Nr. 2 8 Freitag, '». Februar 1913. ________134. Jahrgang. Lailmcher Zeitung »K zu vlei Zeiltn k»wlstrat<«» bfn, Vianullichle «icht zulüctgesttllt. Hkc^, . Trltph»» Zlp. >«» Zled«k»l«n 52. Amtlicher GsU. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben nachstehende Allerhöchste Handschreiben allergnädigst zu erlassen geruht: Lieber Freiherr von H au en sch il d-N au erl Auf Ihr Ansuchen enthebe Ich Sie unter gleichzeitiger Genehmigung Ihrer Übernahme in den dauernden Ruhe-A'^" A""?" von de« Stelle des Präsidenten Meines Obersten Rechnungshofes Indem Ich Ihnen bei diesem Anlasse fur Ihr vieljahnges ausgezeichnetes Wirlen Meme volle Anerkennung aussftreche, verleihe Ich Ihnen taxfrei Meinen Leopold-Orden erster Klasse. Wien, am 3. Februar 1915. Franz Joseph in. p. Stürglh lu. p. Lieber Prinz zu Hohenlohe-SchilNngs-lurftl Ich ernenne Sie zum Präsidenten Meines Obersten Rechnungshofes. Nien, am 3. Februar 1915. Franz Joseph in. i». Stürgkh in. i,. MchwmMcher Geil. Auszug aus dem Rotbuche. Das am 3. Februar erschienene Rotbuch enthält 69 Aktenstücke und reicht vom 29. Juni bis zum 24. August 1914. Es beginnt mit den Meldungen der Vertreter in Belgrad, Üstüb und Niä über den Beifall und die Freude, mit welchem die Nachricht von der Ermordung des Erzherzog-Thronfolgers aufgenommen wurde. Am 4. Juli sprach der Präsident der französischen Republik gegenüber dem Botschafter Grafen Szecsen die Überzeugung aus, die serbische Regierung werde uns bei der gerichtlichen Untersuchung und der Verfolgung eventueller Mitschuldiger das größte Entgegenkommen zeigen. Einer solchen Pflicht könne sich kein Staat entziehen. Am 21. Juli führte Freiherr von Giesl in einem längeren Berichte aus, das Attentat habe die Serben in dem Glauben bestärkt, dah der Zerfall Osterreich-Un-garns in kürzester Zeit bevorstehe, und habe zu ihrem Hah gegen die Monarchie nun auch die Verachtung gesellt. Am 22. Juli wurde Freiherr von Giesl beauftragt, am nächsten Tage der serbischen Regierung die Note zu überreichen, die gleichzeitig samt dem bekannten Kommentar unseren Botschaftern zur Mitteilung an die frnn dcn Nfsul.-ri.sen übersendet wurde. Am 24. entledlgtcn sich die 3.'o< schofler diefes Auftrages. »5»raf M.',l5dolff wurde bec< lfnagt, auch darauf zu verweisen, dah ce> Serbien in der Hand yeh'M h.ilte, den ernsten Schritten, die es von uns erwarten mußte, die Spitze abzubrechen, wenn es spontan das Notwendige vorgekehrt hätte, um auf serbischem Boden eine Untersuchung gegen die serbischen Teilnehmer am Att?n tat einzuleiten. Sir Edward Grey erwiderte dcm Vot--schafter, er würde bereit sein, die Angelegenheit als eine nur Österreich Ungan» und Serbien berührende zu betrachten, besorge aber, daß mehrere Großmächte in ein«m Krieg verwickelt werden könnten. Als Graf Szapary sich dem Minister Sasonov acacn-übcr seines Auftrages entledigte, unterbrach ihn dieser mit der Bemerlunn, er wisse, daß cs sich um einen Vor-wand handle, Serbien mit Krien zu überziehen, worauf der Botschafter erwiderte, Ostcrreich-Unaarn fei die friedliebendste Macht der Welt; was sie anstrebe, sei nur die Sicherung unseres Territoriums vor fremden revolutionären Umtrieben und unsere Dynastie vor Nomben. — Nach fünfstündigem Ministerrate empfing Herr Safonov den deutschen Botschafter und erliärte ihm, daß die Angelegenheit eine europäische und daß Rußland die eventuelle Absicht Osterreich Ungarns, Serbien aufzufressen (dovorer), nicht ruhig hinnehmen könne. Graf Pourtales replizierte, OstcrreichMngarn sei nur daran gelegen, Serbien die verdiente Züchtigung anyedcihen zu lassen. Der russische Geschäftsträger in Wien, Kubano, , den Graf Berchtold am 24. vormittags empfing, fagte, man fei in Rußland immer preokkupiert gewesen, ob nicht unser Schritt die Form einer Demütigung für Serbien annehmen werde, was nicht ohne Rückwirkung in Ruhland bleiben tonnte. — Graf Verchtold entgegnete, eine solche Absicht liege ihm völlig ferne, das Ziel der k. u. k. Regierung bestehe lediglich darin, die unhaltbare Situation Serbien gegenüber zu klären. — Am nächsten Tage erschien der russische Geschäftsträger beim ersten Seh-tionschef Baron Macchio und drückte den Wunsch aus, daß die in unserer Note an Serbien angegebene Frist verlängert werde, damit die Mächte Zeit hätten, die Grundlagen unserer Mitteilung und die beigelegte Denkschrift über die großserbische Propaganda zu prüfen. Baron Macchio antwortete, daß unsere Note an die Mächte nur dcn Charakter einer Infonnation hatte und wir unsere Aktion als eine nur uns und Serbien berührende Angelegenheit betrachteten. Am 25. um 3 Uhr nachmittags wurde laut Telegramm des Baron Giesl in Serbien die allgemeine Mobilisierung angeordnet. Erst drei Stunden später, knapp vor Ablauf der in unserer Note gestellten Frist, wurde die serbische Antwort dem Gesandten Giesl übergeben, der sie für ungenügend erklärte und mit dem Gesandt-schaftspersonal die Stadt verließ. Am 25. sandte Graf Bcrchtold dem Botschafter in Petersburg Grafen Szapary eine Instruktion, die mit den Worten beginnt: ,In dem Augenblicke, wo wir uns zu einem ernsten Vorgehen gegen Serbien entschlossen haben, sind wir uns natürlich auch der Möglichkeit eines sich aus der serbischen Differenz entwickelnden Zusammenstoßes mit Ruhland bewußt gewesen. Wir konnten uns aber durch diese Eventualität nicht in unserer Stellungnahme gegenüber Serbien beirren lassen, weil grundlegende staatsftolitische Konsideratwnen uns voA die Notwendigkeit stellten, der Situation ein Ende zu machen, daß ein russiscker Freibrief Serbien die dauernde ungestrafte und unstrafbare Bedrohung der Monarchie ermögliche. Für den Fall, als Rußland den Moment für die große Abrechnung mit den europäischen Zentralmächten bereits für gekommen erachten sollte und daher von vornherein zum Kriege entschlossen wäre, erscheint allerdings nachstehende Instruierung Euer Erzel-lenz überflüssig. Es wäre aber immerhin denkbar, daß Rußland nach der eventuellen Ablehnung unserer For-» Feuilleton. Unsere Offiziere. Das Gebirgsartilleriereglment Nr. 8 war mit dem 1- Infanterieregiment bis in die Schwarnüinie vorge-sahren und schoß auf Infanteriefcuerdistanz mit den Schlesien» um die Wette auf die Russen. Besonders die Batterie 3, die auf 1600 Meter an dcn Gegner heran-fuhr, vermochte das Anrücken der Infanterie ungemein wirtsam zu unterstützen und fügte den Russen derartige Verluste zu. daß der Sturm der Kaiserinfanterie geradezu überraschend schnell bis in die feindlichen Stellungen führte. AIs das erste Armeekorps in den Tagen um die '«Me September nach Westen ging, übersah man in der ^acht einen Zug dieses Regiments unter Leutnant »ernegger, der erst am anderen Morgen bemerkte, «aß er vollkommen einsam in 1>er verlassenen Stellung oen heranrückenden Russen gegenüberstand. Bedeckung war leine da, die kleine Kolonne mußte sich selber Schutz genug gegen die zahlreich vorschwärmenden Kosaken sein. dle überall das unheimlich stille Terrain absondierten. Meich nach Eintritt des Marsches wurde der Zug entdeckt. Abgesessene Kosaken schlichen sich hcrai und eröffn neten auf die wehrlos Scheinenden ein überraschendes Ieuer. das im ersten Augenblicke wohl einige gering-wgige Opfer an Mann und Pferd forderte, aber augenblicklich aus den Karabineni der kaltblütigen Kanoniere ber»rt wirksam erwidert wurde, daß die Kosaken unter sroßen Verlusten flohen. Das Feuergefecht hatte aber der "emen Kolmme die Aufmerksamkeit eines ganzen Zuges Kosoken unter Konnnando eines Offiziers zugezogen, die gleich darauf mit verhängten Zügeln herankamen, uor sich die gefürchtete Lanzenreihe starrend. Diese jähe Attacke bot einen jener Augenblicke die als Kommandan-t:n einen ganzen Mann verlangen. „Nicht schießen, bis sie ganz heran find und bis ich kommandiere!" rief Leutnant Kernegger seinen Leuten zu; „Wir tricgen sie alle!" Die Erde dröhnt, die Schollen fliegen und die kleinen Katzen sind schon so nahe, dah man die wilden Gesichter unterscheiden kann; aber der Leutnant rührt sich nicht. Erst als die ganze Horde auf dreißig Schritte heran war, eine Distanz, auf die selbst ein todwund geschossenes Pferd noch weiterstürmt, kommandierte der Leutnant .Feuer!" Er wollte nicht, daß die Kerle noch umzukehren vermöchten, und das gelang ihm vollkommen. über drei Viertel der Kosaken stürzten Mann und Pferd übereinander und brachen so die Wucht des Anpralls der Überlebenden, die ihre Pferde nicht mehr zurückhalten konnten und doch die Kraft des Chols verloren hatten. Alle drangen in die Batterie ein, alle wurden niedergeschossen bis auf zwei, denen es zu flüchten gelang. Nach dieser furchtbaren Lektion, die der Batterie auch nicht einen Verwundeten gelostet hatte, wagten sich die Kosaken nicht mehr in die Nähe der unheimlichen Kolonne, die gegen Mittag vollkommen frisch und schlagfertig bei ihrem Re-glmentc eintraf. Sehr große Anforderungen werden zur Zeit, besonders auf dem südlichen Kriegsschauplätze, an das Pflicht-bewußtsein und die Opferfähigkeit unserer braven Pio nieo und Saftpeurtruppen gestellt. Da heißt es oft vlele Stunden lang im heftigsten feindlichen Feuer ruhig, kaltblütig und korrekt eine verantwortungsvolle und schwierige Arbeit tun, wobei nicht einmal die zweifellos inner lich ablenkende und erhebende Teilnahme am unmittel- baren Kampfe, an der Ausnützung der eigenen Waff«, an der Gegenwehr in Betracht kommen kann. Oft ohne jede Deckung den feindlichen Geschossen ausgesetzt, müssen sie pünktlich und verläßlich ihrem Tagewerk nack-kommcn, von dessen Verwendbarkeit oft das Schicksal ganzer großer Truppenteile abhält. Den Offizieren und Mannschaften unserer Pioniere und Sappcure wurden auch schon vielfach die verdienten Anerkennungen zuteil. So erhielt u. a. Haufttmcmn Otto Schütz dcs Sappeur-bataillons Nr. 2 die Kriegsdekoration zum Militärver-dienstlrcuz, weil er mit seiner Kompanie trotz des mörderischen feindlichen Schraftnellfeucrs, in dem er vom Morgen bis zum Abend stand, eine trefflich gangbare Brücke baute, die den Truftpm famt ihrer schweren Artillerie und vielem Drain einen wichtigen taktischen Übergang ermöglichte. Einige Tage vorher hatte Hauptmann Schütz mit seinen Sappcuren sogar bei einem Feuer-gefccht der Infanterie mitgetan und sich dabei durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Nicht minder verdienstvoll war die Tätigkeit des Hauptmanns Ludwig Plcplar vom Pionierbataillon Nr. 7 in den Kämpfen bei Staribrod. Er hatte den Austrag erhalten, in dem wcgarmen und schwierigen Terrain nördlich Vl^egrad mit seiner Kompanie und seiner Kriegsbrückenequipage eine ansehnliche Truppenmacht vom westlichen auf das östliche Drina-Ufer zu übersetze«. Es war, wie ihm das Armeckommando später bestätigte, nur seinem energischen, umsichtigen und tatkräftigen Auftreten zu verdanken, daß dieser komplizierte i"'i> schwierige Übergang gelang, den dcr Gegner durch vn^ Bernde heftige Inscmierieanarisfe und 5«""^^ schützfeuer u verhindern «esucht ha^ H «Ptnm". ^,v"ar wurde mit dem Orden der ^ ^n«n K"«« dr.tter Klasse mit der Kriegsdekorat.^ ausgezeichnet. Lllibacher Zeitung Nr. 28________________________210______________________________________5. Februar 1915 derungen durch Serbien und angesichts der sich für uns ergebenden Notwendigkeit eines bewaffneten Vorgehens mit sich selbst zu Nate ginge und daß es sogar gewillt sein könnte, sich von dcn kriegslustigen Elementen nlcht mitreihen zü lassen." In der Instruktion wird dann aus-geführt, daß Österreich-Ungarn territorial saturiert ist und ouß, >ornn der Kampf mit Serbien uns ausg?zwun-gen wird, dies kein Kampf nm territorialen Gewinn, sondern lediglich ein V'ittel der Selbstverteidigung und Sellisterhaltung sein werde. Ferner, duß die VewcP«n^ dic in Serbien ueoen die Monarch!?, genährt mi^d, da? monarchische und dynastische Interesse bedrohe und daß das llnscrvative kaisertreue Nußland, wie wir annehmen müßten, cm energisches Vorgehen gegen diese Ve-orchung aller staatlichen Ordnung begreiflich und sogar notwendig finden werde. Wir seien stets der Ansicht gewesen, daß das Erstarken der Valkanstaaten zur staatlichen und politischen Selbständigkeit unseren Vezichun-gen zu Rußland zum Vorteil gereichen würde, auch alle Möglichkeit eines Gegensatzes zwischen uns und Rußland beseitigen würde, und waren immer bereit, diese großen politischen Interessen Rußlands bei unserer politischen Orientierung zu berücksichtigen. Eine weitere Duldung der serbischen Umtriebe hätte unseren Bestand als Großmacht und daher auch das europäische Gleichgewicht, dessen Erhaltung Nußlands wohlverstandenes Interesse sei, in Frage gestellt. Am 26. telegraphiert Graf Szaftary aus Petersburg, der deutsche Botschafter habe dem Munster Sa-sonov in ernster Weise von den russischen Mobilisicrungs-gerüchten gesprochen und hinzugefügt^ Mobilisierungs-maßnnhmen seien ein höchst gefährliches Druckmittel, und wenn iu Deutschland einmal auf dcn Knopf gedrückt wird, sei die Suche unaufhaltsam, worauf Minister Sa-sonov unter Ehrenwort versicherte, bisher sei kein Pferd und kein Reservist eingezogen und es handle sich lediglich um vorbereitende Maßnahmen in dcn Militärbezirken Kieu und Odessa, vielleicht Kasan und Moskau. Infolge der Erklärungen des deutschen Botschafters habe dann der Kriegsminister Suchomlinov den deutschen Militär-attach^ zu sich gebeten und ihn, dieselbe Versicherung ebenfalls unter Ehrenwort gegeben. Wenn Österreich-Ungarn die serbische Grenze überschreite, werden die auf Österreich-Ungarn gerichteten Militärbezirke mobilisiert, unter leinen Umständen die an der deutschen Front; man wünsche dringend Frieden mit Deutschland. Der Militärattache erwiderte, daß auch die Mobilmachung gegen Österreich-Ungarn als sehr bedrohlich angesehen würde. Am selben Tage teilte Graf Verchtold unseren Botschaftern bei den fremden Kabinetten dcn Abbruch der diplomatifchen Beziehungen mit Serbien mit, der erfolgen mußte, well dic serbische Negierung unsere Forderungen, welche wir zur daucrudcn Sicherung unserer von ihr bedrohten vitalen Interessen an sie stellen mußten, abgelehnt habe. Graf Bcrchtold fügte hinzu. Zu unserem Bedauern und sehr gegen unseren Willen sind wir dadurch in die Notwendigkeit versetzt worden, SeMen durch die schärfsten Mittel zu einer grundsätzlichen Änderung seiner bisherigen feindseligen Haltung zu zwingen. Am 27. Juli setzt Graf Szapcrry dem Minister Sasonov in längerer Unterredung auseinander, daß man in Rußland irrtümlicherweise Österreich-Ungarn einen Vorstoß auf den Balkan und einen Marsch nach Salo-nichi oder gar nach Konstantinoftel imftutiere. Es handle sich um Selbstcrhallung und Notwehr. Bei einer solchen könne man sich durch gar k»'ine wie immer gearteten Konsequenzen beirren lassen. Sasonov erwiderte, dieses ihm geschilderte Ziel sei vollkommen legitim, aber der Weg sei nicht der sicherste. Die Mitwirkung von österreichisch ungarischen Funktionären in Serbien und die Entsetzung der Offiziere und Beamten, die Österreich-Un-garn bezeichnen würde, sei in dieser Form unannehmbar. Diese Punkte wurden von dem Grafen Szapary teils interpretiert, teils als notwendig erklärt. Am 27. ermächtigte Graf Verchtold den Grafen Szapary telegraphisch, sich Sasonov gegenüber dchin auszu-sprcchen, daß, solange der Krieg zwischen Osterreich-Un-garn und Serbien lokalisiert bleibe, die Monarchic irgend welche territoriale Erwerbungen nicht beabsichtige. In einem zweiten Telegramm ersucht Graf Verchtold den Grafen Szapary, da der Punkt, betreffend die Beteiligung von k. und k. Funktionären bei der Unterdrückung der serbischen Umsturzbewcgung, dcn besonderen Widerspruch Sasonovs hervorrief, ihm vertraulich mitzuteilen, daß damit nicht eine Tongierung der Souveränität Serbiens beabsichtigt war, sondern an die Errichtung eines mit den serbischen Behörden kooperierenden Slchcrheitsbureaus nach der Art der analogen rus-siischcn Einrichtungen in Paris gedacht wurde. Am 28. telegraphierte Graf Szögyeny, der englische Vermittlungsvorschlau, daß Deutschland, Italien, England und Frankreich zu einer Konferenz in London zusammentreten sollten, sei von Deutschland mit der Begründung abgelehnt worden, daß es für Deutschland unmöglich sei, seinen Bundesgenossen in seiner Ausein- andersetzung mit Serbien bor ein europäisches Gerich! zu ziehen. Am 28. zeigt Graf Verchtold dem serbischen Ministerium des Äußern telegraphisch an, daß sich H^nerreich-Ungarn von diesem Augenblicke an als mit Serbien im Kricgszustande befindlich betrachte. An diesem Tage telegraphierte Graf Vcrchtold dein Grafen Szögyeny, daß der Greysche Konfcrenzvorschlag, insoweit er sich auf unseren Konflikt mit Eerbicn bezieht, angesichts des eingetretenen Kriegszustandes durch die Ereignisse überholt erscheine. Graf Vcrchtold teilte in seinem Telegramm unserem Botschafter in Berlin einen Bericht des Grafen Mcnsdorff über dessen Gespräch mit Sir Edward Grey vom 27. mit. Danach war der englische Minister des Äußern schr enttäuscht darüber, daß wir die serbische Antwort als ganz ablehnend behandelten. Er, Sir Edward Grcy, hätte, als ei eine Konferenz vorschlug, geglaubt, diese Antwort würde eine Grundlage liefern, auf welcher die vier Regierungen, während sich sowohl Österreich-Ungarn als auch Rußland jeder militärischen Operation enthalte, ein befriedigendes Arrangement ausarbeiten könnten. Sir Edward Grey fagt, wenn Österreich-Ungarn entschlossen sei, unter allen Umständen mit Serbien Krieg zu führen und wenn es Rußland nicht dazu bewegen könne, ruhig zu bleiben, seien die Möglichkeiten und Gefahren unberechenbar. Die nach den Manövern in Portsmouth konzentrierte Flotte würde vorläufig dort bleiben. Dcn Grafen Mcnsdorff ersuchte Graf Verchtold, unsere kritischen Bemerkungen znr serbischen Note mit Sir Edward Grey durchzusprechen und ihm klarzulegen, daß das serbische Entgegenkommen nur ein scheinbares war. „Da die serbische Negierung wußte, daß uns Mr eine vorbehaltlose Annahme unserer Forderungen befriedigen könne, ist die serbische Taktik klar zu durchschauen: Serbien konzedierte, um Eindruck auf die europäische Öffentlichkeit zu machen, mit allerlei Vorbehalten eine Anzahl unserer Forderungen, darauf bauend, daß es nickt in die Lage kommen werde, seine Zusagen zu erfüllen." (Schlus, folgt.) TlMsllcuilMcn. — ;u vernichten, ihnen aber auch durch Entziehung günstiger Acbensbedingungcn. das sind: schlechte Ernährung m,d unhhgienischc Lebensweise, den guten Boden zu ihrer Vermehrung zu nehmen. ^ Wo die Insekten sofort und «rundlich beseitigt wurden und die Hygiene nicht ganz aus den Augen verloren wurde, verschivand die Seuche gar ^Id. Aus Liebe zu sich und den Mitmenschen ift die Ver-nlgung der Läuse heute Pflicht jedes Einzelnen und bildet "nc große Unterstützung der maßgebenden Behörden zum Wohlr aller. Handels- und Gewcrbekammer für Kraiu. Die Handels- und Gewerbckammer für Krain hielt Astern nachmittags unter dem Vorsitze des Kammer- Präsidenten Kncz cmc ordentliche öffentliche Sitzung ab. Als landesfürstlicher Kommissär fungierte Landes-regierungsrat Kulavics. Ihr Fernbleiben hatten entschuldigt die Kammerräte Gaßner, Loxar und Samassa. Der Vorsitzende machte zunächst die Mitteilung, daß im Sinne des vom Kammerrat Ogrin in der Plenarsitzung vom 23. Oktober gestellten und von der Kammer genehmigten Antrages der Betrag von 500 X an Familien von bedürftigen zur aktiven Militärdienstleistung einberufenen Gewerbetreibenden verteilt worden und dem Verbände der Gastwirtegcnosscnschaftcn Krams ein Vctrag von 200 X bewilligt worden ist, wofür die nachträgliche Genehmigung der Kammer crwirtt wurde. Die Funktionsperiodo jener Kammcrmitgliedcr, welche Ende Dezember 1914 aus der Kammer ausscheiden sollten, wurde einer Mitteilung der k. k. Landesregierung zufolge bis Ende 1915 verlängert. Nachdem der Kammerpräsident noch die Mitteilung gemacht, daß er an der Enquete, welche zwecks Verlas gerung des Moratoriums einberufen wurde, sowie auch an der Beratung der österreichischen Handels- und Gero erb ckammern, betreffend die Versorgung mit Getreide und Mehl, teilgenommen, verlas Kammersekretär Doktor Windischcr ein eingehendes instruktives Referat über die allgemeine wirtschaftliche Lage mit besonderer Berücksichtigung Krams. An das Referat, auf das wir noch des Näheren zurückkommen wollen, knüpfte sich eine längte Debatte, in deren Verlauf Kammerrat Krcgar den Antrag stellte, daß die Frage der Höchstpreise für verschiedene Flcischsurten in Kram den vereinigten Kam-mcrsettionen zur Beratung überwiesen werden möge, während Kammerrat Per dan beantragte, daß die Kammer die Einberufung des bei der k. k. Landesregierung aktivierten Aftprovisationskomitces anregen wolle. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen. Bei der sodann folgenden Wahl des Kammervrasi-diums wurde der bisherige Kammerpräsident Ivcm Knez mit 11 von 18 abgegebenen Stimmen zum Prä sidcnten wiedergewählt; 7 Stimmzettel waren leer. Zum Vizepräsidenten wurde Kammerrat Kamillo Pamme mit der gleichen Stimmenanzahl, zum provisorischen Vorsitzenden Kammerrat Jean Schrey mit 12 Stim-men wiedergewählt. Die wiedergewählten Funktionäre erklärten, die auf sie gefallene Wahl annehmen zu wollen. Zu Rcchnungsrevisoren wurden durch Zuruf gewählt die Kammerräte Juan Mejaü, Ivan Pod-lesnik und Mai, Samassa. Zu Vertretern der Kammer bei den tommissionellen Verhandlungen wegen Sicherstellung der Naturalverp flegung für das Heer wurden bestellt der provisorische Vorsitzende Jean Schrey und Kammerrat Perd an.. Kammerrat Rakovcc brachte einen dringlichen Antrag ein, wornach das Kammcrburcau beauftragt werde, an die k. k. Staatsbahndirektion eine Eingabe um Wiedereinführung aller jener Züge auf der Statsbahn-strecke Laibach Aßling zu richten, welche vor der allgemeinen Mobilisierung im Verkehr waren. Auf der Lokalbahn Krainburg-Neumarktl wäre ein neuer Perfonen-gug einzuschalten. Der Antrag de» Kammerrates Rako-vec wurde ohne Debatte angenommen. Die Wahl der Kammerverlret er in den Schulaus-schüssen der gewerblichen Fortbildungsschulen wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da die Sitzung mittlerweile beschlußunfähig geworden war, worauf vom Kammerpräsidenten die Sitzung um 6 Uhr abends geschlossen wurde. — (Ein interessanter Bericht «us dem KriegSPresse- yuartier) wird in der morgigen Nummer unseres Blattes erscheinen. Unsere Leser seien auf diesen Bericht aufmerksam yen>acht. - lSchuhmllhnohmen gegen die Nlattern.) Anläßlich dc8 Vorkommens von VIattcrnfällcn hat die Militärbehörde schon im Vorjahre, Maßnahmen getroffen und cinc Reihe von Anordnungen erlassen, zu denen gehört, dah Einrückende tunlichst am Präsentierungstagc geimpft (wiedergeimpft) werden müssen. Die einrückenden Land. sturmmänner sind jedenfalls sofort nach dem Einrücken zu den Ersatzlörpcrn der Infanterie der Impfung (Wie. dcrimpfung) zu unterziehen. Die Impfung hat nur dann bei Personen zu unterbleiben, welche durch einen amtlichen Impfschein nachweisen können, txch sie innerhalb der letzten fünf Jahre mit Erfolg geimpft (wiedergeimpft) wurden oder in dieser Zeit die natürlichen Pocken über-standen haben. Diesbezügliche mündliche Angaben genügen nicht. Diese Verordnungen werden nun ergänzt, und cs wurde verfügt, dah zur Impfung auch alle Iamilien-und Hllusstandsmitglieder der Viiliiärpersonen aufzufordern sind. Mannschaftspersonen. toelche außerhalb dcr vom Militär benutzten Objekte wohnen, sind. sofern ihre Fa-milienmitglicder nicht geimpft (wiedergeimpft) sind. unbedingt zu kasernieren. Zivilpersonen, welche beruflich mit Vlililärpcrfoncn in Berührung kommen (Lieferanten usw.) sind gleichfalls zur Impfung aufzufordern. Diesen Personen ift daS Betreten militärischer oder vom Vlili» tär benutzter Objekte nur da-nn zu gestatten, wenn sie sich mit einem legalen Impfschein ausweisen können, day sie noch im Impfschuhc stehen. Zivilpersonen, welche sich der Impfung (Wiederimpfung) bei militärischen Impfstellen unterziehen wollen, ist dies nicht zu verweigern. Tic Impfung (Wiederimpfung) von Offizievcn (Aspiranten) und Militärbenmten des Aktiv.. Nescrve- und Ruhestandes und ihrer Familien- und Hausstandsmitglieder kann in allen Militär-Sanitätsanstaltcn mit Ausnahme der In« foktiunsspitäler vorgenommen werden. — Weiter wurde bestimmt, datz mit Rücksicht auf die Schwierigkeit einer exakten Mattcrndiagnuse insbesondere bei den Lcichterkrcm« kniMN geimpfter Personen während dcr dermaligen Bedrohung der Bevölkerung durchr die Blattern alle Erkrankungen an Schafblattern bis auf weiteres als Blat-leruverdachl zu behandeln und zur Anzeige zu bringen sind. — Namens des Reichsverbandcs österreichischem Ärzte-Organisationen und des Gcschäftsausschusses der österreichischen Ärztekammern haben Dr. Gruh und Pro» fessor Dr. Finger Seiner Exzellenz dem Herrn Minister des Innern eine Eingabe übermittelt, in dcr um die Einführung des allgemeinen Impfzwanges im Wege einer kaiserlichen Verordnung gebeten wird. — (Rabattmarken des Kriegöhilföburem,s.5 Bisher hat die durch die technische Vetricbszenrrale des Kriegs-hilfsbureaus vertretene offizielle Kriegsfürsorge zu dunsten des Roten Kreuzes, des Kricgsfürforgenmtcs und des Kriegshilfsbureaus lediglich verschiedene Artikel auf eigene Rechnung erzeugen lassen und mit Gewinn in Vertrieb gesetzt, wobei man bemüht war, den Geschäftsleuten und Agenten, die den Vertrieb besorgten, einen angemessenen, allerdings mit Rücksicht auf die Zwecke des Unternehmens nicht allzu hohen Rabatt einzuräu^ men. Die nichtbeabsichtigtc Konkurrenz, die die Kriegs-fürsorge hiedurch dem ohnehin in dcr gegenwärtigen Zeit nicht auf Rosen gebetteten Gewcrbeswnde machte, veranlaßt das Kricgshilfsbureau, nunmehr eine neue Art der Geldbeschaffung Zu versuchen, welche die Interessen der Kricgsfürsorge und jene des Gcwcrbeftandes verbindet. Es sind nunmehr beim Kriegshilfsbureau des k. k. Ministeriums des Innern, Wien, I., Hoher Markt Nr. 5, Hcftchcn zmn Preise von 20, 50 und 100 /< erhältlich, welche Rabattmarken zu 1, 2, 3, 5, 10, 20 und 50 /l und 1 X und 2 X enthalten. Diese Marken tragen das goldgelbe Kriegsfürsorgekreuz auf verschiedenfarbigem Grund lmd weisen überdies den Betrag, den sie darstellen, in deutlichen Zahlen aus. Die Geschäftsleute, welche die Absicht haben, einen kleinen Prozentsatz (ein bie> drei Prozent) ihres gesamten Umsatzes im Geschäfte oder aber eincn höheren Prozentsatz (10 bis 25 Prozent) von dem Verkaufe eines bestimmten Artikels, zum Beispiel insbesondere eincs patriotischen, nichtoffiziellen Abzeichens odcr jener vielen Erzeugnisse, welche der Krieg auf den Markt gebracht hat, zu widmen, beziehen Rabatt-markenhestchen in ihrem Geschäftsumfange entsprachen-dem Wcribctrage beim Kriegshilfsbureau und erhalten gleichzeitig amtliche Plakate, auf welchen dcr vereinbarte Rnbattsatz ersichtlich ist. Bei Zahlung seiner Einlaufe erhält das Publikum den nach dem zugesicherten Prozentsah entfallenden Betrag in Rabattmarken ausgezahlt und es liegt so in der Hand des Publikums, die tatsächliche Abfuhr des vom Geschäftsmanne dcr Kricgsfür-sorge versprochenen Gewinnes selbst zu überwachen. Dem Publikum wieder werden Sammelkiarten z»>r Verfügung gestellt, auf welchen es die ihm in den verschiedenen Geschäften überreichten Marken nach Belieben einkleben kann, um sie, wenn eine Summe von 5 /v erreicht ist, dem Kricgshilfsbureau einzusenden, welches dem Einsender ein Bild mit dem faksimilierten Namenszug Seiner Majestät des Kaisers und mit dem nandschriftlich gefertigten Danke des Leiters des Kriegshilfsbureaus zur Erinnerung übermittelt wird. Gewerbetreibende, welche sich dieser Aktion anschließen, erhalten nach dem Bezüge von Rabattmarken im Werte von 500 X als Erinnerung ein künstlerisch ausaefertigtcs Diplom des Kriegshilfs-burealls. Es steht Zu hoffen, daß diese Idee, die in ihren Grundzügen aus den Kreisen der Gewerbetreibenden hervorgegangen ist und den beim Kriegshilfsbureau geltend ncmock/en Wünschen einer Reihe von gewerblichen Genossenschaften entspricht, sich bald einleben und einer lebhaften Ausnutzung seitens der Gewerbetreibenden ev-freuen wird. Dem Publikum wird es gewiß eine Anregung sein, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage sich zu diesem odcr jenem Ankaufe zu entschließen, wenn es weiß, daß es damit der Kricgsfürsorge einen kleinen Beitrag zuführt und sich durch Abnahme der Marken die Nberzcugung verschafft, daß dieser Beitrag auch sicher dcr Kriegsfürsorge zukommt. Bestellungen auf Rabattmarken sind an die technische Nelriebszentrale des Kriegshilfsbureaus in Wien, I., Hoher Markt Nr. 5, unter Anschluß von wenigstens 20 X zu richten. Bei Bestellung auf höhere Beträge behält sich das Kricgshilfs-burcau vor, die Rabattmarken auf Verrechnung zu liefern. — (Knegkbrot in Krain.) In der gestrigen Sitzung dcr Handels- und Gewcrbckammer für Krain machie Kammcrsekrctär Dr. Windischer Mitteilungen ubrr die Beschlüsse der Laibacher Väckergenossenschaft, betich-fend die Herstellung von KriegSbrot. Vom 6. Ubrua^ an soll in Näckereibetrieben dcr eb?n "flössen enM'M^ rialvcrordnung gemäß nur sogenanntes Kneasbrotye^ gestellt werden Das Krieasbrot wird «^ "nc MchhunK von Weizen- oder Roggenmehl und verschiedenen Surro^ Laibacher Zeitung Nr. 28_______________________________212______________________________________5. Februar 1915 gaten als Gersten-, Kukuruz- oder Erdäftfelmehl bestehen, und in Laibform nach Gewicht zum Verkaufe gelangen. Der Preis wurde je nach der Mischung mit 56 bis 60 Heller pro Kilogramm festgestellt. Außerdem sollen Nor-lnalscmmcln Zum Preise von 4 Hellern im Gewichte von 4,5 Deka hergestellt und vorrätig gebalten werden, bei deren Herstellung gleichfalls die erwähnten Surrogate in der vorgeschriebenen Menge zur Verwendung gelangen. — (Spenden für das Rote Kreuz.) Der Lehrkörper der Lehrer- und Lchrerinnenbildungsanstalt die Gehalt-rückläfsc für Februar 1915 41,98 X; dre Lehrkörper der Staalsgewerbcschule 67,70 X, davon je 33,85 X für das Rote Kreuz uud für die Familien der Einberufenen; die Konzcptsbeamtcn der Fincmzftrokuratur 30 X; Be-zirlsoocrlommissär i. N. Anton Klein Spende für Februar 2 X; Antonia Krajina und Thcrese Fabjan in Markt Tüffer für Februar je 2 X; Frau Landesregierungsrat von Cron die Sammlung von 87 X (und zwar haben gespendet: Herr Giontini 7 X, Ida Prodnigg in Leipzig 20 /<, die Arbeiterschaft des Vaucs der Iakobs-brücke 22 X, Logar 6 X; Steuerassistent Otto Stovet 5 X, Albine Thomann 10 X, Gretc Putick 3 X, Johann Krap^ 5 X, Frl. Kronberger 2 X, Ungenannt 1 k und 4 X, Herr Prosenc 2 X); Advolat Dr. Anton 8vi-qelj Strafvergleich 10 X; das Bezirksgericht in Mottling aus der Matthias Mcnardschen Stiftungsmasse 50 X; Pfarrer Josef Lavri5 in Vresnitz 10 X; die Frauen-Kongregation bei St. Peter 10 X; die Spar- und Vorschußkasse in Mottling 100 X. l — (Spende für das Rote Kreuz.) Herr Johann Roger, Direktor der Haufttagentschaft der l. k. priv. „Afsicurazioni Gcnerali", hat anstatt eines Kranzes für die verstorbene Frau Ursula Costa dem Roten Kreuze 20 X gespendet. — (Velftorbeue Soldaten.) Fn den Laibacher Militärspitälern find folgende Soldaten gestorben: Im Gar-nisonssftitale: am 26. Jänner 1915 der 24 Jahre alte Infanterist Josef Bleszicz des HonvIR 6, aus Szabatha in Ungarn, an Vauchtyphus; am 30. Jänner der 22 Jahre alte Landsturmarbciter Jakob Ierebiö der LdstSanStammabt., aus Feßnih bei Littai, an Vauchtyphus, und der 31 Jahre alte ResIägcr Konstantin (5 rebel des FIV 8, aus Parcnzo, an Nauch-tpfthus; am 31. Jänner der 20 Jahre alte Rekrut Anton Xagar des IR 97, aus 2aga bei Tolmcin, an Vauchtyphus. — Im Landesspitalc: am 24. Jänner der 24 Jahre alte Infanterist Wenzel Kofol d-s LIR 27, ErsK. 1, aus Tolmein, an Vauchtyfthus. — In der Garnisonssftitalsfiliale am k. k. Zweiten Staatsgymna-sium: am 31. Jänner der 27 Jahre alte Landsturminfanterist Anton Cvelbar des IR 17, ErsK. 2, aus St. Varthclmä bei Gurkfeld, an Wassergeschwulst der Lungengcwebe. — (Vestätigung im Lehramte.) Seine Exzellenz der Herr Minister für öffentliche Arbeiten hat den Lehrer in der neunten Nangsklasse an der Staatsgewerbcschule in Laibach Milan von «uklje im Lchramte bestätigt und ihm bei diesem Anlasse dm Professortitel zuerkannt. ^ lZur Festaufführunll der deutschen Mittelschüler Laibachs.) Durch ein Versehen beim Abschreiben des Ve-richtes wurde vergessen, daß Herr Landcsschillinspektor A. Velar dem Feste beiwohnte und sich darüber lc^ bend geäußert hatte. — (Der Verein zur Unterstützung dürftiger Schüler au der k. l. Staatsobcrrealschule in Laibach) hält öek die Lehrerin in St. Veit ob Laibach Anna Ravnikar bis auf weiteres der dreiklasstgcn Volksschule in Salloch und die Lehrkräfte an der Volksschule in Waitsch bei Laibach Emil 5 an und Iofefine Ravnikar bis auf weiteres der vierNassia.cn Volksschule in St. Marein zur Dienstleistung zugewiesen. — < Laibacher Eislaufverein.) Die Eisbahn des Laibacher Eislaufvereines hinter der Tabakfabrik wurde, wie man uns mitteilt, heute eröffnet. Von der Ausgabe von Dauerkarten wurde heuer abgesehen. Tageskarten für Kinder und Schüler zum Preise von 30 b., für Erwachsene zum Preise von 60 k sind am Eisplatze erhältlich. K. k. priv. allgemeine Vcrkchrsbaut in Wie«. Stand der Geldeinlagen gegen Kassascheine und Einlagsbücher am 31. Jänner 19 l 5 : 278 Der Krieg. Telegramme des k. k. Telegraphen-Korrespondent-Vureaus. Österreich- Ungarn. Vom nördlichen Kriegsschauplätze. Wien, 4. Februar. Amtlich wird verlautbart: 4. Februar 1915 mittags: In Polen und Weftgalizicn leine besonderen Ereignisse. Die Kämpfe in den Karpathen dauern mit unverminderter Heftigkeit an. Im westlichen Frontabschnitte wurden feindliche Angriffe abgewiesen. Den im mittleren Waldgebirge vordringenden eigenen Kolonnen gelang es auch gestern, erneut Nanm zu gewinnen und einige hundert Gefangene zu machen. Der Stellvertreter des Cbefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschallcutnant. Glückwunschtelegramme des Erzherzogs Friedrich an den österreichischen nnd an den ungarischen Landcsverteidi. gungsminister. Wien, 4. Februar. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Anläßlich der allergnädigsten Verleihung des Militärverdicnstkreuzes erster Klasse mit der Kriegsdekoration an den k. k. Minister für Landesverteidigung G. d. I. Freiherrn von Georgi und an den kgl. ung. Landcsvcrlcidigungsminister G. d. I. Varon Hazai hat Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Armee-obcrkommandant Fcldmarschall Erzherzog Friedrich an die Minister folgende Glückwunschtelegramme gerichtet: An den General der Infanterie Freiherrn von Georgi! „Es ist mir eine freudige Genugtuung, Eure Exzellenz zur allcrgnädigsten Verleihung des Militärverdienstkreu-Zes erster Klasse mit der Kricgsdeioration auf das wärmste beglückwünschen zu können. Die ganze Wehrmacht kennt und würdigt die in ihrem Interesse entfaltete unermüdliche 'und erfolgreiche fürsorgliche Tätigkeit Eurer Exzellenz, so daß die Allerhöchste Auszeichnung Eurer Exzellenz bei der im Felde stehenden tapferen Armee freudigen Widerhall erwecken wird. Feldmarschall Erzherzog Friedrich, Armeeoberkommandant. — An den General der Infanterie Varon Hazai! „Ich vernehme mit aufrichtiger Freude und großer Genugtuung, daß Seine k. und k. Apostolische Majestät Eurer Exzellenz das Militärvcrdiensllreuz erster Klasse mit der Kriegsdekoration alleranüdigst zu verleihen geruhte. Eingedenk Ihres initiativen, erfolgreichen und großzügigen Wirkens im Interesse der ganzen Wehrmacht, bin ich der freudigen Zustimmung der ganzen im Felde stehenden heldenmütigen Armee gewiß, indem ich Eure Exzellenz zur Allerhöchsten Auszeichnung auf das wärmste beglückwünsche und meines aufrichtigen Dankes versichere. Fcld-inarschal! Erzherzog Friedrich, Armeeoberkommandant." Ein Danktclcgramm der Stadtnemeindc Wien an Erzherzog Friedrich. Wien, 4. Februar. Der Wiener Stadtrat nahm in seiner heutigen Sitzung den Bericht des Bürgermeisters Dr. Weiskirchncr über seine Reise an'die Front znr Kenntnis und beschloß einstimmig, an den Armee-Oberkommandanten FM. Erzherzog Friedrich ein Telegramm zn richten, worin er den Dank für die ehrende Einladung des Bürgermeisters zur Reise ins Hauptquartier und an die Front ausspricht und namens der Wiener Bevölkerung der freudigen Genugtuung darüber Ausdruck gibt, aus dem Munde des Bürgermeisters die günstigsten Nachrichten über den Gesundheitezustand und die ungebeugte Siegeszuversicht der Wiener Truppen vernommen zu haben. Die österreichisch-unnarische Konterbandeliste. Wien, 4. Februar. In die österreichisch-ungarische Kontcrbandclistc wurden die nachstehenden Materialien als bedingte Kriegslonterbande neu aufgenommen: 1.) Kupfer, unbearbeitet. 2.) Vlei in Blöcken, Platten oder Röhren. 8.) Hölzer jeder Art, roh oder bearbeitet, ins, besondere auch bchaucn, absägt, ssehobelt, genutet, Holz«, Kohlenleer. 4.) Schwefel, roh oder gereinigt, Schwefel' säure. 5.) Aluminium. 6.) Nickel. Außerordentliche Prüsungstermine für einberufene Rechts' Hörer. Wien, 4. Februar. Wie das k. k. Tcicgraphen-Kor« responoenzburcau erfährt, hat der Untcrrichtsminister die Verfügung getroffen, dah für jene Nechtshörer, welche vor Ablegung der rcchtshistorischcn Staatsprüfung stehen und auf Grund der jetzt im Zuge befindlichen Landsturm-Musterung oder einer freiwilligen Meldung ihre EinbcrU' fung zur militärischen Dienstleistung demnächst zu go wärtigen haben, je nach Bedarf schon im Laufe des Monats Februar, jedenfalls aber im Monate März und a-uch noch in den Tagen zwischen dem 8. und 11. April d. H. außerordentliche Prüfungstcrmine angeordnet lverdcn. Hiedurch wird diesen Nechtshörcrn Gelegenheit geboten, sich noch vor ihrer Einrückung der bezeichneten Staatsprüfung zu unterziehen. Der Umrechnungskurs für Postanweisungen nach Deutschland. Wien, 4. Februar. Der Umrechnungskurs für die in Markwährung auszufertigenden Postanweisungen nach Deutschland wird ab 1. Februar mit 100 K, gleich 77 Mark neu festgesetzt. Zum Schutze kleinerer Existenzen. Budapest, 4. Fcbruar. Der Minister des Innern genehmigte tieute den Beschluß der Hauptstadt Budapest, filr kleinere Existenzen, die infolge des Krieges in finanzielle Schwi'-rigleiten geraten, kleinere Darlehen bei der Kriegskreditbank zu erwirken und fiir diefe Darlehen bis zur Höhe von 500.000 Kronen die Haftung zu übernehmen. Deutsches Reich Von den Kriegsschauplätzen, Berlin, 4. Februar. Großes Hauptquartier, 4. Februar 1915. Westlicher Kriegsschauplatz: Auf der Front zwischen der Nordsee und Reims fanden nur Ariillerie- lämpfe statt. Erneute französische Angriffe bei Perches wurden unter Verlusten für den Feind abgewiesen. Nördlich und nordwestlich Massiges (nordwestlich St. Mene-houldt) griffen unsere Truppen gestern an, stießen im Sturme über drei hintereinander liegende feindliche Grn-benlinien durch und setzten sich in der französischen Haupt« ftellung in einer Vrcite von zwei Kilometen, fest. Sämtliche Gegenangriffe der Franzosen, die auch nachts fort» gesetzt wurden, sind abgeschlagen worden. Wir nahmen 7 Offiziere, 691 Mann gefangen nnd eroberten neun Maschinengewehre, neun Geschütze kleineren Kalibers und viel Material. Sonst ist nnr erwähnenswert, daß in den Mittelvogesen das erste Gefecht einer Schnceschuhtruppe gegen französische Jäger erfolgreich für uns verlief. — Ostlicher Kriegsschauplatz: In Ostpreuße,» wurden schwächere russische Angriffe füdlich der Mcmcl abgewiesen. In Polcu, nördlich der Weichsel, fanden im Anschlüsse an die gemeldeten Kavallerielämpfe Plänkeleien Neiner gemischter Truvpenabteilungen statt. An der Bzura, süd« lich Sochaczew, brach ein russischer Nachtangriff unter starken Verlusten des Feindes zusammen. Unser Angriff östlich Nolimow macht trotz heftiger Gegenstöße des Feindes Fortschritte. Die Zahl der Gefangenen erhöht sich. Zn den Karpathen kämpfen seit einigen Tagen deutsche Kräfte Schulter an Schulter mit den österreichisch ungarischen Armeen. Die verbündeten Truppen haben in dem schwierigen und verschneiten Gebirgsgelände eine Reihe schöner Erfolge erzielt. Oberste Heeresleitung. Deutsche Stimmen über da» Nutbuch. Berlin, 3. Februar. Das „Berliner Tagblatt" schreibt: Mit außerordentlicher Klarheit geht aus dem Rotbuche hervor, wie unwahr, wie absolut haltlos dic von der fran^ züsischen, englischen und russischen Presse aufgetischte Behauptung ist, die deutsche Regierung habe im letzten Augenblicke eine zwischen Wien und Petersburg angebahnte Verständigung vereitelt und durch den Einspruch, den sie gegen die russische Mobilisierung erhob, die österreichisch-ungarische Regierung zum Kriege gedrängt. — Die „Vossische Zeitung" schreibt: Schon der Auszug nus dem Notbuche Iaht erkennen, daß das Notbuch die bereits bekannten Vorgange vielfach in schärfere, teilweise auch neue Beleuchtung rückt. Verstärkt wird der Eindruck, dah England von Anfang an zur Teilnahme am Kriege, an einem Kriege Nußlands, an dem Frankreich ohne England nicht teilgenommen hätte, entschlossen war. Die wichtigste Aufklärung bietet endlich das Notbuch über den deutschen Vermittlungsversuch in Wien. Es läht sich nicht verkennen, das; diese Vermittlung zwischen dem 28. und 30. Juli einen Erfolg errungen hätte, der den Frieden sichern mühte, wenn nicht Nutzlands allgemeine Mobilisierung in demselben Augenblicke die Entscheidung gebracht hatte, wo Graf Verchtold ein kaum noch zv erwartendes Entgegenkommen bewies. Laibacher Zntung Nr. 28____________________________213__________________________________5. Februar 1915 Eine russische Unterstellung. Berlin, 4. Februar. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt i Die russische Regierung bcfcn/d es für gut, auö dem Tclcgrammlvcchsel. dcr vor dem Ausbruchc des gegenwärtigen Krieges zwischen dem Kaiser und dem Zaren stattgefunden hat, ein Telegramm des letzteren vom 2«. Juli zu veröffentlichen, in dem u. a. darauf hingewiesen wird, dah es richtiger wäre, das sorbisch-österreichische Problem dem Haager Schiedsgerichte zu übertragen. Es wird der deutschen Negierung unterstellt, daß sie dieses Telegramm absichtlich nicht veröffentlichte, um den Versuch des Zaren, den Krieg noch unmittelbar vor Ausbruch durch einen Vorschlag zu beschwören, mit Stillschweigen zu übergehen. Zu dieser Unterstellung ist zunächst zu erklären, dah in das deutsche Weißbuch nur die für den Gang dcr Verhandlungen ausschlaggebenden Telegramme der beiden Herrscher aufgenommen wurden. Zu diesen ist das vorliegende Telegramm nicht gerechnet worden. Das jetzt nachträglich veröffentlichte Telegramm des Zaren vom 29. Juli lautete i Danke für dein versöhnliches und freundliches Telegramm, während die offizielle Mitteilung, die heute dein Botschafter meinem Minister gemacht hat, in sehr verschiedenem Tone gehalten war. Vilte dich, diesen Unterschied zu erklären. Es würde richtiger sein, das österreichisch-serbische Problem dcr Haager Konferenz zu übergeben. Ich vertraue deiner Weisheit und Freundschaft. ^ Das Antworttclcgramm des deutschen Kaisers ist im deutschen Weißbuche, Anlage 23, veröffentlicht. Angesichts seines Wortlautes bedarf es g<> wiß leiner Erklärung mehr, weshalb Kaiser Wilhelm auf den Tchiedsgerichtsvorschlag des Zaren in seiner Antwort nicht mehr eingegangen ist. Abgesehen davon, daß der Vorschlag nur beiläufig erwähnt war, hatte er angesichts der militärischen Vorbereitungen Rußlands gegen Östeneich-Unga-rn jede sachliche Bedeutung verloren. Nußland hatte an dem gleichen Tage, wo das Telegramm des Zaren an Seine Majestät abging, trotz dcr wiederholten deutschen Warnungen, die Mobilmachung von dreizehn Armeekorps gegen Österreich-Ungarn erklärt, ohne datz die gleiche Maßregel seitens Österreich-Ungarns vorhergegangen wäre. Die tatsächliche russische Mobilisierung hatte schon am 24. Juli begonnen. Der Schiedsgerichtsvorschlag eines Staates, dcr wegen der in Betracht kommenden Streitigleiten seine Truppen mobilisiert und dadurch mit dem Kriege droht, konnte unmöglich als wirklich ernst und aussichtsvoll angesehen weiden. Was den im Telegramm des Kaisers von Nuhland erwähnten Schritt des deutschen Botschafters in Petersburg Grafen Pourlalcs beim Minister des Äußern Sasonou betrifft, so war dieö eine Mitteilung des Botschafters an den Minister, worin er in ernster Weise darauf hinwies, daß ein weiteres Fortschreiten der russischen Mobilmachungsmaßnahmen eine ernste Gefährdung des europäischen Friedens bedeuten würde. Diese Mitteilung, die den Charakter einer freundschaftlichen Warnung trug. wa-r in Wirklichkeit nichts anderes als eine Wiederholung dessen, was der Botschafter seit dem 25. Juli in allen seinen Unterredungen, die er mit dem Mlinster gehabt, hervorgehoben hatte. Graf Paurtales hatte seit dem Tage, an weläfem die russische Garde aus ocm Lager von Krasnoje Selo nach Petersburg zurückbeordert wurde, keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne Herrn Sasonov mit dem größten Ernst auf die Gefahren aller militärischen Vorbereitungen hinzuweisen. Es handelte sich also bei der Mitteilung, auf die das Telegramm des Zaren Bezug nahm, in keiner Weise um eine Kundgebung, die mit dem während der ganzen Verhandlungen von Deutschland angeschlagenen versöhnlichen Tone in Widerspruch stand. Wenn dcr Zar sie anders auffaßte, so kann eine Erklärung hicfür nur darin gesunden werden, datz der russische Minister anscheinend unterlassen hatte, seinem kaiserlichen Herrn von dcr vorhergegangenen deutschen Warnung vor militärischen Rü-'lungen Kenntnis zu geben. Die Vorrntscrhebunnen. ' Verlin, 4. Februar. Der „Ncichsanzeiger" verüffent-ncht eine Bekanntmachung über die Vorratserhebungen. Da-rnach ist während dcr Dauer des Krieges den Vehör-den iederzeit Auskunft zu geben über die Vorräte an Gegenständen des Kricgsbcdarfcs und an Gegenständen zur Herstellung von Krieasbcdarfsartikeln, ferner an Gegenständen des täglichen Bedarfes, besonders Nahrungs- und Futtermitteln, sowie an rohen und Naturerzeugnisscn, ^eiz- und Leuchtstoffen. Verpflichtet zur Austunftsertei-lung sind alle Handels-, landwirtschaftlichen und gcwcrb-uchen Unternehmungen, die solche Gegenstände erzeugen u«d verarbeiten oder mit ihnen handeln, die Kommunen, Körperschaften und Verbände. Die Vereinigung des Wollhandels. Verlin, 4. Februar. Das preußische Kriegsmini-Ilenum beauftrage die Vereinigung des Wollhandels nn dem Verkauf von Kämmlmgen' Wollabfällen uud untergeordneten Wollsortcn, die aus den besetzten Ge- bieten nach Deutschland überführt wurden. Die Vereinigung des Wollhandels erklärte sich bereit, angesehene und auf diesem Sondergebiete leistungsfähige Firmen, die an dieser Bewirtschaftung teilzunehmen wünschen, in den Verein aufzunehmen. Um den ehrenamtlichen Charakter der Aufträge zu betonen, verzichtete die Vereinigung des Wollhandels auf jedes Entgelt für die Mühewaltung. Italien. Ein Borschlag des Papstes über den Austausch von Ziuilgcfangeuen. Rom, 4. Februar. Den Blättern zufolge hat der Papst einen Austausch der Zivilgefangenen, beschränkt auf Frauen, Kinder und Männer über 55 Jahre, vorgeschlagen. Unter den Mächten, die auf den Voi« schlag des Papstes eine günstige Antwort erteilten, befinden sich England, Deutschland und Österreich-Ungarn. Der heilige Vater hat sich wie früher unmittelbar an die Oberhäupter der Staaten gewendet. Nach der „Tribuna" danert der Meinungsaustausch zwischen dem Heiligen Stnhl und den europäischen Staatskanzleien fort, der zum Zweck hat, den Austausch der zum Militärdienst untauglichen Gefangenen zu verwirklichen, was jedoch verschiedenen Schwierig-» leiten zu begegnen scheint. Die Schweiz. Tie Tätigkeit der Agent»« für Kriegsgefangene, Kenf, 3. Februar. Die internationale Agentur für Kriegsgefangene hat vom 15. Ollober bis 30. Jänner an die Familien Gefangener 104.500 Auskünfte vermittelt und 26.500 mündliche Anfragen erledigt. Schließung des Bureaus zur Heimschaffung internierter Personen. Vcrn, 4. Februar. Das schweizerische politische Departement teilte der deutschen, den österreichisch-ungarischen und der französischen Neuerung mit, daß das schweizerische Bureau zur Heimschaffung internierter Zivilpersonen am 28. Februar geschloffen werden soll. Her Seekrieg. Teutsche Maßnahmen gegen England. Berlin, 4. Februar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht im amtlichen Teile folgende Bekanntmachung: 1.) Die Gewässer rings um Großbritannien und Irland ein« schließlich des gesamten englischen Kanals werden hiemit als Kriegsgebiet erklärt. Vom 16. d. an wird jedes iw diesem Kriegsgebict angetroffene feindliche Kauffahrteischiff zerstört werden, ohne daß es immer möglich sein wird, dabei die der Besatzung und den Passagieren dro» henden Gefahren abzuwenden. 2.) Auch neutrale Schiffe laufen im Kriegsgebiete Gefahr, da angesichts des von der britischen Regierung am 31. Jänner angeordneten Mißbrauchcs neutraler Flaggen uud der Zufälligkeiten des Seekrieges nicht immer vermieden werden kann, daß die auf feindliche Schiffe berechneten Angriffe auch neu-trale Schiffe treffen. 3.5 Die Schiffahrt nördlich um die Thetlands-Inseln, in dem östlichen Gebiete der Nordsee und einem Streifen von mindestens 30 Seemeilen Breite entlang der niederländischen Küste ist nicht gefährdet. Verlin, 4. Februar 1915. Der Chef des Ad-miralstabcZ der Marine: v. Po hl Eine Aufforderung zur Bildung einer Liga dcr neutralen Staaten ssca.cn den deutschen Unterscelioots- krieg. Paris, 3. Februar. Hervs fordert in der „Guerre sociale" die Neutralen zur Bildung einer Liga dcr neutralen Staaten auf, um gegen den deutschen Unterscrbootskrieg Stellnnq zu nehmen. Die Liga hätte die Aufgabe, bewaffnet einzuschreiten, sobald ein Angehöriger eines neutralen Landes durch eiuen Unterseebootsangriff auf ein Handelsschiff getötet würde. Der Geheimbefehl der englischen Admiralität. Nerlin, 4. Februar. Dn Geheimbefehl der englischen Admiralität, der das Hissen neutraler Flaggen für englische Handelsschiffe vorschreibt, wird von den Morgen-blättcrn übereinstimmend als das denkba-r kläglichste Armutszeugnis für England, der Mißbrauch der neutralen Flaggen als Willkürakt und Verletzung des Völkerrechtes bezeichnet. Eiugcstellte englische Schiffahrtsverbindnngen. London, 4. Februar. Die Londoner North-Wefiern Banlgcsellschaft hat alle Schiffsverbindungen zwischen Holyheao und den irischen Häfen auch Dubliu und Gree- nore eingestellt. Die Schnelldampfer verkehren nicht mehr. Die City of Dublin-Gesellschaft, welche nach und von Liverpool, Belfast und Manchester verkehrt, hat gestern abends den Dienst unterbrochen. Die Postdampfer zwischen Kingstown und Holyhead bleiben in Verkehr, da die Regierung alles Risiko übernahm. London, 4. Februar. „Daily Telegraph" meldet aus Belfast: Die Einstellung einer Anzahl regelmäßiger Dampfcrdienste zwischen England und Irland hat große Unannehmlichkeiten für die Passagiere und für die Post im Gefolge. Die Gesellschaften weigern sich, Rindvieh und Güter für überseeische Transporte anzunehmen. Die Verbindungsprä'mic ist heute auf ein Pfund gegen zehn Sänllinss am gestrigen Tage gestiegen. Das Landungskorps der „Emden" in Arabien eingetroffen. Verlin, 4. Februar. (Wolff-Bureau.) Hier geht die Nachricht ein. daß Kommandant Kapitänleutnant Mücke mit einem Landungskorps der „Emdcn" in der Nähe von Hodeida an dcr Südwestküste Arabiens eingetroffen und von den türtischen Truppen begeistert empfangen worden sei. Die Fahrt durch die Strahe von Perim gelang unbemerkt von den englischen und französischen Vewachungs-streitkräften. Die Landung erfolgte ungestört in Sicht eines franzosischen Panzerkreuzers. Englische Truppentrausportdamftfer im Roten Meere. Kopenhagen, 4. Februar. Zeitungsnachrichten zufolge ist der m Neapel eingctroffene Dampfer „Porto di Savona" im Roten Meer 10 grohen englischen Truppentransportdampfern begegnet. Zerstörung von türkischen Fischerbarleu durch die Russen, Konftantinopel, 3. Februar. Die „Ayence tölögra-fthique ottomane Milli" meldet: In ihren amtlichen Verlautbarungen behaupten die Russen, daß sie 30 ottomanische Schiffe zum Sinken gebracht haften. In Wahrheit handelt es sich jedoch nur um Fischerbarken, die an den Strand gezogen worden waren. Um die Stimmung des Volkes zu heben, machte die russische Regierung aus der Zerstörung kleiner Barken, die das einzige Erwerbsmittel der nichttombattanten Bevölkerung darstellen, eine Waffcntat. Vnaland Die Teuerung. London, 4. Februar. Vom nächsten Sonntag an wer» den dic Milchpreise in London um einen halben Pence für den Quart erhöht. Auch die Mehlprcise steigen weiter. Frankfurt, 4. Februar. Die „Frankfurter Zeitung" erfährt aus London: Die Erhöhung der Frachtsähe hält an. Aus dem Unterhausc. London, 4. Februar. Im Unterhause betonte der Premierminister Asquith in Erwiderung auf die Fragen und Anregungen über die Arbeiten des Parlamentes den Beschluß der Regierung, keine Gesetzesvorlagen einzubringen, worüber ein Streit der Parteien entstehen könnte und sagte, solange nicht die herrschende Lage entschieden sei, mühten alle Erörterungen über innerpolitische Streitfragen vertagt werden; alles müsse dem nationalen Ziele untergeordnet werden. Ein Kampf am Suczkanal. Kairo, 4. Februar. (Reuter-Meldung.) Gestern hatten die britischen Truppen eine Begegnung mit dem Feinde bei Ismailia. Der Scmdfturm hinderte den Feind im Vorrücken. Wir hatten sechs Verwundete. Zusammentritt des kanadischen Parlaments. London, 4. Februar. „Dai^ Tel-graph" meldet aus Montreal: Das Parlament wird am nächstcn D^imtle-'aq eröffnet. E< wird sich aus'chli'-tzlich mit KlicaMnsse-legenheitcn beschäftigen. Für die Fortführung des Krieges werde»! 100 Millionen Dollar gefordert. Bon den aufständischen Buren. London, 4. Februar. Das Reuter.Bureau meldet auS Pretoria: Amtlich wird bekanntgegeben, datz 71 tauglich befundene Männer, die sich geweigert hatten, gegen Deutsch» Südwrstafrika zu dienen, vor ein Kriegsgericht gestellt wurden. Kapstadt, 4. Februar. (Reuter-Meldung.) Kommandant Kemp hat sich mit seinem Kommando ergeben. Frankreich. Das vom Papste angeordnete Friedensgebet in 3«»k-reich beschlagnahmt. Zürich, 4. Febmar. Der .Neuen Züricher ZHng" zufolge hat die von der Beschlagnahme der Dn.cks^ Netxifteur: Anton H u n l e t. — (Unfall.) Dem bei Kastelle <8- 2abkar an der Wiener Straße beschäftigten Schlosscrlehrling Viktor Pozniö fiel während der Arbeit eine Eisenplatte auf den linken F»>ß nnd brach ihn. -- (Unfall.) Dcr 5Njährigc Hausbesitzer und Schmiede« mcistcr VIasiuö Polorn in Vischoflack glitt am 2. d. auf einer eisigen Stelle aus uud fiel derart unglücklich, daß er sich da8 Vein brach. Pokorn, der vor vier Jahren einen ähnlichen Unfall erlitten hatte, wurde ins allge« meine Krankenhaus nach Laibach transportiert. „Die Elvlofion der ztasemntte V. II.", ein freisinniges Drama in vier Akten, wird von Samstag an im Kino «Ideal" vorgeführt. Es ist ein Spionageroman, der der Phantasie ein weites Feld gibt, voll Spannung und Interesse ist. — Ein weiteres hochinteressantes Bild dieses Programmes ist „Tic schreckliche Erdbebenkatastrophe in Italien," eine aktuelle Epezialaufnahmc. Den Schluß bildet ein herrliches Lustspiel betitelt „Maxens Feldpostbriefe". — Heute auf vielfcitiges Verlangen „Ewige Zeugen". Theater. Kunst und Literatur. — (Heimische Kunst.) In Schwentners Schaufenster in der PrcZercngafse hat Maxim Gaspari ein in kombinierter Zeichen- und Maltechnik ausgeführtes Bild ausgestellt, das eine verbesserte Neubearbeitung der auf der jüngst geschlossenen WclhnachtZausstcllung sioveni-scher Künstler im Pavillon Iakopiö unter dem Titel „Anbetung" zur Schau gebrachten Komposition ist, auf der trainische Bauersleute die in einer schlichten Weg-kapellc rastende Gottesmutter verehren und ihr in frommer Scheu bescheidene Gaben darbrinqen. Das Format des ausgestellten Werkes ist etwas größer, das Dach der Kapelle höher abgeschnitten, die Kaftellenhöhlung ist tiefer, weshalb die ganze Komposition unter vorteilhafter Einbuße ihres vordem flächigen, dekorativen Charakters bildmäßig gegenständlicher geworden ist, und schließlich sind die Vauerngestaltcn auf der Neubearbeitung anders gruppiert. Alles in allem repräsentiert sich die Komposition als ein prächtig gelungenes Werk, dem bei einwandfreier Zeichnung und geschmackvoller Farbwn-gebung ein gut Stück erquicklichen Stimmungsgehaltes innewohnt. Kasino-Verein in Laibach. Die Direktion beehrt sich die P. T. beständigen Mitglieder zur Generalversammlung einzuladen, die am Freitags, den 5. Februar 1915 am 6 Uhr abends In den Vereinsräumen stattfindet. Tagesordnung: 1.) Genehmigung der Rechuung für das Vereinsjahr 1913/14 und des Voranschlages für das Vereinsjahr 1914/16. 2 ) Wahl der Direktionsraitglieder und der Rechnungs-revidenten. 3) Allfällige selbständige Anträge der Mitglieder, die gemäß § 11, lit. k, der Vereinsstatuten acht Tage vor der Generalversammlung anzumelden sind. Unter einem wird bekanntgegeben, daß die abgeschlossene und revidierte Jahresrochnung durch 8 Tage vor der Generalversammlung gemäß § 11, lit c, der Statuten in der VereinBkanzlei aufliegt. Im Falle der Beschlußuufäbigkeit der auf 6 Uhr abend» anberaumten Generalversammlung findet die zweite bei jeder Anzahl von Mitgliedern "beschlußfähige Generalversammlung am gleichen Tage um 7^7 Uhr abends statt. Italbaoh, am 21. Jänner 1915. 2-2 Die Kasino-Vereinsdirektion. Eine schöne, sonnseitige Wohnung mit drei Zimmern und einem Kabinett, in der Nähe der Belgierkaserue, eventuell Peterskirche, wird von einer ruhigen Partei mit einem Kinde zum Maitermin gesucht. Gefällige Anträge uuter „E. B." an die Administration dieser Zeitung. 284 3—1 Hochelegante, sonnseitige Wohnung bestehend aus drei Zimmern, Bade- und Dienstbotenzimmer nnd sonstigem reichen Zugehör, ist an eine ständige Partei für den näohsten Maitermin 3—1 äsn vergeben. Näheres im Bureau: Valvasorplatz 6. Elegante, moderne Wohnung bestehend ans drei Behönen, hellen Zimmer» Batnt allem sonstigen Zugehör, inkl. Badezimmer, elektr. Beleuchtung, ißt im HauBe Wiener Straße Nr. 22 (gegeuüber dem Cafè «Europa») zum Maitermin zu vermieten. Anzufragen im Hotel -Stadt Wien», I. Stock, Kauzlei-Zimmer Nr. 12. 2—1 Meteorologische Beobachtungen in Laibach Serhöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm ^ 2"U^N. l 74^ys^0sTV^!chwach I teilw. b«w. I ^ 9 ".Ab. 41 4 -b-9 SO mäs,'« heit«_______ ^l?U. 3- l 40-^-12 61 S. schwach > Viebel l 0 0 Vas lageSunttel der gefkigen Temperatur l>?trüKt -b-0», Normale -13». Laibacher Zeitung Nr. 28_______________________________21b_____________________________________5. Februar 1915 — (Verwundete in Laibach.) Die k. und k. Reserve-spitalsfiliale in der UrsulincrinneMostcrschulc beherbergte am 19. v. M. folgende verwundet«* oder erkrankte Soldaten: Inf. Altram Leonhard, LIR 27, MGA 2, aus Aquileja, Schraftnellsrreiffchuß an der Oberlippe und Rheumatismus; Inf. Vaß Theodor. IR 15, Quetschung am rechten Schienbein; Horn. Vati« Ignaz, LdstAuszVut. 29. aus Kraxen bei Stein, Schraft-nellschuß im linken Unterarm; ResJäg. Ncgw Grgo, bh FIV, Schv. des linken Vorderarmes; Inf. Vencoek Mih., HIR 29, Schv. des r. Oberschenkels; Inf. Vene^ Wenzel, IR 21, Schu. des zweiten und dritten linken Fingers; Gefreiter Vönisch Franz, IR 100, Schuß. Verletzung des linken Unterarmes mit Knochenbruch; Infanterist Vojczuk Ivan, IR 41, Schv. der linken Hand; ResInf. BrT)(iiznng per sofort oder zum Maitermin; schöneWohnung LLXLZ. oesta 20, liestelicnd aus vi.r Zuumuni nud Zugehör, «mm Maltermin; schöne Kellerwohnung, bestellend an» eiiiem Zimmer uud Zugel.ör, für sofort. Anzntn.jf.il in dpr Kan/loi Flllp 8u-panöiö. Bleiwelsova oesta Nr. 18, I. Stock. *46 ä 3 jßefifedern und Daunen in grosser jßusmahl und zu sehr billigen Preisen empfiehlt die Firma «» w j#. L L. Skaberne, Zaibaeh. PMkT 3706 9 kein c^ Angst Tor der aRiaHecben Cholera, f^enn wir können nna vor dieser Seuche dnr h liygieniache Lebensweise sicher schiilznn. 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