Pränumcrations - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . . V fl. — Ir. Halbjährig . . . S „ — „ Vierteljährig. . . i „ 50 „ Monatlich . . . — „ So „ Mit Lcr Post: Ganzjährig . . . s fl. — kr. Halbjährig . . . 4 ,, 50 „ Vierteljährig. . . 2 „ 25 „ Kür Zustellung ins HauS vierteljährig 25 kr., monatlich 9 Ir. Einzelne Nummer» 5 Ir. Laibacher Tagblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. ttk-aklion: Bahnhosgasse Nr. 1S2. Lrpcdition n»L 3«scratcn-Lnrcau: ikongreßplatz Nr 81 lBuchhandlnng von I.V. Kleinmayr LF.Bamberg Znscrtionsvrcisc: Mir die einspaltigc Petilzeile 3 bei zweimaliger Einschaltung L 5 kr dreimal L 7 Ir. Jnsertionostempel jedesmal S» Ir. Bei größeren Inseraten und österer Einschaltung entsprechender Rabatt Nr. 35. Freitag, 25. September. — Morgen: Cyprian. 1868. Monnemenls -Linladung. Mit 1. Oktober d. I. beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibachcr Tagblatt." Bis 1. November d. I.: Für Laibach...................................50 kr. Mit der Post..................................75 kr. Bis Ende Dezember d. I.: Für Laibach.............................1 fl. 50 kr. Mit der Post............................2 fl. 25 kr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr., vierteljährig 25 kr. NE" Die x. t. Abonnenten, deren Abonnent mit Ende September abläuft, werden ersucht, dasselbe rechtzeitig zu erueueru, damit keine Unterbrechung in der Zustellung eintritt. Die Auflösung des Gemeinderathes. Das Drama, welches in der bekannten Julinacht vor dem Schantel'schen Hause sich abzuspielen begann und die verschiedensten Episoden, theils im Gerichtssaale, theils im Schöße des Gemeinderathes durchmachte, ja welches sogar die Präsidialfedern in dem Bureau der Landesregierung und des Ministeriums in fieberhafte Bewegung setzte, hat durch die gestern erfolgte Auflösung des Gemeinderathes seinen Abschluß gefunden. Dr. Costa ist nicht mehr Bürgermeister von Laibach und den Bürgern der Stadt ist es nun anheimgegeben, das darniederliegende Gemeiudewesen aufs ucue zu ordnen und zu kräftigen. Wenngleich cs manche Stimmen gibt, welche es als ungerechtfertiget bezeichnen wollen, wegen einer einzelnen Person, die, koste cs was cs wolle, in einem Amte verbleiben will, zu welchem ihr die Mehrheit der Bürger das Vertrauen abgesprochen hat, einen ganzen Gemeinderath auszulöseu, anstatt dem einzelnen auch das Bertraueu der Regierung zu . entziehen und das Mandat der übrigen zu beachten, so ist der Vorgang der Regierung doch ein durch die außerordentliche Zwangslage gerechtfertigter. Die ganze Gemeiuderathsangelegenheit wurde durch die beharrliche Weigerung Dr. Costa's, den Platz zu räumen, so verfahren, daß der Regierung schließlich wohl kein anderer Ausweg übrig blieb. Wir begrüßen diesen Akt daher um so lieber, als er eiu durchweg konstitutioneller ist und keinem ungesetzliche» Gewaltstreiche entspringt. Dr. Costa hat bei der Schantel'schen Affaire wehr politischen Partcigeist au den Tag gelegt, als !ich mit der Stellung eines Bürgermeisters verträgt, er hat im Verlaufe der Gerichtsverhandlung Dinge über sich ergehen lassen müssen, die ihn auf seinem Platze unmöglich machten. Die Majorität des Gemeinderathes hat es als Ehrensache betrachtet, ihre Mißbilligung über die -Vorfälle auSzusprechen, und hat dem gewesenen Bürgermeister ihr Mißtrauen ausgesprochen. Als Dr. Eosta trotzdem und gegen allen parlamentarischen usus auf dem Platze blieb, hat die Majorität beschlossen, den Sitzungen nicht mehr beizuwohnen, bei denen der vertrauensverlnstige Bürgermeister den Borsitz führe. Wir können nicht umhin, dieser mannhaften Haltung der Gemeinderathsmajorität unsere vollste Anerkennung zu zollen. Die Gemeinderathsmajorität hat durch dieses Auftreten den Beweis geliefert, daß es ihr nicht um die Erhaltung der Mandate L tvut, prix zu thun war, daß es ihr nicht darum zu thun war, überhaupt die Oberhand im Gemeinderathe zu haben, sondern vor allem um die Bewahrung der Reinheit der Bürgermeisterwürde, nm die Ehre der Stadt. Die Gemeinderathsmajorität konnte bleiben, sie war ja Majorität und konnte als solche den Bürgermeister zwingen, ihre Beschlüsse auszuführen; der Bürgermeister war machtlos, sie konnte ihm sogar seine Stellung erschweren, wie sie wollte, und ihn so zum Rücktritt drängen. Sie hat es aber nicht gethan, sie drang auf die Auslösung, sie hat lieber ihre eigene Existenz in die Schanze geschlagen. Sie weiß, daß es einen erneuten Wahlkampf geben wird, sie weiß, daß es schwer ist,, den Bürger alle Augenblicke mit Wahlen zu belästigen und zu quäleu, sie wußte das alles, und trotzdem drang sie auf die Auflösung» denn nur eines war ihr heilig und unantastbar, und das eine Heilige und Unantastbare war ihr die Würde desjenigen, den man den ersten der Bürger, den Bürgermeister zu nennen pflegt. Wahrhaftig, das war männlich gehandelt und der Bürger der Landeshauptstadt würdig. Nicht mehr soll Laibach und sein Bürgermeister zum Spotte der Welt dienen, der Bürger Laibach's ist so ehreuwerth, wie jeder anderswo, er wird einen Mann finden, der Laibach, das wegen dieser beklagenswerthen Affaire, wegen der Unsicherheit seiner Umgebung ringsum im weiten Reiche verschrieen ist, wieder zu Ehren bringt und ihm jenen Ehrenplatz unter den Landeshauptstädten der Monarchie wieder sichern wird, den es einst und mit Recht eingenommen hat. Es ist Sache der Bürger, solche Männer zu wählen, welchen die Ehre der Stadt und des Bür germeifterS so hoch steht, wie der gegenwärtigen Gemeinderathsmajorität, und solche zurückzuweisen, welche die Stirne haben, den gewesenen Bürgermeister und sein Gebühren zu vertheidigen, und welche zu dieser Vertheidigung kein besseres zu finden wissen, als daß Dr. Costa nicht vom Ge richte verurtheilt wurde, und es verschweigen, daß Laibach's Bürgermeister vor Gericht nicht zum Eide zugelassen wurde. Noch ein Gedanke hat sich uns ausgedrängt, als wir gestern die Nachricht von der Auflösung des Gemeinderaths lasen. Es war dieser Gedanke der Vergleich der Gemeinderathsmajorität und der gegenwärtigen Landtagsmajorität. Die Gemeinde rathsmajorität hat ihre Existenz in die Schanze geschlagen, ungezwungen, freiwillig, aus männlichem Ehrgefühle. Die Landtagsmajorität aber stützt ihre Existenz durch Mittel, wie es die Ausschließung Mulej's und Dr. Suppan's sind. Die Gemeinderathsmajorität hat ihre Pflicht gethan, und überläßt es nun ruhig dem Willen der Bürger, nochmals zu entscheiden, ob sie im Sinne der Bürger gehandelt hat. Die Landtagsmajorität schlägt mit der Faust darein und wirft zwei Ehrenmänner hinaus, obwohl die Gesetzlichkeit der Wahl von der Minorität auf's glänzendste dargethan wurde. Die Gemeinderathsmajorität stellt die Sache höher, als sich selbst, die Landtagömajorität will sich um jeden Preis erhalten und scheut Macht-prüche nicht, welche dem Rechtsgesühle der Wähler empfindliche Wunden schlagen. So wie die Gemeinderathsmajorität gehandelt hat, so handelt der Mann, der sich seiner guten Sache und seines guten Rechtes bewußt ist und der stündlich sein Wirken dem Urtheile der öffentlichen Meinung ireisgibt; die Laudtagsmajorität handelt wie einer, der den Boden unter den Füßen wanken sieht, denn eine solche Majorität ist dem Falle nahe, welche nm zwei Stimmen mäkeln muß. Hier die würdevolle Ruhe des Siegesbewußten, dort die Verzweiflung des Ertrinkenden. In Bälde dürften die Neuwahlen für den Gemeinderath ausgeschrieben werden. Die Bürger Laibach's werden zahlreich zur Urne schreiten und den Beweis Herstellen, daß sie ein warmes, für Bürgerehre schlagendes Herz besitzen, daß sie die taktvolle, ehrliche, aber entschiedene Haltung der Gemeinderathsmajorität billigen, indem sie die Neuwahlen im Sinne der bisherigen Majorität vornehmen. Krams Montanindustrie im Jahre 1867 und ihr Zukunftsberus.* Bon Wilhelm Ritter v. Fritsch. IV. Legt man der Kohlen Produktion Oesterreichs den gleichen eilfjährigen Zeitabschnitt (von 1855-1865) zum Vergleiche zu Grunde, so entfallen für diesen Zeitraum auf 1) Böhmen . . ............. 2) Mähr., Schlef. 3) Ungarn,Banat n. ban. Grenze 4) Steiermark . 5) Oesterr. ob u. unter der Enns 6) Krakau, Galiz. und Bukowina 7) Kärnten . . 8) Kram . . . 9) Küstenland . 10) Tirol . . . 11) Venezien . . 12) Dalmatien . 13) Kroatien und Slavonien . 14) Siebenbürgen. Hiezu noch Produktion im Monat Nov. u. Dezbr. _____________ Summa: 721,004.222Ztr.,d.i. 100 "/« * Siehe Nr. 17, 23, SS dieses Blattes 133,405.342 „ " 18 50 85,322.313 11-83 ,. 73,207.864 .. " 10 15 36,346.593 „ 5-04 19,968.348 2'76 „ 9,555.490 .. 1-32 .. 8,457.788 .. 117 .. 2,967.898 „ 0-41 .. 1,274.761 .. 017 .. 1,194.738 „ „ 0-16 .. 985.468 .. " 013 .. 793.757 .. 011 .. 233.914 „ 0-03 „ 16,992.736 ., 2 38 Es behauptet somit Krain in der Reihe der aufgeführten Provinzen den achten Rang, ja es hat in den letzten Jahren bereits dem Nachbarlande Kärnten einen bedeutenden Borsprung abgcrungen, so daß es in den letzten Jahren bereits in die siebente Rangstufe vorgerückt ist. Wir gelangen somit aus Grundlage des vorigen Kalküls zu dem belangreichen Resultate, daß Krainö Eisen- und Kohlenproduktion sich relativ, d. i. im Vergleiche zum gesammten Vaterlandc gehalten, nahezu das Gleichgewicht halten, da seine perzentucllen Anthcilsziffcrn an Eisen und Kohle beziehungsweise 1'78 und 117 sind. Dennoch wird dieses paritätische Verhältniß ungemein velrückt, wenn mau nicht die wirkliche Leistung, sondern das mögliche Maß der Leistung, den vorhandenen Natnrfchätzen gegenüber, in's Ange faßt, wo dann sich bei der Betrachtung der Kohle, welche die Natur iu so bedeutenden Schätzen in diesem Lande abgelagert hat, ein ganz monströses Mißverhältnis Herausstellen würde. Immerhin hat die Brannkohlenproduktion in diesem Lande einen ganz schwunghasten Fortschritt genommen, ja, seit dem Jahre 1862 in Werth und Menge sich nahezu verdoppelt. Von der Gefammtkohlenproduktion KrainS im Jahre 1867, d. i. von 1,752.719 Ztr., im Werthe von 306.231 fl. (Mittelpreis per Zlr. 15 kr.), entfielen allein auf Sagor 1,560,178 Ztr. oder nahezu 90 °/g im Werthe von 283.382 fl., d. i. 92 o/^ der ganzen Produktion. Gegen das Vorjahr 1866 war dieses Werk allein um 323.505 Ztr. und 55.835 fl. gestiegen. Auch bei dem Zink- und Kohlenwerke Johannesthal zeigte sich gegen das Vorjahr ein rascher Fortschritt um 18.579 Ztr. Kohlen, welche ausschließlich bei dem dortigen Zinkwerke zur Verwendung gelangen, während Sagor selbe zum weitaus überwiegendem Theile an die Südbahn verschleißt. Die Zunahme der Zinkproduktion gibt sür Krain das erfreulichste Bild. Sie betrug: 1860: 6720 Ztr. im Werthe von 90.720 fl., im Mittelpreise von 13 fl. 50 kr., 1861 : 5910 Ztr. im Werthe von 67.965 fl-, IM Mittelpreise von 11 fl. 50 kr., 1862: 5,520 Ztr. im Werthe von 57.960 fl., im Mittelpreise von 10 fl. 50 kr., 1863: 4620 Ztr. im Werthe von 46.410 fl., im Mittelpreise von 10 fl. 4 kr., 1864: 6264 Ztr. im Werthe von 78.393 fl., im Mittelpreise von 12 fl. 5l kr., 1865: 9996 Ztr. im Werthe von 107.360 fl., im Mittelpreise von 10 fl. 73 kr., 1866 : 12.493 Ztr. im Wcrthe von 159.320 fl , im Mittelpreise von 12 fl. 75 kr.. 1867: 16.941 Ztr. im Werthe von 218.255 fl., im Mittelpreise von 12 fl. 26 kr. Seit 1855—1866 wurde in ganz Oesterreich an Zink 299.996 Ztr. im Wcrthe von 3,221.730 fl. erzeugt. Hievon entfielen auf Krain 80.290 Ztr. oder 26 7 °/o im Werthe von 981.074 fl., d. i. 30-4 "/„. Dieses Verhältniß gestaltet sich aber noch ungleich günstiger, wenn man die letzten Jahre, z. B. 1866 allein in Vergleich zieht; in diesem Jahre betrug die Zinkproduktion KrainS schon 36'2<7y, also mehr als ein Drittel des großen Ganzen, während auf die Zinkwerthsummc dieses Jahres nicht weniger als 41 2 o/^ des ganzen Zink-werthes in Oesterreich entfielen. Die Gunst dieses Verhältnisses dürste im Jahre 1867, für welches Jahr die Gesammtzinkproduktion der Monarchie noch nicht bekannt ist, noch eine wesentliche Steigernng erfahren haben. Gegen das Vorjahr 1866 war die Zinkerzeugung dieses Landes nahezu um 36 "/„ gestiegen, an welcher Steigerung Sagor mit 21 l 7 und JohanneSlhal 14'83 par-tizipirten. Erstens Werk erzeugte im Jahre 1867 5835 53 Ztr. und letzteres 11.105-92 Ztr. Zink. Erstens bezieht seine Erze größtentheils aus" dem eigenen Galmeibergbane Jaulen in Kärnten, letzteres aus Bleiberg in Kärnten und den eigenen Zinkbauen in Steiermark, theilweise auch aus Schurfbauten in Krain. Es sind daher beide Zink-werke ansschließlich nur auf das dortige Kohlenvorkommen gegründet; besonders kommt der rasche, rcge Aufschwung der krainischen Zinkprodnktion ans Rechnung des feit >863 in JohanneSlhal neu gegründeten Hüttenwerkes des Ludwig Kuschel bei Rassenfuß , in welchem die Zinkprodnktion mit der lebhaftesten Energie nnd sachgerechter Thatkrast betrieben wird. Noch steht aller Wahrscheinlichkeit nach die Zinkprodnktion KrainS nicht ans ihrem Zenith, sondern geht vielmehr noch einer Steigerung entgegen. Minder erfreulich gestaltet sich das Produktionsbild des Bleies, dessen Produktionsmengen in steter Abnahme begriffen erscheinen. Das Bild der steten Abnahme drängt sich dem Leser aus nachstehenden Ziffern auf: 1859: 6727 Ztr. im Geldwerthe von 99.839 fl. nnd Mittelpreise von 14 fl. 84 kr., 1860: 5546 Ztr. im Geldwerthe von 78.927 fl. und Mittelpreise von 14 fl. 23 kr., 1861: 5)045 Ztr. im Geldwerthe von 80.754 fl. und Mittelpreise von 16 fl., 1862: 3188 Ztr. im Geldwerthe von 49.75)9 fl. nnd Mittelpreise von 15 fl. 60 kr., 1863: 2760 Ztr. im Geldwerthe von 35.930 fl. und Mittelpreise von 13 fl. 1 kr., 1864: 3057 Ztr. im Geldwerthe von 38.357 fl. nnd Mittelpreise von 12 fl. 54 kr., 1865: 2325 Ztr. im Geldwerthe von 26.084 fl. und Mittelpreise von I I fl. 22 kr., 1866: 2611 Zlr. im Geldwerthe von 32.616 fl. und Mittelpreise von 12 fl. 49 kr., l867: 2019 Ztr. im Geldwerthe von 25.065 fl. und Mittelpreise von 13 fl. 4 kr. Der frühere Bleibergban in St. Marein ist durch unglückselige Besitzverhältnisse gerade in einem Stadium, wo er bei rationeller Betriebsleitung die versprechendsten Aussichten geboten halte, zur Auf-lassnng gekommen und harret bis zur Stunde einer mit Intelligenz gepaarten Kapitalskraft, um zu neuem Leben, zu einer lohnenden Existenz zu erblühen. Da sich solche Kräfte im Lande nicht vor-findcn, so wäre cs doppelt wünschenswerth, daß wenigstens durch auswärtigen Unternehmungsgeist diese Schätze zn Nutze gebracht werden würden. Der bedeutendere Bleibau zu Knapousche lebt ganz nach der einstigen bekannten Politik unseres nordischen Nachbarstaates, nur mit sehr abweichend schlechtem Erfolge von der Hand zum Munde. Abbau und Ansschlußbau fallen dort in eins zusammen und das heute bloSgelegte Erz wandert am Morgen darauf bereits wieder in den Ofen. Es fehlt dort an einer Kouzentrirung der sehr parzellirten Be-sitzungsvcrhältnisse; ein großer Theil der Mitgc-werken ist nicht im Stande, die bescheidensten Vorschüsse als Zubußen zu leisten und dies wirkt hemmend unk lähmend auf die dortigen Betriebs- und Administrationsverhältnisse und bedroht in ernstlicher Weise die Zukunft dieses Bergbaues; so lange nicht dieses Grnndübcl beseitiget, die Direktion anch in spezifisch fachmännische Hände gelangt ist, ist an ein Besserwerden der dortigen Verhältnisse auch nicht einmal zu denken, während sonst dieser Bergbau, in die Hände weniger kapitalögewichtiger Persönlichkeiten gelegt nnd dessen Leitung einer fachmännisch erprobten Kraft anvcrtraut, aller Wahrscheinlichkeit nach gewinnbringender Natnr sich gestalten dürfte. — Außerdem erzeugt auch Sagor aus dem Gekrätze seiner Zinkösen, in welchen bleiartige Gal-meie verarbeitet werden, jährlich einige hundert Zentner Blei. Dic vielen und maimigfaltigen in Krain an-znlrcffenden Bleispnren lassen die Hoffnung, daß anch dieser Moutanzweig sich in diesem Lande noch einer entsprechend gnten Znkunst zu erfreuen haben werde, als eine nicht ungegründetc erscheinen; in dieser Richtung wachen wir besonders ans den vielversprechenden, derzeit verkäuflichen Bleierz-Freischnrf im Mamolgraben nächst Sava, auf die Bleischürfe unweit Selzach u. s. w. aufmerksam. Der rasche Aufschwung des KupferwerkeS in Skofie, welches durch die ersten vier Jahre, d. i. seit dem Jahre 1861 bis 1865 mit dem industriellen Tode rang, ist im Gegensätze zu obigem Bleischema wieder eiu sehr erfreuliches Bild, ein Beleg, daß zähe Ausdauer, gepaart mit glücklichem Verständnisse dennoch ein lange verfehltes Ziel näher rücken, seine Erreichnng in sichere Aussicht stellen machen. Mit Recht sind jetzt dic Augen der hüttenmän nischen Welt auf dieses früher mehr in einem Lei-chengeruche gestandene Werk gerichtet, nnd nachdem es in Oesterreich das erste Hüttenwerk ist, welches das seit zirka anderthalb Dezennien bereits im Elsaß und am Rhein eingebürgerte und sür arme Erze vorzugsweise geeignete Verfahren bei sich ein-gcführt hat, so steht zu gewärtigen, daß von diesem Werke ausgehend sich ein der vaterländischen Kupfer-erzeugung außerordentlich gewinnbringender, ja eS in einzelnen Zweigen ganz regenerirender, metallurgischer Reformprozeß durch alle Gaue Oesterreichs noch verbreiten wird. Besonders verspricht dieses einfache Extraktions-Verfahren, welches für arme Erze ein wahres Kolumbus-Ei zn nennen ist, für Ungarn und Bukowina noch von weittragender Bedeutung zu werden. — Im Jahre 1867 hat sich dessen Produktion an Rosettenkupfer gegen das Vorjahr von 934 auf 1327 Zentner und dessen Werth von 49.502 fl. ans "l.658 fl. erhoben. Leider sind die gegenwärtigen Kupserpreise, welche durch die Monstre-Produklion von auSslralischcm Burrach — Burrach-Kupser, durch dic englische Massenplv-duktion in Svansey und jene an den oberen Seen Amerikas stets sehr gedrückt gehalten werden, nicht darnach angethan, dem Knpserwerke Skofie auch jene reichliche Entlohnung seiner unsäglichen Opfer zu bieten. ans welche selbes durch seine kampfvolle Vergangenheit mit Recht Anspruch machen könnte. Während der durchschnittliche Verkaufspreis für das dortige Rosettenkupscr zwischen 50 und 5)4 fl. per Zentner schwankt, variirt der Preis der dortigen Erze per Ztr. zwischen 12 bis 15 Krcuzrr, was ebensowohl auf Rechnung der rationellen, überaus billigen ErzgewinnnngSweise, als auch auf jene des verhältnißmäßig sehr geringen KupfergehalleS jener Erze, die durchschnittlich nur 1'/, Perzent Kupfer enthalten, zu setzen ist. Nun einmal dieses Werk alle MauipulationShindernissc glücklich bewältiget hat, ist demselben auch der Bestand und dessen Aufblühen ganz zweifellos gesichert. Aus der Interpellation der Abgeordneten der slovenischen Landgemeinden im steierm. Landtag. Von der slovenischen Nation, welche, nahezu l '/z Millionen Seelen, in kompakter Masse in den Ländern nnd Gebieten Steiermark, Kärnten, Krain, Görz, Istrien und Triest austritt, leben im ersteren Lande — Steiermark — mit einer überwiegenden deutschen Bevölkerung zu einer politischen Individualität vereinigt, über 400.000 Slovenen in unter sich geschlossener und mit den Slovenen der übrigen Länder znsammenhängender Masse. Auf dem Gebiete der steierischen Slovenen leben auch deutsche Bewohner, jedoch nur sporadisch nnd zirka 1 Perz. der Gesammtbevölkerung; ferner und zwar zumeist in den Städten und einige» Märkten gegen 5 Perz. solcher Slovenen, welche ihre Muttersprache zwar verstehen und sprechen, selbe jedoch wegen der daselbst bestandenen und noch bestehenden deutschen Volksschulen weder lesen, noch schreiben, daher blos deutsche, den Slaven meist nicht gewogene Blätter lesen nnd sogestaltig zui» größeren Theile ihrer Nation entfremdet sind. Der übrige Theil der Nation, demnach 94 Perz derselben, ist rein slovenisch nnd nur der slovenischen Sprache mächtig. Nach der Schilderung der Zustände der Volk^ und Mittelschule in Konformität mit den Anschauungen des Dr. Bleiweis wird zur Gleichberechtigung der slovenisen Sprache im Amte übergangen. Hierauf fährt die Interpellation also fort: Diese entnationalisirte, durch die Mehrzahl der Advokaten und Notare diesfalls fekundirte Bnreaukratie, welche nur das Verdienst hat, daß sic die mündliche Sprache des Volkes im mündlichen Verkehre ans eine widerliche Weise verdirbt und verstümmelt und ihre eigene Sprachuusähigkcit auf die Sprache überträgt, verbindet sich mit dem der Nation entfremdeten Theile des Bürgerthums, sobald cs gilt, bei den Wahlen, sei es in den Städten oder Landgemeinden, eine nationale Kandidatur uie-derzukämpfen. Mit Hilfe dieser zwei Faktoren, welche die heimische Literatur nnd andere nationale Anstalten in nichts unterstützen, wohl aber das Volk bei jeder Gelegenheit möglichst anSnützen, schiebt sich das antinationale Element unter Ausbietung aller Mittel in die Gemeindevertretungen, Bezirks-Vertretungen, in den Landtag, führt daselbst das Wort und die Entscheidung über die nationalen und geistigen Bedürfnisse des Volkes, provozirt durch seinen Einfluß künstliche, ungesunde Wünsche desselben, um selbe wieder zur Motivirnng antinationaler Anträge und Berichte zu verwerthen. Die H. Regierung wolle es daher begreiflich finden, wenn der gesunde Theil des Volkes gegen diese fortwährende Gefährdung und Schwächung feines Volksthums und fnncr Interessen, gegen jenes naturwidrige, demoralisirende System der Ent-nationalisirung, das die Glieder derselben Volksfamilie, Städte nnd Landvolk, sogar die einzelnen Glieder der Gemeinde und Familie, entzweit und gegen einander bringt — reagirt, nnd seine Rettung nur in der Vereinigung des Volkes zu einer politisch-nationalen Individualität mit nationaler Administration erblickt; daß diese Erkenntniß sich immer mehr Bahn bricht nnd in der Presse, in den öffentlichen flovenifchen Volksversammlungen, ja schon in der dem H. Ministerium Schmerling im Jahre 1861 vorgelegten Petition der 20.000 Slovenen ihren entschiedenen Ausdruck gefunden und von allen Patrioten lebhaft vertreten wird. Zur vorläufigen Verwirklichung der nationalen Gleichberechtigung auf dem Gebiete unserer Mandanten erlauben wir uns an den k. k. Herrn Re-gieruligsvertreter die achtungsvolle Anfrage: Was gedenkt die H. Regierung zur praktischen Durchführung der nationalen Gleichberechtigung in Schule und Amt auf dem flovenifchen Gebiete des Landes zu thun? und wäre hochselbe insbesondere geneigt, den Beamten und öffentlich beglaubten Schriftenverfassern die Erlernung der slovenischen Sprache und schriftliche Amtirung in selber binnen einer zu bestimmenden Frist bei sonstiger Dienstesentlassung anfzutragen, die slovenischen Gerichte mit sprachkundigen Beamten aber ohne Verzug zu besetzen? Unterzeichnet ist die Interpellation von den Abgeordneten: Dr.JosefVoänjak. M.Herman. Dr.M. Prelog. A. LenLek. I. Lipold. Solche Aeußerungen gleichgestimmter Seelen werden unsere nationalen Ultras gewiß mit nicht geringer Wonne erfüllen; wie aber passen sic zu dem Proteste aus Windisch-Feistriz und ändern Kundgebungen der Bevölkerung Sndsteicrmarks? Landtagsverhandlungen. Sechzehnte Sitzung des krain. Landtages am 25. September. Beginn der Sitzung 10'/r Uhr. Der Vorsitzender Dr. Wurzbach gibt die cingelangten Petitionen bekannt: 1) des Straßen-Komitee's und der Gemeindevorstehung von Planina nm eine Subvention aus dem Landesfonde; 2) der Gemeindevorstehung von Rudolsswcrth um Befürwortung des Projektes der Führung der Unterkraincr Bahn in der Nähe von Neustadtl. Erstere wird dem Petitions-, letztere dem volks-wirthschaftlichen Ausschüsse zugewiesen. Hierauf wird der Gericht des Schulausschusses, betreffend die Regierungsvorlage des Realschulge- setzes, durch den Berichterstatter Svetee vorge-lesen. Der Ausschuß beantragt die Zuweisung der Vorlage an den Landesausschuß zur seinerzeitigen Antragstellung — wenn möglich — im nächsten Landtage. Regierungsvertreter Conrad kennzeichnet den Standpunkt der Regierung in Betreff der prinzipiellen Gesichtspunkte, die diesem Gesetzentwürfe znr Grundlage dienten. Nach einigen Bemerkungen Deschmann's, Dr. Tomans und Dr. Bleiweis' wird der Ausschußantrag angenommen. Auch die übrigen Gegenstände der Tagesordnung werden ohue Debatte nach den gestellten Anträgen erledigt, nur bei dem LandesanSschußberichte über das Ansuchen des Stadtpsarrers in St. Jakob, Herrn Gustav Köstl, um Bewilligung eines Beitrages zur Herstellung der Marienstatue am St. Jakobsplatze, welches Ansuchen dem Finanzausschüsse zur Vorberathung zugewiesen werden sollte, stellt Dr. Costa den Antrag auf sogleiche merito-rische Erledigung des Gegenstandes mittelst einer Subvention von 500 fl. aus dem ständischen Fonde. Wird einstimmig angenommen. Schluß der Sitzung 12 Uhr. Nächste Sitzuug Montag, 28. September. Tagesordnung: 1. Zuschrift der Landesregierung, betreffend die Ausfertigung des Gesetzes über die Hutweidenver-theilung in deutscher Sprache. 2. Die Aeuderung des Statutes der Stadt Laibach nach der Regierungsvorlage. 3. Begründung des Dr. Toman'schcn Antrages, betreffend das Projekt einer Eisenbahn durch Unterkrain. 4. Bericht des Landesausschusses über Errichtung von Ackerbauschulen. 5. Bericht des Landesausschusses über die Wiederbesetzung des Flachenseld'schen Kanonikates. 6. Bericht über den Stand des Mertschetschen-dorf-Gurkfelder Straßenbaues. 7. Berichte des Petitionsansschnsseö über mehrere Petitionen. Politische Rundschau. Laibach, 25. September. Der zisleithanische Ministerpräsident Fürst Auersperg wird nun doch nicht den Kaiser nach Galizien begleiten, derselbe leidet schon seit Wochen an einem hartnäckigen Magenkatarrh, weshalb ihm der Arzt strengstens die Reise untersagte. Im kroatischen Landtag ist es zwischen der unionsfreundlichen Majorität und der nationalen Minorität zum Bruche gekommen. Namens letzterer überreichte Vonkina einen Protest gegen die Gesetzlichkeit der jetzigen Majoritätsbeschlüsse. Der Landtag beschloß jedoch, den Protest einfach dem Ueberreicher zurückzustelleu. Die Opposition will nun den Protest direkt bei der Krone überreichen und dann ans dem Landtag anstrcten. Die friedlichen Versicherungen des Königs von Prenßen in Hamburg werden von den französischen Journalen, die über die famose Kieler Rede eben nicht sehr erbaut waren, mit Freuden begrüßt. Diese Freude ist gewiß um so aufrichtiger, als die Revolution in Spanien vorderhand die ganze Aufmerksamkeit Napoleons in Anspruch nehmen dürste. Es kann demselben durchaus nicht gleichgiltig sei», wie sich die Dinge auf der Halbinsel gestalten, und eS werden deshalb an der spanischen Grenze Vorsichtsmaßregeln getroffen. In Berlin scheint man den Ausbruch der spanischen Revolution als eine Garantie des Weltfriedens in dem Sinne anfzufafsen, als dadnrch ein Zusammenstoß zwischen Preußen und Frankreich hintangehal-ten werde, und je länger derselbe hiuausgeschoben, desto mehr wachse die Aussicht, ihu ganz zu vermeiden. Ueber die Revolution in Spanien lauten die Nachrichten im höchsten Grade verwirrt und widersprechend, doch scheint aus allem hervor-zngehen, daß dieselbe bedeutend an Terrain gewinnt. Es bestätigt sich, daß die von San Sebastian ab-gereiSte Königin ihre Reise nach Madid nicht sort-setzen konnte, weil die Eisenbahn von Insurgenten besetzt ist, nnd deshalb wieder umkehren mußte. Das Gesammtministerium wurde entlassen, Marschall Concha bringt jedoch kein neues zu Stande. Mittlerweile hat sich in Sevilla eine provisorische Regierung gebildet und ESpartero zum Präsidenten ausgerufen. Graf Girgenti, der bekanntlich am französischcn Hofe verweilte, ist in Madrid einge-troffen, nm das Kommando fcineS Regimentes zu übernehmen. Die Hauptstadt ist übrigens, trotz des Belagerungszustandes in wachsender Aufregung; die Kaffeehäuser sind die ganze Nacht geöffnet, die Polizei ist unsichtbar nnd das Militär sraternisirt mit den Bürgern. Die andalusischc Jusurrektious-armee ist bereits 14000 Mann stark uud außerdem verfügen die Aufständischen über eilf Kriegsschiffe mit einer Besatzung von 5000 Mann. Letzterer Umstand ist von großer Bedeutung, weil dadurch die Revolution die Küsten beherrscht und die Bewegung überall hin verbreiten kann. Lokal- und Prooinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Der Wortlaut der Zuschrift des Landespräfidenten) an den Landeshauptmann, betreffend die Beschlußfassung des Gesetzes über die Hutweiden - Bertheilung in deutscher Sprache, ist: „Euer Hochwohlgeboren! Mit Bezug auf den in der 10. Sitzung vom 11. September d. I. vom Landtage gefaßte» Beschluß ersuche ich Euer Hochwohl-geboren, in geeigneter Weise zur Kenntniß des Landtages zu bringen, der Umstand, daß das Gesetz wegen zwangsweiser Bertheilung der Hutweiden nur in slo venischer Sprache beschlossen wurde, würde ein Hin derniß bilden, bei dessen Bestände das Ministerium nicht in der Lage wäre, dieses Gesetz znr Allerhöchsten Sanktion zu empfehlen. Denn der Beschluß des Gesetzes auch im deutschen Texte wurde im Landtage verlangt, und es muß dieses Verlangen schon nach Art. 19 des Staatsgrundgesetzes Uber die allgemeinen Rechte der Staats bürger als ein wohlbegründeteS um so mehr anerkannt werden, weil nach dem Patente vom 27. Dezember 1852 R. G. Bl. Nr. 260 für Gesetze der deutsche Text der authentische ist, daran durch das Patent vom 1. Jänner 1860 R. G. Bl. Nr. 3 und die kaiser liche Verordnung vom 17. Februar 1863 R. G. Bl. Nr. 19 nichts geändert wird, und weil in einem Lande, in welchem die deutsche Sprache auch Landes spräche ist, nicht zugegeben werden kann, daß der au thentische Text erst im Wege der Uebersetznng ohne direkte Schlußfassung des Landtages hergestellt werde. Zufolge Erlasses des Ministers des Innern vom 20. d. M. Nr. 4421/M. I. ersuche ich daher Euer Hochwohlgeboren, den Landtag anfzusorderu, daS in Rede stehende Gesetz anch in deutscher Sprache zu beschließen. Empfangen x. Laibach am 23. Sep tember 1868. v. Eonrad m. x. — (Im Interesse der guten Sache) der Freiheit und des Fortschrittes, die wir stets nach besten Ärästen zn vertreten uns bemühen, dürfen wir, ohne ruhmredig zu scheinen, es wohl erwähnen, daß wir häufig und namentlich vom Lande und aus solche« Kreiseu anerkennende Zuschriften erhalten, wo nach den Aussage» unserer Gegner die Grundsätze, denen wir huldigen, für verderblich gehalten, ja verabscheut werden. So z. B. hat erst jüngst ein ebenso geachtetes als erfahrenes Mitglied unseres Landklerns nns seine Zustimmung zu unseren Ansichten in der Schnlsrage ausgesprochen uud hiebei unter anderm treffend hervor-gehoben, wie nachtheilig ein Vergleich zwischen unserm Polksschulwesen und dem vou uns geschilderten, vom Geiste praktischer Erfahrung und echter Humauität durchdrungene» amerikanischen, für ersteres ansfällt. '— (Mo ndr ege» bogen.) Diese schöne und seltene Erscheinung war gestern Abends um die zehnte Stunde am östliche» Himmel zu sehen nnd gewahrte einen prachtvollen Anblick. — (Einbruchsdiebstahl.) Heute Nachts wurde iu Schischka in ein Gewölbe eingebrochen und 4 Zentner Kaffee, 30 Pfund Zucker, uni 60 fl. Zigarren, endlich auch 40 fl. b«res Geld gestohlen. — (Theater.) Der gestrige Abend brachte die erste Novität in dieser Saison, Langer's Genrebild: „Der Gevatter von der Straße." Die Jabel des Stückes ist einfach. Ein Postmeister am Lande, der durchaus für feinen Erstgebornen einen angesehenen Tanfpathen aus der Stadt haben will und vergebens auf einen seiner Verwandten wartet, der ihm bereits zugesagt, die Stelle zu übernehmen, wird vom Pfarrer ernstlich betrieben, den schon 8 Tage alten Knaben endlich taufen zn lasten. Der Bater ist iu größter Verlegenheit, einen Pathen nach seinem Wunsche zu finden, als plötzlich ein zufällig durch den Ort reisender vornehmer Herr ihn aus feiuer fatalen Lage befreit uud sich bereit erklärt, bei feinem Söhnlein Gevatter zu feiu. Der Pfarrer macht anfangs einige Umstände und bezweifelt, ob der Fremde alle zn einem Pathen erforderlichen Qualitäten besitze, wird jedoch durch ein längeres, über Religion, Kirche nnd Staat mit letzterem geführtes Gespräch beruhigt nnd die Tanfe anstandslos vorgenommen. Bei der Eintragung des Namens ins Taufbuch gibt sich der fremde Herr als Kaiser Josef II. zu erkeuuen. Der Kaiser scheidet nun unter den Dankesversicherungen des Postmeisters nnd seiner Frau, nachdem er auch noch einer armen protestantischen Offizierswaise, die im Hause des erster», eines ehemaligen Deutschmeister-Korporals, eine Zuflucht gefimden hatte, aber im Begriffe war, wegen der Chikanen und des Neides der Ortsbewohner wieder in die Welt hinauszuziehen und sogar ihren Geliebten zu verlassen, in Schutz genommen und ihr versprochen, für ihre Zukunft zu sorgen. Den eben kurz skizzirten Stoff verstand der Verfasser mit der ihm eigenen Sicherheit in der Zeichnung und Charakterisirung der einzelnen Personen zn einem äußerst wirksamen Genre bild zu gestalten. Die zeitlichen und örtlichen Verhältnisse, in denen „der Gevatter von der Straße" spielt, kommen in der gelungensten Weise zum Ausdruck, und während so aus der einen Seite der glücklich getroffene Ton der damaligen Epoche den Zuhörer anspricht und fesselt, erhält derselbe durch die mit großem Geschick hervorgehobenen Beziehungen zwischen der josefinischen und der heutigen Zeit, die während des ganzen Stückes sich bemerkbar machen, eine weitere noch bedeutendere Anregung. Die lange Unterredung zwischen dem Kaiser und dem Pfarrer bildet in dieser Beziehung den Mittelpunkt des ganzen Stückes und die Stellen, wo die heutigen Verhältnisse berührt werden, solgen hier Schlag auf Schlag. Diese pa-triotifch-politische Färbung hat auch bekanntlich dem „Gevatter von der Straße" in Wien einen anßeror deutlichen Erfolg errungen, der ihm auch gestern auf unserer Bühne in reichem Maße zu Theil wurde. Die auf die Tagesgefchichte bezüglichen Stellen wurden lebhaft applaudirt, die Worte des Pfarrers aber: „Bei jedem guten Oesterre icher kommt zu erst der Kaiser nnd dann der Papst" mit einen Sturm von Beifall begleitet. Die Darstellung war eine zufriedenstellende und alle Beschäftigten, namentlich die Damen v. Stefany uud Jefsika und die Herren Stefan, Bergmann nnd Müller, waren be müht, das gute Stück wirksam zu spielen. — Es folgte hierauf noch die bekannte Operette „Salon Pitzlberger," ebenfalls in guter Aufführung, so daß wir im ganzen einen recht vergnügten Abend zu verzeichnen haben. Original-Korrespondenz. u. Blciberg, 21. September. (Eine kostspielige Goldgrube. — Starke Konkurrenz. — Eine Gemse mit drei Füßen.) Sie erlauben, daß ich heute eines Bergbaues, aber nicht etwa eines Blei-, sondern eines Goldbergbaues Erwähnung thue, der sich iu Tragin im Dranthale befindet. Dort soll schon seit einigen Jahren in halbverfallenen Gruben gar emsig nach Gold und auch nach anderen edlen Metallen gegraben werden und, wenn die Fama nicht übertreibt, so hätte ein Russe schon die ungeheuere Summe von hunderttausend Gulden in dieses Unternehmen hineingesteckt, ohne daß es ihm bis jetzt gelungen wäre, ein anderes Gold, als das aus seinen Taschen gewanderte zu sehe». Endlich soll vor einiger Zeit diesem Goldbergwerksbesitzer iu 8pe, der sogar einen eigenen Direktor hatte, Koch die Lust vergangen ein, dieses kostspielige Vergnügen noch länger fortzn-etzen, und er hat angeblich die beim Baue verwendeten 'Maschinen nnd dazu eiue Summe Geldes dem Direktor geschenkt und gleichzeitig auf alles weitere Goldsuchen verzichtet. — Die allenthalbeu austretende moderne Konkurrenz wird nicht leicht auf eiuem Felde sich lebhafter gestalten, als aus dem der Versicherungen. Bei uns in Bleiberg z. B., einem Orte, wo nicht einmal eine Reichsstraße durchgeht, haben wir nicht weniger als acht Agenturen verschiedener Asfeknranzge-fellschaften, uud Sie können sich denken, wie sehr die eine bemüht ist, die audere auszustecheu, uud wie wenig und nneinträgliche Geschäfte jede einzelne macht. Sollte cs gar geschehen, wie schon länger die Rede ist, daß auch den ausländische» Gesellschaften der freie Zntritt gestattet wird, dann dürfte eine Versichernugsagentur kaum mehr zn den rentablen Geschäften gerechnet werden. — Das bei uuö sehr beliebte Jagdvergnügen hat bereits begonnen und die Jäger sind bisher mit den heurigen Ergebnissen sehr zufrieden; einer von ihnen brachte jüngst eine Rarität, eine Gemse mit drei Füßen, heim. Dem armen Thiere war der fehlende Fuß ohne Zweifel vor langer Zeit bei einer Jagd abgeschossen worden und cs hatte sich wieder erholt und fortgeschleppt, bis ein anderer grausamer Nimrod auch seinem dreibeinigen Dasein ein Ende machte. Gedenktafel über die am 28. September 1868 stattsindeiiden Lizitationen. 1. Feilb., Joses Karl Bleiberggewerkschaft zn St. Marein, 5,062 ft. 83 kr. LaudeSgcr. Laibach. — 3. Feilb., Kleinen iic'fche Real., Kladje, 480 fl., BG. Ratschach. — t. Feilb., Dejak'sche Real., Oberdorf. 1830 fl., BG. Reifniz. — Iste Feilb., DorHau'sche Real, nnd Mobil., Polic, 1917 fl. 5g kr., BG. Radinannsdorf. — 1. Feilb., Eger'fche Schnittwaren und Gcwl'lbcinrichtnngsstUcke, Laibach, Petersvorst. Nr. 3, 14398 fl., Landesger. Laibach. — Lizitation wegen Kranken Verpflegung nnd Beistelliing cirztl. Bedarfes im Trnppen-fpitat« Gbrz, Truppcnspitalskvmmandv Gvrz. — Lizitation wegen Besetzung der k. k. Tabak Großtrafik Drachenbnrg, lOperz. Kantion, Finanzlandesdirektion Graz. — 1. Feilb., Novak'sche Real., Planina, 2324 fl., BG. Wippach. — Iste Feilb., Auzlooar'sche Real., St. Veit, 400 fl., BG. Sittich. — Lizitation wegen Krankenverpfleguug und Anstellung von Apothekerartikeln für das Garnisonsspiral. Triest. Schriftl. Offert niit 5 Perz. Badinin. Bis 28. Sept. bei der Kanzlei-direktion des t^neralkommando Graz zu überreichen. Eingesendet. Beim Herauiiahen der schlechtem Jahreszeit dürfte es nicht überflüssig sein, die Aufmerksamkeit der betreffenden Organe auf den Uebelstand zn lenken, daß fick die Dachrinnen nicht weniger Häuser, und ebenso die kleinen Rinnen an Erkern, Gewölbeportale» :c. in manche» Straße» in einen: so mangclhaften Zustande befinde», daß die Passanten nicht aus dem Regen in die Traufe, sondern thatsächlich in beides zugleich kommen. Auch münden die Dachröhren vielfach, z.B. in der Herrengasse und am Neuen Markt, nmnit telbar aufs Trottoir, das bei heftigen Regengüssen von einer Reihe für die Fußgeher höchst fataler Bächlein durchschnitten wird, die durch die ein paar Linien tief in den Stein gemeißelten Rinnfale iu ihrer freien Bewegung durchaus nicht gehindert werden. Nicht nur unangeuehm, sondern geradezu gefahrdrohend ist «Mich der Umstand, daß das Dachgestinse einiger Hauser höchst reparatnrsbedürftig uud das Malter jeden Augenblick zum Herabfallen bereit ist. Einsender dieses war vor einigen Tagen selbst Zeuge, wie eine beim Hause Nr. 18 in der Theatergasfe, einer immer stark besuchten Passage, vorübergehende Fran von losgelöstem Manerwerk aus den Kopf getroffen wurde, das sie diesmal zum Glücke nicht schwer verletzte, aber hinreichend gewesen wäre, einem Kinde den erheblichsten Schaden zu verursachen. Ein Abonnent. Für die Familie des durch Brand verunglückten V. Lampiv in Schischka sind weiter eingegangen: Von einem krainischen Patrioten . . 2 fl. — kr. welchen Betrag wir sammt den das letzte mal ausgewiesen.................... . 15 fl. 30 kr. zusammeu . " ! 17 fl. 30 kr. unter eiuem an seine Bestimmung abführeu, übrigens aber noch gern bereit sind, weitere Beiträge entgegen zu nehmen. ______________________________________ Witterung. Laibach, 25. September. Nachts Regeu, der Niederschlag erreichte die Höhe von 2 Linien. Vormittag wechselnde Bewölkung. Westwind ziemlich stark. Mittags: Warme: s 17.2° (1867 -s- 9.1°, 1866 -s-18.4"). Barometer- 326.18 Par. Linien, Das gestrige Tagesmittel der Wärme:-s-13.3", »m 2.2" über dem Normale. Angekommene Fremde. Am 24. September. Ho«,«» 8t«,»t Kwis, Kauf»,., Wien. — Ste fandet, Kaufin., Wien. — Ehrenreich. Herrschaftsbes., Po- novitfch. Urbantschitsch Joh., Gutsbes., Thurn. — Röthel Georg, Handels»!., Wuchern. — Standacher, Hau delsm., Gottschee. — Wrhlictteriscz, Gutsbes, Warschau - Josch Klotilde, Essek. Barthold Heinrich, Pareuzo. — Bla-sizh, Haiidelsagent, Wie». — Maier, Kausm., Alba. " Verstorbene. der Telegramme. Prag, 24. September. Samstag wird Mandalvcrlust der Deklaranten ausgesprochen. Madrid, 24. Septembet. Serrano ist Marschall der Insurgenten. Die Aufständischen weisen Kompromißvorschlägezurück. Theater. Heute: Die Damrnschiacht. Lustspiel in 3 Akten nach Scribe nnd Legouvs. Personen: Gräfin v. Antreval. Fr. Schmidts- — Leon-line v. Villegontier, ihre Nichte, Frl. Solms. — Heinrich v. Flavignenl, Hr. Parth. — Gustav v. Grigno», Hr. Bergmann. — Baron v. Montrichard, Hr. Stefan. Vorher: Im Vorzimmer Sr. Exzellenz. Lebensbild in 1 Akt von Rudolf Hahn. Personell - Der Minister, Hr. Moser. — Jean, Diener des Ministers, Hr. Mahr. — Knabe, Lohnschreiber bei einem Kreisgericht, Hr. Stefan. — Die Gouvernante, Frl. Konradiu. Am Kongreßplatz. Nur bis Sonntag, 27. M. ist «i«lL^l8 analomische Msemn bei herabgesetztem Preis die Person 15 kr., Militär vom Feldwebel abwärts 10 kr, täglich für Erwachsene von Morgens 8 bis Abends 6 Uhr zu sehen. (35— 6) Dienstag und Freitag von 2 Uhr ab nur für Damen. Wiener Börse vom 24. September. StaatskorrL». 5perc. österr. Währ. Geld 53.90 57.80 61.60 5.6.80 78. 81.80 91.50 91.30 dto. V. I. 1866 dto. National-Anl. dto. MetalliqueS Lose von 1854 . . Lose von 1860, ganze Lose von 1860, FÜnst. Prämiensch. v. 1864 , Vrurzüvnll.-Odl. Steiermark zuüpCt. Kärnten, Kram u. Küstenland 5 „ Ungarn. . zn5 „ Kroat. n. Slav. 5 „ Siebenbürg. „ 5 „ Nationalbank . . Creditanftalt . . N. ö. EScomPte-Ges. Anglo-österr. Bank Oest. Bodencred.-A. Oest. Hvpoth.-Bank Steier. E0compt.-Bk.iLi5.— Kais. Ferd.-Nordb. .1832 Südbahn-Gesellsch. .!l84.-Kais. Elisabeth-Bahn. 158.-Carl-Lndwig-Bahn Siebenb. Ersenbahn. Kais. Franz-Äosessb.. Fünsk.-Barcser E.-B. Alsöld-Fium. Bahn .144.75 Nation. ö.W. verloSb. Ung. Bod.-Creditanst. Allg.öst.Bod.-Credit. 86.50 84.— 72.75 73. 70.25 710.— . 206.20 !618. .157.75 .190.- 207.75 144.25 155.25 154.75 97.80 90.75 102.50 dto. m 33I.rückz. . 84.- Ware 54.10 57.90 61.80 57.- 78.50 82. 92. 91.50 87.50 90.- 73.25 74. 71. 712.- 206-40 622. 158.25 192. 66.- 220.- 1835 184.20 158.50 208.25 144.75 155.75 155.25 145.25 98.- 91.25 103. 84.50 ! Geld Ware Oest. Hypoth.-Bank .! 96.— ^ 96.50 Südb.-Ges. zu 500 Fr. dto. Bons6pCt. Nordb. (lv0sl. CM.) Sieb.-B.(200fl.ö.W.) Nudolssb.(300fl.ö.W.) Franz-Jos. (200fl.S.) Löss. Credit 100 fl. ö. W. . Don.-Dampssch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . Triester ivo fl. CM. . dto. 50 fl. ö.W. . Osener . 40 fl. ö.W. Cßterhazy fl. 40 CM. Salm . „ 40 -alssy . „ 40 lary . „ 40 St. Genois„ 40 Windisckgtätz Waldstem . Keglevich . Nudolssstist. 97.75 98.— 212.— 213.— 89.50, 89.75 80.75 81.— 81.80 82.20 85.90 86.30 136.40 136.80 20 , 20 . 10 10 ö.W. (3 Mon.) Augsb. 100 fl. südd.W. Franks. 100 P. „ „ London 10 Pf. Sterl. Paris 100 Francs AlÜQLVN. Kais. Münz-Ducaten. 20°FrancSftück. . BereinSthaler . . Silber .... 90.— 53.- 30.50 150.— 37.— 28.— 31.50 20.'— 20.50 14.50 13.50 96.20 96.35 116.— 45.95 5.52» 9.24 1.70 113.75 91.— 117.— 55.- 31.— 155.- 38.— 28.50 32.— 30.-21.— 21.50 15.50 14.— 96.40 96.60 116.10 46.05 5.63^ 9.25 1.70* 114.25 Telegraphischer Wechselcours vo»i 25 September. 5perc. MetalliqueS 56.40. — 5perc. MetalliqueS mit Mai- und Noveniber-Zinsen 57.20. — 5perc. National-Anlehen > 61.60.— 1860er Staatsanlehen 82.15. — Bankaktien 711. London 116.—. — Silber 119.75. Den 24. September. Agnes Babnek, Inwohners- Kreditaktien 206.10. — London 116.—. witwe, alt 64 Jahre, im Zivilspiral am ^chla Misse. K. k. Dukaten 5.52V, Verleger und für die Redaction verantwortlich: Otto mar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach