W«hlß«d. flr Alle." «r «S4 jMtttwoch, !?N. Dezember tSSS. , II Jahrgang Die „Marburger Zeitun ." erscheint jeden Sonntag, Miitwoch mid Freitag. Pleise — siir Marburg: ganzjährig L fl., halbjährig S fl.» vierteljnhrig 1 fl. . ins Hau» monatlich 10 ?r. — mit Postversendnng: s.anzjäl)rig 8fi., lialbjährig 4 fi.. vierteljährig 2 sl. Die rin Mal gespaltene Varmondzeile wird be» emmallger Einschaltung mit 1l), bei zweimalige»' mit bei dreiml»Iiger mit 20 kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung SV kr. Inseraten-Stempelgebiihr kommen._ 50 kr; skr Zustellung Znr ^1>'jchicht>' Die ziemlich lang anhaltende Sille in Sachen des galizischen Landtages ist durch die Meldung unterbroche» worden. ZiemialkoivSti. gybliticwicz. und Grocholski hatten l1ch als Bertreter der polnischen Delegirten zusammengetli^m. um bn Giskra anzufragen, ot» und wann daS Ministerium die Resolution dem RcichSratl)e vorlegen lvcri'e? GiStra soU keine btfriedigcnde Antwort ertlieilt hchen. Die „Gaz. Nar." be-merkt dazu; Gewiß werde Dr. GiSkra die Interpellation de» übrigen Mittislern vorlegen. Inzwischen treten die Weihnachtsferien ein. die bis Mille Äanner andauern dürften. Wir dülsen wohl hoffen, dav unsere Delegation llch ermannen lvird. noch vor den Fei;rtaiieu sich eine cnt-ichiedene Anllvort zu holen. Der Herr Minister Halle blS jetzt genug Zeit, sich mit der Resolution zu b»ft>sscn. Die größere Hälfte derselben fanu daS Ministerium selbst erledijlcn und breiucht fle also nicht vor den RtichSrath zu bringen. Jede BerzötZklUng wäre nur eiu Beweis dafür, daß das Ministerium nicht daran dcntt. den Forderungen des galizischen Lt'ndtages nachzukommen und nnr sürchtet. durch eine offene Antwort das Ausscheiden der Polen aus dem Reichörathe herbeizujilhr.n. Die gereizte Stimmung der Berliner und Wiener Blätter macht in Kreisen dcr preußischkn Abgeordnetcu ein gewifies Aussehen. RfgiernngSsreundliche Abgeordnete geben nämlich zu vcrstthen. daß bei Hose die Besorgnisse vor einem Zcrlvürfnisse mit Frankreich im Wachsen begriffen find. Die Pariser Berichte, welche das auswärtige Atnt erhält, lassen den Kaiser aussprechen, daß Frankreichs i^errschende Stellung bei jedem Kriege in Gefahr ist beseitigt zu lverden. sobald flch Preußen in Süddeutschland sestsetzl; »veil dies aber der Zug Preuvcils ist. so könne der Frieden nicht verbürgt wirden. Man hält in Berlin den Wiener Zeilungslärm für üncn Ausfluß dieser Ueberzeu' gungen RepoleouS und zieht auS dem Zusammenhange bestimmte Schlußfolgerungen. DieHaltungRuKlandS in der türkisch griechischen Frage scheint ,»t»n auch von der Diplomatie richtiger beurtheilt zu werden, als inan dies noch bis in die letzten Tage hlneiu gcthan. Ruß- land strebte danach, die beiden Westmächte zn trennen, und wollte England zu sich hinübcrzielzen. um mit diesem gemeinsam auf die Pforte zu drücke», damit diese ihre Bedingunj^en gegenüber Griechenland ermäßige. Das englische K.chinet lehnie diese Zumuthltng ab. So blieb das tür-tische Kabinet frst. umso fester. alS eS in Ali Pascha» l^harakter liegt, ein-mal gefaßte Entschlüsse durchzuführen. Er lehnte daher auch seinerseits, als Rußland in Konstantinopel die Bedingungen für Gliechenland mildern ivollte, jede Acnderun , der Forderungen ab. So besorgt tnan denn, daß Rußland sich nun von den Wrftmächten. mit denen eS im Grunde nie einS war. sondern eS nur au.^enblich scheinen lvollte. trennen lvird. zumal bereits bekannt il». daß Gortschakoff stch offen geäußert hat. Rußland müsse auch als Schutzmacht eingreifen. Z>» alledem wird stch noch z,vischen Cnt^land und Frankreich eine Eifersüchtelei gesellen und die La.^e wird auch in diplomatischer Hinsicht schwieriger, als man eS anfangs geglaubt. Die Berwicklunq mit Pforte bildet natürlich in den Blät-lern Athens den fast ausschließlichen Gcgenstaud der Besprechung. Das Organ deS Ministers Vulgaris. „TheateS." erklärt geradezu, der König beabsichtige krinlSwe.^S die Ration iu einen hoffnungslosen Kampf zu stürzen worauf „La Grsce" erivid^rt. daß. tvenn ein Oppo-sitionsblatt diese Aeußerung ,iethan. d.iSselbe sicher vom StaatSanivalte wegeit Aufreizung zn Haß und Verachtung gegen die Person deS KönigS tväre vor Gericht gestellt ivorden. Dasselbe Blatt sagt, der Bruch zivischen Griechenland und der Türkei sei die Brandfackel, ivelche die Flamme deS Ailfst'^ndtS in der ganzen europäischen Türkei von der Adria bis zu den Karpatlien entzünden werde. Der Ansstand in Kadix und besonders die Haltung der übrigen republikanischen Gruppei^ dem Aufstände gegenüber sind glaub-ivürdigeu Berichten zufolge der republikanischen Partei bei den Massen nnd sogar bki dem Blirgerthnme eher förderlich als nachtheilig gewesen. Die Republikaner in Kadix haben Kraft und Muth. dabei aber auch Mäßigung gezeigt, itisoferne sie in der Stadt, währeild sie Meister der» selben ivaren. sich jeder Ausschreitung gegen Andersgesinnte enthielten und iM gegcbeuen Augenblick der Nothlvendigkeit gelzorchten. Die Anfstän« dischen von Kadix. ivelche dcm Wunsche deS republikanischen CentralouSschufIrs Ein Dichter im Gamaschendienst, vo« F. Hoff««»« (Schluß.) Wer ist der vom Schicksal so gransam Behatidelte? — Er ist lü^lzt Mehr, es tvar der Joseph Emanu>l Hilscher. den in Deutschland Rieinand kennt und der es durch sein LeidkN und Streben wohl verdient l)at. daß die Ration ihm als einem Opfer dcS au ihrem eigenen Marke immer ververblicher zehrenden stehenden HecrivesenS ^i«c Gedachtnißtafel und d»,ß die Llteiaturgesljlchte seinen po'tischen Schöpfungen ein paar Zeilen widmet. . ^ ^ t .. Hilscher war ein Soldatenkind. Er wurde tu der Kaserne geboren. Sein B 'ter war Prosoß deS Infanterie Regiments Nr. 17. daS damals (1806. 22. Jänner) zu Lcitmeritz in Garnison lag. Im sechsten Jahre kam der Knabe in daS EizieliUtigShanS deS RegitnelitS nach KoSmonoS und im Jahre 1816 mit ttM Rcg'mcnle nach Laibach. Hier begann sein inneres Leben, nnd zlvar lvard er geistig aufgerichtet von e'nem älmlich Nnglücklilien. dessen Beigangenheil noch l)tn^ ein Ge-h.!mniß ist. Kurze Zeit nach der tLrmordung Kotzebue'S durch Saud kam von Triest her ein M.nn nach Laibach, der u» äußerster Roth sich als Geineiurr anlverben lilß. Cr nannte sich Friedrich Dal)l. mit tvelchem Recht, darttach tvurde nicht gefragt, er stand auch Nietnandem darüber Rede. Doch glaubte man damals, daß er mit jenem Morde in Ber-bindung gestanden habe. Bald verrieth d^r Fremde ungelvöltuliche Bil-dung. gute Sprachkenntniffe. bald zeigte er. daß er in der Mathematik, in Literatnr nnd Geschichte tüchtig zu Hause sei. Man ernannte ihn deshalb, mit Korporalsrang, zum Lehrer i»n CrziehungShause deS Regi-meuls. und so ward er auch Hilscher'S Lehrer. Cr zog diesen in Kurzem mit besonderer Borliebe an ßch. ihm verdankte Hilscher alles Wiffen. daS ihm s.in Loos so sebr mildette. ja schmückte, tiameutlich die Fertigkeit im Detttschen und die Keuntniß des Euglischen und Italienischen. Im Jahre 1822 wurde Hilscher anSgemustert nnd trat als Gemeiner in d^iS Regiment, deffen Schttlzögling er bisher gewesen war. Der arme Junge hlUt das fstr einen großen Schritt in die Freiheit und that ihn lnit Entzücken. Seine freie Kasernenzeit gehörte nun ganz Dahl, seinen Studien und poetischen Versuchen. Er schwelgte in den Werken der größten Dicht,r mit jugendkeckem Uebermnth. der ihn sogar hie und da Mit Dahl ans Angenblicke entziveite. Allein lange konnte einem so be-gabten und strebenden jnngen Manne der Kontrast zwischen seinem äuße-ttU Uiid seinem inneren Menschen nicht verborgen bleiben; er brach uM so mächtiger hervor. alS eiue in den Fesseln seines StandkS sür ihn auS» NchtSlose Liebe den Dichter in ihm erhol» ul»d den Soldaten um so tiefer zu Boden drückte. Bon da an suchte er irr Byron seinen Trost. Seine llebers.tzuiig der „Hebräischen Gesänge" ließ er auf seine Kosten drucken (Laibach 1833). Auch i>kr oben erwähnte dramatische Erfolg fällt in diese Laibacher Zeit. Ei^ war sicherlich geeignet, ihn »nit neuem LebenS-mulh zu etfülleu. Da schlug ein fnrchtbareS Creigniß ihn ganz darnieder: sein Lehrer. Führer und Fieund D.'hl erschoß sich, weil er eineS Snbor-dintitionsvergclzcns lvegen zum Gemeinen degradirt worden war. „Laibach", so schreibt man nns au» Leitmeritz. ..ivar ihtN nun ein offenes Grab, in Ivtlchein er seine llächsten nnd einzigen Vevi^'andten. seine geheime Liebe, seinen Freund, seine Jngend und seine Hoffniingen eingesargt erblickie." Nicht lange nach diesem Borfall wnrde sein Regiment in die Lom-bardei versetzt und ein iljnt ivohlwollender Offizier, der anch als Schrift-slellcr bekannte damalige Hauptmann (später g^ldinarschall-Lieutenant) Marfans bewirkte, daß Hilscticr als Fourier zum Generalquartiermeifter-stabe kam. In Mailand war eS. wo L. A. Frattkl ihn aufsuchte ; eS war dies das letzte Glück des arinea DichleeS. denn ihm allein verdankt er'S. daß er nickt galiz vergesien ist. Frankl schreibt von ihtN u. A.: „Ich lernte, einen Mtnschen kennen, der. wäre bei s.iner Geburt die Konstellation günstig gewesett. mit seinem Talente tveithin geglänzt Hütte; allein das Solvatenkittd steckle nnler dem Militär. Niemand suchte in der Kaserne einen Dichter. Er verkütnmerte. Nicht das Exerziren. nicht daS Flinten-putzen, nicht daS Koinmißbrod ivar seinern Atifstreben ei» unbesiegbares Hiliderniß. der Berralh von Freunden, eine Täuschnng deS Herzens lähmte i« Madrid entsprecheud sich unterworfen, habcn auch einen glänzenden Beweis der .Pakteizucht geliefert. Die lindern rtpublikanischen Gruppen, welche anstatt blindlings ntichzuahmen oder da« gcucr zu schür,n. rnhi^? bliebe« oder gar beschwichtigend ejugliffcn, haben Takt. Müpignug und politische Fähigkeit gejeigl. wie sie in der Rcgel nur bei rcifen und gutdisziplinirtku politis^chen Partcicn gefunden werden. Angt sichte dcS stlbft in den fortgeschritteneren Ländern als Spanien noch so allgiM inen Bdrurtl»eils. daS in Republikanern nur Blutdürstige und Tollköpse zu sehen beliebt, ist diese thatsächliche Beweisführung deS GegentheilS von ernster Bedeutung. Und im Interesse Spaniens wollen wir gerne drr in repubmanifchen Kreisen verbreiteten Anficht bcipst'chten, daß diese Kund-gebung nicht ohne Eifolg sein werde. Landwehr t« Nerbi«d«»g mit Berufssoldaten? II. Marburg, 22. Dezember. Die politischen Gründe, aus tvelchen England und Amenk,; neben der Landwehr ein Herr von geivolbenen Berufssoldaten aufgestellt, kennt Oesterreich nicht — können somit Oesterreich nicht beweisen, ein GleichcS zu thun. Oesterreich ist aber auch gar nicht in der wirthschastlichkn Lage, das Beispiel dieser Staaten nachzuahmen. Die Anwerbung in England und Amerika verursacht schon au und ' skr sich bedeutende Kosten ; auch ist der Sold viel liöher. die Berpftegung viel bester, als im Ksterreichlschen Heere. Und hat der Berufssoldat in England, in Amerika ausgedient, oder ist er im Kampfe zum Krüppel geworden, dann ist sein LooS nie ein so trauriges, wie dnS seiueS KsterreichischtU Kameraden. Bedingungen, unter welchen der österreichische Soldat jetzt dienen muß. würden in England und Amerika nicht lausende anlocken, den Beruf deS KnegerS zu wählen — abgesehen davon, daß England und Amerika sich schämen würden vor solchen Be-dingungen. England und Amerika sind Großmächte, die auch ihren Soldaten gegenüber als solche gelte» wollen und in Wahrheit gelten England und Amerika haben Veld und genießen Kredit ; Oesterreich defitzt leere Kassen, kann die vollen Zinsen seiner SlaatSschuldni nicht bezahlen und ist das Volt nicht fteuer fähig. Gesetzt nun aber, dieses Oesterreich wollte ein Berufsheer »verben nach dem Vorbilde Englands und Amerika's — würde über die Stärke desselben ulcht die Partei entscheiden, welche mit ihrem Antrage gesi gt — die Mililarpartei? Würden sünszigtausend Mann dieser Partli genügen? Wiarden es hunderttausend? Müßten Sold und Verpflcgnng nicht einen zweifach, ja dreifach größeren Auswand erheischen. alS jetzt sür eine gleich große Anzahl? Und wie stünde eS mit dem Ruhegehalt der AuSj^edieutlN. der Verunglückten? Die Ansprüche der geworbenen Berussjoldaten wären Viel höher und müßten befriedigt werden auch deßhalb, weil wir aus Verfassungsmäßigen und freiheitlichen Bedenken sehr behutsam vorgehen tvürden bei der Anwerbung. Wir scheuen daS heimatlose Gesindel, wie es die Landsknechte in frühererZeit gewesen — wir fürchten Waff.nträger. die au der Bersaffung und am Fortschritt kein Interesse haben, die ,in willenloses Werkzeug sind für versossungSwidrige Systeme, volksfeindliche Gewaltmenschent die Freiwilligen des stehenden HeereS dürslen darum »ue aus den Reihen der österreichilchrn Wehrpflichtigen genornmen werden. Diese Beschrankung würde aber das Angebot vermindern und dn Preis vertheuern. Berechnen wir die Kosten für ein solches Heer — rechnen wir dazu noch den Aufwand sür die Landwehr, die ja bei hunderttausend Berufs- ihn nur auf kurze Momente ; aber die zwiespaltigc Stellunj, zur Gesell-Ichaft. zn seiner UMj^ebung entnervte ihm Kopf und Heiz, machte scine Phantasie und sein Gefühl verbleichen. „Der Korporal — ein Dichter!" Man spottete, man lächelte, dann flüsterte man; „Nicht übel.". „Recht hübsch", endlich klopfte man den Soldaten auf die Schulter, liiek ihn Aieund. aber natürlich unter vier Augeu, tvährend man ihn öffentlich «ach seinem untergeordneten Rang behandelte; man pivtegirte iliu. nbcr mit jener Vornehmheit, mit jener Anmaßung, die daS Herz vergiflet und den Geist demüthigt, und felbst dieser kleine, schmerzlich erkaufte Tit),zug ward ihm von Neidern Verbittelt. indem sie ihn liei jeder Gelegc,ihett seine Stellung als Soldat fühlen ließen."--Am l)itterstett empfand er den Mangel an Verbindung mit der O'ffentllchkeit. Frankl bot ihm seine Vermittlung an und veranlaßte den Abdruck säner Uebertatiung dlr Gräber von Ugo FoScolo in der Revista Viennese 1838. Um sein Dichterschicksal ganz zu erfüllen, kam auch dieser Trost zu spät: Emanuel Hilscher starb am 2. November 1837 in Mailand und bezog nun seine letzte Kaserne, den MilitärgoiteSacker San Giovanuino vois der Porta Bertellina. Frankl gab 1840 Hilscher'S Nachlaß ljeraus. der von den damals die Kritik beherrschenden „Hallischen Jahrbüchern" mit großer Anerkennung behandelt ward Eine Weite vermehrte Auflage dieser Ausgabe hat die Mittel zu einem Denkmal für den armen unglücklichen Dichter aufgebracht, das in seiner Baterstadt am 29. Auni 18Ü3 enthüllt worden ist. Leider hat man nicht zu verschweigen vermocht, daß erst eine czechische Ovation sür den Dichter Macha, der in Lcitmeritz gelebt und gestorben, die guten deutschen Leitmeritzer daran erinnert hat. daß ihr Hilschcr auch ein Dichter gewesen. So sind sie denn in dieser Beziehung ganz wir ihre Landsleute da draußen im Reich, und ich darf ihnen daS zurufen, was auch diese sich schon so oft verdient haben: Des DiehterS ErdenlooS ivar bitl're Noth, Sein stummer Schmerz ermahnte euch vergebens. So lang' er lebte, war er für euch todt; Jetzt ist er todt: nun freut euch seineö Lebens! soldaten nnd bei Oesterreichs Stellung zu leinen Nachbarn doch tvohl neunnialhunderttausend Mann betragen müßte: so werden auch Gegner unserer Meinung bekennen, daß eine HeereSordnnng. wie HauSlab sie für eie Zukunft empfiehlt, die jetzigen Lasten wen» nicht erhöhen, doch geiviß nicht verringern würde. Diese Lasten aber forrzuschleppen. fehlt unS die Krast. fehlt uns der Wille. Wir leben im Staate nicht der Steuern ivegen. sondern n«r, um durch seine Hilfe zu erstreben. waS wir alS Eiimlne zu erreichen nicht vermögen — wir sind Bürger deS Staates, um Menschen zu werden. Steuern zahlen wir. um die Mittel zu beschaffen sür diesen Zweck. Die Beriheidigung des Staates nach Außen und Schutz deS Rechtes im Znnerll. ohne die ein menschenwürdiges Dasein Nicht zu hoffen ist. können getrost der VolkSwehr allein überlassen werden — natürlich unter der BorauSsetzung. daß Oesterreich zum BolkSstaate sich entwickle. Bolkswehr und Volksstaat bedingen einander. Lnmischte Nachrichteo. (Zu Gunsten der verurtheiltenGaribaldianer.) In der italienischen Kammer, der Abgeordneten ist ein Gesuch der römischen Flüchllinge. sich zu Gunsten der in Rem verurtheitten Garibaldianer zu verwenden, überreicht worden, daS in seinen Schlußsätzeu folgendermaßen laut»!: „Die Berurtheilten Luppi unv ihre Genossen haben keine andere Schuld, als daß sie an einer Erhebung theilgeuommen. ivelche schon in Rom vollständig unterdrückt tvar. als sie in ihren Häusern betroffen ivurden. Nnu hatte diese l^rhebüug keinen anderen Zweck, alS Rom von einer Tyrannei zu befreien, die noch verhaßter alS jene ist. die vor wenigen Jahren sast auf allen Städten lastete, welche derzeit das Königreich Italien bilden. Diese Erhebung entsprach dem Wunsche der ganzen Nation nnd ivar im Einklänge mit dem Aufrufe, auf den hin seit 18S9 die Schöpfung eines einig n Italiens erfolgte. D^m Heuker jene über-lassen, welche für dieses Ziel kämpsen. hieße die VergangenWt. das Ziel und die Gesammtverbindlichkeit Italiens verkennen. Die römischen Flüchtlinge liitten daS italienische Pnilamcnt, mit den unverzüglichsten und wirksamsten Mittel» vorzusorgcn. daß durch die Bollstreckung dieses uugerechten Urlheitsspruches nicht die Menschlichkeit und die Ehre drl italienischen Nation mit Füßen getreten werden." (Pole n.) Um die Russifizirung Polens zu beschleunigen, ist be-fohlen ivord^n. daß die zum Militär auSgehobeneu Edelleute und Per-sonen der privili.jirtrn Stände, welche nach Ablegung der vorschrists-mäßigen Prüfung, obwohl sie der Klaffe der Junker und Freilvilligen beigezählt sind, keine Aussicht haben, zu Offiziereil befördert zu werdeu. jederzeit auf ihre» Wunsch auf unbestitumten llrlanb entlasten werdeu dürfen. Dieser Bestimmung, welche einen großen Theil des polnischen Adels von der OfftjierSkarricre ausschließt, liegt d.^S Streben der ruffischrn Militärbcliörden zu Grunde, die verhältnißmäßig sehr bedeutende Zahl von polnische» Offizieren in der Armee möglichst zu beschränken. (Bürgers Grab) Die Ruhestätte deS am 18. Juni 17S4 gestorbenen berühmten Dichters »var lange Zeit unbekannt. Erst im Jahre 1845 ivurden Studirende in Vöttingen durch Otto MüllerS Roman, ivelcher Bürgers Leben zum Gegenstande hat. veranlaßt. deS Dichters Grab zu ermitteln. Es gelang dies auch wirklich durch eiuen Todten-gräber. der sich der Erzählung eines Schneiders erinnerte, datz einmal ein armer Mann Bütiier geheißen, au einem gewissen Orte begraben ivorden. Der Mann sei vor Elend gestorben, nur der Buchhändler Dietrich sei der Leiche gefolgt, und dieser habe eine Akazie auf das Grab gepflanzt. Man fand die Akazie und damit die Ruhestätte. Die Studireildrn Der Ztaufmann, wie er sein soll. (Aus einem Werte v. I. 1648.) So der Junge in die Ler kumt Key die Krümerei fire im von ainer Schachtel zu Andern, nldiweil aber die Jungen nicht lesen kan, binde Zibcbe» ous die Zibebenschachtel. Sißholz auf die Süßholzschachtel, aus oi. »nldere ^umprix biß der Bengel lesen kan, und herangewakßen ist. Findet ,r a!eS von Selbstem alleiniglich, so ist firwarr als fertiger Helfer oder Junker nit mcr mit Maultaschen zn beliandel». auch daß schneuzen törf ihm nicht vor die Kunden befotlen werden, wail er sonst rott tvird. Frumbhait ist di erste tugentliche Aigenschaft eines Kremers. doch hast du aus dein Nnztail zu hantiren. Bei Maß und Gewicht sain allerhand Kunst zu machen, wan du sie 2 Pfennige Kimel meßen tust. Halle daS Mäßlein sein krumb. als hettest du daS Raißen in deiner Haut, mit der anderen Hant fllle ain. und ehe eS fol ist stirze es der, Kunde im Tops. A »öderer Hantgrif. So du Honi^ auf di Wag gibst gebe Staine als Gewicht so. daß dein Töpflein tiffer stehet, sonst hast du kain Gewin. Anderer Hantgrif. Wigest du mit der Hantwage Pfeffer iber 3 Pfennige, so schnelle mit dem langen Finger der linken Hant daS Zingeleiu so, daß man glauben tut. eS ist mer alS man verlangt. Anderer Hantgrif. So du ciile Ele Hanfbendelein oder WaiSzeig meßen tust, so halte den Daum der rechten Haut mit der Flaischseite auf daß Bändelein, beim abschneide» aber, überbige dein Daumlein biS zur Ragelwurzel so gewinest du bei jeder Ele eine Nagellenge, bei Ainkause tuhe daS ver-kerte dieser Reguln. Anderes. So du Baumehl meßest tuhe das Ziment lange abtraufen laßen. lietea ftch auf ewige Zeiten die Stätte schenk,», um ein Denkmal darauf zu errichten; aber daS Denkmal kam nicht zu Stande, obwohl man selnet-halben auch die Akazie gefallt. Beinahe zwanzig Jahre vergingen, bis Göttingen das Bersprechen einlöste; endlich wurde die Schult» durch ein Standbild Bürgers beglichen, welches jedoch sonderbarerweise in den Gartenanlagen nächst dem Bahnhose se»ne Aufstellung erhielt. Jetzt sollen Schritte geschehen, um die einfache Denktasel auf drm Trabe des Dichters durch ein würdiges Denkmal zu ersetzen. (Heerwesen.) Das Reichskkiegsministelium hat anläßlich der durch die Rekruteneinziehnng nothwendigen Beurlaubungen Folgendes an« geordnet: Bei der Infanterie und den Jägern dürfen llntcrosfiziere. die über vier Jalire. die übrigen Mannschaften, welche über drei Jahre -- bei der Kavallerie. Artillerie. Genietruppe. k>en Pionicren und Gestiltsbrauche Unteroffizirre und Mannschaften, welche über fünf Jahre — dann bei den übrigen Truppen und Armeeanstalten Unteroffiziere und Mannschaftkn. welche über vier Jahre dienen, gegen ihren Willen in der Pu'isenzdienst' leistung nicht mehr zurückbehalten werden. Diese Bestimmung hat selbst-verständlich auf die wiederengagirten Stellvertreter, welche in vieser CitUN« schaft besonderen Borschristen unterliegen, keine Anwendung. Um endlich die hie und da über das Recht dcr Urlaubsweigerung auftutauchten Z reifel zu beheben, w-rd allgemein bekannt gegeben, daß in Folge deS Gesel^es Über die HeereSergänzung (g. 39). laut w-lchem die freiwillige Er« neurung der vollstreckten Dienstpfllcht nur den gut konduisirtcn Toldatcn gestattet ist. dann in Folge der Verordnung von» 28. April v. I.. womit das unbedingte Recht der Urlauber und Reservisten zur freiwilligen Elnrücknng zum aktiven Dienste aufgehoben worden ist — auch den in der Präsenzdienstleistung stehenden Saldoten ohne Unterschied der Charge ein Recht zur Verweigerung dcr Beurlaubung nicht zusteht und daß demnach die BewiUignn.; zur Fortsetzung der Präsenzdienstleistlln,, von denselben Bedmgungen abhängig gemacht werden rnuß. wie jene zur freiwilligen Erneurung der volliirccktcn Dienstpflicht oder zur freiwilligen Einrückung vom Urlaube. ES dürfcn daher Soldaten, ivelche die Reihe zur Beurlaubung getroffen hat. nur in t>em Falle in der Präsenzdienst' leistung verbleiben. »Venn hicdurch für den Dirnst ein besonderer Borthe! erwächst und wenn ihnen die dieSföllige Bewilligung Seitens der Komman-danten der Truppen und Armeeanstalten. dencn daS Entscheidungsrecht hierüber zusteht, ertheilt tvird. (Haftung der Eisenbahn gesellschaften.) DaS Tcsetz betreffend die Haftung der Elsenbahnunlernehmuugen in Fällen körpsr-licher Verletzungen oder Tödtungen von Menschen, welches der Justiz-minister a»n 18. Dez. im Hcrrenhause eingcliracht. lautet in seinen »»wesentlichen Bestimmungen wie folgt: „Wei»n durch eine Ercignun., i»n Verkehr einer Mlt Anwendung von Dampskrast betriebenen Eisenbal)n die körperliche Verletzung oder die Tödtung eines Menschen ljcrbeigesüljrt wird, so »vird stets vermuthet. daß die lSreignung durch ein Verschulden der Unternehmung oder derjenigen Personen erngetreten sei. deren sie sich zur Ausübung des Betriebes bedient. DaS Verschulden dieser Personen hat die Unternehmung ebenjo wie ihr eigenes Verschulden durch L istung des Ersatzes nach Maßgabe der Kg lS25—1SZ7 deS allgemeinen l)ürgcr-lichen Oesetzbuches zu vertreten — Von dieser Ersatzleistung wird die Unternehmung nur dann und nur in dem Maße befreit, als sie beweist, daß die Ereignung durch einen unabwendbaren Aufall oder durch eine unabwendbare Handlung einer dritten Person, deren Verschulden sie nicht zu vertreten hat. oder durch Verschulden deS Beschädigten verursacht wurde. Eine von der Unternehmung in vorhinein angekündigte oder mit ihr vereinbarte Ablehnun.; oder Cj»»schränkung dieser Ersatzpflicht ist ohne rechtliche Wirkung. — «lagen aus Ersatzleistung, welche aus Grundlage geuhe aber schnell das Ehl in deiner Kunde Töpfl in. u»»d hcnge dein Zimentlein im Stander, so »virst du zu »»»as tomen. Anderes. Ist dir an aine Kundin was gelegen, so mache dich gefelig. sage das sie schönleibig feye. und du ivollgefalen an Jr findest, sie tvird ge-blendet sein, und kanst auf vortailhasten Verkauf sicher sain. elUch »v^»n die Wtlber häßlich, und narbig sind tuhe ihnen schön. eS prtngt Autz. Anderes. Ist Ur au eine hibsche Kundin gelegen, so »nache dich t^säUig. mache den öeigkflnger an die Zunge naß. greife ihr da»nit aus die Bake over Halskraus, tuhe als bettest du ain Ungeziffer gesangeli. werfe eS aus oie Erde und trette darauf, sie »vir!» dir danken sür den sreindschasttlcycn Dienst, den du ihr getan, pringt d»r Nutz. Anderes. Wen dir ein Ratsherr, oder ainer von der Veistlichkait /twaS nach Elle oder Gewicht abkaufen tut. oder gar nach Mäßlein, jo lab aUc Borteilhastikaiten weg. diese gelarte Herre»» tun alles nachwtgen und meßeu, und »Verden dich darob loben und dich sonderlich eren. Haßt du deine Waar gut auf den Mark gepracht. vUte dich vor 2 Jbeln, fir Markdilibe. und bei Nacht fir Megdelein. die dir so vtU pojeS antul». duß du dein ltblang ain Kribbl pleipst. . » . . Deine Gröschelu und Pfennige trage fleißig in dein ^clbgurt. und laß nicht merken, daß du ainen solchen hast, so du aine Brenns^pe kaufest gebe nur ain 2 Pfennigstück zum auSwekseln, daS man keln Veit bei dir glaubet. Gaudiebe sind iberall. Wirst du selbslstendiger Krämer, so gehe alle Woche 2 mal zur Meße, und alle 14 Tage zur Peichte. aber nur in dein Sprengl wo du als ansentlicher Kaufherr »virst gcert »verde», und kain poser Leumund prinkt dir Schaden. . . Als Anhang zu diesem Püchlein sin Rechen Exempuln allerhant fremdländischer Getvichte und Minzen, teutsche und latei!»isljje Nammen, als stat Eibischthee. ?Iori8 dibiseu3, Süßholz. Raäix I^iez^uirieia, statt Walhholderbeer, .suwxri» u. f. weiter, so du fleißig ftudiren solst. auch ain grines Käplein ist dir anzuratten. Gesetzes wegen Ereignungen. die der Wirksamkeit desselben nächste» setzt sind, erhoben werden, gehören nach Wahl deS Klägers vor das Handelsgericht, in dessen Sprengel die geklagte Unternehmung ihren Sitz hat. oder in welchem die Ereignung geschehen ist. Ueber dieselben ist summarisch zu verfahren und eS können mehrere Kläger Ersatzansprüche, welche in derselben Ereignung ihren Grund haben, in derselben Klageschrist geltend machen." Binrburger Äerichte. (Gründungsfei'cr deS Turnvereins.) Der Marburger Turnverein feierte SamStag den 19. d. M. sein sechstes Gründungsfest. Außer den Biitglledern erschienen auch Gäste in großer Zahl. Die Feier wurde vom Turnersängerchor mit dem ..Festmotto" von Storch, dein Wahlspruche deS Vereines und dem Chore „Festgesau^i" eröffnet, «»»oranf der Sprechwart. Herr Brandsjätter. die Festrede hielt, in tvelcher cr die Thütigkeit deS Bereines seit seiner Gründung im Mai deS Jahres 1862 hervorhob, der Unterstützung gedachte, welche dem Vereine von Seiten der Gemeinde und der Bewohner Marburgs, sowie des Staates zu Theil getvorden. und mit der Aufmunterung an die Turner schloß, treu aus der Bahn des TurnvaterS Jahn zu wandeln. Der Chor „Bater Jahn" gab den warmen Worten deS Redners die gesangliche Weihe. Der Sprechwart Ersatzmann. Herr Prof. Rieck. begrüßte die geladenen und vollzählig erschienenen Vereine: Männergesangtierein und Merkur, die Gemeindevertretung, die unterstül^endtn Mitglieder uud alle Turnfreunde. Mit Spannung lauschten die Gäste dem klaren uud gedrungenem Vor-trnge des Herrn Dr. Grün, welcher von der Idee des Staates als der freiheitlichen Entwicklung deS Einzelnen sprach und den Beweis führte. die deutsche Turncrschast die .Verwirklichung dilser Idee von jeher Mit Erfolg angestrebt habe — endlich darauf hinwies, tvie auch der Maiburger Turnverein, besonders durch deu an die Lehramtsk'n»didaten ftlr die Volksschule ertheilteu Unterricht jeinem Beruf entspreche, diese Idee ins Volk hinauszutragen. Der Vortrag erzielte ungetheilten Bei-fall. Herr Dr. Duchatsch erwiderte im Namen deS Männergesangvereins be-geisterte Worte aus die Begrüßung deS Turnvereins, auch deS letzten Sängerfestes gedenkend. »»)orauf daS „Deutsche Lied", gesungen vom Männergejang-verein und dem Turneisüngerchoe. die Versammlung in gehobene andachts-volle Stimmung versetzte. Herr Grubitsch sprach im Namen des Vereins Merkur. Herr Badl ilu Namen der Bürger Marl»urgS. Ein brieflicher Glücksivunsch des Grazer Turnvereins und ein Telegramm des Herrn Schubitz aus Klageusurt wurde Verlesen. Deklamattirische Vorträge theils ernste»». theilS heiteren JnljallS. gesprochen von den Herren: Professor Schaller. ProhaSta und Professor Ri?ck. wechselten mit Liedern, von wllchen der Chor deS Männergssangvereins. daS Kärntnerlied: „Wo i geh. »vo i stet»", arrantvrt von Dr. Kokoschinegg und daS Quartett des Turnersängerchors „Ach Elölein!" (Gedicht anS dem 16. Jahrhundert), besonderen Beifall sauden und ivieverholt werde» mußten. AlS die auf den Sprcchwart. Herrn Brandstättcr und auf den gefeierten Gast Herrn Dr. Grün. auSget)rachten Trinksprüche die festliche Lnmmung auf den Höhenpunkt gebracht, ergriff Herr Dr. Grün noch einmal daS Wort, um mit zündender Begeisterung und oft von jubelndem Beifall unterbrochen, »lon der Zusammengehörigkeit Oesterreichs mit Deutschland trotz König» grätz und Präger Friec>cn zu sprechen. Der Jubel wiederholte sich, als d r Herr Sprechwart verkü»»dete. daß der Turnrath jocben beschloffeu. Heir» Dr. Grün im Namen des Turnvereins zur Erinnerung an daS heutige Fest ein Gcdcnkblalt zu tvidmen. Hierauf ließfn die Sänger den frischen Chor „Die Wacht am Rhein" ertönen. Die luftigen Weisen der Hohl'schcn Kapelle regten die Verehrer Terpsichore'S zum Tanze an. der bis in die tiefe Nacht hinein die Füße in Bewegung setzte. — Und so hoffen «vir. daß alle Theilnehmer an dem heiteren Feste eine angenehme Erinnerung bewahren iverden. (Schaubühne.) Offenbachs langersehnte Oper: „Die Großherzogin von Gerolstein" kam endlich am Sonntag. Montag und gestern zur A»»fführung. Der Besuch tvar ungeachtet der Preiserhöhung ein sehr zahlreicher und bekundete der lviederholte und htN»fig stürmische Beifall deS Publikums die allgemeinste Zufriedenheit mit dieser Satyre auf die deuisDe Kleinstaaterei und namentlich aus die Mililärwirthschaft unserer Zeit. Um die Aufführung hat sich vor Allem Frau BergerNikolini als Trägerin der Titelrolle verdient gemacht; besonders gefirl sie im „Regi-mentSliede". Duett mit Herrn Nikolini (Fritz) und im „Liede vorn Säbel." Als Meisterin deS Spiels zeigte Frau Berger sich im ziveitcn Akte, in der Szene mit Baron Grog (Herr Kößler). Der erst^' Ra»»g neben dieser Künstlerin gebül)rt Herrn Nikolini. Die Herren: Strecker (Paul). A»»ßim (Baron Puck) und Kroßeck (General Bumbum) gefielen durch MaSke und Spiel und hatte namentlich ihr Terzett mi, Tanz (im zweiten Akte) besonderen Erfolg. Fräulein Wingard l)ielt sich als „Wanda" sehr gut. Die Chöre verriethen eifriges Studium. (B e r e i n Sl e b e n.) Der NennerauSschuß. ivelchen der politisch-VolkStvirthschastliche Berein beturstragt, einen Berein zur Förderung deS unmittelbaren Verkehrs zwischen Weingartenbesitzern und Weintäufern ins Leben zu rufen, hat sich ko»»st>tuirt: Herr Friedrich Brandstätter »vurde zum Obmann. Franz WieSthaler zum Schriftführer gewühlt. Letzte Pvst. Das vsterreichifche Geschwader hat Trieft verlassen um in die Tee zu gehen. Das preußische Herrenhaus l^at den Beschluß deS Abgeordnetenhauses, betreffend die parlamentarische Redefreiheit verworfen. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland sollen fkch günstiger gestalten. Gingesandt. S'/g Voige, in t0 Jahren al pari rückzahlbare 532 Pfandbriefe der k. k. priv. öfterr. Hypothrken Dank ia Wim können laut Gesetz vom 2. Juli 1868 zur Anlage von Pupillar^, Fideikommiß- nnd Depositengeldern, sowie zur ?lnl.'ge von Kapitalien der Stiftungen nnd endlich zn Dienst- und GeschästSkantionen verwendet werden. — Die absolute Sicherheit und die hohe Verwuidbarkeit eign,n dieses Effekt ganz besonders zur Kapitalsanlage. Der Konpon wird halbjährig nnd zwar am 30. Inni nnd 31. Dezember j. I. ohne jedweden Abzng ausbezahlt. Diese Pfandbriefe können zu dem jktveiligen Börsckourse durch die prtv. Ssterr. Hypotheken-Ban? (Wien. Wipplingerstraße Nr. 30) und durch die Anglo-österr. Bank bezogen werden. einer Kaution von bar fl. 2000.—, welche ficherßestellt MWH^werden kann, ist die Niederlage in Marburg für ein renommirteS Fabrikat, verbunden mit einem Detail^eschäft. ^zu übernehmen. Kenner der Papierbranche haben Borzug. Naherks durch die Firma Motbers Witwe ^ Gtaudinger, Graz. (704 Zu Wtihnachts- und Neujahrsgeschelli^en empfiehl Eintracht. Freundschaft, Fröhlichkeit. )... . ^ G Mttwoch den 23. Dezember 1868, um 8 Uhr Abends, i« Kartins Restaurations'Lokalitäten: Erstes Mitglieder-Kritllzchtu des Marburger MSxnergtsangvereine». Erßt 1. Vundetlied, Chor von Lenz. 4. Soloquartett- 2. Vagenlied, Thor von SngelSberg. K. Da» Steirerland, Chor von Schmolzer. 8. Lied. Kveite Mhtilvug: Bon der Wiege bis zum Grabe. Liedercyeluß mit verbindender Declamation. Dichtung von Heinrich Stein, komponirt von B. l!. Reßler. VeittittSerklärnngen werden in den Geschästtlokalen der Herren Eduard Janschip «nton Hohl und Josef Kokoschinegg und Abends an der Kasse entgegennenommeu. — Die ?. 1. unterstützenden Mitglieder wollen gefälligst an der Kasse die Jahreskarten vorweisen. — Eintrittsgebühr für NichtMitglieder KV kr. pr. Person. Am IL. Jänner und 1. Februar 1869 finden Tanzkränzchen statt, zu welchen nur uuterstützende Mitglieder Zutritt haben. Rr. 2Sb. Uhrmacher in Marturg, Swdt, Httrreng^sst gkgenübcr dem Cafö Pich«, erster Qualität unter Zusicherung billigster Preise. (795 In äor lilavukalrtnr- äi Aloä«He»»ron-Lavä1unjs äa> „-um veisson Lrvuzi-, IIsrrvvFkttv!?r. 180 Lväst sin gäorliokor günimtllvbsr ^aarou unter äom Livk»uk»prvi»v Insbv80»6vro virä »uk ä»» rvivbksltiev von ^uvd, VvIourL, koolc», u. llvssQgtoKsll, Vmbkuztiloksrv, I'lAiäi, Lkavli uvä Kloiäorstoksv »ukmorlcsllm zssmaodt. (74Z Kundmachung. Weg'« dem ganzjährigen Rechnung« - Abschlüsse der Spartasse in Marburg bleibt da« Amt vom 1. bi« IS. JSuner 1S6g für dir Parteien gtschloffen. Marburg am 19. Dezember Iges. _ marimrte, ru38tse1ie AtUfÜlvDv, uvä Z»O«üt»sr^»»»v»Irä>«, L»s«üolvtt1, Ar»ri»»sU«r-SoI»»oolc«Q eto. etc. empiielilt 2ur ßxvuei^ön äie Raudlung äes ! _AI. am Hurgplatz. > Im Magazin unter dm Bahnhof sind am Lager: (784 Alle Gattungen Bretter von Fichtell- ttlld Lärchenholz. llngeschwemmtes trockenes Buchen-, Föhren- n. Fichtellscheiterholz. Briquettes, Schmied- u. Heizsteinkohle vo,l Fünftirchen in llngarn. Stück-, Wlirfel-, Gries- und Glanzsteinkohle aus Krain. Lankowiher Stslcksteinkohle von Herrn R.v. Horstig in Schafloß. Buchen- und Fichten-Holzkohle aus Kärnten. Die Zustellung wird prompt besorgt. Es empfiehlt sich zu geneigten Auftrügen Karl Moser aus Wien, wohnhast in Graz, Bindergassc Nr. 155, empfiehlt feine hermetischen SugluftBerschli-ßUUg-n^WK Osstorroisollsr Srssluu». 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Dez^mbei^ in Marburg eintreffen, bitte daher gefäUige Zuschriften in der Ezpedition dieses Blattes abzugeben._ (79l) Dknorväv LLIts xvxvn »vxnvllv M > Dis Orieinkl»udos in rtt>. ^uüaxs ersobieneuvn, kür^ !Fv6vrm»lln uütsilickoll Luolis. ^ von I^aAKr'«IlbtKKS. M ^sr«tliokor liatk^vkerM (Svv»llnt ) in ^vliv^ttel»v-u«««i»e>vn.z^ i Lin Lanä vov 2L2 Loitsn mit Kl) avat. /^bdiläuu^vn. In lIwsvkIaKi ^ ! vorsioeslt. I^rvis 1 10 8ß^. ---? ü. 2 36 xr., ist 6urod »Iis Luv Ii-5^ l»»väIuQxvv, in ^tvn von kvi'«!«! ^ Ltskansplkts, ?ff i LU dsrioksll. lb58 ^ OislZv kvds ^itksr maokt ^v6s .^nxroisunx^ übvrKüssix. .ls6o» Lxsmviar äsr OrixinalausKstio von ^ ^ ^ livia. ___^ !l^»urollti u s MUSS mit boizsäruvictsm Ltempol vsrsioxslt svin, Worsnf -u »obton. dickflltbig, wird von den ersten Professoren und Aerzten zur Hebung der Ernährung, bei jeder Art von Schwäche und insbejonderS bei Brust-, Lungen- u. Halsleiden angewendet. (Preis pr. großes Glas 75 kr., pr. kleines GlaS 50 kr.) 2. 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Nach Wien: Nach Trieft: Abfahrt: 2 Uhr 46 Min. Mittag». Abfahrt: 1 Uhr S2 Min. Mittag»^ Verantwortlicher Redakteur: Franz WieSthaler. S. N. St. G. Druck und Verlag von Eduard Janschitz in Marburg.