CBsruKsnB <4 ■ ^▲▲*1 >!▲ ^ ■ ■ ■ >v J3aI. s:r j IAIffIltiA #111 aiitT s?:!:-.? «■•■usw -t»> MW H ■ r| ■■■■■■ rjgg VN Dffl ■ ■■ ■ »it, «Illt «» MM? I IlIU ü lIIHIIUL «pH !*<«»♦ w ^ I %. «t»g-ln.-l« K»m»aoatJi f-s f-imnt-mitt» 3«.»10. | ^ ^ mt«u 615 ,»> bm>dua»bi Eilli, Mittwoch bcn 22. März 1916. 41. Jahrgang. Nr. 23 Wrbrr Krirgszielr. „Nordkap—Bagdad. — Das politische Programm deS Kriege«." Fehlte ei schon vor AuSbruch bei Wellkriege« nichl an Schriften, welche auf die drohenden Ber> Wicklungen aufmerksam machten und Ratschläge aller Art zu ihrer Beilegung geben, ist die Zahl solcher Druckwerke, seit die Waffen das Wort führen, ganz bedeutend gestiegen. Ungleich sind diese Schriften im Werte, hoch au» ihnen ragen hei vor jene von Dr. Ritter (Oeckname Mutterstellen), dessen Broschüre »Berlin—Bagdad" — von un» seinerzeit eingehend besprochen — schon vor dem Kriege erschien, nun bereit« in 14. Auflage und in vielen Tausenden verbreitet wurde, und dank ihrem Inhalte auch die Beachtung maßgebender Kreise fand. AI« Folgeschrift dc« gleichen Verfassers kann da« dünne Hefichen mit dem Titel „Nordkap—Bag-dod — d«Z politische Programm oe« Krieges'*) de-zeichnet werden, da« ebenfall« schon in mehrfachen Auflagen vorliegt. Der Zweck auch dieser Schrift ist, wie bei „Berlin—Bagvad", für eine wirtschaft-liche Bereinigung der mitteleuropäischen Länder ein-zutreten, die nach dem Gedanken Ritter» zu einem politischen Bündnis zusammengeschlossen werden soll-len. Der Verfasser stellt diese Bereinigung al« da« wichtigste Ziel de« jetzigen Krieges dar, der ansang« iu Oesterreich vielfach nur a!« ein Abwehrkamps aufgefaßt wurde. Bon Rußland sagt Ritter, daß sein Sieg die Borherrschaft de« Halbasialentum« über Europa di« an die Alpen und die Adria dringe« und daß im Laufe der Zeit auch England« Macht dadurch ge brochen würde. Die Eigenart Rußland« bedinge, daß e« nie zur Vernichtung geschlagen werden könne. Wohl ließe sich aber ein Damm gegen die russische Gefahr errichten, hinter dem diese« Reich aber al« eine natürliche, geographische, politische und wirt« schastliche Einheit bestehen bliebe. Die« sei vorteil, hafte?, all die Schaffung von sogenannten „Puffer-ßaaten", welche stet« nur zu neuen Unruhen Anlaß geben. ') Erschienen in Frankfurt am Main ISIS. Neuer Frankfurt« Verlag. Preis 76 Pfennig. J>riant. Die Frankfurter Zeitung" schreibt in ihrer Go««lagSnu»mer": Man meldet au« Pari«, daß in diesen Tagen in den Kämpfen vor Lerdun, im Walde Eaure«, der französische Oberstleutnant Driant gefallen oder verwundet in Gefangenschaft geraten ist. ic» oder so liegt in diesem AuSgang eine« Einzelschicksal«, da« der Verteidigung lothringischen Bodens zum Ofer gebracht wurde, eine gewisse Tragik. Denn der Mann der politischen Tribüne, der jetzt zwei sranztsiiche Jägerbatarllone in den Kampf führte, war ein seit langem von der Niederlage seine« Vaterlandes über-zeugter Nationalist. Von ihm stammen die Worte: „Wenn man un« heute zu einem Kriege gegen Deutschland hetzt, so wird e« ein Unglückskrieg sein. Wir werden geschlagen werden wie 1870." Der so schrieb, war ein Mann »er Revanche. In den 30er Jahren, in der ausstrigenden Lust de« vom Krieg« de« letzten Napoleon eben erholten Frankreich hatte er hell in die Siegeinompete ge-blasen, hatte die »guerre de demain" geschrieben und ernstlich an eine Umstoßung der Weligejchichte ge-glaubt. Er war ein Mann de« Kriege«, aber er verzweifelte a» der Möglichkeit ein^ Siege», al» und weil er da« deutsche Heer sah. So ward er zum Waruer, zum Verkünder deutscher Heere«tüchtigkeit Ritter bespricht dann die bi«herige Kolonial« Politik des Deutschen Reiches, die er ungünstig be-urteilt und führt zur Bekräftigung eine Aeußerung de« amerikanischen Auttausch - Professor« Cooligde an, der betont, daß Deutschland aus ausländische Absatzgebiete angewiesen sei, denn seine Kolonien liegen sast vollständig in der heißen Zone, wo sich Europäer nicht ansi dein kennen und wo ein Waren-absatz also auch nicht möglich ist. Außerdem dioht im Osten die Konkurrenz der Vereinigten Staaten und von Japan. Im Deutschen Reiche leben zwei Drittel vom Arbeitsverdienst der Zndustiie, davon ein Drittel vom Auslandsmarkt. Die Absatzmärkte seien da« Wichtigste für die Volkswirtschaft, die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft wäre aber die Lieferung gesunder Menschen. Eine große Gesahr käme für Deutschland, wenn England zum Schutzzoll über» ginge und durch die Industrialisierung Rußland» mittels englischem und französischem Gelde! Not-wendig ist es daher, ein große», unabhängiges Wirtschaftsgebiet zu schaffen, da» seinen eigenen Markt, genügend Rohstoffe und Siedlungiland enthält, da« insbesondere die Pflanzung von Baumwolle und Oelgewächien gestaltet und große Erzlager besitzt. Diese« Siedlung»Iand wäre Kleinasien! Wie nötig da« Deutsche Reich ein Siedlung«-land brauch», bezeugt die Erwägung, daß der jähr, liche Bevölkerungszuwachs dort von 800.000 bis 900.000 Köpfen bei den gegenwärtigen ErwerbSzu» ständen in 6 bis 8 Jahren keine Beschäftigung und keine Ernährung mehr finden wird. Die .Innen-kolonisation" kann auf heimischen Boden höchstens 6 biS 7 Millionen Menschen unterbringen. DaS Ab« strömen in fremdvölkische Kolonien und Länder, wo die einwandernden Deutschen nie eine herrschende Stellung erreiche«, kommt aber nur unsern Gegnern zugute. Daher war die bisherige Kolonlalpolilik de« Deutschen Reiche« seit BiSmarckS Zeit eine verfehlte. Der Irrtum läßt sich aber noch gut machen, wenn dem jetzigen Kriege neben der «bwehr det Pansla-wi«muS die Schaffung eines mitteleuropäischen Slaa-tenbundeS gegeben wird. Diesem Staatenbund müß-ten sich im eigenen Interesse auch die neutralen ger-manischen Staaten anschließen, insbesondere Holland zum Schutze seiner indischen Besitzungen. Damit wäre eine Bölkermenge von 185 Millionen, mit den auS Liebe und Sorge um Frankreich, s» schied er au» der über alle« geliebten französischen Armee au«. Dieser Ossijier, der au« Boulangers Hause die Toch» ter heimgeführt hatte, in dem die Sitten altsran-zöstschen Rittertum« lebten und sich mit den AuS-artungen konservativer Versammlungspropaganda zu Haß gegen die Rcpudlick, die Freimaurer, die Juden und — ganz besonder« — die Sozialisten verbanden, dieser patriotische Zelot, der in den Domen de« kirchenseindlichen Pari« zum Herzen Jesu um du Erhebung deS Volke« Ludwig« deS Heiligen betete, dieser verabschiedete Major Driant schrieb ein Buch, in dem er Frankreich« Untergang sür englische In« teressen weissagte. Da« früher schon an dieser Stelle erwähnte Luch trägt die Ausschrist: „Einem neuen Sedan entgegen". Ei führte natürlich zu einem Skandal sondergleichen in Frankreich; von vielen verspottet oder Vaterlands^ ser Gesinnung geziehen, wirkte die Veröffentlichung — und schon die Tal sache, daß ein alter Ossizier ein solche« B»ch über-Haupt schreiben konnte — stark deprimierend auf die öffentliche Meinung Frankreich». Da« Buch erschien auch in Deutschland in einer autorisierten Uebersetzung (Verlag Gerhard Sialling in Oldenburg. Preis Mark 1) und brachte e« zu einer ansehnlichen Aus« läge. Au« dieser Schrift spricht sast etwa«, da« man di« Not einer Seele nennen könnte, wenn e« auch, wie bei allem unzeitgemäßen Rittertum, einige« von Kolonien von 240 Millionen, vereinigt und der Weg zum Indischen und Stillen Ozean geöffnet. Beim Ei scheinen der ersten Auflage dieser Schrift war der Krieg mit Italien noch nicht an«-gebrochen, darum spricht der Berfaffer noch von Ab-findungen gegenüber diesem Staate, den er al« ern-sten Gegner Oesterreich« aus »em Balkan bezeichnet, deffen Verlangen nach dem „mare nostro" eine Wahnidee sei und deffen natürliche« Ausdehnung«-gebiet im westlichen Mittelmeere liegt. Ueber die künftige Gestaltung Oesterreichs laßt sich bei den heutigen Zensurverhallnissen nichl viel schreibe». Ritter baut sie im Sinne de« allgemein bekannten Linzer Programmes au« unler Berücksich« tigung der KriegSergebniffe. Wenn er dabei von einer „Autonomie" der einzelnen Königreiche sprichl, so ist diese jedenfalls nichl im Sinne slawischer oder christlichsozialer Parteien gedacht, sondern er hat den Schutz der Deutschösterreicher dabei im Auge. Der erwähnte Ausgleich von Verhältnissen seil 1866 wird manchen etwa» phantastisch vorkomae». Bezüglich der Verändern, g'n auf der politi-schen Landkarte wünscht der Berfaffer im Westen nur strategische Gesichl«punkte maßgebend, betont aber, d„ß dir Verluste England« unler Umständ«» auch solche Europas sein können, während die oft verlangte ..Zurückweisung Rußland« nach Asien" eine »unüberlegte Phrase" sei. In einem Nachwort beschäftigt sich Ritter mit dem Inhalt anderer Krieg«» jchriflen, hebt dabei die Bedeutung von Naumann» ..Mitteleuropa" hervor. Nur ist er damit nicht «in-ve> standen, daß dort die Erörterung der politischen Kriegsziele einer späteren Zeit vorbthalten bleiben fol. Die Schrift schließt mit der Zuversicht, daß die persönlichen Eigenschaften der beiden verbündet«» Kaiser eine Gewähr für da» Zustandekommen de« Staaienbunde« bilden. Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Ruhland. Di« Berichte de« österreichischen Generalstab« S. IS. März. Amtlich wird Verlautbart: >» Dnjestr und an der beffarabischen Front lebhafter« dem Zorn de« geschlagenen Don Ouichote an sich hat. Mut hat aber eben solche« Rittertum — auf der Ebene von La Manch« wie im Walde Mi Caure«. E« war im Jahre 1906. In Schlesien fand«» unter der Führung de« Kaiser«, aus dem Felde »»» Liegnitz, auf dem Boden der Katzbach, die große» Manöver statt, iu denen zwei preußische Generäl« um den Sieg stritten, deren Namen heute in all«» Munde find: e« sind di« Heerführer Woyrsch und Lindequist. Diesen MaiSvern wohnte, mit dem hel-len, aber leidenschaftlichen Verstand de« Franzose» ausgerüstet, ein militärisch«! Mitarbeiter de« Pari» ser „Eclair" bei, den d«r Fahnenträger einer schl«» fischen Kriegerverein«abteilung, indem er seine MÜtz« abnahm, mit dem achtungsvollen Rufe: „Ein frei« malige« Hoch für Frankreich" begrüßte. Der Bericht-ei stattn f ind diese Handlungsweise sehr charakteristisch. E» war Drianl. Seine Schrift über das «neue Scoan' bildet «ine Zusammenfassung der Artikel, d« «r damals für den „Eclair" schrieb. Man merkt auS jeder Zeil« herau«, daß der Versaffer, auS dem Vergleiche deß deutschen mit dem französischen Heer herau«, de« Glauben an die Aimee seine« Vaterlandes verlöre» ha». Er schildert alle Einzelheiten, all« Waffengat« lungtn, dir drutsch« Disziplin, die Armeemäriche, di« Paraden, die Zelt:, die Biwak«, die lechnischen Trup- «.eue 2 feindliche Artill«rietätigk«it. Die Brückenschanz« bei Uiciezko stand nachl« unter starkem Minenwerfer-fnier. Heute früh sprengte der Feind nach einiger Artillerievorbereitung eine Mine, woraus ein Hand-granatenangnff erfolgte. Infolge der Sprengung «»ßt« die Mitte der Verteidigungslinie in der Schanze etwa« zurückgenommen werden; alle ande-re« Angriffe wurden abgeschlagen, wobei einige Russen gefangen genommen wurden. 20. März. Gestern abend« wurde nach sechs Monaten tapferer Verteidigung die zum Trümmer-Hansen zerschossene BrückenschanzeZ nordwestlich von Uscieczko geräumt. Obgleich ei den Ruffen schon in de» ersten Morgenstunden gelungen war, eine 300 Meter-Bresche zu sprengen, harrte, von achtsacherUeber-macht angegriffen — die Besatzung, aller Berluste «»zeachtet, noch durch 7 Stunden im heftigsten Ge-schütz- und Jnsanteriefeuer au». Erst um 5 Uhr »achmittagS entschloß sich ihr Kommandant, Oberst Planckh, di« ganz zerstörten Berschanzungen zu räu-«e«. Kleinere Abteilungen und Verwundete gcwan-»en auf Boole» da» Süduser de» Dnjestr, bat» aber mußte auch unter dem konzentrischen Feuer de» Gegner» die Uederschiffung aufgegeben werden und es blieb der au» Kaiferdragonern und Sappeuren zusammengesetzten tapferen Schar, wenn sie sich »ich! gefangen geben wollten, nur «in Weg; sie mußte sich auf dem Nordufer de« Dnjestr durch den »om Feinde stark besetzten Orte Oscieczko zu uns«-re» auf den Höhen nördlich von Zaleszczyki einge-»isteten Truppe« durchschlagen. Der Marsch mitten durch die feindlichen Stellungen gelang. Uuter dem Schutze der Nacht führte der Oberst Planckh feine heldenhafte Trupp- zu unseren Vorposten nördlich von ZaleSzhk, wo fie heute früh eintraf. Di« Kämpfe »m die Brückenschanze von Uecieezko werden in der Geschichte unserer Wehrmacht für all« Zeiten ein Ruhmesblatt bleiben. 21. März. Die GesechlStätigkeit stellenweise er-höht, namentlich bei der Armee Pflanzer-Baltin. Der Stellvertreter de» Chef» de« Generalstabe» : v. Höser, Feldmarschall-Leutnant. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. 18. März. Da» Artilleriefeuer im Gebiete bei« derseit« deS Narocz-See« ist recht lebhast geworden. M» schwächlicher, nächtlicher russischer Vorstoß nörd-lich de« Miadziol-See» wurde leicht »bgewiesen 19. März. Die erwarteten russischen Angriffe haben auf den Fronten Drißwjattzsee—Postawy und deiderstit» de« Naroezsee« mit großer Heftigkeit ein» gesetzt. An allen Stellen ist der Feind unter außer-gewöhnlich starken Verlusten glatt abgewiesen wor-de». Bor unseren Stellungen beiderseits de« Narocs-see« wurden allein 9270 gefallene Russen gezählt. Die eigenen Berluste si»d sehr gering. Südlich de« «iSzniewsee« kam e« »»r zu einer Verschärfung der Artilleriekämpse. 20. März. Ohne Rücksicht auf die großen »erluste griffe» die Russen auch gestern wiederholt «it starken Kräften beiderseits von Postawh und zwischen Narocz- und Wiezni«w-See an. Die An-griffe blieben völlig ergebnislos In der Gegend »»» Tidsy stießen deutsch« Truppen »or und war- pe», die Bekleidung, die Tornisterbelastung, und bei »ledem scheint ihm die Uederlegenheit der fr»nzösi-sche» Schnellseuerkanone» al« einziger Lichtblick — >»d hierüber werden ihn die schweren Brummer vor verdu» wohl auch eineS Besseren belehrt haben. Sehr interessant sind alle Bemerkungen, die er über die Eigenarten der beiden Heere und deS deutschen und fr-nzösifchen Soldaten und Offizier« «acht, wenn ße auch, al« vom Standpunkte des Franzosen ge-sehen, nach unserer Meinung nicht immer richtig sind. Al« besonder« charakteristisch sei hier ein Ausipruch erwähnt, in dem er den Franzosen einen „Krieger", den Deutschen einen „Soldaten" nennt, und ein ver-gleich der Parade in Schlesien mit der Truppen-sch«» in Longchamp« — hie» werden die Truppe» bejubelt, kein Wort für Falliere«, dort gilt aller Anbei allein dem Monarchen. D«m Deutschen Kiffer »ri»gt Driant eine warme Sympathie entgegen; er «eint, der Hohenzrller »fürst müsse im Falle eine« Krieges alle Welt mit sich fortreißen und «l«ktri-ßere». Diese Erwartung hat sich ja nun allerdings gründlich nicht erfüllt. Die Zentralisierung deS deut-sche» Oberbefehle« im Kriege erscheint dem versaf-ser als verbürgunz deS Erfolges, wie er überhaupt die Ueberlegenheit der »ihere» deutsche» Chargen über die französische» Kommandostelle» »lS ein« »oll-kommene zugibt. W»« Driant in der Einleitn»z fti " »»heil- sen feindliche Abteilungen zurück, di« sich nach dem am gestrigen Morgen unternommenen Angriffe nahe vor'unserer Front zu halten versuchten; «in Offizier und 280 Mann von st«b«n verschiedenen Regimen-tern wurden dabei gefangengenommen. 21. März. Die Ruffen dehne» ihre Angriffe auch aus den äußersten Nordflügel au». Südlich von Riga wurden sie blutig abgewiesen. Ebenso an der Dünafront und westlich von Jakobstadt starke feind-lich« Erkundungsabteilungen. Gegen die deutsche Front nordwestlich von Postaiv») und zwischen Na-r»cz und Wi«zniewfee richteten sie Taq und Nacht besonder« starte aber vergebliche Angriffe. Die Ber-luste de« Feinde« entsprechen dem Masseneinsatz. Eine weiter vorspringende Ausbuchtung unserer Front hart südlich de» Naroczsee« wurde zur Ber° meidung umfaffenden FeuerS um «inig« 1000 Meter auf die Höhen bei BlieSueki zurückgenommen. Gegen Frankreich. Große« Hauptquartier, 18. März. Bei «ech-felnder Sicht war die beiderseitig« Kampftätigkeit gestern weniger rege. 19. März. Nordöstlich von VermelleS südlich de« Kanals von La Basiee nahmen wir den Eng-ländern »ach wirksamer Vorbereitung duich Artille-riefeuer und fünf erfolgreichen Sprengungen kleinere, von ihnen am 2. März im Minenkampfe errungene Borteile wieder ab. Bon der größtenteils verschütte-ten seindlichen Besatzung sind 30 Ueberlebende ge-sangengenommen. Gegenangriffe scheiterten. Die Siadt LenS erhielt wieder schwere« englisches Feuer. Während auch der gestrige Tag auf dem linken MaaSufer ohne besondere Ereignisse verlies, wurden Augnff«versuche der Franzosen heute früh gegen den „Toien Mann" und östlich davon im Keime erstickt. Auf dem rechten User steigerte sich die Artillerie-tätigkeit zeitweise zu sehr erheblicher Stärke. Gleich-zeitig entspannen sich an mehreren stellen südlich der Feste Douaumont und westlich de« Dorfe« Baux Nahkämpfe um einzelne BerteidigungSeinrichtungen, die noch nicht abgeschlossen sind. AuS der den Fran» zosen bei der Försterei Thiaville nordöstlich von Ba-donviller am 4. März überlassenen Stellung wur-den sie durch eine deutsche Abteilung gestern wieder vertrieben. Nach Zerstörung der seindlichen Unter-stände unter Mitnahme von 41 Gefangenen kehrten unsere Leute in ihre Gräben zurück. Die Eckun-dungS- und Angriffstätigkeit der Flieger wir beider-feit« fehr rege. Unsere Flugzeuge griffen die Bahn-anlagen an den Strecken Clermont-Berdun und Ep« nal Lure-Besoul sowie füdlich von Dijon an. Durch feindlichen Bombenwurf aus Metz wurden drei Zivilpersonen verletzt. Au» einem französischen Ge-schwader, da» Mühlhausen und HabSheim angriff, wurden vies Flugzeuge tn der unmittelbaren Umge-bung von Mühlhausen im Luftkampfe heruuterge-schössen. Ihr« Insasse» sind tot. In Mühlhausen fielen dem Angriffe unler der Bevölkerung 7 Tote und 13 Verletzte zum Opfer. In HabSheim wurde ein Soldat gelötet. 20. März. Durch gute Beobachtungsverhältnisse begünstigt, war die beiderseitige Artillerie- und Flie-gertitigkeit sehr lebhast. Im Maasgebiete und in d«r Woevreeben« hielten sich auch gestern die Artil- volle Politik der französischen Regierung schreibt, ist so bezeichnend, al« ob e» eine Prophezeiung a po-steriori wäre. Nur die Agierenden haben gewechselt. Sein Kassandraruf ist an die Adresse von Herrn George« Clemenceau gerichtet, der damal« an der Spitze de« Ministerium» stand. Dem „Angeketteten Menschen" dürste diese Reminiszenz freilich heute recht peinlich sein. Driant schreibt: „Die Pflicht besteht dann, die Wahrheit zu fa-gen, so hart sie auch sei. Hätten fcharfsichiige Fran-zosen vor 1870 »ller»rten dem Lande zugerufen: .Man stößt Euch in einen Abgrund, indem man Euch gegen Deutschland hetzt; die Armee ist nicht kriegsbereit, die Festungen sind leer, die Deutschen sind zehnsach stärker und zahlreicher wie Ihr", mit welcher Dankbarkeit hätte man ihre patriotischen Warnrufe anerkannt I Die Lage ist heute wieder die-selbe geworden; wa« sage ich, sie ist noch schlimmer geworden I Gewiß, wir haben Besestigungen, Proviant, ein Geschützmaterial, wie wir e» 1870 nicht hatten ; wir sind selbst in gewiffen Punkten besser ausgestattet, als unser« Nachbarn, aber da« moralische Element sehlt un«. Die frühere Organisation, Fuhrung und Disziplin haben wir nicht mehr. Unter solchen Umstände» in de» Kampf zu tre-ten, wäre ein verbrechen, da« an Wahnsinn grenzt. Nun, der augenblickliche Leiter der französischen Nummer Sz leriekämpse auf besonderer Heftigkeit. Um unser wei« tere« vorarbeiten gegen die seindlichen Verteidigung«-anlagen in Gegend der Feste Douaumont und de« Dorfes Baux zu verhindern, setzten die Franzose» mil Teilen einer neu herangeführten Division gege» daS Dorf Banx einen vergeblichen Gegenangriff an; »nter schweren Verlusten wurden sie abgtwiese«. Im Luftkampfe schoß Leutnant Freiherr von Alt-hau» über der seindlichen Linie von Lihons sein vierte«, Leutnant Bölke über dem Forstwald (am linken MaaSufer) sein zwölfte« feindliche« Flugzeug ab. Außerdem verlor der Gegner drei weitere Flug-zeuge, eines davon im Luftkampfe lxi Euisy (westlich de» Forstwaldei). die beiden anderen durch da» Feuer unserer Abwehrgeschütze. Eines der letztere» stürzte brennend bei Reims, da» andere, mehrfach sich überschlagend, in Gegend von Ban de Sapt, dicht hinter der feindlichen Linie, ab. 21. März. Westlich der MaaS erstürmten nach sorgsältiger Vorbereitung bayerische Regimenter und würtiembergische Landwehrbataillone di« gesamte» stark ausgebauten französischen Stellungen in und am Walde nordöstlich von Thavincourt. Neben sehr erheblichen blutigen Verlusten büßte der Fein» 3? Offiziere, darunter zwei Regimentskommandeure und über 2500 Mann an unverwundeten Gefangenen, fowie viel, noch nicht gezählte» Kriegsgerät ein. Ge-genftöße, die er ver uchte, brachten ihm keine V»r-teile, wohl aber weiteren schwere» Schaden. Oestlich der Maas blieb da» Gefechisbild unverändert. Der Krieg gegen Italien. 18 März. Amtlich wird verlautbart: Am unteren Jsonzo kam eS gestern nur bei Selz zu einem Angriffsversuche schwacher italienischer Kräfte, die an den Hindernissen abgewiesen wurden. Auch da« Geschütz-, Minenwerfer- und Handgranatenfeuer ging nicht über da» gewöhnliche Maß hinau». Ums» lebhafter war die Täligkeil der beiderseitigen Artil-teile in den Räumen von Tolmein und Flusch, sowie im Fella Abschnitt. Am Norbteile des Tolmeiner Brückenkopfes griffe» unsere Truppen an, eroberten eine feindliche Stellung, nahmen 449 Italiener (darunter 16 Offiziere) gefangen und erbeuteten drei Maschinengewehre und einen Minenwerfer. An der Tiroler Front fanden am Monte Piano, Col di Larni, bei Riva und in den Judikarien mäßige Ge-fchützkämpfe statt. 19. März. Die verhältnismäßige Ruh« am un-teren Jfonzo dauert an. Unsere Seeslugzeuge beleg-ten die italienischen Batterien an der Sdobbamün-dung wiederholt mit Bomben. Die Stadt Girz wurde vom Feinde neuerdings aus schwerstem Ka-Über beschossen. Am Tolmeiner Brückenkops fetzte» unser« Truppen ihre Angriffe erfolgreich fort, dran-gen über die Straße Se.o Ciginj und westlich vo» S. Maria weiter vor und wiesen mehrere Gegen-angriffe «uf die gewonnene Stellung ab. Auch am Südgrat de« Mrzli Brh wurde der Feind auS einer Befestigung geworfen; er flüchtete b>S Gabrije. Z» diesen Kämpfen wurdkn weitere 2S3 Italiener gefangengenommen. Die Artillerietätigkeit an der Kärn!nerfro»t steigerte sich im Fella Abschnitte und dehnte sich auch auf den Karnischen Kamm »u«. Die Dolomitensront, insbesondere der Raum Col di Politik, ich habe Clemenceau im Auge, denkt «» diesen K«mpf, da« wird sein ureigenster Krieg. I» Grunde genommen fürchtet er ihn ebenso »i« wir; fcnn auch er kennt die Militärverhältniffe de» Lande« ; aber er kann sich den Verpflichtungen nicht entziehen, welche er England gegenüber persönlich «i»-gegangen ist. — Der Verfalltag ist da, an dem vc seinen Wech'el einlösen muß. »nd dieser Skeptiker wird feine Umsturzlaufbahn damit beende«, da» Land um englischer Interessen willen in da» ungeheuer-lichste aller Abenteuer zn stürzen. Da« wird sei» letzter Spatenstich sein. Ich hade die seste Ueberzeugung, daß diese Zeit nahe »st. A» einem von König Eduard VII. festgesetzte» Tage wird der große Kampf beginne». Wir werden im Weste» gegen die Deutsche» dieselbe Rolle spielen, die die Japaner im Oste» gegen die Ruffen gespielt haben. Nur mit dem tln-terschiede, daß wir nicht wie di« Gelben Sieger ftin werden. Im übrigen wird es Engl«»d sehr gleichgültig sei», wen» Fr»nkr«ich bi» inS tiefste Mark getroffe» da»iederli«gt. — Mag England doch heute allei» unserem Feinde »on damal» (1870) gegenübertrete». Jeder, der diese Worte heute liest, wird jetzt die Tragik verstehen, die in de« Schicksal liegt, da« ftllMRK 33 Lastn, dann unsere Stellungen bei Mater im Su-ganatal und einzelne Punkte der Westtirolerfrout standen gleichfalls unter ledhaftem feindlichem Feuer. SO. März. Am Görzer Brückenkopf wurden ge-stern vormittag« die feindlichen Stellungen »et dem Südttll der Podgorahöhe in Brand gesteckt. Nach, mittag« nah» unsere Artillerie die gegnerische Front vor dem Brückenkopf unter heftige« Feuer. Nachts wurde der Feind aus einem Graben vor Pevma vertrieben, Die Kämpfe am Tolmeiner Brückenkopf dauern fort. Die gewonnenen Stellungen blieben fest in unserer Hand. Die Zahl der hier gefangen« genommenen Italiener stieg aus 925, jene der erbeuteten Maschinengewehre aus 7. Mehrere feind-liche Angriffe auf Mrzli Vrh und fort brachen zusammen. Auch am Rambon eroberten inscre Trup> pen eine Stellung; hiebei fielen 145 Italiener und zwei Maschinengewehre in ihre Hand. Die lebhafte Tätigkeit an der Kärntner Front hält an. Im Tiroler Grenzgebiet hielt der Feind den Col di Lanaabschnitt und einige Punkte an der Südfront unter Geschützfeuer. 21. März. Die Lage ist im allgemeinen unver-ändert. Feindliche Angriffe auf die von un« gewon-«e»en Stillungen am Romdon und am Mrzli Brh wurden abgewiesen. Am Rombon brachte eine neue Unternehmung 81 Italiener ein. Der Stellvertreter des EhefS de« Äeneralftabes: v. Höfer, Feldmarschall-Leutnant. Am Balkan. Die Berichte des österreichischen Generalstabe«. 21. März. Unsere Flieger erschienen nacht« über Flora lvalona) und bewarsen den Hafen und die Truppenlager erfolgreich mit Bomben. Sie kehrten trotz heftiger Beschießung unversehrt heim. Die Lage in Montenegro und Albanien ist unveränd.rt rnhig. Die Berichte der deutschen obersten Heeresleitung. 18. März. Südwestlich deS Doiran-See« kam es zu unbedeutenden Patrouilleoplinkeleiea 19. März. Die Lage ist im allgemeinen un-»erändert. Eine« unserer Luftschiffe hat in der Nachl zum 18. März die Ententeflotte bei Karaburnu süd-lich von Salonichi angegriffen. 21. März. Abgesehen von unbedeutenden Pa-tromllenkämpsen an der griechischen Grenze ist die Lage unverändert. Ereignisse zur See. 19. März. Am 18. März »ormittagS wurde unweit Sebenico unser Spitalschiff .Electra' von einem feindlichen Unterfeedo»t bei guter Eicht und hellem Sonnenschein ohne jede Warnung zweimal lanciert, einmal getroffen und schwer beschädigt. Ein Matrose ist ertrunken, zwei Krankenschwestern de« Roten Kreuzes stnd schwer verwundet. Eine krzssere Verletzung des Völkerrechtes kann man sich zur See kaum denken. Am gleichen Bormittag hat eine« un-serer Unterseeboote vor Durazzo einen französischen Torpedobootzerstörer Typ „Fourche" torpediert. Der Zerstörer sank binnen einer Minute. A. u. k. Flottenkommando. Veutfcke Wacht Seite I der Mann, der sie im Jahre 1906 schrieb, im Jahre 1916 im Walde von Taubes gefunden hat. Driant hatte einst geschworen, daß er im Falle ewes Krieges, wenn ihm die Ehre zuteil würde, ein französische« lerritorial-Regiment zu führen, vorher den Beschmutzer der französischen Fahne Gustave Herve erschienen lasse» würde. Dazu ist es nicht ge-kommen Im Gegenteil: eS ist anzunehmen, daß eher der geläuterte Gustave von der „Bictoire" und ebenso George« Clemenceau im ,Homme Enchaine* heute, wo der Verfalltag da ist, sich mit Wehmut de« Manne« erinnern, der an ihnen solches Gericht h,elt. Und der nun selbst für den Verlauf der Dinge, dem er sich vergebens entzegenstemmle. sein Leben ein» setzte, „als", wie er es vorausgesagt hatte. „BebelS Sozialdemokraten mit in den Reihen lagen, den Fin-ger am Abzug, und au nichts anderes dachten, als an da« Heil de« Baterlandes- und als „der sou-veräne Wille des germaniscken Cäsar allein aus dem ungeheuren Schlachtfelde herrschte . . Fliegerbomben auf Ostengland. 20. März. Ein Geschwader unserer Marine flug,euge belegte gestern nachmittags militärische Kn< lagen in Dover, Deal, RamSgate trotz starker Be schießung durch Landbatterien und feindliche Flieger ausgiebig mit Bomben. E« wurden zahlreiche Tref ser mit sehr guter Wirkung beobachtet. Alle Flug zeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt. Der Chef deS Generalstabes der Marine. Türkischer Kriegsbericht. Mitteilungen deS türkischen Haupt« quartier»: 19. März. Kaukas»«front. Am 16. März er-beutete» wir durch einen von unserem linken Flügel au«gesührten Gegenangriff zahlreiche AuSrüstungS-gegenstäude. Jrakfronl: Am 18. März warf eineS unserer Flugzeuge über Kut-el-Amara einige Bom-den ab, wodurch eine Kanone und eine Abteilung deS Feindes getroffen wurden. Im Lause eines Kamp fes am 18. März in der Umgebung deS Suezkanals mit einer feindlichen Abteilung machten wir fünf in-difche Soldaten zu Gefangenen. ÖfS Cillirr Sladlvcrschöne-Vt-Mi «-1 rungsvereines bei Spielen, Wetten und Vermächtnissen. Aus Stadt und Tanö. Todesfall Am 20. März ist i» Graz der Oberlehrer i. R. und Realilätenbesitzer Jakob Lo-benwei«. der Vater des hiesigen Lehrer« Max Loben-wein, nach kurzem schweren Leiden im 67. Lebens-jähre gestorben. Herr Jakob Lobenwein war allge-mein beliebt und wirkle in Graz seit 9 Jahren als Armenrat sehr ersprießlich. Seine drei Söhne leiste» derzeit Kriegsdienste. Soldatenbegräbnisfe In den letzten Ta-ge» sind nachstehende Soldaten, die hier an einer vor dem Feinde erlittenen Krankheit bezw. Verletzung ge-storben sind, am städtischen Friedhose zur letzten Ruhe bestattet worden: am 19. März Zugssührer Johan» Kaiser de« J.-R. 4, am 22. März Ins. Johann Kollau de« L.-J.-R. 3. Außerdem wurden am städti-schen Friedhose die drei Landsturmmänner Johann Damse de« J.R. 87, Josef Lipaj de« J.R. 87, Anton Giagnelio der hiesige» Sanitätsabteilung, sowie der Infanterist Cferomir Protiiy de« ung. H.-J.-R. 8, die hier Krankheiten erlegen sind, be-erdig t. Die neue Lichtspielbühne im Stadt-theater. Nun hat auch die Sladt Cilli ihr.Kino" erhalten zu Frommem aller, welche i» dieser ernsten Zeit Ablenkung und Zerstreuung für Auge und Geist finden wollen. Die Eröffnung der Lichtspieldühne kommt uns wohl gerade zur rechten Zeit, zumal die Theatervorstellungen außerordentlich selten stattfinden könne» und auch in nächster Zeit ihren Abschluß finden werden. Die Vorbereitungen für die Eröffnung haben wohl längere Zeit in Anspruch genommen, hauptsächlich deshalb, weil die Lieferung der Apparate unter den bestehenden Verhältnissen aus außerordent-liche Schwierigkeiten gestoßen war. Leider siel die Eröffnung gerade auf den wirklichen Einzug de» Frühlings, was für den Besuch freilich nicht befon-der» vorteilhast war. So verlief denn die Eröffnung«. Vorstellung vor den Augen eines nicht z» zahlreichen Publikums, das dennoch über das Gebotene außer« ordentlich erfreut war. Die Darbietungen waren außerordentlich gut. Sehenswerte Bilder aus dem großen Kriege wurden un» gebracht, welche von be-sond-rem Interesse in Bezug auf unseren neuen Ver. dündcten Bulgarien waren DaS „große Schauspiel", betitelt „Das Diadem im Strumpf" unterscheidet sich von den gewöhnliche» Kinodramen durch seine» wahrscheinlichen Inhalt, durch seine feine Jnfzenie-rung und besonder« dnrch die wirkliche Kunst der Darsteller. JnSbesonders wirkte die reizende Dar-stellung der Kinderrolle. Der lustige Teil der Spiel-folge brachte ein längeres, gut zusammengestelltes Stück „Der große Mann', das lebhafte Heiterkeit erweckte. Die nächsten Vorstellungen finden wieder kommenden SamSlag und Sonntag statt und e» soll zur Aufklärung der Bevölkerung mitgeteilt werden, daß die Lichtspieldühne nunmehr ei >e danernde Ein-richlung geworden ist und nicht nur aus die vergan-genen Spielabende beschränkt geblieben ist. Die Spiel-folge der nächsten Vorstellungen wird die öffentliche Ankündigung mitteilen. Wir hören auch, daß die Siadtgemeinde beabsichtigt, den in Cilli weilenden verwunderen und genesenden Soldaten einmal in der Woche den Zutritt zu den Vorstellungen unentgeltlich zu gewähren. Das Konzert der Musikkapelle de« Ersatzbataillons des Ins. Reg. Nr. 87 zu Gunsten der Stadtarmen a« 18. d. fand endlich vor einem ausverkauften Hause statt. S» hätte eS schon bei den vorausgegangene» Konzerten sein können u»d solle». Die Zuhörerschaft lauschte mit wachsender Begeisterung de» vortrc"!ichcn Dar-bietungen deS Orchesters unter der Leitung des hoch-verdienten Herrn Kapellmeisters Pinl. Mit Freuden konnten wir feststelle», daß die Musikkapelle unseres HauSregimente» seit der letzten Ausführung in jeder Beziehung bedeutend fortgeschritten ist. Zweifelos ist die Stimmung aller Mitwirkende« durch den An-blick und die Beifallsfreudigkeit de« vollen Ha»fes gehoben worden. Die eigentlich» Erklärung für die ganz besondere Güte der diesmaligen Leistungen aber ist gewiß darin zu suchen, daß es der kunstverstän« digen und rastlosen Arbeit de« Hcrro Kapellmeister« Pinl gelungen ist, das Orchester, sowohl wa« die Anzahl (52 !), al« wa« die Leistung«sähigkett der Mitwirkenden betrifft, auf das glücklichste weiter aus-zugestalten. Heute kann ohne Uebertreibung gesagt werden, daß wir ein Orchester vor un« haben, wel-che» auch sehr schwierigen musikalischen Ausgaben ge-wachsen ist. Den schlagendsten Beweis für diese Be-hauptung erbrachte Herr Kapellmeister Pinl durch die prachtvolle Wiedergabe deS Vorspieles zur Oper „Hänsel und Gretel" vo» Humperdinck und der Tonbilder au« Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg". Das Orchester offenbarte eine mächtige ausgeglichene Tonfülle, aus dem so unendlich reichen, scheinbar verwickelten und doch so durchsichtigen Ton-gtwede traten die Farben der instrumentalen Grup-pen leuchtend hervor. Jeder Einzelne gab sein bestes her, so daß sich eine stets wachsende, schließlich hm» reißende Gefumtwirkung einstellte. Den Höhepunkt bildete der feierlich mächtige Choral „Wachet auf", aus den Meistersingern, dieses unsterbliche Lied deut-scher Größe und Jnbiunst. Als der letzte dröhnende Beckenschlag aus dem C-dur-Akkord des ganzen Orchester« verhallt war, gab es einmütigen stürmischen Beifall. Zwischen Humperdinck und Wagner waren zwei lyrische Stücke des ja auch durch und durch germanischen Meisters Grieg eingeschoben. Daseien-artige Stück «Abend im Hochgebirge" atmet je^e in Urmoti»e» zum Ausdrucke kommende Stimmung, die ihren erhabensten Ausdruck in den späteren Werken deS Baqreuter Meister« (,Ri»g", „Teistan' letzter Akt) gefunden hat. Rühmend fei baS ausdrucksvolle Spiel des englischen Hörne» hervorgehoben. DaS zweite Stück, .An der Wiege" ist ein entzückende» Ding. Jeder Ton ist zarteste Fürsorge und Hinge-bung der wiegenden Mutter. Die beiden Stücke wurden so schön gespielt, daß ein 3. Grieg .Ases Tod" au» der Peer Gynt-Suite zugegeben werden mußte. Dieses Werk bietet in technischer Beziehung wenig Schwierigkeiten. Umso höhere Anforderungen stellt der Vortrag des von einem einzige», immer wieder« kehrenden, sich steigernden Motiv beherrschten Werkes. Das Orchester spielte auch „Ases Tod" i» mustergiltiger Weise. Den zweiten JTeil der Vortragsordnung leitete die zweite »»garische Rhapsodie von Liszt ein. I» rein technischer Hinsicht hat das Orchester gerade mit dieser Rhapsodie den Höhepunkt des ganzen Konzerte« erreicht. Liszt ver« langt von denen, die seine Werke wiedergeben, sast immer ein Höchstmaß von technischer Fähigkeit. Wir können freudig sagen, daß Herr Kapellmeister Pinl und seine Leute die Rhapsodie geradezu virtuos her-ausgebracht haben. Da glitzerte, krachte und prasselte es wie bei einem Brillantseuerwerk. Ein besondere« Wort der Anerkennung sei de« wackeren Solisten auf der Klarinette gewidmet. Die Zuhörerschaft spendete stürmischen Beifall. Al» Zugade ließ Herr Kapellmeister Pinl den von uns schon besprochenen von Schneid und Begeisterung erfüllten Marsch «Hurra in» Feld" unseres Eduard Jnterberger spielen. Die Zuhörerschaft erkannte den Marsch und bereitete dem Orchester und dem Tondichter eine vom Herzen kommende Ehrung. Die Darbietung »vn aus-gewählten Stücken aus der Oper „Hoffmanns Er-zählungen von Offenbach" zeigt wieder s» recht, welche musikalische Bollblutnatur der vielgeliebte und vielgehaßte Offenbach gewesen ist. Gerade in der jetzt so ost gespielte» Oper .Hossmauns Erzählungen' findet sich kein einziger toter Punkt. Alles ist echteste Musik, die immer wieder bezaubern muß, wenn sie so vorzüglich gespielt wird, wie »eulich. Herr Kapellmeister Pinl hat unseren Wunsch erfüllt und wieder eine eigene Tondichtung .Am Walde»« säume" zum Bortrage gebracht. Am Waldessäume ist ein herziges, vo» frischen Melodien überströmen-de« Tonbild. DaS Gedicht gab Herrn Kapellmeister reiche Gelegenheit, seine Borliebe sür einschmeichelnde Weisen un» überraschende Klangwirkungen zu be- Seite 4 Ke»chche Wacht Nummer 23 tätigen. Da» reizende, in sanftem PolkarythmuS da-hinschwebend« Werkchen gtfiel so, daß Herr Kapell-meister Pinl seinen von un» schon besprochenen und warm anerkannten fiebenbürgischen Walzer zugeben mußte. Der Walzer aus der jetzt so häufig wieder-aegtbenen Operette „Aus Befehl der Herzogin" von Granichstädten bildete den Abschluß de» Konzertes. Obwohl der Walzer sehr gut gespielt wurde, machte er doch vermöge seiner Armut an echter Musik wenig Eindruck, sodaß man sich wirklich fragen »uß, wie » möglich ist, daß diese Operette >o viele Aufführ-vngen erlebt. Der künstlerische Gesamteindruck des Abend» ist jedoch unter allen Umständen ein hervor-ragend guter gewesen und wir danken Herr Kapell-meister Pinl und seinem Orchester für ihre von so schönem Erfolge gekrönten Bemiihungeu, ganz beson der« aber für die Meistersingermusik, die allen deut-schen Herzen, die unter dem Drucke der schweren Zeit flehen, Augenblicke der Befreiung und Erhe-bung geschenkt hat. Warmer aufrichtiger Dank ge-bührt auch den zuständige» militärischen Stellen für die hochherzige Widmung de» namhaften Rein?rträg-nisse» zugunsten unserer Stadtarmen. Für die Stadtarmen. Der Reingewinn au» dem letzten Militärtonzert im Betrage von 407 Kronen 20 Helln ist dem hiesigen städtischen Armenfonde überwiesen worden, wofür den Beran-stallern der herzlichste Dank ausgesprochen wird, Anerkennung. Der ZahntechnikerSgattin Josefine Hoppe, Lehrerin an der hiesigen Hausfrauen-schule, die in verdienstvollster Weise an der Fürsorge für unsere vor dem Feinde stehenden Truppen durch Anfertigung von Kleider» und Wäschestücken sich be-tätigte, wurde vom LandeSschulrate die Anerkenung und der Dank ausgesprochen. Dr. Carletto Freyberger. zur Zeit in Militärdiensten in Leoben tätig, welcher, wie ja be-kannt, schon sehr hübsche Kompositionen ins Leben gerufen hat, wir erinnern nur an die Operette „Fatal" und da» Singspiel „Um Mitternacht", welch' beide Werke in wahrhaft künstlerischer Dar-bietung durch Frau Hanna Wrada-Halm, wie ge-wiß noch in angenehmer Erinnerung, im hiesigen Theater in Szene gesetzt wurden, hat neuerdings einen schneidigen Marsch versaßt, betitelt „Die Blu« menhunde", welcher in der Musikalienhandlung Hy-polit Böhm in Graz im Berlage erschienen ist. Mehlnot in Cilli und Umgebung. Die Mehlknappheit, die unter der Bevölkerung der Stadt Cilli und ihrer Umgebung seit mehr al» zwei Mo-naten herrscht, hat sich nun zu einer wahren Mehl-not verschlimmert. Die Bäckereibetriebe mußten zum Teil eingestellt, der Mehlv«rkauf in den Mehlver-schleißstellen eingefchiänkt werden. AuS anderen Ap-provisionierungSbezirken s'rvmen Scharen von Leuten in die Stadt, um ihren Bedarf an Mehl und Brot hier zu decken. Die Mehlnot ist auf mang.lhaste Getteidezuweifung an die hiesigen Mühlen zurück-zuführen. Konzert Nora Duesberg. Die kölnische Zeitung schreib«: „Die musikalische Gesellschaft führte an ihrem letzten Abend eine junge Geigerin auS Wien ein. Nora Due»berg, die da» Publikum im Sturm eroberte, besitzt eine ganz hervorragende, fein ausgefeilte Technik, die sich so spielend und mühelos gibt, wie e» nur ganz großen Künstlern eigen ist, die sich ganz ein» mit ihrem Instrumente fühlen. Der weiche, singende und doch bestimmte Ton, den sie ihrer schönen Geige entlockt, ist glockenrein und von berückender Schönheit; Temperament und mu> sikalifcheS Gesühl beleben ihren Vortrag. Der große Beisall veranlaßte sie zur Zugabe eineS reizend vorgetragenen TanzeS." DaS Konzert findet wie mehr-fach mitgeteilt, am 24. d. um halb 8 Uhr abend» im hiesigen Stadttheater statt. Der Kartenvorverkauf geht sehr lebhaft vor sich. ES sind nur mehr wenige Karten erhälilich und jeder, der diese wirklich her-vorragende Künstlerin hören will, sehe sich daher eiligst um eine Karte um. Der Kartenvorverkaus findet bei Georg Adler am Hauplplatz statt. Versendung von Kaffee nach Orten außerhalb Steiermarks. Nach der Ministerial-vervrdnung vom 8. Februar 1916 ist die Bersen-bung von Kaffee aus dem Kronlande Steiermark per Eisenbahn, Post oder Wagen an die Genehmi-gung der Statthaltern gebunden. Wie di« Statthal-terei un« mitteilt, werden von ihr jedoch Transport-bescheinigungen für Kaffeesendungen nach Orten außer Steiermark» überhaupt nur dann erteilt wtrdeu, wenn ein dringende» BersorgunzSinterefse eine» anderen KronlandeS vorliegt und amtlich nachgewiesen werden kann. Italienische Bomben in Trieft. Wie im Berichte der Obersten Heeresleitung bereit» verlaut-bart wurde, erschienen am 15. d. italienische Flieger über Trieft und warfen Bomben ohne jeden Erfolg ab. Schon am 24. Oktober 1915 hatten italienische Piloten durch Bombenwürfe auf Trieft Schaden an-zurichten und womöglich eine Verwirrung unter der Bevölkerung zu entfachen versucht. Damals wurden im Südteile der Stadt nacheinander vier Bomben abgeworfen, die einig« Spaziergänger töteten, andere verwundeten. Am Mittwoch verlief der italienische Angriff aus die Stadt ebenso ergebnislos. Glücklicher-weise fielen die Bomben diesmal an Stellen nieder, Sie gerade menschenleer waren, und richteten so Über-Haupt keinerlei Schaden an. Die Tätigkeit unserer Abwehrgeschütze veranlaßte die feindlichen Flieger, schleunigst in der Richtung auf Grad» zu »er« schwinden. Pflückt keine Palmkätzchen. Die Sal- wkidenzweige mit ihren schwellenden Kätzchen sind augenblicklich der beliebteste Zimmerschmuck. Jung und Alt schlevpt sie in großen Bündeln heim, die Marktfrauen bieten sie in Massen an. Wo nur ein Weidenbusch erreichbar ist, wird er von Spazier-gängern sei-er jungen Trieb- beraubt. Muß man diese Raubzüge schon in Friedenszeiten al» einen die Natur schändende« groben Unfug bezeichnen, so sind sie in der jetzigen Kriegszeit geradezu ein Ber-brechen an unserer BolkSernährung. Unter den man« nigsachen Ersatzmitteln sik die immer knapper wer-denden Fette und Süßstoffe steht der Honig an erster Stelle. Die Salweide aber ist die wichtigste Bienrnnählpflanze de» Vorfrühlings. Der in ihren männlichen, gelben Kätzchen aufgespeicherte Blüten-staub begünstigt die rasche Entwicklung der Bienen-Völker ganz außerordentlich. Daher sollten die Be-Horden, vornehmlich auch die Lehrer mit Nachdruck aus die Schonung der Salweiden hinweisen. (Tier-schutzoerein Graz, Wielandgasse 18.) Gefangenenlager Bedarfsartikel. Bei der Handelt- und Gewerbekammer in Graz erliegt di« LieserungSauSschreibung der B rwaltungSkommis-sion des k. u. k KriegSgesangenenlagers in Maut-hausen vom 9. d., die aus folgende Artikel lautet: Kistallsoda, Nähnadeln, Reisbesen, Rutenbesen, Schmierbürsten, Seist, Naphtalin, Schusterwerkzeuge und Schusterzubehör. Di« Anbotfrist läuft mit 25. März ab. Das Zeichen. Abends istS. — Bom Mondenschimmer Zart umsponnen Wald und Flur, Leise murmelt nur daS Büchlein Nicht zu stören die Natur. * Dort, wo an des Dorfes Ende Einsam die Kapelle steht, Weilt am Gnadenbild ein Mädchen Hingesunken im Gebet. ft .Schutze ihn. o heilige Jungfrau, Meinen Liebsten treu und gut, Der in fernen, heißen Kämpfen Wagt sein Leben und sein Blut. * Als er schied an diesem Orte Küßt er mich zum letztenmal, Heut' noch hör' ich seine Worte. Seiner Stimme trauten Schall: » Lebe wohl nun Heißgeliebte, Wahre Lieb und Treue mir; Und so ost Du mein gedenkest, Bet ein Baterunser hier! + Denn die Gnadenreiche gibt Dir Dmch ein Zeichen dann wohl kund, WaS ich tue. wo ich weile. Ob ich lebe zu der Stund. — • Fern nun ist er. — Jeden Abend Bet ich, kränze hier dein Bild. Ob er lebt, o laß michs wissen Durch ei» Zeichen, Zungfrau mild! — * Draußen säuseltö in den Blättern. Hingelehiit da« Mädchen steht Und am Firmament im Süden Sacht ein Sternlein niedergeht. M. Wambrechtsammer. Postsparkasse Nr. 36.900 oo Fernruf Nr. 21 oo k KmiMmhhriukmi Cclcj« Herstellung von Druckarbeiten wie: lverke, Zeitschriften, Broschüren, Rechnungen, Briefpapiere, Kuverts, Tabellen, öpeisentarife, Geschäfts-und Besuchskarten, Etiketten, kohn-listen, Programme, Diplome, Plakate Inseratenannahmestelle für die Deutsche Wacht Vermählungsanzeigen, öiegelmarken Bolletten, Trauerparten, Preislisten, Durchfchreibbücher, Druckfachen für Aemter, Aerzte, Handel, Industrie, Gewerbe, tandwirtschaft u. private in bester und solider Ausführung. :: Cilli, Rathausgaffc Nr. s ♦ ♦ ♦ ♦ Nummer 21 Nuchßanöknng Writz Nasch RathauS- », «« Rathaus gafft 1 . . SO IU! . . gafle I Schrifttum. „Die Mode für Alle" Nr. II, da» be- kannte und bewährte Modeblatt für die Familie, ist soeben erschienen. Datselbe bringt nur Wiener Mo delle und hat sich auch hinsichtlich deS Preise» den Kriegsverhältnissen am besten angepaßt. „Die Mode für Alle" enthält gegen 500 Modelle in Sommer-Neidern, Blusen, Röcken, Kinderkleidern, HauSllei-dern, Wäsche usw., davon ein großer Teil in den herrschenden Modesarben koloriert. Preis de» Hefiei Ä 1 50. Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage „Wiener Ehik" 18, Witihauer-gasse 17, gegen Voreinsendung des Betrage». gu Wehr und (Ehr Diese vaterländischen Dichtungen de» Grazer Schriftstellers Ernst Rilter von Dombrowski, die vor kurzem in zwölsier (41 bi« 45 Tausend) Auflage im Berlage Htppolyt Böhm, Graz, erschienen, wurden vom VortragSmeister Hugo Deiwel aus seiner BortragSre.se an der Front ge-bracht und fanden Überall begeisterte Aufnahme. Hugo Deimel leitete se.ne Vorträge „Der Krieg In ernsten und heiteren Gedichten und Geschichten* stets mit dem schlicht innigen „Dem Kaiser' ein. Gleichfalls ständig erschien im obigen Programm „Zenta", da» jetzt durch die Rückkehr der übriggebliebenen Eeehelden noch erhöhten Wert gewinnt und allent-halben tief ergreifender Wirkung begegnete. „Die roten Teufel", vor Erzherzog Josef zum ernen Male von Deimel vorgetragen, und zwar im Freien, in-mitten vorwiegend ungarischer Kämpfer, löite jubelnde Zustimmung au». So waren noch viele dieser Per-len österreichischer KriegSlyrik hervorzuheben, wie „Altösterreich", „AuSzugdeS Grazer HauSregimente»", «Der Mutter", „kindergebel", „Die niemand kennt". Zl. 2635. Kiuiittniichung. Neue Bestimmungen über die Beistel-lung von Kriegsgefangenen. Nach den vom k. u. k. Kriegsministerium mit dem Erlaß vom 10 Februar 1916, Zl. 3000, er-gllngenen neuen Bestimmungen für die Beistellung Kriegsgefangener al» Arbeiter werden diese in mo-bile und stabile Krieg»gesangenen-Arbeiterpartien un-lerschieden. DaS k. u.Militärkommando Graz hat mit Note vom 22. Februar 19l6, M.-A. Nr. 28022/Kgf. der Statthalterei mitgeteilt, daß an alle jene Arbeit« geber, deren Kriegsgefangene als stabile Krieg»-gefangenen ArbeiterPartien gelten werden, vom Militärkommando Graz eine besondere Zuschrift gerich-tet wird. Die Einbeziehung weiterer Kriegsgefangenen-Arbeiterpartien in die Gruppe der stabilen Krieg»-gefangenen Arbeiterpartien wird später seilen» de» Militäikommando» bezw. k. k. Bertellung»stelle für kriegSgejaugene militärischer Arbeiterabtrilungen und Bespannungen für die Lancwirtfchait in Graz, Mehl-platz 2 (Telephon Nr. 30u6, 3066) sukzesswe noch erfolge«. ES wird ausdrücklich darauf aufmerksam ge-«acht, daß alle nicht mittels Zuschrift de» Militär« kommandoS bezw. der Berteilungsstelle al» „stabil-bezeichneten Kriegsgefangene« - Arbeiterpartien als .mobil" zu betrachten sind. Dies wird zufolge Erlasse» der k. k. Statthat-terei vom 29. Februar 1916, Zl. 4 —679 W. M. — 1916 mit dem Beifügen verlautbart, daß alle Arbeitgeber, bereu Kriegsgefangene nicht ohnehin schon mittels direkter Verständigung vom Militär« kowmando oder von der erwähnten Berteilungsstelle al» stabile KrikgSgefangenen Arbeiterpartien bezeichnet find, um die Zueikennung dieser Bezeichnung unter folgenden Vorau»setzui,ge« ansuche» könn n: 1. Müßte über diese Kriegsgefangene« seinerzeit ein Bertrag noch Muster 1 oder 3 abgeschlossen worden fei»; 2. dürfe« solche Kriegsgefangene« auf keinen Fall für die Land- und Forstwirtschaft verwendet werden. Derartige Ansuchen si«d im Wege der politischen Behörde erster Znstanz, welche die Richtigkeit der da-rtn gemachten Angabe« und evrutueU ihr dieSbezüg-liche» Gutachten auf benselbe« zu vermerken hat, a« Deutsche Wacht „Nachher", „Herr Eugen", „Die Wacht am Meer", „Da» Adlerpaar". Auch die neueste Auflage dieses Werke» „Dombrowski" findet raschesten Absatz. Der Gesamterlös ist der Kriegsfürsorge gewidmet. Vermischtes. BulgarischeZukunstSaufgabe«. Der Generaldirektor der bulgarischen Post- und Tele-graphenverwallung äußerte gelegentlich seiner Anwesenheit in Berlin, Bulgarien werde seine gegenwär-ligen Post- und Telegraphenlinien infolge der au» dem Kriege sich ergebenden Verhältnisse bedeutend vermehren müssen, zumal ihm nach seiner Lage die große Ausgabe de» Vermittler» zwischen den Mit-telmächten und der Türkei zufalle. 63.000 Hunde in Wien. Vor kurzem ist die AuSfolgung der neuen Hundemarken, die be-kanntlich auS Eisen hergestellt sind, durchgeführt worden. Hiebei ergab sich da» bemerkenswerte Er-eignis, daß die Zahl der für ganz Wien in allen 21 Bezirken angesprochenen Marken mit rund 63.000 festgestellt «erden konnte. Hiervon entfallen auf die einzelnen Bezirke je mehrere taufend Marken, am meisten aus den 3. Bezirk (5000). Eine Südmarkortsgruppe in Wol» hhnien. Viele briefliche Grüße und Spenden au» dem Felde geben Kunde davon, wie treu die Süd-märker draußen ihre» heimatlichen Schutzvereinei ge-deuke«. Ein der nfreuendsten Beweise von südmär-kischer Treugelobung ist wohl die Zusendung eine» Gründerbeitrages durch die SüdmaikortSgruppe Luck in Wolhynien, die dort im Kaffee Rowno ihren sitz aufgeschlagen hat. Möge dieses Beispiel auf jene Volksgenossen i« Hinterland einwirken, die sich im Besitze irdischer Güter trotz der Schwere der Zeit in ihrem behaglichen Lebensgenüsse nicht beirren lassen. KriegSbiume. Der „Unterfränkische Schul anzeigen" fordert auf, in diesem Jahre überall Kriegs» das k. u. k. Militärkommando in Graz zu richte« und haben als Beilagen Namenslisten der betreffen» den Arbeiterpartien nach dem beim Stadtamte er-liegenden Muster zu enthalten. Die Ausfertigung dieser Namenslisten hat in drei Partien «nd nach evidenzzuständigen Lagern geordnet zu erfolgen, so daß für jede« Lager solche NamenSlisten in je drei Ausfertigungen gesondert eingeschickt werden. Diese sind mit größter Genauigkeit und in gut leserlicher Schrift auszufüllen. Da» Militärkommando behält sich vor. derar-tige Ansuchen ohne weitere Begründung abschlägig zu bescheiden. Im zustimmenden Fjlle wir- dem Arbeitgeber zugleich mit der Zuerkennung auch die nähere Bezeichnung der stabilen Kriegigesangenen-Arbeiterpartien bekannt gegeben werden. Stadtamt Eilli, am 10. März 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Zl. 2569/1916. Kundmachung. Anzeigepssicht für Erkrankungen an Schafblattern. Die Aerzte u«d Hau«hallung»vorstänbe und Schulleiter werden neuerdings daraus aufmerksam gemacht, daß mit Erlaß der ste^ermärtischen Statt-hallerei vom 12. April 1915. Zl. 11/692/1, die mit Gesetz vom 14. April 1913 für Infektion»-krankheilen vorgeschriebene Anzeigepflicht auf alle Er« krankungen an Schafblattern au»gedehnt wurde. Verletzungen der Anzeigepflicht werden im Sinne d<» § 39 obgenannten Gesetze» mit einer Geldstrafe von 100 Krone« oder mit Arrest bis zu acht Tagen bestraft. Stadtamt Eilli, am 15». März 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Zl. 168 b. K undmilchung. Laut Erlasse» de» k. k. Ministeriums de» In-«crn vom 25. Februar 1916, Zl. 5' 34 hat da» k. k. Ministerium für LanbeSverteidiguag i« seiner Zuschrift vom 3. Februar 1916, Präs. Nr. 1162, au»gesührt, daß mit der Bekleidung vo« kleinen Seite 5 bäume nach einer bestimmten Ordnung zu pflanzen. Jede» Bauerngut, au» dem ein Familienangehöriger in» Feld zog, sollte zur Erinner»ng an den Krieg, an die glückliche Heimkehr oder an den Heldentod de» Gatten, BaterS, Sohne« oder Bruder» einen Kriegibaum, und zwar möglichst einen Obstbaum, pflanzen. In der Schule soll die Anleitung gegeben werden, wie das am besten zu machen ist. Jede» Dorf soll ferner seine KriegSeiche als Wahrzeichen deutscher Kraft und Einigkeit erhalten. Treue über benTod hinaus! InOber-maiS bei Meran ist am 24. Februar 1916 der preu-bische Stab»arzt Herr Dr. Albert Hanckwitz gestor» ben. Laut letztwilliger Verfügung vom 31. Oktober 1915 hat der Verstorbene u. a. dem Bereine Süd-mark ein Vermächtnis von 3000 K bestimm«. Dir Staat»pensionisten und die Teuerung. Der Erste allgemeine Beamtenverein der öst.rr.-ung. Monarchie hat kürzlich an die k. k. Regierung neuerlich eine Eingabe gerichtet, in der gebeten wird, auch den im Ruhestande befindlichen Staatsbeamten und den Staatsbeamlenwitwen und -Waisen die notwendige Hilfe angedeihen zu lassen. Deutsche, unterstützet eure schutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen heraus-gegebenen WirtschaftSgegenstände (Zündhölzer, Seife u. dgl.) da« euch nicht« kostet und den Vereinen Nutzen bringt! Gebraucht fleißig die Wehrschatzmarken l Gedenket bei Wetten und Spielen der deutschen Schutzvereine Knaben in einer der Offizier«-Uniform vollkommen nachgeahmten Adjustierung ei« Unfug getrieben werde, der geeignet sei, da» Ansehen de» Offizier» zu ver« letzen. Da» Ministerium sür Landesverteidigung hat insbesondere darauf hingewiesen, daß da» Tragen einer dem goldenen Offizieri-Portepee nachgeahmten Säbelquaste, sowie von Offizier»bistinktivnen ganz und gar unstatthaft erscheine. Wenn auch die e-wähnte Unsitte häufig alt Ausfluß der Militärfreündlichkeit und de» Patriot!»-mu» ausgelegt werde, fei sie in den meisten Fällen lediglich derEitelk.it der Eltern oder Nachahmung»-sucht der Kinder entsprungen. E» wird hiemit die Bekleidung kleiner Knaben in einer der Ossizier»unisorm nachgeahmte« Ausstattung verboten. Ueberiretungen diese» Verbote» werden von de« verantwortlichen Personen nach 8 7 der kaiserlichen Verordnung vom 20. April 1854, R.-G.-Bl. Nr. 96 mit Geldstrafen von 2 bi« 200 K bezw. Arrest in der Dauer von 6 Stunden bi» 14 Tagen bestraft. Stadtamt Eilli, am 9. März 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Zl. 3300/1916. Kundmachung. Znckerverörauchsregelnng. Infolge Anordnung der k. k. steiermärkischen Statthalterei wird hiedurch zur allgemeinen Kennt-ni» gebracht, daß in den Städten Graz, Marburg, Eilli und Pettau in der Zeit vom 19. März 1916 bi» 15. April 1916 an ortsansässige Käufer in einer Woche nicht mehr als '/* Kilogramm Zucker gegen jede vorgewiesene Zuckerkarte verkaust werden darf. Uebertretungen dieser Verordnung unterliegen der Strafe im Einne der Verordnung deS k. k. Ha«delSministcrium» vom 10. Oktober 1914, RGBl. Nr. 274. Stadtamt Eilli, am 17. März 1916. Der Bürgermeister: Dr. von Jabornegg Seite 6 gknisriie Wacht Nummer 23 III. Kriegsanleihe. Die bei uns gezeichnete dritte 5l/t°/o Kriegsanleihe sowie die noch nicht abgeholten Einlage-bucher können gegen Rückstellung der Zeichnungsbestätigung oder des Yerwahrung««icheines Donnerstag den 23. März und den folgenden Werktagen in den Amtsstunden vormittags von 9 bis 12 Uhr behoben werden. Das persönliche Erscheinen der Zeichner ist notwendig. Die Stücke der Kriegsanleihe sowie die Einlagebücher werden über Wunsch der Parteien auch kostenlos in Verwahrung genommen und der Zinsscheineingang als Einlage gutgeschrieben. Für jene Parteien, welche die Anleihe oder die Einlagebücher nicht behoben haben, erfolgt diese Verwahrung von Amts wegen. Ciih, »m 22. uir. 1916. Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. Bequeme Schuttablade beliu Dnni|»f>»ngcwerk der Holzindustrie Karl Teppey. Ein wird zu kaufen gesucht. Anzufragen in der Verwaltung d. B). Str. Wohnung mit 3—4 Zimmern, Küche samt Zugehör zu mieten gesucht. Gefl. Anträge an die Yerw. d. 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Ausweis über die im städt. Schlachihause in der Woche vom 13. bi« IS. März 1916 vorgenommenen Schlachtung», sowie die Menge und Gattung deS eingeführten Fleisches. Name M Fleischers Friedrich Joha«n Manschet M riin Junger Ludivig . Jt»«4 Bernhard . Kossär Ludwig . Le loschet Jatod Puy'i Luise . . Pieviat Franz . Redeuitbegg Joses SeUat Frunz . . Slelzer Joies . . Suppa» Johann Sweitl Johann . Umeg^ KuZols . Gastiviue . . . Private .... Z H!?cdla«ht»ngen i» n»mm etiiJf« 8 *£> •*' Sä <3 ' !ji> a Ä -9 «• .S es , w 14) iß «5 a & £ , 'S 5 5 W «5 EingesührteS Fleiich in Silogramm ■e u p — £ , _ rt d •€? (D a « 'S - --B • S ' « »O co 248 6#rifiUihi ro, Perv^liurg. D:t-ck und Verlag: Beremfbudibnirfmi „C«l«ta" in Eilli. — Berantworllicher Leiter: Guido Echid!o.