SrttsslUtran t ittathanSgasse Nr. 5. ItU»»»« Rt. II, lntRltta*. *k«rg -! "sinn»« M« Soosm i ... K »IC . . • . K « t» «uniWi. . . . K lS*M f»lft 4 1111 mit S-««»», ial «auf I rtonattlö .... X I — . . . K »■-ßalblJWj . ... K »■— •ott»i«l|rt(i . . . . K W- mit« autlait» ft» M< #<»iiii9,;rtiWnc:i um MrMtnra «»jnnaMaM iieittu MI |si CMxftxSliat EHrfstlettnng: Sr«tha«»gasse Wr. 5. tdrWo« ffir. 21. tHimla. • »« « »■«»£: ZiiglUi ,«t» «a«natm« Bet IS.iro- a. In-Ca«c J«n 11—11 Mi- im. 0L9»(4uAra snln itl«i i. laaaftjt tln-Vmnura »«»> Mt ecttpiltuag gego - •# der tiBljB fest-t l'-t* •• tfta».rn e«l>e»c» B-*t Oiü nq-Ixnae, iirt«- ©te »Sntftot fctaAt- «rfifirtni i+n StttrtJDt eiailut «tu», «•ft'MtSaffB H.»ua. Nr. 7 | lUiio planen Dir Grgner im Jliih.j,llir? Der militärische Mitarbeiter der „Bossischen Zeitung" E. von Salzmann gibt an der Hand von Aeußerungen der Presse, sowie aus Grund von Wahrscheinlichkeiten ein Bild dessen, was die Gegner nach ihren tönenden Ankündigungen für das Früh-jähr zu planen scheinen. Er schreibt im Einzelnen: Es bedürfte nicht erst der mit dem üblichen Tam Tam zusammcnberusenen Konferenz in Rom, um uns erkennen zu lassen, daß sich große Dinge aus militärischem Gebiet vorbereiten. Nicht allein der Osten ist in Schwingung geraten, nein, Rom wird uns mehr bringen: auch der Westen und vielleicht auch der Orient werden im Jahre 1917 neue krie-gerische Ereignisse von großer Bedeutung sehen. Zwei große Prinzipien streiten sich bei unseren Geg-nern nach wie vor. DaS eine verlangt Fortführung des Krieges an der Peripherie, um dort vielleicht eine schwache Stelle des Feindes zu erspähen. Wir könn» ci als daS französisch-englische bezeichnen. Saloniki ist sein Ausdruck. DaS andere Prinzip will Konzentrierung der gesamten Macht auf den nach wie vor als ausichlaggeber.d erkannten deutsche Westfront. Das ist daS englische Prinzip, da< die Rorthcliffe-Presse als Erkenntnis ihres militärischen MilarbeiterS Rcpingto» propagier», und daS sich Lloyd ^xorge und Robertson nach den Erfahrungen von Gallipoli und Kul el Amara zu eigen gemacht haben. Zn diesem Zusammenhang möchte ich aus die Kampazne hinwei en, die augenblicklich in der französischen Presse über die Neutralität der Schweiz gefühirt wir». Die französischen Zeitungen beschästi-gen fsich ohne jeden ersichtliche» Grund ganz äußere ordemtlich damit, ob der deutsche Generalstab einen Einmarsch und Durchbruch durch die Schweiz gegen den 'französischen rechien Flügel plant. Hier in Deutschland gibt S wohl nicht einen denkenden Mensschen, der nicht selfensest davon überzeugt wäre, daß lein solches Beginnen niemals in der Absicht unserfer Obersten Heeresleitung ge'egen habe oder Türkische Iiruüenschönheit. Orientalische Schönheitsmittel. Wenn von dcr türkischen Frau die Rede ist. s» wird damit nicht etwa ein besonderer Begriff gegeben, sondern es werden darin alle Frauen zusammengefaßt, die innerhalb deS türkischen Reiches leben. Zu diesem großen Krei» gehört ebensowohl die OSmanin. wie die Araberin, die Kurrin, die Armenierin, Griechin, Jüdin, Levantinerin, Tscherkessin usw. ES sind untereinander wohl verschiedene Rassen, die zum Beispiel dcn Begriff der „schönen Türkin" recht weit und dehi.bar erscheinen lassen. Die berühmteste Schönheit deS Oiient» ist wohl die Zirkassierin oder Tscherkessin. Tscherkessinnen süllen die Harem? der Sullane und Großen de» Reiche». Zir-kassiiche Sklavinnen erzielten wegen ihrer Schönheit die höchsten Preise. Neben der Tscherkessin behauptet sich, waS körperliche Schönheit betrifft, zunächst die Araberin. Die Uraberinnen kommen dem mittelländischen Typus sehr nahe. Ihre Bugen find groß, dunkel und »on tiefer Glut, und auffallend ist die große Regelmäßig-keit wer Züge und da» nach unten in feiner Bogen-linie schmäler werbende Oval de« Gesichtes. Ihr straf» fer, «ft wie aus Bronze gegossener Körper ist unend-lich rreijvoll. Aber die Schönheit der Araber!» ist, wie der «ttomanische Major a. D. Franz Karl Endres, ein genuiner Kenner der Türkei, in seinem bei Artur Hertz in Wiinchen jüngst erschienenen, sehr interessanten Buche „Türikische Frauen' ausführt, recht flüchtig. Mit 2b Jahreen ist die Blüte der Jugend dahin, namentlich bei , Mittwoch den 24. Jänner liegt. Was ist also der Grund des französischen Presfeseldzuge« und der gän»lich unnötigen französi-schen Erklärungen an die Schweiz, daß ihre Neutra-lität niemals verletzt werden sollte? Nach den Borgängen zu Napoleons Zeiten liegt die Annahme sehr nahe, daß die Oberste HeereSlei-tung unserer Gegner ihrerseits den Durchmarsch durch die Schweiz plant. Wie man darüber im französischen Lager dachte und sicherlich auch heu>« noch denkt, möchte ich auS dem F. M. Kircheisen-schen Buche über Napoleon zitieren. Der Schweizer außerordentliche Gesandte und Abgeordnete der Tag-satzung in Freiburg, Landamman Reinhard, kam mit Napoleon in RegenSburg am Lb. April 1809 zu einer Unterhandlung zusammen. Französische HeereSabteilungen halten Schweizer Boden betreten und die Westgrenzc der Schweiz verletzt. Napoleon sagte im Gespräch zu Reinhard: »Zch sehe in die-scm Augenblick nicht», wa» Sie beunruhigen könnte. Ich verlange nichts von der Schweiz. Was sollte ich auch von Ihnen fordern? Etwa durch die Schweiz nach Deutschland vordringen? — Die Stra-ßen stehen mir offen. — Nach Italien? Dafür hab« ich ja den Simplon; da« WalliS gehört nicht mehr der Schweiz an. — Würde ich g schlagen — olle Heere können geschlagen werden — ja dann, dann würde ich durch die Schweiz ziehen, ich verhehle es nicht, und müßte ich auch dasür einen Borwand, selbst dcn einer Schmähschrift gebrauchen.* Da haben wir die sranzösische Logik klar und deutlich. Genau so ist eS heule. Die Schmähschrift ist in moderner Form längst da und schon viele hun-dcrtmal verschrieben worden. Mit der Entwicklung der militärischen Lage würde eS genau wie damals in Einklang stehen, wenn die französischen Truppen den Durchmarsch durch die Schweiz zu erzwingen versuchen würden. Das römische Programm schließt, wie jetzt schon deutlich erkennbar ist, die rücksichts-loseste Brutalisierung der Neutralen m sich. Dar» über, daß man sranzösiicherseitS die Schweiz nicht schonen würde, kann kein Zweisel herrsche«. Wie die Schweiz selbst darüber denkt, erhellt au« den Wor-ten deS bekannten militärischen Mitarbeiters des Berner .Bund', Heinrich Stegemann, vom 5. d.: „Wir glauben auS diesem und auS politischen Grün- der Beduinin. Vielleicht geht deshalb durch da« Liebe«-leben dieser Orientalen der Zug von hastigem Genießen, der im lebhaftesten Gcgensab zu ihrer sonstigen Gleich-giltigk.it gegen die rinnende Zeit steht. Die überwiegende Mehrzahl aller OSmaninnen stellt einen Mischlypu« vor, in dem die zur alten Rasse hinzugekommenen neuen Rassenelemente die völ« lige Oberhand gewonnen haben. Griechen, Armenier und Juden, namentlich aber lscherkessen und Georgier (durch die von ihnen gelieferten Sklavinnen), haben den türkischen Ttzpu« im »«manischen Volk auf da« gründlichste und durchaus vorteilhaft verändert. Nach einigen Jahren dcr Ehe wird die OSmanin in dcr Regel dick und schwammig, ihr Gang gleicht dem Watscheln einer Ente. Die Zü.ie des Gesichte«, da« an der OSmanin noch da« Schönste ist, zeigen häufig unschöne Linien, zu starke Augenbrauen, die wenig gut geführt find, dicke, allzu sinnliche Lippen, ein Doppelkinn, schwere, eine« müden Eindruck erwek-kende Augenlider. Oft läßt starke« Schnüren alle« (Überflüssige über und unter dem Korsett übermäßig herau«treten. Aber der Türke, dessen SchönheitSempstn-den mir stet« ein Rätsel war, liebt breite Hüften bei der Frau. Da« Gefühl de« türkischen Weibe« von ihrer Pflicht zur Schönheit trifft man Im ganzen Orient. Daher auch dic entwickelte Schönheitspflege, die freilich ihre große Ueberlieferung hat. Selbst dic ärmste Fel lachenfrau färbt ihre Nägel, wohl auch ihre Hand-flächen, mit Henna. Die Sitte ist sehr verbreitet in allen unteren und vielen mittleren Schichten der Be- 42. Jahrgang. den nicht a» eine bewußte Verletzung der Neutrali tät, halten aber für selbstverständlich, daß man an-gesicht« der zum äußersten gespannten Kampsiätigkeit des dritten KriegSjahreS, die n»e gesehene Massen in Bewegung bringen wird, diese militärisch-geographische Position durch militärische Bereitschaft so verstärkt, daß sie in keinem wie immer gearteten Fall auS dem Gleichgewicht gerückt werden kann. Damit sichert man die Neutralität gegenüber allen kriegsührenden Parteien in gleicher Weise, ohne die guten Absichten und feierlichen Erklärungen derselbe» im geringsten anzuzweifeln.* .. AuS der englischen Presse kann man — wenn auch nach den Ersahrun zen zweier KriegSjabre gut versteckt — herauslesen, daß an den Fronten Gro-heS bevorsteht. Wir müssen mit einem englischen kombinierten Land-, See- und Luftangriff rechnen. Nie könnte England eS verwinden, daß sein Schwert und Schild, seine große Flotte In diesem Feldzuge nicht zur Aktion gekommen ist. Der neue Admiral Beatty ist zudem ein Diausgänger. Er wird eS sich nicht nehmen lassen, zu versuchen, die ihm anvertrauten Schiffe in Aktion zn bringen. Der englischen See- und Luftflotte wird der Angriff auf die flandrische Küste als Diversion und als Haupt» angriff aus die Nordseeküste zufallen. DaS fordert die englische Kritik und das wird sie auch durch-setzen. Die Neutralen, Holland und Tänemark, können da leicht in Mitleidenschast gezogen werden. Auch hier geht eS wieder nach dem Prinzip, möglichst zu droben, um den Gegner gefügig zu machen. Tag sür Tag können wir diese Drohungen lesen. ES kann kein Zweifel darüber herrschen, von welcher Seile der Kriegführenden dcr kleinen Neutralen Mitteleuropa», Schweiz, Holland und Dänemark, unliebsame Ueberraschung wartet. Dir Lücke» im öltr» rrichischen Nrichsratr. Die politischen Besprechungen deS Minister-Präsidenten Grafen Clam Martinitz mit den Partei- völkerung. Die türkische Frau blickt mit Verachtung auf diese Art „schön* zu sein herab, aber nur de<-halb, weil sie andere und bessere Mittel hat, de» glei» chen Zweck zu erreichen. Al« Fäibe und Schönheit«» mittet dient vor allem Henna, eine in Kteinasten, Aegypten und Arabien vorkommende Pflanze. Wahr-scheinlich ist e« der Kypro« der antlken Welt gewesen. Man hat Mumien gefunden, deren Finger mit Henna rot gefärbt waren. Will die Frau auch die Handflächen und die Gelenke an Händen und Füßen färben, wa« Bräute vor der Hochzeit zu tun Pflege», dann muß da« Färben mehrere Tage nacheinander vorgenommen werden. Henna hat auch viel mit der Liebe zu tun. Es gilt im Orient hier und dort al» Aphrodistakum, gehört aber al« solche« nicht zu den physikalisch, fon» dern suggestiv wirkenden Mitteln, also zu den Zauber-Mitteln der Lieb«. Weitaus verbreiteter und im Toillettezimmer jeder Dame vorhanden Ist «In anderer Faibstoff, Kohol. Da» ist zu feinstem Pulver verriebene« Anilmon. Die Türkinnen verwenden da« Pulver in verschiedener Dar« stellunz dazu, um ihre Augen größer und dunkler er-scheinen zu lassen. Sie reiben die Augenschminke I» da« obere Augenlid. Diese Sitte ist ganz allgemein. Und c« gilt »l« ebenso unvornehm, sich die Augen nicht zu schminken, wie bei un« etwa, sich dl« Nägel nicht zu pflegen. Gesicht«schmtnke ist im Orient namentlich b«i den „Damen" üblich. Schminken find in allen Farben vor-Handen. Weit über die Grenzen der Türkei hinaus find Seite 2 führern haben dieser Tage begonnen und damit ist die parlamentarische Kampagne in Oesterreich ge-wiffermaßen eröffnet. Freilich ist an eine Einberu-fung deS österreichischen ReichSrateS für Jänner, wie sie daS Kabinett Körber geplant hatte, nicht mehr ju denken und man spricht jetzt Zschon von Miite März als frühesten Einberufungstermin. Jmmeihin ist der Zeitpunkt gekommen, Blick auf die Partei-Zusammensetzung deS österreichischen Abgeordneten-tzauseS und des Herrenhause» zu werfen. Die aus-fallendste Erscheinung, die inS Auge fällt, find die grobe» — Lücken, welche Tod, Krieg und andere Umstände in die Reihen der Volksvertreter und de« Oberhauses gerissen haben. Unter dcn erwähnten „anderen Umständen" spielen die Verurteilungen we-gen — Hochverrats oder die Flucht inS seindliche Autland eine leider erhebliche Rolle. Gehängt wurde der italienisch: Sozialdcmokrat Battisti. Zum Tode verurteilt und zum Teil zu langjährigen Kerterstrafen begnadigt wurden die Abgeordneten Kramarsch und Rasin (Jungtschechcn) und die russophile» Ruthenen Markow und Kurylowicz. Zu Kerkcrstrasen verurteilt wurden serner die tschechisch-radikalen Abgeordneten Choc, Burival, Netoliqky und Vojna, sowie der slo-wenische Abgeordnete Grasenauer. InS Ausland ge-flüchtet sind die tschechischen Abgeordneten Professor Masaryk und Dürich, sowie die meisten italienischen Abgeordneten. Im Kriegt gefallen sind vier Abge-ordnete: Fuchs, Lößl, Dr. Pollaus und Seidl, zwei Abgeordnete sind in KriegSgesangenschast geraten: Malik und ZamorSki, vier Abgeordnete sind von den Russen verschleppt und interniert: Breiter, Dr. Oku-niewSki. Petrycki unv Staruch. Im Abgeordneten-Hause werde» bei seinem Zusammentritte 48 Sitze leer bleiben. Die Stärke der Parteien ist gegenwältig folgende: Deutscher Nationalverband 96, Ehristlichsoziale 66, deutsche Sozialdemokralen 41, Tschechenklub 96, Polenklub 77, Ukrainer 26, Südslawen 31, Unio Laiina P, Wilde 15 Mitglieder. DaS Herrenhaus zählt gegenwärtig außer 11 Prinzen de» kaiserlichen Hauses 227 Mitglieder. Davon sind 91 Träger der erblichen Herrenhaus-würde. 119 Mitglieder aus Lebenszeit und 17 Kir-chenfürsten. Die Zahl dcr großjährigen kaiserlichen Prinzen betrug bei Beginn der 21. Session 16. Seither sind die Erzherzoge Rainer, Franz Ferdinand, Ludwig Salvator und Ferdinand Karl (Ferdinand Burg) gestorben. Hingegen dürsten demnächst 9 Erz-Herzoge, die das großjährige Alter erreicht haben, in die Matrikel des Herrenhauses ausgenommen werden und zwar die Erzherzoge Franz Karl Salvator und Hubert Salvator. Höhne deS Erzherzogs Salvador; Leo Karl und Wilhelm, Söhne des Erzherzog» Karl Stephan; Joseph Franz, Sohn des Erzherzog« Joseph August; Maximilian, der Bruder deS Kaisers; Rainer Karl und Leopold, Söhne des Erzherzogs Leopold Salvator; und Albrecht, Sohn deS Erz. Herzog» Friedrich. Die erbliche HerrenhauSwü de wurde seit 1361 an 113 AdelSgeschlechier verliehen. Für eine Anzahl davon ist aber die Herrenhau»-würde durch Erlöschen de» ManneSstammes verloren die türkische braune Umbra und der armenische rote BoluS al» Schminken berühmt geworden. Zum Blau? färben wird ein« Masse, au« grob gemahlenen Indigos blättern hergeitellt, verwendet. Die Levantinerin leistet hierin Erstaunliche«. Dann kann man auch Gesichter sehen, die nicht mehr lächeln können, weil alle ihre Runzeln mit Emailschmink« überzogen sind, ganz dick, meterdick möchte man sagen. Andere versuchen, die natürliche Haut möglichst weiß und rein zu halten, und legen zu diesem Zweck Pasten in der Nacht auf ihr Gestcht. oder nehmen Kleicnbider oder wasch«n sich mit d«n geheimnisvollsten Mixturen. Die Handpflege ist nur in drn obersten Schichten der türkischen Gesellschaft üblich. Man hat viel Gele-legenheit im Orient, schöne Hände, die große Zier einer schönen Frau, zu beobachten. So findet man bei Türkinnen und Araberinnen Hände, di« trotz der Spu-ren der Arbeit ihre natürliche schlanke Schönheit sich bewahrt haben. Auch die Levantinerinnen, die entweder schmutzige oder außerordentlich sorgsam gepflegte Hände haben, zeigen meist edle Formen d«r Hände, selbst un> ter dem Schmutz. Wie alle« mohammedanisch« Leben religiös beeinflußt ist, so auch — die Ko»metik. Der Prophet, der selbst ein großer Kenner der Frauenschön-heit war, hat den Frauen sieben Schönheitsmittel er-laubt, allerdings mit dem beengenden Zusatz, um den Gatten zu fesseln. Diese sieben sind: Haarlocken auf dcr Stirn, Schönheitspflästerchen, rote und weiße Schminke. Rußpulver für die Lider, Haarfarbe für die Brauen, und Henna. Deuifcke Wacht gegangen. Dahin zählen die Familien Sollalto, Kau-nitz, Lamberg, M-tternich. Stirn, SanguSzko. Sa-pieha, WraliSlaw, Schlick, Porcia, Sachsen Koburg-Gotha. Falkeuhayn. Dagegen wiirve der Eintritt in die erbliche Herrenhauswürde bewilligt dem Grasen Philipp Gudenu», dem Füisten Albert Thurn und Taxis, dem Grafen Karl Buquoy und dem Grafen Karl Schönborn. Die erbliche Herrenhauswürde des verstorbenen Fürsten Franz Thun wird auf feinen Bruder den Fürsten JaroSlaw Thun übertragen werden. Die größte Verminderung hat dic Zahl der lebenslänglichen Mitglieder des Herrenhauses ersahren; c» fehlen an der durch dcn gesetzlichen Numerus Clausu« vorgeschriebenen Mindestzahl 31, an der Höchstzahl 51. Zur Ausfüllung dieser Lücke stehj ein großer PairSschub bevor, der vor dem Zusammen-triUe de« Reichsrate» erfolgen wird. In politischen Krciscn spricht mc.n von der bevorstehenden Ernennung von 5,0 neuen PairS auf Lebenszeit. Jeden-falls werden sowohl da» Abgeordneten-, wie daS Herrenhaus ein von ihren Vorgängern wesentlich ver-schiedencö Bild darbieten. Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Rußland und Rumänien. Die Berichte des österreichischen General st ab« S. Amtlich wird Verlautbart: 20. Jänner. Front dc» GeneralfeldmarfchallS von Mackenscn. Der O>t Nanesti westlich von Re» moloasa wurde durch deutsche Regimenter gestürmt. Front des Generalobersten Erzheizog Josef. Nördlich de« SusitataleS sandten auch gestern Rus-sen und Rumäncn ihre Truppen zum Angriffe vor. Alle fünf Anstürme scheiterten, wobei der Feind außer schweren blutigen Verlusten 400 Gefangene einbüßte. 21. Jänner. Bei der Erstürmung dcs Brücken-köpfe« Nanesti westlich von Nemoloasa wurden 556 Gefangene, 2 Maschinengewehre und 4 Minenwerser eingebracht. Im Mestic>'nesciabschnitt wirkte gestern nach-mittag starke russische Artillerie gegen unsere Stel-lungen. Nachfolgende Angriffsversuche der Russen scheiterten schon in den ersten Ansätzen. Ein öfter-reichisch-ungarischer Flieger zwang «in feindliches Flugzeug bei Marmarosziget zum Landen. Flugzeug und Insassen fielen unversehrt in unsere Hand. 22. Jänner. Im Odobescigebirge wurden feind-liche Ausklärungttruppcn abgewiesen. Oestlich Niet-nica in Wolhynien stießen Abteilungen dcS Brünner JnsanteneregimenteS Nr. 8 überraschend in die ruf-fischen Gräben vor und brachten einen Offizier und 109 Mann, ein Maschinengewehr und einen Minen-werfer ein. Gut geleitetes Geschützfeuer fügte dem Gegner starke blutige Verluste zu. 23. Jänner. Die Bulgaren gewannen bei Tul-cea daS Nordufer deS St. Georg-Armes. An der unteren Putna wurden ruffische Vorstöße abgewiefcn. Ebenso fühlten südlich deS KasinutaleS feindliche Abteilungen vergeblich gegen unsere Stellungen vor. Bei der Armee de» Generaloberst«» v. Köveß stellenweise lebhafterer Geschützkampf. Der Stellvertreter deS Ches» dcs Gcneralstabe«: v. Höser, Feldmarschalleutnant. Die Berichte der Deutschen Ober st en Heeresleitung. 20. Jänner. Front des Generalobersten Erz-herzog Josef. In den Ostkarpathen ni'rdlich Bclbor griffen mehrfach kleinere russische Abteilungen unsere Stellungen erfolglos an. An einer Stelle überraschend eingedrungen«! Feind wurde im Handgemenge zu-rückgeworsen. Nördlich deS SusitataleS erneuerten die Rumänen an denselben Stellen, wie tagszuvor ihre verzweiselten Angriffe. Fünfmal wurden sie nach schwerem Kamps« blutig abgewiesen. Außer mehreren hundert Toten, die vor unseren Stellungen liegen, vnlor der Angreiser 400 Gefangene. Heeresgruppe des GeneralfeldmarfchallS von Mackenfen. Starkes Schneetreiben und schlechte Be-leuchtung bchinderten die Tätigkeit unserrr Artillerie. Trotzdem wurde der am Sereth gelegene Ort Na-ncsti von deutschen Truppen im Sturm genommen. 21. Jänner. Front dcS GeneralseldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Oestlich von Barano-witschi drangen deutsche Stoßtrupps in dic russi> schcn Gräben ein und brachten dabei 17 Gefangene zurück. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den Ostkarpathen kam ein geplanter feindlicher Angriff an der Valeputnastraße in unserem wir- Nummer 7 kungSvollen Artillerieseuer nicht zur Entwicklung. Kleine russische Vorstöße wurden abgewiesen. Heeresgruppe dcS GeneralseldmarschallS von Mackensen. Mit Nanesti fiel am 19. d. der ganze von den Ruffen dort zäh verteidigte Brückenkopf in unsere Hand. Pommern, Altmärker und Westprcußen stürmten mehrere seindliche Linien mit stark auSge-bauten Stützpunkten. Der Ort selber wurde in hei-ßem Häuferkampf genommen. Die über die Sereth-brücken zurückflutenden Ruffen wurden von unseren Batterien und Maschinengewehren flankierend gefaßt und erlitten schwere Verluste. Ein Offizier, 555 Mann, zwei Maschinengewehre und vier Minenwer-fer fielen in unsere Hand. 22. Jänner. Front des GeneralseldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Westlich Friedrich-stadt wurden nacht» angreifende ruffische Jagdkom-mando» abgewiesen. Front deS Generalobersten Erzherzog Josef. In den Ostkarpathen kam c» an mehreren Stellen zu Vorseldkämpscn, die günstig für uns vciliesen. Nördlich dc» OitoStaleS war die beiderseitige Artil-lerietätigkeit zeitweise lebhast. Heeresgruppe des GeneralseldmarschallS von Mackensen. Westlich Panciu griff eine feindliche Kom-panie unsere Sicherungen an der Putna an; sie wurde zurückgeschlagen. 23. Jänner. Front des GeneralseldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. LängS der Düna und südwestlich von Luck steigerte sich vorübergehend daS Artillerieseuer. Westlich von Dünaburg vertrieb unsere Grabendesatzung eine russische Streisabteilung. die im Morgengrauen in die vorderste Linie einge-drungen war. Front dcs Generalobersten Erzherzog Josef. An einigen Stellen der Waldkarpathen und deS GrcnzgebirgeS zur Moldau kam es bei sichtigem Frostwetter zu regeren Ariilleiiekämpfen. Bei Vor-feldgcfcchtcn nahmen deutsche und österrcichisch-unga-rische Truppen dem Gegner zwischen Slanic- und Puina-Tal 100 Gesangene ab und schlugen südlich des KasinutaleS stärkere seindliche Vorstöße zurück. Heeresgruppe deS GeneralseldmarschallS von Mackensen. Am unteren Putnalaus hatten Vorposten-gesechle ein für uns günstige» Ergebnis. In der Dobrudjcha überschritten bulgarische Truppen bei Tulcca den südlichen Mündungsarm der Donau und hielten sein Norduser gegen russische Angriffe. Gegen Frankreich und England. Berichte deS Großen Hauptquartiers. 20. Janner. Bei Wyl scharte und westlich La Baffee wurden heute nachtS angreifend« englische Patrouillen abgewiesen. Zwischen Doller und Rhein« Rhone-Kanal angesetzte ErkundungSuuternehmungen sind von württembcrgischen Truppen erfolgreich durch-geführt. 22. Jänner. Bei LcnS wurde ein schwächer« englischer Angriff im Handgranatenfeuer abgefchla-gen. Bei Bezonvaux und östlich von Pont-a-Musson brachten ErkundungSabteilungen von kurzen Vorstößen in die feindlichen Stellungen mehrere Fran-zofen und ein Maschinengewehr zurück. 23. Jänner. Heeresgruppe deS Kronprinzen Rupprecht. Nordöstlich von AimentiereS drangen Er-kundungSabteilungen bayerischer Regimenter in die feindlichen Gräben und kehrten mit einigen Gesan-genen und Maschinengewehren zurück. Gegen unsere Stellungen nordwestlich von FromelleS vorgehende englische Trupps wurden abgewiesen. Im übrigen behinderte nur zeitweilig nachlaffender Dunst die Artillerie- nnd Fliegertätigkeit. Der Krieg gegen Italien. 23. Jänner. Amtlich wird verlautbart: Lage unverändert. 23. Jänner. Amtlich wird verlautbart: Nächst Görz nahmen unsere JagdkommandoS einen feindli-chen Graben, brachten drei Offiziere und 134 Mann als Gefangene ein und erbeuteten drei Maschinen-gewehre. Der Stellvertreter de» ChesS des GeneralstabeS: v. Höser, Feldmarschall-Leutnant. Der Seekrieg. Eine Prise des Kaperschiffes.. 19. Jänner. Am 31. Dezember 1916 ist der englische Dampfer „Zfarroivdale" (4600 Bruttoregi-stertonnen) als Prise in den Hasen von Swiue-münde eingebracht worden. Der Dampfer hatte ein deutsches Prisenkommando in der Stärke von 16 Mann und 469 Gesangene. näml'ch die Besatzungen von einem norwegischen und sieben englischen Schis-fen, an Bord, die von einem unserer Hilfskreuzer Nummer 7 Kritische Wacht Seile 3 im Atlantischen Ozean ausgebracht waren. Die La» düng der aufgebrachten Schiffe bestand »orwiegend au» Kriegsmaterial, da» von Amerika kam und für unsere Feinde bestimmt war, und LebenSmitteln. darunter 6000 Tonnen Weizen, 2000 Tonnen Mehl, ferner au» 1900 Pferden. Der eingebrachte Dampfer ..Darrowdale" hatt« 117 Lastautomobile, ein Per-fouenautomobil, 6317 Gewehrpatronen, 30.000 Rollen Stacheldraht, 33 0 Tonnen Stahl in Knüp-peln, außerdem viel Fleisch und Speck an Bord. Bon den versenkten Dampfern waren drei englische tewnffnet. Unier den Besatzungen der aufgebrachten Schiffe befanden sich insgesamt 103 Angehörige neu-traler Staaten, die ebenso wie die feindlichen Staat«-angehörigen in die KriegSgesangeoschast abgesührt worden sind, soweit sie auf den bewaffneten feind-lichen Dampfern Heuer genommen halten. Führer de« Prifenkommando« war der Offizicrstellvertreter Badewitz. Die Einbringung der Prise wurde bisher au» müitSr.schen Gründen geheimgehalten. Diese sind, nachdem die Erklärung der britischen Admira-litit vom 17. d. erschienen ist, fortgefallen. Bcmer-kenSwert ist, daß die englische Admiralität sich erst dann entschlossen hat, die bereit« längere Zeit zurück-liegenden Verluste den Engländern bekanntzugeben, al« diese durch da« Einlauscn der japanischen Prise »Hudson Maru" in ein«m brasilianischen Hafen auch dem neutralen Auslande dekannt geworden waren. Sin erfolgreiches U-Boot. 12 Schiffe in zwei Tagen torpediert. 20. Jänner. Gestern kamen zwei Kapitäne und 33 Mann der dänischen Dampfer „Gerda" und »Chas-fiemaeriki" an. die Mitte Dezember bei FiniSlerre von einem deutschen U-Boot versenkt worden waren. Am 16. Dezember wurde die ..Gerda" von einem deutschen U-Boot ohne Nummer angehalten. DaS Schiff erhielt eine aus sieben Köpfen bestehende Prisenbeiatzung und würd, darauf al« Rettungsschiff benützt. Am selben Tag« wurde die „EhassiemaerSli" angehalten und versenkt. Die Bcsotzuug von 19 Mann wurde aus die „Gerda" gebracht. Dann ging das U Boot aus Jagd nach anderen Schissen. DaS nächste Opfer war der englische Dampfer „Bayhall", dessen Besatzung (30 Mann) ebenfalls an Bord der .Gerda" gebracht wurde Einige Stunden später er» eilte dem japanischen Dampfer .Tacimarn" dasselbe LoS. Hierauf erhielt die „Gerda" Befehl, FiniS-terre anzulaufen. Dort wurde» die verschiedenen Besatzungen gelandet, woraus die „Gerda" selbst auberhalb der GebieiSgewässer von einer Prisen-besatzung mit Bomben zum Linken gebracht wurde. Zn ;ivei Tagen hatte daS deutsche U-Boot zwölf Schiffe torpediert, darunter norwegische und portu-gtitsische Fahrzeuge. Am südlichen Balkan Bulgarischer amtlicher Bericht. 18. Jänner. Mazedonische Front. Schwaches Alrtikleriefeuer aus der ganzen Front. Südlich von Serre« versuchte eine seindliche Kompanie vorzurücken, siie wurde aber durch unser Artillerieseuer abgewiesen. Im Wardartale und an der Struma feindliche Lust« tütigkeit. Rumänische Front. Feindliche Artillerie beschoß die Siädle Jsaccea und Tulcea. Unsere Artillerie erwid rte. In Tulcea wurden 5 Frauen, 1 Greis und 4 Kinder getötet. 19. Jänner. Mazedonische Front. Nur in ge-wissen Frontabschnitten Artillerieseuer, daS bei Sin-bruch der Nacht in der Nähe de« Dorfes Tarnowo, nordwestlich Bilolja, besonder« heftig wurde. 22. Jänner. Der Generalstab meldet: Maze-donische Front. Zwischen Prespa'ee und Cerna schwaches Artillerie- und Gcwehrfcuer. Im Cernabogen nich'S von Belang. Oestlich der Cerna und in der Gegend von GradeSnica versuch!? eine seindliche Ab-teilung, sich unseren vorgeschobenen Gräben zu nä-Hern, wurde jedoch durch Gegenangriffe verjagt. In dem Gebiete von Moglena spärliches Artillerie-, Ge-wehr-, Maschinengewehr- und Minenwerferfeuer. Im Wardartal und an der Struma schwache» Artillerie-fteuct und «n verschiedene» Stellen Vorpostenzusam-nnenstöße. Türkischer Kriegsbericht. Mitteilungen deS türkischen Haupt» quartier«: l9. Jä.mer. Meiopotamische Front. Im Osten v>on Kut-el-Amara griff d«r Feind nach einer mehr» {Kündige Artillerievorbereit ng am 16. d. dreimal machtin ander einen Teil unserer Stellung an. Alle Angriffe blieben unter schweren Verluste» für den Deind fruchtlos. Am 19. d. griffen Truppen unserer freiwilligen Kavallerie eine aus dem Marsche befind-liche feindliche Kavalleriebrigade an. Der Feind er-litt große Verluste. Dem Feinde wurden außerdem diei Maschinengewehre abgenommen und ein engli-sche« Flugzeug herabgeschossen. Aus Stadt un» Tand. Cillier Gemeinderat Am Freitag den 26. Jänner um 4 Uhr nachmittag« findet eine ordentliche öffentliche Gemeinde-auSschußsitzung mit svlgender Tagesordnung statt: Miiteilung der Hinläuse. Berichte deS RechlSauSschusseS über die Ein-gaben um Zuerkennung de« HeimatSrechleS in Cilli auf Grund de« zehnjährigen freiwilligen und un-unterbrochenen Aufenthalte» betreffend: den Schuh-machermeister Adolf Bursik, dcn Haarpfleger Rudolf Änderwald und den Lohnkutscher Auto» Krempusch und eine Zuschrift der Militärbauabteilung in Araz wegen Aenderung des Vertrages betreffend die Mili-tirbaracken in Eilli. Bericht des BauauSschussrS über eine Eingabe de« Anton Kvssär betreffend die Herstellung eine« AblaufkanaleS in den Dorubach. Bericht« deS Finanzausschusses über: 1. ein Ansuchen deS Deutschen OitSschulvercincS in Hrastnigg um Bewilligung eines Beitrage»; 2. ein Ansuchen deS Fürsorgtvereiiie» für deutsche Flüchtlinge au« Galizien um eine» Beitrag; 3. ein Ansuchen deS BlindenunterstützungSvcreine« „Die Purkersdorfer" in Wien um Widmung eines Beitrages; 4. das Grundkaussanbot de» Fra»z Lchuscha; 5. ein An-suchen der städtischen Amtsdiener um Bewilligung der Erhöhung des BekleidungSgeldeS; 6. den Amts-berichl über die im Jahre 1916 dmchgesührten Desinfektionen ; 7. ein Ansuchen der StadtkassierSwrtwe Amalia Lang um Bewilligung einer Teuerungszulage; 8. Bericht wegen Bewilligung von Teuerungszulagen an die städtische» Angestellte». Berichte deS GewerbcauSschusscS über ein An-suchen der Fanny Kautschitsch um Verleihung einer Gastgewerbekonzession und ein Ansuch-n der Karoline Mlaker um Verleihung einer Kasseeschankkonzeffion. Bericht dc« FriedhosSauSschusseS über daS An-suchen d»S Robert Zanggcr um Herabsetzung veS KausSpreiseS sür die Grufiparzcllc. Berichte deS Mamaufsichtsauslchusses über bi« Gesuche um Bewilligung der Mautgebührenabfindung für daS Iah» 1917 der Handelsfirma Viktor Wogg, dcr Bierntederiage ReininghauS und der Kohlcnhänd-lerin Maria Karlovfchek. Dank des Kaisers an den National-verband. An den Obmann des Deutschen National-verbandeS. Abgeordneten Dr. Gustav Groß, ist sol- Sende Drahtui-g eingelangt: Seine kaiserliche und öniglich apostolische Majestät haben die loyale Kund-gebunz der Vollversammlung de« Deutschen National-verbandes mit lebhafter Befriedigung entgegenzu» nehmen geruht und dankcn herzlich sür die erneuerte Versicherung des treu bcwährien Opfermutes und der unerschütterlichen Anhänglichkeit. Aus allcrhöchsten Befehl Freiherr von Schieß!. Kaisers Geburtstag — der neue Ausmusterungstermin in den Militär-bildungsanstalten. Bi«nu» wurden bekanntlich am 18. August, dem GebnrtStag weiland Kaiser Franz Josefs, die obersten Jahrgänge dcr Militär-bildungsanstalten zu Leutnanten, beziehungsweise Fähnrichen ausgemustert. Von nun an erfolgen die Ausmusterungen am Geburtstag Kaiser KarlS, das ist am 17. August. Die Feier verschiebt sich also bloß um einen Tag gegen den traditionellen Termin. Kriegsauszeichnungen. ES erhielten: daS Mililärv-rdienstkreuz 3. Klaffe mit der KriegSdeko-ration der Supplent am StaatSgymnastum in Mar-bürg Josef Pirnat, Ob.rleutnant i. d. R.; da» Signum laudi» der Professor der StaaiSrealfchule in Marburg Dr. Josef Jörg. Oberleutnant i. d R.; der Professor de» StaatSgymnasiumS in Marburg Franz Otto, Oberleutnant i. d. R.; der Professor der Lande»oberrealschule Oswald Stieger, Major a. V., und der provisorische Lehrer deS StaatSgymnasium» in Marburg Dr. Bruno Trobei, Oberleutnant i. d. Ref.; daS silberne Signum laudi» der Hauptlehrer an der Lehrerbildungsanstalt in Marburg Dr. Lud» wig Pivko. Oberleutnant i. d. R. Gedenkspende. Anläßlich deS TodeStageS be» Herrn cand. jur. Richard Koroschetz sind der Ortsgruppe Gaberje des Deutschen SchulvereineS 5 K al» Gedenkspende zugekommen. Vater und Mutter an einem Tag« verloren. Der hiesige Lehrer Herr Ferdinand Porsche wurde von einem schweren Schicksalsschlage getroffen. Am 19. Jänner sind in feiner Heimat in Alt-Harzdorf in Nordböhmen seine beiden Eltern und zwar sein Vater Ferdinand Porsche im 74. und sein« Mutter Marie Porsche im 64. Lebensjahre ver» schieden. Dem so schwer Betroffenen wendet sich all-gemeine herzliche Teilnahme zu. Waisenhaus und Lehrlingsheim. Herr Ingenieur Willi Rakusch spendete sür das Waisen» hau» und Lehrlingsheim den Betrag von 170 K, Herr A. Westen für denselben Zweck 50 K. Herz» lichste» Dank. Spende. Herr Sparkasse > Sekretär Anto» Patz in Cillr spendete der hiesigen Ortsgruppe de« Deutschen Schulvereines an Stelle eine» Blumenge» winde« sür die verstorbenen Ellern de» Herrn Lehrer« Porsche 10 K. Cillier Männergesang verein. Die nächste Prob« findet Freitag den 26. d. in der Kanzlei dcS SangwarteS statt. Eröffnung einer Kriegskllche. Die Stadtgemeinde beabsichtigt die Eröffnung einer Krieg«» küche mit Anfang de» Monate« Februar. Die Krieg«» suche ist al« Mittelstands- und Armenküche in der Art gedacht. daß d«r Mittelstand die Mittagsmahl» zeit bestehend aus Suppe, Fleisch. Gemüse zu einem Preise von Kl bis K1 20, die ärmere Bevölkerung Suppe und Gemüse, oder nur Suppe oder Gemüse zu einem geringen Preise, oder auch unentgeltlich er» hält. Die Sladlgemcinde ersucht nun alle jene Per-fönen deS Mittelstandes, welche an der Mittelstand«-küche n»d jene Personen, welche an der einfacheren Mahlzeit teilnehmen, oder sich daS Mittagessen allenfalls holen wollen, dies im Bürgermeisteramte zu melden und zwar bis Sonntag den 28. Jänner. Städtische Lichtspielbühne. Für Donners-tag den 25. und Freitag Ixn 26. Jänner ist ein sehr reichhaltiges und schönes Programm vorgesehen. Nebst den nordischen Films und der herrlichen Nalurauf» nähme „Motive auS Holland' steht der prächtige Film „DaS Licht dcr Sehnsucht", ein Schauspiel in drei Akte» auf dcmfclben Programm. ZurAbwechS-lung werden auch zwei heitere FilmS gebracht, da« Lusispicl „Die Tücke deS ObjlktS" und der Einakter „Die Lcuchtrakcte". Der Kartenvorverkauf findet von II bis 12 Uhr vormittags an der Theaterkasse statt. — Wir machen schon jetzt auf den Film „Die Krö-nungSfeierlichkeit ©r. Majestät in Budapest', wel-cher am SamStag und Sonntag gegeben wird, auf» merksam. Musterung des Landsturmjahrganges 1899. Zur Muste ung haben alle im genanntcn Jahre geborene» Landsturmpflichtigen (österreichische und ungarische StaalSbürger) zu erscheine». Sie habe« sich bis längstens 31. Jänner 1917 im Gemeinde-amte (Magistrat) zu melden. Dokumente sind mit» zubringen. Sie erhalten einen Personen-und Melde-Nachweis, der sie zur freien Fahrt zur Musterung und zur Rückfahrt berechtigt. Die Musterung erfolgt durch LandsturmmusterungSkommissionen, die vom 8. bis 22. Februar amtShandeln werden. vund der deutschen Städte Oester» reichs. Dieser Tage fand im GemeinderatssitzungS-faale dcS Wiener Rathauses eine zahlreich besuchte Sitzung deS erweiterten Ausschüsse« dcs Bundes der deutsche» Städte Oesterreichs statt. Gegenstand der Beratung waren ausschließlich Ernährungssrage». Die Sitzung wurde vom Bürgermeister Dr. Wcißkirchner mit einer herzlichen Begrüßung der Versammlung eröffnet. Der Bürgermeister gedachte sodann deS Re» gierung«antri»!c« dc« Kaiser« Karl und beantragte, eine HuldigungSdrahtung abzusenden. Die Bcrsamm» lung erteilte durch Erheben von den Sitzcn ihre Zustimmung. Der Obmann der Geschästsleiiung Reich«-raiSabgcordncter Kraft erstattete sodann einen ein» gehenden Bericht über die vom Deutschen Städtebund eingeleiteten Maßnahmen Zunächst wurde eine Ein» gäbe an da» Landeoverteidigungiministerium gerichtet, worin die Bitte gestellt wurde, eS möge bei Enthebungen unentbehrlicher GemeindeamtSwalter die gebotene Rücksicht walten. Eine zweite Maßregel betraf die Beschassung von Schuhwerk sür die Zivilbevöl» kerung. Den breitesten Raum sowohl in den Bera» tungen der Geschäftsleitung wie auch in der Tätig» keit i er Bundeskanzler nahmen die LebenSmittelfragen in Anspruch. Der Siäd'ebund hat wiederholt durch Entschließi'ngen uad Vorsprachen bei den Zentralstel» !en jene Forderungen gestellt, die ihm geeignet er-schienen, eine Besserung aus dem Gebiete der Volk«» Seile 4 er nährung herbeizusühren. Demselben Zwecke soll die Errichtung einer EinkausSstelle deS Bunde« dienen, die sich zwar im jetzigen Augenblick al« ein Kind der Nol darstellt, ober in Zukunft ein wichtiges Glied für die Städteversorgung werden soll. An den Bericht knüpfte sich eine eingehende Wechselnde, die m!t der einstimmigen Annahme einer Entschließung endete, welche die Zorderungen de» SlädtetageS bezüglich der ErnährungSsragen zusammensaßt. Sodann wurde die Sitzung nach vierstündiger Dauer geschlossen. Zustimmung zum Osterprogramm. Ihre Zustimmung zu den im Osterprogramm der Deutschen Oesterreich» enthaltenen Forderungen haben in der letzten Zeit bekanntgegeben die Bezirks« auSschüsfe von Deutschgabel, Görkau, Jechnitz, Neuern und Rumburg, ferner die Stadt-, bezw. Gemeindevertretungen von Braunau, Brüx. Bullendorf, Bn« fchullerödorf, Czalositz, DitterSbächel, Dörsel, EberS-dorf, Elbogen. Enzowan. Friedland, Görkau, Himm-lischRibnei. Hirschberg, Hlinay, Kottomirsch, Langen dörflc», MichelSdorf, Nedwieditfch, PiuluSbrunn, Pohorz. Pohorzan, Polepp, Prosmik, Raspenau, Ringenhain, Ritschen. Ritckersdors, SacherloS. Schima, Schönwald bei Rokitnitz, Seestadtl, Triebsch, Tschor-sing, Webeschan, Weipert, füdfjbach, Wclhotta bei Lobositz, Wollemin, Winney. — Die Stadivertretung von Tachau hat in ihrer am II. d. abgehaltenen Sitzung einen Beschluß gefaßt, in dem sie enstim-mig erklärt, den im Osterprogramme niedergelegten Forderungen der Deutschen Oesterreichs zur Neu-Ordnung nach dem Kriege beizutreten. Annahme geteilter gweikronennoten Die Postämter dürfen die geteilten Banknoten zu zwei Kronen von den Parteien nur mehr bis 31. d. annehmen. Keine Schmuckstücke mit Edelsteinen und Perlen über die österreichische Grenze mitnehmen! Da« Oesterreichisch ungarische Kon-sul«t in Dresden veröffentlicht folgende Mitteilungen: -Zufolge Beiordnung der österreichischen und der ungarischen Regierung dürfen mit Sdelsteiuen oder mit echten Perlen ausgestattete Schmuckgegenstände, einschließlich derlei Uhren, nach Oesterreich-Ungarn nicht eingebracht werden, und zwar selbst dann nicht, wenn sie von den Reisenden am Leibe getragen wer-dcn; e» unterliegen solche verboitwidrig eiugebrachle Echmuckgegenstände dem Versal!?. Den Reisenden wird daher in ihrem eigenen Interesse nahegelegt, ohne solche Gegenstände zu reisen, und zur Vermeidung unbequemer Untersuchungen womöglich auch derlei minderwertige Schmuckgegenftände nicht mitzunehmen, tfflr Uebersiedlung»-, Ausstattung«', Erbschaft»- und Reiscefsekten, die nach ihrer tarifmäßigen Beschaffen« heit unter da» Einfuhrverbot sallen, kann die Ein-fuhr von den zur Bewilligung der Zollfreiheit sür diese Effekten zuständigen Aemtern, bezw Behörden zugelassen werden, wenn die gesetzlichen Vorausfetzun-gen für die zollfreie Behandlung zweifellos vorhan-den sind. Bon der Behandlung al» verbotsfreie Reife-effekten sind im allgemeinen rie ob.«bezeichneten Samuckgegenstände und dergleichen ausgeschlossen." — Das „Prager Tagblatt" schreibt zu dieser stren-gen Verordnung: „Uns sind bereit« mehrere Fälle bekannt, daß reisenden Damen derartige Schmuckstücke abgenommen wurden. Unter anderen wurden dieser Tage der Gattin eine« Prager A zte» zwei Perlen-buton«, die sie ans den Ohrläppchen nehmen mußte, eine mit Eselste-nen besetzte Uhr und zwei Ringe abßenvmmen und für verfallen e>klärt." Versendung von gichorienwurzel und gichorienmehl nach Orten auherhalb Steiermarks. Nach der Ministerialverordnung vom 12. Jänner ist die Verse dung von Zichorien« wurzeln und Zichorienmehl aus dem Kronlande Steier-mark mittelst Eisenbahn oder Wa,en an eine von der BerteilungSstell« für gedörrte Zichorienwurzeln in Prag, N>kolau«gasse 11, auszustellende Tran»-Portbescheinigung gebunden. Die Erhöhung der Eisenbahntarife. Die amtliche „Wiener Zeitung" veröffentlicht die an-läßlich der durch de« Krieg geschassenen besonderen Verhältnisse erfolgten Erhöhung der karife aus den Eisenbahnen, und zwar sowohl der Tarife für die Personen und Güterbeförderung, die am 1. Februar l. I. in Kraft tritt. Im ganzen und großen setzen sich die Meh-erträgnisse zusammen: Aus einer auch den Privalbahnbetrieb betreffenden Erhöhung der Fahrkartensteuer von 12 auf 20 Prozent (bei Lokal-bahnen von 6 auf 10 Prozent, bei Kleinbahueu von 3 auf 5 Pivzent) und au» einer Erhöhung deSTa-useS selbst. Da» angestrebte Mehrerträgni« wird demnach durch eine Reihe von neuen Verfügungen erzielt, wobei trotz der Notwendigkeit dcr Verteuerung der Beförderung von Personen und Gütern durch eine Vereinfachung des Abfertigung»- und Nach Deutsche Macht zahlungsdienstes auf die Bequemlichkeit des reisenden Publikum» Rucksicht genommen wird. Das Mehrer-trägni» soll Überdies auch noch durch die Beseiti-gung bi» nun bestandener Begünstigungen erreicht werden. So wird die Aufhebung de» weitverzweigten Zeitkarten system» erfolgen, so daß im neuen Tarife nur mehr Streckenkarten entweder für die Benützung aller Züge «der für die Benützung von Personen-Zügen allein zur Ausgabe gelangen. Die Karten werden im allgemeinen mit einmonatiger Gültigkeit ausgegeben werden; nur auf Entfernungen bis zu 20 Kilometern sollen auch Jahreskarten zur Ausgabe gelangen Die Begünstigungen der Arbeiter bleiben unverändert; SchüIermonatSkarten erfahren eine ge-ringe Preiserhöhung. — Im Gepäckverkehr erstreckt sich die Reform, abgesehen von der zur Einführung gelangenden 20prozenligen BerkehrSsteuer, lediglich auf die bereit» seit l. Jänner durchgeführte Ans Hebung der Musterkofserbegünstigung und auf d:e E. höhung de» ExpreßguttarifeS. Gleichzeitig tritt eine Erhöhung de» Eilguttarife« ein. — Betreffs dc» neuen PerfonentarifeS wird verfügt: Der kilometiische Einheitssatz der dritten Klasse Personenzug beträgt nunmehr 4,8 Heller gegen 3,5 Heller vordem und erfährt ab 251 Kilometer eine Kürzung um 25 Pro-zent, d. i. aus 3,6 Heller. Der SchnellzugSznschlag hingegen wurde im eisten Staffel nur maßig gegen heute erhöht, im zweiten Stasfrl sogar verbilligt und beträgt durchweg« 25 Prnzent. Für kaS Klaffen Verhältnis ist in dem Bestreben nach größtmöglicher Einfachheit die Formel 1:1'/,: 2'/, gewühlt — Den jährlichen Mehrertrag au« diesen Erhöhungen schätz! die Regierung aus «und 300 Millionen Kronen, ein Betrag, der sich noch erhöhen dürste. — In der amtlichen Begründung der neuen Tariferhöhung heiß, es: ..Die Befürchtung, daß die neue Frachlsteuer und die Erhöhung der Gütertarife als Anlaß für unbe-gründete Preiserhöhungen benützt werden können, hat da» Justizministerium dazu bestimmt, alle Staat» • anwaltfchaften anzuweisen, in allen Strassach n gegen Preistreiberei »der Wucher, in denen als offenbar übermäßig oder wucherisch angezeigte Preise von den Beschuldigten mit der Erhöhung der Frachtraten be-gründet werden tollten, daraus zu dringen, daß durch Abforderung der Frachtbriefe oder bahnämtliche An»-künfte ». dgl die Höhe der Frachtkosten verläßlich festgestellt werde. Diese Feststellungen werde» stet» mit aller Beschleunigung vorzunehmen sein, damit da» Vorschützen der Frachlsteuer und der Erhöhung der Gütertarife als Grund der Pieissteigerung nicht nur in der Sache selbst wirkungslos bleibe, sondern auch die Raschheit und den Nachdruck der Versolgung zu hemmen nicht imstande sei" Personaleinkommensteuer. Im Grunde deS Gesetzes betreffend die direkten Personalste»««, wird hicrnit öffentlich kundgemacht, daß die Auszüge aus den Einkommcnsteuer.ZahlunzSaufträgen für da» Steueijahr 1916 des SchStzungsbeziikeS Cilli Stadt und Cilli Land durch 14 Tage hindurch, das ist in der Zeit vom 29. Jänner bis 11. Februar 1917 von 9 Uhr früh bis 12 Uhr mittag» bei der Steuer-behörde (Roseggening Nr. 12, 2. Stock) zur Ein-sicht der legitimierten Einkommensteuerpflichtigen dc» erwähnten SchätzungSbezirke» aufliegen. Die Anfer-tigung von Abschriften oder Auszügen ist nicht ge-staltet. Ei» Mißbrauchen der Auszüge wird nach den Bestimmungen de» Gesetzes bestraft. Unter dem verdachte des Raub mordes verhaftet Vor mehr als 4 Jahren wurde in Ostroschno bci Eilli der Brotausiräger Michael Sumrek ermordet und seiner Barschaft be» raubt aufgefunden. DeS MörderS konnte man damals nicht habhaft werden. Run wurde dieser Tage dem KreiSgerichte Eilli der beim Besitzer Jakob Rojbic in Dobrischendorf bedienstete Knecht Johann Super wegen vei schieden«, begangener strasbarcr Handlungen und wegen des dringenden Verdachtes, den Mord an S.:mrek verübt zu haben, eingeliefert. Super, ein äußerst roher, gewalttätiger Mensch, unterschlug sei-nem Dienstgeber da» Zuhrgeld sür mehrere nach Cilli gemachte Kohlenfuhren und verjubelte dos Geld in verschiedenen G.'sthäusern. Darüber zur Rede ge« stellt geriet er in solche Wut, daß er seinen Dienst» geber, einen alten, auf Krücken gehenden Mann, so mißhandelte, daß er mehrere Verletzungen erlitt. Su-per äußerte sich kürzlich dem GrundbesitzerSsohne Marin gegenüber, daß er schon zwei Menschen um-gebracht habe, wegen des zweiten Morde» aber durch-gerutscht sei. Tatsächlich hatte Super einmal i» Fiume im Streite einen jungen Burschen erschlagen und dasür eine mehijährige Kerkerstrase abgebm t. Als der Mord an Sumrek verübt wurde, hielt sich Super in der Nähe auf. Man fand auch in der Scheune, wo er nächtigte, eine mit Blut bespritzte Haue. Super, welcher auch damals verhastet wurde, leugnete ent- Nummer 7 schieden und eS wu'de daS Verfahren gegen ihn eingestellt. Bei seiner neuerlichen Verhaftung und ver-nehmung hat er sich aber in solche Widersprüche ver< wickelt, daß es ihm diesmal schwer gelingen wird, seinen Kops au« der Schlinge zu ziehen. Die Abwartebewilligung bei Ent-Hebungen. Das Krieg»m,nisterin« hat an die Militärkommando« einen Erlaß hinauigegeben, mit welchem die Bestimmungen Über die Erteilung der Bewilligung an zur Enthebung beantragte Militär-dienst, und Landsturmpflichtige, die Entscheidung im Zivilberufe abzuwarten, neugeregelt wurden. Dauach kann jenen landsturmpflichtigen Personen, welche von den politischen BezirkSbehirden zur Enthebung vom Landsturmdienste beantragt weroen, von diesen Stellen die Bewilligung erteilt werden, die Entscheidung im Zwilberufe abzuwarten. Ebenso kann diese Begüu-stignng auch von antragstellenden (begutachtenden) Behör en jenen befristet enthobenen landsturmpflich. tigen Personen »erkannt werde», sür die gleichzeitig behördlicherseits ein Antrag zur Bewilligung der Verlängerung einer bereit» bestehenden Enthebung gestellt wird. Diese Bewilligungen dürfen nur mit einer befristeten Gültigkeit längsten» aus die Dauer von sechs Wachen ausgestellt werden. Für ganz be-sondere AuSnahmefälle wird jevoch dcn aatragstellen» den (begutachtenden) Behörden daS Recht eingeräumt, den zur Enthebung Beantragten noch für eine weitere Zeitdauer von höchsten» vier Wochen die Bewilligung zu erteilen, die Entscheidung im Zivilbeiufe abzu-.vaiten. Wenn innerhalb der zugestandenen Krist der zur Enthebung Beantragte keine Erledigung de« Ent-hebungögesuche» zugestellt bekommt, hat er unver-zuglich einzurücken. Einem Gauner aufgesessen. Der angebe licht Reisende Max Jutkovic aus Hermannstadt, der sich zuletzt in Graz aufhielt, bot dem Apotheker Herz i» Rohitsch-Sauerbrunn sowie Apothekern in anderen Orten unter dem falschen Na nen Franz Weber au» Osen-Pest ein vorzüglich wirkendes Hühneraugen-miitel an, „Hedy Radikal" genannt. E» erwies sich aber als vollkommen wertlos. Da Jutkovic guten Absatz sand, sind die Apotheker um eine bedeutende Summe geschädigt. Dcr Betrüger hat die Flucht er-griffen, als er erfuhr, daß gegen ihn die Strafanzeige erstattet wurde. „Der europäische Krieg und der Weltkrieg. Historische Darstellung der Krieg»- ereignisse von 1914—1916." von A. Hemderger. Mit viclen Illustrationen, Porträt», Karten und länen. DaS Werk erscheint in zehntägigen Heften, roßoltavsormat, zu 50 Heller. (*. Hartleben'S Verlag in Wien.) Bisher 70 Heite — also bis zur Hälfte des vierten Bande» — ausgegeben. (Die Hefte 1 — 60 bilden den ersten, zweiten und dritten Band de» schön auSgestattetcn Werke»; sie kosten m Originaleindand je 12 K.) Da» große KriegSwerk A. Hemderger» ist nunmehr bi» zum siebenten Halb-banv gediehen, und man möchte im Jntereffe der Menschheil, der Kullur und ihrer Güter nur zu sehr wünschen, daß da» Werk mit dem vierten Bande enden und einen ehrenvollen Friedensschluß »erzeich-nen könnte. In!es, daS liegt nicht bei uns. Ueber die vorliegendtn 5 Hefte darf da» gleiche günstige Urteil gefällt werden wie über alle bisher erschie» neuen. Die furchtbaren Kämpfe in Ost und West sind mit Kraft und Anschaulichkeit dargestellt, der enorme Stoff ist mit großem Verständnis gegliedert i» allem eine Objektivität angestrebt, die dem Werke weit über den Tag hinaus seine historische Bedeu-tung sichert. Die klare Sprache, die, vom hohen Ernst der Zeit getragen, Allgemeinverständlichkeit mit Erfolg anstrebt, geben dem Werk den Charakter eine» Volksbuches im besten Sinne de» Worte». Ausgezeichnete» Karten- und Bilden«ateriol sowie «ine gediegene Ausstattung zeigen sich de» Inhalte« würdig Kinder als Brandleger. Der 10jährige Alo'S und der 11jährige Anion Cernosa au» Wres-tovetz bei Rohitsch gingen dieser Tage au» der Schule nachhause. AI» sie zum Weingartenhaufe der Besitzerin Elisabeth Smersek kommen, fiel dem Anton Cernosa der unglückselige Gedanke ein, da» Strohdach de» HauseS anzuzünden. Er sagte zu seinem Bruder, er möchte sehen, wie e« brennen wird. Tatsächlich zün-deien sie da« Strohdach an. Das Feuer griff so rasch um sich, daß in kurzer Zeit daS ganze Gebäude abbrannte. Als die Kinder gefragt wurden, warum sie da» getan hätten, sagten sie, au» bloßer Neu-gierde. DaS Hau» war unbewohnt. Die Besitzerin erleidet einen Schaden von 1200 K, welcher nur teilweise durch Versicherung gedeckt ist. Anbotzwang für baumwollene Hand-»nd Tellertücher. Bis 21. Jänner sind der flammet 7 Deutsche Wacht Seite 5 Baumwollzentrale H.-O. in Wien, 1., Maria The-resienstraße 32/34, anzubieten ungebrauchte bäum-wollene Hand- und Tellertücher. und zwar sowohl abgepaßt gewebte Meterware, wie geschnitten oder gesäumte Ware, weiß, bnntgewedt, gefärbt oder be< druckt. Besitzer von weniger al« zehn Dutzend Hand-tüchern und Servietten sind von der Anboipslicht be-freit. Besitzer von mehr al» zehn Dutzend Hand-tüchern und Servietten (Tellertücher) zusammenge-nommen, haben ihren ganzen Besitz an derartigen Waren anzubieten. Anbotvordrucke samt Erläuterungen erliegen- sür steirische Firmen bei deren zuständiger Handels- und Gewerbekammer in Graz unk Leoben. Zur Ablieferung der Metallgeräte. Das Ministerium sür Landesverteidigung hat in Be-rücknchlignng de» UmstandeS, daß zahlreiche Ablie-ferungSpflichiige und zwar teilweise an« entschuld-baren Gründen, ihrer Ablieferungspflicht hinsichtlich der HauShaltungSgeräte aus jkupser, Messing. Nickel und Zinn bisher nicht nachgekommen sind, eine neue Frist sür diese nüchträgliche Ablieferung bestimmt, welche zwei Tage im Monate Jänner d. I. umfaßt, welche aus den bezüglichen, überall angeschlagenen rotgelben Kundmachungen entnommen werden tön-nen. Es liegt im eigensten Interesse aller jener Par-teien, welche auS irgend einem Grunde die bisherigen Ablieferungstermine versäumt haben, die Ablieferung nunmehr an dem neuerlich hiesür festgesetzten letzlen Termine zu vollziehen, die sie hiedurch einerseits eine mildere Beurteilung der im Gegenwände bereits eingeleiteten StrafamtShandlungen, bezw. wenn bisher noch keine Anzeige erstattet wurde, die Adstandnahme vo» einer Bestrafung erreichen können, während sie anderen Falles sich der strengsten Bestrafung aus-setzen, falls bei der im Februar d. I. neuerlich ein-setzenden Kontrolle der Erfüllung der ilbliesernngS» Pflicht noch daS Vorhandensein ablieserungspflichtiger Gegenstände konstatiert werden sollte. Gerichtssaal. Der Gendarmenmord von Oplotnitz. Bor dem Ausnahmsgerichte in Cilli unter dem Vorsitze deS Hofratet Adalbert Kotzian halten sich der 16jährige BesitzerSfohn Leopold Matevzic anS Echmiedsberg wegen versuchten und vollbrachten MordeS und dessen Vater, der 61 jährige Anton Matevzic, wegen deS Verbrechens der Vorschub-leistung und Vergehens der Aufwiegelung zu ver« antworten. Die Anklageschrift führt Folgende« auS: Ueber Anordnung der Bezirkshauplmannschafl Gonobitz waren im Oktober 1916 die dortigen Mühlen zu sperren. Diese Verfügung wurde in Oplotnitz durch den dortigen SicherheitSwachrnann Anton LeSkovar unter Zuziehung eines Gemeinde-rateS durchgeführt. Am 12. Oktober begab sich dcr Wachmann Leskovar nach SchmiedSberg. um die Mühle des Anton Matevzic zu schließen. Da er in Erfahrung gebracht hatte, daß in SchmiedSberg Widerstand zu erwarten sei, ersuchte er um Gendar-merieassistenz und erhielt vom Posten in Oplotnitz den Bizewachtmeister Jgnaz Glantschnigg beigegeben. Als man dem Matevzic den Zweck ihres Erschein nenS bekanntgab, weigerte sich dieser zur nahen Mühle mitzugehen, indem er höhnisch bemerkte, er lasse nur seine Kaffeemühle versiegeln. AIS ihm der Gendarm die Verhaftung ankündete, erklärte er, er werde zwar mitgehen, aber die Mühle nicht sperren oder er werde sie später wieder ausreißen. Der im Hause weilende Sohn rief den Vater in daS rückwärtige Stüberl, wo sie sich einige Minuten befpra-chen, woraus dann der alte Matevzic sich bereit er-klärte, die beiden Amtspersonen zur Mühle zu füh-ren. Dort sperrte Matevzic die Türe aus und trat eilig in die Mühle. Ihm folgte der Wachmann. Kaum halle derselbe die Türschwelle überschritten, streckte ein vom Hange ober der Mühle abgegebener Gewehrschuß de» Gendarmen Zgnaz Glantschnigg nieder, der unmittelbar daraus verschied. Nach dem ärztlichen Befnnde haben füns Schrottkörner ihm die Brust durchbohrt und dabei Herz, Leber und Lunge verletzt. Als sich der Wachmann über den Tote» beugte und ihm den Nvck öffnete, sicl aus der glei-chen Richtung ein zweiter Schuß, welcher aber feine Richiung verfehlte, die Schrolkörner flogen ein bis zwei Meter be dem Kopfe des Wachmannes vor-über. Der Wachmann sah vom nahen Waldrand« eine männliche Person, die er aber nicht erkannte, davoneilen. Beide Schüsse waren aus einem doppelläufigen Jagdgewehre, mit dem Leopold Matevzic zur Mühle nachgegangen ist, abgegeben worden. Es wurde der Verbacht rege, daß der alte und dcr junge Matevzic den Mordplan im Stüberl besprochen haben. Der jüngere Matevzio bestreitet dieS entschieden, der alt« Matevzic gibt nach längerem Leugnen zu, daß ihm sein Sohn im Stüberl gefragt habe, wo die Patro-uen zum Gewehr seien. Auf die Frage, wozu er sie brauche, habe Leopold Matevzic geantwortet: „Ich werde schon das Meinige tun." Daraus habe er sich gleich gedacht, daß sein Sohn ans den Gendarmen und den Wachmann schießen werde, jer habe sich daher beeilt, als Erster in die Mühle zu kommen. Er wn5te demnach, daß sein Sohn eine verbreche-rische Tat plane und hat die Verhinderung derselben vorsätzlich unterlassen. Leopold Matevzic gibt zu, den ersten Schuß abgegeben zu haben, aber nicht in der Absicht zu töten, sondern lediglich zu dem Zwecke, die beiden Amtspersonen zu schrecke». Er habe den Schuß ohne zu zielen abgegeben. Der zweite Schuß sei ihm aber unmittelbar nach dem ersten infolge Rückstoßes selbsttätig losgegangen. Diese Verantwortung wird aber durch die Aussage de» Zeugen Lei-kovar hinfällig, welcher behauptet, daß der zweite Schuß erst fünf Minuten nach dem ersten Schusse gefallen sei. Der Sachverständige im Schießfache schließt ein selbsttätiges roSgehen infolge Rückstoßes nach süns Minuten vollkommen ans. DaS Gewehr, welches dcr Beschuldigte verwendet hat, tonnte nicht mehr zustande gebracht werden. Wie festgestellt wurde, hat sich dcr Beschuldigte durch längere Uebung, Schießen auf Scheiben und lebende Tiere, eine besondere Fertigkeit erworben. Die Entfernung, aus welcher der Beschuldigte auf Glantschnigg schoß, betrug 34 Meter. Der jüngere Matevzic wird als gewalttätige Natur geschildert. Wiederholt hat er Kinder mit dem Revolver be-droht. Bezeichnend ist der Umstand, daß er am Abende nach der Tat, als man gegen ihn den Ver-dacht auSsprach, sagte: ,,WaS wäre denn dabei, er hat ja dcn Bater auch bedroht." Der öffentliche An-kläger, StaatSanwalt Dr. Bracic, hält die Anklage wegen Mordes und Mordversuches ausrecht. Der Gerichtshof nimmt jedoch nur Totichlag an und ver-urteilt Leopold Matevzic zu acht Jahren schweren KerkerS verschärft mit einer Faste und einem harten Lager monatlich. Außerdem zu drei Tagen Arrest wegen Ueberschreitung deS Wassenpatentes. Anton Malcvzic wird wegen Vorschnbleistung und Aufwiegelung zu 7 Monaten KerkerS, verschärft mit einer Faste monatlich, verurteilt. Langjährig« tüchtige Verkäuferin beider Umgangssprachen mächtig, wQnssckt ihre Stellung zu ändern. Anschrift bei der Verwaltung dieses Blatties. 22-180 TQctutiges Fräulein sucht Posten als Milka Pu2, am Kann Nr. 9, Villa Abbazia. Einstockhohes HAUS mit 3 Verkaufsgewölben in der Stadt zn verkaufen. Anzufragen in der Verwaltung d. BI. Zu «erkaufen politierter Kleiderschrank, Nähtischchen, Nachtkastl, Matratze. Karolinengasse 5, Tür 6. Imitation«- Imperial -Wolle - Imitation*- Hindenburg-Wolle Vigogne Imperial bester Ersatz für Schafwolle, rentabler Artikel für Wiederverkäufer. Verkaufsfreie Ware liefert billigst um Tagespreise Garnversandhaus Adolf Konirsch Tetschen a. d. Elbe, Bensnergasse 73. Verlanget Preisliste und Muster. Fräulein aus gutem Hause, gelernte Schneiderin, 5 Jahre in einem grösseren Warenhaus verschiedener Branchen hauptsächlich Konfektion und Galanterie tätig gewtson, sucht baldigst Stelle als Verkäuferin oder K a s s i e r i n. Zuschriften erbeten an Frl. P. Kahrer bei Frau Professor Prechtl, Mödling bei Wien, Turnergasse 48. Lite- Malta bis 120 cm IJroite werden gelegt in der Plissieranstalt C. BQdefeldt, Marburg, Herrengasso 6. Auswärtige Aufträge schnellstens. Visitkarten Vereinsbuchdruckerei Celeja. Möbliertes ZIMMER sehr freundlich, streng separiert, mit 1 oder 2 Betten sofort zu vergeben. Anzufragen in der Verwaltung d. BI. 22481 Ziegen und Kaninchen sowohl fQr Zucht als auch für Schlachtzwecke werden preisweit abgegeben. Anzufragen beim Stadtamt. «Jedem C|uautuin erhalten Sie im Spezial - Seifen -Hause oee-var LAIBACH IKERZBN, TOILETTSEIFE etc. En gros und en detail. Kanzlistenstelle. 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Anordnung und Zeitpunkt der nach-träglichen Ablieferung Gelegentlich der im Sommer dieses Z.hre» durch-geführten Ablieferung von Mctallgrräten hat sich er« geben, daß der Ablieferungspflicht nicht allseits in vollem Umfange nachgekommen wurde, wofür auch verschiedene Gründe der Rechifertigung, wie nicht hm-reichende ortsübliche Verlautbarung, Erntezeit, Krank-heit n. dgl. geltend gemacht werden. Um auch für solche Fäll« die Erfüllung der Ablieferungspflicht zu ermöglichen,. wird über im Ein-vernehmen b.U den beteiligten Zentralstellen erteilte Ermächtigung deS k. k. Ministeriums süc Landesver-teidigung allen Säumigen, die noch nicht zur An-zeige gebracht worden sind, sür die nachträgliche Ab-lieserung hiclrit eine neue Frist eingeikumt. Diese nachträgliche Ablieferung hat S a m S t a g den 2V. Jänner 1917 und S am S t a g den 37. Jänner 1917 bei der Sammelstele in Eilli, Rat-hauShof zu erfolgen. 2. Abzuliefernde Metallgeräte, die ganz oder zum überwiegenden Teile aus Kupfer, Kupscrlegicrungen, Nickel, Zinn oder Zinnlegierungen bestehen. Abzuliefern sind: £ 1. Kochgeschirre (Koch-, Eiusiwe-, Gefro-reneskesfel, Töpfe, Kasserollen, Pfannen, Kannen, Backsormcn u.dgl.) und einfaches Tafelgeräl (Kühler, Schüsseln, Tassen, Schalen, Leuchter u. dgl.) auS Kupfer (auch verzinnt oder mit anderen Me-tollen überzogen); unter Tafelgerät sind Eßbestecke (Messer, Gabein und Löffel) nicht zu verstehen; 2. die unter 1. angeführten Geschirre und Geräte (mit Ausnahme von sogenannten „Güitler-waren" wie Suppenlöpfe, Kannen, Siebe, Sauce-schalen, Gcmüseschüsseln u. dgl.) aus R e i n n i ck e l. 3. Küchengeräte (wie Mörser, Mörscrstößel, Schneekcffel, einfache Leuchter — mit Ausnabme von Blcchleuchtern — Bügeleisen, Tassen u. dijr) auS Messing; 4. Waschlessel, W äffe r fch ifs e der Herde, einfache Wasserbehälter sowie Badewan-nen auS Kupfer (auch verzinnt oder mit anderen Metallen überzogen); 5. Obst» und Gemüseeinsiedekessel aus Kupfer oder Messing, insoweit sie nicht in Fabrikmäßigen Betrieben verwendet werden; 6. einfache Glut- oder Feuerbeckenund einfache Osenvorlagen auS Kupfer, Mes-fing, Bronze, Tombak; 7. M e s s i n g g e w i ch t e im Einzelgewicht von >/, Kilogramm und darüber; 8. Teppich-, Griff- und Schutz st angen (Rohre) auS Messing, die leicht abnehmbar sind und leine oder eine leicht entsernbare Einlage besitzen; 9. Krüge, Zimenle und sonstige Gesäße und Geschirre, Schüsseln, Teller, Tassen, Deckels Löfsel und sonstige Geräte, Schanktassen und Badewannen aus Zinn oder Zinnlegierungen. 3. Don der Ablieferung befreite Gegen-stände Nicht abzuliefern sind: 1. Mit Kupier, Messing, Bronze. Tombak, Nickel oder Zinn lediglich überzogene oder plattierte Ge-genstände auS anbei tm Material; 2. Obst- und Gtmüseeinsiedekesscl auS Kupfer oder Messing, die in sabrikSmäßigen Betrieben oder in Fachschulen in Verwendung stehen ; 3. Küchenwagen, Teesamoware, sogenannte Wie-ner Kaffeemaschinen, elektrische Kochapparate, Ma» nomelerkcsscl in Küchen, Wäschetrommeln; 4. Wasserschisse der Herde, dann, wenn durch ihre Entsernung die Benützbarkeit deS Herdes ohne Rücksicht aus die Warmwasserbereitung aufgehoben wird; 5. ärztliche Instrumente, Apothelergeräte und in Drogerien befindliche, zum Betriebe gehörige Me« tallgeräle; 6. Gegenstände der unter 2. erwähnten Art. wenn sie einen besonderen künstlerischen oder histori-schen Wert besitzen; 7. von der U«bernahmskommisfion als unentbehrlich erklärte Gegenstände. Wenn der Besitzer von unter Punkt 6 ange-führten Gegenständen der Utbernahmskommission nicht eine besondere Bescheinigung des zuständigen OrganeS deS k. k. StaalSdenkmalamteS vorzuweisen vermag, daß eS sich um Gegenstände von besonderem künkt-lerischen und historischen Werte handelt, so sind der-lei Gegenstände der Utbernahmskommiffion behusS Einleitung der Entscheidung über die Ablieserung vor-zulegen; bei größeren Sammlungen genügt die Vor-loge eineS genauen Verzeichnisses. Im Falle der Zu-rückbehaltung eines Gegenstandes von besonderem künstlerischen oder historischen Werte bei der Ueber-nahmskommisfion erhält der Besitzer eine Bestätigung. Ueber die Frage der Unentbchrlichkeit eineS Gegenstandes entscheidet In jedem einzelnen Falle die zuständige Uebernahmikommission unter Bedachtnahme auf die Möglichkeit der Beschaffung von aus anderen Materialien hergestellten Ecsatzgegensländen. Bei Metallgeräten, die bereits anläßlich der srü-heren Ablieferung als unentbehrlich erklärt wurden und für welche der Besitzer eine diesbezügliche Be-stätignng dcr betreffenden UebernahmSkommisfion vor-zuweisen vermag, ist die Fra e der Uncntbehrlichkcit nicht mehr neuerlich zu prüfen. Hiebci ist jedoch Voraussetzung, daß der betreffende Gegenstand nicht von der Kontrollkommission nachträglich zur Ablieferung bestimmt worden ist. Wenn ein Gegenstand wegen Unentbchrlichkeit dem Besitzer belassen oder wenn ein solcher von dcr Uebernahmskommission, weil er übe, Haupt nicht ab-iieserungSpflichtig ist, zurückgestellt wird, so erhält der Besitzer eine den betreffenden Umstand bezeugende Bestätigung. 4. Ablieferungspflichtige. Die unter 2 angeführten Metallgegenstände haben abzuliefern: 1. Erzeuger und Händler, insofern« sie nach den früher erlassenen Bestimmungen nicht schon zwei Drittel, beziehungsweise die Hälft« ihrer ablieserungS-Pflichtigen LagerbeNände, bei Zinn und Zinnlegierun-gen die ganzen Bestände abgeliefert haben; 2. Haushaltungen; 3. Hauseigentümer; 4. Inhaber von Gast- und vchankgewerben, Bäckereien und Zucke» bäckereien; 5. Vereine. Klöster, Spitäler, Sanatorien, Er-holungsheime, Bäder, Lehr- und Erzi'hungSanstalten, Speiscanstaltcn und sonstige Anstalten; 6. jeder, der Gegenstände dcr unter 2., Punkt 6, 7. 8 oder 9 angefühlten Art besitzt, hinsichtlich dieser Gegenstände; t 7. jeder, dcr die unier 2. angeführten Gegen-stände für einen Ablieferungspflichtigen aufbewahrt. Sonderbestimmungen für größere kupferne Kessel. Waschkessel Obsteinsiedekessel, Viehfutterkssfel und Feldkcffel sind abzuliefern. Ist eine Ersatzbeschafsung notwendig und sorgt der Besitzer nicht selbst für den Ersatz, so wi d über sein Ansuchen sür den Ersatz gegen Anrechnung deS Preises des EriatzkesselS aus die gebührende Ver-gütung oder, wenn dcr Preis de« Erfatzkefsels höher ist, gegen Wegsall der Vergütung vorgesorgt; zu die-sein Zwecke hat er bei der Kommission die genauen Maße sür obere Wcite und Tiese deS KeffelS, bei Bordkeffeln auch die Breite de» BordeS anzugeben. Die Ablieserung findet erst nach Einlangrn deS Ersatzes statt. Desgleichen sind auch Kessel der vorgenannten Ar», sür die im Zuge der früheren Ablieferungsaktion von AmtS wegen Ersatzbestellungen entgegengenommen worden sind, erst dann abzuliefern, wenn der Ersatz eingelangt ist Für unbrauchbare Kessel kann nur die entspre-chende Vergütung, nicht aber der Ersatz beansprucht werden. Ablieferung und Uebernahme der Metallgeräte. Bestimmung und Aus-Zahlung der Vergütungen. An den unter 1. festgesetzten Tagen haben die AblieserungSpflichtigen persönlich «der durch Bevoll« mächtig!« die Gegenstände in die unter 1. bezeichnete Sammelstellk abzuliefern. Daselbst erfolgt sofort die kommiffionelle Ge-wichlSbestimmung, Uebernahme und Festsetzung deS nach den Ministerialkundmachungeu vom 23. Sep» ■ tcmber 1915, R.-G. Bl. Nr. 284 und vom 13. Juni 1916, R.-G. Bl. Nr. 175 gebührenden Vergütung»» satzeS unter Berücksichtigung allfälliger Zu- oder Abschläge. Dem 'leberbringer wird von der Kommission eine Bescheinigung eingehändigt, in der die Gattung daS Material und daS Gewicht der abgelieferten Gegenstände, sowie die BergütungSsätze für 1 Kilo-gramm und anfällig« Zu- und Abschläge angeführt werden. Die dem AblilferungSpflichtigen gebührend« Gefamtvergütiing wird nach Anweisung durch die Intendanz dcS zuständigen k. u. k. Miiitärkomman» dos im Weg« dcr Gemeinde deS Ablieferungsortes gegen Vorweisung der oberwähnten Bescheinigung ausbezahlt. 7. Ausweise der Ablieferungspflichtigen. Jeder Abli'scrun^spflichtige muß in der Lage sein, sich hinsichilich der abgeiieserlen und hinsichtlich der nicht abgeiieserlen Metallgeräte der unter 2. ge-nannten Art den Kontrollorganen gegenüber ent-sprechend auszuweisen. AIS Ausweise dienen: 1. die Bescheinigungen über die «rsolgt« Ablie« scrung von Metallgeräten (6., dritter Absatz); 2. die Bestäiigungen über die Unentbehrlichkeit oder über die besri ete Bclassung von Metallgeräten svwi« über en Umstand, daß ein Gegenstand der AbliefiruiigSpflicht überhaupt nicht unterliegt (3., letz-ter Absatz); 3 die Bescheinigungen der Organe deS k. k. StaatsdeukmalamteS. daß eS sich um Gegenstände von besonderem künstlerischen oder historischen Werte handelt, sowie die Bestätigungen über di« Zurück-behaliung von Gegenständen bei der UebernahmS-kommission behufs Feststellung ihres etwaigen künst-lerischen oder historischen Wertes (3., viertletzter Absatz). Alle von den Uebernahmslommiffionen gelegent-lich der frühere» und während der gegenwärtigen Ablieferung ausgestellten Bescheinigungen und Bc» stätigungen sind demnach sorgsäliig aufzubewahren und den mit der Ueberwachung der Ablieferung der Metallgeräte betraut«» Kontrollorganen über Verlange» jederzeit vorzuzeigen. 8. Strafbestimmungen. Wer vorsätzlich seine Pflicht zur Lieferung ver-letz», wird vom Gerichte mit strengem Arreste von einem Monate bis zu einem Jahr« und b«i Gefährdung der militärischen Interessen der Monarchie mit strengem Arreste von drei Mo-naten bis zu drei Jahren bestraft. Da-neben kann ein« Geldstraf« bis zu 20.000 st r o n«n verhängt werden. (§§ 4 und 5 der kaiserlichen Verordnung vom 25 Juli 1914, R.-G Bl. Nr. 155.) Sonstiges Zuwiderhandeln gegen die getroffenen Anordnungen wird gemäß § 13 der Ministerialver» ordnung vom 23. September 1915, R.-G. Bl. Nr. 283, beziehungsweise gemäß § 12 der Ministerial-Verordnung vom 28. April 1916, R. G. Bl. Nr. 122, von der poluiichen Behörde erster Instanz mit Geldstrafe bis zu 5000 Kronen oder Arreststrafe bis zu sechs Monaten g«ahndet Es liegt daher im eigensten Interesse jedeS Ab« liefernngpflichtigen, die neue und zugleich letzte Frist zur Ablieferung etwa noch nicht abgegebener Metall» geräte zu benützen, da nach Ablauf der Frist die Kontrolle mit aller Strenge durchgeführt und gegen jene, die ihrer Ablieferungspflicht nicht nachgekommen sind, mit strengster Bestrafung vorgegangen werden wird. Stadtamt Cilli, am 15. Jänner 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Iabornegg. Echristlcilung, Verwaltung, Druck und Verlag: Vereins luchdruckerei „Eeleja" in Cilli. — Verantwortlicher Leiter: Guido Schidlo.