^üOllOtü ^^I^ ^tltullll. Dienstag den zo. Augnst. Inländische Nachrichten. Laibach den 30. August. Der Herzog und die Herogin von Polignac ha« ben den Entschluß gefaßt, sich in Wien seßhaft ul machen, und ihr sehr beträchtliches Gepäck «st von Triest bereits unterwegs. N)ien den 24. ?lugust. Se. K. K-Majestät, haben die erledigten böhmischen Oberstlandesämttr allergnadigst z,i besetzen, und in blejer Rücksicht Se. Durchlaucht Hrn. August Fürsten von Lobkowik zum obersten Landesmarschall, und Se. Ex^ell. Hrn. Appellazionsprasidenten, Grafen v. Gtambach zum obersten Landrichter aller-Wadigst zu ernennen qeruhet. Ferners geruhtten Se. k- k. Majestät :wey Kron-büte»' z,i ernennen, und in dieser Eigenschaft Se. Enell. d?n f. f. Räch und ^ub-rntalvic<'vr<'ü'!"Nten ^r,n^ „. Marqe-llf vom Herrnssand-, und don pöniqli^m Hoftichter Hrn. Ritter von Hanisch zu be- stnnmen. — Am ,2.^ d. früh hat das Kinskische Chevanxlegers Regiment rück-wälls des Belveders in Gegenwart des regttrenden Herzogs von Würtembtrg mit dielen Beyfall excrzirt. — Die hicher nach Hof zu besonderer Dienstleistung und allen Vermuthen nach zu Kurriersdienste bestimte 12. kaiserliche Kadeten sind bereits aus den Kavallerieregimentern Nnteroffiuers benannt , und müssen vom ersten Novemb. an schon hier eintreten , jeder erhaltet monatlich ,5 st- und die Montur von Aerario , dann wenn einer verschicket wird, solle er taglich 2 si. Diäten erhalten, sie steken unter der Aufsicht des ben Hofe angestellt", Rittmeisters v. Prohaska. — Die wicktiqsse politische Neuigkeit , hie wir isst haben, ist die Alliam zwischen „nhrm Hole und Preussen. — Man versichert 'ualeich , dasi unler, Verbindu„am mit Rußland, unserm natürlichen Mi,^ ten, hitdurch nicht den mindesten Abbruch lciden, sondern leztcres selbst seine Einwilligung dazu giebt. Die Gegenstände, welche unsere neue Verbindlichkeiten mit Preussen ausmachen, sind noch ein undurchdringliches Geheimnis; indessen aber niuthmasftt man/ daß sie sich vor allen Dingen auf die Att^l?gcnhclttn Frankreichs beziehen, winigsilNs in so weit, ais selbe das römische RelH betreffen, welches daher den Kaiser mit den ausgedehntesten Vollmachten versehen hat, um des Reichs Gerechtsame zu behaupten. —^ Ein anderer Punkt dieser Allianz scheint auf Au-spach und Baynuth einen Bezug zu haben, indcm man preußischer Seite sich nut dem Plane zu beschäftigen scheinet, wie diese Warggrafthümer gegen die Lausiz,, oder gegen M.'klenburg umgetauscht werden könnten. — Auch die pohlische Konstitution und Thronfolge kommen dabey stark ins Spiel, so daß man mutmaffet, die erstere werde cine Mäßigung leiden müssen. Die unzufriedene Parthei, welche sich hier be-siudet, ardeilct sehr stark daran; indessen aber wird man die Konstituziün im Grunde dennoch bestehen lassen, und Rußland wird sich nicht dagegen setzen. — Grafv. Artois erschien am 21. dies mit der Kaiserin Königin Majestät im Nazionaltheater, und kaum wurde das Publikum seiner gewahr ; so bewillkommte es ihn durch dreymal wiederholtes allgemeines Applaudisse-ment. Am 2l. d. früh um 4 Uhr ist derselbe nach Prag und Dresden voraus abgereiset , und es ist sicher zu vermuthen, daß auch Er den Unterredungen des Kaisers mit dem König von Preussen beywohnen wird. — Der Herzog und die Herzogin von Polignac, der französische Erfman;-minister von Calonne, d'er Baron Flachslanden , nebst mehren; grossen französischen Generals und Zivilpersonen befinden sich ebenfalls hier, und besuchen täglich das Theater. Der regierende Herzog nnd die Frau Herzogin von Würtemberg haben alle Merkwürdigkeiten der hiesigen Hauptstadt in Augenschein genommen , und sich kurz vor der Abreise Sr. Maj. des Naisers von der gesammttn k. k. Familie beurlaubt, nachdem sie zuvor den Freuherrn v. Bühler, als höchstdero bevollmächtigten Minister und Gesandter vorgestellet hatten. Gestern sind darauf Ihr beyden herzogl. Durchlauchten, wieder von hier abgereist. — Der Kaiserin Maj. haben den bisherigen Sekretär des hochadelichen Sternkreuz - Ordens, Hrn. Joseph Frech, Edlen v. Ehrenfeld, auf sein bittliches Ansuchen, und iu Rücksicht auf stine 62jährigen Dienste, in allerhöchsten Gnaden in die Ruhe zu setzen, und d:e dadurch erledigte Ordens - Sekn^-stelle dem k. k. wirklichen geheimen Kabi-netsoffizialen, Hrn. Joseph Streinesberg allergnadlgst zu verleihen geruhet. — Der Russisch - Kaiserl. Major Herr von Heß , überbrachte an verwichenen Sonntage dem Fürsten v. Gallien , ein Schreiben von dem jeweiligen Oberbefehlshaber der Russischen Armee, Fürsten v. Repnin, worin er ihm die so wichtige als erfreuliche Nachricht ankündiget, daß den il. dieses Monats die Präliminarpunkte des Friedens zwischen dem Russischen Reiche und der Pforte, zu Galaz von ihm und dem Großvezier unterzeichnet und ausgewechselt worden sind. Sie beruhen ganz auf derjenigen Grundlage, welche der Russische Hof schon längstens aller Orten bekannt gemacht hat, nämlich / daß der Dniester-Fluß künftig die neue Gränze zwischen beyden Reichen ausmachen soll. Um die erforderliche Zeit zu gewinnen den Dcnsi-Nitiv - Friedm / durch gegenseitig zu ernennende Bevollmächtigte zu schliessen, hat man einen Waffenstillstand von 8 Monaten festgesetzt. Brunn den 2a. Auaust. Die in Nitderungarn , Siebcnbirgcn und Kroazien befmdlichln, Regimeüler sollen von: i. Herbsim. an, sämtlich auf dcn Friedens-fuß gesetzt werden, auch heißt es, daß man die Divisionen der Uhlanen, welche bisher andern Regimentern zugetheilt waren , von denselben wttder trennen, und aus ihnen 2 eigene R?gim?nttr formiren Wolle. Die großen Magazine in Esseck, Peterwardein , Karlstadt und Kronstadt sollen öffentlich vcrkanft werden. Prag den l^. August. Vorgestern sah unsere Hauptstadt die erste Feierlichkeit in Absicht auf die Krönung. Es kam nämlich die königl. böhmische Krone Nebst dcm Scepter und dem Reichsapfel, der königl. Mantcl und die übrigen Kleidungsstücke attAer an , und alles dieses wurde von cmetl! feierlichen Zuge begleitet. SemUn d?„ 8. August. So viel Man hört, werden die k. k. Truppen die Wallachey binnen zo Tagen räumen. Was den Bezirk des Türkischen Kroauen bis an die Unna betrifft, so wird es da nicht diel Räumens brauchen , indem derselbe dem Hause Oesterreich verbleibt. Recht gut, daß wir dießseit des besagten Flusses keine Türken mehr zu Nachbarn haben, die uns imm?r , auch mitten im Frieden, sehr lästig fielen. Ofen den 16. August. Am 14. August feyerten die Stande des Pester Komitats den Geburtstag Sr. K. H. des Palannus, auf folgende Art : Abends um 6 Uhr, nachdem sich Se. K. H. und ein zahlreicher Adel nach dem Stadtmayerhofe begsbm hatten, wurde in einer Allee dieses Höfts von 6 Paaren ein Wettrennen ut Pftrde gehalten, wofür der Adel ansehnliche Preise ausgesetzt hatte. Dabey waren aus den beyden Städten gegen io,OOQ Zuschauer versammelt. Um 8 Uhr wurden das Gebäude und die Alleen des Manerhoses , wi? auch eine errichtete Ehrenpforte, mit Kocn Lampen beleuchtet, welches theils wegen der guten Lage des Höfts theils wegen der geschmackvollen ' Beleuchtung ein herrliches Schauspiel gewahrte. — Von allen Seiten des Mayerhofes ertönnte ein allgemeines Vivat der Palatinus ! Im Gebäude war Fre»ball für das Volk, und in einem aufgeschlagenen Zelte wurden alle Atten von Erfrischungen unentgeltlich gegeben. l.lm 9 Uhr verfügten sich Se. K, H. / von Magnaten un3 Adel begicitet, in das Landhaus, wo in dem grossm Saale ein prachttger Freyball gegeben nnd in dem kleinem Saale gespei« stt wurde. — Se. Ä. H. fahren fort, bey den Ratssitzungen der königl. Statt-halterey, die nun im Schlosse gehalten werden, und bey den Landtagsdepmazionen das Präsidium zu führen. Ehestens werden Se. K. H. auch bey der Septem-viraltafel den Vorsitz übernehmen, «unb sodann den 24. August Ihre Reife nach Prag antretten. Lemberg den 3. August. Der junge Fürst Poninsky, Sohn des verwiesenen Fürsten dieses Namens, und Rittmeister bey der Kronpohlischen Armee, welcher östcrs unser Lemberg besuchte, hat sich be» seinem letzten Hierseyn auf eme solche Art benommen, wie es ihm als einem Fürstensohne, und als eitttm Gaste in einer fremden Stadt gar nicht ziemte; indem durch sein Betragm mehre« Zankereien veranlaßt wurden, so daß er, vermuthlich ans übel verstandener Hoheit seines Ranges, auch die k. k. Offi-iere nicht unangefochten ließ. Dieses Betragen des jung?n Flirsten wurde hier laut getadelt. Zuletzt qerieth er noch »nit einem seiner Landslente , einen, gewissen Wier'.ehowskn, Fähnrich ben den Truppen der Republik, in Handel, nnd forderte ihn zum Duelle , w?lches bey Ni-klaso'v, einem Dorfe näcbst Lnnberg, am 6 dieses vor sib gieng. Es wurde zwar sogleich n^ch der Wache geschickt , um die beyden Ritter anzuheben; allein sie hatten schon ausgefochten , und der Fürst war bereits über die Gr<5n;en entwischt. Nur der Fähnrich wurde noch eingeholt, und nach Lemberg zurück gebracht. ^ Ausländische Nachrichten. W Deutschland. Vsrlm den i6. ?c,lgnst. Der König Von Preussen hat die alljährlich qe-wöhnliche Revüereise nach Schlesien, an «4. August angttrettkn. Schon Tags Vorher waren der ^rollpriln, der Prinz Ludwig von Preussen, und der Herzog Von Vork ebenfalls dahin abgegangen. Nach der für diese Reise festgesetzten Tagesordnung werden S?. Preußische Maj. «rst am 28. August nach Charlottenburz zurückkommen. Pohlen. U)a?schau den z. Angnst. Am r. Anguss sind in dem ganzen Reiche die Wahlen der bürgerlichen Depueirten zu den GerichMellen , und dcr städtischen Bevollmächtigten zu dem Reichstag! vorgenommen , und ist also die neue Aonjn-tuzion in einem ihrer wesentlichsten Theile in Wirksamkeit gesetzt worden- — Gegen den 2O. wird bey Pulawi, einem Gute des Fürsten Czatorysky, ein Lager von 2a,OQQ Mann zusammen geigen, wohin sich der König zur Musterung begeben will. — Am 's. Herbsim. wird dir Reichstag wieder zusammen kommen. Frankreich. Paris den »o. August. Die Municipalität , da sie die Ruhe ganz hergestellt fand, hat am 7. Auqust die rothe Fahne , die bisher ausgesteckt war, eingezogen, und bey dieser Gelegenheit eine Proklamation erlassen, wodurch die Pariser auf das eindringendste zur Ruhe crmahnet werden, besonders zu dieser Zeit, wo das Werk der Konstituuon seiner Vollendung nahe sey, und das Schicksal der gegenwärtigen und künftigen Generazionen entschieden werde. — Die Gerichte fangen an gegen Störer der öffentlichen Ruhe nach aller Strenge der Gesetze zu verfahren , und scheinen die Achtung derselben wieder allmählig herzustellen. — Bey der Kaffe der außerordentlichen Einkünfte fahrt man fort die eingehenden Assignate zu verbrennen und ist nun bis auf 221 Millionen gekommen. Wird alle Dienst-und Freytaqe na-hnittaqs um 4. Ukr aus dem Platze N". lsz. in 0er von Kleinmayerschen Buchhandlung ausgegeben.