PrSnumerattons - Preise: Für Laibach: «auzjShrig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «lerteljährig . 2 „ io „ Monatlich. . . — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig............12 fl. Halbjährig............ 6 . vierleljiihrig........ 3 „ Für Zustellung in- Hau» diertelj. 25 k., monatl. 9 tr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Tj Lagblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurttckgesendet. Redaktion r Bahnhosgaffe Nr. 15. Expedtttons- * Jnferatei-Burrau: Longreßplatz Nr. 2 (Such* Handlung von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg.) JnserttouSpreise: gilt die einspaltige Petitzeile & 4 tr , bei wiederholter Einschaltung & 3 Ir. Anzeigen bis 6 Zeilen 20 h. Bei größeren _ , Öfterer Einschaltui chender Ra Für complicierten dere Vergüt«! Nr. 8. Donnerstag, 11. Jänner 1877. — Mmge»! Ernestus. 10. Jahrgang. Nationale Mageruse. Die „Agramcr Presse" tritt in ihrer heurigen sechsten Nummer als Organ der mit der äußeren und inneren Politik Oesterreich-UngarnS unzufriedenen Partei auf. Die Wünsche und Beschwerden dieser mit der Leitung der auswärtigen und inneren Angelegenheiten Oesterreich-UngarnS unzufriedenen Partei bestehen in folgenden Punkten: Fünf volle Jahre verträgt Oesterreich-Ungarn die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten durch den Grafen Andrassy, ein Beweis, daß Oester-reich-Ungarn etwas auszuhalten vermag. Die „Zeitungsjungen" haben dem „schönen Julius" zu einer großen Popularität verholfen; diese auf künstlichem Wege erzeugte Popularität ist jedoch nun verflogen, die Sympathien, die man dem »großen Diplomaten" entgegengebracht, sind nun erloschen. Diese fünf Jahre „Andrassy" haben Oesterreich entsetzlich ernüchtert, eine neue Auflage dieser Aera wünschen weder die Deutschen noch die Slaven. Die Frage: »Wer dann?" wird bereits heute in maßgebenden Kreisen erwogen; man weiß, daß die Dinge nicht weiter so sortbeftehen können, daß dies- und jenseits der Leitha das Sistem des Druckes und Majori-sierens, soll nicht Reich und Dynastie gefährdet werden, nicht länger mehr aufrecht erhalten werden könne, es ist ein sozialer und politischer Zersetzung--Prozeß in Sicht, der zu einem vollständigen ChaoS führen könnte. Der wiener Korrespondent der „Agramer Ztg.* ist der Ansicht, daß eine Aenderung platzereifen müsse, und stellt derselbe unter einem die Frage: „Wer wird der Retter in der Roth sein?" — Als Retter, als ein zweiter Messias wird Graf Stuft genannt. Gewisse Kreise begrüßen in dem Grafen Beust den Nachfolger Andtassy's und geben der Bemerkung Ausdruck, daß, wenn unter Hohenwart die Rufe nach nationaler Autonomie im Innern der Reiches nicht gar so extremen Charakter angenommen hätten, die Stellung Beusts unerschüttert geblieben wäre; unter Beusts Leitung hätte es nebst einem Ausgleich mit Ungarn auch einen ähnlichen mit den Slaven gegeben. (?) Graf Beust würde auch die Notwendigkeit der slavischen AuSgleichSfrage erfassen. Die Schwierigkeit der slavischen AuSgleichSfrage, die heute in maßgebenden Kreisen vielfach erörtert wird, liege in der Festsetzung jener Grenzlinie, innerhalb welcher fich daS Prinzip des Selfgovernments auf autonomer Grundlage entwickeln läßt, ohne die Ansprüche des Reiches zu tangieren. (?) In Wien soll ein großes föderalistisches Organ ins Leben gerufen werden, welches für dir Reorganisation der staatsrechtlichen Verhältnisse (?) in Oesterreich elntrettn wird; diese« Blatt soll auf l ib er a ler (?) Grundlage ruhen, sich von dem Ultramontanismus und Feudalismus trennen. (?) Eine zweite Klage erhebt fich gegen die an» geblich leidenschaftlich gewordene türkenfreundliche Stimmung, welche fich in Ungarn kund gibt und nahezu Oesterreich-Ungarn zum Kriege mit Rußland drängt. Ungarns Mission, für die Integrität des oSmanifchen Reiches rinzutreten, wird in schärfster Form gegeißelt. ES werden Stimmen laut, die sich dahin äußern, daß es den Jntereffen Un- garns besser frommen würde, die Bundesgenossen, fchaft mit dem im totalen Niedergänge begriffenen, in seinen Elementen zerfallenen, am Rande der vollständigen Auslösung stehenden (?) OSmanenreiche aufzugeben und ein Bündnis mit dem mächtigen, geachteten und gefürchteten, jederzeit verläßlichen (?) Czarenreiche anzuknüpfen. Diese Stimmen verdammen diese unglückliche (?) ungarische Politik, welche vom Nationalitäten- und Raffenhasse (?) geleitet werde. An leitender Stelle erhebt die „Agramer Presse-Beschwerden über die mannigfaltigen Fehler und Mängel, welcher fich die kroatische Landesregierung schuldig gemacht haben soll; in erster Reihe werden derselben Energielosigkeit und Langsamkeit (?) votgewotfen. Obgleich dem Lande Kroazien eine geringe Dosis Autonomie zugemessen wurde, hätte eine verständige und thatkräftige Regierung immerhin heilsame und nützliche Erfolge für da« Land erzielen können; überhaupt versäumte e« die Regierung, die Bestimmungen de» AuSgleichSgesetze« mit Ungarn im Interesse Kroazien» zu vcroerlhen, c» mangelte ihr die befruchtende Thatkraft der Initiative, es gebrach ihr an glücklichen Gedanken (?). DaS Zustandekommen von notwendigen neuen Gesetzen erstreckt fich auf Jahre hinaus, die Regierung schweigt zu der unberechtigten Aktion Ungarn» in der orientalischen Frage, die Organisation der Verwaltungsgemeinden harrt bereit» seit Jahren auf ihre Durchführung. E» ist zeitgemäß, von diesen Wünschen und Beschwerden Akt zu nehmen. Graf Andrassy mag während der Zeit feiner diplomatischen Actio», IeMeton. Das Geheimnis des rothen Hauses. Roman von Arnold Werner. (Fortsetzung.) Der Baron schritt rasch weiter und weiter, aber in der zwar sternenhellen, aber nicht vorn Mond erleuchteten Nacht und fich bald seinen entzückenden Träumen an Pauline hingebend, bald wieder mit innerem Grauen an den Bettlet denkend, hatte er nach Verlauf einer halben Stunde, von mehreren kreuz- und Querwegen getäuscht, fich so verirrt, daß er sich nicht mehr zurechtzufinden vermochte. Wer Auleuil zu jener Zeit konnte, wird da» leicht erklärlich finden. Die Umgebung desselben war in »och sehr primitivem Zustande; die Straßen trugen noch keine Namen und wurde» auch nicht durch de» blendenden Schein von Gasiaternen erhellt. Indessen dachte Herr von Morgan an das Sprichwort, daß alle Wege nach Rom und folglich auch nach Paris führen. Er fetzte also den einmal betretenen Weg munter fort, aber derselbe machte so viele Krümmungen und lief bald zwischen dichtem Gebüsch, bald zwischen Hecken und Steinmauern, welche unkultivierte Gärten umgrenzten, in Schlangenlinien hindurch *nd schien so endlos zu sein, daß der Baron mit Sehnsucht umherspähete, ob er nicht irgend eine menschliche Wohnung entdecken könne. Noch ein paar hundert Schritte weiter, und er hatte glücklicherweise eia Häuschen entdeckt, an» dessen niedrigem Fenster ihm ein schwacher Lichtschimmer entgegenfloß. „Wahrscheinlich eine Gärtnerwohnung," dachte er und ging auf die Hecke zu, welche da» kleine Haus von dem Fußpfade trennte. Er war nur noch einige Schritte davon entfernt, al» eine laute, aber traurige Stimme, die qu» dem offenen Fenster der im erbärmlichsten Zustande befindlichen Hütte kam, an fein Ohr drang. „O weh," murmelte er, „unter diesem niedrigem Dache hat da» Unglück feinen Wohnsitz auf-geschlagen. ES befindet fich ein Kranker oder ein lobtet in dieser jämmerlichen Wohnung." War e» Mitleid ober Neugier, was ihn unwillkürlich anttieb, fich bet Hecke so weit zu nähern, daß er bequem durch das offene Fenster in die enge, mit ärmlichem HauSgetäth versehene Stube blicken konnte? Genug, e» geschah. Sich über die Hecke beugend, begegnete ein trauriger Anblick seinem vorsichtig spähenden Auge. Auf einem dürftigen Lager ruhte ein blasses, ab gemagertes junge» Mädchen. Ein Mann mit grauem Haar kniete, feinen Rücke« dem Fenster zugewandt, vor dem Bette der Unglücklichen. Ein lautes Schluchzen entquoll feinem Munde; wahrscheinlich war er der Vater de» schwer erkrankten jungen Geschöpfe». 6t preßte, während et so bitterlich weinte, eine bet fast durchsichtigen Hände de» Mäbchen» mehrmals an feine Lippen. Bi» dahin hatte die Kranke geschwiegen. Jetzt hörte Hett von Morgan fit mit schwacher und weichet Stimme die rührenden Worte sprechen: „Weine doch nicht so heftig, mein Vater. Ich habe schon so viel gelitten, daß ich mich nach dem Ende meiner Leide« sehne. Der Tod wird mich davon erlösen und mich meiner verklärten Mutter zuführen. Weine nicht mehr, Gott ist gut, er wird Sorge für dich tragen." »Meine Tochter, mein arme» geliebte» Kind, sagte der Alte, indem er fich bemühte, fein heftige» Schluchzen zu unterdrücken. „O, mein Gott! baß auch da» noch übet mein Leben kommen mußte." manchen Fehlgriff zu bedauern haben, aber seine Politik ist eine offene, ehrliche, friedliche, echt österreichische; fie erfährt selbst im Kreise der in Konstanti-nopel tagenden Konferenzmitglieder volle Anerkennung; fie erfreut sich ungeachtet des Drei-Kaiser-bündniffeS einer Selbständigkeit, welche die russischen Prätensionen nicht in den Himmel wachsen läßt. Heute fühlt Oesterreich-Ungarn noch nicht das Bedürfnis, den Nachfolger Andrassy's auszusuchen. Da« reich«, einheitliche Oesterreich hat an der Last des ungarischen Ausgleiches hinreichend genug; es wäre weder dem Grafen Andrassy noch seinem Nachfolger in spe für einen Ausgleich mit den Slaven dankbar, es trägt keine Sehnsucht nach Geschenken der Danaer! Selfgovernment der Slaven und hsterreichifche Reichseinheil sind undenkbare Begriffe; sogenannte „staatsrechtliche" und verfassungsmäßige Institutionen oder Verhältnisse können nicht nebeneinander bestehen. Ein föderalistisches Blatt kann und wird niemals den Liberalismus predigen l Stimmen aus dem nationalen Lager schätzen die Macht der Türkei zu gering und jene Rußlands zu hoch. Der Glaube an die Brüderlichkeit, Civili-sation und Humanität des nordischen, absolut allein-herrschenden Kolosses erlitt in neuester Zeit selbst in südslavischen Ländern, namentlich in Serbien, einen großen, schmerzlichen Stoß. Jnbetreff Kroaziens wird e« Sache seiner Landesvertretung sein, jene Institutionen, welche dem Lande noththun und welche mit dem Verbände Ungarns korrespondieren, ins Leben zu rufen und durch innigen Anschluß an die ungarische ReichShälfte das Parlament dieses Reiches gefügiger zu gestalten. Durch Eintracht wachsen Staaten! Politische Rundschau. Laibach, 11. Jänner. Inland. In Böhmen sind im ganzen 33 Abgeordnetensitze erledigt. „P. Naplo" erfährt, Graf Josef Zichy, der gewesene Minister, sei zum österreichisch-ungarischen Botschafter in Konstantinopel ausersehen, nachdem Graf Franz Zichy, gleichwie Jgnatieff und Llliot, seine Stellung verlasse. „Hon" sagt: Wenn Rußland auch noch die letzte Karte ausspiele, werde unsere Monarchie als Schutzmauer und Vertreter der politischen Interessen Westeuropa'« nach Osten ihren Berus und ihre Pflicht zu erfüllen wissen. Wie Deutschland gesagt: „Sie sollen ihn nicht haben :c.,‘ so werde Oesterreich den Russen den Besitz der Donau nicht gestatten. Der ungarische Reichstag ist zur nächsten Sitzung auf den 20. Januar einberufen. Ein Mi nisterrath hat stattgefunden; derselbe beschäftigte fich mit, laufenden inneren Angelegenheiten, nicht mit der Bankfr^ge. In eingeweihten Kreisen ist von der Reise der österreichischen Minister nach Budapest und von der Wiederaufnahme der Verhandlungen augenblicklich nicht« bekannt, jedoch wird betont, die Entscheidung ei in der allernächsten Zeit zu gewärtigen, weil die Regierung mit dem persecten Ausgleich oder mit bestimmten anderen Anträgen vor den Reichstag treten will. Unter den siebenbürgischen Rumänen oll die Agitation gegen Ungarn eine sehr lebhafte fein. Au-lavd. Die Wahlen für den deutschen Reichstag haben begonnen. Die Zahl der Reichs-tagsmitglieder beträgt nach Meldung der „Voss. Zig." 397, die absolute Majorität bilden also 199. Rechnet man nun die erledigten Sitze bei denjenigen Parteien, welche dieselben zuletzt besaßen, so gruppiert sich der Reichstag: die revolutionäre und contrareoolutionäre Opposition 137 Stimmen (1 Däne, 14 Polen, 15 Elsässer, 9 Sozialdemokraten und 98 Ultramontane mit den Welsen); liberale Gesammtpartei 199 Stimmen (1 Sonnemann, 37 Fortschritt, 14 fortschrittliche Wilde, 147 National-Liberale, 8 national-liberale Wilde); konservative Gesammtpartei 61 Stimmen (31 Freiconservative, 22 rei.i Conseroative). Somit braucht der Fortschritt nur etwa 12 Sitze zu den bisherigen zu gewinnen, um für die Entscheidung der Mehrheit mitbestimmend in allen Fragen zu werden, in welchen auch das Centrum sich in der Opposition befindet. In Frankreich fand die Eröffnung der ordentlichen Parlaments-Session statt. Nach Constiluierung der Burcaux werden vorauSfichilich beide Häuser die Sitzungen aussetzen und erst im Februar wieder aufnehmen, um inzwischen den be> treffenden Kommissionen Zeit zur Vorberathung der eingegangenen Vorlagen zu lassen. Die serbische Regierung hat den in serbi schen Kriegsdiensten stehenden russischen Oberst Stenko nebst einem Major nach Celinje geschickt, angeblich um mit dem Fürsten Nikolo Verabredungen für den Fall der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zu treffen. Die neuerlich modifizierten Vorschläge der Kon ferenz lauten, wie die „Budapest» Korr." er fährt, wie folgt: 1. In den insurgierlen Theilen der Türkei werden im Sinne der Andrassy'schen Dezembernote die in derselben beantragten Reformen durchgeführt und die Ausführung derselben der Kon trole einer Konsulnkommission unterstellt. 2. In den betreffenden Provinzen hat die Pforte, und zwar nach eigener Wahl und ohne Beeinflussung der euro päischen Mächte, lebenslängliche, christliche Gouver neure zu ernennen. 3. Die Pforte soll au« Einheimischen eine neu uniformierte regelrechte Gendarmerie errichten, die von fremdländischen, von der Türkei anzustellenden Offizieren unterrichtet, und befehligt werden soll. 4. Den mohamedanischen Bewohnern sollen die Waffen belassen, aber zugleich auch allen Christen gestattet werden, Waffen zu tragen. 5. Die Souveränetät der Pforte wird in einem besonderen Akte ausdrücklich anerkannt. 6tenS Montenegro erhält als Gebietserweiterung vier Bezirke, und zwar drei in der Herzegowina und einen in Albanien. 7. Das bisherige Verhältnis Serbiens bleibt aufrecht erhalten. Die Frage Klein-ZwornikS wird von einem gewählten besonderen Schiedsgerichte entschieden. lieber die am 8. d. stattgefundene Konferenz berichtet „Reuters Office:" „Die Delegierten der Pforte haben die Einsetzung einer internationalen Kommission und die Vorschläge bezüglich einer anderweitigen Einleitung Bulgariens absolut abgelehnt, dagegen sich nicht ebenso absolut ablehnend zu dem modifizierten Vorschlag über die Ernennung der Gouverneure verhalten. Von den Delegierten der Mächte sei keinerlei Ultimatum überreicht worden, auch sei keine Entscheidung erzielt worden. Die Konferenz werde voraussichtlich im Laufe der Woche ihre Thätigkeit schließen." Die in Rom einlangenden offiziellen Nachrichten aus Konstantinopel find sehr ernster Natur. Sie melden, daß wahrscheinlich die Delegierten Konstantinopel resultatlos verlassen werden. Der Abbruch der Konferenz sei unvermeidlich. Die Türkei schlug die Einsetzung einer europäischen Konsulat-Kommission vor, welche die Ausführung der türkischen Constitution in den slavischen Provinzen zu überwachen Hütte. Die Vertreter der Mächte lehnten diesen Vorschlag ab und bthanten auf ihren eigenen gemilderten Propositionen. Zur Tagesgeschichte. — Novara-Expedition. Bis heule find volle zwanzig Jahre verflosien, seitdem auf Beseht des Kaiseraus Beranlafsung des damaligen Marine-Oberkommaudanten Erzherzogs Ferdinand Maximilian, nachmaligen Kaisers von Mexiko, die ersten Vorbereitungen für die Expedition der österreichischen Fregatte „Novara" getroffen wurden. Am 30. April 1867 hat das Schiff, von Triest aus» laufend, feine Reise um die Erde angetreten. Na» einer zwar nicht gefahrlosen, aber ohne ernstlichen Unfall durch-geführten Reise kehrte die kaiserliche Expedition am 26. August 1859 wieder glücklich in die Heimat zurück. Sie hatte im ganzen 61,686 Seemeilen zurllckgelegt, 551 Tage unter Segel und 298 Tage vor Anker zugebracht. Die Gesammt-fumme der Auslagen, einschließlich der Kosten der Aus- Er erhob sich plötzlich und wandte fich um, sich die Augen zu trocknen. Der schwache Schimmer der Lampe fiel auf sein G-sicht. Paul Morgan wich er-schrocken zurück. Dieses in Thränen gebadete gefurchte Antlitz — er hatte es erkannt. Dieser Vater, der so bitterlich am Krankenlager seiner sterbenden Tochter weinte, der ärmer als der «ermste in ganz Paris zu sein schien, eS war derselbe Mann, der dem Banquier Valserres am Morgen zuvor drohend zugernsen hatte: „Du wirst dich ruinieren!" ES war Simon, der Bettler, dem ValserreS vor zwanzig Jahren verächtlich die Thür gewiesen. Da» Herz des BaronS war beim ersten Anblick des Unglücklichen von Mitleid erfüllt gewesen. Er hatte die Absicht gehabt, in die Hütte einzutreten, den Unglücklichen Geld anzubieten und sie mit Worten des Trostes aufzurichten. Sobald er Simon erkannt, dachte er nicht mehr daran. Von unbeschreiblichem Schrecken ergriffen, wandte er fich um und floh in dir Nacht hinaus. III. Nachdem Paul Morgan fo schnell, als die Dunkel-. heit es erlaubte, ungefähr eine Viertelstunde Weges zurückgelegt hat, blieb er plötzlich stehen. Er hatte das Pfeifen der Lokomotive vo.i dem Eisenbahngürtel her gehört, der damals schon Paris umgab. Jetzt wußte er, wo er war. Damit war ihm auch die Besonnenheit zurückgekehrt. „Thor, der ich bin," murmelte er lächelnd. „Wenn meine Freunde aus dem Klub mich hätten so laufen sehen, wie würden sie über mich gespottet haben." Eine GaSlaterne bezeichnete den Weg und das Rollen des Zuges erinnerte ihn, daß die Zeit der Fantome und der Leute mit einem bösen Blicke längst entflohen war. Indem der Baron sich nach der Eisenbahnstation begab, dachte er: Ich hätte nie geglaubt, daß mein künftiger Schwiegervater bis zu solchem Grade abergläubisch sein könnte. Doch ist es wol der Vor wurf, den er sich macht, daß er dem armen Teufel einst das Brod geraubt hat. Das war hart, sehr hart, und Simon rächt fich nun auf feine Manier, indem er feinen alten Feind durch Drohungen und Unglücksprofezeihungen zu erschrecken sucht. Uebri gen« scheint mir der sogenannte Unglücksprvfet nicht so böse, wie Herr von ValserreS glaubt. Ein Mensch, der an dem Bette seiner sterbenden Tochter kniet und weint, als wenn ihm das Herz brechen wollte, hat noch nicht allen menschlichen Gefühlen entsagt. Ja, man kann die Vaterliebe göttlich nennen. Es war einfältig von mir, daß ich, als ich ihn erkannte, davon rannte. Ich hätte lieber dort eintreten und meine Börse dem Alten in die Hand drücken sollen, um das in der Hütte herrschende Elend zu lindern. Aber was in dieser Nacht nicht geschah, konnte ja am ändern Tage geschehen. Er hatte von der Geliebten die Erlaubnis erhalten, am nächsten Morgen nach der Villa zurückzukehren, und zwar noch früher als gewöhnlich, zu der Zeit, wo er im Verborgenen zu ihrem Fenster hinauf zu seufzen pflegte. Ein edler Vorsatz erfüllte feine Seele. „Ich will," sagte er zu fich selbst, „die Hütte, in der Simon mit seiner kranken Tochter lebt, wieder aufsuchen, für einen Arzt sorgen und der äußersten Noth der Unglücklichen nach Kräften abhelfen, ohne daß Herr von Valserres und Pauline etwa« davon erfahren sollen." Paul Morgan, gutherzig, wie die Mehrzahl der jungen Leute, die ihr Vermögen zu verschwenden pflegen, fühlte fich beruhigt und dachte nur noch an da« Glück, das ihm Pauline nach kurzer Zeit als Gattin gewähren würde. (Fortsetzung folgt.) tüfiung des SchiffeS und dessen Herstellung für die Zwecke der Expedition, betrug 616,560 fl. 6. SB. Der Bericht, welcher Sr. Majestät dem Kaiser erstattet wurde, erwähnt in aussllhrlichstir Weise der wissenschaftlichen (Erfolge der Expedition und der mit derselben in Zusammenhang stehenden Publikationen. Die Reisebeschreibung der Expedition hat bereits fünf Auflagen erlebt und dürfte in 29,000 Exemplaren verbreitet sein. Die wissenschaftlichen Resultate der Expedition wurden auf Staatskosten unter Leitung der kaiserlichen Akademie der SBifftnschaftcn und unter Aussicht des Staatsministeriums veröffentlicht. Die Herausgabe eines chromo-litografischen Albums, in welchem die unvergleichlichen Skizzen des leider fo früh verstorbenen hochbegabten Malers der Expedition, Josef Selleny (t 1875), zum Gemeingute aller Wissens- und Kunstfreunde hätten werden sollen, wurde zwar wiederholt angeregt, konnte aber leider Nicht zur Ausführung gelangen. In feinem Nachlasse befanden sich nicht weniger als 946 Blätter mit Skizzen und Zeichnungen, welche aus die „Novara"-Expedilion Bezug haben. Die gesammten Publikationen der „Novara"-Expe-dition bestehen aus acht selbständigen Theilen, die zusammen 3 Octavbände und 18 große Quartdäude mit 229 Tafeln ausfüllen. Außer diesen offiziellen Publikationen sind zahlreiche einzelne Aufsätze über naturwissenschaftliche Resultate der „Novata"-Expedition noch in den Schriften der kaiserlichen Akademie ver Wissenschaften und anderen wiffen-schaftlichen Journalen erschienen. Die Kosten dieser Publikationen beliefen sich bis Ende November 1876 auf 125,894 fl. 500 Exemplare wurden an wissenschaftliche Institute und zahlreiche Gelehrte vertheilt. Der Verkauf von über 1000 Exemplaren ergab ein Brutto-Erirägnis von 38,240 fl., Womit ein Theil der «osten der Herausgabe gedeckt wurde. — Musikalisches. Im wissenschaftlichen Vereine zu Berlin hielt Professor Dr. N a u m a n n aus Dresden einen Bortrag übet „Zukunftsmusik und Musik der Zukunft.' Der Redner stellte zunächst die Frage auf, ob denn irgend ein Grund vorhanden (ei, mit unfern größer» Mustlern, als deren letzten er Beethoven bezeichnet«, zu brechen, und wenn diese Frage verneint werden müsse, woher dann die Unzufriedenheit stamme. Auf ein goldenes Zeitalter jeder Kunst erfolge stets eine Periode des Nach-lassens der «rast, der Erschöpfung; den Meistern, den Pro-gonen folgten stets die Epigonen. Alles Epigonenthum habe stets das dunkle Gefühl einer Abnahme der Jtunjl, und der Einzelne rette sich dadurch, daß er das Geschaffene negiere und etwas neues an seine Stelle zu setzen suche. In den letzten drei Jahrhunderten lasse sich ein viermaliges Epigo-tienthum nachweiseil; im 16. Jahrhundert eines tu der Malerei und eines in der Musil, im Anfang dieses Jahrhunderts in der deutschen Literatur und schließlich das musikalische unserer Tage, dessen Hauptvertreter Richard Wagner, Franz Liszt und Heltor Berlioz seien. Allem Epigonenthum sei es zunächst gemeinsam, den letzten der großen Meister zu den Ihren zu zählen; sie berufen sich jedoch dabei auf Einzelheiten, während sie das eigentliche Wesen de« Meisters verkennen und somit einer einseitigen Auffassung huldigen. Weitere charakteristische Eigenschaften der »Nachgedotnen" find (»dann der Hang zum Weltschmerz, ein Sinnen und Träumen nach dem Grenzenlosen, ferner ein Mangel an Verständnis für einfache Schönheit der Form und schließlich das Hervortreten eines bewußten Selbstgefühls. Unter steter Begleichung mit den Epigonen Michel Angelo's und den Romantikern als „Nachgebornen" unserer -großen Dichter suchte Redner die Zukunftsmusik als ein Epigoiiemhum zu bezeichnen und unsere klassische Musik als die der Zukunft hinzustellen. — Weltausstellung in Paris. Der französische Minister für öffentliche Arbeiten erließ ein Dekret, welches die Frachtsätze für die zur Weltausstellung bestimmten Gegenstände regelt. Der Eisenbahntarif wird für Wagen, Thiere und rollende« Material auf die Hälfte und auf einen Minimalsatz von vier Cents per Tonne und Kilometer herabgesetzt, wogegen die Gesellschaften oon jeder Verantwortlichkeit für Unfälle befreit sind. Für Objekte von einem Gewicht von mehr als 10,000 Kilogramm oder von einem Umfange, welcher über die Grenzen des BefördernngSrnaterials hinausgeht, bleiben besondere Preise Vorbehalten. Der Transport vom Bahnhof in Paris nach dem Ausstellungsgebäude kostet, wenn der Aussteller ihn nicht selber besorgen will, 10 Francs per Tonne. Die Rückbeförderung nach Ablauf der Ausstellung erfolgt unter denselben Bedingungen. Lola!- und Provinzial-Angelegenheilen. — (Der Herr Landespräfident) begab sich gestern in dienstlichen Angelegenheiten nach Wien. — (Eine GemeinderalhSfitzung) findet Freitag den 12. d. M. im hiesigen Magistratssaale statt. Tagesordnung: I. Bericht der P o 11 z e i s e c ti o n: 1. übet eine Petition der Greisler um Aufhebung bet Vor» kflujeverbotee; 2. übet die einzuführende sanitäre Uebtt» wachiing der hierortigeu Pferdemärkte uub die Honorierung dieser Ueberwachung; 3. über btn städtischen JahreSfanität«-berichl für 1875; 4. über die angeregte Erhöhung der Hundetaxc. II. Selbständiger Antrag de« Herrn GR. Franz P o i o i n t k zu einer möglichst billigen Regulierung btt vernachlässigten Ufergelände des gaibachslufse« uub de« Grs-dafchjabache«. III. Selbstständige Anträge de» Herrn GR. Regali: 1. über die Kultivierung eines städtischen Grundstückes auf dem Schloßbetge nächst dem Orel'schen Besitz-thume; 2 übte die Errichtung gemauerter Buben für Fleischet unb für andere Gewerbe am rechten Laibachufer in der Schulallee. IV. Berichte derPerfo » al - unb Rechts-f e c 11 o ii : 1. über bie Besetzung einer städt. Feuerwächier» stelle; 2. übet die Bewilligung der normalmäßigen Pen-fivn an die städtische Feu?rwächter«witwe Maria Dermota; 3. Uber bie behuf« bet heutigen Ergänzungöivahlen zum Auefcheiben gelangenden Gememberälhe. V. Bericht der >baufection: 1. über die Zahlungsanweisung für die Emsriidung des städtischen Depoiplutzes in der Begastraße; 2. über bie Zahlungsanweisung für die Banherstellungen au dem, dem iletat vermieteten städtischen Aichanttsgebänbe; 3. übet bie Zahlungsanweisung stir bie Straßenkanäle in der TrteftrrfUaße unb in bet Beethoveugasse; 4. über ba« Ergebnis bet Offtrlveihunblutig betreffs be« Neubaues bet unteren Grabasajzabiüde. VI. Berichte ber S ch ul s ec ti o n: 1. übet bie Bewilligung einer Remuneration für ben im Jahre 1876 ettheilten Religionsunterricht au bet Excurcenbo-Schule auf dem ttatolinengruntie; 2. über bie Präsentation be» Frl., Marie Krafchner zur befiniliveu Lehrerin an bet städtischen Mädcheu-Bvlksschule; 3. über bie Bewilligung einer Subvention au bie evangelische Schule für das Jahr 1877; 4. über bie Verleihung zweier städtischer Kaiser Franz Jofefs-Stifiplätze an Studierende. VII. Berichte bet Finanz» fection: 1. über die Kostenpossieiung für bie Rattenvet-tilgung im städtischen Schlachthaus- unb über die bem Ge-sällspächter wegen Schlachtgebtthrenentgange« zu leiflenbe Vergütung; 2. über die Zahlungsanweisung der Sonfer-vationskoften beS Realfchulgebänbe« im Iahte 1876; 3. über bie angefnchle Aufnahme eines Diurnisten für bas Magi-stratsixprbit auf 3 bi« 4 Monate; 4. übet ba« Gesuch der städtischen Feuerwächter um eine BrennholzanShilse. — (Wünsche unb Beschwerden.) Sestern in der siebenten Abenbstunbe trafen in der Bahnhosgasse in bet Strecke vom Hause bes Hrn. Slivat bis zum Gasthause „zur Bereinigung" vier Tvrswagen nnb 3 Fiaker zusammen unb sperrten die ganze Passage. Diese unangenehme Situation wurde durch den Umstand, daß die Laternen dort noch nicht angezündet waren, auch für Paffanten sehr gefährlich. — In der engen Barmherzigergasse verkehren schwer- und breit» beladene Wagen unb hindern den Verkehr der Fußgeher, der überdies durch die unreinliche Haltung dieser Gaffe gestört wird. — Aus die in der gestrigen „Laib. Ztg." inbetreff bet verzögerten Knochenabfuhr enthaltene lange „Erwiderung" haben wir nur bie kurze Entgegnung zu bringen, daß bie betreffenbe Beschwerde von zwei ehrenwerthen, wohlbekannten, geachteten unb vollen Glauben verdienenden Männer» angeregt wurde. — (Die „Laibacher Schulz eit u ng") offeriert in ihrer heurigen ersten Nummer ihren Lesern den Nachweis, daß sie während ihres vieljährigen Bestandes ihrem Motto: „Förderung bet Interessen bet krainifchen Schul-lehrerhaft unb Hebung bes krainifchen BvlksschulwesenS auf Grund des ReichS-volksschulgesetze«" getreu thätig war. Der Leserkreis dieses Fachblattes erfuhr im Heimatlande und auch außer den Grenzen KrainS erfreulichen Zuwachs, das Blatt selbst beifällige Aufnahme. — An zweiter Stelle bringt diese Nummer die in der 219. Sitzung bes Abgeordnetenhauses vom Abg. Herrn D e s ch m a n n gehaltene Rebe zum Budgetkapitei „Volksschulen." — »n dritter Stelle finden wir einen Botttag bes Hern, I, Schmidt über „Schulsirafen," in welchem betont wirb, baß eS der Lehrer verstehen müsst, durch freundliche, wolwollende und nach- sichtige Behandlung Disziplin zu halten; durch körperliche Züchtigung und Schimpfworte würben Körper unb Beist ber Schüler abgestumpft. Redner verwirft selbst Drohungen, ba« Stehenlaffen, Hinansschicken unb Knieenlaffen der Kinbet. An biesen, in ber am 3. b. stattgefundenen Vereins» Versammlung bes krainifchen LandcSlehtetveteines gehaltenen Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Debatte, alS bereit Re-ultat bet Beschluß hervorging, baß bei einer allfälligen Wiedereinführung der körperlichen Züchtigung in ber Volks» chule bas Recht ber Bestrafung mit Derselben nicht bem einzelnen Lehret, sonbern nur bet Lehterkonsetenz, beziehungsweise bem Lehret gemeinschaftlich mit bem Ottsschulrathe znzngestehen sei. — An vierter Stelle folgt bet Text bet Denkschrift bes ersten Wiener LehtetoereineS „Die Volkschule" über Rettungsanstalten für verwahrloste Kinber. Diese Schrift empfiehlt die Grünbung solcher Anstalten, um dem Müfsiggange vorzubeugen. — Dieser folgt eine Rund« chau auf bte Schulgebiete in Steiermark, Niedetöstetteich, Obetöstetteich, Böhmen, Schlesien unb in ber Türkei. — Aus bet Serie ber Lokalnachrichten Über Veränderungen im Lehrstande, über Lehrer-Ernennungen, LanbeSfchnl», LanbeS« ausschuß. unb Gemeinberaths- Sitzungen, Kinberfeste, Institute, Anstalten, Schulnachrichten, Stipendien, Spenden und aus den Original-Korrespondenzen heben wir folgende hervor: 1. Herr August v. F l a d u n g, früher Bezirks» hauptmann für Umgebung Laibach, derzeit Regierungsrath, erfährt für seine Thätigkeit im BezitkSschultathe Landbezirk Laibach wohlverbiente Anerkennung. 2. Der ktainische Landes» ausschuß gab seine Zustimmung, baß die zweiklassige Volksschule zu Oberlaibach zu einer vierklassigen erhoben, baß in Tschetnembl eine zweiklassige Mäbchenschule errichtet und baß bie Behalte ber Lehrerinnen aus 500 fl. unb 450 fl. festgesetzt, baß der Behalt des Lehrers an der Volksschule zu Wocheiner-Feistriz von 400 fl. aus 450 fl. erhöht, endlich daß der Witwe deS Lehrers Krombholz zu Bistriz bei Tscher-nembl aus bem Lehrerpenstonssonbe ein« Gnabengabe von 40 fl. bewilliget werde. — 3. Da» Mädcheninstitut Zollern« dors wurde nach 25jährigem Bestände aufgelaffen. — 4 Die hiesige Kleinkmder-vewahranstalt feierte das Christfest in erhebender Weise, bei welchem 60 Knaben und 80 Mädchen mit kompletten Anzügen betheilt wurden. — Zum Schluß finden wir in dteser »tummer: Mannigfaltiges, eine Bücher* schau, eine Revue über erledigte Lehrstellen in Arain, Kärnten, Steiermark unb Nieberöjlerreich. — (Aus ben Nachbarlänbern.) Die Bauernvereine in Steiermark entfalten eine erfreuliche Tätigkeit, sie lassen bie Lvckpfeifen ber Klerikalen unbeachtet unb stellen für bie bevorstehenden Landtagswahlen liberale Kandidaten auf. Weiter» beschäftigen sich dieselben mit der Gründung eine» Vereine? zur Schlichtung von Bauern» streitigkeiten nnb mit Maßregeln zur Hebung ber Viehzucht. — Schulfreunde in Markt Tüffer arrangierten zum Vortheile armer Schulkinder eine Theatervorstellung, welche einen Reinertrag von 11)0 fl, abwarf. — Der Kaiser bestätigte bie Wahl bes «gramer Bürgermeisters Dr. Stank» Andrijevik. — Der Kasinoverein in Klagenfurt veranstaltet vier Gesellschaftsbälle. — DaS Theater in Klagenfurt wirb für die nächste Saison renoviert und mit 48 Sperrsitzen vermehrt werden. — In Klagenfurt wird ein Erziehungsverein für Kärnten gegründet. — Die gurket Diözese zählt 255 besetzte unb 11 unbesetzte Pfarren, 58 besetzte und 29 unbesetzte Euratien, 68 besetzte unb 93 ««besetzte Kaplaneien, 11 besetzte unb 10 unbesetzte Benesizien, 366 Weltpriester, 16 Ocbenspriester, 74 Priester in vetfchiebenen «erntet», 32 Pensionisten und Desicienten, 989 Kirchen unb Kapellen. — (Flüchtiger Ge f a n g e n au fs e he r.) «m 1. b. M. verließ, so erzählt die grazer „Tagespost-, der beim Kreisgerichte ffiilli bedienstete Gefangenausseher Boriup, nachbem er noch seinen Monatsgehalt bezogen, seinen Dienst» Posten, ohne bisher zurückgekehrt zu sein und ohne daß eS gelang, seinen Aufenthaltsort zu konstatieren. Derselbe lebte in mißlichen Beldverhältniffen, war leichtsinnig und dem Trünke ergeben. Ss wurde festgestellt, daß er mehrseitig betrügerische Schulden kontrahiert, dabei seine Kollegen sowie selbst Befangene geprellt habe; er soll gerabe in letzterer Zeit im Entlocken von Beld Großartiges geleistet haben. — (KaschingS-Thronik.) Die alpine Gesellschaft ,,D' Holzknecht" in Wien labet alle BebirgS-freunde zu dem am. 13. d. in den Sälen „Zu den drti Engtln in Witn statifindendtn „Ho 1 zknecht»Ball" litt. DaS ÄeinettrSgnie Ist zur Erbauung ein« Schutz-Hütte auf der „Oberen Rome", welche auf der Nordleite des Arintouc (dem Könige der Sanntahler Alpen) gelegen ist, bestimmt. Man erscheint in Bauern- oder Ve-birgStracht, und ist valltoilette unbedingt ausgeschlossen. — (Schulwesen in Kärnten.) Der Schulin» fpectionSbezirk F e l d k i r ch e n zählt 23 Volksschulen, 37 Lehrer, 8 Lehrerinnen, 2692 schulpflichtige Kinder und 15 Gchülerbibliotheken; der SchulinspectionSbezirk Klagen, für t« Umgebung mit Ferlach 35 Volksschulen und 22 Schulgärten; der SchulinspectionSbezirk Hermagor 30 BolkSschulen, 35 Lehrer, 5 Lehrerinnen, 2989 schulpflichtige Kinder, 5 Schulpfennigvereine, 15 Schulgärten und 1 Bezirkslehrerbibliothek. — (Utbtt dir Sannthaler Alpen) bringt F. S ch l e g e l in der „N. Jllustr. Ztg." folgende« Bild: .Im südlichen Theile der mit landschaftlichen Schönheiten reich bedachten Steiermark erhebt sich an den Grenzen von Kärnten und Krain rin mächtiger EebirgSstock, der durch seine wild zerklüfteten Felsenpartien mit den steil abstür,enden Wänden sowie dir mit dichten Wäldern besetzten Bor-berge die Bewunderung des Naturfreunde- erregt. 68 sind die in der Touristenwelt wenig gekannten Sannthaler Alpen, die großartigste Partie der südlichen Kalkalpenkette, welche auf der steierischen Seite Sulzbacher Alpen, in Krain Steiner Alpen genannt werden und in Kärnten unter dem Namen Koina bekannt find. Diese sich schroff erhebende GebirgSgruppe, im Osten von dem Sannthale, im Süden von der L a i b a ch e r Ebene begrenzt, wird im Westen durch das Kankerthal und im Norden durch das Sbriachev thal von dem Karawankenzuge getrennt und erreicht in den Gipfeln deS (Brintouz und der Oistriza ihre höchsten Erhebungen, denen sich die Koina, Skula, Rinka, Baba, Brana anschließen, die sich in kühnen Formen über die ge< wattigen Felsmassen erheben. Bei dem heute so sehr ent-wickelten Sinn für die Naturschönheiten konnte auch diese großartige Hochgebirgsgegend nicht länger die Aufmerksamkeit der Alpen freunde ferne halten. Die alpine Gesellschaft „ Sannthaler" hat sich zu dem Zwecke gebildet, diese Berge, deren Besteigung bisher nicht ohne Gefahren ausführbar war, leichter zugänglich zu machen. Steiganlagen sowie Erbauung von Schutzhütten erleichtern nun wesentlich die Touren, so daß auch weniger muthigen Touristen der Genuß dieser erhabenen Naturreize ermöglicht wird. Eine auSsühr liche Schilderung sämmtlicher Touren diese- SebirgsstockeS wird mit nächstem vom Obmanne dieser Gesellschaft, Prof. Dr. Frischauf, im Berlage von Brockhausen und Bräuer in Wien erscheinen. Als Ausgangspunkte für den Besuch dieser Alpen sind zu bezeichnen die Eisenbahnstationen Silli, Kühnst dors, Krainbnrg und Laibach. Bon ffiifli gelangt man auf gut« Fahrstraße Über Praßberg, Laufen nach Leutfch, wo ein Fußweg längs der steilen Felswände der Kaducha an den Ufern der Sann, die hier einen wildbrau senden Gebirgsbach bildet, durch eine enge Felsspalte, die Nadel genannt, nach Eulzbach, dem letzten bewohnten Orte, führt. Nachdem man eine Stunde lang in westlicher Wich tung durch die enge Schlucht des SannbacheS vorgeschritten ist, eröffnet sich das an großartigen Szenerien reiche Legat' thal, welches den Ursprung der Sann, den «inkasall, birgt und von wo der kürzeste Weg aus die Oistrizza führt. Bon der Station MhnSdors geht die Fahrstraße über Kappel nach dem Bad Lellach und über den Seebach nach Qberseeland welche beide Orte für Touren in diesem Gebiete am giii sten situiert sind. Bon der Station Krainbnrg führt der kürzeste Weg in das reizende Thal der flattier, wo die Touren in dem Grint ouzstocke am leichtesten angeführt werden. Bon Laibach fährt man nach Stein, wo da» reichbewaldete Feistrizthal au-mündet, in welchen Touren im centralen Theile diese» Alpenstocke», insbesondere auf die Skuta, am besten au-zusühren find. — (Au» dem Lereinsleben.) Der Verein der Wiener Uhrmacher hat die Gründung eine» Ubrrnacher»Ber-eineS für Krain in Laibach angeregt, Zweck desselben wäre: dem Verkaufe schlechter Uhren energisch entgegenzutreten. Herr Nikla» Rudholzer in Laibach, Kongreßplatz Nr. 8, nimmt die Erklärungen der in Krain domicilicrenden Uhrmacher, ob sie der beabsichtigten Vereinsgründung zuzustimmen geneigt wären, entgegen, und bei demselben liegen auch die Statuten und Geschäftsordnung deS Wiener Vereine» zur Einsichtnahme auf. — (Die Slavendemonstratio« in Triest) wird vom „Slvv. Narot" mit Jubel begrüßt. Das nationale Blatt drückt über den Empfang der türkenfreundlichen ungarischen Studenten-Deputation mit faulen Orangen s. w. sein besondere» Wohlgefallen aus und bemerkt, die Verehrer des „Slavenschlächters Abdul »mm* hätten keine bessere Ovation verdient, und auch für den Größenwahn der Magyaren werde der Tag der Vergeltung anbrechen. — Welcher Edelmuth, welch' hoher Bildungs- und Kulturgrad liegt nicht in den Worten deS „Sloo. Narov" ?! — (Landschaftliches Theater.) Das AuS-iattungsstück „Die Reise um die Erde in 80 Tagen* wurde gestern wieder mit ungeheuerem Beifalle ausgenommen. Auch heute wird der Besuch derselben Boistel-lung ein sehr zahlreicher sein; es läßt sich ja kein einziger Bewohner Laibachs die Gelegenheit entschlüpfen, einer solchen außerordentlichen, hier selten wieder vorkommenden Theatervorstellung beizuwohnen. Zur Commaffatioirsfrage. Der österreichische Ackerbauminifter theilte den Referen» ten-Entrnurf eines die Cornmasfatiott und THeilung gemeinschaftlicher Grundstücke betreffenden Reichsgesetzes den interessierten Körperschaften, Vereinen u. a. Autoritäten mit der Einladung mit, hierüber ihr Gutachten abzugeben. ES dürste für Landwirthe unseres Heimatlandes von Jntereffe (ein, Kenntnis zu nehmen, wie diese Frage vor kurzem im Klub der Wiener Landwirthe ventiliert wurde. Man gab vor allem anderen dem Bedauern Ausdruck, daß die Regierung die Frage, ob die Eommaffotion auf Grund von Mehrheitsbeschlüssen ohne hartnäckigen Widerstand und entsprechende Zwangsmaßregeln sich werde durch-führen, eventuell, welche Erfolge von einem Besetze nur auf Grundlage der Einstimmigkeit sich erwarten lasse», überhaupt gestellt habe, da eine solche Frage stch von selbst beantwortet und nur. den Gegnern der ganzen Maßregel Waffen zu deren Bekämpfung in die Hände spiele. Die Eommafsalion könne mol nur bei Zulassung einer möglichst erleichterten Provokation wirksam gedacht, und daS demnach als Regel anzunehmende Erfordernis der einfachen Majorität könnte sogar für gewisse Fälle, deren nähere Bestimmung der San de»gesetzgebung zu überlassen wäre, noch weiter htrabgesetzt werden. Ein Fehler de» Gesetzentwurfes sei es aber, wenn auch für die gewöhnlichen Fälle die Bestimmung der zur gütigen Provokation nöthigen Mehrheit der Landesgesetzgebung überwiesen werde, da doch die Verhältnisse in vieler Hinsicht in allen österreichischen Ländern so gleich find, daß ohneweiterS eine allgemeine Bestimmung im ReichSgesetze selbst getroffen werden könnte. Auch darin trage der Gesetzentwurf den Landtagen zu viel Rechnung, daß er ihnen die Regelung des Vorgänge» rücksichtlich der Einbeziehung von Gemeinte-Grundstücken und Grundstücken des Klaffenvermögens in die Theilung oder Regulierung überlasten wolle, während doch die mit den Landesvertretungen und LandesauSschüffen gemachte Erfahrung gerade nicht für die Eignung dieser Stellen zu einer angemessenen Vorsorge sür das Gemeinde-Vermögen spreche, insbesondere da von ihnen gar oft daS Gemeindegut und das Gut einer Gemeinschaft mit einander verwechselt werden. Der Gesetzentwurf sei ferner so gehalten, daß sich aus ihm eine Begünstigung der Zusammenlegungen nach Rieden ergeben würde, während das hauptsächliche Bestreben auf die Zusammenlegungen, welche die ganze Gemarkung der Ortschaft umsaffen, gelegt werden müßte. Dem Waldlande, obschon es richtigerweise als in der Regel außer der Lommaflation stehend betrachtet werde, sei doch für einzelne Fälle, wo eS mit Bortheil einbezogen werden könnte, zu wenig Beachtung geschenkt. Die Bestimmungen des Gesetzentwurfes über den sogenannten Ausbau bedürfen einer weiteren und nachdrücklicheren Entwicklung, oder eS fei wenigstens die Landesgesetzgebung zu ermächtigen, in dieser Hinsicht für gewisse Fälle vom Einzelwillen in geringerem Grade abhängige Maßnahmen zu treffen. Schließlich wurde die Nothwendigkeit der Herbeiführung eine» strammen Zusammenhänge» zwischen den BemeinschastS-theilnngen und den Eommofsationen betont, da man sonst wol im Wege der Erfahrung zur Einsicht gelangen würde, daß daS Gesetz ohne diesen Zusammenhang die Uebelstände, wrlche man beseitigen will, zu bewältigen nicht imstande sei. Hotel Elefant. Lavrik und »astelitz, Triest. — Ruß, Littai. — Globoönik, Oberkrain. — Birvas, Hauptm., und La»« retik, Stein. Mohre«. Grünwald, Graz. — Bremer, Kfm., Linz. Lternwarte Kußmann sammt Frau, Seisenberg — Ster» ger, Kfm., St. Ruprecht. Leben-mittel-Preise in Laibach am 10. Jänner. Weizen 10 st. 10 kr., Korn 6 fl. 50 kr., Gerste 4 fl. 80 kr., Hafer 4 fl. 10 kr., Buchweizen 6 fl. — kr., Hirse 5 fl. 30 kr., Kukurutz 6 fl. 30 kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 4 st. 25 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinfett 82 kr., Speck, frischer, 64 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2*/a kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 48 tr., Kalbfleisch 52 fr., Schweinfleisch 50 kr. per Kilogramm; Heu 3 fl. 15 kr., Stroh 3 fl. 5 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 8 fl. 50 kr, weiches Holz 5 fl. 50 kr. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer “ fl. pr. 100 Liter. Theater. Heute: Zum vierten male (ganz neu): Wroße außerordentliche Gastvorstellung des Ausstattungsstückes „Die Reise um die Erde in 80 Tagen," in 5 Akten (vierzehn Tableaux) und einem Vorspiel von A. d'Ennery und Jules Verne. Deutsch von Treumann. Musik von Czerny. Telegramme. Wiev, 10. Jänner. Die „Pol. Korr." meldet au» Konstantinopel von heule: Gegenüber dem Protest der rumänischen Regi'rnng betreff» der Artikel 1, 7 und 8 der türkischen Verfassung beschloß der lürkische Ministerrath, der rumänischen Regierung eine offizielle Interpretation über diese Artikel zu liefern, welche alle ihre Skrupel über das künftige staatsrechtliche Verhältnis Rumäni-ns zur Türket gründlich .zu beseitigen geeignet ist. Durch diese Datisfactio» hofft die Pforte den ganzen ihr unliebsamen Zwischenfall mit Rumänien al» erledigt betrachten zu dürfen. Konstautiuopel, 10. Jänner. Dienstaq den 9. d. M. abend« wurde die nächste Konferenzfitzung über Verlangen der Delegierten der Türkei auf Donnerstag oertant. Die Ansicht befestigt sich immer mehr, daß die otlomanischen Bevollmächtigten einen neuen Entwurf zur Herstellung de« Einvernehmen« auf Grundlage der Resormnote des Grafen Andrassy vorbereiten. Mittwoch findet ein Ministerrath statt. Die Stimmung der Konferenzteilnehmer ist eine versöhnlichere geworden. Witterung. Laibach, 11. Jänner Trübe, schwacher SW. Temperatur: morgen» 7 Uhr + 7 8«, nachmittags 2 Uhr + 9 6« C. (1876 - 4 4«; 1875 — 0 9* C.) Barometer im Fallen, 733-36 nun. DaS gestrige Tagesmittel der Temperatur + 6 9®, um 9 5° über dem Normale. Angekommene Fremde am 11. Jänner. Hotel Stadt Wie«. Planinz und Renier, Reisende, Groß laschiz. — Hamburger, Haar, Zimer, Israel, Kahn, Nagy, Holzinger, Körniger und Parth, Kaufleute, Wien. — Pirl, Ingenieur, Klagenfnrt. Wiener Börse vom 10. Järmer. Staatsfonds. Sperz. Silente, bto. bto. oft, in 8e(t V0» 1864 8efe »o» 1860, iofc von 1860, Sanft. Prämien!». ». 1864 Orundent.-Obl, kiebevbürg. Ungarn Lotten. Sn«lo«8an!.......... Kreditanstalt....... Cetofltenbant . . ®8comt>te« anstatt Hranco - Bank . . 6anbel»6ent . . . flettonotten! . . Oeft. Bankgeselll. Union • Bank. . . Betiebtflbank. , . «Ifölb-Bahn . . Herl Ludwigbahn »elf. «Us.-Babn «als. yr, 3ofef«6 Steetebehn . . . küdbahn.......... «etb 61 80 67 «0 107 60 112 10 Hl 60 188-76 71*60 78 60 I Pfandbriefe. 61 4o'ang. oft. Bod.-Sredit. 61 10 bto. in 88 3......... II8 so Nation, ö. w........ u* SO Utifl. öob.»®tebitanft. US SO 138 — Priorltäte-Obl, Kran, 3ofef«=Babn . Oeft. Norbweftbahn . Siebenbürger . . . . EtaatSbahu............ Eüddahn 4 6 Perj. bto. Sone Eeld Ware 106-60 lf «-— 89-86 8» 76 78-- 74-- 74 60 74-76 141-80 141-40 189 130 - . 648 - 658 - Lose. Kredit» 8ofe . Rudolf« « Soft > »8 -- 810 68 60 64-78.60 79 91 — 98-60 808 60 804 -137- - 137-60 184— 124 66 849.60 860 — 77-86] 77 60 96 60 86-76 90-90 88-86 66-76 154Ö0 84-- 161-60 13-60 Weoh«. (8ÜKott.) ■äugeburg 100 Mark rttanH. 100 Vlatt . jpamburg „ London 10 Pfd.Eterl. Pari» ioo Franc« Münzen. flaif. Münt-Ducateu 80.ffrenc6ftu(t . • -Deutsche «eichabank Silber . - 6180 186 0 49 70 6-96 10- 61-80 114-80 96 70 8616 91 10 88 60 »7-86 16« -6485 168 — 18 76 6180 186-60 49 70 6-97 10-01 61-86 116-— Telegrafischer Kursbericht. am 11. Jänner. Papier-Rente 61-85. — Silber-Rente 67-65. — «old. Rente 74 20 - 1860er Staats-Anlehen 112-75. — Bank-actien 813. — Krebitactien 14110. — London 125-50. — Silber 11480. — K. k Münzdukaten 5 96. — 20-Francs Stücke 10-*/». - 100 Reichsmark 6180. Druck von Jg. v. Kleinmayr & Fed. «amberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Fran^ Müller.