erregenden Einfluß auf das Nervensystem aus und lassen dasselbe auch außerhalb der Geschäftszeit nicht zur Ruhe kommen, so daß die Herstellung des Gleichgewichtes im Gesamtnervensystem verhindert wird und unmöglich ist. Alle aber ohne Unterschied dürfen nicht vergessen, daß der Schöpfer dem Menschen das Ermüdungsgefühl mitgegeben hat als einen Merkstein, daß beim Auftreten desselben der Körper ruhebedürftig ist. Wer dieses Gefühl unbeachtet läßt, schädigt die Gesundheit, denn er arbeitet auf den Bankerott hin, und wenn diese Nichtbeachtung kürzere oder längere Zeit gedauert hat, tritt eine wirkliche Insolvenz ein. Jammern und Klagen können an der Sachlage nichts ändern, denn in der Natur herrscht volle Gesetzmäßigkeit. Auf jede Übertretung eines Naturgesetzes folgt unnachsichtlich die Strafe, denn dieselben sind unbestechlich und wirken rücksichtslos. (Wehe, wenn man sich der Richtigkeit dieses Satzes erst durch Schaden bewußt wird! D. Sch.) Aul ich verhält es sieh mit dem Essen und Trinken. Wir sollen nur essen, wenn wir Hunger, und nur trinken, wenn wir Durst haben, und zum letzteren hat uns der Schöpfer nur das Wasser gegeben. Wie oft gegen dieses Gesetz gesündigt wird, kann jeder Einzelne selbst beurteilen. Man spricht allenthalben von Unterernährung und ist allgemein der Ansicht, daß man nicht kräftig genug sich ernähren könne. Aber die Zunahme der Geisteskranken, die häufigen Schlaganfälle, das fast allgemeine Auftreten der Kalkablagerung in den Gefäßen, die moderne Blutarmut und die weitverbreitete Bleichsucht sprechen keineswegs für eine Unterernährung. Das Überladen des Blutes mit Eiweiß im Verein mit den täglichen Zufuhren von Reizmitteln und der verloren gegangenen Mäßigkeit sind die Ursachen dieser Erscheinungen. Jedermann weiß, daß, wenn man Pflanzen täglich düngt, sic gelbe Blätter bekommen, krank werden und absterben, daß aber jene Pflanzen, die man nur selten oder gar nicht mit Dünger versieht, gesund bleiben und kräftig sich entwickeln. Auch die Tiere gedeihen herrlich bei einer eiweißarmen Nahrung, wie uns die kräftigsten Tiergattungen lehren. Die Tiere, die die Gesamtarbeit auf unserem Planeten verrichten und durch ihre Ausdauer und Leistungsfähigkeit unser Staunen erregen, sind Pflanzenfresser und haben eine eiweißarme Nahrung. Die fleischfressenden Tiere mit ihrer eiweißreichen Nahrung können wohl eine außerordentliche Kraftleistung vollbringen, aber die Ausdauer fehlt ihnen. Daß diese Gesetze auch für den Menschen Geltung haben, kann demjenigen, der mit offenen Augen die Verhältnisse beurteilt, nicht entgehen. Es gehen viel mehr Menschen an Überernährung zugrunde als an entgegengesetzten Verhältnissen, und die Überernährung erzeugt den Nährboden für die Krankheiten. Die Mäßigkeit ist ein Grundprinzip in der Ernährung, wird aber wenig beachtet, weil der Gaumenkitzel die gegenwärtige Menschheit beherrscht und tyrannisiert. Dieser Tyrann geht mit in die Sommerfrische und führt auch dort die Herrschaft; deshalb sind die Luftkurorte, welche durch gute Hotels mit feiner Küche und mit feinen Weinen usw. bekannt und berühmt sind, die besuchtesten. Die meisten Menschen glauben, durch Spazierengehen und ein beschauliches Leben im Verein mit reichlichen Mahlzeiten und pikanten Imbissen in der Vesperzeit ihre Kräftigung und Auffrischung am raschesten zu erreichen. Sie fühlen sich dabei ganz wohl und frei von den früheren Beschwerden, so daß sie dann in der Hoffnung schwelgen, nun in kurzer Zeit den höchsten Grad von Gesundheit zu erreichen. Aber kaum sind sie zu Hause und wieder tätig im Berufe, so ist das Wohlgefühl verschwunden und die Beschwerden sind eher größer als kleiner. Das Beste, den Körper zu kräftigen und widerstandsfähig zu machen und das Nervensystem mit neuer Energie zu laden, sind die Luft- und Sonnenbäder bei richtigem Gebrauch. Wer dieselben einmal versucht hat, wird immer wieder zu ihnen zurückkehren und will sie nimmer vermissen. Immer und immer muß man wiederholen, daß jeder einzelne für die Gesundheit verantwortlich ist und eine etwaige Schädigung durch sein Verhalten herbeigeführt hat, sie infolgedessen auch nur durch die Ablagerung und die Vermeidung der begangenen Fehler wieder verbessern kann. Nur durch die Befolgung der Naturgesetze kann man auf die Besserung seiner gesundheitlichen Verhältnisse hoffen. Arzneien und Geheimmittel sind machtlos, kosten Geld und verursachen meist noch weitere Schädigungen. Wohin mit dem Jungen? Vorbemerkung: Für viele Eltern bedeuten die Ferien eine Zeit schwerer Entscheidung; es soll für die Kinder der Beruf gewählt, bezw. eine neue Anstalt gefunden werden. Wo sucht bei dieser weittragenden Entschließung der Vater Rat? Bei wem sonst als bei dem Lehrer! Diesem nun eine Handhabe zu bieten, auf daß er seinen Schillern die Berufsbahn vorzeichnen könne, möge hier eine Zusammenstellung aus dem Studentenkalender für Mittelschulen (Verlag M. Perles in Wien, I. Seilergasse 4) platzfinden. Vorschriften für den Übertritt aus einzelnen Klassen oder Abteilungen von Lehranstalten der einen Art in jene anderer Art. I. Aus den Volksschulen steht offen der Übertritt in die Bürgerschulen, Unterrealschulen, Untergymnasien, Realgymnasien; in die Handelsschulen, in die gewerblichen Fachschulen, in die niederen land- und forstwirtschaftlichen und die gewerblichen Vorbereitungs- und Fortbildungsschulen, Werkmeisterschulen der Staatsgewerbeschulen, in die Militär-Unterrealschulen und in die nautischen Schulen. II. Aus den Bürgerschulen : Schüler, welche die 111. Klasse der Bürgerschule mit gutem Erfolg zurückgelegt haben, können zunächst in folgenden Anstalten mit deutscher Unterrichtssprache Aufnahme finden: 1. In den k. k. Lehrerbildungsanstalten zu Brünn, Ohnütz, Troppau, Tetschen, Wien, Wiener-Neustadt, St. Pölten, Ober-Hollabrunn, Linz, Prag, Reichenberg, Leitmeritz, Trautenau, Budweis, Eger, Koniotau, Mies, Salzburg, Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Bozen, Marburg, Laibach, Czernowitz. (Unterrichtsdauer 4 Jahre, kein Schulgeld.) 2. In den k. k. Staats-Gewerbeschulen zu Brünn, Prag, Bielitz, Reichenberg, Pilsen, Graz, Salzburg, Innsbruck, Triest, Czernowitz und in der h. Gewerbeschule zu Hohenstadt in Mähren. (Ud. 4 J., Schg. 48 K.) 3. In allen Werkmeisterschulen, die mit den k. k. Staats-Gewerbeschulen in Verbindung stehen. (Ud. 4 Winterkurse oder 2 J., Schg. 12 K.) 4. In den k. k. Fachschulen für Weberei in Brünn, Neutitschein, Mähr-Schönberg, Proßnitz, Römerstadt, Sternberg, Zwittau, Reichenberg. (Ud. 2 J., Schg. 40 K.) 5. In der k. k. Fachzeichen- und Webeschule in Warnsdorf. (Ud. 2 J., Schg. 60 K.) 6. In den Handelsakademien in Wien, Prag, Graz, Linz, Innsbruck. (Ud. 4 J., Schg. 200 bis 320 K; Aufnahmsprüfung aus Franz. und Algebra.) 7.) In den höheren Handelsschulen in Brünn, Olmütz, Reichenberg, Aussig. (Ud. 3 J., Schg. 160 bis 200 K; Aufnahmsprüfung aus Franz. und Algebra.) 8. In der Landes-Handelsschule zu Krems. (Ud. 2 J., Schulgeld 20 K.) 9. In den städtischen Handelsschulen in Budweis, Teplitz, Brüx, Gablonz, Warnsdorf. (Ud. 2 J., Schg. 100 K.) 10. In der Gremial-Handelsschule in Brünn. (Ud. 2 J., Schg. 240 K.) 11. In der landwirtschaftlichen Mittelschule in Kaaden in Böhmen. (Ud. 3 J., Schg. 90 K.) 12. In der landwirtschaftlichen Landesmittelschule zu Neutitschein in Mähren (Ud. 3 J., Schulgeld 120 K) und in der schlesischen landwirtschaftlichen Landesmittelschule in Hermsdorf. (Ud. 3 J., Schg. für Schlesier 620 K, für Nichtschlesier 720 K.) Bürgerschüler werden als außerordentliche Hörer mit Zulassung zur Maturitätsprüfung aufgenommen. 13. In der k. k. önologischen und pomologischen Lehranstalt (Obst- und Weinbau) in Klosterneuburg. (Ud. 2 J., Schg. 80 K.) 14. In der landwirtschaftlichen Lehranstalt Francisco-Josephinum in Mödling. (Ud. 3 ]., Schulgeld 180 K.) 15. In den k. k. Försterschulen zu Gußwerk in Steiermark, Hall in Tirol und Idria in Krain. (Ud. 1 J., kein Schg.) 16. In der Waldbauschule in Aggsbach in Niederösterreich. (Ud. 1 J., Schg. 40 K; Internat: Verpflegung usw. 800 K.) 17. In der höheren Gartenbauschule zu Eisgrub in Mähren. (Ud. 3 J., 320 K Schg. und Wohnung; Verköstigung kann durch Remuneration für wirklich geleistete Arbeitstage gedeckt werden.) 18. In der Landes-Fachschule für Maschinenwesen in Wiener-Neustadt. (Ud. 4 J., Schg. 40 K.) 19. In der Fachschule für Eisen- und Stahlindustrie in Steyr. (Ud. 3 J., Sch. 10 K.) 20. In der k. k. maschinen-gewerblichen Fachschule mit Lehrwerkstätte in Komotau. (Ud. 2 J., Schg. 50 K.) 21. In den k. k. Kunstgewerbeschulen in Wien und Prag. (Ud. 4 J., Schg. 36 K.) 22. In der Malerakademie in Prag. (Sch. 40 K.) 23. In den höheren Fachschulen für Möbel- und Bautischlerei und Bau- und Maschinenschlosserei am k. k. technologischen Gewerbemuseum in Wien. (Ud. 2 J., Schg. 240 K.) 24. In der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren in Wien. (Ud. 2 J., Schg. 40 K.) 25. In der k. k. Lehranstalt für Textilindustrie in Wien. (Ud. 2 J., Schg. 54 K.) 26. In den Hochschulen für Holzindustrie zu Bergreichenstein und Grulich in Böhmen. (Ud. 3 bis 4 J., kein Schg.) 27. In der Fachschule für Elektrotechnik am k. k. technologischen Gewerbemuseum in Wien. (Ud. 4 J., Schg. 240 K ) 28. In der Privatlehranstalt für Elektrotechnik und Mechanik in Wien, XVIII. Wienerstraße 82. (Ud. 2 J., Schg. 260 K.) 29. In der Fachschule für Färberei am k. k. technologischen Gewerbemuseum in Wien. (Ud. 3 J., Schg. 240 K.) 30. In der Braufachschule in Prag (vom 1. November bis 31. Mai, Schg. 160 K) und in der Brauerschule am Franzisco-Josephinum in Mödling. (Ud. 2 J., Schg. 300 K.) 31. In der Schauspielschule am Konservatorium für Musik und darstellende Kunst in Wien. (Ud. 2 J., Schg. 200 bis 360 K.) 32. In dem Instrumentalkurse am Musik-Konservatorium in Prag. (Ud. 2 J., Schg. 80 K.) 33. In den nautischen Schulen in Triest, Ragusa, Cattaro und Lussin piccolo. (Ud. 3 J., Schg. 20 K.) Hat ein Schüler nicht alle drei Klassen der Bürgerschule absolviert, so kann er in nachbenannte Fachschulen mit deutscher Unterrichtssprache eintreten: In die Werkmeisterschulen, die mit den k. k. Staatsgewerbeschulen in Verbindung stehen; in die niederen Fachschulen am k. k. technologischen Gewerbemuseum in Wien; in die Fachschulen für Uhrenindustrie in Karlstein (Niederösterreich); für Metallindustrie in Nixdorf (Böhmen); für Holz- und Eisenbearbeitung in Bruck a. d. Mur; für Tonindustrie in Znaim und Teplitz; für Steinbearbeitung in Saubsdorf und Friedberg (österr. Schlesien) und Laas (Tirol); für Musikinstrumenten-Erzeuger in Schönbach bei Eger und Graslitz (Böhmen); in die niederen Handelsschulen; in die Landes-Ackerbau-, Flachsbereitungs- und Weinbauschulen; in die k. k. Kriegsmarine usw. III. Aus der Unterrealschule: In den I. Jahrgang der Oberrealschule, der Akademie der bildenden Künste in Wien und Krakau, der Malerschule in Prag, der Handelsakademien, in den II. Jahrgang der höheren Staatsgewerbeschule, in den I. Jahrgang der landwirtschaftlichen Mittelschulen der Forstlehranstalten in Weißwasser, Eulenberg und Lemberg, der önologisch-pomologischen Lehranstalt in Klosterneuburg, der Militär-Oberrealschulen und der Marine-Akademie in Fiume, der nautischen Sektion der Akademie für Handel und Nautik in Triest, in den I. Jahrgang des Tierarznei-Institutes, der Lehrerbildungsanstalten, in den I. Jahrgang der Infanterie-Kadettenschulen, in den Postdienst. IV. Aus dem Untergymnasium: In den 1. Jahrgang des Obergymnasiums, in alle sub Nr. 3 genannten Lehranstalten, in die chirurgische Lehranstalt in Lemberg, in den Postdienst, die griech.-oriental. Klerikalschulen, Rabbinnat in Galizien. Schüler, die ein Untergymnasium oder eine Unterrealschule mit 1. Fortgangsnote absolviert haben, können ohne Aufnahmsprüfung in den I. Jahrgang der Handelsakademien eintreten. V. Aus der 5. Gymnasial- oder Realschulklasse: In den II. Jahrgang der Infanterie- oder Kavallerie-Kadetten- oder in den I. Jahrgang einer Artillerie-, Pionier- oder Landwehr-Kadettenschule. VI. Aus der 6. Gymnasial- oder Realschulklasse: ln das pharmazeutische Studium, in den I. Jahrgang der höheren landwirtschaftlichen Lehranstalten in Teschen-Liebwerd und Tabor, in den III. Jahrgang der Infanterie- oder Kavallerie-Kadettenschule, in den 11. Jahrgang der Landwehr-Kadettenschule. VII. Aus der höchsten Klasse der Gymnasien- oder Realschulen : In den IV. Jahrgang einer Infanterie- oder Kavallerie-, in den III. Jahrgang der Landwehr- oder in den II. Jahrgang einer Artillerieoder Pionier-Kadettenschule, in den Staatseisenbahndienst. VIII. Aus der Oberrealschule nach Ablegung der Maturitätsprüfung: An die technischen Hochschulen, an die Hochschule für Bodenkultur, an die Bergakademie in Leoben und Pfibram und die Akademie der bildenden Künste in Krakau, in die tierärztliche Hochschule, Staatsrechnungsdienst, Dienst bei Kassen, Staats-Postdienst, an die Wiener-Neustädter und Wiener Militär-Akademien, die höhere Landeslehranstalt in Dublani, in die Schiffbauschule der Akademie für Handel und Nautik in Triest, in die Handels-Hochschule der Revoltella-Stiftung in Triest, in den Abiturientenkurs an den Handelsakademien, in den IV. Jahrgang der Lehrerbildungsanstalten (ohne Aufnahmsprüfung). IX. Aus dem Obergymnasium nach Ablegung der Maturitätsprüfung: An die technischen Hochschulen (nach Ablegung einer Aufnahmsprüfung aus der darstellenden Geometrie und Freihandzeichnen), an die Universitäten, an die Hochschulen für Bodenkultur, in die tierärztliche Hochschule, Staatsrechnungsdienst, Dienst bei Kassen, Staats-Postdienst, an die Militär-Akademien, Dienst bei den Polizeibehörden, orientalische Akademie und an alle sub 8 angeführten Lehranstalten. Der Übertritt aus Mittelschulen in die Bürgerschule. Der Bezirksschulrat von Wien hat bezüglich des Übertrittes von Schülern aus den Mittelschulen in die Bürgerschule nachfolgende prinzipielle Beschlüsse gefaßt: Schüler, welche die fünfte Volksschulklasse oder den fünften Jahreskurs einer allgemeinen Volksschule mit genügendem Erfolge zurückgelegt haben und zum Aufsteigen für eine höhere Klasse als reif erklärt wurden, haben, wenn sie in eine Mittelschule übergetreten und aus derselben wieder ausgetreten sind, das Recht, in die erste Klasse der Bürgerschule aufgenommen zu werden, ohne sich einer Aufnahmsprüfung unterziehen zu müssen. Sollten jedoch die Eltern des Schülers den Wunsch äußern, daß derselbe die fünfte Volksschulklasse wiederholen möge, so ist diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Wenn ein Schüler aus einer höheren Klasse der Mittelschule in die Bürgerschule Übertritt, so hat dessen Zuweisung in eine höhere Klasse der Bürgerschule nach Vornahme einer Überprüfung und mit entsprechender Berücksichtigung seines Alters zu erfolgen. Garten- und Blumenpflege im August. Während bisher das Hauptbestreben des Gartenfreundes auf die kräftige Entwicklung der angepflanzten Gartengewächse gerichtet sein mußte, beginnt für ihn nun neben der Erntezeit die Zeit neuer Vorbereitungen. Nachdem die Erdbeeren abgeerntet sind, die Ranken entfernen, die Beete reinigen, lockern bezw. aufgraben, kräftig düngen und mit kurzem Dünger belegen. Erdbeeren zum Treiben in größere Töpfe pflanzen, ohne den Ballen zu stören, sonnig aufstellen. Für Anlage neuer Beete jetzt günstigste Zeit (Mitte August bis Ende September), Hauptbedingung fruchtbares, mehr feuchtes als trockenes, vorher tiefgegrabenes und gut gedüngtes Land; solches, wo bisher Erdbeeren standen, nicht verwenden. Beim Pflanzen sind die etwas zu kürzenden Wurzeln nicht umzubiegen, sondern möglichst gerade in das Pflanzloch zu bringen, gleich nach dem Pflanzen stark angießen, bei sehr trockenem Wetter nicht pflanzen. Neue bewährte Sorten sofort, aber nur von zuverlässigem Züchter kommen lassen; auch Blumenzwiebeln für den Winterflor rechtzeitig bestellen, Herbstpreisbuch verlangen. — Spargelbeete sind vom Unkraut und Ungeziefer reinzuhalten, zu lockern, kräftig zu düngen, ebenso Rhabarberanlagen. Wiederholte Düngergüsse auch dem Sellerie, Porree und anderem zehrenden und Spätgemüse. Porree anhäufeln, um gebleichte lange Schäfte zu erzielen, Gurken auf feuchtem Boden Reisig unterlegen. Zwiebeln sollen nicht überreif werden, machen sonst wieder Wurzeln und büßen dadurch an Haltbarkeit im Winter ein. Kohlarten und Runkeln nicht entblättern, ebensowenig Sellerie; Tomaten schneiden, auseinander binden, wenig bewässern. Bleichsellerie binden und anhäufeln; Schnittlauch im August teilen, Schlotten auf 2 — 3 cm zurückschneiden, Wurzeln in einen Brei von Lehm und Kuhmist tauchen, auf gut gedüngtem Boden pflanzen, so tief, daß die Erde die Schlottenstümpfl bedeckt, dann gut bewässern, in diesem Jahre nicht mehr schneiden. Schnittlauch darf nicht zu leichten Boden haben, liebt Feuchtigkeit. Kürbistriebe nach und nach stutzen, nicht alle auf einmal, überflüssige Ranken ganz fort; abgeerntete Puffbohnenbeete mit Kohlrabi, Salat, Endivien bepflanzen, auch noch Puffbohnen; Radis und Salat nochmals aussäen, ebenso scharf-samigen und Winterspinat auf kräftig gedüngtes Land, ferner Kerbelrüben, Herbstrüben, Schnittpetersilie für Winterbedarf, Rabinschen (Feldsalat), Gartenkresse, Schwarzwurzeln in Rillen, Winterheckezwiebeln, Perlzwiebeln, die bestempfohlene weiße Frühlingszwiebel. An alten Artischocken die Seiten- und Wurzeltriebe abtrennen und in Töpfe gepflanzt überwintern, zu Ersatzpflanzen im Frühjahre. — Gründüngungspflanzen, z. B. Senf, Phazelien, Zottelwicken, Erbsen, Pferdebohnen, sind auszusäen, Saatgut nunmehr sofort aus bewährter Quelle beziehen, ebenso seien die Landwirte an Saatwechsel des Wintergetreides, Schlaraffenroggen, Golden-Drop-Weizen, König-Rot-Weizen usw. erinnert. Der Rasen bedarf reichlicher Bewässerung, gelb werdenden alle 14 Tage 40 gr Chilisalpeter per m2 oder ungefähr 100 gr Hornspäne. — Das Unkraut ist energisch zu unterdrücken. Das Ungeziefer wird dieses Jahr zur Landplage und erfordert deshalb der Kampf dagegen die größte Aufmerksamkeit aller Gartenfreunde, nur Ausdauer führt dabei zum Erfolge. — Im August ist Zeit zur Okulation aufs schlafende Auge von Rosen, Äpfel, Birnen, Linden, Ahorn, Schneeball, Rotdorn, Flieder, Liguster, Johannis- und Stachelbeeren, diese besser einspitzen. Bei Okulation beachten, daß nur gesunde Edelaugen und gut lösende Wildlinge veredelt werden. Okulierreiser halten sich einige Tage in Kartoffeln, Kohlrabi oder Rüben gesteckt und mit feuchtem Moos umhüllt. Bei Okulation nur verbinden, nicht mit Baumwachs verschmieren. Bei früheren Veredlungen sind die Bänder zu lösen, die Wildtriebe nach und nach zu entfernen. — Im Obstgarten ist der Grün- oder Sommerschnitt fortzusetzen, im Ausnahmsfalle kann auch ein allzustark wachsender Leittrieb entspitzt werden. Formobstzweige nicht abdrehen oder abbrechen sondern entspitzen, Topfobst düngen, zu dichten Fruchtbehang ausdünnen, Obstbeladene Äste stützen, Fallobst sammeln; bei Äpfel und Birnenschaufrüchten Papierbeutel anbringen; bei Obsternte Vorsicht, kein Fruchtholz abbrechen 1 Sommeräpfel und Frühbirnen nicht ganz reif werden lassen, einige Tage unter wollene Decken legen. Weintrauben ausbeeren und in Traubensäckchen hüllen. Neugepflanzte und fruchtbeladene Obstbäume bei anhaltender Hitze stark bewässern bis Ende August; abgetragene Himbeertriebe entfernen, nur 4—6 stärkste diesjährige Triebe stehen lassen. Schnitt der Hecken, Koniferen, Ilex, Lorbeer, Buchsbaum vornehmen. Buchsbaum verpflanzen, kahlgewordene Mahonien zurück schneiden, reifen Mahoniensamen gleich aussäen. Im Blumengarten ist auf Sauberkeit zu halten, abgeblühte Beete und Rabatten nochmals bepflanzen mit Astern, Knollenbegonien, Tagetes u. a. langgewordene Lobelien etwas zurückschneiden, wodurch nochmals Blühfähigkeit hervorgerufen wird. Strohblumen und Ziergräser schneiden und trocknen. Treibstauden und Veilchen sind einzupflanzen; Chineser und gefüllte Primeln verpflanzen in sandige Lauberde mit etwas Mistbeeterde gemischt. Clematis auf leichtem Boden, gießen und düngen, Erde mit Torfmull oder verrottetem Dünger belegen, Clematis wollen für die Wurzeln kühlen Schatten, für die Triebe aber volle Sonne haben. Stecklinge von Deutzien, Hortensien, Azalien, Weigelien, Eriken, Fuchsien, Geranien, Pelargonien, Koniferen, Efeu, Stachel- und Johannisbeeren, letztere auch absenken. Palmen, Farne und starkdurchwurzelte Topfgewächse nach und nach für die Winterblüte oder Winterruhe vorbereiten; Ende August letzte Düngung (mit Schmidts animalischem Blumendünger). — Treibrosen, welche früh blühen sollen, mit den Töpfen umlegen. Aussaat von Alpenveilchen, von Reseda in Töpfe oder Schalen mit nahrhafter nicht zu leichter Erde, auch Aussaat von Federnelken, Heuchera, Hornveilchen, Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht. Balkonkästen und Ampeln sehr reichlich wässern und düngen, Erde mit Hornspähnen nachfüllen. Chabaud und Remontent-nelken zu Winterflor in Töpfe pflanzen. Für Chrisantemum ist zu einem Erfolge nötig: viel Nahrung, reichliche Bewässerung, volle Sonne. Fleißiges Gießen, Spritzen, Düngen, Hacken, Jäten gehören dabei zu den täglichen Arbeiten, so daß der Gartenfreund auch im August reichlich Gelegenheit zur praktischen Betätigung findet. J. C. Schmidt. Briefkasten. Die vorliegende Folge steht im Zeichen der „Rüstung" für das neue Schuljahr. Damit wird die grundsätzliche Gestaltung der „Bl." als Fachzeitschrift, die für jeden Monat das bringen soll, was ohneweiters in die Praxis übergeführt werden kann, gekennzeichnet. Der Zweck liegt offen zutage: Der g. Leser wird im voraus auf alles aufmerksam gemacht, was die pädagogische Welt gerade beschäftigt, was von den Re- formen als brauchbarer Gehalt abfällt, was eine Zubereitung auf einfache Schulverhältnisse verträgt, was augenblicklich nicht außeracht gelassen werden soll und was mancherorts zur bodenständigen Auswertung führen kann. Demnach präsentiert sich unsere Zeitschrift als jeweilige Monatsrüstung für den Lehrer und Erzieher. Daß dabei der Blick immer wieder auf die alten Jahrgänge zurückgelenkt wird, liegt in der Natur der Sache, stellen doch die „Bl." nach ihrer Anlage seit dem Beginne ein sich allmählich entwickelndes Buch vor, in dem die Neuerungen betrachtet und auf die eigenartigen Verhältnisse des Schulortes umgeformt werden sollen. Dank der regen und sachkundigen Mitarbeit von mehr als einem halben Tausend erprobter Schulmänner aller Kategorien ist es möglich geworden, ein Material aufzustapeln, das eine Auslese von praktischen Ideen darstellt und darum bleibenden Wert besitzt. Dieser Umstand hat dazu geführt, daß einzelne Jahrgänge in 3., ja sogar in 4. Auflage erscheinen mußten. Ein abgeschlossenes Buch veraltet gar schnell, ein werdendes kann aber jederzeit das einbeziehen, was die Zeit bringt; es bleibt daher immer modern. Als solches mögen die „Bl." nicht nur von den Lesern, sondern auch von den Mitarbeitern genommen werden, weil es sodann erklärlich wird, daß manche Aufsätze zuwarten müssen, bis der Monat kommt, da sie mit ihrem Gehalt auf den Schulbetrieb einzuwirken vermögen. Es soll durch unsere Zeitschrift der Freund dem Freunde, der Erfahrene dem Anfänger Schritt auf Schritt Ratschläge erteilen und ihm solcherart als Helfer zur Seite stehen! — Iirl. A. K. in H. (Steiermark): Man spürt es, daß Sie aus der Schulstube heraus schreiben; darum sind mir weitere Beiträge erwünscht. „Über die Grundlegung zum richtigen Abschreiben" trifft eine wunde Stelle im Abteilungsunterrichte. Herein mit den Thesen! — Hkerl. A. Sch. in IT. Bei iy. (Wöhmen): Ihr Karnevalsscherz kann erst jetzt durch die Presse laufen. Verzeihen Sie das späte Erscheinen! — <5)6crf. A. 2$. in 2*. (Miederöstcrreich): Der Artikel über die „Aussätze in Briefform" wird zu Beginn des neuen Schuljahres erscheinen, um einen vernünftigen Betrieb dieses in allerhand Theorien gehüllten Gegenstandes einzuleiten. — Schilt. K. Hsch. in A. L. (Kärnten): Beim besten Willen kann ich Ihr mit Bleistift geschriebenes Manuskript nicht zuende lesen, sosehr mich der Inhalt fesselt. Die Augen vertragen nicht die Anstrengung. Würden Sie sich nicht zur Übertragung mit Tinte entschließen? — Schilt. K. S. in Z8. (<5>Berö|tcrr.): Die Darstellung war etwas zu breit; es mußte ihr daher da und dort ein Stück abgetrennt werden. Bei den vielen Geschäften des Tages findet man nicht Zeit, lange Abhandlungen gehörig zu verdauen; daher muß alles, was wir bieten, kurz, bündig und übersichtlich sein. — Schilt. I. W. in A.-M. (Iliedcrösterreich): In wissenschaftlichen Arbeiten lassen sich Fremdwörter zuweilen schwer vermeiden, weil die Terminologie eine Verdeutschung nicht immer zuläßt. Sie haben indes vollkommen recht, daß wir ans die Säuberung bedacht sein sollen. Wenn Sie in die Schriftleitung der „Bl." Einblick haben könnten, so wurden Sie so manche Umstellung wahrnehmen. Ich werde den Mitarbeitern dankbar sein, wenn sie mir durch möglichste Vermeidung von Fremdwörtern diese Arbeit erleichtern. Deswegen müssen wir jedoch durchaus nicht in eine Art Narretei verfallen. — Kßerf. H. W. ln K. (Steierm.): Sie locken mich mit der Ansichtskarte, die ein paradiesisch schönes Fleckchen zeigt, in die Berge. Es geht nicht. Die Nerven wollen den weichen Wellenschlag. — Lehrer I. H. in It. (Steiermark): Die alten Sprichwörter bergen Gold. Man kann ihre Echtheit täglich prüfen, am meisten dann, wenn es das Kapitel „Freundschaft" gilt. — Lehrer I. St. ln It.-28. (Iliederösterreich); Mit weitausgreifenden methodischen Anleitungen verhält es sich ähnlich wie mit den großen Werken, die einem der Agent aufhalst. Man besieht sich die schönen Bünde, findet jedoch nicht Zeit, sic durchzuarbeiten. Kausen Sie Kleineres, es erleichtert Einsicht und Übersicht. — Schilt. L. K. in I*. (Salzviirg): Achtung vor Darlehens-Schwindlern! Sie locken Geld aus der Tasche und bringen keines wieder. — Kliert. Kr. tzv. in 28. (Steierm.); Ja, mein Lieber, mit der Neuauflage meiner Schrift über das Rechnen geht es noch nicht. Es mußte viel ergänzt, viel geklärt werden. Dazu gehört eine große Sammlung des Geistes. Über Jahr und Tag vielleicht. — Arucksehler-Ilcrichtigung: Aus S. 1727 (F. 90) steht „Revolution" statt Reevolution — Rc-Evolution (Rückbewegung). — Lehramtskandidat H. S. in M.: Ein allgemein geltendes Muster für Bewcrbuugsgesuche ist schwer zu geben, weil da die persönliche Ansicht entscheidet. Schreiben Sie etwa so: „Löbl. k. k. Bezirksschulrat! Der ergebenst Gefertigte bittet um Verleihung der zur Ausschreibung gelangten pro». Lehrstelle an der . .. klassigen Volksschule in und begründet dieses Ansuchen mit folgendem: 1.) Der Bittsteller ist laut Beilage A österreichischer Staatsbürger. 2.) Zufolge Beilage B ist er zum Unterrichte an allgemeinen Volksschulen mit .... Unterrichtssprache als reif erklärt worden. 3.) Im besonderen erlaubt er sich anzuführen, daß er .... (Etwas Spezifisches, das sich auf die angestrebte Stelle bezieht: Musikalische Kenntnisse, Orgelspiel usw.)..............am 1911. Unterschrift. — Text auf der vierten Halbseite (Rubrum): An den löbl. k. k. Bezirksschulrat in .... N. R., absolvierter Lehramtskandidat in .. . ., ... Gasse Nr. . ., bittet um Verleihung der prov. Lehrstelle an der ... klassigen Volksschule in.............x Beilagen." — Das ist die allgemein übliche Form; wenn sie hier verzeichnet erscheint, so ist damit nicht gesagt, daß ich mich mit ihr in allen Teilen einverstanden erkläre. — Achten Sie auf eine sorgfältige Abfassung hinsichtlich der Nettigkeit! Man beurteilt manchenorts nach ihr den Bewerber. — Lehrer It. K. in Sch. (IZöhmcn) und Krk. (S. II. in H. (Mähren): Gewiß keime ich mich in den Lehrerkrankheiten ein bißchen aus, habe ich sie doch am eigenen Leibe studieren müssen. Die an mich gestellten Fragen beantworte ich (hoffentlich werde ich nicht der Kurpfuscherei geziehen), wie folgt: 1.) In den ersten vierzehn Tagen keinerlei geistige Tätigkeit. Natur, Gesellschaft, und böte sie auch nichts als Geschwätz. Hernach leichte Lektüre, einen modernen Roma» oder etwas von Stifter oder Hauff oder Scheffel oder Goethe. Zwei Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres eine Psychologie und sodann „Rüstung". — Zur Stärkung der Nerven empfehle ich zunächst Luftbäder. Das langandauernde Liegen an der Sonne kann den Gereizten noch gereizter machen. Bäder? Vorzüglich! — Diät: Viel Pflanzenkost! Salat, frische Gemüse, Beerenobst! Saure Milch, Eier, viel Wasser trinken! — Als eisenhaltiges Wasser verordnen die Ärzte in der Regel das Roncegno-Wasser. Bewahren Sie die Zähne davor! — Da Sie sich nur matt fühlen, so ist die Behandlung in einer Kuranstalt nicht nötig; schade um das Geld. Mau wird übrigens dort mit allerlei Prozeduren derart behelligt, daß man nicht zur Ruhe kommt, und doch braucht der Lehrer diese in erster Linie. Wenn es der Schatzmeister erlaubt, so kriechen Sie in eine Alpenwirtschast. Dort ist Friede, dort der lautere Sonnenschein. — Lehrer W. Sri), in St. M.: Prüfungssorgeu entschuldigen alles. Glückauf zum Gelingen! — Lehrer II. It- in ($>. S.: „Die Wechselrede der „Bl." steht mitten in meinem Referat." Das ist ihr Zweck. Sie soll aus dem ganzen Reiche die Stimmen sammeln, auf daß der Einzelne aus dem Gebotenen das nehme, was auf seine Verhältnisse paßt. Eine „fliegende Konferenz", so nannte Folge 1 diesen Abschnitt unserer Zeitschrift. — Äverk. Z. W. in