Lmllllcher Nr. 31. Pr^!il!i»cratio!lSP»cie: Im Comptoir qmizj. fl. !>, hai. si. 5..50. ssiiv d!>,'^!lstell!,nn in« Hnns hall'j. 5><>lv. Iiil rcv Post >ia!>,u. st. !5, H.Ubi. fl. ?.5>,i. Samstag, 3. März Insert! onsgcdilhr bi^ 10 Zcilci:: Imal 80 lr., ^m.«elv., üm. i fl.; sonst pi. ^cilc Im. lr. u. s. »v. Iusorlwnostcmp^l jed^c«»!. I0tl. 1866. ^lntlicher Theil. Allerhöchstes königliches Res kript als Antwort auf die Adresse des kroatisch-slavonischen Landtages vom 12. Februar 1866: Wir /ran) Joseph >cr Erste :c. ic. Liebe Getreue ic. :c. Indem Wir Euch Unsern königlichen Grnß hnld-'eichst entbieten, haben Wir aus der Uns im Wege Elicrcr Deputation nntclbrcitclcn allcruutcrthänigstcn Adresse vom 12. d. M. mit Befriedigung entnommen, ^ß Ihr. den negativen Standpnnkt deS Jahres 1801 verlasse, die durch die Großmachtstcllung der Monarchie geforderte gemeinsame Behandlung der gemeinsamen Angelegenheiten des Reiches, wie dies in Unsc-lmi Diplome vom 20. Oktober 1861 als Grundgedanke a»sgcsurochm wurde, im Prinzipe anerkennt. Da Ihr Euch sodann vollkommen bereit erklärt, zur Losung der staatsrechtlichen Fragen in einer die Machtstellung des Reiches sichernden Weisc mitzuwirken, Und da Ihr dies am zweckdienlichsten im Vereine mit dem Königreiche Ungarn thun zn können vermeint, so Wögen Wir Euch, damit die Erledigung dieser dringen-den Frage nicht dnrch formelle Bedenken in die Länge llczogen werde, mit aller Wärme hicmit aufgefordert haben, im Hinblicke aus das in den Adressen der beiden Häuser des ungarischen Landtages bereits kundgegebene "crcitwilligc Entgegenkommen, sofort znr Wahl einer Deputation zu schreiten, welche mit einer Deputation °es zn Pest tagenden ungarischen Landtages über das llcgcnseitigc staatsrechtliche Verhältniß sowohl als über icncs zum Reiche in Unterhandlung zn trcteu hätte, wobei es Euch freisteht, unter Wahrnng Encrcr bcrcch-l'gtcn Antouomie und dnrch Vorbehalt der Bestimmung ^llrcs eigenen Landtages hinlängliche Garantien für die "lifrcchthallung Eucrcr nationalen Interessen zn gewinnen. Ans diese Weisc wird es früher gelingen, ein das staatsrechtliche Verhältnis; der Länder der heiligen Stc-Phans-Kronc umfassendes Inanguraldiplom zu Stande iu bringen nnd zn dem von UnS nnd Euch gleich warm ^schulen Krönnngsalte zn schreiten. Encrc allcruntcrlhämgsle Bitte um Vereinigung Dal-U'aticus mit Kroatien nnd Slavonien belangend, so sehen Nir Uns wiederholt veranlaßt, Euch wegen der ^tlcn crst zn lösenden, bereits in Unserem königlichen ^cskriplc vom 8. November 1861 gcnan erörterten Vor-'^gcn zu bcdcntcn, daß Wir, an der in Unserem lö« 'llglichcil Reskriptc vom 2. )covcmbcr v. I. gegebenen ^^lärnng festhaltend, es ganz bestimmt ablehnen müs» sen, vor Feststellung des staalsrcchtlicheu Verhältnisses Kroatiens und Slavoniens zn Ungarn einerseits, nnd andererseits znr Gcsaiumtinonarchic, in eine weitere Erörterung dieser Frage einzugehen. So bereitwillig Wir endlich anerkannt haben und wieder anerkennen, daß das gegenwärtige Gebiet der troatisch'slauonischcn Mililärgrcnzc einen iutcgrirenden Theil dieser Königreiche liildct, so bedauern Wir dennoch, Euch mit Entschiedenheit erklären zn müssen, daß die Rücksicht ans die Wehrkraft Unserer Gcsammtmon-archie es Uns nicht gestattet, die bestehende Verfassung der Mililärgrcnzc dnrch faktische Vereinigung derselben mit dein Mnlicrlaudc unter einer gemeinschaftlichen Pro« vinzialadministration aufzuheben; weil bei der unbedingt nothwendigen Aufrcchthaltung der Wehrkraft die Insli-luirung von Zivilautoritätcn nur zn für den Dienst und die Ordnung ablragigcn Kollisionen führen würde. Wir löimcn mit um so größerer Beruhigung für Unser väterliches Gewissen bei diesem Beschlusse uchar» rcn, als Wir Uns bcwnßt sind, solche Fürsorge nnd solche Verbesserungen schon getroffen zn haben und noch treffen zu wollen, welche dcn Znstand der Militärgrcnze weit mehr als einen Segen, denn als eine Beschwerde für seine getreuen und tapferen Söhuc erscheinen lassen. Wir gcbcn Uns der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß Ihr mit politischem Verständniß und mit der alt» bewährten Treue uud Anhänglichkeit an Unsere Person die Größe und die Wichtigkeit dcs Momentes und des Gegenstandes erfassen, Unserem väterlichen, wohlmei-ncnden Rathe nachkommen und nur das Mögliche nnd praktisch Erreichbare anstreben werdet. Dringend fordern Wir Euch deswegen anf, mit Vcrmcidnng aller Ncbcnrücksichten und Beseitigung aller Hindernisse, uud um auch dem ohnehin fchwcr belasteten Lande nicht noch größere Opfer aufzubürden, zn dcn die Lösung der für culc Völker Unseres Reiches gleich wichtigen staatsrechtlichen Fragen bedingenden Maßnahmen unge-säumt zn schreiten, und verbleiben mit Unserer lönig-lichen Huld lind Gnade Euch anch noch fernerhin gc« wogen. Gegeben in Ofen am sicbcnundzwanzigstcu Tage des Moualcö Februar im Jahre des Heils eintausend achthundert scchszig uud sechs, Unserer Reiche im achtzehnten Jahre. Frmy Joscpl) m. p. Emil Freiherr u. Knssevich m. i>., FML. Auf Allerhöchsten Bcfchl Sr. kaiserlichen uud königlich Apostolischen Majestät Dr. Eduard Icllach ich v. Buzim m. p. Allerhöchstes königliches Reskript anf die Rcfträsculation deS kroatisch. slavonischcu Landtages vom 20. Februar 1866 betreffs Si-stiruug der Rckrutirun g: Wir /lW Joseph >cr Erste:c. -c. Liebe Getreue :c. tc. Vorerst unseren königlichen Gruß. Auf Eucrc allcruutcrthänigste Repräsentation vom 20. Fcbrnar l. I., in welcher Ihr um Sistirung der von dcn kompetenten Behörden zur Kompletirung Unse» rcs HccrcS angeordneten Rckrutirung in schuldiger Unterwürfigkeit bittet, finden Wir Euch allcrgnädigst Nach-stehendes zu erwidern: Die unterbrochene periodische Ergänzung Unserer Armee ist eine zur Anfrcchlhaltung der Machtstellung nnd Vertheidigung Unserer Gesammtmonarchic nach anßcn unbedingt nothwendige Maßregel, die ohne empfindlichen Nachtheil für die Gcsammtiutercsseu des Reiches nicht gestört werden darf. Wir müssen daher die Erfüllung Euerer allcruuter< thänigstcn Bitte um so entschiedener ablehnen, als Wir fest entschlossen sind, bis znr definitiven Regelung der staatsrechtlichen Verhältnisse daS 8wtu8 <,uo unbedingt aufrecht zu halten. Wir bleiben Euch übrigens auch ferner mit Unserer königlichen Huld und Gnade gewogen. Gegeben in Ofen am sicbenuudzwanzigsten Tage des Monates Februar im Jahre des HcilcS eintausend achthundert sechszia, nnd sechs, Unserer" Reiche im achtzehnten Jahre. Fran.z Joseph in. p. Emil Freiherr u. Kusscuich m. p., FML. Anf Allerhöchsten Bcfchl Sr. kaiserlichen und königlich Apostolischen Majestät: Dr. Eduard Jell ach ich v. Buzim in. n. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 22. Februar d. I. den Set-tionsrath Sisinio von Pretis di Eagnodo zum Ministcrialrath und den Finanzinspcktor und Tricstcr Oberamlödireltor Finanzrath Franz M ay er znm Tek-tiousrath i::i Ministerium für Handel uud Volkswirt!)« schaft allcrgnädigst zu erneuucn geruht. Feuilleton. Die Juden in Kram. Kulturgeschichtliche Slizzr. t f Die Weissagung des Herrn über Jerusalem war N! lt, der Tempel lag in Asche, die hciligc Stadt war fallen, der jüdische Staat vernichtet. Eine Million c>l°el> war der Wuth der Parteien, dem Schwerte des n,. /6- dem Beile des Henkers, dem Hunger und dcu lan ' !!"' "legen. Von dcn 97.000 Gefangenen er-auf !>'" ^'l dem verzehrenden Gram, ein Theil wurde H-/, °cr Arena zum ErgölM der Quirlten von wilden der 3" ä^-'sscn, der Ucbcrrest auf dem Sklavcnmarkte, lauff /^ ""^ dreißig nm einen schlechten Pfennig, vcr. d^''^ Diese, im weilen römischen Reiche zerstreut, wur» ^..^ ^"thum des Kaisers, seine Kammerkncchtc sie l, "^"'"c). Er übernahm aber anch die Pflicht, der»" ^'Ulucn, als Lohn dafür, daß Ioscfus der Jude, jiidis^lc'gänger der Römer und Gcschichtsschrcibcr dcS ^hcil!^.' Alleges, den Prinzen TituS von der Gicht schcn <> ^' ^ls Karl der Große die Krone der römi. b'tsc )!'''p^"to>cn auf seiu Haupt setzte, überging anch in ^.UMtzpflicht anf den deutschen Kaiser. Auch AlMu?«"^ "schcmcn die rnhcloscn ?iach!ommen wen,, c>,^f '" ^^"^ Eigenschaft, in welcher sie für dcn, fers i?n '""? ""^' '^"lcn Schutz dcS deutschen Kai-liallcn. gewissermaßen scin Taschengeld zu liefern ist i» ^ "ste Erfcheincn der Juden in Oesterreich "" dunkel der Sage gehüllt, historisch läßt cs sich vor dem zehnten Jahrhunderte uicht nachweisen. Die Präger Gemeinde wollte zwar ihr Alter durch einen Grabstein bekunden, der bereits ein Jahrhundert v o r der Entstehung des Christenthums gesetzt worden sei. Allein, da sie zu viel bcwciscn will, so beweist sie selbst nach dem Hcuguissc aufgeklärter jüdischer Gcschichts< schrcibcr (Dr. Gräz, M. Gesch., VI. Band S. 68) nichts. In ähnlicher Art soll ein Denkstein mit hc> bräischcn Eharattercn, am Schloßderge in Graz um 15)77 ausgcgrabcn, die Jahreszahl .">,,;<.>() gezeigt haben (!N4v, Ehr. — Grave H. ..Znr Geschichte der Juden in ^tcicrmark im Iahvbnchc für Isr. Wien 1858)." Daß die Gemeinden ihre Einwandernng ans die Zeit vor Ehristns znrückführcn wollten, erklärt sich wohl" dadurch, daß sie sich von der ihnen von dcn Ehristcn aufgcbür» dcten Alntschnld der Krcnzignng zu reinigen suchtcu, In die südlichen Lander Oesterreichs mögen dic Juden wohl schon frühzeitig, sei es vom deutschen Reiche, sei es von Ilalicn hcr, eingewandert seiu. Die Laibacher Juden banten nach dem Zeugnisse des Ehronistcn (Valvasor XI S. 710) ihrc Synagoge im Jahre 1213 herrlicher als zuvor wieder anf, denn sie waren überaus reich nnd trieben großen Handel mit dcu Vcnctiancrn, Ungarn und Kroaten. Hier halten sie noch keine jener Vcrfolguxgcu crfahreu, welche, im Namen des Ehristcnthmns geführt, dasselbe schändeten. Unter dem Krnmlnstabc der aquilcjischcu Patriarchen,! welchen unsere Länder damals größtcuthcils gehorchten,! unter der friedfertigen slavischen Nation ließ es sich gnt wohnen. Hängten ja doch die Juden am Sitze des Statthalters Ehristi, in ihrem finsteren Ghetto weitaus sicherer, als in dem, finsterem Wahnglanbcn ergebenen Norden. Noch waren zndcm nicht viele Jahre vergant gen, als das große lateranischc Konzil (1179) Äe-! Müsse zu Gunsten der vcrhaßtcu Jude» gefaßt hatte. Diese standen damals noch mit den Päpsten auf gutem Fnßc. Als Alexander M. nach mehrjähriger Verbannung in Rom einzog, zogen ihm die Juden mit ihrer Thora und ihren Fahnen entgegen. Sie waren geehrt und hatten keine Adgalicu zu zahlen. In Venedig war ihre Zahl (1152) anf 1300 gestiegen, und anch iu Krain war ihrc Geschichte bishcr cin weißes Blatt, das crst gegen daö Ende des Jahrhunderts mit dem ersten Blute sich färben sollte. Papst Iimozcnz III. nnd daS große vierte Laleraiikonzil drückten den jüdischen Stamm zuerst in eine Erniedrigung herab, die er früher nicht kannte. Kein christlicher Fürst folltc ferner einem Juden cin Amt anvertrauen (bisher waren sie häufig ihre Müuzmcister, sclbst Finanzministcr); vom zwölften Lebensjahre an follten alle jüdischen Männer an den Hüten, alle Frauen an den Schlcieru cin gelbes Abzci. chcu, den sogenannten „In d en flc ck c n" tragen. Dieses Abzeichen stieß die Juden aus der Gesellschaft ihrer Mitbürger, raubte ihnen Selbstgefühl und Selbstachtung. Seitdem nahmen sie jenes unterscheidende Etwas an, daö sich bald in vernachlässigtem Acußern, in einem eigenen Jargon offenbarte, nachdem sie bisher die reine Sprache ihres Landes geredet halten. Doch in Oesterreich sich»^ das von Gcrcchtigkcits-liebe und Menschlichkeit durchwehte Statut Fried« rich des Strcitbareu (1244) dcn Juden uoch immer eine begünstigte Stellnng. Aber selbst die hoch« stehendsten, vom Geiste der Milde und Weisheit er-fülltcu Manner, cin Kaifer Friedrich II., der sich vou dem Juden Anatoli dcn Aristoteles mit dem Kommentar dcS Aocrros übersetzen ließ nnd wissenschaftlichen Verkehr mit jüdischen Astrologen pflog, vermochten es nicht, sich diesem Banne zu entziehen, der die Geister imtcr 344 Alchlalllllicher Theil. Laibach, 3. März. Ueber daS königliche 9lcslript auf die Adresse dcS lroa tischen Landtages liegt hellte die erste offiziöse Aeußerung, i>, drr „C. Ocslcrr. Zcituun" vor. Sie sagt: Wir möchten seine Bcdcutiillg gerade im gcgcuwär^ tigcu Augenblick im engsten Znsannnenhangc nnt den Worten anffassen, mit welchen der Baiser fast uumittcl-l»ar vorber die Adressen der beiden Tafeln dec« ungarischen Landtags cntgegellgenommen hat. Hier wie dort, nur dort noch bestimmter und entschiedener, tritt uus der in der Thronrede ausgeprägte Grundgedanke wieder entgegen, daß zncrst nnd vor allen Dingen das Verhältniß der Länder der ungarischen 5lronc znm Reich zn ordnen lind festzustellen sei und daß, bis diese Ordnung und Feststellung zu Stande gebracht, jede andere innere Frage zu ruhen habe. Erst auf der Basis nnd nach Maßgabe der Beziehungen der Bänder der Stephans' krone zum Reiche tann nnd wird die Lösung der übrigen Fragen in Augriff gcuommcn werden. Es sollen die G r ll n d in aucr n stchcn , bc v o r Nl an an den Ausbau geht. Die „Oestcrr. Ztg." sucht ferner die aus Anlas; der angeblichen Miuistcrkrisc iu den Tagesblättern aufgetauchten Anschninmgen von einer dualistischen nnd einer föderalistischen Strömung ini Älinisterrathe zn widerlegen. Sie will diese falschen Behauptungen nicht als See» schlangen oder politische Fühler auseheu, sondern vielmehr glanben, daß man in manchen Kreisel! über die Begriffe Dualismus nnd Föderalismus, bei deren An-wcndnng anf das Wirten unserer jetzigen Minister nnd der Beurtheilung ihrer Absichteu, »licht ganz im Kla-, ren sei. ! Als die jetzige Regierung ans Ruder kam, hatte man nicht ohne Grnnd allgcincin als gewiß angcnom-mcu, daß die Minister uutcr sich über die zu befolgenden Rcgicrnngsprinzipien eiilig sind. Was hat sich nun seitdem ereignet, nm den akuten Widersprnch im Schooßc des Niiuistcriuins zu erzeugen? Allerdings haben sich in cinzel n e ll Pro > vinzen cxtrcm - f o derali st ischc T c ll d c l, z c n bemerkbar gemacht. Ist es aber der Staatsmini-ftcr, der diese Fahne entfaltet hat? Man sagt, die Si-stirnng des engeren Rcichsrathcs sei das Zeichen des Föderalismus. Nichls ist falscher, als diese Annahme. Wir können uns den engeren Reichorath, wie er bestand, nicht als einen vom weiteren trennbaren, für fich sclbststäudigcu denken. Der engere war blos ein Ausfluß des wcitcrcu uud besitzt daher ohne den letzteren für sich allein keine eigene Rechtsgrundlage. Aber der weitere mußte suspendirt werden, weil er eine Fik' tion war uud dein Beginne einer erfolgreichen politischen Aktion in Ungarn hindernd im Wege stand. Glanbt man mm, daß jenes Rcichsvcrtrctnngö-Organ (es heiße wie immer) , welches mit Hilfe Ungarns hoffentlich zu Stande kommen, für die gemeinsamen Angelegenheiten sorgen und für diese die Geldmittel auch beschaffen wird — glaubt man, das; dieses Rcichsorgan dazn berufen sein wird, auch für die audcrwcitigeu Bedürfnisse der Erb lande zn sorgen? Man sieht also, daß der bestandene engere Reichsrath — miudcsteus iu seiner alten , Gestalt — nicht wieder ins Leben gcrnfcn werden kann. l Demnach — so sagen die Gegner des Staatsministers — ist Graf Belcredi ein Föderalist. Natürlich will man hicbei nicht zugeben, daß der Herr Graf anch in den Erblandcn für sich die Existenz gemeinsamer Angelegenheiten anerkenne, daß es anch dort Gegenstände gebe, wie z, B. die Instiz, dcrcil legislative ohne Gefährdung der Wohlfahrt der einzelnen Länder nicht in Atome getheilt werden kauu. Föderalistische Gruppen mill er haben, so heißt cS, die in Gesetzgebung nnd Verwaltung — außer dem Kreise der Rci chsangclcgcnhcitcn — so wenig mit einander etwas gemein haben als die Länder der ungarischen Krone — außer dem gedachten ilreise — mit den Erbländcru etwas gemein haben werden u. s. w. Es ist jedoch nicht unser Zweck, alle diese Verdächtigungen weiter fortznspinncn — wir wollen nur gegen Ex« trcme kämpfen, welche auf der andern Seile stets wie-der Ezlrcmc erzeugen, wie dies eben dic starre deutsch» zculralistischc Richtnug bewies — welche zumeist dic obcrwähntcn extrem - föderalistischen Tendenzen wachgerufen hat. Äcide diese extremen Linien muß und wird jcder einsichtige Staatsmann in Oesterreich vermeiden. Indem wir übrigens gegen e^trcm.födcralistischc Tendenzen auftreten, verwahren wir uns znglcich gegen etwaige Mißdeutungen in deutsch zcntralistischcn Kreisen; denn wir meinen, jene starre Zcnlralisatiun, welche der engere ReichSralh zn üben bestrebt war — eine Zentralisation, welche ein Vcrmächtniß dcs bestandenen AbsululiömuS war, sei iu Zukunft eben so wenig zulässig als der cx> trcmc Gegensatz derselben, was jedoch nicht ausschließt, zwischen beiden Gegensätzen den rechten Mittelweg zn treffen. Die einzelnen Erblaudc haben Auspruch auf eiu gerechtes Maß vou Autonomie. WaS nicht streng gemeinsam ist oder auö höheren politische n R ü ck s i ch t c n einheitlich behandelt wer« den muß, soll der Anton omic der einzelnen Länder überlassen werden. Das aefähr-! dct uicht die ciuhcitlichc Regierung der Erblandc, sondern wird wesentlich dazn beitragen, die gerechten und billigen Wünsche einzelner Länder zn befriedigen und die nicht deutschen Völker mit festeren Banden an das Reich zu lcttcu. Insoweit — so meinen wir — ist der Staatö-ministcr allerdings ein Gegner der absoluten Zculrali- > satiou der Erblande. Und müssen die ungarischen Mi», nistcr solche Anschauungen nicht anch billigen? Sollten gerade sie dic Anhänger ri:>cr unnalürlichen Unifilalion der Erblandc sein, welche sie selbst in den einzelnen Ländern dcr nngarischcn Krone (Siebenbürgen, Kroatien) uicht billigen? Sollten gerade diese nngarischcn Mini< ster für den bestandenen cngercn ^'cichsrath schwär« men, der die Thätigkeit der einzelnen Landtage anf Null reduzirtc, mit dcr Sistirnng dcs wcitcrcu aber auch selbst seine Rechtsgrundlage verloren hat? Wir glauben annchincn zn dürfen, daß zwischen dcn Hcrren Ministern diesbezüglich kciu prinzipieller llntcischico ob« waltet. Aber — sagt man -^ die ungarischen Herren silld reine Dualistcn nud dcr SlaatSministcr nicht. Nun, es scheint, daß anch hier eine Bcgriffsucrwirrnng statt-findet. Was versteht mail unter reinem Dnalismns? Etwa eine Pcrsonaluuiou? Es wäre zu abgeschmackt, die ungarischen Minister als absolntc Pcrsonalunionisten zu betrachte». Dcak, ja das ganze Uuterhaus iu Pest, hat durch die Anerkennung gemeinsamer Angelcgen- ! heilen das Gebiet dcr starren „Personalunion" glücklicherweise schon verlassen. Es kauu sich also immer nur um dcu Kreis der gemeinsamen Angelegenheiten nnd ihren Bchandlnuaö-modus handeln, worüber eine Mcinnngsdiffcrcnz obwalten könnte. Doch meinen wir, daß kein Minister Sr. Majestät darüber im Zweifel sciu kauu, was zur Si-^ chcruug dcr Machtstellung dcs Reiches nothwendig ist. ! Eine kräftige Rcichsrcgierung , die iu koustitutioucller ^ Weise über dic Iuteresseu des Reiches wacht, übcr das Reichsbudgct uud die Rcichsmacht verfügt, ohuc von ciuer audcrcu Vertretlliig als uur voll ciucr koustitlitio^ ucll thätigcu Reichskorporatiou beeinflußt zu werden, eine ^ Rcichsregicruug , die iu dcr nugchindcrtcn Ausübu»g ihres Berufes von der nngarländischen Landesregierung ^ nur uuterstiltzt, aber uicht gehindert werden tann. ! Nnr innerhalb dieser Grcnzcu und insofcrne eS sich nm die Wahrung der gesetzlich begründeten und auch , thalsächlich möglichen Autonomie dcS Landes handelt, ^glauben wir zuversichtlich, daß dcr Herr Hofkanzlcr ^ ein Anhänger dcS DnalismuS sei, und sicherlich laim ! also auch hier lein Anlaß vorliegen, dcr zu prinzipiell ^ ^ diuergirenden Auffassungen zwischen dem StaalSministcr lind dcn ungarischen Ministern je hätte führen könne», Oesterreich. > Pest, 27. Februar. Das große Publikum sah dc'" heutigen Tage mit bei Weitem größerer Spannung c»t> gegen, als der cingcwcihtcrc Theil dcs Publikums. wel< ^ chcr, wie ich bereits gestern geschrieben, sich keinen sa»' gllinischcii Hoffnungen hingab. So tam es dcun, daß die Repräsentanten dcs Landes sich wohl mit denjenigen loyalen Gesinuuugcu, welche Sc. Majestät auch heut«! huldvoll anerkannte, in einem Halbkreis um dcn Thro" ! allfstclltcn, um die allcrh. Worte z>l hörcu, aber kcincS- , wegö mit dcr Erwartung, schou heilte il)rc in dcr Adresse ausgedrückten Wüuschc in Ersüllnug gehcu zu schell. Wcnu nun die Dcftlitatiou dcö Rcpräscnlantenhaliscs innigst erfreut war, zu huren, daß Sc. Majestät a»' genehm berührt sei von dcr „Uebereinstimmung, welche ^ hinsichtlich dcö Ausgangspunktes und Endzieles z" Stande kam," so trat diese freudige Stimmung einigermaßen in dcn Hintergrund bei der gleich darauf fol-gcndcu ^lcllc dcö Bedauerns übcr die im Verlauf der Diskussion zum Ausdruck gelangten Bedenken, welche sich anf dic in der Thronrede bezeichneten Mittel der Durchführung bczichcn. Indessen wird dic Erwarliu'g Sr. Maicslät, daß die obenerwähnten Bedenken „d>c anf dic Errichtung des Endzieles gerichtete Bereitwillig lcit nicht lähincn werde," nicht gctänscht scin; denn lvas dicsc BcrcilwiUigkcit zll bclhätincu nccinnct ist, wird ^ morgen oder übermorgen mit der Wahl jener Kommission begonnen wcrdcn, welche die aeincinsamen Auge' lcgcnhciten znm Gegenstand ihrer Berathungen nchlneil soll. So wird dcuu dcr Landtag, dcu taiscrlichcn Erwartungen enlsprechcnd, zur Fördcruug des Ausgleichs und Vorbcrcilnng jener legislativen Thätigkeit, welche die inneren Verhältnisse bcS Landcö erheischen, das ' Scinigc thun uud sich im Ucbria.cn mit philosophischer Ruhe iil den ^llws . Inli 1247, den Wahn, daß die Juden Christcublnl für ihr Osterfest brauchten, vergebens wurde selbst dcr Kirchenbann den Bedrückern dcr Indcu angedroht. Ix« zwischen lcbteu die traiuischcn Juden »och umuiac« fochten, in friedlichciisGclocrwclb meist mit dcm gcld« dcdülftigcn Adel vcrkchrcnd. So bewahrt unscr Ehro> nist (Valu. X V. B. S. ^0l)) daö Excmpcl ciucs Vergleichs« Verfahrens damaligerZcit in dcr Indcnsänilc zu Htar« bürg, dcm Zcntralpuliklc der handeltreibenden Hebräer, vber die Schulden der Lain b er g er an dic Juden in Marbnrg, RadkerSburg, Indcnburg, St. Veit nnd Lüibach, am Pfingsttag 22. Sambat I. 5200 drr Nclt (127k.) Dic Vertreibung dcr Indcn anS England, ucr. anlaßt dnrch den Ucberlrilt cincS Dominikanermönchs Robert de Rcdinggc, der sich zn sehr in hebräische Stndien vertieft hatte, füllt mit dein ersten Indentumult zusammen, dcu wir (12W) in dcn engen Gassen dcs Laibacher Ghetto, jctzt Indcuaassc und Iudcnstcig, uud noch immer iu seiner finstern Gestalt an das Mittel-alter crinnerud, zwischen Bürgern uud Juden wegen eines Verlornen Kindes entbrennen sehen. Viele Indcn wurdcu erschlagen. Ob die Verfolgung von 1298, von einem baicrischcn Edclmaml Riud fleisch iu Fraukeu augcstiftet, die sich auch nach Oesterreich anobrcitclc uud l,icr in einem halben Iahrc 100,000 Menschen dcn Tod brachte, auch Klaiu berührt hat, darüber bewahrt unsere Geschichte keine Kunde, wohl aber weiß sie uns zu sagcu, daß 1337 in eben dem Jahre, wo in Oesterreich eine große Verfolgung losbrach, die Lai bach er Juden dic Brnnucn vergiftet habcn. (Valo. XV. S. 319,) Auch ohne daß die Ehrolul uus die anf dicsc Beschuldigung gcfolgtcn Szenen schildert, können wir llnS dcn ganzen unsagbarcn Jammer dcö friedlichen IndenuolüS denken. Der Schutz dcö dculschcu KaiscrS fnr seine nütz« lichen Kalnmcrkncchlc bewährte sich schlecht, und^ mancher Edelmann arrangirte sich niit der Habc dcr Gcflüchtelcn, dcrcu Foldcrnngcn durch ihrc Flucht überdies von selbst erloschen waren. Die Gcißler, sich mit Stolz auch Indenschlägcr nennend, von welchen wir Spurcu auch iu Kruin finden, wlithctcn inl Jahre 1349 von dcn Alpen bis znr Nordsee, ohne daß Herzog Albert dcn rohen Fanatismus zu bündigen vermocht halte. In dcr jahrhlinocilclaligcu Leidensgeschichte dcS jüdlschcu VollcS gibt es erfreuliche Panscu, in wclchcn die Hnmanitüt übcr dcu finsteren Fanatismus siegtc, am längsten sind dicsc Pausen in Krain. In dcr zweiten Hälfte dcS 14tcn Jahrhunderts verzeichnet unsere Geschichte uur friedliche Handels- und Geldgeschäfte dcr Juden, welche selbst liegende Guter an sich brachten, so Mosch (Moses), IzzcrlcinS (Israels) Enkcl von Marbnrg, das Gnt Ralschach bci Steindruck, daS er später an die Gebrüder Gonobizcr verkaufte. Doch blicb daö verfolgte Geschlecht iu strcngcr Abgcschlosscnhcit. Streng verpönt war dcr Umgang dcr Geschlechter zwischen Christen nnd Indcn. Die Juden bestraften ihn an Fraucu mit Nascnab-schnciden, die Christen mit dem Tode. So wurde im Jahre 140^ in Laib ach rin Indc wegen Umganges mit cincr Ehristiu hingerichtet. Die Juden, hierüber mißvergnügt, fingen an zu murren (welch' ein Verbrechen!) und es lau, so zum Handgeiucugc zwischen bciocu Theilen, 3 Juden wurden gctödtct. (Valv. XI. A., S. 711.) In diesem Jahrhunderte finden wir Indcn mit HauS und Hof ansässig iu Laib ach (Urkunden von 1433, 1451) unter eigenen Juden rich tern (l,lrl< Kais. Friedr. Noil. Imdkch. 2, Band, 1. Abth,, S. 930), Die Arzncilllnde war frühzeitig (IosefnS und T>' tus) eine Domäne ji!dischn' Erzhcrzogiu Katharina, woran abcr auch die christliche" Sländr, Geistliche nnd Städtc lontribnirlcn. Inzmische" mochlcn sich die Juden wohl durch ihrcu Spclulatio»s' und Hcmdclsgcist dcn einheimischen Kanflcutcu, dic ih^ Konkurrenz fürchttteu, verhaßt und durch bereitwilliges Gcldlcihcu gegcn gute Prozeutc ihren Schuldnern läsl>6 gemacht habcn. Hicbei ist zu bemerleu, daß die Zin^ und Wncherge setze erst dem 17. Jahrhundert c,»' gehören. Im 14. Jahrhundert uahm mau 8, im 1?. Jahrhundert ^, 0, 7 bis 10 pEt., 1034 gab ttaiscl Ferdiuand ein Gesetz, daß weder Ehristen noch I"de» über 6 pEt. nchmeu sollten. (Fortsetzung folgt.) 345 lanzlcrS und des Grafen Ercnucuillc in, Throusaal er> schien uud die allcrh. Erwidcruugeu unter dem Thron-baldachin stehend las. Del' Empfang dcr Depntalion l>es Nepräsentantenhanscs hat wohl nach jenem del' Magnalcuocputalion "bcr etwas früher als in der vor-^lr bestimmten Stnnde stattgefunden, denn es war noch nicht zwei Uhr, als die Repräsentanten uon der Ueber« "ichunst ihrer Adresse schon zurückkehrten. Unslaud. Verlin. Ueber die Ursachen, welche zu der schnellen Aufhebung dcr Landtagssession ii' Preußen lNfühit, erzählt der gewöhnlich gnt unterrichtele Berliner Korrespondent der „dienen Fraulsurlcr Zeiillug" Fol-gtndcö: „Graf Bismarck slclltc höhe, en Orts drei Al> lernativcn. Entweder Eullassnng des Ministeriums — Worauf das erwartete Nein erfolgte — oder einen gc» linden Staatsstreich — worauf ein sehr energisches ^cin erfolgte —> oder Bruch, wenn nicht gar Krieg mit Oesterreich, und daranf soll die Entscheidung ergangen stin, cr möge wenigstens zunächst im Wege ernstester Vorstellungen versuchen, wie weit er lomme. Anf dic-!kM Hintergrnnd rnht nnn die Situation, Die 9tücksichl auf das Votum in der Kölu < Mindcncr Angelegenheit, welches dic Politik des „Geld nehmen, wo man's fin-bet" sehr genirt haben winde, mag hinzugekommen sein, ^e» Abbruch der Session zu beschleunigen und zuzuspitzen, ^>e geschehen. Entscheidend alier im wahren Grunde ist ble deutsche, die auswärtige Politit dcS kühnen Prenncr Ltwtsen." — 28. Februar. Die ..Nordd. Allg. Ztg." li>> huptet, die Wcigernng der Statthalterschaft von Holstein, den Redakteur May anszulicferu, laufe dein burch daS Patent des Köuigs von Dänemark vom l?ten Februar 1,855 bestäliglen Äundcsbcschlnssc vom 20ten Jänner 1854 zuwider. — Die „Prov. Eorr." schreibt übe,- die Vcrhandlnngcn mit Oesterreich, daß dieselben bln-ch dag Angustenbnrn'schc Parteitrribc» angeregt wor-^» seien. Preußens Vo^'tellnn^cn wurden durch die österreichische Depesche vom 7 Februar bcaulwortet, ^llche jedoch den preußischen Gesichtspunkten die crwar» lcle Vcrücksichtignug uicht angedcihen ließ. Dicsc Dc^ ^schc blieb uon preußischer Seile unbeantwortet uud ^>ro cs wahrscheinlich blciden. Dic ^tachrichl, Prcu-ueu habe ein U l t i m a t u in au Oesterreich gerichtet, 'st völlig uubcgründct. Allerdings sei znve» sichtlich ^'^unchincu, daß Preußen jenen Schrifistreit ruhen las« >l>i, desto cnlschiedencr endlich die volle Erledigung der Hclzoglhllnlcrfragc im Sinne der preußischen lind deut« >cheu Interessen herbcizuführeu bedacht sei. — Dic„Pro!). ^orr." bezeichnet eö c.ls wahrscheinlich, daß wegen der Don au < Fü rstcnl h il merfrage cine Konfc» ^'tuz der Großmächte zusammentreten werde. Preußen widmet dieser 'Angelegenheit die lebhafteste Theilnahme v°tu Standpunkte der deutschen und europäische,, Indessen. Hambnrss, 28. Februar. Der „Hmub. Korr." "lthnlt uutcr Kiel, 27., ciu Schreiben dcS ^>tatthal> tcrs in Betreff der Anerkennung der Vcifassnng vom Jahre l85^4 und dic Vernfnug einer außerordentlichen Audgelkommission. Das Schreiben lautet wörtlich: Ich bin bisher von der Annahme geleitet worden, die Auffassung im Lande gehe dahin, daß der ständischen Organisation nunmehr die Aufgabe zufallen solle, durch ihre Mitwirkung cin neues Wahlgesetz ins Leben zu rufen, auf dessen Grundlage sich cine vereinigte schl e swi g - h o l-steiniscbc Landesvertretung zu versammeln halte, welcher bei der definitive,, Feststellung der Geschicke der Her-zogthümer ei>l entsprechender Antheil einzuräumen sein wilrde. Es würde hiebei jedoch selbstverständlich cine volgängige Ver-ständigung zwischen den beiden hohe» Mitbesitzern des Landes vurausgeseljt, und in Ermangelung einer solchen tonnte daher auch ein bestimmter Termin für die Einberufung nicht in Aussicht genommen werden. In der letzten Zeit ist aber uon Seiten vieler und sehr achtungswerther Persönlichkeiten im Lande der Ueberzeugung Ausdruck geliehen worden, daß die Verfassung des Jahres 1 8 5 l ungeachtet der mittlerweile eingetretenen politischen Ereignisse nach wie vor ein vollständig geltendes Landesrecht sei, welches unter dem Schulze der bezilglichen bundesgeschlichen Vestimmungen, zumal der Art. 50 der Wiener Schluhalte ftehe, und auch die Landesregierung stellt »1ch in ihrem gefälligen Berichte vom 2s». Februar im Wesentlichen auf diesen Standpunkt. Ich kann unter dieseu Umständen um so weniger Anstand nehmen, mich ebenfalls für diese rechtliche Basis auszusprechen und die aus derselben für die kaiserliche Negierung entspringenden Verpflichtungen ihrem ganzen Umfange nach anzuerkennen, als dieselbe dadurch nicht der mindesten Inkonsequenz in Aezug auf ihre gesammle bisherige Verfahrungsweise geziehen werden kann. Ich brauche nach dem Gesagten übrigens kaum noch hervorzuheben, das; ich nunmehr in noch erhöhtem Maße zu der vertrauensvollen Erwartung berechtigt bin, man werde sich allseilig der nothwendigen Konsequenzen, welche sich an diese Entscheidung knüpfen, klae bewusn und daher bestrebt sein, das eigene Versahren danach einzurichten: den Vorschlägen der Landesregierung wegen Zusammensetzung der zur Berathung des Budgets pro 1806/U7 zu berufenden außerordentlichen Kommission ertheile ich ohne Aufnahme meinr Genehmigung. Ich weiß den Werth der patriotischen Hingebung, welche in einer Betheiligung an dieser für das Wohl des Landes so wichtigen Verhandlung liegt, auf das vollständigste zu würdigen und bin zngleich persönlich danlbar sür die wesentliche Erleichterung, welche mir dadurch in meinem schweren und verantwortlichen Berufe erwächst. Allen Abänderungsvorschlägen, welche aus dem Schoosze der Kommission hervorgehen rollten, verspreche ich im voraus eine reifliche und unparteiische Prüfung nnd ersuche die Landesregierung, mir über den Forlgang der Arbciteu von Zeit zu Zeit eingehenden Bericht zu erstatten. Möge das Resultat derselben dem Lande zum Heile gereichen und dazu dienen, das Vertäuen noch fester zu lnüpfen, von welchem mir die Bevölkerung mit Ausnahme ciues bekannten Bruchteiles, dessen neuerliche Kundgebungen zu beurtheilen ich im Vewnftlseiu treumülltei Pflicht mit voller Beruhigung jedem Unparteiischen anheimgeben darf, während meiner Autssührung schon so viele zu den schönsten Erinnerungen meines Lebens gehörende Be« weise gegeben hat. Vlom. Man liest im „Monitcur dc l'slrmee" : Die r o m i sch c Le gi o n wird in AutibcS (Vardeparte« men!) gebildet, und es werden die französischen und auswäitigcu Angeworbenen nach dieser Stadt dirigirt. Die militärischen Untcriutcndantcu werden dem Kriegs< nmiistcl, alle fünf Tagc dnrch telegraphische Depesche die Zahl der angeworbenen tteutc mittheilen, nnd so wie dic Zahl die Höhe dcs Effeliivbestaudeö uon 1206 Manu erreicht hat, werden die Werbungen sofort ein« gestellt. Es wird alsdann die päpstliche Regierung allein den ferneren Eintrittt in die Region gestatten tonnen. Die ztonuuandauten uon AnwcrbcplätM dürfen nur den Lculcn, dcrcn körperliche Dienstfähigkeit keinem Zweifel unterliegt, Einstelluiigözeugnisse für die römischt Legion verabfolgen. Tagesneuigkeiten. — Wie es heißt, wäre in Vetresf der Organisirung der k. l. Z e nt r a l s e eb e hö rd e eine Entscheidung ge« troffen. An die Spitze würde ein Präsident (nicht wie früher ein Vizepräsident) gestellt werden. Außer den tech> nischcn Beamten würden 3 Räthe und 2 Sekretäre sum giren. Ueber die Person des Präsidenten bestehen hier nur Vermuthuugeu. Da der Herr Handelsminister einen sehr großen Werth auf die Zentralseebehörde legt, so läßt sich voraussehen, daß der neu treivte Posten eines Präsidenten nur einem sehr tüchtigen Manne übertragen werdeu wird. — Wie „Pesti Hirnöt" meldet, ist, nach den bis» herigen Bestimmungen, die Rückkehr Allerhöchstihrer Maje« släteu in die Residenzstadt im Laufe dieser Woche noch uicht zu gewärligen. — Entgegen der Nachricht der „Gazeta narodowa" meldet „Ezas," daß das galizische Nothstands' auleheu im Betrage von 2'/^ Millionen Gulden am 22. Februar in Wien abgeschlossen wurde. Betheiligt haben sich daran die anglo-österr. Baut, die Boden-Kreditanstalt, die Kreditanstalt sür Handel und Gewerbe, die niederösterr. Eölomplcbant, dann die Bankhäuser Nothschild, Sina, Wo-dianer u. A. — An einem der letzten Marktage kam in einem Gast« hause in Bruucck (Tirol) die Rede aus das Gewicht eines Anwesenden, und in Folge dessen wurde eine Wette ringst gangen. Als es zum Wiegen tam, stellten sich nachein» auder drci Männer auf die Wage. Der erste, ein Ltsch« länder, wog 199 Pfund, der zweite, cin Pusterthaler, 222 Pfund, und der dntte, ein Manu von der Äureucr Gegend, 291 Pfund, fom'tt alle drci zusammen nicht weniger als 7 Zentner 15, Psnnd. Da bei dem Dritten die vorhan« denen Gewichte nickt ausreichten, nmßte der Zweite mit seinem 222pfündigen Korpus aushelfeu. — Herr Alexander Dumas Vater, der nicht nur ein bedeutender Romanschriftsteller, sondern auch ein ausg?» zeichneler Kochkünstler ist, wird nächstens eine Abhandlung über die Kohlsuppe und den Salat veröffentlichen. — Der deutsche Juristen tag wird in Folge des p reus;i scheu Ob er tribunal sbeschl usses nicht Konzert. Daö gestern von der philharmonischen Gesellschaft zum Vestm der Nothlcidcnden veranstaltete Koncert war ""gemein zahlreich besucht, und lag der Grund hieven LMiß cum so sehr in dem oft bewährten WohlllMig' !^lssinn unserer Stadt, wie in der trefflichen Auöwahl .^ Programm Nummern. Eiöffuct wurde das Konzert "rch cincn von Frl. Alexandrine Ealliano mit uicl /"ürine und tiefem Gefühl vorgetragenen, uon Dr. Kccs- ahn ve,.fg^„ Prolog, der in gediegenen Worten dem "al'gcdentctcn Zwecke Ausdruck gab. Es folgte hieranf Mendelssohns Onvcrtnvc zu „Tom« "tl'liachtstraum," welche von dem gut besetzten nnd stu» Uten Orchester vortrefflich cxclutirt wurde; Orchestcrdirek» °l Ncdvcd wurde nach dieser, vom Publikum äuherst HMig aufgenommenen Piece stürmisch gerufen. Der ""lall, welchen Frl. Elcmeutine E verhart, seit Lan-U"U bereits der Liebling unseres Konzcrtpndliknms, durch "' gediegenen Vorlrag der Arie auö „Titns" von Mo< zei^ ^"^le, muß wohl als cin reichlich verdienter be-N»it ^ ""dcu. denn ssrl. Ebcrhart hat es verstanden, dt,. ? "lnnulhigcn Klänge ihrer sympallMml Stimme eine ^!^"Ucn Tönen der Mozarl'schcn zlomposilion dari? ''lWa."' Auödruck zu geben; daö Fräulein legte Uich aber nicht minder wieder eine schöne Probe ihrer fach '?"' Schnlc ab, von der wir übrigens schon so viel« ''"s zu überzeugen Gelegenheit fanden, l'ncltl ^ wüssen wir dabei die schön nucnu'irtc Kl«' ^hw "^ b"'ch das vcrdieustliche Mitglied unseres dleseg festers, b"'"' Meißel, erwähnen, welcher bel)a»k s '""""l '"'l nicht gewöhnlicher Meisterschaft Orchis, ""b "'" lu'ß"'>l schi^euswerthc Kwft unseres ^llcrs genannt werden muß. der wi/^'"^ ^'"Mgt, das; das Publikum uicht miu-Duanett l'^^"' b"W' Zeilen auf das nun folgende lü>D^" l"r Piauu, Violin, Viola nud Violoncello Bral,.' tcr ""^ vierter Sah) uou Johannes Aobrn^I's '"" ong'l'cllstc,l Vertreter dcr durch ^>r Muss """ ""^bahnten Nichtnng gespannt war; »kl' aber ebenso offen gestehen, daß wir außer Staude sind, von dem einmaligen Hören uns cm klares Urlheil über dicje Musit zu bilden, die unserem Verständnisse, aufrichtig gesprochen, clwas ferne licgl. An» erkannte musikalische Autoritäten hallen übrigens schon längst in Johannes Ärahins eine wahre Künstlernatur erkannt und es steht uns wohl lücht zu, über diesen Puult zn rechten. Ein leicht fließender Satz, dabei eigenthümliche Maugwirknngen, die nnscr Ohr überraschen nnd cin von jeder Flüchtigteil entferntes Sich» versenken in cin einmal aufgestelltes Moliv, das ist dcr Hauvtcindrnck, den diese Musit auf uns gemacht hat. Dabei können wir freilich die Ansicht uicht nnterdrücken, daß insbesondere das Rondo nus als letzter Satz eines Quartetts dem Geiste der Kamulermnsit nach den her-gebrachten Vorbildern nichl eben vollkommen zn cul-sprechcn, eine Ziugarella überhaupt dem rcincn Qnar-tettsatze etwas fcrne zu liegen scheint. Exctulirl wurde das Musikstück durch Frau E m in a Schöppl. welche die Klavicrpartie mit gewohiltcr Virtuosität durchfühlte, dann durch die Herren Zapfte, N cd wed und Zö lire r in einer der Koinposilion durchaus würdigen Weife, und kann daher dcr den Vortragenden gespendete Beifall sicherlich cin wohlverdienter umsumchr genannt werden, als die Aufgabe, der sich dieselben dnrch den Vor-ting des Mnsitstückes unterzogen, jedenfalls keine leichte war, von ihnen alier glückllch gclo^t wurde. ES ist unstreitig ein hervorragendes Verdienst un^ serer Musitgescllschaft, auf welches wir fchon mehrmals hinzudeuten Gelegenheit fanden, d>iß sie entschieden einem guten Geschmacke huldigt, was cvcuso sehr die Vorfn> rung klassischer Musik, wie insbesondere der Umstand bekundet, daß bisher hier unbekannte oder doch fast vergessene Werke gediegener Meister aufs Programm gesetzt werde». Aus diesem'Grunde wird die gestrige Aufführnng dcr in Franz Schuberts Nachlaß gchmdcncn Oper „Die Verschworenen oder der hänslichc Krieg" allgemeine Anerkennung finden, di>- ihr auch in Rücksicht dcr Dnrchführnna im vollsten Maße gebührt. Die Damen Fran Leop. Gregors. Frl. Ebcrhart, Pcrko nud Nep. Podkraischeg, so wie die Herren Dr. Kccöbachcr nnd Moravcc, in dcrcn Händen sich Soloftarthicn befanden, verdienen für die wirtlich gclun-gcnc Lösung der ihnen zugefallenen Aufgabe, die übrigens bei dcr Schönheit dcr Schubert'schcn Eomposition keine undankbare war, volles Lob. Es treten uns ans dcr Oper alle Vorzüge, mit dcncn Schndcrt'schc Musit so reichlich ausgestattet ist uud die sich auf den gesanglichen Theil nicht minder als auf dic AuSnütznng dcr Orchesterkräftc beziehen, wieder entgegen, nnd obgleich ncu, glauben wir, uuscrem Ohre längst bekannte Motive zu hören. Wnndcrlicblich und jedenfalls eine der Glanznummern dcr Oper ist die auf das dankbare Enlrecdnett (Isella nud Udoliu) folgende Nomanzc, welche von Frau Gregoric (alö Helene) auch in einer Weise vorgetragen wurde, die nicht verfehlen konnte, den gün» stigstcn Eindruck hcrvorzurufcu; das Gleiche gilt auch von dem Vortrage dcs Duelles (Helenc und Astolf sDr. Kecsbachcrj), welches voll dcr schönsten Molive ist. Die minder dankbaren, doch gleich dem Ganzen schönen Partien der Gläfin und des Grafen wnrdcn von Frl. Ebcrhart nnd Herrn Maravec in gleich lrtfflicher Weise dnrchgcfühll und inSbescmdere die Nriclte vor dcm Finale, in der äußerst viel Humor liegt, von beiden Vorlragcuden recht charakteristisch gesungen. Eö würde nns übrigens zu weit sichren, wollten wir alle einzelnen Schönheiten dieser lieblichen Komposition hervorzuheben suchen uud wir wollen daher nur noch crwähuen, daß die Damen, und Manucrchöre sämmllich vortrefflich gingen und von dcm sorgfältigen Studium Zeugniß geben, welches dcr artistische Leiter dcö Vereins daran setzte, das Werk in würdiger Welse znr Aufführung zn bringen. Dem Laibachcr Pndliknm wurde durch die gestrige Anfführnnss sicherlich cin gennßrcichcr Abend bereitet, nicht minder aber der Hauptzweck erreicht. Der Ertrag vou nahezu 45)0 Gulden liefert den VcweiS, daß der Apcll vernommen wurde, mit dem die schönen Worte dcs Prologes schließen: „Die Brüder leiden Noth — o gebt! „Kein Kramer soll in Noth verkommen, „Eo lange noch das Herz des Krainers lebt." 340 zusammentreten. Ter Vorsitzende der ständige« Deputation hat den Zusammentritt, als den Statuten zuwiderlaufend, abgelehnt. — In London kursirt jcht ein Witz wort ilbcr Lord Russell und seine noch immer schwankenden Ne-fo rmp r o j e t te. Jüngst war nämlich grosil? Soiree bei dem trotz seines hohen Alters noch schr rührigen Premier. Da sprach ein fremder Diplomat seine Verwunderung aus, daß der alte Herr sick bis 1 Uhr Morgens nicht einen Moment niedergesetzt habe. Ein wegen seiner Satyre gefürch-tctes Parlamentsmitglied Lord H. cntgcgncte aber: „Der Lord trägt das Reform-Ei in der Tasche und fürchtet es zu erdrücken." fokales. 3lm I. und 2. Ma'rz wurden an der städtischen Knabenschule zu St. Jakob die halbjährigen Schulprüfnn-gen abgehalten. Schon am ersten Tage beehrten diese Anstalt auch Se. Exzellenz der Herr Statthalter Varon von Bach in Verleitung dcZ hochwürdigcn Propstes und Schulrathes Dr. 3lnt. Iarz mit hochdero Anwesenheit und sprachen sich über die Fortschritte der Schüler sehr günstig aus. — Unserer gestrigen Notiz, betreffend das für die Seelcnrulie des hüchstseligen Kaisers Franz I. abgehaltene feierliche Neauiem, tragen wir nach, das; auch Se. laiscrl. Hoheit Herr.Erzherzog Ernst an der Spitze der Militär« autoritatcn demselben beiwohnten. — Morgen wird Herr Ritter v. Fritsch seine Populär- wissenschaftlichen Vortrage mit dem Thema: Ueber die physiologischen Ursachen der musikalischen Harmonie (Ton empfi nd u ngen) beginnen. Es wird vielleicht zur leichteren Auffassung beitragen, wenn wir hier Einiges aus dem reichen Inhalte im Voraus für die Zuhörer stizziren, Es wird als eiuleitendc Betrachtung Eimges aus der Akustik mitgetheilt. Dann folgt die Beleuchtung des Schalles nach zwei Seiten, als — Geräusch und Klang. Schwingungen, Zahl derselben (Ton hübe). Intcrvallenbrstimmung bei deu älteren Völkern und in den ersten Epochen der abendländischen Musik. Entwicl» lung der heute gebräuchlichen Tonleiter. Physiologische Erklärung der Kon- uud Dissonanzen und Eintheilung derselben. Nähere Betrachtung der Klangsorte. Einige interessante Details über die von Helm holz zuerst nachgewiesenen Obcrtöne. Daran anknüpseud die interessante Be-schreibung des sogenannten Eorli'schcn Organs im menschlichen Ohre und die Durchführung eines Beispiel?« der Kla n gze rle gun g im Ohre. Endlich Anknüpfung au die Lehre des Ioh. Müller von den spezisiischcn Sinncs-cnergicn und an die Hypothese des Thomas ^)onng über die dreierlei Nervenfasern im A u g e. — Heute Abend findet nach längerer Unterbrechung wieder eine gcf ellige Zufammcn lun ft der Turner, Sänger und Schützen im bisherigen Lokale statt, und werden diese Versammlungen nun wieder alle 14 Tage regelmässig abgehalten werden. — Morgen Sonntag wird in der Pfarrkirche zu St. Peter in Laibach die Taufe eines 33 jährigen Israelite»! stattfinden, welcher die nöthige Vorbereitung und Unterwei» sung vom Herrn Kaplan Dr ob nit erhielt. — Die Vorstadlpfarre St. Peter in Laibach soll dem Vernehmen nach dem hochw. Herrn Math. Hoccvar, gegenwärtig Katechet bei den Ursulmcriunrn, verliehen werden. An seine Stelle kommt aus Katechet der hochw. Herr Josef Smrelar als St. Veit. — Am Montag wird Herr Lukas Ieran, Redakteur der „Danica," eine Pilgerreise nach Palästina antreten, von der er Ende Mai zurückzukehren gedenkt. — Am 20. v. M. fand die Prüfung für deu Winter-! semester au der hiesigen Hebammen-Lehranstalt stattt: an dem Unterrichte nahmen 22 Weiber Theil, darunter I I Kroatinnen. Ein Zeichen, welch' besonders guten Nnfes sich besagte Anstalt erfreut, ist der Eintritt einer ArztenZ-fran aus Bosnien in den demnächst beginnenden Knrs. .— Di'scr Tage wurden die filr den hlil. Vater gesammelten Gelder im Betrage von 1185"/^ Francs oder 478 sl. 81 kr. vslerr. Währung von der Redaktion der „Danica" durch den Herrn Banquier Mayer nach Wien an Se. Eminenz den apostol. Nuntius Kardinal Falcinclli gesendet. Der Sendung wurde, so wie der früheren, ciue schön gebundene Denlschrifl mit deu Wünschen, Bitten und Empseh» lungcn der Geber an den heil. Vater beigelegt. — Gegenwärtig gibt in Gottschee — wie man uns schreibt — eine Schauspiclcrgescllschast im Saale „zur Post" theatralische Vorstellungen, welche trotz der nicht gerade billigen Eintrittspreise (erster Platz 10 kr.) recht gut besucht sind. Die auö 16 Personen bestehende Gesellschaft, unter der Direktion clner Frau Schmidt, gab ziemlich zufrieden« stellend unter anderen: Lumpazivagabundus — Dienstboten-Wirthschaft — Müller und sein Kind — Männcrtreuc — Lconorc — Zwei Mann von Hes,, dieses letztere Stück mit einem zweiten Titel, oder: Die Rückkunft von Eolferino !! — Die Titel zu den geschriebenen Theaterzetteln weiden mittelst Patronen (Schablonen) gefertigt. I — Ans Laibach meldet mau uns, daß der dortige Gemcindcrath bereits am 26. Februar den Beschluß gefaßt hat, vom 1. April au die Lokalpolizei zu übernehmen und einem Magistratslommissär znr Besorgung der betreffenden Geschäfte anzustellen. Unseres Wissens ist Laibach die erste Stadt, welche, ohne vor dem angeblichen Kostenaufwand zurückzuschrecken, mit Freuden vie dargebotene Gelegenheit ergreift, um die Autonomie zu stärken nnd zu erweitern. (Deb.) ^ — Die slovemschen Journale ergehen sich in lobenden Kritiken über die jüngst in der Laibacher (5itavnica aufgeführte Operette: „Ticnik" von Ipuvcc. Der kroatische „Domobran" plaidirt dafür, daß dieselbe so bald als möglich in das Rcpertoir des Agramer Nationaltheaters aufgenommen werde. ! — (SchIußverhandlungen) beim l. k. Landcs-gerichte iu Laibach. Am ?. März. Blas Oisteritsch: Veruntreuung. Johann Hagar: Tiebstahl. — Am 8. März. Anton Salär, Johann Salär und Franz Pelan: Diebstahl. Johann Zunder: Schwere körperliche Beschädigung. — Am '.). März. Anton Teujal, Jakob Tcvjat und Anton Ir-mann: Dicbstahl. Jakob Kozlcvcar: Schwere körperliche Aeschädignug. ^ Aus >cn Landtagen. Pest, 1. März. In der heutigen Sitzung der Dep utirt cnl afcl wurde Deal's Antrag verlesen uud ohne Dcbatlc angcno m m e n. Klallzlil beantragt, daß wegen eines richtigeren Verhältnisses 5)2 anstatt 50 Mitglieder gewählt werden sollen. Wird an« gcnolnmcn. Die ^limmzcttcl wcrdcn ScunötagS eingebracht. Nach kurzer Erledigung einiger Vcrifika-timiöangclcgclihcilcn wird dic Sitzung geschlossen. Mchstc Sitzung Samstag. Ucucjlc Nachrichten nnd Telegramme. Vrrlin, 1. März. Der König konferirtc heute Vormittags mit Gencial M a n t c u f f c l, welcher heute nach Schleswig zurückkehrt. Der Äolschaftcr Goltz konferirlc mit Aeneditti nnd kehrt morgen »ach Pa< riö zurück. Verlin, I. März. Wie dic Morgcnblätlcr iibcr-einslilmmnd wisscn wollen, wurde in dem gcstrigcn Miuistcrralhc nlicr das Dcsinitivnm in den H c rz o g t hum ern berathen nnd Beschluß gefaßt. Stuttgart, 1. Mäiz. Dcr „Wnrltcmdcrgische ! Staatoanzcigcr" schrcidt: Wir ucriichmcn aus guter Quelle, daß das prcuhischc itabinct auf Veranlassung Badens dic Regierungen uon Wnrttcmbcrg, Bade», nnd Großycrzogthum Hcsscn zn cincr Konferenz nuch Berlin eingeladen habe, nm nucr Frage ciucr cucntuellcn S n li« ucntion cincr St. Gottl) arotS < Bahn zu berathen. «Paris, 28. Fcbrnar (Abends). Im gesetzgebenden Körper wnrdc nlicr den ersten Paragraph des Adrcßcntwurfcs dcbaltirt. InlcS Faurc triti-silt die ilnudigling des Anslicfcrnngsvcrtragcs zwischen Frankreich nuo England, woranf ihm Äi o n h c r ant« wortct. G a r n i c r - P a g c ö setzt dao Amcndcmcnt gegen die weltliche Macht des Papstes auseinander. Chcsnclong bekämpft das Amcndcmcnt. Dic Debatte wird morgen fortgesetzt. St. Petersburg, l.März. Sicherem Vcr»chmcn nach darf dcr Besuch 'dcö Königs vo n P r cußc n bei dcr am 28. April bevorstehenden silliernen Hoch' zcitsfcicr des Kaiscrvaarco erwartet werden. Milde Gaben fur die Nothleidenden in Uuterkrain. Vcim l. k. Land cs'Präsi d i n m haben die nachbe« nannten Abgcordüctcn dcö trainischcn Landtages die nebenstehenden Beträge erlegt: Der Herr Landeshauptmann Anton Freiherr r>. Codclli^ Fahncnfcld........ 100 fl. Sc. Exzellenz Herr Graf Anton Alexander Aiielöperg........ 428 „ Herr Otto Freiherr v. Apfaltrern .... 50 „ „ Karl Deschmann....... 40 „ „ Inlins Iomdart........ 50 „ „ Johann Kosler........ 50 „ „ Dr. Nilolans Necher...... 50 „ „ Josef Rndcsch........ 50 „ Se. Exzellenz Herr Ioh. Freiherr v. Schloißnigg 40 „ Herr Dr. Johann Sledl....... 50 „ „ Dr. Josef Snpan...... 42 „^ zusammen . 950 fl. Hiczn loinmt dcr bereits ausgewiesene Actrag von............252 fl. von dem Herrn Landtagsabgeordnctcn Anton Frcihcrrn v. ZoiS«Edelstein. Laibach, am 23. Februar 1866. Theater. Hcntc Samstag o e n 3. M ii r z. Dcr Hfandal im Theater, oder: dic Eifersüchtige« und dic (5xtra;immcr. Z»iu Schluß: Zehn Mädcheu und kein Mann. Komische Operette iu 1 Aufzug von Friedrich. Musil von Supp»''» Morden Sonntag den 4. März: Eiu Judas von Anno Nenne. Original-Charattergcmälde mit Gesang iu A Abtheilungen und 1 Nachspiele iu 1 All Nach einer wahren Vegebeuheit von Anton banger. Musil voin Kapellmeister Franz von Supp«: ^Nel^lirosu^isch^ ^eulilichlllii^il in ^mbach. li ll.Mg.! 322,5^ l' ij.<> O.sehr schiu. griibth. bew. ^ 2. 2 „ N. 322.70 >11.l SW. mäßig grüüth. bew. ^'" 10.. Ab. 322.^7 -<- 7.5 SW.schm, Ncl,m ^^ Morgenroth. Nnch halb 10 Uhr Mcnds Neacil durch dic Nacht mihalleud, 1lcl> crsicht dcr W i ttcrlln g i« v er h ältu is se des Februar Der mittlere Luftdruck deö Monales beträgt 325,." Pariser Vmieu, Der höchste Valometerstand war .'jW.^:'" de» '.». 10 Uhr Abends, der Nessle 319."! deu 2«. 10 Uhr Abend«. Die mittlere Temperatur deö MonnteS beirägt ^ 3.l " ll. Die größte Wärme war j- 10.i " deu 28. «bends, die genilgstc — <1.<> " den 17. »; Uhr Morgens. Daö Tagesmitlel der TeM-ftcratur war mit Ausnahme des 15. nud Iti. Februar, wo cö uuter 0" stand , stet^ über dem Thanpunlts. Der heurige Fc» bruar bildet einen mcrlwitrdigcn Gegeuscch zum Februar 1865. Da^ Mouatmittel der Temperatur deß letzteren war — 2.» ° N. und das Tagc»!mittcl dcr ^'uftwärmc war im Jahre 1865 nur einmal über 0". Die mittlere Temperatur dieses Monates in deu letzten sechs Jahre» ist fi!r ^aibach folgende: 1801 : ^- 2'.' " 1862: ^- 0.« ° >»63: -^ 0.« " 1864: — I.? " 1865 : — 2.8 ° 1866: ^- 3.! " Dcr mittlere Dunstdruct beträgt 2." Pariser Linien, die mittlere Feuchtigkeit i»1.? , die mittlere Vewöltling 8.l. Die Summc aller Niederschlage des Monates erreicht die Höhe vou 78.!»!' Pariser 5!mieii. Von dcu meist trüben Tagen waren 5 vou Nebel, 14 von ! Negcn, 2 von Schnee begleitet. ^ Verantwortlicher Redakteur: Iguaz v. Kleinmayr. Drsenbericht. Wien, 1. Mär;, Verziittlichc Stantösaudö und Lose fest, theilweifc auch Iildustriepapiere. Deviftn und Valuten wenig verändert Gcld luapp. Geschäft beschränk ^esseutliche schuld. l Orld W>,ar, In össcrr. Währung . zu 5°, 56,85» 5»7 — detto rückzahlbar '/. „ 9^.— i»l>.40 detto rückzahlbar vou 1864 86,70 86.l»C Sill'ci''«,Ulh.n von 1864 . 6°?.— l^8.i>0 Silberanl. 1865>(Frcö.) rückzahlb. in 37 Jahr. zu 5 pCt. für 100 fl. 6 4.80 l<0. - Nüt.-Anl.mit ^äil-^oilp. zu Ö" „ 63 U0 64 — ., „ „Apr^Lup.,. b .. ^.>j5 63^'5 Mttalliques . . . . „ b „ 6125» Ui 35 bcilo init Mai-Coup. .„5„ 61.40 6150 dctk' . . .... 4;,. 5375 54 -- Mit Verlos, v, I. 1839 . . . 146.50 147,50 , „ 1854 . . . 74,75 75..— .. 1860 zu 500 st. 7!» 50 7^79 " 1860 „ 100 „ «7.70 «7.<.'0 '.' .',' '' '„ 1864 „ „ „ 74.50 74,60 „ „ „ 1864 „ 50 „ —.— -. - Como-Neutcl!>ch, zu 42 I.. »uktr. 16.— 16.50 8. dcr Alolümldcr (für lltt) st.) M.-Entl.-Ol'Iig. Nlcder-O(slrncich . . zu 5°/« ^"^ ^l.— Ol'lr-Orftcrr.ich . . „ f>„ 80.50 8l.— Salzburg......5.. 81. - 82 — ikötMs» . . . . i» 5 „ 83.— 84,— ! Usld Wacirt Mähren......5', 7l».50 50.50 Sailtilrn .... „ 5 „ 87., . 88,-Stcicrmarl. ... „ 5 „ 84.— 86.— Tirol.....„ 5 „ —.— —.— .»lärut.. Krai», u. Kiistul. „ 5 .. 54.-- 88.— Unqan,.....„ 5 „ 66.— 66.7.^ Tcullscr-Aaüat . . „ 5 „ 64./5 65.! .50 Glllizitn .... „ 5 ^ 64.— 6475 Sicl'ciil'ül'gcü ... „ 5 ,. 61 50 62.25 Aufl-N'ina .... „ 5 .. 64.— 64,5u Uim. m. d. V.-C. 1867 „ 5 „ 63.50 64 -Tem.V.in. d. V.^l.1867„ 5 , 63 25 63.75 VlKrNaiiischlS Aul. 1859 .. 5 .. 84.— 86.— AkUcu (pr. Stück.) Nailrüalbaiif......734. 735- Kn>d!t-A,,,^lt zn 200 fl. ö. W. 144.50 144.60 N ö Esccm.-G.s. ,. 500,1.5.W.557,- 56'..-K. sserb.-Nmdb. z. 1000 fl. C. M.1543 -15^5. -S-^.-Gi 200 !>.<5M. o.500 Hr. K.3.50 l63.60 Kais. l5lis.- ll'. zn 200 ^. (5M. 117.75 118.25 E!>d.-umdd.V.rl'-!U.200 „ 108.5^ 108.50 SudSt-.I.-^e» u.c..!t.E.200fl,161.50 162.-Gal. Kall-Ludw.-A. z. 200 fi. Ocst.Don.-Dampfsch.'Gcs. "^ 453.- 455. Ocstcrrcich. Llryd iii Tric,^ .^" 212.- 213.— Wien. Dampf„l.-Ml>z.500fl.ö.W--------375.— Peftcr Kettenbrücke .... .— 3«!0.— Aohm. WM'ahn zu 200 ss. . 140— l4')25 Thc'ßbahn-Aklisn zu 200 ft. E. M. ,». 140 N. (707») El!izal,,miq 147. -> —.— Auglo-Auslria Vaul zu 200 ft. 71.— ?2. -Lcmb.-^zcruowitzrrzu 200 fl. ü.W.74.— ?.5 „ 86^,0 8?.— Unq. Aod.-K»d.-?<»ss. ,u 5V, „ 73 50 74.— Mg. öst. Bodcu-Credit-Austalt v'erloöbar zu 5'/,, iu Silber 88.— 89.— iiosc ll'r. Stück.) Knd.-Ansi.f.H.u.^.ZuiM.^.W.lU.- 1,4,25 Don-Dmpfsch.-G.zu100si.CM. 79,50 80.--Stadtqn». O.cn „ 40 „ ö. W. 23.- 23,50 Wcrhazy .. 40 „ tz.M. 78. . 80- Ealm .. 40 „ „ 2650 27.- Geld Wa.re Palffy zu40fl, C.M. . 22.50 2.^.- Elm„ „ 40 ,. „ . 24.- 24.5') St. Ocin'is „ 40 , „ . 20.75 2!.^' Wiüdischgiüh „ 20 „ „ . 15.50 16.-^-W.'ldstcin „ 20 „ „ . 18.75 19.25 Kcgleuich „ 10 „ ,. . 12.50 13" K.k.Hofspitalfont'10 ,. .. . 12—12.50 Wechsel. (3 Mona'e.) «ugSl'iirg sin 100 ,?. siidd. W. 85,50 85 70 Fr>,nffuit a. M. 100sl, detto 85,50 85.75 Haml'iirg, für 100 Mart «.inco 76.— 76.25 «ondo» für 10 Pf. Sterling . 101 80 102,25» Paris, fü> 100 ssr.mls . . . 40,55 4(».<" Cours der Geldsorten. (Held Waar» K. Mü„z-Dufatm 4 si. 85 tr. 4 ,1. 86 tr. Kronen . . . — „ — „ — ,^ — „ Napolrom'd'or . 8 „ 17 ., h „ 18 „ Nuss. Imperials. 8 „ 39 ., 8 „ 40 „ Vcrciin'thaler . 1 .. 52 „ 1 .. 52i .. Silber . . 1„1 .. 6') .. 101 .. 75) „ Kraluifchc Grundeutlastuug« - Obligationen, Pr>« vatuotiruug: 84 Geld, 86 Waare.