Nr. 145. Dienstag, 30. Juni 1891. 111). IllhrlMss. OMcher Zeitum. via»nm«r»tlon«vlrl»: Mit Postveisendung: »anzjährig st. l», halbjährig fi. ?bo. ImTomvtoli: ^, Die «Ul>!bacher Zeitung» erscheint täglich mit slusnahme der Tonn- und Feiertage, Die «Idmiuiftratto« lan^iähria fl li halbiäbrill fl 5 50. ssür die Zustellung in« Hau« ganzjährig fi, l. - Iuser»«on««bi»r: Für V befindet Nch «longreliplah 8, die «ebaetlo» Äahuhofgasse 24. Sprechstunden der Redaction täglich von llein? ^»le,ate bis zu 4 Zeilri, «l» lr größere per Zelle 6 lr,: bei öfteren Wlrbrrhnlunaen ver Zelle » lr, V ln bi« l» Uhr uormittan«, — Unsranlierte Vliese werden nicht angenommen und Manuscript« nicht zurückgestellt. Mi« 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die Daibacher Zeitung. 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Heute kam im Abgeordnetenhaus« die Ausnahms« Verordnung zur Sprache, bezüglich welcher Abg. Perner« storfer bekanntlich den Antrag gestellt halte, das Haus möge deren gänzliche Aushebung von der Regierung fordern. Der zur Berathung dieses Antrages eingesetzte Ausschuss empfiehlt nun, nachdem die Regierung mittlerweile die Ansnahmsverordnung aufgehoben hat, und nur die auf Grund derselben verfügten Ausweisungen noch aufrechterhält, dem Hause eine Resolution, in welcher die Erwartung auf baldige gänzliche Beseitigung der letzten Reste des Ausnahmszustandes ausgesprochen werden soll. Die Debatte begann mit einer Rede des Abg. Pern erst orfer, der behauptete, die Regierung habe nicht den Muth besessen, die gänzliche Aufhebung der Ausnahmsverordnung vorzunehmen, obwohl sie erkannte, dass kein Grund mehr vorhanden sei. sie auf« rechtzuerhalten. Redner bemerkte, dass die Ausnahmsverordnung nicht gegen Anarchisten angewendet wurde, weil es solche seit Jahren nicht mehr in Oesterreich geb?, sondern gegen bloß socialisiische Arbeiter. Die Arbeiterbewegung in Oesterreich zeichne sich durch ihre Legalität und Offenheit aus. Diese Haltung habe endlich zur theilweisen Aufhebung der Ausnahmsoerordnung geführt. Redner erklärt zum Schluss, leinen besonderen Antrag stellen zu wollen, wünscht aber, dass man nie zu Ausnahmsmaßregeln greifen möge. Ministerpräsident Graf Taajfe erklärte, er ergreife das Wort nur deshalb, weil es sich um eine besonders wichtige Frage handle. Er anerkenne die maßvolle Weise, in der der Vorredner gesprochen habe, den er keineswegs, wie derselbe glaube, für einen «schrecklichen Menschen» halte. Er danke ihm auch für die präcise und wahrheitsgetreue Darstellung der Vorgänge im Ausschusse und da es nun mit der vertraulichen Behandlung ein Ende habe, so wolle er auch hier öffent« lich mittheilen, dass die Regierung schon im Jänner d. I. die Absicht hatte. die Ausnahmsverordnung auf» zuHeben, dass sich aber dies verzögert habe, weil man die Ereignisse des 1. Mai abwarten wollte, und weil sich im Abgeordnetenhause ein Svecialausschuss gebildet hatte. Die Regierung schritt nun zur Aufhebung, weil sie der Ansicht ist, dass eine Ausnahmsoerordnung nur fo lange bestehen solle, als sie unumgänglich noth« wendlg ,st. Die Zustände haben sich aber. Gott sei Dank. besser gestaltet, was die «,'gierung anerkenne. Dennoch habe sie den Punkt 1 ntchl gleich aufgehoben, weil sie ein gewisses Uebergangsstadium für nothwendig hält und ein Moratorium haben wollte, um zu sehen, ^ wie es gehm werde. Denn es sei nicht zu leugnen,' dass die Ausnahmsverordnung vieles verhindert, und viele Leute abgehalten habe, etwas zu thun. Iuzwischen werden von den Ausgewiesenen einige um die Erlaubnis zur Rückkehr ansuchen, die ihnen wahrscheinlich bewilligt werden wird, andere werden sterben, andere werden gar nicht wünschen zurückzukehren, und einzelne werden vielleicht anderswo hängen bleiben (Heiterkeil), wie z. B. einer, der in Amerika zu anderthalb Jahren Haft verurtheilt worden sei. Bezüglich des von der Regierung vorgelegten Socialistengesetzes erklärte der Ministerpräsident, dass es allerdings momentan nicht nothwendig sei, dass er es aber doch als ein sehr wertvolles Mittel betrachte, denn er sei kein Freund von AusnahmZver-ordnungen, sondern wünsche eine gesetzliche Regelung. Die Abgeordneten seien nun in der Lage, den Gesetz« entwurf zu lesen und zu studieren, und wenn die Zeiten schlechter werden, könne die Regierung sofort das Haus bitten, das Gesetz anzunehmen. Nach einigen kurzen Bemerkungen des Abg. Pernerftorfer und dem Schluss-Worte des Referenten Freiherrn von Sommaruga wurde der Antrag des Specialausschusses mit sehr großer Majorität angenommen. Das Haus sehte hierauf die Specialdebatte über das Budget fort, u. zw. bei Cap. VII, Ministerium des Innern, Titel «Oeffentliche Sicherheit». Abg. Ma-saryk erklärte sich mit dem Vorgehen der Behörden gegen die Arbeiter nicht einverstanden. Die Regierung soll zwar wachsam sein, nicht aber die gesetzmäßigen Bestrebungen der Arbeiter stören und hindern. Redner schloss mit dem Antrage, die Regierung sei aufzufordern , für das Zustandekommen einer Gewerbe- und Arbeitsstatistik zu sorgen. Abg. Lueger wünscht eine Besserung der Lage der Beamten bei der Polizei-Direction in Wien sowie der Sicherheitswachmannschaft, und bringt dann Klagen vor über die Haltung einzelner Polizei. Organe bei den Wahlen und bei der Handhabung der Vereins« und Pressgesetze. Nuch einer Kontroverse zwischen Abg. Freiherrn v. Sommaruga und Abg. Lueger über die Haltung der Polizeibehörden bei den Wahlen in Wien. wurde Titel «Oeffentliche Sicherheit» angenommen. Es folgen nun die Titel «Staats« baudienst», «Straßenbau», «Wasserbau» und «Neubauten der politischen Verwaltung und größere Adaptierungen». Abg. Kaftan empfiehlt die Vornahme großer systematischer Prä'ventiv-Arbeilen zur Verhinderung der Ueberjchwemmungen in Böhmen und wünscht auch Flussregulierungen in Mähren und Schlesien. Redner verlangte ferner die Concentrierung des gesammten Wasserbauwesens von Oesterreich bei einer Behörde. Die Sitzung wurde auf 15 Minuten unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung erörterte Regierungsvertreter Ministerialrath Freiherr v. Rotky die Thätigkeit der Regierung für die Flussregulierung, welche planmäßig auf eine Reihe von Jahren vertheilt fei. Die Hafenanlagen bei Linz, die Regulierung der Donau am Struden und der Moldau durch Prag sowie die Hafenanlagen bei Holleschowitz seien im Zuge. Baron Widmann trat in lä'ngerer Rede für die Vereini- Feuilleton. Der Mai trank. Von Andre" Theuriet. Onkel Florenz, den wir in familiärer Weise Onkel ^ Flor nannten, war ein alter Junggeselle von fünfzig j bi« fünfundfünfz,g Jahren, aber noch sehr gnt erhalten.! Er hatte einen sicheren Fuß. breite Schultern und. einen rosigen Teint, einen graumelierten Bart und dichtes, kastanienbraunes Haar, in dem kaum noch einige weiße Fäden zu entdecken waren. , Seine einzigen Verwandten bildeten zwei Nichten, deren Vormund er war und von welchen er eine an Grodard, den Fabrikanten bemalter Leinwand, und die andere an ihren ergebenen Diener verheiratet hatte. Die Mitgift war wohl etwas schmal, aber die Nichten ^ sollten Onkel Flor beerben, und wir heirateten sie ohne Essern in der Hoffnung, dass wir eines Tages — so spät wie möglich — ein reiches Erbe erhalten würden. Wir berechneten, dass dasselbe ein sehr hübsches Summ« chen ausmachen müsste, denn Onkel Flor war sehr Mrsam, lebte sehr bescheiden in dem eigenen Hause der oberen Stadt und hielt nur eine Wirtschafterin, Madame Rose, eine Witwe von dreißig Jahren, frisch und wohlgrrundct. Einen Augenblick stiegen uns betreffs dieser Wirt-schafterin mit dem lebhaften Blicke Bedenken auf und w'r fragten uns. ub sie mcht fähig wäre, die fünfzig Jahre des Onkels Flor z^l begeistern und so zu manövrieren, dass er sie heiraten würde. Nachdem wir jedoch unseren wackeren Verwandten näher kennen gelernt hatten, wurden wir vollständig beruhigt. Er war ein Weiberfeind in der Theorie wie in der Praxis und wurde in seinen ausgezeichneten Grundsätzen durch seine Schüchternheit und Unbeholfenheit dem weiblichen Ge-schlechte gegenüber auf das angenehmste unterstützt. Onkel Flor hatte keinen Fehler außer dem literarischen Ehrgeiz, er brannte darauf, «sich gedruckt zu sehen». Als eifriger Botaniker und Champion dcr experimen-tellm Gartencultur hatte er zwei Werkchen verfasst, eine «Abhandlung über den Apfel- und Birnbaumschnitt» und eine «Monographie des duftigen Waldmeisters (^8p6i-ula oäorata)». Durch seinen glänzenden Vortrag in der Iahressitzung der Gesellschaft für Gar. tenbau brachte er es dahin, dass die Versammlung die Drucklegung der beiden Schriften auf Kosten der Ge« sellschaft beschloss. Und eims Tages erhielt er seine fünfzig Ehrenexemplare des großen Werkes unier dem Titel: Alihllildlllllg iibcr Apfel- und Virnbaumschnitt «el'st eiiicr Monographie dcs duftigen Waldmeisters und einem Anhang über den Gebrauch des „Maitronlts" bei den Germanen von Florenz Mougeot, Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften, Von diesem Augenblicke an kannte sich Onkel Flor nicht mehr. Die Honoratioren des Städtchens erhielten die Schrift natürlich sämmtlich mit pompöse» Widmungen. Uns begann er sie zum Dessert vorzulesen, und wir hörten sie willig zu in der Erwägung, dass die dereinstige Erbschaft deb guten Onkels eine Stunde Langweile wohl wert sei. Aber er missbrauchte unsere Gutmüthigkeit und las uns immer wieder vor; nach vier Wochen wussten wir die Abhandlung über Apfelbaum und Birnbaum auswendig und waren gesättigt mit der Monographie vom Waldmeister. Dieser «duftige Waldmeister» ist eine kleine Pflanze mit weißer Blüte, die im Mai in den Wäldern erscheint. Die Bauern nehmen die Blüte zu einem Auf-guss von Weißwein und fabricieren auf diese Weise ein duftiges Getränke, das sie «Maitrank» nennen. Onkel Flor aber suchte in seiner Abhandlung zu be« weisen, dass dieser Maitrank derselbe Trank war. mit dem Odin seine Krieger in der Walhalla erfreut hatte. Der Tag des heiligen Florenz, der Namenstag unseres Oheims, fiel gerade in den Mai, und bei dieser Gelegenheit kam mir ein genialer Gedanke, den ich sofort Grodard mittheilte. «Die Wälder sind voll mit weißem Waldmeister,, sagte ich, «pflücken wir eine Menge, fabricieren wir den Maitrank und geben wir dem Onkel an seinem Namenstage davon zu trinken. Das wäre eine zarte Aufmerksamkeit.» Gesagt, gethan. Am Florenztage begaben wir uns mit Grodard in den Wald von Massonges. Wic brachten einen ganzen Arm voll Waldmeister heim, meine Frau besorgte den Abguss mit vorzüglichem Chablis, den wir am nächsten Tage im feierlichsten Augenblicke des Festessens präsentierten. «Was ist das?» fragte der gute Mann. indtm er von seinem kleinen Glase nippte. «Das, Onkel Flor,» antwortete ich, «ist der Maitrank, den wir ganz nach Ihrer Vorschrift be« reitet haben, um an diesem Tage Ihres Namensfestes auf Ihr Wohl zu trinken!» Der Oheim war ein wenig verwirrt. Ich glaube, dass er den Maitrank nur aus der Theorie kannte und den ersten Schluck mit einem gewissen Misstrauen verkostete. Ich selbst schlürfte ihn ohne Begeisterung. Um aufrichtig zu sein, er war nicht gerade deliciös. Aber die Eitelkeit des Autors trug den Sieg davon, Onkel Lailmcher Zeitung Nr. 145. 1212 30. Juni 1891. gung des Wasserbaudienstes, welcher gegenwärtig den Ministerien des Innern und des Ackerbaues untersteht, in einen Ressort ein. Abg. Klun klagte über die un» günstige Behandlung Krams bezüglich der Straßen» bauten und Flussregulierungen, namentlich inbetreff der Save und der Trockenlegung des Laibacher Morastes, und beantragte eine Resolution wegen Veitragsleistung des Staates zur Trockenlegung des Laibacher Morastes. Abg. Thurnher urgierte die Rhein»Correction in Vorarlberg. Abg. Siegmund unterstützte die Petition um Errichtung eines hydrographischen Staatsamtes und verlangte die Organisierung des Staatsbaudieustes. Abg. Herk brachte Beschwerden bezüglich des Wasserbaues und Handhabung der Wasserpolizei im Bezirk,' Iudenburg vor, verlangte die Regulierung der Mur in Obersteiermark und beantragte eine Resolution wegen ema/hender Prüfung der nothwendigen Mur-Uferschutz« und Erhaltungsbauten in den Bezirken Iuden-burg und Murau in Vereinbarung mit dem steiermär« tischen Landtage. Morgen wird die Specialdebatte über das Budget fortgesetzt. Politische Uebersicht. (Karl-Ludwig-Bah n.) Die Genci liluersamm« lung der Karl Ludwig-Bahn ermächtigte mit 1488 gegen 26 Stimmen den Verwaltungsratb, dasVerstaatlichungs-Uebereinkommen mit der Regierung perfect zu machen. (Der Kaiserbesuch in Fiume.) Das «Fremdenblatt» widmet dem Kais^rbesuche auf der britischen Flotte einen schwungvollen Artikel, in welchem es auf die zahlreichen Fäll? hinweist, in denen Englands und Oesterreichs Söhne gemeinsam gekämpft haben im Dienste gemeinsamer Ioeen und Interessen. Die Anwesenheit des britischen Geschwaders in der Aoria bedeutet die herzliche Erwiderung des denkwürdigen vorjährigen Besuches der österreichischsungarischen Flotte in den britischen Gewässern. Ohne ein sensationelles Ereignis zu sein, entbehrt der Kaiserbesuch nicht der politischen Bedeutung. Die Kaiserworte vo<, wahrer Innigkeit nnd Herzlichkeit für die britische Herrscherin und die britische Flotte lassen unwillkürlich des herz. lichen Freund>chaftsverhältniffes gedenken, dessen beide Reiche sich ehrlich erfreuen. Nirgends trübt ein düsterer Punkt die Echtheit dieser herzlichen Beziehungen. Wo die Interessensphären beider Reiche sich noch am nächsten berühren, im Orient, begegnen sich beide Reiche in demselben Streben und Bemühen. Wie England, so kennt auch Oesterreich ° Ungarn in seiner Balkanpolitik kein anderes Ziel. als die Aufrechth^ltung der friedlichen Verhältnisse und dcr heilsamen Verträge zur Förderung der selbständigen Entwickluug der Einzel» staaten sowie die Verhütuuq jeder Explosion. Die diesbezüglichen Erfolge dürfen beide Reiche gleichmäßig erfreuen. In diesen Zielen, in dieser Fürsorge für die Aufrechthaltung des Fiicdens im Orient und du realisieren. Im Anhange wird die Zahl der Lohnangestellten nach der Volkszählung des Jahres 1686 mit 9.101.469, darunter 6 630000 Arbeiter und Taglöhner angegeben. DerStaatsbeilraq wird im ersten Jahre auf 31.900.000 Francs, im 31. Jahre nach Promulgierung des Gesetzes anf 87.660.000 Francs geschätzt. (Griechen und Bulgaren.) Die Erregung d'l- Griechen gegen die Bulgaren, welche sich in der jüngsten Zeit wieder stärker bemerkbar machte, dauert noch immer ungeschwächt an. Infolge der Eifersucht, mit welcher die Griechen alle Bulgarien betreffenden Vorgänge, insbesondere Erfolge desselben beobachten, hat die Nachricht, dass die Entscheidung der gemischten Commission in Angelegenheit der angeblichen Grenzverletzung im Rhodope°Gebirge zu Gunsten Bulgariens ausgefallen sei, dieser Stimmung neue Nahrung zu« geführt. Trotzdem hofft die Diplomatie, dass die Aufregung bei den Griechen bald schwinden werde. (Im englischen Unterhanse) erklärte Ha-milton, er könne den Zeitpunkt der Ankunft des deut» schen Kaisers nicht angeben. Eine Inspicierung der Flotte sei nicht beabsichtigt. Der Minister hofft, dass der Kaiser bei seiner Ankunft nicht Gegenstand einer solch pöbelhaften Umdrängunss sein werde, wie anläss' lich der Besichtigung der Flotte in Spithrad. wo viele überladene Schiffe mit jenem des Kaisers in Beruh» rung gekommen seien. (DerpreußischeKronrath)hat beschlossen, die Genehmigung zu einer Lotterie im Betrage von acht Millionen Mark für die Zwecke der Bekämpfung der Sclaverei zu ertheilen. Für Gewinne sollen sechs Millionen Mark, für den angegebenen Zweck zwei Millionen Mark verwendet werden, darunter 400.000 Mark für den Wißmann'jchcn Dampfer auf dem Victoria-Nyanza. (Aus Lissabon) wird versichert, dass der in den Cortes eingebrachte Antrag des Abgeordneten Fer» reira d'Almeida, betreffend den Verkauf einiger Colonien, lediglich der Ausdruck seiner rein persönlichen Ansichten gewesen sei und weder in maßgebenden Parlamentär«> schen noch in Regierungskreisen an ein derartiges Geschäft gedacht werde. (Ein serbisches Anlehen.) Der Wiener «Times»>Correspondent meldet, der serbische Finanz« minister Vuic werde sofort nach seiner Cur in Karls' Flor leerte sein Glas und ließ es von neuem füllen. Er fand schließlich, der germanische Trunk habe ein köstliches Aouquet, behauptete, der Frühling dufte heraus, enthusiasmierte sich mit Worten und mit dem Wein. Kurz, er leerte beinahe allein die Flasche, der Wein stieg ihm zu Kopfe, und als wir beim Dessert angelangt waren, sang er einen Gassenhauer, der seine Nichten bis über die Ohren erröthen machte. In der Dämmerung gieng er trällernd nach Haufe. Seine Wirtschafterin Madame Rofe erwartete ihn, indem sie die neuen Servietten einfäumte. Die Mainacht war warm; Onkel Flor war durch den Waldmeister« wein angeheitert; Rose erschien ihm verlockend wie ein reifer Pfirsich. Er verlor seine Schüchternheit, wurde galant, unternehmend — und die Scene endete mit einem Heiratsantrag. Ich vermuthe wenigstens, dass sich die Dinge so zutrugen, denn von diesem denkwürdigen und verhängnisvollen Abend an änderte sich alles im Hause des Oheims. Madame Rose trug nunmehr einen Hut an Stelle ihrer weißen Leinenhaube. Sie geberdete sich als Herrin des Hauses und schon nach einigen Wochen geleitete sie der Oheim zum Maire, der sie ehelich verband. Und wieder war es im Mai, da wurde Onkel Flor von seiner Frau mit einem Töchterchen beschenkt, das cr Nsperula nannte. Asprrula, das heißt im Lateinischen «ein bisschen hart». Und wir fanden sie wirklich ein bisschen hart, die Couscquenz unseres Mai« trunks. Mein Schwager Grodard hat mir dieselbe nie verziern. Irische 200 fl., dem Gisela-Fonds 200 fl.. dem städtischen! Armenhaus? 100 fl,, dem Hilfsfonds des ungarischen ^ Gymnasiums und demjenigen des kroatischen Gym« > nasiums je 100 fl.. dem Hilfsfonds der Handelsaka-^ demie 100 fl,. der städtischen Volks- und Bürgerschule 100 fl. und dem Feuerwehrvereine 100 fl. — (Erinnerung an Königyriitz.) Das Comity zur Renovierung und Erhaltung der Denkmale auf dem Königgrätzer Schlachtfelde veranstaltet am 3ten Juli d. I. eine Gedenkfeier des 25. Jahrestages der Schlacht bei Königgrätz. Für die Feier wurde das folgende Programm festgestellt: In der Kapelle des Monuments bei Lipa wird um 10 Uhr vormittags eine heilige Messe gelesen werden. Zur gleichen Zeit wird in sämmtlichen Kirchen auf dem Schlachtfelde ein Requiem für die am 3. Juli 1666 gefallenen Krieger celcbriert werden. Nach der Kirchenandacht findet die Einweihung der neuen Denk» male, dann die '-Velränzung der Denkmale und der Besuch des Schlachtfeldes statt. — (Der Ciffel-Thurm in Diamanten.) Tausende und Tausende von Menschen pilgerten im Jahre 1889 nach Paris, um das neunte Weltwunder, das «höchste» Wer! des neunzehnten Jahrhunderte« zu bewundern. Auf dem Marsfelde erhob sich der Magnetberg, der eine so große Nnziehungelraft auf die Menschen und die Francs ausübte, und der Eiffel-Thurm ward die großartigste Reclame für die großartigste Ausstellung. Da gab es bald allerhand Sachen in der Form des Eiffel-Thurmes. Und so hatte sich auch ein Consortium gebildet, das einen Eiffel «Thurm sn miniaturo aus Diamanten herstellen lassen wollte. Ein Meter hoch sollte der Diamantenthurm werden, die Ausführung hatte ein Pariser Juwelier, Martin Posne, übernommen. Allein ^"^Grace, ich muss erst mit dem Vater reden; eb würde nicht gut sein, wenn du ihm jetzt gegenüber trätest. Er ist sehr erbittert, dass du uns solche U„. gelegenheiten bereitet hast. Was wird Lord Deane denken ?, «Danach fragte ich nicht., gab sie stolz zur Ant« wort. «Ich habe gethan, was ich heute und morgen und alle Tage thun würde. Ich habe versucht, Menschen zn retten, die du verrathen und dem Verderben preisgegeben hast. Es ist mir nicht gelungen — sie werden ihrem Schicksal nicht entgehen.» «Und von uns ist die Angst genommen, unser Haus über unserem Kopfe angezündet zu sehen.» «Besser eine solche Angst, besser die bitterste Armut, als da« Bewusstsein, den Untergang so vieler herbei« geführt zu haben.» Sie wandte ihm verächtlich den Rücken und schritt dem Hause zu, aber sie betrat dasselbe nicht. Unter dem Eingang stand mit zorngeröthetem Antlitz der alte Patrick. «Du wirst diese Schwelle nie mehr betreten, Grace O'Malley, und von dieser Stunde an magst du wieder dnnes Vaters Namen führen; wir haben nichts mehr miteinander gemein. Und wenn ich auf den Knien den Weg nach Rom zurücklegen müsste, mein Sohn soll frei werden von den Fesseln, die ihn an eine Verfluchte ketten!» Grace taumelte zurück. Der alte Pächter hatte die Thür zugeschlagen, als wollte er damit seinen Worten den rechten Nachdruck geben. Sie sah sich nach Daniel um; er war nicht mehr da. (Fortsetzung folgt.) der Künstler hatte sich Herrn Eiffel zu sehr zum Muster genommen und weil Herr Eiffel mit feinem Thurm nicht zur rechten Zeit fertig geworden, fo glaubte der Juwelier, auch er müsse den Termin, der ihm zur Fertigstellung seines Werkes gegeben, nicht einhalten. Und das war der Anfang des Unglückes, welches den Diamantenthurm verfolgt?. Nur verhältnismäßig wenige Menschen besichtigten den Eiffel-Thurm in Diamanten, der gegen einen be» sonderen Eintrittspreis in der Weltausstellung zu sehen war, und so kam es, dass diejenigen, dic Herrn Martin Posne die Mittel zur Ausführung des Kunstwerkes gegeben, anfiengen, um ihr lMd besorgt zu werden. Sie pfändeten daher die Diamantenausgabe des Eiffel-Thurmes. Derselbe besteht aus 21.000 Diamanten und hat ein Totalgewicht von beiläufig 3000 Karat. Der Preis, um welchen das Object bei der diesertage staltgefundenen Feil« bietung schließlich zugeschlagen wurde, betrug 220.000 Francs. Man behauptet, dass der Käufer, wenn er die einzelnen Steine verkauft, einen Erlös von mindestens 300.000 bis 350.000 Francs erzielen wird. Doch scheint der jetzige Besitzer des Eiffel-Thurmes in Diamanten vorläufig nicht die Absicht zu haben, das Kunstwerk zu zer« stören; er will es als dauernde und theuere Erinnerung an den großen Triumph der Franzosen, an die Weltausstellung von 1889, bewahren. — (EineLiebestragöbie in derKirche.) Die Kirche Saint-Honnore' d'Eylau in der Avenue Victor Hugo von Paris war am Mittwoch der Schauplatz eines tragischen Ereignisses. Einige Minuten nachdem ein Brautpaar und die Hochzeitsgäste in die Kirche getreten waren, vernahm man in derselben zwei rasch aufeinander folgende Revolverschiisse. In einer rechtsseitigen Nische fand man denn auch einen jungen, ungefähr 25jährigen Mann mit durchschossener Brust auf. Der Selbstmörder verschied wenige Minuten darauf. Wie sich aus bei dem Todten vorgefundenen Briefen ergibt, hatte er für die Braut, eine junge Witwe, schon seit längerem eine hef« lige Leidenschaft gefasst, und da er sich zurückgewiesen sah. beschlossen, in dem Augenblicke, wo sie sich mit einem anderen vermahle, zu sterben. Wie man sieht, hat der Unglückliche sein Gelübde gehalten. Die kirchliche Ceremonie wurde rasch beendigt, der Leichnam in die Morgue über« führt und die Kirche bis auf weiteres geschlossen. Vor der Kirche halte sich eine derartige Menschenmenge an« gesammelt, dass man das junge Ehepaar durch eine Seitenthür ins Freie Wren musste. Die junge Frau, welche behauptet, von der Liebe des unglücklichen Selbstmörders gar nichts gewufst zu haben, war leichtbegreif-licherweise durch eine» derartige» Ausgang ihrer Hoch-zeitsfeierlichkeit in einen äußerst aufgeregten guftand ge» rathen, so dass man sie sofort in ihre Wohnung bringen musste. — (Die Eise »bahn» Katastrophe von Mönchen st ein.) Aus Mönchenstein wird gemeldet: Aus der Unglücksstälte ist es still geworden, denn es ist wenig mehr zu sehen. Taucher, welche längere Zeit im Wasser waren, konnten leine Leichen mehr entdecken, doch ist nicht ausgeschlossen, dass zwischen den Trümmern ein« a/keilt noch einige wenige vorhanden scin könnten; doch steht es fest, dass die Annahme, es sei ein Wagen voll Todler zu heben, falfch war. Wie die «Vasler Nachr.» in einem «Eingesendet» melden, hätten schon vor Jahren Techniker eine Katastrophe bei der Mönchensteiner Brücke vorausgesagt. Es werden tüchtige Fachmänner als Zeugen angeführt, welche sich dahin geäußert haben, dass, wenn nicht umfassende Aenderungen an der Münchensieincr Brücke vorgenommen würde», so sei ein Unfall dort so gut wie sicher vorauszusehen. — (Ein reicher Bettler.) Ein alter Bettler, den alle Pariser kannten, ist diesertage gestorben: Der alle Herr, dessen Name Antoire Pucciarelli war, hat nicht weniger als 103.260 Francs hinterlassen. Die Erben geriethen über die Hinterlassenschaft in Streit, das Gericht mischte sich hinein, und die ganze Geschichte kam am Samstag vor der 11. Zuchtpolizeikammer zur Verhandlung. Bei dieser Gelegenheit stellte es sich auch heraus, dass der verewigte alte Nabob gar leinen Buckel gehabt hatte! Sein angeblicher Höcker bestand in Wirklichkeit nur aus dem Sacke, in welchem er seine Wertpapiere trug. — (Vor fünsundfünf zig Jahren,) also annu 1836, war in Schönbach die 24jährige Dienst-magd Marie Wid egger ermordet ausgefunden worden, ohne dass die Thäter bekannt wurden. Kürzlich gestand nun ein gewisser Kratz vor seinem Tode die Thäter-schaft des Mordes. Zwei seiner Complicen sind gleichfalls schon gestorben, ein dritter, ein Greis von 85 Jahren, wurde in die Frohnfeste eingeliefert. — (Ein Massen-Abonnent.) Der Mann, der auf die meisten Zeilungm der Welt abonniert ist, bleibt unstreitig der Herzog von Portland. Der zeilungs. freundliche Mann verausgabt alljährlich die Summe von 40.000 Francs für geitungsabonncmenls. Die Blätter werden täglich in Riesenpaketen ins Haus des Herzogs gebracht, gesichtet und sodann auf ein in der Nähe Lon« dons gelegenes Schloss befördert, das eine wahre gei« tungsbibliothel beherbergt. — (Noch ein verunglückterLuftballon.) In Petersburg hat sich am 21. d. M. in einem Gaswerke insolge dc« plötzlichen Aufstiea/s eines Lustballons ein grä'sslicher Unfall ereignet. Ein dem Mronauten Grafen Apraxin gehöriger Luftballon von großen Dimensionen erhob sich vorzeitig und riss beim Aufstiege vier Arbeiter mit sich. In einer Höhe von etwa zwanzig Klafter platzte der Ballon und die vier Unglücklichen stürzten zu Boden, wo sie mit zerschmetterten Gliedern liegen blieben. — (Todesurtheil.) Der 61jährige Hausbesitzer Leopold Sommer, welcher der bei ihm als Mietftartei wohnhaft gewesenen Privaten Katharina Czar am 3ten Mai d. I. Gift in die Suppe schüttete, um in den Besitz ihres Nachlassvermögens zu gelangen, wurde vom Grazer Schwurgerichte zum Tode durch den Strang verurtheilt. — (Amerikanische Post.) Am letzten Samstag fuhren von Newyorl aus 17 Schiffe nach europäischen Häfen ab, welche die größte Post, die bisher jemals befördert worden ist, mit sich führten. Die Schiffe bringen nach telegraphischer Meldung 750.000 Vriese nach Europa. — (Vom Kuckuck.) Lehrer: «Was wisöt Ihr Besonderes vom Kuckuck?» — Martha (nach längerem Schweigen): «Er legt seine Eier nicht selbst. Local- und Provinzial-Nachnchten. * (Hosn ach richt.) Seine Majestät der Kaiser haben vorgestern um 5 Uhr 59 Minuten nachmittags, von Pola kommend, Laibach passiert. Ein officieller Empfang war abgelehnt worden und fand daher nicht statt. Bei der Einfahrt des Hofzuges in den Bahnhof geruhte» Seine Majestät am gcfchloss.'nen Fenster des Hofsalon-wakens zu erscheinen und huldvollst salutierend für die ehrfurchtsvolle Begrüßung seitens deS auf dem Bahnhöfe anwesenden zahlreichen distinguierten PublicumS zu da:,k»n. Nach eincm Aufenthalte von fünf Minuten fetzte der Hofzug die Fahrt nach Wien fort. — (Zur Custozza-Feier in Laibach. Laut eines an das hiesige k. k. Landespräsidium gelangten Telegrammes Seiner Excellenz des Herrn Gmeraladju« tanten Grafen Paar geruhten Seine Majestät der Kaifer die anlässlich der Custozza«Feier seitens des hiesigen VeteranencorpZ sowie des Comite's zur Errichtung eines Kriegerdenkmals in Laibach dargebrachten loyalen Kund« gebungen allergnädigst zur Kenntnis zu nehmen und Allerhöchstseinen Generaladjutanten zu beauftragen, den genannten Corporationen hiefür Allerhöchstseinen Dank zu übermitteln. Desgleichen geruhte Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Feldmarschall Erzherzog Albrecht sowohl den Veteranen Üaibachs als auch dem Comiti zur Errichtung eines Kriegerdenkmals Höchstsemen wärmsten Dank sür die Kundgebung ihrer patriotischen Gefühle aussprechen zu lassen. — (Der Kaifer in Pola.) Man berichtet uns unterm Vorgestrigen aus Pola: Schon am frühen Morgen waren der Hafen und die dahinführenben Straßen von einer zahlreichen festlich gestimmten Bevölkerung besetzt, welche der bevorstehenden Ankunft Sr. Majestät des Kai fers entgegensah. Nach 5 Uhr marschierte die von der Marine-Infanterie beigestellte Ehrencompagnie mit der Marinemusik ab und nahm westlich vor dem Marine« Arsenale Aufstellung. Gegen 6 Uhr kam die kaiserliche Jacht «Miramare» in Sicht, während hinter derselben die Rauchwolken der ganzen andern Escadre das Nahen derselben ankündigte. Im Nu hatten alle öffentlichen Ge« bäude sowie die im Hafen ankernden Schiffe Flaggeugala angelegt, welcher beim Herannahen der «Miramare» das Raaenfalut folgte, während von den nahen Forts die Kanonen ihren dröhnenden Salut erschallen ließen. Gegen 9 Uhr verkündete neuerlicher vom Hafencastell und der Escadre abgegebener Geschützsalut, dass Se. Majestät der Kaiser, die Erzherzoge Albrecht nnd Ludwig Salvator und der Herzog von Parma und deren Suite die «Miramare» verlassen und das von Unterofsicieron geruderte große Hofboot bestiegen hatten, um sich auf das Land zu begeben. Am Lan« dungsplatze angelangt, besichtigte der Kaiser die Ehren-compaguie und fuhr dann durch das Arsenal, das Poli» carpo und die Parkstraße auf den Exercierplatz, wo er einer Feldmesse beiwohnte und dann über die ausgerückten Truppen die Parade abnahm. Der Monarch machte hierauf eine Rundfahrt durch die Stadt. Zunächst fuhr er zun» Staatögymnasium, welches er eingehend besichtigte; hierauf besichtigte cr die Infanterie-Kaserne und das Artillerie-D?pot und fuhr dann, stets von lautem Jubel der in allen Straßen harrenden Menge begrüßt, zur Grundsteinlegung zum Baue der Marinekirch? <^üainw (!o1 maro», welche auf dem Platze zwischen der Arsenal-Ringstraße und der Helgoland-Straße erbaut wird. I>, dem Augenblicke, als der Kaiser den Hammer in die Hand nahm, um die üblichen drei Schläge zu führen und die Büchse in den Feuerstein emgesiigt war, wurde von sämmtlichen Schiffen ein Salut von 21 Schüssen abgegeben. Als die Feier beendet war, fuhr der Kaiser zum Bahnhöfe und bestieg halb 12 Uhr den bereitstehenden Hoszug, um sich nach Wicn zu begeben. * (Rhododendron.) Seit einigen Tagen schon bringt man von unseren Höhen die herrlichen, bald blass« rothen, bald purpurnen Dolbentrauben dieses immergrünen Alpenstrauches. Die ersten Blüten sahen wir vom Kumberge, nun aber liesert auch schon das Oberland seinen Theil, und wir stehen vollständig im Zeichen des Lalblichcr Zeitung Nr. 145. 1214 30. Juni 189l. Almrausches. Dies gibt mir auch den Nnlass. einmal die niedersten Standplätze der Ulprose zu verrathen. Wer ^ von Tarvis nach Raibl gewandert, der diirfle ohne i fremdes Hinzuthun den Rhododendro,dekommen dieser Musteruorstellungen, die insbesondere der Jugend als veredelndes Vorbild dienen können, die vollste Anerkennung. — (Die Slovene« in Prag.) Um 8 Uhr 50 Minuten abends fuhr der Seftaratzug der Staats« bahn in die Prager Bahnhofshalle ein, welcher 300 slo-vinischc» und kroatische Gäste brachte. Auf dem Bahnhofe hatten sich zahlreiche Sokolmitglieder aus Prag und der Umgebung eingefunden; vor dem Bahnhöfe standen un< übers.hbare Menschenmassen. Als der gug in die Bahn« hofshalle einfuhr, erschollen au« Tausenden von Kehlen Na xöai'Rufe. Die Angekommenen rangierten sich auf dem Perron, worauf sie der Obmann des Prager «Solol», Herr Visel. herzlichst begrüßte, und zwar im Namen der böhmischen Sokol-Union wie im Namen des Prager «Solol». Die Slovenen, Kroaten und Böhmen seien Brüder, und di^ slovenischen und kroatischen Gäste seien gewiss gekommen, um die alte Freundschaft zwischen diesen Nationen zu befestigen und die Sympathien zu stärken; sie seien gekommen, um den Glanz unseres Festes zu erhöhen. Wir werden uns, sagte der Redner, bemühen, Euch den Aufenthalt bei uns möglichst angenehm zu macheu. Ich begrüße Euch mit d^m böhmischen «Sokol»« Gruße: N» xä^r! Von Kroaten dankte Herr Dr. Ma' zura aus Agram; im Name,, der Slovenen ergriff der Turnwart des Laibacher «Solol», Herr Nolli, das Wort. Zum Schlüsse fprach noch eine Dame einige Begrüßmigs« wort?, und ein Vertreter der polnischen Solole begrüßte > gleichfalls die südslavischen Ankömmlinge mit ei — (Tod durch Verbrennen.) Der Besitzer, Johann Rozman aus Krrschdorf bei Ousische verließ am Morgen des vergangenen Sonntags mit sämmtlichen An ! gehörigen sein Haus und ließ nur seine 15jährige, schwach ! sinnige Schwester Agnes noch schlafend zurück. Dieselbe wurde, als die Angehörigen um 3 Uhr morgens von der ^ Frühmesse zurückkehrten, in drr Nähe des schon vor dem Verlassen des Hauses angezündeten Herdfeuers auf dem! Boden liegend und mit Brandwunden bedeckt als Leiche' aufgefunden. Es liegt die Vermuthung nahe, dass dieselbe dem Herdfeuer zu nahe gekommen und ihre Kleider Feuer, gefangen haben. ! — (Ein grässlicher Unglücksfall) ereig« nele sich Sonntag den 28. Juni circa 7 Uhr abends in! der Görlschacher Papierfabrik. Der Arbeiter Michael Bevc, aus Zeier wurde vom Schwungrade erfasst und ganz zerfetzt zu Boden geworfen, so dass er nach einer Stunde verschied. Bevc war etwa 30 Jahre alt und hinterlässt, eine Witwe mit zwei unmündigen Kindern. — (Ein Kind von Mäusen getödtel.) Au« Trieft wird telegraphiert: In der Vorstadt Porto wurde ein sechs Monate altes Kind, welches von seiner Mutter einen halben Tag in einem Bodenzimmer allein gelassen worden war, von Mäusen angefallen. Die Mutter fand das Kind entseelt, das halbe Gesichtchen war abgenagt. — (Unglücks fall.) Am vorigen Sonntag fiel z der 1'/« Jahre alle Franz Novak von Ratez, Sohn ^ der Besitzerin Anna Novak, welcher von seiner Mutter! auf die Wiese mitgenommen worden ist, in einem un«! beachteten Augenblicke in den vorbeifließenben Rate^ Bach und ertrank darin. ! — (Militiirisches.) Der Major des Artillerie-stabcs Herr Johann Schwab, seinerzeit Commandant der Pulverfabrik in Stein, wurde zum Commandanten d^r Pulverfabrik in Nlumau ernannt. ' * (Sloven i scher Schulverein.) Die diesjährige Hauptversammlung des Cyrill» mid Method-Vereines findet am 23. Juli in Stein statt. — (Schulschluss.) Am hiesigen Obergymnasium erfolgt der Schulschluss am 9. Juli. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laibacher Zeitung". Wien, 29. Juni. Wie bestimmt verlautet, w urde der Bündnisvertrag zwischen Oesterreich - Ungarn. Deutschland und Italien Sonntag abends für weitere sechs Jahre verlängert. Wicn, 29. Juni. Der Kaiser ist heute um 5 Uhr' morgenK von seiner Reise nach Dalmatic» mit dem! neuen Kaiserzuge in Begleitung seiner Suite m;? Pola in d^r Station Hrhendorf eingetroffen. Der Kais r fuhr, vom dortigen Bahnhöfe in das kaiserliche Schloso nach! Lainz. während die Suite sich theils nach Schiwlirunn,' theils nach der Stadt beqab. Prag, 28. Juni. Bei dem heutigen czechischn« Tnrnercongreft, welcher auf dem freien Plateau »eben der Ausstellung stattfand, wurde die Ordnung, trotzdem gegen 40000 Personen anwesend waren, nirgends ge« stört. Polizeidircctor Steyikal war auf dem Platze anwesend und überwachte die von ihm getroffenen An-ordnungrll. Cetinje, 29. Iuui. Der Sultan machte dem Fürsten um> Montenlgro zwei prachtvolle arabijchc Pferde zum Geschenk. London, 29. Juni. Der Prinz von Wales reist Sonnabend nach Port Victoria, um den deutschen Kaiser und dir Kaiserin zu empfangen und bis Wind sur zu begleite». Von der Themse-Mündung bis Po.t Victoria geben vier Torpedoschiffe dem Kais r das Ehrengeleite. Für drn 10. Juli itt ein großer Hoslml! im Bllckinghl>aLia eorekrj. Den 28. Juni. Cäcilia Kunst, Inwohnerin, 65 I, Hrrrengassc 3, (^rcinoma kepatin. ^uttozirhuugcn vom 27. Juni. Trieft: 50 68 86 70 85. Linz: 40 43 13 52 66. Meteorologische VeolmchtMMU i.'l ^aibach. 7 N M„ ! 734^"^^0 , NO. schwach"^ heissr"^ 27. ;! » N. ! 734 4 26-2 O. schwach ! heiter !0 00 ^ 9 . Ad.! 73b 2 19 4 O. schwach heiter ! 7 U. Mg. 737-0 ! 19 6 windstill '! halb heiter , 28. s . N, 736 4 ! 29'0 W. schwach !thlw.bewölkt 0 001 ^ l» » A, 737 0 ! 22-4 W. schwach j heiter i ?'Ü.Mg, 738 6 22 4 O. schwach ! heite^ 29.^ . N. ! 737 2 28 8 wmdstill heiter 000 i> . Nb. 736 5 23 4 W. schwach heiter Den 27. tagsüber meist heiter, schwül, nachmittags einzelne Regentropfen, abends Wetterleuchten in O. — Dm 28. heiter, heiß. — Den 29. heiter; bis jcht der heißeste Taq. — Das Taaeömittel der Tlmperatur an den drei Tagen: 21-5, 23'7 und 24-9, beziehungsweise um 26, 4 8 und 60 über dem Normale. VernlNworflicher Nedarteur: I. Naa k. u. k. Vller'tzerpfleguvenualler W Besitzer des goldenen Verdienstlreuzes mit der Krone W und der Kriegsmedaille W nach kurzem, schwerem Leiben und Empfang der W heiligen Sterbesacramente im 60, Lebensjahre den D 24. Juni 1891 in Kralau verschied, nach dortiger > feierlicher Einsegnung nach Laibach überführt und W in« Fa.niliengrabe zur ewigen Ruhe gebettet wird. D Laibach am 27. Juni 1891. W Bee»b!gilng«^nstllll kr» F,an, Dobelle!, ^ Danksagung. Nnlässlich des Leichenbegängnisses unserer ge-licbte» Tochter Sidonie Steppan sind uns von allen Seiten so zahlreiche Beweise ehrenden Wohlwollens und Theilncchme zugegangen, dass wir, vorläufig außerstande, jedem Einzelnen persönlich zu danken, nn-3 verpflichtet fühlen, auf di'scnl Wcge unseren tiefgefühlten Dank hiefür zum Ausdrucke zu bringen. Laibach am 30, Inni 1391. M trauernden MisseljöiMN, Die z>. i. ^^^>oi»»»^»^^ii der «Lailmcher Zeitung», bei welchen das Abonnement mit diesem Monate endet, werden höflichst ersucht, die weitere Pra-numeration »>^1 140K» l8N«er . ' Fünftel INN ft, 149-25 14975 864er Staatslose , , 100 fl. 179 25 179 50 . » . . 50 st. 179 25 179 50 5«/„Dom.-Pfbbr, k iLO fl, . . 145—14«-. 4"/ Oest, Goldrentr, s!e»erfrei m »5 11« 25 Oesterr. Notcnrente, » . 102 30 10250 Garantierte (flsenbahu. Schuldverschreibungen. Eüsabelhbal!» in (i>, steuerfrei . 113 50 11425 ssrauz Joseph Bahn in Silber . 118 75 119 75 Vurarlberger Bah» in Silber , 105 25 — — EÜsabethbah» 2»x> fl, CM. , , 24« — 250 — dto, Linz Bndweis 200 st, ö. W, 225'— — — dlu. Talzb, Tirol 20» st ii. W. 215 -- 215-75 ltlisabelhuahn fiir 20» Mart , 109 25 110- d!u. für 20» Marl 4"/,. . . , 115-25 11575 ssrauz Joseph Bahn Em, I8«4 . 9050 97-50 Vorarlbcrgcr Bahn Emiss. 1834 95 — 95 75 Ung. Goldrente 4"/„ .... 105 50 10570 dto, Papierrente 5"/» , . - loi 55 101 75 bto. (tisenli. A»l,I00st,ö,W.E, 1184« 11090 dctto cunml, Stulle 9950 10« — ott>. Ostbahn Prioritäten . . — — — — d!o, Staats Obligat, v,I,i«7ll 113— 114- dtu. WeinzehentÄbl, Ob.10«st. 97- - 98- - bto. Präm. ÄNl. ll100fl. ü.W, 13775 138 50 detto k 50 fl. ü. W. 13725 188 — Theik-Rg.-Lose 4'/<, 100 fl. ö. W,! 130- - 13025 Gelb Ware Glundentl.-Gbliaationen (sür 100 fl, CM.). 5"/„ galizische...... 105— 1054« 5"/„ mährische...... — — — — 5"/„ ttraln nnd Küstenland . . —— — — 5",„ nieberösterrcichische . . . 109 50 — — 5"/„ steirische...... —'— — — 5"/„ iruatischr »nd slavonische , 104 75 105 — 5"/„ siebenbmgische . . , , —'— —' — 5"/„ Teineser Äanat .... —'— — — 5/,"/„ . j 99.4«^ 100 — Gelb Ware Oesteir, Nordwestbahn . . . 107— 107-90 Staatöbllhn....... — — —- — Sttdbah» il 3"/.,..... 150-25 151 — » ll 5"/„..... 118-75 119-75 Ung.-galiz. Bahn..... iai-50 102 50 Diverse Lose (per Stück). Creditlose 10» fl...... 180-75 18730 Clan, iiose 4« fl...... 5075 5775 4",,, Dona» Lampfsch, 100 fl. . 133— 124 — Laibacher Pram. Anleh. 20 fl. 2050 21 — Ofener Lose 40 fi..... 54-— 50'— Palfsy Lose 40 st...... 5525 5550 Rothen Krrnz, öst, Ges. v,, I» fl. 1750 i?>9« Nndolph Lose 1» st..... 20— 20-75 Salm Lose 4y fl...... 6«-— 61 — St. «enuis Lose 4« fl. . . . e»-75 U1 25 Wnldstein Lose 20 fl. . . . 3050 87 — Windisch Oräh Lost 20 fl. . . 51 — 5150 Gew'Sch, d. 3"/„Präm.-Schuld verschr, der Vodencreditanslalt 25-25 2575 Kllnk'Altien (per Stück). Aüssloöst. Aanl200fl.60°/„E. . 159 40 15980 Bankverein, Wiener, 100 fl 11275 11325 Bdcr.Mnst. öst., 200 fl. S. 4u«/„ 3»0- 381 — Crdt, Anst, s, Hand, u, G. 180 fi. 29850 299 — Creditliani, slllq. ung,, 20« st. . 34« 5« 34150 Depositenbank, Mg., 20« fi, . 203— 204 — Escompte Ges,, Ndröst,, 5»« st. «08— 612 — Giro-u,Cassenv,, Wiener2«uft. 21050!211 5« Weib Ware Hypothelenb., üst. 200ft. 25»/„0 fl, CM. , , . 296'— 299 — DiauC-is, (Ä. Db,Z.)200fl, S. 200— 201 — Dlix-Booenb. Eis. !U, 200 ft, S, —— — — sserdiiiaüds Vlurdb. >»0»st.CM. 2860 28»!5 («al. Carl Ludll», A, 200 st, CM, 211 5« 212 — Lemb, Czernow, - Iassy C-iseii- bahn-VeseUsch, 20» fl. H. , . 244— 24550 Llond.üst.-ung.,Trieft 50«st,CM. 415'— 417'— Oesterr. Nordwestb, 20« fl. Sill>. 204'— 805 — dto. (lit. ll.) 20« fl. S. . . »12-50 813 — Prag-Duxer Eisenb. 15« fl. Eilb. 88 75 89 — «taatseisenbahü 20» fl. Silber 293 60 294 40 Jüdbahn 2»<» fl. Silber , , , 5102-5«' 103 — Süb-Nordb.Verb. B, 2««fl.CAl.! 184— 18450 Tramway'Oes.,Wr.,1?«fl. ü. W. 282— 282-5» » neue Wr., Priorität«' Acticn 100 fi...... 9475 95 25 Ung.-gllliz, Eisenb, 200 fl. Silber 200—! 201 — Geld Ware Ung, Nurdostbahn 200 fl. Silber 197.75 198-25 Ung,Westb,(Naab.Oraz)200st.B. 30050 30075 Industrit'Actien (per Stück). Banges., Ällg. Ocst., 100 fl. 110-50 118 — Egnbier Eisen und Etahl-Ind, in Wien 100 fl....... — — — Visenbahnw, Lelhg,. erste, «0 st. 10250 104 — «C-Ivemühl» Papiers, u. V.-G. 485« 49 — Liesinsser Brauerei 10» fl. . , 95 — 96 — Montan Gesell., österr.-alpine 89 2« 89?« Prager Eisen Ind. Ges. 20« fl. 41050 41150 Cargo Tarj. Tteiniohlen 80 fl. 565' - 575-' «Echlögelmüh!», Papiers. 20«fi. —- iW5tt «S!enler!!l!lhl.,Papierf.n.V. G, 132— 133" Trifailer N>ohlenw.-Ges. 7« fl. . j 184— 1»« — Waffenf. V..Oest.i»Wie»1NNfl. 501 — 50b — Waaaon-Leihanst.. AUg. in Pest 80 fl......... 89- 90 — Wr. Ballgesellschaft 100 fl. . . 8675 87 75 Wiencrberger Ziegel-Äctieil Ges. 238 — »30 — Devisen. Deutsche Plähe...... 57-ÜO »7^7. London . ....... 117-30 117 75 Paris......... 46 4^ 4647, Valuten. Dncaten........ 5 55 5'57 20 ffranes VMcke . . , . : 929 930^ Drntsche Neichsbanlnoten . . 574?^ 57-52. Papier Äubel...... 134 184^ Italienische Banlnoten (100 U.) 465« 47-50 TL^^SLT^STT^X fectelstie lies Battases ScMiier 4 SWera (3761) 300-235___________________________________________WIJEJV I., Karutuor.straHHe 3fr. ÄO,