DoN in Rot. Innsbruck, 12. Juni. In einer feierlichen Sitzung der Landesversammlung erklärte Landeshauptmann Schraffl folgendes: Die Lriedensbedingungen der Entente haben das Land mit tiefster Erbitterung erfüllt. Das Land Tirol fühlt sich frei von Schuld an dem Kriege. Tirol hat nur seine Pflicht getan und es dem Staate, mit dem es Jahrhunderte lang Freud und Leid geteilt hat, bis zu dessen Zusammenbruche treu geblieben. Treue ist kein verbrechen. Das an Freiheit gewohnte Volk von Tirol, das niemals Leibeigenschaft oder eine andere Form von Versklavung kannte, soll, aus« einandergerissen, wirtschaftlich lebensunfähig gemacht und zun: Teil noch dazu national geknechtet werden, wer das für möglich hält, wer aus den freien Tirolern Sklaven ;u machen hofft, der kennt Tirol und seine Geschichte nicht. Der Tiroler kann nur ein freier Bürger eines von ihm gewallten Staates, niemals aber ein Sklave sein, Niemals wird der Tiroler sich willig der Fremdherrschaft unterwerfen, niemals werden künstliche Grenzen es verhindern können, dag der Norden und der Süden des deutschen Tirols sich eins fühlen als Land und Volk. Durch den jetzigen Frieden würde die Entente in Tirol eine Brandstätte schaffen, von der aus jederzeit der Friede und die Nuho Europas gefährdet worden könnte, wir gönnen unseren Nachbarn die freie nationale Entwicklung, verlangen aber auch für uns dasselbe Recht, wir rufen alle menschenfühlenden Herzen der Welt an, uns vor drohender Vergewaltigung zu bewahren und geloben feierlich nicht zu rasten und zu ruhen und keine Gpfer zu scheuen, bis auch dem Lande Tirol die Sonne des Friedens und der Völker Freiheit leuchten wird Die Versammlung, die diese Erklärung stehend angehört hatte nahm dieselbe mit lauter Zustimmung und Beifall auf. Hierauf gaben namens der christlichsozialen Partei Dr. Reut-Nicolussi, namens der Sozial, demokraten Redakteur Nappoldi, namens der dcutschnationalen Partei Abgeordneter Kragt Erklärungen ihrer Parteien ab, wo rauf ein von allen Parteien vereinbarter Aufruf an die Völker Amerikas und Italiens einstimmig angenommen wurde. Die Frage Deutschungarn«. Graz, 12. Juni. Der Ausschuß zur Förderung des Anschlusses des Heinzenlandes (Deutschwestungarns) an Deutschösterreick hat dem steirischen Landesrat eine Denkschrift überreicht, in der es u. a. heißt: Die früher so bedeutende und gefürchtete Macht der Magyaren ist im Schwinden. In, Norden von den Tschechoslowakei,, im Ästen von den Rumänen und im Süden von den Jugoslawen bedroht, sind sie im Westen nun wohl nicht mehr in der Lage, einen weiteren Kampf aufzunehmen, nämlich gegen die sich ihres Deutschtums besinnenden Heinzen und die hinter ihnen stehenden Deutschösterreicher. Die Eingabe führt sodann aus: Da die Das halsstarrige Frankreich. Paris, 12. Juni. Die Dorbereiiungen -er Antwort -er Verbündeten auf Sie deutschen Gegenvorschläge sin- im Bückskan-e. Ueber -ie Zulassung Deutfchlan-s zum Völkerbünde ist der betreffende Ausfchutz noch nicht einig; er hat-em Diererrat folgende Gntschliehung vorgelegt: Deutschland wir- in den Völkerbund ausgenommen» sobald es seinen guten Willen durch -ie Zahlung -er ersten Schuldrate erwiesen hat. Die Bestimmungen über die Finanzkontrolle in Deutschland werden km Interesse -er Produklion und -er wirlschafltichen Erholung geprüft. Die obligatorische Abrüstung für alle Nationen wir- genehmigt. Clemenceau verweigerte kategorisch jede Abänderung des ursprünglichen Entwurfes. Wenngleich -ie heutigen Nachrichten eine Entspannung -er Lage er-5 kennen kessen, fei die Loge -och ernst. Clemevceaus energische Kalkung scheine einen gewissen Eindruck gemacht zu haben. Der »»Bon solr" berichtet sogar» man lege Clemenceau -ie Absicht unter alles wieder in Frage zu stellen» auf die Gefahr hin» sich mit den Alliierten zu Überwerfen. Wohin steuern wir?» fragt das Blalt. »»Journal -es debats" erklärt» die ungeheure Mehrheit der Franzosen wollle eine widerliche Berührung mit den Deutschen vermeiden. Das Blatt schreibt: Wir wollen nicht in einem Kaule der Gesellschaft -er Nationen leben» in das auch noch so übel berüchtigte Leute Zutritt haben drängten Heinzen dauernd verschlossen zeige, wenden diese sich an den steirischen Landtag, der am 8. Februar seine Hilfsbereitschaft für die bedrängten Brüder in einer Ent-schließung bekundet habe und bitte diese, bevor die Kornkammer Deutschösterreichs von den magyarischen Rotgardisten leergebrannt werde, seine Hilfe nicht zu versagen. Das enttäuschte Italien. Giolitli war für den Frieden. Berlin, 12. Juni. Das „Berliner Tageblatt" meldet anS Lugano: Heber Mio, litti« loyale Haltung im Frühjahr 1915 werden neue interessante Einzelheiten bekannt. In einem offenen Briefe teilt Doktor Brezioso, der frühere Herausaeber de« .Piccolo", der seinerzeit in Oesterreichs Nomen Italien Neutralitätsvorscsiläge ae» macht hat, folgendes mit: Giolitti wollte vom Kriege absolut nichts wissen und erklärte. Oesterreichs Angebote, bei denen Triest und Jsirien nicht abgetreten werden sollte, für völlig genügend. Italien, sagte er weiter, dürfe die Brücke zu den Zentral-mächten nie abbrechen. Selbst wenn es ge. schlagen werden sollte, werde Deutschland in absehbarer Zeit wieder erstarken. Auf die siegreiche Entente sei aber kein Verlaß, namentlich Frankreich werde Italien immer mit Neid verfolgen. Ans dieser klaren Erkenntnis müsse Italien die logischen Folge, rungen ziehen. Eine Kundgebung des niedei'-österfelchlfchen Landtages. Wien, 12. Juni. Die niederösterreichische Landcsversammlung hielt gestern eine Protcstsitzung gegen den Friedensvcrtrags-entwinf von St. Germain ab. Landeshaupt-mannstellvcrtrcter S ev er verwies in seiner Ansprache auf die samstägige Kundgebung der Nationalversammlung, die das Unerträgliche des FricdenSvertrageS vor Augen ge- dar, mit denen der Friedensvertrag Nieder-österreich und Wien bedrohe. Nach einer Schilderung der Erregung des Volkes über die drohende Vernichtung erklärte Redner, man kann uns zu allem zwingen, uns dem StnatSbankerott zutreiben, aber ein Deutsch-österreich, das diesen Friedensvertrag unter-ichreibt, würde nicht lange bestehen und die Sieger würden statt eines vertragschließenden Teiles, der seine Pflichten erfüllt, ein wildes Chaos finden. Darum wollen wir die Hoffnung nicht sinken lassen, daß die Mächte, wenn sie die Unmöglichkeit dieses Vertragsentwurfes erkannt haben, ihn entsprechend mildern. Die gesamte deutsche Bevölkerung regiert auf freiester demokratischer Mrundlage, verteidigt ihr ursprüngliches Recht, das Recht zu leben; sie steht geschloffen hinter ihren Vertretern, die es in den FrledenSverhandlunaen verteidigen. (Anhaltender lebhafter Beifall und Händeklatschen i 'm ganzen Haus. Die Abgeordneten erbeben sich von ihren Sitzen 1 Die Protestsitzung wurde hierauf geschlossen. Wiener Regierung sich den Bitten her bc-,führt habe, und legte die schweren Nachteile Warum dle Entente nachgibt. Berlin, 12. Juni. Das „Acht-Ubr-Blatt" meldet aus Basel: Wie »Daily Herold" berichtet, können die Konzessionen, die die alliierten Regierungen Deutschland gewähren werden, sowie der Beschluß, Deutschland sofort in den Völkerbund auf-zunebmen, als unmittelbare Folge der Streikbewegung des alliierten Proletariats betrachtet werden. Nur weitgehende Zugeständnisse der deutschen Republik gegenüber vermögen die erregte Stimmung der arbeitenden Klasse in den alliierten Ländern wieder zu beruhigen. Die Entscheidung in Weimar. Weimar, 12. Juni. Die Friedens-delegation in Versailles wird, sobald die Antwort des Verbandes übergeben worden ist, sich sofort, wie bisher in Aussicht genommen wurde, von Versailles nach Weimar begeben und hier mit der Rcichsregie- rung die Entscheidung über die Stellungnahme Deutschlands treffen. Zugleich wird dann die Nationalversammlung in Weimar zusammentreten und sich mit der Friedens, angelegcnhett beschäftigen. Die Beratungen in Varls. Paris, 11. Juni. »Agence Haoas" meldet über die diplomatische Lage: Die Regierungschefs begannen am Dienstag mit der Prüfung der Schlußfolgerungen, die die Sonderausschüsse zu den verschiedenen Ka-piteln des deutschen Gegenentwurfes eingereicht haben. Am Vormittage wurde der Bericht der Schadenersatzkommission erörtert. Man scheint sich hier einer Lötung zu nähern, die den Vorschlägen d-r Sachverständigen Klotz Und toucheur entspricht, welche sich gegen die Festsetzung einer bestimmten Schadenssumme ausgesprochen hatten, während die Amerikaner verlangt hatten, daß in dem Vertrags die Summe von 100 Milliarden Goldmark nebst den Zinsen festgesetzt werde. Die Frage der Aufnahme Deutsch, lands in den Völkerbund wurde Dienstag noch nicht erörtert, dagegen wird dies zweifellos heute zur Sprache kommen. Llemenceau wird mit Entschiedenheit den französischen Standpunkt vertreten, wonach also die baldige Aufnahme durchaus nicht am Platze wäre. Ec wird betonen, daß mindestens eine bestimmte Frist abgewartet werden muß, um die aufrichtig friedliche Gesinnung Deutschlands festzustelleu. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird diese Absicht dürchdringen. In betreff des polnisch.deutschen Grenzproblems scheint eine Lösung hervorzustehen, wonach eine Art gemischter Volksabstimmung durchgcführt werden soll. Man hofft, die Antwort auf die deutschen Gegen. Vorschläge Freitag den 13. Juni überreichen zu können. Die Antwort der Alliierten an Deutschland wird voraussichtlich endgültiger Natur sein und der deutschen Delegation keine Gelegenheit zu Diskussionen mehr geben. Die deutsche Delegation wird eine Frist von höchstens acht Tagen erhalten, um sodann die Antwort bekannt zu geben. Friede am i. August. Paris, 12. Juni. „Echo de Paris" erfährt von einer Persönlichkeit, die dem Blatte auch Mitteilungen über die deutschen Gegenvorschläge zuerst machen konnte, es sei sicher, daß die Deutschen den modioi-zierten Friedensvertrag am 1. Juli unterschreiben würden. Die Parlamente würden den Frieden am 1. August ratifizieren. Die Haltung Amerikas. Washington, 12. Juni. Dem ver-nehmen nach wird eine Entschließung als offizielle Mitteilung an die Friedenskonferenz gesendet werden, nach welcher der Senat sich die Unterzeichnung des Friedeusvertrages in der gegenwärtigen Fassung widersetzen werde. Washington, 12. Juni. Der re-publikanische Senator Knox hat einen Antrag eingebracht, in dem er erklärt, der Senat könne sich den Bestimmungen des Völkerbundvcrtrages nicht anschließen. Er schlage für die Unterzeichnung eine Trennung des Völkerbundsvertrages vom Fric-densvertrage vor. Dies würde jedem Volke gestatten, sich seine Entscheidung über den Völkerbund ohne Nachteile vorzubchalten. Der Antrag wurde dem Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten zur weiteren Erwägung überwiesen. Mr. 129 SchrlNloltun», Veroeait,»»,, NuchdruMeroi Marlmr, a. Drau, Edmuno Schmiedgaffe Fernsprecher Rr. 34. ,» E llozuzoprrls» , ilbholen monatlich S. l> —, -trrtetj. «.»»->« üust-ll-n . , b-Ll>, . . 1,-5» Dur» Bost .»Lg. . ' ,«-Lg Einzelnummer »o Heller, »nielsenannahm«, In Marburg vr.r «ei der Ä-rwalcung, S Satsser und «. Blader. In löraz: «ei g. »ienreich, Sackgaff». — I« ttlageniurt: Bei Soda'» Nachsg. rschauer. — In Wien: «ei allen Ln-eig-nannahm-lt-llen. Verschlelg,teilen: In «raz. »lagensurt. Lilli. Pettau. rieibnip, lliadlerdburg, Praaerbos. Mureck, Wilden, W..Feistri», «ann. «ol„tsü>. Sauerbrmm, Windtsch-Gra,, Spielfeld, ltdren-daujen. 8trag. lluter-Drauburg. «leibura. übll-rm-rtt, Bdltschach, Fried?», üutte-il berg. »mtsch-Land-berg, «tbiöw-ld. zrainz, Schjaiein. Wdlun. «ahrenbera, krten. «onobid. -4- Mafbum. Gamstag den 14 Äuni 1919 59. Aabrg Eine Vropagandareise nach Amerika. Haag, 12. Juni. Im Zusammenhänge mit der Reise des französischen Arbeiter, führers Thomas nach Amerika veröffentlicht der „Newhork Globe" folgenden Bericht : Es besteht der Plan in Amerika, die Eisen-babnarbcitcr, die Hafenarbeiter und die Bergarbeiter für einen Generalstreik zu gewinnen. Diese Genossenschaften umfassen insgesamt drei Millionen Arbeiter. Der Sozialismus aus dem Marsche. Berlin. 12. Juni. In Weimar findet derzeit der Parteitaa der sozialdemokratischen Partei für Deutscbland statt. Die heutige Sitzung begann mit der Verlesung eines Telegrommes der sozialdemokratischen Partei Deutschösterreichs, worin diese den Verband-lungen des Parteitages besten Erfolg wünscht. Hierauf erstattete das ParteivorstandSmit-glied Bartels den Kassenbericht. Die Mitgliederzabl, die bis zur Zeit des Würzburger Parteitages den tiefsten Stand er-reicbt hatte und auf 300.000 zurückgegangen war, vt beute auf 1,012.299 onaewochsen. Das bedeutet einen Zuwachs von 306 Pro-zent. Streiks, wie sie nicht sein sollen. Duisburg, 12. Hum. In den rheini-scheu Stahlwerken habe» Montag früh die Arbeiter, die wegen der Verhängung des Belagerungszustandes in den Ausstand getreten waren, die Arbeit wieder aufgenonnnen, nachdem wesentliche Lrleichterunaen des Be-lagerungszustandss zugosagt worden waren. Dis Lokomotivführer weigerten sich sedoch zn arbeiten, wenn nicht die zweite Strcikichicht bezahlt werde. Da die Direktion die Forderung ablehnte, stellten die Lokomotivführer und Assselheizer auch dis Notilandsarbeiten ein. Die Hochöfen wurden sofort außer Betrieb gesetzt. Es ereigneten sich drei schwere Explosionen. Die Betriebsfähigkeit des Werkes ist dadurch wesentlich gestört. Steuerflucht der Kriegsgewinner. Berlin, 12. Juni. Der ungeheure Umfang, den die Steuerflucht der Kriegs, gcwinner angenommen hat. geht aus der Tatsache hervor, das; im deutschen Finanz-mtnisterium die solcherart entzooenen Beträge aus nicht weniger als 30 Milliarden Mark veranschlagt werden. Die Negierung hat sichere Unterlagen dafür, daß die Rheinische Republik nichts anderes gewesen sei, als der mit französischer Hilfe unternommene Versuch, die Steuerflucht von etwa 400 Millionären in großzügiger Weise zu or-ganisieren. Die Wirkung dieses Treibens wird fein, daß die Maßregeln gegen die Fortsetzung der Steuerflucht schneller und tatkräftiger als bisher werden ergriffen werden. Aufregung in Paris. St. G ermain, 12. Juni. Der „Matin" meldet, daß die Arbeiten des Viererrates gestern durch eine dringende Debatte über den tschechisch ungarischen Konflikt unterbrochen wurden. Kramacsch, Benesch und Bratianu werden heute den Ministern für Aeußeres der Großmächte Vorschläge über die Festsetzung der ungarischen Grenze er. statten, die dann dem Rat der vier vorgelegt werden sollen. Lyon, 12. Juni. Amerikanische Kreise berichten über die Beratungen des vier-cr-rates in Bezug auf die durch das Vordringen der Ungarn in der Slowakei geschaffene ernste Lage. Die Meinungen sind geteilt, ob auf die an Belg Kun gerichtete Warnung weitere Schritte sogleich folgen sollen. Llomeiiceau sprach sich für den sofortigen Vormarsch der im Süden Ungarns s stehenden jugoslawischen, französischen und s rumänischen Truppen aus. Lloyd George und Wilson sind für eine abwartende Hai-tnng. bis sich die Absichten der Ungarn deutlicher erkennen lassen. » Zürich, 12. Juni. Die schweizerische Telegrapheninformation meldet aus Paris: Lloyd George und Wilson setzten in der Frage der geplanten aktiven militärischen Unterstützung der Tschechen gegen die Ungarn ihren Standpunkt durch, daß das ver-langen der Tschechen nach Linarcifen der französischen Orientarmee gegen Ungarn ab- GelWänSigkettsbeftrebungeu der Bui-en. Amsterdam, 12. Juni. Nach einer Meldung de? NcuterbüroS wurde die südafrikanische Delegation in Paris von Lloyd George empfangen. Sie erklärte, ihr Hauptziel sei die Wiederherstellung de? nationalen Staates, den die füdaf-ikanische Republik vor dem Burenkriege besaß. Lloyd George erklärte in seiner Antwort, daß die südafrikanische Union nach -einem grundsätzliche» Abkommen zwischen den britischen und holländischen Elementen anfgebaut sei und deshalb von der einen Seite ohne Zustimmung der anderen nicht aufgelöst werden könnte. Großbritannien könne keiner Aktion, die die Auflösung dieser Union bedeute, zu-stimmen. Die irische Frage. Washington, 12. Juni. In Amerika laufen ununterbrochen Nachrichten ein, daß das gesamte irische Volk nach der Befreiung von der englischen Gewaltherrschaft lechze. Die amerikanischen Iren wollen dem Präsidenten ihre Berichte über die unerhört greulichen Taten in Irland übergeben und im gelehnt werde, da sie gegen die Ausbreitung bewaffneter Konflikte während der Konferenz sind. Der tschechische Bericht. KB. Prag, 12. Juni. Das tschechoslowakische Preßbüro meldet : Keineswegs auf das Gebot der Entente achtend, unternahmen gestern die Magyaren neuerdings heftige Angriffe auf der ganzen Front. Infolgedessen und entsprechend dem gegebenen Befehl erneuerten unsere Abteilungen die Offensive an verschiedenen bereits früher ausersehenen Punkten. Unsere Angriffsoperationen schreiten unter günstigen Bedingungen fort. Die zweite Brigade bemächtigte sich des Ortes Lhemnitz und fügte den Magyaren erhebliche Verluste zu. Oestlich von Neutra erreichten unsere Abteilungen die Gran. Standrecht in der Slowakei. KB. Prag, 12. Juni. Für den ganzen Bereich der tschechoslowakischen Republik wird dos Standrecht gegen alle diejenigen Personell erklärt, die der Militärgerichtsbarkeit unterliegen. Auch für verbrechen gegen die Sicherheit des Staates wmde das Standrecht eingeführt. Den Blättern wurde mitgeteilt, daß die präventivzensur eiugeführt wird. Die Vorlage des Pflichtexemplars wird auf zwei Stunden vor der Ausgabe des Blattes festgesetzt. Namen der Humanität von ihm fordern, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die irische Frage vor die Friedenskonferenz gebracht werde. Eine inlernasionale AfbriteriMon. St. Germain, 12. Juni. Der Vorstand der Arbeitskonföderation hat beschlossen, sich in Permanenz zu erklären und für den 15. Juni nach Paris eine Konferenz der Gewerkschaftsorganisarionen Englands, Belgiens, Frankreichs und Italiens zum Zwecke einer internationalen Aktion einzuleiten. Der Achtstundentag im französischen Bergbau. St. Germain, 12. Juni. Die Kammer hat das Achtstuudengesctz im Bergbau in der von der Negierung uorgeschlagencn Fassung angenommen, die die Schicht vom Eintritt des Bergarbeiters in den Lampenraum bis zum neuerlichen Passieren diese» Raumes berechnet. Der von den Sozialisten verteidigte Gegenvorschlag, der die Acht-stundenschicht von der Einfahrt des letzten bis zur Ausfahrt de§ ersten Arbeiters berechnet, wurde mit 373 gegen 120 Stimmen abgelehnt, das gesamte Gesetz mit 488 Stimmen angenommen. In der Debatte stellte der Sozialist Valelte fest, daß der Bergarbeitcrvsrband den Streik für den 16. d. M. angesetzt hat, wenn der Abänderungsantrag nicht angenommen werden sollte. Die Fiumanei-smge. Ein it«l»eriischer Vorschlag (Drahtbericht der „Marburger Zeitung".) Paris, 11. Juni. Der ttalienüche Ministerpräsident Orlando ist am Samstag abends nach Oulx abaereist, wo er mit dem Vizepräsidenten des Ministerrates über die Fiumanersrage verhandeln wird. „Petit Pa-risien" meldet, daß Orlando folgenden Vorschlag Vorbringen wird: Errichtung eines unabhängigen Staates Fiume, in welchem die endgültige Enticheidung über die Zugehörigkeit der Stadt und Umqcbung in einer kurzen Zeit durch eine Volksabstimmung bestimmt werden soll. Italien bekommt mehrere wichtige strategische Inseln und Zara. Sebcuico soll an Jugoslawien fallen. St. Germain, 12. Juni. Der Lebens-mitteldiklcrtor kerbert Hoover hat gestern dem „New pork Herold" zufolge folgende Mitteilung über die geplante Liquidation der amerikanische» Lebeirsmittelhilfs für Europa gemacht: Die Lebensnrittel, die Amerika de» bedürftigen Staaten Finnland, Eühland, Li-tan ir. Polen, Belgien, Tschechoslowakien. Oesterreich, Unaarn, Großserbien. Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Armenien und Deustcb-land geliefert hakte, werden in der Zeit zwischen dem Waffenstillstand und der neuen Ernte mehr als 600000.000 Dollar verschlingen. Die unbegrenzte Fortsetzung solcher ausgedehnter Maßnahmen wäre nicht nur eine physische und finanzielle Unmöglichkeit, sondern würde, wenn sie nach dem Frieden und nach der Ernte weiteryinge. die eigene Initianve und die' wirtschaftliche Struktur der betreffende» Staaten zerstören. Jeder Staat muß also im geeigneten Augenblick seine Lrnährunqsmaßnahmeii selbst in die Hand nehmen. Nach der Meinung Hoovers sind die Hauptfragen nach dem Abschluß des Friedens und der Einbringung der Ernte die Gewährung von Krediten für gewisse Staaten und die Sicherstellung des Schiffsraumes für andere. Amerika denkt daher daran, die verschiedenen Staaten einurladen, Repräsentanten in die vereinigten S'aaien zu entienden, durch welche im Austausche für Lieferungen private und Negiernngs-kredile, sowie Erleichterungen des Transportes von seilen der vereinigten Staaten vermittelt werden sollen. Dies ist nach seiner Meinung der wichtigste Schritt zur wieder-Herstellung des normalen wirtschaftlichen Lebens und der Unabhängigkeit. Nebenher soll die amerikanische Hilfsaktion für die un-ernährten Kinder noch eine Zeitlang weilergehen. Stolze Herzen. Roman von Fr. Lehne. 37 s (Unberechtigter Nachdruck verboten.) Der Landrat musterte ihn von oben bis unten so verächtlich, daß James das B-lut in die fahlen Lippen trat. Graf Lerbach räusperte sich, uni zu sprechen; aber der Land rat kam ihm zuvor, da er allzu temperamentvolle Aeußerungen seines Begleiters fürchtete. „Herr Rechtsanwalt Dr Arnold kann -unmöglich zu dieser frühen Stunde schon hier sein. Ihnen scheint an der Regelung der Geldangelegenheit aber sehr viel zu liegen. Herr Lübbecke, da habe ich Ihnen denn im ÄuOrage des Herrn Barons v. Wallbrunn diese Anweisung auf die Deutsche Bank zn ü-berbriugen, gegen Aushändigung des Schuldscheines des verstorbenen Barons, mit Berechnung der Zinsen natürlich." Er entnahm dabei seiner Brieftasche das erwähnte Papier und zeigte es James. „Sie kommt von Ihnen, Herr Graf?" konnte James sich nicht enthalten zu fragen. „Ich sagte Ihnen, daß ich im Aufträge des Herrn! Barons v. Wallbrnnu handle!" bemerkte der Landrat scharf. „Ich darf wohl um den Schein bitten, damit wir die genaue Summe ausfüllen!" „Sofort! Ich bitte, mich einen Augenblick zu entschuldigen!" James ging mit zitternden Knien hinaus. Draußen lehnte er die Stirn an die Türpfosten; kalter Schweiß perlte auf seinem Gesicht, ein Gefühl des Schwindels hatte ihn erfaßt. Er mußte einige Minuten für sich haben, um sich zu sammeln. „Gcmeiuer^Kerl!" sagte Lerbach. „Pfui Deibel noch mal!" Und dann erschrocken: „Holla, da ist ja die Gnädige schon wieder!" Jsabella stand wirklich auf der Schwelle, ein mattes Lächeln auf den bleichen Lippen. Was sie eigentlich wollte, wußte sie nicht; einem inneren Zwange gehorchend, war sic hereingekommen. Der Landrat war bei ihrem Anblick ein wenig verlegen geworden. Er suchte nach einem passenden Grund, daß sie sich wieder entfernte. Denn das, was hier verhandelt wurde, brauchte sie nicht zu hören. „Gnädige Frau, ich —" „Ah, treffe ich die Herren noch au? Das freut mich!" Sie wußte sich gut zu beherrschen; sie sah ganz unbefangen aus. Da nahm Graf Lerbach ihre beiden Hände. „Liebe, gnädige Frau, Sie wissen, daß die Frau dem Rat der Männer fernbleibeu muß! Dürfen wir Eie deshalb bitten, uns noch fünf Minuten Ihre Gegenwart zu entziehen?" Sie sah von einein zum ändern. „Mich dünkt, daß man mir etwas vor-Liithält —" Da kam James zurück und war unangenehm überrascht, seine Frau hier zu sehen. „Jsabella, willst du die Freundlichkeit haben, dich für einige Minuten zurückzv-ziehen? Die Herren haben jetzt keine Zeit für dich!" „Du gestattest, mein Freund, daß ich bleibe." Sie sah ihn scharf an, sah, wie er unschlüssig ein Papier in den Händen drehte Jsabella!" Er zuckte die Achseln, da sic nicht ging und überreichte dem Landrat den Schuldschein, den dieser prüfte. Graf Rechberg hielt schon seinen Füllfederhalter bereit, um die Anweisung ans Zufällen. „Verzeihen Sie, Herr Graf!" sagte, da Jsabella, nahm mit raschem Griffe -die Papiere an sich und überflog sie. Sie erbleichte. Daun riß sic beide in kleine Stücke und warf die Fetzen zu Boden. Tief anfatmend stand sie da. „Jsabella!" „Gnädige Frau! Wie aus einem Munde kam das. „Ich denke, daß diese Art der Erledigung die beste ist!" Ihre großen Augen strahlten die Herren an und ein schwaches Lächeln glitt über ihr blasses Gesicht. Der Landrat hatte sich gebückt und hob die Pavierschnitzel sorgfältig auf. „Ich küsse Ihnen die .Hand, gnädige Frau! Doch ich muß widersprechen. Geschäfte kann man nicht -gut auf solche Art erledigen." „Jm allaeineinen wohl nicht. Aber dieses da doch. Mein Mann wird sicher ebenso denken " „Ja, i-ch schließe mich der Ansicht meiner Frau an!" Beide Herren lächelten fast -unmerklich. „Sie sind sehr großherzig, -gnädige Frau. Herr Baron v. Wnllbrunu, in dessen Auftrag ich hier bin, würde aber am a. damit einuerstandmi sein. Er tritt voll für die von seinem Vater ruunegauaenen Ve'--Pflichtungen ein. Sie werden in Ihren Büchern wohl eine genaue Aufstellung finden, Herr Lübbecke, und ich wäre Ihnen verbunden, wenn Sic sich der Mühe des Nach-suchons nochmals unterziehen wollen, um mkr dann Bescheid nach Weiherhaus zu schicken. Ich bin heute und morgen den ganzer: Tag zu Hause." Er sah James bedeutungsvoll an und verneigte sich förmlich vor ihm, wobei er noch die Grenzen der .Höflichkeit wahrte. „Mein Auftrag ist zu Ende, ich empfehle mich!" Jsabella sah ihn an; nicht einmal die Hand gab er ihrem Galten? „Meine Herren —" , . „Meine liebe gnädige Frau!" sagte Graf Rechberg warm und küßte ihr dre Hand Graf Lerbach folgte seinem Beispiel: „Meine sehr verehrte, gnädige Frau — James fühlt", was in dem Verhalten der beiden für ihn lag. Eine Demütigung und Nichtachtung sondergleichen Er wurde blutrot im (desicht und hielt nur mit größter Anstrengung das konventionelle Lächeln auf de» Lippen fest. Dann noch eine kurze Verbeugung au der Tür, und die beiden Gatten waren allein. Jsabella hatte die Arme über der Brust gekreuzt, ihre Blicke folgten unverwandt dem Manne, der rastlos in dem prunkoollen Raume auf und ab schritt. Endlich blieb er vor ihr stehen. Die Kämpfe rn NMand. Wertere esthnische Siege über die Bolschewisten. Stockholm, 12. Juni. Das esthnische Kriegsministnrium meldet, daß bei Gatschin heftige Kämpfe im Zugs seien. Die esthni-scheu Truppen dringen stets weiter vor und machten reiche Beute an Kr-egsgefangenen und lllaterial. An der Zngafront eroberte die Nordarmee den Bahnhof von wladi-mirow an der Bahn'inie Zng-Pskow. Dabei fiele» ihr mehrere Kanonen und Maschinen-gewehre in die Hände. Eine polnisch-rumänische Front. Paris, 13. Juni. „Petit parisien" meldet, daß die Rumänen auf die Herstellung einer einheitlichen polnisch-rumänischen Front besonderen wert legen. Sie arbeiten daher mit Vollkraft daran, diese je eher herzustellen. Die Rumänen wollen sich der baltischen Häfen bedienen und dafür den Polen in den Schwarzen Meerhäfen besondere Privilegien einräumen. Die po!msch-litauische Front gegen die Bolschewisten. Warschau, 10. Juni. In Kowno ist eine polnische Mission emqetroffen, die dem Manischen Ministerpräsidenten den Wunsch Polens bezüglich der Schaffung einer ge-meiniamen Front gegen die Bolschewisten unterbreitete. Gins LLnierr'eöung mit Brocksdorff-Nantzau. Wien, 12. Juni. Brocksdorff-Rantzau äußerte sich einem Berichterstatter der „Neuen Freien Presse" über den Stand der Fric-densoerhandlungen folgendermaßen: „Ich weiß vom Stande der Fricdensverhandlum gen nichts mehr als die übrige Welt, die deutsche Zeitungen liest. Leider lrest nich die ganze Welt deutsche Zeitungen, da unsere Gegner den Kampf gegen die Geheim-diplomatie in der Weise üben, daß sie an ihren eigenen literarischen Erzeugnissen strenge Zensur üben. Der größte Teil der Erdbewohner hat infolgedessen nur ein undeutliches Bild vom Stande der Friedensverbandlungen. Mündliche Besprechungen finden weder öffentlich, noch geheim statt. Wir glauben aber, daß die innere Vernunft und die innere Gerechtigkeit den Lauf der Dinge in die Linie unserer Vorschläge legen wird. Gleichzeitig bin ich darauf vorbereitet, daß meine Hoffnung sich nicht erfüllt. Den Fricdensvorschlag. wie er uns am 17. Mai überreicht wurde, werde ich Ziicht unterzeichnen. Kleine Zugeständnisse betrachte ich nicht als wesentliche Aende-rungen. Wir unterzeichnen nicht unser Todesurteil, noch die Aberkennung unserer Ehrenrechte. Die Grenze unserer nationalen Selbit- „Für dein Benehmen fehlen mir die Worte!" fuhr er sie an. „Oder mir für das steinige! Schämtest du dich denn gar nichtz jetzt noch jene Schuld oinkasjieren zu wollen?" „Ich mochte dich fragen, ob du dich nicht schämtest, deinen Alaun jo bloßzustellen?" Drohend ballte er die Hände. „Du siehst aber. Leine Großmut war umsonst, man nahm sie nicht an! So leicht verschenkt man keine breißigtaiisend Mark, meine Teure!" „Man muß da von Fall zu Fall entscheiden Schmutzige Geldgeschäfte sind mir verächtlich " „Weib, mache mich nicht rasend!" Er faßte ihren Arm mid schüttelte sie heftig. Mit einer einzigen Bewegung befreite sie sich von ihm. „Du vergißt dich! Weshalb bist du eigentlich jetzt mir der Forderung hervor-getreren? Es muß doch ein Grund dazu Vorgelegen haben." „Ein triitioer soaar! Di"üm bvchm'ttio?!! Lumpenbaron charau zu erinnern, was er mir eigentlich z» verdanken hat, war cs hohe Zeit! ' entgegnete er gehässig. „Bestand diese Erinnerung darin, daß du die Baronesse Ruth beleidigt hast?" lächelte sie und in diesem Lächeln lag so viel Geringschätzung, daß er dnnkelrot wurde. „Du hast gehorcht?" (Fortsetzung folgt.) achtung ist da gegeben, wo man uns zumutet, deulsche Bevölkerung und ihr Land wegen materieller Vorteile unserer Gegner preiszugeben. Darin sind wir alle einig. Was geschehen wird, wenn die Gegner kein Verständnis zeigen, weiß ich nicht. Aber ich nicht. Aber eins ist sicher: Der Entschluß Deutschlands wird von der Delegation und der Regierung einhellig gefaßt werden und das deutsche Volk wird dahinter stehen. Der Kampf um Kärnten. Laibach, 12. Juni. Im „Slovsneo" gibt der Laibacher Fürstbischof Dr. Zeglitsch eine Schilderung seiner Lindrücke in Paris, wohin er mit den südslawischen Delegierten gereist war. lieber die Geschichte der Ab-grenznngsfrage zwischen Deutschösterreich und Zugoslawien äußert er sich in folgender Weise: Wir wurden nach Paris gerufen wegen Kärnten, lind wirklich die Lage war verzweifelt. Kurz vor unserer Ankunft faßte der viererrat einen für uns äußert ungewissen Beschluß über die Grenzen Jugoslawiens gegenüber Deutschösterreich und Ungarn. Unsere Delegierten erreichten durch ihr besonders geschicktes Auftreten einen ungewöhnlichen Lrfolg, nämlich Revision dieses Beschlusses. Durch diese waren die Grenzen in Steiermark genügend günstig festgesetzt. Nur Kärnten war noch in Gefahr. So war die Lage bei unserer Ankunft in Paris. Unter der außerordentlich geschickten Führung unseres Landeshauptmannes Brejc besuchten wir die angesehcndsten und einflußreichsten Amerikaner. Mit Lrfolg betonte er, daß es für uns viel schlechter sein werde, als unter Oesterreich, wo wir zwar zerstückelt und bedrückt, dennoch in einem Staate waren, während man uns jetzt unter vier Staaten teilen will. Der Kampf ging um das Klagenfurter Becken. Die Lage änderte sich jeden Tag. Durch ein entschiedenes Auftreten erreichte unsere Delegation den Lrfolg, daß in den am 2. Zum den ver-tretcrn Dentschösterrsichs überreichten Frie-densbodingungen die zukünftige Kärntner Grenze zwischen Jugoslawien und Deutsch-österreich noch nicht genannt ist. GnthMungen über neue Umtriebe der Unabhängigen. Weimar, 12. Juni. In der Nachmit-tagssitzuny des sozialdemokratischen Parteitages ergriff Reichswehrminister Noske daS Wort und erklärte: Die Früchte der Revolution und einer neuen wirtschaftlichen Entwicklung reifen nicht im Laufe von vier Wochen. Für die Durchsetzung unserer großen politischen und wirtschaftlichen Probleme brauchen wir Zeit. Unser Unglück ist eS, daß wir lue Regierung übernehmen mußten in einer Zeit, wo wir Millionen Menschen nicht satt machen können. Wir können des-halb auch nicht die unglaublichen Lohnforderungen dulden, die von allen Seiten auf uns eindringcn. Deutschland ist bankerott und in wenigen Wochen werden wir wirt-iebaftlich so geknebelt sein, daß man entweder ein Dummkopf oder ein schamloser Demagoge ist) wenn man trotzdem die jetzigen Forderungen wciiertreibt. (Lebhafter Beifall.) Der Redner erklärt, es sei gewiß ein Jammer, daß die deutschen Proletarier heute die Waffen gegeneinander führen müssen, aber nicht wir — sagt er — sondern die Liebknecht, Ledcbour und Genossen waren es, die ihre Anhänger ans die Straße schickten. Der Minister beschäftigte sich dann mit den Klagen über die freiwilligen Truppen und führte ans. daß sie von Woche zu Woche besser und disziplinierter geworden sind. Neben der Kritik soll man nicht vergessen, daß mit Hilfe der Truppen wieder Ordnung im Vaterlande geschaffen wurde. In seinen Reden vor den meisten Truppen-köipcrn habe er stets betont, daß «r in ihnen Sozialdemokraten sehe und daß sie auch die Pflichten von Sozialdemokraten zu erfüllen hätten. Das ganze Heer werde sozialdemokratisch sein. Nach dem Frieden, erklärte der Minister, werden wir erst recht genötigt sein, das Werbesystem beizubehaltcn. Wir haben auch in den Truppen die Staatsbürger zu achten. Dabei weise ich darauf hin, daß eine Partei nicht allein das Recht hat, unter ihnen zu agitieren. (Unruhe.) Während manche Parteigenossen durch eine verallgemeinernde Kritik Mißtrauen gegen die Truppen säen, bemühen sich die Unabhängigen. und zwar in den prominentesten Stellen, sie zu sich herüberzuziehen. (Hört! Hört! Große Erregung.) Sie werden sich morgen über die Einigung mit den Unabhängigen unterhalten. Bis dahin wollen aber die Unabhängigen sich hereits mit Hilfe unserer Truppen in den Sattel setzen. (Allgemeine Bewegung.) Mit erhobener Stimme stlhr der Ncichswehrminister fort: Nach meinen genauen Informationen bemühen sich die Unabhängigen in diesem Augenblicke, den Führern unserer Truppen klar zu machen, daß sie eine patriotische Pflicht hätten, sich ans ihre Seite zu schlagen. (Große Erregung im ganzen HauS. Zurufe: Namen nennen! Hört! Hört!) Es sind daS dicFührerder Garde-Kavallerieschützendivision in Berlin, die Männer aus dem Edenhotel, die geködert werden sollen. (Große Bewegung) Ich ersuche meine Parteigenossen, sich von den Unabhängigen nicht an politischer i Einsicht übertreffen zu lassen. (Be-wecung.) Noch sind wir im Amte, im schweren Amte, nicht aus Vergnügen, sondern weil wir hoffen, Deutschland und das deutsche Volk aus dem Elend herauszu führen. Deshalb — NoSke schlägt mit der Fanst auf den Tisch — harren wir aus! (Anhaltender stürmischer Beifall.) Gkne Note Bela Kuns an die Entente. Budapest, 12. Juni. Bela Kun sandte an den Wi-ner Gesandten der ungarischen Räterepublik folgende Weisung: „Ich ersuche, dem Chef der französischen Mission, Herrn Alizee, die folgende Note zu überreichen: Die Negierung nahm mit Freude von der Absicht, Ungarn zur Pariser Konferenz einzuladen, Kenntnis. Die ungarische Nätcregierung hegt ^ gegenüber keinem einzigen Volk der Welt feindselige Absichten. Sie wünscht mit allen in Freundschaft und Frieden zu leben, umsomehr, als sie nicht auf der Grundlage der territorialen !Jn-tegrität steht. Sie hatte auch nicht die Absicht, die tschechoslowakische Republik anzugreffen und griff sie auch nicht an. Sie wünschte und wünscht, mit deren Volk stets in Fricden und Freundschaft zu leben. Sie hielt stets auf die von den alliierten Staaten festgesetzten Demarkationslinien und achtete die Bestimmungen der Militärkonvention vom 13. November. Sie stellte jedoch mit Bedauern fest, daß die Truppen der tschechoslowakischen Republik und des südslawischen und rumänischen Königreiches unter Miß-achtung der geschlossenen Abkommen angriffs-weise vorgingen. Kurze Nachrichten. Eine Weltausstellunk- In Detroit soll im Jahre 1922 eine Weltausstellung statt-findcn. Deutsche Ferienkinder in Schweden. Die erste Partie deutscher und deutschöster-rcichischer Ferienkinder ist in Südschweden und Stockholm etngetroffcn. Die gesamte Presse stellt fest, daß ihre Fahrt durch das Land einem förmlichen Triumphzuge glich. In Stockholm war die halbe Stadl zu ihrem Empfange am Zentralbahnhof. Von den 600 Kindern sind 200 drutschösterrei-chische. Die Dividende der Länderbank. Wien, 12. Juni. Zn der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrates der Länderbank wurde für das vergangene Geschäftsjahr die Auszahlung einer Dividende von 5 Prozent be-schloffen. Neuwahl des Linzer Bürgermeisters. Linz, 12. Juni. Gestern fand die konstituierende Sitzung des Linzer Gemeinderates statt, der bekanntlich nach der Wahl aus 33 Sozialdemokraten, 17 Christ-lichsozialen und 10 Deutschnationalen besteht. Zum Bürgermeister wurde gewählt der Sozialdemokrat Dametz, zum ersten Stellvertreter der Sozialdemokrat Mehr, zum zweiten Stellvertreter der Christlich-soziale Dr. Stampfl. Marburger- und Xages-Nachrichien. Die „Marburger Hütte" steht seit kurzem unter Aufsicht der SHS. Regierung, von dieser wurde nun angeordnet, daß sämtliche Aufschriften und Wegweisertafeln in slowenischer Sprache ausgeführt werden müssen, doch dürfte diese Verfügung über Ersuchen der vereinsleitung dahin eine Ab-änderung erfahren, daß doppelsprachige Be-Zeichnungen bewilligt werden dürften. Auch wurde verlangt, daß Ausflügler slawischer Nationalität in ihrer nationalen Bewegungsfreiheit in keiner Weise gehindert werden. Ebenso wurde das Absingen nationaler Lieder und bas Halten von Reden provokatorischen Znhaltes bei sonstiger sofortiger Sperre der Hütte strenge untersagt. Dies wird hiemit allen Vereinsmitgliedern und sonstigen Hültenbesuchern mit der Bitte zur Kenntnis gebracht, sich ausnahmslos an Liese Vorschriften zu halten um nicht nur unnötige, sondern auch den Verein auf das schwerste schädigende Folgen hervorzurufen. — Die Vereinsleitung. Das hiesige Bolizeikommissariat teilt mit, daß infolge Verlegung der Amtslokali-täten am Montag den 16. Zuni am Dom-platz kein Parteienverkehr statlfindet. Ab Dienstag den 17. Zuni befinden sich die Amtslokalitäten des Kommissariats in der Hammerlinggaffe (in der früheren Lehrsrinnenbildungsanstalt) und wird der Parteienverkehr ab 17. Zuni dort stattfinden. Parteien, die für Rlontag vorgeladen sind, wollen also Dienstag in den neuen Amtslokalitäten erscheinen. Fußball - Gegenwettspiel ans der Theken. Sonntag den 15. Zuni mit dem Zeirpunkte 16 Uhr (4 Uhr nachmittaas) findet auf der Thesen ein Fußballwettspiel zwischen den besten Marburger Mannschaften „Rapid 1" und „Rote Elf" statt. Da bei diesen, Revanchespiel wohl ehrlich um die Siegespalme Marburgs gerungen wird, ist für die Zuschauer ein hochinteressantes Spiel zu erwarten. Darum Sportfreunde auf zum Wettspiel auf der Thesen. Bestregelschieben. Heute Freitag und morgen Samstag beginnt das große Best-kegelschieben im Kreuzhof um 16 (4) Uhr, Sonntag den 15. d. um 9 Uhr. preisver-teilung Sonntag den 15. Zuni um 20 Uhr. Mohren-Apotheke, Herrengasse Magda-lenen-Apotheke, Kaiser Wilhelms-Platz, und «Schutzengel-Apotheke, Tegetthoffstratzc, ver-sehen diese Woche bis einschließlich Samstaa d. Nachtdienst. Kino. Marburger Bioskop. Der Glanzfilm „Lärmen" hat heute seinen erste» Spieltag. Die hervorragenden Filmkünstler Harry Lüdke und pola Negri sind in den Hauptrollen beschäftigt. Lin Film, so recht nach den, Ge-schmack des großen Publikums! Nach der gleichnamigen Oper für den Film bearbeitet von Hans Kraly (Regie: Ernst Lubitsch). Die Handlung enthält eine Reihe starker Konflikte und ist überaus spannend, pola Negri, bildschön und elegant, hat die weibliche Hauptrolle inns, die sie voll Liebreiz und Anmut verkörpert. Harry Lüdke ist ihr Partner, dessen vornehme Ruhe und edles Gebärdenspiel immer wieder fesseln und entzücken. Zum Schluße muß auch der Photographie Erwähnung getan werden, da sie einfach mustergültig ist. Eingesen-el. Slowenischer Sprachkurs für Anfänger. 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