H e r b st g e d a n k e n. ^Vlatterschmuck und Vlüthenkronen Bricht des Herbstes rauhe Hand, Nach des Südens milden Zonen, Ist der Vögel Zug gewandt. Lebet wohl! ihr holden Blumen, Und ihr, Sänger süßer Lust.' Nun, da Flur und Hain verstummen. Füllet Wehmuty meine Brust. Denn so welken uns're Fnuden Mit des Lebens Sommer hin; Wenn die Blüthentage scheiden. Uns dann Lust und Lieder stieh'n!, Schmücken sich im neuen Lenze Auch die Fluren frisch und jung. Welk doch bleiben unsre Kränze, Uns blüht nur Erinnerung. MathildeN......r. Vaterländisches. Erinnerungen an die Kriegsereignisse des Jahres 1813 in Illyrien. (Fortsetzung.) General Nebrovich befürchtete, den folgen» den Tag mit liebermacht angegriffen zu werden, und zog sich , um seinen Verstärkungen näher i zu kommen, auf den Bernberg, ___ eine schöne Stellung, zwei Stunden hinter Weichselburg, — zurück. Wirklich setzten sich die Franzosen schon am 1H< mit der Division Mareognet und vier Ba° taillons Garden gegen St. Marein in Bewegung und rückten biS Weichselburg, wo sie aber keinen Oesterreicher mehr fanden. Gen. Marcognet glaubte es nicht wagen zu können, die Oestei-reicher noch weiter aufzusuchen, und ging mit seiner Division am 15. nach Laibach wieder zurück, ließ aber, UM sich des Punctes zn versichern, die Garden bei Weichselburg, deren ersteS Treffen den Ort, wie das alte Schloß ober demselben besetzte, und sich links im Thale ausdehnte; das zweite stand eine halbe Stunde rückwärts auf der Straße nach Laibach, und hatte zwei Sechspfünder und eine Haubitze bei sich. Um aber den Franzosen nicht Zeit zu lassen, durch eine Vorrückung in die Flanken ihrer jetzigen vorgeschobenen Stellung sich festzusitzen, ward im österreichischen Lager der Entschluß gefaßt,, die Gar» den bei Weichfelburg in der Nacht vom 15. bis zum t6- zu überfallen, welchem zu Folge Oberst von Mi« lutinovich den Auftrag erhielt, mit dem Gradiska» ner-Bataillon den Feind in seiner rechten, wie der Major Nheinbach mit den Broodern in der linken Flanke zu umgehen. Gen. Nebrovich aber sollte mit sechs Compagnien Franz Carl, vier Compagnien St. Georger, zwei Escadronen Husaren, einer hzs-ben PositionS» Batterie und zwei Dreipfündern auf der Straße von Laibach in der Fronte angreifen, wie t Vergnügen die Emladung annahm. Der Tag des Concertes kam, aber Fiorillo war höchst niedergescplagen, denn er fürchtete seinen guten Namen durch das schlechte Spiel deSZöglinges einzubüßen, und nur ein Plan der Tochter deS Barons konnte »hn trösten. Die Hauptprobe war ungeheuer schlecht, aber die gut bezahlten Musiker fanden daS Spiel des Herrn Ba» ronS ganz ausgezeichnet, der sich dazu den Bogen Fiorlllos geborgt hatte, weil er glaubte, damit mehr le,sten zu können. Das Concert begann und die Reih« kam an den Baron. Z,emlich verlegen trat er vor und grüßte die vornehme Versammlung, die emen to'stllchen Spaß erwartete; aber der Baron spielte so gut, daß die Zuhörer vor Erstaunen ganz still wurden. Die höchste Begeisterung erregte er aber durch ein schmelzendes Adagio, und der Beifall wollte nach Beendigung desselben kein Ende nehmen. Der Lord wußte nicht, wie ihm geschah. Am folgenden Tage bemerkte der Bediente, welcher im Orchester aufräumte, daß der Bogen, mit dem der Varon gespielt hatte, ganz mit Talg bestrichen war. Im Erstaunen darüber trug er chn zu seinem Herrn, der sogleich Fiorillo rufen lleß, und zu »hm sagte: »Hier, mein lieber Fionllo, ist Ihr Bogen zurück, der mir große Dienste geleistet hat, denn ohne den» selben würde ich heute schwerlich zum Plä'sidenten des Oberhauses ernannt worden seyn. Ueberlassen S,e ihn wir als ein Andenken an «Lie, und neh» m.-n Sie von Mir dieseS kleine G.schenk." Damit überreichte er dem Künstler die Urkunde von e,ner lebensiänellchen Pension von 100 Pf. St. „Aber," fuhr er fort, »nun sagen Sie mir, warum der Bogen in einem solchen Zustande ist?" Fiorillo wagte nicht zu antworten. «L'eber Vater," sprach die Tochter des BaronS, „Fiorillo war hinter einem Schirme versteckt und er spielte, während dein Vo» gen keinen Ton den Seiten entlockte." Der Baron wurde nicht böse über diese List, fondern sagte viel» mehr: »Ich verdopple Ihr Pension, lilber FioriNo, wegen der List, diemeine Virtuosenehre gerettet hat. Aber ich sehe wohl, daß es sein Bewenden dabel haben muß, um mein Abenteuer nicht ruchbar werden zu lassen." Der Baron hielt Wort und rührte keine Geige mehr an. 3 « f a l l. Wie sonderbar oft der Zufall spielt, mag folgende buchstäblich wahre Anecdote beweisen. In» Waldhorn in LudwigSburg ließ an der t^bls ä'köts einer der Gäste ein seltenes Goldstück auf einem Teller die Runde in der Gesellschaft passnen, Wäh» rend einer um den andern das Goldstück betrachtete, sprach man über das Gepräge, das Alter u. s. f. dieser Münze, und kam so von einem Gegenstand auf den andern, ohne mehr auf den Teller mit dem Goldstück zu achten. Als aber endlich der Eigenthümer desselben besche,den um die Zurückgab» bat, da blickte Einer den Andern an. Man suchte nach und fand nirgends eine Spur von dem Goldstücke. Während dieser Scene, die für jeden Anwesenden elwaS Drückendes haben mußte, zeigte sich e,n Frem» der» der unten an dem T'sche saß, besonders betre» ten und in sichtbarer Verlegenheit. So dauerte dieß eine geraume Zeit fort und nachdem man sich in ollen Muthmaßungen über das Schicksal dieser Münze vergeblich erschöpft hatte, wäre man bei der immer steigenden Verlegenheit deS Fremden wohl am Enoe zu einer, für die Gesellschaft jedenfalls sehr unangenehmen Maßregel geschritten, alS plötzlich der Kellner mit demAuSrufe eintrat: »Hier ist daS Goldstück, soeben hat es die Magd unter dem zu spülenden Geschirr auf einem Teller gefunden." AllcS erholte sich wie» der frei athmend, auf dics.n unangenehmen Vor» fall, als der Fremde, zum erstenmal das Wort er» greifend, begann: «Meine Herren! Niemand kann sich wohl mehr über das Wiedergefundene freuen, alS ich, denn stellen Sie sich den merkwürdigen Fall var und denken Sie sich meine peinliche La» ge — ich habe dasselbe Goldstück, und zwar ganz aNein unter andern Sildermünzen in meiner Börse. (Bei diesen Worten zeigte er den Doppelgänger der Gesellschaft.) Der Gcdanke, bei dem Vorschlage einer allgemeinen freiwilligen Untersuchung, der zu erwarten stand, unzweifelhaft für den Entwender dieser Münze gehalten zu werden, und besonders alS ganz fremd, nirgends einen Ausweg oder eine Bürgschaft für meine Ehrlichkeit aufweis.n zu tön» nen, machte mich fast wahnsinnig. Die Redlichkeit 202 der Köchinn und ein glücklicher Zufall haben meine Ehre gerettet!" Gerührt drückte man dem Fremden die Hand, gleichsam als Abbitte für den unverschul» detett Verdacht. Feuilleton. (Das elektrische Fludium soll ÄgenS des Animal.MagnetismuS seyn.) Der Ein» sender eines Aufsatzes im „koelioswr vail^ ^.ävsr-ti«6i',« der sich F. I. Smith unterzeichnet, sagt, daß es ihm gelungen sey, mittelst der Electrisirma» schine die Willungen des thierischen Magnetismus zu reproduciren, und schließt aus den Resultaten seiner Experimente, daß die Electricität auch das Agens des thierischen Magnetismus sey. ^Tchon beim Beginne meiner vielfältigen Untersuchungen über die wunderbaren Erscheinungen des thierischen Magnetismus," sagt Mr. Smith, „drängte sich mir die Idee auf, daß die Agentien der Electricität und des Animal« Magnetismus mit einander verwandt seyn müssen. Dieß veranlaßte mich zu verschiedenen Experimenten, bei denen ich mich einer kleinen, gewöhnlich?« Elcctrisirmaschine bediente, und ich erzielte auf diesem Wege ganz dieselben Wirkungen, welche gewöhnlich durch die Manipulation und den Willen des Magnetiseurs in seinem Somnambulen erzeugt werden. Ich setzte mittelst d