H^44^ Freitag, 22. Februar 1889. 1U8. Jahrgang. Macher Zeitung. "e>Nl Hnltta.,^ ,'"^N ^^ "l» ,» 4 feilen »« lr.. »rös,«e v» ^««le « lr., bei «lt««n Wlebellelnnacn vl, /eile , k. Die „l!a»l>ach,l i<,nrben wurde l, 7 ^'"^' ^e bei diesem Anlasse u . ^fmerlsam,)^' "" die« nnr zu natürlich, schon freund und Feind erweckt. tuende snl^o ?'" "ls '«it Schonung auf das K.. segnen wl? - 'v?ndlnngslveise hingewiesen wurde. ^"NlNe. die N^. " ""^ russischen Blatte schon einer ^„'" "under zurücknnl^n^r Weise über die Vorgänge iu Budapest und die Consequcnzen, die sich nach der Meinung des erwähnten Journales daraus ergeben sollen, verbreitet. Ist nun freilich solchen Iournalstimmen auch nicht allzugroße Bedeutung beizulegen, so kann es andererseits dennoch nicht völlig gleichgiltig sein, wie man auswärts über die Budapester Vorgänge urtheilt, denn die Tragweite solcher Urtheile darf meist nicht nach der Richtigkeit derselben bemessen werden, sondern vielmehr nach dem Umstände, dass sie eben überhaupt gefällt werden. Aber auch abgesehen von den Ereignissen innerhalb der Grenzen unserer Monarchie selbst, sehen wir rings um uns mehr oder weniger beunruhigende Erscheinungen, welche auf latente oder offene innere Krisen hindeuten. Die Hauptstadt des unserer Monarchie verbündete!, Italien war vor kurzem der Schauplatz bedauernswerter Ausschreitungen, die aus Anlass einer Krise, des Zusammenbruches einer verwegenen Vauspcculation. entstanden, wie es scheint, von Individuen, die die Aufregung der Bauarbeiter zu ihreu eigenen Zwecken benutzen wollten, genährt wurden. Die Interpellationen, die infolge dieser Straßentumulte in dem Hause auf dem Monte Citorio an die Regie« rung gestellt wurden, hatten den Ministetpläsidenten Crispi bewogen, die Vertrau» nsfrage zu stelleu. Wenn nun auch der Regierung das Vertrauen votiert wurde, so ist es dennoch bezeichnend, dass ans solchen Strasien-scandalen sich sofort ich d A," ^ wesenreiches zu sehen. Frei-N°lden nicht über den 5 sten ^?u^^kter st sch^^nd sich das russische Leben in tz. Kln 60. Hra^? F"""" "st nördlich von diesem " D b"g. entfaltet "'"" ^"W" Eharkov und Ü?t^"den Ru"w«'5 ^" an Naturschönheiten so che i> die 2?^.^"",. Meiner Erinnernng leinet "«en Tb i, 5' """ Wochen, während wel-teich. > ewiqem <2^ ""iestätischm Kaukasus mit ^ rar^U"kränzte^.^^^u ^'0^"' die garten-vet°N?"en GH?°bl des Mirza. Schafft), die U"a N ^" ich S^..°"'!! Co'««« sowie d/e un. Bod Um» '" ^" "°"'" konnt. des besten, fruchtbarsten ^ ^nannte T?.l"lichm Nussland au«. Das "Nd >,'das heute s^'.?°lem. die schwarze E.de. ein >t "°i "'deren B'.b'e Kornkammer Nusslands ist Zebie ^^bersch^7t"^ltnlsseu es jene Europa's sein Eiid^ den Don. ^ ?"" '"östlichen Theile dieses >g auz ^iten Stuten s^ von diesem qegen "°h? a?^"° reicht" der ponw-kaspischcu Niede- "'" I"ß d « l?7' WM««, ansteigend, bis "« kaukasische», Riesenwalles herau, vor diesem in einen unmittelbar in das Gebirge hineinreichenden Waldgürtel von wechselnder Breite übergehend. Schon bei Rostov, dem mächtig aufstrebenden Han. delsemporium am unteren Don, sieht man sich in cine andere Welt verseht; der letzte Blick, den man auf die braunen Fluten dieses Stromes wirft, ist zugleich der Abschiedsgruß vou Europa. Diese Steppen zeigen schon ein rein asiatisches Gepräge; stehen sie ja doch auch in unmittelbarer Verbindung mit jenen unermesslichen Flächen von gleichem Charakter, welche sich von da au gegen Osten bis zum Fuße der centralasiatischen Gebirge ausdehnen. In der Kuma Manytsch.Niederung. einer orogruphisch gut mattierten Depression des Bo° dens zwischen der Don-Mündung und dem taspischen Meere, haben daher die Geographen an dieser Stelle die Grenzen zwischen Europa und Asien zu suchen und nicht in dem als solche vielfach angenommenen Haupt« lamme des Kaukasus. Hat man einmal die endlosen Steppen, welche den Reisenden auf so eigenthümliche Weise in den neuen Continent einführen, zum größlcn Theile hinter sich. grüßen nach tagelanger Bahnfahrt die eigenthümlich ge« formten Kuppen des Beschtau zu uus herüber, die gewissermaßen das Präludium des dahiuterliegenden Hoch' gebirgcs bilden, dann kommt wieder etwas Leben in die durch die Eintönigkeit der Gegend üb-rmüdete Phantasie. Das zunehmende Intercsft an der Landschaft steigert sich in raschem Maße mit dem Näherrücken an das Ge birge. und allmählich steigt dic Riestumaucr des Kau. tasus mit ihren blendenden Schnccqipfeln vor unseren erstaunten AlictVn empor. Noch weit mächtiger ,st aller> dings der Effect, wenn man. wie pester Zuschrift der «Pol. Corr.» zufolge haben die letzten Straßendemonstrationen die Wirkung geübt, dass sich die Consolidierung der Regierungspartei in beschleunigtem Tempo und durchgreifender Weise vollzogen hat und dass auch bei den besonneneren Elementen der Opposition eine unleugbare Ernüchterung platzgriff. Die äußerste Linke setzt ihre Wühlereien fort. Das Endergebnis der ganzen Campagne wird aber trotzdem kein anderes fein als eine fchwere Enttäuschung der Gegner Tisza's. (Hofprediger Stöcker.) In den letzten Tagen kam aus Berlin wiederholt und von verschiedenen Seiten die Meldung, dass Hofprediger Slöcker bei Hof in Ungnade gefallen und seines Amtes enthoben werden soll. Heute wird nun berichtet, dass diese Meldung wohl verfrüht ist. dass Pastor Stöcker sich aber allerdings die Unzufriedenheit des Kaisers zugezogen habe, welcher derselbe auch in der letzten Zeit wiederholt Ausdruck gsgben habe. (Aus Belgrad) wird telegraphisch gemeldet: Der König stattete vorgestern Ristic einen längeren Besuch ab. Nach dem Palais zurückgekehrt, empfieng der König denselben in Audienz. Gestern wurde er wieder zum König berufen. Man erwartet die Berufung Ristic' zur Cabinetsbildung; er verhält sich aber bisher noch ablehnend. — Die Verhandlungen des Handels-vertrags-Abschlusses mit Bulgarien wurden wegen bul-garischerseits gemachter Schwierigkeiten gegen die ser< bische Vieheinfuhr eingestellt. — Serbien creiert in Graz ein Consulat. (Frankreich.) Dem Präsidenten Carnot ist ss noch immer nicht gelungen, einen Mann zu finden, der sich der mit fast unüberwindlicher Schwierigkeit ver« bundenen Cabinetsbildung zu unterziehen geneigt wäre. Vorgestern empfieng der Präsident der Republik den Deputielten Tirard. jedoch nur, wie man glaubt, um seinen Rath zu hören. Man spricht wieder von einem Se„atoren«Cabinet unter Vorsitz des Senators Tessei-renc de Bort. Die lange Dauer der Cabinetsbildung beginnt in der Oeffentlichkeit verstimmend zu wirken. (Die Arbeiter-Unruhen in Italien.) Es mehren sich die Berichte über die zunehmende Arbeiterbewegung in den verschiedenen Städten Italiens, die einen entschieden anarchistischen Charakter trägt. Sowohl aus Mailand als aus Neapel kommen ungünstige Nachrichten. In letzterer Stadt musste zu zahlreichen Verhaftungen geschritten werden. (Verhaftung von Sofias.) Nach Nachrichten auS Constantinopel sind infolge eines Pamphlets, das, gegen den Sultan uild den Sch^k'ül-Islam gerichtet, erschienen ist. 23 Sostas verhaftet und nach dem Innern des Landes verbannt worden. Es sollen noch weitere Verhaftungen und Verbannungen nach. folgen. (Vereinigte Staaten.) Der «ellgemß Präsident der Vereinigten Staaten. Harrison, oei 4. März sein Amt in Washington antritt. Y« ' Cabinet nunmehr vervollständigt. Blaine ist Vt« secretär. d. i. Minister des Aeußern, der Ooumm» von Wisconsin, Rusk, Kriegssecretär. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben den "H benannten freiwilligen Feuerwehren in NiederWl Unterstützungen, und zwar in Wartmanstetten « Vroßschweinbarth in den politischen Bezirken ^" lirchen und Großenzersdorf je 80 fl. und M" ^ Hauhendorf und Engabrunn in den politischen -oez Korneuburg und Krems je 50 fl. aus AllcnM,' Privatmitteln allergnädigst zu bewilligen geruht- Se. Majestät der Kaiser haben. wie ° ungarische Anitsblatt meldet, für arme Schim'"^ Budapest 200 fl. zu spenden geruht. — (Die Bevölkerung der Erbe) V^ 3064 Sprachen aus der Erde und deren Bewohner^ kennen sich zu mehr als tausend Religionen. ^ ^ der Männer ist nahezu jener der Frauen gleich. ^ Durchschnittsalter beträgt 33 Jahre. Ein Viertel der bevöllerung stirbt vor erreichtem siebzehnten Leben l ^ Unter tausend Personen erreicht nur eine das Alte ^ 100 und nur sechs das Alter von 65 Jahren. ^, etwas mehr als eine Milliarde Menschen auf der davon sterben 35,214.200 jedes Jahr, 96.48"l ,^ Tag, 4020 jede Stunde, 67 in jeder Minute uno ^ jeder Secunde. Dagegen werden jährlich ^«Miite täglich 100,800, stündlich 4200 und in jeder ^ 70 Menschen geboren. Die Verheirateten sind lang' ^ als die Unverheirateten, die Mäßigen und Fle'M" ^ü länger als die Schwelger und Faulen, und die Angey ^, civilisierter Völker haben eine durchschnittlich läng ^, bensdauer als jene der noch uncivilisierten. ^^ h<,be« schen leben in der Regel länger als kleine. 3"^"" ^ den Männern gegenüber günstigere 2ebenscha"l ..^e Erreichung des fünfzigsten Lebensjahres, aber ulM > ^. nach demselben. Die Zahl der verheirateten zu "^ yB verheirateten Personen steht in dem Verhält"!'^. 75:1000. Die im Frühling Geborenen sind ">n ^ sterer Construction als die in den anderen I^Ml zur Welt Gekommenen. Geburt und Tob finden y in der Nacht als am Tage statt. . Mül' — (Bayreuther Bühnenfestspiell) ^F regent Luitpolo von Baiern hat, wie den '-" M< Neuesten Nachr.. aus Berlin mitgetheilt wird, a^. ^ü höchster Protector der Aühnenfeslspiele zu VaY""^ deutschen Kaiser eingeladen, mit ihm den d'H D-Vorstellungen anzuwohnen. Der Kaiser H^'«F H« Gatten, betrogen und deshalb Gift genommen y F die Frau stets tugendhast und fromm erschiene" gßei mehrere Kinder besaß, erregte ihr Selbstmo" M und ihr schließlich befahl, den schon bereitstes ^ ü" trank zu nehmen. Die Zeugin schwieg dann iV erst die neue Heirat löste ihre Zunge. ,^z , — (Die Schönheit«-Concurr^^ Trieft.) Das veranstaltende Comits gibt °" ^ henplacate, die mit dem Porträt einer p" hgss° Schönheit von Spaa geschmückt sind, belang W' Schünheits-Concurrenz in Trieft am 3- "" g. s^ stattfindet, und zwar wird das Fest Sonntag, ^tet,^ mit einem Vall im «Harmonia-Theater» e'NU h^ welchem sich auch die Schönheits-Concurrent"" ^ ligen werden, während Dienstag abends v» ^n zur Vertheilung gelangen. Für diesen Abend , ,g. ^ dem Concert, Vall und — Ucberraschunge" ^ t^ — (Der Jahrestag der SA M , Helgoland.) Der 9. Mai ist der 25. ^°^ l"^ für die österreichische Marine denkwürdige" ^M^ reichen Schlacht von Helgoland. In unseren <" ^.^l ^, finden Besprechungen statt zur Veranstaltung,^ digen, der Bedeutung dieses Tages entsp"" innerungsfeier. ^!^_Feitung Nr. 44. 351 ^. Februar 15W. I" »v7nian M^.^'^' Prinzen in Europa.) Nhne?««' He" ""den vier siamesische Prinzen, ihre A^s,,. '26 von Siam, in England eintreffen, um Nobit, U ^" vollenden. Sie heißen Kilyalara, ra^^^,°"°sal, Provi tvatim o on und Chi. chen "°^und sind 10 bis 13 Jahre alt. Alle sftre« !°>uot>l?n: Punzen werden von einem zahlreichen, lulge beal t -^"" "" Siamese» bestehenden Ge- 0blM^'^"^^renuungen in Paris.) UejcjM , "lchenverbrennung in Frankreich noch nicht ^re-Lack"l - '^ ""^ ^^ Crematorium auf dem Überreste '" ^°"^ vorläufig nur für die Leichenden letzte Hospitälern dienen sollte, wurden in s仫>ller ^^ehn Tagen zwei ganze Leichen nach vor-Dir tttte eingeholter Ermächtigung verbrannt, tzohne« k,,^ diejenige eines jungen Russen, eines allewm. r-Ialobi. Am 17. d.M. lam eine Wen«« 3' " ^"he, ^" Mutter des Gemeinderalhes ^ei Ttlin^ ^"^"nnung b" Frau Venon währte halb Stund ' ^nige des jungen Ialobi nur andert- Vlai^in/N"^ ^""°^^^ Parlament) wird im nehinen in, n? ^ in den Vereinigten Staaten unterer Union 5??°"^ welcher alle hervorragenden Städte "n dem m ^^ ""den sollen. 400 Personen werden "^Ausflug« theilnehmen. ^S<)nn°^^'endrama.) I" Paderborn schoss <>llf sei« "^° ber Maler Menle mit dem Revolver ""b vern,»n??^ ^"^ "ber seine dazwischentretende Frau sich der That 5"^^ lebensgefährlich. Darauf entleibte einen^?V^ Riesenstadt London) nimmt heute ^ und f. "h"lt von 700 englischen Quadratmeilen 260.000 cM.^69.000 Einwohner, unter welchen ^rberat m? °"" Länder sich befinden. Die Stadt ^" als .^^^bmisch-Katholiche als Rom, mehr Iu-^EchMp Palästina, mehr Irländer als Dublin, '""den iä^l-^ Edinburgh. Auf 8000 Meilen Straßen Häuser geb? ^ ^"^" "ue Straßen und 15.000 ^ C^mvoÄ. ^"ebla.) ist «Hamlet, in Anwesenheit ?'"»en. Der m? "" ungeheurem Erfolge in Scene ge> '^sl geleitet "'^" Thomas hatte die letzten Proben ^'^d^^«^^"^) Wie aus Paris berichtet ^'cht, ln k c»^l'Thurm die Höhe von 281 Meter '»" 10. U.,zf '5 nur 1i) Meter fehlen. Der Bau soll " I. fertig sei ^"^ Ausstellung pünktlich am 1. Mai U" Nesch^s" ^°sl.) Sonntagsjäger (der auf einen ^ -N°. gelnall. hat's ^cal- und Provinzial-Nachrichten. ^^"»esttia^^^""^" des Reichsrathes.) k " Specialdebai/?^ ^" Abgeordnetenhauses wurde 3""eichteru ' "° "er das Gesetz, betreffend die Ge- . "ungen ein. " Convertierung von Darlehens- Bei 8 1 beantragte der Ab- ^^ ^-"l e^ger die Ausdehnuna der Begun- stigungen von Hyftothelardarlehen auf alle Geldschulden, welcher Antrag mit 114 gegen 92 Stimmen angenom« men wurde. Bei ß 2 wandte sich Dr. Menger dagegen, dass die Begünstigungen erst dann eintreten, wenn die Herabsetzung des Zinsfußes mindestens ein halbes Procent betrage. Der Redner bekämpfte ferner die Bestimmung, wonach in der Conversions-Urkunde die Frist zur Tilgung des Darlehens nicht unter fünf Jahren festgesetzt sein dürfe, da in Oesterreich überall eine halbjährige Kündigung gelte. Dr. Menger stellte diesbezüglich Abänderungsanträgc. Der Abg. l'. Pscheiden trat dafür ein, dass die Begünstigung schon dann einzutreten habe, wenn die Herabsetzung des Zinsfußes mindestens ein Viertel-Procent betrage. Per Regie« rungsvertreter stimmte dem Vorschlage Bobrzynsti's zu, wonach der Zinsfuß um mindestens ein Viertel-Procent herabgefetzt und die Darlehensfrist nicht unter sechs Jahren festgesetzt sein dürfe. Die Abgeordneten Baron Sommaruga, Dr. Vareuther und Dr. Keil machen neuerliche Bedenken gegen das Gefeh geltend und stellen eine Reihe von Abänderungsanträgen, so dass schließlich der Referent Dr. Gniewosz den Antrag stellt, den Gesetzentwurf an den Ausschuss zur neuerlichen Berichterstattung zurückzuweisen. Dieser Vorschlag wurde angenommen und hierauf auf Antrag des Dr. Plener die Sitzung geschlossen. Die nächste Sitzung findet heute statt. — (Der erste Kammermusik-Abend.) Nach der drückenden Schwüle, welche infolge eines unheilvollen Ereignisses in den jüngsten Wochen alle Gemüther niederdrückte und den gänzlichen Stillstand fast jedes ge-fellfchaftlichen Vergnügens zur naturgemäßen Folge hatte, war es, wie so oft, wenn fchwere Bedrängnis unsere Seele umnachtet, die Musik, welcher das erlösende Wort zukam, und welche mit der Zauberwirlung göttlicher Harmonien versöhnt und uns wieder emporrichtet. Und so hat die Kammermusik unsere Gesellschaft wieder in ihren Bannkreis gezogen. Es war in der That ein wohlthuender Eindruck, den uns der gestrige erste Kammermusik-Abend machte, und wir begrüßten ihn, so wie man nach langer Trennung liebgewordene alte Bekannte beim Wiedersehen begrüßt. Allerdings sind in der Zusammensetzung des Streichquartetts seit dem letzten Kammermusik-Abende Veränderungen eingetreten, aber auch die neueingetretenen Herren haben sich in ihre Aufgabe hineingelebt, geführt von dem Meisterbogen unseres wackeren Concertmeisters Gerstner. An Stelle des Herrn Dr. Martin Ruch (zweite Violine) hatte Herr Dr. Adolf Hauffen die Liebenswürdigkeit, einzutreten, und die Stelle Luka's übernahm Herr C. Lasner, der neue Cello^Lehrer der philharmonischen Gesellschaft. Herr Dr. Hauffen ist uns schon von früher her als tüchtiger Violinspieler bekannt; Herr Lasner führte sich als Kammermusiker sehr vortheilhaft ein. Wenn wir auch mit unserem Urtheil über ihn noch zurückhalten wollen, so können wir doch schon heute eon« statieren, dass er ein über sehr schönes und correctes Spiel und über eine tadellose Intonation verfügt und sich der Aufgabe des Kammercellisten in discreter Weise unterzieht. Am Violapulte Moravec, am Clavier Zöhrer, die Primgeige in der Hand Gerstners — wir können getrost der gestern inaugurierten Serie musikalischer Ge< nüsse entgegensehen. Den Abend eröffnete Ludwig van Beethovens Sonate für Violine und Pianoforte (op. 12 in D-änr), welche die Herren Zöhrer und Gcrstner brillant vortrugen. Sie entfesselten nach jedem Sahe und zum Schlüsse förmliche Beifallsstürme. Franz Schuberts Streichquartett (c>p. 125 in ll8-^ "«es '"" - schwieg; ^ kommen^°^d.e Baronin und sah voraus. ha^her?? ^fang des Monats März war U^ "ach einer ziemlich leb- «V°b einen A"" derNaronin auf dem erstbesten « "heilt" ib'?" ^slieg und dem Kutscher den V"° zu U^ ^m hause der Marquise eben dem Gespräche. «? bch natirl^ ^nserrade gehabt hatte uud sich v ' bestand H,um Georgs de Listrac drehte. ^a!.>'Fr°u 3, .7^. ^ ^rauf. dass der Graf Kb ^ trinnm '^i^ '"""? Wen Namen ^g, U»N di. 3"hmen 5u V ' ""' " die Stellung der-°U»zu.'?^ war zu schlau. hMlelen; o wi, wanden hielt, vor dr Zeit ""tH< H dndUpl°ch. " nicht, 'fügte sich mel-r^ an. H K "ntrat. -Man sicht Ihnen l." verie' °enn Sie U "^ '""nem Cousin Listtac beth« ""N. Er eH/" "e gewöhnlichste Höflich- l°""en V?e. es nicht der Mühe wert. '"t seme Frau ihn verlassen hat. und Sie hielten es für angezeigt, seinem Beispiele zu folgen.» «Ich weiß, dass ich unverzeihlich handelte,» ent° gegnete Moulicres mit ungewohnter Sanftmuth. «Meine Entschuldigung brstehl darin, dass ich es nicht waqte, mich nach dem, was vorgefallen, bei Ihnen zu zeigen; ich sah voraus, dass Sie mich über die Ursache eines Bruchcs lxfraa/n würden, welchen ich lebhaft beklage, und ich hätte nicht gewusst, was ich Ihnen sagen sollte.» «Dic Ursachen kenne ich zweifellos besser als Sle! Um nach chronologischer Reihcnfola/ vorzugehen, war die erste dieser Thorheiten jene. dass Georges über« Haupt eine Sängerin geheiratet hat. Wenn man den erlauchten Namen Lislrac trägt, so schließt man keine Mesalliance, um eme flüchtige Laune zu befriedigen. Die zweite Thorheit liegt darin, dass er sich nach fünfjähriger Ehe in eine leichtfertige Perfon verliebte und sich außerdem als Zugabe an der Börse zugrunde richtete. Ich beklage ihn nicht; es geschieht ihm nur, was er verdient, und rechnet er darauf, sich zu ran» gieren, indem er mich beerbt, so macht er ganz und gar eine falsche Rechnung. Erstens beabsichtige ich trotz meiner hohen Jahre bei seiner Beerdigung zugegen zu sein, denn er wird sich ja doch eines schönen Tages eine Kugrl durch den Kopf jagen, und überdies weiß ich zweckentsprechendere Verweudmiq für mein Geld.» «Ich glaube, verehrte Frau. dass Graf Listrac noch gar nicht daran gedacht hat. Sie beerben zu wollen; es stehen ihm überdies „och reiche Mlttel zu Verfügung.» bemerkte MoulicreS. «Hm! Als ob ich die Verhältnisse nicht genau kennte, als ob ich nicht wusste, dass er nlchls m hr besitzt, dass er nur noch vom Spiele lebt und auf dcm besten Wege ist, seinen Namen zu entehren » «Man kann ihm wenigstens nicht den Vor» wurf machen, dass er seine Differenzen nicht beglichen habe.» «Ja, weil seine Frau ihr Palais verkauft hat, um ihn zu retten. Sie hat gchandelt, wie kaum eine zweite es thun würbe. Sie besitzt einen Takt und ein Ehrgefühl, von dem Georges keine Ahnung hat.» Moulicres sah die Marquise erstaunt an. «Woher wissen Sie das?» fragte er. «Aus ihrem eigenen Munde!» erwiderte die Dame. der seine Bestürzung sichtlich Vergnügen berei» tete. «Sie hatte mehr Rücksichten für mich als ihr nichtsnutziger Gatte; sie ist zu mir gekommen und hat mir alles erzählt.» «Wie, alles?» rief Moulieres, an die falschm Wechsel denkend, aus. »Ja. alles; den unverschämten Besuch der Baronin Benserrade. die Lügen Georges' und die unwürdige Komödie, welche er spielte, um sie zu bestimmen, dajs sie seine Schulden bezahle. Will man noch mehr oder — ist vielleicht noch mehr vorgefallen? Es würde mich dies durchaus nicht überrt'fchen!» «Nein. gnädigste Frau. es ist ohnehin schon weit mehr. als ich wusste.» »Ich habe ihr vollkommen recht gegeben, dass sie Listrac verlassen hat; was sie jetzt thut. dumit freilich biu ich weniger einverstanden. Ich hatte lhr gerachen, in ihre Heimat zurückzukehren, wo ste sehr qul mit d Wolkswirtschastliches. ,^ üllilmch, 20. Februar. Auf dem heutigen Marltr s«nb "s^ neu l 5 Waa.cn mit Getreide, 3 Wagen mit He» «:w " 19 Wagen und 2 Schiffe mit Holz. Durchschnitts-Preise. ss,lr fi.,lr, ^7^ Weizen pr. Heltolit. 6 — 6 «5 Vutter pr. Kilo . . ^ y.^ -> Korn . 4 50 4 85 Eier pr. Stück - > ^ «^ -Gerste . 4 33 4 70 Milch pr. Liter ..-— Rindfleisch pr. Kilo ^ A ^ -Halbfruchl .-------5>W Kalbfleisch ' ^A^ Heiden » 416 4 85 Schweinefleisch » ^«a^-Hirse . 4 33 5 40 Schöpsenfleisch ' ^A^-Kukuruz . 5 - 5 45 Händel pr. Stück > ^?! ^ Erdäpfel l 00 Kilo 2 23-------Tauben » ^ ^ ^ Linsen pr. Hcltolit. 12------------Heu pr. M.'Ctr. . FA^ Erbsen . 13------------Stroh . . - 2" Fisole» » 11------------Holz, hartes, pr. „ «5 ^ Rindsschmalz Kilo — 90------- Klafter 6 A ^ Schweineschmalz» —68-------—weiches, » ^ zs^ Speck, frisch. . — 52-------Wein, roth.,100Üit. ^ ^ zo> — geräuchert » — 70-------— weiszer, » ^^1^^ Verstorbene. ^, Den 2 0. sscbruar. Agues Rebernil, Stuben"" 60 I., Rain 20. Tuberculose. ^Ms' Den2l. Februar. Rudolf Aertnit. Schuhs Sohn, 2 Tage, Aemonastraße 10, Schwäche. Im Spitale: ,^ Den 18. Februar. Francisca Klobucar, MM' Tochter, 5 Mon., Leelampnia inlantum. ^, «.«Ml^ Den 18. Februar. Gertraud Nozman, IN^g Z' 65 I., Tubcrculose. — Josef Gregorin, Arbeiter, Lottozichung vom 2t). Februar. Vrünn: 7? 37 34 9 44^^, Meteorologische Beobachtung» in M^ T^ITVtg.! 72^-5 1 0-NOTMach bewM 0 . 21.2. N. 722 1 4-4 W. schwach h"^ ^" 9 »Nb.! ?23-7 -02 NO. schwach stewenye" ^>ü, Morgens bewbllt, tagsüber Aufheiterung. ^"ia0 ?5 starkes Thauwctter. Morgens einigemale leichter SM"'^ M> Tagesmiltel ber Temperatur —17", um 21' ild" ^^ male. ^—' Verantwortlicher Redacteur: I. Nagl i l^^^ 353 Course an der Wiener Börse vom 21. Februar 1889. ^b^ ^iumCou^la.., ^V^^tc,.«c.«n «225 «25. '^ İ««I«l?^lt?l 1«>0 st, 14« 5.» 147 5„ ^^,^,.^,,"il, 1«..5 1«^ ^««.> "'"'"' ' ""''" «"85 ! Oeld Wo« Grundentl.-Obliaationen (für 1W st, VM). !»°/„ galizlsche..... 104 5>« 105 - 5"/,. mährische...... 109 85 113 85 ü"/» »rain und Küstenland . . 10« —------- s>"/„ n«'ber0sterreichlschr . . , 109 — 110 — 5'"/,, strinscho...... 104'75 — — 5°/„ lroatischr und slavonische . 105 — ll)s,liü !>"/« Iriüsscr Än»a! . . . , l«4'7b N>5 !i5» ü«/,. uünarischs...... l!)4-?I> loü 2l» Alldcre öffcntl. Anlehen. Donau-«ea.'Lo6.— l<»7 Niilchs» dcv Stadt Oörz , . lll) — — - Anllhel! d, StllblnsMl'iübc Wien l!)5'5l) 105»!' Prüm. «»l, b. Ltablgem, Wien 1448b 144 bO NOrsenbau «nlelM verlos, 5»/« S5- »« - Pfandbriefe (für ,<«> st,). I Aubencr. allg. üst. 4"/„ V. . . l2l »,0 12L ilu dtll. . 4'/'//» . . , I«0'l,0 IUI - dtl», » 4°/„ . . . 8»'40 l>8»0 dtl>. Pram.'TchuIdvrrlchr. 2«/« lU4 i»l> 105 — Oes«. Hypolhelenbanl luj. 50«/„ IUI— —'— Oest, ling. «a»l verl, 4>/,°/o . 10I'7<) I02'1»> betto » 4°/„ . . 9» «0 IlX» — betto üujöhr, » 4"/„ . , 99«» 100'— Priolitllts-Oblisslltillnen (sür wo st,), sserd!nand«'«°rdl>ahi, !tm, 1»«/,°/<> - l00 80 I>«»,— Sübbahi, k 3«/u..... l4z«0 l4"/„..... 1Ll> 75» ILl Lü Unü'galiz, Vayn..... lu?»<> I0l — Diverse 3ose (per Stuck), kreditlose l<)0 N...... ,85__ i^.,.« «llaru L«Ie 4<> ft...... ,,.^,^ ^,^ 4"/„ Doiwli Dampfsch, ION st, . ,33—____ «aibacher Prä,», Änleh, 20 st, ..>,,.() ..4 _ Osener ilose 40 fi..... »4, _ «z _ Palffy iiose 4U st...... Ul-- ßi'ül) «otheil Ni-ruz, 0st, »es, >>., l<> fi, ,» _ ,9 z.9 Nudolpl, Uose IN st..... »»._ u» s.„ Salm iiose 4 st, . , j 5^25 5«.^ Vrw, Tch, d,«"/„PrHm,'3chulb versch, d. Vobenl-rebitaiistall , 17-. ,« ^. Van! - Actien (per Etücl). Vnnlo vest. Van! i!(iu fi. uo°/u V, i3«?u 12«' - Bankverein. Wieocr !0» fi, . . ,«»?«<««!»(, Bbnrr.Nnst, «st, «(«, ss, O, 4<><^ 2»!'7b L»8 — Erbl,Vl»st, s, Hand, u, «, l«<»fi, »lL 85 31« 50 Eredituaül, MUff, „ng. 8W fi. . »14 ü!» 215 — DcpoNlrnoaiil, «lla, !i(«> st. . l«u — l!»<» b0 e es.,Nbrüsl, ü!X) st. . 525'— 58» - «Air». u.Lassenv,, Wiener 2U0N.---------------- Hypotbclenl>,,0st,8— 70'— Veld Ware Länbrrbanl, »st, 80« fi, V. . . «8N75 88? - Oesterr. ungar. Van! N<>« fl. . »»5 — «»?-- Unionbanl 200 st...... L»0'5<> 83N'7b AerlehlKbanl, «Hg. 140 ss. . . I57-25 1l»» — Actien von Transport-Unternehmungen. (per Eliicl), Albrecht Bahn 8st. V. 195 7b 1W 8ü Bühm. Nordbllhn 15»st, . . . 8«l — 803 - ' Westliatü, 2 fi, «M. 9«8 - 9<>4 — dto. (lil. U,)20«st. . «25- 827- Donau - Dampfschiffsllhlt - Kes., oesterr. 5 DuzBobenb. ltis, V. 8«N fi. <3. 440 - 445 — Ferdinand« Äiorbt,. l»»00 ff. EM. 8äw 8^>8<> »al. Lndw, Ä, 200 fi, «M. 8l»l> 75 8l)? 85 Lcmli, - llzernow.' Iassy > Eisenbahn Oesellsch. Ä«> fi, L, , . 884 75 885 85 Lloyd,ösl,'!ing,,Irissl5U<1fi,VVl. 4l«'— 4!)s> -Orsterr. Nordwestb, 8U0 fi, Vilb. 188 75 182-85 bto. (lit, U,) 8UU fl, E. . . 802 85 202 b0 PragDuxerElsenb,'5Ufi,2ilb. 48- 45- Mubolph «ah» 8lw fi. Silber .----------------- Staatseisenblllin !iUU fi. Eilber 853 50^54 — Lübbahn 808 — Süd Nordb,«erb.«,80<)fl, 50 Un«,^ali». fi, 80« —------- «Schlöglmlihl., Papiers, 8U0 fl. 810 - 81« . «SleNrermüh!',Papiers,n.V.H. 18 187 5« Irisailer «ohlenw, el, 7u fi, . »u — 91- - Wafsenf. V,,Oesl.inWienI Wr. »außssellschaft 1l»4' — Devisen. Deutsche Plätze...... 59-«u b9 25 London........ l 81 15 III 45 Pari«......... 47 «u 47 V5 Valuten. Ducaten........ 5 S» 5 70 80 Franc« Stücke..... 9 57^ » s,9 Peutsche «eichibanlnolen . . 59 1?^ 59 8l» PaplerHiubel...... 1>L^ , z» Italienische Vontnottn (l»0L) 47 70 47ov